Bekanntmachung des Bundes und
der Länder
Gewerblicher spezialisierter Flugbetrieb mit hohem
Risiko
(gem. Verordnung (EU) Nr. 965/2012)

image
Bekanntmachung des Bundes und der Länder
Gewerblicher spezialisierter Flugbetrieb mit hohem Risiko
Version:
Datum:
Seite:
2.0
29.10.2019
1
Begriffsbestimmung „Gewerblicher spezialisierter Flugbetrieb mit hohem Risiko“
Gemäß Artikel 2 der VO (EU) Nr. 965/2012 lautet die Begriffsbestimmung für „Gewerblichen
spezialisierten Flugbetrieb mit hohem Risiko (high risk commercial specialised operation)“ wie
folgt:
„[…] bezeichnet jeden gewerblichen spezialisierten Flugbetrieb
über einem Gebiet, in dem die Sicherheit von Dritten am Boden in Notfällen voraussichtlich
gefährdet würde,
oder gemäß Festlegung der zuständigen Behörde des Ortes, an dem der Flugbetrieb
durchgeführt wird, jeden gewerblichen spezialisierten Flugbetrieb, der aufgrund seines
besonderen Charakters und des lokalen Umfeldes, in dem er stattfindet, ein hohes Risiko
darstellt, insbesondere für Dritte am Boden.“
AMC1 ARO.OPS.150 fordert zusätzlich, dass die zuständige Behörde eine Liste von Aktivitäten
veröffentlichen soll, welche als „gewerblicher spezialisierter Flugbetrieb mit hohem Risiko“
eingestuft werden. So sollen die Betreiber informiert werden, wann eine Genehmigung zu
beantragen ist.
ARO.OPS.150 a) und b)
fordert die Beantragung und Genehmigung von gewerblichem
spezialisiertem Flugbetrieb mit hohem Risiko. Hierfür muss der Betreiber eine Risikobewertung
durchführen und Standardbetriebsverfahren (SOP) festlegen, welche gemäß den Anforderungen
des Anhangs VIII (Teil-SPO) erstellt wurden, mit dem Antrag einzureichen und von der
zuständigen Behörde vor Genehmigung zu prüfen sind. Die Genehmigung kann dabei örtlich und
zeitlich limitiert werden.
Gemäß
ORO.SPO.110 (c)
ist die Form sowie Art und Weise der Beantragung von der Behörde
festzulegen. Die näheren Antragsunterlagen/-informationen hierfür sind unter
ORO.SPO.110 (b)
definiert.
Folgende weitere Fälle werden über den Eingang eines erstmaligen Antrages gem.
ARO.OPS.150
a) und b)
hinaus aufgeführt:

image
Bekanntmachung des Bundes und der Länder
Gewerblicher spezialisierter Flugbetrieb mit hohem Risiko
Version:
Datum:
Seite:
2.0
29.10.2019
2
Änderung (ARO.OPS.150 c))
Soll eine bereits erteilte Genehmigung auf Antrag geändert werden, wiederholt sich der
Prüfprozess und die Behörde muss zusätzlich die Bedingungen festlegen, unter denen während
der Änderung gearbeitet werden darf (sofern die Genehmigung nicht ausgesetzt werden muss).
Erneuerung (ARO.OPS.150 d)):
Wird die Erneuerung der Genehmigung beantragt, kann bei der erneuten Prüfung das frühere
Genehmigungsverfahren und frühere Aufsichtstätigkeiten berücksichtigt werden (beschleunigtes
Verfahren).
Aussetzung/Widerruf/Beschränkung (ARO.OPS.150 e)):
Die Aussetzung, der Widerruf sowie eine Beschränkung sind möglich wenn der Betreiber
Änderungen durchführt, ohne eine Risikobewertung und SOP vorgelegt zu haben.
Verfahren bei grenzüberschreitendem Betrieb (ARO.OPS.150 f)):
Die für den Betreiber zuständige Behörde erteilt nach Zustimmung der örtlich zuständigen Behörde
(nach Prüfung der Risikobewertung und der SOP) die Genehmigung.

image
Bekanntmachung des Bundes und der Länder
Gewerblicher spezialisierter Flugbetrieb mit hohem Risiko
Version:
Datum:
Seite:
2.0
29.10.2019
3
Liste von gewerblichen Aktivitäten gem. AMC1 ARO.OPS.150, welche in
Deutschland als „Gewerblicher spezialisierter Flugbetrieb mit hohem Risiko“
einzustufen sind
Grundsätzlich ist Flugbetrieb gem. SERA.3105 so durchzuführen, dass Luftfahrzeuge über
Städten, anderen dicht besiedelten Gebieten und Menschenansammlungen im Freien nur in einer
Höhe geflogen werden, die im Fall einer Notlage eine Landung ohne ungebührende Gefährdung
von Personen oder Sachen am Boden erlaubt.
Kann dies nicht sichergestellt werden, ist davon auszugehen, dass die Sicherheit von Dritten am
Boden bei Notfällen gefährdet ist und dieser Flugbetrieb folglich als Flugbetrieb mit hohem Risiko
eingestuft werden muss.
Folgender gewerblicher Flugbetrieb von Betreibern im Zuständigkeitsbereich der deutschen
Luftfahrtverwaltung sowie für das gesamte Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland wird als
„Gewerblicher spezialisierter Flugbetrieb mit hohem Risiko“ eingestuft:
1. Flugbetrieb, für den die durch den Betreiber durchgeführte Risikobewertung gemäß
SPO.OP.230 ein „Hohes Risiko“ im Sinne von ORO.SPO.110 (a) ergibt.
2. Grundsätzlich jeder gewerbliche spezialisierte Flugbetrieb gem. Teil-SPO der VO (EU) Nr.
965/2012 über dicht besiedelten Gebieten, Städten, oder Menschenansammlungen, welcher
unterhalb der auf dem Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland geltenden
Mindestflughöhen durchgeführt wird.
Ausgenommen hiervon sind Flüge zur Flugfunkstellenvermessung und zur
Flugverfahrensvalidierung an Flugplätzen (sog. Vermessungsflüge).
3. Außenlasttransporte über Städten, dicht besiedelten Gebieten oder Menschenansammlungen.
4. Flugbetrieb mit Personen-Außenlasten (human external cargo, HEC) über Städten, dicht
besiedelten Gebieten oder Menschenansammlungen.
5. Lawinensprengflüge.

image
Bekanntmachung des Bundes und der Länder
Gewerblicher spezialisierter Flugbetrieb mit hohem Risiko
Version:
Datum:
Seite:
2.0
29.10.2019
4
Anmerkungen zu gewerblichem spezialisierten Flugbetrieb mit hohem Risiko im Ausland
innerhalb eines Mitgliedstaates der EU:
- Für die Erteilung der Genehmigung für gewerblichen spezialisierten Flugbetrieb mit hohem
Risiko ist die national zuständige Luftfahrtbehörde zuständig. Dies gilt auch dann wenn der
EU-Mitgliedstaat, in dem der Flugbetrieb durchgeführt werden soll, den Flugbetrieb im
Gegensatz zu diesen Ausführungen als gewerblichen spezialisierten Flugbetrieb mit hohem
Risiko eingestuft hat.
- Für die Abstimmung zwischen den Behörden ist ein Zeitraum von bis zu einem Monat
erforderlich, dies ist bei der Antragsstellung zu berücksichtigen. Auf eine mögliche
Dringlichkeit der Bearbeitung ist gesondert hinzuweisen.

image
Bekanntmachung des Bundes und der Länder
Gewerblicher spezialisierter Flugbetrieb mit hohem Risiko
Version:
Datum:
Seite:
2.0
29.10.2019
5
English courtesy translation
1. Operations for which the results of the risk assessment, which has to be performed by the
operator according to SPO.OP.230, have identified a high risk according to ORO.SPO.110 (a).
2. Commercial specialised operations according to Part-SPO of Reg. (EU) No. 965/2012 that is
performed below the minimum flight altitudes as applicable in the territory of the Federal
Republic of Germany over cities, congested areas or over an assembly of persons.
Flights conducted with the purpose of performing an airborne inspection of navigational aids
and to validate flight procedures (Flight Inspection/Flight Calibration) are exempt from this
requirement.
3. External sling load / external cargo operations over cities, congested areas or over an
assembly of persons.
4. Human external cargo operations (HEC) over cities, congested areas or over an assembly of
persons.
5. Avalanche mining operations.
General remark regarding high-risk commercial specialised operations abroad within a Member
State of the EU:
- High-risk commercial specialised operations will be approved by the national Competent Authority
(by the Federal Aviation Office, LBA or one of the 16 Federal States). This also applies when the
EU Member State the operations will take place in has categorized the planned operation as high-
risk commercial specialised operations in deviation from the points mentioned above.
- For coordination between Competent Authorities a timeframe of up to one month can be
necessary. This should be considered when submitting the application. If there is need for urgency
a respective remark should be made in the application.