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Die neue Technische Anleitung zur Reinhaltung
der Luft – kurz TA Luft
Dipl.-Ing. Peter Gamer
1

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Übersicht
Einführung
Aufbau/Struktur
Blick in ausgewählte Kapitel und was
sich da geändert hat
Fazit/Ausblick
2

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Einführung
3

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4
Bedeutung der TA Luft
Normkonkretisierende Verwaltungsvorschrift zum BImSchG
Anforderungen zum Schutz vor (Immissionsteil) und zur Vorsorge
gegen schädliche Umwelteinwirkungen (Emissionsteil)
Schafft bundeseinheitliche, (rechts)verbindliche Anforderungen für
genehmigungsbedürftige Anlagen
Grundlage für mehr als 50.000 Anlagen in Deutschland, davon knapp
10.000 Anlagen, die unter den Anwendungsbereich der EU-Industrie-
emissionsrichtlinie (IED) fallen
Sehr flexibel, u.a. durch altanlagenspezifische Regelungen,
Dynamisierungsklauseln, Minimierungsgebote und Zielwerte
(Ermessens)Spielräume für Behörden
Erleichtert Behörden Genehmigungspraxis und sorgt für ausreichend
Rechts- und Planungssicherheit

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5
Notwendigkeit für Novelle
Generell Anpassung an den fortgeschrittenen Stand der Technik
Umsetzung von EU-Recht, hier insbesondere Umsetzung von BVT-
Schlussfolgerungen zur IVU-RL bzw. zur IE-RL
Neueinstufungen bzw. –klassierungen von Stoffen (CLP-VO)
Aktualisierung im Hinblick auf Luftqualitätsrahmen-RL (39. BImSchV)
Übernahme von Vollzugsempfehlungen der Länder (LAI)
Anpassung an geänderte Systematik des Anhangs der 4. BImSchV
Notwendige Aktualisierungen, Korrekturen, Ergänzungen,
Konkretisierungen, insbesondere Aktualisierung von VDI Richtlinien
Harmonisierung mit anderen Rechtsbereichen, z.B. §34 BNatSchG

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6
Bundes-Immissionsschutzgesetz
(BImSchG)
Rechtsverordnungen zum BImSchG (44)
Verwaltungsvorschriften zum BImSchG
-
TA Luft
- TA Lärm
- (TA Abstand)
Technische Regelwerke (DIN, VDI …)
Rechtsverbindlichkeit
Konkretheit
Rechtshierarchie

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7
Was hat sich inhaltlich geändert (Auszug)
Geruchsimmissionen –> neue Nr. 4.3.2 und Anhang (GIRL)
Neuaufnahme Bioaerosole (Nr. 5.2.9)
Neuregelung Energieeffizienz (Nr. 5.2.11)
Allgemeine und anlagenspezifische Emissionsbegrenzungen
Naturschutz – neue Anhänge 8 und 9 (Prüfung Stoffeinträge in
Schutzgebiete und Prüfung Stickstoffdeposition)
Nutztierhaltung – neue Anhänge 10-12 (Minderungstechniken im Stall
bzgl. Ammoniakemissionen, Abluftreinigung bei großen Anlagen)
Bagatellmassenströme, Immissionswerte
Ausbreitungsrechnung
Schornsteinhöhenberechnung

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Aufbau/Struktur
8

9
1. Anwendungsbereich
2. Begriffsbestimmungen und Einheiten
3. Rechtliche Grundsätze für Genehmigung,
Vorbescheid und Zulassung vorzeitiger Beginn
4. Anforderungen zum Schutz vor
schädlichen Umwelteinwirkungen
5. Anforderungen zur Vorsorge gegen
schädliche Umwelteinwirkungen
6. Nachträgliche Anordnungen
Anhänge 1-12
6 %
73 %
17 %
7. Aufhebung von Vorschriften
8. Übergangsregelung
9. Inkrafttreten
Anteil am Textteil

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Blick in ausgewählte Inhalte
der neuen TA Luft und was
sich da konkret geändert hat?
10

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11
Nr. 1 Anwendungsbereich
dient
Schutz
der Allgemeinheit und Nachbarschaft vor und
Vorsorge
gegen schädliche Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen,
um ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt zu erreichen.
Schutz (Nr. 4)
Vorsorge (Nr. 5)
I
mmissionen
Schädliche Umwelteinwirkung
E
missionen
Stand der Technik

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12
Nr. 1 Anwendungsbereich
dient Schutz der Allgemeinheit und Nachbarschaft vor und Vorsorge
gegen schädliche Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen,
um ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt zu erreichen
.
Vorschriften sind zu beachten bei
Prüfung von Anträgen auf Erteilung von Genehmigungen zur
Errichtung und zum Betrieb bzw. zur Änderung von Anlagen
Prüfung von Anträgen auf Erteilung einer Teilgenehmigung, eines
Vorbescheids oder der Zulassung des vorzeitigen Beginns
Entscheidungen über nachträgliche Anordnungen und für
Messanordnungen
gilt für immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Anlagen,
sofern keine Regelungen in spezieller Rechtsverordnung
kann auch für nicht gen.-bed. Anlagen herangezogen werden

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Nr. 4 Anforderungen zum Schutz vor
schädlichen Umwelteinwirkungen
13

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14
Prüfung der Schutzpflicht - Allgemein
Schutz der menschlichen Gesundheit - Immissionswerte
Schutz vor erheblichen Belästigungen (auch Gerüche) oder
erheblichen Nachteilen – Immissionswerte für Staubniederschlag
Schutz vor erheblichen Nachteilen, insbesondere Schutz der
Vegetation und von Ökosystemen – Immissionswerte
Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch
Schadstoffdepositionen - Immissionswerte
Ermittlung der Immissionskenngrößen
Prüfung der Einhaltung der Immissionswerte
Prüfung, soweit Immissionswerte nicht festgelegt sind und in
Sonderfällen
Untergliederung

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15
Nr. 4.2.1 Immissionswerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit
Stoffe/Stoffgruppe
Konzentra-
tion μg/m
3
Mittelungs-
zeitraum
Zul. Überschrei-
tungen im Jahr
Benzol
5
Jahr
Blei und seine anorganischen Verbindungen
als Bestandteile PM
10
, angegeben als Blei
0,5
Jahr
Schwebstaub (PM-10)
/Partikel (PM
10
)
40
50
Jahr
24 Stunden
-
35
Partikel (PM
2,5
)
25
Jahr
-
Schwefeldioxid
50
125
350
Jahr
24 Stunden
1 Stunde
-
3
24
Stickstoffdioxid
40
200
Jahr
1 Stunde
-
18
Tetrachlorethen
10
Jahr

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16
Nr. 4.5.1 Immissionswerte für Schadstoffdeposition
Stoffe/Stoffgruppe
Deposition
μg/(m
2
d)
Mittelungszeitraum
Arsen und seine anorganischen Verbindungen,
angegeben als Arsen
4
Jahr
Blei …
100
Cadmium …
2
Nickel …
15
Quecksilber …
1
Thallium …
2
Benzo(a)pyren
0,5
in Anhang 4 genannten Dioxine, Furane und
polychlorierte Biphenyle als Summenwert
nach den dort gegebenen Verfahren
9
p
g/(m
2
d)

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17
Nr. 4.6.1.1 Bagatellmassenströme
Schadstoffe
Bagatellmassen-
strom in kg/h
Vergleich zur
alten TA Luft
Arsen und seine Verbindungen
0,0016
(0,0025)
- 36%
Benzo(a)pyren (Leitkomponente für PAKs)
0,00026
(0,0025)
- 90%
Benzol
0,05
-
Blei und seine Verbindungen
0,025
-
Cadmium und seine Verbindungen
0,0013
(0,0025)
- 48%
Fluor und seine gasförmigen organische Fluorverbindungen,
angegeben als HF
0,0018
(0,15)
- 88%
Nickel und seine Verbindungen
0,0052
(0,025)
- 79%
Quecksilber und seine Verbindungen
0,0013
(0,0025)
- 48%
Schwefeloxide, angegeben als SO
2
15
(20)
- 25%
(Gesamt)
Staub ohne Berücksichtigung der Staubinhaltsstoffe
1,0
-
Partikel (PM
10
) ohne Berücksichtigung von Staubinhaltsstoffen
0,8
neu
Partikel (PM
2,5
) ohne Berücksichtigung der Staubinhaltsstoffe
0,5
neu
Stickoxide, angegeben als NO
2
15
(20)
- 25%
Tetrachlorethen
0,5
(2,5)
- 80%
Thallium und seine organischen Verbindungen
0,0026
(0,0025)
+ 4%
In Anhang 4 genannte Dioxine und dioxinähnliche
Substanzen, angegeben als Summenwert
3,5
μ
g/h
neu

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18
Nr. 4.6.1.1 Bagatellmassenströme
4.6.1.1)
Schadstoffe
Bagatellmassenstrom in kg/h
Arsen und seine Verbindungen
0,0016
(0,0025)
Benzo(a)pyren (Leitkomponente für PAKs)
0,00026
(0,0025)
Benzol
0,05
Blei und seine Verbindungen
0,025
Cadmium und seine Verbindungen
0,0013
(0,0025)
Fluor und seine gasförmigen organische Fluorverbindungen,
angegeben als HF
0,0018
(0,15)
Nickel und seine Verbindungen
0,0052
(0,025)
Quecksilber und seine Verbindungen
0,0013
(0,0025)
Schwefeloxide, angegeben als SO
2
15
(20)
(Gesamt)
Staub ohne Berücksichtigung der Staubinhaltsstoffe
1,0
Partikel (PM
10
) ohne Berücksichtigung von Staubinhaltsstoffen
0,8
Partikel (PM
2,5
) ohne Berücksichtigung der Staubinhaltsstoffe
0,5
Stickoxide, angegeben als NO
2
15
(20)
Tetrachlorethen
0,5
(2,5)
Thallium und seine organischen Verbindungen
0,0026
(0,0025)
In Anhang 4 genannte Dioxine und dioxinähnliche Substanzen,
angegeben als Summenwert
3,5
μ
g/h

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19
Nr. 4.8 Prüfung, soweit Immissionswerte nicht
festgelegt sind und in Sonderfällen
Bei luftverunreinigen Stoffen, für die
keine
Immissionswerte in den
Nummern 4.2 bis 4.5 festgelegt sind, und in den Fällen, in denen auf
Nummer 4.8 verwiesen wird, ist eine Prüfung, ob schädliche
Umwelteinwirkungen hervorgerufen werden können, dann erforderlich,
wenn hierfür
hinreichende Anhaltspunkte
bestehen.
Hinreichende Anhaltspunkte können z.B. sein:
Entfernung des Immissionsortes zur Emissionsquelle
Hauptwindrichtung
Emissionsmassenstrom
Spezifische Stoffmerkmale
Vorliegende Beschwerden
Andere Emissionsquellen im Umfeld

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20
Bei luftverunreinigenden Stoffen, für die
keine
Immissionswerte in
den Nummern 4.2 bis 4.5 nicht festgelegt sind, und in den Fällen,
in denen auf Nummer 4.8 verwiesen wird, ist eine Prüfung, ob
schädliche Umwelteinwirkungen hervorgerufen werden können,
erforderlich, wenn hierfür hinreichende Anhaltspunkte bestehen.
Hinreichende Anhaltspunkte können z.B. sein:
Entfernung des Immissionsortes zur Emissionsquelle
Hauptwindrichtung
Emissionsmassenstrom
Spezifische Stoffmerkmale
Vorliegende Beschwerden
Andere Emissionsquellen im Umfeld
Stoff/Stoffgruppe
Ackerböden
μg/(m
2
d)
Gründland
μg/(m
2
d)
Arsen
1170
60
Blei
185
1900
Cadmium
2,5
32
Quecksilber
30
3
Thallium
7
25
Benzo(a)pyren
6
-
Depositionswerte als Anhaltspunkte für die Sonderfallprüfung
Nr. 4.8 Prüfung, soweit Immissionswerte nicht
festgelegt sind und in Sonderfällen

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Nr. 5 Anforderungen zur Vorsorge
gegen schädliche Umwelteinwirkungen
21

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22
Anforderungen enthalten
- Emissionswerte, deren Überschreitung nach dem
Stand der Technik
vermeidbar sind
- Emissionsbegrenze Anforderungen, die dem
Stand der Technik
entsprechen
- Sonstige Anforderungen zur Vorsorge gegen schädliche
Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen
- Verfahren zur Ermittlung der Emissionen
- Anforderungen zur Ableitung von Abgasen
- BVT-Ansatz: Anforderungen berücksichtigen mögliche Verlagerungen
von nachteiligen Auswirkungen von einem Schutzgut auf ein anderes;
sie sollen ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt
gewährleisten
- Abweichungen von Anforderungen sind unter Beachtung von BVT-
Bandbreiten und des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes möglich.

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23
Grundsatz:
Allgemeine Anforderungen zur
Emissionsbegrenzung, die für alle
Anlagen bzw. Anlagenarten gelten
(Nr. 5.2)
Besondere Anforderungen zur
Emissionsbegrenzung für bestimmte
Anlagen bzw. Anlagenarten (Nr. 5.4)
Spezielle Anforderungen
gehen allgemeinen
Anforderungen vor
(„Spezialitätenregelung“)

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24
Allgemeine Anforderungen zur Emissionsbegrenzung für
• Gesamtstaub
• Staubförmige anorganische Stoffe (Klassen I-III)
• Staubförmige Emissionen bei Umschlag, Lagerung oder
Bearbeitung von festen Stoffen
• Gasförmige anorganische Stoffe (Klassen I bis IV)
• Organische Stoffe (Klasse I und II)
• Gasförmige Emissionen beim Verarbeiten, Förderung, Umfüllen
oder Lagern von flüssigen organischen Stoffen
• Krebserzeugende, erbgutverändernde oder reproduktionstoxische
Stoffe sowie schwer abbaubare, leicht anreicherbare und
hochtoxische organische Stoffe
• Geruchsstoffe
• Bioaerosole
• Bodenbelastende Stoffe
Energie

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25
Was hat sich hier geändert?
Nr. 5.2.1 Gesamtstaub
Massenstrom: 0,20 kg/h oder Massenkonzentration 20 mg/m
3
Bei Emissionsquellen mit einen Massenstrom > 0,4 kg/h ist die
Massenkonzentration auf 10 mg/m
3
begrenzt.
Nr. 5.2.2 Staubförmige anorganische Stoffe
Klasse I:
0,05 g/h
(0,25 g/h) oder
0,01 mg/m
3
(0,05mg/m
3
)
Hg, Tl
Nr. 5.2.6 Gasförmige Emissionen beim Verarbeiten, Fördern, Umfüllen
oder Lagern von flüssigen organischen Stoffen
zusätzlich Anforderungen zur Dichtheit von Rührwerken
Aktualisierte/verschärfte Anforderungen an Flanschverbindungen
sowie Absperr- oder Regelorgane
Gaspendelsysteme -> Dichtigkeitsnachweis

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26
Wo hat sich was hier geändert?
Nr. 5.2.7.1.1
Karzinogene
(krebserzeugende) Stoffe
Klasse I:
Beryllium, Furan, Hydrazin, Trichlortoluol
Klasse II:
Benzol, Benzylchlorid, 2,4-Butansulton, 4,4´-Diamino-
diphenylmethan, Dimethylsulfat, Phenylhydrazin, o-Toluidin,
2,4-Toluylendiamin
Klasse III:
Epichlorhydrin, Isobutylnitrit,
(Benzol, o-Toluidin nach Klasse II)
Quarzfeinstaub (Quarz und Cristobalit)
Emissionen an Quarzfeinstaub PM
4
im Abgas: 1,5 g/h oder 0,5 mg/m
3
Formaldehyd (Annahme einer Wirkschwelle!)
Emissionen an Formaldehyd im Abgas: 12,5 g/h oder 5 mg/m
3
Soweit Emissionswert mit verhältnismäßigem Aufwand nicht
eingehalten werden kann, sind Emissionen im Einzelfall unter
Beachtung des
Minimierungsgebots
zu begrenzen.

27
Wo hat sich was hier geändert?
Nr. 5.2.7.1.2 Erbgutverändernde Stoffe ->
Keimzellmutagene Stoffe
Nr. 5.2.7.1.3 Reproduktionstoxische Stoffe
Emissionen im Abgas: 2,5 g/h oder 1 mg/m
3
, Minimierungsgebot
Nr. 5.2.9 Bioaerosole
… Bei Anlagen, die umweltmedizinisch relevante Bioaerosole in relevantem
Umfang emittieren können,
sind
zur Emissionsminderung dem Stand der
Technik entsprechende Maßnahmen
zu treff
en. Angaben zu relevanten Anlagen
sind in der Richtlinie VDI 4250 Blatt 3 (Ausgabe August 2016) enthalten.
Nr. 5.2.11 Energie
Allgemeine Maßnahmen (z.B. Vermeidung von Undichtigkeiten)
Maßnahmen bezogen auf thermische Energie (z.B. Dampf-und
Wärmemanagementsysteme)
Maßnahmen bezogen auf elektrische Energie (z.B.
Lastmanagementsysteme)

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28
Neu aufgenommene Anlagenarten
Nr. 6.5.1.15 Anlagen zur Erzeugung von Biogas
Nr. 5.4.1.16 Anlagen zur Aufbereitung von Biogas
Nr. 5.4.2.1/2 Steinbrüche – Anlagen zum Brechen, Trocknen, Mahlen
und Klassieren von natürlichem und künstlichem Gestein
Nr. 5.4.6.4 Anlagen zur Herstellung von Holzpresslingen (z.B.
Holzpellets, Holzbriketts)
Nr. 5.4.8.9.1 Anlagen zur Behandlung von nicht gefährlichen Abfällen
metallischen Abfällen in Schredderanlagen
Nr. 5.4.8.10d Anlagen zur Behandlung von Aluminiumsalzschlacken
Nr. 5.4.10.6/8 Anlagen zur Herstellung von Klebemitteln,
Bautenschutz-, Reinigungs- oder Holzschutzmitteln
Nr. 5.4.10.22.1 Anlagen zur Begasung, Sterilisation oder Entgasung
mit einem Rauminhalt der … kammer ≥ 1m
3
, soweit Stoffe oder
Gemische … eingesetzt werden

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Änderungen bei einzelnen
Anlagen(kategorien) am Beispiel von
Eisenerz-Sinteranlagen (Nr. 5.4.3.1a)
29

30
Schadstoff
BVT/ BANDBREITE
BVT-AEL [mg/m
3
]
AktuelleTA LUFT
[mg/m
3
]
NEUE TA LUFT
[mg/m
3
]
Gesamtstaub
1 – 15 (Gewebefilter)
< 20–40 (Elektrofilter)
20
50 für Altanlagen
mit Elektrofilter
10 Neuanlagen;
Altanlagen:
10 (ab 2020)
40 (ab 2016)
Dioxine/Furane
/PCB
0,05 – 0,2 ng/m
3
(Gewebefilter)
<0,2 – 0,4 ng/m
3
(Elektrofilter)
0,4 ng/m
3
Zielwert: 0,1 ng/m
3
0,2 ng/m
3
Zielwert: 0,1 ng/m
3
Altanlagen:
0,2 (ab 2020), bis
dahin 0,4 ng/m
3
Gutes Beispiel für eine anspruchsvolle nationale Umsetzung
zuvor unbefristete Altanlagenregelungen mit hohen Emissionswerten für Elektrofilter
Neu:
Techniksprung durch kompletten Ersatz von Elektrofiltern durch Gewebefilter

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31
Schadstoff
BVT/ BANDBREITE
BVT-AEL [mg/m
3
]
AktuelleTA LUFT
[mg/m
3
]
NEUE TA LUFT
[mg/m
3
]
Gesamtstaub
1 – 15 (Gewebefilter)
< 20–40 (Elektrofilter)
20
50 für Altanlagen
mit Elektrofilter
10 Neuanlagen;
Altanlagen:
10 (ab 2020)
40 (ab 2016)
Dioxine/Furane
/PCB
0,05 – 0,2 ng/m
3
(Gewebefilter)
<0,2 – 0,4 ng/m
3
(Elektrofilter)
0,4 ng/m
3
Zielwert: 0,1 ng/m
3
0,2 ng/m
3
Zielwert: 0,1 ng/m
3
Altanlagen:
0,2 (ab 2020), bis
dahin 0,4 ng/m
3
Gutes Beispiel für eine anspruchsvolle nationale Umsetzung
zuvor unbefristete Altanlagenregelungen mit hohen Werten für Elektrofilter
Neu:
Techniksprung durch kompletten Ersatz von Elektrofiltern durch Gewebefilter
Was bedeutet das für die gesamte Emissionsfracht in
Deutschland?

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32
Nr. 5.3 Messung und Überwachung der Emissionen
Anforderungen an Messplätze
Einzelmessungen – erstmalig und wiederkehrend
- Messplanung
- Auswahl von Messverfahren
- Auswertung und Beurteilung von Messungen
- Messungen von Geruchsstoffen
Kontinuierliche Messungen
- Messprogramm
- Massenstromschwellen für kontinuierliche Überwachung
- Bezugsgrößen
- Auswahl von Einrichtungen zur Feststellung der Emissionen
- Auswertung und Beurteilung der Messergebnisse
- Kalibrierung und Funktionsprüfung
- Fortlaufende Ermittlung besonderer Stoffe

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33
Nr. 5.3 Messung und Überwachung der Emissionen
Anforderungen an Messplätze
Einzelmessungen – erstmalig und wiederkehrend
- Messplanung
- Auswahl von Messverfahren
- Auswertung und Beurteilung von Messungen
- Messungen von Geruchsstoffen
Kontinuierliche Messungen
- Messprogramm
- Massenstromschwellen für kontinuierliche Überwachung
- Bezugsgrößen
- Auswahl von Einrichtungen zur Feststellung der Emissionen
- Auswertung und Beurteilung der Messergebnisse
- Kalibrierung und Funktionsprüfung
- Fortlaufende Ermittlung besonderer Stoffe
Was ist neu?
keine grundsätzlichen Änderungen zur alten TA Luft
teilweise Änderungen für spezielle Anlagen in Nr. 5.4
aufgrund Umsetzung BVT-Schlussfolgerungen
Massenstromschwellen für kontinuierliche Überwachung
neu: Ammoniak, außer bei Tierhaltungsanlagen 1,5kg/h

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34
Nr. 5.5 Ableitung von Abgasen
Gewährleistung von
- ausreichender Verdünnung der Abgase und
- ungestörtem Abtransport der Abgase mit der freien Luftströmung
- Schornsteinhöhe muss Einhaltung max. Konzentration in Bodennähe
(S-Wert) sicherstellen
Einflussfaktoren:
Bilder:
http://www.geodz.com/
deu/d/Abgasfahne
,
VDI 3781 Blatt 2 1981

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35
Nr. 5.5 Ableitung von Abgasen
S-Werte
neu
(Anhang 6)
Stoff
S-Wert 2021
(mg/m
3
)
Arsen und seine Verbindungen, angegeben als As
0,00016
Benzo(a)pyren (als Leitkomponente für PAKs)
0,000026
Benzol
0,005
Formaldehyd
0,025
Nickel und seine Verbindungen, angegeben als Ni
0,00052
Quarz-Feinstaub (PM
4
)
0,005
Thallium und seine anorg. Verbindungen, ang. als Tl
0,00026
Gerüche

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36
Nr. 5.5 Ableitung von Abgasen
TA Luft alt
Nr. 5.5.3 Nomogramm zur
Bestimmung der Schornsteinhöhe
H' in m
Schornsteinhöhe aus
Nomogramm;
d in m
Innendurchmesser Schornstein
t in °C
Abgastemperatur an der
Schornsteinmündung
R in m³/h
Volumenstrom des Abgases
(m³
n.t
/h)
Q in kg/h
Emissionsmassenstrom
(auch für Fasern)
S
Faktor (dimensionslos)
(Anhang 7)
Für die Schornsteinfestlegung ist die
Schadstoffkomponente mit dem größten
Wert für Q/S maßgebend
Beispiel: NOx in
einer Asphalt-
mischanlage
H´in m
R in m
3
/h
d in m
Q/S in
kg/h
T in
°C

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37
Nr. 5.5 Ableitung von Abgasen
TA Luft alt
Nr. 5.5.3 Nomogramm zur
Bestimmung der Schornsteinhöhe
H' in m
Schornsteinhöhe aus
Nomogramm;
d in m
Innendurchmesser Schornstein
t in °C
Abgastemperatur an der
Schornsteinmündung
R in m³/h
Volumenstrom des Abgases
(m³
n.t
/h)
Q in kg/h
Emissionsmassenstrom
(auch für Fasern)
S
Faktor (dimensionslos)
(Anhang 7)
Für die Schornsteinfestlegung ist die
Schadstoffkomponente mit dem größten
Wert für Q/S maßgebend
Beispiel: NOx in
einer Asphalt-
mischanlage
H´in m
R in m
3
/h
d in m
Q/S in
kg/h
T in
°C
Anpassung an Stand der Technik, weil u.a.
Einfaches Gauß-Fahnenmodell und einfacher
Abluftfahnen-Überhöhungsansatz aus den 60er Jahren
Nicht mehr konform mit modelltechnischen Grundlagen
zur Ausbreitungs-rechnung (Lagrange´sches
Partikelmodell, Grenzschichtmodell nach VDI 3783 Blatt 8
von 2017)

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38
Nr. 5.5 Ableitung von Abgasen
TA Luft neu
Algorithmus (Ausbreitungsrechnung
nach Anhang 2) ersetzt Nomogramm:
Implementiert als Java-Programm
(BesMin
*)
/BesMax, wird vom UBA
bereitgestellt).
Wichtig:
Bestandsschutz für
bestehende Schornsteine!
*)
Bes
timmung der Schornstein-
min
deshöhe

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39
Nr. 5.5 Ableitung von Abgasen
Vergleichsrechnungen
*)
Faustregel:
Nach dem
neuen Verfahren werden
niedrigere
Schornsteine meist
noch niedriger
hohe Schornsteine
noch höher
*)
Alfred Trukenmüller: BMUB-
Fachgespräch Ableitung von
Abgasen aus Anlagen der TA
Luft, Berlin 16./17. Juni 2016

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Anhänge
40

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41
Bisheriger Anhang 2 „Kurven zur Ableitung von
Massenströmen aus Immissionsprognosen ist entfallen“

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42
Anhang 2 Ausbreitungsrechnung (Immissionsprognose)
Was ist neu?
AUSTAL3.1 (bislang AUSTAL2000)
Überarbeitetes Grenzschichtmodell nach VDI-RL 3783 Blatt 8
Überarbeitetes Überhöhungsmodell PLURIS
Berücksichtigung nasse Deposition
Bereitstellung von Niederschlagsdaten durch UBA
Abgrenzung zum Einsatz diagnostisches und prognostisches
Windfeldmodell
Nutzung Landbedeckungsmodell Deutschland statt CORINE-Kataster
Zulassung modellierter meteorologischer Daten (synthetische
Ausbreitungsklassenstatistik)
Ausbreitungsberechnung Gerüche/Bioaerosole
Ausbreitungsberechnung Schornstein (BesMin/BesMax)

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43
Anhang 2 – Ausbreitungsrechnung (Immissionsprognose)
Überhöhungsmodell PLURIS (plume rise)
- Berücksichtigung trocken und feuchte Fahne, daher keine unterschied-
liche Modellierung der Abgasfahnenüberhöhung für Kühlturm und
Schornstein.
- Meteorologische Bedingungen werden nun auch bei der Bestimmung
der Abgasfahnenüberhöhung realistisch berücksichtigt.
Berücksichtigung der nassen Deposition
- im Nahbereich höhere Werte bei hohen Emissionsquellen
- bei weiteren Entfernungen und bei niedrigen Quellhöhen keine
wesentlichen Abweichungen zu bisher

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44
Anhang 2 – Ausbreitungsrechnung (Immissionsprognose)
Windfeldmodelle
prognostisch: Berechnung
dynamischer Strömungsfelder
auf Basis
prognostischer Gleichungen für komplexe Bebauung und
starke Steigungen im Gelände
diagnostisch: Berechnung
statischer Strömungsfelder
nach dem
Grundsatz der Massenerhaltung
TA Luft alt:
Bei Steigungen > 1:5 sind bis zum Inkrafttreten geeigneter
VDI-Richtlinie Windfeldmodelle zu verwenden, deren Eignung der
zuständigen obersten Landesbehörde nachgewiesen wurde.
TA Luft neu:
Bei Steigungen > 1:5 können … prognostische
Windfeldmodelle eingesetzt werden, die den Anforderungen der VDI-RL
3783 Blatt 7 entsprechen.

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45
Anhang 8 Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung
Ist eine erhebliche Beeinträchtigung eines Gebiets von gemeinschaftlicher
Bedeutung (Natura 2000-Gebiete) nicht offensichtlich ausgeschlossen, so
soll im Hinblick auf die
Stickstoff- und Schwefeldeposition
, innerhalb des
Einwirkungsbereichs der Jahresmittelwert der Zusatzbelastung nach
Nr. 4.6.4 gebildet werden, wobei die Bestimmung der Immissionskenn-
größen im Regelfall auch bei Erfüllung der in Nr. 4.6.1.1 genannten
Bedingungen erfolgen soll. Der
Einwirkbereich
ist die Fläche um den
Emissionsschwerpunkt, in der die Zusatzbelastung mehr als 0,3 kg Stickstoff
pro Hektar und Jahr bzw. von mehr als 0,04 kg Säureäquivalent pro Hektar
und Jahr beträgt.
Liegen Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung
innerhalb des Einwirkbereichs, ist mit Blick auf diese Gebiete eine
Prüfung gemäß § 34 BNatSchG (Verträglichkeit und Unzulässigkeit von
Projekten; Ausnahmen) durchzuführen.
Vorgehen:
Sonderfallprüfung nach Nr. 4.8 mit Ausbreitungsrechnung nach
Anhang 2

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Anhang 9 Stickstoffdeposition
Prüfung der Stickstoffeinträge auf empfindliche Pflanzen und Ökosysteme
(außerhalb von Natura 2000-Gebieten).
Prüfschritte:
Keine
weitere
Prüfung
erforderlich
Sonderfallprüfung
ja
nach Nr. 4.8

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Kurzes Fazit/Ausblick
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Novelle TA Luft war dringend erforderlich insbesondere
hinsichtlich der Anpassung an den Stand der Technik
Setzt europäisches Recht (IED/BVT) in nationales Recht um
und vereinfacht und harmonisiert so erheblich den Vollzug
Stellt an Anlagenbetreiber, Anlagenbauer (Abluftreinigung),
Planer und Behörden neue Herausforderungen
Trägt maßgeblich zur Entlastung der Umwelt durch die
Reduzierung von Luftschadstoffen bei
Motor für technische Weiterentwicklungen im Bereich
Abluftreinigung
Leistet Beitrag, Akzeptanz in der Nachbarschaft von Anlagen
zu erhöhen