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Umwelt- und Klimaallianz Sachsen
Vereinbarung
zwischen der Sächsischen Staatsregierung und
der sächsischen Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft
vom 10. November 2021

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1. Präambel
Der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen ist eine dauerhafte Aufgabe für Staat, Wirtschaft
und Gesellschaft. Eine erfolgreiche Umwelt- und Klimaschutzpolitik setzt dabei die enge
Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft voraus. Der Vereinbarung zur Umwelt- und
Klimaallianz Sachsen mit ihren Leitgedanken Freiwilligkeit, Eigenverantwortung und
Kooperation kommt daher besondere Bedeutung zu.
In ihrem Wirken will die Umwelt- und Klimaallianz Sachsen alle Bereiche des Umwelt- und
Klimaschutzes, insbesondere aber auch die regionale Wertschöpfung und die Resilienz von
Unternehmen stärken. Sie setzt auf eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.
2. Ziele
Mit dieser freiwilligen Vereinbarung soll auf optimale Rahmenbedingungen für eine
umweltverträgliche Wirtschaftsentwicklung im Sinne des Leitbilds der Nachhaltigkeit und auf
ein hohes Niveau an Ressourcen- und Energieeffizienz sowie an Umwelt- und Klimaschutz
hingewirkt werden. Dies dient gleichzeitig als Anstoß zur Entwicklung zukunftsorientierter
Technologien und nachhaltiger Produkte.
Im Rahmen dieser Vereinbarung stellen sich die Partner folgende Aufgaben:
1. Kommunikation und Dialog zwischen den Partnern der Umwelt- und Klimaallianz Sachsen
zu allen Themen der Umwelt- und Klimapolitik. Der Ideenaustausch und die Einbindung
der Wissenschaft wird unterstützt.
2. Aufnahme umweltengagierter Unternehmen in das Netzwerk der Umwelt- und Klimaallianz
Sachsen. Information, Wissenstransfer und Vernetzung stehen im Mittelpunkt des
Zusammenschlusses.
3. Öffentlichkeitswirksame Präsentation der erbrachten freiwilligen Leistungen für den
Umwelt- und Klimaschutz im Rahmen von Vor-Ort-Terminen und Veranstaltungen sowie
auf der Internetseite.
4. Entwicklung des Internetauftritts zur attraktiven Informations- und Best-Practice-Plattform,
die interessierte Akteure anspricht, Hilfestellung für Nachahmer gibt und Ansprechpartner
vermittelt.
5. Einsatz erfolgreicher Unternehmer und anderer Persönlichkeiten als Botschafter der
Umwelt- und Klimaallianz. Impulssetzung durch Vorstellung von Leuchtturmprojekten,
Storytelling und Exkursionen.

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6. Unterstützung und Initiierung von Projekten, die zur Klimaneutralität und Nachhaltigkeit
bzw. zur schrittweisen Implementierung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement in
Unternehmen beitragen.
3. Partner
An der Partnerschaft zur Umwelt- und Klimaallianz Sachsen unter Schirmherrschaft des
Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen beteiligen sich:
Für die Sächsische Staatsregierung:
das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft
das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Für die sächsische Wirtschaft:
die Industrie- und Handelskammer Dresden
die Industrie- und Handelskammer Chemnitz
die Industrie- und Handelskammer zu Leipzig
die Handwerkskammer Dresden
die Handwerkskammer Chemnitz
die Handwerkskammer zu Leipzig
die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e. V.
Für die sächsische Land- und Forstwirtschaft:
der Sächsische Landesbauernverband e. V.
der Sächsischen Waldbesitzerverband e. V.
die Familienbetriebe Land- und Forst Sachsen und Thüringen e. V.
das Bündnis Ökolandbau Sachsen
die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V.

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4. Strukturen
Beirat:
Der Beirat setzt sich aus den Ministern oder Staatssekretären der Ministerien sowie den
Präsidenten, Vizepräsidenten, Vorsitzenden, Stellvertretern oder (Haupt-) Geschäftsführern
der Partner zusammen. Den Vorsitz hat das Umweltressort inne.
Der Beirat ist das oberste Steuerungs- und Entscheidungsgremium. Er nimmt den jährlichen
Bericht der Arbeitsgruppe entgegen und überprüft alle 5 Jahre oder bei Bedarf und auf
Anforderung eines Partners die Ausrichtung, Themenschwerpunkte, Teilnahmekriterien und
Ergebnisse. Er setzt eigene fachliche Impulse im Rahmen der jährlichen Beiratssitzungen zu
allen Themen der Umwelt- und Klimapolitik.
Arbeitsgruppe:
Die Arbeitsgruppe setzt sich aus der Leitungs- bzw. Referentenebene der Partner zusammen.
Sie zieht bei Bedarf Vertreter der Fachabteilungen der Ministerien, der SAENA, der WFS und
des LfULG hinzu. Sie koordiniert die Aktivitäten und den Dialog im Rahmen der Umwelt- und
Klimaallianz. Sie befasst sich mit Fachthemen und Projekten gemäß der Zielstellung der
Umwelt- und Klimaallianz sowie mit allen Fragen der Außendarstellung (Ausgestaltung der
Internetpräsenz, einschließlich Darstellung von Praxisbeispielen) und der Teilnahmekriterien.
Die Arbeitsgruppe trifft sich in der Regel vierteljährlich und kann zeitlich befristete
themenspezifische Projektgruppen einrichten.
Geschäftsstelle:
Die Geschäftsstelle ist im zuständigen Umweltressort auf ministerialer Ebene angesiedelt. Sie
unterstützt die Tätigkeit der Arbeitsgruppe in allen Belangen der Kommunikation. Ihr obliegt
die Federführung in der Öffentlichkeitsarbeit. Im Zusammenhang mit der Teilnahme an der
Umwelt- und Klimaallianz Sachsen fungiert sie als Anlaufstelle für die Unternehmen. Die
Geschäftsstelle entscheidet unter Einbindung der Arbeitsgruppe über die Aufnahme in die
Umwelt- und Klimaallianz Sachsen und betreut das öffentlich zugängliche Teilnehmerregister
sowie den Internetauftritt des Netzwerks. Die Geschäftsstelle übernimmt administrative
Aufgaben im Zusammenhang mit der Umsetzung der Ziele der Umwelt- und Klimaallianz. Sie
berichtet in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe im Rahmen der jährlichen Beiratssitzung
über Aktivitäten und Ergebnisse.

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5. Teilnehmer
An der Umwelt- und Klimaallianz Sachsen können Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft
und der Land- und Forstwirtschaft sowie kommunale Eigenbetriebe mit einem Standort in
Sachsen teilnehmen, wenn sie eine oder mehrere freiwillige Umweltleistung(en) über die
rechtlichen Anforderungen hinaus entsprechend dem geltenden Kriterienkatalog der Umwelt-
und Klimaallianz erbringen. Der Kriterienkatalog der freiwilligen Umweltleistungen wird
regelmäßig fortgeschrieben und auf der Internetseite der Umwelt- und Klimaallianz
veröffentlicht.
Teilnahmeverfahren:
Die freiwillige Umweltleistung muss innerhalb der letzten 2 Jahre vor der Bewerbung erbracht
worden sein. Die Bewerbung soll eine Aussage zur erreichten Umweltwirkung und zum
Mehrwert für das Unternehmen beinhalten. Mit der Teilnahme verbunden ist das Bekenntnis
zum Ziel einer an Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit orientierten Wirtschaftsweise und
die Einwilligung zur Nutzung der gemachten Angaben für die Öffentlichkeits- und
Netzwerkarbeit.
Nach erfolgreicher Online-Bewerbung über das Serviceportal Amt24 erfolgt eine zweistufige
Prüfung durch die Arbeitsgruppe und durch die Landesdirektion Sachsen (Vorliegen von
Verstößen gegen umweltrechtliche Vorschriften).
Die Teilnehmer erhalten eine Teilnahme-Urkunde und sind berechtigt das Logo der Umwelt-
und Klimaallianz Sachsen in der nicht produktbezogenen Werbung zu verwenden.
Die Teilnahme einschließlich der freiwilligen Umweltleistung wird auf der Internetseite
www.umweltallianz.sachsen.de
sowie im Rahmen korrespondierender Medienangebote
veröffentlicht.
Die Teilnahme kann alle drei Jahre verlängert werden, wobei mit jeder Verlängerung auch eine
weitere Umweltleistung erbracht werden muss. Als weitere Umweltleistung zählt auch eine
Fortführung von Maßnahmen des Umwelt- oder Nachhaltigkeitsmanagements.
Die Teilnahme endet nach Ablauf von drei Jahren, sofern keine Verlängerung beantragt und
anerkannt wurde. Eine Weiterverwendung des Logos ist danach ausgeschlossen.

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6. Botschafter
Auf Vorschlag der Arbeitsgruppe kann der Beirat in seinen jährlichen Sitzungen Botschafter
der Umwelt- und Klimaallianz Sachsen für jeweils 5 Jahre berufen. Bei den Botschaftern
handelt es sich um herausragende Unternehmer-Persönlichkeiten oder andere in der
Öffentlichkeit stehende Personen, die sich den Zielen der Umwelt- und Klimaallianz verpflichtet
fühlen, Engagement greifbar machen und zum Mitmachen anregen wollen.
7. Schlussbestimmungen
Änderung der Vereinbarung:
Eine Änderung der Vereinbarung zur Umwelt- und Klimaallianz Sachsen bedarf der Schriftform
und der Zustimmung aller Partner. Der Beirat kann einvernehmlich weitere Partner berufen.
Kündigung der Vereinbarung:
Jeder Partner kann seine Partnerschaft mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende
kündigen. Wird die Vereinbarung seitens des Freistaates Sachsen oder von einer Mehrheit
der Partner gekündigt, sind alle Partner von ihren Pflichten entbunden.
Inkrafttreten:
Diese Vereinbarung tritt am 1. Januar 2022 in Kraft.