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IDU IT+Umwelt GmbH
Schalltechnisches Gutachten
für den
vorhabenbezogenen Bebauungsplan
„Einzelhandelsstandort Horkaer Straße“
der Stadt Niesky
Bericht-Nr. S0 964 -1
Zittau, 21 . Juni 2019

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Schalltechnisches Gutachten:
Seite 2
Vorhabenbezogener B-Plan
„Einzelhandelsstandort Horkaer Straße“ der Stadt Niesly
IDU IT+Umwelt GmbH
Bericht-Nr. S0964-1
21.6.2019
Projektdaten
Projektbezeichnung:
Schallimmissionsprognose für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan
„Einzelhandelsstandort Horkaer Straße“
der Stadt Niesky
Projektnummer:
S0964-1
Erstellt am:
21.6.2019
Seitenzahl des Erläuterungsberichtes mit Anhang:
39
Vorhabenträger (Kommune):
Stadt Niesky
Ansprechpartner:
Muskauer Straße 20-22
Telefon:
03588 28 26 0
02906 Niesky
E-Mail:
bauverwaltung@niesky.de
Planer (B-Plan):
RICHTER + KAUP
Ansprechpartner:
Herr Grottke
Ingenieure + Planer
Telefon:
03581 4219220
Berliner Straße 21
E-Mail:
grottke@richterundkaup.de
02826 Görlitz
Bauherr / Auftraggeber:
Talos Projektentwicklung GmbH
Ansprechpartner:
Herr Gaßmann
Erzberg 48
E-Mail:
h.gassmann@marathon-re.de
38126 Braunschweig
Bearbeitung:
IDU IT+Umwelt GmbH
Tel (ZI)
03583 5409499
Goethestraße 31
Tel (DD)
0351 88383531
02763 Zittau
E-Mail
umwelt@idu.de
Dipl.-Ing. Bert Schmiechen
Dipl.-Ing. (FH) Roswitha Thalheim
Geschäftsführer
fachlich verantwortliche Bearbeiterin
Zusammenfassung:
In diesem schalltechnischen Gutachten wurden die in der Umgebung einwirkenden Schallimmissionen durch den
vorhabenbezogenen Bebauungsplan
„Einzelhandelsstandort Horkaer Straße“
der Stadt Niesky prognostiziert. Be-
trachtet wird dabei der Zustand nach einer geplanten Erweiterung des bestehenden Verbrauchermarktes (Edeka)
und des bestehenden Lebensmitteldiscounters (Aldi). Es werden alle im Plangebiet bestehenden gewerblichen
Nutzungen berücksichtigt, auch solche die von der geplanten Änderung nicht betroffen sind.
Signifikante Schallemittenten im Plangebiet sind der Kfz-Verkehr durch Kunden- und Lieferverkehr der Einzelhan-
delsgeschäfte, das Bewegen von Einkaufswagen auf dem Parkplatz, der Lieferverkehr einschließlich der Ladetä-
tigkeiten und die haustechnischen Anlagen.
Die Berechnungen der Schallimmissionen außerhalb von Gebäuden an den schutzbedürftigen Räumen (maßgeb-
liche Immissionsorte) gemäß der TA Lärm ergaben, dass der Beurteilungspegel der Immissionszusatzbelastung
den Immissionsrichtwert tags und nachts an allen maßgeblichen Immissionsorten einhält. An den meisten Immissi-
onsorten ergibt sich eine irrelevante Zusatzbelastung durch das Plangebiet. Lediglich an drei Immissionsorten sind
relevante jedoch nicht schädliche Schallimmissionen durch das Vorhaben zu erwarten. An diesen Immissionsorten
besteht keine signifikante Vorbelastung durch gewerbliche Nutzungen außerhalb des B-Plangebietes
„Einzelhan-
delsstandort Horkaer
Straße“.
Spezifische Lärmminderungsmaßnahmen sind bei dem zukünftigen Betrieb der Einzelhandelsgeschäfte im Plan-
gebiet nicht zu berücksichtigen. Die Einzelhandelsgeschäfte sollten auch zukünftig mit dem bisherigen Betriebsre-
gime (Öffnungszeiten, Lieferverkehr etc.) betrieben werden.
Der Immissionsrichtwert für kurzzeitige Geräuschspitzen wird in der Tagzeit unterschritten. Nachts treten keine
Spitzenpegel auf.
Organisatorische Maßnahmen im Sinne des Punktes 7.4 der TA Lärm sind aus gutachterlicher Sicht nicht erforder-
lich.
Aus der Sicht des Gutachters ist das Vorhaben in dem geplanten Umfang realisierbar.

Schalltechnisches Gutachten:
Seite 3
Vorhabenbezogener B-Plan
„Einzelhandelsstandort Horkaer Straße“ der Stadt Niesly
IDU IT+Umwelt GmbH
Bericht-Nr. S0964-1
21.6.2019
Inhaltsverzeichnis
Seite
Projektdaten
2
Zusammenfassung
2
Inhaltsverzeichnis
3
1
Sachverhalt und Gegenstand der Untersuchung
4
2
Beurteilungs- und Bewertungsgrundlagen
4
2.1
Gesetze, Vorschriften und Richtlinien
4
2.2
Kartenmaterial und Planungsunterlagen zum Bauvorhaben
5
2.3
Sonstige Beurteilungsgrundlagen
5
2.4
Literatur- und Quellenverzeichnis
5
3
Beschreibung des Untersuchungsraumes
5
3.1
Standortbeschreibung
5
3.2
Anlagen- und Nutzungsbeschreibung der gewerblichen Anlage
6
4
Schallemissionen
7
4.1
Grundlegende Berechnungsgleichungen zur Ermittlung der Schallemissionen
8
4.1.1
Ermittlung eines Schallleistungspegels, Mittelwertbildung, Pegeladdition
8
4.1.2
Bestimmung der Schallemissionen diskontinuierlicher Schallquellen
8
4.1.3
Berechnung der Schallemissionen auf einem ebenerdigen Parkplatz
8
4.1.4
Bestimmung der Schallemissionen des Pkw-Fahrverkehrs von/zu dem Parkplatz
9
4.1.5
Berechnung der Schallemissionen durch die Fahrbewegungen mit Einkaufswagen
10
4.1.6
Berechnung der Schallemissionen des Lkw-Fahrverkehrs auf dem Betriebsgrundstück
10
4.1.7
Bestimmung der Schallemissionen durch Ladevorgänge
11
4.2
Ermittlung von Emissionskennwerten durch Schallpegelmessungen
11
4.2.1
Messbedingungen
12
4.2.2
Messgeräte
12
4.2.3
Messpunkte und Messergebnisse
12
4.3
Geräusche durch den Kundenverkehr auf der Parkplatzanlage
13
4.4
Geräusche durch die Fahrbewegungen mit Einkaufswagen
14
4.5
Geräusche durch den Lieferverkehr
15
4.6
Geräusche durch Ladevorgänge
16
4.7
Geräusche durch die haustechnischen Anlagen des Geschäftsgebäudes
17
4.8
Kurzzeitige Geräuschspitzen
18
4.9
Emissionen durch den anlagenbezogenen Fahrverkehr auf den umliegenden öffentlichen Straßen 18
4.10
Vorbelastung durch weitere gewerbliche Anlagen im Untersuchungsgebiet
18
5
Schallimmissionen außerhalb von Gebäuden
19
5.1
Immissionsrichtwerte, maßgebliche Immissionsorte
19
5.1.1
Immissionsrichtwerte nach TA Lärm
19
5.1.2
Maßgebliche Immissionsorte
19
5.2
Berechnung des Beurteilungspegels
20
5.2.1
Berechnungsgrundlage
20
5.2.2
Betriebszeiten der Anlage
21
5.2.3
Zuschlag für Tageszeiten mit erhöhter Empfindlichkeit K
R
21
5.2.4
Zuschlag für Impulshaltigkeit K
I
bzw. Ton- und Informationshaltigkeit K
T
21
5.2.5
Lärmminderungsmaßnahmen
21
5.2.6
Geräuschvorbelastung durch andere gewerbliche Emittenten
22
5.2.7
Beurteilungspegel (Zusatzbelastung)
22
5.2.8
Beurteilungspegel (Vor- und Gesamtbelastung)
22
5.2.9
Darstellung der Immissionspegel in Rasterlärmkarten
23
5.3
Bewertung des Spitzenpegels
23
5.4
Verkehrslärm im öffentlichen Verkehrsraum
24
5.5
Bewertung der Ergebnisse
24
5.5.1
Immissionsrichtwerte nach TA Lärm
24
5.5.2
Immissionsrichtwerte für kurzzeitige Geräuschspitzen
24
5.5.3
Bewertung nach Punkt 7.4 der TA Lärm
24
6
Schallschutztechnische Hinweise
25
7
Qualität des schalltechnischen Gutachtens
25
Anhang
23

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„Einzelhandelsstandort Horkaer Straße“ der Stadt Niesly
IDU IT+Umwelt GmbH
Bericht-Nr. S0964-1
21.6.2019
1
Sachverhalt und Gegenstand der Untersuchung
Die Talos Projektentwicklung GmbH
plant eine Erweiterung des Einkaufszentrums „Schauburg“ in
Niesky, Horkaer Straße. Dabei ist eine Vergrößerung der Verkaufsfläche für die bestehenden Märkte
Edeka und Aldi vorgesehen.
Zur Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für das Vorhaben beabsichtigt die Stadt
Niesky die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes
„Einzelhandelsstandort Horkaer
Straße“.
Im Zuge des B-Planverfahrens ist eine schalltechnische Nachweisführung erforderlich. Dabei
sind die Belange des Immissionsschutzes (Lärm) hinsichtlich der Einhaltung bestimmter Immissions-
richtwerte an schutzbedürftigen Bebauungen in der Umgebung zu prüfen. Durch die Anlage, vornehm-
lich aber durch die Kraftfahrzeugbewegungen und Umschlagtätigkeiten auf dem Grundstück, sind Ge-
räusche, welche auf die Umgebung wirken, zu erwarten.
Es werden in dieser Prognose die Schallimmissionen, die auf die schutzbedürftige Umgebung durch
das Einkaufszentrum (Geschäftshaus einschließlich zugehöriger Parkplatzanlage) wirken, bestimmt.
Bei dem Vorhaben handelt es sich um eine gewerbliche Anlage. Somit erfolgt die Beurteilung der Lärm-
belastung des Gewerbelärms nach der Technischen Anleitung Lärm (TA Lärm).
2
Beurteilungs- und Bewertungsgrundlagen
2.1 Gesetze, Vorschriften und Richtlinien
Die Grundlage für diese Schallimmissionsprognose bilden nachfolgend aufgeführte Gesetze, Vorschrif-
ten und Richtlinien:
-
Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche,
Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz - BImSchG) in der Fas-
sung vom 17.05.2013 (letzte Änderung 08.04.2019) BGBI. I S. 432,
-
Sechzehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes 16. BImSchV
Verkehrslärmschutzverordnung
vom
12.
Juni
1990
(zuletzt
geändert
am
18.12.2014)
BGBl. I S. 2269,
-
Sechste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anlei-
tung zum Schutz gegen Lärm - TA Lärm) vom 26.8.1998 (letzte Änderung vom 8.6.2017),
GMBl. 1998 S. 503; BAnz AT 08.06.2017 B5,
-
DIN 1333, Zahlenangaben, Februar 1992,
-
DIN 4109-1, Schallschutz im Hochbau Teil 1: Mindestanforderungen, Januar 2018,
-
DIN 18005 Teil 2, Ausgabe 1991-09, Schallschutz im Städtebau, Lärmkarten - kartenmäßige Dar-
stellung von Schallimmissionen,
-
Beiblatt 1 zu DIN 18005-1, Schallschutz im Städtebau Berechnungsverfahren, Schalltechnische
Orientierungswerte für die städtebauliche Planung, Mai 1987,
-
DIN 45682, Schallimmissionspläne, September 2002,
-
DIN ISO 9613-2, Dämpfung des Schalls bei der Ausbreitung im Freien, Allgemeine Berechnungsver-
fahren, Oktober 1999,
-
Richtlinie für den Lärmschutz an Straßen RLS-90, Forschungsgesellschaft für Straßen- und Ver-
kehrswesen, Ausgabe 1990, berichtigter Nachdruck Februar 1992,
-
Parkplatzlärmstudie - Empfehlungen zur Berechnung von Schallemissionen aus Parkplätzen, Auto-
höfen und Omnibusbahnhöfen sowie von Parkhäusern und Tiefgaragen - 6. überarbeitete Auflage,
Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, Augsburg 2007,
-
BauGB - Baugesetzbuch vom 3. November 2017 (BGBl. I vom 10.11.2017 S. 3634),
-
BauNVO
Baunutzungsverordnung, Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke vom
21. November 2017 (BGBl. I Nr. 75 vom 29.11.2017 S. 3786), Gl.-Nr.: 213-1-2,
-
SächsBO - Sächsische Bauordnung - Sachsen - vom 11. Mai 2016 (letzte Änderung vom
11.12.2018), SächsGVBl. S. 706.

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2.2 Kartenmaterial und Planungsunterlagen zum Bauvorhaben
Für die Bearbeitung des schalltechnischen Gutachtens lagen folgende Unterlagen einschließlich des
Kartenmaterials vor:
-
Luftbild, Fotodokumentation des Vorhabengebietes,
-
Topografische Karte im Maßstab 1:10 000,
- Planzeichnung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes
„Einzelhandelsstandort Horkaer Straße“
im Maßstab 1:500 (Stand 10.1.2019),
-
Vorhaben- und Erschließungsplan im Maßstab 1:500 (Stand 10.1.2019),
- Begründung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan
„Einzelhandelsstandort Horkaer Straße“
(Entwurf, Stand 10.1.2019),
-
Grundriss (Bestandssituation) im Maßstab 1:100 (Stand 7.9.2018),
-
Grundriss (Plansituation) im Maßstab 1:200 (Stand 3.5.2018).
2.3 Sonstige Beurteilungsgrundlagen
Zur Vervollständigung der Beurteilungsgrundlagen fand eine Ortsbesichtigung statt. Diese erstreckte
sich auf das Plangebiet sowie auf die Umgebung. An bestehenden haustechnischen Anlagen wurden
Schallpegelmessungen vorgenommen. Es erfolgten Abstimmungen mit dem Planungsbüro für den Be-
bauungsplan Richter und Kaup (Herrn Grottke).
2.4 Literatur- und Quellenverzeichnis
Folgende Literaturquellen und sonstige fachbezogene Quellen wurden verwendet:
[1] Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie: Technischer Bericht zur Untersuchung der Ge-
räuschemissionen durch Lastkraftwagen auf Betriebsgeländen von Frachtzentren, Auslieferungs-
lagern, Speditionen und Verbrauchermärkten sowie weiterer typischer Geräusche insbesondere
von Verbrauchermärkten, Lärmschutz in Hessen, Heft 3, Wiesbaden, 2005
[2] Hessische Landesanstalt für Umwelt: Technischer Bericht zur Untersuchung der Lkw- und Lade-
geräusche auf Betriebsgeländen von Frachtzentren, Auslieferungslagern und Speditionen, Lärm-
schutz in Hessen Heft 192, Wiesbaden, 1995
[3] Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie: Technischer Bericht zur Untersuchung der Ge-
räuschemissionen von Anlagen zur Abfallbehandlung und
–verwertung
sowie Kläranlagen, Lärm-
schutz in Hessen, Heft 1, Wiesbaden, 2002
[4] Stadt Niesky: Flächennutzungsplan der Stadt Niesky, 20.04.2006
[5] SoundPlan GmbH: SoundPLAN Version 8.1 (letztes Update 17.6.2019) Backnang, 2018
[6] Deutscher Wetterdienst: Windrichtungsverteilung der Wetterstation Görlitz (2007-2016), Potsdam,
2018
https://www.dwd.de/DE/leistungen/cdcftp/cdcftp.html
Zugriff am 25.1.2018.
3
Beschreibung des Untersuchungsraumes
3.1 Standortbeschreibung
Der Standort des Plangebietes
„Einzelhandelsstandort Horkaer Straße“
befindet sich
-
im Freistaat Sachsen,
-
im Landkreis Görlitz,
-
in der Stadt Niesky, Horkaer Straße
-
in der Gemarkung Niesky, Flur 3,
-
auf den Flurstücken 113, 114, 115, 116, 117, 118, 119, 120, 121, 122 und 123.

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Die Lage des Plangebietes, kann durch folgende Koordinaten (UTM Zone 33N) beschrieben werden:
-
Ostwert
487955 - 488096
-
Nordwert
5682347 - 5682493.
Der Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes ist im Zentrum der Stadt Niesky (ehe-
maliger Standort der „Schauburg“)
gelegen. Das Gebiet grenzt im Süden an die Horkaer Strasse, im
Westen an die Bahnhofstrasse, im Osten an den Astrachan (Parkanlage) und im Norden an die Neusä-
richener Straße an. In der näheren Umgebung befinden sich die Oberschule (im Norden), der Platz der
Jugend (im Süden) sowie Wohnbebauung (im Westen und Südosten).
Die Geländehöhe des Plangebietes liegt zwischen 172 und 174 m über NN, wobei das Gelände in Rich-
tung Süden leicht ansteigt. Das Gelände des Untersuchungsgebiets kann Großteils als eben bezeichnet
werden. Lediglich im Bereich der südöstlichen B-Plangrenze sowie innerhalb der Parkanlage Astrachan
sind kleinere anthropogene Geländeunebenheiten zu verzeichnen.
Im Plangebiet sind ein Gebäudekomplex des Einzelhandels mit zugehöriger Parkplatzanlage im Be-
stand. Die miteinander verbundenen Gebäude sine L-förmig entlang der nordöstlichen und südwestli-
chen Grenze des näherungsweise rechteckigen Plangebietes angeordnet. Die Parkplatzanlage nimmt
den südwestlichen Teil des Plangebietes zwischen den Gebäuden ein.
Das Plangebiet wird verkehrstechnisch durch
-
eine Zufahrt von/zur Horkaer Straße,
-
eine Zufahrt von/zur Bahnhofstraße,
-
eine Zufahrt von/zur Neusärichener Straße über Bahnhofstraße
angeschlossen.
Vor Geräuschen zu schützende Räume bzw. Bereiche im Sinne der DIN 4109 sind die Wohn- und
Schlafräume bzw. Büroräume der umliegenden Gebäude sowie Aufenthaltsbereiche im Freien die der
Erholung dienen (Parkanlage Astrachan).
Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich auf das Vorhabengrundstück sowie die in der unmittelbaren
Umgebung befindlichen schutzbedürftigen Bebauungen und Bereiche, die im akustischen Einwirkungs-
bereich des geplanten Vorhabens liegen.
In der Abbildung 1 sind der Vorhabenstandort und seine Umgebung dargestellt.
3.2 Anlagen- und Nutzungsbeschreibung der gewerblichen Anlage
Innerhalb des Plangebietes sind im Bestand
-
ein Verbrauchermarkt (Edeka) mit einer Verkaufsfläche von 1.393 m² mit angeschlossenem Bäcker,
-
ein leerstehender Gebäudebereich,
-
ein Lebensmitteldiscounter (Aldi) mit einer Verkaufsfläche von 836 m²,
-
ein Textilfachmarkt (AWG) mit einer Verkaufsfläche von 854 m²,
-
ein Non-Food-Discounter (Mäc-Geiz) mit einer Verkaufsfläche von 343 m²,
-
ein Schuhfachmarkt (Mayer´s Markenschuhe) mit einer Verkaufsfläche von 277 m²,
-
Parkplatzanlage (Kundenparkplatz) mit 169 Stellplätzen und asphaltierten Fahrgassen.
Nun ist eine Erweiterung des Geschäftshauses vorgesehen. Diese betrifft insbesondere
-
einer Erhöhung der Verkaufsfläche des Verbrauchermarktes (Edeka) auf 1.762 m²,
-
eine Erhöhung der Verkaufsfläche des Lebensmitteldiscounters (Aldi) auf 1.024 m²,
-
die Integration des leerstehenden Gebäudeteils in die Mietfläche des Lebensmitteldiscounters,
-
eine Verringerung der Stellplatzzahl des Parkplatzes auf 147,
Am Gebäude werden entsprechende bauliche Änderungen vorgenommen, die auch zu einer Neuge-
staltung des Lieferbereiches des Lebensmitteldiscounters führen.
Die Betriebsweise (Öffnungszeiten, Liefermodalitäten, haustechnische Anlagen etc.) der einzelnen Ge-
schäfte bleiben unverändert und werden nachfolgend beschrieben.

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-
Verbrauchermarkt (Edeka):
Öffnungszeiten: werktags 7-20 Uhr,
Lieferverkehr: 2-3 Lkw pro Tag, werktags im Zeitraum 6-22 Uhr,
-
im EDEKA integrierter Bäcker:
Öffnungszeiten: werktags 7-20 Uhr, sonn-/feiertags 7-10 Uhr,
Lieferverkehr: 2 Pkw-ähnliche Transporter,
-
Lebensmitteldiscounter (Aldi):
Öffnungszeiten: werktags 7-20 Uhr,
Lieferverkehr: 2 Lkw pro Tag, werktags 6-22 Uhr,
-
Textilfachmarkt (AWG):
Öffnungszeiten: werktags 8.30
20 Uhr,
Lieferverkehr: 1 Lkw pro Woche, 1 Pkw-ähnlicher Transporter pro Tag im Zeitraum 7-20 Uhr,
-
Non-Food-Discounter (Mäc-Geiz):
Öffnungszeiten: werktags 8
20 Uhr,
Lieferverkehr: 3 Lkw pro Woche (dabei maximal 1 Lkw pro Tag) im Zeitraum 7-20 Uhr,
-
Schuhfachmarkt (Mayer´s Markenschuhe):
Öffnungszeiten: werktags 9
18.30 Uhr,
Lieferverkehr: 1 Lkw pro Tag werktags im Zeitraum 7-20 Uhr.
Die Lieferfahrzeuge für Edeka, Aldi und AWG (betrifft den Lkw-Lieferverkehr) erreichen die Ladestellen
über die separate Zufahrt von der Neusärichener Straße aus. Der Pkw-Lieferverkehr von AWG sowie
die Lieferfahrzeuge von Mäc-Geiz und Mayer´s Markenschuhe erreichen die jeweilige Ladestelle von
der Horkaer Straße bzw. der Bahnhofstraße aus über den Parkplatz. Die Lage der Ladestellen sowie
die Fahrwege des Lieferverkehrs sind in der Abbildung 2 dargestellt.
Die haustechnischen Anlagen wie Kälteanlagen, Heizung, Lüftungs- und Klimaanlangen können den
einzelnen Geschäften nur teilweise zugeordnet werden. Bei einer Ortsbesichtigung wurden folgende
Außenschallquellen festgestellt:
-
Lüftungsöffnungen (Zu-/Abluft) an der Westfassade des Verbrauchermarktes (Edeka),
-
Pappcontainer mit Presse im Bereich der Laderampe des Verbrauchermarktes (Edeka),
-
Kühlverflüssiger auf dem Dach der Laderampe des Verbrauchermarktes (Edeka),
-
Lüftungsanlage mit Zu-/Abluftöffnung auf dem Dach des Gebäudes zwischen Edeka und Aldi,
-
Kühlverflüssiger an der Nordfassade der Laderampe des Lebensmitteldiscounters (Aldi),
-
Lüftungsöffnung an der Ostfassade der Laderampe des Lebensmitteldiscounters (Aldi),
-
Klimaanlage an der Ostfassade des Textilfachmarktes (AWG),
-
Klimaanlage an der Ostfassade des Schuhfachmarktes (Mayer´s Markenschuhe),
-
fünf weitere Zu- bzw. Abluftöffnungen auf dem Dach von AWG, Mäc-Geiz und Mayer´s.
Die Lage der haustechnischen Anlagen (Außenschallquellen) ist in der Abbildung 2 dargestellt.
Für die Kundschaft sind zwei Sammelstellen für Einkaufswagen jeweils vor dem Eingang des Verbrau-
chermarktes (Edeka) und des Lebensmitteldiscounters (Aldi) angeordnet. Die Einkaufswagen sind übli-
che Metallkorbwagen. Die Einkaufswagensammelstellen sind überdacht und auf drei Seiten von Wän-
den umschlossen.
4
Schallemissionen
Durch die verschiedenen Vorgänge und Anlagen, welche mit dem Betrieb der Einzelhandelsgeschäfte
und Parkplatzanlage in Verbindung stehen, können Geräusche in die Umgebung abgegeben werden.
Lärmrelevant bei dem bestimmungsgemäßen Betrieb sind:
-
der Parkplatzverkehr durch die Kundschaft auf dem Grundstück einschließlich der Zu- und Abfahrten,
-
das Bewegen von Einkaufswagen einschließlich der Entnahme und des Stapelns dieser Wagen,
-
der Lieferverkehr durch Lkw und Transporter,
-
die Ladetätigkeiten bei den Anlieferungen sowie,
-
verschiedene haustechnische Anlagen (Lüftungs- und Kältetechnik).
Die einzelnen Schallemissionen werden nachfolgend als Einzahlwerte angegeben. Die verwendeten
Frequenzspektren sind dem Anhang zu entnehmen.

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Es wird der Betriebszustand nach der geplanten Erweiterung betrachtet.
4.1 Grundlegende Berechnungsgleichungen zur Ermittlung der Schallemissionen
4.1.1
Ermittlung eines Schallleistungspegels, Mittelwertbildung, Pegeladdition
Die Berechnung des Schallleistungspegels einer Quelle aus dem Schalldruckpegel in einem definierten
Abstand bei freier Schallausbreitung wird über die Gleichung:
L
W
= L
P
+ 10∙log( ∙2∙s
m2
) [dB]
mit:
L
W
Schallleistungspegel der Schallquelle
L
P
Schalldruckpegel der Schallquelle in einem definierten Abstand s
m
s
m
Abstand zwischen Schallquelle und Messpunkt des Schalldruckpegels
ermittelt.
Der energetische Mittelwert aus mehreren Pegelwerten errechnet sich über die Gleichung:
=10∙
[
1
∙∑10
(0,1∙ )
]
[dB]
mit:
L
m
Mittelungspegel (energetischer Mittelwert)
L
i
einzelner Pegelwert für die Mittelung
n…
Anzahl der zu mittelnden einzelnen Pegelwerte.
Die folgende Gleichung zeigt die energetische Addition mehrerer Pegelwerte:
=10∙
[∑10
(0,1∙ )
]
[dB]
mit:
L
res
energetischer Summenwert der zu addierenden Einzelpegel
L
i
einzelner Pegelwert für die Summation.
Aus einem flächenbezogenen Schallleistungspegel L
WA
‘‘
kann der anlagenbezogene Schallleistungspe-
gel L
WA
berechnet werden über:
L
WA
= L
WA
‘‘
+ 10 log (S)
[dB]
mit:
S
Fläche der Schallquelle in m².
4.1.2
Bestimmung der Schallemissionen diskontinuierlicher Schallquellen
Wird ein zeitbezogener Schallleistungspegel L
WA, zeitbez.
über eine Beurteilungszeit T ermittelt und die
Schallquelle mit dem Schallleistungspegel L
WA
ist nur über eine bestimmte Zeit t in der Beurteilungszeit
wirksam, so ist der zeitbezogene Schallleistungspegel nach folgender Gleichung zu berechnen:
,
.
=10∙
[
∙10
(0,1∙
)
]
.
4.1.3
Berechnung der Schallemissionen auf einem ebenerdigen Parkplatz
Die Schallemissionsberechnung eines ebenerdigen Parkplatzes erfolgt nach der Bayerischen Park-
platzlärmstudie in der aktuellen Fassung. Das Berechnungsverfahren wird in einen Normalfall (soge-
nanntes zusammengefasstes Verfahren) und in einen Sonderfall (sogenanntes getrenntes Verfahren)
unterschieden.

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Die Ermittlung des flächenbezogenen Schallleistungspegels L
W’’
des Parkplatzes erfolgt über die empi-
rische Gleichung
L
W’’
= L
W0
+ K
PA
+ K
I
+ K
D
+ K
StrO
+ 10·log (B·N) - 10 log (S/1 m
2
) [dB(A)]
mit:
L
W’’
flächenbezogener Schallleistungspegel aller Vorgänge auf dem Parkplatz (einschließ-
lich Durchfahranteil) [dB(A)]
L
W0
Ausgangsschallleistungspegel für eine Bewegung/h auf einem Parkplatz [63 dB(A)]
K
PA
Zuschlag für die Parkplatzart [dB(A)]
K
I
Zuschlag für die Impulshaltigkeit [dB(A)]
K
D
Schallanteil der durchfahrenden Kfz (Durchfahranteil)
K
D
= 2,5·lg (f
∙ B
-
9) [dB(A)] für (f ∙ B) > 10 Stellplätze
f…
0,11 Stellplätze pro Bezugsgröße [m
2
Netto-Verkaufsfläche] bei Discountern
f…
1 Stellplatz pro Bezugsgröße [Stellplätze] bei sonst. Parkplätzen
K
StrO
Zuschlag für verschiedene Fahrbahnoberflächen [dB(A)]
B…
Bezugsgröße (Stellplätze und Netto-Verkaufsfläche)
n…
Zahl der Stellplätze des gesamten Parkplatzes
N…
Bewegungshäufigkeit [Bewegungen je Bezugsgröße und Stunde]
B·N…
alle Fahrzeugbewegungen je Stunde auf der Parkplatzfläche
S…
Gesamtfläche des Parkplatzes [m
2
].
Beim getrennten Berechnungsverfahren wird die oben angegebene Gleichung ohne die Summanden
K
D
und K
StrO
angewendet.
4.1.4
Bestimmung der Schallemissionen des Pkw-Fahrverkehrs von/zu dem Parkplatz
Sind Zu- und Abfahrtswege von/zu Parkplatzflächen separat zu berücksichtigen, so wird die Schall-
emission gemäß den Hinweisen in der Bayerischen Parkplatzlärmstudie nach der RLS-90 bestimmt und
in einen linienbezogenen bzw. fahrstreckenbezogenen (anlagenbezogenen) Schallleistungspegel um-
gerechnet.
Die Geräusche durch den Verkehr auf den Zu- und Abfahrten zu den Parkplätzen werden als Schall-
emission von Verkehr auf einem Fahrstreifen betrachtet. Diese werden durch den Emissionspegel L
m,E
gekennzeichnet, welcher unter Berücksichtigung der Parameter Verkehrsstärke, Lkw-Anteil, zulässige
Höchstgeschwindigkeit, Art der Straßenoberfläche und Steigung des Verkehrsweges berechnet wird.
Der Mittelungspegel L
m(25)
gilt bei freier Schallabstrahlung in 25 m Abstand von der Fahrbahnachse, für
eine Straßenoberfläche aus nicht geriffeltem Gussasphalt, für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h
sowie einer Steigung und Gefälle kleiner 5 %. Der Mittelungspegel L
m(25)
wird, getrennt für die Beurtei-
lungszeiträume Tag und Nacht, nach der Gleichung:
L
m(25)
= 37,3 + log [M (1 + 0,082 p)] in dB(A)
mit:
M...
mittlere stündliche Verkehrsdichte in Kfz/h,
p...
mittlerer Lkw-Anteil in % des Gesamtverkehrs
berechnet.
Der Emissionspegel L
m,E
ergibt sich zu:
L
m,E
= L
m(25)
+ D
StrO
+ D
V
+ D
Stg
+ D
E
in dB(A)
mit:
D
StrO
...
Korrektur für unterschiedliche Straßenoberflächen,
D
V
...
Korrektur für unterschiedliche zulässige Höchstgeschwindigkeiten,
D
Stg
...
Zuschlag für Steigungen (D
Stg
= 0,6 |g| -3),
D
E
...
Korrektur für Spiegelschallquellen.
Durch die Korrektur D
V
werden von 100 km/h abweichende zulässige Höchstgeschwindigkeiten berück-
sichtigt:

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=
−37,3+10∙
[100+(10
0,1∙
−1)∙
100+8,23∙
]
=27,7+10∙
[1+(0,02∙
)
3
]
=23,1+12,5∙
(
)
=
mit
v
Pkw
...
zulässige Höchstgeschwindigkeit für Pkw, jedoch mindestens 30 km/h und höchs-
tens 130 km/h,
v
Lkw
...
zulässige Höchstgeschwindigkeit für Lkw, jedoch mindestens 30 km/h und höchs-
tens 80 km/h,
L
Pkw
, L
Lkw
... Mittelungspegel L
m(25)
für 1 Pkw/h bzw. 1 Lkw/h.
Die Betrachtung der Zu- und Abfahrten bezieht sich ausschließlich auf die nicht öffentlichen Verkehrs-
flächen.
Für ein Rechenverfahren auf der „sicheren Seite“ wird der längenbezogene Schallleistungs pegel
L
W’, 1 h
aus dem Zu-/Abfahrtsverkehr anhand des Schallemissionspegels L
m, E
nach der RLS-90 mittels
folgendem Zusammenhang berechnet:
L
W’, 1 h
= L
m, E
+ 19 dB(A).
Der fahrstreckenbezogene (anlagenbezogene) Schallleistungspegel L
W, 1 h
ergibt sich über die Glei-
chung
L
W, 1 h
= L
W’, 1 h
+ 10 · log (l/l
0
)
wobei l
0
1 m gesetzt wird. Die Variable l ist die Streckenlänge der Zu-/Abfahrtsstrecke.
4.1.5
Berechnung der Schallemissionen durch die Fahrbewegungen mit Einkaufswagen
Bei der Prognose von Geräuschen von Einkaufswagensammelboxen kann auf einen vereinfachten
Emissionsansatz zurückgegriffen werden [1]. Der auf die Beurteilungszeit bezogene Schallleistungspe-
gel L
WAr
für eine Einkaufswagensammelbox errechnet sich nach der Gleichung:
=
,1ℎ
+ 10 ∙ log⁡(
1ℎ)
mit
L
WAr
auf die Beurteilungszeit bezogener Schallleistungspegel [dB(A)]
L
WA, 1h
zeitlich gemittelter Schallleistungspegel für ein Ereignis pro Stunde [dB(A)]
n…
Anzahl der Ereignisse in der Beurteilungszeit T
r
T
r
Beurteilungszeit [h].
4.1.6
Berechnung der Schallemissionen des Lkw-Fahrverkehrs auf dem Betriebsgrundstück
Der Pegelanteil aus dem Fahrtanteil durch Anlieferverkehr wird als Schallemission von Verkehr auf ei-
nem Fahrstreifen betrachtet. Im Normalfall wird der Emissionspegel nach der Richtlinie für den Lärm-
schutz an Straßen (RLS-90) bestimmt. Dieses Verfahren kann aber nicht ohne weiteres auf den inner-
betrieblichen Fahrzeugverkehr angewendet werden. Auf dem Grundstück findet nicht nur ein frei flie-
ßender Straßenverkehr statt. Der Anteil von Abbrems- und Beschleunigungsvorgängen sowie Rangier-
vorgängen der Fahrzeuge muss ebenfalls berücksichtigt werden.

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Der Emissionsansatz für den Lkw-Lieferverkehr wird nach folgender Gleichung vorgenommen [1]:
=
,1ℎ
+10∙log(
)+10∙
(
1
)−10∙
(
1ℎ
)
mit:
L
WAr
auf die Beurteilungszeit bezogener Schallleistungspegel eines Streckenabschnitts
L
WA
,1h
zeitlich gemittelter Schallleistungspegel für einen Lkw pro Stunde auf einer Strecke
von 1 m,
L
WA
,1h
= 63 dB(A) für Lkw mit einer Leistung
105 kW,
L
WA
,1h
= 62 dB(A) für Lkw mit einer Leistung < 105 kW,
L
WA
,1h
= 50 dB(A) für Pkw und Pkw-ähnliche Kfz mit einer Leistung < 105 kW,
n…
Anzahl der Lkw einer Leistungsklasse in der Beurteilungszeit T
r
l…
Länge eines Streckenabschnittes
T
r
Beurteilungszeit.
Für die Rangiervorgänge des Lkw wird ein mittlerer Schallleistungspegel angesetzt, der 3 - 5 dB(A) über
dem Schallleistungspegel L
WAr
eines Streckenabschnittes liegt.
Bei Fahrstrecken mit einer Steigung von mehr als 7 % sollten die erhöhten Geräuschemissionen beim
Beschleunigen und bei gleichförmiger Geschwindigkeit durch einen Zuschlag von 3 dB(A) berücksichtigt
werden.
4.1.7
Bestimmung der Schallemissionen durch Ladevorgänge
Bei der Prognose von Geräuschen von Umschlagtätigkeiten (Rollgeräusche durch Hubwagen und Roll-
wagen/Rollcontainer auf Lkw-Wagenboden und auf fahrzeugeigene Ladebrücken) kann auf einen ver-
einfachten Emissionsansatz zurückgegriffen werden [2]. Der auf die Beurteilungszeit bezogene Schall-
leistungspegel L
WAr
für die Umschlagtätigkeiten errechnet sich nach der Gleichung:
=
,1ℎ
+10∙
( )−10∙
(
1ℎ)
mit:
L
WAr
auf die Beurteilungszeit bezogener Schallleistungspegel [dB(A)]
L
WA, 1h
zeitlich gemittelter Schallleistungspegel für ein Ereignis pro Stunde [dB(A)]
n…
Anzahl der Ereignisse in der Beurteilungszeit T
r
T
r
Beurteilungszeit [h].
Zur Quantifizierung der Geräusche bei den Umschlagvorgängen wird zusätzlich folgender Emissions-
ansatz aus [1] abgeleitet (Geräusche bei Fahrbewegungen mittels beladenen/unbeladenen Paletten-
hubwagen/Rollcontainer über längere Fahrwege):
,1ℎ
=
+ 10 ∙ log⁡(
3600)
mit:
L
WAT, 1h
Schallleistungspegel auf eine Stunde bezogen [dB(A)]
L
WAT
Schallleistungspegel (Taktmaximalpegelverfahren) bei einem bestimmten Vorgang
[dB(A)]
T
E
Einwirkzeit [h].
4.2 Ermittlung von Emissionskennwerten durch Schallpegelmessungen
Für die Ermittlung der Emissionskennwerte der bestehenden haustechnischen Anlagen am Geschäfts-
gebäude erfolgten am 6.6.2019 Schallpegelmessungen an den zugänglichen Anlagen.

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4.2.1
Messbedingungen
Die Messungen wurden im Bereich der Emissionsquellen vorgenommen. Die Messzeit betrug bei den
einzelnen Messungen zwischen 30 s und 1 min. Bei den gemessenen Geräuschen handelte es sich
zumeist um gleichmäßige Geräusche.
Durch die kurze Messzeit konnten Hintergrundgeräusche (Verkehr auf der Parkplatzanlage und umlie-
genden Straßen) weitgehend ausgeblendet werden.
Die meteorologischen Bedingungen hatten bei den Emissionsmessungen im unmittelbaren Bereich der
Schallquelle keinen Einfluss.
4.2.2
Messgeräte
Für die Messungen wurden folgende Messgeräte (MG) verwendet:
-
XL2 Akustik und Audio Analysator mit Messmikrofon M2230 (Genauigkeitsklasse 1 nach
IEC 61672) der Firma Schalltechnik SÜD & NORD GmbH,
-
CAL1 Präzisions-Kalibrator, Schalldruck-Kalibrator der Firma Schalltechnik SÜD & NORD GmbH
(94 dB(A), 1000 Hz),
des Weiteren
-
entsprechende Schallanalyse-Software für das Messgerät.
Das Messgerät wurde vor der Messung kalibriert. Die nach der Messung erfolgte Kontrolle der Kalibrie-
rung zeigte keine Veränderung.
4.2.3
Messpunkte und Messergebnisse
Die Lage der Messpunkte zu den einzelnen Schallquellen ist in der Tabelle 1 angegeben.
An den Messpunkten wurden der A-bewertete mittlere Schalldruckpegel (L
AFeq
) und im Fall der Papp-
presse der Mittelungspegel nach dem Taktmaximalverfahren im 5-Sekundentakt (L
AFTm5
), welcher die
Impulshaltigkeit der Geräusche berücksichtigt, aufgenommen. Ferner wurde aus den Messergebnissen
und dem Messabstand der Schallleistungspegel L
WA
der jeweiligen Quelle ermittelt. Die Messergebnisse
sind in der nachfolgenden Tabelle 1 dargestellt.
Die gemessenen Pegel wurden frequenzselektiv (in Terzen) aufgenommen. Auf eine Darstellung der
Frequenzspektren wird an dieser Stelle verzichtet.
Tabelle 1:
Ergebnisse der Schallpegelmessungen
Schallquelle
Lage der Quelle
Abstand Quelle-Messpunkt;
Bemerkung
Pegelart L
AFeq
[dB(A)]
L
AFTm5
[dB(A)]
L
WA
[dB(A)]
Kühlverflüssiger
Edeka
Dach der Edeka Lade-
rampe
auditiv wahrnehmbar jedoch
aufgrund von Hintergrundge-
räuschen nicht messbar
-
-
-
-
Lüftungsöffnung zur
Bahnhofstraße
West-Giebel EDEKA
1 m Abstand
L
p
60,7
-
68,7
Betrieb Papppresse
Container EDEKA
1 m Abstand
ungleichmäßiges Geräusch
L
p
68,9
76,7
Betrieb Papppresse
Container EDEKA
L
p
71,2
80,4
77,8
Betrieb Papppresse
Container EDEKA
L
p
69,1
79,0
Kühlverflüssiger
Nord-Fassade der ALDI-
Laderampe
1 m Abstand
L
p
58,8
-
66,8
Abluftöffnung
Ost-Fassade der ALDI-
Laderampe
2,44 m Abstand
L
p
53,1
-
68,8
Außengerät Klimaan-
lage
Ost-Fassade AWG
1 m Abstand, 1 von 3 Aggre-
gaten in Betrieb
L
p
60,0
-
68,0
Außengerät Klimaan-
lage
Ost-Fassade Mayer´s
1 m Abstand, 1 von 2 Aggre-
gaten in Betrieb
L
p
59,1
-
67,1
Zu- bzw. Abluftöffnun-
gen auf dem Dach
Dach von AWG, Mäc-
Geiz und Mayer´s
nicht zugänglich, auditiv nicht
wahrnehmbar
-
-
-
-

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4.3 Geräusche durch den Kundenverkehr auf der Parkplatzanlage
Ein Großteil des Plangebietes (südwestlichen Bereich) wird durch eine Parkplatzanlage (im Planzustand
147 Stellplätze) eingenommen. Über eine Zufahrt an die Bahnhofstraße und eine Zufahrt an die Horkaer
Straße ist der Parkplatz verkehrstechnisch angebunden. Die Fahrgassen sind mit Asphalt befestigt.
Die Stellplätze werden durch die Kunden der im Plangebiet angesiedelten Einzelhandelsgeschäfte ge-
nutzt. Die Nutzungszeit begrenzt sich somit auf die Öffnungszeiten der Einzelhandelsgeschäfte (maxi-
mal 7-20 Uhr).
Die Fahrzeugfrequentierung auf dem Parkplatz kann aus der Nettoverkaufsfläche der Einzelhandelsge-
schäfte und einer für die verschiedenen Geschäftstypen in der Bayerischen Parkplatzlärmstudie ange-
gebenen Bewegungszahl (angegeben als Bewegungen pro Quadratmeter Nettoverkaufsfläche und
Stunde) abgeschätzt werden. Bei diesem Ansatz bleiben jedoch Synergieeffekte (Kunden besuchen
mehrere der angrenzenden Einzelhandelsgeschäfte und verursachen dabei nur einen Parkplatzwech-
sel) unberücksichtigt. Um diesen Synergieeffekten Rechnung zu tragen, werden für die Abschätzung
der Fahrzeugfrequentierung auf dem Parkplatz lediglich die beiden kundenstärksten Einzelhandelsge-
schäfte (Edeka und Aldi) berücksichtigt. Demnach ergibt sich folgende Fahrzeugfrequentierung auf dem
Parkplatz:
-
für den Verbrauchermarkt Edeka:
0,10 Bewegungen pro Quadratmeter Nettoverkaufsfläche und Stunde bezogen auf 6-22 Uhr,
bezogen auf Öffnungszeiten 7-20 Uhr ergeben sich 0,123 Bewegungen pro Quadratmeter Netto-
verkaufsfläche und Stunde,
1.762 m² Nettoverkaufsfläche (konservativ, inklusive Kassenzone, Packbereich und Bäcker),
ergibt 2.819 Fahrbewegungen pro Tag,
-
für den Lebensmitteldiscounter Aldi:
0,17 Bewegungen pro Quadratmeter Nettoverkaufsfläche und Stunde bezogen auf 6-22 Uhr,
bezogen auf Öffnungszeiten 7-20 Uhr ergeben sich 0,209 Bewegungen pro Quadratmeter Netto-
verkaufsfläche und Stunde,
1.204 m² Nettoverkaufsfläche (konservativ, inklusive Kassenzone und Packbereich),
ergibt 3.275 Fahrbewegungen pro Tag,
Eine Fahrbewegung stellt dabei die Ankunft oder Abfahrt eines Pkw dar. Für die Zuschläge K
PA
und K
I
werden die Werte der Parkplatzlärmstudie verwendet. Es werden die Werte von Parkplätzen an Ein-
kaufszentren (Standard-Einkaufswagen auf Asphalt) entnommen. Demnach sind die Geräusche der
Fahrbewegungen der Einkaufswagen im Bereich der Parkplätze in dem Emissionspegel des Parkplat-
zes enthalten. Der Zuschlag K
StrO
entfällt bei Parkplätzen an Einkaufsmärkten mit Asphaltdecke oder
mit Betonsteinen gepflasterter Oberfläche.
Die Tabelle 2 weist die Ausgangsdaten und den Emissionspegel der gesamten Parkplatzanlage aus.
Für die Berechnung wird das zusammengefasste Berechnungsverfahren der Parkplatzlärmstudie ver-
wendet.
Tabelle 2:
Ausgangsdaten und Emissionspegel des Kundenparkplatzes
Schallquelle
Bezugszeitraum
L
W0
[dB(A)]
K
PA
[dB]
K
I
[dB]
K
StrO
[dB]
f
[SP/m
2
∙NVF]
K
D
[dB]
N
[Bew./m²∙NVF]
B
[m²∙NVF]
L
W
[dB(A)]
Kundenverkehr des
Verbrauchermarktes
(Edeka)
7-20 Uhr
63
3
4
0
0,07
5,2
0,123
1.762
98,5
Kundenverkehr des
Discounters (Aldi)
7-20 Uhr
63
3
4
0
0,11
5,2
0,209
1.204
99,2
Berechnungsgleichungen siehe Punkt 4.1.3
Der Pegelanteil aus dem Fahrverkehr auf den Parkplatzzufahrten wird, wie im Punkt 4.1.4 aufgeführt,
gemäß den Angaben der Parkplatzlärmstudie und der RLS-90 bestimmt. Die Anzahl der Fahrbewegun-
gen ergibt sich aus der Frequentierung des Parkplatzes.
Es wird von einer Gleichverteilung des Fahrverkehrs auf die beiden Zufahrten (Bahnhofstraße, Horkaer
Straße) ausgegangen.

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Die Ausgangs- und Emissionsdaten der Parkplatzzufahrten sind in Tabelle 3 zusammengefasst. Bei
dem Korrekturwert für die Fahrbahnoberfläche wird von einer mit Asphalt befestigten Fahrbahnoberflä-
che ausgegangen.
Die Lage der Zufahrtsstrecken zum Parkplatz ist in der Abbildung 2 dargestellt. Die Fahrstrecken weisen
keine Steigung/Gefälle > 5 % auf.
Tabelle 3:
Ausgangs- und Emissionsdaten der Fahrstrecken von/zum Parkplatz
Fahrstrecke
M
[Kfz/h]
p
[%]
D
V
[dB(A)]
D
StrO
[dB(A)]
D
Stg
[dB(A)]
L
m
(25)
[dB(A)]
L
m,E
[dB(A)]
L
w’
[dB(A)]
Parkplatzzufahrt Bahnhofstr.
7-20 Uhr
3.047,0
0,0
-8,8
0,0
0,0
72,1
65,4
84,4
Parkplatzzufahrt Horkaer Str.
7-20 Uhr
3.047,0
0,0
-8,8
0,0
0,0
72,1
65,4
84,4
Berechnungsgleichungen und Parameterbezeichnung siehe Punkt 4.1.4
4.4 Geräusche durch die Fahrbewegungen mit Einkaufswagen
Auf dem Anlagengrundstück treten neben dem Parkplatzverkehr Geräusche durch das Fahren mit Ein-
kaufswagen auf. Diese Geräusche können, abhängig von der Beschaffenheit der Fahrbahnoberfläche,
einen wesentlichen Anteil am Immissionspegel in der Umgebung ausmachen. Ebenso spielen die beim
Ein- und Ausstapeln von Einkaufswagen in die Sammelboxen auftretenden Geräusche eine Rolle.
Der Geräuschanteil, der durch das Fahren der Einkaufswagen auf dem Parkplatz auftritt, ist bereits beim
Parkplatzverkehr berücksichtigt (siehe Punkt 4.3). Im Zuschlag für die Parkplatzart werden diese Ge-
räusche zahlenmäßig ausgedrückt.
Der Schallleistungs-Mittelungspegel L
WA, 1h
für ein Ereignis (Ein- oder Ausstapeln von Einkaufswagen in
die Sammelbox) wird mit 72 dB(A) angegeben [1].
Die Einkaufswagensammelboxen sind bzw. werden jeweils vor dem Eingang des Verbrauchermarktes
Edeka und des Lebensmitteldiscounters Aldi angeordnet (siehe Abbildung 2). Aus der Parkplatzfrequen-
tierung (jeweiliger Anteil des Verbrauchermarktes und des Discounters) kann die Anzahl der Ereignisse
an den Sammelboxen abgeleitet werden. Es wird aus konservativer Sicht davon ausgegangen, dass
eine Kfz-Bewegung (Ankunft oder Abfahrt) auf dem Parkplatz einem Ereignis an einer Sammelbox ent-
spricht. Innerhalb der 13-stündigen Ladenöffnungszeiten (7-20 Uhr) werden
-
an der Sammelbox des Verbrauchermarktes 2.819 und
-
an der Sammelbox des Lebensmitteldiscounters Aldi 3.275
solcher Ereignisse prognostiziert.
In der Tabelle 4 sind die weiteren Ausgangs- und Emissionsdaten zusammengefasst.
Tabelle 4:
Ausgangs- und Emissionsdaten für das Ein-/Ausstapeln von Einkaufswagen
L
WA, 1h
[dB(A)]
Ereignisse n
in der Beurtei-
lungszeit
T
r
[h]
L
WAr
[dB(A)]
Ein-/Ausstapeln von Einkaufwagen
Edeka
werktags 7-20 Uhr
72
2.819
13
95,4
Ein-/Ausstapeln von Einkaufwagen
Aldi
werktags 7-20 Uhr
72
3.275
13
96,0
Berechnungsgleichungen und Parameterbezeichnungen siehe Punkt 4.1.5

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4.5 Geräusche durch den Lieferverkehr
Die Belieferung der einzelnen Einzelhandelsgeschäfte erfolgt mit unterschiedlichen Fahrzeugen
(Pkw-ähnliche Transporter, Lkw unterschiedlicher Größe und Typs). Die Anzahl der Lieferfahrzeuge so-
wie die Lieferzeiten wurden von dem jeweiligen Betreiber angegeben (siehe Punkt 3.2).
Die Lieferfahrzeuge des Verbrauchermarktes (Edeka), des Lebensmitteldiscounters (Aldi) und des Tex-
tilfachmarktes (AWG; betrifft nur Lkw-Verkehr) erreichen und verlassen das Plangebiet von der Bahn-
hofstraße aus über die Neusärichener Straße und fahren die jeweilige Ladestelle (Nordostfassade für
Edeka und Aldi, Südostfassade für AWG) an. Die Lieferfahrzeuge des Non-Food-Discounters (Mäc-
Geiz) und des Schuhfachmarktes (Mayer´s Markenschuhe) erreichen und verlassen die Ladestellen
über den Kundenparkplatz (von/zur Bahnhofstraße bzw. Horkaer Straße).
Die Ermittlung der Schallemissionen durch die Fahrbewegungen der Lieferfahrzeuge auf dem Betriebs-
grundstück erfolgt nach dem im Punkt 4.1.6 beschriebenen Verfahren. Die Ausgangs- und Emissions-
daten des Fahrzeugverkehrs sind in der Tabelle 5 zusammengefasst.
Tabelle 5:
Ausgangsdaten und Emissionsdaten des Lkw-Lieferverkehrs
Lkw-Fahrzeuge
(Lieferzeitraum)
Anzahl
L
WA
,1h
[dB(A)]
l
[m]
T
r
[dB(A)]
L
WAr
[dB(A)]
Lkw-Lieferverkehr (EDEKA)
(6-7 Uhr)
1
63
227
1
86,6
Lkw-Lieferverkehr (EDEKA)
(7-20 Uhr)
2
63
227
13,0
78,4
Lkw-Lieferverkehr (ALDI)
(6-7 Uhr)
1
63
122
1
83,8
Lkw-Lieferverkehr (ALDI)
(7-20 Uhr)
1
63
122
13,0
72,7
Lkw-Lieferverkehr (AWG)
(7-20 Uhr)
1
63
360
13,0
77,4
Transporter-Lieferverkehr (AWG)
(7-20 Uhr)
1
50
125
13,0
59,8
Lkw-Lieferverkehr (Mäc-Geiz)
(7-20 Uhr)
1
63
125
13,0
72,8
Lkw-Lieferverkehr (Mayers)
(7-20 Uhr)
1
63
125
13,0
72,8
Transporter-Lieferverkehr (Bäcker)
(6-7 Uhr)
1
50
125
1,0
71,0
Transporter-Lieferverkehr (Bäcker)
(7-20 Uhr)
1
50
125
13,0
59,8
Berechnungsgleichungen und Parameterbezeichnungen siehe Punkt 4.1.6
Im Bereich der Ladestelle sind Rangiervorgänge der Lkw-Lieferfahrzeuge zu erwarten. Für Streckenab-
schnitte mit Rangiervorgängen ist ein Zuschlag von 3 - 5 dB(A) zu vergeben. In der vorliegenden Prog-
nose wird der niedrigere Wert von 3 dB als Rangierzuschlag herangezogen, da der Zuschlag für die
gesamte Fahrstrecke der Lkw berücksichtigt wird. Für die Transporter wird nicht von relevanten Ran-
giervorgängen ausgegangen (ausreichende Platzverhältnisse im Bereich des Parkplatzes, kein Erfor-
dernis zum Wenden da zwei Zufahrten vorhanden).
Geräusche der fahrzeugeigenen Kältetechnik spielen bei modernen Fahrzeugen mittlerweile gegenüber
den Fahr- und Rangiergeräuschen nur noch eine untergeordnete Rolle. Dennoch werden für die Be-
rücksichtigung von eventuell vorhandenen Kühlaggregaten an den Lieferfahrzeuge des Verbraucher-
marktes (Edeka) und des Lebensmitteldiscounters (Aldi) im Bereich der Warenanlieferung folgende An-
sätze getroffen:
-
Kühlaggregat im Bereich der Anlieferung in einer Höhe von 3,0 m mit einem Schallleistungspegel
von L
WAeq
= 95 dB(A),
-
keine impuls- und tonhaltigen Geräusche,
-
jeweils zwei der Lieferfahrzeuge des Verbrauchermarktes und des Lebensmitteldiscounters sind mit
fahrzeugeigenen Kühlaggregaten ausgestattet
-
Einwirkzeit von 15 min je Fahrzeug bezogen auf den Tagzeitraum 6-22 Uhr.

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4.6 Geräusche durch Ladevorgänge
Das Be-/Entladen der Lkws erfolgt von Hand. Für die Bewegungen der Hubwagen/Rollcontainer wurden
repräsentative Werte aus [1] entnommen. Dort wurden stundenbezogene Schallleistungspegel von
-
L
WAT
= 94 dB(A)
Handhubwagen/Rollwagen-Bewegung unbeladen
Bewegung über Asphalt,
-
L
WAT
= 86 dB(A)
Handhubwagen/Rollwagen-Bewegung beladen
Bewegung über Asphalt
ermittelt. Die Impulshaltigkeit der auftretenden Geräusche bei den Ladetätigkeiten ist bereits in dem
Schallleistungspegel berücksichtigt.
Die Zahl solcher o.g. Ereignisse pro Kfz wird bei den Ladetätigkeiten wie folgt abgeschätzt:
-
10 Ereignisse bei Lkw-Lieferfahrzeugen des Verbrauchermarktes (Edeka) und des Lebensmitteldis-
counters (Aldi) (je unbeladen und beladen),
-
5 Ereignisse bei Lkw-Lieferfahrzeugen des Textilfachmarktes (AWG), des Non-Food-Discounters
(Mäc-Geiz) und des Schuhfachmarktes (Mayer´s) (je unbeladen und beladen),
-
keine Be-/Entladung von Transportern mittels Hub-/Rollwagen,
-
Fahrstrecke 10 m.
In der Tabelle 6 sind die Ausgangsdaten und die Schallleistungspegel bei den Umschlagvorgängen an-
gegeben. Das betrifft zunächst nur die Emissionsquelle der Hubwagen-Bewegungen.
Tabelle 6:
Schallleistungspegel der Hub-/Rollwagenbewegungen bei Ladevorgängen
Zeitraum
L
WAT, 1h
[dB(A)]
n
T
r
[h]
Zeit je Vorgang
[s/n]
t
[s]
L
WAT
[dB(A)]
Ladestelle Verbrauchermarkt (Edeka)
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen beladen
6-7 Uhr
86 10
1
21,4
214
73,7
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen unbeladen
6-7 Uhr
94 10
1
7,1
71
77,0
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen gesamt
6-7 Uhr
78,7
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen beladen
7-20 Uhr
86 20
13
21,4
429
65,6
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen unbeladen
7-20 Uhr
94 20
13
7,1
143
68,8
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen gesamt
7-20 Uhr
70,5
Ladestelle Lebensmitteldiscounter (Aldi)
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen beladen
6-7 Uhr
86 10
1
21,4
214
73,7
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen unbeladen
6-7 Uhr
94 10
1
7,1
71
77,0
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen gesamt
6-7 Uhr
78,7
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen beladen
7-20 Uhr
86 10
13
21,4
214
62,6
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen unbeladen
7-20 Uhr
94 10
13
7,1
71
65,8
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen gesamt
7-20 Uhr
67,5
Ladestelle Textilfachmarkt (AWG)
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen beladen
7-20 Uhr
86 5
13
21,4
107
59,6
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen unbeladen
7-20 Uhr
94 5
13
7,1
36
62,8
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen gesamt
7-20 Uhr
64,5
Ladestelle Non-Food-Discounter (Mäc-Geiz)
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen beladen
7-20 Uhr
86 5
13
21,4
107
59,6
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen unbeladen
7-20 Uhr
94 5
13
7,1
36
62,8
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen gesamt
7-20 Uhr
64,5
Ladestelle Schuhfachmarkt (Mayer´s)
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen beladen
7-20 Uhr
86 5
13
21,4
107
59,6
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen unbeladen
7-20 Uhr
94 5
13
7,1
36
62,8
Rollgeräusch Hub-/Rollwagen gesamt
7-20 Uhr
64,5
Berechnungsgleichungen und Parameter siehe Punkt 4.1.7
Zusätzlich treten im Außenbereich weitere zu beachtende Geräusche durch zwei Emissionsvorgänge
auf.
-
das Überfahren der Rollcontainer und
–wagen
über die Überladerampe des Lkws (L
WA,1h
= 78 dB(A)
[2]) sowie
-
das Befahren der Rollcontainer und
–wagen
auf dem Lkw-Wagenboden (L
WA,1h
= 75 dB(A) [2]).
Das betrifft nur die Lkw bei der Belieferung des Verbrauchermarktes (Edeka) und des Lebensmitteldis-
counters (Aldi).

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Die Tabelle 7 stellt weitere Ausgangs- und Emissionsdaten der Umschlagvorgänge zusammen. Die Zahl
der Vorgänge ergibt sich aus der täglichen Transportfrequenz.
Tabelle 7:
Ausgangs- und Emissionsdaten der Vorgänge an der Laderampe des Verbrauchermarktes
und des Lebensmitteldiscounters
Schallquellen
Anzahl
pro Lkw
Zeitraum
L
WA,1h
[dB(A)]
Anzahl
Vorgänge
pro Tag
T
r
[h]
L
WAr
[dB(A)]
L
WAr,ges
[dB(A)]
K
I
[dB(A)
Laderampe Verbrauchermarkt (Edeka)
Hubwagen über Ladebordwand
5
6-7 Uhr
88,0
5
1
95,0
95,8
3
Rollcontainer
über
Ladebord-
wand
5
6-7 Uhr
78,0
5
1
85,0
3
Wagenboden
20
6-7 Uhr
75,0
10
1
85,0
3
Hubwagen über Ladebordwand
5
7-20 Uhr
88,0
10
13
86,9
87,7
3
Rollcontainer
über
Ladebord-
wand
5
7-20 Uhr
78,0
10
13
76,9
3
Wagenboden
20
7-20 Uhr
75,0
20
13
76,9
3
Laderampe Lebensmitteldiscounter (Aldi)
Hubwagen über Ladebordwand
5
6-7 Uhr
88,0
5
1
95,0
95,8
3
Rollcontainer
über
Ladebord-
wand
5
6-7 Uhr
78,0
5
1
85,0
3
Wagenboden
20
6-7 Uhr
75,0
10
1
85,0
3
Hubwagen über Ladebordwand
5
7-20 Uhr
88,0
5
13
83,9
84,6
3
Rollcontainer
über
Ladebord-
wand
5
7-20 Uhr
78,0
5
13
73,9
3
Wagenboden
20
7-20 Uhr
75,0
10
13
73,9
3
Berechnungsgleichungen und Parameterbezeichnung siehe Punkt 4.1.7
4.7 Geräusche durch die haustechnischen Anlagen des Geschäftsgebäudes
Weitere Geräuschquellen treten durch haustechnische Anlagen des Geschäftsgebäudes auf. Dazu ge-
hören die haustechnischen Anlagen, wie Lüftungs-, Heizungs- und Klimatechnik. Die Emissionskenn-
werte wurden messtechnisch ermittelt bzw. bei Quellen, die im Rahmen der Ortsbesichtigung nicht zu-
gänglich waren, abgeschätzt.
Die Emissionsdaten der haustechnischen Anlagen sind in der Tabelle 8 zusammengestellt. Die mess-
technisch ermittelten Schallleistungspegel wurden für eine Betrachtung auf der sicheren Seite aufge-
rundet.
Tabelle 8:
Emissionskennwerte der haustechnischen Anlagen
Schallquelle
Betriebszeit
L
WA
[dB(A)]
K
I
[dB(A)]
Quelle
Kühlverflüssiger (Tischkühler) Edeka
durchgehend
77
0
[3]
Lüftungsöffnung zur Bahnhofstraße
durchgehend
69
0
[Messung]
Betrieb Papppresse (Edeka)
30 min in
6-22 Uhr
80
7
[Messung]
Betrieb Papppresse (Aldi)
30 min in
6-22 Uhr
80
7
[Messung]
Kühlverflüssiger Aldi
durchgehend
67
0
[Messung]
Abluftöffnung Ostfassade Aldi-Laderampe durchgehend
69
0
[Messung]
Außengerät Klimaanlage
durchgehend
73
0
[Messung]
Außengerät Klimaanlage
durchgehend
71
0
[Messung]
7 Zu- bzw. Abluftöffnungen auf dem Dach
durchgehend
je 75
0
Annahme

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4.8 Kurzzeitige Geräuschspitzen
Bei dem Betrieb des Geschäftshauses mit Parkplatzanlage sind durch die Vorgänge auf dem Parkplatz
und an den Ladestellen kurzzeitige Geräuschspitzen zu erwarten, die speziell durch folgende Vorgänge
beschrieben werden:
-
Transport mittels Hubwagen [1]:
L
WAFmax
= 102,0 dB(A),
-
Kofferraumschließen an Pkw [Parkplatzlärmstudie]:
L
WAFmax
=
99,5 dB(A),
-
beschleunigte Abfahrt eines Lkw [Parkplatzlärmstudie]:
L
WAFmax
= 104,5 dB(A),
-
Stapeln von Einkaufswagen [1]:
L
WAFmax
= 106,0 dB(A),
-
Bremssystem Lkw [1]:
L
WAFmax
= 108,0 dB(A).
Die genannten kurzzeitigen Geräuschspitzen treten ausschließlich in der Tagzeit auf. Nachts gehen von
dem Plangebiet keine Spitzenpegel aus.
4.9 Emissionen durch den anlagenbezogenen Fahrverkehr auf den umliegenden öffentlichen Stra-
ßen
Durch das Vorhaben sind die Horkaer Straße, die Bahnhofstraße und die Neusärichener Straße betrof-
fen.
Bei dem Vorhaben handelt es sich um einer Erweiterung bestehender Einzelhandelsgeschäfte. Auf-
grund der geplanten Vergrößerung der Verkaufsfläche ist theoretisch mit einem Anstieg der Kundenzahl
und damit des Ziel- und Quellverkehrs zu rechnen. Die Verkaufsfläche des Verbrauchermarktes (Edeka)
wird um ca. 26 % die des Lebensmitteldiscounters (Aldi) um ca. 44 % erhöht. Die übrigen Einzelhan-
delsgeschäfte bleiben von der Änderung unberührt. Auch die Öffnungszeiten und die Liefermodalitäten
ändern sich nicht.
Auf eine detaillierte Betrachtung der Schallemissionen durch den Ziel- und Quellverkehr im öffentlichen
Verkehrsraum wird aufgrund der geringfügigen Änderung verzichtet (siehe Punkt 5.4).
4.10 Vorbelastung durch weitere gewerbliche Anlagen im Untersuchungsgebiet
In der Umgebung des Vorhabenstandortes sind folgende gewerbliche Nutzungen existent:
-
Platz der Jugend: südlich der Horkaer Straße,
dienstags und donnerstags 8.30
17.00 Uhr: Wochenmarkt,
außer dienstags und donnerstags öffentlicher Parkplatz mit ca. 125 Parkplätzen,
-
Polizeidirektion Niesky: Hermann-Klenke-Straße 2,
-
Arztpraxen: Horkaer Straße 15 und Am Markt 1,
-
Blumenladen: Rothenburger Straße 4a.
Bei den genannten gewerblichen Nutzungen handelt es sich überwiegend um nicht lärmrelevante Tä-
tigkeiten. Lediglich von der Nutzung des Platzes der Jugend können Schallemissionen ausgehen, die
an einigen für das Vorhaben maßgeblichen Immissionsorten signifikante Schallimmissionen verursa-
chen. Auf eine detaillierte Untersuchung der Vorbelastung wird verzichtet (siehe Punkt 5.2.6 bis 5.2.8).
Weitere als die angegebenen gewerblichen Nutzungen sind in der unmittelbaren Umgebung des Plan-
gebietes bzw. der Immissionsorte nicht bekannt bzw. wurden bei der Ortsbesichtigung nicht festgestellt.

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Schallimmissionen außerhalb von Gebäuden
5.1 Immissionsrichtwerte, maßgebliche Immissionsorte
5.1.1
Immissionsrichtwerte nach TA Lärm
In der Tabelle 9 sind die Immissionsrichtwerte der TA Lärm angegebenen. Sie werden nach Baugebie-
ten gemäß Baunutzungsverordnung (BauNVO) und nach Einwirkungen tags und nachts gegliedert. Die
Immissionsrichtwerte beziehen sich auf folgende Zeiten:
-
tags
06.00 bis 22.00 Uhr,
-
nachts
lauteste Stunde innerhalb 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr.
Tabelle 9:
Immissionsrichtwerte nach TA Lärm
Gebietseinstufung
Richtwert tags
[dB(A)]
Richtwert nachts
[dB(A)]
Industriegebiete (GI)
70
70
Gewerbegebiete (GE)
65
50
Mischgebiete, Dorfgebiete und Kerngebiete (MI/MK)
60
45
urbane Gebiete (MU)
63
45
allgemeine Wohngebiete und Kleinsiedlungsgebiete (WA/WS)
55
40
reine Wohngebiete (WR)
50
35
Kurgebiete, Krankenhäuser, Pflegeanstalten (SOK)
45
35
Die Immissionsrichtwerte gelten während des Tages für eine Beurteilungszeit von 16 Stunden. Maßge-
bend für die Beurteilung der Nacht ist die volle Nachtstunde mit dem höchsten Beurteilungspegel, zu
dem die zu beurteilende Anlage relevant beiträgt.
5.1.2
Maßgebliche Immissionsorte
Die betrachteten maßgeblichen Immissionsorte befinden sich in der unmittelbaren Umgebung des Plan-
gebietes. Dabei werden die nächstliegenden Fenster von schutzwürdigen Räumen und Bereiche gemäß
DIN 4109 (z.B. Wohn- und Schlafräume, Büroräume und gleichwertig schutzbedürftige Räume bzw. Be-
reiche) betrachtet. Es handelt sich dabei um Wohn- und Bürogebäude in der Umgebung sowie die Park-
anlage Astrachan. Die für das Vorhaben maßgeblichen Immissionsorte sind in der Tabelle 10 zusam-
mengestellt.
Für das Untersuchungsgebiet (Vorhabenstandort und schutzbedürftige Nutzungen im akustischen Ein-
wirkungsbereich des Vorhabens) existieren keine Bebauungspläne. Im Flächennutzungsplan der Stadt
Niesky [4] ist die Umgebung des Plangebietes als
-
Wohnbaufläche (betrifft den Bereich nordwestlich des Plangebietes entlang der Gerichtsstraße),
-
Mischgebiet (betrifft einen Bereich westlich des Plangebietes nördlich der Horkaer Straße und west-
lich der Bahnhofstraße),
-
Fläche für Gemeinbedarf (betrifft das Gelände der Oberschule nördlich und den Platz der Jugend
südlich des Plangebietes) und
-
Grünfläche (Parkanlage Astrachan östlich des Plangebietes)
ausgewiesen.
Die TA Lärm besagt, dass Flächen, für die in Bebauungsplänen keine Baugebiete entsprechend der
BauNVO festgelegt sind, die Immissionsrichtwerte entsprechend der tatsächlichen Nutzung zuzuordnen
sind. Bei der Gebietseinstufung wird nicht grundstücksfein vorgegangen. Die Gebietseinstufung im Un-
tersuchungsgebiet wird anhand der tatsächlichen Nutzung vorgenommen. Dabei wird den Wohnbauflä-
chen sowie der Parkanlage Astrachan und der Oberschule die Gebietseinstufung Allgemeines Wohn-
gebiet zugewiesen. Die übrigen Bereiche werden einem Mischgebiet zugeordnet.

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Tabelle 10: Maßgebliche Immissionsorte
Immissionsort
Ost-/Nordwert
Gebietsein-
stufung
Geschoss-
zahl
Anordnung von schutzbedürfti-
gen Räumen / Nutzung
IO 1: Am Markt 1
487928 / 5682352
MI
3
Nordfassade, Arztpraxis,
evtl. Wohnen
IO 2: Gerichtsstraße 24
487957 / 5682498
WA
4
Ostfassade, Wohngebäude
IO 3: Gerichtsstraße 27
487975 / 5682523
WA
4
Ostfassade, Wohngebäude
IO 4: Hermann-Klenke-Straße 2 488040 / 5682279
MI
3
Nordfassade, Polizeidienststelle
IO 5: Horkaer Straße 15
487934 / 5682431
MI
3
Ostfassade, Arztpraxis,
evtl. Wohnen
IO 6: Pestalozzistraße 24
488120 / 5682489
(SOS) WA
3
Südfassade, Schule
IO 7: Rosenstraße 1
488104 / 5682247
WA
4
Westfassade, Wohngebäude
IO 8: Rothenburger Straße 4
488144 / 5682290
WA
3
Nordfassade
IO 9: Astrachan
488071 / 5682382
(EP) WA
-
3 m Abstand zur Grundstücks-
grenze, 1,6 m Höhe über Grund
MI…
Mischgebiet,
WA…
Allgemeines Wohngebiet
SOS…
Sondergebiet Schule,
EP…
Parkanlage
in Klammern angegeben… tatsächliche Nutzung/Gebietseinstufung ohne Zuordnung eines Immissionsrichtwertes entsprechend
TA Lärm, es werden die Immissionsrichtwerte eines WA angenommen
An den Außenfassaden der bestehenden schutzbedürftigen Gebäude (nächstliegendes Fenster zur An-
lage) befinden sich die Immissionsorte IO 1 bis IO 10, an denen der Beurteilungspegel in den einzelnen
Stockwerken ermittelt wurde.
In der Abbildung 1 ist die Lage der betrachteten Immissionsorte dargestellt.
5.2 Berechnung des Beurteilungspegels
5.2.1
Berechnungsgrundlage
Die Schallimmissionsberechnungen wurden mit dem Schallimmissions-Programm
„SoundPLAN“
[5]
durchgeführt. Die Ausbreitungsberechnung wird gemäß der TA Lärm nach der Richtlinie
DIN ISO 9613-2 vorgenommen. Für die Modellierung werden die Schallquellen und die Ausbreitungs-
geometrie definiert.
Für diese Emissionsquellen wird bei der Berechnung des Bodeneffektes (A
gr
) die entsprechende Bo-
denstruktur berücksichtigt. Die Beschaffenheit der Bodenoberfläche wird wie folgt beschrieben:
-
G = 0 (harter Boden, Asphalt, Beton, Pflaster) - das betrifft alle Verkehrswege außerhalb des Vorha-
bengrundstückes (Straßenflächen, Parkplätze, Fußwege etc.),
-
G = 0,25 (harter Boden, Asphalt, Beton, Pflaster jedoch strukturiert durch parkende Autos)
das
betrifft den Parkplatz auf dem Vorhabengrundstück,
-
G = 0,5 (gemischte Bodenstruktur)
das betrifft die bebauten Grundstücke mit teilweise befestigten
Flächen,
-
G = 1 (Böden auf denen auch Bewuchs existiert oder möglich ist) - das betrifft alle umliegenden
unbebauten Bereiche (Porosität durch Grünanteil).
Die Dämpfungswirkungen von Abschirmungen (z.B. Gebäude) A
bar
werden gemäß Punkt 7.4 der
DIN ISO 9613-2 vorgenommen. Der Effekt der Beugung der Schallwellen über eine Beugungskante
ergibt sich aus Gleichung 12 der DIN ISO 9613-2. Eine seitliche Beugung wird gemäß der Gleichung 13
ermittelt. Die betrachteten Fassaden der Immissionsorte sind den Emissionsquellen zugewandt.
Zusätzliche Dämpfungsarten A
misc
, wie z.B. der Dämpfungseffekt des Bewuchses (A
fol
), sind nicht vor-
handen. Vereinzeltes Busch- und Baumwerk zeigt generell keine schallseitigen Dämpfungswirkungen.
Die meteorologische Korrektur beschreibt die Dämpfung des Schalls durch meteorologische Einflüsse,
wie Wind und Temperatur, über ein Jahr. Diese zusätzliche Dämpfung wird aber erst in größeren Ent-
fernungen wirksam. Die meteorologische Korrektur findet nur Anwendung, wenn die Entfernung zwi-
schen Quelle und Immissionsort mindestens das Zehnfache der Summe der Quellenhöhe und Immissi-
onsorthöhe beträgt. Für den Anlagenstandort liegen keine meteorologischen Daten vor. Ersatzweise

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werden Daten der Wetterstation Görlitz [6] hinsichtlich der zu erwartenden Windrichtungen und
-geschwindigkeiten berücksichtigt. Der Faktor C
0
, der von den örtlichen Wetterstatistiken abhängt, wird
in diesem Fall durch die entsprechenden Windverteilungen ermittelt.
Die Berechnung des A-bewerteten Mittelungspegels L
AFm
erfolgt durch Addition der Schalldruckpegel
L
AFm,i
, welche an den maßgeblichen Immissionsorten von den einzelnen Schallquellen i verursacht wer-
den. Als abgestrahlte Schallleistung der Schallquellen wurden die in dem Punkt 4 angegebenen Schall-
emissionen angesetzt.
Der Beurteilungspegel L
r
resultiert aus dem Mittelungspegel der Geräuschquellen und bestimmten Zu-
schlägen (siehe nächstfolgende Punkte). Die an den Immissionsorten einzuhaltenden Immissionskon-
tingente und Immissionsrichtwerte beziehen sich auf den Beurteilungspegel.
5.2.2
Betriebszeiten der Anlage
Das Geschäftsgebäude wird werktags von 6-22 Uhr betrieben. Dabei finden Öffnungszeiten ausschließ-
lich im Zeitraum 7-20 Uhr statt. Liefervorgänge können jedoch auch zwischen 6 und 7 bzw. 20 und 22
Uhr abgewickelt werden. An Sonn- und Feiertagen ist ausschließlich der Bäcker (zwischen 7 und
10 Uhr) geöffnet. Alle anderen Geschäfte bleiben geschlossen.
Nachts sind lediglich die haustechnischen Anlagen in Betrieb.
5.2.3
Zuschlag für Tageszeiten mit erhöhter Empfindlichkeit K
R
Die Umgebung des Plangebietes wird als allgemeines Wohngebiet bzw. Mischgebiet eingestuft.
Für allgemeine Wohngebiete ist gemäß der TA Lärm der Zuschlag K
R
in der Höhe von 6 dB(A) für fol-
gende Tageszeiten zu berücksichtigen:
-
werktags von 6.00 Uhr bis 7.00 Uhr und von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr,
-
sonntags von 6.00 Uhr bis 9.00 Uhr, 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr und von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr.
Für die Immissionsorte IO 6 (Schule) und IO 9 (Parkanlage) werden keine Ruhezeitzuschläge berück-
sichtigt.
In Mischgebieten sind keine Ruhezeitzuschläge anzuwenden.
5.2.4
Zuschlag für Impulshaltigkeit K
I
bzw. Ton- und Informationshaltigkeit K
T
Bei der Bestimmung der Emissionen soll bei impulshaltigen Geräuschen der mittlere Taktmaximalpegel
im 5-Sekunden-Takt zur Anwendung gebracht werden oder es ist ein Zuschlag K
I
für die Impulshaltig-
keiten der Geräusche zu vergeben. Bei den im Punkt 4 genannten Emissionsdaten sind die Impulshal-
tigkeiten der prognostizierten Geräusche bereits berücksichtigt. Die haustechnischen Anlagen weisen
keine impulshaltigen Geräusche auf. Es werden keine ton- oder informationshaltigen Geräusche erwar-
tet (K
T
= 0).
5.2.5
Lärmminderungsmaßnahmen
Spezielle Lärmminderungsmaßnahmen sind für das Vorhaben nicht erforderlich. Die Betriebsweise der
Einzelhandelsgeschäfte (Öffnungszeiten, Anzahl und Zeitraum der Liefervorgänge) sollten beibehalten
werden. Im Punkt 6 sind die entsprechenden Parameter des Betriebsregimes nochmals zusammenge-
fasst.

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5.2.6
Geräuschvorbelastung durch andere gewerbliche Emittenten
Die umliegenden gewerblichen Nutzungen sind im Punkt 4.10 aufgeführt. Die Vorbelastungsbetrachtung
beschränkt sich auf die Immissionsorte mit einer relevanten Immissionszusatzbelastung entsprechend
TA Lärm. Dabei wird eine verbale Abschätzung vorgenommen.
5.2.7
Beurteilungspegel (Zusatzbelastung)
Bei der Berechnung des Beurteilungspegels der Immissionszusatzbelastung wurden die in den Punk-
ten 4.3 - 4.7 genannten Emissionsansätze zugrunde gelegt. Der Beurteilungspegel wird für einen Werk-
tag ermittelt. An Sonn- und Feiertagen ist lediglich der Bäcker (in den Morgen bzw. Vormittagsstunden)
geöffnet. Gegenüber dem Betrieb an einem Werktag fallen die durch den Bäcker und dessen Kunden-
verkehr verursachten Schallemissionen geringfügig aus.
Die Ergebnisse der Berechnung sind für die einzelnen Immissionsorte in der Tabelle 11 für das ungüns-
tigste Stockwerk zusammengestellt. Der Anhang enthält die Ergebnislisten der Berechnungen für alle
Stockwerke einschließlich der Schallpegelanteile der einzelnen Schallquellen.
Tabelle 11: Beurteilungspegel für die einzelnen Immissionsorte am ungünstigsten Stockwerk
Immissionsort
Immissionsrichtwert nach TA-Lärm
Beurteilungspegel
IRW
tags
dB(A)
IRW
nachts
dB(A)
L
r,tags
dB(A)
L
r,nachts
dB(A)
IO 1: Am Markt 1
60
45
52,4
28,2
IO 2: Gerichtsstraße 24
55
40
53,6
35,4
IO 3: Gerichtsstraße 27
55
40
54,3
37,4
IO 4: Hermann-Klenke-Straße 2
60
45
47,8
30,6
IO 5: Horkaer Straße 15
60
45
57,6
30,6
IO 6: Pestalozzistraße 24
55
55
47,5
35,3
IO 7: Rosenstraße 1
55
40
42,9
28,9
IO 8: Rothenburger Straße 4
55
40
40,7
29,6
IO 9: Astrachan
55
55
49,3
48,9
IRW... Immissionsrichtwert
L
r
Beurteilungspegel
grün hinterlegt…
Beurteilungspegel unterschreitet den Immissionsrichtwert um mindestens 6 dB(A), Irrelevanzgrenze der
TA Lärm wird eingehalten
5.2.8
Beurteilungspegel (Vor- und Gesamtbelastung)
Für Immissionsorte an denen die Zusatzbelastung durch das geplante Vorhaben im Sinne der TA Lärm
irrelevant ist (Beurteilungspegel unterschreitet den Immissionsrichtwert um mindestens 6 dB) kann auf
eine Berücksichtigung der Vorbelastung verzichtet werden. An den Immissionsorten IO 2 und 3 (Ge-
richtsstraße 24 und 27), sowie IO 5 (Horkaer Straße 15) tritt in mindestens einer Beurteilungszeit eine
relevante Zusatzbelastung auf.
Die einzigen Nutzungen, die dem Gewerbelärm zuzuordnen sind und die gegebenenfalls signifikante
Schallquellen aufweisen, sind der Wochenmarkt und die Parkplatznutzung auf dem Platz der Jugend.
Aufgrund des Abstandes der mit einer relevanten Zusatzbelastung beaufschlagten Immissionsorte zum
Platz der Jugend von mehr als 70 m, ist an diesen Immissionsorten nicht mit einer signifikanten Vorbe-
lastung durch die Nutzungen auf dem Platz der Jugend zu rechnen.
Somit entspricht die Gesamtbelastung an den Immissionsorten IO 2, IO 3 und IO 5 der Zusatzbelastung.
Der Immissionsrichtwert wird eingehalten.

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5.2.9
Darstellung der Immissionspegel in Rasterlärmkarten
Schallimmissionspläne stellen die Verteilung der Geräuschimmissionen in einem Untersuchungsgebiet
dar. Konkret werden die Schallimmissionen des Gewerbelärms durch das geplante Vorhaben flächen-
haft in Rasterlärmkarten abgebildet (bestimmungsgemäßer Betriebszustand Immissionszusatzbelas-
tung).
Dabei wird separat die Summe der Immissionen tags (6 - 22 Uhr) und nachts (ungünstigste Stunde im
Zeitraum 22-6 Uhr) dargestellt. Die Pegelklassierungen in 5 dB(A)-Abstufungen lehnen sich an die Farb-
skalen nach DIN 18005 Teil 2. Die Schallimmissionen werden in einer Höhe von 4 m über der Gelände-
oberkante berechnet. Das äquidistante Raster der Berechnungspunkte beträgt 2 m x 2 m.
Folgende Immissionspegel werden dargestellt:
-
Abbildung 3: Beurteilungspegel der Zusatzbelastung in der Tagzeit,
-
Abbildung 4: Beurteilungspegel der Zusatzbelastung in der Nachtzeit.
Aus den Rasterlärmkarten in den Abbildungen 3 und 4 sind teilweise höhere Immissionspegel an den
bestehenden Gebäuden zu entnehmen als die bei der Berechnung an den einzelnen Immissionsorten
ermittelten Beurteilungspegel. Es ist zu beachten, dass bei der Rasterberechnung die Reflexionsanteile
der Gebäude selbst in die Beurteilungspegel einfließen. Dabei treten örtlich um 3 dB(A) höhere Werte
gegenüber den Summenwerten der Immissionen der einzelnen ausgewiesenen Immissionsorte an der
Gebäudewand (keine Reflexion durch das Gebäude selbst) auf. Für eine Bewertung der Immissionen
am Gebäude ist der Reflexionsanteil nicht relevant. Auch der in den Rasterlärmkarten im Bereich der
Parkanlage dargestellte Beurteilungspegel kann von dem Wert der Einzelpunktberechnung abweichen.
Ursache ist hier die unterschiedliche Höhe der Berechnungspunkte.
5.3 Bewertung des Spitzenpegels
Einzelne kurzzeitige Geräuschspitzen L
AFmax
des Schalldruckpegels L
AF
(t) dürfen die Immissionsricht-
werte am Tag um nicht mehr als 30 dB(A) und in der Nacht um nicht mehr als 20 dB(A) überschreiten.
Die Emissionswerte der kurzzeitigen Geräuschspitzen sind im Punkt 4.8 aufgeführt und werden für die
Ermittlung des Spitzenpegels verwendet (höchste anzunehmende Werte im Bereich der Immissions-
orte). Bei der Ermittlung der Spitzenpegel an den maßgeblichen Immissionsorten werden die möglichen
kurzzeitig hohen Geräusche durch das Entlüften des Bremssystems der Lkw, durch das Kofferraum-
schließen der Pkw, durch das Einstapeln von Einkaufswagen in die Einkaufswagensammelbox und
durch die Ladetätigkeiten untersucht.
Die Tabelle 12 zeigt die Immissionsrichtwerte für kurzzeitige Geräuschspitzen sowie die maximal zu
erwartenden Spitzenschalldruckpegel L
AFmax
des Schalldruckpegels L
AF
(t) an den Immissionsorten für
den Tagzeitraum. In der Nachtzeit gehen von dem Plangebiet keine relevanten Schallimmissionen aus.
Tabelle 12: Spitzenschalldruckpegel L
AFmax
des Schalldruckpegels L
AF
(t)
Immissionsort
Bezeichnung
des Vorgangs
IRW
tags
L
AFmax, tags
[dB(A)]
[dB(A)]
IO 1: Am Markt 1
Entlüften des Bremssystems
an Lkw
90
60,7
IO 2: Gerichtsstraße 24
85
66,4
IO 3: Gerichtsstraße 27
85
67,6
IO 4: Hermann-Klenke-Straße 2
90
60,0
IO 5: Horkaer Straße 15
90
66,4
IO 6: Pestalozzistraße 24
85
67,0
IO 7: Rosenstraße 1
85
56,8
IO 8: Rothenburger Straße 4
85
56,4
IO 9: Astrachan
85
70,6
IRW…
Immissionsrichtwert für kurzzeitige Geräuschspitzen,
L
AFmax
Spitzenschalldruckpegel

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5.4 Verkehrslärm im öffentlichen Verkehrsraum
Die Auswirkungen des anlagenbezogenen Fahrverkehrs auf öffentlichen Straßen unterliegen nach
TA Lärm einer zusätzlichen Beurteilung. Dieser Verkehr wird dem Anlagenbetrieb nicht direkt zugeord-
net. Nach Punkt 7.4 der TA Lärm sollen Geräusche des An- und Abfahrverkehrs soweit wie möglich
vermindert werden, wenn:
-
sie den Beurteilungspegel der Verkehrsgeräusche für den Tag oder die Nacht rechnerisch um min-
destens 3 dB(A) erhöhen,
-
keine Vermischung mit dem übrigen Verkehr erfolgt ist und
-
die Immissionsgrenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) erstmals oder weiter-
gehend überschritten werden.
Die Beurteilungszeiträume bei der Verkehrslärmschutzverordnung liegen gegenüber der TA Lärm tags
bei 16 Stunden und nachts bei 8 Stunden. Es wird nicht die ungünstigste Nachtstunde beurteilt.
Durch den Ziel- und Quellverkehr des Plangebietes sind unmittelbar die Horkaer Straße, die Bahnhof-
straße und die Neusärichener Straße betroffen. Eine Verdopplung des Verkehrsaufkommens auf diesen
Straßen durch die geplante Erweiterung des Verbrauchermarktes und des Lebensmitteldiscounters
kann ausgeschlossen werden (siehe Punkt 4.9).
Somit ist nicht mit einer Erhöhung des Beurteilungspegels der Verkehrslärmgeräusche entlang der be-
troffenen Straßen zu rechnen.
Das Vorhabengrundstück ist optimal an den öffentlichen Verkehrsraum angeschlossen. Organisatori-
sche Maßnahmen im Sinne des Punktes 7.4 der TA Lärm sind nicht erforderlich.
5.5 Bewertung der Ergebnisse
5.5.1
Immissionsrichtwerte nach TA Lärm
Der Beurteilungspegel der Zusatz- bzw. Gesamtbelastung durch die gewerblichen Nutzungen im B-
Plangebiet
„Einzelhandelsstandort Horkaer Straße“
hält den Immissionsrichtwert an allen maßgeblichen
Immissionsorten sowohl in der Tag- als auch in der Nachtzeit ein.
An den meisten Immissionsorten unterschreitet der Beurteilungspegel in beiden Beurteilungszeiten
(tags, nachts) den Immissionsrichtwert um mindestens 6 dB(A). An diesen Immissionsorten ist damit die
Irrelevanzgrenze der TA Lärm eingehalten. Eine Berücksichtigung der Vorbelastung durch andere ge-
werbliche Anlagen ist dort nicht erforderlich.
Lediglich an den Immissionsorten IO 2 und IO 3 (Gerichtsstraße 24 und 27) sowie IO 5 (Horkaer
Straße 15) treten tags und/oder nachts relevante jedoch nicht schädliche Schallimmissionen auf. Der
Beurteilungspegel schöpft dabei den Immissionsrichtwert am Immissionsort IO 3 tags nahezu aus. An
den übrigen genannten Immissionsorten wird der Immissionsrichtwert um 1 bis 5 dB unterschritten.
Eine Überschreitung des Immissionsrichtwertes aufgrund der Vorbelastung ist an den Immissionsorten
IO 2 sowie IO 3 und IO 5 nicht zu erwarten.
5.5.2
Immissionsrichtwerte für kurzzeitige Geräuschspitzen
Der Spitzenpegel L
AFmax
unterschreitet an den maßgeblichen Immissionsorten den dafür geltenden Im-
missionsrichtwert in der Beurteilungszeit tags. Nachts treten im Plangebiet keine Spitzenpegel auf.
5.5.3
Bewertung nach Punkt 7.4 der TA Lärm
Das Vorhabenrundstück ist verkehrstechnisch optimal an den öffentlichen Verkehrsraum angeschlos-
sen. Organisatorische Maßnahmen im Sinne des Punktes 7.4. der TA Lärm sind nicht erforderlich.

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Schallschutztechnische Hinweise
Spezielle Lärmminderungsmaßnahmen sind nach der geplanten Erweiterung des Verbrauchermarktes
und des Lebensmitteldiscounters nicht erforderlich. Bei dem Betrieb der Einzelhandelsgeschäfte sollte
das bisherige Betriebsregime beibehalten werden. Insbesondere sollten folgende Punkte beachtet wer-
den:
-
Öffnungszeiten der Einzelhandelsgeschäfte an werktagen maximal 7-20 Uhr,
-
Öffnungszeiten des Bäckers an Sonn-/Feiertagen 7 bis 10 Uhr,
-
Lieferverkehr:
Verbrauchermarkt (Edeka): maximal 3 Lkw pro Tag, werktags im Zeitraum 6-22 Uhr davon maxi-
mal 1 Lkw innerhalb der Ruhezeiten (6-7 Uhr bzw. 20-22 Uhr),
im EDEKA integrierter Bäcker: 2 Pkw-ähnliche Transporter pro Tag davon maximal 1 Lkw inner-
halb der Ruhezeiten (6-7 Uhr bzw. 20-22 Uhr),
Lebensmitteldiscounter (Aldi): maximal 2 Lkw pro Tag, werktags 6-22 Uhr davon maximal 1 Lkw
innerhalb der Ruhezeiten (6-7 Uhr bzw. 20-22 Uhr),
Textilfachmarkt (AWG): 1 Lkw pro Tag und 1 Pkw-ähnlicher Transporter pro Tag im Zeitraum
7-20 Uhr,
Non-Food-Discounter (Mäc-Geiz): 1 Lkw pro Tag im Zeitraum 7-20 Uhr,
Schuhfachmarkt (Mayer´s Markenschuhe): 1 Lkw pro Tag werktags im Zeitraum 7-20 Uhr.
-
Befestigung der Fahrgassen des Parkplatzes wie im Bestand mit Asphalt,
-
einzelne haustechnische Anlagen sollten, sofern Änderungen erfolgen, einen Schallleistungspegel
von 75 dB(A) nicht überschreiten.
7
Qualität des schalltechnischen Gutachtens
Nach Punkt A.2.6 der TA Lärm ist auf die Qualität des schalltechnischen Gutachtens einzugehen.
Die Prognoseunsicherheit ergibt sich aus den Eingangsparametern, hauptsächlich durch die Prognose
der Emissionsdaten. Die Emissionsdaten sind von Literaturangaben, Messwerten sowie Erfahrungswer-
ten abgeleitet. Insgesamt handelt es sich bei der Prognose um eine konservative Auslegung. Das betrifft
die Anzahl der zu erwartenden Kunden (Fahrverkehr und Parkvorgänge auf der Parkplatzanlage), die
Geräusche an der Einkaufswagensammelstelle und die Anzahl der Lieferfahrzeuge.
Weitere, die Qualität der Prognose beeinflussende Faktoren sind:
a) Luftabsorption für Frequenzbänder/500 Hz-Mittenpegel
Die Schallprognose nach DIN ISO 9613-2 erlaubt unterschiedliche Berechnungsverfahren bezüglich der
Luftabsorption. Die Luftabsorption kann für die einzelnen Frequenzbänder eines breitbandigen Geräu-
sches ermittelt werden oder sie kann für den 500-Hz-Mittenpegel berechnet werden. Die Berechnung
für Frequenzbänder liefert exaktere Berechnungsergebnisse.
b) Verwendung des alternativen Verfahrens zur Bodendämpfung
Die DIN ISO 9613-2 erlaubt zwei verschiedene Verfahren zur Ermittlung der Bodendämpfung, das Stan-
dardverfahren und das alternative Verfahren, wobei letztgenanntes als konservative Annahme zu wer-
ten ist. Bei den Emissionsquellen mit einem bekannten Frequenzverlauf wurde auf das Standardverfah-
ren zurückgegriffen.

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c) Berechnung des Faktors c
0
für die meteorologische Korrektur
Für den Faktor c
0
zur Ermittlung des meteorologischen Korrekturfaktors c
met
werden Windrichtungsver-
teilungen und -geschwindigkeiten Wetterstation Görlitz [6] verwendet. Insgesamt ergibt sich dadurch
eine präzisere Berechnung der Beurteilungspegel als mit vorgegebenen Standardwerten für C
0
nach
DIN ISO 9613-2.

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Anhang
Abbildungen
Abbildung 1
Lage des Plangebietes einschließlich der unmittelbaren Umgebung,
Lage der maßgeblichen Immissionsorte
Seite 25
Abbildung 2
Übersicht über das B-Plangebiet
„Einzelhandelsstandort Horlaer
Straße“
mit Emissionsquellenplan der Einzelhandelsgeschäfte im Plan-
gebiet
Seite 26
Abbildung 3
Darstellung der Berechnungsergebnisse:
Beurteilungspegelkarte der Zusatzbelastung tags
Seite 27
Abbildung 4
Darstellung der Berechnungsergebnisse:
Beurteilungspegelkarte der Zusatzbelastung nachts
Seite 28
Protokolldateien der Ausbreitungsberechnung
Emissionsdatenbank
Darstellung der geometrischen Daten und Emissionsparameter, fre-
quenzselektive Emissionsdaten aller Schallquellen
Seite 29
Emissionsdatenbank
Darstellung der zeitbezogenen Emissionsparameter aller Schallquellen
Seite 29
Ergebnisliste
Beurteilungspegel und Spitzenpegel an allen Stockwerken der Immis-
sionsorte
Seite 30
Ergebnisliste
Schallpegelanteile einzelner Schallquellengruppen an den ungünstigen
Stockwerken der Immissionsorte
Seite 31-32
LEGENDE:
X... Lagekoordinate der Schallquelle (Ostwert)
Y... Lagekoordinate der Schallquelle (Nordwert)
Z... Lagekoordinate der Schallquelle (Höhe über NN)
N…
Norden
S…
Süden
W…
Westen
O…
Osten
l oder S... Längenmaß oder Flächenmaß der Schallquelle
TG... Tagesgangbezeichnung
Li... Innenraumpegel
R’w...
bewertetes Schalldämm-Maß
Lw... Schallleistungspegel
L‘w...
linien-/flächenbezogener Schallleistungspegel
KI…
Impulszuschlag/Zuschlag für Rangiertätigkeiten
KT…
Tonzuschlag
KO-Wand…
Zuschlag für gerichtete Abstrahlung durch Wände
RW…
Immissionsrichtwert
RW,
max…
Immissionsrichtwert für kurzzeitige Geräuschspitzen
LrT... Beurteilungspegel tags
LrT,max…
Spitzenpegel tags
LrN...
Beurteilungspegel nachts
LrN,max…
Spitzenpegel nachts

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