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JÜDISCHES
SACHSEN
Leben in
הינוסקסב םיידוהיה םייחה
Akteur:innen und Projekte zum Festjahr
1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
ינָאסקַאס ןיא ןבעל שידיי

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In Kooperation mit dem Beauftragten
der Sächsischen Staatsregierung für das Jüdische Leben

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Akteur:innen und Projekte zum
Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben
in Deutschland
Jüdisches
Leben in
Sachsen

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© 2021 Netzwerk Jüdisches Leben e. V.
Postfach 10 02 50, 04002 Leipzig
Telefon +49 341 58155898
Fax +49 341 92790857
info@netzwerk-juedisches-leben.org
https://www.netzwerk-juedisches-leben.org
Redaktion: Federico J. Antonelli, Dr. Nora Pester
Korrektorat: Franziska Menzel
Gestaltung: Michaela Weber |
www.michaela-weber.com
1. Auflage 2021
Redaktionsschluss: Februar 2021
Alle Rechte vorbehalten
Printed in Germany
Alle Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Änderungen vorbehalten.
Projekte, Veranstaltungen und aktuelle Termine im Rahmen des Festjahres „1700 Jahre jüdisches
Leben in Deutschland“ unter
www.2021jlid.de.
Aktuelle Informationen auf der Website des Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung
für das Jüdische Leben.
In den vergangenen Jahren ist das Genderbewusstein erfreulich gewachsen. Wir haben es aber
den Beiträgerinnen und Beiträgern, den Akteurinnen und Akteuren dieser Broschüre selbst über-
lassen, ob und in welcher Form sie eine geschlechtergerechte Sprache verwenden möchten.
Der Verein „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e. V.“ koordiniert
und gestaltet das bundesweite Festjahr unter
www.2021JLID.de.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der
Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.
In Kooperation mit dem Beauftragten der Sächsischen Staats-
regierung für das Jüdische Leben.

Inhalt
Grusswort vom Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen
Michael Kretschmer
4
Grusswort vom Kultusminister des Freistaates Sachsen
Christian Piwarz
5
Grusswort vom Beauftragten der Sächsischen
Staatsregierung für das Jüdische Leben Dr. Thomas Feist
6
Grusswort vom Landesverband Sachsen der Jüdischen
Gemeinden K.d.ö.R. Dr. Nora Goldenbogen
7
Kalender
74
Das jüdische Jahr – Glossar
94
Jüdische Gemeinde Chemnitz K.d.ö.R.
32
Eine kurze Geschichte der Juden in Sachsen
10
Jüdische Gemeinde zu Dresden K.d.ö.R.
34
Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig K.d.ö.R.
36
Vorwort
8
Vereine / Institutionen
38
Jüdische Geschichte in der Stadt- und Landesgeschichte
72

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4
Liebe Leserin,
lieber Leser!
Seit mindestens 1700 Jahren leben nach-
weislich Juden am Rhein. Das feiern wir in
Deutschland in diesem Jahr. Das Jubiläum
macht zugleich neugierig: Seit wann gibt es
jüdisches Leben in Sachsen und wie sieht es
heute aus? Juden leben seit dem Mittelalter in
Sachsen. Volles Bürgerrecht erhielten sie aber
erst im 19. Jahrhundert. Damit blühte das jü-
dische Leben auf, wurden in Dresden, Leip-
zig und Chemnitz Gemeinden gegründet und
Synagogen gebaut. Viele Juden leisteten damals einen bedeutenden Beitrag zur Ent-
wicklung Sachsens, in Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Politik.
Zur Geschichte des jüdischen Lebens in Sachsen gehört entsetzlicherweise auch die
Shoah: Adolf Hitlers Gefolgsleute brachten fast alle jüdischen Sachsen um. Und es ge-
hört wunderbarerweise auch zu dieser Geschichte, dass die wenigen Überlebenden
1945 wieder jüdische Gemeinden gründeten. Daraus spricht ein großes Vertrauen in
die Lernfähigkeit der nichtjüdischen Deutschen: dass sie lernen würden, ihren Mit-
menschen fortan als Gleiche zu begegnen und in Vielfalt zu leben. Das ist überwiegend
gelungen. Es sind neue Synagogen errichtet worden, es gibt Tage der jüdischen Kul-
tur in den großen Städten, und jüdische Religion wird in Sachsens Großstädten an
den Schulen unterrichtet. Das jüdische Leben gehört selbstverständlich zum Freistaat
Sachsen dazu.
Aber: Immer noch sehen sich unsere jüdischen Bürger Anfeindungen von Antisemiten
ausgesetzt, von Schmähungen bis hin zum Mordversuch. Sie empfinden es auch zu
Recht als Herabsetzung und gefährliche Geschichtsklitterung, wenn sich Gegner der
Corona-Pandemie-Maßnahmen und der Impfungen mit den Opfern der Shoah ver-
gleichen. All das dulden wir nicht!
Neben dem Schutz des jüdischen Lebens in Sachsen ist uns auch seine Förderung
wichtig. Darum kümmert sich Dr. Thomas Feist, unser Beauftragter für das Jüdische
Leben in Sachsen. Wie facettenreich und faszinierend es ist, darüber informiert diese
Broschüre. Ich wünsche eine ertragreiche Lektüre.
Schalom!
Michael Kretschmer
Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

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5
Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens
in Sachsen werden in diesem Jahr in beson-
derer Weise sichtbar und erlebbar. Im Rahmen
des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben
in Deutschland“ lädt ein attraktives Kultur-
programm zu spannenden Begegnungen und
Einblicken in die Vielfalt jüdischer Kultur ein.
Unser Wertekanon fußt auf der christlichen
und jüdischen Kultur. Über Jahrhunderte
haben deutsche Juden die Entwicklungen in Wissenschaft und Kultur, Wirtschaft,
Politik und Gesellschaft mitgeprägt. Auch Sachsens vielfältige Kulturlandschaft pro-
fitierte von der Schaffenskraft jüdischer Künstlerinnen und Künstler. Das Wissen um
diese gemeinsamen Wurzeln und die düsteren Epochen der Ausgrenzung, wieder-
holter Pogrome an den Juden und der Shoah wird an den sächsischen Schulen
fächerübergreifend vermittelt. Kinder und Jugendliche sollen von Anfang an die Uni-
versalität und Unteilbarkeit der Grund- und Menschenrechte als historisch ge-
wachsene Werte begreifen. Werte, die nie in Frage gestellt werden dürfen.
Große Anerkennung verdient deshalb die Vielzahl engagierter Menschen in Vereinen
und Institutionen, die das jüdische Leben in unserem Land lebendig halten und das
Wirken jüdischer Persönlichkeiten aufarbeiten. Über die außergewöhnliche Beitrags-
vielfalt an geplanten Konzerten, Vorträgen, Führungen und Festivals anlässlich dieses
Jubiläumsjahres freue ich mich daher ganz besonders.
Der Freistaat Sachsen kooperiert mit dem Verein „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben
in Deutschland“, damit die vielen sächsischen Initiativen und Ideen eine möglichst
große Wirkung entfalten. Auch über das Festjahr hinaus wollen wir das Verständ-
nis um die Bedeutung des Judentums – gestern wie heute – stärken und dieses
noch mehr im öffentlichen Bewusstsein verankern. Denn die stärksten Kräfte gegen
Rassismus und Antisemitismus entfalten Aufklärung, Wissen und Haltung.
Christian Piwarz
Sächsischer Staatsminister für Kultus

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6
1700 Jahre jüdisches
Leben in Deutschland –
Sachsen feiert mit
Das Festjahr ist eine gute Gelegenheit, dank-
bar zu sein. Dankbar für den wichtigen und
nicht zu unterschätzenden Beitrag jüdischer
Sachsen für die Entwicklung unseres Frei-
staates.
Oft waren es jüdische Wissenschaftler, Künst-
ler und Unternehmer, die sich um das Ge-
meinwesen Sachsens verdient gemacht haben – Verdienste, die bis heute sicht- und
greifbar sind. Es ist ein Grund zum Feiern, dass es heute wieder ein pulsierendes jü-
disches Leben in Sachsen gibt und dass eine Vielzahl von Vereinen, Initiativen und
Einzelpersonen dieses neue Gedeihen tatkräftig und kreativ unterstützt. Viele dieser
Aktiven aus unserem Netzwerk „Jüdisches Leben in Sachsen“ tragen mit besonderen
Veranstaltungen zum Gelingen des Festjahres bei. Dies zu unterstützen und den Dia-
log zwischen jüdischen Gemeinden und gesellschaftlichen Gruppen zu begleiten,
sehe ich als eine meiner Hauptaufgaben in dem spannenden Ehrenamt als Beauf-
tragter der Sächsischen Staatsregierung für das Jüdische Leben in Sachsen.
Das große Engagement der Vielen ist für mich Anspruch und Ansporn zugleich, die-
ses Festjahr möglichst nachhaltig zu gestalten und den Schwung der in diesem Band
aufgeführten Beiträge zu nutzen, um jüdisches Leben in Sachsen noch sichtbarer zu
machen. Ich wünsche dem Leser, der Leserin nicht nur eine spannende Lektüre, son-
dern auch die Freude am Entdecken des Neuen.
Ich danke ausdrücklich den Herausgebern und allen fleißigen Helfern im Hintergrund
für ihr Engagement, ihre hilfreiche Unterstützung dieses Vorhabens und die ge-
lungene Umsetzung. Nicht zuletzt geht mein Dank an das Sächsische Parlament und
die Sächsische Staatsregierung für das im Koalitionsvertrag niedergelegte und durch
Kabinettsentscheidungen umgesetzte klare Bekenntnis zu jüdischem Leben in Sach-
sen als festem Bestandteil unserer Geschichte, unserer Gegenwart und unserer ge-
meinsamen Zukunft. Möge das Festjahr ein Segen für uns und unseren Freistaat sein.
Schalom!
Dr. Thomas Feist
Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für das Jüdische Leben

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7
Sehr geehrte
Damen und Herren,
liebe Freunde!
Mit diesem Festjahr begehen wir ein be-
sonderes Jubiläum in außergewöhnlichen
Zeiten. Vor 1700 Jahren, am 11. Dezember 321,
erließ der römische Kaiser Konstantin ein
Edikt, das Köln und anderen „Provinzstätten“
das Recht einräumte, Juden in die Kurie und
die Stadtverwaltung zu berufen. Dieses Do-
kument aus der Spätantike ist die älteste be-
kannte historische Quelle zu jüdischem Leben nördlich der Alpen.
1700 Jahre sind eine gewaltige Zeitspanne und dokumentieren, wie lange Jüdin-
nen und Juden schon auf deutschem Boden zu Hause sind. Heute wissen wir, wie
wechselvoll diese Geschichte war und wie stark sie auch die gesamte deutsche Ge-
schichte geprägt hat. Immer wieder wechselten historische Phasen der Ansiedlung
und des mehr oder minder friedvollen Zusammenlebens mit Phasen der Verfolgung,
Vertreibung und Vernichtung – gipfelnd in der Shoah. Die Ausmaße dieses Mensch-
heitsverbrechens sind auch für die Nachgeborenen kaum vorstellbar. Aber sie waren
historische Realität! Für uns als heutige jüdische Gemeinschaft in Deutschland ist es
deshalb um so erschreckender und verletzender, wenn in den gegenwärtigen Pan-
demiezeiten sogenannte Corona-Gegner meinen, sie würden genauso verfolgt wie
Juden damals oder sich Davidsterne an die Kleidung heften, um ihre angebliche
Ausgrenzung zu dokumentieren. Auch deshalb ist es umso wichtiger, dass wir die
1700 Jahre jüdischen Lebens auf deutschem Boden würdig begehen.
Die vielen Projekte in Sachsen, die diesem Anlass gewidmet sind, werden ganz si-
cher dazu beitragen, neues Wissen zu jüdischer Geschichte und Gegenwart zu ver-
mitteln, bewegende künstlerische Erlebnisse zu gestalten und unsere Hoffnung auf
eine gute gemeinsame Zukunft zu stärken. Allen Akteuren dieses Festjahres gilt des-
halb der ganz besondere Dank der jüdischen Gemeinschaft in Sachsen. Wir hoffen mit
Ihnen, dass das Geplante auch realisiert werden kann und freuen uns auf ein viel-
fältiges Programm.
Dr. Nora Goldenbogen
Vorsitzende des Landesverbands Sachsen der Jüdischen Gemeinden K.d.ö.R.

8
Vorwort
Wer repräsentiert jüdische Kultur in Geschichte und Gegenwart in Sachsen? Wer
pflegt und definiert Erinnerungskultur und fördert den Wiederaufbau jüdischen Le-
bens? Wie viel öffentliches und ziviles Engagement gibt es in einem Bundesland, das
immer wieder durch antidemokratische Aktionen und antisemitisch aufgeladene Ver-
schwörungsfantasien einzelner Gruppen bundesweit in die Schlagzeilen gerät?
Unser „Netzwerk Jüdisches Leben“ hat im Auftrag des Beauftragten der Sächsischen
Staatsregierung für jüdisches Leben in Sachsen vor allem die zivilgesellschaftlichen
Akteure für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus eingeladen, sich und ihre
Projekte vorzustellen. Das auf den folgenden Seiten zusammengefasste Ergebnis ist
beeindruckend, obgleich mitnichten vollständig. Mit viel öffentlicher und privater
Unterstützung, manchmal auch gegen Widerstände, engagieren sich zahlreiche lo-
kale Initiativen, Vereine und Privatpersonen, aber auch Land, Städte und Gemeinden
in diesem Bereich. Dabei finden Erinnerungskultur und -politik in sehr unterschied-
lichen Formen ihren Ausdruck: Kulturfestivals, Gedenktage, Mahnmale, Erinnerungs-
orte, Schul- und Bildungsprojekte und vieles mehr. Es sind mehrheitlich Nichtjuden,
die sich zum Teil seit Jahrzehnten gegen Vergessen in Sachsen einsetzen.
Gegenwärtiges und aktives jüdisches Leben wird in Sachsen getragen von Jü-
dinnen und Juden unterschiedlichster Herkünfte und Hintergründe. Viele von ihnen
sind seit den 1990er Jahren aus den ehemaligen Sowjetrepubliken nach Sachsen ge-
kommen, sie stammen aus Israel, den USA oder anderen Staaten, sind Nachkommen
der wenigen Shoah-Überlebenden, die nach 1945 zurückgekehrt sind oder von Emi-
granten – auf der Suche nach ihren familiären Wurzeln.
Wenn im Jahr 2021 nachweislich seit 1700 Jahren Jüdinnen und Juden auf dem
Gebiet des heutigen Deutschlands leben, dann ist das ein guter Grund, um jüdisches
Leben über vielfältige Veranstaltungen und Projekte aus Kunst und Kultur, kultureller
und politischer Bildung, Zivilgesellschaft, Religion, Tradition und Wissenschaft sicht-
barer zu machen.
Am 11. Dezember 321 erließ der römische Kaiser Konstantin ein Edikt, das Juden den
Zugang zu städtischen Ämtern in der Kurie, der Stadtverwaltung Kölns, ermöglichen
sollte. Es belegt, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike fester Bestand-
teil der europäischen Kultur waren. In Sachsens Städten und Gemeinden haben Jü-
dinnen und Juden vor allem ab dem 19. Jahrhundert wichtige und nachhaltige Bei-
träge zu Wirtschaft, Handel, Wissenschaft, Kultur, oder Architektur geleistet. In der
Buch-, Musik- und Messestadt Leipzig, der ehemals sechstgrößten jüdischen Ge-
meinde in Deutschland, prägten sie den Pelzhandel, die Verlags- und Musikwelt, in
Chemnitz die Textilindustrie. In Dresden waren sie als Hofjuden und nahezu überall
als Mäzenaten Teil der deutschen Gesellschaft.

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9
Die Beschäftigung mit dem jüdischen Erbe ist auch in Sachsen von dem Wunsch
getragen, jüdische Vergangenheit und Gegenwart als selbstverständlichen Teil der
Gesellschaft anzuerkennen sowie dem fortwährenden Antisemitismus in all seinen
Erscheinungsformen entgegenzutreten. Ist jüdisches Leben in Deutschland heute
wieder selbstverständlich? Auf Phasen friedlicher Koexistenz und Anerkennung folg-
ten immer wieder Phasen der Diskriminierung, Entrechtung, Verfolgung und Ver-
treibung bis hin zur systematischen Ermordung.
Im Spiegel aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und Herausforderungen,
neuer und vergleichender Narrative von Minderheiten, Migration und Identität, aber
auch mit dem absehbaren Ende persönlicher Zeitzeugenschaft der Shoah ist ein er-
weiterter Blick auf Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens notwendiger denn
je – auf ein jüdisches Leben, das sich immer zwischen Ausgrenzung und Assimilation,
zwischen großstädtischem und Landjudentum, zwischen Religiosität und Säkularität
und nicht zuletzt über die Grenzen des Landes Sachsen hinweg bewegte.
Die auf den folgenden Seiten vorgestellten Akteure und Projekte repräsentieren die
Vielfalt jüdischen Lebens und jüdischer Geschichte, aber auch deren Leerstellen –
einerseits im Hinblick auf ihre Unvollständigkeit, andererseits auf ein unwiederbring-
lich verschwundenes und ausgelöschtes deutsches Judentum.
Wenn wir in diesem Jahr jüdische Kultur und jüdisches Leben feiern, dann auf
Augenhöhe, von Mensch zu Mensch. So sehen wir es auch als unsere Aufgabe und
Verantwortung an, deren Geschichten mit all ihrer Vielstimmigkeit, aber auch ihren
Widersprüchen, und wo immer möglich aus jüdischer Perspektive und unter Ein-
beziehung jüdischer Stimmen zu erzählen.
Für eine Broschüre anlässlich des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in
Deutschland“ mussten wir unsere Auswahl sowohl hinsichtlich der vorgestellten Ak-
teure als auch der Veranstaltungen im sich anschließenden Kalender, der Sie durch
das jüdische Jahr und seine Feiertage begleitet, begrenzen, weshalb auch verdienst-
volle Institutionen, wie z. B. Stolpersteininitiativen, Gedenkstätten und regelmäßig
stattfindende Gedenkveranstaltungen, ungenannt bleiben.
Dieses Festjahr kann für uns nicht nur Anlass zum ungetrübten Feiern sein. Es
bietet uns auch die einzigartige Chance, neue Blickwinkel zuzulassen und in neuen
Allianzen zusammenzufinden. „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ ist eben
nicht nur ein Kultur-, sondern auch ein Demokratieprojekt.
Dr. Nora Pester
Vorstand Netzwerk Jüdisches Leben e. V., Leipzig

10
Eine kurze Geschichte der Juden in Sachsen
Von Jürgen Nitsche
Wer in dem großen jüdischen Jubiläumsjahr etwas über die Geschichte der Juden in
Sachsen wissen möchte, kann zu einem der unlängst erschienenen Sachbücher grei-
fen. Vielleicht hat er Glück und stößt auf den 2013 herausgegebenen Sammelband
„Juden in Sachsen“, der ihm auf über 250 Seiten einen hervorragenden Einblick in die
wechselvolle Geschichte der Juden im Freistaat erlaubt.
1
Anhand von Abhandlungen
über jüdische Friedhöfe und Synagogen kann er sich aber auch mit all den Versuchen
der Rekonstruktion jüdischen Lebens vertraut machen, die verstärkt seit 1988, dem
Jahr des 50. Jahrestages der Novemberpogrome, in Sachsen unternommen wurden.
2
Oder er sucht Rat und Tat bei den zahlreichen Initiativen, Vereinen und Zentren, die
in dieser Zeit in Sachsen entstanden sind. Diese bieten nicht nur Workshops an, son-
dern laden auch zu interessanten Spurensuchen in den Innenstädten, Gesprächen
mit Zeitzeugen oder Führungen über die jüdischen Friedhöfe ein. Wer aber all dies für
anachronistisch hält, wendet sich an die sozialen Medien, die gerade in Wissensver-
mittlung oder gar im Fernunterricht zunehmend an Bedeutung gewinnen. Mit Hilfe
gängiger Suchmaschinen stößt er nicht nur auf die vor 20 Jahren gegründete „freie
Enzyklopädie“ Wikipedia (2001), sondern auch auf Seiten und Foren, die ihn express-
artig über die Geschichte der Juden in Sachsen aufklären. Und so wird er beispiels-
weise folgenden spannenden Satz lesen:
„Das Judentum ist seit Jahrtausenden ein konstitutives Element europäischer
Geschichte. Seine wirkmächtigen Spuren hat es dabei auch in Sachsen hinter-
lassen, wo es bis heute Teil von Kultur und öffentlichem Leben ist.“
3
Können sich die Leser auf einer der vielen Plattformen tatsächlich ein Bild von den
„wirkmächtigen Spuren“ machen? Die Leser könnten aber auch eine Zeitreise unter-
nehmen, die ihn ins Jahr 1921 führt. Obwohl die deutschen Juden damals kein Fest-
jahr ausgerufen hatten, machten sie sich angesichts der Eiferer innerhalb der reli-
giösen Parteien ernsthafte Gedanken über das deutsche Judentum. Der Spandauer
Rabbiner Dr. Arthur Löwenstamm (1882−1965) hoffte, dass das deutsche Judentum
weiterhin ein „wertvolles Glied in der jüdischen Gesamtheit und ein notwendiger
Faktor in der Kulturentwicklung der Menschheit“
4
bleiben möge. Namhafte Vertreter
des deutschen Judentums wiesen in diesem Zusammenhang auch auf das Ereignis
hin, das im Mittelpunkt des diesjährigen Jubiläumsjahres steht.
1
Gunda Ulbricht und Olaf Glöckner (Hg.): Juden in Sachsen. Eine Publikation von HATIKVA e. V. Dresden
und Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam, Leipzig 2013.
2 Vgl. Daniel Ristau: Juden in Sachsen zwischen 1781 und 1932: Von der ‚Vorgeschichte‘ der Shoa zur
Vielfalt jüdischen Lebens, in: MEDAON. Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung, Nr. 10
Dresden 2012 – URL:
http://www.medaon.de/pdf/MEDAON_10_Ristau.pdf.
3
Juden in Sachsen – Die Geschichte des Judentums im Freistaat.
https://www.sachsen-online.de.
4
Arthur Löwenstamm: Harmonie, in: Allgemeine Zeitung des Judentums, Berlin, Nr. 20, 30. September
1921.

image
11
Als beispielsweise der Chemnitzer Rab-
biner Dr. Hugo Fuchs (1878−1949) sein „Lehr-
buch der jüdischen Geschichte“ niederschrieb,
das zwischen 1922 und 1936 immerhin in sechs
Auflagen erschien, fügte er dem umfäng-
lichen Textteil auch wesentliche „Jahreszahlen
der jüdischen Geschichte“ bei. Um die un-
geduldigen Leser, die er in erster Linie in Be-
suchern der Volks- und Mittelschulen sowie
Mitgliedern von Jugendvereinen sah, den Zu-
gang zur jüdischen Geschichte zu erleichtern,
markierte er die wichtigsten Ereignisse. Und so
überrascht es nicht, dass er damals auch
das
Jahr 321
mit einem Sternchen versah. Zur Er-
klärung gab er allerdings nur an: „Die ältes-
te Urkunde über Juden in Deutschland“
5
. Näher
ging er in dem Buch, das mit Hilfe der Rabbiner
Dr. Ismar Elbogen (1874−1943) und Dr. Caesar
Seligmann (1860−1950) sowie des 1918 gefallenen Chemnitzer Religionslehrers Abra-
ham Nathan entstanden war, nicht auf das Edikt ein, das der römische Kaiser Kons-
tantin der Große vor 1700 Jahren, am 11. Dezember 321, erließ. Auch Dr. Fuchs wollte
mit seinem Buch „die Mehrheit der … deutschen Juden, die Liberalen, die wirklichen
wie die so genannten (die in Wahrheit nur bequeme Noch- oder Trotz-Juden sind),
zu einem selbstbewussten und positiv-religiösen Judentum führen, das allen An-
feindungen von außen und innen standhält“
6
.
Einige Jahre später (1930) betonte der seit 1907 amtierende Rabbiner, dass „das
Leben der [sächsischen – J. N.] Juden […] ein getreues Abbild der allgemeinen Zu-
stände in Stadt und Reich und Judentum“
7
war. In dem noch heute lesenswerten
Aufsatz über die Geschichte der Chemnitzer Juden machte der namhafte Historiker
gleichzeitig aber eine entscheidende Einschränkung, indem er „das alte Königreich
Sachsen […] das protestantische oder lutherische Spanien“ nannte. „In keinem von
allen deutschen Ländern [wären] die Vorurteile des Mittelalters zäher festgehalten
worden als hier. Aus freien Stücken [wäre] hier überhaupt kaum ein judenfreund-
liches Gesetz gegeben worden“
8
.
5
Hugo Fuchs: Jüdische Geschichte. 2., verbesserte Auflage, Frankfurt (Main) 1924, S. 268.
6
Hugo Fuchs, Ebenda, Vorwort zur ersten Auflage, in: Ebenda, S. V.
7 Hugo Fuchs: Geschichte der Juden in Chemnitz. In: Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressbuch
der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine 1931/32. Ausgabe Chemnitz. Berlin und Dresden
1931, S. 113.
8 Ebenda.
Rabbiner Dr. Hugo Fuchs, um 1945

12
Das Königreich Sachsen galt im 19. Jahrhundert als ein „Musterland“ der poli-
tischen Reaktion. Hinsichtlich der Restriktionen gegenüber dem jüdischen Be-
völkerungsteil ähnelte es allemal Spanien, wo die Juden nach 1500 Jahren Ansiedlung
im März 1492 vor die Wahl gestellt worden waren, sich entweder taufen zu lassen
oder auszuwandern.
Die historischen Parallelen zu Spanien waren damit aber nicht erschöpft: In
dem Land auf der Iberischen Halbinsel durften sich Juden erst im Jahr 1868 wieder
offiziell zu ihrem Glauben bekennen. Fast zeitgleich wurde in Sachsen der Prozess
der Gleichstellung der Juden abgeschlossen, wobei erst ein entscheidendes Ereignis
„von außen” vonnöten war: die Niederlage des Königreiches im preußisch-öster-
reichischen Krieg von 1866 und dem darauffolgenden Beitritt zum Norddeutschen
Bund am 18. August 1866.
Obwohl die Geschichte der sächsischen Juden „die Geschichte einer kleinen
Gruppe“
9
ist, hinterließ aber gerade diese Minderheit beachtliche Spuren in der säch-
sischen Kulturlandschaft, besonders in Dresden, Leipzig und Chemnitz.
10
Die Geschichte der Juden in Sachsen
11
reicht zwar nicht 1700 Jahre zurück, aber
auch in der Mark Meißen sind erste urkundliche Erwähnungen von Juden bis ins
erste Jahrzehnt des 11. Jahrhunderts nachweisbar.
12
Die Grundtendenzen jüdischer
Ansiedlung korrespondieren auch in der Markgrafschaft mit diesbezüglichen Ent-
wicklungen im Heiligen Römischen Reich. Schon frühzeitig benutzten jüdische Händ-
ler die altbekannten Handelswege, die von der Magdeburger Gegend über das Erz-
gebirge ins Böhmische führten. Oftmals waren sie es, die den Handel zwischen Orient
und Okzident erst ermöglichten. So zeugt ein überlieferter Reisebericht eines orien-
talischen Juden aus dem Jahr 965 davon, dass dieser das Erzgebirge in der Freiberger
Gegend überstiegen hatte.
13
Frühe jüdische Ansiedlungen sind für die Markgrafschaft Meißen unter ande-
rem für Meißen, Freiberg, Torgau, Zwickau, Leipzig
14
und Dresden verzeichnet. In den
meisten dieser Städte waren auch Synagogen vorhanden. Alte überlieferte Straßen-,
9
Michael Schäbitz: Juden in Sachsen - jüdische Sachsen? Emanzipation, Akkulturation und Integration
1700-1914, Hannover 2006, S. 13.
10 Vgl. dazu u. a. Adolf Diamant: Chronik der Juden in Chemnitz, heute Karl-Marx-Stadt. Aufstieg und
Untergang einer jüdischen Gemeinde in Sachsen, Frankfurt (Main) 1970 und Chronik der Juden in
Dresden. Von den ersten Juden bis zur Blüte der Gemeinde und deren Ausrottung, Darmstadt 1973.
11 Vgl. Rainer Gross: Geschichte Sachsens, 4., erweiterte Auflage, Dresden und Leipzig 2007.
12 Vgl. Christiane Donath: Anfänge jüdischen Lebens in Sachsen im Mittelalter, in: Juden in Sachsen,
S. 15, und Misnia Judaica - Juden in der Markgrafschaft Meißen im Mittelalter, in: Mitteilungen des
Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Dresden 2007, Nr. 1, S. 21–28. Außerdem Maike Lämmerhirt:
Juden in den wettinischen Herrschaftsgebieten. Recht, Verwaltung und Wirtschaft im Spätmittel-
alter, in: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen, Kleine Reihe, Bd. 21, Köln,
Weimar und Wien 2007, S. 7-17.
13 Vgl. Michael Düsing (Hg.): Jüdisches Leben in der Bergstadt Freiberg. Eine Spurensuche. Freiberg 1992,
S. 14.
14 Vgl. Adolf Diamant: Chronik der Juden in Leipzig. Aufstieg, Vernichtung und Neuanfang. Chemnitz
1993, insbesondere S. 1-3.

13
Orts- oder Schulbezeichnungen wie „Judenberg“, „Judenborn“, „Judenburg“,
„Judendorf“, „Judengärten“, „Judengasse“, „Judenhain“, „Judenhof“, „Judenkirch-
hof“, „Judenstube“, „Judenteich“ oder „Judenschule“ in diesen Städten sind heute
noch Beleg dafür.
15
Die Juden konnten auch in der Markgrafschaft Meißen bis zu den großen Ver-
folgungen während der ersten Kreuzzüge
16
und den Ritualmordbeschuldigungen des
13. Jahrhunderts nahezu unbehelligt leben. Die im berühmten „Sachsenspiegel“ zwi-
schen 1220 und 1235 genannten geringen Rechte der Juden wurden bereits einige
Jahrzehnte später erweitert. Der Markgraf von Meißen Heinrich der Erlauchte erließ
1265 eine „Judenordnung“, die den Juden in der Markgrafschaft eine weitgehende
privatrechtliche Gleichstellung mit Christen zusicherte.
17
In den Folgejahrzehnten wurden aber auch in der Markgrafschaft die Lebens-
räume für Juden mehr und mehr eingeschränkt. Damit vollzogen sich in Sachsen
ähnliche Prozesse wie in „den anderen deutschen Ländern“ und Teilen Europas. Vor-
bereitet durch und fußend auf päpstlichen Erlassen und kirchlichen Gesetzgebungen
vollzogen sich diese Einschränkungen und Ausgrenzungen dann zunehmend auch im
landesherrlichen Bereich.
In alten Chroniken fanden sich für diesen Zeitraum verstärkt Berichte und Hin-
weise auf Verfolgungen häufig mit landesherrlicher Billigung und Ermutigung. So
hatten auch die Juden in Sachsen unter den Vertreibungen zur Zeit des Schwarzen
Tods (1348−1350) zu leiden. Für die sich seit Frühjahr 1348 von Südfrankreich und Sa-
voyen ausbreitende Pest waren die Juden verantwortlich gemacht worden. Darauf-
hin rollte eine Welle von Pogromen über Europa, in deren Verlauf mehr als 100 jüdi-
sche Gemeinden vernichtet wurden. Etwa ein Drittel der jüdischen Bevölkerung des
Kontinents wurde getötet oder vertrieben.
Im Herbst 1348 hatten die Pogrome die Schweiz und Süddeutschland erreicht,
im Februar und März 1349 auch Thüringen und Sachsen. Besonders das Jahr 1349
war durch unglaubliche Spuren der Verfolgung und Austreibung von Juden gekenn-
zeichnet. Grausamste antijüdische Ausschreitungen gab es unter anderem in Erfurt,
Mühlhausen, Nordhausen, Dresden, Meißen und Görlitz. Die Mordwelle dieses Jahres
vernichtete die jüdischen Gemeinden in der Markgrafschaft Meißen und in der Stadt
Görlitz so umfassend, dass es nach den Pogromen in der Region zunächst überhaupt
keine Juden mehr gab.
Insgesamt wurden in mehr als 350 Gemeinden Juden im Reich „erschlagen, er-
tränkt, verbrannt, gerädert, gehenkt, vertilgt, erdrosselt, lebendig begraben und mit
15 So gab es in Görlitz, Plauen und Zwickau im Hohen Mittelalter eine „Judengasse“ bzw. „Jüden-
gasse“. In Plauen wurden darüber hinaus um 1412 erstmals „Judengärten“ erwähnt. In Zittau wurde
im 14. Jahrhundert in den Chroniken von einer „Judenburg“ berichtet.
16 Die Kreuzzüge waren oft mit barbarischen Judenverfolgungen in Palästina und Europa (u. a. im
Rheinland) verbunden. – Allgemein zur Geschichte vgl. immer noch: Martin Erbstößer: Die Kreuz-
züge. Eine Kulturgeschichte, 2., überarbeitete Auflage, Leipzig 1980 und Walter Zöllner: Geschichte
der Kreuzzüge. Berlin 1978.
17 Vgl. Michael Düsing: Jüdisches Leben in der Bergstadt Freiberg, S. 16.

14
allen Todesarten gefoltert wegen der Heiligung des göttlichen Namens“. Mit diesen
nachdrücklichen Worten beschrieb der Gelehrte Dr. Ismar Elbogen vor über 100 Jahren
diese „zum Himmel schreienden Bluttaten“
18
.
Als die Judenmorde vorbei waren, setzte ein unwürdiges Feilschen um das Erbe
ein. Die Pestverfolgung war seit der Zeit des ersten Kreuzzuges (1095) der gravie-
rendste Einschnitt in der Geschichte der deutschen Juden. „Es wurde nicht wieder,
wie es gewesen war“, waren die treffenden Worte des 1984 bei einem Anschlag ums
Leben gekommenen Kölner Historikers Hermann Greive.
19
„Ihre Gemeinden waren vernichtet“, führte Elbogen weiter aus, „wer entrinnen
konnte, suchte und fand Zuflucht in Polen, das den Ankommenden seine Grenzen
willig öffnete. Nach den ungastlichen deutschen Städten, die sie ‚auf ewig’ aus-
getrieben hatten, durften die Juden meist schon nach wenigen Jahren zurückkehren,
aber nur, um von der Obrigkeit ausgebeutet, von den Parteien zum Zankapfel ge-
macht zu werden.“
20
Auch in der Markgrafschaft Meißen gab es rasch Bemühungen, nach der „Juden-
schlacht“ wieder Juden aufzunehmen. Unter Zusicherung eines umfassenden Schut-
zes wurden sie eingeladen. Zwischen 1360 und 1390 erschienen sie wieder in Leipzig,
Zwickau, Zittau, Dresden, Görlitz, Bautzen und Freiberg. Es ließen sich damals Juden
auch in Orten nieder, in denen es bisher keinen Nachweis dafür gab, u. a. in Borna,
Chemnitz, Glauchau, Großenhain, Leisnig, Lößnitz, Oelsnitz (Vogtland), Pegau, Plau-
en und Rochlitz. Die jüdische Wiederansiedlung sollte jedoch nicht von langer Dauer
sein. Bereits im April 1389 kam es wieder zu Vertreibungen von Juden.
„Erregungen wie die Hussitenkriege oder der Kreuzzug eines Capistrano [eines
fanatischen Kreuzzugspredigers des Franziskanerordens – J. N.]
21
bedeuteten für die
Juden eine Katastrophe. Gegenüber der ständigen Todesangst durfte es ihnen schon
als Erlösung erscheinen, wenn Reichsstädte und Territorialfürsten zu ihrer Vertreibung
schritten, nicht mehr im Wege der Gewalt, sondern auf Grund eines formalen Rechts-
verfahrens sich ihrer zu erledigen suchten.“
22
So wurden im Jahr 1410 auf Anordnung
des Markgrafen Wilhelm II. alle Juden in Meißen gefangen genommen und ihr Ver-
mögen und Grundbesitz wurden eingezogen.
Die von Elbogen erwähnten Hussitenkriege (1419−1436), in deren Verlauf die Juden
unter anderem aus dem Herzogtum Österreich vertrieben wurden, erreichten in den
Jahren 1429/30 auch sächsisches Territorium (Plauen, Torgau). Im Herbst 1429 brannten
die Hussiten Teile der Stadt Dresden nieder. Herzog Friedrich der Sanftmütige ordnete
18 Ismar Elbogen: Geschichte der Juden seit dem Untergang des jüdischen Staates, Leipzig und Berlin,
1919, S. 64.
19 Hermann Greive: Die Juden. Grundzüge ihrer Geschichte im mittelalterlichen und neuzeitlichen Euro-
pa, 4. Auflage, Darmstadt 1992, S. 105.
20 Ismar Elbogen, Geschichte der Juden, S. 64f.
21 Johannes Capistranus (1386-1456) war ein in seiner Zeit weithin berühmter Wanderprediger, Heer-
führer und Inquisitor. Im Jahr 1451 wurde er vom Papst Nikolaus V. nach Böhmen, Schlesien und in die
Oberlausitz entsandt, wo er Anhänger von Jan Hus zum katholischen Glauben bekehren sollte.
22 Ismar Elbogen, Geschichte der Juden, S. 64f.

15
daraufhin die Vertreibung aller Juden aus Meißen und Thüringen an. Die Dresdner
Juden wurden am 25. Februar 1430 aus der Stadt vertrieben.
23
Die Juden, vor allem die
böhmischen, waren zu Beginn der Auseinandersetzungen verdächtigt worden, die
Hussiten rege zu unterstützen. Die letzten Freiberger Juden waren in die Bergstadt
Sayda geflohen. Als die Stadt am 31. März 1435 durch einen Brand weitgehend zerstört
wurde, verloren die Juden eine ihrer letzten Zufluchtsstätten. Die letzten Juden ver-
ließen nach 1441 Leipzig. Damit endete für Jahrhunderte die Ansiedlung von Juden im
albertinischen Sachsen.
24
Die Ausweisung, die im Interesse der geistlichen und welt-
lichen Landesherrschaft erfolgt war, war daher von Dauer.
25
Doch auch die Neuzeit (etwa ab 1500) brachte den Juden nicht die erhoffte Ver-
besserung ihrer rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Lage. Humanismus, Re-
naissance und Reformation begründeten zwar ein neues Welt- und Menschenbild in
Europa und leiteten grundlegende Veränderungen in den meisten Lebensbereichen
ein, doch die eingangs erwähnten „Vorurteile des Mittelalters“ gegenüber den Juden
hatten weiterhin Bestand. Ihr Schicksal blieb unverändert der Willkür der Herrscher
und ihren Ränkespielen ausgesetzt, was sich insbesondere im Verlauf der protestan-
tischen Reformation zeigte.
Die Frühzeit der Reformation entfachte anfangs unter den Juden die Hoffnung,
für sie bräche nun eine neue, eine bessere Zeit an. Doch innerhalb von zwei Jahr-
zehnten wandelte sich Martin Luther (1483−1546)
26
vom „Judenfreund“, wofür seine
im Jahr 1523 verfasste Schrift „Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei“ stand, zum
„Judenfeind“. Zwanzig Jahre später finden sich in seinen Schriften härteste Rat-
schläge für die Judenbehandlung. In seiner 1543 in Wittenberg erschienenen Schrift
„Wider die Juden und ihre Lügen“ nahm Luther nun die gleiche Stellung zu den Juden
ein wie die gesamte mittelalterliche Kirche. Die Rigorosität seiner Aussagen über-
traf sogar das traditionell Übliche in erheblichem Maße. Luther verlangte zwar keine
zwangsweise Bekehrung der Juden, doch forderte er u. a. die Vernichtung aller Sy-
nagogen, die Zerstörung ihrer Privathäuser, die Entwendung der Bibel, das Verbot
des Wuchers und letztlich Zwangsarbeit für alle jungen Juden beiderlei Geschlechts.
27
Die heute sehr militant klingenden Forderungen waren im Unterschied zum späte-
ren Rassenantisemitismus nicht ethnisch begründet, im Mittelpunkt standen die alt-
bekannten religiösen Unterschiede. Trotz der Vorurteile gegenüber den Juden war
die protestantische Reformation „der bedeutsamste Markstein am Wege zum bürger-
lichen Staate, zur Denk- und Gewissensfreiheit“, resümierte Ismar Elbogen.
28
23 Vgl. Adolf Diamant: Chronik der Juden in Dresden. Von den ersten Juden bis zur Blüte der Gemeinde
und deren Ausrottung, Darmstadt 1973, S. 4.
24 Vgl. Michael Düsing: Jüdisches Leben in der Bergstadt Freiberg, S. 22.
25 Vgl. Christiane Donath: Anfänge jüdischen Lebens in Sachsen, S. 29.
26 Zu Luthers Judenschriften vgl. Peter von der Osten-Sacken: Martin Luther und die Juden. Neu unter-
sucht anhand von Anton Margarithas „Der gantz Jüdisch glaub“ (1530/31), Stuttgart 2002.
27 Vgl. auch Gert Wendelborn: Martin Luther. Leben und reformatorisches Werk, Berlin 1983, S. 419f.
28 Ismar Elbogen, Geschichte der Juden, S. 70.

image
16
Luthers Judenschriften blieben nicht ohne Resonanz in den deutschen Ländern.
Gerade in Sachsen, dem Kernland der Reformation, verwehrten die Landesherren den
Juden fast 200 Jahre lang das Recht auf Ansiedlung. Die Herzöge Georg (1500−1539),
Heinrich der Fromme (1539−1541) und August (1553−1586) waren bekannt dafür, dass
sie „harte Gegner der Juden“
29
waren. Während ihrer Regierungszeit traten 1539 und
1556 Landesverordnungen in Kraft, die eine scharfe Überwachung der durchreisenden
Juden vorsahen und die Niederlassung von Juden in Sachsen ausdrücklich verboten.
Kurfürst Johann Georg III. (1680−1691) erneuerte das Verbot 1683 für Dresden aus-
drücklich.
Die einzige Ausnahme bei diesen Verordnungen bildete der Besuch der Leipziger
und Naumburger Messen. Für die Leipziger Messen sind beeindruckende Zahlen der
„Messefremden“ für die Zeit von 1747 bis 1840 überliefert. Die Zahl der Messejuden
stieg in jenen Jahrzehnten kontinuierlich an, obwohl ihre Bewegungsräume streng
überwacht wurden.
30
Für die böhmischen und mährischen Juden galt zum Beispiel,
dass sie als Route nach Leipzig nur die Straße über Reitzenhain, Marienberg, Stollberg,
Chemnitz, Penig und Borna benutzen durften. Das Geleitsamt befand sich in Chem-
nitz. Das „Judengeleit“ betrug einen Taler für jede Person, für Knechte oder sonstige
Begleiter die Hälfte. Hinzu kam noch der Zoll auf die mitgeführten Waren. Die Juden,
29 Josef Müller: Chemnitz und die Juden in alter und neuer Zeit, in: Der Türmer von Chemnitz. Monats-
schrift für Geschichte, Kunst und Leben in Chemnitz und dem Erzgebirge, Chemnitz, März 1936, S. 88.
30 Vgl. Adolf Diamant: Chronik der Juden in Leipzig, S. 51f.
Die Ledermesse in Leipzig, Postkarte, ungelaufen, Richard Schlothauer, Leipzig

17
die zum Teil auch aus Wien kamen, handelten u. a. mit Pferden und Wolle. Der Han-
del mit Bettfedern wurde im Jahr 1743 verboten.
Eine besondere Rolle spielten hierbei die Juden aus der Freien Handelsstadt
Brody, die seit 1772 zu den wichtigsten Besuchern der Messen gehörten. So besuchte
der Fellhändler Jacob Harmelin frühzeitig (um 1818) die Leipziger Messe. Sein Sohn
Marcus baute in der Folgezeit die erste jüdische Rauchwarenhandlung in Leipzig auf,
die über 100 Jahre Bestand haben sollte.
Die Bedingungen, unter denen sich Juden in Sachsen vorübergehend oder über
längere Zeit niederlassen konnten, änderten sich erst am Ausgang des 17. Jahrhunderts.
Es begann die Zeit der jüdischen Wiederansiedlung. Mit dem Regierungsantritt des
Kurfürsten Friedrich August I. (1694−1733) und seinen politischen Ambitionen sowie
dem damit verbundenen wachsenden Finanzbedarf kam die Konzessionierung des
Aufenthalts für einige ausgewählte jüdische Familien in Dresden und Leipzig. So ge-
stattete der Kurfürst, der als August der Starke in die Geschichte einging, Berend Leh-
mann (1661−1730)
31
aus Halberstadt und Jonas Meyer aus Hannover die Niederlassung
als Hoffaktoren in der Residenzstadt Dresden.
Der Hofjude Berend Lehmann wurde in der 1988 erstmals gezeigten und immer
noch hoch zu würdigenden Ausstellung „Juden in Sachsen“, die vom Arbeitskreis
Begegnungen mit dem Judentum
innerhalb der
Gesellschaft für christlich-jüdische
Zusammenarbeit
in Dresden erarbeitet worden war, als „Patriarch und Bahnbrecher
der Juden in Sachsen“ benannt.
32
Aufgrund seiner Leistungen war Lehmann praktisch
unentbehrlich für den Kurfürsten. So stellte er ihm beispielsweise 1697 die für den Er-
werb der polnischen Krone benötigten zehn Millionen Taler zur Verfügung.
Im Jahr 1710 erlaubte der Kurfürst dem Münzjuden Gerd Levi (1659−1739) aus
Hamburg die Ansiedlung in der Messestadt Leipzig. Im Gefolge von Lehmann und
Levi kamen weitere Hof- und Münzjuden mit ihren Familien und Bediensteten nach
Dresden und Leipzig. Im Jahr 1763 lebten bereits über 800 Juden in Dresden, die zwölf
Jahre zuvor eine eigene Begräbnisstätte erwerben durften.
33
Eine Zeit lang wurde
den Juden in Dresden vorgeschrieben, sich nur in der Altstadt anzusiedeln. Elbogen
beschrieb daher zu Recht deren Status als „Juden auf Widerruf“, nur gegen Schutz-
geld geduldet.
34
Beschwerden beim König über die Juden gehörten damals zur Tages-
ordnung. Um 1800 hatten 40 bis 50 Juden ihren ständigen Wohnsitz in Leipzig. Diese
erhielten 1814 die Erlaubnis, einen eigenen Friedhof im Johannistal zu errichten, bis
31 Vgl. Jutta Dick: Berend Lehmann. Hofjude Augusts des Starken. Jüdische Miniaturen, Bd. 249, Berlin
und Leipzig 2020.
32 Juden in Sachsen. Ihr Leben und Leiden / Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dres-
den e. V., Leipzig 1994, S. 10.
33 Vgl. Der Alte Jüdische Friedhof in Dresden. … daß wir uns unterwinden, u ein Grab-Stätte fußfälligst
anzufliehen, hg. v. HATIKVA-Bildungs- und Begegnungsstätte für Jüdische Geschichte und Kultur
Sachsen e. V., Projektgruppe Alter Jüdischer Friedhof, Teetz 2002.
34 Ismar Elbogen, Geschichte der Juden, S. 94.

image
18
dahin hatten sie ihre Verstorbenen in Dessau und Naumburg beisetzen müssen.
35
In
den Folgejahrzehnten nahm die Zahl der in Leipzig lebenden Juden rasch zu.
Die Emanzipation kündigte sich in diesen Jahrzehnten in Europa an. Bis die
Juden im Königreich Sachsen ihre bürgerliche Gleichstellung erlangen sollten, ver-
gingen aber noch einige Jahrzehnte. Im Unterschied zu anderen deutschen Län-
dern (zum Beispiel Mecklenburg-Schwerin), wo einhergehend mit der europäischen
Aufklärung sich schon frühzeitig die Emanzipationsbestrebungen der Juden durch-
setzten, war der Weg dahin in Sachsen nicht frei von „schroffen Widerständen“ und
Rückschlägen. Die Katholiken hatten zwar 1806 und die Reformierten 1811 die bürger-
liche Gleichberechtigung erhalten, doch die Emanzipation der Juden scheiterte noch
an den bestehenden, absolutistisch motivierten Rechtsbeschränkungen. Die 1818 be-
willigte Zulassung der Juden zu den Handwerken musste sogar aufgrund des Wider-
standes der Zünfte im Folgejahr wieder aufgehoben werden. Gerade in dieser Zeit
ging Sachsens Bürokratie äußerst restriktiv gegen die in Dresden und Leipzig leben-
den Juden vor.
36
Dies sollte sich in den Folgejahren jedoch ändern.
Die Verfassung von 1831, mit der in Sachsen der Wechsel zur konstitutionellen
Monarchie erfolgte, änderte zwar an den Verhältnissen der Juden zunächst nichts,
35 Vgl. Michael Brocke und Christiane Müller: Haus des Lebens. Jüdische Friedhöfe in Deutschland, Leip-
zig 2001, S. 217. – Der Friedhof, bis 1864 als Begräbnisstätte genutzt, wurde in den Jahren 1936/37 von
der Stadt Leipzig unter Vorwänden aufgelöst und eingeebnet.
36 Vgl. Alfred Bruer: Preußen und Norddeutschland 1648-1871, in: Handbuch zur Geschichte der Juden
in Europa, Bd. 1, Länder und Regionen, Darmstadt 2011, S. 56f.
Der Alte Israelitische Friedhof in Leipzig

19
doch bereits wenige Jahre später erfolgten die ersten bedeutenden Veränderungen.
Am 18. Mai 1837 wurden die ersten sächsischen Emanzipationsgesetze verabschiedet,
die den Beginn eines bemerkenswerten „kulturellen und sozialen Transformations-
prozesses“ bedeuteten. Die Juden in Dresden und Leipzig erhielten die Erlaubnis zur
Gründung von Religionsgemeinden und das Recht, Grundstücke zur Erbauung von
„gemeinschaftlichen Bet- und Schulhäusern“ zu erwerben.
37
Am 16. August 1838
wurde das „Gesetz wegen einiger Modificationen in den bürgerlichen Verhältnissen
der Juden“ verabschiedet. Dieses ermöglichte den Juden in Sachsen den Erwerb
des städtischen Bürgerrechts, allerdings mit Einschränkungen, und die Aufnahme
in den sächsischen Untertanenverband. Das Wohnrecht wurde auf die Städte Dres-
den und Leipzig beschränkt, die Situation in den anderen Städten und Gemeinden
blieb unverändert. Oftmals waren deswegen aufwendige „Erörterungen wegen des
Aufenthaltes von Juden“ in den Kreishauptmannschaften notwendig.
38
Bereits am
8. Mai 1840 wurde die Dresdner Synagoge geweiht, die nach Plänen des Architektur-
professors Gottfried Semper (1803−1879) erbaut worden war.
Am 2. April 1849 wurde durch eine Einführungsverordnung zu den Grundrechten
die Gleichstellung der sächsischen Juden verkündet. Damit wurde die individuel-
le rechtliche Gleichstellung der Juden im Königreich Sachsen endlich Wirklichkeit.
39
Dennoch wurde die Praxis nicht geändert, die die Einwanderung von Juden nach
Sachsen nahezu unterband. Für den Dresdner Historiker Helmut Eschwege lag dies
aber auch an „der judenfeindlichen Einstellung der städtischen Bürger, ihrer Innun-
gen, ihrer Kaufmannschaft und vor allem ihrer Kirche“
40
.
Erst als Ende der 1850er-Jahre die nationale Einheitsbewegung in den deutschen
Ländern wieder an Kraft gewann, verbesserten sich auch in Sachsen die Aussichten
der Juden auf Gleichstellung in ihren Rechten. Elbogen hob hervor, dass „der ge-
meinsame Kampf für die deutsche Einheit, das gemeinsam vergossene Blut auf den
Schlachtfeldern von 1864, 1866 und 1870/71
41
[…] sie ihren Mitbürgern nahe [brach-
ten]“
42
.
Das Königreich Sachsen wurde am 18. August 1866 Mitglied des Norddeutschen
Bundes. Nach einem Vorschlag der Staatsregierung wurde am 3. Dezember 1868 im
Landtag ein Gesetz verabschiedet, das den Juden in Sachsen endlich die staats-
bürgerliche Gleichberechtigung gewährte und auch die Genehmigung brachte, sich
außerhalb von Dresden oder Leipzig ohne Auflagen anzusiedeln. Die wirtschaftliche
37 Vgl. Daniel Ristau: Jüdisches Leben in Sachsen vom 17. Jahrhundert bis 1840, in: Juden in Sachsen,
S. 62f.
38 Vgl. u. a. Staatsarchiv Chemnitz, 30040 Kreishauptmannschaft Zwickau, Nr. 1178.
39 Vgl. Solveig Höppner: Juden in Sachsen zwischen bürgerlicher Revolution und Erstem Weltkrieg, in:
Juden in Sachsen, S. 87.
40 Helmut Eschwege: Rede zur Eröffnung der Ausstellung „Juden in Chemnitz“ in der Johanniskirche
Chemnitz am 9. November 1988. (Abschrift im Besitz des Verfassers).
41 Zu den jüdischen Veteranen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 gehörten zum Beispiel die
später in Chemnitz lebenden Kaufleute Gustav Heidenheim und Ephraim Rose.
42 Ismar Elbogen, Geschichte der Juden, S. 98.

20
Gleichberechtigung erfolgte mit der Gewerbeordnung von 1869. Die Beseitigung der
letzten rechtlichen Beschränkungen zog sich noch bis zur Annahme des Bundes-
gesetzes vom 3. Juli 1869 hin, wonach alle aus der Verschiedenheit des religiösen Be-
kenntnisses hergeleiteten Rechtsbeschränkungen aufgehoben wurden. Mit diesem
Gesetz, das mit der Reichsgründung 1871 für alle deutschen Länder Geltung erhielt,
kam der Emanzipationsprozess in Deutschland zum formellen Abschluss.
Aus Juden, die seit Jahrhunderten am Rand der feudalen Ständeordnung eine
rechtliche, soziale und kulturelle Sonderexistenz geführt hatten, waren nunmehr
„formaljuristisch“ gleichberechtigte Bürger geworden, die sich in die entstehende
moderne Gesellschaft integrierten, ohne aber mit ihr gänzlich zu verschmelzen.
43
Die
Juden schafften innerhalb kürzester Zeit den sozialen Aufstieg ins Bürgertum. Bürger-
lichkeit bedeutete nicht grundsätzlich den Verzicht auf jüdische Identität, sondern
die Bereitschaft, diese in Einklang mit den Herausforderungen der bürgerlichen Ge-
sellschaft zu bringen.
Nach der Reichsgründung setzte eine stärkere jüdische Einwanderung aus den
preußischen Ostprovinzen Posen und Schlesien sowie den Provinzen Brandenburg
und Sachsen in das Königreich Sachsen ein. Sie ließen sich vor allem in den Zentren
der sächsischen Textilindustrie nieder. Weitere jüdische Religionsgemeinden konsti-
tuierten sich in den Folgejahren in Chemnitz, Plauen, Bautzen, Zittau und Zwickau.
Weitere Synagogen und Bethäuser wurden in Sachsen errichtet, zuletzt in Plauen
(Weihe am 6. April 1930). Die Kultusgemeinden waren auch für die Juden im Umland
zuständig. So hatten sich beispielsweise jüdische Kaufleute in Aue, Bischofswerda,
Crimmitschau, Döbeln, Falkenstein (Vogtland), Freiberg, Freital, Glauchau, Löbau,
Meißen, Meerane, Mittweida, Oschatz, Pirna, Reichenbach, Riesa, Werdau oder Wur-
zen niedergelassen. Es gab aber auch eine beachtliche Zahl jüdischer Studenten an
den sächsischen Hochschulen, wie zum Beispiel an der Universität Leipzig oder an den
Technika in Mittweida
44
und Hainichen
45
.
Die endgültigen Gemeindebezirke wurden in dem „Gesetz, die israelitischen
Religionsgemeinden betreffend“ vom 10. Juni 1904 geregelt. Damit erhielten die Leip-
ziger und Chemnitzer Religionsgemeinden neue territoriale Grenzen. Im Gebiet der
Kreishauptmannschaft Chemnitz wurde eine weitere jüdische Gemeinde etabliert, in
der sich die in den Amtshauptmannschaften Annaberg und Marienberg ansässigen
Juden zusammenschließen konnten.
46
Zur Chemnitzer Religionsgemeinde gehörten
43 Vgl. Simone Lässig: Vom Mittelalter in die Moderne? Anfänge der Emanzipation der Juden in Sachsen,
in: Zwischen Integration und Vernichtung. Jüdisches Leben in Dresden im 19. und 20. Jahrhundert.
Dresdner Hefte. Beiträge zur Kulturgeschichte, Heft 45. Dresden 1996, S. 9.
44 Vgl. Jürgen Nitsche: Juden in Mittweida. Eine Spurensuche, in: “Mittweidaer Rückblende”, Schriften-
reihe des Stadtarchivs und Stadtmuseums zur Geschichte der Stadt Mittweida und Umgebung, Bd. 6,
Mittweida 2018.
45 Vgl. Günter Naumann: Das Technikum Hainichen von seiner Eröffnung im Jahre 1900 bis zur Schlie-
ßung im Jahre 1934 und nachfolgenden Ereignissen bis in die Gegenwart, Hainichen 2018.
46 Vgl. Jürgen Nitsche: Einleitung zum Reprint, in: Adolf Diamant: Juden in Annaberg im Erz-
gebirge. Zur Geschichte einer untergegangenen Gemeinde. Unter besonderer Berücksichtigung der

image
21
fortan die in den Amtshauptmannschaften Chemnitz, Flöha, Glauchau und Stollberg
wohnhaften Juden. Darüber hinaus wurde die Amtshauptmannschaft Rochlitz in-
folge Streitigkeiten innerhalb der Gemeindeverwaltungen aus der Zuständigkeit der
Leipziger jüdischen Gemeinde herausgelöst und dem Chemnitzer Gemeindebezirk of-
fiziell zugeordnet. Aufgrund der geographischen Nähe zu Chemnitz war dadurch eine
bessere religiöse Betreuung der Juden in Mittweida, vor allem der dort lebenden
Technikumbesucher, möglich.
nationalsozialistischen Diktatur 1933-1945. Mit einer Dokumentation der noch vorhandenen Grab-
steine des zerstörten jüdischen Friedhofs, Chemnitz 2016.
Chemnitzer Synagoge am Stephanplatz, 1899

22
Mit dem Gesetz, das die Gemeinden in den Status von Körperschaften des öf-
fentlichen Rechts erhob, wurden die Rahmenbedingungen für die Existenz der nun-
mehr acht israelitischen Religionsgemeinden im Königreich Sachsen festgelegt. Die
Gemeinden waren zwar weiterhin einer staatlichen Aufsichtsbehörde (Ministerium
des Kultus und öffentlichen Unterrichts) mit bindenden Vorgaben für die Statuten
unterstellt, dennoch war dies für die Juden in Sachsen ein bedeutender Fortschritt
im Vergleich zum bisherigen Gesetz von 1837. So wurde den Religionsgemeinden die
Steuerhoheit zuerkannt, die ihnen bis dahin verwehrt worden war. Rabbiner Dr.
Fuchs begrüßte das Gesetz, denn die jüdischen Gemeinden wurden „in einem ge-
wissen Grade […] nun doch als Faktor des öffentlichen Lebens behandelt“
47
.
Das Gesetz schrieb aber auch jedem in Sachsen ansässigen Juden die Mitglied-
schaft in derjenigen Religionsgemeinde vor, in deren Verwaltungsgrenze er wohnte
oder zumindest ein selbständiges Geschäft betrieb. Austritt aus der Kultusgemeinde
bedeutete stets Austritt aus dem Judentum. Die betreffende Person wurde in diesem
Fall konfessionslos und wurde in der offiziellen Kirchenstatistik als „Dissident“ ge-
führt oder sie trat einer der christlichen Landes- oder Freikirchen bei. Für den Aus-
tritt waren vor 1933 zumeist persönliche Gründe ausschlaggebend. So brach Bertha
Schneider, eine Tochter des Leipziger Oberkantors und Mohels Hillel Schneider, mit
dem Judentum, um im Juli 1913 in London den nichtjüdischen Dentisten Friedrich
Schönemann zu heiraten. Der Chemnitzer Fabrikant Hugo Max Oppenheim trat nach
Ende des Ersten Weltkrieges (1914−1918) aus der Israelitischen Religionsgemeinde aus,
obwohl er bis dahin stellvertretender Vorstandsvorsitzender war. Die Gründe hierfür
sind nicht bekannt.
Weiterhin durften sich in Sachsen auch keine neuen jüdischen Gemeinden grün-
den oder abspalten. Die bestehenden acht israelitischen Kultusgemeinden erhielten
dadurch den Charakter von „Zwangs-“ oder „Einheitsgemeinden“.
Als Folge der zunehmenden jüdischen Einwanderung aus dem europäischen
Osten kam es zu tiefgreifenden Kulturkonflikten in den sächsischen Gemeinden. Be-
sonders seit den 1880er-Jahren verlegten anfangs rumänische, später galizische und
polnische Juden ihren Wohnsitz nach Sachsen. Einen Höhepunkt gab es in den Jah-
ren 1908 bis 1911.
48
Sie gründeten Vereine und Organisationen, die sich der Pflege
des orthodoxen Ritus verschrieben. Die Ostjuden
49
, wie der jüdische Publizist Nathan
Birnbaum um 1900 die aus Osteuropa stammenden Juden bezeichnete, richteten oft-
mals eigene Religionsschulen und Betstuben ein. Ihnen wurde auch das Recht ein-
geräumt, eigene Begräbnisstätten, wenn auch innerhalb der Gemeindefriedhöfe, zu
errichten.
50
So wurde im Jahr 1927 ein orthodoxes Begräbnisfeld auf dem Friedhof in
Chemnitz geweiht. Diese rituellen Differenzen sowie Meinungsverschiedenheiten in
47 Hugo Fuchs: Geschichte der Juden in Chemnitz, S. 122.
48 Vgl. Ebenda, S. 125.
49 Zum Begriff Ostjuden vgl. u. a.: Andreas Herzog: Die Ostjuden. Kulturelle Wirklichkeit und Fiktion, in:
Ost und West. Jüdische Publizistik 1901-1928, Leipzig 1996, S. 252-279.
50 Vgl. Trude Maurer: Ostjuden in Deutschland 1918-1933, Hamburg 1986.

23
Bezug auf das Mitspracherecht zwischen Einwanderern und Alteingesessenen inner-
halb der Gemeinden führten insbesondere in den 1920er-Jahren zu heftigen inneren
Konflikten, wofür die Israelitische Religionsgemeinde Chemnitz ein markantes Bei-
spiel war. Die 1925 gebildete Jüdische Volkspartei Chemnitz setzte sich für die Gleich-
berechtigung der Ostjuden ein. Trotz aller Verleumdungen und Drohungen blieben
die sächsischen jüdischen Gemeinden aber weiterhin Einheitsgemeinden.
Es gab damals aber auch achtbare Versuche in Sachsen, sich mit Denken, Leben
und Sprache der osteuropäischen Juden zu befassen. So veröffentlichte Dr. Hermann
Leberecht Strack (1848–1922), ein evangelischer Theologe und Orientalist, 1917 ein
Lesebuch mit jüdisch-deutschen Texten im Leipziger Verlag „J. C. Hinrichs’sche Buch-
handlung“.
Alte und neue Formen der Judenfeindschaft stellten die vollzogene Gleich-
stellung der Juden in Sachsen ungeachtet aller Fortschritte in Frage. Bereits weni-
ge Jahre nach Gründung des Kaiserreiches hatte sich ein neuer Antisemitismus
51
ent-
faltet, der mit der Krise der bürgerlich-liberalen Gesellschaft infolge des Börsenkrachs
des Jahres 1873 und der darauffolgenden weltweiten Wirtschaftskrise zusammen-
hing. Gerade in jener Zeit entwickelte sich der Antisemitismus zu einem politischen
Kampfmittel und gewann darüber hinaus rasch an Ansehen. So fanden in den Jahren
1882 und 1883 erstmals „Internationale antijüdische Kongresse“ in den Städten Dres-
den und Chemnitz statt.
„Durch den Appell an die schlimmsten Instinkte der Massen“ würden, wie der
Dresdner Publizist Alphonse Levy (1838−1917), der von 1894 bis 1912 Generalsekretär
des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (CV)
52
war, bereits vor
über 120 Jahren eindringlich dargestellt und den Lesern seiner „Geschichte der Juden
in Sachsen“ ins Stammbuch geschrieben hatte, „weder die Religion noch die Sittlich-
keit“ gefördert, sondern geschädigt, und dadurch auch „das Vaterland!“
53
Dennoch waren Rassenideologie und Antisemitismus im Kaiserreich auf dem
Vormarsch. Besonders Lehre und Werk des aus England stammenden, längere Zeit in
Dresden lebenden Schriftstellers Houston Stewart Chamberlain (1855−1927) fanden um
1900 zunehmende Verbreitung. Seine bedeutendste Abhandlung, das zweibändige
Werk „Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts“, in dem er die Weltgeschichte
als einen Kampf der Rassen um die Vorherrschaft darstellte, erfuhr innerhalb zweier
Jahrzehnte mehrere Auflagen. Die 1905 gegründete „Gesellschaft für Rassenhygiene“
hatte auch bald Ortsgruppen in Sachsen.
Trotz alledem hatten die jüdischen Gemeinden im ersten Viertel des 20. Jahr-
hunderts in Sachsen feste Wurzeln geschlagen. Sie waren zu einem nicht mehr weg-
zudenkenden Bestandteil des öffentlichen Lebens im Königreich geworden und ihre
51 Vgl. Hermann Greive: Geschichte des modernen Antisemitismus in Deutschland. Darmstadt 1983,
S. 47-88.
52 Vgl. Abraham Barkai: „Wehr Dich!“. Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
1893-1933. München 2002.
53 Alphonse Levy: Geschichte der Juden in Sachsen, Berlin 1900, S. 109 (Reprint, 2014).

24
Mitglieder beeinflussten nachhaltig Wirtschaft, Kultur und Kunst, Wissenschaft und
zum Teil auch die Politik. Innerhalb der acht Gemeinden entfaltete sich von Beginn an
ein reichhaltiges jüdisches Leben. Es entstanden jüdische Schulen und Kindergärten
sowie Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime. Zahlreiche Organisationen und Ver-
eine für soziale, kulturelle und politische Belange wurden in diesen Jahrzehnten ins
Leben gerufen
54
.
Allein für Chemnitz konnten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben,
mindestens 43 jüdische Vereine ermittelt werden. Von diesen waren 13 im Bereich der
Wohltätigkeit tätig, zehn auf religiösem Gebiet, sechs wirkten im politischen Bereich,
jeweils sechs in den Bereichen Kultur und Sport. In fünf Vereinen wurde Jugendarbeit
verrichtet. Acht Vereine waren zionistisch ausgerichtet.
55
Vereine wie der Verein Jüdi-
sche Lesehalle und Kulturverein „Scholem Alejchem“, der die Pflege jüdischer Kultur
in überparteiischer Weise zum Ziel hatte, erlangten in den 1920er-Jahren zunehmend
Bedeutung. Mit Vorträgen, Zyklen, literarischen und dramatischen Lesungen wollten
die Vereinsmitglieder ihr Ziel erreichen. Darüber hinaus hatten damals jüdische Fabri-
kanten und Großkaufleute eine größere Zahl von Stiftungen errichtet.
56
Im September 1926 schlossen sich die jüdischen Gemeinden in Sachsen endlich
zu einem religionsgemeindlichen Zweckverband zusammen. Der Sächsische Israeli-
tische Gemeindeverband mit Sitz in Dresden wurde als eine Vereinigung öffentlicher
Religionsgemeinden umgehend vom sächsischen Gesamtministerium anerkannt. Er
verstand sich nicht als vorgesetzte Behörde, sondern als Vermittler zwischen Ge-
meinden und Staatsregierung. Rechtsanwalt Paul Salinger (1887−1933)
57
hob in sei-
ner Eigenschaft als Erster Vorsitzender später hervor, dass die Konstituierung des Ver-
bandes „kein leichtes Werk“ war. Es galt, „mannigfache Widerstände der einzelnen
Gemeinden zu überwinden, bis schließlich die Formen“ gefunden worden waren
58
.
Der Verband setzte sich darüber hinaus für die Schaffung, Unterhaltung und Unter-
stützung gemeinsamer Einrichtungen und Anstalten, wie das Henriettenstift in Dres-
den, und die Förderung der rechtlichen und wirtschaftlichen Stellung der jüdischen
Gemeindebeamten in Sachsen ein. Außerdem gab es den Landesverband für jüdische
Wohlfahrtspflege (gegr. 1925), die Landeskasse für jüdische Wanderfürsorge und die
Sächsische Israelitische Lehrervereinigung (gegr. 1926).
54 Vgl. Solvejg Höppner und Manfred Jahn: Jüdische Vereine und Organisationen in Chemnitz, Dresden
und Leipzig 1918 bis 1933. Ein Überblick, Dresden 1997.
55 Vgl. Solvejg Höppner, Jüdische Vereine und Organisationen, in: Jürgen Nitsche und Ruth Röcher (Hg.):
Juden in Chemnitz. Die Geschichte der Gemeinde und ihrer Mitglieder. Mit einer Dokumentation des
Jüdischen Friedhofes, Dresden 2002, S. 45-51.
56 Vgl. Cornelia Wustmann und Andreas Neubert: Stiftungen innerhalb der Israelitischen Religions-
gemeinde Chemnitz, in: Ebenda, S. 53-57.
57 Paul Salinger: Der Sächsische Israelitische Gemeindeverband. In: Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und
Adressbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine 1931/32, S. 6.
58 Ebenda.

25
Anfang der 1930er-Jahre lag die Gesamtzahl der im Freistaat Sachsen erfassten
Juden bei 23.552
59
und damit weit unter entsprechenden Zahlen für die meisten deut-
schen Länder. Der Anteil der Juden an der sächsischen Gesamtbevölkerung (4,992 Mil-
lionen Einwohner) betrug damit 0,46 Prozent (1895: 0,26 Prozent). Insgesamt lebten
hier aber, wenn man dies mit den jeweiligen Einwohnerzahlen der anderen mittel-
deutschen Länder – Territorien mit einer weitaus längeren jüdischen Tradition – ver-
gleicht, bei weitem mehr jüdische Bürger.
60
Nicht inbegriffen sind hierbei die Juden,
die damals in ehemals preußischen Gebieten lebten: Görlitz, Delitzsch, Eilenburg,
Torgau und Weißwasser.
61
Trotz aller Anfeindungen und Zwistigkeiten war Rabbiner Dr. Fuchs damals voller
Zuversicht, als er seinen eingangs erwähnten Beitrag beendete: „So darf die [sächsi-
sche – J. N.] Judenheit voll Vertrauen in die Zukunft sehen. Möge nur Not und Feind-
schaft nicht unerträglich werden! Dann wird sie voraussichtlich auch weiter ein le-
bendiges Glied der Judenheit bleiben.“
62
Er hatte aber damals schon die immer größer
werdende Gefahr erkannt, die durch den aufkommenden Nationalsozialismus den
Juden in Sachsen drohte.
Gerade in den Jahren 1927 bis 1931 gab es schon Vorboten, die die mörderische Ge-
walt gegen Juden in Sachsen ankündigten.
63
Unmittelbar nach den Reichstagswahlen
vom 5. März 1933 errichteten die Nationalsozialisten landesweit Konzentrations-
lager und bildeten „Schutzhaftabteilungen“ in Justiz- und Polizeigefängnissen. In
ihnen waren allein im Jahr 1933 insgesamt über 80.000 Menschen kürzere oder län-
gere Zeit inhaftiert. In Sachsen konnten bisher insgesamt 111 solcher Haftstätten in
80 Orten nachgewiesen werden. Bereits im Februar 1933 gab es erste Folterstätten,
in denen auch Juden schwer misshandelt wurden.
64
So wurde der Chemnitzer Fabri-
kant Louis Goldschmidt in dem Hansa-Haus am Theaterplatz, das als NS-Vereinslokal
diente, entsetzlich gequält. In den oberen Räumen des Hintergebäudes war eigens
ein „Vernehmungszimmer“ eingerichtet worden.
65
Seine Familie rettete ihn. Der Leip-
ziger Student Willy Fränkel, ein ehemaliges Mitglied der KPD, wurde im Lager Hohnstein
59 Vgl. Führer durch die jüdische Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege in Deutschland 1932–1933,
hg. v. d. Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin 1932, S. 320.
60 Im Vergleich zum Freistaat Sachsen: 23.252 Juden (Einwohner: 4.992.320): Freistaat Thüringen 3.603
Juden (Einwohner: 1.609.300), Freistaat Anhalt 1.140 Juden (Einwohner: 351.045) und Provinz Sachsen
8341 Juden (Einwohner: 3.277.476).
61 Vgl. Gunda Ulbricht: Exkurs zur Geschichte der Juden in den ehemals preußischen Gebieten, in: Juden
in Sachsen, S. 68-83.
62 Hugo Fuchs, Geschichte der Juden, S. 134.
63 Vgl. Hugo Fuchs: Zehn Jahre, in: Jüdisches Gemeindeblatt für Mittelsachsen. Chemnitz, Nr. 24, 20. Au-
gust 1937. – Josef Kahn wurde im November 1938 verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Er
konnte im Frühjahr 1939 auswandern.
64 Vgl. NS-Terror und Verfolgung in Sachsen. Von den frühen Konzentrationslagern bis zu den Todesmar-
schen, Dresden 2018, S. 456-461.
65 Vgl. Jürgen Nitsche: Textil-Syndikat GmbH und „TESYRA“-Strümpfe. Eine Spurensuche in Chemnitz
und Gelenau, in: Museumskurier des Chemnitzer Industriemuseums und seines Fördervereins. Hg.:
Förderverein Industriemuseum Chemnitz e. V., Heft 44, Chemnitz 2019, S. 16–18.

26
von Mithäftlingen dauernd gequält und schikaniert. Er überlebte auch. Hingegen
starb Dr. Max Sachs, bis März 1933 Redakteur der „Dresdner Volkszeitung“ (SPD), am 5.
Oktober 1935 an den Folgen schwerster Misshandlungen im Lager Sachsenburg.
Dr. Fuchs bezeichnete den Nationalsozialismus im Sommer 1937 als „eine Um-
wälzung ohnegleichen“, ohne diesen allerdings beim Namen zu nennen. Er pran-
gerte die seit 1933 eingetretenen „Veränderungen im Leben und in den Institutionen
der Gemeinden“ an, die infolge „der Struktur aller jüdischen Gemeinden in Deutsch-
land […] in der Hauptsache von der Initiative des 1. Vorstehers getragen werden“.
66
Konkret meinte er damit den Fabrikanten Josef Kahn (1881−1954), der die Israelitische
Gemeinde in Chemnitz seit 1927 leitete.
Rabbiner Dr. Fuchs bezog sich bei den „Veränderungen“ nicht nur auf die schwer-
wiegenden Zwangsmaßnahmen, die am 1. April 1933 mit dem Boykott gegen jüdische
Geschäfte, Kaufhäuser, Arztpraxen und Anwaltskanzleien begannen, sondern vor
allem auf das allumfassende „Sonderrecht für Juden“, womit die Nationalsozialisten
„gesetzliche Grundlagen“ für die Ausplünderung und Vernichtung der Juden ge-
schaffen hatten.
67
Infolge der ersten Boykottaktionen nahmen sich im Jahr 1933 die
Geschäftsleute Frida Blumenthal (Meerane) und Hugo Totschek (Döbeln) das Leben.
Noch am 7. November 1938 wurde in der „Jüdischen Gemeindezeitung für Mittel-
sachsen“ die „Dritte Bekanntmachung über den Kennkartenzwang“ vom 21. Juli 1938
behandelt und von der „Erhaltung einer möglichst großen jüdischen Gesamtaus-
wanderung auf lange Sicht“ gesprochen. Zwei Tage später brannten die Synagogen
und Betstuben in Deutschland. Die Nationalsozialisten zwangen Dr. Fuchs und wei-
tere Gemeindevertreter, die am 9. November 1938 verhaftet worden waren, Augen-
zeugen zu werden, wie die Chemnitzer Synagoge am Stephanplatz in Brand gesteckt
wurde.
Während der Novemberpogrome in Sachsen waren auch mehrere Hundert Ge-
schäfte, Firmen und Praxisräume von Zerstörung und Plünderung betroffen.
68
So
brannte das Kaufhaus Bamberger & Hertz am Leipziger Augustusplatz. Die Kauf-
häuser der Schocken Aktiengesellschaft in Aue, Auerbach (Vogtland), Chemnitz,
Frankenberg, Freiberg, Lugau und Oelsnitz (Erzgebirge) waren auch Ziel der Pogrom-
gewalt. Zersplitterte Schaufenster ließen erahnen, was sich damals vor und in den
Kaufhäusern abgespielt hatte. Überlieferte Schadenslisten, die die Konzernleitung
in Auftrag gegeben hatte, dokumentieren noch heute die erheblichen Schäden an
Gebäuden, Einrichtungsgegenständen und Waren. Hermann Fürstenheim, der Ge-
schäftsführer des Chemnitzer Warenhauses H. & C. Tietz, wurde am frühen Mor-
gen des 10. November 1938 in seiner Villa von vier SS- und SA-Männern aus dem
Schlaf gerissen und im Keller erschossen.
69
Weitere jüdische Männer starben in den
66 Hugo Fuchs: Zehn Jahre.
67 Joseph Walk (Hg.): Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat, Heidelberg 1996.
68 Vgl. Daniel Ristau: Bruch|Stücke. Die Novemberpogrome in Sachsen, Berlin und Leipzig 2018.
69 Vgl. Jürgen Nitsche: Warenhaus H. & C. Tietz Chemnitz, in: Jörn Richter (Hg.): Das Tietz Chemnitz.
Geschichte eines Warenhauses. Hg.: Jörn Richter, Chemnitz 2004.

image
27
Folgewochen im Konzentrationslager
Buchenwald (u. a. der Kaufmann David
Thorn aus Aue und der Elektromeister
Alfred Muscatblatt aus Leipzig). Dr. Fuchs,
der schwer misshandelt worden war,
blieb die Überführung nach Buchen-
wald erspart. Ein leitender Arzt hatte
ihn zur Behandlung in ein städtisches
Krankenhaus in Chemnitz einweisen las-
sen. Das dortige „Pogromsonderlager“
war in kürzester Zeit überfüllt. Al-
lein aus der Messestadt Leipzig wur-
den damals 554 jüdische Männer nach
Buchenwald gebracht, einige auch nach
Sachsenhausen.
70
Nach den Novemberpogromen ver-
ließ ein Großteil der sächsischen Juden
fluchtartig das Land. Rabbiner Dr. Fuchs
konnte im April 1939 über Holland zu
seinem Sohn Theodor nach Argentinien
emigrieren.
Nachdem am 20. Januar 1942 in der
Villa Am Großen Wannsee Nr. 56/58 in
Berlin die „Besprechung über die End-
lösung der Judenfrage“ stattfand, zu der
der Chef des Reichssicherheitshaupt-
amtes eingeladen hatte, wurde um-
gehend mit der Umsetzung, das heißt
der Vernichtung der europäischen Juden, begonnen. Bereits in der Nacht zum 21. Ja-
nuar 1942 wurden mit dem ersten Transport 785 Juden aus Dresden und Leipzig nach
Riga deportiert. In den Folgemonaten fuhren auch von Chemnitz aus Deportations-
züge in die Ghettos Beł yce und Theresienstadt. Die Gefangenen des Arbeitslagers
Hellerberg bei Dresden wurden am 2. März 1943 direkt nach Auschwitz deportiert.
Darunter befanden sich auch Juden (u. a. Justin Sonder), die im Rahmen der „Groß-
aktion Juden“ am 27. Februar 1943 in Chemnitz verhaftet worden waren. Die letzten
Transporte verließen Leipzig und Chemnitz am 12. bzw. 15. Februar 1945 in Richtung
Theresienstadt. Ein für den 10. März 1945 geplanter Transport aus Chemnitz, mit dem
die letzten Einwohner jüdischer Herkunft, ihre nichtjüdischen Ehepartner und ihre
Kinder („jüdische Mischlinge“ und „jüdisch Versippte“) deportiert werden sollten,
70 Ellen Bertram: Leipziger Opfer der Shoah. Ein Gedenkbuch, Leipzig 2015.
Helmut Eschwege, Schutzumschlag des Buches
„Fremd unter meinesgleichen“

28
kam aufgrund der schweren Angriffe der alliierten Luftstreitkräfte auf die Industrie-
stadt fünf Tage zuvor nicht zustande.
Die Überlebenden, die um ihre ermordeten Familienangehörigen trauerten und
sich oftmals heimatlos fühlten, verspürten dennoch Freude über die Befreiung vom
Nationalsozialismus am 8. Mai 1945 und hofften auf einen Neuanfang, so auch in
Sachsen.
71
Bereits im Jahr 1945 wurden die jüdischen Gemeinden in Leipzig, Dresden
und Chemnitz wieder gegründet. Kurzzeitig war auch die Israelitische Gemeinde in
Plauen dank der Initiative von David Stiefel wieder entstanden. Mit seinem Ableben
(1957) erlosch sie. Max Gertel gründete Ende Mai 1945 ein Hilfskomitee für notleidende
Juden in Zwickau, das aber wenige Monate später seine Arbeit wieder einstellte.
Die Jüdische Gemeinde zu Dresden, die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig
und die Jüdische Gemeinde Chemnitz waren fortan die Heimstätten der im Freistaat
Sachsen lebenden Juden. Daran änderte auch die 1952 veranlasste Verwaltungsreform
in der DDR nichts, die zur Gründung der Bezirke Dresden, Leipzig und Karl-Marx-
Stadt (ehemals Chemnitz) führte. Infolge des Aufkommens eines neuen Antisemitis-
mus bzw. Antizionismus in der DDR verließen in den Jahren 1952/53 mehrere hun-
dert Juden aus unterschiedlichen Motiven das Land, darunter 64 aus Leipzig (u. a.
Salo Looser und Fritz Grunsfeld) und 49 aus Dresden (u. a. Leon Löwenkopf). Mit dem
Kinoleiter Harry Magaram (Stollberg/Erzgebirge) hatte ein Mitglied der Jüdischen Ge-
meinde Chemnitz am 3. Januar 1953 seinen Austritt „aus politischen Gründen“ er-
klärt. Darüber hinaus wurden auch namhafte Juden in dieser Zeit aus der SED aus-
geschlossen. Der Ausschluss des Dresdner Historikers Helmut Eschwege (1892−1992) am
17. April 1953 wurde beispielsweise wie folgt begründet: „1. Wegen ideologischer Un-
klarheit, die darin bestand, dass er sich zur jüdischen Identität bekannte. […] 3. Der
Besuch von Flüchtlingen in Westberlin, der einen Bruch der Parteidisziplin bedeutete.
4. Seine Tätigkeit in der jüdischen Gemeinde in Dresden. 5. Seine Äußerungen, die er
gegenüber einem Genossen machte, wonach ‚jetzt alle Juden herausfliegen‘“.
72
In der Folgezeit wurde für die drei jüdischen Gemeinden der fortwährende Rück-
gang ihrer Mitgliederzahlen zum Hauptproblem, das sogar ihre Fortexistenz in Frage
stellte. Die Jüdische Gemeinde Chemnitz, die im Oktober 1961 endlich in ihr neues Ge-
meindehaus einziehen konnte, hatte im Jahr 1989 nur noch elf Mitglieder.
Als Folge der politischen Veränderungen in Osteuropa setzte nach 1990 eine
Emigrationswelle ein. Der von Siegmund Rotstein (1925−2020) geleitete Landesver-
band Sachsen der Jüdischen Gemeinden bemühte sich von Anfang an, die Heraus-
forderungen, die mit der Integration der Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der
ehemaligen Sowjetunion in das Gemeinde- und Berufsleben in Sachsen verbunden
waren, zu bewältigen. Gleichzeitig beabsichtigten die Gemeinden, neue Gottes-
häuser zu errichten. In den Jahren 2001 und 2002 wurden die Neuen Synagogen in
Dresden und Chemnitz feierlich geweiht.
71 Vgl. Nora Goldenbogen: Jüdisches Leben in Sachsen 1945 bis 1989, in: Juden in Sachsen, S. 177–209.
72 Vgl. Helmut Eschwege: Fremd unter meinesgleichen. Erinnerungen eines Dresdner Juden, Berlin 1991,
S. 76.

29
Das Verhältnis zwischen Sachsen und den dortigen jüdischen Gemeinden wird in
einem Staatskirchenvertrag geregelt, der am 7. Juni 1994 von dem Freistaat Sachsen
und dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden unterzeichnet wurde.
Am 23. Juni 1994 wurde der Vertrag durch ein Gesetz des Landtages gebilligt. Der
Vertrag wurde am 4. Dezember 2015 geändert. Demnach ist der Landesverband, der
seit dem Tode von Heinz-Joachim Aris (1934−2017) von Dr. Nora Goldenbogen geleitet
wird, gegenüber dem Land Ansprechpartner für jüdische Belange.
Seit dem Schuljahr 2019/20 können Schüler in Sachsen auch das Unterrichtsfach
„Jüdische Religion“ belegen. Das Fach unterliegt der staatlichen Schulaufsicht und
wird in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Landesverbandes Sachsen er-
teilt. Dazu wurden ein neuer sächsischer Lehrplan erstellt sowie die Stundentafeln
und Zeugnisformulare angepasst. Die Lehrenden (u. a. Dr. Ruth Röcher) werden
vom Landesverband gestellt und vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus re-
finanziert. Das Unterrichtsangebot beschränkt sich auf die Gemeindezentren Chem-
nitz, Dresden und Leipzig. In Sachsen haben die jüdischen Gemeinden insgesamt
rund 2.600 Mitglieder.
Rabbiner Dr. Fuchs, der am 6. Oktober 1949 in Cordoba (Argentinien) starb, hätte
folgende Worte zum Abschluss gefunden:
„Möge [die Druckschrift] viel Segen stiften“, indem sie bei den Lesern das Ver-
ständnis für die jüdische Geschichte und das jüdische Gefühl „vertieft und
stärkt!“
73
Vielleicht entdecken diese sogar die „wirkmächtigen Spuren“, die das Judentum in
den letzten 1000 Jahren in Sachsen hinterlassen hat.
73 Hugo Fuchs, Jüdische Geschichte, Vorwort zur zweiten und dritten Auflage, Frankfurt (Main) 1924,
S. VII.

30
Ausgewählte Literatur (1996–2021)
Bachmann, Ralf: Die Bornsteins. Eine deutsch-jüdische Familiengeschichte, Beucha 2006. [3., erw.
Aufl. 2010].
Bertram, Ellen: Leipziger Opfer der Shoah. Ein Gedenkbuch, Leipzig 2015.
Borrmann, Antje / Mölders, Doreen / Wolfram, Sabine (Hg.): Konsum und Gestalt. Leben und Werk
von Salman Schocken und Erich Mendelsohn vor 1933 und im Exil, Berlin 2016.
Brocke, Michael / Müller, Christiane E.: Haus des Lebens. Jüdische Friedhöfe in Deutschland, Leip-
zig 2001.
Diamant, Adolf: Ostjuden in Chemnitz. 1811 bis 1945. Eine Dokumentation anläßlich der Einweihung
des neuen Jüdischen Gemeindezentrums und der Synagoge in Chemnitz, Chemnitz 2002.
Ephraim-Carlebach-Stiftung / Sächsische Landeszentrale für Politische Bildung (Hg.) / Höppner, Sol-
vejg (Red.): Antisemitismus in Sachsen im 19. und 20. Jahrhundert, Dresden 2004.
Fuchs, Hugo: Zur Geschichte der Juden in Chemnitz, in: Mössinger, Ingrid / Fiedler, Uwe (Hg.): 125 Jahre
Jüdische Gemeinde in Chemnitz, Chemnitz 2010.
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e. V., Arbeitskreis Gedenkbuch (Hg.):
Buch der Erinnerung. Juden in Dresden, deportiert, ermordet, verschollen 1933–1945, Dresden
2006.
Gimpel, Gerhardt: Juden in einer kleinen Stadt. Illustrierte Texte zur Stadtgeschichte von Grimma/
Sachsen. Nachtrag, Beucha 2010.
Goldenbogen, Nora: Die Dresdner Synagoge. Geschichte und Geschichten (= Jüdische Miniaturen,
Bd. 20), Teetz 2004.
Haase, Norbert: Die Synagoge zu Görlitz. Ein vergessenes Gedenkzeichen (= Jüdische Miniaturen,
Bd. 31), Kyritz/Prignitz 2005. [2. Aufl. 2010].
HATiKVA – Bildungs- und Begegnungsstätte für Jüdische Geschichte und Kultur Sachsen e. V., Projekt-
gruppe Alter Jüdischer Friedhof (Hg.): Der Alte Jüdische Friedhof in Dresden, Teetz 2002.
Held, Steffen: Die Leipziger Stadtverwaltung und die Deportation der Juden im NS-Staat, Leipzig
2008.
Höppner, Solvejg / Jahn, Manfred: Jüdische Vereine und Organisationen in Chemnitz, Dresden und
Leipzig 1918 bis 1933. Ein Überblick, Dresden 1997.
Jensch, Hugo: Juden in Pirna, Pirna 1997. [2., geänd. Aufl. 2007].
Jersch-Wenzel, Stefi / Rürup, Reinhard (Hg.): Quellen zur Geschichte der Juden in den Archiven der
neuen Bundesländer, Bd. 1: Eine Bestandsübersicht, München 1996.
Jersch-Wenzel, Stefi / Rürup, Reinhard (Hg.): Quellen zur Geschichte der Juden in den Archiven der
neuen Bundesländer, Bd. 4: Staatliche Archive der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen
und Thüringen, München 1999.
Kalkbrenner, Anke: Das Henriettenstift. Zwischen Asylheim und Alten-Damenstift. Die Geschichte
eines jüdischen Altenheims, Dresden [1999].
Kowalzik, Barbara: Das jüdische Schulwerk in Leipzig 1912–1933 (= Geschichte und Politik in Sachsen,
Bd. 18), Köln, Weimar, Wien 2002.
Lämmerhirt, Maike: Juden in den wettinischen Herrschaftsgebieten. Recht, Verwaltung und Wirt-
schaft im Spätmittelalter (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen,
Kleine Reihe, Bd. 21), Köln, Weimar, Wien 2007.
Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden (Hg.): Juden in Sachsen. Wanderausstellung
„Juden in Sachsen“ Dresden 2002, [o. O.] [2002]. [= 1 CD-ROM].
Lang, Hubert: Zwischen allen Stühlen. Juristen jüdischer Herkunft in Leipzig (1848−1953), Kaufe-
ring 2014.

31
Lorz, Andrea: Schuhhaus H. Nordheimer. Lebensbilder jüdischer Unternehmer in Leipzig (= Ver-
öffentlichungen des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig), Leipzig 2002.
Lorz, Andrea: „Strebe vorwärts“. Lebensbilder jüdischer Unternehmer in Leipzig; Familie Heine und
ihr Unternehmen. Das Tuchhaus Gebrüder Heine; Familie Leo Jolowicz mit den Unternehmen
Buchhandlung Gustav Fock GmbH und Akademische Verlagsgesellschaft mbH, Leipzig 1999.
Lorz, Andrea: Suchet der Stadt Bestes. Lebensbilder jüdischer Unternehmer aus Leipzig, Leipzig 1996.
Mössinger, Ingrid / Fiedler, Uwe (Hg.): 125 Jahre Jüdische Gemeinde in Chemnitz, Chemnitz 2010.
Nitsche, Jürgen: Einleitung zum Reprint, in: Adolf Diamant: Juden in Annaberg im Erzgebirge. Zur
Geschichte einer untergegangenen Gemeinde. Unter besonderer Berücksichtigung der national-
sozialistischen Diktatur 1933–1945. Mit einer Dokumentation der noch vorhandenen Grabsteine
des zerstörten jüdischen Friedhofs, Chemnitz 2016.
Nitsche, Jürgen: Juden in Mittweida. Eine Spurensuche (= „Mittweidaer Rückblende“, Schriftenreihe
des Stadtarchivs und Stadtmuseums zur Geschichte der Stadt Mittweida und Umgebung, Bd. 6),
Mittweida 2018.
Nitsche, Jürgen: Jüdische Häftlinge im Konzentrationslager Sachsenburg. Eine erweiterte Bestands-
aufnahme, in: Pampel, Bert / Schmeitzner, Mike (Hg.): Konzentrationslager Sachsenburg (1933–
1937) (= Schriftenreihe der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer
politischer Gewaltherrschaft, in Kooperation mit dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitaris-
musforschung e. V. an der Technischen Universität Dresden, Bd. 16), Dresden 2018.
Nitsche, Jürgen / Röcher, Ruth (Hg.): Juden in Chemnitz. Die Geschichte der Gemeinde und ihrer Mit-
glieder; mit einer Dokumentation des jüdischen Friedhofs, Dresden 2002.
Nitsche, Jürgen / Morgenstern, Thomas: Moderne ohne Bauhaus. Wie jüdische Unternehmer und
ihre Industriearchitektur das Chemnitzer Stadtbild der Moderne prägten, Berlin, Leipzig 2020.
Piefel, Matthias: Antisemitismus und völkische Bewegung im Königreich Sachsen 1879–1914 (= Be-
richte und Studien / Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der TU Dresden,
Bd. 46), Göttingen 2004.
Pöllmann, Werner: Verstreut unter alle Völker. Rekonstruktion der Lebenswege der Familie Brandt
und anderer Juden im südlichen Vogtland zwischen 1880 und 1940 (= Markneukirchen von da-
mals bis morgen, Bd. 2), Markneukirchen 2007.
Pötzsch, Hansjörg: Antisemitismus in der Region. Antisemitische Erscheinungsformen in Sachsen,
Hessen, Hessen-Nassau und Braunschweig 1870–1914 (= Schriften der Kommission für die Ge-
schichte der Juden in Hessen, Bd. 17), Wiesbaden 2000.
Reinhold, Josef: Zwischen Aufbruch und Beharrung. Juden und Jüdische Gemeinde in Leipzig wäh-
rend des 19. Jahrhunderts, Dresden 1999.
Richter, Jörn (Hg.): Das TIETZ Chemnitz. Geschichte eines Warenhauses, Chemnitz 2004.
Richter, Tilo: Erich Mendelsohns Kaufhaus Schocken. Jüdische Kulturgeschichte in Chemnitz, Leip-
zig 1998.
Ristau, Daniel: Bruch|Stücke. Die Novemberpogrome in Sachsen, Berlin, Leipzig 2018.
Schäbitz, Michael: Juden in Sachsen – jüdische Sachsen? Emanzipation, Akkulturation und Integra-
tion 1700–1914 (= Forschungen zur Geschichte der Juden/A, Bd. 18), Hannover 2006.
Schmidt, Waltraut: Der Jüdische Friedhof Plauen: Geschichte, Gräber, Schicksale, Plauen 2003.
Ulbricht, Gunda / Glöckner, Olaf (Hg.): Juden in Sachsen. Eine Publikation von HATiKVA e. V. Dresden
und Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam, Leipzig 2013.
Wendehorst, Stephan (Hg.): Bausteine einer jüdischen Geschichte der Universität Leipzig (= Leipziger
Beiträge zur jüdischen Geschichte und Kultur, Bd. 4), Leipzig 2006.

32
Jüdische Gemeinde Chemnitz
Stollberger Str. 28, 09119 Chemnitz | Tel.: +49 071355 970 | mail.gemeinde@jg-chemnitz.de
www.jg-chemnitz.de
Jüdische Gemeinde Chemnitz K.d.ö.R.
Die Jüdische Gemeinde in Chemnitz wurde 1875 gegründet. Am 7. März 1899 wurde
die Synagoge am Stephanplatz auf dem Kaßberg eingeweiht. Zu diesem Zeitpunkt
zählte die Gemeinde über 1.000 Mitglieder, deren Anzahl bis zum Jahr 1923 auf 3.500
anwuchs. Am 9. November 1938 wurde die Synagoge am Stephanplatz in der Reichs-
pogromnacht vollständig zerstört. 1942 wurden alle Chemnitzer Jüdinnen und Juden,
die noch in der Stadt lebten, in die Vernichtungslager deportiert. 57 überlebende
Gemeindemitglieder kehrten 1945 nach Chemnitz zurück und bauten die Gemeinde
wieder auf. Am 24. Mai 2002 konnte, 64 Jahre nach Zerstörung der alten Synagoge,
die neue Synagoge in der Stollberger Straße eingeweiht werden. Heute zählt die jü-
dische Gemeinde Chemnitz rund 550 Mitglieder.
Synagoge:
Stollberger Str. 28, 09119 Chemnitz
Gemeindevorsitzende:
Dr. Ruth Röcher

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33

34
Jüdische Gemeinde zu Dresden K.d.ö.R.
Die erste urkundliche Erwähnung einer jüdischen Gemeinde in Dresden lässt sich für
das 13. Jahrhundert nachweisen. 1411 wurden die Grundstücke, inklusive der Syna-
goge, und das Vermögen der Dresdner Juden konfisziert und 1430 ihre Ansiedelung
in Sachsen und Thüringen verboten. Erst Ende des 17. Jahrhunderts gestattete Au-
gust der Starke – in Erwartung finanzieller Vorteile – wieder die Zuwanderung von
Juden. Am 8. Mai 1840 wurde die erste Dresdner Synagoge der Neuzeit nach Plänen
von Gottfried Semper unterhalb der Brühlschen Terrasse geweiht. Sie wurde in der
Reichspogromnacht 1938 zerstört. Vor 1933 zählte die Jüdische Gemeinde zu Dres-
den bis zu 5.000 Gemeindemitglieder. Bei Kriegsende 1945 lebten noch weniger als
50 Juden in der Stadt. Als erste Synagoge in der DDR wurde 1950 die neue Synagoge
in der Fiedlerstraße eingeweiht. An etwa der Stelle, wo bis 1938 die Sempersynagoge
stand, fand am 9. November 2001 die Weihe der Neuen Synagoge Dresden statt. Heute
zählt die Jüdische Gemeinde zu Dresden rund 700 Mitglieder.
In der der Jüdischen Gemeinde zu Dresden befindet sich auch das Archiv Gedenk-
buch. E-Mail: gedenkbuch@jg-dresden.org
Synagoge:
Hasenberg 1, 01067 Dresden
Rabbiner:
Akiva Weingarten
Gemeindevorsitzender:
Michael Hurshell
Jüdische Gemeinde zu Dresden
Hasenberg 1, 01067 Dresden | Tel.: +49 351 6560710 | sekretariat@jg-dresden.org
www.jg-dresden.org
Synagogenchor Dresden
Der Synagogenchor Dresden gestaltet die Schabbat- und Feiertagsgottesdienste
in Dresden und Chemnitz musikalisch und übt darüber hinaus eine rege Konzert-
tätigkeit aus. Sein Repertoire umfasst sowohl die aschkenasische Liturgie als auch
Synagogalmusik des 19. und 20. Jahrhunderts. In 2021 plant der Chor u. a. Konzerte
in Dresden, Görlitz und Teplice/Teplitz, deren jüdische Gemeinden historisch eng mit-
einander verbunden waren. In Dresden gibt er zudem ein Jubiläumskonzert anläss-
lich des 20. Jahrestages der Weihe der Neuen Synagoge.
Leitung: Ursula Philipp-Drescher | synagogenchor@jg-dresden.org

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35

36
Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig
K.d.ö.R.
Die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig wurde erst 1847 gegründet, obwohl
sich Spuren jüdischen Lebens bereits seit dem Mittelalter vor Ort nachweisen las-
sen. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts aber durften Juden sich dauerhaft in Leipzig
niederlassen. Es begann eine Zeit vielfältigen jüdischen Lebens in der Stadt. Die zu-
gewanderten Jüdinnen und Juden emanzipierten sich zunehmend als Leipziger Bür-
ger. Es entstand eine jüdische Infrastruktur: Synagogen wurden gebaut, Schulen und
Vereine gegründet. 1925 zählte die Gemeinde bereits rund 13.000 Mitglieder aus ver-
schiedenen Glaubensausrichtungen des Judentums. Sie war damit zur sechstgrößten
jüdischen Gemeinde in Deutschland herangewachsen.
In der Zeit des Nationalsozialismus und durch die Shoah wurde auch das jüdische
Leben in Leipzig fast vollständig zerstört und ausgelöscht. 1945 kehrten von den ehe-
maligen Gemeindemitgliedern gerade einmal 24 zurück. Heute ist die Gemeinde mit
über 1.300 Mitgliedern, mehrheitlich aus der ehemaligen Sowjetunion, wieder die
größte jüdische Gemeinde in Sachsen.
Synagoge:
Brodyer Synagoge, Keilstraße 4-6, 04105 Leipzig
Rabbiner:
Landesrabbiner Zsolt Balla
Gemeindevorsitzender:
Küf Kaufmann
Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig
Löhrstr. 10, 04105 Leipzig | Tel.: +49 341 9800233 | irg-leipzig@gmx.de
www.irg-leipzig.de

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Das Leipziger jüdische Lehrhaus Beth Etz
Chaim (Haus Lebensbaum) widmet sich der
Vermittlung jüdischen Wissens, jüdischer
Werte und jüdischer Traditionen. Das Lehr-
haus bietet einen geschützten Raum, ethi-
sche, moralische oder spirituelle Fragen zu stel-
len und zu diskutieren. „Richtig“ und „falsch“
sind dabei Kategorien, die von den Teilnehmenden
selbst entschieden werden. Basis für alle Gespräche sind Texte aus den jüdischen Tra-
ditionen, von Bibel bis jüdische Philosophie, und Religionsauslegung heute. Ergänzt
wird das Programm durch das Kennenlernen und Feiern der jüdischen Feiertage.
Beth Etz Chaim.
Lehrhaus-Gemeinschaft-
Teilhabe
e. V.
» Veranstaltungen und Projekte
Neu anfangen – mit dem jüdischen Kalender • Lernnacht. Ein
Bildungsprojekt • Die „Hohen Feiertage“ – oder über unsere
Verantwortung in der Welt • Jüdischer Glaube – Jüdisches Leben
heute (Sarah Borowik-Frank und Rabbinerin Esther Jonas-Märtin über
Jüdischsein heute)
Beth Etz Chaim. Lehrhaus-Gemeinschaft-Teilhabe e. V.
Ansprechperson: Rabbinerin Esther Jonas-Märtin | Tel.: +49 176 47772074 | info@etzchaim.de
www.etzchaim.de

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Bildungs- und Begegnungszentrum für jüdisch-christliche Geschichte und Kultur
Wiesenstraße 62, 08468 Reichenbach (Vogtl.) | Ansprechperson: Norbert Ehmler |
Tel.: +49 3765 2573720 | Fax: +49 3765 2573724 | kontakt@unsere-wurzel.de
www.unsere-wurzel.de
Das Bildungs- und Begegnungszentrum für jüdisch-christliche Geschichte und Kul-
tur vermittelt die im Judentum verankerten Wurzeln des christlichen Glaubens und
der europäischen Kultur. Die im Zentrum befindliche Dauerausstellung gewährt einen
Einblick in die Geschichte und Kultur des Judentums und zeigt den jüdischen Tempel
in unterschiedlichen Epochen und andere sehenswerte Exponate und Modelle. Vor-
träge, Lesungen und Konzerte zum jüdischen Leben bereichern das Bildungsangebot.
Darüber hinaus werden im Zentrum Hebräischkurse angeboten und gemeinsam jü-
dische Feste gefeiert.
Bildungs- und
Begegnungszentrum für jüdisch-
christliche Geschichte und
Kultur
» Veranstaltungen und Projekte
Ausstellung im Zentrum mit Führungen für Kinder und Erwachsene •
Vortrag über das Leben von Juden in der DDR mit Chaim Noll •
Lesung über Alfred Roßner, dem Schindler des Vogtlandes • Vortrag
mit Gabriel Berger über Antisemitismus in der DDR • Vorträge zu
Juden in Sachsen und Dresden • Vortrag über Luther und die Juden •
Konzert mit Rabbi Walter Rothschild und den Minyan Boys • Konzert
mit
den
Werken
verfemter
jüdischer
Komponisten
u. v. a. m.

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Bildungsverein Parcours e. V.
Ludwigstr. 79, 04315 Leipzig | Ansprechpersonen: Johannes Hohaus, Maud Vogel |
Tel.: +49 341 26580091 | info@parcours-bildung.org
www.parcours-bildung.org
Der Bildungsverein Parcours
e. V. führt vielfältige Projekte
der politischen Jugendbildung
durch. Mit unseren Bildungs-
angeboten möchten wir ins-
besondere schulische Träger bei der Erziehung zur Mündigkeit und der Förderung von
selbstbewusstem und eigenständigem Denken unterstützen. Neben den klassischen
eintägigen Workshopformaten sind wir auch immer auf der Suche nach Kooperations-
partner*innen, die mit uns längerfristige Projekte zu Themen der gruppenbezogenen
Menschenfeindlichkeit oder im Bereich der politisch-historischen Bildung sowie zu
Gedenk- und Erinnerungskultur umsetzen wollen.
Bildungsverein Parcours e. V.
» Veranstaltungen und Projekte
Projektwoche zu Nationalsozialismus und Holocaust (Gedenkstätten-
fahrten für Jugendliche) • Erinnerungskultur in der Migrations-
gesellschaft (Geschichtsprojekt für Migrant*innen) • Erinnerungs-
werkstatt – Verfolgte im Nationalsozialismus (Geschichtsprojekt für
Förderschüler*innen) • Dokumentationsarchiv Ressentiment und
Gewalt (Onlineplattform)

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Projekt BRUCH|STÜCKE
c/o HATiKVA e. V., Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden | Ansprechperson: Daniel Ristau |
Tel.: +49 152 23492255 | dristau@bruchstuecke1938.org
www.bruchstuecke1938.de
Das Forschungs- und Aus-
stellungsprojekt BRUCH|STÜCKE
widmet sich den November-
pogromen in Sachsen 1938.
Neben den Übergriffen fragt
es nach den Akteuren – den
Betroffenen, den Tätern und
den Zuschauern –, den Folgen
sowie den Geschichten, die
mit dem 9./10. November 1938
bis heute verbunden werden.
Die gleichnamige Wander-
ausstellung, die in drei Aus-
führungen mit unterschied-
lichen regionalen Schwerpunkten kostenfrei ausgeliehen werden kann, fördert die
Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex in der Bildungsarbeit. Lokale Akteure
werden angeregt, die Ausstellung mit eigenen Tafeln zu erweitern.
BRUCH|STÜCKE – Die
Novemberpogrome 1938
in Sachsen
» Veranstaltungen und Projekte
Wanderausstellung BRUCH|STÜCKE – Die Novemberpogrome in Sachsen
1938 (Begleitband: Daniel Ristau, Bruch|Stücke. Die November-
pogrome in Sachsen 1938, Berlin/Leipzig 2018) • Literaturdatenbank
BRUCH|STÜCKE, online unter: saxorum.de/themen/bruchstuecke-die-
novemberpogrome-in-sachsen-1938/

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Chabad Lubawitsch Sachsen
Tiergartenstraße 82, 01219 Dresden | Ansprechperson: Rabbiner Shneor Havlin |
Tel.: +49 351 6569552
www.chabad-sachsen.de
Bei Chabad Sachsen passiert eine Menge! In unserem
Zentrum in Dresden, welches wir mit Oberrabbiner Jona Metzger am 1. März 2003
feierlich eingeweiht haben, finden täglich verschiedenste Aktivitäten statt. An-
gefangen vom täglichen Minjan über Schiurim (Lehrkurse) bis hin zu sozialen An-
geboten, bietet unser Zentrum fast alle Angebote, die jüdisches Leben in Dresden
unterstützen. Dabei arbeiten wir mit lokalen jüdischen Vereinen zusammen, um
den Juden in Dresden ein möglichst großes Spektrum zu eröffnen. Höhepunkt unse-
rer wöchentlichen Aktivitäten ist sicherlich unser gut besuchter Kabbalat Schabbat
G-ttesdienst mit dem traditionell anschließendem Kiddusch.
Chabad Lubawitsch
Sachsen
» Veranstaltungen und Projekte
Kurse zur Kabbala, dem Jüdischen Gesetz, chassidistischer
Philosophie u. a. • integratives Kindergarten-Konzept in Dresden
und Leipzig • koscheres Catering • öffentliches Menorazünden zu
Chanukka • Sederabende zu Pessach • aktuelles Internet-Magazin

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Mit jüdischen Themen und der
Auseinandersetzung mit dem
Nationalsozialismus beschäftigt
sich das heutige Evangelische
Forum seit den 1970er Jahren.
Diese wurden mit der Zeit fester
Bestandteil der Arbeit. Da heraus
wurde 1992 die DIG-AG Chemnitz
gegründet. Politische Themen zu
Israel und seiner Beziehung zu
Deutschland kamen hinzu. Die
DIG-AG Chemnitz hat 25 Mit-
glieder. Einige von ihnen, wie
die Holocaust-Überlebende Renate Aris, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde
Chemnitz Dr. Ruth Röcher oder der Historiker Dr. Jürgen Nitsche werden über Chem-
nitz hinaus als Gesprächspartner geschätzt.
Deutsch-Israelische Gesellschaft e. V. –
Arbeitsgemeinschaft Chemnitz
» Veranstaltungen und Projekte
Regelmäßige Gedenkveranstaltungen am 27. Januar und
9. November • Zeitzeugengespräche an Schulen • Studientage mit
der Jüdischen Gemeinde Chemnitz zu unterschiedlichen Themen •
Beteiligung an den Tagen der jüdischen Kultur in Chemnitz mit bis
zu 70 Veranstaltungen
(www.tdjk.de)
Deutsch-Israelische Gesellschaft e. V. – Arbeitsgemeinschaft Chemnitz
www.ev-forum.kirchechemnitz.de

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Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Leipzig ist eine säkulare Initiative für die Be-
ziehung zwischen Deutschland und Israel und zur Bekämpfung jedes Antisemitismus.
Vorrangige Aufgabe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ist es, die Verbindungen
beider Länder in allen Fragen des öffentlichen und kulturellen Lebens zu vertiefen.
Zur Erreichung dieser übergeordneten Ziele dient die Gesellschaft darüber hinaus der
Förderung von Kunst und Kultur sowie der Erziehung und Bildung.
Deutsch-Israelische
Gesellschaft
e. V.
Arbeitsgemeinschaft
Leipzig
» Veranstaltungen und Projekte
Wiederkehrende Formate:
Monatlicher Jour Fixe (an jedem
1. Donnerstag im Monat; aktuell digital), Vorträge, Workshops,
Lesungen
2021:
Broschüre zu Ideologien, Kontinuitäten und pädagogischen
Interventionsmöglichkeiten im Themenfeld antisemitischer
Radikalisierung • 55 Jahre DIG, 30 Jahre DIG Leipzig
Deutsch-Israelische Gesellschaft e. V. Arbeitsgemeinschaft Leipzig
Ansprechpersonen: Richard Buchner (Vorsitzender), Christian Kleindienst (stellv. Vorsitzender) |
kontakt@dig-leipzig.de
www.dig-leipzig.de

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EnterHistory! ist eine freie, in Leipzig tätige Projektgruppe. Ein Schwerpunkt der bis-
herigen Arbeit ist die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Mit „Remem-
bering – Jüdische Lebenserinnerungen“ hat EnterHistory! ein partizipatives Projekt ins
Leben gerufen. Es verknüpft digitale Stadtgeschichte mit Jugend- und Erwachsenen-
bildungsarbeit, veranschaulicht die Verbindung der facettenreichen jüdischen Ge-
schichte mit der Stadtgeschichte, regt zur Selbstreflexion der Nutzer*innen an und
sensibilisiert insbesondere Jugendliche für den Umgang mit historischen Themen.
EnterHistory!
» Veranstaltungen und Projekte
ReMembering – Jüdische Lebenserinnerungen. Bildungsprojekt /
interaktive Karte
remembering-leipzig.de
• Broder, Cerf & Löbl –
Nachbarn auf Zeit. Buchpublikation • Leipzigs große Synagogen.
Stadtführung • Die Carlebach-Schule. Stadtführung • Next-Door-
Neighbours. Ausstellung / interaktive Karte
next-door-neighbours.de
EnterHistory!
Brockhausstraße 10, 04229 Leipzig | Ansprechperson: Jane Wegewitz, Tom Pürschel |
post@enterhistory.de, projekt@remembering-leipzig.de
www.enterhistory.de

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Die 1992 gegründete Ephraim Carle-
bach Stiftung widmet sich auf viel-
fältige Weise der Erforschung und
Publikation von Vergangenheit und
Gegenwart der Juden in Leipzig. Sie
ist operativ und kooperativ tätig
in den Bereichen Forschung und Bildung, Kunst und Kultur, Erinnerungsarbeit und
Denkmalpflege. Ihr besonderer Fokus liegt auf der Kooperation mit Schulen und an-
deren Bildungsträgern, um zur Sensibilisierung nachwachsender Generationen gegen
fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen in der eigenen Lebenswelt sowie
zur Teilhabe am interkulturellen Dialog beizutragen.
Ephraim Carlebach
Stiftung
» Veranstaltungen und Projekte
Was blieb von Sara …? Bildungsprojekt • Der Alte Israelitische
Friedhof zu Leipzig. Ausstellung und Webpräsentation • Looking Back
for Future. Bildungsprojekt • November 1938 – Szenische Sequenzen
des Erinnerns. Multimediaprojekt • Rolf-Kralovitz-Bibliothek •
Synagogen-, Stadt- und Friedhofsführungen
Ephraim Carlebach Stiftung
Löhrstr. 10, 04105 Leipzig | Ansprechpersonen: Dr. Kerstin Plowinski, Silvia Hauptmann |
Tel.: +49 341 211528 | Fax: +49 341 9137751 | carlebach-stiftung-leipzig@t-online.de
www.carlebach-stiftung-leipzig.de

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Der Erich-Zeigner-Haus e. V. ist
ein gemeinnütziger Verein, der
sich im Bereich der Erinnerungs-
kultur engagiert und für Zivil-
courage, Toleranz, Demokratie
und Weltoffenheit einsetzt. Be-
sonders kennzeichnend ist seine
historisch-politische Bildungs-
arbeit mit Jugendlichen und
Erwachsenen in Leipzig und
Sachsen in Form von gedenk-
kulturellen Projekten (Stolper-
steinprojekte, Stille-Helden-Pro-
jekte), Workshops (z. B. gegen
Antisemitismus und Rechtsex-
tremismus) und Vortragsveran-
staltungen. Das Erich-Zeigner-
Haus selbst ist Museum sowie
Bildungs- und Begegnungsstätte
für gelebte Zivilcourage.
Erich-Zeigner-Haus
e. V.
» Veranstaltungen und Projekte
Workshop/Konzert „Verfemte Musik“ (Jüd. Woche 2019 • Zeitzeugen-
gespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Dr. Eva Umlauf (2019) •
Gedenkstele für den Jüd. Fußballklub „Bar Kochba Leipzig“ (2018) •
„Mahnwache und Stolpersteine Putzen“ zum 9.11. (seit 2008) •
Workshop „Abbau von Antisemitismus“ (seit 2019)
Erich-Zeigner-Haus
e. V.
Zschochersche Straße 21, 04229 Leipzig | Ansprechperson: Henry Lewkowitz (M. A.) Geschäfts-
führer/2. Vorstandsvorsitzender | Tel.: +49 341 8709507 | kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de /
Für Anmeldungen: veranstaltungen@erich-zeigner-haus-ev.de / Zum 9. November: 9terno-
vember@erich-zeigner-haus-ev.de
www.erich-zeigner-haus-ev.de

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Der Förderkreis Görlitzer Synagoge e. V. setzt sich seit seiner Gründung 2004 dafür ein,
dass die Synagoge in Görlitz als Kulturforum und als Stätte des Gedenkens und des
Gebets wieder zugänglich gemacht und genutzt werden kann. Nach dem demnächst
zu erwartenden Abschluss der Restaurierung werden die Mitglieder des Förder-
kreises wie schon zuvor Workshops für Schüler*innen und Jugendliche, Führungen
und Vorträge organisieren und sich an der Durchführung eines anspruchsvollen Ver-
anstaltungsprogramms in der Synagoge beteiligen, das an die Geschichte und eigent-
liche Bestimmung des Gebäudes anknüpft.
Förderkreis
Görlitzer Synagoge e. V.
» Veranstaltungen und Projekte
Führungen und Veranstaltungen in der Synagoge • Erstellung von
didaktischem Material für Besucher der Synagoge (Multimedia-
Guide, Filme) • Im Rahmen von „1700 Jahre jüdisches Leben“
vorgeschlagen: die Erarbeitung eines Jugend-Theaterstücks zur
Geschichte der Görlitzer Juden im Mittelalter („Die Jüdin von Görlitz“)
Förderkreis Görlitzer Synagoge e. V.
c/o Markus Bauer, Große Wallstr. 18, 02826 Görlitz | Ansprechperson: Dr. Markus Bauer |
Tel.: +49 151 11611598 | synagoge-goerlitz@gmx.de
www.synagoge-goerlitz.de

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Unser Verein bietet all jenen eine Plattform, die helfen wollen, die nach wie vor gro-
ßen „weißen Flecke“ der Regionalgeschichtsschreibung besonders über die Zeit des
Nationalsozialismus, aber auch zum
Umgang damit in der Nachkriegs-
geschichte der DDR abzutragen. Der
Verein gibt denen eine Basis, die gegen
Verklärung und Legendenbildung in
der örtlichen Geschichtsaufarbeitung sind, weil sie für eine offene, demokratische
Zivilgesellschaft eintreten, in der „völkische Überheblichkeit“, Verleumdung von
Minderheiten, Hass gegen Fremde und Geringschätzung der Würde jedes Menschen
keinen Platz haben.
Freiberger Zeitzeugnis e. V.
» Veranstaltungen und Projekte
Ausstellungen: „Wenn nicht ein Wunder geschieht, halten wir es
nicht aus.“ • Buchvorstellungen: „Eine Reise zu Igor Mitoraj“ • Veröf-
fentlichungen: „Nassau/Erzgebirge: Ein Dorf im Wandel der Zeit“ •
Schulprojekte – Szenen der Oper „Brundibár“, mit Schülern einer
Lern-förderschule
Filmaufführungen
u. v. m.
Freiberger Zeitzeugnis e. V.
c/o Anna Engel, Friedrich-Olbricht-Straße 4, 09599 Freiberg | Ansprechpersonen: Daniel Groß-
mann, Anna Engel | Tel.: +49 163 8691996 | freiberger.zeitzeugnis@gmail.com
www.freiberger-zeitzeugnis.de

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Wir haben uns 2015 gegründet, um jüdische Küche
und kulinarische Traditionen zu fördern und be-
kannt zu machen. Durch gemeinsames Handeln im
sinnlichen Bereich des Kochens und Essens wollen wir
einen neuen, frischen und weniger intellektualisierten Zugang zum Judentum der
Gegenwart anbieten. Wir ermöglichen das Kennenlernen jüdischer Traditionen, Ge-
schmäcker und Einflüsse, bieten aber auch Jüdinnen und Juden eine Plattform, die-
sen Teil ihrer Identität zu feiern. Ausdrücklich wendet sich das Angebot auch an Men-
schen ohne vorherigen Kontakt zu jüdischen Themen.
Gefilte Fest Dresden
e.
V.
» Veranstaltungen und Projekte
Jedes Jahr veranstalten wir das
Gefilte Fest Dresden
, ein jüdisches
Foodfestival mit Kochkursen, Kochshows, Vorträgen, gemeinsamem
Ausprobieren und viel Freude. Immer zwei Tage zuvor findet der
Besondere Schabbat
, ein Festmahl zum Schabbateingang statt, das
Feierlichkeit, Segen und kulinarische Besonderheiten zu einem
familiären Fest verbindet.
Gefilte Fest e. V., Dresden
Ansprechpersonen: Elisabeth Ladenthin, Dr. Kai Lautenschläger, Katharina Schmidt-Brücken |
Tel.: +49 151 10781025 | vorstand@gefilte-fest-dresden.de
www.gefilte-fest-dresden.de

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Hervorgegangen aus dem 1981 ge-
gründeten Arbeitskreis „Begegnung mit
dem Judentum“ ist die GCJZ Dresden
seit 1991 als gemeinnütziger Verein in Er-
wachsenenbildung, Erinnerungs- und Jugend-
arbeit engagiert tätig. Im Sinne einer von Vielfalt,
Gleichberechtigung und Achtung geprägten Gesellschaft setzt sie sich für inter-
religiösen Dialog und interkulturellen Austausch ein. Wichtige Anliegen sind auch
die Vermittlung einer differenzierten Auseinandersetzung mit der Geschichte und die
Übernahme daraus resultierender Verantwortung.
Gesellschaft für
Christlich-Jüdische
Zusammenarbeit
e.
V.
» Veranstaltungen und Projekte
Weg der Erinnerung (Fahrradrundfahrt mit Schüler*innen zu Orten
jüdischen Lebens und Leidens in Dresden) • Denkzeichen (Tafeln, die
an jüdische Dresdner*innen und ihre Verfolgung im NS erinnern) •
Zusammenleben und Nachbarschaft – Jüdisches Leben in Sachsen
und Böhmen (Veranstaltungsreihe für „1700 Jahre JLID“)
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e. V.
Schützengasse 16, 01067 Dresden | Ansprechperson: Jakoba Schönbrodt-Rühl (Geschäfts-
führerin) | Tel.: +49 351 4943348 | info@cj-dresden.de
www.cj-dresden.de

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Ziel ist die Unterstützung nach Dresden immigrierter Intelligenz bei der sozialen, kul-
turellen sowie beruflichen Integration in die deutsche Gesellschaft. Die „neuen“
Dresdner verfügen über hohe Qualifikationen und berufliche Erfahrungen in Kul-
tur, Wissenschaft und Technik, sind aber auch mit einer sprachlichen Barriere kon-
frontiert und kaum mit den Besonderheiten des deutschen Arbeitsmarktes vertraut
bzw. beruflich integriert. Der Verein widmet sich der Umsetzung des von ihm ent-
wickelten Projekts zur „Steigerung der Konkurrenzfähigkeit russischsprachiger Kultur-
schaffender, Techniker, Ingenieure, Akademiker auf dem deutschen Arbeitsmarkt“
und leistet damit einen Beitrag zum Einstieg der Zugewanderten in die Berufstätig-
keit.
Gesellschaft für
Kultur, Ingenieurwesen
und Wissenschaften
(KIW-Gesellschaft
e. V.)
» Veranstaltungen und Projekte
1700 Wörter über die Juden von Dresden. Ausstellung • Zur
Erinnerung. Gedenktafel für die Menschen im sogenannten Juden-
haus in der Bautzner Str. 20, Dresden. Ausstellung • Deutsch-
Jüdischer Dialog. Kinoklub
KIW-Gesellschaft
e. V.
Bautzner Str. 20 HH, 01099 Dresden | Ansprechpersonen: Dr. Juri Tsoglin, Pawel Nedselskij |
Tel.: +49 +49 351 2797662 | Kiw_dd@arcor.de
www.kiw-dresden.de

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Die in Penig ansässige Bürger_inneninitiative „Gesicht zeigen – Netzwerk für demo-
kratisches Handeln“ ist 2013 angesichts zunehmender rechter Aktivitäten in und um
Penig gegründet worden. Die Initiative möchte mit Hilfe von Bildungs- und Auf-
klärungsarbeit v. a. Rassismus, Antisemitismus und Neofaschismus entgegenwirken.
Ein Schwerpunkt der Initiative bildet seit 2015 die Aufarbeitung der Geschichte des
ehemaligen KZ-Außenlagers Penig.
Gesicht zeigen –
Netzwerk für demokratisches
Handeln
» Veranstaltungen und Projekte
Informationsveranstaltung zu jüdischer Religion und Kultur mit
Uwe Dziuballa • Informationsveranstaltungen und Projekttage
zum ehemaligen KZ-Außenlager Penig • Informations- und
Gedenktafel zum KZ-Außenlager Penig • Informationstafel zu
nationalsozialistischer Zwangsarbeit in Penig
Gesicht zeigen - Netzwerk für demokratisches Handeln
Ansprechpersonen: Ringo Gründel, Jan Sobe | gesichtzeigen@gmx.de
www.erinnerungsort-penig.de

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54
HATiKVA wurde 1992 aus einer bereits bestehenden Interessen-
gemeinschaft gegründet. Der hebräische Name ist Ausdruck der
Philosophie des Vereins, der es als seine Aufgabe ansieht, die
Kenntnisse über das Judentum zu verbessern und dem Anti-
semitismus entgegenzuwirken. Die wichtigsten Arbeitsfelder sind:
Bildungsveranstaltungen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Grundschulalter
bis zur Seniorenakademie, öffentliche Vorträge, Workshops, Ausstellungen und Kon-
zerte, Forschungsprojekte zur jüdischen Geschichte und Gegenwart Sachsens sowie
unsere Onlinezeitschrift Medaon (medaon.de).
HATiKVA - Bildungs- und Begegnungsstätte für
jüdische Geschichte und Kultur Sachsen e. V.
» Veranstaltungen und Projekte
Im Programm „1700 Jahre“: Jüdischer Kulturpfad. Judaica in
Dresdner Sammlungen entdecken. • Auf der Suche nach Mark
Question. Ein Angebot für inklusives historisches Lernen •
„Schlussstrich, Weltbank, Israel …“ – Methoden für die
Auseinandersetzung mit modernen Formen des Antisemitismus
HATiKVA
e. V.
Pulsnitzer Str. 10, 01099 Dresden | Ansprechpersonen: Lenka-Maria Lange, Dr. Gunda Ulbricht |
Tel.: +49 351 8020489 | Fax: +49 351 8047715 | info@hatikva.de
www.hatikva.de
|
www.medaon.de

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Die Hillersche Villa ist ein soziokulturelles Zentrum im Drei-
ländereck Deutschland/Tschechien/Polen. Die NETZWERKSTATT
der Hillerschen Villa arbeitet im Be-
reich Demokratiebildung und betreibt Aufklärung und Prä-
vention. Wir bieten vor allem Schulworkshops und Semi-
nare zu zeitgeschichtlichen Themen an. Dazu gehört auch
die jüdische Regionalgeschichte: Wir wollen das histori-
sche jüdische Leben in Zittau wieder sichtbarer machen
und stärker im Stadtbewusstsein verankern. Dazu bieten
wir u. a. Stolperstein- und Friedhofsführungen, Projekt-
tage und Exkursionen an.
Hillersche Villa gGmbH /
NETZWERKSTATT
» Veranstaltungen und Projekte
Führungen auf dem jüdischen Friedhof Zittau • Stadtführungen –
jüdisches Zittau • Zittauer Stolpersteinpat:innen • MAZEWA –
jüdisches Leben und Sterben im Dreiländereck
Hillersche Villa – Soziokultur im Dreiländereck / NETZWERKSTATT –
Zeitgeschichte und Zivilgesellschaft
Klienebergerplatz 1, 02763 Zittau | Ansprechpersonen: Anne Kleinbauer, Patrick Weißig |
Tel.: +49 3583 779622 | netzwerkstatt@hillerschevilla.de
www.hillerschevilla.de
|
www.hillerschevilla.de/netzwerkstatt-blog/

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Die JCHA in Leipzig ist eine Einrichtung der Evange-
lisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und assozi-
iert mit den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Judentum und
Christentum teilen eine große Bibliothek biblischer Texte und mit ihnen Hoffnungen
und Grundsätze, mit denen wir unser Leben gestalten. Unterschiedliche Traditionen
des Deutens und Verstehens bereichern uns gegenseitig. Wir begegnen uns in alltäg-
lichem und wissenschaftlichem Austausch, lernen uns kennen und verstehen, bauen
Feindschaft und Vorbehalte ab, stärken einander unter Achtung der Unterschiede und
Gemeinsamkeiten.
Jüdisch-Christliche
Arbeitsgemeinschaft (JCHA)
» Veranstaltungen und Projekte
Vortrag: „Das Konstantinische Dekret von 321“ • Monatlicher Vortrag
im Rahmen von „
#
beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher
als du denkst“, u. a.: „Eine Heilige Schrift – zwei Religionen“, „Purim
bzw. Fastnacht“, „Pessach bzw. Ostern“, „Bar*Bat Mitzwa bzw.
Konfirmation/Firmung“
Jüdisch-Christliche Arbeitsgemeinschaft Leipzig (JCHA)
Haus der Kirche, Burgstr. 1-5, 04109 Leipzig | Ansprechpersonen: Dr. Timotheus Arndt,
Elke Goldstein | Tel.: +49 341 212009435 | info@jcha.de
www.jcha.de

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Die Jüdische Musik- und Theaterwoche Dresden
ist ein gemeinnütziger Verein, der jüdische Kunst
und Kultur einem großen Kreis interessierter Men-
schen zugänglich machen und das jüdische Leben
in die Öffentlichkeit bringen möchte. Das jährlich stattfindende Festival Jüdische
Woche Dresden ist ein Ort der Begegnung, des Entdeckens und des Vergnügens. Es
ist für uns eine zentrale Aufgabe, stereotypen Bildern entgegenzuwirken und mit der
kulturellen Diversität des Judentums zum Gelingen einer offenen und pluralistischen
Gesellschaft beizutragen.
Jüdische Musik- und
Theaterwoche Dresden e. V.
Jüdische Musik- und Theaterwoche Dresden e. V.
Bautzner Straße 20, 01099 Dresden | Ansprechperson: Avery Gosfield | Tel.: +49 152 17710957 |
info@juedische-woche-dresden.de
www.juedische-woche-dresden.de
» Veranstaltungen und Projekte
Das Festival setzt sich jedes Jahr mit aktuellen Themen auseinander:
Beispielsweise mit dem muslimisch-jüdischen Dialog (2016),
Migration (2014) oder junger jüdischer Kultur (2015). Das Angebot
reicht dabei von Musik, Literatur und Theater über Film, Angebote
für Kinder und Jugendliche bis zu einem Food Festival oder
öffentlichen Gottesdiensten.

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„Kommen und Gehen“ – Das Sechsstädtebund-
festival! realisiert seit 2018 jährlich im August ein
gleichnamiges Festival, das Begegnungsräume für
klassische Musik und Popkultur schafft. Produk-
tionen und Konzertprogramme sind im polnisch-
tschechisch-deutschen Grenzgebiet verankert
und beschäftigen sich mit dem reichen kulturel-
len Erbe des historischen Bundes der Sechsstädte
Bautzen, Görlitz, Kamenz, Löbau, Luban und Zittau. Kooperationen von Künstler:in-
nen unterschiedlicher Stile, aus der Region und dem weiteren In- und Ausland su-
chen nach der gesellschaftlichen Funktion von Musikmachen und -hören.
„Kommen und Gehen“ –
Das Sechsstädtebundfestival! e. V.
„Kommen und Gehen“ – Das Sechsstädtebundfestival! e. V.
c/o Frank Rischer, Jacobsdörfel 10, 02247 Strahwalde | Ansprechpersonen: Hans Narva, Hanna
Viehöfer-Jürgens | Tel.: +49 176 23912463 (H. Narva), +49 162 2603360 (H. Viehöfer-Jürgens) |
mail@kommenundgehen.org
www.kommenundgehen.org
» Veranstaltungen und Projekte
„Weggehen- und Ankommenmüssen“: Ouvertüre zum Festival im
Oktober 2017 • „Kommen und Gehen“ – Das Sechsstädtebundfestival!
2018, 2019 und 2020 u. a. mit der Produktion „Persönlichkeit und
Widerstand im Sechsstädtebund“, einem Artistic Research in und
mit der Gedenkstätte Bautzen • Kooperationen mit dem Neiße Film
Festival, dem Lausitz Festival, dem Fokus Festival und anderen

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Am Leipziger Dubnow-Institut erforschen rund 30 Wissenschaftlerinnen und Wissen-
schaftler interdisziplinär und mit einer gesamteuropäischen Perspektive jüdische
Lebenswelten von der Neuzeit bis in die Gegenwart vor allem in Mittel- und Ost-
europa. Räume der jüdischen Emigration, insbesondere Israel und Amerika, sind
dabei eingeschlossen. Das international angesehene Forschungsinstitut ist der sä-
kularen Tradition seines Namensgebers verpflichtet, des jüdisch-russischen Histori-
kers Simon Dubnow (1860–1941), der als kultureller Mittler zwischen ost- und west-
europäischem Judentum wirkte.
Leibniz-Institut für jüdische
Geschichte und Kultur – Simon
Dubnow
Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow (DI)
www.dubnow.de,
www.mimeo.dubnow.de/
Goldschmidtstraße 28, 04103 Leipzig | Ansprechpersonen: Marion Hammer (Sekretariat),
Dr. Julia Roos (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) | Tel.: +49 341 21735-50 | Fax: +49 341 21735-55 |
info@dubnow.de
» Veranstaltungen und Projekte
Simon-Dubnow-Vorlesung • Jüdische Geschichte & Kultur. Magazin
des Dubnow-Instituts • Mimeo. Blog der Doktorandinnen und
Doktoranden am Dubnow-Institut • Publikationsreihen „Schriften des
Dubnow-Instituts“, „Jahrbuch des Dubnow-Instituts“ und „toldot –
Essays zur jüdischen Geschichte und Kultur“

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Der Chor ist ein Unikat in der deut-
schen Musikgeschichte: 1962 von
Oberkantor Werner Sander (1902–
1972) gegründet, um die durch die
Shoah verstummte jüdische Musik
wieder erklingen zu lassen, wid-
met sich das nichtjüdische En-
semble bis heute der Aufführung synagogaler Chormusik von Renaissance bis Moder-
ne sowie jiddischer und hebräischer Lieder. 2017 erhielt das Ensemble den Ehrenpreis
der Obermayer German Jewish History Awards. 2020 wurde auf Initiative des Chores
die „Revitalisierung synagogaler Chormusik des 19. und 20. Jahrhunderts Osteuropas“
als gutes Praxisbeispiel in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes
eingetragen.
Leipziger Synagogalchor e. V.
Leipziger Synagogalchor e. V.
c/o Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig | Ansprechperson: Ludwig Böhme (künst-
lerischer Leiter), Reinhard Riedel (Vorstandsvorsitzender), Susann Günther (geschäftsführende
Assistentin) | Tel.: +49 341 35123250 | kontakt@synagogalchor-leipzig.de
www.synagogalchor-leipzig.de
» Veranstaltungen und Projekte
Kol Sch’muel. Der Leipziger Kantor Samuel Lampel. (CD/Buch 2021) •
Digitales Chorarchiv bei musiconn.performance/sachsen.digital
(2020/21) • Cantate l’Adonai. Konzertreihe in Sachsen (2019/20) •
Klingende Toleranz. Ein Synagogenkonzert von 1926 (CD 2019) •
Lidl fun goldenem land. Jiddische Melodien (CD 2016) • Konzerte,
Gedenkveranstaltungen
u. a. m.

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61
Das Münchner-Platz-Komitee unterstützt die Gedenkstätte Münchner Platz darin, die
Erinnerung an die Verbrechen und an das Leid der Opfer des Nationalsozialismus und
der SBZ/DDR wachzuhalten, Lehren aus dem Missbrauch der Justiz für die heutige
Zeit zu ziehen und die Bedeutung einer rechtsstaatlichen Verfassung herauszuheben.
So übernimmt das Komitee etwa die Betreuung von Besuchergruppen insbesondere
aus Polen, die Organisation von Gedenkveranstaltungen, von Zeitzeugengesprächen
und von anderen Veranstaltungen zu historischen und aktuellen Themen und fördert
gedenkstättenpädagogische Aktivitäten.
Münchner-Platz-Komitee
e. V.
Münchner-Platz-Komitee
e. V.
Goethestr. 23, 01109 Dresden | Ansprechperson: Wolfgang Howald | Tel.: +49 351 8804027 |
Fax: +49 351 8804087 | muenchner-platz-komitee@web.de
www.stsg.de
» Veranstaltungen und Projekte
Organisation der jährlichen Gedenkfeier der Stadt Dresden zum
27. Januar • „Polen, die während des Holocaust Juden retteten“,
Ausstellung • „Fritz Bauer – Der Staatsanwalt“, Ausstellung in
Kooperation mit dem MHM • „Warum wir nach Sachsen gekommen
sind“,
Ausstellung
Jüdische
„Kontingentflüchtlinge“
u. a.

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62
Das Netzwerk Jüdisches Leben e. V. ist eine 2019
gegründete Plattform für Institutionen, Initia-
tiven, Vereine, Organisationen und Expert*in-
nen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit jüdischer Kultur, Gesellschaft,
Religion, Politik, Geschichte und Zeitgeschichte beschäftigen und für jüdisches Leben
heute und gegen Antisemitismus engagieren. Das Netzwerk bietet Austausch, Ver-
netzung, Vermittlung, Information und Weiterbildung. Neben dem Aufbau des Netz-
werkes realisiert es auch ausgewählte Einzelprojekte. Der Verein ist in Leipzig an-
sässig.
Netzwerk Jüdisches
Leben
e. V.
» Veranstaltungen und Projekte
Salon für jüdische Kultur und Wissenschaft • Jung und jüdisch
in der DDR. Ausstellung • Jüdische Lernnacht. Bildungsprojekt •
N.O.Body: Aus eines Mannes Mädchenjahren. Publikation • Hana –
eine jüdisch-sorbische Geschichte. Ausstellung • „Keine leichte
Sehnsucht“. Ausstellung • Friedel Stern. Israels bekannteste
Karikaturistin aus Leipzig
Netzwerk Jüdisches Leben e. V.
PF 10 02 50, 04002 Leipzig | Ansprechpersonen: Dr. Nora Pester, Thomas Schneider |
Tel.: +49 341 58155898 | Fax: +49 341 92790857 | info@netzwerk-juedisches-leben.org
www.netzwerk-juedisches-leben.org

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Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden
Ansprechperson: Michael Hurshell (künstlerischer Leiter) | schalom@juedische-philharmonie-
dresden.de
www.juedische-philharmonie-dresden.de
Die Neue Jüdische Kammerphilharmonie wurde 2007 ge-
gründet, um Werke von Komponisten jüdischer Herkunft,
die ab 1933 verfolgt, verfemt oder ermordet wurden, in Deutsch-
land wieder zu Gehör zu bringen. Das Ensemble tritt im In- und Ausland auf, gastiert
regelmäßig in Berlin (wo bereits zwei Mal das Konzert vom MDR Figaro aufgezeichnet
und gesendet wurde) und erhielt Einladungen zu diversen Festivals – u
.
a. zu den
Dresdner Musikfestspielen. Das Profil des Repertoires ist einzigartig in Europa und
beinhaltet auch deutsche Erstaufführungen sowie Uraufführungen vergessener
Werke. 2015 absolvierte das Orchester eine vielbeachtete Konzertreise nach Israel, im
Rahmen des 50. Jahrestags der diplomatischen Beziehungen Israel-Deutschland. Im
Januar 2017 wurde das Ensemble mit dem internationalen Hosenfeld-Szpilman Preis
ausgezeichnet. Unter der Leitung von Chefdirigent Michael Hurshell spielte das En-
semble bis jetzt über 100 Konzerte und erweckte damit eine vergessene Musikkultur
zu neuem Leben.
Neue Jüdische
Kammerphilharmonie Dresden
» Veranstaltungen und Projekte
Konzert in der Semperoper: Kooperationsprojekt mit der Jüdischen
Gemeinde zu Dresden – Semperoper – Staatsschauspiel Dresden –
Sächsische Akademie der Künste – TU Dresden • „Verbotene Musik“ –
Soiree mit dem Ensemble der Semperoper

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Das Notenspur-Projekt begreift das außergewöhnliche musikalische Erbe Leipzigs als
Teil der städtischen Identität und macht es im Stadtraum erlebbar. Musik verbindet
Menschen und vermittelt Werte wie soziale Sensibilisierung und Identifikation mit
dem Gemeinwesen auch in Milieus abseits der Hochkultur. Seit über 10 Jahren wid-
met sich der Notenspur-Verein generationsübergreifend der „Wiedereinbürgerung“
des jüdischen Kulturerbes in die Stadtgesellschaft und nutzt dabei die Verbindung
von Musik mit authentischen Orten jüdischen Lebens. Der Notenspur Leipzig e. V. ist
seit 2018 Träger des Europäischen Kulturerbe-Siegels.
Notenspur Leipzig e. V.
Notenspur Leipzig e. V.
Wintergartenstr. 2, 04103 Leipzig | Ansprechpersonen: Prof. Dr. Werner Schneider, Karoline
Konrad | Tel.: +49 341 9733741, +49 341 25354860 | schneider@notenspur-leipzig.de, konrad@
notenspur-leipzig.de
www.notenspur-leipzig.de
» Veranstaltungen und Projekte
Schneeblumen-Gedenkweg • Notenspur-Salon und Wandelkonzert •
Wir feiern, singen, tanzen – Jüdische Kultur für Kinder • Vertraute
Töne im Fremden entdecken – Projekttage mit Jugendlichen •
Hörspielreihe zu jüdischem Leben zum Leipziger Hörspielsommer •
Ez Chaim Synagoge – Verlorene Orte jüdischen Lebens wieder-
gewinnen

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Das Schalom Begegnungszentrum in Erinnerung
an Anne Frank möchte das Gedenken an jüdi-
sches Leben in den vergangenen Jahrhunderten
und speziell an die Verfolgung der Juden während der NS-Zeit besonders für die junge
Generation wachhalten. Dazu herausgefordert sahen wir uns durch die Pläne der NPD,
ein Schulungszentrum für ihre Jugendarbeit in unserer Nähe aufzubauen. Als Antwort
darauf ist im Jahr 2013 unser Begegnungszentrum entstanden. Wir sehen unseren
Bildungsauftrag darin, das Thema
Shoah auf unterschiedlichen Ebenen
den Besuchern zu vermitteln.
Schalom
Begegnungszentrum
Delitzsch
» Veranstaltungen und
Projekte
Dauerausstellung „Versteckt
um zu überleben“ Versteck
mit multimedialer
Erlebnisreise • Anne Frank
Gedenklauf (16.7.2021) •
Kinderbuch „Paula und
das Versteck auf dem
Bauernhof“ • Verleihung
eines Schalom-Preises für
sozial engagierte Bürger
(9.11.2021)
Schalom Begegnungszentrum in Erinnerung an Anne Frank
Mauergasse 19a, 04509 Delitzsch | Ansprechpersonen: Matthias Mittmann, Jens Rudolph |
Tel.: +49 34202 329330| schalom-delitzsch@gmx.de
www.schalom-delitzsch.de

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Der SCHALOM e. V. wurde am 9. September 1998 in Chem-
nitz gegründet. Zu Beginn lagen unsere Schwerpunkte
bei der Organisation von Lesungen, Vorträgen und klei-
nen Ausstellungen. Doch schnell entwickelten wir uns
weiter in die Breite. Deutsch-Informationskurse und
Sozialarbeit wurden ein sehr wichtiger Schwerpunkt durch die sehr schnell wachsen-
de russischsprachige jüdische Gemeinschaft. Gesprächs- & Diskussionsrunden sowie
Schulbesuche wurden ausgebaut. Daraus ergibt sich oft die Betreuung von Schüler-
und Diplom-Arbeiten. Ergänzt wird unser Angebot durch Stadtführungen und Musik-
abende.
SCHALOM e. V., Chemnitz
Schalom
e. V.
Heinrich-Zille-Straße 15, 09111 Chemnitz | Ansprechperson: Uwe Dziuballa |
Tel.: +49 371 6957769, +49 172 9150345 | UweDziuballa@aol.com
www.schalom-chemnitz.de
» Veranstaltungen und Projekte
„SCHALOM Tag“ • „SCHALOM heißt Frieden“ • „Zimmer im Grünen“ •
„Eine Erde ein Leben“ • „Bunt wie die Welt“ • „Wir machen Dampf“ •
„Ein ganz gewöhnlicher Jude“ • „WERTE-leben, WERTE-er-leben“ •
„Die Kippa bleibt“ • „Jüdisches Leben in Sachsen“

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Besuchsprogramm für ehemalige jüdische Leipziger und deren Nachfahren
Seit 1992 lädt das Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig ehemalige
jüdische Leipzigerinnen und Leipziger in ihre Geburtsstadt ein. Im Jahr 2009 wurde
das Programm auch für die Kinder und Enkel der Überlebenden geöffnet, damit auch
sie in Kontakt mit Leipzig bleiben und den Ort entdecken können, mit dem schöne,
aber auch entsetzliche Erinnerungen der eigenen Familienhistorie verknüpft sind. Bis
heute konnte die Stadt Leipzig schon etwa 1000 Gäste aus mehr als 20 Ländern im
Rahmen des Besuchsprogramms begrüßen.
Städtepartnerschaft Leipzig-Herzliya
Im Jahr 2011 wurde die Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Herzliya offi-
ziell begründet. Heute gestalten das Referat Internationale Zusammenarbeit der
Stadt Leipzig, der Verein Städtepartnerschaft Leipzig-Herzliya e. V., die Israelitische
Religionsgemeinde zu Leipzig und zahlreiche weitere Partner die intensiven städte-
partnerschaftlichen Aktivitäten sowie die verschiedenen weiteren Beziehungen mit
Israel.
Stadt Leipzig: Besuchsprogramm,
Städtepartnerschaft Leipzig-Herzliya
Verein Städtepartnerschaft Leipzig-Herzliya e. V.
c/o ISUCON GmbH, Schuhmachergäßchen 1-3, 04109 Leipzig | Ansprechperson: Christopher
Zenker | info@leipzig-herzliya.de
www.leipzig-herzliya.de
Stadt Leipzig, Referat Internationale Zusammenarbeit
Martin-Luther-Ring 4-6, 04109 Leipzig | Ansprechperson: Dr. Gabriele Goldfuß, Dr. Sven Traut-
mann | Tel. +49 341 1232051 | info@leipzig-herzliya.de
www.leipzig.de/besuchsprogrammleipzig.de/herzliya

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68
Die Förderung der jüdischen Religionsgemeinde und des in den 90er Jahren neu er-
wachten religiösen und kulturellen jüdischen Lebens in Leipzig wurde zur Motivation
wie auch Funktion für die Arbeit des gemeinnützigen Vereins, der in diesen Tagen
sein 20-jähriges Bestehen begehen kann. Nach der Fertigstellung des Kultur- und
Begegnungszentrums Ariowitsch-Haus, für das insbesondere über das damalige Ku-
ratorium wesentliche Sponsorenmittel eingeworben werden konnten, unterstützt
der Verein das jüdische, aber auch interreligiöse Leben in unserer Stadt.
Synagoge und
Begegnungszentrum Leipzig
e.
V.
» Veranstaltungen und Projekte
Gemeinsame Projekte mit jüdischen Gemeinden in unseren Partner-
städten (Houston, Thessaloniki, Brno): Begegnungen, Lesungen,
Musizieren • Kooperationsveranstaltung mit der Ephraim Carlebach
Stiftung im Club International (Vorstellung der Israelitischen
Religionsgemeinde zu Leipzig) • Alte jüdische Musik in Konzert und
Präsentation
Synagoge und Begegnungszentrum Leipzig e. V.
Hinrichsenstraße 14, 04105 Leipzig | Ansprechpersonen: Gisela Kallenbach (Vorsitzende),
Doris Benner (Stellv. Vorsitzende) | Tel.: +49 341 22541002 | Fax: +49 341 2255744 |
kontakt@synagoge-leipzig.de
www.synagoge-leipzig.de

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69
Seit 1992 werden die Tage der jüdischen Kultur veranstaltet.
In Nachfolge des Veranstalters Deutsch-Israelische Gesell-
schaft schlossen sich 2008 Chemnitzer Einrichtungen und
Vereine zum Trägerverein T.d.j.K. e. V. zusammen. Die jüdi-
sche Gemeinde, das Evangelische Forum, der Bürgerverein und
viele weitere Vereine beschlossen, künftig im Verbund mit vielen weiteren Partnern
die Tage durchzuführen. Zum nunmehr 30. Mal begehen wir 2021 das jährlich statt-
findende zweiwöchige Festival mit einem vielfältigen Programm – dieses Jahr mal
nun ausnahmsweise im Mai, sonst jedoch immer rund um das Purimfest.
Tage der jüdischen Kultur in
Chemnitz
e. V.
Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz e. V.
c/o Jüdische Gemeinde Chemnitz, Stollberger Str. 28, 09119 Chemnitz | Ansprechpersonen:
Egmont Elschner, Chris Münster | Tel.: +49 172 3711363, +49 157 83046499 | post@tdjk.de
www.tdjk.de
» Veranstaltungen und Projekte
15.5.–30.5.2021 – 30. Tage der jüdischen Kultur • Prospekt –
30 Jahre Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz • Website
Stolpersteine – Chemnitz • App – jüdisches Chemnitz

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Der Verein ist ein gemeinnütziger und staatlich anerkannter Träger der Freien Jugend-
hilfe. Der Verein arbeitet hauptsächlich auf drei Arbeitsfeldern der Kinder- und
Jugendhilfe:
der Familienbildung gemäß § 16 SGB VIII mit dem (transkulturellen) Familien-
zentrum Tüpfelhausen
der informellen Kinder- und Jugendbildung gemäß § 11 SGB VIII mit dem „Bildungs-
zentrum G.E.O.R.G. - Kein Kind zurücklassen“
der (internationalen und interkulturellen) demokratiefördernden Jugendarbeit ge-
mäß § 11 SGB VIII mit Jugendaustauschen, Jugendbegegnungen und dem „Inter-
nationalen, interkulturellen Fußballbegegnungsfest“
Tüpfelhausen – Das Familienportal e. V.
» Veranstaltungen und Projekte
Internationales, interkulturelles Fußballbegegnungsfest • Bi-, tri- und
multilaterale Jugendbegegnungen in Deutschland, Tschechien und
Israel • Trilateraler Jugendworkshop „restore the hope, restore the
future“
Tüpfelhausen – Das Familienportal e. V.
Georg-Schwarz-Straße 116, 04179 Leipzig | Ansprechpersonen: Katrin Auerswald, Christoph
David Schumacher | Tel.: +49 341 26345222 | info@tuepfelhausen.de
www.tuepfelhausen.de

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Das Ariowitsch-Haus ist ein bunter Mittel-
punkt im Leben seiner Nachbarn, der jüdi-
schen Gemeinde, aller LeipzigerInnen und Gäs-
ten der Stadt. Hier finden Konzerte, Lesungen,
Ausstellungen, Vorträge, Seminare und das ge-
meinsame Feiern traditioneller jüdischer Feste statt.
Der Verein bemüht sich um Aufklärung und Prävention
gegen Antisemitismus und Rassismus und um die Förderung der gesellschaftlichen
Toleranz. Als Begegnungszentrum bietet es Tanz-, Mal- und Zeichenkurse, Schach,
Theater-, Literatur-, Sprach- und Computerkurse an – für alle unabhängig von Alter,
Herkunft, Religion und Kultur.
Zentrum Jüdischer Kultur –
Ariowitsch-Haus
e. V.
Zentrum Jüdischer Kultur – Ariowitsch-Haus e. V.
Hinrichsenstraße 14, 04105 Leipzig | Ansprechpersonen: Küf Kaufmann (Direktor), Anja Lippe
(MA Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen) | Tel.: +49 341 22541002 | Fax: +49 341 2255744 |
kontakt@ariowitschhaus.de
www.ariowitschhaus.de
» Veranstaltungen und Projekte
Über das gesamte Jahr verteilt Konzerte, Vorträge, Lesungen etc. •
Projekte „Abbau von Antisemitismus“, „Rap against Hate“ und
„Interaktion: jüdisches Leben in Leipzig“ • Großes Kursangebot
für jedes Alter • Mitveranstalter der zweijährlich stattfindenden
Jüdischen Woche in Leipzig

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Jüdische Geschichte in der Stadt- und
Landesgeschichte
Die Stadtmuseen in Sachsen archivieren, erforschen, präsentieren und vermitteln in
ihren vielfältigen Ausstellungsformaten auch die Geschichte der Jüdinnen und Juden
in ihren jeweiligen Orten und deren Beitrag zur lokalen Geschichte.
In Dokumenten, Objekten und Erinnerungsstücken wird die Entwicklung jüdischer
Gemeinden und Organisationen sowie das Wirken jüdischer Persönlichkeiten in Wirt-
schaft, Kultur und Stadtgesellschaft rekonstruiert. Sie geben neben einem histori-
schen Überblick auch einen Einblick in die Einzelschicksale jüdischer Bürgerinnen
und Bürger, zum Beispiel
durch Zeitzeugenberichte
von Überlebenden der
Shoah.
Die Museen behandeln
die wechselvolle Ge-
schichte und ambivalen-
te Stellung von Jüdinnen
und Juden in Sachsen –
von der beginnenden An-
erkennung, Gleichstellung
und Emanzipation mit der
einsetzenden Industria-
lisierung bis zu ihrer Ver-
folgung, Vertreibung und
Vernichtung im National-
sozialismus. Die Aus-
stellungen werden durch
Veranstaltungen, diverse Online-Angebote wie Datenbanken, Zeitzeugeninterviews
und Videoformate, durch Publikationen, Themenführungen sowie Vermittlungs-
angebote für Schulklassen und Erwachsene ergänzt.
Die stadtgeschichtlichen Museen in Sachsen eröffnen, besonders im Themenjahr
„1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, Räume der Begegnung mit jüdischem
Leben und jüdischer Kultur in Vergangenheit und Gegenwart.
Alte Dresdner Synagoge von Gottfried Semper („Semper-Synagoge“), erbaut
1839–1840, zerstört 1938, Lithographie von L. Thümling um 1860

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Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Markt 1, 04109 Leipzig | Tel.: +49 341 9651340 | stadtmuseum@leipzig.de
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de
smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Stefan-Heym-Platz 1, 09111 Chemnitz | Tel.: +49 371 9119990 | info@smac.sachsen.de
www.smac.sachsen.de
Tel.: +49 371 4884424 | kunstsammlungen@stadt-chemnitz.de
www.kunstsammlungen-chemnitz.de
Museen der Kunstsammlungen Chemnitz
Brüderstraße 8, Untermarkt 4, 02826 Görlitz |
Tel.: +49 3581 87910 | kontakt@schlesisches-museum.de
www.schlesisches-museum.de
Schlesisches Museum zu Görlitz
Stadtmuseum Dresden
Wilsdruffer Straße 2 (Eingang Landhausstraße), 01067 Dresden |
Tel.: +49 351 4887302 | sekretariat@museen-dresden.de
www.stmd.de
Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Tel.: +49 351 49142000 | besucherservice@skd.museum
www.skd.museum

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Internationaler Frauentag
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Schabbat HaChodesch
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Schabbat Sachor
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Erew Pessach | Schabbat HaGadol
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März 2021 Adar | Nissan 5781

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9.3. Zwischen Orthodoxie und Reform. Rabbiner Zacharias
Frankel als Vordenker des positiv-historischen
Judentums
Vortrag mit Publikumsgespräch
»
Stadtmuseum, Dresden
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit |
www.cj-dresden.de
27.3. Seder – der schwierige Weg zur Freiheit
Gespräch
»
Leipzig
Beth Etz Chaim. Lehrhaus-Gemeinschaft-Teilhabe e. V. |
www.etzchaim.de
29.3. Pessachfest in der Petrikirche
Feier / Festival Schalom 2021
»
Petrikirche, Freiberg
Stadt Freiberg |
www.freiberg.de
28.3.–27.4. „Gegen das Vergessen“
Wanderausstellung
»
Niedermarkt 8, Waldheim
Zeichnungen von Thomas Geve, die in Konzentrations- und Arbeitslagern
entstanden, sowie historische Fotografien von dem damaligen Gefangenen
Alfred Stüber
François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur |
www.francois-maher-
presley.com/gegen-das-vergessen/wanderausstellung/
Jan.–Juni Jüdisch sein – mehr als eine Religion …
Podcast / Leipziger Gespräche
»
Volkshochschule Leipzig
Volkshochschule Leipzig
www.buergerrecht-akademie.de/podcast
/ vhs-leipzig.de
Febr.–Nov. Was blieb von Sara …?
Workshops, Präsentationen
»
Leipzig
Ephraim Carlebach Stiftung |
www.carlebach-stiftung-leipzig.de
ganzjährig „Die Volkshochschule Chemnitz und ihr jüdisches
Erbe“. Initiativen für jüdische Erwachsenenbildung
im Vorfeld der Gründung der Privaten Jüdischen
Volksschule in Chemnitz (1939). Eine Spurensuche
Publikation
»
Chemnitz
Volkshochschule Chemnitz |
www.vhs-chemnitz.de
ganzjährig Mein jüdischer Nachbar in Chemnitz
Interkultureller Austausch Chemnitz
Volkshochschule Chemnitz |
www.vhs-chemnitz.de
ganzjährig „Auf den Spuren jüdischen Lebens in Mittweida“
mit Jürgen Nitsche
Vortragsreihe, Stadtrundgang
»
Mittweida
Stadt Mittweida |
www.mittweida.de
Alle Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Änderungen vorbehalten.

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Pessach
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Karfreitag
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Ostermontag
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Jom HaSikaron
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April 2021 Nissan | Ijar 5781

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13.4.,
20:22 Uhr
Schneeblumen-Gedenken. In Erinnerung an den
Todesmarsch von 1.500 Frauen des KZ Buchenwald-
Außenlagers in Markkleeberg am 13. April 1945
Gedenkveranstaltung mit Live-Musik »
Lössniger Park, Nähe
Gaststätte Zur Schäferei, Leipzig
Notenspur Leipzig e. V. |
www.notenspur-leipzig.de
22.4. Michael Stacheder liest Max Mannheimer: Spätes
Tagebuch
Lesung mit Musik »
Stadtmuseum Pirna
Stadt Pirna |
www.pirna.de
22.4. „Der Schmuggel über die Zeitgrenze“ – Chaim Noll
Lesung, Gespräch »
Bildungs- und Begegnungszentrum für jüdisch-
christliche Geschichte und Kultur, Reichenbach
„Entweder wir erziehen die Kinder zu Heuchlern oder wir beenden diese
ganze Problemlage und gehen einfach weg.“
Chaim Noll, geb. 1954 in Ost-
Berlin
Bildungs- und Begegnungszentrum für jüdisch-christliche Geschichte und
Kultur, Reichenbach |
www.unsere-wurzel.de

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Tag der Arbeit
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Christi Himmelfahrt
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Erew Schawuot
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Pfingstsonntag
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Pfingstmontag
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Mai 2021 Ijar | Siwan 5781

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1.5.–15.6. „Gegen das Vergessen“
Wanderausstellung
»
Markt 1, Leisnig
Zeichnungen von Thomas Geve, die in Konzentrations- und Arbeitslagern
entstanden sowie historische Fotografien von dem damaligen Gefangenen
Alfred Stüber
François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur |
www.francois-maher-
presley.com/gegen-das-vergessen/wanderausstellung/
15.5.–30.5. 30. Tage der Jüdischen Kultur Chemnitz
Festival
»
Chemnitz
Tage der Jüdischen Kultur in Chemnitz e. V. |
www.tdjk.de
15.5.–15.8. „Tu BiShvat – Fest der Bäume“
Ausstellung
»
Chemnitz
Werke & Biografien bedeutender jüdischer Unterstützer*innen des
Museums
Kunstsammlungen Chemnitz |
www.kunstsammlungen-chemnitz.de
26.5. Jüdisches Leben in Freiberg – eine Spurensuche;
Ausstellung „Wenn nicht ein Wunder geschieht“
Ausstellungen, Stadtführungen, Vorträge
»
Kinopolis, Freiberg
Freiberger Zeitzeugnis e. V. |
www.freiberger-zeitzeugnis.de
Mai/Juni Im Fluss der Zeit – Jüdisches Leben an der Oder
Ausstellung, Filmvorführung, Vortrag, Buchvorstellung, Diskussion
»
Jüdische Gemeinde zu Dresden
Münchner-Platz-Komitee e. V. |
www.stsg.de/cms/dresden/startseite

80
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Fronleichnam
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Zom Tammus
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Juni 2021 Siwan | Tammus 5781

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1.6.–25.7. „Uns eint die Liebe zum Buch“ – Jüdische Verleger
in Leipzig
Ausstellung
»
Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de
6.6., 19 Uhr Festspielkonzert: Mieczysław Weinberg
Konzert
»
Neue Synagoge, Dresden
Neue Jüdische Kammerphilharmonie bei den Dresdner Musikfestspielen
www. juedische-philharmonie-dresden.de
14.6.–18.7. Jüdisches Leben in Freiberg – eine Spurensuche;
Ausstellung „Spurensuche/Verwoben“
Ausstellungen, Stadtführungen, Vorträge
»
Nikolai-Kirche, Freiberg
Freiberger Zeitzeugnis e. V. |
www.freiberger-zeitzeugnis.de
27.6. Eröffnung der Jüdischen Woche in Leipzig
Festival
»
Augustusplatz vor der Oper, Leipzig
Stadt Leipzig |
www.leipzig.de/juedische-woche
27.6.–4.7. Schalom – Jüdische Woche in Leipzig 2021
Festival
»
Leipzig
Zentrum Jüdischer Kultur – Ariowitsch-Haus e. V. / Stadt Leipzig
www.leipzig.de/juedische-woche
30.6.–30.8. „Gegen das Vergessen“
Wanderausstellung
»
Markt 1, Hainichen
François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur |
www.francois-maher-
presley.com/gegen-das-vergessen/wanderausstellung/
Juni Jüdischer Glaube – Jüdisches Leben heute
Gespräch
»
Leipzig
Poetry Slammerin Sarah Borowik-Frank & Rabbinerin Esther Jonas-Märtin im
Gespräch
Beth Etz Chaim. Lehrhaus-Gemeinschaft-Teilhabe e. V. |
www.etzchaim.de
Juni/Juli Sinnliche Jüdische Rundreise
Festival
»
rechtselbisch, unter dem Brückenbogen Marienbrücke,
Dresden
Kunst der Lüge e. V. |
www.luegenmuseum.de/sinnliche-juedische-rundreise/
Juni Der Alte Israelitische Friedhof zu Leipzig – Zeuge
jüdischer Geschichte und Kultur
Ausstellung, Präsentation
»
Ariowitsch-Haus, Leipzig
Ephraim Carlebach Stiftung |
www.carlebach-stiftung-leipzig.de
Juni/Juli „Sie bringen mich weg. Ich weiß nicht wohin.“
Filmvorführung, Gespräch
»
Leipzig
Bildungsverein Parcours e. V. |
www.parcours-bildung.org

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Juli 2021 Tammus | Aw 5781

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2.7., 15–19 Uhr Jüdisches Straßenmusikfest „Le‘Chaim, Leipzig!“
Festival
»
Innenstadt, Leipzig
Zentrum Jüdischer Kultur – Ariowitsch-Haus e. V. |
www.ariowitschhaus.de
2.7.–4.7. 7. Internationales Fußballbegegnungsfest
Interkulturelles Sportfest
»
Leipzig
Tüpfelhausen – Das Familienportal e. V. |
www.fussballbegegnungsfest.eu
3.7.–4.7. Tate-Mame – kulturelle Verwandtschaften in Sprache
und Musik: Karolina Trybala mit Ensemble CANNELLE
Konzerte und Workshops
»
Westflügel, Leipzig
Lindenfels Westflügel e. V. |
www.westfluegel.de
4.7., 18 Uhr „… mit ihm zu weinen über die Welt“
Paul Ben-Haim: JORAM
Konzert
»
Gewandhaus zu Leipzig, Grosser Saal
Oratorium für Soli, Chor und Orchester op. 18
Abschlusskonzert der Jüdischen Woche Leipzig
Viktorija Kaminskaite | Falk Hoffmann | Daniel Ochoa | Leipziger Synagogal-
chor | Kammerchor Josquin des Préz | MDR-Jugendchor | Ensemble Consart |
Knabenchor Dzvinochok (Ukraine) • Akademisches Orchester der Universität
Halle-Wittenberg | Leitung: Ludwig Böhme • 17 Uhr Einführung von Prof. Dr.
Jascha Nemtsov (Weimar)
Leipziger Synagogalchor e. V. |
www.synagogalchor-leipzig.de
5.7., 20 Uhr „… mit ihm zu weinen über die Welt“
Paul Ben-Haim: JORAM
Konzert
»
Händelhalle in Halle/Saale
Oratorium für Soli, Chor und Orchester op. 18
Leipziger Synagogalchor e. V. |
www.synagogalchor-leipzig.de
8.7. „Jüdisches Leben, Glauben und Kultur“ – Themenabend
beim Hörspielsommer Leipzig
Veranstaltungsreihe „170 Jahre deutsch-jüdisches Miteinander in
Leipzig – Vertraute Töne im Fremden entdecken“
»
Richard-Wagner-
Hain, Leipzig
Notenspur Leipzig e. V. |
www.notenspur-leipzig.de/jns
18.7.–Sep. Robert und Clara Schumann und ihre jüdischen
Freunde
Ausstellung
»
Robert-Schumann-Haus, Zwickau
Stadt Zwickau |
www.schumann-zwickau.de

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Lejl Selichot
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August 2021 Aw | Elul 5781

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16.8. Moderne Synagogalmusik zum Mitsingen mit Shulamit
Lubowska und Yoed Sorek in Görlitz
Konzert / Festival
»
Synagoge, Görlitz
„Kommen und Gehen“ - Das Sechsstädtebundfestival! e. V.
www.kommenundgehen.org
28.8., 18 Uhr „Herrn Lublins Laden und weitere Orte jüdischer
Geschichten“
Lesung mit Musik
»
Bautzen
Literaturnobelpreisträger Samuel Agnon schrieb einen Leipzig-Roman, Bert-
hold Auerbach in Dresden Schwarzwälder Dorfgeschichten. Die Albertina
birgt den Leipziger Machsor, das Stadtmuseum Eduard Bendemanns Bildnisse
von Felix Mendelssohn Bartholdy. Auf dem Stadtwappen von Meißen reitet
ein Jude, und die Tochter des Leipziger Rabbis lieh Mercedes ihren Namen.
Caramba, der Rostlöser, wurde in Dresden erfunden, Thomas Theodor Heine
machte die Bulldogge satirefähig. Diese und weitere jüdische Geschichten
aus Sachsen erzählt Henner Kotte mit dem Chandler Swing Trio.
Bildungsgut Schmochtitz St. Benno
www.bildungsgut-schmochtitz.de

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Erew Rosch HaSchana
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Rosch HaSchana 5782
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Zom Gedalja
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Schabbat Schuwa
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Jom Kippur
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Sukkot
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Schemini Azeret
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Simchat Tora
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September 2021 Elul 5781 | Tischri 5782

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1.9.–31.10. Keine leichte Sehnsucht
Ausstellung, Kunstkooperation
»
Leipzig / Herzliya
Netzwerk Jüdisches Leben e. V. / Stadt Leipzig
www.netzwerk-juedisches-leben.org
3.9.–20.9. „Gegen das Vergessen“
Wanderausstellung
»
Döbelner Str. 6, Lommatzsch
Zeichnungen von Thomas Geve, die in Konzentrations- und Arbeitslagern
entstanden, sowie historische Fotografien von dem damaligen Gefangenen
Alfred Stüber
François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur |
www.francois-maher-
presley.com/gegen-das-vergessen/wanderausstellung/
9.9.–31.10. Subtile Selbstverständlichkeiten * Heimat.Europa.
Ausstellung
»
Untermarkt 23, Görlitz
Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e. V. (FVKS)
www.fotofestival-goerlitz.eu
11.9. Jiddische Musik mit der Gruppe „Aufwind“
Konzert / Festival Schalom 2021
»
Freiberg
Stadt Freiberg |
www.freiberg.de
19.9., Eröffnung
22.9.–28.9.
SUKKOT XXL
Religiöser Feiertag
»
Burgplatz, Leipzig
Zentrum Jüdischer Kultur – Ariowitsch-Haus e. V.
www.ariowitschhaus.de
19.9., 11 Uhr Konzert der Neuen Jüdischen Kammerphilharmonie
Konzert
»
Semperoper Dresden
Leitung: Michael Hurshell
www.juedische-philharmonie-dresden.de
Sept. Jung und jüdisch in der DDR
Buchvorstellung, Gespräch
»
Leipzig
Netzwerk Jüdisches Leben e. V. |
www.netzwerk-juedisches-leben.org
Sept. Gedenkort Ehemaliges Außenlager „Schlesiersee I“
des KZ Groß-Rosen
Einweihung einer Gedenktafel und Begleitveranstaltungen
»
Sława/
Polen und Dresden
Münchner-Platz-Komitee e. V. |
www.dpg-sachsen.eu
2. Halbjahr „Die Jüdin von Görlitz“
Aufführung
»
Kulturforum Görlitzer Synagoge
Theaterstück, das mit dem JugendTheaterClub am Theater Görlitz erarbeitet
und einstudiert wird
Förderkreis Görlitzer Synagoge |
www.synagoge-goerlitz.de

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Tag der Deutschen Einheit
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Reformationstag
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Oktober 2021 Tischri | Cheschwan 5782

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89
1.10.–3.10. Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart: Jüdische
Woche als Gast im Societaetstheater
Festival
»
Societaetstheater, Dresden
Jüdische Musik- und Theaterwoche Dresden e. V.
www.juedische-woche-dresden.de
1.10.–13.10. „Gegen das Vergessen“
Wanderausstellung
»
Markt 4, Rosswein
Zeichnungen von Thomas Geve, die in Konzentrations- und Arbeitslagern
entstanden, sowie historische Fotografien von dem damaligen Gefangenen
Alfred Stüber
François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur |
www.francois-maher-
presley.com/gegen-das-vergessen/wanderausstellung/
6.10. Sukkot bzw. Erntedankfest
Vortrag / Gespräch der monatlichen Reihe „#beziehungsweise:
jüdisch und christlich – näher als du denkst“
»
Ariowitsch-Haus
Leipzig
Jüdisch-Christliche Arbeitsgemeinschaft |
www.jcha.de
8.10. Besonderer Schabbat
Feier
»
Dresden
Gefilte Fest Dresden e. V. |
www. gefilte-fest-dresden.de
10.10. Gefilte Fest Dresden
Jüdisches Foodfestival
»
Dresden
Gefilte Fest Dresden e. V. |
www. gefilte-fest-dresden.de
14.10. Behrend Lehmann zwischen Hannover, Halberstadt
und Dresden
Vortrag mit Publikumsgespräch
»
Stadtmuseum, Dresden
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit |
www.cj-dresden.de
16./17.10. „800 Jahre Jüdisches Leben in Sachsen“
Symposium
»
Staatsschausspiel (Kleines Haus) Dresden
Akademie der Künste Sachsen |
www.sadk.de
Okt.–Dez. „Rethinking Stadtgeschichte: Perspektiven jüdischer
Geschichten und Gegenwarten“
Präsentation, Begleitprogramm
»
Stadtmuseum Dresden
Stadtmuseum Dresden |
www.stmd.de

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Allerheiligen
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Buss- und Bettag
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Erew Chanukka
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November 2021 Cheschwan | Kislew 5782

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3.11., 20 Uhr Kammermusikabend mit Musik jüdischer Komponisten
der 1920er und 1930er Jahre
Konzert
»
Semperoper, Dresden
Sächsische Staatskapelle Dresden |
www.staatskapelle-dresden.de
9.11. 20 Jahre Neue Synagoge Dresden
Festveranstaltung
»
Dresden
Jüdische Gemeinde zu Dresden |
www.jg-dresden.org
21.11. Abschlusskonzert mit Musik von und zu Leonard Cohen
Konzert / Festival
»
Gerhard-Hauptmann-Theater, Zittau
„Kommen und Gehen“ – Das Sechsstädtebundfestival! e. V.
www.kommenundgehen.org
25./26.11. „Diskriminierung erkennen – Haltung zeigen! Damals
und Heute“
Sächsische Jugendgeschichtstage
»
Sächsischer Landtag, Dresden
Sächsische Jugendstiftung
www.saechsische-jugendstiftung.de/spurensuche
Nov. Normalität jüdischen Lebens!? Fachtag zu deutsch-
jüdischer Geschichte in (Ost-)Sachsen
Vortrag/Workshop
»
tba, Dresden
Bündnis gegen Antisemitismus in Dresden und Ostsachsen/RAA Sachsen e. V.
www.bga-ostsachsen.de
Nov./Dez. „Verfemte Komponisten: verboten, aber nicht
vergessen“ mit den Werken jüdischer Komponisten, die
vom Nazi-Regime verfolgt wurden. Sarah & Artashes
Stamboltsyan
Konzert
»
Bildungs- und Begegnungszentrum für jüdische-
christliche Geschichte und Kultur, Reichenbach
www.unsere-wurzel.de
Nov./Dez. Auf den Spuren einer ungeklärten Herkunft.
Diskussionen zum jüdischen Bucherbe in Leipzig
Ausstellung, Vortragsreihe
»
Bibliotheca Albertina, Leipzig
Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow
www.dubnow.de,
www.ub.uni-leipzig.de

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Asara B’Tewet
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Heiligabend
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1. Weihnachtsfeiertag
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2. Weihnachtsfeiertag
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Silvester
ישיש
Dezember 2021 Kislew | Tewet 5782

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1.12. 1700 Wörter über die Juden von Dresden
Ausstellung, Lesung, Workshop
»
Jüdische Gemeinde zu Dresden
Gesellschaft für Kultur, Ingenieur- und Wissenschaftsgesellschaft (KIW-Ge-
sellschaft e. V.) |
www.kiw-dresden.de
1.12. Chanukka bzw. Weihnachten
Vortrag / Gespräch der monatlichen Reihe „#beziehungsweise:
jüdisch und christlich – näher als du denkst“
»
Ariowitsch-Haus
Leipzig
Jüdisch-Christliche Arbeitsgemeinschaft |
www.jcha.de
Dez. Mit eigener Stimme – Einblicke in die jüdische
Musikkultur in der DDR. Präsentation aus Anlass der
Digitalisierung von 80 Tonbändern aus dem Nachlass
des Oberkantors Werner Sander (1902–1972)
Präsentation
»
SLUB, Dresden
Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
(SLUB) |
www.slub-dresden.de
ganzjährig Bildungs- und Kulturveranstaltungen, Bündnistreffen,
Öffentlichkeitsarbeit
Netzwerk
»
Dresden/Ostsachsen
Das „Bündnis gegen Antisemitismus in Dresden und Ostsachsen“ ist ein Zu-
sammenschluss von Organisationen aus der jüdischen Community und der
Zivilgesellschaft Ostsachsens. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Über-
zeugung, dass das Engagement gegen die verschiedenen Formen des Anti-
semitismus an ihren gesellschaftlichen Ursachen ansetzen muss. Dement-
sprechend bildet u. a. das Eintreten für die Sichtbarkeit jüdischen Lebens in
Vergangenheit und Gegenwart ein Kernanliegen des Bündnisses. Erreicht
wird dieses Ziel durch einen koordinierten Ansatz aus Bildungs- und Kultur-
veranstaltungen, regelmäßigen Bündnistreffen sowie einer kontinuierlichen
Öffentlichkeitsarbeit.
www.raa-sachsen.de
ganzjährig Netzwerk für Jüdisches Leben im Freistaat Sachsen
Netzwerk
»
Sachsen
Das Netzwerk für Jüdisches Leben im Freistaat Sachsen und die Bekämpfung
von Antisemitismus beim Beauftragten der Staatsregierung trifft sich regel-
mäßig zum Erfahrungsaustausch, der Information zu Förderprogrammen,
zur Konzeption von Bildungs- und Fortbildungsangeboten für Schulen,
Bürgervereine, Kirchen, Behörden und Multiplikatoren.
Kontakt: elisabeth.kirchhof@smk.sachsen.de

94
Das jüdische Jahr – Glossar
Schabbat
Der Schabbat ist der wöchentliche
Ruhetag, der freitags am Abend beginnt und
am Samstagabend endet.
Rosch HaSchana (Neujahrsfest)
An Rosch
HaSchana (dt. „Kopf des Jahres“) feiern Juden
zwei Tage lang Neujahr. Am 1. und 2. Tischri
wird das Neujahrsfest begangen, das ein erns-
ter Feiertag ist. Der Sinn des Neujahrsfestes liegt
in der Erinnerung an den Bund, der zwischen
Gott und Israel geschlossen wurde und der für
die Israeliten eine sittliche Forderung und Ver-
pflichtung darstellt. Der Tag soll dazu dienen,
die Menschen zu veranlassen, in sich zu gehen,
sich vom Bösen abzuwenden und gut zu han-
deln. Rosch HaSchana ist der Tag, an dem der
Mensch Rechenschaft über sein Tun ablegen
und sich seiner moralischen Pflichten bewusst
werden soll.
Jom Kippur (Versöhnungsfest)
Jom Kippur ist
der jüdische Buß- und Bettag. Den Höhepunkt
der zehn Bußtage bildet der Versöhnungstag,
der wichtigste Festtag des jüdischen Jahres.
An ihm wird nach talmudischer Tradition das
Urteil über den Menschen, das am Neujahrs-
fest, dem Tag des Gerichts, gefällt wurde, be-
siegelt und bekommt damit Gültigkeit. Der Ver-
söhnungstag soll dazu dienen, den Menschen
zu entsühnen, ihn die göttliche Verzeihung für
seine Missetaten erlangen zu lassen. So ist der
Versöhnungstag ein Tag der Reue, der Buße und
Umkehr.
Sukkot (Laubhüttenfest)
Sukkot ist eines der
drei jüdischen Wallfahrtsfeste und erinnert an
die Wanderung in der Wüste nach dem Auszug
aus Ägypten, in der die Israeliten in Hütten ge-
lebt haben. Am 15. Tischri beginnt das Laub-
hüttenfest, das dritte in der Reihe der Wall-
fahrtsfeste. Es dauert neun bzw. sieben Tage,
da der achte Tag, das sogenannte Schluss-
fest (Schemini Azeret), als selbständiger Feier-
tag angesehen wird; der neunte Tag, der Tora-
freudenfest (Simchat Tora) heißt, ist der zweite
Tag dieses Schlussfestes, der nur in der Diaspo-
ra begangen wird. Sukkot ist auch ein Dank-
fest für das Einbringen der Ernte, vor allem der
Obst- und Weinernte, und es besteht das bibli-
sche Gebot, während dieser Tage in einer Hütte
(hebr. „Sukka“) zu wohnen.
Schemini Azeret und Simchat Tora (Schlussfest
und zweiter Tag des Schlussfestes)
Schemini
Azeret markiert den Winterbeginn. Der Gottes-
dienst zeichnet sich besonders dadurch aus,
dass nach der Tora- und Prophetenlesung eine
Seelenfeier zum Gedenken der Toten stattfindet
Der jüdische Kalender ist ein Lunisolarkalender,
d. h. er richtet sich nach dem Mond, wird aber
durch den regelmäßigen Einschub eines zu-
sätzlichen Monats so korrigiert, dass die einzel-
nen Monate jedes Jahr in die gleiche Jahres-
zeit fallen. Die Jahreszählung orientiert sich
an der Schöpfung der Welt, die nach der jüdi-
schen Überlieferung im Jahre 3761 v. d. Z. statt-
gefunden hat. Jüdische Feiertage beginnen be-
reits am Vorabend und enden am nächsten Tag
kurz nach Einbruch der Dunkelheit.
Der jüdische Kalender
1. Tischri
(September–Oktober)
2. Cheschwan
(Oktober–November)
3. Kislew
(November–Dezember)
4. Tewet
(Dezember–Januar)
5. Schwat
(Januar–Februar)
6. Adar
(Februar–März, im Schaltjahr wird hier
ein zweiter Adar eingefügt)
7. Nissan
(März–April)
8. Ijar
(April–Mai)
9. Siwan
(Mai–Juni)
10. Tammus
(Juni–Juli)
11. Aw
(Juli–August)
12. Elul
(August–September)

95
und dass der Vorbeter in das Zusatzgebet ein
Gebet um Regen, ein längeres poetisches Stück,
einschaltet, das in feierlicher Form rezitiert
wird. Damit beginnt die Wintersaison, und von
nun an wird bis zum Beginn des Pessachfestes
in jedes Gebet (hebr. „Tefilla“) die Erwähnung
eingeschaltet, dass Gott Regen fallen lässt. Der
zweite Tag des Schlussfestes führt einen eige-
nen Namen: Simchat Tora, Torafreude. An ihm
endet der jährliche Zyklus der Toraabschnitte
und es wird wieder von vorn begonnen; an
diesem Tag werden also der Schluss und der
Anfang des Pentateuch verlesen. Das Ausheben
der Tora erfolgt bei dieser Gelegenheit in be-
sonders feierlicher Form.
Chanukka
Das achttägige Tempelweihfest
erinnert an einen siegreichen Aufstand und
ein Wunder. Chanukka beginnt am 25. Kislew
und gehört zu den freudigen Gedenktagen,
nicht zu den biblisch vorgeschriebenen Feier-
tagen. Es erinnert an den erfolgreichen Auf-
stand der Makkabäer gegen die hellenistische
Herrschaft und die im Jahre 165 v. u. Z. erfolg-
te Wiedereinweihung des geschändeten Tem-
pels in Jerusalem. Es wird überliefert, dass man
in dem von den Syrern entweihten Heiligtum
nur einen einzigen unversehrten Ölkrug fand,
dessen Inhalt normalerweise nur für einen Tag
als Brennstoff für den siebenarmigen Tempel-
leuchter gereicht hätte. Aber durch ein Wunder
soll dieses geringe Ölquantum für acht Tage ge-
nügt haben, so dass inzwischen neues reines
Öl hergestellt werden konnte. Um dieses Wun-
ders zu gedenken, werden sowohl in der Sy-
nagoge als auch zu Hause Lichter angezündet.
Üblicherweise wird heute ein achtarmiger
Leuchter (Chanukija) verwendet.
Tu Bischwat (Neujahrsfest der Bäume)
Das
Neujahrsfest der Bäume ist ein nichtbiblischer
Halbfeiertag. Hintergrund ist das Gebot im
3. Buch Moses 19,23–25, die Früchte von neu-
gepflanzten Bäumen drei Jahre lang nicht zu
essen, im vierten Jahr dem Tempel anzubieten
und sie erst im fünften Jahr zu verzehren. In
talmudischer Zeit war der 15. Schwat (Tu Bisch-
wat bedeutet wörtlich der 15., „Tu“, des Monats
Schwat) Stichtag für die Jahreszählung und die
Fruchtabgabe, weil dieser Termin das Ende der
Regenzeit und den Beginn der idealen Pflanz-
periode in Israel markiert.
Purim
Purim (hebr. „Lose“), ein freudiger Ge-
denktag, dessen Beachtung nicht biblisch vor-
geschrieben ist, wird am 14. Adar (bzw. Adar
II) zur Erinnerung an die Errettung der Juden
in Persien gefeiert, die im Buch Esther be-
schrieben ist. Purim ist als freudiger Gedenk-
tag ein Arbeitstag. Es gibt für Purim eine große
Anzahl von Bräuchen, die allerdings lokal sehr
verschieden sind. Verbreitet sind karnevalisti-
sche Vergnügungen, besonders die Kostümie-
rung von Kindern, und der Verzehr von kulina-
rischen Spezialitäten wie z. B. Hamantaschen.
Pessach
An Pessach wird der Befreiung aus
der Sklaverei und des Auszugs aus Ägypten ge-
dacht. Vom 15. bis zum 22. Nissan begangen
(in Israel bis zum 21. Nissan), wird Pessach als
das erste der drei Wallfahrtsfeste gefeiert, das
in der Bibel auch als Fest der Mazzot (Singular:
Mazza), der ungesäuerten Brote, bezeichnet
wird. Der Name Pessach (dt. „Überschreitung“)
stammt von dem in der Bibel gebotenen Opfer
eines Lammes, das vor dem Auszug der Israe-
liten aus Ägypten geschlachtet und gegessen
wurde. Im Bibeltext (2. Buch Moses, 12,27)
heißt es, Gott habe, als er alle Erstgeborenen in
Ägypten erschlug, die Israeliten verschont, in-
dem er ihre Häuser „überging“. Zu den Haupt-
merkmalen des achttägigen Pessachfests ge-
hört das Verbot, Gesäuertes (hebr. „Chamez“)
zu genießen oder es überhaupt zu besitzen. Um
die Wohnung von Gesäuertem zu befreien, fin-
det deshalb vor Pessach ein äußerst gründlicher
Frühjahrs- bzw. Hausputz statt. Der Hausherr
ist verpflichtet, am Vorabend des 14. Nissan –
bzw. falls das ein Schabbat ist, bereits einen
Tag früher – das gesamte Haus nach noch vor-
handenem Gesäuerten zu durchsuchen und
seinen Fund dann am Morgen zu verbrennen.
Ebenso müssen alle Küchengeräte und Be-
stecke durch Ausglühen oder Auskochen von
gesäuerten Rückständen befreit werden. Der
Sederabend zeichnet sich weiterhin durch die

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Erzählung des Auszugs aus Ägypten, ein damit
verbundenes besonderes Abendessen und viel
Gesang aus. In landwirtschaftlicher Hinsicht
ist Pessach mit der Ernte der Wintergerste ver-
bunden.
Schawuot (Wochenfest)
An Schawuot fei-
ert man die Gesetzgebung am Berg Sinai, das
Wochenfest findet am 6. und 7. Siwan statt.
Es hat – wie die beiden anderen Wallfahrts-
feste – eine doppelte Bedeutung, eine auf die
Natur bezogene und eine historische. In der bi-
blischen Zeit war Schawuot nur das „Fest der
Erstlinge“ und es wurden an diesem Tag im Je-
rusalemer Tempel zwei Weizenbrote geopfert,
die aus dem Mehl der neuen Ernte hergestellt
worden waren. Auch die Erstlinge anderer
landwirtschaftlicher Produkte durften erst von
Schawuot an als Opfer dargebracht werden.
Von weit größerer Bedeutung ist der religiös-
historische Inhalt des Wochenfestes. Nach der
talmudischen Überlieferung ist Schawuot die
Zeit der Verkündung der Zehn Gebote am Berg
Sinai.
Alle Texte gekürzt entnommen aus: Heinrich
Simon: Jüdische Feiertage, Hentrich & Hentrich
Verlag und Centrum Judaicum Berlin, 2003.
Neuzeitliche Feiertage in Israel
Jom HaShoah (Holocaustgedenktag)
Seit
1951 gedenkt man in Israel mit Jom HaShoah
(27. Nissan) der Opfer der Shoah (dt. „Katas-
trophe“) und der Widerstandskämpfer in den
Ghettos. Im Laufe des Vormittags ertönen in
Israel landesweit Sirenen, und das öffentli-
che Leben ruht für zwei Minuten. An der jähr-
lichen Gedenkzeremonie, die von der Holo-
caustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem
veranstaltet wird, nehmen auch Vertreter der
israelischen Regierung teil. Dabei wird auch
der nichtjüdischen Helden gedacht, die durch
den Einsatz ihres Lebens Juden während des
Nationalsozialismus gerettet haben.
Jom Ha‘Azma‘ut (Unabhängigkeitstag)
Am
5. Ijar feiert man den Unabhängigkeitstag des
Staates Israel im Jahre 1948. Am Vortag, am
Jom Hasikaron (dt. „Erinnerungstag“; 4. Ijar)
erinnert man an die gefallenen israelischen
Soldaten im israelischen Unabhängigkeits-
krieg von 1948 und die Opfer des Terrorismus.
Es werden Gedenkfeiern auf Soldatenfried-
höfen veranstaltet und Schweigeminuten zum
Gedenken an die Gefallenen der Israelischen
Armee durchgeführt.
Jom Jeruschalajim (Jerusalemtag)
Am
28. Ijar gedenkt man der Befreiung und Wieder-
vereinigung Jerusalems im Zuge des Sechstage-
kriegs 1967. Nach dem israelischen Sieg über
die Armeen von Ägypten, Jordanien und Syrien
wurde die geteilte Stadt Jerusalem wiederver-
einigt. Zum ersten Mal seit dem Jahre 70 n. d. Z.
standen der Tempelberg und die Westmauer
(Klagemauer) wieder unter jüdischer Kontrolle,
und seitdem wird dieser Tag, besonders in Je-
rusalem, als Festtag begangen.

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