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Sächsischer
Technologiebericht 2018

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3
Vorwort
Die technologieorientierte Wirtschaft in Sachsen ist im Verbund mit un-
serer exzellenten Wissenschaft maßgeblich daran beteiligt, dass wir im
Freistaat Sachsen auf gutem Weg in die Vollbeschäftigung sind. Den
Menschen, die in unseren Unternehmen, Hochschulen und außeruni-
versitären Einrichtungen Forschung und Entwicklung (FuE) betreiben,
gebührt deshalb unser aller Dank und Anerkennung. Wie erfolgreich
deren Forschungsaktivitäten sind, beweist u. a. der deutlich überpro-
portionale Anteil, den Sachsen an technologieorientierten Program-
men und Wettbewerben des Bundes einnimmt.
Der nun zum vierten Mal erscheinende „Sächsische Technologiebe-
richt“ gibt einen umfangreichen Überblick über die aktuelle technologi-
sche Leistungsfähigkeit Sachsens. Weit mehr als einhundert Indikato-
ren zeigen die Fortschritte der letzten Jahre, aber auch die besonderen
Herausforderungen, die noch vor uns liegen.
So ist unsere Unternehmenslandschaft nach wie vor durch eine Viel-
zahl von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) geprägt. Gerade
für KMU sind Kooperation und Innovation besonders wichtig. Das
Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr för-
dert sie deshalb mit einer Reihe zielgerichteter Instrumente. Das zeigt
Wirkung. Denn unsere KMU sind signifikant kooperationsfreudiger und
FuE-affiner als solche in den alten Ländern. Zwar nimmt die Anzahl
unserer Unternehmen ab, aber sie werden stetig größer.
Über diese und sehr viele weitere interessante Aspekte gibt der Tech-
nologiebericht Aufschluss. Ich danke allen, die an seiner Erstellung be-
teiligt waren, insbesondere den Autorinnen und Autoren unseres Auf-
tragnehmer-Konsortiums sowie den Mitgliedern des Begleitgremiums.
Den interessierten Lesern wünsche ich eine spannende Lektüre und
uns allen immer wieder neue Impulse für Innovationen!
Martin Dulig
Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

4
Inhalt
Vorwort ....................................................................................................................... 3
Abbildungsverzeichnis ............................................................................................. 6
Tabellenverzeichnis................................................................................................. 14
Abkürzungsverzeichnis .......................................................................................... 16
1.
Einleitung..................................................................................................... 20
2.
Methodik ...................................................................................................... 22
3.
Wirtschaftsstruktur ..................................................................................... 24
Branchenüberblick .................................................................................................. 26
Hochtechnologie ..................................................................................................... 34
Spezialisierungstrends ............................................................................................ 48
Unternehmenslandschaft ........................................................................................ 60
Unternehmensdynamik: Gründungen ..................................................................... 72
Unternehmensdynamik: Schließungen ................................................................... 84
4.
Forschungs- und Entwicklungspotenzial ................................................. 96
Forschung und Entwicklung insgesamt ................................................................... 98
Hochschulsektor ................................................................................................... 114
Staatlicher Sektor ................................................................................................. 134
Privater Sektor ...................................................................................................... 148
5.
Unternehmerische Innovationsaktivitäten .............................................. 162
Innovationsgeschehen .......................................................................................... 162
Patente ................................................................................................................. 172
Innovationserfolge ................................................................................................ 192
Innovationsinputs und Innovationserfolge ............................................................. 198
6.
Technologietransfer und Kooperations-verhalten ................................. 206
Technologietransfer von Universitäten und Hochschulen in Sachsen ................... 207
Unternehmen ........................................................................................................ 212
7.
Bildung, Qualifikation und Beschäftigungsentwicklung ....................... 218

5
Hochschulen ......................................................................................................... 220
Beschäftigung ....................................................................................................... 234
8.
Partizipation an Förderprogrammen ....................................................... 242
Technologieförderung des Freistaates Sachsen ................................................... 244
8.2.
Förderprogramme des Bundes ............................................................................. 252
8.3.
Förderprogramme der Europäischen Union .......................................................... 268
9.
Innovationsindices ................................................................................... 274
9.1.
Sächsischer Innovationsindex............................................................................... 274
9.2
Die Position Sachsens in Innovationsrankings ...................................................... 280
10.
Zusammenfassung, Bewertung und Schlussfolgerungen .................... 286
11.
Literatur ..................................................................................................... 295

 
6
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 3-1: Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts je Einwohner in Preisen von 2016
(2007-2016, Euro) ................................................................................................................27
Abbildung 3-2: Bruttoinlandsprodukt je Einwohner (2016, Euro) ...........................................27
Abbildung 3-3: Entwicklung Bruttowertschöpfung je Arbeitsstunde in Preisen von 1999
(1999-2016, Euro) ................................................................................................................29
Abbildung 3-4: Bruttowertschöpfung je Arbeitsstunde (2016, Euro) ......................................29
Abbildung 3-5: Anteil der größten Branchen in Sachsen (2015, Prozent des
Gesamtumsatzes) ................................................................................................................31
Abbildung 3-6: Anteile der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den
beschäftigungsintensivsten Wirtschaftsabschnitten (2017, Prozent der
Gesamtbeschäftigung) .........................................................................................................33
Abbildung 3-7: Entwicklung des Umsatzes der Hochtechnologiesektoren am Gesamtumsatz
(2010-2016, Prozent)............................................................................................................35
Abbildung 3-8: Anteil des Umsatzes in Hochtechnologiesektoren am Gesamtumsatz
(2016, Prozent).....................................................................................................................35
Abbildung 3-9: Entwicklung des Beschäftigtenanteils in Hochtechnologiesektoren an allen
sozialversicherungspflichtig Beschäfigten (2010-2017, Prozent) ..........................................37
Abbildung 3-10: Anteil der Beschäftigten in Hochtechnologiesektoren an allen
sozialversicherungspflichtig Beschäfigten (2017, Prozent) ...................................................37
Abbildung 3-11: Entwicklung des Anteils der Hochtechnologieindustrie nach
Beschäftigtenzahlen (2010-2017, Prozent der gesamten Beschäftigten des Verarbeitenden
Gewerbes) ............................................................................................................................39
Abbildung 3-12: Beschäftigung nach Technologieniveau im Verarbeitenden Gewerbe
(2017, Prozent der gesamten Beschäftigtenzahl des Verarbeitenden Gewerbes) ................39
Abbildung 3-13: Entwicklung des Anteils der wissensintensiven Dienstleistungsbranchen
nach Beschäftigtenzahlen (2010-2017, Prozent der gesamten Beschäftigten des
Dienstleistungsbereichs) ......................................................................................................41
Abbildung 3-14: Anteil der wissensintensiven Dienstleistungsbranchen nach
Beschäftigtenzahlen (2017, Prozent) ....................................................................................41
Abbildung 3-15: Entwicklung der Exportquote in der Hochtechnologieindustrie
(2010-2016, Prozent)............................................................................................................43
Abbildung 3-16: Exportquote in der Hochtechnologieindustrie (2016, Prozent) ....................43
Abbildung 3-17: Entwicklung des Anteils der Beschäftigten der wissensintensiven
Dienstleistungsbranchen am gesamten Hochtechnologiesektor (2010-2017, Prozent) .........45

7
Abbildung 3-18: Verhältnis der Beschäftigten in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen
zur Hochtechnologieindustrie (2017, Prozent) ......................................................................45
Abbildung 3-19: Anteile der Hochtechnologieindustrie und der Wertschöpfungsstufen der
Zulieferer (2013, Prozent an allen Beschäftigen) ..................................................................47
Abbildung 3-20: Wichtigste Zuliefererbranchen der Hochtechnologieindustrie in Sachsen inkl.
aller Wertschöpfungsstufen (2013, Anzahl Beschäftigte) ......................................................47
Abbildung 3-21: Entwicklung der Spezialisierung der größten Wirtschaftsabschnitte in
Sachsen (2012-2017, Lokalisationskoeffizienten) .................................................................49
Abbildung 3-22: Beschäftigung in den Wirtschaftsabschnitten Sachsens (2012-2017) .........51
Abbildung 3-23: Entwicklung der Spezialisierung in der Hochtechnologieindustrie in Sachsen
(2010-2017, Lokalisationskoeffizienten) ...............................................................................53
Abbildung 3-24: Entwicklung der wissensintensiven Dienstleistungen in Sachsen
(2012-2017, Lokalisationskoeffizienten) ...............................................................................55
Abbildung 3-25: Beschäftigung in den Hochtechnologie-Wirtschaftsabschnitten Sachsens
(2012-2017) ..........................................................................................................................57
Abbildung 3-26: Entwicklung der Industrieinvestitionen je Beschäftigten in Preisen von 2016
(2005-2016, Euro): ...............................................................................................................59
Abbildung 3-27: Industrieinvestitionen je Beschäftigten (2016, Euro): ..................................59
Abbildung 3-28: Entwicklung des Anteils der Beschäftigten in Betrieben mit weniger als 250
Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe (2009-2016, Prozent) ........................................61
Abbildung 3-29: Anteile der Beschäftigten in Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten im
Verarbeitenden Gewerbe (2016, Prozent) ............................................................................61
Abbildung 3-30: Gründungsintensitäten, alle Branchen und Branchen des Produzierenden
Gewerbes (2000-2016, Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige) ............................................76
Abbildung 3-31: Gründungsintensitäten, Hightech-Branchen, technologie- und
wissensintensive Dienstleistungsbranchen (2000-2016, Gründungen je 10.000
Erwerbsfähige) .....................................................................................................................78
Abbildung 3-32: Gründungsintensitäten, Handel, sonstige Dienstleistungsbranchen
(2000-2016, Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige) .............................................................79
Abbildung 3-33: Schließungsquoten, alle Branchen und Branchen des produzierenden
Gewerbes (2000-2016, Prozent des Unternehmensbestands) .............................................86
Abbildung 3-34: Schließungsquoten Hightech-Branche, technologie- und wissensintensive
Dienstleistungsbranchen (2000-2016, Prozent des Unternehmensbestands) .......................87
Abbildung 3-35: Schließungsquoten Handel, sonstige Dienstleistungsbranchen
(2000-2016, Prozent des Unternehmensbestands) ..............................................................89
Abbildung 3-36: Entwicklung des Unternehmensbestands und der Erwerbstätigenanzahl
(2005-2016, Index 2005=100) ..............................................................................................91

8
Abbildung 4-1: Entwicklung der FuE-Ausgaben in Preisen von 2016
(1999-2016, Index 1999=100) ..............................................................................................99
Abbildung 4-2: Anteile an den gesamtdeutschen FuE-Ausgaben (2016, Prozent) ................99
Abbildung 4-3: Entwicklung der FuE-Ausgaben in Europa in Euro in Preisen von 2015
(1999-2015, Index 1999=100) ............................................................................................101
Abbildung 4-4: Entwicklung der FuE-Ausgaben weltweit in Euro in Preisen von 2015
(1999-2015, Index 1999=100) ............................................................................................101
Abbildung 4-5: Entwicklung der FuE-Ausgaben am BIP (1999-2016, Prozent) ................... 103
Abbildung 4-6: FuE-Ausgaben am BIP nach Sektoren (2016, Prozent) .............................. 103
Abbildung 4-7: Entwicklung der FuE-Ausgabenintensität in Europa in Euro in Preisen von
2015 (1999-2015) ..............................................................................................................105
Abbildung 4-8: Entwicklung der FuE-Ausgabenintensität weltweit in Euro in Preisen von 2015
(1999-2015) ........................................................................................................................105
Abbildung 4-9: FuE-Ausgaben am BIP nach Sektoren im europaweiten Vergleich
(2016, Prozent)...................................................................................................................107
Abbildung 4-10: Entwicklung des FuE-Personals in VZÄ (1999-2016, Index 1999=100) .... 109
Abbildung 4-11: Anteile am gesamten FuE-Personal in Deutschland in VZÄ (2016, Prozent)
...........................................................................................................................................109
Abbildung 4-12: Entwicklung des FuE-Personals an der Erwerbsbevölkerung in VZÄ
(1999-2016, Prozent)..........................................................................................................111
Abbildung 4-13: Anteil des FuE-Personals an der Erwerbsbevölkerung in VZÄ
(2016, Prozent)...................................................................................................................111
Abbildung 4-14: Anteil des FuE-Personals an der Erwerbsbevölkerung in VZÄ im
europaweiten Vergleich (2016, Prozent) .............................................................................113
Abbildung 4-15: Entwicklung der FuE-Ausgaben des Hochschulsektors in Preisen von 2016
(1999-2016, Index 1999=100) ............................................................................................115
Abbildung 4-16: Entwicklung der FuE-Ausgaben des Hochschulsektors in Preisen von 2016
in Europa (1999-2016, Index 1999=100) ............................................................................115
Abbildung 4-17: Entwicklung des FuE-Personals der Hochschulen in VZÄ 2016
(1999-2016, Index 1999=100) ............................................................................................117
Abbildung 4-18: Entwicklung des FuE-Personals der Hochschulen in VZÄ 2016
(1999-2016, Index 1999=100) ............................................................................................117
Abbildung 4-19: Entwicklung der FuE-Ausgaben des Hochschulsektors am BIP
(1999-2016, Prozent)..........................................................................................................119
Abbildung 4-20: Entwicklung des FuE-Personals der Hochschulen an der
Erwerbsbevölkerung in VZÄ (1999-2016, Prozent) .............................................................119

9
Abbildung 4-21: Entwicklung der FuE-Ausgaben in den MINT-Fächern
(2006-2015, Prozent der Gesamtausgaben) .......................................................................121
Abbildung 4-22: Verteilung der FuE-Ausgaben der Hochschulen auf die einzelnen
Wissenschaftszweige (2015, Prozent) ................................................................................121
Abbildung 4-23: Entwicklung der Drittmitteleinnahmen der Hochschulen
(2006-2015, Prozent der gesamten Einnahmen) ................................................................123
Abbildung 4-24: Einnahmen der Hochschulen nach Einnahmeart
(2015, Prozent der gesamten Einnahmen) .........................................................................123
Abbildung 4-25: Entwicklung der Drittmittel je Professor in den Hochschulen insgesamt
(2006-2015, Tausend Euro)................................................................................................125
Abbildung 4-26: Drittmitteleinnahmen der Hochschulen je Professor
(2015, Tausend Euro).........................................................................................................125
Abbildung 4-27: Entwicklung des Verhältnisses von Drittmitteleinnahmen zu
Hochschulausgaben (2006-2015, Prozent) ........................................................................127
Abbildung 4-28: Verhältnis Drittmitteleinnahmen zu Hochschulausgaben (2015, Prozent) . 127
Abbildung 4-29: Entwicklung FuE-Ausgaben des Staatssektors in Preisen von 2016 (1999-
2016, Index 1999=100) ......................................................................................................135
Abbildung 4-30: Entwicklung FuE-Ausgaben des Staatssektors in Preisen von 2016 in
Europa (1999-2016, Index 1999=100) ................................................................................135
Abbildung 4-31: Entwicklung des FuE-Personals des Staatssektors in VZÄ
(1999-2016, Index 1999=100) ............................................................................................137
Abbildung 4-32: Entwicklung des FuE-Personals des Staatssektors in VZÄ in Europa
(1999-2016, Index 1999=100) ...........................................................................................137
Abbildung 4-33: Entwicklung der FuE-Ausgaben des Staatssektors am BIP
(1999-2016, Prozent)..........................................................................................................139
Abbildung 4-34: Entwicklung des FuE-Personals des Staatssektors an der
Erwerbsbevölkerung in VZÄ (1999-2016, Prozent) .............................................................139
Abbildung 4-35: Verteilung der FuE-Ausgaben im Staatssektor auf die einzelnen
Wissenschaftszweige (2015, Prozent) ................................................................................141
Abbildung 4-36: Entwicklung der FuE-Ausgaben im Staatsektor für den MINT-Bereich (2005-
2015, Prozent der gesamten Ausgaben) ............................................................................141
Abbildung 4-37: Entwicklung der privaten FuE-Ausgaben in Preisen von 2016
(1999-2016, Index 1999=100) ............................................................................................149
Abbildung 4-38: Entwicklung der privaten FuE-Ausgaben in Preisen von 2016 in Europa
(1999-2016, Index 1999=100) ...........................................................................................149
Abbildung 4-39: Entwicklung des FuE-Personals des privaten Sektors in VZÄ
(1999-2016, Index 1999=100) ............................................................................................151

10
Abbildung 4-40: Entwicklung des FuE-Personals des privaten Sektors in VZÄ in Europa
(1999-2016, Index 1999=100) ............................................................................................151
Abbildung 4-41: Entwicklung des Anteils der FuE-Ausgaben des privaten Sektors am BIP
(1999-2016, Prozent)..........................................................................................................153
Abbildung 4-42: Entwicklung des FuE-Personals des privaten Sektors an der
Erwerbsbevölkerung in VZÄ (1999-2016, Prozent) .............................................................153
Abbildung 4-43: Entwicklung FuE-Aufwendungen je FuE-Beschäftigten in Preisen von 2016
(1999-2016, Tausend Euro)................................................................................................155
Abbildung 4-44: FuE-Aufwendungen je FuE-Beschäftigten (2016, Euro) ............................ 155
Abbildung 4-45: Entwicklung des Anteils der FuE-Aufwendungen in Unternehmen mit
weniger als 250 Beschäftigten am BIP (2009-2015, Prozent) .............................................157
Abbildung 4-46: Anteile der FuE-Aufwendungen nach Beschäftigtengrößenklassen im
privaten Sektor (2015, Prozent) ..........................................................................................157
Abbildung 4-47: Verteilung interner FuE-Aufwendungen im Wirtschaftssektor nach
Technologieniveau (2015, Prozent) ....................................................................................159
Abbildung 4-48: Anteil der privaten FuE-Aufwendungen in den Wirtschaftszweigen
(2015, Prozent)...................................................................................................................161
Abbildung 5-1: Entwicklung der Patentintensität (2000-2014, Anzahl EPA-Patente je 100.000
Einwohner) .........................................................................................................................177
Abbildung 5-2: Entwicklung der Patentintensität (2000-2014, Index 2000=100) ................. 177
Abbildung 5-3: Entwicklung der Patentintensität (1999-2017, Anzahl DPMA-Patente je
100.000 Einwohner) ...........................................................................................................179
Abbildung 5-4: Entwicklung der Patentintensität (1999-2017, Index 1999=100) ................. 179
Abbildung 5-5 Entwicklung der Markenintensität (2010-2017, Anzahl DPMA-
Markenanmeldungen je 100.000 Einwohner) .....................................................................181
Abbildung 5-6: Entwicklung der Designintensität (2010-2017, Anzahl DPMA-
Designanmeldungen je 100.000 Einwohner) ......................................................................181
Abbildung 5-7: Patentspezialisierung Sachsens im Deutschland- und Weltvergleich,
Spezialisierung (2012-2014, RPA)......................................................................................183
Abbildung 5-8: Entwicklung der Patentspezialisierung Sachsens im Vergleich zu Deutschland
in Technologiefeldern der Mikroelektronik und verwandten Bereichen (2000-2014, RPA) .. 185
Abbildung 5-9: Entwicklung der Patentspezialisierung Sachsens im Vergleich zu Deutschland
in Technologiefeldern der Photonik, Nanotechnologie und verwandten Bereichen
(2000-2014, RPA) ..............................................................................................................185
Abbildung 5-10: Entwicklung der Patentspezialisierung Sachsens im Vergleich zu
Deutschland in Technologiefeldern der IuK-Technologien (2000-2014, RPA) .................... 187

11
Abbildung 5-11: Entwicklung der Patentspezialisierung Sachsens im Vergleich zu
Deutschland in Technologiefeldern der Neuen Materialien und weiteren Bereichen
(2000-2014, RPA) ..............................................................................................................187
Abbildung 5-12: Entwicklung der Patentspezialisierung Sachsens im Vergleich zu
Deutschland in Technologiefeldern der Fortgeschrittenen Produktionstechnologien und
verwandten Bereichen (2000-2014, RPA) .........................................................................189
Abbildung 5-13: Entwicklung der Patentspezialisierung Sachsens im Vergleich zu
Deutschland in Technologiefeldern der Biotechnologie und verwandten Bereichen
(2000-2014, RPA) ..............................................................................................................189
Abbildung 6-1: Entwicklung der Ko-Patentierungsaktivitäten sächsischer Erfinder innerhalb
Sachsens (2000-2014, Anzahl Patente) .............................................................................213
Abbildung 6-2: Ko-Patentierungsaktivitäten sächsischer Erfinder innerhalb Deutschlands
(2000-2014, Anzahl Patente) ..............................................................................................215
Abbildung 6-3: Entwicklung der Ko-Patentierungsaktivitäten sächsischer Erfinder innerhalb
Deutschlands (2000-2014, Index 2000=100) ......................................................................215
Abbildung 6-4: Ko-Patentierungsaktivitäten sächsischer Erfinder weltweit
(2000-2014, Anzahl Patente) ..............................................................................................216
Abbildung 6-5: Ko-Patentierungsaktivitäten sächsischer Erfinder mit internationalen Partnern
nach Weltregionen (2000-2014, Anzahl Patente) ...............................................................217
Abbildung 6-6: Entwicklung der Ko-Patentierungsaktivitäten sächsischer Erfinder mit
internationalen Partnern nach Weltregionen (2000-2014, Anzahl Patente) ......................... 217
Abbildung 7-1: Ausgaben für MINT-Fächer an Hochschulen in Preisen von 2015 (2010-2015,
Index 2010=100) ................................................................................................................221
Abbildung 7-2: Entwicklung der Ausgaben für MINT-Fächer an Hochschulen
(2015, Prozent der Gesamtausgaben) ................................................................................221
Abbildung 7-3: Entwicklung der Studienanfängerzahlen (2000-2016, Index 2000=100) ..... 223
Abbildung 7-4: Zahl der Studienanfänger pro 1.000 Einwohner (2016, Prozent)................. 223
Abbildung 7-5: Entwicklung der Studienanfängerquote (2000-2016, Prozent) .................... 225
Abbildung 7-6: Studienanfängerquote (2016, Prozent der altersspezifischen Bevölkerung)225
Abbildung 7-7: Entwicklung des Anteils der Studienanfänger im Erststudium in MINT-
Fächern an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen (2005-2016) .......................... 227
Abbildung 7-8: Anteil der Studienanfänger im Erststudium in MINT-Fächern an Universitäten
und gleichgestellten Hochschulen (2016, Prozent) .............................................................227
Abbildung 7-9: Entwicklung des Anteils der Absolventen in MINT-Fächern an Universitäten
und gleichgestellten Hochschulen (2005-2016, Prozent an allen Absolventen) .................. 229
Abbildung 7-10: Anteil der Absolventen in MINT-Fächern an Universitäten und
gleichgestellten Hochschulen (2016, Prozent an allen Absolventen) .................................. 229

12
Abbildung 7-11: Entwicklung der Wanderungssalden der Studienanfänger innerhalb
Deutschlands (2005-2016, Anzahl Studienanfänger) ..........................................................231
Abbildung 7-12: Wanderungssalden der Studienanfänger innerhalb Deutschlands
(2016, Anzahl Studienanfänger) .........................................................................................231
Abbildung 7-13: Wanderungsbilanzen der Länder am erwerbsbiografischen Übergang von
Hochschule zu Beruf (2015, Prozent) .................................................................................233
Abbildung 7-14: Entwicklung des Anteils erwerbstätiger Akademiker an allen
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (2008-2017, Prozent) ....................................... 235
Abbildung 7-15: Anteil erwerbstätiger Akademiker an allen sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten (2017, Prozent) ............................................................................................235
Abbildung 7-16: Entwicklung des Anteils erwerbstätiger Akademiker an allen
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Hochtechnologieindustrie
(2008-2017, Prozent)..........................................................................................................237
Abbildung 7-17: Anteil erwerbstätiger Akademiker an allen sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten in der Hochtechnologieindustrie (2017, Prozent) .......................................... 237
Abbildung 7-18: Entwicklung des Anteils erwerbstätiger Akademiker an allen
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den wissensintensiven Dienstleistungen
(2008-2017, Prozent)..........................................................................................................239
Abbildung 7-19: Anteil erwerbstätiger Akademiker an allen sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten in den wissensintensiven Dienstleistungen (2017, Prozent) ......................... 239
Abbildung 7-20: Anteil erwerbstätiger Akademiker an allen sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten in FuE (2008-2017, Prozent) ........................................................................241
Abbildung 7-21: Anteil erwerbstätiger Akademiker an allen sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten in FuE (2017, Prozent) .................................................................................241
Abbildung 8-1: Entwicklung bewilligter Mittel aus sächsischen Technologieförderprogrammen
nach Förderlinien und nach Bewilligungszeiträumen (1995-2017, Millionen Euro) .............. 247
Abbildung 8-2: Entwicklung bewilligter Mittel aus sächsischen Technologieförderprogrammen
nach Förderlinien und nach Bewilligungszeiträumen (1995-2017, Anzahl Projekte) ........... 247
Abbildung 8-3: Bewilligte Mittel aus sächsischen Technologieförderprogrammen nach
Wirtschaftszweigen (2002-2017, Millionen Euro) ................................................................249
Abbildung 8-4: Bewilligte Mittel aus sächsischen Technologieförderprogrammen nach
Regionen (2002-2017, Millionen Euro) ..............................................................................251
Abbildung 8-5: Bewilligte Mittel aus Bundesprogrammen nach Regionen
(2002-2017, Millionen Euro) ...............................................................................................253
Abbildung 8-6: Herkunft der bewilligten Fördermittel des Landes und des Bundes nach
Regionen im Zeitverlauf (Landes- und Bundesprogramme, 2002-2017,
Anteile in Prozent) ..............................................................................................................255

13
Abbildung 8-7: Entwicklung der Förderung des BMBF (institutionelle Förderung,
Projektförderung und spezielle Förderarten, 2010-2016, Index 2010=100) ........................ 259
Abbildung 8-8: Verteilung der BMBF-Förderung nach Förderarten (2010 und 2016, Anteile in
Prozent)..............................................................................................................................259
Abbildung 8-9: Entwicklung der institutionellen Förderung des BMBF (2010-2016, Index
2010=100) ..........................................................................................................................261
Abbildung 8-10: Verteilung der institutionellen Förderung des BMBF (2010 und 2016, Anteile
in Prozent) ..........................................................................................................................261
Abbildung 8-11: Entwicklung der Projektförderung des BMBF (2010-2016, Index 2010=100)
...........................................................................................................................................263
Abbildung 8-12: Verteilung der Projektförderung des BMBF nach deutschen Ländern und
Empfängergruppen (2010 und 2016, Anteile in Prozent) ....................................................263
Abbildung 8-13: Verteilung der Zuwendungen für Forschung und Bildung nach der Region
der ausführenden Stelle in Euro (real) pro eine Millionen Einwohner (2005-2016) .............. 265
Abbildung 8-14: Ausgezahlte Fördermittel des ZIM nach Regionen (2008-2018, Millionen
Euro) ..................................................................................................................................267
Abbildung 8-15: Entwicklung Sachsens an der gesamten Bewilligungssumme des ZIM
(2008-2017, Euro) ..............................................................................................................267
Abbildung 8-16: Zuwendungen aus Horizont 2020 im Ländervergleich (2014-2017, Euro je
Einwohner) .........................................................................................................................269
Abbildung 8-17: Horizont 2020 – Anteil der koordinierten Projekte nach Ländern (2014-2017,
Prozent)..............................................................................................................................269
Abbildung 8-18: Horizont 2020 - Anteile der Koordinatoren im Ländervergleich (2014-2017,
Prozent)..............................................................................................................................271
Abbildung 8-19: Horizont 2020 - Anteile von Koordinatoren und Projektpartnern an gesamter
Beteiligung (2014-2017, Prozent) .......................................................................................271
Abbildung 8-20: Horizont 2020 - Zuwendungen an sächsische Akteure nach Programm- und
Themenbereichen (2014-2017, Prozent) ............................................................................272
Abbildung 8-21: Horizont 2020 - Zuwendungen an sächsische Akteure nach Akteursgruppen
(2014-2017, Prozent)..........................................................................................................272
Abbildung 9-1: Position der sächsischen Regionen im RIS 2017 im Vergleich der deutschen
Regionen (2016, Index) ......................................................................................................281
Abbildung 9-2: Rangplatz Sachsens im Ländervergleich auf Basis des RIS 2017 (2016,
Index) .................................................................................................................................282
Abbildung 9-3: Rangplatz Sachsens im Ländervergleich auf Basis des RIS 2017 (2016,
Index) .................................................................................................................................285

 
14
Tabellenverzeichnis
Tabelle 3-1: Überblick der Unternehmenslandschaft der Hochtechnologieindustrie in
Sachsen ...............................................................................................................................67
Tabelle 3-2: Überblick der Unternehmenslandschaft der wissensintensiven Dienstleistungen
in Sachsen ...........................................................................................................................70
Tabelle 3-3: Gründungsintensitäten, alle Branchen, Produzierendes Gewerbe
(2000-2016, Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige) .............................................................81
Tabelle 3-4: Gründungsintensitäten, Hightech-Branchen, wissensintensive
Dienstleistungsbranchen (2000-2016, Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige) .....................82
Tabelle 3-5: Gründungsintensitäten, Handel, sonstige Dienstleistungsbranchen
(2000-2016, Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige) .............................................................83
Tabelle 3-6: Schließungsquoten alle Branchen, Produzierendes Gewerbe (2003-2016,
Prozent des Unternehmensbestands) ..................................................................................93
Tabelle 3-7: Schließungsquoten Hightech-Branchen, wissensintensive
Dienstleistungsbranchen (2003-2016, Prozent des Unternehmensbestands) .......................94
Tabelle 3-8: Schließungsquoten Handel, sonstige Dienstleistungsbranchen (2003-2016,
Prozent des Unternehmensbestands) ..................................................................................95
Tabelle 4-1 Berufsakademie in Sachsen ............................................................................128
Tabelle 4-2: Staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen in Sachsen ......................... 129
Tabelle 4-3: Übersicht über staatlich finanzierte Forschungseinrichtungen in Sachsen ..... 144
Tabelle 5-1: FuE-aktive Unternehmen (2016) .....................................................................165
Tabelle 5-2: FuE-Intensitäten (2016, FuE-Ausgaben in Prozent des Umsatzes)................. 167
Tabelle 5-3: FuE-Ausgaben als Anteil an den gesamten Innovationsausgaben (2016,
Prozent)..............................................................................................................................167
Tabelle 5-4: Informationsquellen für Innovationsaktivitäten (2016, Prozent) ....................... 169
Tabelle 5-5: FuE-aktive Unternehmen mit Innovationskooperationen (2016, Prozent) ........ 171
Tabelle 5-6: Anzahl und Ausgaben der FuE-aktiven Unternehmen (2016) ......................... 171
Tabelle 5-7: Entwicklung der EPA-Patentanmeldungen sowie der Patentintensität in Sachsen
und Vergleichsregionen (2012-2014, 2002-2004) ...............................................................174
Tabelle 5-8: Struktur der DPMA und EPA-Anmeldungen führender Anmelder sächsischer
Erfinder seit dem Jahr 2000 (Stand: Ende 2016) ................................................................191
Tabelle 5-9: Erfolge FuE-aktiver Unternehmen an allen Innovationserfolgen (2016, Prozent)
...........................................................................................................................................193
Tabelle 5-10: Innovationsförderung und Innovationserfolg (2016, Prozent) ........................ 195
Tabelle 5-11: Umsatzrendite von Unternehmen nach FuE- und Innovationstätigkeit (2016,
Prozent)..............................................................................................................................197

15
Tabelle 5-12: Einflussfaktoren des Produktinnovationserfolgs von Unternehmen in Sachsen
im Vergleich zu den übrigen neuen Ländern, den alten Ländern und Berlin: Ergebnisse von
Tobit Regressionen, Variante 1: absolute Höhe des Innovationserfolgs (2016) .................. 202
Tabelle 5-13: Einflussfaktoren des Produktinnovationserfolgs von Unternehmen in Sachsen
im Vergleich zu den übrigen neuen Ländern, den alten Ländern und Berlin: Ergebnisse von
Tobit Regressionen, Variante 2: prozentueller Anteil des Innovationserfolgs (2016) ........... 203
Tabelle 5-14: Einflussfaktoren des Prozessinnovationserfolgs von Unternehmen in Sachsen
im Vergleich zu den übrigen neuen Ländern, den alten Ländern und Berlin: Ergebnisse von
Tobit Regressionen, Variante 1: absolute Höhe des Innovationserfolgs (2016) .................. 204
Tabelle 5-15: Einflussfaktoren des Prozessinnovationserfolgs von Unternehmen in Sachsen
im Vergleich zu den übrigen neuen Ländern, den alten Ländern und Berlin: Ergebnisse von
Tobit Regressionen, Variante 2: prozentueller Anteil des Innovationserfolgs (2016) ........... 205
Tabelle 8-1: Technologieförderprogramme in Sachsen ......................................................245
Tabelle 8-2: Entwicklung der bewilligten Mittel aus sächsischen
Technologieförderprogrammen nach Förderlinien (2002-2007 und 2012-2017) ................. 245
Tabelle 8-3: Förderung des BMBF an Akteure in Sachsen nach Förderarten
(2010-2016, in Tsd. Euro) ...................................................................................................257
Tabelle 8-4: Verteilung der Zuwendungen für Forschung und Bildung nach der Region der
ausführenden Stelle in Euro (real) pro Millionen Einwohner ...............................................265
Tabelle 9-1: Entwicklung der Punktzahl der Vergleichsregionen im SIX 2018
(2007-2016, Index) .............................................................................................................277
Tabelle 9-2: Entwicklung des Ranges der Vergleichsregionen im SIX 2018 (2007-2016,
Rang) .................................................................................................................................277
Tabelle 9-3: Teilindices des SIX 2018 (2016, Index) ...........................................................279
Tabelle 9-4: Entwicklung der Teilindices des SIX 2018 (2016, Index) ................................. 279
Tabelle 9-5: Indikatorwerte der sächsischen Regionen bei den einzelnen Indikatoren des RIS
2017 im Vergleich zu Deutschland und EU-28 (2016, Index) ..............................................283

 
16
Abkürzungsverzeichnis
AL
Alte Länder
B
Berlin
BIP
Bruttoinlandsprodukt
BKG
Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
BMBF
Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMEL
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
BMI
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
BMJV
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
BMUB
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsi-
cherheit
BMVI
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
BMW
Bayerische Motoren Werke
BMWi
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
CATI
Chemnitz Automotive Institute
CCU
Carbon Capture and Utilization
CFK
Carbonfaserverstärkter Kunststoff
CIMTT
Zentrum für Produktionstechnik und Organisation
CIS
Community Innovation Survey
CO
2
Kohlenstoffdioxid
DBFZ
Deutsches Biomasseforschungszentrum
DFG
Deutsche Forschungsgemeinschaft
DL
Dienstleistung
DPMA
Deutsches Patent- und Markenamt
DV
Datenverarbeitung
e.V.
Eingetragener Verein

17
EEG
Erneuerbare-Energien-Gesetz
EEN
Enterprise Europe Network
EFI
Expertenkommission Forschung und Innovation
EFR
European Financial Services Round Table
EFRE
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
EMV
Elektromagnetische Verträglichkeit
EPA
Europäisches Patentamt
ESF
Europäische Sozialfond
ESIF
Europäische Struktur- und Investitionsfonds
EU
Europäische Union
Eurostat
Statistisches Amt der Europäischen Union
FES
Fahrzeug-Entwicklung Sachsen
FH
Fachhochschule
FHD
Fachhochschule Dresden
FhG
Fraunhofer Gesellschaft
FOREL
Forschungs- und Technologiezentrum für ressourceneffiziente
Leichtbaustrukturen der Elektromobilität
FTZ
Forschungs- und Transferzentrum Leipzig
FuE
Forschung und Entwicklung
FVZ
Fahrzeugtechnisches Versuchszentrum
GmbH
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
HAW
Hochschulen für angewandte Wissenschaften
HGF
Helmholtz-Gemeinschaft
Deutscher
Forschungszentren
HHL
Handelshochschule Leipzig
HM
Hochschule Mittweida
HMT
Hochschule für Musik und Theater
HSZG
Hochschule Zittau/Görlitz
HTWD
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden

18
HTWK
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
HZDR
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
IAD
Institut für Automobiltechnik
IAV
Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr
IKT
Informations- und Kommunikationstechnik
ILK
Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik
INI.TUD
Ingolstadt Institute der Technischen Universität Dresden
IT
Informationstechnik
JKI
Julius Kühn-Institut
KET
Key Enabling Technologies
KfW
Kreditanstalt für Wiederaufbau
KG
Kommanditgesellschaft
LBBW
Landesbank Baden-Württemberg
Ltd
Limited
LVV
Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft
MDR
Mitteldeutscher Rundfunk
MINT
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik
MIP
Mannheimer Innovationspanel
MPG
Max Planck Gesellschaft
MUP
Mannheimer Unternehmenspanel
NACE
Nomenclature statistique des activités économiques dans la Com-
munauté européenne, Revision 2
NCT
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen
NL
Neue Länder
NRW
Nordrhein-Westfalen
NUTS
Nomenclature des unités territoriales statistiques
OECD
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
RIS
Regional Innovation Scoreboard

19
RPA
Revealed Patent Advantage
SAB
Sächsische Aufbaubank – Förderbank
SIX
Sächsischer Innovationsindex
SMILE
Selbst Management Initiative Leipzig
SMWA
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
SMWK
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
SN
Sachsen
SUV
Sport Utility Vehicle
TU
Technische Universität
TUBAF
Technische Universität Bergakademie Freiberg
TUC
Technische Universität Chemnitz
TUD
Technische Universität Dresden
TWD
Technische Werke Dresden
UNESCO
United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization
UNU-FLO-
RES
United Nations University – Institute for Integrated Management of
Material Fluxes and of Resources
USA
United States of America
VDA
Verband der Automobilindustrie
VW
Volkswagen
VZÄ
Vollzeitäquivalente
WGL
Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz
WHZ
Westsächsische Hochschule Zwickau
WS
Wintersemester
WZ
Wirtschaftszweig
ZAFT
Zentrum für Angewandte Forschung und Technologie
ZEW
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
ZIM
Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand
ZWT
Zentrum für Wissens- und Technologietransfer

 
20
1. Einleitung
Technologische Entwicklungen und Innovationen haben wesentlichen Einfluss auf die wirt-
schaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen und dadurch auch auf die Entwicklungsmög-
lichkeiten ihrer Standortregionen. Einer Untersuchung der Europäischen Kommission zufolge
sind zwei Drittel des Wirtschaftswachstums in Europa auf Innovationen zurückzuführen, die
auf Forschung und Entwicklung (FuE) beruhen. Insofern hat die Europäische Kommission das
sogenannte 3-Prozent-Ziel ausgerufen: Die Regionen Europas sollen eine FuE-Intensität, d.h.
einen Anteil der Ausgaben für FuE am Bruttoinlandsprodukt (BIP), von 3 Prozent erreichen.
Idealerweise entfallen dabei zwei Drittel auf Ausgaben des Unternehmenssektors und ein Drit-
tel auf Ausgaben des öffentlichen Sektors.
Das Erreichen des 3-Prozent-Ziels bzw. hohe Ausgaben für FuE bilden zwar eine unverzicht-
bare Basis, sind für sich genommen jedoch nicht ausreichend, um eine gute technische und
damit auch wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu begründen. Vielmehr sind die technische und
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels der am In-
novationsprozess beteiligten Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Insofern spie-
len neben den Ausgaben für FuE zahlreiche weitere Aspekte eine Rolle – etwa unternehmens-
interne Faktoren (Managementkompetenzen, die Fähigkeit, aus FuE-Ergebnissen neue Pro-
dukte für den Markt zu generieren), die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft
(fachliche Passfähigkeit, hinreichende Absorptionsfähigkeit der Unternehmen für neues Wis-
sen, geeignete Instrumente des Wissens- und Technologietransfers, die sich auch in hohen
Drittmittelanteilen äußern), die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems oder die Verfügbarkeit
von Fachkräften.
Wichtig ist auch die Wirtschaftsstruktur. Regionen mit wachstumsstarken Hochtechnologie-
branchen weisen in der Regel eine höhere FuE-Intensität auf sowie ein höheres BIP je Be-
schäftigten und auch ein höheres Wachstum als andere Regionen. Je ausgeprägter die Spe-
zialisierung einer Region ist, desto stärker wirken positive Trends. So wird die Digitalisierung
voraussichtlich insbesondere in Regionen mit einer starken IKT- oder Halbleiterbranche posi-
tive Effekte nach sich ziehen. Aber eine starke Spezialisierung birgt auch Risiken. Erfüllen sich
die Wachstumserwartungen in dem Bereich nicht, dann sind viele Unternehmen der betreffen-
den Region von negativen Effekten betroffen.
Der Sächsische Technologiebericht 2018 wirft vor diesem Hintergrund einen breiten Blick auf
die Faktoren, welche für die technologische und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Frei-
staates Sachsen von Bedeutung sind. Er beschreibt ausführlich die Entwicklung in den letzten
Jahren und stellt die Positionierung Sachsens relativ zu anderen deutschen Ländern und im
internationalen Vergleich dar. Die Darstellung erfolgt entlang von Einzelindikatoren, basiert auf

21
Analysen zu verschiedenen Themenbereichen (wie Hochtechnologiegründungen, Innovati-
onsverhalten von Unternehmen) oder erfolgt durch die Betrachtung von Indices. Hierzu gehö-
ren das Regional Innovation Scoreboard (RIS) als europaweit etabliertes Instrument zum Ver-
gleich der Innovationskraft von Regionen sowie der spezifisch für den Sächsischen Technolo-
giebericht entwickelte Sächsische Innovationsindex (SIX), der an bestehende Innovationsin-
dices anknüpft.
Ziel ist es, die Besonderheiten und hauptsächlichen Merkmale des Innovationssystems in
Sachsen herauszuarbeiten und im Vergleich zu den übrigen neuen sowie den alten Ländern
einzuordnen und zu bewerten. Für zahlreiche Indikatoren werden auch internationale Verglei-
che herangezogen. Ein besonderer Fokus wird auf die Technologieaspekte des Innovations-
geschehens gelegt. Die technologische Weiterentwicklung, auch und gerade über FuE-Aktivi-
täten, steht im Mittelpunkt.

 
22
2. Methodik
Der Sächsische Technologiebericht 2018 knüpft mit seiner Zielsetzung, die technologische
Leistungsfähigkeit und das Innovationsgeschehen in Sachsen abzubilden, an die bisherigen
Technologieberichte und die dort verwendeten und in der Innovationsforschung gebräuchli-
chen Indikatoren an und entwickelt diese zugleich fort. So legt der Bericht 2018 seinen Schwer-
punkt auf technologie- und innovationsnahe Indikatoren, während der Bildungsbereich und
dort insbesondere die schulische Bildung eine etwas geringere Akzentuierung erfahren.
Die Auswahl der Indikatoren erfolgt entlang der in der Innovationsforschung beschriebenen
Teilsysteme regionaler Innovationssysteme (Freeman 1987; Lundvall 2010) sowie deren Be-
ziehungen und Wechselwirkungen. Das regionale Innovationssystem ist durch verschiedene
Teilsysteme charakterisiert, deren Kerne das Unternehmenssystem, das Bildungs- und For-
schungssystem sowie das politische System bilden. Die Vernetzung der Teilsysteme erfolgt
ganz wesentlich durch die Akteure der Teilsysteme selbst und wird häufig auch durch Inter-
mediäre unterstützt. Triebkraft und Gestaltungselemente des regionalen Innovationssystems
sind auf der einen Seite Nutzerbedürfnisse und Verbrauchernachfrage, kulturelle Faktoren,
beispielsweise die Einstellung zum Unternehmertum oder die Bereitschaft, Risiken einzuge-
hen, sowie rechtliche Rahmenbedingungen. Eine zunehmende Bedeutung kommt auch ge-
sellschaftlichen Herausforderungen zu, welche Innovationsbedarfe begründen und die daher
in Zukunft eine wachsende Nachfrage – regional, national und international – nach sich ziehen
können. Zudem werden Ausgestaltung und Ausrichtung des Innovationssystems beeinflusst
durch die technologische Orientierung der ansässigen Unternehmen sowie durch die Kompe-
tenzen des Wissenschaftssystems. Für diese Bereiche sind die individuellen Kompetenzen
und Qualifikationen der Erwerbstätigen bzw. der Wohnbevölkerung von hoher Bedeutung.
Die verwendeten Daten stammen aus unterschiedlichen öffentlichen und nicht öffentlichen Da-
tenquellen, die der Bericht jeweils ausweist. Besonders hervorzuheben sind die Datensätze
des Mannheimer Innovationspanels (MIP) und des Mannheimer Unternehmenspanels (MUP)
des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Einheitliche Definitionen sichern
die Kohärenz der Ergebnisse. Der Bericht vermeidet Verzerrungen durch Inflationseffekte
durch die Umrechnung nominaler Werte auf das jeweils neueste Jahr mithilfe des BIP-Defla-
tors. Gegenstand der Betrachtung sind jeweils Sachsen, die neuen Länder, die neuen Länder
ohne Sachsen, die alten Länder sowie Deutschland insgesamt. Wo aufgrund der Datenlage
möglich, findet ein Vergleich mit europäischen Ländern sowie internationalen Vergleichsregi-
onen (Kanada, USA, Kalifornien, Japan, Korea, Mexiko, Israel, Taiwan) statt.

23
Kapitel 3 des Technologieberichts analysiert die Wirtschaftsstruktur des Freistaates. Dabei
geht es auf wirtschaftliche Kenngrößen wie Branchen, Betriebsgrößen und Wertschöpfung ein.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Analyse der Hochtechnologiebranchen. Mögliche
Spezialisierungstrends finden besondere Berücksichtigung. Der Bericht stellt dar, wie sich der
Unternehmensbestand entwickelt und welche Unternehmen in besonderem Maße zum Wirt-
schaftswachstum in Sachsen beitragen.
Es folgt in Kapitel 4 die Darstellung des FuE-Potenzials. Im Mittelpunkt dieses Kapitels stehen
die FuE-Ausgaben, differenziert nach privatem Sektor, öffentlichem Sektor und Hochschulen.
Insofern beleuchtet das Kapitel im Detail, wie sich die FuE-Ausgaben in Sachsen mit Blick auf
das 3-Prozent-Ziel der Europäischen Union entwickeln, insbesondere relativ zu den anderen
deutschen Ländern sowie europäischen Regionen.
Mit den unternehmerischen Innovationsaktivitäten beschäftigt sich Kapitel 5. Die Analyse be-
zieht alle Unternehmen ein, die im zurückliegenden Dreijahreszeitraum kontinuierlich oder ge-
legentlich FuE-Tätigkeiten durchgeführt haben. Die Indikatoren umfassen den Innovationsin-
put, das Innovationsverhalten sowie die Ergebnisse der Innovationstätigkeit. Ebenfalls Gegen-
stand des Kapitels 5 ist die Entwicklung der Patentierungsaktivitäten sächsischer Akteure. Da-
bei geht der Bericht auch auf Spezialisierungstrends ein.
Das Kapitel 6 beschäftigt sich mit den Themen „Technologietransfer“ und „Kooperationsver-
halten“. Es werden Technologietransferstrategien von Universitäten und Hochschulen in Sach-
sen untersucht und die Ko-Patentierungsaktivitäten sächsischer Erfinder in den Blick genom-
men.
Das Kapitel 7 „Bildung, Qualifikation und Beschäftigungsentwicklung“ beschreibt die Ausga-
ben an Hochschulen sowie Studienanfänger- und Absolventenquoten, insbesondere in den
MINT-Fächern. Zudem geht es auf die Zusammensetzung der sozialversicherungspflichtig Be-
schäftigten ein, vor allem im Bereich der Hochtechnologie und in der FuE.
Kapitel 8 analysiert die Partizipation an Förderprogrammen. Dabei berücksichtigt es neben der
Entwicklung im Zeitablauf auch räumliche Aspekte.
Kapitel 9 fügt schließlich die verschiedenen betrachteten Aspekte im Sächsischen Innovation-
sindex (SIX) zusammen. Zum Vergleich beleuchtet es außerdem die Position Sachsens in
weiteren gängigen Innovationsrankings – dem RIS sowie dem Innovationsindex des Statisti-
schen Landesamts Baden-Württemberg.
Kapitel 10 fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet diese und leitet Schlussfolgerungen für
die sächsische Technologie- und Innovationspolitik ab.

 
24
3. Wirtschaftsstruktur
Kapitel 3.1 betrachtet die Wirtschaftsstruktur im Hinblick auf Branchen, Betriebsgrößenklassen
sowie Wertschöpfung in wichtigen Branchen und Zukunftsfeldern. Die Darstellung berücksich-
tigt zunächst alle Bereiche des Wirtschaftskreislaufs, um einen Überblick über die Gesamtwirt-
schaft Sachsens sowie der übrigen deutschen Länder zu geben.
Ein Schwerpunkt des Technologieberichts liegt auf der Analyse der Hochtechnologiesektoren.
Daher vertieft Abschnitt 3.2 die Ergebnisse durch eine Betrachtung der Wirtschaftsstruktur in
der Hochtechnologie. Vor allem für Volkswirtschaften mit hoher Wirtschafts- und Innovations-
kraft liefert eine Analyse des Hochtechnologiebereichs Hinweise auf die Leistungsfähigkeit des
Innovationssystems. Der Hochtechnologiebereich ist oft eng mit dem Bildungs- und Wissen-
schaftssystem verknüpft und spielt eine zentrale Rolle dabei, neue Forschungsideen und -
konzepte in konkrete Anwendungen zu überführen. Zudem gehen vom Hochtechnologiebe-
reich zukünftige Wachstumspotenziale aus. Dies verdeutlicht auch eine vertiefende Analyse
der Input-Output-Strukturen. Die Erwerbstätigen im Hochtechnologiebereich finden besondere
Berücksichtigung, da sie eine hohe Relevanz für die aktuelle und zukünftige Leistungsfähigkeit
des Innovationssystems haben. Zur Abgrenzung der Hochtechnologie (engl. Hightech) ver-
wendet dieser Bericht die Definition der Europäischen Kommission
1
. Die Hochtechnologie glie-
dert sich in die Hochtechnologieindustrie (im Verarbeitenden Gewerbe) und die wissensinten-
siven Dienstleistungen. Eine überdurchschnittliche Technologieintensität charakterisiert alle
Branchen der Hochtechnologie. Die Technologieintensität wird in diesem Bereich durch den
Sektoransatz nach NACE (Nomenclature statistique des activités économiques dans la Com-
munauté européenne, Revision 2) bestimmt, welcher auf einer speziellen Gliederung des Ver-
arbeitenden Gewerbes nach Technologieintensität bzw. FuE-Ausgaben sowie Wertschöpfung
beruht
2
. Für die wissensintensiven Dienstleistungen wird die EFI-Definition verwendet.
3
Dabei
wird zwischen technologieintensiven Dienstleistungen und nicht-technischen Beratungsdienst-
leistungen differenziert.
In Kapitel 3.3 erfolgt eine vertiefende Analyse der Spezialisierungstrends einzelner Branchen
in Sachsen. Die Darstellung erfolgt zunächst für die Gesamtwirtschaft, anschließend für den
1
http://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php/Glossary:High-tech/de,
abgerufen am 07.02.2018.
2
Hierbei wird die folgende Definition der Europäischen Kommission verwendet: WZ20, WZ21, WZ26, WZ27,
WZ28, WZ29, WZ30.
Quelle:
http://ec.europa.eu/eurostat/cache/metadata/Annexes/htec_esms_an3.pdf,
abgerufen am 10.12.2017
3
Technologieintensive Dienstleistungen: WZ61, WZ62, WZ63, WZ71; Nicht-technische Beratungsdienstleistun-
gen: WZ69, WZ70, WZ72, WZ73.
Quelle:
https://www.e-fi.de/fileadmin/Innovationsstudien_2016/StuDIS_06-2016.pdf

25
Hochtechnologiesektor. Um die Spezialisierung zu messen, werden auf Basis der Beschäftig-
tenzahlen Lokalisationskoeffizienten berechnet, die angeben, ob im Vergleich zu einer durch-
schnittlichen Region besonders viele oder eher wenige Beschäftigte in einer Branche tätig sind.
In Kapitel 3.4 erfolgt eine detaillierte Analyse der Unternehmenslandschaft Sachsens. Den
Einstieg bietet die Betrachtung der Betriebsgrößenstruktur, welche einen zentralen Einfluss
auf die Innovationskraft in den neuen Ländern hat, da kleine Unternehmen FuE oft in anderer
Form und anderem Umfang betreiben als große Konzerne. Darüber hinaus stellt Kapitel 3.4
die Beschäftigtenzahlen und Aktivitäten der einzelnen Unternehmen in den Hochtechnologie-
branchen Sachsens dar.
Die Kapitel 3.5 und 3.6 beleuchten die Unternehmensdynamik bzw. Unternehmensdemografie
in Sachsen und den Vergleichsregionen. Im Mittelpunkt stehen vor allem Gründungen und
Schließungen, u.a. im Hochtechnologiebereich.

 
26
Branchenüberblick
Bruttoinlandsprodukt je Einwohner
Das BIP stellt einen zentralen Indikator für die Leistungsfähigkeit einzelner Regionen und
Volkswirtschaften dar. Es gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen an, die wäh-
rend eines Jahres innerhalb einer Region als Endprodukte nach Abzug aller Vorleistungen
hergestellt wurden. Da sich die einzelnen Länder in Deutschland mit Blick auf ihre Größe deut-
lich unterscheiden, wird das BIP in Relation zur Zahl der Einwohner gesetzt, um eine bessere
Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Zur Vermeidung von Verzerrungen durch Inflationseffekte
bei der Analyse der Zeitreihen werden für den Indikator alle nominalen Werte mithilfe des BIP-
Deflators der Weltbank auf das neueste Jahr umgerechnet.
Das BIP beträgt in Sachsen im Jahr 2016 etwa 118,5 Milliarden Euro. Dieser Wert entspricht
3,78 Prozent des BIP in Deutschland und knapp 34 Prozent des BIP der neuen Länder. Das
BIP je Einwohner weist in Sachsen mit 29.021 Euro im Jahr 2016 den höchsten Wert unter
den neuen Ländern auf und liegt über dem Durchschnitt der neuen Länder von 27.709 Euro
(Abbildung 3-1, Abbildung 3-2). Dabei besteht eine große Differenz zwischen neuen und alten
Ländern. So weisen die alten Länder 2016 ein durchschnittliches BIP je Einwohner von 39.806
Euro auf. Den höchsten Wert unter allen Ländern weist Hamburg auf (61.131 Euro), unter den
Flächenländern Bayern mit 43.924 Euro. Im zeitlichen Verlauf aus Abbildung 3-1 zeigt sich,
dass der Indikator mit Ausnahme der Wirtschaftskrise von 2009 relativ gleichmäßig ansteigt.
In den neuen Ländern steigt der Wert seit 1999 um 38 Prozent, in den alten um 21 Prozent.
Gleichzeitig hat sich die absolute Differenz zwischen alten und neuen Ländern nur geringfügig
von 13.157 Euro auf 12.492 Euro reduziert.
Das BIP je Einwohner weist im langfristigen Zeitverlauf über die Jahrzehnte hinweg etwa eine
Wachstumsrate von 1,5 Prozent pro Jahr auf. In Deutschland wächst der Indikator im Zeitraum
von 1999 bis 2016 um knapp 1,3 Prozent. Auch nach der Wirtschaftskrise von 2009 wird be-
reits 2011 das Vorkrisenniveau in den alten und neuen Ländern übertroffen. Der Abstand zwi-
schen alten und neuen Ländern schließt sich im Zeitverlauf nur langsam. Gründe liegen u.a.
in den in Kapitel 3.4 dargestellten Unterschieden in der Unternehmenslandschaft sowie im
niedrigeren Preisniveau.

27
Abbildung 3-1: Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts je Einwohner in Preisen von 2016 (2007-2016,
Euro)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
Abbildung 3-2: Bruttoinlandsprodukt je Einwohner (2016, Euro)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
15.000
20.000
25.000
30.000
35.000
40.000
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
37.962
39.806
27.078
27.709
25.722
26.552
27.462
28.192
29.021
30.961
33.237
34.297
35.221
36.213
37.433
43.358
43.532
43.924
47.527
61.131
0
20000
40000
60000
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Mecklenburg-Vorpommern
Sachsen-Anhalt
Brandenburg
Thüringen
Sachsen
Schleswig-Holstein
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Berlin
Nordrhein-Westfalen
Hessen
Baden-Württemberg
Bayern
Bremen
Hamburg

 
28
Bruttowertschöpfung je Arbeitsstunde
Die Bruttowertschöpfung ergibt sich aus dem Gesamtwert der im Produktionsprozess einer
Volkswirtschaft erzeugten Waren und Dienstleistungen abzüglich des Wertes der Vorleistun-
gen. Da sich die einzelnen Länder im Hinblick auf die Bevölkerungsstruktur unterscheiden,
wird die Bruttowertschöpfung in Bezug zu den in den jeweiligen Regionen geleisteten Arbeits-
stunden gesetzt. Während das BIP je Einwohner auch signifikant vom Arbeitsangebot beein-
flusst wird, misst die „Bruttowertschöpfung je Arbeitsstunde“ die durchschnittliche Wertschöp-
fung, die innerhalb einer Arbeitsstunde geleistet wird. Grundlage ist dabei sowohl das Human-
kapital als auch das Sachkapital.
Die Bruttowertschöpfung beträgt in Sachsen im Jahr 2016 etwa 106,7 Milliarden Euro. Dieser
Wert entspricht 3,78 Prozent der Wertschöpfung Deutschlands. Der Freistaat erwirtschaftet 34
Prozent der Wertschöpfung der neuen Länder. Mit Blick auf die Bruttowertschöpfung je Ar-
beitsstunde weist Sachsen mit 31,2 Euro im Jahr 2016 den höchsten Wert unter den neuen
Ländern auf. Der Durchschnitt der neuen Länder beträgt 29,7 Euro je Arbeitsstunde (Abbildung
3-3, Abbildung 3-4). Dabei besteht eine große Differenz zwischen neuen und alten Ländern,
welche 2016 eine Bruttowertschöpfung von 43,3 Euro je Arbeitsstunde aufweisen. Besonders
hoch ist der Wert dabei in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen (62,2 Euro bzw. 55,9 Euro).
Den niedrigsten Wert unter den alten Ländern besitzt Schleswig-Holstein mit 35,5 Euro. Unter
den Flächenländern hat Hessen mit 47,5 Euro die höchste Bruttowertschöpfung je Arbeits-
stunde. In Sachsen steigt der Wert von 2007 bis 2016 um 9 Prozentpunkte, in den neuen
Ländern um 10,1 Prozentpunkte und in den alten Ländern um 1 Prozentpunkt. Vor 2004 zeigt
der Indikator ein deutlicheres Wachstum.
Der Abstand zwischen alten und neuen Ländern schließt sich nur langsam. Gründe liegen
ähnlich wie beim BIP in Unterschieden in der Unternehmenslandschaft sowie im Preisniveau.
Hierbei ist auch zu berücksichtigen, dass allein die Automobilindustrie 4,5 Prozent zur Brutto-
wertschöpfung Deutschlands beiträgt. Diese Unternehmen haben ihre Zentralen in Bayern,
Baden-Württemberg und Niedersachsen. Im Gegensatz zum BIP je Einwohner wächst der
Indikator der neuen Länder von 2007 bis 2016 um 10 Prozent und in den alten Ländern nur
um 1 Prozent. Hauptursache ist das gestiegene Arbeitsangebot, wodurch die Arbeitslosigkeit
im Vergleichszeitraum in Deutschland seit 2006 von 11,7 Prozent auf 6,1 Prozent im Jahr 2016
zurückging. Gleichzeitig steigt die Nettoerwerbstätigenquote in Deutschland von 2007 bis 2016
bei Männern von 74,7 auf 78,4 und bei Frauen von 63,2 auf 70,8 Prozent.

29
Abbildung 3-3: Entwicklung Bruttowertschöpfung je Arbeitsstunde in Preisen von 1999 (1999-2016, Euro)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
Abbildung 3-4: Bruttowertschöpfung je Arbeitsstunde (2016, Euro)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
20
30
40
50
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
41,2
43,3
29,0
29,7
28,3
28,4
29,4
29,9
31,2
35,5
37,3
37,7
39,8
40,4
42,7
44,7
45,4
47,5
55,9
62,2
0
20
40
60
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Sachsen
Schleswig-Holstein
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Berlin
Saarland
Nordrhein-Westfalen
Bayern
Baden-Württemberg
Hessen
Bremen
Hamburg

 
30
Umsatzanteile in den Wirtschaftsabschnitten
Der Indikator „Umsatzanteile in den Wirtschaftsabschnitten“ berechnet sich aus den Anteilen
der einzelnen Wirtschaftsabschnitte am Gesamtumsatz aller 21 Wirtschaftsabschnitte auf Ba-
sis der Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ 2008) der Statistischen Ämter. Die Daten-
grundlage ist die Umsatzsteuerstatistik. Der Indikator gibt Hinweise auf die wirtschaftliche Leis-
tungsfähigkeit einzelner Branchen. Im Gegensatz zur Wertschöpfung können seine Werte
durch besonders hohe bzw. geringe Vorleistungen verzerrt sein. Der Umsatz ist jedoch auf-
grund der einheitlichen Datengrundlage der Umsatzsteuerstatistik für alle Branchen der Volks-
wirtschaft verfügbar und vergleichbar und daher für den Branchenvergleich besonders gut ge-
eignet. Allerdings kann der Umsatz je nach wirtschaftlicher Situation stark schwanken. Daher
ergänzt die Analyse der Beschäftigung in den einzelnen Wirtschaftsabschnitten die Betrach-
tung.
Abbildung 3-5 stellt den Anteil des Umsatzes an den größten Branchen in Sachsen und den
Vergleichsregionen dar. In allen Regionen ist das Verarbeitende Gewerbe gemessen am Um-
satz der größte Wirtschaftsabschnitt, gefolgt vom Handel
4
/Instandhaltung und Reparatur von
Fahrzeugen. In den neuen Ländern ist der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes mit 28 Prozent
deutlich geringer als in den alten Ländern (35,4 Prozent); Sachsen hat einen Anteil von 25,9
Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Wirtschaftsabschnitt „Handel/Instandhaltung und Re-
paratur von Fahrzeugen“. Der hohe Anteil der Energieversorgung in Sachsen, ist u.a. auf die
Tätigkeiten der EEX AG und der VNG-Gruppe zurückzuführen. Der Umsatzanteil des Bauge-
werbes liegt in den neuen Ländern deutlich höher als in den alten Ländern. Sachsen weist u.a.
im Wirtschaftsabschnitt „Information und Kommunikation“ sowie bei der „Erbringung von frei-
beruflichen wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ im Vergleich zu den übrigen
neuen Ländern überdurchschnittliche Umsatzanteile auf.
Die höheren Werte im Verarbeitenden Gewerbe in den alten Ländern sind u.a. auf die großen
Automobilkonzerne in Süddeutschland und Niedersachsen sowie auf die ausgeprägte Che-
mie- und Pharmabranche in Westdeutschland zurückzuführen. Zusätzlich finden sich die meis-
ten Zentralen der großen Handelsunternehmen Deutschlands in den alten Ländern. Dies hat
zu Folge, dass der Umsatz, der in den neuen Ländern produzierten Waren den alten Ländern
zugerechnet wird. Das ostdeutsche Baugewerbe profitierte auch von den wirtschaftspoliti-
schen Maßnahmen in den 1990er Jahren und bildet heute einen wichtigen Wachstumsmotor,
da sowohl Immobilienpreise als auch die Anforderungen an energetische Standards in den
vergangenen Jahren immer weiter angestiegen sind.
4
Dieser Wirtschaftszweig beinhaltet sowohl den Kfz-Handel als auch den Groß- und Einzelhandel von anderen
Produkten.

31
Abbildung 3-5: Anteil der größten Branchen in Sachsen (2015, Prozent des Gesamtumsatzes)
Quelle: Umsatzsteuerstatistik, eigene Rechnung
3,4
3,6
2,4
4,0
4,5
5,1
32,2
34,9
3,5
3,6
2,3
3,9
4,1
4,9
32,8
35,4
1,6
4,6
4,2
4,0
9,9
6,7
23,1
29,0
1,9
4,2
4,2
4,4
9,7
8,6
22,6
28,0
2,6
3,4
4,3
5,3
9,1
12,4
21,8
25,9
0
10
20
30
40
Information und Kommunikation
Verkehr und Lagerei
Grundstücks- und Wohnungswesen
Erbringung von freiberuflichen,
wissenschaftlichen und technischen
Dienstleistungen
Baugewerbe
Energieversorgung
Handel; Instandhaltung und
Reparatur von Fahrzeugen
Verarbeitendes Gewerbe
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland

 
32
Beschäftigtenanteile in den Wirtschaftsabschnitten
Der Indikator „Beschäftigtenanteile in den Wirtschaftsabschnitten“ ergänzt die Analyse des In-
dikators „Umsatzanteile in den Wirtschaftsabschnitten“ (Abbildung 3-5). Er berechnet sich aus
den Anteilen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den einzelnen Wirtschaftsab-
schnitten an der Gesamtbeschäftigung der jeweiligen Vergleichsregionen. Grundlage bildet
die Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ 2008) der Statistischen Ämter. Die Datengrund-
lage sind die vierteljährlich erscheinenden Publikationen der Bundesagentur für Arbeit „Sozi-
alversicherungspflichtig Beschäftigte nach Wirtschaftszweigen der WZ 2008 und ausgewähl-
ten Merkmalen“. Der Indikator gibt Hinweise auf die wirtschaftliche Bedeutung einzelner Bran-
chen. Im Vergleich zum Umsatz hängt die Zahl der Beschäftigten wesentlich schwächer von
der konjunkturellen Lage ab. Zudem ist ein besserer Vergleich möglich zwischen stärker regu-
lierten Wirtschaftsbereichen wie dem Gesundheits- und Sozialwesen oder der Öffentlichen
Verwaltung mit Branchen wie dem Verarbeitenden Gewerbe.
Abbildung 3-6 stellt den Anteil der beschäftigungsintensivsten Branchen in Sachsen und den
Vergleichsregionen dar. In allen Regionen ist das Verarbeitende Gewerbe gemessen an der
Beschäftigung der größte Wirtschaftsabschnitt, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen
und dem Handel/der Instandhaltung und Reparatur von Fahrzeugen. In den neuen Ländern
ist der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes mit 18,2 Prozent deutlich geringer als in den alten
Ländern (21,7 Prozent). Ein ähnliches Bild zeigt sich im Wirtschaftsabschnitt „Handel/Instand-
haltung und Reparatur von Fahrzeugen“. Im Gegensatz dazu sind im Gesundheits- und Sozi-
alwesen in den neuen Ländern mit 16,4 Prozent relativ mehr Beschäftigte tätig als in den alten
Ländern (14,4 Prozent). Sachsen liegt insgesamt bei den Anteilen zwischen den Werten der
neuen und alten Länder. In den Wirtschaftsabschnitten „Erbringung von sonstigen wirtschaft-
lichen Dienstleistungen“, dem Baugewerbe und der öffentlichen Verwaltung weisen die neuen
Länder höhere Anteile auf als die alten Länder. Dagegen ist der Anteil im Wirtschaftsabschnitt
„Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ in den
neuen Ländern mit 4,4 Prozent deutlich geringer als in den alten Ländern mit 7 Prozent.
Die höheren Werte im Verarbeitenden Gewerbe in den alten Ländern sind ähnlich wie bei den
Umsatzanteilen auf die großen Automobilkonzerne in Süddeutschland und Niedersachsen zu-
rückzuführen sowie auf die ausgeprägte Chemie- und Pharmabranche in Westdeutschland.

33
Abbildung 3-6: Anteile der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den beschäftigungsintensivsten
Wirtschaftsabschnitten (2017, Prozent der Gesamtbeschäftigung)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
3,2
6,6
3,9
5,3
5,5
5,5
7,2
13,7
14,6
21,2
3,4
7,0
3,8
5,2
5,2
5,3
7,0
13,9
14,4
21,7
1,5
4,0
4,4
6,1
7,7
7,3
8,4
12,6
16,9
17,3
1,8
4,4
4,8
5,9
7,1
7,1
8,3
12,4
16,4
18,2
2,5
5,2
5,5
5,5
6,0
6,6
8,2
12,2
15,4
20,0
0
10
20
Information und Kommunikation
Erbringung von freiberuflichen,
wissenschaftlichen und technischen
Dienstleistungen
Erziehung und Unterricht
Verkehr und Lagerei
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung;
Sozialversicherung
Baugewerbe
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen
Dienstleistungen
Handel; Instandhaltung und Reparatur von
Fahrzeugen
Gesundheits- und Sozialwesen
Verarbeitendes Gewerbe
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland

 
34
Hochtechnologie
Umsatzanteile der Hochtechnologie
Der Indikator „Umsatzanteile der Hochtechnologie“ berechnet sich aus den Anteilen der ein-
zelnen Wirtschaftszweige der Hochtechnologie (sowohl Hochtechnologieindustrie als auch
wissensintensive Dienstleistungen) am Gesamtumsatz aller Wirtschaftsabschnitte. Ziel ist es,
einen ersten Überblick über die Relevanz der Hochtechnologie in den einzelnen Branchen zu
geben. Die Datengrundlage ist die Umsatzsteuerstatistik der Statistischen Ämter. Der Indikator
liefert einen ersten Überblick über die wirtschaftliche Bedeutung der Hochtechnologie in den
einzelnen Vergleichsregionen. Im Anschluss erfolgt die Betrachtung einzelner Indikatoren für
die Hochtechnologieindustrie und die wissensintensiven Dienstleistungen sowie eine Analyse
der Wirkungen der Hochtechnologieindustrie.
Der Anteil des Umsatzes des Hochtechnologiebereichs an allen in der Umsatzsteuerstatistik
erfassten Umsätzen der Region liegt in Sachsen im Jahr 2016 bei 21,3 Prozent (siehe Abbil-
dung 3-8). Besonders hoch ist der Anteil mit Werten über 31 Prozent in Niedersachsen, Bayern
und Baden-Württemberg. Die neuen Länder haben mit 17,1 Prozent einen deutlich geringeren
Umsatzanteil des Hochtechnologiebereichs als die alten Länder mit 26,4 Prozent. In zwei
Stadtstaaten ist der Umsatz des Hochtechnologiebereichs relativ gering (Hamburg: 9,0 Pro-
zent, Bremen: 11,7 Prozent). Berlin liegt im Gegensatz dazu bei 16,9 Prozent. Die Betrachtung
der zeitlichen Entwicklung zeigt, dass der Abstand zwischen alten und neuen Ländern bei dem
Indikator immer größer wird (siehe Abbildung 3-7). So liegt der Anteil der alten Länder im Jahr
2010 mit 25,4 Prozent 7,5 Prozentpunkte über dem Wert der neuen Länder (17,9 Prozent). Bis
zum Jahr 2015 steigt der Anteil in den alten Ländern auf 26,3 Prozent, während er in den
neuen Ländern auf 17 Prozent fällt. Dadurch vergrößert sich die Differenz auf 9,3 Prozent-
punkte. Sachsen bildet dabei unter den neuen Ländern eine Ausnahme. So konnte der Wert
von 18,38 (2010) Prozent auf 21,3 (2016) Prozent steigen, ist dabei aber trotzdem deutlich
von den Werten der alten Länder entfernt.
Bei den hohen Werten in Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg spielt vor allem der
stark ausgeprägte Automobilsektor eine wichtige Rolle. Einer der Gründe, warum sich Sach-
sen in gewissem Maße von den übrigen neuen Ländern abheben kann, dürfte in der Dynamik
in innovationsstarken Regionen wie Dresden liegen, z.B. dem Mikroelektronikcluster. So konn-
ten vor allem die Wirtschaftszweige der Elektrotechnik in Sachsen in den vergangenen Jahren
wachsen. Andererseits zeigt sich auch, dass die Hochtechnologieindustrie in den neuen Län-
dern mit Blick auf den Umsatz bisher nicht aufholen kann, obwohl die Bruttowertschöpfung in
den vergangenen Jahren etwas schneller wachsen konnte als in den alten Ländern (Abbildung
3-3).

35
Abbildung 3-7: Entwicklung des Umsatzes der Hochtechnologiesektoren am Gesamtumsatz (2010-2016,
Prozent)
Quelle: Umsatzsteuerstatistik, eigene Rechnung
Abbildung 3-8: Anteil des Umsatzes in Hochtechnologiesektoren am Gesamtumsatz (2016, Prozent)
Quelle: Umsatzsteuerstatistik, eigene Rechnung
10
15
20
25
30
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
25,8
26,4
15,0
17,1
9,0
11,7
11,5
11,9
13,0
13,7
15,8
16,9
20,1
21,3
21,3
28,0
28,6
31,1
33,1
34,8
0
10
20
30
40
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Hamburg
Bremen
Brandenburg
Saarland
Mecklenburg-Vorpommern
Schleswig-Holstein
Thüringen
Berlin
Sachsen-Anhalt
Sachsen
Nordrhein-Westfalen
Hessen
Rheinland-Pfalz
Niedersachsen
Baden-Württemberg
Bayern

 
36
Beschäftigtenanteile der Hochtechnologie
Der Indikator „Beschäftigtenanteile der Hochtechnologie“ berechnet sich aus den Anteilen der
einzelnen Wirtschaftszweige der Hochtechnologie (sowohl Hochtechnologieindustrie als auch
wissensintensive Dienstleistungen) an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aller
Wirtschaftsabschnitte. Ziel ist es, einen ersten Überblick über die Relevanz der Hochtechno-
logie in den einzelnen Branchen zu geben. Die Grundlage sind die Daten zu den sozialversi-
cherungspflichtig Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit. Der Indikator liefert ergänzend
zu den Umsatzanteilen einen Überblick über die wirtschaftliche Bedeutung der Hochtechnolo-
gie in den einzelnen Vergleichsregionen.
Der Anteil der Beschäftigten des Hochtechnologiebereichs liegt in Sachsen im Jahr 2017 bei
16 Prozent (siehe Abbildung 3-10). Besonders hoch ist der Anteil mit Werten um 27 bzw. 24
Prozent in Bayern und Baden-Württemberg. Die neuen Länder haben mit 13 Prozent einen
deutlich geringeren Beschäftigtenanteil des Hochtechnologiebereichs als die alten Länder mit
21 Prozent. Die Betrachtung der zeitlichen Entwicklung aus Abbildung 3-9 zeigt, dass sich der
Abstand zwischen alten und neuen Ländern im Zeitverlauf kaum verändert. So liegt der Anteil
der alten Länder im Jahr 2010 mit 20,4 Prozent 8,1 Prozentpunkte über dem Wert der neuen
Länder (12,3 Prozent). Bis zum Jahr 2017 steigt der Anteil in den alten Ländern auf 21 Prozent,
während er in den neuen Ländern auf 13 Prozent steigt. Dadurch bleibt die Differenz mit 8,0
Prozentpunkten fast konstant. Sachsen entwickelt sich dabei etwas dynamischer als die übri-
gen neuen Länder. So konnte der sächsische Wert von 14,9 Prozent (2010) auf 16 Prozent
(2017) steigen. Er ist somit nur 5 Prozentpunkte von dem Wert der alten Länder entfernt.
Im Vergleich zu den Umsatzanteilen der Hochtechnologie (Abbildung 3-8) zeigt sich, dass die
Beschäftigtenanteile der Hochtechnologie geringer sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass
in der Hochtechnologie tendenziell ein höherer Umsatz pro Beschäftigten erwirtschaftet wer-
den kann als in anderen Wirtschaftsbereichen. Darüber hinaus zeigt sich, dass sich die Unter-
schiede zwischen alten und neuen Ländern bei den Beschäftigtenanteilen in der Hochtechno-
logie im Gegensatz zu den Umsatzanteilen nicht vergrößern. Dies ist darauf zurückzuführen,
dass der Umsatz pro Beschäftigten in den neuen Ländern im Zeitverlauf leicht zurückgeht,
während er in den alten Ländern steigt. In Sachsen ist der Umsatz pro Beschäftigten höher als
in den übrigen neuen Ländern. Dieser kann im Zeitraum von 2010 bis 2017 etwas schneller
steigen, erreicht jedoch bisher nicht das Niveau der alten Länder.

37
Abbildung 3-9: Entwicklung des Beschäftigtenanteils in Hochtechnologiesektoren an allen
sozialversicherungspflichtig Beschäfigten (2010-2017, Prozent)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
Abbildung 3-10: Anteil der Beschäftigten in Hochtechnologiesektoren an allen
sozialversicherungspflichtig Beschäfigten (2017, Prozent)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
5
10
15
20
25
2010
2012
2014
2016
2018
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
19,9
21,0
11,4
13,0
9,0
9,8
11,1
14,1
15,2
16,0
17,5
17,6
17,8
18,3
19,6
20,5
21,8
22,0
24,4
27,4
0
10
20
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Sachsen
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Nordrhein-Westfalen
Berlin
Saarland
Hessen
Bremen
Hamburg
Bayern
Baden-Württemberg

 
38
Anteil der Hochtechnologieindustrie nach Beschäftigtenzahlen
Der Indikator „Anteil der Hochtechnologieindustrie nach Beschäftigten“ berechnet sich aus den
Beschäftigtenanteilen der einzelnen Wirtschaftszweige der Hochtechnologieindustrie auf 3-
Steller-Ebene an der Gesamtbeschäftigung des Verarbeitenden Gewerbes (WZ 2008, NACE).
Zur Hochtechnologieindustrie zählen u.a. Teile der Chemie- und Pharmaindustrie, die Daten-
verarbeitungs- und Elektronikindustrie sowie der Maschinen- und Fahrzeugbau. Datengrund-
lage ist die vierteljährlich erscheinende Publikation der Bundesagentur für Arbeit „Sozialversi-
cherungspflichtig Beschäftigte nach Wirtschaftszweigen der WZ 2008 und ausgewählten
Merkmalen“. Der Indikator misst die Technologieintensität des Verarbeitenden Gewerbes. Es
erfolgt eine Aufgliederung entsprechend der Definition der Europäischen Kommission nach
Spitzentechnologie, hochwertiger Technologie, mittlerem Technologieniveau und geringem
Technologieniveau.
Abbildung 3-11 stellt die Entwicklung des Anteils der Hochtechnologieindustrie nach Beschäf-
tigtenzahlen als Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten des Verarbeitenden
Gewerbes dar. In Sachsen steigt der Anteil der Beschäftigten in der Hochtechnologieindustrie
von 2010 bis 2017 von 42,8 leicht auf 45,3 Prozent. Der bisherige Maximalwert betrug 45,34
Prozent (2015). Insgesamt liegt der Freistaat damit zwischen den alten und den neuen Län-
dern, in welchen der Anteil der Beschäftigten in der Hochtechnologieindustrie wesentlich ge-
ringer ist. In den alten Ländern steigt der Anteil im Vergleichszeitraum von 52,5 auf 54,1 Pro-
zent, in den neuen Ländern von 38,7 auf 40,5 Prozent. Abbildung 3-12 stellt die Beschäftigung
nach Technologieniveau im Verarbeitenden Gewerbe für Sachsen und die anderen deutschen
Länder dar. Die Hochtechnologieindustrie ergibt sich dabei aus der Summe der Spitzentech-
nologie und der hochwertigen Technologie. Mit einem Anteil von 8,5 Prozent weist Sachsen
nach Thüringen den zweithöchsten Anteil der Spitzentechnologie unter den neuen Ländern
auf. Mit Blick auf die Hochtechnologieindustrie insgesamt weist Sachsen mit 45,3 Prozent den
höchsten Wert unter den neuen Ländern auf und nimmt bundesweit Rang 11 ein. Die Hoch-
technologieindustrie insgesamt hat in Bremen einen Wert von 64,7 Prozent und in Baden-
Württemberg einen Wert von 61,1 Prozent. Besonders niedrige Werte zeigen sich in Branden-
burg und Mecklenburg-Vorpommern.
Insgesamt zeigt sich in den neuen Ländern ein weniger technologieintensives Verarbeitendes
Gewerbe. Dies geht mit einer geringeren Bruttowertschöpfung (Abbildung 3-4) einher. Gründe
liegen u.a. in der kleinteiligeren Wirtschaftsstruktur und dem niedrigeren Preisniveau. Aller-
dings konnten sich in den neuen Ländern technologieintensive Unternehmen etablieren – z.B.
in Dresden und Leipzig, im Berliner Umland und in Jena.

39
Abbildung 3-11: Entwicklung des Anteils der Hochtechnologieindustrie nach Beschäftigtenzahlen (2010-
2017, Prozent der gesamten Beschäftigten des Verarbeitenden Gewerbes)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
Abbildung 3-12: Beschäftigung nach Technologieniveau im Verarbeitenden Gewerbe (2017, Prozent der
gesamten Beschäftigtenzahl des Verarbeitenden Gewerbes)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
35
45
55
2010
2012
2014
2016
2018
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alter Länder
Deutschland
8,6
8,7
8,0
8,2
4,0
5,8
7,2
11,0
4,8
8,5
5,2
5,9
13,7
14,7
13,8
10,2
16,7
10,4
12,8
43,9
45,4
29,6
32,3
27,5
25,7
29,8
31,9
39,4
36,8
44,7
48,4
45,1
36,6
41,2
43,4
48,3
44,0
50,7
51,9
26,4
25,5
34,6
32,8
26,2
38,4
35,6
34,9
34,5
30,0
25,1
36,4
26,2
19,7
25,6
22,0
20,4
16,4
23,0
17,4
21,1
20,4
27,9
26,6
42,4
30,1
27,4
22,1
24,7
25,1
12,4
30,0
18,5
20,7
21,0
22,9
15,9
17,9
0
20
40
60
80
100
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Mecklenburg-…
Brandenburg
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Nordrhein-Westfalen
Sachsen
Niedersachsen
Saarland
Rheinland-Pfalz
Schleswig-Holstein
Hessen
Hamburg
Bayern
Berlin
Baden-Württemberg
Bremen
Spitzentechnologie
Hochwertige Technologie
Mittleres Technologieniveau
Geringes Technologieniveau

 
40
Anteil der wissensintensiven Dienstleistungen nach Beschäftigtenzahlen
Analog zum „Anteil der Hochtechnologieindustrie nach Beschäftigten“ lässt sich der Indikator
auch für die einzelnen Wirtschaftszweige der wissensintensiven Dienstleistungen berechnen
(WZ 2008, NACE). Zu den wissensintensiveren Dienstleistungen gehören beispielsweise Te-
lekommunikation, Informationsdienstleistungen, FuE sowie Rechts-, Steuer- und Unterneh-
mensberatung. Datengrundlage ist die vierteljährlich erscheinende Publikation der Bunde-
sagentur für Arbeit „Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Wirtschaftszweigen der
WZ 2008 und ausgewählten Merkmalen“. Der Indikator misst die Wissensintensität des Dienst-
leistungssektors. Darüber hinaus erfolgt eine feinere Aufgliederung entsprechend der EFI-De-
finition nach technologieintensiven Dienstleistungssektoren und nicht-technischen Beratungs-
dienstleistungen.
Abbildung 3-13 stellt die Entwicklung des Anteils der wissensintensiven Dienstleistungen nach
Beschäftigtenzahlen als Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten des Dienst-
leistungsbereichs dar. Insgesamt weisen die neuen Länder einen deutlich geringeren Anteil
als die alten Länder auf, wobei der sächsische Anteil zwischen den Werten der alten und
neuen Länder liegt. Der Wert in Sachsen steigt leicht von 9,1 Prozent (2010) auf 9,91 Prozent
im Jahr 2017. Der Wert in den übrigen neuen Ländern wächst im selben Zeitraum von 6,7
Prozent auf 6,9 Prozent. In den alten Ländern ist der Anstieg von 11,7 Prozent auf 12,38 Pro-
zent dabei etwas stärker. Abbildung 3-14 stellt die Beschäftigung nach Art der wissensintensi-
ven Dienstleistungen für Sachsen und die anderen deutschen Länder dar. Technologieorien-
tierte Dienstleistungen sind in den neuen Ländern mit 4,2 Prozent deutlich seltener vertreten
als in den alten Ländern mit 6,2 Prozent. Auch der Anteil von nicht-technologieorientierten
Dienstleistungen ist in den neuen Ländern geringer (3,8 Prozent) als in den alten Ländern (6,9
Prozent). Sachsen nimmt hierbei wieder eine Position zwischen den alten und den neuen Län-
dern ein.
Insgesamt zeigt sich in den neuen Ländern ein weniger wissensintensiver Dienstleistungssek-
tor. Dies liegt vor allem an der geringeren Zahl an Dienstleistern mit enger Beziehung zum
Verarbeitenden Gewerbe. Die relativ starke Industrie Sachsens führt dazu, dass der Freistaat
in vielen Bereichen seiner wissensintensiven Dienstleistungen eher den alten Ländern ähnelt.
Die schwächere Ausprägung des wissensintensiven Dienstleistungssektors in den neuen Län-
dern findet sich in ähnlicher Weise bei technologieorientierten und nicht-technologieorientier-
ten Dienstleistungen.

41
Abbildung 3-13: Entwicklung des Anteils der wissensintensiven Dienstleistungsbranchen nach Beschäf-
tigtenzahlen (2010-2017, Prozent der gesamten Beschäftigten des Dienstleistungsbereichs)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
Abbildung 3-14: Anteil der wissensintensiven Dienstleistungsbranchen nach Beschäftigtenzahlen (2017,
Prozent)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
5
10
2010
2012
2014
2016
2018
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alter Länder
Deutschland
5,9
6,2
3,4
4,2
2,9
3,3
3,3
4,0
3,5
4,2
4,6
5,6
4,5
5,4
6,0
6,9
6,3
7,7
7,7
7,9
6,5
6,9
3,5
3,8
3,3
3,3
3,7
3,7
5,0
4,6
5,2
4,4
5,5
7,0
6,7
7,0
7,8
7,4
8,2
9,9
0
10
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Mecklenburg-Vorpommern
Sachsen-Anhalt
Brandenburg
Thüringen
Schleswig-Holstein
Rheinland-Pfalz
Niedersachsen
Sachsen
Saarland
Nordrhein-Westfalen
Bremen
Bayern
Hessen
Baden-Württemberg
Berlin
Hamburg
Technologieorientierte Dienstleistungen Nicht-Technologieorientierte Dienstleistungen

 
42
Exportquote in der Hochtechnologieindustrie
Der Indikator „Exportquote in der Hochtechnologieindustrie“ gibt Auskunft über die weltweite
Nachfrage nach Produkten der innovationsaffinen Hochtechnologieindustrie. Er berechnet
sich aus dem Anteil der Auslandsumsätze der Hochtechnologieindustrie-Wirtschaftszweige an
allen Umsätzen des Verarbeitenden Gewerbes. Vor allem Industrien mit einzigartigen, weltweit
stark nachgefragten Produkten haben oft eine hohe Exportquote. Auf der anderen Seite kann
eine (zu) hohe Exportorientierung auch auf eine große Abhängigkeit von ausländischen Märk-
ten oder auf Schwächen der Binnenwirtschaft hinweisen.
Abbildung 3-15 stellt die zeitliche Entwicklung der Exportquote der Hochtechnologieindustrie
im Zeitraum von 2010 bis 2016 dar. Dabei zeigt sich für alle Vergleichsregionen die langfristig
wachsende Bedeutung ausländischer Märkte für die regionale Wirtschaft. Mit 47,8 Prozent
(2016) liegt der Wert in Sachsen über dem Wert der übrigen neuen Länder (40 Prozent), aber
unter dem Wert der alten Länder (62,5 Prozent). Dabei ist die Exportquote der Hochtechnolo-
gieindustrie seit 2014 in Sachsen um 2,4 Prozentpunkte zurückgegangen; dies entspricht dem
Trend in den neuen Ländern insgesamt. In den alten Ländern steigt die Exportquote der Hoch-
technologieindustrie in diesem Zeitraum dagegen um 0,3 Prozentpunkte. Eine besonders hohe
Exportquote im Hochtechnologiebereich weist Hamburg mit 74 Prozent auf (siehe Abbildung
3-16). Unter den Flächenländern haben Rheinland-Pfalz (67,1 Prozent), Baden-Württemberg
(65,4 Prozent) und Bayern (63,4 Prozent) sehr hohe Werte. Sehr niedrige Exportquoten im
Hochtechnologiebereich haben u.a. Brandenburg (34,8 Prozent) und Thüringen (37,1 Prozent).
Der Wert in Sachsen ist mit 47,7 Prozent der höchste unter den neuen Ländern. Dabei liegen
die Werte in allen alten Ländern über denen der neuen Länder.
Zusammenfassend zeigen sich zwei markante Ergebnisse: Die Exportquote im Hochtechno-
logiebereich ist in den neuen Ländern teilweise nur halb so hoch wie in den alten Ländern. Der
Hauptgrund liegt in der kleinteiligen Wirtschaftsstruktur der neuen Länder. KMU exportieren
häufig deutlich weniger als große internationale Konzerne. In Kombination mit der Tatsache,
dass die Hochtechnologieindustrie in den neuen Ländern schwächer ausgeprägt ist (siehe
oben), ergeben sich teilweise markant niedrigere Werte als in den alten Ländern. Gleichzeitig
stagniert die Exportquote im Hochtechnologiebereich in den neuen Ländern seit 2014 bzw. ist
sogar rückläufig, auch in Sachsen. Die Entwicklung in Sachsen ist insbesondere auf sinkende
Exportquoten der Halbleiterindustrie zurückzuführen.

43
Abbildung 3-15: Entwicklung der Exportquote in der Hochtechnologieindustrie (2010-2016, Prozent)
Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
Abbildung 3-16: Exportquote in der Hochtechnologieindustrie (2016, Prozent)
Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
30
40
50
60
70
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
61,5
62,5
40,0
44,1
34,8
37,1
41,9
47,3
47,7
53,1
57,1
57,5
57,6
58,4
60,0
63,4
65,4
67,1
71,0
74,0
0
20
40
60
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Brandenburg
Thüringen
Sachsen-Anhalt
Mecklenburg-Vorpommern
Sachsen
Saarland
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
Bremen
Nordrhein-Westfalen
Hessen
Bayern
Baden-Württemberg
Rheinland-Pfalz
Berlin
Hamburg

 
44
Verhältnis der Beschäftigten in wissensintensiven
Dienstleistungsbranchen zur Hochtechnologieindustrie
Der Indikator „Verhältnis der Beschäftigten in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen zur
Hochtechnologie“ gibt Auskunft über den Dienstleistungsgrad innerhalb des Hochtechnologie-
sektors. Je nach Ausrichtung der regionalen Wirtschaft kann dabei sowohl ein hoher als auch
ein niedriger Dienstleistungsgrad innerhalb des Hochtechnologiesektors vorteilhaft für eine
Region sein. Die Datengrundlage für den hier dargestellten Indikator ist die vierteljährlich er-
scheinende Publikation der Bundesagentur für Arbeit „Sozialversicherungspflichtig Beschäf-
tigte nach Wirtschaftszweigen der WZ 2008 und ausgewählten Merkmalen“.
Abbildung 3-17 zeigt die Entwicklung des Anteils der wissensintensiven Dienstleistungs-bran-
che zur gesamten Hochtechnologie im Zeitraum von 2010 bis 2017. Dabei zeigt sich, dass die
neuen Länder einen wesentlich höheren wissensintensiven Dienstleistungsgrad haben als die
alten Länder. Dabei bewegen sich die Anteile der neuen Länder im Vergleichszeitraum zwi-
schen 26,8 (2011) und 28,5 Prozent (2017). Im Gegensatz dazu sind die Werte der alten Län-
der niedriger. Diese weisen zwar ein stetiges Wachstum von 2010 (23,5 Prozent) bis 2017
(27,1 Prozent) auf, liegen dennoch konstant unter den Werten der neuen Länder. Über die
gesamte Zeitreihe weist der Freistaat Sachsen Werte über dem Durchschnitt der alten und der
neuen Länder auf. Der niedrigste Wert liegt 2011 bei 28,1 Prozent. Seitdem besteht ein kon-
stantes Wachstum. Abbildung 3-18 schlüsselt die Anteile nach den einzelnen Ländern auf. Es
zeigt sich, dass die Regionen mit einer ausprägten Automobilindustrie (Bayern, Baden-Würt-
temberg, Niedersachsen) vergleichbar geringere Dienstleistungsanteile im Hochtechnologie-
bereich von rund 23 Prozent haben, während Berlin (58,9 Prozent) und Hamburg (49,0 Pro-
zent) einen sehr hohen Dienstleistungsanteil im Hochtechnologiebereich aufweisen. Das Land
Rheinland-Pfalz hat beispielsweise ebenfalls einen niedrigen Dienstleistungsanteil, da dort der
Chemiekonzern BASF angesiedelt ist. Der Freistaat Sachsen nimmt mit 30,3 Prozent der
Dienstleistungsanteile bundesweit Rang 7 ein (2017). Hier überwiegt die Hochtechnologiein-
dustrie mit rund 70 Prozent Anteil.
Zusammenfassend zeigt sich, dass in Deutschland unter den FuE-intensiven Wirtschaftszwei-
gen das Verarbeitende Gewerbe dominiert, wo mehr als zwei Drittel der Beschäftigten tätig
sind. Eine hohe Bedeutung des Dienstleistungsbereichs findet sich vor allem in den Stadtstaa-
ten. Signifikante Unterschiede zwischen alten und neuen Ländern finden sich bei der Relation
nicht. Im Zeitverlauf steigt die Bedeutung der wissensintensiven Dienstleistung relativ an.

45
Abbildung 3-17: Entwicklung des Anteils der Beschäftigten der wissensintensiven Dienstleistungsbran-
chen am gesamten Hochtechnologiesektor (2010-2017, Prozent)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
Abbildung 3-18: Verhältnis der Beschäftigten in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen zur Hoch-
technologieindustrie (2017, Prozent)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
23
25
27
29
31
2010
2012
2014
2016
2018
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
27,3
27,1
27,0
28,5
19,3
19,8
20,8
21,6
23,1
23,6
25,5
26,5
28,1
30,3
31,0
32,6
34,1
34,4
49,0
58,9
72,7
72,9
73,0
71,5
80,7
80,2
79,2
78,4
76,9
76,4
74,5
73,5
71,9
69,7
69,0
67,4
65,9
65,6
51,0
41,1
0
20
40
60
80
100
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Saarland
Rheinland-Pfalz
Thüringen
Baden-Württemberg
Niedersachsen
Bayern
Schleswig-Holstein
Sachsen-Anhalt
Bremen
Sachsen
Nordrhein-Westfalen
Hessen
Brandenburg
Mecklenburg-Vorpommern
Hamburg
Berlin
Dienstleistungsbranche
Verarbeitendes Gewerbe

 
46
Wirkungen der Hochtechnologieindustrie
Alle Indikatoren in diesem Kapitel haben bisher nur die direkt Beschäftigten in der Hochtech-
nologiebranche betrachtet. Allerdings bestehen signifikante Ausstrahlungseffekte der Hoch-
technologie zu den Zulieferern. Daher ist es hilfreich, die Verflechtungsstrukturen zu anderen
Branchen zu berechnen, um eine bessere Abschätzung der gesamtwirtschaftlichen Relevanz
der Hochtechnologieindustrie zu erhalten. Im Rahmen der Input-Output-Rechnungen des Sta-
tistischen Bundesamtes wird die Verflechtung der einzelnen Wirtschaftszweige für die inländi-
sche Produktion veröffentlicht. Auf dieser Grundlage kann auch die Bedeutung der Hochtech-
nologieindustrie für andere Branchen abgeschätzt werden. Für jeden Wirtschaftszweig der
Hochtechnologieindustrie wird das Güteraufkommen aus allen anderen Wirtschaftszweigen
erfasst. In einem zweiten Schritt werden alle Zulieferer dieser Zulieferer berechnet. Nach Be-
rücksichtigung aller Wertschöpfungsstufen in der Zuliefererkette werden die Werte aggregiert.
Die Unterschiede der Vergleichsregionen ergeben sich dabei durch Unterschiede in der Bran-
chenzusammensetzung. Grundlage für die Ermittlung der Branchenzusammensetzung sind in
den vorliegenden Analysen dabei die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Bunde-
sagentur für Arbeit.
In Sachsen sind rund 129.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Hochtechnolo-
gie tätig, was 8,7 Prozent der Beschäftigten insgesamt in Sachsen entspricht (Abbildung 3-19).
Von der sächsischen Hochtechnologiebranche hängen dabei rund 135.000 (9 Prozent) Ar-
beitsplätze aus der 1. und 2. Zuliefererbranche ab. Hierbei wird die hohe Wertschöpfung in der
Hochtechnologiebranche deutlich. In den übrigen neuen Ländern ist der Anteil der Beschäftig-
ten in der Hochtechnologie mit 6,1 Prozent geringer als in Sachsen. Die alten Länder weisen
mit 11,4 Prozent den höchsten Anteil der Beschäftigten in der Hochtechnologie auf. Sachsen
nimmt bei diesem Indikator eine Zwischenposition zwischen alten und neuen Ländern ein
Abbildung 3-20 stellt die wichtigsten sächsischen Zuliefererbranchen der Hochtechnologiein-
dustrie dar. Es wird deutlich, dass das Verarbeitende Gewerbe mit rund 28 Prozent den größ-
ten Anteil annimmt. Es folgt die Branche „Wissenschaftliche u. technische Dienstleistun-
gen“ mit 12 Prozent und „Verkehr und Lagerei“ mit 10 Prozent. Zusammen decken diese Wirt-
schaftsabschnitte rund 50 Prozent aller Zulieferer ab. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass
ein beträchtlicher Teil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten direkt oder indirekt mit
der Hochtechnologieindustrie verbunden ist. Dieser liegt je nach Region zwischen 20 und 37
Prozent. Die geringere Produktivität in den neuen Ländern, die sich auch an geringerer Wert-
schöpfung, geringeren Anteilen von Spitzentechnologie oder geringeren Exportquoten der
Hochtechnologieindustrie zeigt, führt dazu, dass die relativen Ausstrahlungseffekte in den
neuen Ländern etwas geringer sind als in den alten Ländern, wobei Sachsen für die neuen
Länder überdurchschnittlich hohe Werte aufweist.

47
Abbildung 3-19: Anteile der Hochtechnologieindustrie und der Wertschöpfungsstufen der Zulieferer
(2013, Prozent an allen Beschäftigen)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Input-Output-Rechnungen des Statistischen Bundesamtes,
eigene Rechnung
Abbildung 3-20: Wichtigste Zuliefererbranchen der Hochtechnologieindustrie in Sachsen inkl. aller Wert-
schöpfungsstufen (2013, Anzahl Beschäftigte)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Input-Output-Rechnungen des Statistischen Bundesamtes,
eigene Rechnung
12,6%
13,2%
7,2%
8,2%
10,2%
4,7%
4,9%
2,7%
3,1%
3,8%
6,4%
6,7%
3,6%
4,2%
5,2%
10,9%
11,4%
6,1%
7,0%
8,7%
0%
10%
20%
30%
40%
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Sachsen
weitere Zulieferer
2. Zuliefererstufe
1. Zuliefererstufe
Hochtechnologie
Verarbeitendes
Gewerbe; 79.398
wissenschaftliche u.
technische
Dienstleistungen;
33.361
Verkehr und Lagerei;
Handel; 24.951
28.612
sonstige
wirtschaftliche
Dienstleistungen;
21.492
Information und
Kommunikation;
17.714
Grundstücks- und
Wohnungswesen;
17.075
Finanz- u.
Versicherungsdienstleistungen;
16.497
Baugewerbe; 11.774
Sonstige; 30.202

 
48
Spezialisierungstrends
Lokalisationskoeffizienten der Wirtschaftsabschnitte Sachsens
Dieser Abschnitt analysiert die Spezialisierung Sachsens entlang seiner Branchenstruktur.
Ausgehend von der Betrachtung der Wirtschaft insgesamt folgt die Analyse der Hochtechno-
logiebranche nach analogem Muster. Die Branchenspezialisierung liefert wichtige Hinweise
auf die Position Sachsens im deutschland- und europaweiten Standortwettbewerb. Die Bran-
chen werden im Folgenden auf Basis der Wirtschaftszweigsystematik des Statistischen Bun-
desamtes (WZ 2008) erfasst. Ein zentraler Indikator für die Spezialisierung ist der Lokalisati-
ons- bzw. Standortkoeffizient. Zur Berechnung wird der Beschäftigtenanteil einer Branche in
Sachsen an allen Beschäftigten der Branche in Deutschland durch den Anteil aller Beschäftig-
ten aller Branchen Sachsens an der deutschen Gesamtbeschäftigung geteilt. Der Wert variiert
dabei zwischen 0 und unendlich. Bei einem Wert von 0 wäre die Branche in Sachsen über-
haupt nicht vertreten. Bei einem Wert von 1 ist die Branchenkonzentration in Sachsen genau
im Bundesdurchschnitt. Werte über 1 deuten auf eine überdurchschnittliche Konzentration hin.
Auf diese Weise erlaubt der Lokalisationskoeffizient Aussagen zur relativen Beschäftigungs-
konzentration im Bundesvergleich. Gelingt es, vorhandene Spezialisierungen in den relevan-
ten Wirtschaftszweigen auszubauen, die gleichzeitig besonders innovativ und zukunftsrele-
vant sind und daher ein hohes Wachstums- und Beschäftigungspotenzial aufweisen, kann die
regionale Wirtschaftskraft langfristig gesteigert werden.
Betrachtet man die Lokalisationskoeffizienten für Sachsen sowie deren Entwicklung im Zeit-
ablauf (Abbildung 3-21) so zeigt sich, dass vor allem die Wirtschaftsabschnitte „Erziehung und
Unterricht“, „Baugewerbe“ und „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversiche-
rung“ überdurchschnittlich stark vertreten sind. Dabei nimmt die Spezialisierung der Wirt-
schaftsabschnitte im Zeitverlauf leicht ab. Der Beschäftigtenanteil der Branche „Erbringung
von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ hat im Zeitverlauf leicht zugenommen. Die
Wirtschaftsabschnitte „Gesundheits- und Sozialwesen“ und „Verkehr und Lagerei“ nehmen
insgesamt langsam zu und bewegen sich im Bundesdurchschnitt. Die restlichen drei Wirt-
schaftsabschnitte weisen konstante unterdurchschnittliche Werte auf.
Insgesamt lässt sich eine Annäherung der gesamtwirtschaftlichen Struktur Sachsens an den
bundesweiten Durchschnitt erkennen, da sich mehrere Lokalisationskoeffizienten dem Wert
von 1 nähern. Um konkretere Aussagen über die Entwicklung der sächsischen Spezialisierung
treffen zu können, ist jedoch eine feinere Aufschlüsselung der Wirtschaftszweige notwendig
(vgl. folgenden Abschnitt).

49
Abbildung 3-21: Entwicklung der Spezialisierung der größten Wirtschaftsabschnitte in Sachsen (2012-
2017, Lokalisationskoeffizienten)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
0,7
0,9
1,1
1,3
1,5
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Erziehung und Unterricht
Baugewerbe
Erbringung von sonstigen
wirtschaftlichen Dienstleistungen
Öffentliche Verwaltung,
Verteidigung; Sozialversicherung
Gesundheits- und Sozialwesen
Verkehr und Lagerei
Verarbeitendes Gewerbe
Handel; Instandhaltung
und Reparatur von Fahrzeugen
Information und Kommunikation

 
50
Beschäftigungsentwicklung und Spezialisierung der
Wirtschaftsabschnitte Sachsens
Die Analyse der sächsischen Wirtschaftsstruktur erfolgt anhand von Kreisdiagrammen. Diese
Art der Darstellung ermöglicht es, verschiedene Kenndaten übersichtlich darzustellen, wie zum
Beispiel Größe, Wachstum und die relative Ausprägung. Die Größe der Kreise zeigt das Be-
schäftigungsvolumen an. Rechts von der vertikalen Y-Achse finden sich wachsende Wirt-
schaftszweige, links davon kleiner werdende. Dabei wird die Beschäftigung der jeweiligen
Wirtschaftszweige im Jahr 2012 auf einen Wert von 100 standardisiert. Oberhalb der horizon-
talen X-Achse finden sich im Vergleich zu Deutschland überproportional ausgeprägte Wirt-
schaftszweige mit einem Lokalisationskoeffizienten über 1, unterhalb unterproportional ausge-
prägte Wirtschaftszweige mit einem Lokalisationskoeffizienten unter 1.
Abbildung 3-22 stellt die Gesamtwirtschaft Sachsens für das Jahr 2017 in Form eines Kreisdi-
agramms aller Wirtschaftsabschnitte dar. Die Kreisgröße visualisiert die Zahl der sozialversi-
cherungspflichtig Beschäftigten in den jeweiligen Wirtschaftsabschnitten. Die größte Beschäf-
tigung weist das Verarbeitende Gewerbe mit 312.958 Beschäftigten im Jahr 2017 auf. An zwei-
ter Stelle folgen das Gesundheits- und Sozialwesen mit 241.181 Beschäftigten, an dritter der
Handel und die Reparatur von Fahrzeugen mit 190.445 Beschäftigten. Alle drei großen Wirt-
schaftsabschnitte sind in Sachsen seit 2012 gewachsen. Insbesondere der Wirtschaftsab-
schnitt „Erziehung und Unterricht“ ist in Sachsen überdurchschnittlich stark konzentriert und
wachsend, aber auch das Baugewerbe sowie der Wirtschaftsabschnitt „Kunst, Unterhaltung,
Erholung”. Noch unterdurchschnittlich stark ausgeprägt, aber schnell wachsend sind die inno-
vationsaffinen Wirtschaftsabschnitte „Informations- und Kommunikationstechnologien“ sowie
„Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen”. In der Landwirtschaft,
Forstwirtschaft und Fischerei und bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen ist die Be-
schäftigung dagegen seit 2012 rückläufig.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die meisten Wirtschaftsabschnitte Sachsens gewachsen
sind. Zu beachten ist bei der Interpretation des Diagramms, dass sich die Wirtschaft insgesamt
seit 2012 konjunkturell positiv entwickelt hat. Am stärksten ist das Beschäftigtenwachstum im
Gesundheits- und Sozialwesen, was u.a. auf den demografischen Wandel zurückzuführen ist.
Der Digitalisierungstrend zeigt sich in einem überdurchschnittlichen Wachstum des IKT-Be-
reichs. Rückläufig sind Wirtschaftszweige des Primärsektors wie die Landwirtschaft, wobei
diese in Sachsen immer noch überdurchschnittlich stark vertreten sind.

51
Abbildung 3-22: Beschäftigung in den Wirtschaftsabschnitten Sachsens (2012-2017)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
Landwirtschaft,
Forstwirtschaft,
Fischerei
Verarbeitendes
Gewerbe
Energieversorgung
Wasserversorgung;
Beseitigung v.
Umweltverschmutzungen
Baugewerbe
Handel; Reparatur von
Fahrzeugen
Verkehr
und
Lagerei
IKT
Finanz- und
Versicherungsdienstleist
ungen
Freiberufliche,
wissenschaftliche und
technische
Dienstleistungen
Öffentliche Verwaltung,
Verteidigung;
Sozialversicherung
Erziehung und
Unterricht
Gesundheits- und
Sozialwesen
Kunst, Unterhaltung,
Erholung
10000 Beschäftigte
0
80
120
Lokalisationskoeffizient 2017
Beschäftigung (Index 2012 = 100)

 
52
Lokalisationskoeffizienten der Hochtechnologieindustrie Sachsens
Der oben bereits angewendete Lokalisationskoeffizient kann für die Wirtschaftszweige der
Hochtechnologieindustrie im Speziellen berechnet werden, um Spezialisierungsvorteile für
Sachsen in den innovationsaffinen Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes zu analysieren.
Abbildung 3-23 stellt die Entwicklung der Spezialisierung der Hochtechnologieindustrie zwi-
schen 2010 und 2017 in Sachsen dar. Hierbei zeigt sich, dass die meisten Lokalisationskoef-
fizienten unter 1 liegen. Ein deutlich positiver Trend zeigt sich im Wirtschaftszweig „Herstellung
von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen“. In diesem Wirt-
schaftszweig steigt der Lokalisationskoeffizient von 0,91 im Jahr 2010 auf 1,04 im Jahr 2017
an. Ein weiterer positiver Trend zeigt sich auch für die Herstellung von Kraftwagen und Kraft-
wagenteilen. Hier steigt der Lokalisationskoeffizient im Vergleichszeitraum von 0,67 auf 0,84.
Die Herstellung von medizinischen Apparaten und Materialien ist ebenfalls mit Lokalisations-
koeffizienten von über 0,8 vergleichsweise stark ausgeprägt. Eine sehr geringe Spezialisie-
rung besitzt Sachsen dagegen in der Pharmazie, der Chemie sowie der Rüstungsindustrie.
Die insgesamt geringen Lokalisationskoeffizienten für Sachsen im Bereich der Hochtechnolo-
gieindustrie bestätigen den Befund aus Kapitel 3.2, wonach die Hochtechnologieindustrie in
den neuen Ländern deutlich schwächer ausgeprägt ist als in den alten Ländern. Auch wenn
Sachsen im Vergleich mit den übrigen neuen Ländern oft überdurchschnittliche Werte aufweist,
reicht dies in den innovationsaffinen Wirtschaftszweigen nicht für Lokalisationskoeffizienten
deutlich über 1 aus. Eine Ausnahme stellt die wachsende Spezialisierung Sachsens in der
Elektronikindustrie dar.

53
Abbildung 3-23: Entwicklung der Spezialisierung in der Hochtechnologieindustrie in Sachsen (2010-2017,
Lokalisationskoeffizienten)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
0,4
0,5
0,6
0,7
0,8
0,9
1,0
1,1
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
H.v. pharmazeutischen Erzeugnissen
H.v. DV-Geräten, elektronischen u.
opt. Erzeugnissen
H.v. chemischen Erzeugnissen
H.v. Waffen und Munition
Maschinenbau
H.v. Kraftwagen und Kraftwagenteilen
H.v. medizinische Apparate und Materialien
Sonstiger Fahrzeugbau

 
54
Lokalisationskoeffizienten der wissensintensiven Dienstleistungen
Sachsens
In Kapitel 3.2 zeigt sich, dass die Hochtechnologieindustrie in den neuen Ländern relativ
schwach ausgeprägt ist, die wissensintensiven Dienstleistungen jedoch deutlich stärker. Bei
der Analyse der Lokalisationskoeffizienten der Hochtechnologieindustrie Sachsens zeigen
sich ebenfalls vergleichsweise geringe Werte. Daher folgt nun in analoger Form die Berech-
nung der Lokalisationskoeffizienten der wissensintensiven Dienstleistungen in Sachsen. Dabei
können weitere Spezialisierungsvorteile und -trends aufgedeckt werden.
Abbildung 3-24 stellt die Entwicklung der Spezialisierung in den wissensintensiven Branchen
Sachsens zwischen 2010 und 2017 dar. Eine besonders hohe Bedeutung zeigt sich dabei für
die Branchen „Forschung und Entwicklung“ und „Architektur- und Ingenieurbüros; technische,
physikalische und chemische Untersuchung“. Diese sind konstant überdurchschnittlich und
gehen insgesamt nur leicht zurück. Im Jahr 2017 liegen die Lokalisationskoeffizienten bei 1,16
und 1,08. Auffällig sind die Wirtschaftszweige „Telekommunikation“ und „Informationsdienst-
leistungen“. Diese haben im Jahr 2010 noch Lokalisationskoeffizienten unter 1, weisen bis
zum Jahr 2017 jedoch einen signifikanten Anstieg auf Werte über 1 auf (1,15 und 1,29). Dies
korrespondiert mit der Tatsache, dass in den letzten Jahren die Mikroelektronik und Software-
branche in Sachsen deutlich gewachsen sind und es eine hohe räumliche Dichte zu Software
und IT-Unternehmen aber auch zu Forschungsinstitutionen gibt. Somit entsteht eine große
Expansion der IKT-Branche (inkl. Telekommunikation und Informationsdienstleitungen) und
die hohen Werte der beiden o.g. Branchen können somit als Folge dieser Entwicklung definiert
werden. Im Gegensatz dazu findet sich eine niedrige Spezialisierung in den Bereichen der
Unternehmensberatung, in Werbung und Marktforschung, in der Wirtschaftsprüfung und in der
Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie.
Ein deutliches Ergebnis der Analyse ist, dass Sachsen immer stärkere Spezialisierungsvorteile
in der IKT-Branche aufweist und auch in der „Forschung und Entwicklung“ im bundesweiten
Vergleich weit vorne liegt. Dieser Sachverhalt spiegelt sich auch in zahlreichen Indikatoren
aus den Kapiteln 4 und 7 wider.

55
Abbildung 3-24: Entwicklung der wissensintensiven Dienstleistungen in Sachsen (2012-2017, Lokalisati-
onskoeffizienten)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
0,3
0,5
0,7
0,9
1,1
1,3
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Telekommunikation
Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie
Informationsdienstleistungen
Architektur- und Ingenieurbüros; technische, physikalische und chemische
Untersuchung
Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung
Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben; Unternehmensberatung
Forschung und Entwicklung
Werbung und Marktforschung

 
56
Beschäftigungsentwicklung und Spezialisierung der Wirtschafts-
abschnitte der Hochtechnologie Sachsens
Im Folgenden erfolgt analog zur Darstellung der Wirtschaftsabschnitte in Abbildung 3-22 die
Darstellung der Beschäftigungsentwicklung und Spezialisierung der Hochtechnologiebran-
chen. Die Größe der Kreise zeigt das Beschäftigungsvolumen an. Rechts von der vertikalen
Y-Achse finden sich wachsende Wirtschaftszweige, links davon kleiner werdende. Dabei wird
die Beschäftigung der jeweiligen Wirtschaftszweige im Jahr 2012 auf einen Wert von 100 in-
dexiert. Oberhalb der horizontalen X-Achse finden sich im Vergleich zu Deutschland überpro-
portional ausgeprägte Wirtschaftszweige mit einem Lokalisationskoeffizienten über 1, unter-
halb unterproportional ausgeprägte Wirtschaftszweige mit einem Lokalisationskoeffizienten
unter 1.
Abbildung 3-25 verdeutlicht die Beschäftigung in den Hochtechnologie-Wirtschaftsabschnitten
Sachsens für das Jahr 2017 in Form eines Kreisdiagramms. Die größte Beschäftigung weist
der Wirtschaftszweig „Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und peripheren Gerä-
ten“ mit 39.262 Beschäftigten auf. Der Bereich befindet sich mittig im Diagramm, ist jedoch
mehr wachsend als rückläufig. Die zweit- und drittgrößten Beschäftigungszahlen weist der
Wirtschaftszweig „Maschinenbau“ mit 39.241 und „Kraftwagen und Kraftwagenteile“ mit
37.758 Beschäftigten auf. Im Gegensatz zur wachsenden Kraftfahrzeugindustrie ist der Ma-
schinenbau in Sachsen eher rückläufig. In dieser Abbildung spiegelt sich der Sachverhalt aus
Abbildung 3-24 wider: Die Telekommunikation und die Informationsdienstleitungen sind auch
hier überdurchschnittlich ausgeprägt, wobei der Bereich der Informationsdienstleitungen der
am schnellsten wachsende Wirtschaftszweig in Sachsen ist. Nur geringe Relevanz im Bereich
der Hochtechnologie haben in Sachsen die Chemie- und Pharmaindustrie, die Werbe und
Marktforschung sowie Rechts- und Steuerberatung.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die meisten Wirtschaftsabschnitte der Hochtechnologie
Sachsens gewachsen sind. Der Digitalisierungstrend zeigt sich in einem überdurchschnittli-
chen Wachstum des IKT-Bereichs. Die wachsende Bedeutung des Automobilsektors in Sach-
sen zeigt sich im Bereich „Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“.

57
Abbildung 3-25: Beschäftigung in den Hochtechnologie-Wirtschaftsabschnitten Sachsens (2012-2017)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Rechnung
Pharmaindustrie
Datenver-
arbeitungsgeräte
Chemieindunstrie
Maschinenbau
Kraftwagen und Kraftwagenteilen
Medizinische
Apparate und
Materialien
Sonstiger
Fahrzeugbau
Telekommunikation
Erbringung von Dienstleistungen
der Informationstechnologie
Informations-
dienstleistungen
Architektur- und
Ingenieurbüros
Rechts- und
Steuerberatung
Unternehmensberatung
Forschung und
Entwicklung
Werbung und
Marktforschung
10.000 Beschäftigte
0
1
2
60
100
140
180
220
Lokalisationskoeffizient 2017
Beschäftigung (Index 2012 = 100)

 
58
Industrieinvestitionen
Der Indikator „Industrieinvestitionen“ gibt Auskunft über die Höhe der Investitionen, die im Ver-
arbeitenden Gewerbe getätigt werden. Um eine bessere Vergleichbarkeit herzustellen, werden
die Industrieinvestitionen pro Beschäftigten der jeweiligen Region dargestellt. Der Indikator
berechnet sich aus den Anteilen der realen Industrieinvestitionen an der Anzahl der Beschäf-
tigten aus der jeweils betrachteten Region. Die Datengrundlage liefert das Statistische Lan-
desamt Baden-Württemberg.
Abbildung 3-26 stellt die Entwicklung der Industrieinvestitionen je Beschäftigten zwischen
2005 und 2016 dar. Auffällig ist der sächsische Investitionsverlauf. Nach einem kollektiven
Abfall der Daten zwischen 2008 und 2009 erreicht Sachsen 2011 einen maximalen Wert von
19.827 Euro. Dies entspricht im Vergleich zu 2009 einem Anstieg von rund 40 Prozent. Bis
2014 fallen die Industrieinvestitionen aller Länder wieder und pendeln sich um den deutsch-
landweiten Durchschnitt ein, welcher 2016 bei rund 10.000 Euro liegt. Abbildung 3-27 zeigt,
dass die Länder Berlin (14.426 Euro), Bremen (12.913 Euro), Brandenburg (12.720 Euro),
Sachsen-Anhalt (12.564 Euro) und Hamburg (12.228 Euro) im Jahr 2016 besonders hohe In-
dustrieinvestitionen aufweisen. Im Gegensatz dazu liegt Sachsen mit 8.826 Euro pro Beschäf-
tigten an letzter Stelle der neuen Länder. Der Durchschnitt der neuen Länder liegt 2016 knapp
über dem Durchschnitt der alten Länder.
Insgesamt wird deutlich, dass sich die Industrieinvestitionen in den neuen Ländern im betrach-
teten Zeitverlauf normalisieren. Der kollektive Abfall der Daten zwischen 2008 und 2009 ist
durch die Wirtschaftskrise von 2009 zu erklären. Die hohe Investitionsquote in Sachsen im
Jahr 2011 ist darauf zurückzuführen, dass in diesem Jahr ein vergleichsweise hoher Betrag in
Bauten und Grundstücke geflossen ist. Ein Beispiel hierfür ist die Investition von Porsche von
500 Millionen Euro für die Erweiterung des Werkes in Leipzig, welche die Montagefabrik zu
einem Vollwerk mit Karosseriebau und Lackiererei transformiert hat. Auch in der Halbleiter-
branche wurden in diesem Zeitraum erhebliche Investitionen getätigt. Der Rückgang in den
folgenden Jahren lässt sich durch abgeschlossene Investitionen und zugleich steigende Be-
schäftigtenzahlen aufgrund der Investitionen erklären. Das Jahr 2016 in Sachsen kann als
Ausreißer gewertet werden. Betrachtet man z.B. das Jahr 2015 aus Abbildung 3-26, so zeigt
sich, dass sich Sachsen mit 9.401 Euro je Beschäftigten in der Nähe des deutschen Durch-
schnitts (9.775 Euro) bewegt. Außerdem ist auch zu beachten, dass hohe Investitionen in
Grundstücke vielfach mit Neugründungen bzw. Ansiedlungen einhergehen. Bei der Analyse
des Sachverhalts ist zu beachten, dass die Investitionen des Verarbeitenden Gewerbes sehr
volatil und u.a. auch von der Betriebsgröße abhängig sind.

59
Abbildung 3-26: Entwicklung der Industrieinvestitionen je Beschäftigten in Preisen von 2016
(2005-2016, Euro):
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Darstellung
Abbildung 3-27: Industrieinvestitionen je Beschäftigten (2016, Euro):
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Darstellung
8000
13000
18000
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
10.000
9.972
11.047
10.207
7.579
8.643
8.779
8.826
9.112
9.268
9.529
10.157
10.231
10.514
10.961
12.228
12.564
12.720
12.913
14.426
0
10000
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Schleswig-Holstein
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Sachsen
Thüringen
Hessen
Saarland
Niedersachsen
Baden-Württemberg
Mecklenburg-Vorpommern
Bayern
Hamburg
Sachsen-Anhalt
Brandenburg
Bremen
Berlin

 
60
Unternehmenslandschaft
Anteil der Beschäftigten in Betrieben mit weniger als 250 Mitarbeitern
Bereits die Ausführungen in den Kapiteln 3.1 bis 3.3 weisen an verschiedenen Stellen auf die
kleinteilige Unternehmenslandschaft in den neuen Ländern hin. Der Anteil aller Beschäftigten
in Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit weniger als 250 Beschäftigten an allen Be-
schäftigten des Verarbeitenden Gewerbes stellt einen Indikator dar, um das Phänomen der
Kleinteiligkeit zu quantifizieren. Der Indikator ist an die Definition für KMU der Europäischen
Kommission angelehnt. Dabei gilt ein Unternehmen als KMU, wenn es weniger als 250 Mitar-
beiter, maximal 50 Millionen Euro Umsatz im Jahr und eine Bilanzsumme von höchstens 43
Millionen Euro aufweist.
Wie Abbildung 3-29 zeigt, liegt der Anteil der Beschäftigten in Betrieben mit weniger als 250
Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe in den neuen Ländern im Jahr 2016 bei 60,5 Pro-
zent. In den alten Ländern ist er mit 40,2 Prozent wesentlich geringer. Sachsen liegt mit 59,7
Prozent geringfügig unter dem Durchschnitt der neuen Länder. Besonders kleinteilig ist die
Unternehmenslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern (63,7 Prozent) und Sachsen-Anhalt
(62,9 Prozent). In den alten Ländern arbeiten in Schleswig-Holstein mit 54,1 Prozent und in
Nordrhein-Westfalen mit 48,3 Prozent relativ viele Beschäftigte in KMU. Große Unternehmen
dominieren in Bremen (26,3 Prozent), Hamburg (27,6 Prozent), dem Saarland (28,5 Prozent)
und in Bayern (34,7 Prozent). Abbildung 3-28 stellt die zeitliche Entwicklung von 2009 bis 2016
dar. Dabei sinkt der Anteil der Beschäftigten in KMU in den alten Ländern von 41,4 auf 40,2
Prozent. In den neuen Ländern geht er von 66,6 Prozent auf 60,5 Prozent wesentlich deutli-
cher zurück. Die Entwicklung in Sachsen entspricht der in den neuen Ländern.
Einer der Gründe für die Kleinteiligkeit ist das Fehlen von Unternehmens- und Konzernzentra-
len in den neuen Ländern. So hat kein DAX-Konzern seinen Hauptsitz in den neuen Ländern.
Ein Ergebnis der Kleinteiligkeit ist ein deutlich geringeres BIP pro Kopf und eine niedrigere
Bruttowertschöpfung je Arbeitsstunde als in den alten Ländern. Gleichwohl kann die Kleintei-
ligkeit auch Vorteile bieten. So können KMU häufig schneller auf Marktveränderungen reagie-
ren.

61
Abbildung 3-28: Entwicklung des Anteils der Beschäftigten in Betrieben mit weniger als 250 Beschäftig-
ten im Verarbeitenden Gewerbe (2009-2016, Prozent)
Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
Abbildung 3-29: Anteile der Beschäftigten in Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten im Verarbeiten-
den Gewerbe (2016, Prozent)
Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
30
40
50
60
70
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
42,7
40,2
61,0
60,5
26,3
27,6
28,5
34,7
38,9
38,9
40,5
40,9
42,0
48,3
54,1
57,2
59,7
60,7
62,9
63,7
0
20
40
60
80
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Bremen
Hamburg
Saarland
Bayern
Hessen
Baden-Württemberg
Rheinland-Pfalz
Niedersachsen
Berlin
Nordrhein-Westfalen
Schleswig-Holstein
Brandenburg
Sachsen
Thüringen
Sachsen-Anhalt
Mecklenburg-Vorpommern

 
62
Größte Unternehmen der Hochtechnologieindustrie in Sachsen
Der folgende Abschnitt gibt einen Überblick über die größten Unternehmen der Hochtechno-
logieindustrie in Sachsen. Datengrundlagen sind die jährlichen Publikationen „Top 100 Mittel-
deutschlands“ der LBBW Sachsen Bank, die Bisnode-Unternehmensdatenbank sowie weitere
umfangreiche eigene Recherchen. Tabelle 3-1 stellt die größten Unternehmen dar, die über
eine Niederlassung in Sachsen verfügen, mit den jeweiligen Mitarbeiteranzahlen für die Hoch-
technologieindustrie.
Automotive/Mobilität
. In Sachsen ist die Hochtechnologiebranche insbesondere durch den
Fahrzeugbau vertreten. Etwa jeder zehnte in Deutschland gebaute Pkw kommt aus Sachsen.
Der größte Arbeitgeber in Sachsen ist die Volkswagen Sachsen GmbH mit 9.800 Beschäftig-
ten, die sich auf die Standorte Zwickau, Chemnitz und Dresden verteilen. Auf einer Fläche von
über 2.000.000 m
2
werden in Sachsen Fahrzeugmodelle wie der Golf, e-Golf und Passat her-
gestellt, Karosserien für Bentley produziert, Motoren angefertigt und Sonderfahrzeuge gebaut.
Außerdem haben VW Sachsen und die Landeshauptstadt Dresden eine Partnerschaft zu
Elektromobilität und Digitalisierung vereinbart. Im November 2016 wurde eine Grundsatzver-
einbarung („Memorandum of Understanding“) unterzeichnet mit dem Ziel, Dresden zu einer
Modellstadt für Elektromobilität, Digitalisierung und innovatives Fuhrpark-Management („Car-
sharing“) auszubauen. Es wurde betont, dass Dresden als Wirtschafts- und Wissenschafts-
standort ideale Voraussetzungen für Innovationen im Bereich zukünftige Mobilität mitbringt.
Die Dresdner Kompetenzen liegen in den Gebieten Software, 5G, Sensorik und Mikroelektro-
nik. Zudem ist Dresden eine der wichtigsten Drehscheiben für Werkstoffforschung in Europa
und setzt Standards beim Leichtbau, sodass Dresden zur Modellstadt für Elektromobilität, in-
telligente Verkehre und Digitalisierung transformiert werden kann.
Der zweitgrößte Arbeitgeber in Sachsen ist die Bayerische Motoren Werke (BMW) Group, wel-
che im Werk Leipzig rund 5.200 Mitarbeiter beschäftigt. Dort werden neben klassischen Fahr-
zeugen der BMW 1er und 2er Reihe seit 2013 auch innovative Automobile mit Elektroantrieb
(BMW i3) und CFK-Leichtbaukarosserien (BMW i8) produziert. Das BMW Group Werk Leipzig
arbeitet deutschlandweit als erste Automobilfabrik zu einem hohen Teil mit Strom aus vier
werkseigenen Windkraftanlagen.
Neben der VW Sachsen GmbH und der BWM Group ist auch die Porsche Leipzig GmbH zu
nennen. Seit 2002 trägt die Mehrzahl der Porsche-Fahrzeuge das Herkunftszeichen „Made in
Saxony“. Über 4.100 Mitarbeiter sind im Porsche-Werk Leipzig beschäftigt. Seit 2014 wird ne-
ben dem Geländewagen Cayenne und der Sport-Limousine Panamera auch der kompakte
SUV Macan im Porsche-Werk Leipzig gefertigt. Auch ein moderner Karosseriebau und eine
innovative Hightech-Lackiererei sind im Werk vorhanden. Porsche kooperiert mit der HHL
Leipzig Graduate School of Management. In einer Themenpartnerschaft mit dem SpinLab,

63
dem Accelerator der HHL Leipzig Graduate School of Management, ermöglicht es Porsche
beispielsweise jungen Wissenschaftlern, an eigenen Ideen zu arbeiten und diese bis zur Ge-
schäftsreife zu entwickeln.
Die Bombardier Transportation GmbH ist ein weltweit agierender Anbieter von Verkehrslösun-
gen. Das Unternehmen ist in den Geschäftsfeldern Luftfahrt und Schienenverkehr tätig und
beschäftigt über 2.000 Mitarbeiter an zwei Standorten in Sachsen. Der Standort Görlitz ist das
Bombardier Kompetenzzentrum für den Rohbauwagenbau. Das Werk in Bautzen wird das
Fertigungszentrum für den Bau von Vollbahnen für Regional- und Fernverkehrszüge sowie S-
und U-Bahnen.
Die Elbe Flugzeugwerke GmbH bietet vielfältige Luftfahrt- und Technologieaktivitäten: die Ent-
wicklung und Herstellung von ebenen Leichtbaukomponenten für Struktur und Innenraum für
alle Airbus-Modelle, die Umrüstung von Passagierflugzeugen in Frachtflugzeuge, die Wartung
von Flugzeugen der gesamten Airbus-Familie sowie Engineering-Dienstleistungen rund um
Zertifizierung und Zulassung. Das Unternehmen beschäftigt in Dresden ca. 1.300 Mitarbeiter.
Die Robert Bosch GmbH beschäftigt in Sachsen rund 1.000 Mitarbeiter in Leipzig, Chemnitz
und Sebnitz. Dort werden die Geschäftsbereiche Drive and Control Technology, Power Tools,
Bosch Service Solutions und auch die Funktionsbereiche Fertigung Industrietechnik und
Energy and Building Technology abgedeckt. Am 25. Juni 2018 legt Bosch den Grundstein für
seine Wafer Fab RB300 in Dresden.
Die TD Deutsche Klimakompressor GmbH ist ein Tochterunternehmen der japanischen Auto-
mobilzulieferer Toyota Industries Corporation und Denso Corporation und ein führender Her-
steller von Kompressoren für Fahrzeugklimaanlagen in Europa. Es werden in Bernsdorf ca.
750 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen beliefert europäische Hersteller, wie z.B. Daim-
ler, BMW, Audi, VW, Opel, Renault, Peugeot, Toyota, Nissan, Ford oder Fiat.
Die FES GmbH Fahrzeug-Entwicklung Sachsen ist ein Entwicklungsdienstleister und ist auf
die Entwicklung von Karosserien, Fahrwerken und Antrieben, Aufbau von Prototypenfahrzeu-
gen, Erprobung von Komponenten- und Gesamtfahrzeugen, Qualitätssicherung und techni-
sche Dokumentation spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt ca. 720 Mitarbeiter in
Zwickau.
Die IAV GmbH ist einer der weltweit führenden Engineering-Partner der Automobilindustrie
und entwickelt innovative Konzepte und Technologien für zukünftige Fahrzeuge. Der Standort
Chemnitz/Stollberg ist einer von drei IAV-Entwicklungszentren in Deutschland und beschäftigt
dort über 700 Mitarbeiter. Im Fokus steht die Entwicklung elektrischer und hybrider Antriebe
sowie moderner Batteriesysteme. Ein Kernthema der IAV GmbH ist das automatisierte Fahren,
welches durch innovative Fahrerassistenz-Funktionen weiter ausgebaut wird. Beispielsweise

64
hat ein hochautomatisiert fahrender Prototyp auf Basis eines Golf VII rund 70 Kilometer auf
der A4 zwischen Chemnitz und Dresden schon mehrfach zurückgelegt.
Elektronik.
In Sachsen sind einige der modernsten Halbleiterwerke weltweit zu finden, darun-
ter GlobalFoundries, Infineon Technologies, Siltronic AG und X-FAB. Die Branche wird häufig
auch als das sächsische „Silicon Valley“ bzw. „Silicon Saxony“ bezeichnet. Der Silicon Saxony
e.V. ist eines der größten europäischen Branchennetzwerke, dem die meisten der unten auf-
geführten Unternehmen angehören.
Mit über 3.500 Beschäftigten ist der US-amerikanische Halbleiterhersteller GlobalFoundries in
Dresden der größte Arbeitgeber der sächsischen Elektronikbranche. Der Standort in Dresden
zählt zu den modernsten Waferfabriken weltweit und ist mit einer Reinraumfläche von mehr
als 52.000 m² Europas größtes Halbleiterwerk.
Die Infineon Technologies Dresden GmbH ist mit knapp 2.300 Mitarbeitern der zweitgrößte
Arbeitgeber in der Elektronikbranche. Der Standort in Dresden ist einer der größten und mo-
dernsten Fertigungs- und Technologieentwicklungsstandorte der Infineon AG; dort findet u.a.
die weltweit erste Hochvolumenfertigung für Leistungshalbleiter auf 300mm-Wafern und hoch-
automatisierte 200mm-Fertigung statt. Größter Abnehmer der hier produzierten Chips ist die
Automobilindustrie (z.B. Mikrocontroller für den BMW i3).
Die VEM-Holding GmbH beschäftigt insgesamt 1.070 Mitarbeiter an zwei Standorten in Sach-
sen. Das Sachsenwerk Dresden ist Hersteller von Mittel- und Hochspannungsmaschinen und
Antriebslösungen. Neben Großmaschinen für den Industriebereich machen Schiffs- und Fahr-
motoren sowie Windkraftgeneratoren einen bedeutenden Teil der Produktion aus. In Zwickau
werden Niederspannungsmaschinen produziert und Antriebslösungen für alle Industriebran-
chen geliefert. Die Erzeugnisse werden als Spezialantriebe und Normmotoren entwickelt und
hergestellt.
Die Siltronic AG (Tochterunternehmen der Wacker Chemie AG) beschäftigt in Freiberg rund
900 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist ein führender Hersteller für hochspezialisierte Wafer aus
Reinstsilizium. International aufgestellt und ausgerichtet, bedient die Siltronic AG die Halblei-
terindustrie weltweit und ist Partner vieler führender Chiphersteller. Der Standort Freiberg ver-
fügt über eine Tiegelziehfabrik für Siliziumeinkristalle sowie eine der weltweit modernsten Fer-
tigungslinien für Siliziumwafer.
KSG Leiterplatten in Gornsdorf gehört mit über 600 Mitarbeitern zu den führenden Leiterplat-
tenherstellern. Hauptprodukte sind durch-kontaktierte Leiterplatten, Multilayer, Starrflex- und
Dickkupferschaltungen.
Die Johnson Controls Sachsen-Batterien GmbH & Co. KG ist der weltweit führende Anbieter
von Bleibatterien für Automobile und von innovativen Batterien für Fahrzeuge mit Start-Stop-

65
Funktion, Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Das Batteriewerk in Zwickau, welches über 400 Mit-
arbeiter beschäftigt, ist der weltweit größte Produktionsstandort für AGM (Absorbent Glass
Mat)-Batterien.
Die X-FAB Dresden GmbH & Co. KG gehört zur X-FAB Gruppe mit Hauptsitz in Erfurt, welche
eines der weltweit führenden Unternehmen im Halbleitermarkt für gemischt analog-digitale An-
wendungen ist. X-FAB fertigt als sogenannte Foundry Siliziumwafer für analog-digitale inte-
grierte Schaltkreise (mixed-signal ICs) im Kundenauftrag. In Dresden werden rund 400 Mitar-
beiter beschäftigt.
Maschinenbau.
Im Maschinenbau beschäftigt die VON ARDENNE Anlagentechnik GmbH
rund 470 Mitarbeiter in Dresden. Das Unternehmen ist weltweit führender Hersteller von Anla-
gen für industrielle nano- bis mikrometerdünne Beschichtungen auf Glas, Metallband oder Fo-
lie.
Bei Linde Engineering Dresden arbeiten rund 450 Beschäftigte. Der Standort Dresden der
Linde AG zählt zu den international führenden Unternehmen im Bereich Planung, Lieferung
und Bau von Chemie-, Gas-, Biotechnologie- sowie Pharmazieanlagen. Neben Projekten des
traditionellen Anlagenbaus findet das Knowhow auch Einsatz in neuen und innovativen Tech-
nologien. Hier ist das Dresdner Unternehmen insbesondere auf industrielle und pharmazeuti-
sche Biotechnologieanlagen sowie auf CCU (Carbon Capture and Utilization) und CO
2
-Anla-
gen spezialisiert.
In Chemnitz, das als Wiege des deutschen Werkzeug-Maschinenbaus gilt, agiert die Starrag
GmbH im Produktionsbereich Heckert mit 430 Beschäftigten. Das Unternehmen der schwei-
zerischen Starrag-Gruppe ist ein Anbieter von Horizontal-Bearbeitungszentren und technolo-
gischen Fertigungssystemen zum Fräsen, Drehen und Bohren. Zu den Kunden zählen vor
allem international tätige Unternehmen in den Zielmärkten Luftfahrt, Energie, Transport und
Maschinenbau.
Die NILES-SIMMONS-HEGENSCHEIDT Gruppe hat ihren Hauptsitz in Chemnitz und be-
schäftigt dort knapp 1.400 Mitarbeiter. Zum Produktportfolio gehören hochpräzise Werkzeug-
maschinen und Systemlösungen für die Luft- und Raumfahrtindustrie, die Automobil- und
Truckindustrie, die Maschinenbau-Industrie sowie den Werkzeug- und Formenbau.
Die Meyer Burger (Germany) AG (vormals Roth & Rau AG) beschäftigt knapp 400 Mitarbeiter
in Hohenstein-Ernstthal. Das Unternehmen bietet Technologien und Fertigungsanlagen für die
Beschichtung und Strukturierung von Oberflächen in unterschiedlichen Industrien an. Die An-
lagen kommen in der Photovoltaik-, Halbleiter-, Optik-, Batterie-, Automotive- und Bahnindust-
rie zum Einsatz. Die Meyer Burger (Germany) AG gehört zum Schweizer Konzern Meyer Bur-
ger Technology.

66
Chemie.
Im Hochtechnologiebereich Chemie ist die WACKER Chemie AG als ein global ope-
rierender Chemiekonzern der größte Chemie-Arbeitgeber in Sachsen und beschäftigt rund
1.500 Mitarbeiter. Im Werk Nünchritz werden Produkte wie z.B. Silane, Silicone, pyrogene
Kieselsäure und polykristallines Silicium für Solaranlagen hergestellt. Die Technologien sind
in zahlreichen Produkten vorzufinden (z.B. in Digitalkameras, Elektromotoren, Klebstoffen, Le-
bensmitteln, Medizintechnik, Windrädern etc.).
Die Trinseo Deutschland GmbH ist ein weltweiter Anbieter für chemische Materiallösungen
und Hersteller von Kunststoffen, Latex-Bindemitteln und Synthesekautschuk. Das Unterneh-
men beschäftigt ca. 520 Mitarbeiter in Böhlen und Schkopau. Der Standort Böhlen betreibt
eine Anlage zur Herstellung von Styrol. Am Standort Schkopau werden mehrere Anlagen zur
Herstellung von synthetischem Kautschuk und Polystyrol betrieben.
Pharmazie.
Aus der pharmazeutischen Industrie ist das Unternehmen GlaxoSmithKline Bio-
logicals in Dresden mit rund 700 Mitarbeitern präsent. In Dresden werden Grippe-Impfstoffe
für den Weltmarkt hergestellt. Die jährliche Produktionskapazität beträgt derzeit ca. 70 Millio-
nen Impfdosen. Neben saisonalen und pandemischen Grippe-Impfstoffen werden hier auch
weitere Flüssigimpfstoffe abgefüllt und verpackt.
Die APOGEPHA Arzneimittel GmbH beschäftigt 190 Mitarbeiter in Dresden und bietet ein brei-
tes Arzneimittelsortiment und Serviceleistungen zur Behandlung urologischer Erkrankungen.
Schwerpunkte der Forschung liegen auf der Entwicklung neuer Darreichungs- und Arzneifor-
men sowie auf der klinischen Entwicklung in der Urologie.
Die Bombastus-Werke AG beschäftigt ca. 150 Mitarbeiter in Freital. Zum Sortiment gehören
Homöopathika, Nahrungsergänzungsmittel, Arzneimittel, Kosmetika und auch Tee. Bekannt
ist das Unternehmen vor allem durch den Anbau und die Verarbeitung der Salbeipflanze.
Die Arevipharma GmbH in Radebeul beschäftigt ca. 140 Mitarbeiter in Sachsen. Das Unter-
nehmen entwickelt und produziert pharmazeutische Wirkstoffe und Zwischenprodukte für ge-
nerische und auch forschende Pharmaunternehmen und führt Lohnsynthesen durch.

67
Tabelle 3-1: Überblick der Unternehmenslandschaft der Hochtechnologieindustrie in Sachsen
Name des Unternehmens
Standorte
Beschäftigtenzahl
2016 in Sachsen
Automotive/Mobilität
Volkswagen Sachsen GmbH
Zwickau, Chemnitz, Dres-
den
9.800
Bayerische Motoren Werke Group
Werk Leipzig
5.200
Porsche Leipzig GmbH
Leipzig
4.112
Bombardier Transportation GmbH
Görlitz, Bautzen
über 2.000
Elbe Flugzeugwerke GmbH
Dresden
1.300
Robert Bosch GmbH
Leipzig, Chemnitz, Sebnitz
1.000
TD Deutsche Klimakompressor GmbH
Bernsdorf
750
FES GmbH Fahrzeug-Entwicklung Sachsen
Zwickau
720*
IAV GmbH
Dresden, Chemnitz
über 700*
Karosseriewerke Dresden GmbH (KWD)
Radeberg
516
Daimler AG
Leipzig, Kamenz (Bautzen)
475
Leesys – Leipzig Electronic Systems GmbH
Leipzig
398
Eberspächer Exhaust Technology Wilsdruff
GmbH & Co. KG
Wilsdruff
350
Tenneco Zwickau GmbH
Zwickau
276
Elektronik
GLOBALFOUNDRIES
Dresden
ca. 3.600
Infineon Technologies Dresden GmbH
Dresden
2.258
VEM-Holding GmbH
Dresden, Zwickau
1.070
Siltronic AG
Freiberg
900
KSG Leiterplatten
Gornsdorf
627
Johnson Controls Sachsen-Batterien GmbH & Co. KG
Zwickau
432
Preh Car Connect GmbH
Dresden
560
X-FAB Dresden GmbH & Co. KG
Dresden
400
IDT Europe GmbH
Dresden
288
Maschinenbau
VON ARDENNE Anlagentechnik GmbH
Dresden
470
Linde Engineering Dresden
Dresden
450
Starrag GmbH
Chemnitz
430
NILES-SIMMONS-HEGENSCHEIDT Gruppe
Chemnitz
1.394
Meyer Burger (Germany) AG (ehem. Roth & Rau AG)
Hohenstein-Ernstthal
389
Chemie
WACKER Chemie AG
Werk Nünchritz
1.500
Trinseo Deutschland GmbH
Böhlen (und Schkopau)
524
Pharmazie
GlaxoSmithKline Biologicals
Dresden
700
APOGEPHA Arzneimittel GmbH
Dresden
190
Bombastus-Werke AG
Freital
153
Arevipharma GmbH
Radebeul
138*
Quelle: eigene Recherchen, LBBW Sachsen Bank, Bisnode-Unternehmensdatenbank, * = Wert 2017.

 
68
Größte Unternehmen der wissensintensiven Dienstleistungen in Sachsen
Analog zum Überblick der größten Unternehmen der Hochtechnologieindustrie in Sachsen gibt
Tabelle 3-2 einen Überblick über die größten Unternehmen der wissensintensiven Dienstleis-
tungen mit Standorten in Sachsen. Datengrundlage sind die jährlichen Publikationen „Top 100
Mitteldeutschlands“ der LBBW Sachsen Bank, die Bisnode-Unternehmensdatenbank sowie
umfangreiche eigene Recherchen.
Kommunale Dienstleistungen.
Die Technische Werke Dresden (TWD) GmbH mit Hauptsitz
in Dresden beschäftigt ca. 5.500 Mitarbeiter. Die TWD ist eine hundertprozentige Holdingge-
sellschaft der Landeshauptstadt Dresden. Dem Konzern gehören sieben Gesellschaften an.
Die Sparten dieser Gesellschaften versorgen die Stadt Dresden mit Strom, Wasser, Gas und
Wärme, entsorgen die Abfälle und reinigen die Straßen. Außerdem bieten sie darüber hinaus
diverse Dienstleistungen in den Bereichen der Datenverarbeitung und der Immobilienwirt-
schaft an.
Die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) mit Sitz in Leipzig beschäftigt rund
4.500 Mitarbeiter. Die LVV agiert als Management-Holding und nimmt Leitungs- und Steue-
rungsfunktionen für die Stadt Leipzig wahr. Die Geschäftstätigkeit der einzelnen LVV-Unter-
nehmen umfasst die Sparten Stadtwerke Leipzig, Kommunale Wasserwerke Leipzig und
Leipziger Verkehrsbetriebe sowie die jeweiligen Tochterunternehmen (z.B. die Leipziger
Sportbäder).
Informationstechnologien.
Aus dem IT-Bereich sind in Sachsen vor allem Unternehmen mit
Niederlassungen in den beiden Großstädten Dresden und Leipzig zu finden. Die T-Systems
Multimedia Solutions GmbH beschäftigt an ihrem Hauptsitz in Dresden ca. 700 Mitarbeiter.
Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochter der T-Systems International GmbH und
zählt daher wie seine Muttergesellschaft zum Konzern Deutsche Telekom. Das Unternehmen
ist ein Dienstleister, der sich als Begleiter von Großkonzernen und mittelständischen Unter-
nehmen bei der Digital Business Transformation versteht.
Die Cyberport GmbH ist ein deutsches E-Commerce-Unternehmen mit Sitz in Dresden, wel-
ches ca. 640 Mitarbeiter beschäftigt. Es wurde 1998 gegründet und gehört vollständig zu Hu-
bert Burda Media. Zunächst startete die Cyberport GmbH als Onlineshop für Apple-Computer
und entwickelte sich danach zu einem der größten Einzelhändler von Consumer Electronics
in Deutschland.
Die Comparex AG ist ein international aufgestelltes Unternehmen mit Hauptsitz in Leipzig, an
dem 500 Mitarbeiter beschäftigt sind. Das Hauptgeschäftsfeld der Comparex AG umfasst das
Management von Software-Lizenzen und -Nutzungsrechten sowie Beratungs- und Service-
leistungen und die Entwicklung von Cloud-Computing-Lösungen.

69
Die TraceTronic GmbH ist ein Gesamtlösungsanbieter für die Entwicklung und Absicherung
von Steuergeräten und beschäftigt 140 Mitarbeiter in Dresden. Das Unternehmen hat sich auf
die Bereiche Systems Engineering, Softwareprodukte und Dienstleitungen zur Entwicklung
und Validierung von Systemen spezialisiert. Zu den Kunden zählen Unternehmen aus der Au-
tomobilindustrie, z.B. VW, Audi, BMW, Bosch, Porsche, Continental und Delphi.
Telekommunikation.
Aus der Telekommunikationsbranche sind die Deutsche Telekom AG,
die Komsa Kommunikation Sachsen AG und die Mugler AG in Sachsen vertreten.
Die Deutsche Telekom AG ist ein deutsches und Europas größtes Telekommunikationsunter-
nehmen mit Sitz in Bonn und betreibt technische Netze für den Betrieb von Informations- und
Kommunikationsdiensten für Festnetz und Mobilfunk, Datennetze und Onlinedienste. Die
Deutsche Telekom verfügt über drei Kundenservicecenter in Dresden, Leipzig und Chemnitz,
in welchen 1.830 Mitarbeiter beschäftigt werden.
Die Komsa Kommunikation Sachsen AG ist in Hartmannsdorf angesiedelt und beschäftigt dort
ca. 1.540 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist eines der führenden Vertriebs- und Service-Dienst-
leister der IKT-Branche. Das sächsische Unternehmen ist in drei Geschäftsbereichen tätig:
Großhandel für IT- und Kommunikationsprodukte, Dienstleistungen und Reparaturservice.
Die Mugler AG beschäftigt ca. 280 Mitarbeiter in Oberlungwitz. Das Unternehmen entwickelt
Kommunikationssysteme für den automatisierten Verkehr. Außerdem werden europaweit Te-
lekommunikationsnetze in den Bereichen Mobilfunk, Behördenfunk, Richtfunk, Rundfunk und
Festnetz geplant und gewartet und ebenfalls digitale Rundfunknetze betrieben.
Medien.
Aus der Medienbranche sind in Sachsen zwei große Unternehmen vorzufinden: Die
DDV Mediengruppe GmbH & Co. KG und der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Die DDV Me-
diengruppe verfügt u.a. über Standorte in Dresden, Bautzen/Kamenz, Meißen, Freital/Pirna
und Görlitz. Das Unternehmen beschäftigt im Freistaat rund 1.820 Mitarbeiter. Die DDV Medi-
engruppe gibt die Sächsische Zeitung heraus sowie die Morgenpost Sachsen und die Online-
Portale sz-online und TAG24.
Der MDR ist die Landesrundfunkanstalt für die Freistaaten Sachsen und Thüringen und das
Land Sachsen-Anhalt (Hörfunk, Fernsehen und Telemedien) und beschäftigt an zwei Stand-
orten in Leipzig und Dresden rund 1.530 Mitarbeiter.
Luftfahrt.
Die AeroLogic GmbH ist eine deutsche Frachtfluggesellschaft mit Sitz in Schkeuditz
und einer Basis auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Das Unternehmen ist gemeinsam von der
Deutschen Lufthansa AG und der Deutsche Post Beteiligungen Holding AG als Joint Venture
gegründet worden. Derzeit sind in Schkeuditz rund 310 Mitarbeiter beschäftigt, wovon rund
220 zum fliegenden Personal gehören.

70
Tabelle 3-2: Überblick der Unternehmenslandschaft der wissensintensiven Dienstleistungen in Sachsen
Name des Unternehmens
Standorte
Beschäftigtenzahl
2016 in Sachsen
Kommunale Dienstleistungen
Technische Werke Dresden (TWD) GmbH
Dresden
5.499
Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft
(LVV)
Leipzig
4.500
Informationstechnologien
T-Systems Multimedia Solutions GmbH
Dresden
1.350
SAP Dresden
Dresden
700
Cyberport GmbH
Dresden
ca. 640
Comparex AG
Leipzig
ca. 500
GK Software
Schöneck, Chemnitz
ca. 375
TraceTronic GmbH
Dresden
140*
Telekommunikation
Deutsche Telekom AG
Dresden, Leipzig, Chem-
nitz
1.830
Komsa Kommunikation Sachsen AG
Hartmannsdorf
1.538
Mugler AG
Oberlungwitz
ca. 280
Medien
DDV Mediengruppe GmbH & Co. KG
Dresden, Bautzen/Ka-
menz, Meißen,
Freital/Prima, Görlitz
1.819
Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)
Leipzig, Dresden
1.532
Luftfahrt
AeroLogic GmbH
Schkeuditz
310
Quelle: eigene Recherchen, LBBW Sachsen Bank, Bisnode-Unternehmensdatenbanl, * = Wert 2017

71

 
72
Unternehmensdynamik: Gründungen
Gründungen und Innovationen
In der wissenschaftlichen und politischen Dis-
kussion wird der Gründungsdynamik im Unter-
nehmenssektor einer Volkswirtschaft eine
hohe Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit,
die Innovationstätigkeit, den Strukturwandel
und die Generierung von Beschäftigung zuge-
schrieben. Die Gründung neuer Unternehmen
– insbesondere in innovativen Branchen – gilt
als wichtiger Mechanismus, durch den neues
technologisches Wissen in innovative Produk-
tionsverfahren, Produkte und Dienstleistungen
umgesetzt und vermarktet werden kann. Man
erhofft sich, dass durch die Gründung neuer Unternehmen bestehende Unternehmen zu Inno-
vationsaktivitäten angetrieben werden, dadurch der technologische Wandel forciert wird und
sich so die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft insgesamt erhöht. Die beschriebene Wirkung
entfalten Gründungen auch im regionalen Kontext. Somit ist das Niveau der Gründungstätig-
keit in einer Region Ausdruck für deren Attraktivität für junge Unternehmen und damit für die
Bedingungen, die diese dort vorfinden. Zu nachfrageseitigen Bedingungen gehören der Zu-
gang zum relevanten Markt, Nachfragevolumen oder Kontakte zu potenziellen Kunden. Zu
angebotsseitigen Bedingungen zählen die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter, der Zugang
zu externem Wissen, ein dynamisches Umfeld in den für die Unternehmen relevanten Tech-
nologiefeldern und das Vorhandensein unternehmensrelevanter Netzwerke.
Innovative Gründungen (Hightech-Gründungen des Verarbeitenden Gewerbes und technolo-
gieorientierte Gründungen des Dienstleistungssektors) sind allerdings nur eine Teilmenge aller
Gründungen. Von den Unternehmen, die jedes Jahr in Deutschland gegründet werden, sind
ca. 1 Prozent Hightech-Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes und ca. 12 Prozent tech-
nologieorientierte Dienstleister. Auch wenn innovativen Gründungen für die Stimulierung von
Innovationsanstrengungen in der Wirtschaft eine ganz besondere Bedeutung zugemessen
wird, dürfen die übrigen Gründungen nicht außer Acht gelassen werden. Diese „norma-
len“ Gründungen sind – schon allein wegen ihrer großen Anzahl – für die wirtschaftliche Ent-
wicklung und insbesondere die Schaffung von Arbeitsplätzen ebenfalls unerlässlich.
Indikator:
Gründungsintensitäten
ein Maß zum Vergleich der Gründungsniveaus
in unterschiedlich großen Regionen
Datengrundlage ist das Mannheimer Unterneh-
menspanel (MUP) des ZEW
gemessen durch die Anzahl der Gründungen in
einer bestimmten Branchengruppe, in einem be-
stimmten Jahr, in einer bestimmten Region je
10.000 Erwerbsfähige in der Region in dem be-
trachteten Jahr
über Gründungen wird neues Wissen in Pro-
dukte und Verfahren transformiert und in den
Markt eingeführt, dies ist ein wichtiger Beitrag
zur technologischen Leistungsfähigkeit; dies
zwingt auch bestehende Unternehmen zu höhe-
ren Innovationsanstrengungen

73
Darüber hinaus stellen die „normalen
Gründungen“ einen nicht unerhebli-
chen Teil der gewerblichen Nachfra-
ger für die Produkte und Dienstleis-
tungen der jungen Unternehmen aus
den forschungs- und wissensintensi-
ven Branchen. Gerade für die Diffu-
sion neuer Produktfelder und Tech-
nologien sind als Nachfrager nicht
nur die etablierten, sondern auch die
jungen Unternehmen aus Nicht-High-
tech-Branchen von Bedeutung, die
als Vertriebsunternehmen oder als
Dienstleister für Konsumenten die
Entwicklungen der Hightech-Grün-
dungen in ihren Prozessen aufgreifen
oder als Produkt-Dienstleistungspa-
kete vermarkten.
Box 3-1: Mannheimer Unternehmenspanel (MUP) des
ZEW
Das
Mannheimer Unternehmenspanel (MUP)
ist deutsch-
landweit die umfangreichste Mikrodatenbasis von Unterneh-
men (vgl. Bersch et al., 2014b). Zweimal jährlich übermittelt
Creditreform einen Komplettabzug seiner umfangreichen Da-
tenbank zur Nutzung für wissenschaftliche Zwecke an das
ZEW. Die Speicherung der einzelnen Querschnitte als Panel
ermöglicht auch Längsschnittanalysen. Das MUP bildet die
Grundgesamtheit der Unternehmen in Deutschland ab – inklu-
sive Kleinstunternehmen und selbstständiger Freiberufler. Die
statistische Einheit des MUP ist das rechtlich selbstständige
Unternehmen. Creditreform erfasst alle Unternehmen in
Deutschland, die in einem „ausreichenden Maße“ wirtschafts-
aktiv sind. Um die Unternehmensdaten für die Nutzung als ana-
lysefähiges Panel und insbesondere für die Bestimmung der
jährlichen Gründungs- und Schließungszahlen nutzbar zu ma-
chen, durchlaufen die Daten am ZEW verschiedene Aufberei-
tungsprozesse: Bereinigung um Fehleinträge, Identifizierung
von Mehrfacherfassungen, Ermittlung des Existenzstatus, Zu-
ordnung zur Hochtechnologiesystematik und der Wissensinten-
sitätssystematik (vgl. Gehrke et al., 2013).
Die Datenbank enthält nach Entfernen der Fehleinträge derzeit
Informationen zu knapp 8,4 Millionen Unternehmen. Aktuell
sind davon ca. 3 Millionen deutschlandweit im Markt aktiv, also
„lebend“ - rund 145.000 von ihnen mit Standort in Sachsen.

 
74
Datenbasis und Analysedesign
Die Datengrundlage der Analysen bildet das MUP des ZEW (vgl. Box 3-1). Unter dem Begriff
„Gründungen“ werden hier ausschließlich originäre Gründungen verstanden. Das sind tatsäch-
lich wirtschaftsaktive Unternehmen, die auf eine langfristige Existenz am Markt ausgerichtet
sind und mindestens dem Unternehmer (oder den Unternehmern) eine Vollerwerbsexistenz
sichern sollen. Reine Gewerbeanmeldungen oder „prekäre“ Selbstständigkeiten werden hier
nicht betrachtet, freiberufliche selbstständige Tätigkeiten nur, wenn sie als Unternehmen or-
ganisiert sind.
Um das Gründungsgeschehen zwischen Regionen vergleichen zu können, ist es nötig, die
unterschiedliche Größe der Regionen zu berücksichtigen. In den zugrunde liegenden Analy-
sen werden die absoluten Gründungszahlen der jeweiligen Region mit der entsprechenden
Zahl der Erwerbsfähigen (Wohnbevölkerung im Alter von 18 bis 65 Jahren) in dem jeweils
betrachteten Jahr normiert. Auf diese Weise werden für die verschiedenen Branchengruppen
Gründungsintensitäten berechnet, die zwischen den betrachteten Regionen vergleichbar sind.
Die Verwendung dieser Normierungsgröße hat gegenüber alternativen Normierungsgrößen,
etwa dem Unternehmensbestand oder der Anzahl der Erwerbstätigen, den Vorteil, dass Un-
terschiede in der Unternehmensgrößenstruktur oder in der regionalen Arbeitslosigkeit bei glei-
chen Gründungszahlen nicht zu Verzerrungen führen.
Die Betrachtung der Entwicklung der Gründungsintensitäten im Zeitraum 2000 bis 2016 in un-
terschiedlichen Branchengruppen wird für Sachsen, die übrigen neuen Länder, die alten Län-
der sowie Berlin vorgenommen. Der Grund für die gesonderte Betrachtung Berlins liegt an
Besonderheiten der Gründungstätigkeit in hochverdichteten Räumen. Gründungen in den
Dienstleistungsbranchen – ob dem Hightech-Sektor zuzurechnen oder nicht – konzentrieren
sich sehr stark auf hochverdichtete Räume, insbesondere auf Großstädte. Regionale Schwer-
punkte der Gründungstätigkeit in den Dienstleistungsbranchen wie München, Hamburg, das
Ruhrgebiet oder das Rhein-Main-Gebiet werden durch die Integration dieser Räume in die
sehr große Region „alte Länder“ hinreichend nivelliert, sodass ein unverzerrter Vergleich mit
anderen Räumen möglich ist. Dies gilt für Berlin nicht. Durch sein hohes Gewicht sowohl bei
der Anzahl der Erwerbsfähigen als auch bei den Gründungszahlen relativ zu den anderen
neuen Ländern, würde Berlin die Gründungsintensitäten der Region „neue Länder“ (ob mit
oder ohne Sachsen) ganz wesentlich determinieren. Aus diesem Grund wird Berlin bei der
Betrachtung der Gründungen und Schließungen (vgl. Abschnitt 3.6) als separate Region ge-
führt.

 
75
Analysen nach Branchengruppen
Alle Branchen und Produzierendes Gewerbe
In Berlin wurden 2016 rund 12.000 Unternehmen gegründet, davon etwa 1.300 (11 Prozent)
im Produzierenden Gewerbe. Im selben Jahr wurden in Sachsen etwa 5.500 neu errichtete
Unternehmen registriert, 1.000 (18 Prozent) im Produzierenden Gewerbe. Auf die übrigen
neuen Länder entfielen 2016 knapp 12.000 Gründungen, 2.600 (22 Prozent) im Produzieren-
den Gewerbe. Über 80 Prozent der Unternehmen entstanden jedoch in den alten Ländern,
2016 waren das gut 132.000, wovon 16 Prozent dieser Neugründungen hier im Produzieren-
den Gewerbe stattfanden. Der Industrieanteil ist in den neuen Ländern – bis auf Berlin – also
deutlich höher als in den alten Ländern.
Abbildung 3-30 zeigt die Gründungsintensitäten für die Wirtschaft insgesamt sowie für die drei
Hauptbranchen des Produzierenden Gewerbes. In der Zeitreihe für die Gründungsintensitäten
für die Wirtschaft insgesamt sind jeweils eine markante und eine weitere weniger markante
Spitze in den Jahren 2004 und 2009 zu identifizieren, die mehr oder weniger ausgeprägt auch
in den Zeitreihen für die Branchen des Produzierenden Gewerbes zu beobachten sind. Der
deutliche Anstieg der Gründungszahlen im Jahr 2004 geht auf die Implementierung der soge-
nannten „Ich-AG“ (Existenzgründungszuschuss für Arbeitslose) durch die Bundesagentur für
Arbeit (BA) zurück. Der moderate Anstieg im Jahr 2009 resultiert daraus, dass Ende 2008 mit
der Unternehmensgesellschaft („Mini-GmbH“) eine neue haftungsbeschränkte Rechtsform
eingeführt wurde, mit der sich Unternehmen zu relativ geringen Kosten gründen lassen.
Bezogen auf die Gründungen insgesamt weisen alle betrachteten Regionen seit 2005 im
Trend sinkende und seit 2013 stagnierende Gründungsintensitäten auf. Der Rückgang ist je-
doch in den alten Ländern und insbesondere in Berlin weniger stark ausgeprägt als in den
neuen Ländern.
Im Verarbeitenden Gewerbe, das etwa 30 Prozent zum Gründungsgeschehen im Produzie-
renden Gewerbe beiträgt, sind seit 2009 keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen den
Regionen im Gründungsgeschehen festzustellen. Im Zeitraum vor 2009 hatten Sachsen und
die übrigen neuen Länder im Verarbeitenden Gewerbe höhere Gründungsintensitäten als die
alten Länder und Berlin. Im Zeitraum nach 2010 fallen die Gründungsintensitäten im den an-
deren neuen Ländern und Sachsen minimal unter das Niveau der alten Länder und Berlin. Für
Berlin sind in dieser Branche als einzige Region zwischen 2000 und 2016 tendenziell stei-
gende Gründungszahlen zu beobachten.
Im Baugewerbe verzeichnen Sachsen und die übrigen neuen Länder bis 2011 Gründungsin-
tensitäten, die deutlich über denen der alten Länder und Berlins liegen. In jüngerer Zeit haben
sich alle Zeitreihen stark angenähert. Berlin belegt seit 2011 im Baugewerbe den Spitzenplatz.

76
Abbildung 3-30: Gründungsintensitäten, alle Branchen und Branchen des Produzierenden Gewerbes
(2000-2016, Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige)
Alle Branchen
Verarbeitendes Gewerbe
Baugewerbe
Energie/Bergbau
Quelle: MUP des ZEW, 2017; Statistisches Bundesamt
Die Gründungstätigkeit im Bereich Energie/Bergbau hat einen Anteil von 7 Prozent im Produ-
zierenden Gewerbe und wird vornehmlich durch Gründungen in der Branche Energieerzeu-
gung bestimmt. Dabei handelt es sich überwiegend um Energieerzeuger, die mit erneuerbaren
Energieträgern produzieren. In Sachsen ist der Gründungsboom in diesem Bereich auch zu
identifizieren, allerdings auf niedrigerem Niveau als in den alten Ländern und den übrigen
neuen Ländern. Berlin als Stadtstaat hat naturgemäß weniger Flächen für Produzenten dieser
Branchen und so zeigt sich dieser Boom dort nicht. Der drastische Einbruch der Gründungs-
zahlen von Stromanbietern nach 2010/2011 lässt sich zurückführen auf die Unsicherheit für
potenzielle Gründer nach der Entscheidung über die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke
und danach über die Rahmenbedingungen des Strommarktes und die genaue Ausgestaltung
der EEG-Reform nach dem Atomausstieg (vgl. dazu Bersch et al., 2014a). Seit 2013 liegen
die Gründungsintensitäten im Wirtschaftszweig Energie/Bergbau auf konstant niedrigem Ni-
veau.
0
10
20
30
40
50
60
70
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0
2
4
6
8
10
12
14
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0,0
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
1,2
1,4
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin

 
77
Forschungs- und wissens-intensive Branchen
Aus Sicht der technologischen Entwicklung sind insbesondere Gründungen in den Hightech-
Branchen des Verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors sowie in den wis-
sensintensiven Dienstleistungsbranchen von Interesse (zur Branchenabgrenzung vgl. Box
3-2). Die Gründungen in diesen
Branchen sind wegen ihres höheren
durchschnittlichen
Wachstumspo-
tenzials und wegen ihrer Beiträge zur
Technologiediffusion sowie zum In-
novationsgeschehen für die Techno-
logieentwicklung in der Privatwirt-
schaft besonders wichtig.
In der Hightech-Industrie wurden
2016 deutschlandweit knapp 1.400
Unternehmen gegründet. Im Soft-
warebereich und bei den sonstigen
technologieintensiven Dienstleistun-
gen gab es gut 2.800 bzw. 7.200 Neugründungen. Den größten Zweig innerhalb der for-
schungs- und wissensintensiven Wirtschaft bilden die wissensintensiven Dienstleister mit etwa
9.600 Gründungen im Jahr 2016. In Sachsen wurden 2016 rund 700 Neugründungen in den
forschungs- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen registriert, knapp 1.100 waren es in
den übrigen neuen Ländern (ohne Berlin). In Berlin wurden 1.900 Hightech-Unternehmen bzw.
wissensintensive Dienstleister errichtet. Das Gros der Gründungstätigkeit in diesem Wirt-
schaftsbereich fand 2016 mit gut 17.000 Unternehmen in den alten Ländern statt.
In Abbildung 3-31 sind die Gründungsintensitäten für die betrachteten Regionen in den High-
tech-Branchengruppen von Verarbeitendem Gewerbe und Dienstleistungssektor sowie in der
Gruppe der wissensintensiven Branchen des Dienstleistungssektors dargestellt. Es zeigt sich,
dass Sachsen beim Gründungsgeschehen in den Hightech- und wissensintensiven Dienstleis-
tungsbranchen über viele Jahre Stärken hatte. So wies Sachsen für alle hier betrachteten
Branchen stets eine höhere Gründungsintensität auf als die übrigen neuen Länder. In der
Hightech-Industrie zeigte Sachsen zudem für mehrere Jahre im Zeitraum 2000 bis 2012 die
höchsten Gründungsintensitäten. In den letzten vier Jahren verzeichnet Sachsen allerdings
einen Rückgang der Gründungsintensitäten in der Hightech-Industrie. Die Spitzenposition in
dieser Branchengruppe wird seit 2013 von Berlin eingenommen.
Box 3-2: Hightech- und wissensintensive Branchen
Der Hightech-Sektor umfasst Wirtschaftszweige mit einer ho-
hen Innovationsneigung. Er wird unterteilt in die Hightech-In-
dustrie und die technologieorientierten Dienstleistungen.
Die
Hightech-Industrie
umfasst alle Branchen des verarbei-
tenden Gewerbes, bei denen der Anteil der FuE-Ausgaben am
Umsatz im Branchendurchschnitt mindestens 2,5 Prozent be-
trägt,
Hightech-Dienstleistungen
umfassen Dienstleistungen
mit einem stark technologischen Fokus wie Telekommunikati-
onsdienstleistungen, Datenverarbeitung, Software, FuE-
Dienstleistungen sowie Architektur- und Ingenieurbüros.
Als
wissensintensive Dienstleistungen
werden die Dienst-
leistungsbranchen bezeichnet, die hohe Anteile von Akademi-
kern bei den Beschäftigten aufweisen, etwa Unternehmensbe-
ratungen, nicht natur- oder technik-wissenschaftliche FuE-Un-
ternehmen oder auch Werbe- und Marketingdienstleister.

78
Dies gilt analog für den Softwarebereich der deutschen Wirtschaft: Berlin dominiert das Grün-
dungsgeschehen seit 2009 deutlich. Die Softwarebranche ist der einzige Dienstleistungswirt-
schaftszweig, der seit 2002 keinen Trend zu sinkenden Gründungsintensitäten aufweist.
In den Branchen sonstige Hightech- und wissensintensive Dienstleistungen ist eine deutliche
Lücke in den Gründungsintensitäten zwischen den alten Ländern und den neuen Ländern zu
verzeichnen. Sachsen weist in diesen Branchengruppen höhere Gründungsintensitäten auf
als die übrigen neuen Länder.
Abbildung 3-31: Gründungsintensitäten, Hightech-Branchen, technologie- und wissensintensive Dienst-
leistungsbranchen (2000-2016, Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige)
Hightech-Industrie
Software
Sonstige Hightech-Dienstleistungen
Wissensintensive Dienstleistungen
Quelle: MUP des ZEW, 2017; Statistisches Bundesamt
0,0
0,1
0,2
0,3
0,4
0,5
0,6
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
4,0
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin

 
79
Nicht-wissensintensive Dienstleistungsbranchen und Handel
In den nicht wissensintensiven Dienstleistungsbranchen und im Handel wurden 2016 rund
103.000 Unternehmen gegründet. Das sind mehr als 60 Prozent aller Gründungen. Im zahlen-
mäßig größten Wirtschaftszweig, konsumorientierte Dienstleistungen, gab es 53.000 neue Un-
ternehmen. Im Handel waren es ca. 31.000 und im nicht wissensintensiven unternehmensna-
hen Dienstleistungsbereich knapp 20.000 Neugründungen. In Sachsen sind 2016 etwa 3.500
neue nicht wissensintensive Dienstleistungs- und Handelsunternehmen in den Markt eingetre-
ten.
Abbildung 3-32: Gründungsintensitäten, Handel, sonstige Dienstleistungsbranchen (2000-2016, Gründun-
gen je 10.000 Erwerbsfähige)
Handel
Unternehmensnahe Dienstleister
Konsumorientierte Dienstleistungen
Quelle: MUP des ZEW, 2017; Statistisches Bundesamt
Abbildung 3-32 zeigt die Gründungsintensitäten für die betrachteten Regionen in den Bran-
chengruppen Handel, unternehmensnahe (nicht technologieorientierte oder wissensintensive)
sowie konsumorientierte Dienstleistungen. Berlin nimmt auch in diesen Wirtschaftsbereichen
eine Spitzenposition ein. Die Schere zwischen Berlin und dem Rest der Republik klafft seit
2011 insbesondere bei unternehmensnahen Dienstleistern noch weiter auseinander. In allen
drei Branchengruppen verzeichnen Sachsen und die übrigen neuen Länder eine deutlich ge-
ringere Gründungsanzahl pro 10.000 Erwerbsfähige als die alten Länder und Berlin. In diesen
0
2
4
6
8
10
12
14
16
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0
2
4
6
8
10
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0
5
10
15
20
25
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin

80
nicht wissensintensiven Branchengruppen verläuft die Gründungsintensität Sachsens auf ei-
nem ähnlichen Niveau wie die der übrigen neuen Länder.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass Sachsen ebenso wie die übrigen neuen Länder in
allen untersuchten Dienstleistungsbranchen mit Ausnahme der Softwarebranche deutlich ge-
ringere Gründungsintensitäten aufweist als die alten Länder oder gar Berlin. Da in den Dienst-
leistungsbranchen ein Großteil der Gründungen erfolgt, resultiert hieraus die Gründungs-
schwäche der neuen Länder bei der Gesamtheit der Gründungen
(Abbildung 3-30). In den Branchen des Produzierenden Gewerbes dagegen ist Gründungsdy-
namik in Sachsen auch über einen längeren Zeitraum hoch. Seit 2013 ist allerdings für Sach-
sen ein Rückgang der Gründungsintensitäten in den industriellen Branchen festzustellen.

81
Tabelle 3-3: Gründungsintensitäten, alle Branchen, Produzierendes Gewerbe (2000-2016, Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige)
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
alle Branchen
SN
46,7
42,2
39,9
46,3
52,3
45,7
42,3
36,0
34,4
36,1
33,5
31,7
26,6
24,0
23,2
22,2
22,6
NL
43,9
40,1
39,5
45,2
52,5
44,6
40,9
34,5
31,9
33,6
32,0
30,3
25,1
24,2
22,8
22,4
22,3
AL
47,9
43,8
43,1
47,0
51,6
48,3
46,4
43,6
41,2
44,3
42,5
39,1
34,3
33,5
32,1
31,7
31,7
B
59,6
52,3
52,1
57,2
65,8
57,7
57,8
55,0
49,2
53,0
52,0
55,1
52,6
50,2
49,5
51,3
52,4
Verarbeiten-
des Gewerbe
SN
2,3
2,3
2,2
2,3
2,6
2,4
2,3
2,1
2,4
2,3
2,4
2,3
1,9
1,6
1,7
1,5
1,5
NL
2,2
2,0
2,0
2,3
2,5
2,3
2,1
2,0
1,9
2,2
2,1
1,9
1,6
1,6
1,5
1,5
1,4
AL
2,2
2,0
1,9
2,0
2,2
2,1
2,1
2,0
2,1
2,4
2,3
2,0
1,8
1,8
1,7
1,7
1,7
B
1,5
1,4
1,3
1,5
2,0
1,5
1,5
1,6
1,7
2,1
2,1
2,1
1,7
1,9
1,8
1,9
1,8
Baugewerbe
SN
9,3
8,5
7,8
9,2
11,5
9,7
8,4
6,4
5,5
5,6
5,0
4,6
3,4
3,3
3,0
3,0
2,4
NL
9,5
8,4
8,0
9,7
12,6
10,0
8,6
6,5
5,6
5,8
5,2
4,9
3,9
3,7
3,5
3,2
3,0
AL
4,8
4,4
4,1
4,7
6,2
5,7
5,1
4,6
4,1
4,2
4,1
3,9
3,4
3,5
3,4
3,2
3,2
B
7,7
6,5
6,6
7,7
9,8
7,2
6,6
5,9
5,4
4,9
4,9
5,2
5,0
4,4
4,2
4,1
3,7
Energie/
Bergbau
SN
0,4
0,4
0,2
0,3
0,3
0,4
0,5
0,5
0,5
1,0
0,8
0,9
0,8
0,3
0,3
0,3
0,2
NL
0,4
0,4
0,4
0,4
0,4
0,6
0,7
0,7
0,6
1,0
1,1
1,2
0,9
0,6
0,5
0,4
0,5
AL
0,3
0,4
0,4
0,3
0,4
0,6
0,7
0,7
0,7
1,0
1,1
1,0
0,8
0,5
0,4
0,4
0,4
B
0,2
0,2
0,2
0,3
0,3
0,4
0,5
0,5
0,3
0,5
0,6
0,7
0,5
0,3
0,3
0,2
0,3
SN: Sachsen, NL: neue Länder ohne Berlin und Sachsen, AL: alte Länder, B: Berlin
Quelle: MUP des ZEW, 2017; Statistisches Bundesamt

82
Tabelle 3-4: Gründungsintensitäten, Hightech-Branchen, wissensintensive Dienstleistungsbranchen (2000-2016, Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige)
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Hightech-
Industrie
SN
0,5
0,5
0,4
0,3
0,4
0,4
0,4
0,4
0,4
0,3
0,4
0,3
0,3
0,3
0,3
0,3
0,2
NL
0,4
0,4
0,3
0,3
0,3
0,3
0,3
0,3
0,3
0,3
0,3
0,2
0,2
0,2
0,2
0,2
0,2
AL
0,4
0,4
0,4
0,4
0,4
0,4
0,4
0,3
0,4
0,4
0,3
0,3
0,3
0,3
0,3
0,3
0,3
B
0,4
0,3
0,3
0,3
0,5
0,4
0,3
0,3
0,4
0,4
0,4
0,3
0,3
0,3
0,4
0,3
0,3
Software
SN
0,6
0,5
0,4
0,4
0,5
0,4
0,4
0,4
0,4
0,5
0,5
0,6
0,5
0,4
0,3
0,4
0,5
NL
0,4
0,4
0,3
0,3
0,4
0,3
0,3
0,3
0,3
0,4
0,4
0,3
0,3
0,3
0,3
0,2
0,2
AL
0,8
0,7
0,5
0,6
0,6
0,5
0,5
0,5
0,5
0,6
0,6
0,6
0,6
0,5
0,5
0,5
0,5
B
1,1
0,9
0,6
0,7
0,7
0,6
0,6
0,7
0,8
1,3
1,4
1,5
1,6
2,0
1,7
1,9
1,8
Sonst.
Hightech-
Dienstl.
SN
2,5
1,9
1,8
2,0
2,1
1,8
1,6
1,6
1,3
1,5
1,4
1,3
1,2
1,1
1,1
1,0
1,1
NL
2,1
1,7
1,6
1,8
2,1
1,8
1,5
1,4
1,2
1,4
1,3
1,2
1,0
1,0
1,0
0,8
0,9
AL
3,0
2,5
2,2
2,4
2,5
2,4
2,2
2,0
1,9
2,1
2,0
1,8
1,6
1,6
1,5
1,5
1,4
B
3,4
2,9
2,6
2,7
3,2
2,7
2,6
2,5
2,3
2,6
2,6
2,9
2,8
2,9
2,8
2,7
2,3
wissensint.
Dienstl.
SN
2,3
2,2
2,0
2,5
2,4
2,1
1,8
1,8
1,7
1,8
1,6
1,4
1,3
1,1
1,2
1,1
1,2
NL
1,8
1,6
1,6
1,9
1,9
1,6
1,6
1,3
1,3
1,3
1,3
1,2
1,0
0,8
0,8
0,8
0,9
AL
3,6
3,2
3,1
3,3
3,5
3,2
3,0
2,9
2,9
3,2
2,9
2,6
2,1
2,1
2,0
2,0
1,9
B
4,4
3,9
4,0
4,1
4,7
4,1
4,1
3,7
3,5
4,2
4,3
4,1
3,6
3,3
3,7
3,8
3,8
SN: Sachsen, NL: neue Länder ohne Berlin und Sachsen, AL: alte Länder, B: Berlin
Quelle: MUP des ZEW, 2014; Statistisches Bundesamt

83
Tabelle 3-5: Gründungsintensitäten, Handel, sonstige Dienstleistungsbranchen (2000-2016, Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige)
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Handel
SN
9,6
8,6
8,3
9,7
10,5
9,5
8,6
7,6
6,9
7,1
6,4
6,0
4,8
4,8
4,4
4,1
4,0
NL
9,3
8,4
8,7
9,4
10,6
9,0
8,3
6,9
6,4
6,3
6,1
5,4
4,5
4,6
4,3
4,1
3,9
AL
11,5
10,6
10,8
12,2
13,1
11,7
11,0
10,1
9,1
9,6
9,0
8,2
7,2
7,0
6,7
6,5
6,2
B
11,5
10,4
10,8
13,0
14,2
12,3
10,9
10,4
9,3
10,4
9,7
10,0
9,0
9,0
8,5
8,2
8,3
Unterneh-
mensnahe DL
SN
3,7
3,4
3,5
4,4
5,5
4,5
4,0
3,3
3,4
3,5
3,3
3,1
2,7
2,7
2,3
2,3
2,8
NL
3,0
2,6
3,0
3,8
4,8
3,8
3,6
3,1
2,9
3,6
3,3
3,3
2,6
2,7
2,5
2,6
2,7
AL
4,4
4,1
4,2
4,4
4,8
4,5
4,3
4,2
4,1
4,3
4,0
3,8
3,6
3,6
3,5
3,5
3,8
B
5,1
4,5
5,1
5,4
6,7
6,3
6,3
6,1
5,7
5,7
5,6
6,8
7,2
7,2
7,5
8,3
9,1
Konsumorient.
DL
SN
12,2
10,7
10,3
11,6
12,8
11,8
11,5
10,0
10,0
10,7
10,0
9,6
8,3
7,2
7,4
7,1
7,6
NL
11,5
10,9
10,5
11,8
12,9
11,7
10,9
9,6
9,1
9,2
9,0
8,9
7,7
7,4
7,1
7,2
7,4
AL
13,3
12,2
12,2
13,1
14,0
13,7
13,4
12,9
12,4
13,5
13,2
12,2
10,7
10,4
10,0
10,2
10,3
B
20,7
18,2
17,4
18,1
20,0
19,0
20,7
20,1
17,5
18,2
17,6
18,7
18,5
16,6
16,0
17,4
18,6
SN: Sachsen, NL: neue Länder ohne Berlin und Sachsen, AL: alte Länder, B: Berlin
Quelle: MUP des ZEW, 2014; Statistisches Bundesamt

 
84
Unternehmensdynamik: Schließungen
Gründe für Schließungen
Nicht nur das Entstehen neuer Unter-
nehmen bestimmt die Unterneh-
mensdynamik einer Region und damit
die Entwicklung des regionalen Unter-
nehmensbestands, sondern auch die
Anzahl der Unternehmen, die aus dem
Markt austreten. Unternehmen können
auf verschiedenen Wegen aus dem
Markt austreten: zum einen im Rahmen eines Insolvenzverfahrens, zum anderen werden über-
schuldete Unternehmen oder solche, denen eine Überschuldung droht, ohne Insolvenzverfah-
ren geschlossen. Dies kann daran liegen, dass ein Insolvenzverfahren mangels Masse von
vornherein gar nicht infrage kommt oder dass die Eigentümer eine kostengünstigere Form der
Liquidation als eine Insolvenz wählen konnten. Zahlreiche Unternehmen werden auch ge-
schlossen, ohne dass sie tatsächlich in eine wirtschaftliche Notlage gekommen sind. Dafür
gibt es eine Reihe persönlicher Gründe der Eigentümer oder Unternehmer. Sie reichen von
enttäuschten Gewinn- bzw. Einkommenserwartungen über Probleme mit der Belastung durch
Risiko, Stress oder lange Arbeitszeiten bis hin zu eher familiären Schwierigkeiten, die aus der
Selbstständigkeit resultieren (vgl. Egeln et al., 2010). Von den Unternehmen, die aus persön-
lichen Gründen geschlossen werden, zählt ein Großteil zu den jungen Unternehmen. Diese
Unternehmen werden häufig in den ersten fünf Jahren des Bestehens wieder geschlossen.
Datenbasis und Analysedesign
Die Informationen über den Status („lebend“, „geschlossen“) sind für jedes Unternehmen im
MUP vorhanden, sie werden mit jeder Welle (halbjährlich) aktualisiert. Für den interregionalen
Vergleich der Schließungszahlen besteht ebenfalls die Notwendigkeit einer Normierung.
Hierzu wird der Unternehmensbestand (Anzahl der bestehenden Unternehmen) in der jeweili-
gen Branchengruppe am Ende des Vorjahres als Normierungsgröße verwendet. Daraus las-
sen sich Schließungsquoten berechnen, die im Wesentlichen den Anteil von aus dem Markt
ausgeschiedenen Unternehmen am Bestand angeben.
Indikator: Schließungsquoten
ein Maß zum Vergleich des Schließungsniveaus in un-
terschiedlich großen Regionen
Datengrundlage ist das MUP des ZEW
gemessen durch den prozentualen Anteil der Unterneh-
men im Bestand einer Region am Ende eines Jahres,
der im Laufe des nächsten Jahres aus dem Markt austritt
durch Schließungen verlassen nicht erfolgreiche Unter-
nehmen den Markt, dies ist Ausdruck des marktwirt-
schaftlichen Wettbewerbs um die innovativsten, aber
auch kostengünstigsten Produkte und Prozesse

 
85
Die Betrachtung der Schließungsquoten folgt der Abgrenzung der Branchengruppen, die auch
für die Gründungsintensitäten gewählt wurde. Analysiert werden die Unternehmensschließun-
gen in allen Branchen sowie in den Branchengruppen des Produzierenden Gewerbes, in den
Hochtechnologie-Branchen des Verarbeitenden Gewerbes und im Dienstleistungssektor so-
wie in den wissensintensiven Dienstleistungen und schließlich in den Branchengruppen Han-
del, unternehmensnahe Dienstleistungen und konsumorientierte Dienstleistungen.
Analysen nach Branchengruppen
Alle Branchen und Produzierendes Gewerbe
Die Änderung der Regelung zum Existenzgründungszuschuss
5
für Arbeitslose, die sich selbst-
ständig machen wollen („Ich-AG“), beendete den Gründungsboom der Jahre 2003 und 2004.
Darüber hinaus scheiterten viele dieser „Ich-AGs“, was zu einem Anstieg der Schließungszah-
len in vielen Regionen und Branchen in den Jahren 2004 bis 2006 führte.
Die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, die im Jahr 2008 begann,
führte ebenfalls zu einem Anstieg der Schließungszahlen im Jahr 2009. Auch in den Folgejah-
ren blieben die Schließungszahlen auf dem Niveau von 2009. Im Zeitraum von 2014 bis 2016
waren dann in vielen Branchen und Regionen abnehmende Schließungszahlen zu beobach-
ten (Abbildung 3-33). 2016 verzeichnet das MUP rund 160.000 Schließungen deutschlandweit.
In Sachsen wurden für dieses Jahr etwa 7.500 Schließungen gezählt, etwa halb so viele, wie
für die übrigen neuen Länder. In Berlin wurden 9.300 Schließungen beobachtet. Im Verarbei-
tenden Gewerbe Deutschlands insgesamt sind 2016 etwa 8.600 Unternehmen geschlossen
worden, im größeren Baugewerbe waren es knapp 20.000. Das betraf 3,9 bzw. 4,8 Prozent
des vorjährigen Unternehmensbestandes. In der Energiewirtschaft und im Bergbau sind die
Schließungsquoten deutlich kleiner, 2016 lag sie bei 2,5 Prozent (ca. 1.100 Unternehmen).
5
Der „Existenzgründungszuschuss“ wurde 2006 durch den „Gründungszuschuss“ ersetzt. Die Bedingungen zum
Erhalt des Zuschusses haben sich dadurch deutlich verschärft und die Förderhöhe pro Förderfall hat sich verringert.

 
86
Abbildung 3-33: Schließungsquoten, alle Branchen und Branchen des produzierenden Gewerbes (2000-
2016, Prozent des Unternehmensbestands)
Alle Branchen
Verarbeitendes Gewerbe
Baugewerbe
Energie/Bergbau
Anmerkungen: hochgerechnete Werte, Abweichungen der Zahlen von den Werten des Technologieberichts 2015
beruhen auf Anpassungen bei der Hochrechnungsprozedur
Quelle: MUP des ZEW, 2017
Berlin weist insgesamt und insbesondere im Produzierenden Gewerbe in fast allen Jahren des
Beobachtungszeitraums die höchsten Schließungsquoten auf. Da auch die Gründungsinten-
sitäten sehr hoch sind, führt dies zu einer hohen Dynamik der Berliner Unternehmensland-
schaft.
Im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Baugewerbe in Sachsen sind vergleichsweise hohe
Schließungsquoten im Zuge der Finanzkrise zu verzeichnen.
Forschungs- und wissensintensive Branchen
Abbildung 3-34 zeigt die Schließungsquoten der industriellen Hightech-Branchen und von
technologie- und wissensintensiven Dienstleistern. In diesem forschungs- und wissensintensi-
ven Zweig der deutschen Wirtschaft verließen im Jahr 2016 deutschlandweit nahezu 18.000
Unternehmen den Markt. Das sind 4 Prozent der Unternehmen des Vorjahres in diesen Bran-
chen. In Sachsen haben etwa 840 forschungs- und wissensintensive Unternehmen den Markt
verlassen, das entspricht einer Quote von 4,7 Prozent. Die übrigen neuen Länder verzeichne-
ten 2016 etwa 1.300 Schließungen (4,2 Prozent). Knapp 1.200 Unternehmen wurden in Berlin
geschlossen (4,1 Prozent der Hightech-Industrieunternehmen). Die Schließungsquote in der
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1
2
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11
12
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
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3
4
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11
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0
1
2
3
4
5
6
7
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9
10
11
12
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0
1
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11
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin

87
Hightech-Industrie und den technologie- und wissensintensiven Dienstleistungsbranchen war
im regionalen Vergleich in den alten Ländern mit 3,9 Prozent am niedrigsten, das entspricht
knapp 15.000 Unternehmen.
Abbildung 3-34: Schließungsquoten Hightech-Branche, technologie- und wissensintensive Dienstleis-
tungsbranchen (2000-2016, Prozent des Unternehmensbestands)
Hightech-Industrie
Software
Sonstige Hightech-Dienstleistungen
Wissensintensive Dienstleistungen
Anmerkungen: hochgerechnete Werte, Abweichungen der Zahlen von den Werten des Technologieberichts 2015
beruhen auf Anpassungen bei der Hochrechnungsprozedur
Quelle: MUP des ZEW, 2017
Die Schließungsquoten in der Hightech-Industrie sind generell niedriger als im Verarbeitenden
Gewerbe insgesamt. Im Jahr 2016 wurden insgesamt in Deutschland rund 1.200 Hightech-
Industrieunternehmen geschlossen, das sind 2,9 Prozent des vorjährigen Unternehmensbe-
stands. In der Softwarebranche wurden für dasselbe Jahr 1.500 Unternehmensschließungen
gezählt. Die Quote von 3,9 Prozent in der Softwarebranche ist höher als in der Hightech-In-
dustrie. Auch die sonstigen technologieorientierten und wissensintensiven Dienstleister ver-
zeichnen mit 4,1 (6.800 Schließungen) bzw. 4,2 Prozent (8.700) leicht höhere Schließungs-
quoten als die Hightech-Industrie. Die Hightech-Industrie verzeichnet eine fallende Tendenz
der Schließungsquoten. Dies gilt insbesondere für Sachsen, die übrigen neuen Länder und
Berlin (Abbildung 3-34). Bei den technologie- und wissensintensiven Dienstleistungsbranchen
0
1
2
3
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5
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7
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0
1
2
3
4
5
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7
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9
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0
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3
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11
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0
1
2
3
4
5
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11
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin

 
88
schwanken die Schließungsraten zwar im Zeitverlauf, folgen aber keiner fallenden oder stei-
genden Tendenz.
Die sächsischen Hightech-Unternehmen, sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungs-
sektor, reagierten mit vergleichsweise hohen Schließungsquoten im Jahr 2009 und 2011 auf
die Wirtschaftskrise. Diese Schließungs„spitzen“ sind ganz wesentlich auf freiwillige Schlie-
ßungen zurückzuführen, denn die Anzahl der Insolvenzen hat in diesen Jahren längst nicht so
deutlich zugenommen. In den letzten zwei Jahren sinken die Schließungszahlen in den for-
schungs- und wissensintensiven Branchen in fast allen Regionen, nur Sachsen verzeichnet
auch 2016 noch eine Stagnation der Schließungen in der Software-Branche.
Nicht-wissensintensive Dienstleistungsbranchen und Handel
Die sonstigen nicht-wissensintensiven Dienstleistungsbranchen zeichnen sich generell durch
hohe Schließungsquoten aus, was neben hohen Gründungsintensitäten eine hohe Unterneh-
mensfluktuation in diesen Wirtschaftszweigen widerspiegelt. Im Handel wurden 2016 deutsch-
landweit etwa 39.000 Unternehmen (5,4 Prozent des Unternehmensbestands Ende 2015) ge-
schlossen (Abbildung 3-35). Fast 48.000 konsumorientierte Dienstleister (5,3 Prozent) haben
ihre wirtschaftlichen Aktivitäten eingestellt. Im nicht-wissensintensiven Bereich der unterneh-
mensnahen Dienstleistungen waren es rund 14.000 Unternehmen (4,9 Prozent).
Seit 2013 sinken die Schließungszahlen in diesen Branchen in allen Regionen. Insgesamt ist
das Schließungsgeschehen in diesen nicht-wissensintensiven Dienstleistungsbranchen und
im Handel nach Herausrechnung der konjunkturellen Effekte recht stabil.
Vergleichsweise hohe Schließungsquoten treten im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise in
Sachsen in allen nicht-wissensintensiven Dienstleistungsbereichen sowie im Handel auf. Im
Handel und in den konsumorientierten Dienstleistungszweigen ist seit 2013 in Sachsen ein
Rückgang der Schließungsquoten auf das Vorkrisenniveau zu verzeichnen.

 
89
Abbildung 3-35: Schließungsquoten Handel, sonstige Dienstleistungsbranchen (2000-2016, Prozent des
Unternehmensbestands)
Handel
Unternehmensnahe Dienstleister
Konsumorientierte Dienstleistungen
Anmerkungen: hochgerechnete Werte, Abweichungen der Zahlen von den Werten des Technologieberichts 2015
beruhen auf Anpassungen bei der Hochrechnungsprozedur
Quelle: MUP des ZEW, 2017
Unternehmensbestand
Die Entwicklung von Gründungs- und Schließungszahlen in einer Region determiniert, wie sich
dort der Unternehmensbestand entwickelt. Größe und Struktur (Branchenstruktur, Größen-
struktur) des Unternehmensbestands einer Region spiegeln zum einen die vorhandene wirt-
schaftliche Situation, sie haben zum anderen aber auch große Bedeutung für die Entwick-
lungschancen in der näheren Zukunft. So sind beispielsweise Industrieunternehmen auf Zu-
lieferunternehmen, Unternehmensdienstleister oder Logistikunternehmen angewiesen. Für
technologieorientierte Dienstleister bilden Industrieunternehmen die wichtigste Gruppe der
Kunden, die oft die Ideengeber für Innovationen sind und deshalb auch in räumlicher Nähe zu
den Dienstleistungsunternehmen angesiedelt sein sollten. Alle Unternehmen sind auf qualifi-
zierte Fachkräfte angewiesen. Für diese ist es oft wichtig, dass ihnen ein ausreichendes An-
gebot durch Handelsunternehmen, Dienstleister und gastronomische oder kulturelle Unterneh-
men zur Verfügung steht, damit sie sich in einer Region niederlassen und dort als Arbeitskräfte
zur Verfügung stehen. Diese Beispiele machen deutlich, dass die Existenz eines ausreichend
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2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
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2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
0
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11
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin

90
großen und breit strukturierten Unternehmensbestands zahlreiche zumindest indirekte Aus-
wirkungen auf die Innovationsmöglichkeiten der Unternehmen in einer Region hat.
Abbildung 3-36 zeigt die Entwicklung des gesamten Unternehmensbestands der einzelnen
hier untersuchten Regionen, also des Nettozuwachses der Unternehmensanzahl. Um die Ent-
wicklung der Unternehmensbestände in den betrachteten Regionen vergleichen zu können,
sind in der Grafik Indexreihen dargestellt, die im Jahr 2005 starten. Deutschlandweit steigt der
Bestand seit 2005 von 3,19 Millionen auf zuletzt 3,24 Millionen Unternehmen an. Zwischen
2005 und 2010 übersteigen die Gründungen die Schließungszahlen, und der Unternehmens-
bestand insgesamt nimmt zu. Seit 2011 sind die Schließungsquoten höher als die Gründungs-
quoten. Erst 2016 ist wieder eine leichte Zunahme des Bestands zu beobachten.
Ein Rückgang des Unternehmensbestands seit 2011 ist in allen Regionen bis auf Berlin zu
verzeichnen, schwächt sich aber 2016 ab. Berlin weist einen stetig steigenden Unternehmens-
bestand auf. Sachsens Unternehmensbestand geht seit 2009 mit den für die hier betrachteten
Regionen höchsten Raten stetig zurück und liegt aktuell deutlich unter dem Niveau von 2005.
Der vergleichsweise starke Rückgang des Unternehmensbestands in Sachsen seit 2011 ist
der Entwicklung in verschiedenen Wirtschaftssektoren zuzuschreiben. Die größten Nettoein-
bußen sind im Bau, im Handel und bei den konsumnahen Dienstleistern zu verzeichnen. Im
Baugewerbe sinkt die Unternehmenszahl in Sachsen zwischen 2010 und 2016 um 15 Prozent
von 31.000 auf 26.000. Auch im Handel sind Einbußen von 18 Prozent auszumachen: 2010
sind noch knapp 35.000 Handelsunternehmen im Markt aktiv, 2016 sind es etwa 28.000. Im
Jahr 2010 gibt es 44.000 konsumorientierte Dienstleister in Sachsen, bis 2016 sinkt die Zahl
um 13 Prozent auf 38.000.
Ausnahmen in dieser Entwicklung sind in einigen forschungs- und wissensintensiven Wirt-
schaftszweigen festzustellen. In der Hightech-Industrie und der Softwarebranche steigt der
Unternehmensbestand seit 2005 stetig an. Sachsen und die übrigen neuen Länder nehmen
bei der Entwicklung des Unternehmensbestands in diesen Branchen eine mittlere Position
zwischen Berlin und den alten Ländern ein. Der Bestand an Hightech-Industrieunternehmen
steigt in Sachsen um 5 Prozent von rund 2.000 im Jahr 2005 auf 2.100 Unternehmen in 2016,
in der Softwarebranche beträgt der Anstieg sogar 36 Prozent (2002: 1.100, 2016: 1.500). In
Berlin steigt die Anzahl der Softwareunternehmen im gleichen Zeitraum um über 150 Prozent
von 1.400 im Jahr 2005 auf 3.500 im Jahr 2016.

91
Abbildung 3-36: Entwicklung des Unternehmensbestands und der Erwerbstätigenanzahl (2005-2016, In-
dex 2005=100)
Unternehmensbestand
Erwerbstätigenanzahl
Anmerkungen: hochgerechnete Werte, Abweichungen der Zahlen zu den Werten des Technologieberichts 2015
beruhen auf Anpassungen bei der Hochrechnungsprozedur
Quelle: MUP des ZEW, 2017; Statistisches Bundesamt: Mikrozensus 2018
Die Entwicklung des Unternehmensbestands in den hier betrachteten Regionen wird in Abbil-
dung 3-36 der jeweiligen Entwicklung der Erwerbstätigenzahlen gegenübergestellt. Diese ha-
ben sich seit 2010 deutlich anders entwickelt als die Bestandszahlen der Unternehmen. Sie
steigen z.T. deutlich an. Seit 2005 steigt die Erwerbstätigenzahl in Sachsen um 7,8 Prozent,
in den übrigen neuen Ländern um 5 Prozent, in den alten Ländern um 14,1 Prozent und in
Berlin um 21,3 Prozent. Unternehmensbestand und Erwerbstätigenzahl entwickeln sich somit
– zumindest seit 2010 – auseinander. Somit steigt die durchschnittliche Erwerbstätigenzahl
pro Unternehmen. Inwieweit sich „Druck“ in Richtung einer Konzentration der Erwerbstätigkeit
aufbaut, wird durch die Differenzen zwischen den Veränderungen der Indexwerte von 2005
bis 2016 deutlich. In Sachsen beträgt diese Differenz 21,3 (Veränderung des Unternehmens-
bestands: -13,5 Prozent, Veränderung der Erwerbstätigenzahl: +7,8). Dies ist der höchste Dif-
ferenzwert der betrachteten Regionen. In den alten und sonstigen neuen Ländern beträgt der
Wert jeweils 11, in Berlin herrscht mit 8,5 der geringste „Konzentrationsdruck“.
Die Zunahme der durchschnittlichen Beschäftigung verläuft in Sachsen dabei nicht proportio-
nal zwischen den verschiedenen Größenklassen der Unternehmen. In den kleinen Größen-
klassen („bis 10“, „11 bis 50 Beschäftigte“) ändern sich die Durchschnittswerte kaum. Die grö-
ßeren Unternehmen („251 bis 500“, über „500 Beschäftigte“) werden im Durchschnitt größer.
Da es gerade die kleineren Unternehmen sind, die besonders hohe Schließungsquoten auf-
weisen und deren Anzahl deswegen abnimmt, vollzieht sich der Zuwachs an Beschäftigung
ganz wesentlich in den großen Unternehmen. Da in Sachsen insgesamt weniger Unternehmen
gegründet als geschlossen werden, wird der Unternehmensbestand insgesamt immer „älter“.
So sinkt der Anteil der Unternehmen, die nicht älter als fünf Jahre sind, in Sachsen von 30
Prozent im Jahr 2007 auf 17 Prozent im Jahr 2016. In den neuen Ländern (ohne Berlin und
80
85
90
95
100
105
110
115
120
125
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin
80
85
90
95
100
105
110
115
120
125
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Sachsen
neue Länder (ohne BE, SN)
alte Länder
Berlin

92
Sachsen) fällt der Wert in diesem Zeitraum von 32 auf 17 Prozent, in den alten Ländern von
30 auf 20 Prozent. Berlin weist 2016 noch einen Anteil von 28 Prozent junger Unternehmen
(nicht älter als fünf Jahre) am Unternehmensbestand auf, 2007 beträgt dieser noch 38 Prozent.
Insgesamt zeigt sich für die Unternehmenslandschaft in Sachsen folgendes Bild: Ein geringer
Anteil der kleinen Unternehmen wächst und diese werden zu mittleren Unternehmen, vielleicht
auch großen Unternehmen. Ein hoher Anteil der auf Dauer kleinen Unternehmen wird ge-
schlossen. Von den größeren Unternehmen wird ein deutlich kleinerer Anteil geschlossen als
von den kleinen. Der Zuwachs der Erwerbstätigkeit findet hier statt. Insgesamt gibt es nicht
genügend Gründungen, um die Klasse der kleinen Unternehmen in hinreichendem Maße „auf-
zufüllen“. Hier fehlt in weiten Bereichen der „Nachschub“ an Unternehmen, um ein Gleichge-
wicht in der Unternehmensdynamik aufrechtzuerhalten. Im Grundsatz gilt diese Beschreibung
für alle betrachteten Regionen außer Berlin. In keiner anderen Region zeigt sich dies allerdings
in dem Ausmaß wie in Sachsen.
Eine wichtige Ursache für diese Entwicklung liegt in der Knappheit der potenziellen Beschäf-
tigten. Die Bedingungen und Möglichkeiten für unselbstständig Beschäftigte sind seit
2009/2010 hervorragend. Gründungsprojekte sind dadurch bei Weitem nicht so lohnend wie
die Möglichkeiten einer unselbstständigen Beschäftigung in etablierten Unternehmen. Dies gilt
insbesondere für die auch für anspruchsvolle Gründungen wichtigen gehobenen Qualifikatio-
nen. Die Opportunitätskosten einer Gründung steigen dadurch stark, und immer seltener loh-
nen sich Gründungsprojekte im Vergleich zu einer Anstellung.

93
Tabelle 3-6: Schließungsquoten alle Branchen, Produzierendes Gewerbe (2003-2016, Prozent des Unternehmensbestands)
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
alle Branchen
SN
5,5
5,1
4,8
5,3
5,1
4,8
7,5
5,3
8,5
7,7
5,9
5,8
5,5
5,1
NL
6,2
5,9
6,6
6,2
5,8
5,0
5,6
5,1
5,4
5,3
5,6
6,0
5,4
4,9
AL
5,7
5,9
5,5
5,8
5,4
5,2
6,0
6,1
6,1
5,6
6,0
5,9
5,4
4,9
B
6,6
6,8
7,0
10,1
7,0
5,7
6,8
6,5
6,4
6,8
7,0
7,2
6,6
5,9
Verarbeiten-
des Gewerbe
SN
4,8
4,4
4,0
4,4
3,9
3,9
5,8
4,2
5,4
4,8
4,3
4,3
4,5
3,7
NL
5,6
5,5
5,3
4,7
4,4
4,0
4,7
3,8
4,7
4,3
4,3
4,5
4,2
3,9
AL
4,7
4,8
4,4
4,4
3,9
3,9
4,9
4,8
4,8
4,3
4,7
4,6
4,3
3,8
B
6,2
7,3
6,2
7,5
5,9
4,5
6,0
5,6
5,6
5,9
6,6
6,5
5,4
5,0
Baugewerbe
SN
6,2
5,7
5,2
5,3
4,5
4,4
6,0
4,6
6,7
6,3
5,2
5,4
5,3
4,8
NL
7,2
6,6
6,6
5,7
5,2
4,5
5,1
4,5
4,7
4,7
4,9
5,5
5,2
4,8
AL
5,6
5,6
5,3
5,2
4,9
4,6
5,4
5,3
5,3
4,9
5,4
5,5
5,1
4,7
B
8,0
8,8
8,2
11,7
7,2
5,6
7,0
6,9
6,4
6,7
7,4
7,7
7,5
6,9
Energie/
Bergbau
SN
4,1
2,7
4,7
4,0
4,2
4,0
4,0
3,6
4,1
3,2
4,1
3,5
2,7
2,8
NL
6,0
4,6
4,8
3,8
3,7
3,6
4,1
3,6
2,8
3,8
3,6
3,4
3,1
2,6
AL
4,1
4,1
3,4
3,5
3,4
3,3
3,9
3,4
3,9
3,9
4,3
3,2
2,9
2,5
B
4,4
5,4
9,3
7,0
3,4
4,8
5,8
6,2
7,8
5,0
5,8
5,7
4,3
2,9
SN: Sachsen, NL: neue Länder ohne Berlin und Sachsen, AL: alte Länder, B: Berlin
Quelle: MUP des ZEW, 2017; Statistisches Bundesamt

94
Tabelle 3-7: Schließungsquoten Hightech-Branchen, wissensintensive Dienstleistungsbranchen (2003-2016, Prozent des Unternehmensbestands)
2003
2004
2004
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Hightech
Industrie
SN
4,2
4,0
4,4
3,8
3,5
3,7
5,2
3,1
4,9
4,0
3,5
3,4
3,6
2,8
NL
5,5
5,4
5,1
4,2
4,3
3,4
4,1
3,5
4,0
3,5
3,5
3,7
2,6
3,1
AL
3,9
4,2
3,7
3,7
3,5
3,4
4,2
4,0
3,8
3,5
3,6
3,5
3,1
2,9
B
4,5
6,6
6,2
6,0
4,0
4,3
4,8
4,0
5,2
5,1
5,4
4,5
2,8
3,3
Software
SN
4,8
4,8
3,7
4,8
3,6
3,4
5,0
4,9
7,2
6,5
6,2
5,6
5,7
5,8
NL
5,3
5,4
4,2
5,0
6,0
4,2
6,1
6,2
6,4
4,9
5,6
6,1
5,7
4,5
AL
5,8
5,4
4,6
5,2
4,8
4,7
5,8
5,5
5,5
5,4
5,8
5,4
4,5
3,7
B
4,9
5,1
5,9
5,8
4,9
5,3
5,8
5,3
5,6
6,2
6,3
7,1
5,3
4,5
sonst.
Hightech-
Dienstl.
SN
4,6
4,6
4,2
4,0
4,6
4,2
6,7
4,4
7,9
6,9
5,2
5,2
4,7
4,4
NL
5,0
4,8
5,6
5,2
4,9
4,6
5,2
4,4
4,9
4,5
5,1
5,4
4,7
4,0
AL
4,9
4,9
4,8
5,6
4,7
4,7
5,5
5,6
5,7
5,2
5,3
5,6
4,8
4,1
B
5,0
5,5
5,9
8,0
6,0
4,6
5,2
5,2
5,0
5,5
5,4
6,2
5,3
4,3
wissensint.
Dienstl.
SN
5,0
4,2
3,9
4,9
4,9
4,5
6,3
5,1
8,4
7,9
5,8
5,6
5,4
5,3
NL
4,9
4,5
5,7
5,1
5,0
4,8
5,3
4,9
5,2
5,2
5,5
5,7
5,5
4,6
AL
5,2
5,2
4,7
5,3
4,5
4,7
5,3
5,4
5,6
5,2
5,6
5,6
5,1
4,1
B
4,6
5,1
4,8
7,3
5,5
4,6
5,9
5,6
5,3
5,4
5,7
5,9
5,2
4,2
SN: Sachsen, NL: neue Länder ohne Berlin und Sachsen, AL: alte Länder, B: Berlin
Quelle: Mannheimer Unternehmenspanel des ZEW, 2014; Statistisches Bundesamt

95
Tabelle 3-8: Schließungsquoten Handel, sonstige Dienstleistungsbranchen (2003-2016, Prozent des Unternehmensbestands)
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Handel
SN
6,0
5,9
5,6
6,2
6,2
5,6
10,2
6,4
9,6
8,4
6,5
6,0
5,8
5,3
NL
6,9
6,8
8,0
7,5
7,0
5,8
6,5
5,9
6,0
5,8
6,3
6,6
5,7
5,0
AL
6,4
6,8
6,4
6,7
6,3
6,0
6,8
7,0
6,7
6,0
6,6
6,3
5,9
5,4
B
7,7
7,7
8,2
13,1
8,6
6,8
8,1
7,6
7,7
7,9
8,2
8,2
7,7
7,1
Unterneh-
mensnahe DL
SN
4,8
4,8
4,2
4,7
4,7
5,0
6,4
5,1
8,5
7,9
6,2
6,1
6,0
5,8
NL
6,0
5,5
5,8
5,5
5,4
4,9
5,8
5,0
5,5
5,7
6,0
6,1
5,6
5,2
AL
5,9
5,9
5,8
5,8
5,3
5,2
5,9
5,7
5,9
5,4
5,9
5,6
5,1
4,7
B
6,2
6,8
6,4
8,5
6,5
5,7
6,4
6,6
6,3
7,1
7,1
7,0
6,6
5,9
Konsumorient.
DL
SN
5,2
4,9
4,6
5,4
5,3
5,1
7,1
5,4
9,6
9,0
6,2
6,5
5,7
5,5
NL
6,0
5,7
6,4
6,3
6,0
5,2
5,6
5,4
5,7
5,8
5,9
6,4
5,7
5,2
AL
5,6
5,9
5,3
5,9
5,5
5,3
6,0
6,3
6,5
5,9
6,4
6,2
5,7
5,2
B
6,5
6,5
6,9
9,5
6,9
5,8
6,6
6,5
6,4
6,8
6,7
7,0
6,4
5,9
SN: Sachsen, NL: neue Länder ohne Berlin und Sachsen, AL: alte Länder, B: Berlin
Quelle: MUP des ZEW, 2014; Statistisches Bundesamt

 
96
4. Forschungs- und Entwicklungspoten-
zial
Kapitel 4 analysiert das FuE-Potenzial Sachsens vergleicht es mit den übrigen Ländern
Deutschlands. Zwei Indikatoren stehen dabei im Mittelpunkt: FuE-Ausgaben bzw. -Aufwen-
dungen und FuE-Personal. Beide sind zentrale Input-Indikatoren für das Innovationspotenzial
einer Region.
Die Ausgaben für FuE können sich sowohl auf das FuE-Personal als auch das FuE-Kapital
beziehen, z.B. in Form von Sachaufwendungen, Investitionen, Aufwendungen für FuE-Fremd-
dienstleistungen. In Industrieländern, in denen vergleichsweise hohe Löhne und Gehälter ge-
zahlt werden, bestehen die FuE-Ausgaben oft zu einem großen Teil aus den Personalkosten,
weshalb beide Indikatoren in der Regel stark korrelieren. Allerdings kann durch eine Analyse
beider Indikatoren ein differenzierteres Bild gewonnen werden, z.B. mit Blick auf unterschied-
liche Forschungsfelder.
Die Steigerung der FuE-Aufwendungen ist ein zentrales Ziel in der Europa-2020-Strategie.
2002 war in Barcelona vom Europäischen Rat der Beschluss gefasst worden, bis zum Jahr
2010 in der EU 3 Prozent des BIP für FuE aufzuwenden. Dieses Ziel schreibt die EU-2020-
Strategie für die nächsten Jahre fort. Das Ziel wurde 2012 in das Nationale Reformprogramm
Deutschland übernommen, wobei zwei Drittel der 3 Prozent durch den privaten Sektor erbracht
werden sollen, das übrige Drittel durch die Hochschulen und die außeruniversitären For-
schungseinrichtungen. Nach dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung vom 7.2.2018 sollen
bis 2025 sogar 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung Deutschlands in FuE investiert werden.
Kapitel 4.1 betrachtet die Ausgaben für Forschung und Entwicklung insgesamt und analysiert
dabei auch die Entwicklung weiterer Regionen in Europa und weltweit. Um Regionen unter-
schiedlicher Größe zu vergleichen, wird zum einen die FuE-Ausgabenintensität (Anteil der
FuE-Aufwendung am BIP) betrachtet, zum anderen die FuE-Personalintensität (Anteil des
FuE-Personals in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) an der Erwerbsbevölkerung).
Kapitel 4.2 befasst sich mit dem Hochschulsektor. Neben der Analyse von FuE-Aufwendungen
und FuE-Personal, die analog zu Kapitel 4.1 erfolgt, geht dieser Abschnitt u.a. auf die Einnah-
mearten von Hochschulen, z.B. im Bereich der Drittmittel oder mit einer Differenzierung nach
Fächerbereichen, insbesondere für die FuE-Aufwendungen im Bereich der Mathematik, Infor-
matik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Die Darstellung der Hochschullandschaft er-
folgt inklusive einer Auswertung der Studierendenzahlen.

97
Kapitel 4.3 analysiert in analoger Form den staatlichen Sektor. Anstelle der Hochschulen wer-
den hier die staatlich geförderten außeruniversitären Forschungseinrichtungen genauer unter-
sucht. Kapitel 4.4 betrachtet schließlich Indikatoren zu den FuE-Aktivitäten im privaten Sektor.
Diese Betrachtung umfasst die FuE-Aufwendungen und das FuE-Personal u.a. nach Beschäf-
tigtengrößenklassen, Wirtschaftszweigen und Technologieniveau differenziert.

 
98
Forschung und Entwicklung insgesamt
Ausgaben für Forschung und Entwicklung
FuE und damit verbundene Innovationen gelten in entwickelten Volkswirtschaften als zentrale
Determinanten von Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität. Die Ausgaben für FuE stellen ei-
nen essenziellen Inputindikator dar. Sie umfassen Sachaufwendungen, Personalaufwendun-
gen, Investitionen sowie Aufwendungen für FuE-Dienstleistungen. Auf diese Weise können
die FuE-Ausgaben den Aufwand für neues Wissen und Technologien im Innovationssystem
relativ gut abbilden. Bei Betrachtung der zeitlichen Entwicklung werden stets mithilfe des BIP-
Deflators der Weltbank reale Größen berechnet, um Verzerrungen durch Inflationseffekte zu
vermeiden. Für die grafische Darstellung wird das Anfangsjahr in den jeweiligen Vergleichsre-
gionen auf einen Wert von 100 normiert.
Abbildung 4-1 stellt die Entwicklung der FuE-Ausgaben im Zeitraum von 1999 bis 2016 dar.
Seit 1999 wachsen die FuE-Ausgaben in den deutschen Ländern relativ gleichmäßig, dabei
gibt es kaum Unterschiede zwischen den Vergleichsregionen. In Sachsen liegen die realen
FuE-Ausgaben 2016 51 Prozent über dem Wert von 1999. In den neuen Ländern liegt der
Anstieg bei 53,4 Prozent, in den alten Ländern bei 57,3 Prozent. Insgesamt belaufen sich die
gesamten Ausgaben für FuE in Sachsen im Jahr 2016 auf etwa 3,2 Milliarden Euro, damit wird
ein neuer Höchstwert erreicht. Dies entspricht 44,4 Prozent der FuE-Ausgaben in den neuen
Ländern. Der sächsische Anteil an den gesamtdeutschen FuE-Ausgaben liegt bei 3,5 Prozent
(Abbildung 4-2). Den höchsten Anteil unter allen Ländern weist Baden-Württemberg mit 25,5
Prozent bzw. 23,45 Milliarden Euro auf. An zweiter Stelle folgt Bayern mit 19,6 Prozent. Das
bevölkerungsreichste Land, Nordrhein-Westfalen, hat einen Anteil von 14,4 Prozent. Insge-
samt werden in den alten Ländern 92,2 Prozent der gesamten Ausgaben für FuE in Deutsch-
land getätigt.
Zahlreiche Studien weisen auf einen positiven Zusammenhang zwischen FuE-Ausgaben und
Wirtschaftswachstum hin.
6
Daher ist der kontinuierliche und stabile Anstieg für alle Vergleichs-
regionen positiv zu werten. Allerdings konnten die neuen Länder ihre FuE-Ausgaben in den
vergangenen 16 Jahren nicht schneller steigern als die alten Länder, obwohl sie ein niedrige-
res Ausgangsniveau hatten.
6
KfW (2015): Wirkung von Forschung und Entwicklung auf das Wirtschaftswachstum.

99
Abbildung 4-1: Entwicklung der FuE-Ausgaben in Preisen von 2016 (1999-2016, Index 1999=100)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
Abbildung 4-2: Anteile an den gesamtdeutschen FuE-Ausgaben (2016, Prozent)
Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
100
110
120
130
140
150
160
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
Baden-
Württemberg;
25,5
Bayern; 19,6
Nordrhein-
Westfalen; 14,4
Niedersachsen;
9,9
Hessen; 8,4
Berlin; 4,9
Sachsen; 3,5
sonstige; 13,8

 
100
Ausgaben für Forschung und Entwicklung im internationalen Vergleich
Die Unternehmen der Hochtechnologie befinden sich heute in einem internationalen Wettbe-
werb und sind einem hohen Innovationsdruck ausgesetzt. Dabei müssen sie ihre Kunden kon-
tinuierlich mit innovativen oder verbesserten Produkten immer wieder gewinnen, um keine
Umsatzanteile zu verlieren. Vor diesem Hintergrund erfolgt ein Vergleich der Entwicklung der
realen Ausgaben für FuE in Sachsen mit der Entwicklung ausgewählter Regionen in Europa
und der Welt. Fremdwährungen werden dabei in Euro des Jahres 2015 umgerechnet.
Abbildung 4-3 stellt die Entwicklung der FuE-Ausgaben in Europa im Zeitraum von 1999 bis
2016 dar, Abbildung 4-4 die Entwicklung der FuE-Ausgaben weltweit. Während die Unter-
schiede in Bezug auf die Wachstumsraten der FuE-Ausgaben zwischen den deutschen Län-
dern relativ gering sind (Abbildung 4-1), ergeben sich im internationalen Vergleich signifikante
Unterschiede. Im betrachteten Zeitraum steigen in einigen Ländern die FuE-Ausgaben deutlich
stärker als in Sachsen. Der Anstieg beträgt in Irland über 140 Prozent, in Spanien mehr als
110 Prozent und in Polen sogar knapp 230 Prozent. So liegen die FuE-Ausgaben in Irland im
Jahr 1999 mit etwa 1,07 Milliarden Euro unter den sächsischen von 1,73 Milliarden, 2016 lie-
gen die irischen FuE-Ausgaben mit 3,24 Milliarden geringfügig über dem Wert von Sachsen
mit 3,2 Milliarden. In zahlreichen anderen Regionen Europas wachsen die FuE-Ausgaben da-
gegen wesentlich schwächer: So liegt das Wachstum im Vergleichszeitraum in den Niederlan-
den bei 52 Prozent, in Schweden und Frankreich bei rund 40 Prozent und in Italien bei rund
50 Prozent. Dies liegt nahe am sächsischen FuE-Ausgabenwachstum von knapp 51 Prozent.
Im weltweiten Vergleich bestehen bei der Entwicklung der realen FuE-Ausgaben ebenfalls
deutliche Unterschiede (Abbildung 4-3). So steigen die realen Ausgaben in Korea um rund 300
Prozent. Sie liegen 1999 umgerechnet bei rund 16 Milliarden Euro, 2016 sind es etwa 67 Mil-
liarden. Auch Taiwan und Israel weisen ein starkes Wachstum auf. In Japan liegt der Anstieg
dagegen nur bei 30,7 Prozent und in Kanada bei 27,6 Prozent.
In einigen Regionen wie Korea ist der starke Anstieg im Vergleich zu Ländern wie Japan u.a.
in einem niedrigen Ausgangsniveau begründet. Reifere Volkswirtschaften können ihre FuE-
Ausgaben oft nicht mehr in dem Umfang steigern wie junge Industrieländer oder Schwellen-
länder. Dies wird durch die Betrachtung der internationalen FuE-Intensitäten beispielsweise in
Abbildung 4-9 und Abbildung 4-8 deutlich. Des Weiteren zeigt sich, dass die Homogenität des
FuE-Ausgabenwachstums in Deutschland weltweit nicht gegeben ist – einige Regionen entwi-
ckeln sich wesentlich dynamischer als andere.

101
Abbildung 4-3: Entwicklung der FuE-Ausgaben in Europa in Euro in Preisen von 2015 (1999-2015, Index
1999=100)
Quelle: Eurostat, OECD.stat , eigene Rechnung
Abbildung 4-4: Entwicklung der FuE-Ausgaben weltweit in Euro in Preisen von 2015 (1999-2015, Index
1999=100)
Quelle: OECD.stat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
50
100
150
200
250
300
350
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
Irland
Spanien
Frankreich
Italien
Niederlande
Österreich
Polen
Schweden
0
100
200
300
400
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
Kanada
USA
Kalifornien
Japan
Korea
Mexico
Israel
Taiwan

 
102
FuE-Ausgabenintensität innerhalb Deutschlands
Bei der Analyse der FuE-Ausgaben in absoluten Zahlen zeigt sich, dass Niveauunterschiede
mitunter einen großen Einfluss auf die Wachstumsraten haben. Um Regionen unterschiedli-
cher Größe besser vergleichen zu können, werden die FuE-Ausgaben üblicherweise in Rela-
tion zum BIP gesetzt. Dieses Verhältnis ist die FuE-Ausgabenintensität.
Dargestellt sind in Abbildung 4-6 die deutschen Länder mit Blick auf ihre FuE-Ausgabeninten-
sität im Staatssektor, im Hochschulsektor und im Wirtschaftssektor. In Sachsen liegt der Anteil
insgesamt mit 2,7 Prozent 2016 unter dem 3-Prozent-Ziel der EU. Wie aus
Abbildung 4-5 hervorgeht, konnte Sachsen in den vergangenen Jahren diesem Ziel kaum nä-
her kommen. Andererseits weist Sachsen eine wesentlich höhere FuE-Ausgabenintensität als
die übrigen neuen Länder auf und liegt nur geringfügig hinter den alten Ländern. Diese konnten
2015 erstmalig im Mittelwert das 3-Prozent-Ziel erreichen. Im bundesweiten Vergleich liegt der
Freistaat auf Rang 7. Der gesamtdeutsche Anteil beträgt im Jahr 2016 2,93 Prozent. Die nied-
rigsten Werte weisen Sachsen-Anhalt mit 1,45 Prozent und das Saarland sowie Schleswig-
Holstein mit jeweils 1,51 Prozent auf. Die privaten FuE-Ausgaben der neuen Länder betragen
0,82 Prozent des BIP, die der alten Länder 2,15 Prozent. Dabei hat sich die Differenz zwischen
alten und neuen Ländern im Zeitraum von 2012 bis 2016 leicht vergrößert. Mit 1,17 Prozent
ist die private FuE-Intensität in Sachsen höher als in den übrigen neuen Ländern. Dabei weist
Sachsen mit 0,76 Prozent im Hochschulsektor und 0,77 Prozent im staatlichen Sektor unter
allen deutschen Flächenländern die höchsten Werte auf. Im Staatssektor erreichen die neuen
Länder mit 0,65 Prozent einen höheren Anteil als die alten Länder mit 0,37 Prozent. Im Hoch-
schulsektor liegt der Anteil in den neuen Ländern mit 0,60 Prozent ebenfalls über dem der
alten Länder mit 0,52 Prozent.
Insgesamt lässt sich feststellen, dass die neuen Länder einen deutlich geringeren Anteil der
FuE-Ausgaben am BIP aufweisen. Die Hauptursache hierfür liegt in dem wesentlich geringe-
ren Umfang der FuE-Ausgaben des Wirtschaftssektors. Neben der niedrigeren Produktivität
im Hochtechnologiebereich spielt hierbei auch die die kleinteilige Wirtschaftsstruktur in den
neuen Ländern eine Rolle (vgl. Kapitel 3.2 und 3.4). Das 3-Prozent-Ziel konnten bislang Ba-
den-Württemberg, Berlin, Niedersachsen und Bayern erreichen. Baden-Württemberg und Ber-
lin haben dabei sogar das 3,5-Prozent-Ziel überschritten.

103
Abbildung 4-5: Entwicklung der FuE-Ausgaben am BIP (1999-2016, Prozent)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
Abbildung 4-6: FuE-Ausgaben am BIP nach Sektoren (2016, Prozent)
Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
2,00
2,15
0,64
0,82
0,37
0,78
0,65
0,60
0,60
1,13
1,0
1,27
1,79
1,17
1,02
2,16
2,42
2,54
1,45
4,00
0,53
0,52
0,52
0,60
0,59
0,40
0,53
0,60
0,54
0,6
0,55
0,46
0,76
0,78
0,45
0,44
0,55
0,93
0,52
0,40
0,37
0,59
0,65
0,49
0,75
0,64
0,5
0,45
0,77
1,03
0,38
1,13
0,40
0
1
2
3
4
5
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Saarland
Brandenburg
Mecklenburg-Vorpommern
Nordrhein-Westfalen
Thüringen
Hamburg
Rheinland-Pfalz
Sachsen
Bremen
Hessen
Bayern
Niedersachsen
Berlin
Baden-Württemberg
Privater Sektor
Hochschulsektor
Staatlicher Sektor

 
104
Internationale FuE-Ausgabenintensität
Wie schon Abbildung 4-3 und Abbildung 4-4 zeigen, ist die Wachstumsheterogenität der inter-
nationalen FuE-Ausgaben wesentlich höher als die Heterogenität innerhalb Deutschlands. Im
Folgenden werden auch diese Werte in Relation zum BIP gesetzt.
Abbildung 4-9 stellt den Anteil der FuE-Ausgaben am BIP nach Sektoren im europaweiten
Vergleich für das Jahr 2016 dar. Mit einer FuE-Ausgabenintensität von 2,7 Prozent hat Sach-
sen auch im europaweiten Vergleich einen relativ hohen Anteil. Niedrigere Intensitäten finden
sich dagegen in Spanien (1,19 Prozent) und Irland (1,18 Prozent). Besonders gering ist die
FuE-Intensität mit etwa 1 Prozent beispielsweise in Polen. Allerdings konnte das Land seine
FuE-Ausgaben in den vergangenen Jahren deutlich steigern (Abbildung 4-3). Auffallend ist,
dass Schweden seine Vorreiterrolle langsam verliert und die innereuropäische Heterogenität
im Zeitverlauf sinkt. Die meisten Länder weisen dabei einen leichten Aufwärtstrend bei den
FuE-Intensitäten auf. In Sachsen ist die FuE-Intensität seit 2009 relativ konstant. Im weltweiten
Vergleich zeigt Kalifornien mit rund 5 Prozent eine sehr hohe FuE-Intensität, die seit 1999
deutlich um 1,2 Prozentpunkte steigt. Auch in Israel (4,3 Prozent) und Korea (4,2 Prozent) ist
die FuE-Intensität sehr hoch. Dabei weist vor allem Korea ein sehr dynamisches Wachstum
seiner FuE-Intensität in den letzten Jahren auf. So liegt sie 1999 mit 2,1 Prozent noch unter
der sächsischen FuE-Intensität von 2,3 Prozent, im Jahr 2016 liegt sie 1,5 Prozentpunkte über
dem sächsischen Wert. Relativ gering ist die FuE-Intensität dagegen mit 1,6 Prozent in Ka-
nada, seit 1999 sinkt sie sogar um 0,2 Prozentpunkte.
Im internationalen Vergleich der FuE-Intensitäten ergeben sich große Unterschiede, auch zwi-
schen leistungsstarken Industrieländern, wie beispielsweise ein Vergleich von Kanada mit Is-
rael oder Korea zeigt. Dabei entwickeln sich die Länder im Zeitverlauf häufig sehr unterschied-
lich. Während in einigen Staaten die FuE-Intensität kontinuierlich gesteigert werden kann, sinkt
sie in anderen. In der Mehrzahl der Regionen kann allerdings ein Anstieg verzeichnet werden,
was auf eine steigende Bedeutung von FuE-Aktivitäten in der Welt hindeutet. Während Sach-
sen im europaweiten Vergleich eher zu den Regionen mit einer hohen FuE-Intensität gehört,
gibt es auf globaler Ebene mehrere Länder, in denen FuE noch eine deutlich größere Rolle
spielt. Die Analyse der Intensitäten relativiert auch einige Beobachtungen, die sich bei Be-
trachtung der relativen FuE-Ausgaben insgesamt ergaben (Abbildung 4-3 und Abbildung 4-4).
So weisen Irland und Polen zwar hohe Wachstumsraten bei den relativen Ausgaben insge-
samt auf, mit Blick auf die Intensitäten sind allerdings kaum Steigerungen zu erkennen. Ein
Grund hierfür ist auch das starke BIP-Wachstum in diesen Ländern.

105
Abbildung 4-7: Entwicklung der FuE-Ausgabenintensität in Europa in Euro in Preisen von 2015
(1999-2015)
Quelle: Eurostat, OECD.stat , eigene Rechnung
Abbildung 4-8: Entwicklung der FuE-Ausgabenintensität weltweit in Euro in Preisen von 2015 (1999-2015)
Quelle: OECD.stat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
Irland
Spanien
Frankreich
Italien
Niederlande
Österreich
Polen
Schweden
1,5
2,5
3,5
4,5
5,5
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
Kanada
USA
Kalifornien
Japan
Korea
Mexico
Israel
Taiwan

 
106
Internationale FuE-Ausgabenintensität nach Sektoren
Wie sich bereits in Abbildung 4-3 und Abbildung 4-4 zeigt, ist die Wachstumsheterogenität der
internationalen FuE-Ausgaben wesentlich höher als innerhalb Deutschlands. Im Folgenden
werden die FuE-Ausgaben erneut in Relation zum BIP gesetzt, dabei erfolgt zusätzlich eine
Unterteilung in FuE-Ausgaben des Staatssektors, des Hochschulsektors und des privaten
Sektors.
Abbildung 4-9 stellt den Anteil der FuE-Ausgaben am BIP nach den drei Sektoren im europa-
weiten Vergleich für das Jahr 2016 dar. Bei der FuE-Ausgabenintensität von 2,7 Prozent hat
Sachsen auch im internationalen Vergleich einen relativ hohen Anteil. Nur die Schweiz (3,33
Prozent), Schweden (3,25 Prozent), Österreich (3,07 Prozent), Dänemark (2,86 Prozent) und
Finnland (2,72 Prozent) weisen höhere Werte auf. In den osteuropäischen Ländern finden sich
oft geringere Werte (Montenegro: 0,37 Prozent, Rumänien: 0,49 Prozent, Lettland: 0,44 Pro-
zent). Es fällt zudem auf, dass Länder mit hohen FuE-Gesamtausgaben oft eine Tendenz zu
einem höheren Anteil an privaten FuE-Ausgaben haben. In Schweden, Österreich und der
Schweiz liegen allein die Anteile der privaten FuE-Ausgaben am BIP bei über 2 Prozent. Vor
allem die FuE-Ausgaben des staatlichen Sektors sind in Sachsen mit 0,77 Prozent sehr hoch.
Dabei liegen sie deutlich über den anderen europäischen Vergleichsregionen. Auch der Anteil
der FuE-Ausgaben des Hochschulsektors am BIP ist in Sachsen mit 0,76 Prozent überdurch-
schnittlich hoch. Hier weisen nur Dänemark (0,97 Prozent), Schweden (0,87 Prozent) und die
Schweiz (0,9 Prozent) noch höhere Anteile auf. Die privaten FuE-Ausgaben befinden sich in
Sachsen dagegen mit 1,17 Prozent auf durchschnittlichem Niveau und weisen ähnliche Werte
wie die Niederlande, die Tschechische Republik, Norwegen und Großbritannien auf.
Das 3-Prozent-Ziel der Europäischen Union wurde bislang nur von wenigen Regionen in Eu-
ropa erreicht. Deutschland hat 2016 das Ziel nahezu erreicht, drei Prozent des BIP in FuE zu
investieren. Deutschland liegt damit über dem Durchschnitt der europäischen Länder, weit vor
Frankreich und Großbritannien, nur kleinere Länder wie die Alpenländer und die skandinavi-
schen Länder haben höhere FuE-Intensitäten. Die deutschen FuE-Ausgaben im privaten Sek-
tor sind ebenfalls vergleichsweise hoch und werden nur von wenigen Ländern übertroffen.
Daher relativiert sich das geringe Niveau der privaten FuE-Ausgaben in den neuen Ländern
durch den internationalen Vergleich leicht. Vor allem Sachsen liegt aus internationaler Per-
spektive betrachtet bei den privaten FuE-Ausgaben im europäischen Mittelfeld.

107
Abbildung 4-9: FuE-Ausgaben am BIP nach Sektoren im europaweiten Vergleich (2016, Prozent)
Quelle: Eurostat, OECD.stat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
0,27
0,40
0,40
0,43
0,27
0,44
0,41
0,70
0,47
0,29
0,83
0,64
0,89
0,64
0,75
0,61
0,66
1,13
1,03
1,24
1,51
1,16
1,08
1,41
1,43
1,73
1,17
1,81
1,89
2,00
2,20
2,26
2,40
0,25
0,35
0,35
0,33
0,29
0,58
0,30
0,33
0,33
0,57
0,46
0,41
0,34
0,44
0,64
0,66
0,66
0,49
0,50
0,76
0,69
0,91
0,53
0,73
0,87
0,90
0,25
0,37
0,30
0,27
0,29
0,29
0,77
0,40
0
3
Lettland
Rumänien
Malta
Slowakei
Kroatien
Serbien
Türkei
Griechenland
Bulgarien
Polen
Litauen
Irland
Spanien
Ungarn
Luxemburg
Italien
Portugal
Estland
Vereinigtes Königreich
Tschechische Republik
Europäische Union (28 Länder)
Slowenien
Niederlande
Norwegen
Island
Frankreich
Belgien
Sachsen
Finnland
Dänemark
Deutschland
Österreich
Schweden
Schweiz
Privater Sektor
Hochschulsektor
Staatlicher Sektor

 
108
FuE-Personal in Vollzeitäquivalenten
Neben den FuE-Ausgaben stellt das FuE-Personal in VZÄ einen weiteren wichtigen Input-
Faktor für die in FuE eingesetzten Ressourcen dar. Im Gegensatz zu den FuE-Ausgaben ent-
fällt hierbei die Betrachtung der Inanspruchnahme von Fremddienstleistungen und Sachauf-
wendungen. Der Fokus liegt stattdessen allein auf den Humanressourcen. Dies ist deswegen
relevant, weil manche Unternehmen mit hohen FuE-Ausgaben nur über relativ wenig FuE-
Personal verfügen, wenn sie hohe FuE-Leistungen von Dritten beziehen. Es ist außerdem zu
beachten, dass nicht alle Beschäftigten des FuE-Bereichs unmittelbare FuE-Tätigkeiten aus-
üben. In dem Indikator sind auch Personengruppen enthalten, die z.B. technische Unterstüt-
zungsaufgaben für die FuE-Tätigkeiten wahrnehmen.
Im Jahr 2016 sind in Sachsen insgesamt 29.304 Personen (VZÄ) in FuE beschäftigt. Dies
entspricht einem Anteil von 4,45 Prozent an allen in Sachsen in FuE beschäftigten Personen
(Abbildung 4-11). Bundesweit liegt Sachsen damit auf Rang 7. Im Freistaat liegt der Anteil der
FuE-Beschäftigen deutlich über dem Anteil der FuE-Ausgaben von 3,5 Prozent (Abbildung
4-2). Die meisten FuE-Beschäftigten sind mit 23,6 Prozent in Baden-Württemberg tätig (knapp
155.000 Personen). In Bayern sind 19,5 Prozent aller FuE-Beschäftigten tätig (rund 128.000
Personen). Abbildung 4-10 stellt die Entwicklung des FuE-Personals im Zeitraum von 1999 bis
2016 dar. Dabei zeigt sich, dass das FuE-Personal in VZÄ vor allem seit dem Jahr 2005 kon-
tinuierlich steigt. Im Jahr 2016 liegt der Wert in Deutschland 37,2 Prozent über dem Niveau
von 1999, in den neuen Ländern 31,6 Prozent und in den alten Ländern 37,8 Prozent. Der
Anstieg in Sachsen ist mit 29,8 Prozent etwas schwächer ausgeprägt.
Insgesamt zeigt sich, dass die FuE-Aktivitäten in Sachsen etwas personalintensiver sind als
in den alten Ländern. Dies ist u.a. auf die stärkere Ausprägung von FuE-Aktivitäten im Hoch-
schulsektor zurückzuführen. Hochschulen erbringen auch Serviceleistungen im Bildungsbe-
reich und sind dadurch oft personalintensiver als die Privatwirtschaft. Das Wachstum des FuE-
Personals nach VZÄ ist schwächer ausgeprägt als das der realen FuE-Ausgaben. Dies deutet
auf steigende Löhne und Gehälter des Forschungs- und Entwicklungspersonals hin.

109
Abbildung 4-10: Entwicklung des FuE-Personals in VZÄ (1999-2016, Index 1999=100)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
Abbildung 4-11: Anteile am gesamten FuE-Personal in Deutschland in VZÄ (2016, Prozent)
Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
80
100
120
140
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
Baden-
Württemberg; 23,5
Bayern; 19,5
Nordrhein-
Westfalen; 15,9
Hessen; 8,2
Niedersachsen; 8,1
Berlin; 5,4
Sachsen; 4,5
Sonstige; 14,9

 
110
FuE-Personalintensität innerhalb Deutschlands
Um Regionen unterschiedlicher Größe besser mit Blick die in FuE eingesetzten Humanres-
sourcen zu vergleichen, wird das FuE-Personal üblicherweise in Relation zur Erwerbsbevöl-
kerung gesetzt. Dieser Indikator wird als „FuE-Personalintensität“ bezeichnet. Die Europäische
Union strebt neben einer Steigerung der FuE-Personalintensität auch eine verbesserte Mobi-
lität junger Wissenschaftler sowie deren Integration in den Arbeitsmarkt und bessere Karriere-
möglichkeiten von Forschern an.
Der Anteil des FuE-Personals an der Erwerbsbevölkerung in VZÄ ist in Abbildung 4-13 für das
Jahr 2016 dargestellt. Mit einem Anteil von 1,41 Prozent des FuE-Personals an der gesamten
Erwerbsbevölkerung in VZÄ liegt Sachsen unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 1,53
Prozent. Dies ist vor allem auf einen relativ geringen Anteil von 0,6 Prozent des FuE-Personals
an der Erwerbsbevölkerung im privatwirtschaftlichen Sektor zurückzuführen. Dieser Wert liegt
unter dem gesamtdeutschen Anteil von 0,96 Prozent an FuE-Beschäftigten in der Privatwirt-
schaft. Unter den neuen Ländern ist der sächsische Anteil dagegen der höchste. Mit seinem
Wert von 0,6 Prozent liegt Sachsen beim Anteil des in der Wirtschaft tätigen FuE-Personals
auch vor einigen alten Ländern, z.B. dem Saarland und Schleswig-Holstein. Sehr hoch ist der
Anteil des FuE-Personals an der Erwerbsbevölkerung vor allem in Baden-Württemberg (2,59
Prozent). Dies ist primär auf den hohen Anteil des FuE-Personals in der Wirtschaft zurückzu-
führen (1,95 Prozent). Dieser Wert ist höher als der Gesamtanteil des FuE-Personals aller
Sektoren in allen anderen Flächenländern. Abbildung 4-12 stellt die zeitliche Entwicklung des
FuE-Personals an der Erwerbsbevölkerung in VZÄ dar. Hierbei zeigt sich ein kontinuierlicher
Anstieg in allen Vergleichsregionen. In den neuen Ländern beträgt er 0,34 Prozentpunkte (von
0,66 auf 1 Prozent), in den alten Ländern 0,32 Prozentpunkte (von 1,3 Prozent auf 1,62 Pro-
zent) und in Sachsen sogar 0,45 Prozentpunkte (von 0,95 Prozent auf 1,4 Prozent).
Insgesamt lässt sich feststellen, dass die neuen Länder einen deutlich geringeren Anteil des
FuE-Personals an der Erwerbsbevölkerung aufweisen. Die Hauptursache hierfür liegt in dem
wesentlich geringeren Umfang des FuE-Personals im Wirtschaftssektor. Sachsen hat aller-
dings eine höhere FuE-Personalität in der Privatwirtschaft als einige der alten Länder.

111
Abbildung 4-12: Entwicklung des FuE-Personals an der Erwerbsbevölkerung in VZÄ (1999-2016, Prozent)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
Abbildung 4-13: Anteil des FuE-Personals an der Erwerbsbevölkerung in VZÄ (2016, Prozent)
Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
0,4
0,8
1,2
1,6
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
0,96
1,06
0,31
0,40
0,22
0,21
0,38
0,29
0,39
0,49
0,73
0,64
0,81
0,60
1,22
0,87
0,72
1,31
0,74
1,95
0,33
0,33
0,25
0,31
0,24
0,27
0,21
0,33
0,30
0,24
0,32
0,30
0,44
0,29
0,50
0,55
0,31
0,62
0,37
0,24
0,23
0,26
0,29
0,23
0,27
0,31
0,19
0,21
0,19
0,37
0,35
0,61
0,20
0,73
0,27
0
1
2
Deutschland
alte Länder
übrige neue Länder
neue Länder
Sachsen-Anhalt
Mecklenburg-Vorpommern
Schleswig-Holstein
Brandenburg
Saarland
Thüringen
Rheinland-Pfalz
Nordrhein-Westfalen
Niedersachsen
Sachsen
Hessen
Hamburg
Berlin
Bayern
Bremen
Baden-Württemberg
Privater Sektor
Hochschulsektor
Staatlicher Sektor

 
112
FuE-Personalintensität innerhalb Europas
Bereits bei dem Vergleich der FuE-Personalintensität innerhalb Deutschlands zeigten sich er-
hebliche Unterschiede, vor allem zwischen den alten und neuen Ländern. In diesem Abschnitt
wird das FuE-Personal auch auf europäischer Ebene in Relation zur Erwerbsbevölkerung ge-
setzt (FuE-Personalintensität). Wie oben erwähnt, besteht seitens der Europäischen Union
das Ziel nicht allein in der Steigerung der FuE-Personalintensität. Die Ziele in Bezug auf das
FuE-Personal sind differenzierter, das zeigen Initiativen wie „Bessere Karrieremöglichkeiten
und mehr Mobilität: eine Europäische Partnerschaft für die Forscher“, „Science4Refugees“,
„Vision 2020 für den EFR“, welche die Mobilität, Integration und Karrieremöglichkeiten von
Forschern in Europa verbessern sollen.
Abbildung 4-14 stellt für das Jahr 2016 den Anteil des FuE-Personals an der Erwerbsbevölke-
rung in VZÄ im europäischen Vergleich dar. Mit einem Anteil von 1,41 Prozent des FuE-Per-
sonals an der gesamten Erwerbsbevölkerung in VZÄ liegt Sachsen über dem Durchschnitt der
Europäischen Union von 1,22 Prozent. Der Anteil der privaten FuE-Ausgaben liegt im Freistaat
dabei zugleich mit 0,6 Prozent leicht unter dem EU-Durchschnitt von 0,67 Prozent. Der Anteil
des FuE-Personals in Hochschulen ist mit 0,44 Prozent über dem EU-Mittelwert von 0,39 Pro-
zent, während die FuE-Personalintensität im öffentlichen Sektor mit 0,37 Prozent deutlich über
dem europäischen Durchschnittswert von 0,15 Prozent liegt. Aus europäischer Perspektive
ergeben sich in Bezug auf den Anteil des FuE-Personals an der Erwerbsbevölkerung in VZÄ
deutliche Unterschiede. Die Balkanländer haben oft nur einen geringen Anteil an FuE-Personal
an der Erwerbsbevölkerung (z.B. Rumänien: 0,37 Prozent; Kroatien: 0,57 Prozent), während
Luxemburg, Skandinavien und die Schweiz hohe Anteile aufweisen (z.B. Dänemark: 2,04 Pro-
zent; Finnland: 1,79 Prozent).
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die FuE-Ausgabenintensität mit der FuE-Per-
sonalintensität im europäischen Vergleich stark korreliert. Dabei liegen Deutschland und auch
Sachsen bei der FuE-Personalintensität im europaweiten Vergleich etwas weiter hinten als bei
der FuE-Ausgabenintensität. Dies kann u.a. auf höhere Löhne, aber auch eine höhere Kapi-
talintensität, bzw. überproportionale Fremddienstleistungen und Sachaufwendungen in den
Forschungs- und Entwicklungsausgaben zurückgeführt werden. Dieses Phänomen ist sowohl
im privaten und öffentlichen, als auch im Hochschulsektor zu beobachten.

113
Abbildung 4-14: Anteil des FuE-Personals an der Erwerbsbevölkerung in VZÄ im europaweiten Vergleich
(2016, Prozent)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, OECD.stat, eigene Rechnung
0,25
0,17
0,29
0,47
0,19
0,46
0,19
0,28
0,40
0,54
0,40
0,67
0,71
0,65
0,60
0,86
0,97
0,96
0,96
0,81
0,81
0,92
0,89
1,18
1,07
1,26
1,06
1,09
1,27
0,25
0,33
0,26
0,31
0,24
0,40
0,16
0,44
0,45
0,33
0,31
0,58
0,39
0,29
0,59
0,44
0,41
0,24
0,39
0,33
0,52
0,75
0,56
0,59
0,41
0,60
0,43
0,58
0,38
0,72
0,15
0,17
0,16
0,25
0,15
0,16
0,23
0,18
0,15
0,15
0,25
0,37
0,17
0,25
0,17
0,24
0,26
0,15
0,15
0,41
0
1
2
Zypern
Rumänien
Kroatien
Lettland
Polen
Slowakei
Bulgarien
Malta
Litauen
Ungarn
Griechenland
Estland
Spanien
Italien
Portugal
Europäische Union (28 Länder)
Tschechische Republik
Vereinigtes Königreich
Sachsen
Frankreich
Slowenien
Niederlande
Deutschland
Norwegen
Irland
Belgien
Island
Österreich
Schweiz
Schweden
Finnland
Luxemburg
Dänemark
Privater Sektor
Hochschulsektor
Staatlicher Sektor

 
114
Hochschulsektor
FuE-Ausgaben an den Hochschulen
Der Hochschulsektor umfasst sowohl Universitäten als auch Fachhochschulen, in denen ne-
ben Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung auch die Qualifikation des
wissenschaftlichen Nachwuchses und der Großteil der sonstigen zukünftigen Erwerbstätigen
stattfindet. Die Hochschulen bilden somit das Fundament des gesamten Innovationssystems.
Die nachfolgend ausgewerteten Daten werden im Rahmen der Hochschulfinanzstatistik ermit-
telt. Dabei stellen die FuE-Ausgaben an den Hochschulen eine Teilmenge der „Grundausstat-
tung“ der Hochschulen dar. Darüber hinaus haben „Drittmittel“ eine entscheidende Bedeutung.
Für die Darstellung der zeitlichen Entwicklung werden mithilfe des BIP-Deflators der Weltbank
reale Größen der FuE-Ausgaben berechnet. Für die grafische Darstellung wird das Anfangs-
jahr in den jeweiligen Vergleichsregionen auf einen Wert von 100 normiert.
Wie Abbildung 4-15 zeigt, wachsen die realen FuE-Ausgaben der Hochschulen seit dem Jahr
1999 sowohl in den neuen als auch den alten Ländern deutlich. In Deutschland insgesamt
steigen die FuE-Ausgaben der Hochschulen zwischen 1999 und 2016 von 7,9 Milliarden auf
16,6 Milliarden Euro. Dies entspricht preisbereinigt einem Anstieg von 77,2 Prozent. In Sach-
sen beträgt der Anstieg im selben Zeitraum 72,2 Prozent. Dabei steigen die sächsischen FuE-
Ausgaben im Hochschulsektor nominal von 442 Millionen auf 900 Millionen Euro. Der Anstieg
in den neuen Ländern liegt mit 64,7 Prozent unter dem Anstieg in den alten Ländern, wo er
84,5 Prozent beträgt. Vor allem seit 2007 ist ein signifikanter Anstieg zu beobachten, der sich
in den letzten Jahren wieder abschwächt. Wie Abbildung 4-16 zeigt, ist die Entwicklung auf
europäischer Ebene wesentlich heterogener. Zur besseren Übersichtlichkeit ist die vertikale
Achse logarithmiert. In Irland und Spanien gibt es vor allem bis 2008 einen starken Anstieg,
während der Anstieg in Polen im Zeitraum zwischen den Jahren 2003 und 2012 stattfindet.
Schweden und Österreich weisen ähnliche Wachstumsraten wie Deutschland und Sachsen
auf. In Italien ist das Wachstum schwächer ausgeprägt, da die FuE-Ausgaben für Hochschulen
dort seit 2008 rückläufig sind. Auch in Spanien und Irland ist der Trend der vergangenen Jahre
eher fallend.
Der starke Anstieg der FuE-Ausgaben seit 2007 geht mit einem starken Wachstum der Studi-
enanfängerzahlen einher (Abbildung 7-4). Gründe für den Anstieg der FuE-Ausgaben liegen
u.a. im Hochschulpakt, der Exzellenzinitiative und dem Pakt für Forschung und Innovation,
welche zwischen 2005 und 2007 ins Leben gerufen wurden. In mehreren europäischen Län-
dern sind seit der Wirtschaftskrise von 2008, z.T. auch als deren Folge, rückläufige Trends
erkennbar.

115
Abbildung 4-15: Entwicklung der FuE-Ausgaben des Hochschulsektors in Preisen von 2016 (1999-2016,
Index 1999=100)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
Abbildung 4-16: Entwicklung der FuE-Ausgaben des Hochschulsektors in Preisen von 2016 in Europa
(1999-2016, Index 1999=100)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, OECD.stat, eigene Rechnung
100
120
140
160
180
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
100
200
400
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
Irland
Spanien
Frankreich
Italien
Niederlande
Österreich
Polen
Schweden

 
116
FuE-Personal an den Hochschulen
Neben den FuE-Ausgaben stellt das FuE-Personal in VZÄ einen weiteren wichtigen Input-
Faktor für die in Hochschulforschung und -entwicklung eingesetzten Ressourcen dar. Zur Er-
mittlung des FuE-Personals haben sich seit Mitte der 1990er Jahre die Kultusministerkonfe-
renz, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Wissenschaftsrat und
das Statistische Bundesamt auf ein Berechnungsverfahren verständigt, das von einer Tren-
nung von Grundmittelforschung und Drittmittelforschung ausgeht. Drittmittelpersonal wird aus-
schließlich der Forschung zugerechnet. FuE-Personal der Grundausstattung wird mithilfe so
genannter FuE-Koeffizienten bestimmt. Diese FuE-Koeffizienten werden nach einem empi-
risch-normativen Verfahren indirekt über den Zeitaufwand für Lehre und andere Nichtfor-
schungstätigkeiten berechnet. Eine weitere Differenzierung nach Personalkategorie (Profes-
soren, wissenschaftliche Mitarbeiter) erfolgt nicht.
Im Jahr 2016 sind in Sachsen insgesamt 9.131 Personen, gemessen in VZÄ, im Hochschul-
sektor in FuE beschäftigt. Dies entspricht 6,45 Prozent aller FuE-Beschäftigten des Hochschul-
sektors in Deutschland. Damit weist Sachsen, in dem knapp 5 Prozent der Gesamtbevölke-
rung Deutschlands leben, einen überproportionalen Anteil von FuE-Beschäftigten im Hoch-
schulbereich auf. Wie Abbildung 4-17 zeigt, folgt die Entwicklung des FuE-Personals in VZÄ
im Hochschulsektor deutschlandweit einem ähnlichen Trend wie die Entwicklung der FuE-
Ausgaben (Abbildung 4-15). Dabei ist der Anstieg ab dem Jahr 2006 besonders deutlich aus-
geprägt und schwächt sich in den neuen Ländern seit 2013 leicht ab. Von 1999 bis 2005 sinkt
die Zahl der FuE-Beschäftigten des Hochschulsektors in Sachsen um 10,8 Prozent, steigt bis
2013 auf 138 Prozent des Ausgangswertes von 1999. Seit 2013 ist die Zahl relativ konstant,
so dass der Gesamtanstieg bis 2016 37,4 Prozent beträgt. In Deutschland insgesamt beträgt
der Anstieg von 1999 bis 2016 knapp 40 Prozent. Seit 2013 ist der Trend auch in den übrigen
neuen Ländern leicht rückläufig. Im europaweiten Vergleich zeigen sich bei der Entwicklung
des FuE-Personals im Hochschulsektor erhebliche Unterschiede. In Irland sind im Jahr 2000
beispielsweise 2.602 FuE-Beschäftigte in Hochschulen tätig, 2015 sind es 16.891. In Schwe-
den dagegen entwickelt sich die Zahl im selben Zeitraum von 19.506 auf 21.918 Beschäftigte.
In Irland kommen im Jahr 2015 auf 1.000 Einwohner 3,5 FuE-Beschäftigte im Hochschulsektor,
in Schweden und in Sachsen sind es 2,2.
Wie bereits erwähnt, sind die in Deutschland seit 2006 deutlich gestiegenen Werte u.a. mit
dem Hochschulpakt, der Exzellenzinitiative und dem Pakt für Forschung und Innovation zu
erklären. Dass sich dieses Wachstum in den letzten Jahren nicht mehr ungebremst fortsetzt,
liegt in den neuen Ländern nicht zuletzt auch an langsam sinkenden Studienanfängerzahlen
(Abbildung 7-3).

117
Abbildung 4-17: Entwicklung des FuE-Personals der Hochschulen in VZÄ 2016 (1999-2016, Index
1999=100)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, OECD.stat, eigene Rechnung
Abbildung 4-18: Entwicklung des FuE-Personals der Hochschulen in VZÄ 2016 (1999-2016, Index
1999=100)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, OECD.stat, eigene Rechnung
80
100
120
140
160
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
50
100
200
400
800
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
Irland
Spanien
Frankreich
Italien
Niederlande
Österreich
Polen
Schweden

 
118
FuE-Intensität im Hochschulsektor
Um die unterschiedlich großen Regionen mit Blick auf ihren FuE-Input im Hochschulsektor
besser vergleichen zu können, werden im Folgenden auch die FuE-Ausgabenintensität sowie
die FuE-Personalintensität betrachtet. Analog zu den bisher betrachteten Indikatoren werden
zur Berechnung der Intensitäten die FuE-Ausgaben in Relation zum BIP gesetzt und das FuE-
Personal in Relation zur Erwerbsbevölkerung.
Abbildung 4-19 stellt die Entwicklung der FuE-Ausgabenintensität des Hochschulsektors im
Zeitraum von 1999 bis 2016 dar. Abbildung 4-20 zeigt die Entwicklung der FuE-Personalinten-
sität in analoger Weise. Die FuE-Ausgabenintensität im Hochschulsektor ist in den neuen Län-
dern mit 0,6 Prozent höher als in den alten Ländern, wo sie bei 0,52 Prozent liegt. Sachsen
belegt mit 0,76 Prozent bundesweit Rang 2, nur Berlin weist mit 0,9 Prozent eine noch höhere
Intensität auf. Besonders niedrige Werte finden sich in Brandenburg (0,35 Prozent) und
Schleswig-Holstein (0,36 Prozent). Im Zeitverlauf steigt die FuE-Ausgabenintensität im Hoch-
schulsektor zwischen 2007 und 2013 in allen Vergleichsregionen an. In Sachsen erhöht sie
sich in diesem Zeitraum von 0,58 auf 0,82 Prozent, in den neuen Ländern von 0,45 auf 0,62
Prozent und in den alten Ländern von 0,38 auf 0,49 Prozent. Bis 2016 sinkt die FuE-Ausga-
benintensität in Sachsen allerdings wieder auf 0,76 Prozent. In den alten Ländern und den
übrigen neuen Länder liegen die Intensitäten bis 2015 auf einem relativ konstantem Niveau
und steigen 2016 leicht. Die FuE-Personalintensität (Abbildung 4-20) im Hochschulsektor ist
in den neuen Ländern mit 0,31 auf ähnlichem Niveau wie in den alten Ländern, wo sie bei 0,33
liegt. Sachsen weist mit 0,44 Prozent bundesweit den höchsten Wert unter den Flächenlän-
dern auf. In Bremen (0,62 Prozent), Berlin (0,55 Prozent) und Hamburg (0,50 Prozent) finden
sich noch höhere Werte. Besonders niedrige Werte sind in Brandenburg (0,19 Prozent) und
Schleswig-Holstein (0,21 Prozent) zu verzeichnen. Im Zeitverlauf steigt die FuE-Personalin-
tensität im Hochschulsektor bis 2013 in allen Vergleichsregionen kontinuierlich an. So wächst
sie in Sachsen im Zeitraum zwischen 2005 und 2013 von 0,27 auf 0,44 Prozent, in den neuen
Ländern von 0,21 auf 0,31 Prozent und in den alten Ländern von 0,23 auf 0,31 Prozent.
Insgesamt zeichnet die Analyse der FuE-Ausgabenintensität und die FuE-Personalintensität
ein ähnliches Bild: In Sachsen wird überdurchschnittlich viel in die Hochschullandschaft inves-
tiert. Der Freistaat kann bei beiden Indikatoren den Spitzenwert unter den Flächenländern er-
reichen. Die Stadtstaaten nehmen die Spitzenpositionen ein. Niedrigere Werte in Schleswig-
Holstein und Brandenburg sind u.a. mit der Nähe zu Hamburg bzw. Berlin zu erklären.

119
Abbildung 4-19: Entwicklung der FuE-Ausgaben des Hochschulsektors am BIP (1999-2016, Prozent)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
Abbildung 4-20: Entwicklung des FuE-Personals der Hochschulen an der Erwerbsbevölkerung in VZÄ
(1999-2016, Prozent)
Quelle: Eurostat, Statistisches Bundesamt, eigene Rechnung
0,30
0,50
0,70
0,90
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Sachsen
neue Länder
übrige neue Länder
alte Länder
Deutschland
0,1
0,2
0,3
0,4
0,5