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Leitfaden Bodenschutz bei Planungs- und
Genehmigungsverfahren
Materialien zum Bodenschutz
Landesamt für Umwelt und Geologie

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2
Inhalt
Materialien zum Bodenschutz
Leitfaden Bodenschutz bei Planungs- und Genehmigungsverfahren
Titelbild
Fotomontage: Werbeagentur Friebel
Herausgeber:
Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie
Zur Wetterwarte 11, D-01109 Dresden
Redaktion:
Bernd Siemer
Referat Bodenschutz
Abteilung Natur, Landschaft, Boden
Bearbeitung:
Ad-hoc AG „Bodenschutzplanung“
Bernd Siemer, LfUG (Obmann), Dr. Harry
Meyer-Steinbrenner, SMUL, Dr. Olaf Penndorf,
Staatliches Umweltfachamt Leipzig, Dr.
Helmut Rauer i. R., Staatliches Umweltfachamt
Radebeul, Steffen Schürer, Staatliches Umweltfachamt Chemnitz, Peter Schulze, Staatliches Umweltfachamt Bautzen,
Dr. Rüdiger Wolff, Staatliches Umweltfachamt Plauen sowie Barbara Bednarz, SMI und Michael Köppl, SMI
unter Mitarbeit von:
Rechtsassessor Dr. Andreas Henke,
Technische Universität Dresden sowie
Prof. Dr. Michael Schmidt,
Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Redaktionsschluss:
April 2001
Aktualisierung 2008
Bearbeitung:
Bernd Siemer, LfUG, Dr. Stefan Seiffert, SMUL, Roland Jenkner, SMUL, Beate Beydatsch, SMUL
unter Mitarbeit von:
Dr. Andreas Henke, Rechtsanwälte Tiefenbacher, Standort Dresden
Redaktionsschluss:
07.04.2008

3
Inhalt
I
EINFÜHRUNG.......................................................................................................................................................5
II
GRUNDLAGEN......................................................................................................................................................6
A
Rechtliche Grundlagen ............................................................................................................................................6
1
Bundes-Bodenschutzgesetz.....................................................................................................................................6
2
Sächsisches Abfallwirtschafts- und Bodenschutzgesetz (SächsABG).....................................................................7
3
Planungsverfahren...................................................................................................................................................8
3.1
Planung....................................................................................................................................................................8
3.2
Einteilung der Planungsverfahren............................................................................................................................8
3.2.1
Räumliche Gesamtplanungen ..................................................................................................................................8
3.2.2
Räumliche Fachplanungen.......................................................................................................................................8
3.2.3
Planfeststellungsverfahren .......................................................................................................................................9
3.3
Das planerische Abwägungsgebot ...........................................................................................................................9
3.4
Entscheidungsgrundlagen für die planerische Abwägung aus Sicht des
Bodenschutzes .......................................................................................................................................................10
4
Genehmigungsverfahren........................................................................................................................................10
B
Grundlagen des Bodenschutzes .............................................................................................................................10
1
Der Boden und seine Funktionen...........................................................................................................................10
2
Bewertung von Böden ...........................................................................................................................................10
2.1
Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit............................................................................................................10
2.2
Bewertungskriterien und -methodik ......................................................................................................................11
3
Informations- und Datengrundlagen......................................................................................................................12
C
Instrumente zur Umsetzung von Bodenschutzanforderungen in Planungs- und
Genehmigungsverfahren........................................................................................................................................13
1
Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung ...............................................................................................................13
1.1
Rechtliche Grundlagen ..........................................................................................................................................13
1.2
Fachliche Grundlagen............................................................................................................................................14
2
Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung in der Bauleitplanung (planerische
Eingriffsregelung)..................................................................................................................................................15
2.1
Rechtliche Grundlagen ..........................................................................................................................................15
2.2
Fachliche Grundlagen............................................................................................................................................16
3
Umweltverträglichkeitsprüfung / Umweltprüfung.................................................................................................16
3.1
Rechtliche Grundlagen ..........................................................................................................................................16
3.2
Fachliche Grundlagen............................................................................................................................................18
4
Landschaftsrahmenplan.........................................................................................................................................19
4.1
Rechtliche Grundlagen ..........................................................................................................................................19
4.2
Fachliche Grundlagen............................................................................................................................................21
5
Landschaftsplan.....................................................................................................................................................22
5.1
Rechtliche Grundlagen ..........................................................................................................................................22
5.2
Fachliche Grundlagen............................................................................................................................................23
6
Grünordnungsplan.................................................................................................................................................24
6.1
Rechtliche Grundlagen ..........................................................................................................................................24
6.2
Fachliche Grundlagen............................................................................................................................................24
III
BERÜCKSICHTIGUNG VON BELANGEN DES BODENSCHUTZES IN PLANUNGS- UND
GENEHMIGUNGSVERFAHREN
A
Räumliche Planungen............................................................................................................................................25
1
Raumordnungsplanung..........................................................................................................................................25
2
Kommunale Bauleitplanung ..................................................................................................................................26
2.1 Flächennutzungsplan.............................................................................................................................................25
2.1.1
Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht..................................................................................................................28
2.1.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................28
2.2
Bebauungsplan.......................................................................................................................................................29
2.2.1
Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht..................................................................................................................29
2.2.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................30
2.3
Vorhaben- und Erschließungsplan.........................................................................................................................32
2.3.1
Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht..................................................................................................................32
2.3.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................32

4
Inhalt
B
Fachplanungen.......................................................................................................................................................33
1
Linienbestimmung.................................................................................................................................................33
1.1
Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht..................................................................................................................33
1.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................33
2
Planfeststellungs- und Plangenehmigungsverfahren..............................................................................................33
2.1
Bundesfernstraßen.................................................................................................................................................33
2.1.1
Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht..................................................................................................................33
2.1.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................34
2.2
Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen.....................................................................................................................35
2.2.1
Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht..................................................................................................................35
2.2.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................35
2.3
Eisenbahnstrecken.................................................................................................................................................35
2.3.1
Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht..................................................................................................................35
2.3.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................36
2.4
Bergrechtlicher Rahmenbetriebsplan.....................................................................................................................36
2.4.1
Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht..................................................................................................................36
2.4.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................37
2.5
Wege- und Gewässerplan mit landschaftspflegerischem Begleitplan nach
§ 41 Flurbereinigungsgesetz (FlurbG)...................................................................................................................38
2.5.1
Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht..................................................................................................................38
2.5.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................38
C
Genehmigungsverfahren........................................................................................................................................39
1
Baurechtliches Genehmigungsverfahren ...............................................................................................................39
1.1
Berücksichtung aus rechtlicher Sicht.....................................................................................................................39
1.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................40
2
Immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren .........................................................................................41
2.1
Berücksichtung aus rechtlicher Sicht.....................................................................................................................41
2.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................41
3
Bergrechtliche Zulassungsverfahren......................................................................................................................42
3.1
Aufsuchung und Gewinnung bergfreier Bodenschätze..........................................................................................42
3.1.1
Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht..................................................................................................................42
3.1.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................42
3.2.1
Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht..................................................................................................................42
3.2.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht...................................................................................................................43
IV
ANHANG..............................................................................................................................................................45
A Übersicht über gesetzliche Zuständigkeiten für Planungs- und
Genehmigungsverfahren im Freistaat Sachsen ......................................................................................................45
B
Übersicht über die im Freistaat Sachsen anzuwendenden Rechtsvorschriften
mit (unmittelbarem oder mittelbarem) Bezug zum Bodenschutz ..........................................................................47
C
Übersicht über Festlegungen des Landesentwicklungsplans Sachsen mit
Bezug zum Bodenschutz........................................................................................................................................47
D
Übersicht über die im Freistaat Sachsen anzuwendenden Technischen Regeln
und Verwaltungsvorschriften mit Bezug zum vorsorgenden Bodenschutz ...........................................................63
E
Literaturnachweise.................................................................................................................................................63
F
Weiterführende Literatur / Arbeitshilfen ...............................................................................................................64
G
Fundstellen der im Leitfaden genannten Rechtsvorschriften.................................................................................65
H
Abkürzungsverzeichnis..........................................................................................................................................68

5
Einführung
I
Einführung
Als nicht erneuerbare Ressource ist der Boden als Natur-
körper und Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und
Pflanzen zu erhalten und vor Belastungen zu schützen.
Konzeptioneller Ansatzpunkt des Bodenschutzes ist die
Sicherung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit
des Bodens als Träger unverzichtbarer Funktionen im Na-
turhaushalt. Neben der Archiv- und den Nutzungsfunktio-
nen erfüllt der Boden die natürlichen Funktionen als:
Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen,
Tiere und Pflanzen unter Einschluss der Bodenorga-
nismen,
Bestandteil des Naturhaushaltes, insbesondere mit
seinen Wasser- und Nährstoffkreisläufen
Abbau-, Ausgleichs- und Aufbaumedium für stoffli-
che Einwirkungen auf Grund der Filter-, Puffer- und
Stoffumwandlungseigenschaften,
insbesondere auch zum Schutz des Grundwassers.
Das Schutzgut Boden wird in der Planungspraxis im Ver-
gleich zu den Schutzgütern Wasser, Luft sowie Arten und
Biotope noch immer nachrangig behandelt. Neben Proble-
men der planerischen Handhabbarkeit komplexer Ursachen-
Wirkungszusammenhänge bestehen gleichermaßen Schwie-
rigkeiten in der planerischen Operationalisierung der ge-
setzlich geregelten Anforderungen des Bodenschutzes. Die
Frage, wie beispielsweise der im Baugesetzbuch (BauGB)
geforderte Grundsatz eines sparsamen und schonenden
Umgangs mit Boden im Rahmen der Bauleitplanung zu
berücksichtigen ist, lässt sich nicht allgemein beantworten.
Hohe Effektivität kommt dem Bodenschutz jedoch gerade
in einer möglichen Verringerung des Flächenverbrauchs zu,
da eine Inanspruchnahme unbebauter Flächen für Sied-
lungs- und Verkehrszwecke mit weitest gehenden Boden-
verlusten durch Versiegelung, Abgrabungen, Aufschüttun-
gen und Zerschneidungen durch Trassen verbunden ist.
Mit dem überarbeiteten „Leitfaden Bodenschutz“ mit Stand
vom 7. April 2008 wird der Handlungsrahmen des vorsor-
genden Bodenschutzes für die verschiedenen Fach- und
Gesamtplanungen aufgezeigt. Auf der Grundlage der bun-
des- und landesrechtlichen Vorgaben werden für das
Schutzgut Boden die Anforderungen zur Erfassung und
Bewertung des Bodenzustandes sowie Maßnahmen zur
Verringerung der Bodenbelastung konkretisiert.
Planungs- und Vorhabensträgern kommt bei der Umsetzung
der dargestellten Anforderungen des Bodenschutzes eine
zentrale Funktion zu, um den Boden in seiner Funktionsfä-
higkeit nachhaltig zu sichern.

6
Grundlagen
II
Grundlagen
A
Rechtliche Grundlagen
1
Bundes-Bodenschutzgesetz
Das am 24.03.1998 im Bundesgesetzblatt (BGBl. I S. 502
ff.) verkündete „Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bo-
denveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (Bun-
des-Bodenschutzgesetz – BBodSchG) ist seit 01.03.1999
vollständig in Kraft. Erstmals ist damit ein Bundesgesetz
ausschließlich zum Schutz des Bodens erlassen worden.
Das BBodSchG ist in seinen wesentlichen Teilen auf sog.
konkurrierende Gesetzgebungszuständigkeiten des Bundes
gestützt. Folge davon ist, dass in Landesbodenschutzgeset-
zen nur geregelt werden darf, was nicht bereits im
BBodSchG abschließend geregelt ist oder wozu das
BBodSchG die Landesgesetzgeber ausdrücklich ermächtigt.
Zur Durchführung des BBodSchG wurde die Bundes-
Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) erlas-
sen, welche im Bundesgesetzblatt vom 16.07.1999 (BGBl. I
S. 1554) verkündet wurde und die konkretisierende Rege-
lungen zu einzelnen Vorschriften des BBodSchG enthält.
Ergänzt wird das Bundesrecht durch die Vorschriften
„Sächsisches Abfallwirtschafts- und Bodenschutzgesetzes
(SächsABG)“, veröffentlicht SächsGVBl v. 15.06.1999, S.
261 ff, zuletzt geändert durch Art. 21 des Gesetzes vom
05.05.2004 (GVBl. S. 148).
Im BBodSchG wird der Begriff „Boden“ erstmals bundes-
einheitlich einer gesetzlichen Bestimmung zugeführt. § 2
Abs. 1 BBodSchG definiert Boden als „die obere Schicht
der Erdkruste, soweit sie Träger der in Absatz 2 genannten
Bodenfunktionen ist, ...“.
Zweck des BBodSchG ist es gemäß § 1, „nachhaltig die
Funktionen des Bodens zu sichern oder wiederherzustellen.
§ 2 Abs. 2 BBodSchG unterscheidet natürliche Funktionen
(Nr. 1), Funktionen als Archiv der Natur- und Kulturge-
schichte (Nr. 2) sowie Nutzungsfunktionen (Nr. 3).
Dem BBodSchG liegt ein ordnungsrechtlicher Ansatz
zugrunde, d. h., es ist auf die Abwehr von Gefahren gerich-
tet. Unter dem Begriff „Gefahr“ ist die hinreichende Wahr-
scheinlichkeit eines Schadenseintritts für ein geschütztes
Rechtsgut zu verstehen. Ordnungsrechtliche Maßnahmen
dienen dazu, im konkreten Einzelfall einen rechtswidrigen
Gefahrenzustand zu beseitigen. Das BBodSchG hat in der
Hauptsache die Abwehr von Gefahren durch sog. „schädli-
che Bodenveränderungen“ und „Altlasten“ zum Gegenstand
(vgl. die Definitionen in § 2 Abs. 3 und 4 BBodSchG). Zu
diesem Zweck enthält es in § 4 sog. Gefahrenabwehrpflich-
ten, welche vor allem auch die Frage beantworten, wer zur
Abwehr einer Gefahr, insbesondere zur Sanierung einer
schädlichen Bodenveränderung oder Altlast, gesetzlich
verpflichtet ist.
Generell sind nach dem BBodSchG sanierungspflichtig: der
Verursacher, der Grundstückseigentümer, der Inhaber der
tatsächlichen Gewalt, der Gesamtrechtsnachfolger des Ver-
ursachers, derjenige, der das Eigentum an einem sanie-
rungsbedürftigen Grundstück aufgibt, der frühere Eigentü-
mer eines belasteten Grundstücks sowie derjenige, der aus
handels- oder gesellschaftsrechtlichem Rechtsgrund für
eine juristische Person einzustehen hat, der ein sanierungs-
bedürftiges Grundstück gehört.
Im konkreten Fall entscheidet die Behörde, wen aus dem
genannten Kreis der Verpflichteten sie im Wege einer An-
ordnung zur Sanierung heranzieht (vgl. § 10). Bei dieser
Entscheidung verfügt die Behörde über ein sog. Auswahl-
ermessen, welches sich auf die im konkreten Fall haftenden
Personen und auf die zu treffenden Maßnahmen bezieht.
Von mehreren im konkreten Fall haftenden Personen ist
diejenige auszuwählen, deren Inanspruchnahme die
schnellste und effektivste Gefahrenbeseitigung verspricht.
Eine von vornherein feststehender Reihenfolge der Inan-
spruchnahme, etwa derart, dass der Verursacher (Hand-
lungsstörer) immer vor dem Grundstückseigentümer (Zu-
standsstörer) haftet, besteht dabei nicht. Selbstverständlich
ist jedoch der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beach-
ten. Der im konkreten Fall in Anspruch genommenen Per-
son stehen gegebenenfalls Regressansprüche gegenüber
anderen ebenfalls haftenden Personen zu (vgl. § 24 Abs. 2
BBodSchG).
Das BBodSchG ermöglicht ein Eingreifen vor allem dann,
wenn bereits eine Gefahr vorliegt. Insofern liegt der Rege-
lungsschwerpunkt des BBodSchG im Bereich des sog.
nachsorgenden Bodenschutzes. Bei der Frage, ob eine Ge-
fahr vorliegt, müssen nach dem BBodSchG neben den
natürlichen Funktionen des Bodens auch dessen Nutzungs-
funktionen berücksichtigt werden (vgl. §§ 1, 2 Abs. 2 Nr. 3
BBodSchG). Eine Gefahr für die natürlichen Bodenfunkti-
onen geht jedoch gerade von der Realisierung der Nut-
zungsfunktionen des Bodens (z. B. Fläche für Siedlung und
Verkehr) aus. § 1 S. 3 BBodSchG bestimmt deshalb, dass
bei Einwirkungen auf den Boden Beeinträchtigungen seiner
natürlichen Funktionen sowie seiner Funktion als Archiv
der Natur- und Kulturgeschichte soweit wie möglich ver-
mieden werden sollen. In die gleiche Richtung weist die
Vorschrift des § 4 Abs. 4 BBodSchG, wonach bei der Er-
füllung der boden- und altlastenbezogenen Pflichten nach
den Absätzen 1 – 3 die planungsrechtlich zulässige Nut-
zung des Grundstücks und das sich daraus ergebende
Schutzbedürfnis zu beachten ist, soweit dies mit dem
Schutz der in § 2 Abs. 2 Nr. 1 und 2 BBodSchG genannten
Bodenfunktionen, den natürlichen Bodenfunktionen und
der Archivfunktion, zu vereinbaren ist.
Vorsorgender Bodenschutz im Sinne eines Schutzes der
natürlichen Bodenfunktionen sowie der Archivfunktion
muss jedoch bereits vor dem Eintritt einer Gefahr ansetzen,
nämlich auf der Ebene der Planung. Hier geht es darum, in
den Entscheidungsprozess über „ob“ und „wie“ einer Nut-
zung des Bodens (z. B. als Fläche für Siedlung und Verkehr
oder als Standort für eine Abfalldeponie) die Belange des
Bodenschutzes einfließen zu lassen und angemessen umzu-

7
Grundlagen
setzen, so dass Gefahren gar nicht erst entstehen. Die Ent-
scheidung über die Nutzung des Bodens wird in Planungs-
und Genehmigungsverfahren getroffen. Die Frage, wie
Belange des Bodenschutzes in diesen Verfahren zu berück-
sichtigen sind, lässt das BBodSchG allerdings weitgehend
unbeantwortet. Zwar statuiert § 7 BBodSchG i. V. m. §§ 9
ff. BBodSchV eine Vorsorgepflicht; diese ist jedoch eben-
falls nicht planungsrechtlicher, sondern ordnungsrechtlicher
Natur: Zur Vorsorge verpflichtet sind danach der Grund-
stückseigentümer, der Inhaber der tatsächlichen Gewalt
(etwa Mieter oder Pächter des Grundstücks) und derjenige,
der Verrichtungen auf einem Grundstück durchführt oder
durchführen lässt, die zu Veränderungen der Bodenbeschaf-
fenheit führen können. Die Vorsorgepflicht richtet sich an
einzelne Personen. Gegenüber diesen Personen kann die
Vorsorgepflicht im Wege von Einzelanordnungen durchge-
setzt werden, wenn die Besorgnis einer schädlichen Boden-
veränderung besteht und Anforderungen in einer Rechts-
verordnung festgelegt sind. Zur Erfüllung der Vorsorge-
pflicht sind nach § 7 S. 3 BBodSchG i.V.m. §§ 10, 11
BBodSchV Bodeneinwirkungen zu vermeiden oder zu
vermindern, soweit dies auch im Hinblick auf den Zweck
der Nutzung des Grundstücks verhältnismäßig ist.
Die Vorsorgepflicht des § 7 BBodSchG kommt somit gera-
de nicht bei der planerischen Entscheidung über „ob“ und
„wie“ der Nutzung des Bodens zum Tragen, sondern steht
vielmehr sogar unter dem Vorbehalt des (planungsrechtli-
chen) Zwecks der Nutzung. Dies bedeutet, dass z. B. einem
Grundstückseigentümer, dessen Grundstück nach dem
Bebauungsplan als Wohngebiet (§§ 3, 4 BauNVO) ausge-
wiesen ist, nicht unter Berufung auf die Vorsorgepflicht des
§ 7 BBodSchG untersagt werden kann, auf ebendiesem
Grundstück ein Wohngebäude zu errichten. Ebenso wenig
vermag § 7 BBodSchG zu verhindern, dass eine bislang
unbebaute Fläche nunmehr mit Gewerbe- und Verkehrsflä-
chen überplant wird (der Fall der Einkaufszentren „auf der
grünen Wiese“). Vorsorgender Bodenschutz insgesamt
muss jedoch genau an dieser Stelle ansetzen, nämlich bei
der planerischen Entscheidung über die Inanspruchnahme
von Boden bzw. – sofern es um Einzelvorhaben (z. B. Fern-
straße, Verbrennungsanlage) geht – bei der Standortfrage.
Dazu trifft das BBodSchG keine Regelungen, hier kommen
die einschlägigen planungsrechtlichen Bestimmungen zur
Anwendung (BauGB, BauNVO, ROG i. V. m, SächsLPlG).
Daraus kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass effektiver
vorsorgender Bodenschutz durch das BBodSchG erschwert
worden ist. Andere für den vorsorgenden Bodenschutz
wichtige Gesetze, wie etwa das Raumordnungsgesetz, das
BauGB oder das Bundesnaturschutzgesetz i. V. m. den
Landesnaturschutzgesetzen bleiben unabhängig vom
BBodSchG anwendbar. Das BBodSchG stellt nämlich,
anders als der Titel des Gesetzes zunächst vermuten lässt,
keine vollständige Kodifikation des Bodenschutzrechts dar.
Es führt also gerade nicht alle bislang auf zahlreiche Geset-
ze verstreuten Teilregelungen zum Bodenschutz (z. B. die
sog. Bodenschutzklausel im BauGB, § 1 a Abs. 2 BauGB)
in einem einzigen Gesetz zusammen. Vielmehr findet das
BBodSchG dort keine Anwendung, wo bereits gesetzliche
Regelungen zum Bodenschutz bestehen (vgl. § 3 Abs. 1 Nr.
1-11, Abs. 2 BBodSchG). Der sog. Querschnittscharakter
des Bodenschutzrechts wird demnach durch das BBodSchG
nicht aufgehoben, sondern vielmehr bestätigt. Dies hat zur
Folge, dass die Frage des vorsorgenden Bodenschutzes bei
Planungs- und Genehmigungsverfahren auch künftig nach
Maßgabe der einschlägigen Fachgesetze zu beantworten ist.
Dagegen ist die Frage der Sanierung von Altlasten als des
wichtigsten Bereichs des sog. nachsorgenden Bodenschut-
zes nunmehr nach Maßgabe des BBodSchG zu beantwor-
ten.
2
Sächsisches Abfallwirtschafts- und Bo-
denschutzgesetz (SächsABG)
Das Erste Gesetz zur Abfallwirtschaft und zum Boden-
schutz im Freistaat Sachsen (EGAB) bedurfte in seinem
bodenschutzrechtlichen Teil vor allem auf Grund des
BBodSchG vom 17.03.1998, welches in weiten Teilen auf
eine konkurrierende Gesetzgebungskompetenz des Bundes
gestützt wurde, einer grundlegenden Überarbeitung und
Anpassung an nunmehr vorrangiges Bundesrecht. Inhaltlich
ist deshalb im Landesbodenschutzgesetz jetzt nur noch
wenig Regelungsspielraum. § 7 Abs. 1 SächsABG wurde
inhaltlich an § 1 BBodSchG angeglichen.
Die Vorschrift des § 7 Abs. 2 SächsABG normiert ein Ge-
bot zur Berücksichtigung der Ziele und Grundsätze des
Bodenschutzes bei Planungen, Baumaßnahmen und sonsti-
gen Vorhaben. Von dieser landesrechtlichen „Boden-
schutzklausel“ werden sämtliche Vorhaben von Hoheitsträ-
gern erfasst. Neben den Behörden des Freistaates Sachsen
sowie den auf seinem Gebiet befindlichen kommunalen
Selbstverwaltungskörperschaften (Gemeinden, Landkreise,
Zweckverbände) werden auch andere öffentlich-rechtliche
Personen erfasst. Allerdings sind die Belange des Boden-
schutzes in nahezu allen Fällen der in § 7 Abs. 2 SächsABG
angesprochenen Planungen und Maßnahmen bereits auf-
grund der jeweils einschlägigen Fachgesetze (z. B. ROG,
BauGB, BauNVO, SächsBO, BImSchG, FStrG) bei der
Entscheidungsfindung zu berücksichtigen, so dass § 7 Abs.
2 SächsABG lediglich eine verdeutlichende Funktion hat.
Verdeutlicht werden soll, dass der Boden als Schutzgut
entsprechend dem ihm in der konkreten Situation zukom-
menden Gewicht in die Entscheidung über die Planung oder
Maßnahme Eingang finden muss. Dies setzt z. B. eine sach-
gerechte Ermittlung und Bewertung der Folgen des jeweili-
gen Vorhabens für den Boden voraus. Die Einhaltung die-
ser Voraussetzungen muss auch verfahrensmäßig abgesi-
chert sein, etwa durch entsprechend frühzeitige Beteiligung
der zuständigen Bodenschutzbehörden. § 9 SächsABG
eröffnet die Möglichkeit, bei flächenhaft auftretenden oder
zu erwartenden schädlichen Bodenveränderungen, so ge-
nannte 'Bodenplanungsgebiete' durch Rechtsverordnung
festzulegen.

8
Grundlagen
3
Planungsverfahren
3.1
Planung
Für den Begriff Planung existiert keine einheitliche Defini-
tion. Planung ist kein genuin rechtlicher Vorgang, so dass
das Wesen der Planung sich auch nicht von einem rein
rechtlichen Standpunkt aus erklären lässt. Die planerische
Praxis hat die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen zu
bewältigen. Dementsprechend vielfältig sind auch die Er-
scheinungsformen der Planung. Ungeachtet der unter-
schiedlichen Ausprägungen planerischer Entscheidungspro-
zesse lässt sich das Wesen der Planung etwa folgenderma-
ßen charakterisieren: Planung beinhaltet die Gestaltung
komplexer Sachverhalte, bei denen eine Vielzahl unter-
schiedlicher Interessen zu berücksichtigen sind. Dieser
Gestaltungsauftrag erfordert es, die verschiedenen Interes-
sen zueinander in Beziehung zu setzen. Zu diesem Zweck
werden die Interessen ermittelt und bewertet bzw. gewich-
tet. Auf dieser Grundlage schafft die eigentliche planerische
Entscheidung einen Ausgleich zwischen den verschiedenen
zu berücksichtigenden Interessen. Dieser Ausgleich ist
nicht gesetzlich vorgezeichnet, sondern erfolgt durch eine
sog. Abwägungsentscheidung, bei der der Planungsträger
über einen gewissen Gestaltungsfreiraum verfügt. Ein gera-
de auch für den vorsorgenden Bodenschutz wichtiges
Merkmal der Planung ist ihre Ausrichtung auf die Zukunft.
Planung ermöglicht die Schaffung normativer Maßstäbe
und damit die Steuerung zukünftigen menschlichen Verhal-
tens.
Beispielsweise ermöglicht die Bauleitplanung eine Steue-
rung der zukünftigen baulichen Nutzung des Gemeindege-
bietes. Ob und inwieweit hierbei Rücksicht auf Belange des
Bodenschutzes genommen wird, entscheidet sich vor allem
an dieser Stelle, nämlich im Rahmen der bauleitplaneri-
schen Abwägung. Mit Aufstellung des Bebauungsplans ist
diese Frage entschieden. In den zeitlich nachfolgenden
Baugenehmigungsverfahren geht es nur noch darum, ob die
jeweiligen Vorhaben auch den Vorgaben des Bebauungs-
plans entsprechen, nicht mehr jedoch um die Frage, ob im
Plangebiet eine Bebauung überhaupt zulässig ist.
3.2
Einteilung der Planungsverfahren
Da Planungsverfahren unterschiedliche Ansatzpunkte, Ziel-
setzungen und Wirkungen haben können, ist es notwendig,
diese Unterschiede kurz zu verdeutlichen. Die sog. Raum-
planungen bilden den Oberbegriff für die in diesem Leitfa-
den behandelten bodenschutzrelevanten Planungsverfahren.
Charakteristisch für Raumplanungen ist der räumliche Be-
zug. Dieser kann auf unterschiedliche Weise gegeben sein:
sei es, dass durch die Umsetzung der Planung Raum in
Anspruch genommen wird, oder sei es, dass die Planung die
Entwicklung oder Funktion eines Gebietes beeinflusst. Von
besonderer Wichtigkeit ist innerhalb der Raumplanungen
(oder räumlichen Planungen) die weitere Differenzierung
nach räumlichen Gesamtplanungen und räumlichen Fach-
planungen (dazu im Folgenden).
3.2.1 Räumliche Gesamtplanungen
Räumliche Gesamtplanungen unterscheiden sich von räum-
lichen Fachplanungen vor allem durch ihren Querschnitts-
bezug. Die Gesamtplanung verfolgt nicht eine bestimmte
fachliche Zielsetzung, sondern ist auf eine Steuerung der
gesamträumlichen Entwicklung gerichtet. Dabei hat die
Gesamtplanung die Aufgabe, die einzelnen fachspezifi-
schen Anforderungen an den Raum übergreifend zu koordi-
nieren. Als räumliche Gesamtplanungen werden vor allem
die Raumordnung und Landesplanung sowie die Bauleit-
planung bezeichnet. Dabei besteht eine Abstufung von der
auf das gesamte Landesgebiet bezogenen Raumordnung
(Landesentwicklungsplan Freistaat Sachsen) über die Regi-
onalplanung bis zur Bauleitplanung. Die Raumordnung für
das Landesgebiet und die Regionalplanung werden auch als
überörtliche Gesamtplanung bezeichnet. Im Unterschied
dazu wird von der Bauleitplanung als der örtlichen Ge-
samtplanung gesprochen. Innerhalb der Bauleitplanung ist
zu unterscheiden zwischen Flächennutzungs- und Bebau-
ungsplan. Ersterer ist auf das gesamte Gemeindegebiet
bezogen, letzterer nur auf Teile des Gemeindegebietes.
Ein zentraler Gegenstand der räumlichen Gesamtplanung
ist der Boden mit den vielfältigen Ansprüchen, die an ihn
gestellt werden. Nutzungsansprüche müssen dabei mit
Schutzbedürfnissen abgestimmt werden. Das Raumord-
nungsgesetz sieht in § 7 Abs. 2 vor, dass Raumordnungs-
pläne (vgl. zur Begriffsbestimmung § 2 Abs. 1 SächsLPlG)
u. a. Festlegungen zur anzustrebenden Siedlungsstruktur,
zur anzustrebenden Freiraumstruktur sowie zur Infrastruk-
tur (Verkehr, Versorgung, Entsorgung) enthalten. Insofern
erfolgt bereits auf raumplanerischer Ebene eine entschei-
dende Weichenstellung für den vorsorgenden Schutz des
Bodens, insbesondere für den Schutz vor der nach wie vor
stetig zunehmenden Bodenversiegelung.
3.2.2 Räumliche Fachplanungen
Gegenstand räumlicher Fachplanungen sind spezifische
Regelungen für bestimmte Raumabschnitte. Fachplaneri-
sche Regelungen können dabei zum einen Nutzungsrege-
lungen bzw. Nutzungsbeschränkungen für besondere Ge-
biete beinhalten. Dazu zählen etwa Schutzgebietsauswei-
sungen nach Naturschutz- oder Wasserrecht. Diese Nut-
zungsregelungen werden meist in Form einer Rechtsver-
ordnung erlassen und haben daher verbindlichen Charakter;
sie sind somit auch nicht durch Abwägung überwindbar.
Daneben existieren eine Reihe fachspezifischer Planungen,
denen kein verbindlicher Charakter zukommt, sondern die
als abwägungserhebliche Belange bei räumlichen Gesamt-
planungen zu beachten sind, gegebenenfalls auch von die-
sen inhaltlich übernommen werden. Hierzu gehören etwa
die Landschaftsplanung nach BNatSchG bzw. Sächs-
NatSchG, oder die agrarstrukturelle Vor- und Entwick-
lungsplanung. Diese Planungen haben auch unterstützenden
Charakter, indem sie bestimmte Belange fachlich so aufbe-
reiten und bewerten, dass sie von den Trägern der Gesamt-
planung als Abwägungsgrundlage für den jeweiligen fach-
spezifischen Bereich herangezogen werden können.

9
Grundlagen
Im Hinblick auf den vorsorgenden Bodenschutz ist beson-
ders die Landschaftsplanung als Abwägungsgrundlage von
Bedeutung. Das Bundesnaturschutzgesetz sieht i.V.m. dem
Sächsischen Naturschutzgesetz (vgl. §§ 13 bis 17
BNatSchG i.V.m. §§ 4-7 Sächs-NatSchG) vor, dass auf
jeder Ebene der gesamträumlichen Planung eine entspre-
chende Landschaftsplanung durchzuführen ist: Das Land-
schaftsprogramm auf der Ebene des Landesentwicklungs-
planes, die Landschaftsrahmenpläne auf der Ebene der
Regionalpläne, die Landschaftspläne auf der Ebene der
Flächennutzungspläne und schließlich die Grünordnungs-
pläne auf der Ebene der Bebauungspläne. Dabei werden in
Sachsen Landschaftsprogramm und Landschaftsrahmenplä-
ne sogar jeweils als Bestandteil des Landesentwicklungs-
plans bzw. der Regionalpläne aufgestellt (§§ 5, 6 Sächs-
NatSchG). Dies macht den unterstützenden Charakter der
Landschaftsplanung besonders deutlich.
3.2.3 Planfeststellungsverfahren
Planfeststellungsverfahren sind einerseits Planungsverfah-
ren in dem Sinne, dass sich der Entscheidungsprozess nach
Maßgabe des Abwägungsgebotes vollzieht (ein Sonderfall
stellt das bergrechtliche Verfahren zur Zulassung eines
Rahmenbetriebsplans dar, vgl. III B 2.4)). Dies unterschei-
det sie von den noch zu besprechenden Genehmigungsver-
fahren. Andererseits handelt es sich bei Planfeststellungs-
verfahren nicht um Raumplanungen, sondern um projektbe-
zogene Planungen. Sie dienen der Zulassung eines einzel-
nen konkreten Vorhabens. Insofern besteht eine starke
Ähnlichkeit zu Genehmigungsverfahren. Planfeststellungs-
und Genehmigungsverfahren lassen sich auch unter dem
Oberbegriff Zulassungs- oder Gestattungsverfahren zu-
sammenfassen. Das Abwägungsgebot spricht hingegen
dafür, die Planfeststellungsverfahren zusammen mit den
Planungen darzustellen.
3.3
Das planerische Abwägungsgebot
Das Abwägungsgebot ist ein Merkmal jeglicher Form
rechtsstaatlicher Planung. Es besagt schlicht, dass bei der
Planaufstellung bzw. Planfeststellung die betroffenen öf-
fentlichen und privaten Belange gegeneinander und unter-
einander gerecht abzuwägen sind. Über diese knappe Defi-
nition hinaus sind Einzelheiten des Abwägungsgebotes
nicht gesetzlich geregelt. Es hat sich jedoch eine Reihe von
Grundsätzen herausgebildet. Demnach setzt das Abwä-
gungsgebot voraus, dass
eine Abwägung überhaupt stattfindet,
in die Abwägung alle Belange eingestellt werden,
die nach Lage
der Dinge in sie eingestellt werden müssen,
die betroffenen Belange in ihrer Bedeutung nicht
verkannt werden und
der Ausgleich zwischen den betroffenen Belangen
nicht in einer Weise vorgenommen wird, der zur ob-
jektiven Gewichtigkeit einzelner Belange außer
Verhältnis steht.
Bei Nichtbeachtung dieser Grundsätze ist die Abwägung
fehlerhaft. Dabei wird – parallel zur obigen Aufzählung –
zwischen folgenden Abwägungsfehlern differenziert:
Abwägungsausfall (Abwägung findet nicht statt),
Abwägungsdefizit (einzelne Belange nicht berück-
sichtigt),
Abwägungsfehleinschätzung (auch: Fehlgewichtung
oder -bewertung; Bedeutung einzelner Belange wird
verkannt),
Abwägungsdisproportionalität (Abwägungsent-
scheidung steht zur objektiven Gewichtung der Be-
lange außer Verhältnis).
Keine Verletzung des Abwägungsgebotes liegt vor, wenn
sich die Gemeinde innerhalb des so gezogenen Rahmens
für die Bevorzugung des einen und die Zurückstellung des
anderen Belanges entscheidet. Hierin liegt der für jede Art
von Planung charakteristische Gestaltungsfreiraum (sog.
planerische Gestaltungsfreiheit).
Die Abwägung als Entscheidungsprozess vollzieht sich
grundsätzlich in drei Phasen: einer Ermittlungsphase, einer
Bewertungs- oder Gewichtungsphase sowie einer Entschei-
dungs- oder Ausgleichsphase.
In der Ermittlungsphase hat sich der Planungsträger (z. B.
die Gemeinde, die einen Flächennutzungs- oder Bebau-
ungsplan aufstellt) fundierte Kenntnisse hinsichtlich der
von der Planung betroffenen Belange zu verschaffen. Der
Boden stellt in aller Regel einen Belang von zentraler Be-
deutung dar. Entsprechend muss die Ermittlung darauf
gerichtet sein, Aussagen zu Schutzwürdigkeit und Schutz-
bedürftigkeit von Böden im Plangebiet zu machen. Dies
setzt das Bestehen allgemeinverbindlicher Bewertungskrite-
rien für Böden voraus. Diese fehlen bislang.
In der Bewertungsphase sind die abwägungserheblichen
Belange objektiv zu gewichten. Kriterien für das objektive
Gewicht sind einmal tatsächliche Umstände, insbesondere
das Maß der aktuellen Betroffenheit des Belangs, zum
anderen aber auch rechtliche Umstände (wie etwa Optimie-
rungsgebote). Rechtliche Kriterien für eine Gewichtung des
Schutzguts Boden in der Abwägung sind etwa das Gebot,
mit Boden sparsam und schonend umzugehen (§ 1 a Abs. 2
BauGB) oder der Umfang der sich aus der Planung erge-
benden Ausgleichsverpflichtungen (§ 21 BNatSchG, §§ 1
Abs. 6 Nr. 7 a, 1 a Abs. 3 BauGB) sowie deren Realisier-
barkeit.
In der Entscheidungs- oder Ausgleichsphase werden die
einander widersprechenden abwägungserheblichen Belange
im Wege einer gestalterischen Entscheidung zum Ausgleich
gebracht.

10
Grundlagen
3.4
Entscheidungsgrundlagen für die planerische
Abwägung aus Sicht des Bodenschutzes
Voraussetzung für die Berücksichtigung bodenschützender
Belange in den verschiedenen Planungsverfahren ist die
Kenntnis der Böden und der Bodenfunktionen des betref-
fenden Raumes. In der Ermittlungsphase bedarf es daher
einer gewissenhaften Zusammenstellung von geeigneten
Informationen in Bezug auf den Boden, die anschließend zu
beschreiben und zu bewerten sind. Erst dann sind Abwä-
gungsfehler und Fehlentscheidungen aus Sicht des vorsor-
genden Bodenschutzes vermeidbar.
Im folgenden Teil B „Grundlagen des Bodenschutzes“
werden fachliche Grundlagen genannt, die es ermöglichen,
Bodeninformationen insbesondere zur natürlichen Funkti-
onserfüllung von Böden zu gewinnen. Auf dieser Grundla-
ge sollen Belange des vorsorgenden Bodenschutzes – so
vor allem eine nachhaltige Nutzung und Entwicklung von
Böden unter Berücksichtigung ihrer natürlichen Eigen-
schaften – unterstützt werden und im Rahmen des planeri-
schen Abwägungsprozesses angemessene Berücksichtigung
finden.
4
Genehmigungsverfahren
Genehmigungsverfahren sind, wie auch Planfeststellungs-
verfahren, auf die Zulassung eines konkreten Vorhabens
gerichtet. Bei Genehmigungsverfahren im hier verwendeten
Sinne des Wortes handelt es sich um sog. „Kontrollerlaub-
nisse“. Diese bezwecken die Überprüfung der Einhaltung
gesetzlicher Voraussetzungen. Sind letztere erfüllt, so hat
der Antragsteller einen einklagbaren Anspruch auf Ertei-
lung der Genehmigung. Die Genehmigungsbehörde hat bei
ihrer Entscheidung, anders als bei Planfeststellungsverfah-
ren, keine planerische Gestaltungsfreiheit. Die Genehmi-
gung wird nicht nach Maßgabe des Abwägungsgebotes
erteilt. In diesem Sinne typische Genehmigungsverfahren
sind das Baugenehmigungsverfahren oder das immissions-
schutzrechtliche Genehmigungsverfahren.
B
Grundlagen des
Bodenschutzes
1
Der Boden und seine Funktionen
Der Begriff „Boden“ wird im BBodSchG erstmals bundes-
gesetzlich formuliert. Danach ist dem Gesetzestext zufolge
der Boden die obere Schicht der Erdkruste, soweit sie Trä-
ger
natürlicher Funktionen,
der Funktion „Archiv der Natur- und Kulturge-
schichte“ und
von Nutzungsfunktionen ist.
Diese Funktionen sind in § 2 Abs. 2 BBodSchG aufgeführt.
Für den vorsorgenden Bodenschutz sind die drei natürli-
chen Funktionen
Lebensraumfunktion (Lebensgrundlage und Lebens-
raum für Menschen, Tiere und Pflanzen unter Ein-
schluss der Bodenorganismen),
Produktionsfunktion (Produktion von Biomasse
durch Land- und Forstwirtschaft sowie Gartenbau),
Regelungsfunktion (Filter- und Speichermedium für
den Wasser- und Stoffhaushalt, Reaktionskörper für
den Ab- und Umbau von Stoffen)
von herausragender Bedeutung (vgl. Rat von Sacherständi-
gen für Umweltfragen, 1987). Sie kennzeichnen die Rolle
des Bodens im Naturhaushalt und sollen bei einer Schutz-
guterfassung und -bewertung daher im Mittelpunkt stehen.
Die Vorsorgeanforderungen müssen nach § 7 Satz 3
BBodSchG unter Berücksichtigung der Grundstücksnut-
zung verhältnismäßig sein.
2
Bewertung von Böden
2.1
Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit
Die Schutzwürdigkeit des Bodens als zentrales Umweltme-
dium ergibt sich aus seiner Bedeutung als Naturkörper mit
bestimmter Funktionserfüllung sowie aus seiner Empfind-
lichkeit gegenüber bestimmten Beeinträchtigungen (vgl.
Evert & Baumgärtner, 1993). Eine hohe Schutzwürdigkeit
besteht bei hoher Leistung und hoher Empfindlichkeit. Im
Folgenden beziehen sich Aussagen zur Schutzwürdigkeit
von Böden im Wesentlichen auf die Erfüllung der natürli-
chen Bodenfunktionen (Produktions-, Regelungs- und Le-
bensraumfunktion) sowie auf zusätzliche Kriterien wie
Seltenheit, Naturnähe, landschaftsgeschichtliche Bedeutung
und die Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Beein-
trächtigungen.
Der Begriff der Schutzbedürftigkeit steht in engem Zu-
sammenhang mit dem der Schutzwürdigkeit: Böden, die
aufgrund ihrer Funktionserfüllung bzw. ihrer Eigenschaften
als schützenswert gelten, bedürfen in den meisten Fällen
auch eines unmittelbaren Schutzes vor Veränderung und
Degradation. Andererseits besteht nicht für jeden schutz-
würdigen Boden ein Schutzbedarf. So z. B. sind Flächen,
die durch geplante Vorhaben in ihren Eigenschaften und
ihrer Funktionserfüllung im Naturhaushalt nicht direkt
beeinflusst oder verändert werden, zwar schutzwürdig, aber
nicht unmittelbar schutzbedürftig. Dieser Schutzstatus soll-
te einerseits für solche Böden vorbehalten werden, die –
ausgehend vom aktuellen Zustand – eine große Rolle im
natürlichen Wirkungsgefüge spielen, denen aber Gefähr-
dungen und Beeinträchtigungen drohen. Zum anderen gel-
ten Böden als schutzbedürftig, die potenziell leistungsfähig,
aber bereits beeinflusst sind (z. B. teilversiegelte Flächen).
An dieser Stelle können Minimierungs- und Vermeidungs-
maßnahmen ansetzen, die sich aus dem Schutzbedarf des
betreffenden Bodens ableiten lassen (z. B. Schutz vor wei-

11
Grundlagen
teren Stoffeinträgen, vor Totalversiegelung, Entwässerung,
Vernässung etc.).
Die Schutzwürdigkeit ist auf der Grundlage geeigneter
Kriterien (siehe hierzu den folgenden Abschnitt) zu ermit-
teln und zu bewerten sowie anschließend im Rahmen des
Planungsverfahrens auszuweisen bzw. darzustellen. Dabei
sind insbesondere folgende Grundsätze zu beachten:
Der Boden soll als ökologischer Standortfaktor, d. h.
als die Lebensgrundlage für Pflanzen und Tiere, ins-
besondere in sensiblen Landschaftsbereichen, ge-
schützten Biotopen, Flächennaturdenkmalen, Natur-
und Landschaftsschutzgebieten, bewahrt werden.
Der Boden soll als Puffer- und Filtermedium für das
Bodenwasser und zum Schutz des Grundwassers vor
Schadstoffeinträgen erhalten bleiben. Dies ist an
Standorten mit bindigen Deckschichten über
Grundwasserleitern, die für die Grundwassernutzung
(Trinkwasserschutzgebiete, Heilquellenschutzgebie-
te) geeignet sind, von besonderer Bedeutung. Auf-
grund unterschiedlicher Empfindlichkeiten, die aus
den jeweiligen Bodeneigenschaften resultieren, darf
der Boden in seiner Regelungsfunktion nicht über-
beansprucht werden.
Als Ausgleichs- und Speicherkörper im Wasser-
kreislauf soll er insbesondere
für die Grundwasserneubildung in Gebieten mit
Grundwassernutzung (Trinkwasserschutzgebie-
te, Heilquellenschutzgebiete) und
zum Schutz vor Hochwasserschäden in Hoch-
wassergefährdungs- und Hochwasserentste-
hungsgebieten weitgehend erhalten und vor un-
nötiger Versiegelung und vor vermeidbarem
Bodenabtrag bewahrt werden.
Der Boden soll als Faktor des Landschaftscharakters
und -bildes, insbesondere im Bereich landschafts-
prägender Flächen, vor Vernichtung durch Flächen-
inanspruchnahme (Bebauung) geschützt werden.
Flächen mit Böden besonderer Eignung als Standort
für den Nutzpflanzenanbau, d. h. insbesondere Bö-
den mit Ackerzahlen >50 sowie andere Flächen, de-
ren Bodengüte positiv von der Umgebung abweicht,
sollen in ihrer Nutzbarkeit erhalten und vor Vernich-
tung durch Flächeninanspruchnahme für Bebauung
geschützt werden.
Böden können als Naturkörper und/oder land-
schaftsgeschichtliche Urkunde aufgrund ihrer be-
sonderen Eigenart, Empfindlichkeit oder Seltenheit
besonders schutzwürdig sein. Insbesondere fossile
Böden, reliktische Böden und gebietsbezogen selte-
ne oder nur an Einzelstandorten anzutreffende Bo-
denformen sowie Böden, die als Zeugnisse der Na-
tur- und Kulturgeschichte die Bodengenese bzw. die
landschafts- und kulturhistorische Entwicklung in
besonderem Maße widerspiegeln, sind vor schädi-
genden Einflüssen zu bewahren und in ihrer natürli-
chen Form zu erhalten. Entsprechende Flächen sol-
len als besonders schützenswerte Pedotope („Rote-
Liste-Böden“) erfasst werden.
2.2
Bewertungskriterien und -methodik
Zur Bewertung von Böden werden vor allem solche Krite-
rien herangezogen, die die natürlichen Funktionen Lebens-
raum, Regelung und Produktion kennzeichnen. Mit dem
vorliegenden Bodenbewertungsinstrument (LfUG 2004)
besteht die Möglichkeit, die Erfüllung der Bodenfunktionen
zu erfassen, zu bewerten und flächenhaft darzustellen und
somit die künftige Flächeninanspruchnahme für Grundnut-
zungen wie z. B. Siedlung oder Verkehr auf Böden geringe-
rer Schutzwürdigkeit zu lenken. Die Bewertung der natürli-
chen Bodenfunktionen erfolgt dabei mittels einer fünfstufi-
gen Systematik. Weiterhin berücksichtigt das Bewertungs-
instrument die Vorbelastung, die Empfindlichkeit und die
natur- und kulturhistorische Rolle des Bodens sowie beson-
ders seltene oder naturnahe Böden.
Die Bewertungsmethodik erlaubt, Erfüllungsstufen für die
einzelnen Bodenfunktionen abzuleiten und weitere Krite-
rien zu beurteilen. Zur Bewertung der Böden im Plangebiet
werden dazu verschiedene Parameter und Bewertungstabel-
len angeboten, die die jeweilige Bodenfunktion bzw. deren
Teilfunktionen charakterisieren. Je nachdem, in welchem
Maße sie erfüllt werden, lässt sich als Ergebnis jeder be-
werteten Fläche eine bestimmte Erfüllung der natürlichen
Funktionen Lebensraum, Regelung und Produktion zuwei-
sen. Für eine abschließende Gesamtbewertung sind daraus
folgende Aussagen ableitbar:
Die derzeitige Bodennutzung erweist sich anhand
der Bewertungsergebnisse aus bodenschützerischer
Sicht als geeignet oder aber als beeinträchtigend und
somit ungeeignet. Hier ist zu überprüfen, ob eine
Nutzungsänderung oder zumindest -extensivierung
möglich ist.
Vorhaben, die einen Boden zukünftig in einer Weise
beanspruchen, dass die am geringsten bewertete (al-
so die am „schlechtesten erfüllte“) Bodenfunktion
genutzt wird, sollen im Sinne des vorsorgenden Bo-
denschutzes nochmals überprüft werden. Da es Ziel
ist, Böden entsprechend ihres natürlichen Leistungs-
vermögens zu nutzen, ist zu prüfen, ob bei der
Standortwahl andere Flächen in Betracht kommen,
die besser geeignet sind.
Bereits genutzte/überprägte Böden erfüllen ihre
Funktionen oft nur noch eingeschränkt oder gar
nicht mehr. Hier muss der Bodenschutzgedanke in
zweifacher Hinsicht ansetzen: Bereits beeinflusste
Böden sind bei der Standortwahl vorrangig in Be-
tracht zu ziehen, um so noch unbebaute und leis-
tungsfähige Flächen vor Verbrauch zu schützen.
Zum anderen ist es wichtig, die noch vorhandenen
Restfunktionen bereits beeinträchtigter Böden zu er-

12
Grundlagen
halten, so beispielsweise durch Versiegelungsmini-
mierung, standortgerechte Bewirtschaftung oder
Schutz vor Schadstoffeinträgen.
3
Informations- und Datengrundlagen
Voraussetzung für eine Beschreibung und Bewertung von
Böden sind Daten- und Informationsgrundlagen, die eine
Beurteilung der Verbreitung, der Eigenschaften, der Funk-
tionen und der Vorbelastung ermöglichen. Des Weiteren
müssen die Daten flächendeckend und in einem geeigneten
Maßstab vorliegen sowie nach einheitlichen Vorgehenswei-
sen und Regeln ermittelt worden sein.
Bei der Entwicklung des erwähnten Bewertungsverfahrens
wurde besonderes Augenmerk auf die Nutzung bereits
vorhandener Karten- und Datengrundlagen gelegt. Dies
sind z. B. topographische, geologische und bodenkundliche
Karten oder Gelände- und Vegetationskartierungen sowie
die Daten der Bodenschätzung nach dem Gesetz über die
Schätzung des Kulturbodens (Bodenschätzungsgesetz vom
16.10.1934). Neben den Unterlagen zur naturkundlichen
Gliederung und Naturgeschichte spielen in zunehmendem
Maße auch Informationen zur Nutzung und Nutzungseig-
nung sowie Nutzungsgeschichte eine Rolle (Arbeitskreis
Stadtböden, 1989).
Die derzeit umfassendste und nach einheitlichen Maßstäben
erfasste Datengrundlage für eine Bodenbewertung stellt die
Bodenschätzung dar. Mit dem Bodenschätzungsgesetz
wurde die Grundlage dafür geschaffen, die Ertragsfähigkeit
landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzter Böden zah-
lenmäßig zu erfassen. Das Bewertungsinstrument ist unter
anderem für diese großmaßstäbige Datengrundlage entwi-
ckelt worden und bietet entsprechende Bewertungstabellen
für die einzelnen Bodenfunktionen an.
Die wichtigsten Datengrundlagen zur Beschreibung und
Bewertung von Böden sind im Folgenden noch einmal
zusammengestellt:
Punkt- und Flächendaten des Sächsischen Fachin-
formationssystems Boden
Karten der Bodenkundlichen und Geologischen
Landesaufnahme
Bodenschätzung
Topographische Karten
Hydrogeologisches Kartenwerk
Biotoptypen- und Landnutzungskartierung
Karten zur Bodenbelastung (Versiegelungserhebun-
gen, großflächige Stoffbelastungen, Bodenplanungs-
gebiete, Altlastenkataster etc).
Waldfunktionenkartierung

13
Instrumente zur Umsetzung
C
Instrumente zur Umsetzung
von
Bodenschutzanforderungen in
Planungs- und
Genehmigungsverfahren
1
Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung
1.1
Rechtliche Grundlagen
Rechtliche Grundlage: Die naturschutzrechtliche Eingriffs-
regelung beruht rahmenrechtlich auf der Vorschrift des §§
18 – 20 BNatSchG und den diesen Rahmen ausfüllenden
Vorschriften der §§ 8-11 SächsNatSchG.
Anwendungsbereich: Die Rechtsfolgen der naturschutz-
rechtlichen Eingriffsregelung werden ausgelöst, wenn die
Realisierung eines Vorhabens mit einem Eingriff in Natur
und Landschaft verbunden ist. Eingriffe in Natur und Land-
schaft sind in § 8 Abs. 1 SächsNatSchG definiert als „Ver-
änderungen der Gestalt oder der Nutzung von Grundflächen
oder Veränderungen des mit der belebten Bodenschicht in
Verbindung stehenden Grundwasserspiegels, die die Leis-
tungsfähigkeit des Naturhaushalts oder das Landschaftsbild
erheblich oder nachhaltig beeinträchtigen können.“ § 8 Abs.
2 Sächs-NatSchG zählt in Nr. 1-12 Vorhaben auf, die im
Sinne einer Positivliste als widerlegbare Regelvermutung
einen Eingriff darstellen.
Im Bereich der Bauleitplanung findet die naturschutzrecht-
liche Eingriffsregelung in der vorstehend dargestellten
Form grundsätzlich keine Anwendung (§ 21 Abs. 2
BNatSchG). Lediglich die bauplanungsrechtliche Zulässig-
keit von Vorhaben im Außenbereich beurteilt sich nach §§
18 – 20 BNatSchG (§ 21 Abs. 2 S. 2 BNatSchG). Im Übri-
gen kommt eine modifizierte Version der Eingriffsregelung
zur Anwendung (sog. planerische Eingriffsregelung, § 21
Abs. 1 BNatSchG i. V. m. §§ 1 Abs. 6 Nr. 7 a, 1 a Abs. 3
BauGB, vgl. II C 2.).
Rechtsfolgen: Die Rechtsfolgen der naturschutzrechtlichen
Eingriffsregelung stehen zueinander in dem nachfolgend
dargestellten Stufenverhältnis:
1) Vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Land-
schaft sind zu unterlassen.
2) Unvermeidbare Beeinträchtigungen sind durch Maß-
nahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege
vorrangig auszugleichen (Ausgleichsmaßnahmen) oder
in sonstiger Weise zu kompensieren (Ersatzmaßnah-
men).
3) Sind unvermeidbare Beeinträchtigungen weder aus-
gleichbar, noch in sonstiger Weise kompensierbar, so
darf der Eingriff nicht zugelassen oder durchgeführt
werden, wenn die Belange des Naturschutzes und der
Landschaftspflege bei der Abwägung aller Anforde-
rungen an Natur und Landschaft anderen Belangen im
Rang vorgehen.
4) Sind unvermeidbare und weder ausgleichbare, noch
kompensierbare Eingriffe gleichwohl zuzulassen, so ist
für den nicht ausgleichbaren bzw. nicht kompensierba-
ren Teil des Eingriffs eine Ersatzzahlung in Geld zu
leisten (sog. Ausgleichsabgaben).
Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung und Bodenschutz:
Eine Beeinträchtigung der natürlichen Bodenfunktionen
sowie der Archivfunktion von Böden kann auch einen
„Eingriff in Natur und Landschaft“ i. S. d. naturschutzrecht-
lichen Eingriffsregelung darstellen. Schutz, Pflege und
Entwicklung von Natur und Landschaft zielen nach § 1 Nr.
1 BNatSchG auf die dauerhafte Sicherung der Leistungs-
und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts sowie nach § 1
Nr. 2 BNatSchG auf die Regenerationsfähigkeit und nach-
haltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter ab. Der Begriff
„Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts“
umfasst auch die Leistungs- und Funktionsfähigkeit der
natürlichen Bodenfunktionen i.S.v. § 2 Abs. 2 Nr. 1
BBodSchG. Ebenso sind nach § 1 Nr. 4 BNatSchG Natur-
schutz und Landschaftspflege dem Ziel der Sicherung von
Vielfalt, Eigenart und Schönheit der natürlichen Lebens-
grundlagen verpflichtet. Dies umfasst auch die Erhaltung
seltener und landschaftsgeschichtlich bedeutsamer Böden
(Archiv- und Dokumentationsfunktion i.S.v. § 2 Abs. 2 Nr.
2 BBodSchG).
Vermeidbarkeit des Eingriffs: Vermeidbare Eingriffe sind
zu unterlassen. Vermeidbar ist ein Eingriff nicht deshalb,
weil er genauso gut auch unterbleiben könnte. Denn das
Gebot der Vermeidbarkeit bezieht sich nicht auf den Ein-
griff als solchen, sondern lediglich auf die Folgen eines im
Übrigen zulässigen Eingriffs. Ob ein Vorhaben, welches zu
einem Eingriff führt, als solches zulässig ist, beurteilt sich
allein nach den jeweiligen fachgesetzlichen Vorschriften.
Ein hiernach zulässiges Vorhaben gilt i. S. d. Eingriffsrege-
lung als „unvermeidbar“. Die Wahl des Standortes kann nur
geprüft werden, wenn im Fachrecht eine Standortalternati-
venprüfung eröffnet ist. Bei gebundenen Entscheidungen ist
die Prüfung von Standortalternativen regelmäßig nicht
möglich. Das Vermeidungsgebot beinhaltet dort vielmehr
lediglich die Pflicht, am konkreten Standort vermeidbare
Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlas-
sen bzw. die Eingriffsfolgen zu minimieren. Nach der durch
die BNatSchG-Novelle 2002 geschaffenen Rechtslage ist
die vollständige Untersagung eines Eingriffs aus natur-
schutzrechtlichen Gründen wohl nur noch eine theoretische
Möglichkeit, da sie nach § 19 Abs. 3 S. 1 BNatSchG nicht
nur voraussetzt, dass der Eingriff nicht ausgleichbar ist,
vielmehr darf er auch nicht in sonstiger Weise, d.h. durch
Ersatzmaßnahmen, kompensierbar sein. Da Kompensati-
onsmaßnahmen keine räumliche Nähe zum Ort des Ein-
griffs voraussetzen, ist eine Situation, in der ein Eingriff
nicht nur nicht ausgleichbar, sondern auch nicht in sonstiger
Weise kompensierbar ist, kaum denkbar. Das dem Ver-
meidbarkeitsgebot zugrunde liegende Vorsorgeprinzip
sollte beim Vollzug der Eingriffsregelung stärkere Beach-
tung finden.
Ausgleich und Ersatz: Die nicht vermeidbaren Beeinträch-
tigungen sind nach § 19 Abs. 2 S. 1 BNatSchG vorrangig
auszugleichen (Ausgleichsmaßnahmen) oder in sonstiger

14
Instrumente zur Umsetzung
Weise zu kompensieren (Ersatzmaßnahmen). Ausgeglichen
ist eine Beeinträchtigung, wenn und sobald die beeinträch-
tigten Funktionen des Naturhaushalts wieder hergestellt
sind und das Landschaftsbild landschaftsgerecht wiederher-
gestellt oder neu gestaltet ist. In sonstiger Weise kompen-
siert ist eine Beeinträchtigung, wenn und sobald die beein-
trächtigten Funktionen des Naturhaushaltes in gleichwerti-
ger Weise ersetzt sind oder das Landschaftsbild land-
schaftsgerecht neu gestaltet ist. Erst wenn der Eingriff
weder ausgleichbar noch in sonstiger Weise kompensierbar
ist und die Belange des Naturschutzes und der Landschafts-
pflege bei Abwägung aller Anforderungen an Natur und
Landschaft anderen Belangen im Range vorgehen, sieht §
19 Abs. 3 BNatSchG ein Verbot des Eingriffs vor. Ergibt
die Abwägung dagegen, dass der Eingriff vorrangig ist, so
ist der nicht natural ausgleich- oder kompensierbare Teil
der Eingriffsfolgen durch eine Ausgleichsabgabe zu kom-
pensieren. Näheres hierzu regelt die sächsische Natur-
schutz-Ausgleichsverordnung (NatSchAVO).
Nach § 9 a SächsNatSchG können Maßnahmen des Natur-
schutzes und der Landschaftspflege (so beispielsweise auch
Maßnahmen, die sich positiv auf Bodenfunktionen auswir-
ken, wie Entsiegelungen), die ohne rechtliche Verpflich-
tung durchgeführt werden und die zu einer dauerhaften
Verbesserung des des Zustandes von Natur und Landschaft
führen als Kompensationsmaßnahmen anerkannt werden,
wenn sie zeitlich vor dem Eingriff liegen (Ökokonto).
Zuständigkeit und Verfahren: Die Eingriffsregelung wird
im Regelfall nicht in einem eigenständigen Verfahren um-
gesetzt, sondern findet im Rahmen des jeweiligen Pla-
nungs- und Genehmigungsverfahrens Anwendung, welches
der Zulassung des Eingriffs dient (z. B. Planfeststellungs-
verfahren). Zuständig für die Anwendung der Eingriffsrege-
lung ist deshalb die jeweilige Zulassungsbehörde (z. B.
Planfeststellungsbehörde). Diese hat jedoch die Natur-
schutzbehörde nach Maßgabe des § 10 SächsNatSchG zu
beteiligen. Die Entscheidung über Ausgleichs- und Ersatz-
maßnahmen bei Unvermeidbarkeit des Eingriffs kann als
Nebenbestimmung (z. B. Auflage) zu der Zulassungsent-
scheidung ergehen. Möglich ist auch der Abschluss eines
entsprechenden öffentlich-rechtlichen Vertrages.
Der Träger des Vorhabens, welches den Eingriff verursacht,
hat der zuständigen Behörde zur Vorbereitung der Ent-
scheidung geeignete Pläne und Beschreibungen vorzulegen,
anhand derer sich die Behörde ein detailliertes Bild über
den Eingriff sowie über die erforderlichen Ausgleichs- und
Ersatzmaßnahmen machen kann. Bei Eingriffen, die auf
Grund eines nach öffentlichem Recht vorgesehenen Fach-
planes (z. B. Planfeststellungsbeschlüsse, bergrechtliche
Rahmenbetriebspläne) vorgenommen werden sollen, hat
der Planungsträger die erforderlichen Ausgleichs- bzw.
Ersatzmaßnahmen im Fachplan oder in einem landschafts-
pflegerischen Begleitplan textlich oder durch geeignetes
Kartenmaterial darzustellen.
Ist im Einzelfall kein gesondertes Fachgenehmigungsver-
fahren zur Verwirklichung des Vorhabens vorgesehen, so
entscheidet nach § 10 Abs. 1a oder Abs. 6 SächsNatSchG
die Naturschutzbehörde selbst über die Zulässigkeit des
Eingriffs. Ebenso ist für den Abbau von Bodenbestandtei-
len im Außenbereich eine naturschutzrechtliche Genehmi-
gung erforderlich (§ 12 SächsNatSchG).
1.2
Fachliche Grundlagen
Grundsätzlich sollte der Landschaftsplan als ökologische
Planungsgrundlage zur Umsetzung der naturschutzrechtli-
chen Eingriffsregelung herangezogen werden. Auf der
Basis seiner Aussagen kann eine Bewertung von Eingriffen
sowie dazu erforderlicher Ausgleichs- bzw. Ersatzmaß-
nahmen erfolgen. Landschaftspflegerische Begleitplanun-
gen sind besondere und durch spezielle Einzelbauvorhaben
initiierte gutachterliche Fachplanungen. Der landschafts-
pflegerische Begleitplan besteht aus einem Bericht und aus
mehreren Karten, die den Standort der geplanten Maßnah-
men lokalisieren. Weiterhin enthält der landschaftspflegeri-
sche Begleitplan i.d.R. Bestands- und Konfliktpläne sowie
Lagepläne der landespflegerischen Maßnahmen. Der Be-
richt beinhaltet Aussagen zur Ausgangslage, zu den vom
Projekt verursachten Eingriffen sowie zu vorgesehenen
Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung bzw. Gestal-
tung der Landschaft. Je konkreter die Informationen bereits
im Landschaftsplan zu den von der Planung betroffenen
Böden sind, desto gezielter kann der landschaftspflegeri-
sche Begleitplan speziell für den Boden erforderliche Aus-
gleichs- oder Ersatzmaßnahmen formulieren. Den Haupt-
eingriff stellt für den Boden in der Regel der Flächen-
verbrauch dar. Dieser ist zumeist mit Versiegelungen, Ver-
änderungen der Bodenbeschaffenheit etc. als unmittelbare
Folgen verbunden. Gelingt es, den vorhandenen Zustand
beispielsweise mittels eines Bewertungsverfahrens zu be-
schreiben (vgl. fachlicher Teil II B), lassen sich daraufhin
im landschaftspflegerischen Begleitplan unter Zugrundele-
gung dieser Ergebnisse Ausgleichs-, Ersatz- und andere
Maßnahmen ableiten. Sind die Belange des Bodens in ei-
nem Landschaftsplan bereits ausreichend erfasst und darge-
stellt – hierzu sei auf das spätere Kapitel II C 5. verwiesen -
, sollte auf diese Ergebnisse zurückgegriffen werden. Die
Präzisierung im landschaftspflegerischen Begleitplan hin-
sichtlich des konkreten Vorhabens, seiner Auswirkungen
auf den Boden und eines Ausgleiches oder Ersatzes kann
folglich auf die Bewertungsergebnisse aus der Landschafts-
planung aufbauen sowie diese zur Formulierung einer
„Eingriffs-Ausgleichs-Bilanz“ für den Boden nutzen.
Für das Schutzgut Boden ergeben sich folgende Anforde-
rungen bei der Aufstellung von landschaftspflegerischen
Begleitplänen:
Zustandserfassung: Eine Bewertung eines geplanten Ein-
griffs in Natur und Landschaft sowie entsprechende Maß-
nahmen zu dessen Ausgleich sind nur auf der Grundlage
fundierter Kenntnisse zu den im Plangebiet vorhandenen
Böden und deren Zustand möglich. Zu erfassen sind:
Bodenart und -typ sowie Profilmächtigkeit, Bodenreaktion
und
Sorptionsfähigkeit,

15
Instrumente zur Umsetzung
Nutzungsart und -intensität,
Versiegelungsgrad,
stoffliche Belastungen,
Entwicklungsprognose ohne das geplante Projekt.
Zustandsbewertung: Eine Status-quo-Bodenbewertung
erfolgt hinsichtlich der
Funktionen und Eigenschaften der vorhandenen Bö-
den,
aktuellen Risiken und Gefährdungen.
Die sich anschließende Prognose-Bodenbewertung zeigt die
zu erwartende Entwicklung durch die vorhandene Nutzung
ohne das geplante Projekt. Die Möglichkeiten einer stand-
ort- und funktionsgerechten Bodennutzung sind auf der
Grundlage der Bewertungsergebnisse zu entwickeln und
aufzuzeigen. Eine besondere Beachtung verdient dabei die
gezielte Lenkung der Bodeninanspruchnahme.
Darstellung und Bewertung des geplanten Eingriffs (Kon-
fliktanalyse): Eine Beschreibung der vom geplanten Vorha-
ben ausgehenden Umweltauswirkungen ist als Grundlage
eines Bewertungsvergleichs der für den Boden ausgehen-
den Risiken und Entwicklungen ohne bzw. bei Realisierung
des Vorhabens heranzuziehen. Die zu erwartende Belastung
ist neben möglichen projektspezifischen Auswirkungen auf
den Boden insbesondere in Bezug auf
künftige Nutzungsänderungen,
den künftigen Versiegelungsgrad,
stoffliche und nichtstoffliche Bodenveränderungen,
Veränderungen des Bodenwasserregimes,
eine Zerschneidung von Standorten mit hoher Be-
deutung für den
Naturhaushalt,
den Verlust von Böden mit besonderen Standortei-
genschaften
zu prüfen.
Eine Bewertung des geplanten Eingriffs und seiner Auswir-
kungen auf den Boden ist auf der Grundlage der Zustands-
bewertung vorzunehmen. Dabei kann eine „Vorher-
Nachher-Bilanz“ für die betroffenen Bodenflächen entwi-
ckelt werden, die wiederum einen geeigneten Ansatzpunkt
für die Bestimmung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnah-
men darstellt. Geeignet hierfür sind Bewertungsverfahren
(vgl. fachlicher Teil II B), die quantitative Aussagen zum
Boden liefern.
Möglichkeiten des Ausgleichs und Ersatzes von nicht ver-
meidbaren, erheblichen Beeinträchtigungen der natürlichen
Bodenfunktionen:
Nutzung des Entsiegelungspotenzials im Eingriffs-
gebiet und gegebenenfalls darüber hinaus,
Aufwertung noch vorhandener Bodenfunktionen
durch Minderung von Beeinträchtigungen (Erosi-
onsschutz, Förderung der biologischen Aktivität,
Verbesserung der Bodenstruktur, Minimierung von
Bodenverdichtungen),
grundlegende Maßnahmen zur Entwicklung des be-
einträchtigten Bodens, z. B. Lockerung, Begrünung,
Humusanreicherung, Verringerung des Schadstoff-
eintrages,
bei Entwässerung: Wiedervernässung, bei Vernäs-
sung: Entwässerung.
2
Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung
in der Bauleitplanung (planerische Ein-
griffsregelung)
2.1
Rechtliche Grundlagen
Rechtsgrundlage: Die planerische Eingriffsregelung beruht
auf den Vorschriften der §§ 21 BNatSchG i.V.m. § 1 Abs. 6
Nr. 7 a, 1 a Abs. 3 BauGB.
Anwendungsbereich der planerischen Eingriffsregelung:
Anders als die vorhabensbezogene Eingriffsregelung nach
§§ 18 – 20 BNatSchG findet die planerische Eingriffsrege-
lung in der Bauleitplanung bereits Anwendung, soweit „auf
Grund der Aufstellung, Änderung, Ergänzung oder Aufhe-
bung von Bauleitplänen oder von Satzungen nach § 34 Abs.
4 S. 1 Nr. 3 BauGB Eingriffe in Natur und Landschaft zu
erwarten“ sind. Da die Eingriffsregelung somit bereits auf
der Ebene der Planung abgearbeitet wird, wird sie bei ein-
zelnen Vorhaben, die auf Grund derartiger Pläne und Sat-
zungen zugelassen werden, nicht erneut angewendet.
Rechtsfolgen: Die planerische Eingriffsregelung beinhaltet
folgenden Regelungsmechanismus:
1) Vermeidbare Beeinträchtigungen sind zu unterlas-
sen.
2) Unvermeidbare Beeinträchtigungen sind aus-
zugleichen.
Die naturschutzrechtliche Abwägung des § 19 Abs. 3
BNatSchG findet in der Bauleitplanung keine Anwendung.
Zwischen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wird nicht
differenziert. Vielmehr umfasst der Ausgleichsbegriff des §
1 a Abs. 3 BauGB auch die Ersatzmaßnahmen i. S. d.
SächsNatSchG (§ 200 a BauGB).

16
Instrumente zur Umsetzung
Entscheidung nach den Vorschriften des BauGB: Die vor-
mals ausschließlich in § 8 a BNatSchG geregelte Umset-
zung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung in der
Bauleitplanung ist bereits durch das BauROG jedenfalls
teilweise ins BauGB übertragen worden. Die unmittelbar
geltende Vorschrift des § 8 a BNatSchG bestimmte zwar
weiterhin, dass die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung
des § 8 BNatSchG auch in der Bauleitplanung anzuwenden
ist, allerdings in modifizierter Form: Über Vermeidung,
Ausgleich und Ersatz ist nach den Vorschriften des BauGB
zu entscheiden. Diese Rechtslage wurde von der
BNatSchG-Novelle 2002 aufrechterhalten. Auch nach dem
neuen § 21 Abs. 1 BNatSchG ist bei zu erwartenden Ein-
griffen durch Bauleitpläne die Bewältigung der Eingriffs-
folgen nach den Vorschriften des BauGB vorzunehmen.
Vorschriften des BauGB in diesem Sinne sind: § 1 Abs. 6
Nr. 7 a, § 1 a Abs. 3 § 5 Abs. 2 a, § 9 Abs. 1 a, § 11 Abs. 1,
§ 135 a-c, § 200 a sowie BauGB.
Eingriffsregelung und bauleitplanerische Abwägung: Her-
vorzuheben ist, dass die Anwendung der Eingriffsregelung
in der Bauleitplanung hinsichtlich ihrer Rechtsfolgen dem
bauleitplanerischen Abwägungsgebot (vgl. § 1 Abs. 7
BauGB) unterliegt. Den Belangen von Natur und Land-
schaft, und damit auch dem Schutz des Bodens, kommt in
der bauleitplanerischen Abwägung nicht von vornherein ein
(abstrakter) Vorrang zu. Die planerische Eingriffsregelung
hat in der Abwägung nicht die Funktion eines Optimie-
rungsgebotes. Ein konkreter Vorrang, d. h. ein Vorrang in
der konkreten Planungssituation, ist jedoch möglich. Die
Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege wie-
gen dabei umso schwerer, wenn Vermeidungs- und Kom-
pensationsmaßnahmen unterbleiben (BVerwG NUR 1997,
543/545). Ob dies der Fall ist, hat die Gemeinde sorgfältig
zu prüfen.
Planerische Eingriffsregelung und Bodenschutz: Für die
planerische Eingriffsregelung wurde keine neue Begriffsbe-
stimmung des „Eingriffs in Natur und Landschaft“ geschaf-
fen. Es gilt vielmehr die Definition in § 18 Abs. 1
BNatSchG (vgl. Teil II C 1.). Ein aufgrund der Bauleitpla-
nung zu erwartender Eingriff in das Schutzgut Boden bzw.
in die Leistungsfähigkeit der natürlichen Bodenfunktionen
(§ 2 Abs. 2 Nr. 1 BBodSchG) löst demnach die Rechtsfol-
gen der planerischen Eingriffsregelung aus.
Vermeidbarkeit des Eingriffs: Der Begriff der Vermeidbar-
keit wird bei § 19 Abs. 1,2 BNatSchG definiert. Die Ent-
scheidung über die Vermeidbarkeit erfolgt jedoch nach den
Vorschriften des BauGB.
Ausgleich: Der Begriff „Ausgleich“ i. S. d. planerischen
Eingriffsregelung unterscheidet sich von Ausgleichsbegriff
der vorhabensbezogenen Eingriffsregelung dadurch, dass er
sowohl Ausgleichs- als auch Ersatzmaßnahmen umfasst (§
200 a BauGB). Über den Ausgleich wird ebenfalls nach den
Vorschriften des BauGB entschieden. Durch die Vorschrift
des § 1 a Abs. 3 BauGB ist die enge räumliche Verknüp-
fung zwischen Eingriff und Ausgleich für die planerische
Eingriffsregelung aufgehoben. Anders als bei § 19
BNatSchG muss ein Ausgleich nun nicht mehr in räumli-
chem Zusammenhang zum Ort des Eingriffs stehen, son-
dern kann auch „an anderer Stelle“ erfolgen. Hervorzuhe-
ben ist außerdem die Vorschrift des § 135 a Abs. 2 BauGB:
Danach können die Maßnahmen zum Ausgleich bereits vor
den Baumaßnahmen und der Zuordnung durchgeführt wer-
den (sog. „Öko-Konto“).
Zuständigkeit und Verfahren: Zuständig ist die Gemeinde,
die die Bauleitplanung durchführt. Die Prüfung der Ein-
griffsregelung erfolgt im Rahmen des Bauleitplanverfah-
rens.
2.2
Fachliche Grundlagen
Die planerische Eingriffsregelung bezieht sich im Vergleich
zur vorhabensbezogenen nicht auf spezielle Vorhaben,
sondern auf den gesamten Prozess der Bauleitplanung und
somit auch i. d. R. auf Plangebiete größeren räumlichen
Ausmaßes. Durch eine künftige Bebauung zu erwartende
Eingriffe lassen sich somit nur abschätzen. Insbesondere in
der vorbereitenden Bauleitplanung (Flächennutzungspla-
nung) wird über die künftige Bodennutzung entschieden.
Im Falle später erforderlicher Ausgleichsflächen ist es sinn-
voll, diese bereits im Flächennutzungsplan auszuweisen,
um bei Bedarf eines notwendigen Ausgleichs Flächen zur
Verfügung stellen zu können.
Zur Herausarbeitung von Ausgleichsflächen und generell in
der Flächennutzungsplanung sollte das bereits erwähnte
Bewertungsinstrument Anwendung finden, da es über die
Beschreibung von Böden mittels ihrer natürlichen Funktio-
nen Aussagen zur möglichen Nutzbarkeit und Nutzungs-
eignung liefert. So lassen sich aus den Bewertungsergebnis-
sen auch Aussagen zu beispielsweise Sonder- oder Ent-
wicklungsstandorten ableiten, die vorrangig Ausgleichsflä-
chen vorzusehen sind.
Ebenso wie bei der vorhabensbezogenen Eingriffsregelung
sollte der Landschaftsplan zur Umsetzung der planerischen
Eingriffsregelung hinzugezogen werden. Auf seiner Grund-
lage sind eine Abschätzung von Eingriffen und die Festle-
gung geeigneter Ausgleichsflächen möglich, die sich wie-
derum in den Flächennutzungsplan integrieren lassen. Auch
hier gilt, dass je konkreter die Informationen bereits im
Landschaftsplan zu den von der Planung betroffenen Böden
vorliegen, die Formulierung von erforderlichen Ausgleichs-
oder Ersatzmaßnahmen umso besser möglich ist. Auf das
Kapitel II C 5. zum Landschaftsplan wird an dieser Stelle
verwiesen.
3
Umweltverträglichkeitsprüfung / Um-
weltprüfung
3.1
Rechtliche Grundlagen
Rechtsgrundlage: Die Durchführung der Umweltverträg-
lichkeitsprüfung hat ihre Grundlagen im „Gesetz über die
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG)“. Hinweise zur
Umsetzung enthält die „Allgemeine Verwaltungsvorschrift
zur Ausführung des Gesetzes über die Umweltverträglich-
keitsprüfung (UVP-VwV)“. Bedarf ein Vorhaben nach §
57c BBergG einer Umweltverträglichkeitsprüfung, so ist

17
Instrumente zur Umsetzung
nach § 52 Abs. 2a BBergG ist ein bergrechtliches Planfest-
stellungsverfahren nach Maßgabe der §§ 57 a und 57 b
BBergG durchzuführen.
Prüfungsinhalt: Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)
beinhaltet die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der
Auswirkungen eines Vorhabens auf die Umwelt. Ziel ist
eine gründliche und vollständige Aufbereitung der ökologi-
schen Konsequenzen eines Vorhabens. Die UVP wird im
Rahmen solcher Planungs- und Genehmigungsverfahren
durchgeführt, welche auf die Zulassung von Vorhaben
gerichtet sind. Bei der Entscheidung über die Zulässigkeit
solcher Vorhaben ist die UVP als ökologische Entschei-
dungsgrundlage so früh wie möglich zu berücksichtigen.
Das UVPG beinhaltet jedoch keine materiellen Anforde-
rungen an den Umweltschutz; ebenso wenig dient die UVP
dazu, solche Anforderungen aufzustellen. Vielmehr ergeben
sich die materiellen Umweltschutzanforderungen aus den
fachgesetzlichen Bestimmungen für das jeweilige Pla-
nungs- bzw. Genehmigungsverfahren.
Anwendungsbereich: Für welche Vorhaben eine UVP
durchzuführen ist, ergibt sich aus der Anlage 1 zu § 3
UVPG. Für welche Pläne und Programme dagegen eine
strategische Umweltprüfung durchzuführen ist, ergibt sich
aus der Anlage 3 zu § 3 UVPG.
UVP und Bodenschutz: Nach § 2 Abs. 1 UVPG sind im
Rahmen der UVP u. a. auch die Auswirkungen des Vorha-
bens auf den Boden zu ermitteln, zu beschreiben und zu
bewerten.
Zuständigkeit und Verfahren: Die UVP ist unselbständiger
Teil verwaltungsbehördlicher Verfahren, die der Entschei-
dungsfindung über die Zulässigkeit von Vorhaben dienen.
Zuständig für die Durchführung der UVP ist deshalb die
Behörde, die auch für das jeweilige Planungs- und Geneh-
migungsverfahren zuständig ist. Sind für ein Vorhaben,
welches nach der Anlage 1 zu § 3 UVPG einer UVP bedarf,
mehrere Planungs- bzw. Genehmigungsverfahren durchzu-
führen (z. B. wenn für das Vorhaben sowohl eine immissi-
onsschutzrechtliche Genehmigung nach § 6 BImSchG als
auch eine wasserrechtliche Erlaubnis nach § 7 WHG erfor-
derlich sind), so ist für jedes Verfahren eine Teilprüfung
durchzuführen. Diese Prüfungen sind unselbständige Teile
der UVP und fließen in die Gesamtbewertung aller Um-
weltauswirkungen im Rahmen der UVP ein (§ 2 Abs. 1 S. 4
UVPG).
Das Verfahren der UVP beinhaltet im Wesentlichen fünf
Verfahrensschritte:
1) Unterrichtung über die voraussichtlich beizubringenden
Unterlagen über die Umweltauswirkungen des Vorha-
bens, Besprechung von Inhalt und Umfang der Unter-
lagen sowie von Gegenstand, Umfang und Methoden
der Umweltverträglichkeitsprüfung zwischen Vorha-
benträger und Behörde (§ 5 UVPG),
2) Einreichung der entscheidungserheblichen Unterlagen
über die Umweltauswirkungen des Vorhabens bei der
zuständigen Behörde (§ 6 UVPG),
3) Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung (§§ 7, 9 b
UVPG),
4) Zusammenfassende Darstellung der Umweltauswir-
kungen des Vorhabens sowie der Maßnahmen, mit de-
nen erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen ver-
mieden, vermindert oder ausgeglichen werden (§ 11
UVPG),
5) Bewertung der Umweltauswirkungen des Vorhabens
auf der Grundlage der zusammenfassenden Darstellung
nach § 11 und Berücksichtigung dieser Bewertung bei
der Entscheidung über die Zulässigkeit des Vorhabens
(§ 12 UVPG).
Die nach § 6 Abs. 1 UVPG vom Träger des Vorhabens bei
der zuständigen Behörde einzureichenden Unterlagen müs-
sen gem. § 6 Abs. 3 UVPG mindestens folgende Angaben
enthalten:
1) Beschreibung des Vorhabens mit Angaben über Stand-
ort, Art und Umfang sowie Bedarf an Grund und Bo-
den,
2) Beschreibung der Maßnahmen, mit denen erhebliche
nachteilige Umweltauswirkungen des Vorhabens ver-
mieden, vermindert oder, soweit möglich, ausgeglichen
werden, sowie der Ersatzmaßnahmen bei nichtaus-
gleichbaren, aber vorrangigen Eingriffen in Natur und
Landschaft,
3) Beschreibung der zu erwartenden erheblichen nachtei-
ligen Umweltauswirkungen des Vorhabens unter Be-
rücksichtigung des allgemeinen Kenntnisstandes und
der allgemein anerkannten Prüfungsmethoden,
4) Beschreibung der Umwelt und ihrer Bestandteile im
Einwirkungsbereich des Vorhabens unter Berücksichti-
gung des allgemeinen Kenntnisstandes und der allge-
mein anerkannten Prüfungsmethoden sowie Angaben
zur Bevölkerung in diesem Bereich, soweit die Be-
schreibung und die Angaben zur Feststellung und Be-
wertung erheblicher nachteiliger Umweltauswirkungen
des Vorhabens erforderlich sind und ihre Beibringung
für den Träger des Vorhabens zumutbar ist,
5) Übersicht über die wichtigsten, vom Träger des Vorha-
bens geprüften anderweitigen Lösungsmöglichkeiten
und Angabe der wesentlichen Auswahlgründe im Hin-
blick auf die Umweltauswirkungen des Vorhabens.
Darüber hinaus ist nach § 6 Abs. 3 UVPG eine allgemein
verständliche, nicht technische Zusammenfassung der An-
gaben nach S. 1 beizufügen. Diese Zusammenfassung muss
Dritten die Beurteilung ermöglichen, ob und in welchem
Umfang sie von den Umweltauswirkungen des Vorhabens
betroffen werden können.

18
Instrumente zur Umsetzung
Bewertung der Umweltauswirkungen: Die Bewertung der
Umweltauswirkungen hat nach § 12 UVPG im Hinblick auf
eine wirksame Umweltvorsorge und nach Maßgabe der
geltenden Gesetze zu erfolgen. Die Bewertung beinhaltet
damit sowohl einen fachlichen wie auch einen rechtlichen
Ansatz.
Berücksichtigung des Ergebnisses der UVP bei der Ent-
scheidung: Das Ergebnis der UVP ist lediglich zu berück-
sichtigen. Es hat für die Behörde keinen zwingenden Cha-
rakter. Insbesondere nimmt das Ergebnis der UVP nicht die
Entscheidung der Behörde über die Zulässigkeit des Vorha-
bens vorweg.
Darüber hinaus ist durch das Gesetz zur Anpassung des
BauGB an EU-Richtlinien (EAG Bau) einerseits sowie
durch das Gesetz zur Einführung einer strategischen Um-
weltprüfung und zur Umsetzung der Richtlinie 2001/42/EG
(SUPG) eine plan- bzw. programmbezogene „Umweltver-
träglichkeitsprüfung“ eingeführt worden. Im Bereich der
Bauleitplanung wird gem. § 2 Abs. 4 BauGB der Begriff
Umweltprüfung verwendet. Im SUPG ist insoweit von der
strategischen Umweltprüfung die Rede. Letztere finden sich
nunmehr in Teil 3 des UVPG.
3.2
Fachliche Grundlagen
Im Rahmen einer UVP sind die standort-/anlage-, bau- und
betriebsbedingten Auswirkungen eines geplanten Vorha-
bens auf den Boden zu ermitteln, zu beschreiben und zu
bewerten.
Hierzu ist ein Vergleich des Bodenzustandes in seinen
voraussichtlichen Änderungen ohne das Vorhaben („Null-
Variante“) und eine Prognose der vorhabenbedingten Bo-
denzustandsveränderungen während und nach seiner Reali-
sierung erforderlich. Der schutzgutspezifische Untersu-
chungsrahmen ist dabei so auszulegen, dass voraussichtli-
che Einflüsse der vom Vorhaben ausgehenden Wirkungen
auf den Boden bewertet werden können. Da nur stoffbezo-
gene Orientierungswerte (UVPVwV) zur Bewertung des
Bodens im Rahmen der UVP beschrieben sind, aber hin-
sichtlich der Gefährdung des Bodens durch Flächen-
verbrauch und Funktionsverlust konkrete Standards und
Maßstäbe fehlen, werden die nachfolgenden Anforderungen
zur Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der Vorha-
bensauswirkungen auf den Boden formuliert:
I) Ermittlung und Beschreibung der Vorhabenauswir-
kungen auf den Boden:
1) physikalische, biologische und chemische Eigen-
schaften des Bodens,
2)
ggf. vorhandene Vorbelastung des Bodens, insbe-
sondere auch Altlasten,
3)
standort-, bau- und betriebsbedingte Wirkungen.
II) Bewertung und zusammenfassende Darstellung der
Vorhabenauswirkungen auf den Boden:
1) Bewertung des aktuellen Zustandes der natürli-
chen Bodenfunktionen mit Beurteilung der Emp-
findlichkeit gegenüber dem geplanten Vorhaben,
2) Dokumentation möglicher Vorkehrungen zur Mi-
nimierung der Bodenbelastungen auf das dem
Vorhaben angemessene Ausmaß,
3) Erarbeitung von Vorschlägen für Ausgleichs-
bzw. Ersatzmaßnahmen für nicht vermeidbare,
erhebliche Beeinträchtigungen,
4) Abschätzung des Zustandes der Bodenfunktionen
im Ergebnis der zu erwartenden Einwirkungen
und unter Berücksichtigung der o. g. Vorkehrun-
gen.
Mögliche Vorgehensweise:
zu I)
zu 1) Erfassung von Bodenmustern (Bodentypen und
-arten in ihrer räumlichen Verteilung, Aus-
gangsgestein), Horizontmächtigkeiten, Grund-
wassereinfluss, nutzbarer Feldkapazität im Wur-
zelraum, Wasserdurchlässigkeit, des Bodenwer-
tes (Bodenschätzung u. ä.), bisheriger Nut-
zungsart.
zu 2) Recherche nach bereits erfassten chemischen
(z.B. geogene Grundbelastung, anthropogener
Schadstoffeintrag, Altlastensituation) und phy-
sikalischen Vorbelastungen (z. B. Versiegelung,
Erosion, Verdichtung, großflächiger Bodenab-
bzw. -auftrag)
zu 3) Feststellung der Flächeninanspruchnahme durch
das Vorhaben einschließlich Baustelleneinrich-
tungen, Nebenanlagen etc. Darstellung der me-
chanischen Beanspruchung des Bodens durch
die Bauarbeiten, Prognose der technologisch be-
dingten Immissionen im Regelbetrieb aus Anla-
genteilen und Betriebsflächen, Voraussagen zu
Schadstoffimmissionen durch die Unterhaltung
und Sicherung des Vorhabens (Farben, Reini-
gungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Streugut),
Untersuchung der Bodenverunreinigungen
durch Transportprozesse infolge des Vorhabens.
zu II)
zu 1) Zuordnung und Wichtung der den aktuellen Zu-
stand der natürlichen Bodenfunktionen be-
schreibenden Standorteigenschaften für die Be-
wertung der Funktionsfähigkeit des Bodens und
seiner Empfindlichkeit gegenüber physikali-

19
Instrumente zur Umsetzung
schen und chemischen Beeinträchtigungen in-
folge des geplanten Vorhabens.
zu 2) Minimierung der Flächeninanspruchnahme
durch Nebenanlagen, Beschränkung der Ar-
beitsstreifen/-flächen auf das technologisch un-
bedingt notwendige Maß, Konzept zum sinnvol-
len Einsatz des Bodenmaterials, bezogen auf das
Gesamtvorhaben und getrennt nach humushalti-
gem Oberboden, kulturfähigem und anderem
Unterboden, einschließlich Erstellung einer ü-
berschlägigen Massenbilanz mit Vorschlägen
zum Ausgleich der Fehlbilanz, Zwischenlage-
rung von Bodenmaterial möglichst nur auf be-
reits massiv anthropogen veränderten Flächen,
Empfehlungen zur Wiedernutzbarmachung be-
anspruchter Flächen in dem nach den Umstän-
den gebotenen Maß durch Rekultivierung oder
Renaturierung unter Berücksichtigung der ge-
planten Nachnutzung, bodenschonende Anlage
bzw. Rückbau nicht mehr benötigter Baustellen-
einrichtungen, Verwendung von Arbeitsmaschi-
nen mit geringer Verdichtungswirkung, zeitliche
und räumliche Konzentration der Baumaßnah-
men.
zu 3) Ausnutzung des gegebenenfalls vorhandenen
Entsiegelungspotenzials auf Flächen für Aus-
gleichs- und Ersatzmaßnahmen, Verbesserung
noch vorhandener Bodenfunktionen durch
Rücknahme von Beeinträchtigungen (z. B. Ero-
sionsschutz, Förderung der biologischen Aktivi-
tät, Verbesserung der Bodenstruktur, Minimie-
rung von Bodenverdichtungen).
zu 4) Prognose des Funktionsverlustes und Gegen-
überstellung/Vergleich mit der Ausgangssituati-
on. Als Hilfsmittel zur Bewertung kann das be-
reits erwähnte Planungsinstrument (vgl. Fußnote
1 und den fachlichen Teil II B) herangezogen
werden. Vor allem in der Bewertungsphase mit
anschließender Prognose der Vorhabensauswir-
kungen erweisen sich die vorgegebenen Bewer-
tungskriterien als geeignet. Des Weiteren kann
der Funktionsverlust in einem „Vorher-
Nachher“-Vergleich bilanziert werden.
4
Landschaftsrahmenplan
4.1
Rechtliche Grundlagen
Rechtsgrundlage: Die Landschaftsrahmenplanung beruht
auf den Vorschriften des §§ 13 bis 15 BNatSchG i.V.m. §§
4 u. 5 SächsNatSchG.
Aufgaben und Zielsetzung: Landschaftsplanung hat nach §
13 BNatSchG generell die Aufgabe, die Erfordernisse und
Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege
für den jeweiligen Planungsraum darzustellen und zu be-
gründen. Sie dient der Verwirklichung der Ziele und
Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege
auch in den Planungen und Verwaltungsverfahren, deren
Entscheidungen sich auf Natur und Landschaft im Pla-
nungsraum auswirken können. Hierzu sind nach § 4 Abs. 1
S. 2 Nr. 1 bis 3 Sächs-NatSchG
der vorhandene und der zu erwartende Zustand von
Natur und Landschaft zu analysieren und unter Be-
achtung der Ziele und Grundsätze nach § 1 zu be-
werten (Nr. 1),
Leitbilder für Naturräume und Landschaftseinheiten
zu entwickeln (Nr. 2) und
auf dieser Grundlage die für den Planungsraum kon-
kretisierten Ziele und die zu ihrer Umsetzung not-
wendigen Erfordernisse und Maßnahmen als ge-
samträumliche Entwicklungskonzeption zu erarbei-
ten.
Nach § 4 Abs. 2 SächsNatSchG ist die Landschaftsplanung
eine wesentliche Grundlage für den Schutz, die Pflege und
die Entwicklung von Natur und Landschaft. Sie ist als
Maßstab für die Beurteilung der Umweltverträglichkeit von
Planungen und Maßnahmen heranzuziehen.
Aufstellung: Der Landschaftsrahmenplan wird in Sachsen
für das Gebiet jeder Planungsregion nach § 9 des
SächsLPlG aufgestellt. Er beinhaltet die Grundlagen nach §
4 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 SächsNatSchG und die Inhalte nach § 4
Abs. 1 S. 2 Nr. 2 und 3 SächsNatSchG. Der Landschafts-
rahmenplan hat nach § 5 SächsNatSchG den Charakter
eines Fachbeitrages.
Nach Abstimmung mit anderen raumbedeutsamen Planun-
gen und Maßnahmen werden die Inhalte des Landschafts-
rahmenplans in die Raumordnungspläne nach § 2
SächsLPlG aufgenommen, soweit sie zur Koordinierung
von Raumansprüchen erforderlich und geeignet sind und
durch Ziele oder Grundsätze der Raumordnung gesichert
werden können. Im Übrigen werden sie den Raumord-
nungsplänen als Anlage beigefügt.
Soweit der Landschaftsrahmenplan einem der Raumord-
nungspläne i.S.d. SächsLPlG beigefügt ist, sind den Pla-
nungen und Maßnahmen von öffentlichen Stellen bei Ab-
wägungs- oder Ermessensentscheidungen, die sich auf

20
Instrumente zur Umsetzung
Natur und Landschaft auswirken können, die Inhalte des
Landschaftsrahmenplans zu berücksichtigen.
Nach § 5 Abs. 4 S. 2 SächsNatSchG übernehmen Regional-
pläne i.S.d. SächsLPlG zugleich die Funktion der Land-
schaftsrahmenpläne.
Planinhalt: Generell sollen Landschaftspläne, mithin auch
der Landschaftsrahmenplan nach § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 bis
4 Angaben enthalten über
1) den vorhandenen und den zu erwartenden Zustand
von Natur und Landschaft,
2) die konkretisierten Ziele und Grundsätze des Natur-
schutzes und der Landschaftspflege,
3)
die Beurteilung des vorhandenen und zu erwartenden
Zustands von Natur und Landschaft nach Maßgabe
dieser Ziele und Grundsätze, einschließlich der sich
daraus ergebenden Konflikte,
4)
die Erfordernisse und Maßnahmen
a) zur Vermeidung, Minderung oder Beseitigung
von Beeinträchtigungen von Natur und Land-
schaft,
b) zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung be-
stimmter Teile von Natur und Landschaft i.S.d.
Abschnitts 4 sowie der Biotope und Lebensge-
meinschaften der Tiere und Pflanzen wildleben-
der Arten,
c)
auf Flächen, die wegen ihres Zustandes, ihrer La-
ge oder ihrer natürlichen Entwicklungsmöglich-
keiten für künftige Maßnahmen des Naturschut-
zes und der Landschaftspflege oder zum Aufbau
eines Biotopverbundes besonders geeignet sind,
d) zum Aufbau und Schutz des Europäischen ökolo-
gischen Netzes „Natura 2000“,
e) zum Schutz, zur Verbesserung der Qualität und
zur Regeneration von Böden, Gewässern, Luft
und Klima,
f) zur Erhaltung und Entwicklung von Vielfalt, Ei-
genart und Schönheit von Natur und Landschaft,
auch als Erlebnis- und Erholungsraum des Men-
schen
Auf die Verwertbarkeit der Darstellungen eines Land-
schaftsrahmenplans für die Raumordnungspläne ist nach §
14 Abs. 1 S. 3 BNatSchG Rücksicht zu nehmen.
Regionale Maßnahmen des Naturschutzes und der Land-
schaftspflege werden dem Regionalplan in einer Anlage
beigefügt, deren Verbindlichkeit sich auf Naturschutzbe-
hörden beschränkt.
Landschaftsrahmenplanung und Bodenschutz: Die Land-
schaftsrahmenplanung als Naturschutzfachplanung ist den
Zielen und Grundsätzen von Naturschutz und Landschafts-
pflege verpflichtet: Nach § 1 Nr. 1 bis 4 BNatSchG zielen
Schutz, Pflege, Entwicklung und Wiederherstellung von
Natur und Landschaft auf die dauerhafte Sicherung
1)
der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaus-
halts,
2) der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nut-
zungsfähigkeit der Naturgüter,
3) der Tier- und Pflanzenwelt einschließlich ihrer Le-
bensstätten und Lebensräume sowie
4)
der Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie dem Erho-
lungswert von Natur und Landschaft.
Jede der genannten Zielsetzungen bezieht das Umweltme-
dium Boden mit ein, sei es über die Leistungs- und Funkti-
onsfähigkeit des Naturhaushalts, dessen „Schaltstelle“ der
Boden ist, sei es über die Regenerationsfähigkeit und nach-
haltige Nutzungsfähigkeit des Boden als Naturgut bzw.
Umweltmediums, sei es über den Schutz der Lebensstätten
und Lebensräume von Fauna und Flora, die sich zum ganz
überwiegenden Teil auf dem oder im Boden befinden oder
sei es schließlich über die Kriterienvielfalt, Eigenart und
Schönheit, die auf die Erhaltung seltener und aus land-
schaftsgeschichtlicher Sicht bedeutsamer Böden abstellt.
Die spezifische Aufgabenstellung der Landschaftsrahmen-
planung liegt darin, dass sie die aus diesen Zielsetzungen
resultierenden Erfordernisse und Maßnahmen für den je-
weiligen Planungsraum i.S.d. § 14 BNatSchG i.V.m. § 4
SächsNatSchG darzustellen, zu analysieren, zu konkretisie-
ren, zu bewerten und hieraus die zur Umsetzung dieser
Zielsetzung notwendigen Handlungsmöglichkeiten abzulei-
ten hat.
Zuständigkeit und Verfahren: Nach § 7 Abs. 2 Sächs-
NatSchG obliegt die Aufstellung von Landschaftsrahmen-
plänen den regionalen Planungsverbänden als den nach § 4
SächsLPlG für die Aufstellung der Regionalpläne zuständi-
gen Planungsträgern. Dabei bedarf die Darstellung der
Grundlagen und Inhalte der Landschaftsplanung im Land-
schaftsrahmenplan nach § 7 Abs. 2 SächsNatSchG des
Einvernehmens der höheren Naturschutzbehörde. Das Ein-
vernehmen gilt als erteilt, wenn es nicht binnen zwei Mona-
ten nach Eingang des Ersuchens des regionalen Planungs-
verbandes verweigert wird. Die den regionalen Planungs-
verbänden übertragenen Aufgaben nach § 5 Abs. 1 Sächs-
NatSchG sind gem. § 7 Abs. 4 SächsNatSchG Weisungs-
aufgaben und unterliegen der Aufsicht der obersten Natur-
schutzbehörde. Das Weisungsrecht ist beschränkt auf Vor-
gaben zum inhaltlichen Rahmen und zur Methodik der
Landschaftsplanung.
Bindungswirkungen: Die Primärintegration des Land-
schaftsrahmenplans in den Regionalplan hat zur Folge, dass
sich die Bindungswirkung der als Grundsätze und Ziele der

21
Instrumente zur Umsetzung
Raumordnung in den verbindlichen Teil der Regionalpläne
aufgenommenen Erfordernisse von Naturschutz und Land-
schaftspflege aus § 4 ROG ergibt (vgl. hierzu unten Ab-
schnitt III A 1.b).
4.2
Fachliche Grundlagen
Die fachliche Basis für die Integration vorsorgender Boden-
schutzbelange liegt in der Bestandsaufnahme und in einer
quantitativen Bewertung der Kriterien für Schutz- und
Entwicklungsaspekte. Der Integration der Landschaftsrah-
menplanung in die Regionalplanung kommt hinsichtlich der
Umsetzung eines vorsorgeorientierten Bodenschutzes eine
große Bedeutung zu, da weitgehend intakte Bodenland-
schaften in ihrer räumlichen Verteilung auf regionaler Ebe-
ne deutlicher als in landesweitem Maßstab zum Ausdruck
gebracht werden können. Die zu berücksichtigenden An-
forderungen des vorsorgenden Bodenschutzes in der Land-
schaftsrahmenplanung auf regionaler Ebene lassen sich
dabei folgendermaßen beschreiben:
Bestandsaufnahme: Grundsätze und Ziele der Raumord-
nung und Landesplanung werden auf der Grundlage einer
Bewertung des Zustandes von Natur und Landschaft aufge-
stellt. Um zu einer Bewertung und zu Zielaussagen zu ge-
langen, müssen die vorhandenen Kenntnisse über die Bö-
den der Region zusammengefasst und aggregiert werden.
Die Auswertung und Darstellung erfolgt in Form von the-
matischen Karten. Zur Bestandsaufnahme sind insbesonde-
re heranzuziehen:
Boden- und Geologische Karten des Freistaates
Sachsen,
Bodennutzungskarten,
Karten zur Darstellung von Böden mit Seltenheits-
wert, besonderer geowissenschaftlicher oder natur- /
kulturhistorischer Bedeutung,
Karten zur Darstellung von Konflikt- und Bodenge-
fährdungsbereichen.
Bewertung hinsichtlich der Schutzwürdigkeit und des Ent-
wicklungsaspektes: Zur Bewertung der Schutzwürdigkeit
werden die Qualitätskriterien
naturnahe oder bodenökologisch besonders wertvol-
le Böden,
besonders funktionsfähige Böden,
seltene Böden,
kulturhistorisch wertvolle Böden und
Böden mit spezieller regionaler Bedeutung
benannt. Der Entwicklungsaspekt zielt auf die Beachtung
besonderer Entwicklungspotenziale sowie
der Empfindlichkeit als Parameter für eine mögliche
Schutzbedürftigkeit
von Böden ab.
Eine sorgfältige Bestandsaufnahme und -beurteilung ist
insbesondere für die nachfolgende Ableitung von Entwick-
lungszielen und Leitbildern unerlässlich. Daher müssen vor
allem diese ersten zwei Arbeitsschritte für die kleinmaßstä-
bige Ebene (Landschaftsprogramm und Landschaftsrah-
menplan) aus raumordnerischer Sicht geeignete, verwertba-
re und darstellbare Aussagen liefern, um die Belange des
Bodens hinreichend konkret zu formulieren. Dabei kann es
nicht Ziel sein, eine flächendeckende „Bodenschutzpla-
nung“ durchzuführen, vielmehr geht es auf Ebene der Lan-
des- und Regionalplanung um die Ausweisung von aus
überörtlicher Sicht bedeutsamen Flächen für den Boden-
schutz, die mittels der genannten Kriterien herauszuarbeiten
und zu beschreiben sind.
Entwicklungsziele: Auf der Grundlage der Bestandsauf-
nahme und Bewertung werden die Entwicklungsziele des
Bodenschutzes formuliert und in entsprechenden Karten
aufgezeigt. Das Leitbild des vorsorgenden Bodenschutzes i.
S. einer nachhaltigen Nutzung und Entwicklung der Boden-
funktionen ist in raumkonkrete Ausweisungen umzusetzen.
Zur Operationalisierung bodenschützender Entwicklungs-
zielaussagen sind Gebietsausweisungen in Karten unter
Beschreibung raumbezogener Maßnahmen vorzunehmen.
Hierzu zählen u. a. Gebiete,
die für eine land- oder forstwirtschaftliche Nutzung
zu erhalten sind,
die aus landschaftsökologischer Sicht für die Bio-
topentwicklung vorzusehen sind,
in denen spezifische Bodenfunktionen zu erhalten
sind,
in denen aufgrund der Schutzwürdigkeit oder Emp-
findlichkeit der vorhandenen Böden Veränderungen
der Flächennutzungen vorzusehen sind,
in denen erheblich gestörte Bodenfunktionen zu be-
rücksichtigen sind.

22
Instrumente zur Umsetzung
5
Landschaftsplan
5.1
Rechtliche Grundlagen
Rechtsgrundlage: Die örtliche Landschaftsplanung beruht
auf den rahmenrechtlichen Vorschriften des § 16
BNatSchG i.V.m. § 6 SächsNatSchG.
Aufgaben und Zielsetzung der Landschaftsplanung: Nach §
13 BNatSchG hat die Landschaftsplanung allgemein die
Aufgabe übernommen, die Erfordernisse und Maßnahmen
des Naturschutzes und der Landschaftspflege für den jewei-
ligen Planungsraum darzustellen und zu begründen. Sie
dient der Verwirklichung der Ziele und Grundsätze des
Naturschutzes und der Landschaftspflege auch in den Pla-
nungen und Verwaltungsverfahren, deren Entscheidungen
sich auf Natur und Landschaft im Planungsraum auswirken
können.
In § 4 Abs. 1 S. 2 SächsNatSchG ist diese Aufgabenstel-
lung weiter konkretisiert. Danach sind bei der Landschafts-
planung
1) der vorhandene und der zu erwartende Zustand von
Natur und Landschaft zu analysieren und unter Beach-
tung der Ziele und Grundsätze nach § 1 zu bewerten,
2) Leitbilder für Naturräume und Landschaftseinheiten zu
entwickeln und
3) auf dieser Grundlage die für den Planungsraum konkre-
tisierten Ziele und die zu ihrer Umsetzung notwendigen
Erfordernisse und Maßnahmen als gesamträumliche
Entwicklungskonzeption zu erarbeiten.
Die Landschaftsplanung ist nach § 4 Abs. 2 SächsNatSchG
eine wesentliche Grundlage für den Schutz, die Pflege und
die Entwicklung von Natur und Landschaft. Sie ist als
Maßstab für die Beurteilung der Umweltverträglichkeit von
Planungen und Maßnahmen heranzuziehen.
Planinhalt: Der kommunale Landschaftsplan wird als öko-
logische Grundlage der Bauleitplanung aufgestellt. Bei der
Landschaftsplanung handelt es sich um eine raumbezogene
Fachplanung des Naturschutzrechts. Inhalt des Land-
schaftsplans sind deshalb Aussagen zu den Schutzgütern
des Naturschutzrechts, insbesondere zum vorhandenen und
zum angestrebten Zustand von Natur und Landschaft im
Gemeindegebiet. Diese Aussagen sollen auf Grund einer
umfassenden fachlichen Bestandsaufnahme getroffen wer-
den. In Verbindung mit den angestrebten Zielen von Natur
und Landschaft sollen die dazu erforderlichen Maßnahmen
im Landschaftsplan dargestellt werden.
Landschaftsplan und Bodenschutz: Zur Berücksichtigung
des vorsorgenden Bodenschutzes im Landschaftsplan gilt
das unter 4. a) (Landschaftsrahmenplan) Gesagte. Die na-
türlichen Bodenfunktionen i.S.d. § 2 Abs. 2 Nr. 1
BBodSchG spielen eine zentrale Rolle für die Leistungsfä-
higkeit des Naturhaushalts, die der Landschaftsplan in Be-
zug auf das Gemeindegebiet darstellen und fachlich bewer-
ten soll. Durch Darstellung und Bewertung der Leistungs-
fähigkeit von Böden im Gemeindegebiet sowie durch Dar-
stellung seltener und landschaftsgeschichtlich bedeutsamer
Böden liefert der Landschaftsplan u. a. die fachliche Grund-
lage für die Umsetzung des in § 1 a Abs. 2 BauGB veran-
kerten Gebotes, mit Boden sparsam und schonend umzuge-
hen und die Bodenversiegelung auf das notwendige Maß zu
begrenzen. In gleicher Weise liefert der örtliche Land-
schaftsplan die fachliche Grundlage für die nunmehr in § 2
Abs. 4 BauGB im Rahmen der Bauleitplanung vorgeschrie-
bene Umweltprüfung. Ebenso kann der Landschaftsplan zur
Klärung der Frage beitragen, ob und für welche Stelle des
Gemeindegebietes Darstellungen, z. B. nach § 5 Abs. 2 Nr.
10 BauGB (Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pfle-
ge und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft),
in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden. Glei-
ches gilt im Übrigen hinsichtlich möglicher Festsetzungen
(z. B. § 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB) im Bebauungsplan.
Landschaftsplan und bauleitplanerische Abwägung: Der
Landschaftsplan entfaltet aus sich heraus keine Rechtswir-
kungen. Sein Inhalt ist allerdings im Rahmen der bauleit-
planerischen Abwägung nach § 1 Abs. 7 BauGB zu berück-
sichtigen. Die neue Vorschrift des § 1 Abs. 6 Nr. 7 g
BauGB hebt diese Berücksichtigungspflicht ausdrücklich
hervor und unterstreicht damit, dass die Gemeinde sich im
Rahmen ihrer Abwägung inhaltlich mit den Darstellungen
des Landschaftsplans auseinandersetzen muss. Diese Aus-
einandersetzung muss sich im Erläuterungsbericht zum
Flächennutzungsplan bzw. in der Begründung zum Bebau-
ungsplan niederschlagen. Soweit geeignet, ist nach § 6 Abs.
1 S. 2 SächsNatSchG der Landschaftsplan als Darstellung
in den Flächennutzungsplan aufzunehmen. Geeignet für
eine Aufnahme sind jedoch nur diejenigen Teile des Land-
schaftsplans, die auch einen städtebaulichen Bezug aufwei-
sen. Die Festsetzung detaillierter landschaftspflegerischer
Maßnahmen ist in Bauleitplänen nicht möglich. Der Flä-
chennutzungsplan soll und kann den Landschaftsplan nicht
ersetzen.
Landschaftsplan und Eingriffsregelung: Der Landschafts-
plan kann insbesondere auch für die Umsetzung der vorha-
bensbezogenen sowie der planerischen Eingriffsregelung
nutzbar gemacht werden. Auf seiner Grundlage kann eine
Bewertung von Eingriffen wie von Ausgleichsmaßnahmen
erfolgen. Die durch die Änderung des BauGB zum 1.1.1998
eingeführte räumliche (§ 1 a Abs. 3 S. 3, § 9 Abs. 1 a
BauGB) und zeitliche (§ 135 a Abs. 2 BauGB) Entkopp-
lung von Eingriff und Ausgleich ermöglicht den Gemein-
den eine flexiblere Umsetzung der Eingriffsregelung in der
Bauleitplanung. Ausgleichsmaßnahmen müssen danach in
räumlicher Nähe zum Ort des Eingriffs durchgeführt wer-
den, sondern können auch an anderer Stelle erfolgen (§ 1 a
Abs. 3 S. 3, § 200 a S. 2 BauGB). Der Landschaftsplan
beinhaltet die erforderlichen fachlichen Informationen, um
Ausgleichsmaßnahmen auf in diesem Sinne besonders
geeignete Flächen im Gemeindegebiet zu lenken.
Zuständigkeit: Für die Aufstellung des Landschaftsplans
sind in Sachsen die Gemeinden zuständig (§ 7 Abs. 3
SächsNatSchG).

23
Instrumente zur Umsetzung
5.2
Fachliche Grundlagen
Da der Landschaftsplan eine wichtige Entscheidungsgrund-
lage und „fachliche Zuarbeit“ u. a. für den Flächennut-
zungsplan darstellt, sollen die Erfassung und Bewertung der
Böden im Plangebiet besonders sorgfältig erfolgen, um eine
Flächenlenkung i.S. des vorsorgenden Bodenschutzes zu
erreichen. Bei der Aufstellung von Landschaftsplänen erge-
ben sich zur Berücksichtigung des Schutzgutes Boden da-
her folgende Anforderungen:
Grundlagenteil: Dieser umfasst die Erfassung und Bewer-
tung des gegenwärtigen Zustandes von Natur und Land-
schaft:
Erfassung des Bodenzustandes (Teilaspekt Naturhaushalt):
Bodenform (Bodentyp und Bodenart) und natürliche
Bodeneigenschaften,
Darstellung von Bereichen, die einen natürlichen
oder naturnahen Bodenaufbau aufweisen,
Charakterisierung der aktuellen Belastungssituation
(stofflich – insbesondere Kontaminationssituation –
und nichtstofflich – insbesondere Erosion, Verdich-
tung etc.),
Darstellung von gestörten Bereichen, in denen Be-
einträchtigungen der Bodenfunktionen zu beachten,
zurückzuführen oder zu beheben sind,
Dokumentation der bisherigen Bodennutzung.
Erfassung des Bodenzustandes (Teilaspekt Landschaftsbild
und -geschichte):
natürliche und naturnahe, großräumige Ausprägun-
gen von Gestein und Boden,
kulturhistorisch bedeutsame Landschaften, Land-
schaftsteile und -bestandteile (z. B. traditionelle
Landnutzungsformen mit typischen Bodenausprä-
gungen),
markante geländemorphologische Ausprägungen
und naturhistorisch bzw. geologisch bedeutsame
Landschaftsteile (Geotope),
Gebiete mit kleinflächigem Wechsel der Bodenfor-
men und Nutzungen.
Bewertung des Bodens nach seinen natürlichen
Funktionen Lebensraum, Regelung, Produktion so-
wie nach Seltenheit, Vorbelastung und Empfindlich-
keit (Grundlage hierfür können Bewertungsmodelle
darstellen, so z. B. das im Auftrag des SMUL und
LfUG entwickelte Planungsinstrument).
Des Weiteren sollen Böden als Funktions- oder Dokumen-
tationselemente mit besonderer Bedeutung hervorgehoben
werden, wobei als Bewertungskriterien beispielsweise die-
nen:
Böden ohne oder mit sehr geringen anthropogenen
Bodenveränderungen (hoher Natürlichkeitsgrad),
Vorkommen seltener Bodentypen/-formen,
kulturhistorisch bedeutsame Böden,
Böden mit hoher Eignung für die Entwicklung be-
sonderer Biotope (Extremstandorte) und
Böden, die die landschafts- und naturgeschichtliche
Entwicklung besonders anschaulich dokumentieren.
Entwicklungsteil: Im Entwicklungsteil sind die Schutz-,
Pflege- und Entwicklungsziele und daraus abzuleitende
Erfordernisse und Maßnahmen näher darzustellen. Dazu
sind die im Grundlagenteil durchgeführten Erfassungen und
Bewertungen des Zustandes von Natur und Landschaft
heranzuziehen. Der Entwicklungsteil beinhaltet:
die Darstellung von Flächen zum Schutz, zur Pflege
und zur Entwicklung von Natur und Landschaft,
wobei aus Sicht des Bodenschutzes beispielsweise
darzustellen sind:
besonders schutzwürdige Böden (hinsichtlich ihrer
Funktionserfüllung, Seltenheit, Naturnähe, Empfind-
lichkeit),
Flächen mit hohem Entsiegelungsbedarf (Versiege-
lungsgrad z. B. > 75 %),
Flächen mit hohem Entsiegelungspotenzial,
Flächen mit besonderer Bedeutung für das Land-
schaftsbild und das Landschaftserleben; geowissen-
schaftlich schutzwürdige Bereiche,
Standorte mit großer Bedeutung für den Biotop- und
Artenschutz sowie Puffer- und Vernetzungsflächen
für Schutzgebiete und -objekte,
Flächen, auf denen erheblich gestörte Bodenfunktio-
nen zu berücksichtigen sind.
mögliche Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Ver-
minderung von Beeinträchtigungen des Bodens

24
Instrumente zur Umsetzung
6
Grünordnungsplan
6.1
Rechtliche Grundlagen
Rechtsgrundlage: Die Erstellung von Grünordnungsplänen
beruht auf den rahmenrechtlichen Vorschriften des § 16
BNatSchG i.V.m. § 6 Abs. 2 SächsNatSchG.
Aufgaben und Zielsetzung: Insoweit gilt das oben unter 5.
zum Landschaftsplan Gesagte. Nach § 6 Abs. 2 S. 4 Sächs-
NatSchG kann allerdings von der Aufstellung eines Grün-
ordnungsplanes ganz oder teilweise abgesehen werden,
wenn die Belange von Naturschutz und Landschaftspflege
nicht berührt oder bereits berücksichtigt sind.
Planinhalt: Der Grünordnungsplan wird als ökologische
Grundlage für die Aufstellung von Bebauungsplänen aufge-
stellt. Er enthält eine fachliche Bewertung des aktuellen
Zustands von Natur und Landschaft und eine Darstellung
von Maßnahmen zur Verwirklichung der örtlichen Ziele des
Naturschutzes und der Landschaftspflege. Hauptunterschied
zwischen Landschaftsplan und Grünordnungsplan ist dem-
nach, dass der Landschaftsplan für das gesamte Gemeinde-
gebiet erstellt wird, der Grünordnungsplan hingegen nur für
einen Teil des Gemeindegebietes.
Grünordnungsplan und Bodenschutz: Zur Berücksichtigung
des vorsorgenden Bodenschutzes im Grünordnungsplan
kann auf die vorherigen Ausführungen zum Landschafts-
plan (5. a)) verwiesen werden. Der Grünordnungsplan ent-
hält ebenso wie der Landschaftsplan eine Darstellung und
Bewertung des Bodens bzw. der natürlichen Bodenfunktio-
nen sowie der Archiv- und Dokumentationsfunktion. Auf
der Grundlage des Grünordnungsplans können im Bebau-
ungsplan Festsetzungen etwa nach § 9 Abs. 1 Nr. 20
BauGB (Flächen oder Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege
und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft)
getroffen werden.
Grünordnungsplan und bauleitplanerische Abwägung:
Auch insoweit kann auf die Ausführungen unter 5. a)
(Landschaftsplan) verwiesen werden. Soweit geeignet, ist
der Grünordnungsplan als Festsetzung in den Bebauungs-
plan aufzunehmen. Da eine Festsetzung im Bebauungsplan
nur aus städtebaulichen Gründen erfolgen kann (§ 9 Abs. 1
BauGB), ist der Grünordnungsplan auch nur insoweit zur
Aufnahme in den Bebauungsplan geeignet, als sein Inhalt
den erforderlichen städtebaulichen Bezug aufweist.
Grünordnungsplan und planerische Eingriffsregelung: Der
Grünordnungsplan ermöglicht auf Grund seines größeren
Maßstabes und damit seiner größeren Detailliertheit eine
präzisere Darstellung und Bewertung des Zustands von
Natur und Landschaft. Bei der Bewertung von Eingriffen
bzw. von Ausgleichsmaßnahmen stellt der Grünordnungs-
plan insoweit eine Ergänzung des Landschaftsplans dar.
Wegen seiner kleinflächigen Ausrichtung kommt dem
Grünordnungsplan jedoch bei weitem nicht die Bedeutung
zu, die der Landschaftsplan für die Steuerung der ökologi-
schen Gesamtentwicklung im Gemeindegebiet innehat:
Letzterer stellt die Grundlage für die Lenkung von Eingrif-
fen und Ausgleichsmaßnahmen an den unter ökologischen
Gesichtspunkten günstigsten Ort im Gemeindegebiet dar.
Zuständigkeit: Für die Aufstellung von Grünordnungsplä-
nen sind die Gemeinden zuständig (§ 7 Abs. 3 Sächs-
NatSchG).
6.2
Fachliche Grundlagen
Da der Grünordnungsplan wie der Landschaftsplan eine
fachliche Darstellung und Bewertung des Bodens enthalten
muss, gelten somit dieselben Anforderungen des Boden-
schutzes bei der Planaufstellung. Auf das vorhergehende
Kapitel II C 5 b kann daher verwiesen werden.

25
Belange des Bodenschutzes
III Berücksichtigung von Belangen des Bodenschutzes in
Planungs- und Genehmigungsverfahren
A
Räumliche Planungen
1
Raumordnungsplanung
Im Raumordnungsgesetz des Bundes (ROG) werden über
die unmittelbar, d.h. auch ohne Landesgesetz geltenden
Vorschriften in den Abschnitten 1, 2 und 4 hinaus in Ab-
schnitt 2 Rahmenvorgaben für die Raumordnung in den
Ländern vorgegeben, welche u.a. die Regelungen zur Auf-
stellung von Raumordnungsplänen enthalten. Diese Vor-
schriften gelten nicht unmittelbar, sondern bedürfen der
landesrechtlichen Umsetzung (§ 6 ROG). Art. 75 Abs.3 GG
i. V. mit § 22 ROG verpflichtet die Länder zur Anpassung
des Landesrechts innerhalb von 4 Jahren nach In-Kraft-
Treten des neugefassten geänderten ROG.
Aufgabe und Leitvorstellungen der Raumordnung: Nach §
1 ROG sind der Gesamtraum der Bundesrepublik Deutsch-
land und seine Teilräume durch zusammenfassende, über-
geordnete Raumordnungspläne und durch Abstimmung
raumbedeutsamer Planungen und Maßnahmen zu entwi-
ckeln, zu ordnen und zu sichern. Dabei sind
unterschiedliche Anforderungen an den Raum auf-
einander abzustimmen und die auf der jeweiligen
Planungsebene auftretenden Konflikte auszuglei-
chen,
Vorsorge für einzelne Raumfunktionen und Raum-
nutzungen zu treffen.
Leitvorstellungen bei der Erfüllung dieser Aufgaben ist
nach § 1 Abs. 2 ROG eine nachhaltige Raumentwicklung,
die die sozialen und wirtschaftlichen Ansprüche an den
Raum mit seinen ökologischen Funktionen in Einklang
bringt und zu einer dauerhaften, großräumig ausgewogenen
Ordnung führt. Zu den Eckpfeilern dieser Leitvorstellung
gehört u.a. auch der Schutz und die Entwicklung der natür-
lichen Lebensgrundlagen (§ 1 Abs. 2 S. 2 Nr. 2 ROG).
Gesetzliche Vorgaben für die Raumordnung: Das ROG
selbst enthält in § 2 Abs. 2 eine Aufzählung von Grundsät-
zen (Vergleiche zur Begriffsbestimmung § 3 Nr. 3 ROG),
die bei der Verwirklichung der Leitvorstellung einer nach-
haltigen Raumentwicklung anzuwenden sind. Aus der Sicht
des Bodenschutzes sind folgende Grundsätze hervorzuhe-
ben:
Im Gesamtraum der Bundesrepublik Deutschland ist
eine ausgewogene Siedlungs- und Freiraumstruktur
zu entwickeln. Die Funktionsfähigkeit des Natur-
haushalts im besiedelten und unbesiedelten Bereich
ist zu sichern. In den jeweiligen Teilräumen sind
ausgeglichene wirtschaftliche, infrastrukturelle, so-
ziale, ökologische und kulturelle Verhältnisse anzu-
streben (Abs. 2 Nr. 1).
Der Wiedernutzung brach gefallener Siedlungsflä-
chen ist der Vorrang vor der Inanspruchnahme von
Freiflächen zu geben (Abs. 2 Nr. 2 S. 3).
Die großräumige und übergreifende Freiraumstruk-
tur ist zu erhalten und zu entwickeln. Die Freiräume
sind in ihrer Bedeutung für funktionsfähige Böden,
für den Wasserhaushalt, die Tier- und Pflanzenwelt
sowie das Klima zu sichern oder in ihrer Funktion
wiederherzustellen (Abs. 2 Nr. 3 S. 1 und 2).
Grünbereiche sind als Elemente eines Freiraumver-
bundes zu sichern und zusammenzuführen. Umwelt-
belastungen sind abzubauen ( Abs. 2 Nr. 5 S. 4 und
5).
Die ökologischen Funktionen der ländlichen Räume
sind auch in ihrer Bedeutung für den Gesamtraum zu
erhalten (Abs. 2 Nr. 6 S. 4).
Natur und Landschaft einschließlich Gewässer,
Wald und Meeresgebiete sind dauerhaft zu schützen,
zu pflegen, zu entwickeln und, soweit erforderlich,
möglich und angemessen, wiederherzustellen. Dabei
ist den Erfordernissen des Biotopverbundes Rech-
nung zu tragen. Die Naturgüter, insbesondere Was-
ser und Boden, sind sparsam und schonend in An-
spruch zu nehmen; Grundwasservorkommen sind zu
schützen. Beeinträchtigungen des Naturhaushalts
sind auszugleichen. Bei dauerhaft nicht mehr ge-
nutzten Flächen soll der Boden in seiner Leistungs-
fähigkeit erhalten oder wiederhergestellt werden.
Bei der Sicherung und Entwicklung der ökologi-
schen Funktionen und landschaftsbezogenen Nut-
zungen sind auch die jeweiligen Wechselwirkungen
zu berücksichtigen. Für den vorbeugenden Hoch-
wasserschutz ist an der Küste und im Binnenland zu
sorgen, im Binnenland vor allem durch Sicherung
oder Rückgewinnung von Auen, Rückhalteflächen
und überschwemmungsgefährdeten Bereichen (Abs.
2 Nr. 8 S. 1 bis 7).
Bindungswirkungen der Erfordernisse der Raumordnung:
Zu den Erfordernissen der Raumordnung gehören nach § 3
Nr. 1 ROG Ziele, Grundsätze und sonstige Erfordernisse
der Raumordnung. Ziele der Raumordnung sind für öffent-
liche Stellen verbindlich und erfordern nach § 4 Abs. 1
ROG eine strikte Beachtung. Grundsätze und sonstige Er-
fordernisse der Raumordnung sind dagegen von öffentli-
chen Stellen im Rahmen der planerischen Abwägung oder
bei der Ermessensausübung „nur“ zu berücksichtigen.
Raumordnungsplanung und Bodenschutz: Abschnitt 2 (§§6
bis 17) des ROG enthält Vorschriften zur Raumordnung in
den Ländern, insbesondere zur Aufstellung von Raumord-
nungsplänen. Raumordnungspläne beinhalten eine Konkre-
tisierung der Grundsätze der Raumordnung nach Maßgabe

26
Belange des Bodenschutzes
der Leitvorstellung und des Gegenstromprinzips des § 1
Abs. 2 und Abs. 3 ROG für den jeweiligen Planungsraum
und einen regelmäßig mittelfristigen Zeitraum. Viele der
Raumordnungen sind in Raumordnungsplänen ausdrücklich
gekennzeichnet. Darüber hinaus enthalten Raumordnungs-
pläne Festlegungen zur Raumstruktur, insbesondere zur
anzustrebenden Siedlungsstruktur (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 ROG),
zur anzustrebenden Freiraumstruktur (§ 7 Abs. 2 Nr. 2
ROG) und zu den zu sichernden Standorten und Trassen für
Infrastruktur (§ 7 Abs. 2 Nr. 3 ROG).
Bei den Festlegungen zur Freiraumstruktur kann zugleich
bestimmt werden, dass in diesem Gebiet unvermeidbare
Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit des Naturhaus-
halts oder des Landschaftsbildes an anderer Stelle ausgegli-
chen, ersetzt oder gemindert werden können. Außerdem hat
nach § 7 Abs. 5 S. 1 ROG bei der Aufstellung und Ände-
rung von Raumordnungsplänen eine Umweltprüfung zu
erfolgen.
Raumordnungspläne: Zu den Raumordnungsplänen im
Freistaat Sachsen gehören nach der Regelung in § 2 Abs. 1
S. 1 Nr. 1 bis 4 SächsLPlG
für das Landesgebiet der Landesentwicklungsplan
(aktueller Stand: LEP 2003)
für die Planungsregionen die Regionalpläne,
für die Tagebaue in den Braunkohlenplangebieten
als Teilregionalpläne die Braunkohlenpläne,
für die in der Verordnung nach § 5 festgelegten Ge-
biete die regionalen Flächennutzungspläne.
Raumordnungspläne enthalten Ziele und Grundsätze der
Raumordnung für ihren Geltungsbereich.
Raumordnungsverfahren: Das Raumordnungsverfahren
dient der Umsetzung der Raumordnungspläne. Es beinhaltet
eine Abstimmung verschiedener Raumbedeutsamer Pla-
nungen und Maßnahmen untereinander und mit den Erfor-
dernissen der Raumordnung (vgl. § 15 SächsLPlG). Für
welche raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen ein
Raumordnungsverfahren in Betracht kommt, ergibt sich aus
der so genannten Raumordnungsverordnung.
Raumordnungsbehörden: Nach § 23 Abs. 1 SächsLPlG ist
oberste Raumordnungs- und Landesplanungsbehörde das
Staatsministerium des Innern. Höhere Raumordnungsbe-
hörden sind nach Abs. 2 der Vorschrift die Regierungsprä-
sidien. Diese sind nach Abs. 3 allgemein zuständig, soweit
nichts anderes bestimmt ist. Träger der Regionalplanung
sind die Regionalen Planungsverbände (§§ 1 Abs. 3, 9ff
SächsLPlG).
Landesentwicklungsplan und Bodenschutz: Kapitel 4.4
enthält die Grundsätze und Ziele für Bodenschutz und Alt-
lasten.
- Böden sind mit ihren Funktionen (Filterfunktion,
Speicherfunktion, Produktionsfunktion, Biotopent-
wicklungsfunktion, Archivfunktion, Freiflächenfunk-
tion) nachhaltig zu sichern, in ihrer natürlichen Ent-
wicklung zu fördern und erforderlichenfalls wieder-
herzustellen. Dazu hat die Inanspruchnahme von
Boden durch Versiegelung, Abgrabung und Auf-
schüttung schonend und sparsam zu erfolgen.
(G 4.4.1)
- Bei der Nutzung des Bodens sind die Leistungsfä-
higkeit und die Empfindlichkeit des Bodens zu be-
rücksichtigen. Nutzungsbedingte Bodenverdichtung
und Bodenerosion sowie die Überlastung der Rege-
lungsfunktion des Bodens im Naturhaushalt sind
durch landschaftsgestalterische Maßnahmen und
standortgerechte Bodennutzung, wie Veränderung
der Schlaggestaltung, Anlage erosionshemmender
Strukturen, schonende Bodenbearbeitung und Bestel-
lung sowie Verringerung von Schadstoffeinträgen
bei der Aufbringung von Dünger und anderen Mate-
rialien, zu vermeiden. Diffuse Schadstoffeinträge,
insbesondere Einträge von Schwermetallen, organi-
schen Schadstoffen und Säurebildnern in den Boden,
sind durch Maßnahmen des Immissionsschutzes wei-
ter zu minimieren. (G 4.4.2)
-
Zukünftig nicht mehr baulich genutzte Flächen sind
zu entsiegeln. Abgrabungen und Aufschüttungen
sowie entsiegelte Flächen sind zu rekultivieren oder
zu renaturieren, so dass die Böden natürliche oder
nutzungsbezogene Funktionen erfüllen können.
Schädliche Bodenveränderungen und Altlasten sind
so zu sanieren, dass dauerhaft keine Gefahren, erheb-
liche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für
den Einzelnen oder die Allgemeinheit bestehen.
Durch eine vorrangige Altlastenbehandlung auf In-
dustriebrachen ist deren Wiedernutzbarmachung zu
beschleunigen. (G 4.4.3)
- In den Regionalplänen sind Gebiete mit Böden be-
sonderer Funktionalität unter Berücksichtigung der
in der Begründung aufgeführten Kriterien auszuwei-
sen. (Z 4.4.4)
-
In ihren Funktionen erheblich beeinträchtigte Böden
und regional bedeutsame Altlasten sind gemäß Ziel
4.1.4 in den Regionalplänen als „Sanierungsbedürf-
tige Bereiche der Landschaft“ auszuweisen. Sofern
erforderlich, sind besonders empfindliche Böden
gemäß Ziel 4.1.4 als „Bereiche der Landschaft mit
besonderen Nutzungsanforderungen“ auszuweisen.
(Z 4.4.5)
2
Kommunale Bauleitplanung
Rechtsgrundlagen: Rechtsgrundlagen der kommunalen
Bauleitplanung sind das Baugesetzbuch (BauGB) sowie die
Baunutzungsverordnung (BauNVO).

27
Belange des Bodenschutzes
Aufgabe der Bauleitplanung: Die Bauleitplanung hat die
Aufgabe, die bauliche und sonstige Nutzung der Grundstü-
cke in der Gemeinde nach Maßgabe des Baugesetzbuches
vorzubereiten und zu leiten (§ 1 BauGB). Bauleitpläne sind
der Flächennutzungsplan (vorbereitender Bauleitplan) und
der Bebauungsplan (verbindlicher Bauleitplan). Die Bau-
leitpläne sollen eine nachhaltige städtebauliche Entwick-
lung, die die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschüt-
zenden Anforderungen auch in Verantwortung gegenüber
künftigen Generationen miteinander in Einklang bringt, und
eine dem Wohl der Allgemeinheit dienende sozialgerechte
Bodennutzung gewähren. Sie sollen dazu beitragen, eine
menschenwürdige Umwelt zu sichern und die natürlichen
Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln, auch in
Verantwortung für den allgemeinen Klimaschutz, sowie die
städtebauliche Gestalt und das Orts- und Landschaftsbild
baukulturell zu erhalten und zu entwickeln (§ 1 Abs. 5 S. 1
und 2 BauGB).
Grundsätze der Bauleitplanung und Bodenschutz: Das
BauGB enthält in § 1 Abs. 6 Nr. 1 bis 12 BauGB eine Reihe
von Grundsätzen, die bei Aufstellung der Bauleitplanung
im Rahmen des bauleitplanerischen Abwägungsgebots zu
berücksichtigen sind. Aus Sicht des Bodenschutzes ist ins-
besondere die Regelung in Abs. 6 Nr. 7 a BauGB hervorzu-
heben, wonach bei der Aufstellung von Bauleitplänen die
Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft,
Klima und das Wirkungsgefüge zwischen ihnen sowie die
Landschaft und die biologische Vielfalt zu berücksichtigen
ist.
Bauleitplanerisches Abwägungsgebot und Anforderungen
des Bodenschutzes: Nach § 1 Abs. 7 BauGB sind bei der
Aufstellung der Bauleitpläne die öffentlichen und privaten
Belange gegeneinander und untereinander gerecht abzuwä-
gen (hinsichtlich Struktur und Anforderungen des Abwä-
gungsgebotes kann auf die Ausführungen unter II., A., 3., c)
verwiesen werden). Die bei der Abwägung zu berücksichti-
genden Umweltbelange sind in abstrakter Form in § 1 Abs.
6 Nr. 7 a bis i BauGB, ferner in § 1 a Abs. 2 BauGB enthal-
ten. Die letztgenannte Vorschrift beinhaltet die so genannte
Bodenschutzklausel. Letztere hat in der Abwägung die
Funktion eines Optimierungsgebotes, d. h. ihr kommt ge-
genüber anderen Belangen ein abstrakter Vorrang zu. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass die Bodenschutzklausel nicht
durch entgegenstehende Belange überwunden werden
könnte. Eine Überwindung bzw. eine „Nicht-Optimierung“
im Rahmen der Abwägung bedarf jedoch eines erhöhten
Rechtfertigungsaufwands, denn durch die Bodenschutz-
klausel verkleinert sich der Gestaltungsspielraum für die
Planungsentscheidung und die Argumentationslast wird
zugunsten der Bodenschutzbelange verschoben [nachgebil-
det Peine S .35]. Nach § 1 a Abs. 2 BauGB soll mit Grund
und Boden sparsam und schonend umgegangen werden;
dabei sind zur Verringerung der zusätzlichen Inanspruch-
nahme von Flächen für bauliche Nutzungen die Möglich-
keiten der Entwicklung der Gemeinde insbesondere durch
Wiedernutzbarmachung von Flächen, Nachverdichtung und
andere Maßnahmen zu Innenentwicklung zu nutzen sowie
Bodenversiegelungen auf das notwendige Maß zu begren-
zen.
Bauleitplanerische Abwägung und planerische Eingriffsre-
gelung: Vgl. zu diesem Punkt die Ausführungen unter II.,
C. 2. a).
Das BauGB hat seit seiner Novellierung durch das Bau-
und Raumordnungsgesetz 1998 mehrere umfangreiche
Änderungen erfahren, zuletzt durch das Gesetz zur Erleich-
terung von Planungsvorhaben der Innenentwicklung für die
Innenentwicklung der Städte vom 21.12.2006 (BGBl. I. S.
3316).
Umweltprüfung: Bauleitpläne bedürfen seit der Novelle des
BauGB 2004 nach § 2 (4) einer formalisierten Umweltprü-
fung, die einen unselbständigen Teil des Bauleitplanverfah-
rens darstellt. In dieser Prüfung werden neben den anderen
Umweltschutzbelangen die Belange des Bodenschutzes
ermittelt, beschrieben und bewertet. Das Ergebnis der Um-
weltprüfung muss im Abwägungsprozess berücksichtigt
werden.
Scoping: Im Zuge der frühzeitigen Beteiligung nach § 4 (1)
BauGB werden die Behörden und sonstigen Träger öffent-
licher Belange aufgefordert, sich zum erforderlichen Um-
fang und Detaillierungsgrad der Umweltprüfung zu äußern
(„Scoping“).
Abschichtung: Bei zeitlich aufeinander folgenden Plänen
soll die Umweltprüfung im nachfolgenden Verfahren auf
zusätzliche oder andere Umweltwirkungen beschränkt wer-
den („Abschichtung“).
Umweltbericht: Im Mittelpunkt der Umweltprüfung steht
der Umweltbericht, der die Grundlage für die Beteiligung
der Öffentlichkeit und für eine sachgerechte Abwägung der
Umweltbelange durch die Gemeinde ist. Der Umweltbe-
richt bildet einen gesonderten Teil der Bauleitplanbegrün-
dung (§ 2a BauGB). Die Mindestinhalte des Umweltbe-
richts sind über die Anlage zu § 2 (4) BauGB vorgegeben.
Durch das Gesetz zur Erleichterung von Planungsvorhaben
für die Innenentwicklung der Städte vom 21.12.2006
(BGBl. I. S. 3316) sind nach § 13a BauGB bestimmte Be-
bauungspläne der Innenentwicklung insofern von der
Pflicht zur Umweltprüfung ausgenommen, als sie im be-
schleunigten Verfahren aufgestellt werden können (siehe
auch Kap. III A 2.2.1). Für die Anwendung der Verfahrens-
regel nach § 13a BauGB ist zur Einschätzung der voraus-
sichtlichen Umweltauswirkungen ein Screening durchzu-
führen. Die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher
Belange, deren Aufgabenbereiche durch die Planung be-
rührt werden können, sind an der Vorprüfung des Einzel-
falls im Zuge zu beteiligen. Dabei ist zu klären, ob voraus-
sichtlich abwägungserhebliche Umweltauswirkungen zu
erwarten sind. Bei der überschlägigen Prüfung sind die in
der Anlage 2 des BauGB aufgeführten Kriterien heranzu-
ziehen (u. a. Risiken für die Umwelt, Bedeutung und Sensi-
bilität des betroffenen Gebiets).

28
Belange des Bodenschutzes
2.1
Flächennutzungsplan
2.1.1 Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht
Inhalt des Flächennutzungsplans: Der Flächennutzungsplan
beinhaltet die Grundzüge der Bodennutzung für das gesam-
te Gemeindegebiet. Die für die städtebauliche Entwicklung
relevanten Planungen und Maßnahmen der Gemeinde wer-
den im Flächennutzungsplan mit Hilfe textlicher und zeich-
nerischer Darstellung wiedergegeben.
Flächennutzungsplan und planerische Eingriffsregelung:
Die Gemeinde hat bereits bei Aufstellung des Flächennut-
zungsplans die planerische Eingriffsregelung nach § 21
Abs. 1 BNatSchG i.V.m. § 1 a Abs. 3 BauGB anzuwenden,
d. h. insbesondere den Ausgleich der auf Grund der Pla-
nung zu erwartenden Eingriffe in die Abwägung einzube-
ziehen. Genaue Angaben zum Ausgleichsbedarf sind auf
der Ebene des Flächennutzungsplans nur überschlägig mög-
lich, da in diesem Stadium Art und Intensität der zu erwar-
tenden Eingriffe noch nicht genau feststehen. Da der Aus-
gleich nicht mehr in räumlich-funktionaler Nähe zum Ein-
griff erfolgen muss (vgl. hierzu auch II C 2.1), kann die
Gemeinde die Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen eines
ökologischen Gesamtkonzepts auf die dafür geeigneten
Teile des Gemeindegebietes lenken. Durch die Darstel-
lungsmöglichkeiten nach § 5 Abs. 2 Nr. 5, 7, 9, 10 BauGB
können Ausgleichsflächen planerisch gesichert werden. Die
entscheidende Weichenstellung für die Umsetzung eines
ökologischen Gesamtkonzepts erfolgt bei der Aufstellung
des Flächennutzungsplans.
Flächennutzungsplan und Landschaftsplan: Der Land-
schaftsplan beinhaltet idealerweise ein ökologisches Ge-
samtkonzept für die Entwicklung des Gemeindegebiets
(vgl. hierzu II C 5.).
Flächennutzungsplan und Bodenschutzklausel: Das Gebot
des „sparsamen“ Umgangs mit Grund und Boden bezieht
sich vor allem auf die Ebene des Flächennutzungsplans.
Inhaltlich ist dieses Gebot so zu verstehen, dass die Über-
planung von Freiflächen für versiegelungsintensive Nut-
zungen generell möglichst vermieden werden soll und statt
dessen die Möglichkeiten einer Verdichtung des Innenbe-
reichs, insbesondere durch Wiedernutzung innerstädtischer
Brachflächen zu prüfen sind (sog. Flächenrecycling). Das
Gebot des „schonenden“ Umgangs mit Grund und Boden
bedeutet für die Flächennutzungsplanung vor allem, dass
bei der Überplanung von Freiflächen die Wertigkeit der
natürlichen Bodenfunktionen zu berücksichtigen ist. Bo-
denbeeinträchtigende Nutzungen, wie insbesondere die
bauliche Nutzung, sollen möglichst auf Flächen mit gerin-
ger Wertigkeit der Bodenfunktionen gelenkt werden. Dem
Flächennutzungsplan kommt eine zentrale Bedeutung für
die Umsetzung eines vorsorgenden Bodenschutzes im Ge-
meindegebiet zu. Hier wird die Grundsatzentscheidung über
das Ausmaß des Flächenverbrauchs im Gemeindegebiet
getroffen. Vor allem entscheidet sich, ob eine Inanspruch-
nahme von Freiflächen (z. B. für Industrie und Gewerbean-
siedlung oder für Wohnbebauung) aus Sicht des vorsorgen-
den Bodenschutzes am „richtigen oder falschen“ Ort er-
folgt.
Umsetzung von Anforderungen des vorsorgenden Boden-
schutzes im Flächennutzungsplan:
§ 5 Abs. 2 Nr. 1-10 BauGB enthält einen nicht abschlie-
ßenden Katalog von Darstellungsmöglichkeiten. Folgende
Möglichkeiten lassen sich für Zielsetzungen des vorsorgen-
den Bodenschutzes nutzbar machen:
Nr. 1
die für die Bebauung vorgesehenen Flächen
sowie ein allgemeines Maß der baulichen Nutzung,
Nr. 5
Grünflächen, wie Parkanlagen, Dauerklein-
gärten, Friedhöfe, Zelt-, Sport-, Spiel- und Badeplätze dar-
gestellt werden. Solche Grünflächen sind in die Siedlungs-
fläche eingegliedert oder ihnen zugeordnet
Nr. 7
Wasserflächen, Flächen, die im Interesse des
Hochwasserschutzes und der Regelung des Wasserabflusses
freizuhalten sind,
Nr. 9
Flächen für Landwirtschaft und Wald,
Nr. 10
Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur
Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Land-
schaft.
Bei der Reduzierung des Flächenverbrauchs mit Hilfe der
Bebauungsplanung kommt der Begrenzung des Versiege-
lungsgrads von Grundstücken die Hauptbedeutung zu. Aus
städtebaulichen Gründen können nach § 9 Abs. 1 Nr. 1
BauGB das Maß der baulichen Nutzung, nach § 9 Abs. 1
Nr. 2 die Bauweise und nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 BauGB für
die Größe, Breite und Tiefe der Baugrundstücke Mindest-
maße und aus Gründen des sparsamen und schonenden
Umgangs mit Grund und Boden auch Höchstmaße festge-
setzt werden.
Die Darstellung des allgemeinen Maßes der baulichen Nut-
zung nach § 5 Abs. 2 Nr. 1 BauGB kann gemäß § 16 Abs. 1
BauNVO im Flächennutzungsplan durch Angabe der Ge-
schossflächenzahl (§ 20 BauNVO), der Baumassenzahl (§
21 BauNVO) oder der Höhe baulicher Anlagen (§ 18
BauN-VO) dargestellt werden. Hierdurch kann die Ge-
meinde im Flächennutzungsplan bereits eine Grobsteuerung
der Nutzungsintensität der für die Bebauung vorgesehenen
Flächen vornehmen. Für den vorsorgenden Bodenschutz hat
dies mittelbare Bedeutung insofern, als damit auf eine in-
nerstädtische Verdichtung hingewirkt werden kann. Letzte-
res kann wiederum dazu beitragen, die Inanspruchnahme
von Freiflächen in den Randbereichen der Gemeinde zu
vermeiden.
2.1.2 Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Zur Berücksichtigung der Belange des Bodens in der Bau-
leitplanung ergeben sich zusätzlich die im folgenden Kapi-
tel 2.2 zusammenfassend für den Flächennutzungs- und
Bebauungsplan aufgeführten Anforderungen.

29
Belange des Bodenschutzes
2.2
Bebauungsplan
2.2.1 Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht
Inhalt des Bebauungsplans: Der Bebauungsplan wird für
Teile des Gemeindegebietes aufgestellt. Bebauungspläne
sind grundsätzlich aus dem Flächennutzungsplan zu entwi-
ckeln (§ 8 Abs. 2 BauGB), d. h. die Konzeption des Flä-
chennutzungsplans wird bei Aufstellung des Bebauungs-
plans durch eine parzellenscharfe Planung umgesetzt. Der
Bebauungsplan enthält die rechtsverbindlichen Festsetzun-
gen zur baulichen und sonstigen Bodennutzung (§ 9 Abs. 1
Nr. 1-26 BauGB).
Bebauungsplan und Bodenschutzklausel: Auf Bebauungs-
planebene bedeutet eine „sparsame“ Inanspruchnahme
i.S.d. § 1 a Abs. 2 BauGB vor allem, dass auf den
Grundstücken, die für eine Bebauung vorgesehen sind, die
Versiegelung möglichst gering gehalten werden soll (flä-
chensparende Bebauung). Eine „schonende“ Inanspruch-
nahme bedeutet zum einen, dass die Bebauung an der Stelle
des Grundstücks durchgeführt werden soll, an der sie zu
einer möglichst geringen Beeinträchtigung der natürlichen
Bodenfunktionen führt. Zum anderen soll bei der Festle-
gung der Nutzungsintensität (Maß der baulichen Nutzung)
eine übermäßige Beeinträchtigung der natürlichen Boden-
funktionen vermieden werden.
Bebauungsplan und planerische Eingriffsregelung: Hin-
sichtlich Struktur und Anforderungen der planerischen
Eingriffsregelung kann auf die Ausführungen unter II C
2.1 verwiesen werden. Durch das BauROG ins BauGB
aufgenommen wurde die Vorschrift des § 9 Abs. 1 a, die
Aussagen darüber enthält, welche Möglichkeiten der Ge-
meinde zur Verfügung stehen, Flächen oder Maßnahmen
zum Ausgleich im Sinne des § 1 a Abs. 3 BauGB festzuset-
zen. In Betracht kommen danach vor allem folgende vier
Varianten:
Festsetzung auf den Grundstücken, auf denen Ein-
griffe in Natur und Landschaft zu erwarten sind,
Festsetzung im sonstigen Geltungsbereich des Be-
bauungsplans,
Festsetzung in einem gesonderten Ausgleichsbebau-
ungsplan sowie
Festsetzung auf von der Gemeinde bereitgestellten
Flächen.
Die Optionen eines separaten Ausgleichsbebauungsplans
sowie eines Ausgleichs auf von der Gemeinde bereitgestell-
ten Flächen beruhen auf den Änderungen des BauGB durch
das BauROG. Durch Festsetzungen nach § 9 Abs. 1 Nr. 10,
15, 16, 18, 20, 24 und 25 BauGB können Ausgleichsflächen
im Bebauungsplan planerisch gesichert werden.
Bebauungsplan und Grünordnungsplan: Vgl. hierzu II C 6.1
Bebauungsplan und UVP: Durch das EAG Bau wurde die
in der hierdurch neu geschaffenen Vorschrift des § 2 Abs. 4
BauGB verankerte Pflicht zur generellen Durchführung
einer Umweltprüfung bei der Aufstellung von Bauleitplä-
nen eingeführt. Der Begriff der Umweltprüfung bezeichnet
die auf Bauleitpläne bezogene Umweltverträglichkeitsprü-
fung. Korrespondierend hierzu wurde zwischenzeitlich
auch für andere Pläne als Bebauungspläne eine Umweltver-
träglichkeitsprüfung eingeführt. Diese wird als strategische
Umweltprüfung bezeichnet und ist im 3. Teil des neu ge-
fassten UVP-Gesetzes verankert. Die Vorschrift des § 17
Abs. 1 UVPG weist klarstellend darauf hin, dass bei der
Aufstellung, Änderung oder Ergänzung von Bebauungsplä-
nen die Umweltverträglichkeitsprüfung einschließlich der
Vorprüfung des Einzelfalls im Aufstellungsverfahren als
Umweltprüfung nach den Vorschriften des BauGB durch-
geführt wird.
Umsetzung von Anforderungen des vorsorgenden Boden-
schutzes im Bebauungsplan: Die Festsetzungsmöglichkei-
ten für den Bebauungsplan sind – anders als beim Flächen-
nutzungsplan – begrenzt; sie sind in § 9 Abs. 1 Nr. 1-26
BauGB abschließend aufgeführt. Folgende Festsetzungs-
möglichkeiten des Kataloges in § 9 Abs. 1 BauGB lassen
sich für den vorsorgenden Bodenschutz nutzbar machen:
Nr. 1
Art und Maß der baulichen Nutzung,
Nr. 2 Festsetzung der überbaubaren und nicht überbau-
baren Grundstücksflächen,
Nr. 3 Höchstmaße für Größe, Breite und Tiefe von
Wohnbaugrundstücken aus Gründen des sparsa-
men und schonenden Umgangs mit Grund und
Boden,
Nr. 10 Flächen, die von der Bebauung freizuhalten sind,
und ihre Nutzung,
Nr. 15
öffentliche und private Grünflächen,
Nr. 18
Flächen für Land- und Forstwirtschaft,
Nr. 20 Flächen oder Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege
und zur Entwicklung von Boden, Natur und Land-
schaft,
Nr. 24 von der Bebauung freizuhaltende Schutzflächen
und ihre Nutzung.
Die Festsetzungen nach Nr. 1 und 2 richten sich nach den
Bestimmungen der BauNVO (§§ 16 ff. – Maß der bauli-
chen Nutzung, §§ 22, 23 – Bauweise, überbaubare Grund-
stücksfläche). Über die Festsetzung der Grundflächenzahl
lässt sich das zulässige Ausmaß der Versiegelung des
Grundstücks steuern.
Die Festsetzungsmöglichkeit des § 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB
wurde im Zuge der Änderung des BauGB durch das Bau-

30
Belange des Bodenschutzes
ROG um die ausdrückliche Aufnahme des Schutzgutes
Boden erweitert. Ziel des Gesetzgebers war es, damit den
Bodenschutz in der Bauleitplanung zu stärken.
Bebauungsplan der Innenentwicklung (§ 13a BauGB)
Durch die Einführung des § 13a BauGB im Jahr 2006 wur-
den für den Erlass von Bebauungsplänen zur Innenentwick-
lung (vereinfacht: im Innenbereich) verfahrensrechtliche
Vereinfachungen geschaffen, insb. kann auf den Verfah-
rensschritt der förmlichen Umweltprüfung verzichtet wer-
den (§ 13a Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. § 13 Abs. 3 BauGB) werden.
Eine Veränderung der materiellen Voraussetzungen ist
damit nicht verbunden.
Danach kann ein Bebauungsplan für die Wiedernutzbarma-
chung von Flächen, die Nachverdichtung oder andere Maß-
nahmen der Innenentwicklung (Bebauungsplan der Innen-
entwicklung- §13a BauGB) im beschleunigten Verfahren
aufgestellt werden, wenn in ihm eine zulässige Grundfläche
im Sinne des § 19
Abs. 2 der Baunutzungsverordnung oder
eine Größe der Grundfläche festgesetzt wird von insgesamt
1. weniger als 20.000 Quadratmetern oder
2. 20.000 Quadratmetern bis weniger als 70.000 Quadrat-
metern, wenn auf Grund einer überschlägigen Prüfung
unter Berücksichtigung der in Anlage
2
dieses Gesetzes
genannten Kriterien die Einschätzung erlangt wird, dass der
Bebauungsplan voraussichtlich keine erheblichen Umwelt-
auswirkungen hat.
Wird in einem Bebauungsplan weder eine zulässige Grund-
fläche noch eine Größe der Grundfläche festgesetzt, ist bei
Anwendung des Satzes 2 die Fläche maßgeblich, die bei
Durchführung des Bebauungsplans voraussichtlich versie-
gelt wird.
Das beschleunigte Verfahren ist ausgeschlossen, wenn
durch den Bebauungsplan die Zulässigkeit von Vorhaben
begründet wird, die einer Pflicht zur Durchführung einer
Umweltverträglichkeitsprüfung nach dem Gesetz über die
Umweltverträglichkeitsprüfung oder nach Landesrecht
unterliegen. Das beschleunigte Verfahren ist auch ausge-
schlossen, wenn Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung
der in § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchstabe b BauGB genannten
Schutzgüter bestehen.
2.2.2 Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Bebauungspläne sind grundsätzlich aus dem Flächennut-
zungsplan zu entwickeln. Werden bodenschutzbezogene
Inhalte als Festsetzungen in den Bebauungsplan übernom-
men, so erlangen diese Rechtswirksamkeit. Folglich müs-
sen Aussagen zum Boden unter Berücksichtigung der natür-
lichen Funktionen, aber auch hinsichtlich der Seltenheit,
Vorbelastung etc. zuvor in den Flächennutzungsplan integ-
riert worden sein.
Um das Schutzgut Boden als abwägungsrelevanten öffent-
lichen Belang im Planungsvorgang, der mit der Festlegung
der künftigen Bodennutzung verbunden ist, hinreichend
berücksichtigen zu können, ergeben sich unter Beachtung
des rechtlichen Rahmens zusammenfassend die nachfol-
genden Anforderungen an die Erarbeitung von Bauleitplä-
nen.
Sofern ein vorbereitender Bauleitplan (Flächennutzungs-
plan) auf der Grundlage eines Landschaftsplanes erarbeitet
wird und in diesem die Ermittlung, Feststellung und Bewer-
tung des Schutzgutes Boden zielführend erfolgte, kann
darauf verzichtet werden. Gleiches gilt für einen verbindli-
chen Bauleitplan (Bebauungsplan), wenn dieser aus dem
bestehenden Flächennutzungsplan entwickelt wurde.
Ermittlungs- und Feststellungsvorgang: Die Gemeinde hat
sich fachlich fundierte Kenntnisse über die Leistungsfähig-
keit und ökologische Wertigkeit des von der Planung be-
troffenen Bodens zu verschaffen.
Sofern Bewertungsverfahren zur Steuerung der Flächenin-
anspruchnahme vorliegen, bietet sich deren Nutzung an.
Die Gemeinde ist nicht verpflichtet ein bestimmtes Bewer-
tungsverfahren anzuwenden. Grundsätzlich sind folgende
Informationen über die Böden im Plangebiet zu ermitteln:
Bodengesellschaften:
räumliche Verteilung der Bo-
denformen (bodenkundliche und geologische Kar-
ten),
Seltenheit, natur- und landschaftsgeschichtliche Be-
deutung:
Boden als naturgeschichtliche Urkunde,
Flächenanteil und Regelmäßigkeit des Vorkommens
der Bodenform in der Bodenlandschaft (Prüfung der
Zugehörigkeit der Bodenformen im Plangebiet zu
einer „Liste schützenswerter Pedotope“, Auswertung
der Bodenkarten oder anderer Informationsträger),
Vorbelastung:
Realnutzung (Flächennutzungskarte);
Natürlichkeit (Böden ohne anthropogene Beeinflus-
sung, anthropogen beeinflusste Böden, anthropogen
geprägte Böden – Ermittlung aus der Bodenkarte,
Flächennutzungskarte, historische Recherche); Be-
einträchtigung von natürlichen Bodenfunktionen
durch: Versiegelung, (z. B. aktuelle Grundflächen-
zahl, Flächennutzungsdaten der Staatlichen Vermes-
sungsämter, Industriebrachenkataster, Realnutzung);
punktuelle und großflächige stoffliche Bodenbelas-
tungen (bisherige und historische Bodennutzung,

31
Belange des Bodenschutzes
Kataster zu Altlasten, zu flächenhaften Bodenbelas-
tungen, zur Verwertung organischer und anorgani-
scher Abfälle, Fachgutachten, Stellungnahmen von
Fachbehörden); Bodenstrukturveränderungen wie
Bodenverdichtung, -erosion, -verschlämmung, -
aufschüttungen, -abgrabungen (verschiedene Infor-
mationsträger, insbesondere Landwirtschaft),
Natürliche Bodenfunktionen:
Lebensraumfunktion
(z. B. Biotopentwicklungspotenzial); Produktions-
funktion (Acker- und Grünlandzahl, forstliche
Standortswertziffern); Regelungsfunktion (z. B.
Wasserspeichervermögen, Pufferkapazität, Bin-
dungsvermögen für Nähr-/Schadstoffe)
Bewertungsvorgang: In dieser Phase des Planungsvorgangs
ist dem Schutz des Bodens als in die Abwägung einzustel-
lendem Belang das ihm nach rechtlichen und tatsächlichen
Gegebenheiten zukommende objektive Gewicht beizumes-
sen. Dabei spielt insbesondere das Maß der aktuellen Be-
troffenheit des Bodens durch die Planung eine Rolle.
Um für den Boden das ihm zukommende objektive Ge-
wicht zu bestimmen, kann sich die planende Gemeinde
eines Instrumentes bedienen, das die Inwertsetzung des
Schutzgutes Boden ermöglicht (vgl. z. B. Fußnote 1).
Hierbei sind folgende Kriterien zu bewerten:
Schutzwürdigkeit von Böden aufgrund ihrer Selten-
heit oder landschaftsgeschichtlichen Bedeutung,
Leistungsfähigkeit des Bodens bei gegenwärtiger
Bodennutzung (Ableitung der Schutzwürdigkeit auf
der Grundlage der ermittelten Funktionserfüllung
und der Vorbelastung),
Empfindlichkeit des Bodens gegenüber Nutzungs-
änderungen,
Auswirkungen des Verlustes oder der Beeinträchti-
gung von Bodenfunktionen auf andere Schutzgüter.
Abwägungsvorgang: Eine hinreichende Bestandserfassung
und Bewertung des Schutzgutes Boden bildet die Grundla-
ge für die bodenschutzrelevante Entscheidungsfindung.
Diese mündet in der Regel in bodenschutzbezogenen Dar-
stellungen, Festsetzungen und Kennzeichnungen im Bau-
leitplan und entsprechenden Erklärungen bzw. Begründun-
gen im Erläuterungsbericht zum Flächennutzungsplan bzw.
in der Begründung zum Bebauungsplan. Auch Änderungen
im Bauleitplan (z. B. Geltungsbereiche) oder ein Verzicht
auf die vorgesehene Ausweisung von Baugebieten bzw. das
Ausweichen auf Alternativstandorte können die boden-
schutzbezogenen Konsequenzen sein.
Zulässige bodenschutzrelevante Darstellungen im Flächen-
nutzungsplan:
Flächen, die im BauGB § 5 Abs. 2 genannt sind,
insbesondere solche Darstellungen, die Gefährdun-
gen des Bodens vermeiden bzw. vorhandene natürli-
che Bodenflächen schützen, wie z. B. Nr. 5 = Grün-
flächen, Nr. 10 = Flächen für Maßnahmen zum
Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden,
Natur und Landschaft,
die Bodenvielfalt im Planungsgebiet sichern, wie z.
B. Nr. 9 = Flächen für Landwirtschaft und Wald mit
differenzierter Festlegung der Nutzungsart, wie A-
ckerflächen, Dauergrünland/Weiden etc.,
den Verlust oder die Beeinträchtigung der Boden-
funktionen angeben, wie Nr. 1 = Flächen für Bebau-
ung, Nr. 8 = Flächen für Aufschüttungen und Ab-
grabungen.
Zulässige bodenschutzrelevante Kennzeichnungen im Flä-
chennutzungsplan:
Die im BauGB § 5 Abs. 3 Nr. 3 genannten Flächen,
von denen Gefahren für andere Schutzgüter ausge-
hen und
für bauliche Nutzungen vorgesehene Flächen, deren
Böden erheblich mit umweltgefährdenden Stoffen
belastet sind, sollen gekennzeichnet werden.
Erforderliche Aussagen im Erläuterungsbericht: Begrün-
dung der Standortwahl und der Flächeninanspruchnahme
für geplante bauliche Nutzungen unter Berücksichtigung
der Ergebnisse der Ermittlung, Feststellung und Bewertung
zum Schutzgut Boden.
Erläuterung von Bodenschutzmaßnahmen zur Ver-
minderung, zum Ausgleich und zum Ersatz der vor-
gesehenen Eingriffe in den Boden.
Erläuterung des Kenntnisstandes zu den gekenn-
zeichneten Flächen mit erheblichen Bodenbelastun-
gen.
Zulässige bodenschutzrelevante Festsetzungen im Bebau-
ungsplan:
Versiegelungsvermeidung bzw. -minimierung:
Festsetzung nicht überbaubarer Grundstücksflächen
(BauGB § 9 Abs. 1 Nr. 2), Flächen, die von der Be-
bauung freizuhalten sind, einschließlich ihrer Nut-
zung (Nr. 10), der öffentlichen und privaten Grün-
flächen (Nr. 15), der Flächen für Land- und Forst-
wirtschaft (Nr. 18), der von Bebauung freizuhalten-
den Schutzflächen (Nr. 24),
Festsetzungen zur Art und zum Maß der baulichen
Nutzung in Verbindung mit der Baunutzungsverord-
nung (Nr. 1),
Festsetzungen zu den überbaubaren und den nicht
überbaubaren Grundstücksflächen (Nr. 2), hier ins-

32
Belange des Bodenschutzes
besondere z. B. wasserdurchlässige Wegebefesti-
gung
Festsetzungen zur Mindestgröße, -breite und -tiefe
der Baugrundstücke, Erhaltung bzw. Verbesserung
der Funktionsfähigkeit der Böden:
Festsetzung von Flächen für Land- und Forstwirt-
schaft (Nr. 18) mit differenzierter Festlegung der
Landnutzung zur Vermeidung von Bodenbelastun-
gen (Erosion, Verdichtung etc.), z. B. Grünland
Festsetzung von Flächen, die der Abwasser- bzw.
Abfallbeseitigung dienen (Nr. 14), nur auf Böden
mit hinreichend hoher Filter-, Puffer- und Speicher-
kapazität
Festsetzung von Gebieten zum Schutz u. a. des Bo-
dens vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch
Vermeidung bzw. Beschränkung der Verwendung
luftverunreinigender Stoffe (Nr. 23)
Festsetzung von Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege
und zur Entwicklung von Boden, Natur und Land-
schaft sowie von entsprechenden Flächen für die o.
g. Maßnahmen, sofern der Grünordnungsplan nicht
als Bestandteil festgesetzt wird
Erhaltung der Bodenvielfalt:
Festsetzung von Grünflächen (Nr. 15),
Festsetzung von Flächen für Land- und Forstwirt-
schaft (Nr. 18) mit differenzierter Festlegung der
Landnutzung, z. B. Grünland,
Festsetzung von Flächen für Bepflanzungen bzw. für
die Erhaltung von Pflanzungen (Nr. 25), z. B. Über-
gang Bebauung - Freifläche („Grüngürtel“).
Zulässige bodenschutzrelevante Kennzeichnungen im Be-
bauungsplan:
Zur Sicherung gesunder Wohn- und Arbeitsverhält-
nisse sollen Flächen, deren Böden erheblich mit
umweltgefährdenden Stoffen belastet sind, gekenn-
zeichnet werden (§ 9 Abs. 5 Nr. 3 BauGB)
Erforderliche Angaben in der Begründung:
Begründung der Standortwahl, der Flächeninan-
spruchnahme und von Art und Maß der Bodenver-
siegelung für die geplante bauliche Nutzung unter
Berücksichtigung der Ergebnisse der Ermittlung,
Feststellung und Bewertung des Schutzgutes Boden.
Erläuterung von Bodenschutzmaßnahmen zur Ver-
minderung, zum Ausgleich und zum Ersatz der vor-
gesehenen Eingriffe in den Boden.
Erläuterung des Kenntnisstandes zu gekennzeichne-
ten Flächen mit erheblichen Bodenbelastungen,
möglicher Auswirkungen auf die Art der baulichen
Nutzung bzw. der Maßnahmen, die erforderlich
und/oder geeignet sind, um gesunde Wohn- und Ar-
beitsverhältnisse abzusichern.
2.3
Vorhaben- und Erschließungsplan
2.3.1 Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht
Rechtsgrundlage und Inhalt des Vorhabens- und Erschlie-
ßungsplans: Der Vorhabens- und Erschließungsplan, der
vormals in § 7 BauGB-MaßnG geregelt war, ist durch das
BauROG ins BauGB integriert worden und dort in § 12
geregelt. Das Instrument des Vorhabens- und Erschlie-
ßungsplans besteht aus drei Elementen:
Plan des Vorhabenträgers (eigentlicher Vorhabens-
und Erschließungsplan) für ein konkretes Vorhaben,
Durchführungsvertrag zwischen Vorhabenträger und
Gemeinde,
Vorhabenbezogener Bebauungsplan der Gemeinde.
Der Vorhabens- und Erschließungsplan ist nicht an die
Festsetzungsmöglichkeiten gebunden, die für einen Bebau-
ungsplan nach § 9 Abs. 1 Nr. 1-26 BauGB gelten. Der
Durchführungsvertrag ist ein städtebaulicher Vertrag zwi-
schen Vorhabenträger und Gemeinde. Der vorhabenbezo-
gene Bebauungsplan unterscheidet sich hinsichtlich seiner
Rechtsnatur (Satzung) und hinsichtlich der materiellen
Anforderungen (Abwägungsgebot, Bindung an Ziele der
Raumordnung und Landesplanung, Bodenschutzklausel,
planerische Eingriffsregelung etc.) nicht von einem „nor-
malen“ Bebauungsplan. Gegenstand des vorhabenbezoge-
nen Bebauungsplans sind zum einen die Flächen, auf die
sich der Vorhabens- und Erschließungsplan bezieht. Es
können jedoch auch einzelne benachbarte Flächen in den
vorhabenbezogenen Bebauungsplan einbezogen werden (§
12 Abs. 4 BauGB).
Vorhabens- und Erschließungsplan und UVP: Bei der Auf-
stellung vorhabenbezogener Bebauungspläne ist wie gene-
rell bei der Aufstellung von Bauleitplänen gem. § 2 abs. 4
BauGB eine Umweltprüfung durchzuführen(vgl. hierzu II C
3. sowie die Ausführungen zum Bebauungsplan in III A
2.2).
2.3.2 Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Hinsichtlich der Berücksichtigung des Schutzgutes Boden
gelten für den Vorhabens- und Erschließungsplan die glei-
chen Anforderungen, die bei der Aufstellung von Bebau-
ungsplänen zu beachten sind. Auf die vorherigen Ausfüh-
rungen unter III A 2.2.2 kann daher verwiesen werden.

33
Belange des Bodenschutzes
B
Fachplanungen
1
Linienbestimmung
1.1
Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht
Rechtsgrundlage: Die Linienbestimmung beruht auf § 16
FStrG. Nach Abs. 2 dieser Vorschrift sind bei der Bestim-
mung der Linienführung die von dem Vorhaben berührten
öffentlichen Belange einschließlich der Umweltverträglich-
keit und des Ergebnisses des Raumordnungsverfahrens im
Rahmen der Abwägung zu berücksichtigen.
Aufgabe: Die Linienbestimmung legt innerhalb eines Kor-
ridors die Linie für den Verlauf einer Bundesfernstraße fest.
Der endgültige Trassenverlauf wird im nachfolgenden Plan-
feststellungsverfahren nach § 17 FStrG bestimmt. In diesem
noch nicht detailgetreuen Planungsstadium sind alle er-
kennbar betroffenen Belange bereits zu berücksichtigen,
wie etwa schutzbedürftige Bereiche von Natur und Land-
schaft, betroffene Ortschaften und Anlagen, von denen
besondere Gefährdungen der Fernstraße ausgehen können.
Beim Neubau einer Bundesfernstraße ist eine Linienbe-
stimmung stets erforderlich, im Übrigen nur bei wesentli-
chen Änderungen. Ortsumgehungen erfordern nach § 16
Abs. 1 S. 2 FStrG keine Linienbestimmung mehr.
Rechtsnatur: Die Linienbestimmung ist keine außenwirk-
same Planung. Sie ist nicht unmittelbar gerichtlich angreif-
bar.
Linienbestimmung und planerisches Abwägungsgebot:
Nach § 16 Abs. 2 S. 1 FStrG ist bereits im Stadium der
Linienbestimmung, noch vor dem eigentlichen Planfeststel-
lungsverfahren, eine umfassende Abwägung der berührten
öffentlichen Belange einschließlich der Umweltverträglich-
keit und des Ergebnisses eines Raumordnungsverfahrens
vorzunehmen (vgl. zu Struktur und Anforderungen des
planerischen Abwägungsgebotes II A 3.3). Dabei sind auch
Planungsalternativen zu berücksichtigen.
Linienbestimmung und UVP: Gemäß § 15 UVPG wird bei
der Linienbestimmung die Umweltverträglichkeit nach dem
jeweiligen Planungsstand des Vorhabens geprüft. Entspre-
chend dem grobmaschigen Charakter der Linienbestim-
mung muss die Prüfung der Umweltverträglichkeit in die-
sem Stadium noch nicht mit der Intensität durchgeführt
werden, wie sie im späteren Planfeststellungsverfahren
erreicht werden muss. Gemäß § 15 Abs. 4 UVPG kann die
UVP im nachfolgenden Planfeststellungsverfahren auf
zusätzliche oder andere erhebliche Umweltauswirkungen
des Vorhabens beschränkt werden (vgl. zur UVP auch II C
3.).
Linienbestimmung und Raumordnungsverfahren: Nach § 1
Nr. 8 RoV soll für den Bau einer Bundesfernstraße, die
einer Linienbestimmung nach § 16 FStrG bedarf, ein
Raumordnungsverfahren i.S.d. § 15 ROG durchgeführt
werden. Sofern die Beurteilung der Raumverträglichkeit der
Linienbestimmung bereits auf anderer raumordnerischer
Grundlage hinreichend gewährleistet ist (Beispiele hierfür
in § 15 Abs. 2 S. 1 Nr. 1-3 ROG) kann jedoch von einem
Raumordnungsverfahren abgesehen werden (§ 15 Abs. 2
ROG).
Linienbestimmung und vorsorgender Bodenschutz: Belange
des vorsorgenden Bodenschutzes werden vor allem in der
UVP ermittelt und sind bei der Entscheidung über die Li-
nienführung nach Maßgabe des planerischen Abwägungs-
gebotes zu berücksichtigen.
Zuständigkeit: Die Linienführung von Bundesfernstraßen
wird vom Bundesminister für Verkehr im Benehmen mit
den Landesplanungsbehörden der beteiligten Länder be-
stimmt.
1.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Es gelten die unter II C 3.2) genannten fachlichen Anforde-
rungen für die UVP. Dabei sind die genannten Vorgaben
vor allem hinsichtlich der folgenden Aspekte zu konkreti-
sieren, die bei einer Linienbestimmung aus Sicht des Bo-
denschutzes von besonderer Bedeutung sind:
Die Bewertungsphase der UVP muss die Ergebnisse aus
den vorherigen Arbeitsschritten (Ermittlungs- und Be-
schreibungsphase) insbesondere dazu nutzen, um festzustel-
len, ob
durch die Trassenplanung repräsentative, für eine
Region typische Bodengesellschaften oder Boden-
landschaften „verloren gehen“,
hochwertige Böden aus Sicht der Regulationsfunkti-
on im Landschaftswasserhaushalt großflächig für ei-
ne Versiegelung vorgesehen sind,
wertvolle Böden (Lebensraumfunktion)
Eine Prüfung verschiedener Planungsvarianten hinsichtlich
der Auswirkungen des Vorhabens auf den Boden ist daher
in jedem Falle vorzunehmen.
2
Planfeststellungs- und Plangenehmi-
gungsverfahren
2.1
Bundesfernstraßen
2.1.1 Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht
Rechtsgrundlage: Gemäß § 17 Abs. 1 S. 1 FStrG erfolgt die
Zulassung von Bundesfernstraßen im Wege eines Planfest-
stellungsverfahrens. Ausnahmsweise genügt statt eines
Planfeststellungs- auch ein Plangenehmigungsverfahren (§
17 Abs. 1 a FStrG). In Fällen von unwesentlicher Bedeu-
tung entfallen Planfeststellung und Plangenehmigung (§ 17
Abs. 2 FStrG). Das Planfeststellungsverfahren richtet sich
zum einen nach dem FStrG. Zum anderen findet ergänzend
das Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) des jeweiligen
Bundeslandes Anwendung. Zwischen den Verwaltungsver-
fahrensgesetzen der einzelnen Länder und dem Verwal-
tungsverfahrensgesetz des Bundes bestehen in der Regel

34
Belange des Bodenschutzes
keine gravierenden Unterschiede. Der Freistaat Sachsen hat
im Jahre 2003 ein Verwaltungsverfahrensgesetz verab-
schiedet und in Kraft gesetzt, dass inhaltlich nahezu voll-
ständig auf das Verwaltungsverfahrensgesetz des Bundes
verweist. Hinweise enthalten ferner die „Richtlinien für die
Planfeststellung nach dem Bundesfernstraßengesetz“ des
Bundesministeriums für Verkehr.
Rechtsnatur der Planfeststellung: Der Planfeststellungsbe-
schluss hat die Rechtsnatur eines Verwaltungsakts (Def. §
35 VwVfG). Gleiches gilt für die Plangenehmigung.
Rechtswirkung: Durch den Planfeststellungsbeschluss wird
dem Träger des Vorhabens die Genehmigung zur Ausfüh-
rung des Vorhabens erteilt (sog. Genehmigungswirkung).
Der Planfeststellungsbeschluss ersetzt alle gegebenenfalls
nach anderen Vorschriften (BauGB, BImSchG, SächsBO
etc.) erforderlichen Genehmigungen. Er konzentriert alle
notwendigen Genehmigungen zu einer einzigen Zulas-
sungsentscheidung (sog. Konzentrationswirkung). Eine
Ausnahme bilden die Erlaubnis und die Bewilligung nach
dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG), über die nach § 14
Abs. 3 WHG nur im Einvernehmen mit der für Wasser
zuständigen Behörde entschieden werden kann. Die Plan-
genehmigung hat die Rechtswirkung einer Planfeststellung,
wird aber ohne formelle Öffentlichkeitsbeteiligung und
ohne Beteiligung anerkannter Naturschutzverbände durch-
geführt.
Abwägungsgebot: Nach § 17 Abs. 1 S. 2 FStrG sind bei der
Planfeststellung die von dem Vorhaben berührten öffentli-
chen und privaten Belange einschließlich der Umweltver-
träglichkeit im Rahmen der Abwägung zu berücksichtigen
(zu Struktur und Anforderungen des Abwägungsgebotes
vgl. II A 3.). Als Konsequenz des Abwägungsgebotes hat
die Planfeststellungsbehörde auch Alternativen (z. B. alter-
native Trassenführung) zu der Planungsvorstellung des
Vorhabenträgers zu prüfen, wenn solche Alternativen nach
Lage der Dinge ernsthaft in Betracht kommen.
Planfeststellung und UVP: Nach Ziff. 1.1 der Anlage 3 zu §
3 Abs. 1 a UVPG ist für Verkehrswegeplanungen auf Bun-
desebene einschließlich Bedarfspläne nach einem Ver-
kehrswegeausbaugesetz des Bundes eine obligatorische
strategische Umweltprüfung durchzuführen (vgl. hierzu II
C 3.). Zusätzlich ist für die Umsetzung der Planung, d.h. für
den Bau einer Bundesautobahn oder einer sonstigen Bun-
desfernstraße nach Ziff. 14.3 bis 14.6 der Anlage 1 zu § 3
Abs. 1 UVPG eine projektbezogene Umweltverträglich-
keitsprüfung durchzuführen. Hinsichtlich der Methodik der
UVP bei Straßenbauvorhaben wird auf den „UVP Leitfaden
– Prüfung der Umweltverträglichkeit bei Straßenbauvorha-
ben“ des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft
und Arbeit (SMWA) verwiesen.
Planfeststellung und Eingriffsregelung: Im Rahmen des
Planfeststellungsverfahrens ist die naturschutzrechtliche
Eingriffsregelung nach §§ 18 – 20 BNatSchG i.V.m. §§ 8-
11 SächsNatSchG anzuwenden (vgl. hierzu II C 1.). Über
Maßnahmen zur Vermeidung sowie über Ausgleichs- bzw.
Ersatzmaßnahmen wird im Planfeststellungsbeschluss ent-
schieden. Zur Vorbereitung der Entscheidung hat der
Vorhabenträger den Ausgleichsbedarf zu ermitteln und
Ausgleichs- bzw. Ersatzmaßnahmen im Fachplan oder in
einem landschaftspflegerischen Begleitplan textlich oder
durch geeignetes Kartenmaterial darzustellen. Die Durch-
führung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kann dem
Vorhabenträger im Wege einer Auflage zum Planfeststel-
lungsbeschluss aufgegeben werden.
Raumordnungsverfahren: Nach § 1 Nr. 8 RoV soll für den
Bau einer Bundesfernstraße, die einer Linienbestimmung
nach § 16 FStrG bedarf, ein Raumordnungsverfahren
durchgeführt werden (vgl. hierzu III C 4.).
Umsetzung von Anforderungen des Bodenschutzes im
Planfeststellungsbeschluss: Die Belange des vorsorgenden
Bodenschutzes fließen über die naturschutzrechtliche Ein-
griffsregelung, die UVP, die Grundsätze der Raumordnung
und gegebenenfalls das Raumordnungsverfahren in das
Planfeststellungsverfahren ein. Die Berücksichtigung des
Bodens erfolgt dabei nach Maßgabe des planerischen Ab-
wägungsgebotes. Ziele der Raumordnung sind strikt zu
beachten.
Zuständigkeit: § 22 Abs. 4 FStrG enthält eine Ermächti-
gung an die Länder, die Zuständigkeit der obersten Stra-
ßenbaubehörden auf nachgeordnete Behörden zu übertra-
gen. Von dieser Möglichkeit hat der Freistaat Sachsen mit
Erlass der Vorschrift des § 39 Abs. 9 S. 2 SächsStrG
Gebrauch gemacht. Danach ist das jeweils zuständige Re-
gierungspräsidium Planfeststellungsbehörde für Bundes-
fernstraßen.
2.1.2 Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Da die Belange des vorsorgenden Bodenschutzes über die
naturschutzrechtliche Eingriffsregelung, die UVP, die
Grundsätze der Raumordnung und gegebenenfalls das
Raumordnungsverfahren in das Planfeststellungsverfahren
einfließen, kann auf die fachlichen Anforderungen des
Bodenschutzes in den jeweiligen Kapiteln II 1.2 (Eingriffs-
regelung) und 3.2 (UVP) sowie III C 4. (Raumordnungsver-
fahren) verwiesen werden. Des Weiteren sind die Ausfüh-
rungen im Teil III 1.2.2 (Linienbestimmungen) sowie die
folgenden Anforderungen zu beachten:
Ermittlung der geplanten Versiegelung durch den
Straßenbau,
Erstellung einer vorhabentypischen Belastungsprog-
nose (während der Baumaßnahmen und während der
Nutzung) für die betroffenen Bodenbereiche (Schad-
stoffe, Emissionen, Reichweite etc.)
Darstellung der zu erwartenden Bodenauf- und -
abträge (Massenbilanz)
Vergleich mit Alternativvarianten (evtl. ohnehin
schon beeinträchtigte Böden)

35
Belange des Bodenschutzes
2.2
Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen
2.2.1 Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht
Rechtsgrundlage: Die Zulassung von Staatsstraßen, Kreis-
und Gemeindestraßen richtet sich nach dem SächsStrG.
Nach § 39 Abs. 1 S. 1 SächsStrG ist bei Staatsstraßen und
Gemeindestraßen grundsätzlich ein Planfeststellungsverfah-
ren durchzuführen. Für dieses Verfahren gelten die Vor-
schriften des SächsVwVfG (welches inhaltlich auf das
VwVfG des Bundes verweist), sofern das SächsStrG keine
abweichenden Regelungen trifft. Für Kreisstraßen und
Gemeindeverbindungsstraßen von besonderer Bedeutung
soll ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden (§
39 Abs. 1 S. 2 SächsStrG).
Rechtsnatur und Rechtswirkung der Planfeststellung: Es
gilt das unter 2.1 zur Zulassung von Bundesfernstraßen
Gesagte.
Abwägungsgebot: Nach § 39 Abs. 3 S. 1 SächsStrG sind
die von dem Vorhaben berührten öffentlichen und privaten
Belange abzuwägen (zu Struktur und Anforderungen des
Abwägungsgebotes vgl. II A 3.3). Als Konsequenz des
Abwägungsgebotes hat die Planfeststellungsbehörde auch
Alternativen (z. B. alternative Trassenführung) zu der Pla-
nungsvorstellung des Vorhabenträgers zu prüfen, wenn
solche Alternativen nach Lage der Dinge ernsthaft in Be-
tracht kommen.
Planfeststellung und UVP: Nach § 39 Abs. 2 SächsStrG ist
bei der Planfeststellung die Umweltverträglichkeit zu prü-
fen (vgl. zur UVP auch II C 3.). Diese richtet sich nach den
Vorschriften des Gesetzes über die Umweltverträglich-
keitsprüfung (UVPG). Demnach ist eine Prüfung der Um-
weltverträglichkeit beim Bau oder bei der Änderung einer
Bundesstraße erforderlich, wenn die neue Strasse oder der
geänderte Straßenabschnitt über mindestens vier Streifen
verfügt und eine durchgehende Länge von mindestens 10 5
km aufweist (Anlage 1 Nr. 14.4 und 14.5).
Planfeststellung und Eingriffsregelung: Es gilt das unter
2.1.1 zur Zulassung von Bundesfernstraßen Gesagte.
Umsetzung von Anforderungen des Bodenschutzes im
Planfeststellungsbeschluss: Es gilt das unter 2.1.1 zur Zu-
lassung von Bundesfernstraßen Gesagte.
Zuständigkeit: Planfeststellungsbehörden sind nach § 39
Abs. 9 S. 1 SächsStrG die Regierungspräsidien.
2.2.2 Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Die Anforderungen zur Berücksichtigung bodenschützeri-
scher Belange für Bundesfernstraßen gelten hier entspre-
chend. Es kann auf das Kapitel III B 2.1.2 und die dort
genannten weiteren Angaben verwiesen werden.
2.3
Eisenbahnstrecken
2.3.1 Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht
Rechtsgrundlage: Rechtsgrundlage für den Bau oder die
Änderung von Eisenbahnstrecken ist das Allgemeine Ei-
senbahngesetz (AEG). Nach § 18 Abs. 1 S. 1 AEG bedür-
fen Errichtung und Änderung von Eisenbahnschienenwegen
einschließlich der für den Betrieb der Schienenwege not-
wendigen Anlagen und der Bahnstromfernleitungen einer
vorherigen Planfeststellung.
Rechtsnatur und Rechtswirkung der Planfeststellung: Wie
bei der fernstraßenrechtlichen Planfeststellung hat auch der
Planfeststellungsbeschluss nach § 18 Abs. 1 S. 1 AEG die
Rechtsnatur eines Verwaltungsakts. Ihm kommen u. a. eine
Konzentrationswirkung sowie eine Genehmigungswirkung
zu. Insoweit gilt das unter 2. a) zur Zulassung von Bundes-
fernstraßen Gesagte. An Stelle eines Planfeststellungsbe-
schlusses kann eine Plangenehmigung erteilt werden; diese
hat die Rechtswirkung der Planfeststellung (§ 18 Abs. 2
AEG).
Abwägungsgebot: Nach § 18 Abs. 1 S. 2 AEG sind die von
dem Vorhaben berührten öffentlichen und privaten Belange
einschließlich der Umweltverträglichkeit im Rahmen der
Abwägung zu berücksichtigen (zu Struktur und Anforde-
rungen des Abwägungsgebotes vgl. II A 3.3). In die Abwä-
gung sind auch ernsthaft in Betracht kommende Planungs-
alternativen (Alternativtrasse) einzubeziehen.
Planfeststellung und UVP: Für den Bau und die Änderung
von Anlagen einer Eisenbahn des Bundes, die einer Plan-
feststellung nach dem AEG bedürfen, ist nach Nr. 14.7 und
14.8 der Anlage zu § 3 UVPG eine Umweltverträglich-
keitsprüfung durchzuführen. Die UVP ist gemäß § 18 Abs.
1 S. 2 AEG im Rahmen der Abwägung zu berücksichtigen
(vgl. auch II C 3.).
Planfeststellung und Raumordnungsverfahren: Nach § 1 Nr.
9 RoV soll für den Neubau und die wesentliche Trassenän-
derung von Schienenstrecken der Eisenbahnen des Bundes
sowie den Neubau von Rangierbahnhöfen und von Um-
schlagseinrichtungen für den kombinierten Verkehr ein
Raumordnungsverfahren durchgeführt werden.
Planfeststellung und naturschutzrechtliche Eingriffsrege-
lung: Insoweit ergeben sich keine Besonderheiten. Es kann
daher auf die Ausführungen unter 2.1 (Bundesfernstraßen)
sowie auf II C 1. (naturschutzrechtliche Eingriffsregelung)
verwiesen werden.
Planfeststellung und Bindung an Ziele und Grundsätze der
Raumordnung: Obwohl die Deutsche Bahn Netz AG und
die Deutsche Bahn Station & Service AG als Vorhabenträ-
ger in eisenbahnrechtlichen Planfeststellungsverfahren
Wirtschaftsunternehmen in privatrechtlicher Form sind
(vgl. Art. 87 e Abs. 3 GG), besteht eine strikte Bindung an
die Ziele der Raumordnung sowie eine Pflicht zur Berück-
sichtigung von Grundsätzen der Raumordnung im Rahmen
der nach § 18 Abs. 1 S. 2 AEG vorgeschriebenen Abwä-

36
Belange des Bodenschutzes
gung. Grund hierfür ist die im Zuge der Novellierung des
BauROG neu eingefügte Regelung des § 4 Abs. 3 ROG
i.V.m. § 4 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 ROG, wonach auch Personen
des Privatrechts dieser Bindung unterliegen, sofern sie in
Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben handeln und öffentli-
che Stellen (im Fall der Deutschen Bahn AG der Bund) an
ihnen mehrheitlich beteiligt sind.
Umsetzung von Anforderungen des Bodenschutzes im
Planfeststellungsbeschluss: Die Belange des vorsorgenden
Bodenschutzes fließen über die naturschutzrechtliche Ein-
griffsregelung, die UVP, die Grundsätze der Raumordnung
und gegebenenfalls das Raumordnungsverfahren in das
Planfeststellungsverfahren ein. Die Berücksichtigung des
Bodens erfolgt dabei nach Maßgabe des planerischen Ab-
wägungsgebotes. Eine Besonderheit besteht hier darin, dass
auch die Deutsche Bahn Netz AG und der Deutsche Bahn
Station & Service AG als juristische Personen des Privat-
rechts der Bindung an die Ziele und Grundsätze der Raum-
ordnung unterliegen. Insofern verfügt die Raumordnung
und Landesplanung gegenüber der Deutsche Bahn Netz AG
und der Deutsche Bahn Station & Service AG nunmehr
über deutlich stärkere Steuerungsinstrumente bei der Plan-
feststellung von Eisenbahnstrecken. Diese Möglichkeit
kann von den Trägern der Landes- und Regionalplanung u.
a. zu einer stärkeren Akzentuierung der Ziele des vorsor-
genden Bodenschutzes genutzt werden.
Zuständigkeit: Planfeststellungsbehörde für die Genehmi-
gung von Eisenbahnstrecken des Bundes ist das Eisenbahn-
Bundesamt.
2.3.2 Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Auch hier fließen die Belange des vorsorgenden Boden-
schutzes über die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung,
die UVP, die Grundsätze der Raumordnung und gegebe-
nenfalls das Raumordnungsverfahren in das Planfeststel-
lungsverfahren ein. Es wird daher auf die Kapitel II C 1.2
(Eingriffsregelung) und 3.2 (UVP) sowie III C 4. (Raum-
ordnungsverfahren) verwiesen. Weiterhin sind die unter III
B 1.2.2 genannten Anforderungen bei der Linienbestim-
mung zu beachten.
2.4
Bergrechtlicher Rahmenbetriebsplan
2.4.1 Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht
Rechtsgrundlage: Nach § 52 Abs. 2 a S. 1 BBergG ist ein
Rahmenbetriebsplan nur dann aufzustellen und im Wege
eines Planfeststellungsverfahrens zuzulassen, wenn das
Vorhaben einer Umweltverträglichkeitsprüfung bedarf.
Wann Letzteres der Fall ist, ergibt sich allerdings nicht
unmittelbar aus dem BBergG, sondern aus einer eigens zu
diesem Zweck erlassenen bundesrechtlichen Verordnung,
der sog. UVP-V Bergbau, die auf der Ermächtigung in § 57
c Nr. 1 BBergG basiert.
Rechtsnatur des bergrechtlichen Planfeststellungsbeschlus-
ses: Der bergrechtliche Planfeststellungsbeschluss stellt
keine echte Planungsentscheidung dar, sondern enthält auch
typische Elemente einer „Kontrollerlaubnis“ (vgl. hierzu II
A 4.). Das für eine Planung typische Element einer planeri-
schen Gestaltungsfreiheit fehlt hier. Die Grundsätze des
Abwägungsgebotes finden keine Anwendung. Zwar ist im
Rahmen der Planfeststellung ein umfassender Interessen-
ausgleich vorzunehmen, wobei der Grundsatz der Verhält-
nismäßigkeit zu beachten ist. Jedoch erhalten die Belange
des Bergbaus im Rahmen dieses Interessenausgleichs durch
die sog. Rohstoffsicherungsklausel in § 48 Abs. 1 S. 2
BBergG einen deutlichen Gewichtungsvorrang.
Rechtswirkung des bergrechtlichen Planfeststellungsbe-
schlusses: Der bergrechtliche Planfeststellungsbeschluss hat
die Rechtsnatur eines Verwaltungsakts. Ihm kommt eine
Bindungswirkung in zweifacher Hinsicht zu: Zum einen
ersetzt der Planfeststellungsbeschluss (von Ausnahmen
abgesehen) alle ansonsten noch erforderlichen Genehmi-
gungen und Zulassungsentscheidungen (Konzentrations-
wirkung). Zum anderen entfaltet der planfestgestellte Rah-
menbetriebsplan auch eine Bindungswirkung hinsichtlich
der von ihm entschiedenen Fragen gegenüber nachfolgen-
den Betriebsplanzulassungen (Haupt-, Sonder- und Ab-
schlussbetriebsplan). Der bergrechtliche Planfeststellungs-
beschluss entfaltet allerdings nicht die für Planfeststel-
lungsbeschlüsse typische Genehmigungswirkung, d. h. er
bewirkt keine abschließende Freigabe des Vorhabens.
Berücksichtigung überwiegender öffentlicher Interessen:
Die Zulassung richtet sich allein nach § 55 BBergG. Daher
handelt es sich auch um eine gebundene Entscheidung.
Über § 48 Abs. 2 BBergG wird lediglich abgesichert, dass
öffentliche Belange berücksichtigt werden, für deren Schutz
keine andere Möglichkeit besteht als über das BBergG. Bei
ihren Entscheidungen hat die Bergbehörde kein Ermessen.
Bergrechtliche Planfeststellung und UVP: Welche Vorha-
ben einer UVP bedürfen, richtet sich nach § 1 Nr. 1-8 UVP-
V Bergbau. Korrespondierend dazu bestimmt Nr. 15 der
Anlage zu § 3 UVPG, dass für bergbauliche Vorhaben, die
der Planfeststellung nach dem BBergG bedürfen, eine UVP
durchzuführen ist. Nach § 18 UVPG wird die UVP im
Planfeststellungsverfahren nach Vorschriften des BBergG
durchgeführt; die §§ 5-14 des UVPG finden dagegen keine
Anwendung. Für die Umweltverträglichkeitsprüfung sind
nach § 57 a Abs. 2 S. 2 BBergG insbesondere folgende
Angaben erforderlich:
eine Beschreibung der zu erwartenden erheblichen
Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt (ein-
schließlich Boden) unter Berücksichtigung des all-
gemeinen Kenntnisstandes und der allgemein aner-
kannten Prüfungsmethoden,
alle sonstigen Angaben, um solche Auswirkungen
feststellen und beurteilen zu können, sowie
eine Beschreibung der Maßnahmen, mit denen er-
hebliche Beeinträchtigungen der Umwelt vermieden,
vermindert oder soweit möglich ausgeglichen wer-
den sowie der Ersatzmaßnahmen bei nicht aus-

37
Belange des Bodenschutzes
gleichbaren aber vorrangigen Eingriffen in Natur
und Landschaft.
Weitere Angaben zur Umwelt und ihren Bestandteilen sind
in § 57 a Abs. 2 S. 3 BBergG vorgesehen. Auf der Grund-
lage von § 57 c Nr. 2 BBergG enthält § 2 der UVP-V Berg-
bau eine Präzisierung des Begriffes „entscheidungserhebli-
che Angaben“ i.S.v. § 57 a Abs. 2 S. 2 BBergG. Folgende
Angaben sind danach entscheidungserheblich i.S.d. § 57 a
Abs. 2 S. 2 BBergG:
1) Eine Beschreibung von Art und Menge der zu erwar-
tenden Emissionen und Reststoffe, vor allem der Luft-
verunreinigungen, der Abfälle und des Anfalls von
Abwasser, sowie Angaben über alle sonstigen erhebli-
chen Auswirkungen des Vorhabens auf Menschen, Tie-
re und Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima und
Landschaft und Kultur- und sonstige Sachgüter, ein-
schließlich der jeweiligen Wechselwirkungen,
2) Angaben über den Bedarf an Grund und Boden wäh-
rend der Errichtung und des Betriebes des Vorhabens
sowie über andere Kriterien, die für die Umweltverträg-
lichkeitsprüfung eines Vorhabens maßgebend sind.
Die Angaben müssen nach § 2 Abs. 2 UVP-V Bergbau in
jedem Fall eine Übersicht über die wichtigsten vom Unter-
nehmer geprüften Vorhabenalternativen und die Angabe
der wesentlichen Auswahlgründe unter besonderer Berück-
sichtigung der Umweltauswirkungen enthalten. Im Falle der
Durchführung eines Verfahrens nach § 52 Abs. 2 a S. 2 des
BBergG hat die zuständige Behörde vor Abgabe ihrer Stel-
lungnahme zu den Angaben den Unternehmer und in ihrem
Aufgabenbereich betroffene Behörden anzuhören.
Berücksichtigung von Zielen und Grundsätzen der Raum-
ordnung und Landesplanung: Als öffentliche Interessen i. S.
v. § 48 Abs. 2 S. 1 BBergG sind auch die Ziele und Grund-
sätze von Raumordnung und Landesplanung zu berücksich-
tigen. Eine strikte Bindung an die Ziele der Raumordnung
besteht jedoch nicht, da dies grundsätzlich nur für Planun-
gen und Maßnahmen öffentlicher Stellen gilt, die Planungs-
aufgaben wahrnehmen. Die Bergbehörde hat keine solchen
Zuständigkeiten. (Ausnahme nach § 4 Abs. 1, 3 BBergG:
Private, die in Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben han-
deln).
Bergrechtliche Planfeststellung und Raumordnungsverfah-
ren: Nach § 1 Nr. 16 RoV soll für bergbauliche Vorhaben,
die einer Planfeststellung nach § 52 Abs. 2 a bis 2 c
BBergG bedürfen, ein Raumordnungsverfahren durchge-
führt werden.
Bergrechtliche Planfeststellung und naturschutzrechtliche
Eingriffsregelung: Die naturschutzrechtliche Eingriffsrege-
lung nach §§ 18 – 20 BNatSchG i.V.m. §§ 8 – 11 Sächs-
NatSchG ist uneingeschränkt anzuwenden (vgl. hierzu II C
1.). Eine Beschreibung möglicher Vermeidungs-, Aus-
gleichs- und Ersatzmaßnahmen erfolgt im Rahmen der
UVP.
Umsetzung von Anforderungen des Bodenschutzes im
Planfeststellungsbeschluss: Belange des vorsorgenden Bo-
denschutzes fließen über die UVP, die naturschutzrechtli-
che Eingriffsregelung, die zu berücksichtigenden Ziele und
Grundsätze von Raumordnung und Landesplanung und
gegebenenfalls über ein vorgelagertes Raumordnungsver-
fahren in den Entscheidungsprozess über die Zulassung des
Rahmenbetriebsplans ein. Im Planfeststellungsbeschluss ist
über Vermeidung, Ausgleich und Ersatz für den mit dem
Vorhaben verbundenen Eingriff in Natur und Landschaft zu
entscheiden.
Zuständigkeit: Zuständig für die Zulassung des Rahmenbe-
triebsplans im Planfeststellungsverfahren nach § 52 Abs. 2
a BBergG ist in Sachsen das Oberbergamt (§ 2 Abs. 1
BergZustVO).
2.4.2 Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Da bodenbeanspruchende Bergbauvorhaben zumeist der
UVP-Pflicht unterliegen, finden bodenschutzrechtliche
Aspekte im Planfeststellungsverfahren (im Verfahren und
bei der Entscheidung über die Zulassung des Rahmenbe-
triebsplans) Beachtung. So muss der zu erstellende Rah-
menbetriebsplan gemäß BBergG alle für die UVP bedeut-
samen Angaben enthalten (vgl. auch Kapitel II C 3.2 zur
UVP). Diese wurden bereits im rechtlichen Teil unter 2.4.1
genannt.
Konkret bedeutet dies, dass für das Schutzgut Boden fol-
gende entscheidungserheblichen Angaben beizubringen
sind (UVP-V Bergbau §§ 2 Abs. 1 Nr. 1, 2 Abs. 1 Nr. 2):
Erfassung aller vorhabenrelevanten Auswirkungen
auf den Boden und seine natürlichen Funktionen,
Nachweis, dass der Boden als Funktionsträger weit-
gehend erhalten bleibt und somit schädliche Boden-
veränderungen soweit wie möglich vermieden wer-
den sowie dass die ergriffenen Maßnahmen einen
ausreichenden Schutz des Bodens bieten, um somit
die Voraussetzungen für eine Wiedernutzbarma-
chung der beanspruchten Fläche nach Einstellung
des Betriebes sicherzustellen,
Berücksichtigung des Standortfaktors Boden wäh-
rend der Betriebsphase im Umfeld des Abbauareals
(Lärm- und Sichtschutzwall, Bodeninanspruchnah-
me durch Erschließung und Aufbereitungs- und
Verarbeitungsanlagen) sowie bei der betriebsbeglei-
tenden oder abschließenden Wiedernutzbarmachung
durch Wiederherstellung naturnaher Bodenverhält-
nisse während und nach dem Abbau,
Darstellung der Verwendung der Abraummassen,
bezogen auf das Gesamtvorhaben im Überblick, ge-
trennt nach humushaltigem Oberboden, kulturfähi-
gem und anderem Unterboden, Erstellung einer
Massenbilanz sowie Vorschläge zum Ausgleich der
Fehlbilanz.

38
Belange des Bodenschutzes
Belange des vorsorgenden Bodenschutzes fließen weiterhin
über die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung, die zu
berücksichtigenden Ziele und Grundsätze von Raumord-
nung und Landesplanung und gegebenenfalls über ein vor-
gelagertes Raumordnungsverfahren in den Entscheidungs-
prozess über die Zulassung des Rahmenbetriebsplans ein.
Es wird auch hier auf die jeweiligen Kapitel II C 1.2 (Ein-
griffsregelung) sowie III C 4. (Raumordnungsverfahren)
verwiesen.
2.5
Wege- und Gewässerplan mit landschaftspflege-
rischem Begleitplan nach § 41 Flurbereinigungs-
gesetz (FlurbG)
2.5.1 Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht
Rechtsgrundlage: Über die Zulässigkeit von Maßnahmen
des Wege- und Gewässerplanes mit landschaftspflegeri-
schem Begleitplan nach § 41 FlurbG entscheidet die obere
Flurbereinigungsbehörde durch Planfeststellung bzw. Plan-
genehmigung. Soweit in den Vorschriften des § 41 FlurbG
nichts Abweichendes geregelt ist, richtet sich der Verfah-
rensablauf nach den Vorschriften des Verwaltungsverfah-
rensgesetzes (VwVfG).
Rechtsnatur und Rechtswirkung der Planfeststellung: Durch
die Planfeststellung nach § 41 Abs. 3 FlurbG wird die Zu-
lässigkeit des Vorhabens einschließlich der notwendigen
Folgemaßnahmen an anderen Anlagen im Hinblick auf alle
von ihnen berührten öffentlichen Belange festgestellt; ne-
ben der Planfeststellung sind andere behördliche Entschei-
dungen, insbesondere öffentlich-rechtliche Genehmigun-
gen, Verleihungen, Erlaubnisse, Bewilligungen, Zustim-
mungen und Planfeststellungen nicht erforderlich. Durch
die Planfeststellung werden alle öffentlich-rechtlichen Be-
ziehungen zwischen dem Träger des Vorhabens und den
durch den Plan betroffenen rechtsgestaltend geregelt (§ 41
Abs. 5 FlurbG). Die Planfeststellung erfolgt durch die obere
Flurbereinigungsbehörde. Der Plan kann ohne vorherige
Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens von der
oberen Flurbereinigungsbehörde genehmigt werden, wenn
mit Einwendungen nicht zu rechnen ist oder Einwendungen
nicht erhoben oder nachträglich ausgeräumt werden (§ 41
Abs. 4 FlurbG). Die Plangenehmigung hat die Rechtswir-
kung der Planfeststellung.
Abwägungsgebot: Nach § 37 Abs. 2 FlurbG sind die von
dem Vorhaben berührten öffentlichen und privaten Belange
einschließlich der Umweltverträglichkeitsprüfung im Rah-
men der Abwägung zu berücksichtigen. Dem Bodenschutz
kommt im Rahmen der Abwägung besondere Bedeutung
zu. So sind nach § 37 Abs. 1 FlurbG u. a. bodenschützende
sowie verbessernde Maßnahmen vorzunehmen und alle
sonstigen Maßnahmen zu treffen, durch welche die Grund-
lagen der Wirtschaftsbetriebe verbessert, der Arbeitsauf-
wand vermindert und die Bewirtschaftung erleichtert wer-
den.
Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist für den Bau der
gemeinschaftlichen und öffentlichen Anlagen i.S.d. Flur-
BergG nach Nr. 16.1 der Anlage 1 zu § 3 UVPG erforder-
lich. Über die Umweltverträglichkeitsprüfung fließen auch
die nach § 37 Abs. 2 FlurBerG zu berücksichtigenden Be-
lange des Bodenschutzes in die planerische Abwägung mit
ein.
Planfeststellung und naturschutzrechtliche Eingriffsrege-
lung: Auf die Ausführung zu 2.1 (Bundesfernstraßen) sowie
auf II C 1. (naturschutzrechtliche Eingriffsregelung) wird
verwiesen.
Planfeststellung und Bindung an Ziele und Grundsätze der
Raumordnung: Die Ziele und Grundsätze der Raumordnung
sind im Rahmen der Aufstellung des Wege- und Gewässer-
planes zu berücksichtigen. Ein Raumordnungsverfahren ist
in der Regel nicht durchzuführen.
Umsetzung von Anforderungen des Bodenschutzes und
Planfeststellungsbeschluss: Der Planfeststellungsbeschluss
nach § 41 FlurbG unterscheidet sich hinsichtlich der Mög-
lichkeiten, aktiv Bodenschutz zu betreiben, grundlegend
von den zuvor genannten Planfeststellungsbeschlüssen. So
sind auf Grundlage des § 37 Abs. 1 FlurbG im ländlichen
Neuordnungsverfahren u. a. bodenschützende sowie ver-
bessernde Maßnahmen vorzunehmen, durch welche die
Grundlagen der Wirtschaftsbetriebe verbessert, der Ar-
beitsaufwand vermindert und die Bewirtschaftung erleich-
tert werden. Im Gegensatz zu den bisher beschriebenen
Planfeststellungsverfahren kann auf diese Weise positiv
gestaltend Bodenschutz betrieben werden. Die Abwehr
negativer Auswirkung einzelner Maßnahmen des Planes auf
den Boden erfolgt durch die Berücksichtigung des vorsor-
genden Bodenschutzes im Rahmen der naturschutzrechtli-
chen Eingriffsregelung, der UVP sowie der Grundsätze der
Raumordnung.
Zuständig für die Planfeststellung nach § 41 Abs. 3 Flur-
BerG sind gem. § 1 des Gesetzes zur Ausführung des Flur-
BerG (AG FlurBerG), zuletzt geändert durch Gesetz vom
05.05.2004 (SächsGVBl. S. 148) die staatlichen Ämter für
ländliche Entwicklung als obere Flurbereinigungsbehörden.
Gem. § 1 Abs. 3 AG FlurBerG werden dem Staatl. Amt für
ländliche Entwicklung sämtliche Aufgaben und Befugnisse
übertragen, die nach dem FlurBerG – etwa nach § 41 Abs. 3
FlurBerG – der Flurbereinigungsbehörde zustehen, soweit
sie nicht nach § 2 der Teilnehmergemeinschaft übertragen
werden. Gemäß § 2 AusfGFlurBerG hat die Teilnehmer-
gemeinschaft das Flurbereinigungsgebiet neu zu gestalten,
insbesondere den Flur bereinigungsplan zu erstellen und
alle hierzu notwendigen Verhandlungen zu führen sowie
die zur Durchführung des Flurbereinigungsplans erforderli-
chen Maßnahmen zu treffen (3. und 4. Teil des FlurberG,
§§ 37 bis 90). Die Teilnehmergemeinschaft ist damit auch
für die Planfeststellung nach § 41 FlurBerG zuständig.
2.5.2 Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Auf die Aussagen unter „Umsetzung von Anforderungen
des Bodenschutzes und Planfeststellungsbeschluss“ wird
verwiesen. Als bodenschützende oder bodenverbessernde
Maßnahmen im Sinne des § 37 Abs. 1 FlurbG werden ins-
besondere Maßnahmen des Erosionsschutzes geplant und

39
Belange des Bodenschutzes
umgesetzt. Durch die Anpassung des geplanten Wegenetzes
an die Höhenlinien, kann die Rückhaltung des anfallenden
Niederschlagswassers in der Fläche begünstigt werden. Die
Anlage wegbegleitender Bepflanzungen und von Acker-
randstreifen verhindert den Eintrag von abgeschwemmtem
Material in die Wegeseitengräben und reduziert so die Ver-
schmutzung von Oberflächengewässern. Besonders stark
erosionsgefährdete Flächen können aus der ackerbaulichen
Nutzung herausgenommen und einer Gründlandnutzung
zugeführt werden. Steillagen und stark hängiges Gelände
können durch Aufforstung gegen Erosion geschützt werden.
Die betroffenen Flächen werden durch gezieltes Bodenma-
nagement über die Teilnehmergemeinschaft bereitgestellt.
Die erforderlichen Maßnahmen werden mit Eigentümern,
Bewirtschaftern und Kommunen abgestimmt, geplant und
realisiert. Die Realisierung der bodenschützenden und -
verbessernden Maßnahmen erfolgt somit regelmäßig auch
in Abstimmung auf die Interessen der Landwirtschaft.
C
Genehmigungsverfahren
1
Baurechtliches Genehmigungsverfahren
1.1
Berücksichtung aus rechtlicher Sicht
Rechtsgrundlage: Nach § 59 Abs. 1 SächsBO bedürfen die
Errichtung, die Änderung, die Nutzungsänderung der Bau-
genehmigung, soweit in den §§ 60 – 62, 76 und 77 nichts
anderes bestimmt ist.
Rechtsnatur und Rechtswirkung der Entscheidung über die
Baugenehmigung: Bei der Entscheidung über die Erteilung
der Baugenehmigung handelt es sich um eine gebundene
Entscheidung, nicht um eine Planungsentscheidung, da die
Bauaufsichtsbehörde nicht über einen planerischen Gestal-
tungsfreiraum verfügt. Sie ist nach § 72 Abs. 1 SächsBO
vielmehr verpflichtet, die Baugenehmigung zu erteilen,
wenn dem Vorhaben keine öffentlich-rechtlichen Vorschrif-
ten entgegenstehen, die im bauaufsichtlichen Genehmi-
gungsverfahren zu prüfen sind. Die Entscheidung darüber,
ob öffentlich-rechtliche Vorschriften entgegenstehen, ist
keine planerische Abwägungsentscheidung.
Baugenehmigung und Vorgaben des BauGB: Zu den einer
Baugenehmigung möglicherweise entgegenstehenden öf-
fentlich-rechtlichen Vorschriften gehören neben den Vor-
schriften der SächsBO (Bauordnungsrecht) vor allem die
Vorschriften des BauGB (Bauplanungsrecht). Ob ein Vor-
haben bauplanungsrechtlich zulässig ist, wird im Bauge-
nehmigungsverfahren anhand der Vorschriften der §§ 29 ff.
BauGB überprüft. Sofern ein Bebauungsplan existiert,
kommt es für die Zulässigkeit maßgeblich auf dessen Fest-
setzungen an (§§ 30-33 BauGB).
Bei Vorhaben in Ortsteilen, die im Zusammenhang bebaut
sind, für die aber kein Bebauungsplan nach § 34 BauBG
besteht, kommt es nach § 34 BauGB vor allem darauf an,
dass sich das Vorhaben in die Eigenart der näheren Umge-
bung einfügt. Entspricht diese einem Baugebiet nach der
Baunutzungsverordnung, so richtet sich die Zulässigkeit
eines Vorhabens hiernach. Außerhalb der im Zusammen-
hang bebauten Ortsteile und/oder des durch Bebauungsplä-
ne geregelten Bereichs (Außenbereich) der Gemeinde rich-
tet sich die Zulässigkeit eines Vorhabens nach § 35 BauGB.
Im Grundsatz soll danach der Außenbereich - vor allem aus
ökologischen Gründen - von Bebauung frei bleiben. Inso-
fern handelt es sich bei § 35 BauGB um eine grundlegende
Umwelt- und Naturschutznorm des Baurechts. Allerdings
lässt die Vorschrift auch Ausnahmen zu.
Baugenehmigung und naturschutzrechtliche Eingriffsrege-
lung: Die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung nach §§
18-20 BNatSchG findet im Baugenehmigungsverfahren nur
dann Anwendung, wenn es um die Zulässigkeit eines Vor-
habens im Außenbereich (§ 35 BauGB) geht (§ 21 Abs. 2 S.
2 BNatSchG). Wo Bauleitpläne existieren, findet die natur-
schutz-rechtliche Eingriffsregelung auf Bauvorhaben keine
Anwendung, da hier bereits bei der Aufstellung der Pläne
die planerische Eingriffsregelung anzuwenden war (§ 21
Abs. 1 BNatSchG). Hinsichtlich der Anwendung der natur-

40
Belange des Bodenschutzes
schutzrechtlichen Eingriffsregelung auf Vorhaben im Au-
ßenbereich gelten keine Besonderheiten (vgl. II C 1.).
Vorgaben mit bodenschützender Zielrichtung in § 35
BauGB: Ein nicht bereits nach § 35 Abs. 1 BauGB privile-
giertes Vorhaben ist nach § 35 Abs. 2 BauGB nur zulässig,
wenn öffentliche Belange nicht beeinträchtigt werden. Nach
§ 35 Abs. 3 Nr. 2 BauGB liegt eine Beeinträchtigung öf-
fentlicher Belange insbesondere auch dann vor, wenn das
Vorhaben den Darstellungen eines Landschaftsplans oder
sonstiger Pläne widerspricht. Diese mit § 1 Abs. 6 Nr. 7 g)
BauGB korrespondierende Regelung soll sicherstellen, dass
umweltbezogene Fachpläne in die Zulassungsentscheidung
einfließen.
Eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange liegt nach § 35
Abs. 3 Nr. 5 BauGB u. a. auch dann vor, wenn das Vorha-
ben Belange des Bodenschutzes beeinträchtigt. Der Gesetz-
geber wollte mit dieser durch das BauROG geänderten
Regelung sicherstellen, dass Belange des Bodenschutzes
bei der Entscheidung über die Zulassung von Vorhaben im
Außenbereich mit dem ihnen aus ökologischer Sicht zu-
kommenden Gewicht berücksichtigt werden. Der Schutz-
zweck dieser Vorschrift bezieht sich in erster Linie auf die
in § 2 Abs. 2 Nr. 1 BBodSchG genannten natürlichen Bo-
denfunktionen.
Sind Vorhaben im Außenbereich auf Grund der Abs. 1-4
des § 35 BauGB zulässig, so fordert Abs. 5 S. 1 eine flä-
chensparende, die Versiegelung auf das notwendige Maß
begrenzende und den Außenbereich schonende Durchfüh-
rung. Auch mit dieser Regelung will der Gesetzgeber dem
Bodenschutz bei der Entscheidung über Außenbereichsvor-
haben zu einer stärkeren Durchsetzung verhelfen. Inhaltlich
ergibt sich das Gebot einer flächensparenden, versiege-
lungsbegrenzenden und schonenden Ausführung bereits als
Folge der bei der Zulassung von Vorhaben im Außenbe-
reich gemäß § 21 Abs. 2 S. 2 i.V.m. §§ 18-20 BNatSchG
uneingeschränkt anzuwendenden naturschutzrechtlichen
Eingriffsregelung.
Vorgaben mit bodenschützender Zielrichtung in der Sächs-
BO: Nach § 3 Abs. 1 SächsBO sind Anlagen so anzuord-
nen, zu errichten, zu ändern und instand zuhalten, dass
insbesondere auch die natürlichen Lebensgrundlagen, zu
denen u. a. der Boden zählt, nicht gefährdet werden. Nach §
8 Abs. 1 SächsBauO sind die nicht mit Gebäuden oder
vergleichbaren baulichen Anlagen überbauten Flächen der
bebauten Grundstücke.
1) Wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen
und
2) zu begrünen oder zu bepflanzen,
soweit dem nicht die Erfordernisse einer anderen zulässigen
Verwendung der Flächen entgegenstehen.
Die Vorschrift des § 8 Abs. 1 S. 1 SächsBauO findet keine
Anwendung, soweit Bebauungspläne oder andere Satzun-
gen Festsetzungen zu den nicht überbauten Flächen treffen
(vgl. § 8 Abs. 1 S. 2 SächsBauO). Welche Nutzung auf dem
Grundstück zulässig ist, ergibt sich aus dem Bebauungsplan
bzw. der Baunutzungsverordnung. Insgesamt enthält die
SächsBO nur wenige eigenständige Regelungen zum vor-
sorgenden Bodenschutz.
Berücksichtigung des vorsorgenden Bodenschutzes bei
Erteilung der Baugenehmigung: Im Baugenehmigungsver-
fahren ist zu prüfen, ob öffentlich-rechtliche Vorschriften
entgegenstehen. Über den Begriff der „öffentlich-
rechtlichen Vorschriften“ fließen die bodenschützenden
Vorgaben des Bauplanungsrechts (vor allem bodenschüt-
zender Inhalt der Bauleitpläne und § 35 BauGB, § 202
BauGB) und der SächsBO (§ 3 Abs. 1, § 8 Abs. 1) in die
Entscheidungsfindung ein. Die weitaus größte Bedeutung
für den vorsorgenden Bodenschutz haben die Vorgaben des
Bauplanungsrechts, insbesondere der Bauleitplanung (vgl.
III A 2.). Diese legen die Bebaubarkeit von Flächen bzw.
Grundstücken fest und bestimmen ferner Art und Maß der
baulichen Nutzung sowie die überbaubare Grundstücksflä-
che. Im Baugenehmigungsverfahren wird lediglich geprüft,
ob diese Vorgaben eingehalten sind. Die bodenschützenden
Vorgaben der §§ 3 und 8 SächsBO haben demgegenüber
allenfalls flankierende Bedeutung.
Zuständigkeit: Nach § 57 Abs. 1 S. 2 SächsBO sind die
unteren Bauaufsichtbehörden sachlich zuständig, soweit
nichts anderes bestimmt ist. Untere Bauaufsichtsbehörden
sind nach § 57 Abs. 1 Nr. 1 SächsBO die Landkreise,
Kreisfreien Städte und Großen Kreisstädte.
1.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Da im Baugenehmigungsverfahren i. d. R keine UVP statt-
findet, ergeben sich - wie allgemein in den Genehmigungs-
verfahren - keine zusätzlich zu beachtenden Anforderungen
des Bodenschutzes, da die Erteilung einer Baugenehmigung
lediglich eine „Kontrollerlaubnis“, aber keine Planungsent-
scheidung mehr darstellt. Der vorsorgende Schutz der na-
türlichen Lebensgrundlagen ist demnach nicht Gegenstand
des Bauordnungsrechts.
Wesentliche Bedeutung für den vorsorgenden Bodenschutz
kommt hingegen der bereits besprochenen Bauleitplanung
mit ihren Planwerken zu (vgl. III A 2.). Im Baugenehmi-
gungsverfahren finden die Vorgaben aus der Bauleitpla-
nung in Form von Auflagen ihre Umsetzung. Dabei ist die
Flächennutzungsplanung als vorbereitende Bauleitplanung
das wichtigste Mittel, um bodenschützerische Aussagen zu
integrieren und die Flächeninanspruchnahme entsprechend
den vorhandenen Böden und ihrer natürlichen Eigenschaf-
ten zu lenken. Hierzu wiederum kann die Landschaftspla-
nung einen entscheidenden Beitrag leisten, indem sie für
die Flächennutzungsplanung verwertbare Aussagen zum
Schutzgut Boden liefert (vgl. hierzu näher die Kapitel III A
2.2.2 (Bauleitplanung) und II C 5.2 (Landschaftsplan)).

41
Belange des Bodenschutzes
2
Immissionsschutzrechtliches Genehmi-
gungsverfahren
2.1
Berücksichtung aus rechtlicher Sicht
Rechtsgrundlage: § 4 Abs. 1 BImSchG stellt die Errichtung
und der Betrieb von Anlagen, die auf Grund ihrer Beschaf-
fenheit oder ihres Betriebes in besonderem Maße geeignet
sind, schädliche Umwelteinwirkungen hervorzurufen, unter
den Vorbehalt einer Genehmigung. Welche Anlagen im
Einzelnen unter diese Genehmigungspflicht fallen, be-
stimmt sich nach den Regelungen der 4. BImSchV. Nach §
1 BImSchG ist es erklärtes Ziel des Gesetzes, auch den
Boden vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Anla-
gen zu schützen.
Rechtsnatur und Rechtswirkung der immissionsschutzrecht-
lichen Genehmigung: Es handelt sich um eine „Kontroller-
laubnis“, nicht um eine planerische Abwägungsentschei-
dung, da die Behörde keine planerische Gestaltungsfreiheit
hat, sondern zur Erteilung der Genehmigung verpflichtet
ist, sofern die in § 6 BImSchG normierten Genehmigungs-
voraussetzungen erfüllt sind. Folge davon ist, dass die Be-
hörde bei ihrer Entscheidung z. B. nicht prüft, ob ein um-
weltschonenderer Standort in Betracht kommt. Der Standort
muss allerdings mit bauplanungsrechtlichen Vorschriften
vereinbar sein. Die Genehmigung entfaltet gemäß § 13
BImSchG Konzentrationswirkung, d. h. sie schließt – mit
einigen Ausnahmen – andere die Anlage betreffende be-
hördliche Entscheidungen ein. Hiervon erfasst ist insbeson-
dere die Baugenehmigung, die auf diese Weise durch die
immissionsschutzrechtliche Genehmigung ersetzt wird.
Immissionsschutzrechtliche Genehmigung und Eingriffsre-
gelung: Die Eingriffsregelung nach §§ 18-20 BNatSchG
i.V.m. §§ 8-11 SächsNatSchG ist anzuwenden (vgl. II C 1.).
Maßnahmen zur Vermeidung bzw. zu Ausgleich und Ersatz
können im Wege einer Auflage zur Genehmigung angeord-
net werden.
Immissionsschutzrechtliche Genehmigung und UVP: Für
sämtliche Vorhaben, die in Nr. 1 bis 19 – jeweils mit Un-
tergruppen – der Anlage 1 zu § 3 Abs. 1 UVPG aufgeführt
sind, ist entsprechend der darin vorgesehenen Abstufungen
eine vollständige UVP, eine allgemeine Vorprüfung des
Einzelfalls oder eine standortbezogene Vorprüfung des
Einzelfalls durchzuführen. Für vereinzelte Vorhaben be-
steht eine UVP-Pflicht nur nach Maßgabe des Landes-
rechts.
Berücksichtigung des vorsorgenden Bodenschutzes: Die
immissionsschutzrechtliche Genehmigung darf nur erteilt
werden, wenn zum einen die Betreiberpflichten des § 5
Abs. 1 BImSchG eingehalten sind und außerdem andere
öffentlich-rechtliche Vorschriften nicht entgegenstehen (§ 6
Abs. 1 Nr. 1 u. 2 BImSchG). Unter den Betreiberpflichten
umfasst insbesondere die Vorsorgepflicht in § 5 Abs. 1 Nr.
2 BImSchG Belange des vorsorgenden Bodenschutzes
(Schadstoffeintrag in den Boden durch den Betrieb der
Anlage). Über „andere öffentlich-rechtliche Vorschriften“
finden auch bodenschützende Maßgaben anderer Rechts-
vorschriften Eingang in das immissionsschutzrechtliche
Genehmigungsverfahren. Letzteres trifft insbesondere auf
baurechtliche Vorschriften zu. Diese sind ihrerseits wieder-
um an die Ziele der Raumordnung und Landesplanung
anzupassen (§ 1 Abs. 4 BauGB). Über die Bauleitplanung
können die Gemeinden vor allem Einfluss auf den Standort
von Anlagen nehmen. Elemente des vorsorgenden Boden-
schutzes fließen außerdem über die UVP bzw. die natur-
schutzrechtliche Eingriffsregelung in das Genehmigungs-
verfahren ein.
Immissionsschutzrechtliche Vorsorgepflicht und
BBodSchG: § 3 Abs. 3 S. 2 BBodSchG enthält eine Rege-
lung zur immissionsschutzrechtlichen Vorsorgepflicht. Zu
deren Konkretisierung sind die in einer Verordnung nach §
8 Abs. 2 BBodSchG festgelegten Vorsorgewerte heranzu-
ziehen. Durch diese Vorsorgewerte wird die Belastungs-
schwelle bestimmt, deren Erreichen die Besorgnis einer
schädlichen Bodenveränderung begründet. Besteht die
Besorgnis schädlicher Bodenveränderungen durch Immis-
sionen, so wird dadurch (wegen der Verzahnung in § 3 Abs.
3 S. 1 BBodSchG) auch die Pflicht zu immissionsschutz-
rechtlichen Vorsorgemaßnahmen ausgelöst. Eine entspre-
chende Verordnung liegt allerdings derzeit nicht vor (vgl.
den ausdrücklichen Hinweis im § 11 Abs. 3 BBodSchV).
Daher ist zur Bestimmung der zulässigen Zusatzbelastung
durch den Betrieb von Anlagen auf die einschlägigen im-
missionsschutzrechtlichen Vorschriften (TA Luft, 22.
BImSchV) zurückzugreifen.
Zuständigkeit: Zuständigkeitsfragen werden in der Zustän-
digkeitsverordnung Immissionsschutz (ImSchZuV) des
Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirt-
schaft geregelt.
2.2
Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren
können Belange des Bodenschutzes vor allem über die
UVP und die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung ein-
fließen. Zur Berücksichtigung des Bodens sei auf die ent-
sprechenden Kapitel II C 1.2 (Eingriffsregelung) und II C
3.2 (UVP) verwiesen. Des Weiteren können die Gemeinden
über die Bauleitplanung Einfluss auf den Standort von
Anlagen nehmen und somit bodenschützerische Belange
berücksichtigen. Für die Bauleitplanung und ihre Möglich-
keiten zum Schutz des Bodens gelten die Anforderungen im
Kapitel III A 2.2.2.

42
Belange des Bodenschutzes
3
Bergrechtliche Zulassungsverfahren
3.1
Aufsuchung und Gewinnung bergfreier Boden-
schätze
3.1.1 Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht
Rechtsgrundlage: Die Aufsuchung bergfreier Bodenschätze
bedarf der Erlaubnis, ihre Gewinnung bedarf der Bewilli-
gung oder des Bergwerkeigentums (§§ 6 ff. BBergG ).
Bewilligung und Bergwerkseigentum sind inhaltsgleich;
Bergwerkseigentum stellt jedoch ein grundstücksgleiches
Recht dar.
Entscheidung über Erlaubnis und Bewilligung: Die Ent-
scheidung über die Erteilung von Erlaubnis und Bewilli-
gung stellt eine sog. „Kontrollerlaubnis“ dar (vgl. hierzu II
A 4.). Die Behörde hat zwar eine Abwägung zwischen den
Interessen des Bergbaus und anderen öffentlichen Interes-
sen vorzunehmen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um
eine planerische Abwägung, da der Behörde keine planeri-
sche Gestaltungsfreiheit zukommt.
Berücksichtigung des vorsorgenden Bodenschutzes: Die
Vorschrift des § 11 BBergG beinhaltet in Nr. 1-10 einen
Katalog von Ausschlussgründen für die Erteilung einer
Erlaubnis. Nach Nr. 10 ist die Erlaubnis zu versagen, wenn
überwiegende öffentliche Interessen im gesamten zugeteil-
ten Feld entgegenstehen. § 12 BBergG sieht für die Ertei-
lung einer Bewilligung den gleichen Ausschlussgrund vor.
Zu den öffentlichen Interessen gehören auch ökologische
Belange einschließlich der Belange des vorsorgenden Bo-
denschutzes. Gleiches gilt für die Vorschrift des § 48 Abs.
2 S. 1 BBergG. Danach kann die für die Zulassung von
Betriebsplänen zuständige Behörde eine Aufsuchung oder
eine Gewinnung beschränken oder untersagen, soweit ihr
überwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen.
Zuständigkeit: Zuständig für die Durchführung des BBergG
ist in Sachsen generell das Sächsische Oberbergamt.
3.1.2 Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Aufsuchung und Gewinnung bergfreier Bodenschätze sind
an eine Erlaubnis bzw. Bewilligung gebunden. Die ertei-
lende Behörde verfügt dabei über keinen planerischen Ges-
taltungsspielraum. Die Erlaubnis bzw. Bewilligung kann in
solchen Fällen versagt werden, wenn überwiegende öffent-
liche Interessen - wozu auch ökologische Belange gehören -
entgegenstehen. Dies kommt jedoch in den seltensten Fäl-
len vor, denn hierzu müssten gewichtige Gründe aus Sicht
des Bodenschutzes vorliegen. Wurden die Erlaubnis und
die Bewilligung zur Aufsuchung und Gewinnung erteilt,
finden Belange des Bodenschutzes vor allem in den Be-
triebsplänen (vgl. folgendes Kapitel) Berücksichtigung.
3.2
Zulassung von Betriebsplänen
3.2.1 Berücksichtigung aus rechtlicher Sicht
Rechtsgrundlage: Nach § 51 Abs. 1 BBergG dürfen Aufsu-
chungsbetriebe, Gewinnungsbetriebe und Betriebe zur
Aufbereitung nur auf Grund von Plänen (Betriebsplänen)
errichtet, geführt und eingestellt werden, die vom Unter-
nehmen aufgestellt und von der zuständigen Behörde zuge-
lassen worden sind. Die Zulassung herkömmlicher Haupt-,
Sonder- und Abschlussbetriebspläne ist von der Zulassung
des Rahmenbetriebsplans zu unterscheiden.
Rechtsnatur der Betriebsplanzulassung: Bei der Zulas-
sungsentscheidung handelt es sich um eine „Kontroller-
laubnis“, nicht dagegen um eine Planungsentscheidung. Die
Zulassungsbehörde verfügt nicht über einen planerischen
Gestaltungsfreiraum, sondern ist nach § 55 Abs. 1 BBergG
verpflichtet die Zulassung zu erteilen, sofern die im Katalog
des § 55 Abs. 1 BBergG aufgeführten Voraussetzungen
vorliegen. Dabei hat die Behörde zwar die Interessen des
Bergbaus gegen andere Interessen abzuwägen; diese Inte-
ressenabwägung ist jedoch, im Gegensatz zu einer planeri-
schen Abwägung, in vollem Umfang gerichtlich nachprüf-
bar.
Betriebsplanzulassung und Eingriffsregelung: Die natur-
schutzrechtliche Eingriffsregelung nach §§ 18 – 20
BNatSchG i.V.m. §§ 8 – 11 SächsNatSchG findet Anwen-
dung (vgl. hierzu II C 2.). Sofern für das Vorhaben ein
Betriebsplan aufzustellen ist, umfasst dieser auch die An-
wendung der Eingriffsregelung.
Berücksichtigung des vorsorgenden Bodenschutzes: Eine
Berücksichtigung von Belangen des Bodenschutzes bei der
Inanspruchnahme von Grundflächen ist zunächst im Rah-
men der Voraussetzungen des § 55 BBergG Abs. 1 Nr. 7
(Vorsorge zur Wiedernutzbarmachung in dem nach den
Umständen gebotenen Ausmaß) und Nr. 9 (Schutz vor
gemeinschädlichen Einwirkungen) möglich, allerdings nur
in begrenztem Umfang. Der Begriff Wiedernutzbarma-
chung ist in § 4 Abs. 4 BBergG definiert als ordnungsge-
mäße Gestaltung der vom Bergbau in Anspruch genomme-
nen Oberfläche unter Beachtung des öffentlichen Interesses.
Ferner handelt es sich bei der Vorschrift des § 48 Abs. 2 S.
1 BBergG nicht nur um eine Anordnungsbefugnis, sondern
auch um eine materielle Voraussetzung für die Betriebs-
planzulassung. Letztere kann demnach auch dann versagt
werden, wenn überwiegende öffentliche Interessen entge-
genstehen. Über den Begriff „öffentliche Interessen“ flie-
ßen u. a. ökologische Belange und somit auch Belange des
vorsorgenden Bodenschutzes in die Entscheidung ein. Dies
hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 14. April
2005 (7 C 26.03) so ausdrücklich bestätigt. Auch Ziele und
Grundsätze der Raumordnung und Landesplanung, die
ihrerseits Aussagen zum vorsorgenden Bodenschutz treffen,
sind als öffentliche Interessen“ i. S. d. § 48 Abs. 2 S. 1
BBergG bei der Betriebsplanzulassung zu berücksichtigen.
Eine strikte Bindung an die Ziele der Raumordnung besteht
jedoch nicht, da diese grundsätzlich nur für Planungen und
Maßnahmen öffentlicher Stellen gelten. Sofern ein Rah-
menbetriebsplan aufzustellen ist, werden die Umweltbelan-

43
Belange des Bodenschutzes
ge im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens berücksich-
tigt (bei UVP-pflichtigen RBP).
Zuständigkeit: Für die Zulassung von Betriebsplänen ist in
Sachsen das Oberbergamt zuständig (§ 2 der BergZustVO).
3.2.2 Berücksichtigung aus fachlicher Sicht
Bergbauliche Tätigkeiten zur Aufsuchung und Gewinnung
von Rohstoffen können eine nachhaltige und erhebliche
Beeinträchtigung des Bodens und seiner Funktion sowie der
anderen Schutzgüter bewirken. Eine hinreichende Berück-
sichtigung des Schutzgutes Boden ist bei Beachtung der
folgenden Anforderungen an die Betriebspläne gewährleis-
tet.
Hauptbetriebsplan
Bei der Vorlage von Betriebsplänen zur Aufsuchung und
Gewinnung von Rohstoffen sind die beabsichtigten Maß-
nahmen zum Schutz des Bodens für den Hauptbetriebsplan
umfassenden Zeitraum detailliert zu erläutern:
Flächengröße, Abraummenge und Bodenverhältnis-
se
Erläuterung der Maßnahmen zur Wiedernutzbarma-
chung (Herstellung naturähnlicher, den naturräumli-
chen Verhältnissen angepassten Bodenverhältnissen
während der Betriebsplanlaufzeit, insbesondere Dar-
stellung des Umganges mit dem Bodenmaterial und
dessen weiterer Verwendung, getrennt nach humo-
sem Oberboden, kulturfähigem und anderem Unter-
boden, einschließlich Präzisierung der Massenbi-
lanz.
Abschlussbetriebsplan
Folgende Angaben über die Nachnutzung werden erwartet:
ökologische Standortbewertung unter Berücksichti-
gung der lokalen Bodenverhältnisse in der Umge-
bung der Abbaufläche,
Wiedernutzbarmachungskonzept.
Ergibt sich aus der Nachnutzungskonzeption die Pflicht zur
Wiederherstellung einer kulturfähigen Oberbodenschicht,
sind folgende Hinweise maßgebend:
Die Aufbringung des Oberbodens erfolgt möglichst
in horizontalen Schichten von der Abbausohle aus.
Dabei ist auf eine möglichst trockene Oberfläche
und ggf. eine vorherige Lockerung zu achten.
Grundsätzlich darf in den einzelnen Schichten nur
Bodenmaterial und kultivierbarer Boden ähnlicher
Beschaffenheit aufgebracht werden.
Die Aufschüttungsfläche soll nur mit Geräten gerin-
gen Bodendruckes befahren werden.
Die Erstbewirtschaftung soll der geringen Gefüge-
stabilität und der gestörten biologischen Aktivität
des aufgetragenen Bodens durch schonende Bearbei-
tung bei trockener Witterung, Lockerung vor Erstan-
saat mit Tiefwurzlern und durch Schutz des Bodens
vor Erosion und Verschlämmung Rechnung tragen.
(fakultativer) Rahmenbetriebsplan
Als Grundlage für die Planung sind der Boden-Ist-Zustand
im Abbaugebiet sowie abbau- und verarbeitungsbedingte
Wirkungen auf den Boden und dessen natürliche Funktio-
nen zu erfassen. Darauf aufbauend erfolgt die Dokumenta-
tion möglicher Vorkehrungen zur Minimierung der Boden-
belastungen. Die Wirksamkeit der Vermeidungs-, Minde-
rungs-, Schutz- bzw. Ersatzmaßnahmen ist zu prognostizie-
ren. Im Ergebnis der Erfassung und Bewertung des Schutz-
gutes Boden ist herauszuarbeiten, wie
das durch die Abgrabung betroffene Bodenmaterial
als Funktionsträger weitgehend erhalten werden
kann und damit vermeidbare Belastungen unterblei-
ben,
die ergriffenen Maßnahmen einen ausreichenden
Schutz des Bodenmaterials bieten und somit zumin-
dest die Voraussetzungen für eine Wiedernutzbar-
machung der beanspruchten Fläche nach Einstellung
des Betriebes geschaffen werden.
Rechtsgrundlage: Rechtsgrund des Raumordnungsverfah-
rens ist in Sachsen ausschließlich § 15 des SächsLPlG. Die
in § 15 des ROG des Bundes enthaltene Regelung zum
Raumordnungsverfahren hat nur rahmenrechtlichen Cha-
rakter, ist somit auf eine landesrechtliche Umsetzung ange-
legt.
Inhalt und Zielsetzung: Ein Raumordnungsverfahren ist für
diejenigen Vorhaben durchzuführen, die in § 1 Nr. 1 bis 19
der Raumordnungsverordnung (RoV) des Bundes aufge-
führt sind. In diesem Fall hat die nach Landesrecht zustän-
dige Raumordnungsbehörde von Amts wegen oder auf
Antrag des Trägers der Planung oder Maßnahme in einem
besonderen Verfahren die Auswirkungen des Vorhabens
mit den Erfordernissen der Raumordnung abzustimmen
(vgl. § 15 Abs. 1 SächsLPlG). Durch das Raumordnungs-
verfahren wird gem. § 15 Abs. 2 SächsLPlG festgestellt:
1) ob die Planung oder Maßnahme mit den Erfordernissen
der Raumordnung übereinstimmt und
2) wie sie mit anderen raumbedeutsamen Planungen und
Maßnahmen unter den Gesichtspunkten der Raumord-
nung abgestimmt oder durchgeführt werden kann
(Raumverträglichkeitsprüfung).
Im Raumordnungsverfahren sind gem. § 15 Abs. 2 S. 2
SächsLPlG die raumbedeutsamen Auswirkungen der Pla-
nung oder Maßnahme auf die in den Grundsätzen des § 2
Abs. 2 ROG genannten Belange unter überörtlichen Ge-
sichtspunkten zu prüfen. Die Feststellung nach S. 1 schließt

44
Belange des Bodenschutzes
die Prüfung der vom Träger der Planung oder Maßnahme
eingeführten Standort- oder Trassenalternativen ein.
Rechtsnatur des Raumordnungsverfahrens: Das Ergebnis
des Raumordnungsverfahrens stellt ein so genannten sons-
tiges Erfordernis der Raumordnung i.S.d. § 3 Nr. 4 ROG
dar. Als solches ist das Ergebnis des Raumordnungsverfah-
rens gem. § 4 Abs. 2 ROG von öffentlichen Stellen bei
raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen nach § 4
Abs. 1 ROG in der Abwägung oder bei der Ermessensaus-
übung nach Maßgabe der dafür geltenden Vorschriften zu
berücksichtigen.
Raumordnungsverfahren und vorsorgender Bodenschutz:
Nach § 15 Abs. 2 S. 2 SächsLPlG sind im Raumordnungs-
verfahren die raumbedeutsamen Auswirkungen der Planung
oder Maßnahme auf die in den Grundsätzen des § 2 Abs. 2
ROG genannten Belange unter überörtlichen Gesichtspunk-
ten zu prüfen. Über die besagten Grundsätze fließen auch
die Belange des vorsorgenden Bodenschutzes in das Raum-
ordnungsverfahren ein. Zu nennen sind hier insbesondere
die Grundsätze in § 2 Abs. 2 Nr. 3, 6, 8 und 10 ROG.
Zuständigkeit: Zuständig für das Raumordnungsverfahren
ist nach § 23 Abs. 3 SächsLPlG die höhere Raumordnungs-
behörde, soweit nichts anderes bestimmt ist. Höhere Raum-
ordnungsbehörde ist nach Abs. 2 dieser Vorschrift das
jeweilige Regierungspräsidium.

45
Anhang
IV Anhang
A
Übersicht über gesetzliche Zuständigkeiten für Planungs- und
Genehmigungsverfahren im Freistaat Sachsen
Verfahren
Zuständigkeit
Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung
§§ 18 – 20 BNatSchG i.V.m. §§ 8-11 SächsNatSchG
Behörde die für das Verfahren zuständig ist, welches der
Zulassung des Eingriffs dient. Diese hat jedoch die Natur-
schutzbehörde nach Maßgabe des § 10 SächsNatSchG zu
beteiligen (§ 20 Abs. 2 BNatSchG).
Planerische Eingriffsregelung
(§ 21 BNatSchG i.V.m. mit §§ 1 Abs. 6 Nr. 7, 1 a) Abs. 3
BauGB)
Gemeinde, die das Bauleitplanverfahren durchführt (§§ 1
Abs. 3, 1 a) Abs. 1 und Abs. 3 BauGB)..
Umweltverträglichkeitsprüfung
(§ 2 Abs. 1 UVPG)
Behörde, die für dasjenige Verwaltungsverfahren zuständig
ist , das der Entscheidung über die Zulässigkeit des Vorha-
bens dient. (§ 2 Abs. 1 S. 1 UVPG).
Landschaftsrahmenplan
( § 15 Abs. 1 BNatSchG i.V.m. § 5 Abs. 1 SächsNatSchG)
Regionale Planungsverbände (§ 7 Abs. 2 SächsNatSchG)
Landschaftsplan
(§ 16 BNatSchG i.V.m. § 6 SächsNatSchG)
Gemeinde (§ 7 Abs. 3 SächsNatSchG).
Grünordnungsplan (§ 6 Abs. 2 SächsNatSchG)
Gemeinde (§ 7 Abs. 3 SächsNatSchG).
Regionalplan
(§ 9 ROG i.V.m. § 4 SächsLPlG)
Regionale Planungsverbände (§ 4 Abs. 1 i.V.m. § 9
SächsLPlG); diese bedienen sich bei Ausarbeitung der Pläne.
Flächennutzungsplan
(§ 1 Abs. 2 BauGB)
Gemeinde (§ 1 Abs. 3 BauGB).
Bebauungsplan (§ 1 Abs. 2 BauGB)
Gemeinde (§ 1 Abs. 3 BauGB).
Vorhaben- und Erschließungsplan
(Vorhabenbezogener Bebauungsplan, § 12 BauGB)
Gemeinde (§ 12 Abs. 1 BauGB).
Agrarstrukturelle Vor- und Entwicklungsplanung
(§ 1 Abs. 2 Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe
„Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“)
Gemeinde (Förderantrag), Ämter für ländliche Neuordnung
(Förderbewilligung), GAK und Förderrichtlinie.
Linienbestimmung (§ 16 FStrG)
Bundesminister für Verkehr im Benehmen mit den Landes-
planungsbehörden der beteiligten Länder
(§ 16 Abs. 1 FStrG); Landesplanungsbehörde ist in Sachsen
das Staatsministerium des Innern (§ 23 Abs. 1 SächsLPlG).
Raumordnungsverfahren
(§ 15 ROG i.V.m. § 15 Abs. 1 SächsLPlG)
Regierungspräsidien als höhere Raumordnungsbehörden
(§ 15 Abs. 1 i.V.m. §§ 23 Abs. 2, 3 SächsLPlG).
Planfeststellungsverfahren zur Zulassung von Bundesfern-
straßen
(§ 17 FStrG)
Regierungspräsidien als Planfeststellungsbehörden (§ 22 Abs.
4 FStrG i.V.m. § 39 Abs. 9 SächsStrG).
Planfeststellungsverfahren zur Zulassung von Staatsstraßen
(§ 39 Abs. 1 SächsStrG)
Regierungspräsidium als Planfeststellungsbehörden
(§ 39 Abs. 9 SächsStrG).

46
Anhang
Planfeststellungsverfahren für Schienenwege von nicht bun-
deseigenen Eisenbahnen
(§ 18 Abs. 1 S. 1 AEG)
Regierungspräsidien als Planfeststellungsbehörde (§ 1 Abs. 1
VO des SMWA über Zuständigkeiten in eisenbahnrechtlichen
Planfeststellungsverfahren)
Planfeststellung zur Zulassung von bergrechtlichen Rahmen-
betriebsplänen
(§ 52 Abs. 2 a S. 1 BBergG)
Oberbergamt (§ 2 BergZustVO).
Baugenehmigungsverfahren
(§§ 59 ff. SächsBO)
Untere Bauaufsichtsbehörden, soweit nichts anderes bestimmt
ist (§ 57 Abs. 1 S. 2SächsBO); untere Bauaufsichtsbehörden
sind nach § 57 Abs. 1 Nr. 1 SächsBO die Landkreise und
Kreisfreien Städte.
Immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren
(§ 4 BImSchG)
vgl. Zuständigkeitsverordnung (ImSchZuV) des Sächsischen
Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft.
Aufsuchung und Gewinnung bergfreier Bodenschätze
(§ 6 BBergG)
Oberbergamt (§ 2 BergZustVO).
Zulassung bergrechtlicher Betriebspläne (§ 51 BBergG)
Oberbergamt (§ 2 BergZustVO).

47
Anhang
B
Übersicht über die im Freistaat Sachsen anzuwendenden Rechtsvorschriften mit
(unmittelbarem oder mittelbarem) Bezug zum Bodenschutz
Regelwerk
Bodenschutzrelevante
Vorschriften
Inhalt der Vorschriften
AbfKlärV
§§ 3 – 6
Voraussetzungen, Verbote und Beschränkungen, hinsichtlich der Aufbringung
von Klärschlamm auf landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Böden.
AEG
§ 18 Abs. 1
Erfordernis der Planfeststellung für Errichtung und Änderung von Eisenbahn-
schienenwegen; im Rahmen der Abwägung sind die Belange des Bodenschut-
zes zu berücksichtigen. (Vgl. hierzu III B 2.3 des Leitfadens)
§ 7 Abs. 1 u. 2
Erfordernis der Genehmigung für Errichtung und Betrieb von Anlagen; die
Genehmigung darf nach § 7 Abs. 2 S. 1 Nr. 6 nur erteilt werden, wenn über-
wiegende öffentliche Interessen, insbesondere im Hinblick auf die Umwelt-
auswirkungen, der Wahl des Standortes der Anlage nicht entgegenstehen. Über
den Begriff „öffentliche Interessen“ werden auch die Belange des Bodenschut-
zes erfasst.
AtG
§ 9 Abs. 1 u. 2
Erfordernis der Genehmigung für die Be– und Verarbeitung oder sonstige
Verwendung von Kernbrennstoffen außerhalb von Anlagen; nach § 9 Abs. 2 S.
1 Nr. 6 darf die Genehmigung nur erteilt werden, wenn überwiegende Interes-
sen, insbesondere im Hinblick auf die Reinhaltung des Wassers, der Luft und
des Bodens, der Wahl des Ortes der Verwendung von Kernbrennstoffen nicht
entgegenstehen.
§ 1 Abs. 6 Nr. 7
Berücksichtigung der Belange des Umweltschutzes, einschließlich des Natur-
schutzes und der Landschaftspflege
§ 1 Abs. 6 7
Abwägungsgebot.
§ 1 a
Ergänzende Vorschrift über die Berücksichtigung ökologischer Belange im
Rahmen der Abwägung.
§ 1 a Abs. 2
Bodenschutzklausel
§ 1 a Abs. 2 Abs. 6 Nr. 7
Berücksichtigung der Aussagen umweltrechtlicher Pläne (u. a. Landschaftsplä-
ne).
BauGB
§ 1 a Abs. 3
Berücksichtigung der Vermeidung und des Ausgleichs von zu erwartenden
Eingriffen.
(Vgl. zur planerischen Eingriffsregelung als Instrument des Bodenschutzes
auch Teil 1., C 2. des Leitfadens)

48
Anhang
§ 2 Abs. 3, 4, § 2 a
Umweltprüfung, Umweltbericht
§ 1 Abs. 6 Nr. 7 b)
Berücksichtigung der Erhaltungsziele und des Schutzzwecks der Gebiete von
gemeinschaftlicher Bedeutung und der europäischen Vogelschutzgebiete
i.S.d. BNatSchG.
§ 1 a Abs. 3
Regelung des Ausgleichs von zu erwartenden Eingriffen.
§ 5 Abs. 2 Nr. 1, 5, 7, 9, 10 Möglichkeiten der Umsetzung von Belangen des Bodenschutzes im Flächen-
nutzungsplan.
§ 9 Abs. 1 Nr. 1, 2, 3, 10,
15, 18, 20, 24
Möglichkeiten der Umsetzung von Belangen des Bodenschutzes im Bebau-
ungsplan.
§ 5 Abs. 3 Nr. 3
Kennzeichnung belasteter Böden im Flächennutzungsplan.
§ 9 Abs. 5 Nr. 3
Kennzeichnung belasteter Böden im Bebauungsplan.
§ 13a
Bebauungspläne der Innenentwicklung.
§ 200 a
Begriff der Ausgleichsmaßnahmen.
(Zum Bodenschutz in der Bauleitplanung vgl. im Einzelnen unter III A 2.des
Leitfadens)
§ 35
Planungsrechtliche Voraussetzungen einer Zulassung von Vorhaben im Au-
ßenbereich.
§ 35 Abs. 3 Nr. 5
Berücksichtigung von Belangen des Bodenschutzes über den Begriff "öffent-
liche Belange".
§ 35 Abs. 5 S. 1
Bodenschützende Anforderungen an die Durchführung zulässiger Vorhaben
im Außenbereich.
§ 202
Schutz des Mutterbodens (Anforderung an die Durchführung baulicher Vor-
haben).
(Zum Bodenschutz im Baugenehmigungsverfahren vgl. im Einzelnen unter III
C 1.)

49
Anhang
§§ 16 – 21
Regelungen zum Maß der baulichen Nutzung; das Maß der baulichen Nutzung
kann nach § 5 Abs. 2 Nr. 1 BauGB im Flächennutzungsplan und nach § 9 Abs.
1 Nr. 1 im Bebauungsplan dargestellt bzw. festgesetzt werden. Die Darstel-
lung bzw. Festsetzung erfolgt durch Angabe der Geschossflächenzahl (§ 20
BauNVO), der Baumassenzahl (§ 21 BauNVO) oder der Höhe baulicher An-
lagen (§ 18 BauNVO).
BauNVO
§§ 22, 23
Regelungen zur Bauweise und zur überbaubaren Grundstücksfläche; die über-
baubaren und nicht überbaubaren Grundstücksflächen können nach § 9 Abs. 1
Nr. 2 im Bebauungsplan festgesetzt werden.
(Vgl. auch III A 2. des Leitfadens)
§ 1 Nr. 1
Der Zweck des BBergG (Regelung und Förderung der Aufsuchung, Gewin-
nung und Aufbereitung von Bodenschätzen) soll unter Berücksichtigung der
Belange des Bodenschutzes verfolgt werden. Die Formulierung "bei sparsa-
mem und schonendem Umgang mit Grund und Boden" hat hier nicht die glei-
che Bedeutung wie in § 1 a Abs. 1 BauGB (insbes. kein Optimierungsgebot).
§ 4 Abs. 4
Definition „Wiedernutzbarmachung“; über den Begriff des öffentlichen Inte-
resses werden auch Belange des Bodenschutzes erfasst.
§ 11 Nr. 10
Versagung der Erlaubnis zur Aufsuchung bergfreier Bodenschätze, sofern
überwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen; über den Begriff der
öffentlichen Interessen werden auch Belange des Bodenschutzes erfasst.
§ 12 Abs. 1 S. 1
Versagung der Bewilligung zur Gewinnung bergfreier Bodenschätze, sofern
überwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen.
§ 55 Abs. 1 Nr. 7 u. 9
Berücksichtigung von Belangen u. a. des Bodenschutzes bei der Zulassung
bergrechtlicher Betriebspläne.
§ 48 Abs. 2 S. 1
Versagung der Zulassung von Betriebsplänen, sofern überwiegende öffentli-
che Interessen entgegenstehen; über den Begriff der öffentlichen Interessen
werden auch Belange des Bodenschutzes erfasst.
§ 52 Abs. 2 a
Planfeststellungsverfahren zur Aufstellung eines Rahmenbetriebsplans; ein
solches Verfahren ist für diejenigen Vorhaben erforderlich, die einer UVP
bedürfen
(Vgl. hierzu die UVP-V Bergbau).
BBergG
§ 57 c Abs. 2 S. 2 i.V.m. §
2 Abs. 1 UVP-V Bergbau
Angaben, die im Rahmen der UVP erforderlich sind.
(Vgl. hierzu auch III B 2.4 sowie C 3. des Leitfadens)
BBodSchG sämtliche Normen des
BBodSchG
(Vgl. hierzu II A 1. des Leitfadens)

50
Anhang
BBodSchVO Sämtliche Normen der
BBodSchVO
(vgl. hierzu II A 1.)
§ 1
Zweck des BImSchG ist auch der Schutz des Bodens vor schädlichen Um-
welteinwirkungen und sonstigen Gefahren.
§ 3 Abs. 1 u. 2
Definition "schädlichen Umwelteinwirkungen"; das Schutzgut Boden ist von
der Definition ausdrücklich erfasst.
§ 5 Abs. 1 Nr. 1 und 2
Schutz und Vorsorge vor schädlichen Umwelteinwirkungen bei Errichtung
und Betrieb genehmigungsbedürftiger Anlagen (sog. Betreiberpflichten).
§ 22 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. §
22 Abs. 1 Nr. 1
Schutz und Vorsorge vor schädlichen Umwelteinwirkungen bei Errichtung
und Betrieb nicht genehmigungsbedürftiger Anlagen.
BImSchG
§ 6 Abs. 1 Nr. 2
Eine Genehmigung für die Anlage darf nicht erteilt werden, sofern andere
öffentlich-rechtliche Vorschriften entgegenstehen; über den Begriff "andere
öffentlich-rechtliche Vorschriften werden auch bodenschützende Normen
anderer Gesetze (z. B. BauGB) erfasst.
Spezielle Anforderungen enthalten auch die auf der Grundlage des BImSchG
erlassenen Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften.
(Vgl. zum Bodenschutz im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfah-
ren auch III C 2 des Leitfadens)
§ 1 Abs. 1
Verordnung wurde auf der Grundlage von § 8 Abs. 1 u. 2 KrW-/AbfG erlas-
sen; gilt u. a. für die Aufbringung von Bioabfällen und Gemischen auf land-
wirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Böden. Die Be-
stimmungen der Verordnung dienen auch dem Schutz des Bodens vor Einträ-
gen von Schadstoffen und Schadorganismen.
§ 3 Abs. 1 u. 2
Behandlung von Bioabfällen.
BioAbfV
§ 9
Bodenuntersuchungen.

51
Anhang
§ 1 Nr. 1, 2, 3
Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege; die Begriffe „Leistungs-
und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts“ und „Naturgüter“ sowie der Beg-
riff „Lebensräume“ erfassen auch den Boden.
§ 2 Abs. 1 Nr. 1, 2, 3, 4, 5,
7, 8
Bodenschutzrelevante Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspfle-
ge.
§§ 13-16
Landschaftsplanung.
§§ 18-20
Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung.
§ 21
Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung (Verweisung auf die Vorschriften des
BauGB).
(Vgl. zur planerischen Eingriffsregelung als Instrument des Bodenschutzes
auch II C 2. des Leitfadens)
BNatSchG
§§ 22-34
Ausweisung von Schutzgebieten; durch die Nutzungsverbote und
-beschränkungen in den Gebieten wird u. a. der Boden geschützt.
ChemG
§ 1 ff.
Zweck des Gesetzes ist u. a. der Schutz der Umwelt (damit auch des Bodens)
vor schädlichen Einwirkungen gefährlicher Stoffe und Zubereitungen. Das im
ChemG geregelte Kontroll- und Überwachungsinstrumentarium einschließlich
der Möglichkeit eines Verbots der Herstellung, Verwendung, Abgabe bzw. des
Inverkehrbringens bestimmter Stoffe bezweckt auch den Schutz des Bodens.
Einzelheiten zu Verboten und Beschränkungen enthält die auf der Grundlage
des § 17 ChemG erlassene
Chemikalienverbotsverordnung (ChemVerbotsVO).
SächsABG
§§ 7-9
(Vgl. hierzu II A 2. des Leitfadens)
§ 37
Neugestaltung des Flurbereinigungsgebietes; nach § 37 Abs. 1 sind im Rah-
men der Neugestaltung des Flurbereinigungsgebietes auch bodenschützende
sowie -verbessernde und landschaftsgestaltende Maßnahmen vorzunehmen. §
37 Abs. 2 bestimmt, dass bei der Neugestaltung nach Abs. 1 u. a. den Erfor-
dernissen von Raumordnung und Landesplanung, einer geordneten städtebau-
lichen Entwicklung, des Umweltschutzes sowie des Naturschutzes und der
Landschaftspflege Rechnung zu tragen ist. Über diese Anforderungen kom-
men auch Aspekte des Bodenschutzes zum Tragen.
FlurbG
§ 38
Aufstellung allgemeiner Grundsätze für die Neugestaltung des Flurbereini-
gungsgebietes; dabei sind die Ergebnisse der agrarstrukturellen Vor– und
Entwicklungsplanung sowie die Erfordernisse von Raumordnung, Landespla-
nung und Städtebau zu berücksichtigen.

52
Anhang
§ 16
Linienbestimmung; im Rahmen der Linienbestimmung ist gem. § 15 UVPG
die Umweltverträglichkeit zu prüfen. Diese schließt die Prüfung von Auswir-
kungen auf den Boden ein.
FStrG
§ 17 Abs. 1
Erfordernis der Planfeststellung beim Bau von Bundesfernstraßen; die Belange
des Bodenschutzes fließen über die UVP in die Abwägung ein.
(Vgl. im Einzelnen II C 3. des Leitfadens)
GefStoffV
§ 1 ff.
Zweck der Verordnung ist u. a. der Schutz der Umwelt vor stoffbedingten
Schädigungen. Vom Schutzzweck ist damit auch der Boden erfasst. Geregelt
werden Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von gefährlichen Stof-
fen, Zubereitungen und bestimmten Erzeugnissen sowie der Umgang mit
diesen Stoffen.
GenTG
§ 1 ff.
Zweck des Gesetzes ist u. a. auch der Schutz der Umwelt (somit auch des
Bodens) vor möglichen Gefahren gentechnischer Verfahren und Produkte.
Gesetz über
die Gemein-
schaftsaufga-
be
„Verbesse-
rung der Ag-
rarstruktur
und des Küs-
tenschutzes“
§ 1 Abs. 2
agrarstrukturelle Vor- und Entwicklungsplanung; diese Planung zielt auf die
Verbesserung der land- und forstwirtschaftlichen Produktionsbedingungen und
Betriebsstrukturen. Der Boden soll dabei als Produktionsgrundlage der Land-
wirtschaft geschützt werden.
(Vgl. auch III B 1.1 des Leitfadens)
Grundwasser-
verordnung
§ 1 ff.
Regelung von Voraussetzungen, Überwachung, Beschränkungen und Verbo-
ten sowie von Untersuchungs-, Überwachungs-– und Konsultationspflichten
hinsichtlich der Einleitung oder des Eintrags von Schadstoffen in das Grund-
wasser; diese Reglementierung dient auch dem Schutz des Bodens vor Schad-
stoffeintrag.
§ 1
Zweck des Gesetzes ist die Förderung der Kreislaufwirtschaft zur Schonung
der natürlichen Ressourcen (somit auch des Bodens) und die Sicherung der
umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen.
KrW-/AbfG
§ 10 Abs. 4 S. 2 Nr. 3
Abfallbeseitigung ist u. a. dann nicht gemeinwohlverträglich, wenn Gewässer
und Boden schädlich beeinflusst werden.

53
Anhang
§ 29 Abs. 5
Bei der Aufstellung von Abfallwirtschaftsplänen sind die Ziele und Erforder-
nisse der Raumordnung und Landesplanung zu berücksichtigen. Letztere wie-
derum beinhalten auch Aussagen und Festlegungen zum Schutz des Bodens.
§ 32 Abs. 1 Nr. 1
Planfeststellung bzw. Plangenehmigung für die Zulassung von Abfalldeponien
dürfen nur erteilt werden, wenn u. a. keine Gefahren für den Boden hervorgeru-
fen werden können und Vorsorge gegen die Beeinträchtigung des Bodens ent-
sprechend dem Stand der Technik getroffen wird. Einzelheiten zum Stand der
Technik für Deponien enthalten Abfallablagerungsverordnung,
TA Abfall und
TA Siedlungsabfall.
LwAnpG
§ 63 Abs. 2
Vorschriften des FlurbG sind sinngemäß anzuwenden; bodenschützende Vor-
schriften des FlurbG gelten somit auch für den Tauschplan und den Bodenord-
nungsplan nach dem 8. Abschnitt des LwAnpG.
LuftVG
§ 8 Abs. 1
Erfordernis der Planfeststellung bei Errichtung und Änderung von Flughäfen
und Landeplätzen; Belange des Bodenschutzes fließen über die UVP in die
Abwägung ein.
PBefG
§ 28 Abs. 1
Erfordernis der Planfeststellung für den Bau von Betriebsanlagen für Straßen-
bahnen; im Rahmen der Abwägung ist u. a. die Umweltverträglichkeit (somit
auch der Schutz des Bodens) zu berücksichtigen.
§ 1 Nr. 4
Zweck des Gesetzes ist u. a. die Abwendung von Gefahren für den Naturhaus-
halt. Der Begriff "Naturhaushalt" umfasst nach § 2 Nr. 6 auch den Boden.
PflSchG
§ 6 Abs. 1
Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist unzulässig, soweit der Anwen-
der damit rechnen muss, dass die Anwendung im Einzelfall schädliche Auswir-
kungen auf den Naturhaushalt hat.
§ 1 Abs. 2 S. 2 Nr. 2
Die Raumordnung soll u. a. dazu beitragen, die natürlichen Lebensgrundlagen
zu schützen und zu entwickeln.
§ 2 Abs. 2 Nr. 1, 2, 3, 5, 6,
8 u. 10
Grundsätze der Raumordnung mit Bezug zum Bodenschutz. Die Grundsätze
stellen Vorgaben für die Abwägung dar.
§ 7 Abs. 7
Raumplanerisches Abwägungsgebot.
§ 7 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 a) – d) Mögliche Festlegungen zur Freiraumstruktur in Raumordnungsplänen.
§ 7 Abs. 2 S. 2
Mögliche Festlegungen zum planerischen Ausgleich von Eingriffen in Raum-
ordnungsplänen.
§ 15
Raumordnungsverfahren.
ROG
§ 15 Abs. 1 S. 2
Raumverträglichkeitsprüfung.
(Vgl. zum Bodenschutz in der Raumordnung, insb. der Regionalplanung, auch
III A 1 des Leitfadens)

54
Anhang
§ 3 Abs. 1
Bauliche Anlagen sowie andere Anlagen und Einrichtungen i.S.v. § 1 Abs. 1 S.
2 sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern, instand zusetzen und instand
zuhalten, dass insbesondere auch die natürlichen Lebensgrundlagen (somit auch
der Boden) nicht gefährdet werden.
SächsBO
8 Abs. 1
Die nicht mit Gebäuden oder vergleichbaren baulichen Anlagen bebauten Flä-
chen der bebauten Grundstücke sind wasseraufnahmefähig zu belassen oder
herzustellen und zu begrünen oder zu bepflanzen, soweit dem nicht die Erfor-
dernisse einer anderen zulässigen Verwendung der Flächen entgegen stehen
(Vgl. zum Bodenschutz im Baugenehmigungsverfahren III C 1 des Leitfadens)
§ 3
Der Landesentwicklungsplan übernimmt zugleich auch die Funktion des Land-
schaftsprogramms nach § 5 SächsNatSchG.
§ 4
Die Regionalpläne übernehmen zugleich auch die Funktion der Landschafts-
rahmenpläne nach § 5 SächsNatSchG.
SächsLPlG
§ 4 Abs. 3 Nr. 2
Die Regionalpläne enthalten viele Grundsätze zur anzustrebenden Freiraum-
struktur.
§ 5
Regionale Flächennutzungspläne
§4 Abs. 4
Für Tagebaue in den Braunkohleplangebieten ist zusätzlich ein Braunkohlen-
plan als Teilregionalplan aufzustellen. Dieser enthält u.a. Festlegungen zu der
Wiedernutzbarmachung der Oberfläche sowie der anzustrebenden Landschafts-
entwicklungen im Rahmen der Wiedernutzbarmachung.
§ 15
Raumordnungsverfahren.
SächsLPlG
§ 15 Abs. 2 S. 2
Im Raumordnungsverfahren sind die raumbedeutsamen Auswirkungen der
Planung oder Maßnahme auf die in den Grundsätzen des § 2 Abs. 2 ROG ge-
nannten Belange unter überörtlichen Gesichtspunkten zu prüfen.
§ 1 Nr. 1, § 1a Nr. 1, 3, 7,
11; § 4
Ziele und Grundsätze von Naturschutz und Landschaftspflege mit Bezug zum
Bodenschutz.
§ 2 Abs. 2
Besondere Verpflichtung von Freistaat, Landkreisen, Gemeinden und sonstigen
Körperschaften des öffentlichen Rechts zur vorbildlichen Berücksichtigung der
Grundsätze und Ziele von Naturschutz und Landschaftspflege.
§ 1c
Nachhaltige Sicherung der Bodenfruchtbarkeit durch umweltgerechte Land-,
Forst- und Fischereiwirtschaft.
§§ 4 – 7
Landschaftsplanung.
§§ 8 – 12
Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung.
Sächs-
NatSchG
§§ 15 – 22 c
Ausweisung von Teilen von Natur und Landschaft zu Schutzgebieten (Natur-
schutzgebiet, Nationalpark, Biosphärenreservat, Landschaftsschutzgebiet, Na-
turpark, Naturdenkmal, geschützter Landschaftsbestandteil).

55
Anhang
§ 26
Biotopschutz.
SächsStrG
§ 39 Abs. 1
Erfordernis eines Planfeststellungsverfahrens für den Bau und die Änderung
von Staatsstraßen; die Belange des Bodenschutzes sind im Rahmen der Abwä-
gung zu berücksichtigen. Sie fließen über die UVP in die Entscheidungsfindung
ein.
(Vgl. hierzu auch III B 2.2 des Leitfadens)
§ 1
Ziel des Gesetzes ist es u. a., den Wald in seiner Bedeutung für die Umwelt,
insbesondere für die dauernde Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts und die
Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu mehren
§ 8
Regelung der Erhaltung des Waldes; Erfordernis einer Genehmigung für die
Umwandlung von Wald in eine andere Nutzungsart.
§ 18 Abs. 1 Nr. 1
Pflegliche Bewirtschaftung des Waldes beinhaltet die Erhaltung oder Verbesse-
rung des Waldbodens und der Bodenfruchtbarkeit.
§ 24
Bei der Bewirtschaftung des Waldes sind Umwelt, Naturhaushalt und Naturgü-
ter (somit auch Boden) zu erhalten und zu pflegen.
SächsWaldG
§ 29
Erklärung zu Schutzwald; Zweck des Erosionsschutzes dient auch dem Schutz
des Bodens.
§ 3 Abs. 2 Nr. 5
Konkretisierung des Wohls der Allgemeinheit mit Bezug zum Bodenschutz
(Verhütung von Hochwasserschäden und schädlichem Abschwemmen von
Böden).
§ 47
Regelung zum vorbeugenden Gewässerschutz; die hierfür geltenden Anforde-
rungen dienen mittelbar auch dem Schutz des Bodens.
§ 48
Ausweisung von Wasserschutzgebieten; die damit verbundenen Nutzungsbe-
schränkungen dienen auch dem Schutz des Bodens.
§ 52 Abs. 1
Die wasserrechtliche Genehmigung für Rohrleitungsanlagen nach § 19 a WHG
darf nur in einem Verfahren erteilt werden, das den Anforderungen des UVPG
entspricht
§§ 5, 6
Wasserwirtschaftliche Rahmenpläne und Bewirtschaftungspläne (vgl. §§ 36, 36
b WHG) berücksichtigen mittelbar auch den Schutz des Bodens. Gemeinsame
Bewirtschaftungspläne nach § 36 b WHG und gemeinsame Maßnahmenpro-
gramme nach § 36 WHG berücksichtigen mittelbar auch den Schutz des Bo-
dens.
SächsWG
§ 99
Regelung zum vorbeugenden Hochwasserschutz; die hierfür zu treffenden
Maßnahmen dienen mittelbar auch dem Schutz des Bodens.
StGB
§ 324
Gewässerverunreinigung; durch den Schutz der Gewässer wird mittelbar auch
der Boden vor Schadstoffeintrag geschützt.

56
Anhang
§ 324 a
Bodenverunreinigung
§ 325
Luftverunreinigung; verhindert werden soll u. a. die Freisetzung von Schadstof-
fen, die geeignet sind, den Boden zu verunreinigen oder sonst nachteilig zu
verändern.
§ 326
Unerlaubter Umgang mit gefährlichen Abfällen; als "gefährlich" gelten auch
Abfälle, die nach Art, Beschaffenheit oder Menge geeignet sind, nachhaltig den
Boden zu verunreinigen oder sonst nachteilig zu verändern.
§ 329
Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete; als "Gefährdung" gelten auch Eingriffe
in den Boden.
TierKPG
§ 3 Abs. 1 Nr. 2
Tierkörperbeseitigung muss so erfolgen, dass der Boden nicht verunreinigt
werden kann.
§ 2 Abs. 1
Die UVP umfasst u. a. die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der Aus-
wirkungen des Vorhabens auf den Boden. Für welche Vorhaben eine UVP
durchzuführen ist, ergibt sich aus der Anlage zu § 3 UVPG.
(Vgl. zur UVP als Instrument des Bodenschutzes auch II C 3. des Leitfadens)
UVPG
§ 2 Abs. 4
So genannte strategische Umweltprüfung; hierbei handelt es sich um eine be-
sondere Umweltprüfung für Pläne und Programme. Bei der Aufstellung von
Bauleitplänen wird die Umweltverträglichkeitsprüfung als so genannte Um-
weltprüfung nach den Vorschriften des BauGB durchgeführt (vgl. § 17 UVPG).
§ 1
Aufzählung und Beschreibung der betriebsplanpflichtigen bergbaulichen Vor-
haben, die einer UVP bedürfen.
UVP-V
Bergbau
§ 2
Beschreibung der im Rahmen der UVP erforderlichen Angaben; hierzu gehören
u. a. Angaben über alle erheblichen Auswirkungen des Vorhabens auf den Bo-
den sowie Angaben zum Bedarf an Grund und Boden.
§ 1 a Abs. 1
Sicherung der Gewässer als Bestandteil des Naturhaushalts; mittelbar dient dies
auch dem Schutz des Bodens.
§ 19
Festsetzung von Wasserschutzgebieten; der Gebietsschutz dient auch dem
Schutz des Bodens.
§§ 19 a, 19 g
Erfordernis einer Genehmigung für Rohrleitungsanlagen zum Befördern was-
sergefährdender Stoffe; Anforderungen an Anlagen zum Umgang mit wasserge-
fährdenden Stoffen. Mittelbar wird damit auch der Boden vor Schadstoffeinträ-
gen geschützt.
§ 34
Reinhaltung des Grundwassers.
WHG
§ 36, § 36 b
Maßnahmenprogramm und Bewirtschaftungspläne haben mittelbar bodenschüt-
zende Wirkungen.

57
Anhang

58
Anhang
C
Überblick über Festlegungen des Landesentwicklungsplans Sachsen mit Bezug
zum Bodenschutz
Fachliche Ziele und Grundsätze der Raumordnung
4
G 4.1
Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft
Die Naturgüter Boden, Wasser, Klima, Luft, die Pflanzen- und Tierwelt in ihrer regionalen Ausprägung und
Differenzierung sowie das spezifische Erscheinungsbild der naturräumlich geprägten, historisch gewachsenen
Kulturlandschaft sind dauerhaft zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln. Dazu ist die Inanspruchnahme von
Freiräumen für Verkehrswege, Siedlungen, Infrastruktur und, soweit möglich für Rohstoffabbau, durch Kon-
zentration, räumliche und zeitliche Bündelung, Ausbau vor Neubau sowie Wiedernutzung von Brachflächen zu
minimieren und sind Schädigungen durch nicht umweltgerechte Nutzung zu vermeiden.
4.1
Z 4.1.1
Z 4.1.2
G 4.1.3
Z 4.1.4
Z 4.1.5
Schutz der Landschaft
Landschaftsentwicklung und -sanierung
Naturnahe Fließgewässerauen und -landschaften sowie ökologisch wertvolle Uferbereiche von Standgewässern
sollen von jeglicher Bebauung und Verbauung freigehalten werden.
Naturnahe Fließgewässer sollen in ihren Biotopfunktionen erhalten werden und einschließlich ihrer Ufer- und
Auenbereiche zu naturnahen Landschaftsräumen entwickelt werden. Notwendige Maßnahmen des Gewässer-
baus und der Gewässerunterhaltung sind so zu planen und durchzuführen, dass sie die Lebensraumfunktionen
des jeweiligen Fließgewässers und seiner Auen in ihrer Gesamtheit nicht beeinträchtigen.
Die Nutzungsansprüche an die Landschaft sollen mit der Nutzungsfähigkeit der Naturgüter so abgestimmt
werden, dass die Landnutzung die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts nachhaltig gewähr-
leistet. Bereiche der Landschaft, in denen eines oder mehrere der Schutzgüter Boden, Wasser, Klima, Luft,
Pflanzen- und Tierwelt sowie Landschaftsbild durch Nutzungsart oder Nutzungsintensität erheblich beeinträch-
tigt oder auf Grund ihrer besonderen Empfindlichkeit gefährdet sind, sollen wieder hergestellt bzw. durch be-
sondere Anforderungen an die Nutzung geschützt werden.
In den Regionalplänen sind Gebiete mit erheblichen Beeinträchtigungen des Naturhaushalts als „Sanierungsbe-
dürftige Bereiche der Landschaft“ unter Berücksichtigung der in der Begründung genannten Kriterien auszu-
weisen und Festlegungen zur Art der Sanierung zu treffen. Soweit erforderlich, sind Gebiete, in denen auf
Grund der besonderen Empfindlichkeit eines oder mehrerer Schutzgüter ein hohes Gefährdungsrisiko besteht,
als „Bereiche der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen“ gemäß den in der Begründung genann-
ten Kriterien auszuweisen und Festlegungen zu Art und Umfang der Nutzungen zu treffen.
In den Regionalplänen sollen auf der Grundlage von Flächenpoolkonzeptionen Gebiete festgelegt werden, in
denen unvermeidbare Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts oder des Landschaftsbilds,
insbesondere bei Eingriffen von überörtlicher Bedeutung, an anderer Stelle als am Ort des Eingriffs ausgegli-
chen oder ersetzt werden können.
4.2
G 4.2.1
G 4.2.3
Arten- und
Βiotopschutz,
ökologisches Verbundsystem
Zur Sicherung der biologischen Vielfalt und Bewahrung der biologischen Ressourcen des Freistaats Sachsen
sind die heimischen Tiere und Pflanzen sowie ihre Lebensräume und Lebensgemeinschaften dauerhaft zu er-
halten. Die Biotope bzw. Habitate der gefährdeten oder im Rückgang befindlichen Pflanzen und Tiere und ihre
Lebensgemeinschaften sind durch eine lebensraum- und artspezifische Ausstattung mit landschaftstypischen
Elementen zu verbessern.
Neu entstandene ökologisch bedeutsame und seltene Lebensräume gefährdeter Tier- und Pflanzenarten in der
Bergbaufolgelandschaft sollen erhalten bleiben.

59
Anhang
4.3
Z 4.3.1
G 4.3.3
G 4.3.4
G 4.3.5
Z 4.3.6
Z 4.3.8
Wasser, Gewässer- und Hochwasserschutz
Grundwasser und oberirdische Gewässer
In den Regionalplänen sollen regional bedeutsame Grundwassersanierungsgebiete als „Sanierungsbedürftige
Bereiche der Landschaft“ und Gebiete mit hoher geologisch bedingter Grundwassergefährdung als „Bereiche
der Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen“ gemäß Ziel 4.1.4 ausgewiesen werden. Nutzungen
sollen das Fehlen geologischer Schutzfunktionen angemessen berücksichtigen.
Niederschlagswasserabflüsse sind weitgehend durch Versickerung, Verminderung des Anteils befestigter Flä-
chen sowie dezentrale Bewirtschaftung zu minimieren. Nicht oder nur gering verschmutztes Niederschlagswas-
ser ist, gegebenenfalls verzögert, direkt dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zuzuführen.
Vorbeugender Hochwasserschutz
Der Hochwasserschutz soll landesweit und grenzüberschreitend vorrangig durch vorbeugende Maßnahmen
gewährleistet werden. Die Nutzung des natürlichen Wasserrückhaltevermögens und die Gewährleistung eines
uneingeengten, gefahr- und schadlosen Hochwasserabflusses besitzt Vorrang vor der Errichtung von Hochwas-
serschutzanlagen. Bei Bedarf soll der erforderliche Hochwasserschutz ergänzend durch technische Hochwas-
serschutzanlagen gewährleistet werden.
Für den vorbeugenden Hochwasserschutz sollen vorrangig solche Flächennutzungen und Maßnahmen erfolgen,
die einen Wasserrückhalt in der Fläche, die Erhöhung der Infiltration, den verzögerten Abfluss und die Grund-
wasseranreicherung begünstigen.
In den Regionalplänen sind insbesondere in den potenziellen Hochwasserentstehungsgebieten „Bereiche der
Landschaft mit besonderen Nutzungsanforderungen“ gemäß Ziel 4.1.4 auszuweisen sowie weitere Freiraum-
funktionen, die auch dem Wasserrückhalt dienen, durch die Ausweisung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten
sowie regionalen Grünzügen zu sichern.
Raumbedeutsame Planungen und Maßnahmen in den potenziellen Ausbreitungsbereichen der Flüsse (Flussau-
en) sollen so gestaltet werden, dass Schäden durch Hochwasser nicht eintreten oder zumindest so gering wie
möglich gehalten werden.
In den Regionalplänen sind nach den in der Begründung aufgeführten Kriterien Vorrang- und Vorbehaltsgebie-
te für den vorbeugenden Hochwasserschutz
für vorhandene und rückgewinnbare Überschwemmungsbereiche zur Gewährleistung und Verbesserung
des Wasserrückhalts in der Fläche (Retentionsraum) und
für Risikobereiche in potenziellen Überflutungsbereichen, die bei Versagen bestehender Hochwasser-
schutzeinrichtungen oder Extremhochwasser überschwemmt werden können, zur Minimierung möglicher
Schäden (Hochwasservorsorge)
auszuweisen und Festlegungen zu Art und Umfang der Nutzungen in diesen Gebieten zu treffen.

60
Anhang
4.4
G 4.4.1
G 4.4.2
G 4.4.3
Z 4.4.4
Z 4.4.5
Bodenschutz und Altlasten
Böden sind mit ihren Funktionen (Filterfunktion, Speicherfunktion, Produktionsfunktion, Biotopentwicklungs-
funktion, Archivfunktion, Freiflächenfunktion) nachhaltig zu sichern, in ihrer natürlichen Entwicklung zu för-
dern und erforderlichenfalls wiederherzustellen. Dazu hat die Inanspruchnahme von Boden durch Versiege-
lung, Abgrabung und Aufschüttung schonend und sparsam zu erfolgen.
Bei der Nutzung des Bodens ist die Leistungsfähigkeit und Empfindlichkeit des Bodens zu berücksichtigen.
Nutzungsbedingte Bodenverdichtung und Bodenerosion sowie die Überlastung der Regelungsfunktion des
Bodens im Nährstoffhaushalt sind durch landschaftsgestalterische Maßnahmen und standortgerechte Boden-
nutzung, wie Veränderung der Schlaggestaltung, Anlage erosionshemmender Strukturen, schonende Bodenbe-
arbeitung und Bestellung sowie Verringerung von Schadstoffeinträgen bei der Aufbringung von Dünger und
anderen Materialien, zu vermeiden. Diffuse Schadstoffeinträge, insbesondere Einträge von Schwermetallen,
organischen Schadstoffen und Säurebildnern in den Boden, sind durch Maßnahmen des Immissionsschutzes
weiter zu minimieren.
Zukünftig nicht mehr baulich genutzte Flächen sind zu entsiegeln. Abgrabungen und Aufschüttungen sowie
entsiegelte Flächen sind zu rekultivieren oder zu renaturieren, so dass die Böden natürliche oder nutzungsbezo-
gene Funktionen erfüllen können. Schädliche Bodenveränderungen und Altlasten sind so zu sanieren, dass
dauerhaft keine Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für den Einzelnen oder die All-
gemeinheit bestehen. Durch eine vorrangige Altlastenbehandlung auf Industriebrachen ist deren Wiedernutz-
barmachung zu beschleunigen.
In den Regionalplänen sind Gebiete mit Böden besonderer Funktionalität unter Berücksichtigung der in der
Begründung aufgeführten Kriterien auszuweisen.
In ihren Funktionen erheblich beeinträchtigte Böden und regional bedeutsame Altlasten sind gemäß Ziel 4.1.4
in den Regionalplänen als „Sanierungsbedürftige Bereiche der Landschaft“ auszuweisen. Sofern erforderlich,
sind besonders empfindliche Böden gemäß Ziel 4.1.4 als „Bereiche der Landschaft mit besonderen Nutzungs-
anforderungen“ auszuweisen.
4.5
Z 4.5.1
Luftreinhaltung und Klimaschutz
Siedlungsklimatisch bedeutsame Bereiche sind in ihrer Funktionsfähigkeit zu sichern. Dazu sind in den Regio-
nalplänen siedlungsrelevante
Frisch- und Kaltluftentstehungsgebiete sowie
Frisch- und Kaltluftbahnen
auszuweisen.

61
Anhang
5
Siedlungsentwicklung
5.1
Z 5.1.3
Z 5.1.4
Z 5.1.5
Z 5.1.9
Siedlungswesen
Die Nutzung vorhandener Bauflächen soll Vorrang vor der Ausweisung neuer Baugebiete haben. Der Bedarf
neuer Bauflächen und -gebiete ist zu begründen. Dies soll durch integrierte Entwicklungskonzepte oder durch
entsprechende Teilentwicklungskonzepte erfolgen.
Die Siedlungsentwicklung der Gemeinden soll sich in die vorhandene Siedlungsstruktur und in die Landschaft
einfügen. Vor der Neuausweisung von Baugebieten außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile soll der
Erneuerung, Abrundung, Verdichtung und maßvollen Erweiterung des Siedlungsgefüges Vorrang eingeräumt
werden.
Brachliegende und brachfallende Bauflächen, insbesondere Gewerbe-, Industrie-, Militär- oder Verkehrsbrachen,
sollen beplant und wieder einer baulichen Nutzung zugeführt werden, wenn die Marktfähigkeit des Standortes
gegeben ist. Nicht revitalisierbare Brachen sollen renaturiert werden.
In den Regionalplänen ist durch Ausweisung von Grünzäsuren und regionalen Grünzügen
einer Zersiedlung der Landschaft entgegenzuwirken.
5.2
G 5.2.3
Stadtentwicklung
Der Stadtumbau soll in der Regel von außen nach innen erfolgen. Das Auseinanderbrechen des Stadtgefüges ist
durch eine zweckmäßige Nutzung städtebaulich integrierter Lagen sowie nach Rückbau freiwerdender Flächen
zu verhindern.
5.3
G 5.3.5
Ländliche Entwicklung und Dorfentwicklung
Die Erwerbsgrundlagen in dörflich geprägten Siedlungen sollen durch die Ansiedlung neuer Gewerbe und
Dienstleistungen, durch Einnahmemöglichkeiten aus Tourismus und Maßnahmen der Landschaftspflege erwei-
tert werden. Für die Eigenentwicklung soll vorrangig leerstehende Bausubstanz revitalisiert oder umgenutzt
werden. Bedarfsweise soll deren Rückbau, eine standortangepasste Neu- und Verdichtungsbebauung bzw. eine
Renaturierung möglich sein.
6
Gewerbliche Wirtschaft und Handel
6.1
G 6.1.1
Gewerbliche Wirtschaft
Die räumlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen für eine nachfrageorientierte Entwicklung attraktiver
Industrie- und Gewerbestandorte sollen geschaffen werden und zur Ansiedlung neuer sowie zur Erhaltung, Er-
weiterung oder Umstrukturierung bestehender Industrie- und Gewerbebetriebe beitragen.

62
Anhang
7
Rohstoffsicherung
Z 7.4
Sicherung und Abbau von Rohstofflagerstätten sollen auf einer vorausschauenden Gesamtplanung basieren. Die
Abbauflächen sollen Zug um Zug mit dem Abbaufortschritt einer nachhaltigen Folgenutzung, die sich in das
räumliche Gesamtgefüge einordnet, zugeführt werden. Die bei der Wiedernutzbarmachung neu entstehenden
Flächen, welche natürliche Bodenfunktionen wahrnehmen sollen, sind so zu gestalten, dass eine den naturräum-
lichen Verhältnissen angepasste Entwicklung, Nutzung und Funktionalität gewährleistet wird.
8
Freizeit, Erholung, Tourismus
G 8.12
G 8.13
Großflächige Freizeiteinrichtungen und Sportanlagen mit erheblicher überörtlicher Raumbedeutsamkeit sollen in
der Regel abseits ökologisch hochwertiger Gebiete auf Standorte mit schon bestehenden oder geplanten intensi-
ven Nutzungen konzentriert werden, regional abgestimmt und mit dem ÖPNV erreichbar sein. Sie sollen sich
harmonisch in das Landschaftsbild einfügen.
In den Regionalplänen sollen Gewässer oder Teile von Gewässern, an denen eine Neuerschließung bzw. Erwei-
terung für die Erholungs- oder Sportnutzung grundsätzlich möglich ist sowie Flächen, auf denen diese Nutzung
wegen unzulässigen Beeinträchtigungen unterbleiben soll, ausgewiesen werden. Eine freie Zugänglichkeit zu
Gewässern soll gesichert werden.
9
Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft
Z 9.1
G 9.2
Z 9.3
Z 9.4
Z 9.5
In den Regionalplänen sollen regional bedeutsame Flächen für die landwirtschaftliche Produktion als Vorrang-
und Vorbehaltsgebiete Landwirtschaft gesichert werden. Dabei sind vorrangig die in Karte 8 dargestellten Gebie-
te mit Bodenwertzahlen über 50 zu konkretisieren.
Der Beitrag der Landwirtschaft bei der Pflege landwirtschaftlicher Flächen, die aus der Erzeugung ausscheiden,
ist unter Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes zu mehren.
Es ist darauf hinzuwirken, dass der Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen an der landwirtschaftlichen Nutz-
fläche auf 10 % erhöht wird.
Der Waldanteil im Freistaat Sachsen ist auf 30 % zu erhöhen. In den Regionalplänen sind Vorrang- und Vorbe-
haltsgebiete Waldmehrung auf der Grundlage der in Karte 10 dargestellten Gebietskulisse auszuweisen. Die
landesweiten Schwerpunkte der Waldmehrung sind gemäß den in der Begründung formulierten Kriterien auszu-
formen und durch weitere regional bedeutsame Schwerpunkte der Waldmehrung zu ergänzen.
In den Regionalplänen sollen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete zum Schutz des vorhandenen Waldes ausgewiesen
werden.
13
Wasserver- und Abwasserentsorgung
Z 13.2
Wasserversorgung
In den Regionalplänen sollen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für Wasserressourcen ausgewiesen werden, die
sich für die Trinkwasserversorgung besonders eignen. Dazu sollen für den gesicherten Bedarf Vorranggebiete
und für die langfristige Sicherung Vorbehaltsgebiete ausgewiesen werden.

63
Anhang
D
Übersicht über die im
Freistaat Sachsen
anzuwendenden Technischen
Regeln und
Verwaltungsvorschriften mit
Bezug zum vorsorgenden
Bodenschutz
DIN
19731 „Verwertung von Bodenmaterial“
Technische Regeln (TR), Berichte und Empfehlungen
der Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz
(LABO) der LänderarbeitsgemeinschaftAbfall (LAGA)
„Empfehlungen der LABO zur planerischen Um-
setzung von Bodenschutzzielen“ (LABO, 1994).
„Ausgewählte Ziele der Raumordnung und Lan-
desplanung zum Bodenschutz“ (LABO, 1995)
Verwaltungsvorschriften des Sächsischen Staatsminis-
teriums für Umwelt und Landesentwicklung (nunmehr:
Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft):
Gemeinsame Verwaltungsvorschrift des Sächsi-
schen Staatsministeriums des Innern und des
Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und
Landesentwicklung zur Behandlung von großflä-
chigen Einzelhandelseinrichtungen in der Landes-
und Bauleitplanung und im Baugenehmigungs-
verfahren (VwV Großflächige Einzelhandelsein-
richtungen, SächsABl. Nr. 1 v. 2.1.1997, S. 9).
Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsmi-
nisteriums des Innern über die Vorbereitung,
Durchführung und Förderung von Maßnahmen
der städtebaulichen Erneuerung im Freistaat
Sachsen (VwV-StBauE, SächsABl. Nr. 50 v.
11.12.1997, S. 1200).
Gemeinsame Verwaltungsvorschrift des Sächsi-
schen Staatsministeriums für Umwelt und Lan-
desentwicklung, des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten
und des Sächsischen Staatsministeriums für Wirt-
schaft und Arbeit zum Vollzug der Klärschlamm-
verordnung (AbfKlärV) vom 15.4.1992 (BGBl. I.
S. 912) im Freistaat Sachsen (VwV-AbfKlärV,
SächsABl. Nr. 46, v. 14.10.1993, S. 1150 –
1151).
E
Literaturnachweise
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64
Anhang
F
Weiterführende Literatur /
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Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landesent-
wicklung, 2. Sächsische Bodenschutztage 1997 - Ta-
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wicklung, Eine Einführung in die Raumordnung, Lan-
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65
Anhang
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G
Fundstellen der im Leitfaden
genannten Rechtsvorschriften
AbfKlärV Klärschlammverordnung
Vom 15. April 1992 (BGBl. I S. 912), zuletzt
geändert durch VO v. 25.04.2002 (BGBl. I.
S. 1488).
ABoZuV
Verordnung des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Umwelt und Landwirtschaft über Zu-
ständigkeiten bei der Durchführung abfall-
rechtlicher und bodenschutzrechtlicher Vor-
schriften
Vom 19. Juli 2000 (GVBl. S. 392), geänd.
durch ÄnderungsVO vom 03.12.2004 (GVBl.
S. 608).-
AEG Allgemeines Eisenbahngesetz
In der Fassung der Bekanntmachung vom 27.
Dezember 1993 (BGBl. I S. 2378), zuletzt
geändert durch Art. 1 des 4. Gesetzes zur
Änderung eisenbahnrechtlicher Vorschriften
v. 03.08.2005 (BGBl. I. S. 2270).
BauGB Baugesetzbuch
In der Fassung der Bekanntmachung v.
23.09.2004, geänd. durch Art. 2 des Gesetzes
zur Verbesserung des vorbeugenden Hoch-
wasserschutzes vom 03.05.2005 (BGBl. I. S.
1224).
BauNVO Verordnung über die bauliche Nutzung der
Grundstücke (Baunutzungsverordnung)
In der Fassung der Bekanntmachung vom 23.
Januar 1990 (BGBl. I S. 132), zuletzt geänd.
durch Art. 3 Investitionserleichterungs- und
Wohnbauland G v. 22.4.1993 (BGBl. I S.
466).
BauROG Gesetz zur Änderung des Baugesetzbuchs
und zur Neuregelung des Rechts der Raum-
ordnung (Bau- und Raumordnungsgesetz
1998)
Vom 18. August 1997 (BGBl. I S. 2081).
BBergG Bundesberggesetz
Vom 13. August 1980 (BGBl. I S. 1310),
zuletzt geänd. durch Gesetz vom 21.08.2002
(BGBl. I. S. 3322).
BBodSchG Gesetz zum Schutz vor schädlichen Boden-
veränderungen und zur Sanierung von Altlas-
ten (Bundes-Bodenschutzgesetz)
Vom 17. März 1998 (BGBl. I S. 502), geänd.
durch Art. 3 des Gesetzes zur Anpassung von
Verjährungsvorschriften an das Gesetz zur
Modernisierung des Schuldrechts vom
09.12.2004 (BGBl. I. S. 3214).
BBodSchVO Bundes-, Bodenschutz- und AltlastenVO
v. 12. Juli 1999, geänd. durch Art. 2 der VO
zur Anpassung der GefahrstoffVO an die EG-
Richtlinie 98/24/EG u.a. EG-Richtlinien v.
23.12.2004 (BGBl. I. S. 3758).
BergZustVO Verordnung des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Wirtschaft und Arbeit über berg-
rechtliche Zuständigkeiten (Zuständigkeits-

66
Anhang
verordnung BBergG) v. 21.12.2004 (GVOBl.
S. 589).
BImSchG
Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelt-
einwirkungen durch Luftverunreinigungen,
Geräusche, Erschütterungen und ähnliche
Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz)
In der Fassung der Bekanntmachung vom
26.09.2002 (BGBl. I. S. 3830), geänd. durch
Art. 1 des Gesetzes v. 25.06.2005 (BGBl. I.
S. 1865).
BioAbfV
Verordnung über die Verwertung von Bioab-
fällen auf landwirtschaftlich, forstwirtschaft-
lich und gärtnerisch genutzten Böden (Bioab-
fallverordnung)
Vom 21. September 1998 (BGBl. I S. 2955),
geänd. durch § 11 Abs. 1 DüngemittelVO v.
26.11.2003 (BGBl. I. S. 2373)..
BNatSchG Gesetz über Naturschutz und Landschafts-
pflege (Bundesnaturschutzgesetz)
v. 25.03.2002, zuletzt geänd. durch zuletzt
durch Gesetz vom 12. Dezember 2007
(BGBl. I S. 2873)
BWaldG Gesetz zur Erhaltung des Waldes und zur
Förderung der Forstwirtschaft (Bundeswald-
gesetz)
Vom 2. Mai 1975 (BGBl. I S. 1037), geän-
dert durch Art. 2 a des Gesetzes zur Einfüh-
rung einer strategischen Umweltprüfung und
zur Umsetzung der Richtlinie 2001/42/EG
(SUPG) v. 25.06.2005 (BGBl. I. S. 1746).
ChemG
Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen
(Chemikaliengesetz)
In der Fassung der Bekanntmachung vom 20.
Juni 2002 (BGBl. I. S. 2090), zuletzt geänd.
durch Art. 10 ÄndG v. 13.05.2004 (BGBl. I.
S. 934).
DMG Düngemittelgesetz
Vom 15. November 1977 (BGBl. I S. 2134),
zuletzt geänd. durch VO v. 29.10.2001
(BGBl. I. S. 2785).
FStrG Bundesfernstraßengesetz
In der Fassung der Bekanntmachung vom 19.
April 1994 (BGBl. I S. 854), zuletzt geänd.
durch G. v. 19. 6. 1997 (BGBl. I S. 1452).
FlurbG Flurbereinigungsgesetz
In der Fassung der Bekanntmachung vom 16.
März 1976 (BGBl. I S. 546), zuletzt geänd.
durch G. v. 18.6.1997 (BGBl. I S. 1430).
GefStoffV Verordnung zum Schutz vor gefährlichen
Stoffen (Gefahrstoffverordnung)
In der Fassung der Bekanntmachung vom 15.
November 1999 (BGBl. I. S. 2233, ber.
BGBl. 2000 I. S. 739), zuletzt geändert durch
Art. 2 8. Chemikalienrechts-ÄnderungsVO v.
25.02.2004 (BGBl. I. S. 328).
GenTG
Gesetz zur Regelung der Gentechnik (Gen-
technikgesetz)
In der Fassung der Bekanntmachung vom 16.
Dezember 1993 (BGBl. I S. 2066), zuletzt
geänd. durch Art. 1 des Gesetzes zur Neuord-
nung des Gentechnikrechts vom 21.12.2004
(BGBl. 2005 I. S. 186).
GG
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutsch-
land
Vom 23. Mai 1949 (BGBl. I S. 1), zuletzt
geändert durch Art. 96 des Gesetzes zur Än-
derung des GG v. 26.07.2002 (BGBl. I. S.
2863).
ImSchZuV Verordnung des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Umwelt und Landwirtschaft über Zu-
ständigkeiten zur Ausführung des Bundes-
Immissionsschutzgesetzes, des Benzinbleige-
setzes und der auf Grund dieser Gesetze er-
gangenen Verordnungen (Zuständigkeitsver-
ordnung Immissionsschutz)
Vom 05. April 2005 (GVBl. S. 82).
KrW-/AbfG Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaf
und Sicherung der umweltverträglichen Be-
seitigung von Abfällen (Kreislaufwirtschafts-
und Abfallgesetz)
Vom 27. September 1994 (BGBl. I S. 2705,
zuletzt geänd. durch Art. 2 § 3 Abs. 3 des Ge-
setzes zur Neuordnung des Lebensmittel- und
des Futtermittelrechts vom 01.09.2005
(BGBl. I. S. 2618).
LEP Landesentwicklungsplan Sachsen
Verordnung der Sächsischen Staatsregierung
über den Landesentwicklungsplan Sachsen
Vom 16. Dezember 2003 (GVBl. S. 915).
LuftVG Luftverkehrsgesetz
In der Fassung der Bekanntmachung vom 27.
März 1999 (BGBl. I. S. 550), zuletzt geänd.
durch G. v. 21.06.2005 (BGBl. I. S. 1818).
LwAnpG Gesetz über die strukturelle Anpassung der
Landwirtschaft an die soziale und ökologi-
sche Marktwirtschaft in der Deutschen De-
mokratischen Republik (Landwirtschaftsan-
passungsgesetz)
In der Fassung der Bekanntmachung vom 3.
Juli 1991 (BGBl. I S. 1418), zuletzt geänd.
durch G. v. 19.06.2001 (BGBl. I. S. 1149).
OWiG
Gesetz über Ordnungswidrigkeiten
In der Fassung der Bekanntmachung vom 19.
Februar 1987 (BGBl. I S. 602), zuletzt geänd.
durch G. v. 19.04.2001 (BGBl. I. S. 623).
PBefG Personenbeförderungsgesetz
In der Fassung der Bekanntmachung vom 8.
August 1990 (BGBl. I S. 1690), zuletzt ge-
änd. durch Art. 2 Abs. 7 des Gesetzes zur
Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbs-
beschränkungen vom 07.07.2005 (BGBl. I. S.
1954).
PflSchG Gesetz zum Schutz der Kulturpflanzen
(Pflanzenschutzgesetz)
In der Fassung der Bekanntmachung vom 14.
Mai 1998 (BGBl. I S. 971), zuletzt geänd.
durch Art. 2 § 3 Abs. 9 Nr. 2 des Gesetzes
zur Neuordnung des Lebensmittel- und des
Futtermittelrechts v. 01.09.2005 (BGBl. I. S.
2618).
ROG Raumordnungsgesetz
Vom 18. 8. 1997 (BGBl. I S. 2081), zuletzt
geänd. durch Art. 2 Europarechtsanpassungs-

67
Anhang
gesetz Bau (EAG Bau) v. 24.06.2004 (BGBl.
I. S. 1359).
RoV
Verordnung zu § 6 a Abs. 2 a.F. (§ 15 n. F.)
des Raumordnungsgesetzes (Raumordnungs-
verordnung)
Vom 13. Dezember 1990 (BGBl. I S. 2766),
zuletzt geänd. durch Art. 2 b des Gesetzes zur
Änderung des WHG v. 18.06.2002 (BGBl. I.
S. 1914).
SächsABG Sächsisches Abfallwirtschafts- und Boden-
schutzgesetz in der Fassung der Bekanntma-
chung v. 31. Mai 1999, zuletzt geänd. durch
Gesetz v. 05.05.2004 (GVBl. S. 148).
SächsBO Sächsische Bauordnung
In der Fassung der Bekanntmachung vom 28.
Mai 2005 (GVBl. S. 200).
SächsLPlG
Gesetz zur Raumordnung und Landesplanung
des Freistaats Sachsen (Landesplanungsge-
setz)
Vom 14. Dezember 2001 (GVBl. S. 716),
zuletzt geänd. durch G. v. 14.11.2002 (GVBl.
S. 307).
SächsNatSchG
Sächsisches Gesetz über Naturschutz und
Landschaftspflege (Sächsisches Naturschutz-
gesetz)
In der Fassung der Bekanntmachung vom 3.
Juli 2007 (SächsGVBl. S. 321) SächsNat-
SchAVO
Verordnung des Sächsischen Staatsministeri-
ums für Umwelt und Landesentwicklung über
den Ausgleich von Eingriffen in Natur und
Landschaft (Naturschutz-
Ausgleichsverordnung)
Vom 30. März 1995 (SächsGVBl. S. 148,
ber. in SächsGVBl. S. 196).
SächsStrG Straßengesetz für den Freistaat Sachsen
(Sächsisches Straßengesetz)
Vom 21. Januar 1993 (SächsGVBl. S. 93),
geänd. durch G. v. 4. 7. 1994 (SächsGVBl. S.
1261), zuletzt geänd. d. Art. 3 des Gesetzes
zur Neufassung der SächsBauO und zur Än-
derung anderer Gesetze v. 28.05.2004 (GVBl.
S. 200).
SächsWaldG Waldgesetz für den Freistaat Sachsen (Säch-
sisches Waldgesetz)
Vom 10. April 1992 (SächsGVBl. S. 137),
zuletzt geänd. durch Art. 46 des G. v.
05.05.2004 (GVBl. S. 148).
SächsWG Sächsisches Wassergesetz
In der Fassung der Bekanntmachung vom 18.
Oktober 2004 (GVBl. S. 482).
StGB Strafgesetzbuch
In der Fassung der Bekanntmachung vom 13.
November 1998 (BGBl. I. S. 3322), zuletzt
geänd. durch G. v. 24.08.2004 (BGBl. I. S.
2198).
TA Abfall Technische Anleitung zur Lagerung, che-
misch/physikalischen, biologischen Behand-
lung, Verbrennung und Ablagerung von be-
sonders überwachungsbedürftigen Abfällen
Vom 12. März 1991 (GMBl. S. 139, ber. S.
469).
TASi
Technische Anleitung zur Verwertung, Be-
handlung und sonstigen Entsorgung von
Siedlungsabfällen
Vom 14. Mai 1993 (BAnz. Nr. 99 a).
UVPG
Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprü-
fung in der Fassung der Bekanntmachung v.
25. Juni 2005 (BGBl. I. S. 1757).
UVP-V Bergbau
Verordnung über die Umweltverträglichkeit
bergbaulicher Vorhaben
Vom 13. Juli 1990 (BGBl. I S. 1420), geänd.
durch VO v. 10.08.1998 (BGBl. I. S. 2093).
VwVfG Verwaltungsverfahrensgesetz
In der Fassung der Bekanntmachung vom 23.
Januar 2003 (BGBl. I. S. 102), zuletzt geänd.
durch G. v. 05.05.2004 (BGBl. I. S. 718).
VwGO Verwaltungsgerichtsordnung
In der Fassung der Bekanntmachung vom 9.
März 1991 (BGBl. I S. 686), zuletzt geänd.
durch G. v. 22.08.2005 (BGBl. I. S. 2482).
WaStrG Bundes-Wasserstraßengesetz
In der Fassung der Bekanntmachung vom 04.
November 1998 (BGBl. I. S. 3294), zuletzt
geänd. durch G. v. 25.05.2005 (BGBl. I. S.
1537).
WHG
Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts
(Wasserhaushaltsgesetz)
In der Fassung der Bekanntmachung vom 19.
August 2002 (BGBl. I. S. 3245), zuletzt ge-
änd. durch G. v. 25.06.2005 (BGBl. I. S.
1746).

68
Anhang
H
Abkürzungsverzeichnis
AbfKlärV
Klärschlammverordnung
ABl.
Amtsblatt
ABoZuV
Verordnung der Sächsischen Staatsre-
gierung über die Regelung der Zu-
ständigkeit bei der Durchführung ab-
fallrechtlicher und bodenschutzrecht-
licher Vorschriften.
Abs.
Absatz
AEG
Allgemeines Eisenbahngesetz
a.F.
alte Fassung
Alt.
Alternative
Art.
Artikel
Aufl.
Auflage
AVP
Agrarstrukturelle Vorplanung
BAnz.
Bundesanzeiger
BauGB
Baugesetzbuch
BauGB-MaßnG Maßnahmengesetz zum Baugesetz-
buch
BauNVO
Baunutzungsverordnung
BauROG
Gesetz zur Änderung des Baugesetz-
buchs und zur Neuregelung des Rechts
der Raumordnung
BBergG
Bundesberggesetz
BBodSchG
Bundesbodenschutzgesetz
ber.
berichtigt
BergZustVO
Sächsische Zuständigkeitsverordnung
zum Bundesberggesetz
BGBl. Bundesgesetzblatt
BImSchG
Bundesimmissionsschutzgesetz
BImSchV
Verordnung zur Durchführung des
Bundesimmissionsschutzgesetzes
BioAbfV
Bioabfallverordnung
BNatSchG
Bundesnaturschutzgesetz
BodSchV
Verordnung zum Bundesbodenschutz-
gesetz
BR-Drs.
Bundesratsdrucksache
BT-Drs.
Bundestagsdrucksache
BVerfG
Bundesverfassungsgericht
BVerwG
Bundesverwaltungsgericht
BWaldG
Bundeswaldgesetz
bzw.
beziehungsweise
ChemG
Chemikaliengesetz
Def.
Definition
DIN
Deutsches Institut für Normung
DMG
Düngemittelgesetz
DVO
Durchführungsverordnung
EAG Bau
Europarechtsanpassungsgesetz Bau
EGAB
Erstes Gesetz zur Abfallwirtschaft und
zum Bodenschutz im Freistaat Sach-
sen
etc.
et cetera
evtl.
eventuell
f.
folgende
ff.
fortfolgende
FFH-RL.
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie
Fn.
Fußnote
FStrG
Bundesfernstraßengesetz
FlurbG
Flurbereinigungsgesetz
G.
Gesetz
geänd.
geändert
GefStoffV
Gefahrstoffverordnung
gem.
gemäß
GenTG
Gentechnikgesetz
GenTSV
Gentechniksicherheitsverordnung
GG
Grundgesetz
ggf.
gegebenenfalls
GMBl.
Gemeinsames Ministerialblatt
Grds.
Grundsatz
HdbSächsStVerwR Handbuch des Sächsischen Staats- und
Verwaltungsrechts
Hrsg.
Herausgeber
HS.
Halbsatz
i. d. F.
in der Fassung
i. d. R.
in der Regel
i. e. S.
im engeren Sinne
ImSchZuV
Sächsische Zuständigkeitsverordnung
Immissionsschutz
insb.
insbesondere
i.S.d.
im Sinne des/der
ISO
International Organization for Stan-
dardization
i. S. v.
im Sinne von
i. Ü.
im Übrigen
i. V. m.
in Verbindung mit
i. w. S.
im weiteren Sinne
KrW-/AbfG
Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetz
LABO
Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft
Bodenschutz
LAGA
Länderarbeitsgemeinschaft
Abfall
(LAGA)
LEP
Landesentwicklungsplan
LuftVG
Luftverkehrsgesetz
LwAnpG
Landwirtschaftsanpassungsgesetz
n. F.
neue Fassung
Nr.
Nummer
NuR
Natur und Recht (Zeitschrift)
NVwZ
Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht
OWiG
Gesetz über Ordnungswidrigkeiten
PBefG
Personenbeförderungsgesetz
PflSchG
Pflanzenschutzgesetz
RL
Richtlinie (EG)
ROG
Raumordnungsgesetz
RoV
Raumordnungsverordnung
S.
Satz/Seite
SächsABG
Sächsisches Abfallwirtschafts- und
Bodenschutzgesetz
SächsABl.
Sächsisches Amtsblatt
SächsBO
Sächsische Bauordnung
SächsBauGBAG Sächsisches Ausführungsgesetz zum
Baugesetzbuch
SächsGVBl. Gesetz und Verordnungsblatt des
Freistaats Sachsen
SächsLPlG
Gesetz zur Raumordnung und Lan-
desplanung im Freistaat Sachsen
SächsNatSchG
Sächsisches Naturschutzgesetz
SächsNatSchAVO
Sächsische
Naturschutz-
Ausgleichsverordnung
SächsStrG
Sächsisches Straßengesetz
SächsVBl.
Sächsische Verwaltungsblätter (Zeit-
schrift)
SächsWaldG
Waldgesetz für den Freistaat Sachsen
SächsWG
Sächsisches Wassergesetz

69
Anhang
SMUL
Sächsisches
Staatsministerium
für
Umwelt und Landwirtschaft
s.o.
siehe oben
SRU
Rat von Sachverständigen für Um-
weltfragen
StGB
Strafgesetzbuch
StVG
Straßenverkehrsgesetz
StVZO
Straßenverkehrs-Zulassungsordnung
SUPG
Gesetz zur Einführung einer strategi-
schen Umweltprüfung und zur Umset-
zung der Richtlinie 2001/42/EG
TA Abfall
Technische Anleitung Abfall
TASi
Technische Anleitung Siedlungsabfall
TierKPG