image
1
Leitfaden zur Einrichtung von Gemeinschaftsschulen
(Stand 07. Juli 2021)
0. Vorbemerkung
Schulen müssen auf ihrem Weg, sich zur Gemeinschaftsschule zu entwickeln, unterstützt wer-
den. Zwar können die Akteure die Entwicklung in anderen Bundesländern und insbesondere
die Ergebnisse des 10jährigen SchulversuchsSchule mit besonderem pädagogischen Pro-
fil/Gemeinschaftsschule“ im Freistaat Sachsen reflektieren, jedoch gibt es eine Vielzahl kon-
kreter pädagogischer und organisatorischer Herausforderungen.
Die Einführung der Gemeinschaftsschule als neuer Schulart erfordert, nähere Regelungen in
einer eigenen Verordnung - der Schulordnung Gemeinschaftsschulen (SOGES) - zu treffen.
Zudem bewirkt die Implementation dieser Schulart in ein bestehendes Schulsystem Änderun-
gen und vielfältige Rückkopplungen zu den tradierten Schularten.
Die Qualität von Gemeinschaftsschulen wird in besonderer Weise von Engagement und Kom-
petenz der Beteiligten abhängen. Sie bedeutet Entwicklungsarbeit mit Erfolgen und ggf. Rück-
schlägen. Schülerinnen und Schüler sowie Eltern erwarten aber einen in sich stimmigen und
geordneten Schulbetrieb. Hier will und muss die SOGES Schulen, die sich auf den Weg zur
Gemeinschaftsschule begeben wollen, sowie Schülerinnen, Schülern und Eltern, die mit sehr
spezifischen Erwartungen und Absichten diese Schulart wählen, von Anfang an einen sicheren
rechtlichen Rahmen geben.
Zur Unterstützung der Auslegung dieser Rechtsverordnung im zulässigen Rahmen sollen die-
ser Leitfaden und die Rückkopplung mit den konzeptionell Verantwortlichen dienen.
Schulentwicklung ist ein andauernder Prozess. Darauf wird reagiert, indem der Leitfaden in
geeigneten Abständen geprüft und auf der Grundlage gewonnener Erfahrungen fortgeschrie-
ben wird.
Der Verein „Gemeinsam länger lernen in Sachsen e.V.“ hat sich zum Ziel gesetzt, Initiativen
zu unterstützen, die vor Ort eine Gemeinschaftsschule einrichten möchten. Er kann seine Ex-
pertise bei der Schulberatung einbringen und findet im Sächsischen Staatsministerium für Kul-
tus und am Landesamt für Schule und Bildung dafür unterstützende Partner.
1. Einleitung
Der Leitfaden dient als Orientierung und zur Unterstützung der Vorabprüfung von Anträgen
auf Einrichtung und den Betrieb von Gemeinschaftsschulen durch das Landesamt für Schule
und Bildung. Er beinhaltet Hinweise zu den wesentlichen Voraussetzungen der Einrichtung
von Gemeinschaftsschulen und unterstützt die Umsetzung der Schulordnung.
Mit dem Leitfaden sollen schon im Vorfeld des Inkrafttretens der Schulordnung Gemein-
schaftsschulen einerseits ein einheitliches Vorgehen der Schulaufsicht gesichert und anderer-
seits Handlungsspielraum aufgezeigt werden. Es wird darauf verwiesen, dass jeder Antrag auf
Einrichtung einer Gemeinschaftsschule als Einzelfall zu prüfen ist bzw. geprüft wird. In jedem
Fall ist die Mitwirkung aller Beteiligten sicherzustellen.

2
2. Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen
2.1 Rechtliche Grundlagen
Die Gemeinschaftsschule ist gemäß § 4 Absatz 1 Nummer 1e des Sächsischen Schulgesetzes
eine allgemeinbildende Schulart. Die Gemeinschaftsschule umfasst die Klassenstufen 1 bis
10 sowie die Jahrgangsstufen 11 und 12.
Eine Gemeinschaftsschule kann auch die Klassenstufen 5 bis 10 sowie die Jahrgangsstufen
11 und 12 umfassen und gewährleistet das für die Primarstufe erforderliche Angebot durch
Kooperation mit mindestens einer Grundschule (vgl. § 7a Absatz 3 des Sächsischen Schulge-
setzes). Grundlegende schulfachliche Regelungen enthält die Schulordnung Gemeinschafts-
schulen.
2.2 Voraussetzungen für die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule:
Die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule ist entweder
o
neu auf Beschluss des Schulträgers oder
o
durch Schulartänderung bereits bestehender Grundschulen, Oberschulen und Gymna-
sien auf Beschluss der jeweiligen Schulkonferenz im Einvernehmen mit der Lehrerkon-
ferenz und dem Schulträger
möglich (vgl. § 7a Absatz 4 Satz 1 des Sächsischen Schulgesetzes).
Die Mindestschülerzahl an Gemeinschaftsschulen (mit Ausnahme der Klassen einer koope-
rierenden Grundschule) beträgt 20 Schüler pro Klasse (§ 4a Absatz 1 Nummer 3a des Säch-
sischen Schulgesetzes).
Gemeinschaftsschulen werden in der Klassenstufe 5 mindestens vierzügig geführt (vgl. § 4a
Absatz 3 Satz 2 des Sächsischen Schulgesetzes). Dies bedeutet, dass unter Beachtung der
gesetzlich festgelegten Klassenobergrenze von 28 Schülern in der Klassenstufe 5 mindestens
85 Schüler unterrichtet werden müssen (3x28+1; Gewichtungszuschläge bleiben bei Mindest-
schülerzahlen außer Betracht). Im ländlichen Raum außerhalb von Oberzentren können Ge-
meinschaftsschulen in der Klassenstufe 5 in höchstens zwei aufeinanderfolgenden Schuljah-
ren dreizügig eingerichtet und in den nachfolgenden Klassen- und Jahrgangsstufen fortgeführt
werden (§ 4b Absatz 3a des Sächsischen Schulgesetzes). Für die anderen Klassenstufen der
Gemeinschaftsschule gibt es keine Zügigkeitsfestlegung.
Bei einer Gemeinschaftsschule, welche die Klassenstufen 5 bis 10 sowie die Jahrgangsstufen
11 und 12 umfasst, gelten für die kooperierende Grundschule für die Klassenstufen 1 bis 4 die
Regelungen für die Schulart Grundschule. Die Mindestschülerzahl beträgt demnach für die
erste einzurichtende Klasse je Klassenstufe 15 Schüler und für jede weitere einzurichtende
Klasse 14 Schüler (vgl. § 4a Absatz 1 Nummer 1 des Sächsischen Schulgesetzes).
Mit dem Antrag auf Zustimmung zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule durch Neueinrich-
tung oder Schulartänderung (vgl. § 24 Absatz 1 des Sächsischen Schulgesetzes) hat der
Schulträger eine Prognose vorzulegen, aus der erkennbar ist, aus welchen Schulen sich in
welcher Höhe bzw. in welchen prozentualen Anteilen die Schülerschaft von mindestens 85
Schülern für die Klassenstufe 5 zusammensetzt. Umfasst die Gemeinschaftsschule auch die
Klassenstufen 1 bis 4, sind zudem die Einzugsbereiche darzustellen, da die Primarstufe der
Gemeinschaftsschule über keinen Schulbezirk verfügt. Zur Erbringung des Nachweises kann
vom Schulträger ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt werden. Das Erreichen von
Mindestschülerzahl und Mindestzügigkeit muss für einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren (mittel-
und langfristige Bedarfsprognose gemäß § 5 Absatz 1 und 2 Sächsische Schulnetzplanungs-
verordnung) dargelegt werden.

3
Sollte die geforderte Mindestschülerzahl von 85 Schülern in der Klassenstufe 5 nicht erreicht
werden und liegt kein Ausnahmetatbestand gemäß § 4a Absatz 5 bzw. § 4b Absatz 3a des
Sächsischen Schulgesetzes vor, ergeht ein Mitwirkungswiderruf nach § 24 Absatz 3 des Säch-
sischen Schulgesetzes.
Für die Neueinrichtung einer Gemeinschaftsschule nach § 7a Absatz 4 Satz 1 Nummer 1 des
Sächsischen Schulgesetzes ist ein Beschluss des Schulträgers erforderlich, welcher der Zu-
stimmung der obersten Schulaufsichtsbehörde bedarf (§ 24 Absatz 1 des Sächsischen Schul-
gesetzes).
Auch die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule durch Schulartänderung gemäß § 7a Absatz
4 Satz 1 Nummer 2 des Sächsischen Schulgesetzes bedarf nach § 24 Absatz 4 i.V.m. Absatz 1
der Zustimmung der obersten Schulaufsichtsbehörde. Die Einrichtung einer Gemeinschafts-
schule durch Schulartänderung bereits bestehender Grundschulen, Oberschulen und Gymna-
sien hat im Einvernehmen mit dem Schulträger zu erfolgen. Der Träger der Schule, dessen
Schulart geändert werden soll, hat demnach sein Einvernehmen zu erteilen. Sollten mehrere
Schulträger an einer Schulartänderung beteiligt sein, ist von allen Schulträgern ein Einverneh-
men einzuholen und zu klären und darüber zu beschließen, ob die Schulträgerschaft gemein-
sam durch einen Schulzweckverband übernommen wird oder wer von den beteiligten Schul-
trägern künftig die Schulträgerschaft für die Gemeinschaftsschule übernimmt. Schulträger sind
gemäß § 22 Absatz 4 des Sächsischen Schulgesetzes verpflichtet, zur Erfüllung der ihnen
obliegenden Aufgaben zusammenzuarbeiten. Hierfür gelten die Vorschriften über die kommu-
nale Zusammenarbeit. Bei der Beteiligung von Schulträgern mit nur einer Grundschule ist für
die Übertragung der Schulträgerschaft zusätzlich eine Zweckvereinbarung notwendig. Bei
Schulzweckverbänden handelt es sich um eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (§ 45
Absatz 1 des Sächsischen Gesetzes über Kommunale Zusammenarbeit), bei welcher die bis-
herigen Schulträger Mitglied sind (vgl. §§ 44 ff. des Sächsischen Gesetzes über Kommunale
Zusammenarbeit).
Gemäß § 7a Absatz 4 Satz 2 des Sächsischen Schulgesetzes sollen benachbarte Schulträger
bei Einrichtung einer Gemeinschaftsschule durch Schulartänderung bereits bestehender
Grundschulen, Oberschulen bzw. Gymnasien angehört werden. Damit sind die Schulträger
gemeint, auf die sich die Änderung der Schulart auswirken kann. Das Gebiet des anzuhören-
den Schulträgers muss nicht unmittelbar an das Gebiet des Trägers der Gemeinschaftsschule
angrenzen.
2.3 Checkliste zur Vorlage von Antragsunterlagen
Bei Neueinrichtung einer Gemeinschaftsschule bzw. bei Schulartänderung bereits bestehen-
der Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien sind vorzulegen:
o
Beschluss des Schulträgers zur Neueinrichtung gemäß § 7a Absatz 4 Nummer 1 des
Sächsischen Schulgesetzes oder Beschluss/Beschlüsse zum Erteilen des Einverneh-
mens zur Schulartänderung gemäß § 7a Absatz 4 Nummer 2 des Sächsischen Schul-
gesetzes (ggf. mit Aussagen zur Schulträgerschaft und zum Namen der Schule)
o
Beschluss der jeweiligen Schulkonferenz im Einvernehmen mit der Lehrerkonferenz und
dem Schulträger (nicht bei Neueinrichtung)
o
Protokoll der Anhörung und Stellungnahme der benachbarten Schulträger (nicht bei
Neueinrichtung)
o
Kooperationsvereinbarungen mit den jeweils beteiligten Grundschulen und dem koope-
rierenden Hort

4
Darüber hinaus:
o
Darstellung der Schülerzahlprognosen
o
Schulprogramm gemäß § 7a Absatz 5 des Sächsischen Schulgesetzes
o
Nachweis der Gebäudekapazität für die aktuelle und künftige Beschulung, dies beinhal-
tet auch die notwendigen Fachunterrichtsräume, Sportstättenkapazitäten und deren
Ausstattung
o
ggf. Beschluss des Schulträgers über die Änderung der Schulbezirke (bei mehreren Ge-
meinschaftsschulen im Schulträgergebiet) und ggf. Abschluss einer Zweckvereinbarung
mit einem benachbarten Schulträger bei einer Gemeinschaftsschule mit Primarstufe
o
Fortschreibung des Schulnetzplanes durch den Schulnetzplanungsträger mit der Auf-
nahme der Gemeinschaftsschule
2.4 Schulnetzplanung
Schulnetzplanungsverordnung
Entsprechend der Sächsischen Schulnetzplanungsverordnung werden Teilschulnetzpläne
nach jeweils fünf Jahren fortgeschrieben. Dabei sind diese auf ihre Vereinbarkeit mit den recht-
lichen Grundlagen und tatsächlichen Gegebenheiten zu überprüfen und erforderlichenfalls an-
zupassen. Eine vorzeitige Anpassung ist vorzunehmen, soweit eine Änderung der rechtlichen
Grundlagen oder tatsächlichen Gegebenheiten dies erfordert (vgl. § 8 der Sächsischen Schul-
netzplanungsverordnung).
Mit dem Gesetz zur Einführung der Gemeinschaftsschule im Freistaat Sachsen vom 15. Juli
2020, das am Tag nach seiner Verkündung in Kraft trat, ist nunmehr eine solche vorzeitige
Anpassung vorzunehmen, sofern der Träger der Schulnetzplanung die Führung einer Gemein-
schaftsschule im Gebiet des Teilschulnetzplanes beschließt. Dabei muss der Schulnetzpla-
nungsträger darstellen, welche Auswirkungen die Neueinrichtung/Schulartänderung einer Ge-
meinschaftsschule auf andere bestehende Schulen hat.
Bis zur Erfassung von Gemeinschaftsschulen in genehmigten Teilschulnetzplänen findet § 23a
Absatz 9 des Sächsischen Schulgesetzes nur im Ausnahmefall keine Anwendung (vgl. § 64
Absatz 11 des Sächsischen Schulgesetzes).
Gemeinschaftsschulen können auch mit mehreren Schulstandorten entstehen. Gemäß § 2
Absatz 2 SOGES soll die kooperierende Grundschule jedoch in räumlicher Nähe liegen. Es ist
zu beachten, dass es sich um
eine
Gemeinschaftsschule handelt, die organisatorisch und per-
sonell geleitet und verwaltet werden muss. Das jeweils räumlich getrennt liegende Schulge-
bäude, wo der Schulleiter nicht seinen Sitz hat, wird als Schulteil bezeichnet.
Schulbezirksregelungen
Jede Grundschule hat einen Schulbezirk. Schulbezirk ist das Gebiet des Schulträgers. Schul-
träger mit mehreren Grundschulen können Einzelschulbezirke oder gemeinsame Schulbezirke
bestimmen. Dabei muss die Schulbezirkszuordnung für jeden Wohnort eindeutig die zustän-
dige/n Grundschule/n bestimmen.
Gemäß § 25 Absatz 5 Satz 1 des Sächsischen Schulgesetzes hat ein Schüler - soweit ein
Schulbezirk wie bei einer Grundschule besteht - die Grundschule zu besuchen, in deren
Schulbezirk er seinen Hauptwohnsitz hat. Dies gilt jedoch u.a. nicht für Schüler, die eine Ge-
meinschaftsschule besuchen (vgl. § 25 Absatz 5 Satz 2 des Sächsischen Schulgesetzes).
Demnach kann jeder Schüler ohne Ausnahmeantrag nach § 25 Absatz 5 Satz 3 des Sächsi-
schen Schulgesetzes eine Gemeinschaftsschule besuchen, auch wenn er seinen Hauptwohn-
sitz in einem anderen Schulbezirk hat.

5
Bei Schulartänderung einer bereits bestehenden Grundschule in eine Gemeinschaftsschule
kann sich ergeben, dass in einem Schulbezirk eine Schule der Schulart Grundschule nicht
mehr zur Verfügung steht und nur noch eine Gemeinschaftsschule besucht werden kann.
a) Hat ein Schulträger mehrere Schulbezirke, muss er in diesem Fall seine Schulbezirke
so zuschneiden, dass das bisherige Sprengelgebiet wieder einer zuständigen Grund-
schule zugeordnet ist.
b) Besteht im Gebiet des Schulträgers (Schulbezirk) nur eine einzige Grundschule, die
bei Schulartänderung zur Gemeinschaftsschule wird, so ist er verpflichtet, zur Erfüllung
der ihm obliegenden Aufgaben mit einem anderen Schulträger zusammenzuarbeiten.
Dies betrifft insbesondere die Einigung über die Bildung von Schulbezirken (vgl. § 22
Absatz 4 des Sächsischen Schulgesetzes).
Der Schulträger hat mit seinem Antrag auf Zustimmung zur Schulartänderung den Beschluss
einer Schulbezirkssatzung eines benachbarten Schulträgers vorzulegen, nach der sein Gebiet
auf der Grundlage einer Zweckvereinbarung zwischen den beteiligten Schulträgern einer
Grundschule zugeordnet wird. Die alte Schulbezirkssatzung muss anschließend vom vormali-
gen Grundschulträger aufgehoben werden.
Wird die Gemeinschaftsschule in Kooperation mit einer Grundschule oder mehreren Grund-
schulen eingerichtet, behält die kooperierende Grundschule ihren Status als Schulart Grund-
schule mit Schulbezirksbindung und wird zugleich kooperierender Teil einer Gemeinschafts-
schule. Die Regelungen des § 25 Sächsisches Schulgesetz zum Schulbezirk gelten bei ko-
operierenden Grundschulen weiterhin, da diese nach wie vor eigenständig bleiben.
2.5 Anmeldung
Vor dem Anmeldetermin werden an Gemeinschaftsschulen Informationsveranstaltungen ge-
mäß § 5 Absatz 5 SOGES durchgeführt.
Anmeldung für die Klassenstufe 1 einer Gemeinschaftsschule
Kinder, die bis zum 30. Juni des folgenden Kalenderjahres das sechste Lebensjahr vollenden,
sind durch die Eltern, sofern diese
sie nicht an einer Grundschule ihres Schulbezirks oder an
einer Oberschule+ angemeldet haben, an einer Gemeinschaftsschule bzw. an der mit ihr ko-
operierenden Grundschule anzumelden (vgl. § 5 Absatz 2 SOGES).
Die Anmeldungen an der Gemeinschaftsschule bzw. an der mit ihr kooperierenden Grund-
schule sind mit Blick auf die Klassenbildung mit den Anmeldungen an den schulbezirksgebun-
denen Grundschulen durch die zuständige Schulaufsichtsbehörde abzugleichen.
Eine Umlenkung von einer Gemeinschaftsschule auf eine andere Gemeinschaftsschule kann
nur erfolgen, wenn es eine solche in der Nähe gibt und diese zumutbar erreichbar ist.
Anmeldung für die Klassenstufe 5 einer Gemeinschaftsschule
Im Anschluss an die Grundschule können die Eltern ihr Kind nach Abschluss der Klassenstufe
4 zur Aufnahme in die Klassenstufe 5 einer Gemeinschaftsschule anmelden. Beim Wechsel
auf eine Gemeinschaftsschule bedarf es keiner Bildungsempfehlung (vgl. § 34 Absatz 1a des
Sächsischen Schulgesetzes), d. h. bei Anmeldung für die Klassenstufe 5 einer Gemeinschafts-
schule muss keine Bildungsempfehlung vorgelegt werden.
Ein Anspruch auf Aufnahme in eine bestimmte Gemeinschaftsschule besteht nicht, solange
bei Erschöpfung der Aufnahmekapazität der Besuch einer anderen Schule derselben Schulart
möglich und dem Schüler zumutbar ist (vgl. § 4a Absatz 4 Satz 2 des Sächsischen Schulge-
setzes).

6
Schüler einer Grundschule, die mit einer Gemeinschaftsschule kooperiert, haben Vorrang bei
der Aufnahme, da die kooperierende Gemeinschaftsschule den Zweck des längeren gemein-
samen Lernens verfolgt. Dieser Zweck wird vereitelt, wenn vor der Klassenstufe 5 ein von der
Kooperation unabhängiges Auswahlverfahren stattfinden würde.
Umlenkungen von Schülern, die an einer Gemeinschaftsschule angemeldet wurden, hin zu
einer Oberschule, einschließlich Oberschule+, oder eines Gymnasiums aus Gründen der Klas-
senoptimierung sind nicht möglich, da es sich bei der Oberschule bzw. dem Gymnasium um
eine andere Schulart handelt. Mit dem Willen der Eltern kann die Oberschule bzw. das Gym-
nasium selbstverständlich besucht werden. Ebenso können Schüler, die für die Klassenstufe
5 an einer Oberschule, einschließlich Oberschule+, bzw. an einem Gymnasium angemeldet
wurden, nicht an eine Gemeinschaftsschule umgelenkt werden, es sei denn, die Eltern wün-
schen dies. Für die Aufnahme an ein Gymnasium sind zudem besondere Bedingungen zu
erfüllen.
Für Schüler, die nach Abschluss der Klassenstufe 4 der Gemeinschaftsschule auf eine Ober-
schule, einschließlich Oberschule+, oder ein Gymnasium wechseln wollen, gelten die Aufnah-
mevorschriften der jeweiligen Schulart. Insbesondere ist zu beachten, dass ein Schüler nach
Abschluss der Klassenstufe 4 nur dann in die Klassenstufe 5 des Gymnasiums aufgenommen
wird, wenn die Bildungsempfehlung für das Gymnasium erteilt wurde. Auch ein Schüler, dem
die Bildungsempfehlung für die Oberschule erteilt wurde, wird nach Abschluss der Klassen-
stufe 4 in die Klassenstufe 5 des Gymnasiums aufgenommen. Dies jedoch nur, wenn der
Schüler an einer Leistungserhebung gemäß § 7 Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung so-
wie ein Elternteil an dem Beratungsgespräch nach § 34 Absatz 2 Satz 2 und 3 des Sächsi-
schen Schulgesetzes teilgenommen hat und im Ergebnis des Beratungsgespräches eine Emp-
fehlung zum Besuch eines Gymnasiums erteilt wird oder eine Anmeldung an der Oberschule
weiterhin empfohlen wird und die Eltern innerhalb von drei Wochen schriftlich mitgeteilt haben,
dass sie an der Anmeldung am Gymnasium festhalten.
Ein Anspruch auf Aufnahme in eine bestimmte Oberschule, Gemeinschaftsschule oder ein
bestimmtes Gymnasium besteht nicht, solange bei Erschöpfung der Aufnahmekapazität der
Besuch einer anderen Schule derselben Schulart möglich und dem Schüler zumutbar ist (vgl.
§ 4a Absatz 4 Satz 2 des Sächsischen Schulgesetzes).
Die Anzahl der zu bildenden Klassen legt nach § 4a Absatz 4 des Sächsischen Schulgesetzes
das Landesamt für Schule und Bildung fest, wobei die Anmeldungen nach Schulart getrennt
zu betrachten sind.
2.6 Personelle Voraussetzungen
2.6.1 Schulleitung
Gemäß § 41 des Sächsischen Schulgesetzes werden an jeder Schule eine Schulleiterin bzw.
ein Schulleiter und (wenn ein entsprechendes Amt ausgebracht ist) eine stellvertretende
Schulleiterin bzw. ein stellvertretender Schulleiter bestimmt. Aus den beamtenrechtlichen Vor-
schriften ergibt sich, dass als Qualifikation eine grundständige Lehramtsausbildung vorausge-
setzt wird. Es gibt keine rechtlichen Vorgaben, dass der Schulleiter oder der stellvertretende
Schulleiter eine Lehrbefähigung für ein Lehramt der betreffenden Schulart besitzen muss.
Zusätzlich ist im Teil III der VwV Schulleitungsbesetzung vom 10. Dezember 2020 formuliert,
dass das Sächsische Staatsministerium für Kultus schulartspezifische Anforderungsprofile für
die Ausschreibungen festlegt und u. a. für Schulen mit besonderer pädagogischer Prägung
oder besonderer Bedeutung auch Ausnahmen vom jeweiligen Anforderungsprofil zulassen
kann. Darüber hinaus gehende Vorgaben sind nicht vorhanden.

7
Gemeinschaftsschulen in Kooperationsmodellen mit Grundschulen
Die Schulleitungen an diesen Schulen sollen die Verbindung der Sekundarstufe I mit der gym-
nasialen Oberstufe und den damit verbundenen Kompetenzen abbilden. Deshalb sollen für die
Schulleitungsfunktionsstellen die Voraussetzungen für das Tätigkeitsprofil für Oberschulen als
auch das für Gymnasien maßgeblich sein. Dabei ist variabel, um welche der beiden Stellen
(Schulleiter oder stellvertretender Schulleiter) es sich jeweils handelt.
Gemeinschaftsschulen mit Primarstufe
Bei Gemeinschaftsschulen mit dieser Ausprägung soll die Schulleitung mit einem Mitglied die
Voraussetzungen für diese Tätigkeit an Grund- oder Oberschulen erfüllen. Das andere Schul-
leitungsmitglied soll die Voraussetzung für diese Tätigkeit an Gymnasien erfüllen (Hochschul-
ausbildung im pädagogischen Bereich mit Lehrbefähigung in zwei anerkannten Unterrichtsfä-
chern des Gymnasiums sowie eine mehrjährige Tätigkeit in Sekundarstufe I und II des Gym-
nasiums).
Für die Einrichtung der o.g. Schulen ist es von besonderer pädagogischer Bedeutung, mög-
lichst frühzeitig auch die jeweiligen Stellvertreterstellen zu besetzen, um die mit diesen ver-
schiedenen und „gemischten“ Zusammensetzungen der Schulleitungen verbundenen Kompe-
tenzen und Berechtigungen möglichst im Gleichklang mit dem Auf- und Ausbau dieser Schulen
zum Tragen kommen zu lassen.
2.6.2 Personal
Beim Personaleinsatz sind schulart- und fachspezifische Belange zu berücksichtigen.
In der Schulleitung bzw. der erweiterten Schulleitung sollten Kolleginnen und Kollegen aller
Schulstufen vertreten sein. Ein Oberstufenberater ist einzusetzen.
Darüber hinaus sind Aussagen zur Schulsozialarbeit (§ 7a Absatz 2 Satz 4 des Sächsischen
Schulgesetzes) zu treffen.
3. Schulprogramm:
Zu folgenden Aspekten sind im Schulprogramm Aussagen zu treffen (Checkliste):
a) Lehrpläne/Bildungsstandards/Stundentafeln (Abweichungen untersetzen)
b) Formen und Methoden gemeinsamen Lernens
c) Leistungsermittlung und Leistungsbewertung
d) Pädagogische und organisatorische Umsetzung des leistungsdifferenzierenden Unter-
richts
e) Regelungen zur Primarstufe und zur Kooperation mit dem Hort
f)
Individuelle Förderung, Inklusion, GTA
g) Beschreibung der Schulartänderung zur Entwicklung einer Gemeinschaftsschule (z. B.
Regelungen zum Auslaufen der Klassenstufen der vorherigen Schulart)
bzw. der Neu-
gründung der Gemeinschaftsschule
Folgende Regelungen bzw. Aussagen sind dafür leitend:
a) Lehrpläne/Bildungsstandards/Stundentafeln (Abweichungen untersetzen)
Im Schulprogramm sind die zu erreichenden Bildungs- und Erziehungsziele festzulegen.
Grundlage für Unterricht und Erziehung sind die ländergemeinsamen Bildungsstandards,
Lehrpläne und Stundentafeln. Die Schule kann auf der Basis der im Schulprogramm festge-
legten pädagogischen und didaktischen Grundsätze eigenverantwortlich die Erfüllung der
Lehrpläne gestalten (vgl. § 35 Absatz 1 des Sächsischen Schulgesetzes). Dabei ist das Errei-

8
chen der Ziele der für die jeweilige Schulstufe geltenden Lehrpläne der Grundschule, der Ober-
schule und des Gymnasiums sicherzustellen (vgl. § 7a Absatz 5 Satz 3 des Sächsischen
Schulgesetzes). In den Klassenstufen 1 bis 4 sind die Lehrpläne für Grundschulen und in der
Sekundarstufe I entsprechend dem jeweiligen Anforderungsniveau die Lehrpläne für Ober-
schulen und Gymnasien anzuwenden.
Gemäß § 3a des Sächsischen Schulgesetzes entwickelt jede Schule ihr eigenes pädagogi-
sches Konzept. Sie plant und gestaltet den Unterricht sowie andere schulische Veranstaltun-
gen auf der Grundlage der Lehrpläne in eigener Verantwortung.
Die sächsischen Lehrpläne umfassen über die Bildungsstandards hinaus Lernziele und Lern-
inhalte und strukturieren den Lernprozess zu Wissenserwerb, Kompetenzentwicklung und
Werteorientierung. Deshalb muss das Schulprogramm Aussagen zur Umsetzung der Lehr-
pläne enthalten. Abweichungen müssen beschrieben und begründet werden, um das Errei-
chen der in den curricularen Grundlagen ausgewiesenen Erziehungs- und Bildungsziele sowie
die erfolgreiche Teilnahme an den Abschluss- und Abiturprüfungen abzusichern.
Grundlage für die Erteilung des Unterrichts an allen Gemeinschaftsschulen sind die Stunden-
tafeln der Grundschule, der Oberschule und des Gymnasiums. Abweichungen von den Stun-
dentafeln sind möglich. Für die Stundentafeln der Grundschule, der Oberschule und des Gym-
nasiums regelt die VwV Stundentafeln, dass im Primarbereich und in der Sekundarstufe I in
jeder Klassenstufe die Wochenstundenzahl in bis zu zwei Fächern des Pflichtbereichs im Um-
fang von jeweils einer Wochenstunde zu Gunsten eines anderen Faches des Pflichtbereichs
verlagert werden kann. Voraussetzung ist, dass die Gesamtwochenstundenzahl pro Klassen-
stufe im Pflichtbereich unverändert bleibt und jedes Unterrichtsfach mindestens einstündig un-
terrichtet wird.
Abweichungen sind darzustellen und entsprechende Aussagen zur Anwendung oder Ausge-
staltung der Stundentafel zu treffen. Die Stundentafeln müssen erkennen lassen, dass die in
den Lehrplänen ausgewiesenen Lerninhalte klassenstufenbezogen bzw. jahrgangsbezogen
umsetzbar sind.
Die konkrete Gestaltung der Stundentafel liegt ausschließlich in der Eigenverantwortung der
Schule.
b) Formen und Methoden gemeinsamen Lernens
Differenzierung im Unterricht bedeutet auch, die unterschiedlichen Lernausgangslagen und
Förderbedarfe der Schüler angemessen zu berücksichtigen durch: z. B.
o
unterschiedliche Darstellungsweise der Inhalte und / oder
o
unterschiedliche Unterrichtsmethoden und / oder
o
unterschiedliche Sozialformen und / oder
o
unterschiedliches Arbeitstempo und / oder
o
unterschiedliche Schwierigkeitsgrade von Aufgaben und / oder
o
Unterrichtsmaterialien und / oder
o
individuelle Hilfsangebote.
Im Schulprogramm sind hierfür die Vorgehensweisen zu untersetzen. Des Weiteren soll dar-
gestellt werden, wie und welche Ganztagsangebote unterrichtsergänzend und lehrplanbezo-
gen das gemeinsame Lernen unterstützen.
c) Leistungsermittlung und Leistungsbewertung
Leistungsermittlung und Leistungsbewertung richten sich an der Gemeinschaftsschule nach
der Schulordnung Gemeinschaftsschule, die mit Wirkung zum 01.08.2021 in Kraft treten wird.
Grundlage der Leistungsermittlung und -bewertung sind die sächsischen Lehrpläne und Stun-
dentafeln sowie die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz. Dabei ist ab Klassenstufe
7 das jeweilige Anforderungsniveau zu berücksichtigen. Bei inklusiver Unterrichtung sind die
jeweils für den Förderschwerpunkt geltende Regelungen zu beachten.

9
d) Pädagogische und organisatorische Umsetzung des leistungsdifferenzierenden Unter-
richts
Die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule werden entsprechend ihren Leis-
tungsmöglichkeiten, Begabungen und Bildungsabsichten im vorwiegend binnendifferenzierten
Unterricht individuell gefördert mit dem Ziel, sie zu dem angestrebten und für sie höchstmög-
lichen schulischen Abschluss zu führen. Binnendifferenzierung (= innere Differenzierung) als
ein Instrument individueller Förderung versteht sich dabei als Förderung einzelner Lernender
innerhalb einer bestehenden Lerngruppe, z. B. innerhalb einer Schulklasse oder einer klas-
senstufenübergreifenden Gruppe.
Grundlage der Unterrichtsplanung sind die Lehrplaninhalte. Spätestens ab der Klassenstufe 7
differieren die Lehrpläne, so dass ab Klassenstufe 7 in ausgewählten Fächern (Differenzie-
rungsfächer) Unterricht in unterschiedlichen lehrplanbezogenen Anforderungsniveaus erfor-
derlich ist.
Bei der erstmaligen Zuordnung zu einem Anforderungsniveau in den Differenzierungsfächern
zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres der Klassenstufe 6 entscheiden die Eltern auf Emp-
fehlung der Klassenkonferenz und nach Beratung durch die Schule, welchem Anforderungs-
niveau die Schülerinnen und Schüler jeweils zugeordnet werden. Dies geschieht, um dem ver-
fassungsmäßig garantierten natürlichen Recht der Eltern zu entsprechen, Erziehung und Bil-
dung ihrer Kinder zu bestimmen. Diese Zuordnung ist nicht endgültig und bezieht sich nur auf
die Differenzierungsfächer. Eine Änderung der Zuordnung einer Schülerin oder eines Schülers
zu einem Anforderungsniveau ist jeweils zum Schulhalbjahr und zum Schuljahresende mög-
lich.
Die Schülerinnen und Schüler werden mit der Zuordnung zu den Anforderungsniveaus in den
Differenzierungsfächern aber nicht in Bildungsgänge eingeordnet. Deshalb steht die Leis-
tungsdifferenzierung nach verschiedenen lehrplanbezogenen Anforderungsniveaus auch nicht
im Widerspruch zu einem längeren gemeinsamen Lernen. Unterricht auf der Grundlage der
Lehrpläne des jeweiligen Anforderungsniveaus bedeutet keine Auflösung des Klassenverban-
des und separate Unterrichtung in verschiedenen Gruppen im Sinne einer äußeren Differen-
zierung. Vielmehr können die Schülerinnen und Schüler weiterhin gemeinsam binnendifferen-
ziert auf verschiedenen Anforderungsniveaus unterrichtet werden. Dabei wird jeder Schüler
auf seinem Niveau individuell gefördert.
Vor dem Hintergrund einschlägiger Vorgaben der Kultusministerkonferenz zur bundesweiten
Anerkennung der Abschlüsse und Berechtigungen muss die Unterrichtung auf gymnasialen
Anforderungsniveau im Fach Mathematik und in der ersten Fremdsprache in der Jahrgangs-
stufe 7 beginnen. Außerdem ist für Schülerinnen und Schüler, die die allgemeine Hochschul-
reife erwerben wollen, der Unterricht in der zweiten Fremdsprache ab der Klassenstufe 6 auf
gymnasialem Anforderungsniveau verbindlich. Schülerinnen und Schüler, welche das Abitur
anstreben, müssen darüber hinaus ein Gesamtstundenvolumen von mindestens 265 Jahres-
wochenstunden ab der Klassenstufe 5 bis zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife nach-
weisen. Deshalb müssen auch bei binnendifferenzierter Unterrichtung die für den jeweiligen
Abschluss gültigen Lehrpläne Grundlage sein.
Schülerinnen und Schüler, die dem gymnasialen Anforderungsniveau zugeordnet sind, wer-
den in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Biologie, Physik, Chemie und zweite
Fremdsprache ausschließlich nach den Lehrplänen des Gymnasiums unterrichtet. Schülerin-
nen und Schüler, die dem Realschulanforderungsniveau zugeordnet sind, werden in den Fä-
chern Deutsch, Mathematik, Englisch, Physik und Chemie mindestens nach den Lehrplänen
des Realschulbildungsganges unterrichtet. Über weitere Fächer kann jeweils die Schule ent-
scheiden.
Die Teilnahme am Unterricht im Realschulanforderungsniveau wird in der Regel nicht empfoh-
len, wenn die Schülerin oder der Schüler in der Halbjahresinformation der Klassenstufe 6 in
mehr als zwei Differenzierungsfächern gemäß Absatz 5 Satz 2 mit der Note „ausreichend“

10
oder schlechter bewertet wurde. Die Teilnahme am Unterricht im gymnasialen Anforderungs-
niveau wird in der Regel empfohlen, wenn in der Halbjahresinformation der Klassenstufe 6 der
Durchschnitt der Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch 2,0 oder besser ist,
keines dieser Fächer mit der Note „ausreichend“ oder schlechter benotet wurde und der Durch-
schnitt der Noten in allen anderen Fächern besser als 2,5 ist.
Eltern erwarten eine objektive Einschätzung ihrer Kinder. Deshalb muss Transparenz hinsicht-
lich des angestrebten Abschlusses bestehen. Auch kann es Gründe geben, dass Schülerinnen
oder Schüler die Schulart wechseln wollen oder müssen. Aus beiden Gründen ist es erforder-
lich, seitens der Schule hierzu stets aussagefähig zu sein.
Demzufolge muss das pädagogische Konzept gemäß § 3a Absatz 1 Satz 1 des Sächsischen
Schulgesetzes Aussagen zur pädagogischen und organisatorischen Umsetzung des leis-
tungsdifferenzierenden Unterrichts enthalten. Über die Formen der Differenzierung wie unter-
schiedliche Lernangebote innerhalb einer Lerngruppe, besondere Lernformen und Lernarran-
gements und weitere Formen der individuellen Förderung entscheidet die Schule in Abhängig-
keit von der konkreten Schulsituation und unter Einhaltung der vorgenannten Maßgaben. Da-
bei richtet sich die Einrichtung von Gruppen oder Klassen nach den pädagogischen, personel-
len, räumlichen und organisatorischen Gegebenheiten an der jeweiligen Schule. Näheres dazu
wird jährlich durch die oberste Schulaufsichtsbehörde durch Verwaltungsvorschrift geregelt. In
der Regel wird der Unterricht im Klassenverband erteilt. Er kann auch getrennt nach Klassen-
stufen oder klassen- und jahrgangsübergreifend erteilt werden.
e) Regelung zur Primarstufe und der Kooperation mit dem Hort
Grundschule und Hort stellen aufgrund der gesetzlichen Verbindlichkeit ihres Zusammenwir-
kens (§ 5 Absatz 4 und § 35b Absatz 2 Satz 3 des Sächsischen Schulgesetzes) ein ganztägi-
ges Bildungsangebot dar. Während Kinder zum Besuch der Schule verpflichtet sind, steht der
Hort als verlässliches, freiwilliges Bildungs- und Betreuungsangebot zur Verfügung. Zur Ein-
richtung eines Hortes ist eine Betriebserlaubnis erforderlich. Die „Sächsischen Leitlinien für die
öffentlich verantwortete Bildung von Kindern bis zum 10. Lebensjahr (SMK, 2014)“ bilden ei-
nen konzeptionellen Rahmen für die inhaltliche Ausgestaltung auf der Basis des Sächsischen
Bildungsplanes und der Lehrpläne für die Grundschule. Die Kooperation der Primarstufe einer
Gemeinschaftsschule bzw. einer mit einer Gemeinschaftsschule kooperierenden Grundschule
mit dem Hort ist unerlässlich.
f) Individuelle Förderung, Inklusion, GTA
Die Heterogenität der Schüler an der Gemeinschaftsschule stellt eine große Herausforderung
dar. Gemäß § 35a des Sächsischen Schulgesetzes orientiert sich die Ausgestaltung des Un-
terrichts und anderer schulischer Veranstaltungen an den individuellen Lern- und Entwick-
lungsvoraussetzungen der Schüler. Von daher sind entsprechende Förderangebote im ge-
meinsamen Unterricht und ggf. darüber hinaus zu planen und umzusetzen, die der Individua-
lität des Einzelnen entsprechen. Dazu können z. B. Entwicklungspläne, Förderpläne für inklu-
siv unterrichtete Schüler und Bildungsvereinbarungen genutzt werden.
§ 4c Absatz 5 Satz 2 des Sächsischen Schulgesetzes sieht zudem die lernzieldifferente inklu-
sive Unterrichtung an der Gemeinschaftsschule vor, ohne nach Klassenstufen zu differenzie-
ren. Die notwendige individuelle Förderung setzt eine sonderpädagogische Diagnostik voraus.
Unterrichtlich ist individuell am jeweiligen Entwicklungsstand anzuknüpfen.
Die Förderung ist immanenter Bestandteil eines binnendifferenzierten Unterrichts und anderer
schulischer Veranstaltungen. Dabei wird die Balance von Individualität und Gemeinschaft be-
rücksichtigt. Ganztagsangebote bieten unterrichtsergänzende Maßnahmen, insbesondere zu-
sätzliche Bildungs- und Förderangebote sowie Arbeitsgemeinschaften (vgl. § 2 Sächsische
Ganztagsangebotsverordnung). In der Primarstufe sind die Ganztagsangebote mit dem Hort
abzustimmen.

11
g) Beschreibung der Schulartänderung zur Entwicklung einer Gemeinschaftsschule (z. B.
Regelungen zum Auslaufen der Klassenstufen der vorherigen Schulart) bzw. der Neu-
gründung der Gemeinschaftsschule
Bei der Beschreibung sind auch Fragen des Schulwechsels von und an eine Gemeinschafts-
schule gemäß den Regelungen der entsprechenden Schulordnungen zu beachten. Grund-
sätzlich ist die Durchlässigkeit zu allen Schularten zu gewährleisten.
Darüber hinaus sind Schülermitwirkung und Elternmitwirkung als grundlegende Prinzipien der
Schule kurz darzustellen. Schülermitwirkung bietet den Schülern die Möglichkeit, Leben und
Unterricht ihrer Schule ihrem Alter entsprechend mitzugestalten, fördert die Erziehung der
Schüler zu Selbständigkeit und Verantwortungsbereitschaft und trägt damit zur Erfüllung des
Erziehungs- und Bildungsauftrages der Schule bei. Der Schwerpunkt der Schülermitwirkung
liegt an den einzelnen Schulen.
Eltern haben das Recht und die Aufgabe, an der schulischen Erziehung und Bildung mitzuwir-
ken. Diese gemeinsame Verantwortung von Eltern und Schule erfordert eine vertrauensvolle
Zusammenarbeit.