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Anlage 1
MUSTER
Leistungsbeschreibung zur Überwachung der Verkehrssicherheit von
Straßenbäumen einschließlich der Dokumentation von Kontrollergebnissen und
daraus ggf. abzuleitender Maßnahmen im Fachinformationssystem Straßenbäume
der Straßenbauverwaltung des Freistaates Sachsen - FIS- Baum
I.
Präambel
Dem LASuV obliegt die Verkehrssicherheit für alle Bäume in seinem Zuständigkeitsbereich.
Es ist damit für die Baumkontrollen nebst gegebenfalls erforderlichen
Sicherungsmaßnahmen und zugehörigen Baumpflegemaßnahmen zuständig.
Der Auftragnehmer führt in Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber die Baumkontrolle, d.h. die
Ersterfassung/ Grunderfassung, Datenaktualisierung und Regelkontrolle gemäß der jeweils
gültigen FLL-Richtlinie, zur Überprüfung der Verkehrssicherheit von Bäumen in Verwaltung
des LASuV durch. Die Baumkontrolle beinhaltet eine umfassende Sichtkontrolle durch
fachlich qualifizierte Inaugenscheinnahme vom Boden aus. Ein Nachweis über eine
entsprechende Qualifikation ist durch den Auftragnehmer zu erbringen und dem Auftraggeber
in geeigneter Form zu übergeben (z.B. FLL-Zertifizierung)
Bei der Kontrolle muss der gesamte Baum, d. h. vom Wurzelbereich über den Stammfuß
und Stamm bis zur Krone und von allen Seiten betrachtet werden.
Im Bedarfsfall und/oder bei besonderen Schadereignissen können zusätzlich Nachkontrollen
im gegenseitigen Einvernehmen vereinbart werden. Der Auftraggeber wird in diesem Fall
dem Auftragnehmer über die Erforderlichkeit einer Zusatzkontrolle unverzüglich informieren.
Der Auftragnehmer ist nicht verpflichtet, von sich aus eine Zusatz- oder Nachkontrolle
durchzuführen.
In der Regel erfolgen die Kontrollen jedoch alternierend, einmal im belaubtem und einmal im
unbelaubtem Zustand der Bäume. Jeder Straßenbaum ab einer Standzeit von 15 Jahren
und/oder einem Brusthöhendurchmesser (BHD)
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von 11 cm ist einmal jährlich zu
kontrollieren, wobei ein Kontrollzyklus von 15 Monaten nicht überschritten werden darf.
Die Ergebnisse der Baumkontrolle sind durch den Auftragnehmer in der jeweils aktuellen
Version des Fachinformationssystem Straßenbäume der Straßenbauverwaltung des
Freistaates Sachsen für Straßenbäume - FIS-Baum zu dokumentieren. Bei der Dateneingabe
in das FIS - Baum sind bereits ein gepflegte Bestands- und Baumdatensätze auf ihre
Aktualität hin zu prüfen und ggf. zu aktualisieren. Noch nicht vorhandene Daten sind
grundsätzlich zu ergänzen. Eine ergänzende Schnittstellenbeschreibung ist in diesem
Zusammenhang im Handbuch FIS-Baum oder unter
https://www.list.sachsen.de/download/Schnittstellenbeschreibung.pdf
zu finden.
Die Regelkontrolle selbst umfasst mehrere Teilleistungen, die unter Absatz II näher erläutert
werden.
Optional
können zwischen dem Auftraggeber und dem Auftragnehmer zusätzliche
Vereinbarungen getroffen werden.
Mit den im Folgenden Textabschnitt genannten Unterpunkten wird eine Transparenz sowohl
für den Auftraggeber, als auch für den Auftragnehmer gewährleistet, um jederzeit die
erbrachte Leistung anhand eines leicht fassbaren Wertes nachvollziehen zu können.
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BHD: „Brusthöhendurchmesser“ entspricht dem Durchmesser eines stehenden Baumes in 1,30m Höhe über dem Boden,
gemessen wird einfach

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Die Durchführung einer Regelkontrolle (RK) und ein er Ersterfassung mit
Regelkontrolle (EmitR) erfolgt ab einem BHD von 11 cm.
Ab einem BHD von 5 cm bis 10 cm erfolgt lediglich eine Aktualisierung (A) der
Baumgrunddaten oder eine Ersterfassung ohne Regelkontrolle (EohneR).
Gefällt festgestellte Bäume sind durch den AN an entsprechender Stelle zu
dokumentieren (F)
Auch kann vom Auftraggeber eine Vereinbarung bezüglich der Erstellung von Plänen oder
Leistungsverzeichnissen getroffen werden. (siehe Absatz III, IV)
Der niedergelegte Leistungsumfang kann durch schriftliche Anzeige sowohl durch den
Auftraggeber, als auch durch den Auftragnehmer aktualisiert werden. Dies kann eine
Leistungsreduzierung oder eine Erweiterung des Vertrages beinhalten. Soweit eine der
Vertragsparteien eine Änderung der genannten Daten wünscht, ist dies erneut
auszuhandeln.
II.
Teilleistungen
1.
ERMITTELN DER STANDORTS UND DER BAUMGRUNDDATEN
Das Ermitteln der Standorts- und der Baumgrunddaten ist für alle Bäume ab einem
Stammdurchmesser von
5 cm
vorzunehmen.
Die Erfassung des Baumstandortes erfolgt grundsätzlich durch das Erfassen einer
georeferenzierten Koordinate im amtlichen Referenzsystem mit mindestens einem X- und Y-
Wert die ein späteres wiederauffinden des Baumes über ein mobiles Erfassungsgerät via
GPS oder einen Kartenausschnitt ermöglicht. Die Aufnahme erfolgt vor Ort unter
Zuhilfenahme entsprechender Software über GNNS (Global Navigation Satellite System).
Je nachdem, ob sich der Baumstandort unmittelbar am Straßennetz (a) oder auf einer
Nebenanlage (b) befindet sind darüber hinaus die folgenden Informationen aufzunehmen:
a) Ermittlung des Standorts am klassifizierten Straßennetz
Zu erfassen ist die sogenannte ASB-Koordinate (Standortsbeschreibung eines Objektes
nach Anweisung Straßeninformationsbank – ASB) des Einzelbaumes bestehend aus:
Straße
Von-Netzknoten (VNK) und Nach-Netzknoten (NNK)
Von-Station (VST) und Bis-Station (BST), hierbei erfolgt die Ermittlung digital mittels
mobilem Erfassungsgerät unter Zuhilfenahme entsprechender Softwarelösungen
und/oder analog mittels Laufrad, Angabe in m
Lage und
Abstand vom Fahrbahnrand, dieser entspricht dem kürzesten, zu meist senkrechten
Abstand des Objekts zum Fahrbahnrand, Angabe in m

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Abbildung 1

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b) Ermittlung des Standorts auf einer Nebenanlage
Für die Nebenanlage erfolgt ein Eintrag der ASB-Koordinate
Zuordnung des Baumes zur jeweiligen Nebenanlage
Abbildung 1

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Falls bekannt ist der Eintrag in SBV zuständig vorzunehmen. Das Ausfüllen des Feldes
ASB
Hindernis,
gemäß
der
Objektklasse
Hindernisse
der
Anweisung
Straßeninformationsbank ist obligatorisch. Ggf. ist der Baum als Bestandteil einer
Baumreihe/Allee zu klassifizieren. Weiterführende Informationen zum Baum sind in das
Bemerkungsfeld einzutragen.
Die „Identität“ beinhaltet ferner folgende Baumgrunddaten. Die Kriterien sind stets auf ihre
Vollständigkeit hin zu prüfen, zu aktualisieren und ggf. zu ergänzen.
Baumart
Stammdurchmesser (in Brusthöhe, Angabe in ganzen c m),
Kronendurchmesser (Angabe in m mit einer Nachkommastelle)
Höhe (Angabe in m mit einer Nachkommastelle)
Lichte Höhe (Angabe in m mit einer Nachkommastelle)
Entwicklungsphase (Jungendphase (bis 15 Jahre); Reifephase (15 bis 50 bzw. 80
Jahre); Alterungsphase (ab 50 bis bzw. 80 Jahre))
Vitalität (Gesund, vital; leicht geschädigt; mittelschwer geschädigt; schwer
geschädigt; absterbend bis tot)
Schiefstand (Kein Schiefstand; zur Fahrbahn, von der Fahrbahn weg, parallel zur
Fahrbahn
Schutzstatus (Keine Einstufung; Schützenswerter Bestand; Naturdenkmal; Allee u.a.)
Der Eintrag in das FIS-Baum erfolgt nach Abbildung 3.
Abbildung 2
Auf Grund von örtlichen Besonderheiten wird es teilweise erforderlich, die aufgeführten
Kriterien modifiziert aufzunehmen. Ein Eintrag in die Datenbank FIS-Baum kann sowohl
händisch als auch über die entsprechende Schnittstelle erfolgen
.

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2.
REGELKONTROLLE
Im Rahmen der Regelkontrolle wird der Baum als umfassende fachlich qualifizierte
Inaugenscheinnahme vom Boden aus von allen Seiten auf eventuelle Defektsymptome hin
untersucht. Gesondert nach Wurzel, Stammfuß, Stamm und Krone ist zwingend eine
Schadstufe anzugeben. Ebenfalls sind die unter Punkt II/1 beschriebenen Grunddaten zu
erheben und/ oder zu aktualisieren. Diese werden bei einer durchgeführten Regelkontrolle
automatisch in „Baumdaten“ übernommen. Abschließend wird eine Gesamteinschätzung der
Vitalität des Baumes vorgenommen und ggf. ein Handlungsbedarf inkl. Erledigungszeitraum
angegeben. (vgl. Abbildung 4).
Vor jeder Baumkontrolle muss die Identität des Baumes, bestehend aus Standort und
Baumgrunddaten eindeutig bestimmt werden.

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Abbildung 3
Werden bei der Regelkontrolle schwerwiegende Mängel in der Verkehrssicherheit eines
Baumes festgestellt, ist der Auftraggeber sofort, jedoch spätestens innerhalb von 2
Werktagen schriftlich und/oder telefonisch darüber in Kenntnis zu setzen. Dies betrifft
insbesondere Maßnahmen, die sofort oder innerhalb der nächsten zwei Wochen ab
Aufnahmedatum durchzuführen sind.
Weiterführende Informationen zur durchgeführten Regelkontrolle sind auch hier in das
entsprechende Bemerkungsfeld einzutragen, dass Pflichtfeld Erfassungsmodus dient der
Unterscheidung verschiedener Aufnahmemethoden.
3.
GEFÄLLT FESTGESTELLT
Wird ein Baum als gefällt festgestellt ist dies im Erfassungsmodus entsprechend in der
Datenbank FIS-Baum zu dokumentieren (Abbildung 5). Über einen Eintrag in „gefällt“ und
nach der Auswahl eines Fällgrundes gilt der Baum in FIS-Baum als gefällt und findet
dementsprechend bei nachfolgenden Kontrollen keine Beachtung mehr.

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Abbildung 4

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4.
DATENERFASSUNG IM FIS-BAUM
Die Datenerfassung im FIS-Baum findet in der Regel digital statt, eine manuelle Erfassung ist
nur
anzuwenden,
wenn
auf
Grund
mangelnden
GPS-Empfangs
keine
präzise
Standorterfassung möglich ist.
a. Digital Erfassung
Zur Vorbereitung der Regelkontrolle müssen die dafür notwendigen Daten (Straßendaten
und Baumdaten)
durch den Auftraggeber
durch den Auftragnehmer
ausgelesen werden. Die dazu notwendige Schnittstellenbeschreibung ist im Handbuch FIS-
Baum und unter
https://www.list.sachsen.de/download/Schnittstellenbeschreibung
zu finden.
Damit stehen alle notwendigen Daten für den Auftragnehmer zur digitalen Bearbeitung mit
mobilen Datenerfassungsgeräten zur Verfügung. Nach erfolgter Regelkontrolle und der
damit verbundenen Aktualisierung aller notwendigen Daten werden die vollständig
bearbeitenden Datensätze
durch den Auftraggeber
durch den Auftragnehmer
auf Plausibilität und Qualität geprüft und in die Datenbank importiert.
b. Manuelle Erfassung
Ist eine digitale Erfassung nicht möglich, erfolgt die Regelkontrolle über ein
Regelkontrollblatt. Die jeweils aktuelle Version der Regelkontrollblätter ist in FIS-Baum
hinterlegt und von jedem FIS-Baum - Bearbeiter generierbar. Zur Vorbereitung der analogen
Regelkontrolle mittels Kontrollblatt werden
durch den Auftraggeber
durch den Auftragnehmer
alle dazu notwendigen Daten (Straßen-/Objektdaten und Baumdaten) entsprechend
aufbereitet und dem Auftragnehmer in Papierform (Regelkontrollblatt) zur Verfügung
gestellt. Im Anschluss an die Regelkontrolle werden die erfassten Daten
durch den Auftraggeber
durch den Auftragnehmer
manuell in FIS-Baum eingegeben. Dies bedarf eines direkten Zuganges zum FIS-Baum.
Die Umlaufzeiten zwischen Datenexport und Datenimport sollen eine maximale Zeit von
einem Monat nicht übersteigen.
III.
Erstellung von Leistungsverzeichnissen
Stellt der Auftragnehmer während der durchgeführten Baumkontrolle fest, dass
baumpflegerische Maßnahmen notwendig sind, erstellt er ein Leistungsverzeichnis.
Hierbei findet nur der Handlungsbedarf Beachtung, der über den meldepflichtigen

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Erledigungszeitraum hinaus geht. Baumpflegerische Maßnahmen die sofort, innerhalb
von zwei Wochen oder einem Monat durchzuführen sind werden durch den Auftraggeber
nach Anzeige durch den Auftragnehmer eigenverantwortlich abgearbeitet.
IV.
Erstellung von Lageplänen
Mit der Übergabe der Leistungsverzeichnisse stellt der Auftragnehmer dem Auftraggeber
einen Plan in PDF – Form und als GIS – Format zur Verfügung. Der Plan als PDF enthält ein
Luftbild und alle nicht gefällten Bäume als Punktobjekt mit entsprechender Beschriftung. Die
Beschriftung als graphisches Objekt kann derzeit noch nicht automatisiert in einer immer
einwandfrei lesbaren Form dargestellt werden. Demensprechend ist sie durch den
Auftragnehmer per Hand derart zu verschieben, dass der Auftraggeber jeden Punkt eindeutig
zuordnen kann.
Derzeit werden GIS – fähige Daten im Wesentlichen als Datenart Shape vorgehalten, diese
besteht aus einer dbf, prj, shx und shp und beinhaltet die Punktobjekte inkl.
Baumgrunddaten. Andere Übergabeformate können gesondert vereinbart werden.
V.
Datenübergabe
Die Datenübergabe der vollständig bearbeiteten Regelkontrollblätter und der erstellten
Leistungsverzeichnisse erfolgt in
digitaler Form
analoger Form
Es wird eine
Objektbezogene Datenübergabe
Datenübergabe in bestimmten zeitlichen Abständen
vereinbart, d.h. jeweils nach der abgeschlossenen Baumkontrolle einer oder mehrerer
Objekte oder nach Ablauf einer jeweiligen Frist (z.B. ein Monat).
Der Auftragnehmer übergibt die Regelkontrollblätter dem Auftragnehmer in PDF - Form. Das
Leistungsverzeichnis wird in Zusammenhang mit den generierten Regelkontrollblättern und
der Festlegung der Notwendigkeit von baumpflegerischen Maßnahmen ebenfalls PDF -
Form und außerdem als GAEB(1990)-Datei im Datenaustauschformat DA81 bereit gestellt.
VI.
Projektleitung
Die Projektleitung obliegt dem Auftragnehmer in Abstimmung mit dem Auftraggeber und
beinhaltet die Koordination des Arbeitseinsatzes ebenso wie das Auslesen aller notwendigen
Daten zur Vorbereitung der Regelkontrolle sowie das Importieren und Prüfen auf Plausibilität
der Datensätze nach erfolgter Regelkontrolle.