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Sächsische Gartenakademie
Gartentelefon donnerstags 14-17 Uhr: 0351 2612-8080
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Text: B. SCHÖN, H. RANK LfULG
Pflanzenschutzhinweis
Gefurchten Dickmaulrüssler biologisch bekämpfen
Der charakteristische Buchtenfraß, die halbkreisförmigen Fraßstellen entlang der Blattränder, sind ein typisches
Zeichen, dass ein Dickmaulrüssler (
Otiorhynchus sulcatus
) aktiv ist. Die Fraßschäden der Käfer sind zwar nicht
sehr schön anzusehen, für die Pflanzen aber keine ernsthafte Gefahr. Weitaus größeren Schaden verursachen die
Larven, die im Wurzelbereich der Pflanzen leben. Sie fressen zunächst die für die Wasseraufnahme wichtigen
Feinwurzeln an. Das kann nicht nur zur Schwächung, sondern auch zum Absterben der gesamten Pflanze führen.
Ältere Larven arbeiten sich oft bis zur Stammbasis vor und nagen dort die weiche Rinde der Hauptwurzeln ab.
Die Larven und Käfer fressen an Gehölzen mit etwas derberen Blättern wie Rhododendron, Kirschlorbeer, Rosen
aber auch an Erdbeeren, Kübelpflanzen wie Engelstrompeten und Fuchsien, sowie an Clematis und an vielen ver-
schiedenen Staudenarten.
Der Gefurchte Dickmaulrüssler gehört zur großen Familie der Rüsselkäfer. Man kann ihn an einem relativ breiten,
nach unten gebogenen „Rüssel“ und an der dunkelgrauen bis schwarzen Färbung erkennen. Er ist flugunfähig da
seine Flügeldecken miteinander verwachsen sind. Die beinlosen Larven haben eine gekrümmte Gestalt. Bis auf die
braune Kopfkapsel sind sie weißlich gefärbt. Kurz vor der Verpuppung können die Larven des Gefurchten Dick-
maulrüsslers bis zu zwölf Millimeter lang werden. Die nachtaktiven Käfer sind zwar nicht in der Lage zu fliegen,
können aber relativ schnell laufen.
Eine erfolgreiche Bekämpfung ist im Frühjahr und im Spätsommer möglich. Die Jungkäfer schlüpfen in der Regel
Ende Mai bis Anfang Juni und führen über einen Zeitraum von vier bis neun Wochen zunächst einen Reifungsfraß
aus. In dieser Zeit ist es an einzelnen Pflanzen möglich, in der Dämmerungszeit die Käfer abzusammeln. Legen sie
dafür ein Tuch sorgfältig unter die Pflanzen und klopfen sie an die Triebe. Die Käfer lassen sich fallen und können
aufgesammelt werden. Tagsüber verstecken sich die Käfer unter Laub, Brettern, Pflanzentöpfen, Mulch oder in der
Streuschicht. Nachts fressen sie an oberirdischen Pflanzenteilen, wobei sie sowohl Laub- als auch Nadelgehölze
befallen. Von Juli bis in den Spätsommer hinein legen sie pro Käfer bis zu 1.000 Eier in feuchtes und humoses
Erdreich. Ab August schlüpfen die ersten Larven aus den Eiern. Die Larven beginnen zunächst an den feinen
Haarwurzeln ihrer Futterpflanze zu fressen. Mit zunehmendem Alter fressen sie immer dickere Wurzeln. Auch der
Wurzelhals wird angefressen.
Zur Bekämpfung des Gefurchten Dickmaulrüsslers stehen biologische Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung.
Die im Boden lebenden Larven lassen sich mit Nematoden (
Heterorhabditis sp.
) bekämpfen. Die Nützlinge werden
den befallenen Pflanzen mit dem Gießwasser zugeführt. Dabei ist darauf zu achten, dass der Boden weder zu
feucht noch zu trocken sein darf. Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer bewegen sich durch den feuchten Bo-
den und dringen durch die Haut in die Larven ein. Dort vermehren sie sich und geben ein für die Larve toxisches
Bakterium ab, wodurch die Larve abstirbt. Die Fadenwürmer können bei Zimmerpflanzen, Wintergärten, in Ge-
wächshäusern oder auch im Freiland eingesetzt werden. Die Bodentemperatur sollte beim Einsatz über 12 °C lie-
gen. Nematoden gegen Dickmaulrüssler können Sie über den Gartenversandhandel oder im Fachhandel bestellen.