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Tag des offenen Denkmals
Dźeń wotewrjeneho
pomnika
8.9.2019
Viele Angebote. Gute Erlebnisse.

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Konzert
Duo Stock/Wettin
mit Susanne Stock – Akkordeon
und Georg Wettin – Klarinette
Eröffnungsveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals 2019
Freitag, 6. September 2019, 19.00 Uhr
Museum Bautzen, Kornmarkt 1, 02625 Bautzen
Seit 2014 begeistern Susanne Stock und Georg Wettin Musiklieb-
haber im ganzen Land. Sie beschäftigen sich mit Musik des 20. und
21. Jahrhunderts und sind erfahrene und versierte Instrumentalisten
auf diesem Gebiet. Ihre Zusammenarbeit gründete sich auf die Aus-
einandersetzung mit dem
musikalischen Werk Lyonel Feiningers
,
der mit seinen Arbeiten am Bauhaus zu den bedeutendsten Künst-
lern der Klassischen Moderne gehört. Das Duo Stock/Wettin hat
seine Orgelfugen für die eigenen Instrumente adaptiert und präsen-
tiert sie zusammen mit Musik von Busoni, Schönberg und Satie.
Der Eintritt ist frei.
Kathrin Rusch führt in das Konzert ein.

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Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Gäste unserer Stadt,
in diesem Jahr begehen wir in Bautzen den Tag des offenen
Denkmals unter dem Motto:
Modern(e): Umbrüche in
Kunst und Architektur
. Dieses Thema erinnert an die Grün-
dung des Bauhauses vor einhundert Jahren. Vom Bauhaus
gingen wesentliche Impulse aus. In einer sich schnell wan-
delnden Zeit und nach der Katastrophe des Ersten Welt-
krieges wurde auch in der Architektur nach neuen Gestal-
tungs- und Fertigungswegen gesucht. Nicht nur in Deutsch-
land gibt es dazu in diesem Jahr umfangreiche Ausstellungen und Veran-
staltungen.
In Bautzen laden wir ebenfalls dazu ein, auf die Suche nach
Spuren der
Moderne des 20. Jahrhunderts
zu gehen. Im Jahr 1904 wurde zum Beispiel
vom damaligen Oberbürgermeister Johannes Kaeubler ein Gestaltungs-
wettbewerb ausgelobt, um sensible Lösungen auf die Fragen der Zeit zu fin-
den. Ein seinerzeit international bekannter Protagonist, der Architekt
Bruno
Taut
, reichte Entwürfe für Fassadengestaltungen in Bautzen ein. Entdecken
Sie mehr dazu im Museum Bautzen!
Angelehnt an den Geist jener Zeit, die Suche nach neuen Wegen in allen
Lebensbereichen, bieten wir Ihnen zur traditionellen
Eröffnungsveranstaltung
ein interessantes Konzert: Erleben Sie musikalische Werke des weltbekann-
ten Künstlers und Bauhäuslers
Lyonel Feininger
!
Wir begrüßen Sie in den
Themenobjekten
, welche konkrete Beispiele aus
der Zeit der klassischen, aber auch aus der Zeit der Nachkriegs- und Post-
Moderne vorstellen. Wir laden zu einer
Fahrradtour
zum Siedlungsbau jener
Zeit ein und weisen auf bedeutende Gebäude der Moderne hin, die sich in
unserer näheren Umgebung befinden.
In guter Tradition werden viele Denkmale gezeigt, die unser Stadtbild prägen
oder gegenwärtig eine Neugestaltung erfahren. Denn mit dem Begriff »mo-
dern« verbinden wir natürlich auch heute den Anspruch einer »zeitgemäßen«
Umwandlung des Bestehenden oder Neugestaltungen.
Dieser Tag ist nur durch das Engagement zahlreicher Akteure in unserer Stadt
möglich. Und so
danke
ich all denen, die bei der Vorbereitung und Durch-
führung des Tages mitwirken. Ebenso danke ich allen Besucherinnen und
Besuchern. Denn Sie zeigen auf das Beste Ihre Wertschätzung und Ihr Inte-
resse an unserer Stadt und ihrer Baugeschichte.
Ich wünsche uns allen einen entdeckungsreichen Tag des offenen Denkmals
2019, neue Einsichten in die Epoche der Moderne und damit einen offenen,
aber auch kritischen Blick auf das, was in unserer Gegenwart als »modern«
bezeichnet wird.
Gehen wir auf Entdeckungsreise und erfreuen uns an der
gebauten Stadt, unseren Mitmenschen und unseren ge-
meinsamen Interessen!
Ihre
Juliane Naumann
Bürgermeisterin für Bauwesen
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19.00
Eröffnungsveranstaltung
im
Museum Bautzen
, Kornmarkt 1,
Konzert mit dem Duo Stock/Wettin
Die Akkordeonistin Susanne Stock und der Klarinettist Georg
Wettin eröffnen den Tag des offenen Denkmals mit Fugen des
Künstlers Lyonel Feininger
Programm auf dem Hauptmarkt
10.00
Eröffnung durch Juliane Naumann, Bürgermeisterin
für Bauwesen
10.30–11.30
Evangelischer Marktgottesdienst
mit Pfarrer Christian Tiede
und dem Posaunenchor von St.Michael und St.Petri unter
Leitung von Yuko Ikeda
10.00–17.00
Treff- und Verweilpunkt
»Himmelsbäckerei« Hultsch
aus Neukirch mit speziellem
Angebot: Kuchenbacken am Ort, Kaffee, frische Holz-
ofenbrote mit selbstgefertigten Aufstrichen, »Fettbemmen«,
rustikale Pizzafladen und leckere Oberlausitzer Zwiebel-
fladen
Gastronomische Betreuung
durch das Restaurant
»Zum Haseneck« aus Bautzen
Kulturhauptstadt³ Zittau 2025
Gemeinsam mit der Dreiländerregion Oberlausitz bewirbt
sich Zittau als Kulturhauptstadt Europas und lädt an einem
Informationsstand zum Verweilen, Diskutieren und kreativ
werden ein
In der
Heimatradar-Fotobox
können Sie erzählen,
warum Sie gerne in Bautzen und der Oberlausitz leben.
Die Fotos werden ausgedruckt und können als Andenken
mitgenommen werden.
13.00–14.00
Ufobeat
– Doom’n’Bass aus Dresden
14.30–15.30
Goetheallee
– Jo Aldinger (Hammondorgel) und Lena
Sundermeyer (Gesang) verjazzen den Geheimrat subtil
16.00–17.00
Maik Krahl Quartett
– der Ex-Bautzener und Till Brönner-
Meisterschüler spielt zum Tag des offenen Denkmals in der
Jazz-Besetzung Maik Krahl – Trompete, Constantin Krahmer –
Piano & Rhodes, Jakob Kühnemann – Bass und Fabian
Arends – Schlagzeug
17.00
Ausklang
des Tages und Verabschiedung durch Juliane
Naumann, Bürgermeisterin für Bauwesen
T
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Sonntag, 8. September 2019
Maik Krahl
Freitag, 6. September 2019

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Themenobjekte (Plan S. 6/7)
Altes Kaufhaus · Stara kupnica,
Reichenstraße 18,
14.00–17.00 Uhr, Führungen mit dem Architekten Tom
Bartosch durch das ehemalige Kaufhaus nach Bedarf
Das fünfgeschossige Gebäude wurde um 1925 hinter dem Altbau Reichen-
straße 18 im Internationalen Stil errichtet. Das alte Kaufhaus gilt als weit-
gehend authentisches Zeugnis für die Architektursprache der 1920er Jahre.
Für Bautzen besitzt es bau- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung.
Haus der Sorben · Serbski Dom,
Postplatz 2,
10.00–17.00 Uhr, Führungen nach Bedarf
Im Haus der Sorben haben unter anderem der Domowina e.V. und die Stif-
tung für das sorbische Volk ihren Sitz. Die Eingangshalle des markanten
Gebäudes schmückt ein bleigefasstes, farbiges Fenster mit der Darstellung
sorbischer Bräuche. Am 24. August 1947 erfolgte die Grundsteinlegung auf
dem Postplatz. Die im Volk gesammelten Spenden von 1,5 Millionen Reichs-
mark wurden durch die Finanzreform 1948 fast gänzlich entwertet. Ein Jahr
später genehmigte der Staat 500.000 DM für den Bau des Hauses. Anläss-
lich des II. Sorbentreffens wurde es im Juli 1956 feierlich eingeweiht.
Filmpalast Bautzen · Filmowy palast w Budyšinje,
Tuchmacherstraße 37, 10.00–17.00 Uhr,
Führungen zu jeder vollen Stunde
Das Gebäude mit der aufwändigen Fassade und zwei Eingängen wurde um
1900 als Centraltheater errichtet. Derzeit wird der Filmpalast, der bau- und
ortsgeschichtlich von Bedeutung ist, bei laufendem Betrieb umgebaut.
Cineasten dürfen sich über drei neue Säle und moderne Technik freuen.
Außerdem werden das Foyer und die Fassade des Hauses völlig neu gestal-
tet. Besucher können sich am Tag des offenen Denkmals über den Stand
der Baumaßnahmen informieren.
Staatliche Studienakademie Bautzen · Statna studijna
akademija Budyšin,
Löbauer Straße 1, 10.00–17.00 Uhr,
Führungen nach Bedarf
Vor fast 200 Jahren trat die Bildungseinrichtung als »polytechnische Schule
für Handwerkslehrlinge« erstmals in Erscheinung. Zwei Lehrer unterrichteten
Fächer wie Rechnen und Physik in ihren Wohnungen. 1954 bezog die »Fach-
schule für Maschinenbau« das neu errichtete Gebäude an der heutigen
Löbauer Straße. Im Volksmund ist die Studienakademie noch immer als
»Ingenieurschule für Maschinenbau« bekannt, wie sie seit 1969 hieß. 1991
wurde die »Staatliche Studienakademie Bautzen« gegründet. Im Jahr 2004
wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten abgeschlossen, 2018 wurde
ein neues Laborgebäude eingeweiht.
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Giebel am Haus der Sorben (Nr. 2) und Staatliche Studienakademie (Nr. 4)
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Röhrscheidtbastei · Röhrscheidtowa bašta,
Mühltorgasse 1, 14.00–18.00 Uhr, Öffnung der Röhrscheidt-
bastei und Tag der offenen Tür im Sorbischen National-
Ensemble mit einem abwechslungsreichen Programm
Die Röhrscheidtbastei ist Teil der Bautzener Stadtbefestigung und wurde
1469 zum Schutz der nahen Fischerpforte errichtet, durch welche die
Verbindung zwischen dem Hauptmarkt und dem Tal der Spree verlief.
Während der Belagerung Bautzens durch die Schweden 1639 brannte der
Turm aus und wurde erst 1676 renoviert. Ab 1850 diente er zunächst als
Lager, später als Teil der Gaststätte »Bürgergarten«. Seit 1906 nutzt der
Verein »Schlaraffia Budissa« den Turm als Treffpunkt. Außerdem finden
hier regelmäßig Kammerkonzerte des Sorbischen National-Ensembles statt.
Mühltor · Młynske wrota,
Wendischer Kirchhof 3,
10.00–17.00 Uhr, Betreuung durch den Verein Altstadt
Bautzen e.V.
Das 1606 errichtete Torhaus ist der kleinste Teil der Stadtbefestigungs-
anlage. Heute ist die ehemalige Wächterstube so dargestellt, wie sie um
1700 wohl aussah. Im Dachgeschoss ist eine historische Postkarten-
sammlung zu betrachten. Im Treppenhaus können sich Besucher über die
Geschichte des Mühltores informieren. Auch eine Ausstellung zur Tätigkeit
des Altstadtvereins und seiner Geschichte kann dort betrachtet werden.
Wohnhaus Burglehn 15 · Bydlenski dom Bórklin 15,
10.00–17.00 Uhr, unter dem Motto »Architektur, Floristik
und Kulinarik im Einklang der Sinne« lädt VON POLL
Immobilien gemeinsam mit dem Deutschen Vize-Meister
der Floristen 2018, Heiko Steudtner, und dem Restaurant
»Blaue Kugel« Cunewalde zum Stöbern, Schnuppern und
Probieren ein, Führungen nach Bedarf
Das Gebäude Burglehn 15 wurde um 1750 als Wohnhaus errichtet. Nach-
dem das Haus jahrzehntelang leer stand, wurde es seit 2017 grundlegend
saniert. Nach Abschluss der Arbeiten wird es wieder als Wohnhaus genutzt.
Röhrscheidtbastei (Nr. 5)
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Besichtigungsobjekte (Plan S. 6/7)

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Rietschelgiebel im Burgtheater · Rietschelowe swisle
w Dz´iwadłe na hrodz´e,
Ortenburg 7, 10.00–17.00 Uhr,
das Burgtheater ist geöffnet, sodass die Figuren des
Rietschelgiebels aus der Nähe betrachtet werden können
Außerdem:
Hof der Ortenburg, 10.00–17.00 Uhr,
Imbiss- und Getränkeangebot des Lions-Fördervereins
Bautzen e.V., der Erlös wird für soziale Projekte verwendet
Von der ursprünglichen Festung zum Schutz des Spreeübergangs wandelte
sich die Ortenburg zum Macht- und Verwaltungszentrum der Oberlausitz.
Beherrschten in der Frühzeit hohe Mauern, Palisaden und finstere Verliese
das hochgelegene Areal, veränderte sich das Antlitz immer mehr zu einem
repräsentativen Verwaltungsbau. Seit 2005 wird das historische Ensemble
durch einen modernen Bau bereichert – das Burgtheater/Dźiwadło. Vor
dessen Fassade haben die Figuren des Rietschelgiebels ihr neues Domizil
erhalten. Diese Figurengruppe, die »Allegorie der Tragödie«, zierte ur-
sprünglich das von Gottfried Semper 1841 erbaute Dresdener Hoftheater.
Sorbisches Museum · Serbski muzej,
Ortenburg 3–5,
10.00–17.00 Uhr geöffnet
Die Sammlung des Sorbischen Museums reicht bis in das Jahr 1856 zurück.
Die ständige Ausstellung, zu der ca. 35.000 Objekte gehören, informiert
über Herkunft, Sprache, Kunst und Literatur, Lebensweise und Brauchtum
der Sorben. Im Festsaal befindet sich die Literaturausstellung. Der größte
Raum des Museums diente von 1835 bis 1907 dem Königlich-Sächsischen
Appellationsgericht als Schwurgerichtssaal. Er ist mit Gemälden
sorbischer Wissenschaftler und Schriftsteller geschmückt.
Nicolaiturm · Mikławska weˇža,
Nicolaipforte 3,
10.00–17.00 Uhr, 13.30/14.30/15.30 Uhr »OhrenReise«
mit Katja Johanning und Sabine Kowollik (Blockflöten) und
Diethard Krause (Violoncello), Werke von Orff, Bach u.a.,
Führungen nach Bedarf (0,5 h, während der Konzerte ist
nur der untere Teil des Turms zu besichtigen), Betreuung/
Imbissangebot durch den Club Soroptimist International
Der Nicolaiturm ist ein mittelalterlicher Torturm mit spitzbogiger Pforte.
Der untere Teil wurde bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet.
Der obere Teil, ursprünglich aus Holz gebaut, wurde 1522 als Rundturm in
Stein weitergeführt. In den Jahren 1998/99 wurde der Nicolaiturm saniert.
Die Dauerausstellung informiert über die Geschichte der »via regia«, der
einst wichtigsten Handelsstraße Europas.
Erinnyen, Rietschelgiebel (Nr. 8) und Portal des Sorbischen Museums (Nr. 9)
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10.00–17.00
Besichtigungszeit der Denkmale
16.30
Letzter Einlass
Eintritt zu allen Objekten frei
Abweichende Öffnungszeiten sind beim jeweiligen
Objekt aufgeführt.
Lageplan
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Alle Objekte sind mit blau-
gelben Wimpeln und der ent-
sprechenden Nummer gekenn-
zeichnet. Im Lageplan sind
Themenobjekte
rot und weitere
Besichtigungsobjekte
blau
gekennzeichnet.
Tag des
offenen
Denkmals
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Besichtigungsobjekte (Plan S. 6/7)
Domschatzkammer · Tachantska pokładownja,
An der Petrikirche 6, 10.00–17.00 Uhr, Ausstellung
sakraler Kunst des 13. bis 20. Jahrhunderts
Das Kollegiatstift St.Petri ist das Zentrum der katholischen Kirche in der
Oberlausitz. Das Dekanatsgebäude wurde 1507 erneuert, 1620 und 1634
durch Stadtbrände stark beschädigt und ab 1683 als hufeisenförmige Anlage
rekonstruiert. Bis 1980 war das Gebäude Amtssitz des katholischen Bistums
Meißen. Heute beherbergt es das Bischöfliche Ordinariat, das Archiv, die
Bibliothek und die Domschatzkammer. Hier werden unter anderem liturgische
Gefäße und Geräte, feingestickte Gewänder und Textilien gezeigt. Das älteste
Stück im Domschatz ist ein Tragaltar vom Niederrhein, der um 1220 datiert
ist. Somit zeigt die Sammlung nahezu 800 Jahre kirchlichen Lebens und
religiöser Kunst.
Ehemaliges Klosterhaus · Neˇhdyši klóšterski dom,
An der Petrikirche 4, 10.00–17.00 Uhr, Führungen nach
Bedarf, Vorstellung der aktuellen Nutzung als Betreutes
Wohnen sowie der historischen Eckdaten des Gebäudes
Bei dem ehemaligen Klosterhaus handelt es sich um ein barockes Gebäude
in Ecklage und halb offener Bebauung. Das denkmalgeschützte Haus wurde
1722 direkt neben dem Fleischmarkt und dem Rathaus erbaut. Nachdem es
zuletzt kernsaniert und seniorengerecht ausgebaut wurde, sind die Woh-
nungen nun bezugsfertig.
Dom St. Petri · Peˇtrowska cyrkej,
Fleischmarkt 6,
12.00–17.00 Uhr, Ausstellung zu 100 Jahre Eule-Orgel
und Schumacher-Empore, durchgängig Führungen und
Erläuterungen zur Ausstellung, Informationen über den
beruflichen Werdegang Fritz Schumachers und sein
Wirken in Bautzen, beim Orgelspaziergang lässt Michael
Vetter 16.00 Uhr Werke von Max Reger erklingen
Der Dom St.Petri wird seit 1524 von katholischen und evangelischen
Christen gemeinsam genutzt. Er ist damit die älteste und gleichzeitig größte
Simultankirche in Deutschland. Die im Zuge der Reformation geschlossenen
Domverträge gelten noch heute und regeln unter anderem Eigentumsrechte
und Gottesdienstzeiten zwischen den Kirchgemeinden. Um 1000 wurde an
dieser Stelle die erste Pfarrkirche errichtet. Im 15.Jahrhundert erhielt der
Dom seine heutige Gestalt. Zwei imposante Orgel-Bauwerke sorgen für
einen prächtigen Klang. Die Emporenanlage und der Orgelprospekt im
evangelischen Teil wurden von dem Architekten Fritz Schumacher entwor-
fen. Dessen beruflicher Werdegang führte über Dresden nach Hamburg
und Bonn. Dort prägte Schumacher die Architektur seiner Zeit maßgeblich,
insbesondere die der öffentlichen Bauten.
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Schwesternhäuser (Nr. 22)
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Museum Bautzen · Muzej Budyšin,
Kornmarkt 1,
10.00–17.00 Uhr, Ausstellung zum Tag des offenen Denk-
mals mit Blättern aus der Bildmappe »Fassadenentwürfe
für Bautzen«
Die präsentierten Entwürfe entstanden 1905 im Rahmen eines Wettbewerbs:
Um für Bautzen Baupläne zu erlangen, die den Ansprüchen der Neuzeit
genügen, schrieb der Stadtrat einen Wettbewerb unter den deutschen
Architekten aus. Die Ausstellung zeigt auch Fassadenentwürfe von Bruno
Taut (1880–1938). Dieser wirkte als Architekt und Stadtplaner – und gilt
als einer der bedeutendsten Vertreter des Neuen Bauens. Inspiriert vom
Jugendstil, später dem Bauhaus, stand er mit Walter Gropius und Hans
Scharoun in Kontakt. Taut entwarf große Wohnanlagen, Kaufhäuser und
andere Großbauten. Die Stadt Bautzen kaufte zwei der drei Entwürfe an,
die der Architekt als Teilnehmer des Wettbewerbes einreichte. Umgesetzt
wurden diese jedoch nie.
Der Titel des Programmheftes zeigt einen
Entwurf Tauts.
Justizvollzugsanstalt Bautzen · Jastwo Budyšin
,
Breitscheidtstraße 4, 10.00–16.00 Uhr, Führungen nach
Bedarf, letzter Einlass 15.00 Uhr
Die Justizvollzugsanstalt wurde von 190o bis 1904 im historischen Stil er-
baut. Die Einrichtung, die teilweise grundlegend saniert ist, wird landschaft-
lich durch Baumalleen, Skulpturen und weiträumige Freiflächen geprägt.
Der Zutritt kann nur mit gültigem Personaldokument erfolgen und ist
nur Personen ab 14 Jahren erlaubt. Der Einlass erfolgt ausschließlich in
Gruppen, wodurch Wartezeiten entstehen können. Bei Sicherheitsstö-
rungen muss die Veranstaltung abgebrochen werden.
Gedenkstätte Bautzen · Neˇhdyše jastwo Budyšin,
Weigangstraße 8a, 10.00–17.00 Uhr, halbstündlich Zeit-
zeugenführungen bzw. Führung durch die Sonderaus-
stellung »Macht der Gefühle«
Im Gebäude des ehemaligen »Stasi-Knastes« Bautzen II befindet sich
heute die Gedenkstätte Bautzen. Hier wird an die Opfer der beiden Bautzener
Gefängnisse – Bautzen I (»Gelbes Elend«) und Bautzen II (»Stasi-Knast«) –
erinnert. In beiden Haftanstalten wurden während des Nationalsozialismus,
der sowjetischen Besatzungszeit und der SED-Diktatur politische Gegner
unter unmenschlichen Haftbedingungen gefangen gehalten. Die ständige
Ausstellung dokumentiert die Leiden der Opfer und zeigt die politisch-
historischen Zusammenhänge auf. Zu besichtigen sind weiterhin im
Original erhaltene Arrestzellen, der Isolationstrakt und die Freiganghöfe
der früheren MfS-Sonderhaftanstalt Bautzen II.
Philipp-Melanchthon-Gymnasium · Philippa Melanch-
thonowy Gymnazij,
Bahnhofstraße 2, 10.00–17.00 Uhr,
zwischen 10.00 und 14.00 Uhr Führungen nach Bedarf
Das Gymnasium ging direkt aus der im Zuge der Reformation entstande-
nen Evangelischen Ratsschule hervor, die 1527 gegründet wurde. Zunächst
war die Schule ein Franziskanerkloster. Philipp Melanchthon selbst nahm
direkten Einfluss auf die Entwicklung der Evangelischen Ratsschule. Auf-
grund von Platzproblemen musste 1861 ein Grundstück gekauft werden,
auf dem eine neue Schule errichtet werden sollte. 1867 wurde das neue
Gymnasium eingeweiht. Zuletzt wurde es in den Jahren 2007 und 2008
umfangreich saniert.
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Besichtigungsobjekte (Plan S. 6/7)
Bahnhof Bautzen (Nr. 19) und Lok 52 8056 (Nr. 21)
Britze-Garten · Britzec zahroda,
Bahnhofstraße 6,
10.00–17.00 Uhr, Darstellung des Britze-Gartens als
Künstlerinnengarten, Plastikausstellung, Informationen
zur Geschichte des Britze-Gartens, über den Bautzener
Kunstverein e.V. und die Tätigkeit des Sorbischen Instituts,
10.00 Uhr Führung »Britzeweg« mit Tanja Böhme (Treff:
Eingang Bahnhofstraße 6), 13.30 Uhr Führung im Britze-
Garten (Dauer ca. 0,5 h), 15.30–17.00 Uhr Live-Musik
mit dem Didgeridoo-Duo Heinze, Imbissangebot
Marianne Britze kam am 11.Juni 1883 als sechstes Kind des Kaufmanns
Gustav Heinrich Britze zur Welt, der dieses Grundstück 1885 erwarb und
Villa und Garten errichten ließ. Nach 1945 erkämpfte Marianne Britze sich
das von der sowjetischen Kommandantur beschlagnahmte Grundstück
zurück. In den 50er/60er Jahren lud sich die Malerin die Bautzener Künstler
zu Tee und angeregten Gesprächen ein und im Alter traf man sie beinahe
täglich zwischen den Blumen und hohen Bäumen an. Der Britze-Garten
zählt zu den wenigen Bautzener Villengärten des 19./20. Jahrhunderts,
die noch erhalten sind. 2001 schloss der Bautzener Kunstverein die Rekon-
struktion des Gartens ab und kümmert sich seitdem um dessen Pflege.
Bahnhof Bautzen · Dwórnišc´o Budyšin,
Rathenauplatz 1,
10.00–17.00 Uhr, Führungen nach Bedarf
Der Personenbahnhof wurde 1846 errichtet. Um 1900 wurde er um ein
Empfangsgebäude ergänzt, seit 1935 gehört ein Taxistand zu dem Ensemble.
Ein markantes Element des Gebäudes ist das Wand- und Deckenbild im
Foyer. Der Bautzener Bahnhof, der von bau- und verkehrsgeschichtlicher
Bedeutung ist, wird derzeit zu einem Bürogebäude umgebaut, dessen
Hauptmieter der Landkreis Bautzen sein wird. Für Reisende wird in der
Empfangshalle ein Service-Punkt eingerichtet.
Hermann Eule Orgelbau · Pišc´eletwarstwo Hermann Eule,
Wilthener Straße 6, 14.00–17.00 Uhr, Führungen nach
Bedarf
Gegründet 1872 durch Hermann Eule, zählt die Orgelbauwerkstatt in vierter
Generation zu den größten ihrer Art in Deutschland. Sie konnte sich durch
viele bedeutende Orgelneubauten profilieren – u.a. in Leipzig (Nikolaikirche
und Musikhochschule), Salzburg (Mozarteum), St. Petersburg (Konservato-
rium und Capella) und Dresden (Kulturpalast). In der Fachwelt sind ebenso
die Restaurierungen wertvoller historischer Orgeln bekannt und geschätzt,
etwa der weltgrößten Springladen-Orgel im Orgelmuseum Borgentreich
(Ostwestfalen) oder der Zacharias-Hildebrandt-Orgel in Naumburg
St.Wenzel. Rund 40 Orgelbauer erschaffen in der Bautzener Werkstatt
die kunstvollen Königinnen der Instrumente.
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Packhofstraße · Prˇi pakowanišc´ach,
10.00–17.00 Uhr,
Besichtigung der historischen Dampflok der Baureihe 52
8056, auf dem Führerstand wird die Technik und Geschichte
der Lok erklärt, Mitfahrten auf dem Triebwagen der Bau-
reihe 172/772 (Baujahr 1965) möglich, Imbissangebot,
Betreuung durch den Ostsächsischen Eisenbahnfreunde e.V.
1943 in Wien gebaut, kam die Lok im Juli 1964 nach Bautzen. Hier wurde sie
bis Ende der 80er Jahre eingesetzt. In einer spektakulären Aktion wurde das
135 Tonnen schwere Fahrzeug 1988 vom Gleis geholt. Seither begrüßte sie
als Denkmalslok vor dem Bahnhof die anreisenden Gäste. 2017 musste das
historische Fahrzeug dem Bahnhofsumbau weichen. Dank großzügiger
Spenden konnte sie auf das neue Gleis an der Packhofstraße verschoben
werden. Seit dem Frühjahr 2018 ist die Lok im Besitz der Ostsächsischen
Eisenbahnfreunde.
Schwesternhäuser Kleinwelka · Schwesternhäuser Mały
Wjelkow,
Zinzendorfplatz 7, 10.00–17.00 Uhr, ab 14.00 Uhr
Führungen nach Bedarf, 14.00–19.00 Uhr Tangoveranstal-
tung unter dem Motto »Tanz im Glück« im Garten
Die Schwesternhäuser in Kleinwelka sind ein einzigartiges Kulturdenkmal.
Hier errichtete die Herrnhuter Brüder-Unität in den Jahren 1770 bis 1896
sechs Gebäude mit teils barockem Charakter. Für die Schwestern der
Glaubensgemeinschaft der Herrnhuter Brüder-Unität war das Ensemble
in Kleinwelka nicht nur Wohnstatt und geistliches Zuhause, sondern auch
Arbeitsstätte für verschiedenste handwerkliche Tätigkeiten.
Bischof-Benno-Haus · Dom biskopa Bena,
Schmochtitz 1,
14.00–17.00 Uhr geöffnet, 15.00/16.00 Uhr Führungen durch
das Gelände
Die Geschichte des Bischof-Benno-Hauses reicht bis in das 12. Jahrhundert
zurück. 1991/92 wurde das ehemalige Rittergut mit Herrenhaus, Taufkapelle
und Orangerie zur Bildungsstätte des Bistums Dresden-Meißen umgebaut.
In der Parkanlage ist die Ruine eines Sonnentempels zu finden.
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Holzwerkstatt Eule Orgelbau 1880 (Nr. 20) und Bischof-Benno-Haus (Nr. 23)

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ganztägig
Filmpalast Bautzen,
Tuchmacherstraße 37, zur vollen Stunde
ganztägig
Gedenkstätte Bautzen,
Weigangstraße 8a, halbstündlich
Zeitzeugenführungen
nach Bedarf
Haus der Sorben,
Postplatz 2
nach Bedarf
Staatliche Studienakademie Bautzen,
Löbauer Straße 1
nach Bedarf
Wohnhaus Burglehn 15
nach Bedarf
Nicolaiturm,
Nicolaipforte 3
nach Bedarf
Ehemaliges Klosterhaus,
An der Petrikirche 4
nach Bedarf
Bahnhof Bautzen,
Rathenauplatz 1
nach Bedarf
Philipp-Melanchthon-Gymnasium,
Bahnhofstraße 2,
10.00–14.00 Uhr
nach Bedarf
Justizvollzugsanstalt,
Breitscheidtstraße 4,
10.00–16.00 Uhr, bitte Hinweise Seite 9 beachten
nach Bedarf
Altes Kaufhaus,
Reichenstraße 18, 14.00–17.00 Uhr
nach Bedarf
Schwesternhäuser Kleinwelka,
Zinzendorfplatz 7,
14.00–17.00 Uhr
nach Bedarf
Hermann Eule Orgelbau,
Wilthener Straße 6,
14.00–17.00 Uhr
10.00
Britze-Garten,
Bahnhofstraße 6, Führung »Britzeweg«,
Treff: Britze-Garten
10.00
Ortsteil Kleinwelka,
Treff: Zinzendorfplatz
10.15
Radtour
»Auf den Spuren der Moderne in Bautzen«,
Anmeldung erforderlich, Treff: Hauptmarkt (Haltestelle
Stadtrundfahrten)
11.00
Museum Bautzen,
Kornmarkt 1, »Architektonische
Antworten auf Brüche in der Stadtentwicklung«,
Treff: vor dem Museum
13.30
Britze-Garten,
Bahnhofstraße 6, Führung »Britze-Garten«,
Dauer ca. 0,5 h
14.00
Museum Bautzen,
Kornmarkt 1, »Architektonische
Antworten auf Brüche in der Stadtentwicklung«,
Treff: vor dem Museum
14.00
Ortsteil Kleinwelka,
Treff: Zinzendorfplatz
15.00
Bischof-Benno-Haus,
Schmochtitz 1
15.30
Ortsteil Kleinwelka,
Treff: Zinzendorfplatz
16.00
Bischof-Benno-Haus,
Schmochtitz 1
Architektonische Antworten auf Brüche in der Stadtentwicklung
Uwe Prothmann führt durch die Innenstadt, 11.00/14.00 Uhr,
Treff: vor dem Eingang des Museums Bautzen
Wie aus der Kolonie Kleinwelka ein Stadtteil von Bautzen wurde
Helmfried Klotke berichtet bei einem Rundgang aus der Geschichte des Ortes
und der Brüdergemeine, 10.00/14.00/15.30 Uhr, Treff: Zinzendorfplatz
Tag der offenen Tür im Deutsch-Sorbischen Volkstheater
Spielzeitauftakt im großen Haus mit Blick auf und hinter die Kulissen
der neuen Saison, Bühnenprogramm, Lesungen etc., ab 14.00 Uhr
Führungen im Überblick
Besondere Führungen

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Herausgeber/Veranstalter Stadtverwaltung Bautzen · Konzeption/
Zusammenstellung Arbeitsgruppe Tag des offenen Denkmals ·
Gestaltung/Satz Ralf Reimann, Büro für Gestaltung, Bautzen · Titel:
Fassaden-Entwürfe für Bautzen – Das Ergebnis des Wettbewerbes der
Stadt Bautzen, 1905, Tafel 65 (Ausschnitt), Bruno Taut (1880–1938),
Museum Bautzen · Fotografie Ralf Reimann (Objekte 2, 4, 8, 9,
10, 15, 19, 23), Andrea Blumers (Objekt 5), René Pech (Objekt 13),
Tobias Schilling (Objekt 17), Heinrich Schleppers (Objekt 21) und
Teilnehmer · Herstellung Gustav Winter Druckerei und Verlagsge-
sellschaft mbH Herrnhut · Redaktionsschluss 31. Juli 2019
© Stadt Bautzen 8/2019/8.000
Datenschutzhinweis: Während der Veranstaltung werden Bild- und Tonaufnahmen gefertigt.
Zu einer besonderen Fahrradtour (ca. 31 km) lädt der Lusatia-
Verband e.V. ein. Auf der Rundfahrt werden die »Volkswohnungen«
an der Thrombergstraße, die Siedlungshäuser der Wichmann-Sied-
lung am Spittelwiesenweg und die Ziegensiedlung (Ziegendorf) be-
sichtigt. Auch ein eigenwilliges Architekturensemble, das Kugelhaus
in Cölln, wird angesteuert. Wieder in Bautzen geht es zur Herren-
teichsiedlung, deren Gründung vom Reichsbund der Kriegsgefange-
nen und der Reichsvereinigung der Kinderreichen initiiert wurde.
Eine Anmeldung ist bis zum
28. August 2019
erforderlich:
Stadtverwaltung Bautzen, Sekretariat der Bürgermeisterin für
Bauwesen, Telefon 03591 534-251, anna.lehmann@bautzen.de
Teilnahme ab 12 Jahren empfohlen. Die Tour führt teilweise über
Feldwege und kleine Steigungen. Jeder Radfahrer sollte sich mit
Getränken und einem Imbiss selbst versorgen. Die Teilnahme erfolgt
auf eigene Gefahr. Bei starkem Regen findet die Tour nicht statt.
Mit freundlicher Unterstützung des ADFC Bautzen e.V.
Auf den Spuren der Moderne
in Bautzen –
die etwas andere Radtour
Start 10.15 Uhr
Hauptmarkt
Rückkehr 14.00 Uhr
Hauptmarkt

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WIR ZEIGEN HERZ
BEIM TAG DES
OFFENEN DENKMALS.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert
mit Steuermitteln auf Grundlage des
von Abgeordneten des Sächsischen
Landtags beschlossenen Haushalts.
European
Town of Sport 2014
LANDKREIS GÖRLITZ • LANDKREIS BAUTZEN • KRAJ LIBEREC
EUROREGION NEISSE$NISA$NYSA • BAUTZEN • BOGATYNIA
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