Pressemitteilung der 58. Sitzung der Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe
am Flughafen Leipzig/Halle (Fluglärmkommission, FLK)
15.10.2020
Am 14.10.2020 fand die 58. Sitzung der Fluglärmkommission für den Flughafen Leipzig/Halle statt.
Aufgrund der Corona-Pandemie war dieses die erste Sitzung der Kommission im Jahr 2020.
Im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung informierte ein Vertreter des Flughafens unter an-
derem zu Veränderungen im Nutzungsverhältnis der beiden Start- und Landebahnen. Als Reaktion
auf den durch COVID 19 bedingten signifikanten Rückgang des Passagierflugverkehrs wurde die
Nordbahn ab 23. März 2020 in der Zeit von 6 bis 22 Uhr geschlossen. Im Ergebnis der Einführung des
Parallelbahnbetriebs für Anflüge am 30. Januar 2020 stieg in der Nachtzeit der Benutzungsanteil der
Nordbahn auf 14,3% (April bis August 2020).
Zum Einsatz von Antonov-Flugzeugen konnte festgestellt werden, dass sich die Anzahl der Flugbe-
wegungen des Typs AN 12 von 483 Flugbewegungen im Jahr 2019 auf 40 im Jahr 2020 (Stand Au-
gust) reduziert hat. Diese Reduzierung bewirkte eine Entlastung für Lärmbetroffene im Flugha-
fenumfeld.
Auf Antrag des Landkreises Leipzig hat die Kommission den Einsatz einer mobilen Messstelle in
Markleeberg beschlossen. Der Einsatz ist
ab Februar 2021 vorgesehen. Die Messung wurde gegen-
über anderen, schon geplanten Messungen bevorzugt bestätigt.
In diesem Zusammenhang wies der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Herr Bürgermeister
Schwalbe, darauf hin, dass sich die neuen Anflugverfahren nicht in einem Probebetrieb befinden.
Bei der Variantenentscheidung für die Anflugverfahren wurde durch die Fluglärmkommission die
Variante bevorzugt, aus der im Ergebnis der Bevölkerungsdichteanalyse die geringste Anzahl an
Überflogenen resultieren.
Die Deutsche Flugsicherung (DFS) stellte in einem Zwischenbericht die bisherigen Erfahrungen mit
der operativen Abwicklung hinsichtlich der Einführung der neuen Anflugverfahren dar. Auch wenn
die gesetzlichen Grundlagen und Vorschriften die DFS hierzu nicht verpflichten, konnte den Flugspu-
ren entnommen werden, dass gegenüber den anderen Varianten Überflüge in der Nacht über die
Stadtgebiete von Halle und Leipzig reduziert werden. Es wurde darauf hingewiesen, dass es zukünf-
tig nachts trotzdem zu Überflügen über die Städte Halle und Leipzig kommen kann, wann immer es
flugsicherungsseitig betrieblich notwendig ist.
Vertreter der Planfeststellungsbehörde informierten die Mitglieder der Fluglärmkommission über
den bezüglich des Antrages der Flughafen Leipzig/Halle GmbH vom 12.08.2020 zur Änderung des
Planfeststellungsbeschlusses für das Vorhaben „Ausbau des Verkehrsflughafens Leipzig/Halle, Start-
und Landebahn Süd mit Vorfeld“ vorgesehenen Verfahrensablauf zur Beteiligung der Öffentlichkeit
und der Träger öffentlicher Belange.
Die Fluglärmkommission wird im Verfahren als Träger öffentlicher Belange beteiligt. Zur Erarbeitung
eines Entwurfes für die Stellungnahme im Planänderungsverfahren hat sie die Bildung einer Unter-
arbeitsgruppe beschlossen. Für die Beschlussfassung zur Stellungahme wurde bereits ein Termin für
eine Sondersitzung der Kommission bestimmt.

Ein Antrag des Saalekreises auf gleichmäßige Auslastung der Nord-und Südlandebahn wurde durch
die Mehrheit der Kommissionsmitglieder bestätigt. In der Diskussion dazu wiesen die zuständigen
Vertreter der DFS und die Flughafengesellschaft auf die Notwendigkeit baulicher und operativer An-
passungen zur Erfüllung der Flugsicherheitsanforderungen hin. Die Kommission wurde bereits in der
57. Sitzung über den Terminplan für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen informiert. Auch ein
Antrag der Stadt Leipzig auf schnellstmögliche Umsetzung dieser Maßnahmen fand mehrheitlich Zu-
stimmung in der Kommission. Die DFS wird in der nächsten Sitzung unter Bezugnahme auf die Be-
schlüsse über die Sachstände und weitere Aktivitäten zu den notwendigen Anpassungen informie-
ren.
Der Flughafen informierte die Kommission über die im Jahr 2021 bevorstehende Sanierung der
nördlichen Start- und Landebahn. Auf Grund einer Schädigung der Deckschicht, umgangssprachlich
als Betonkrebs bezeichnet,
ist der Austausch der oberen Betonschicht notwendig. Zur Durchführung
der notwendigen Arbeiten ist derzeit die Schließung der SLB Nord im Zeitraum April bis Oktober
2021 vorgesehen.
Steffen Schwalbe
Vorsitzender der Fluglärmkommission