image
image
image
Abteilung Gartenbau
Söbrigener Str. 3a, 01326 Dresden
Internet:
http://www.smul.sachsen.de/lfulg
Bearbeiter:
Marion Jentzsch
E-Mail:
marion.jentzsch@smul.sachsen.de
Tel.:
0351-2612-8203; Fax: 0351-2612-8299
Redaktionsschluss:
05.01.2010
Beiwerk und Schnittgrün von Stauden aus dem Freiland
Hinweise zur Artenwahl, zum Anbau und zur Haltbarkeit
In Dresden-Pillnitz konnten vielfältige Anbauversuche mit Schnittstauden im Freiland durchgeführt
werden. Zusammenfassend ist 2008 die Fachbroschüre „Schnittstauden aus dem Freiland“ (Download
unter:
www.landwirtschaft.sachsen.de/landwirtschaft/8337.htm)
erschienen, die vor allem Schnittstau-
den für die Absatzzeiträume Frühjahr und Frühsommer sowie Spätsommer und Herbst in den Mittel-
punkt stellt. Ergänzend werden in diesem Faltblatt Kulturen vorgestellt, die durch ihre Eigenschaften
als Schnittgrün oder Beiwerk verwendet werden können. Sie zeichnen sich durch Anbaueignung, guten
Gesamteindruck und mindestens siebentägige Haltbarkeit in Wasser aus.
Asparagus pseudoscaber
’Spitzenschleier’
(Herkunft: Jelitto Staudensamen, Schwarmstedt)
Die samenvermehrten Pflanzen werden im Abstand von 60 cm gesetzt,
auf mittleres Niveau gedüngt und benötigen stützenden Halt. Für kräftige
Bestände sollte erst ab dem 2. Jahr und nie alles gleichzeitig geerntet
werden. Ausgereifte Stängel werden ausgeschnitten, 110er Längen er-
reicht. Ein Ernten kürzerer Seitentriebe bietet sich an. Verhaken und
Ineinanderwachsen behindern die Ernte. Die Haltbarkeit beträgt 10, mit
Chrysal Clear 14 Tage. Wie bei anderen Spargelarten rieseln in der Vase
die Blättchen. Die Bestände sind sehr robust.
Ernte: KW 26-39
Ertrag: Pflanzjahr/2./3./4./5. Standjahr – 1/5/15/15/20 Stiele/Pflanze
Crambe cordifolia
(Herkunft: Foerster-Stauden, Potsdam-Bornim)
Der Meerkohl wächst zu ausladenden Pflanzen heran, 1 Pflanze/m² ist
ausreichend. Es wird auf mittleres Nährstoffniveau gedüngt. Zur Ernte
der verzweigten Stiele sollte der Großteil der duftenden Kreuzblütchen
geöffnet sein, zu zeitig geschnittenes Material schlappt schnell. Stiellän-
gen von 75 cm sind gängig. Sie halten 8 bzw. 10 Tage. Die großen Blät-
ter können ebenfalls Verwendung finden, sie halten 8 Tage. Winteraus-
fälle dezimieren den Bestand. Es muss rechtzeitig neu gepflanzt werden.
Ernte: KW 22-25, 28-31
Ertrag: Pflanzjahr/2. Standjahr – 0/50 Stiele/Pflanze

image
image
image
image
2
Eryngium x tripartitum
(Herkunft: Jelitto Staudensamen, Schwarmstedt)
Frische oder getrocknete Triebe der Edeldistel geben floristischen Arran-
gements eine besondere Note. Die Stiele sind im oberen Bereich stark
verzweigt und mit vielen 3 bis 5 cm großen Blütenständen geschmückt.
Ein Pflanzabstand von 30 cm bietet sich an. Es wird auf mittleres Nähr-
stoffniveau gedüngt. Blau ausgefärbt wird geschnitten. In der Vase halten
die 75 cm langen Stiele mehrere Wochen und gehen zumeist bereits in
den Trockenzustand über. Die Bestände sind robust und können über
mehrere Jahre beerntet werden. Auf Blattläuse ist zu achten.
Ernte: KW 28-32
Ertrag: Pflanzjahr/2./3./4./5. Standjahr – 1/5/5/5/10 Stiele/Pflanze
Foeniculum vulgare
'Rubrum'
(Herkunft: Lux-Staudenkulturen, Pirna)
Im Abstand von 40 cm wird gepflanzt und auf hohes Nährstoffniveau gedüngt. Stützender Halt ist vor-
teilhaft. Die aufgeblühten 9 cm großen Dolden halten 7 Tage, Blumenfrischhaltemittel verdoppeln die
Vasenhaltbarkeit. Im Durchschnitt werden Stiellängen von 70 cm erreicht.
Knospige Seitendolden schlappen und werden besser ausgeschnitten.
Das rötliche Laub kann ebenfalls verwendet werden, es hält 10 Tage.
Während Ernte und Aufbereitung verströmen die Pflanzenteile ihren typi-
schen Fenchelgeruch. Der Schwalbenschwanz nutzt Doldenblüher zur
Eiablage, so dass im Juni die Raupen des Falters an den Pflanzen fres-
sen. Zumeist wird dadurch der Marktwert der Triebe aber nicht reduziert.
Nach drei Ertragsjahren lässt die Qualität des Bestandes nach.
Ernte: KW 29-34
Ertrag: 1./2./3. Standjahr – 5/15/30 Stiele/Pflanze
Helianthus salicifolius
(Herkunft: Stauden-Ihm, Zehren)
Die Weidenblättrige Sonnenblume wird im Abstand von 60 cm in der Rei-
he gepflanzt und auf hohes Nährstoffniveau gedüngt. Die Art kann zu
stattlichen, bis 2 m hohen Pflanzen heranwachsen, so dass stützender
Halt von Vorteil ist. Die beblätterten Stiele halten 10 Tage in Wasser und
15 nach Zusatz von Blumenfrischhaltemittel. Mit einsetzender Knospen-
bildung sollte die Ernte beendet werden. Eine langjährige Nutzung der
Bestände ist möglich.
Ernte: KW 24-39
Ertrag: Pflanzjahr/2./3./4. Standjahr – 2/5/10/15 Stiele/Pflanze
Houttuynia cordata
(Herkunft: Ketelsen, Hamburg)
Farbenprächtige Blätter zeichnen die Houttuynie aus. Der Geruch der
Triebe kann als nachteilig empfunden werden. Ein Pflanzabstand von 30
bis 40 cm ist den Ausläufer bildenden Pflanzen zuträglich. Mit einer Auf-
düngung auf mittleres Nährstoffniveau kommen die Pflanzen gut zurecht.
Den gesamten Sommer können ausgereifte Triebe geerntet werden. Stiel-
längen von 30 cm werden erreicht. In der Vase halten sie 10 bzw. 15 Tage
mit Chrysal Clear. Die Stauden sind langlebig.
Ernte: KW 27-34
Ertrag: Pflanzjahr/2./3./4. Standjahr – 2/10/40/45 Stiele/Pflanze

image
image
image
image
3
Hypericum
Obwohl das Mannsblut botanisch zu den Sträuchern und nicht zu den Stauden gehört, so sei doch an
dieser Stelle auf dessen Anbaueignung und gute Verwendbarkeit als floristisches Beiwerk hingewie-
sen. Neben
Hypericum x inodorum
‘Annebel’ mit kleineren, bräunlichen Beeren kann die bereits markt-
führende Sorte
Hypericum androsaemum
‘Excellent Flair’ für den Freilandanbau empfohlen werden.
Mit 25 bis 35 cm Abstand in der Reihe wird gepflanzt, so dass sich schnell dichte Bestände aufbauen.
Es wird auf mittleres Nährstoffniveau gedüngt. Es bietet sich an, vor dem Neuaustrieb im Frühjahr alte
Stängel an den Pflanzen abzuschneiden. Fruchtend und voll ausgefärbt, zumeist mit den letzten gel-
ben Blüten, werden die verholzenden Stiele geerntet. 50er Stiellängen
sind gängig. Teilweise ist es vorteilhaft, kleine Seitentriebe im oberen
Stielbereich zu entfernen. Die Beeren tragenden, duftenden Stängel besit-
zen mit 15 bzw. 20 Tagen eine sehr gute Vasenhaltbarkeit. Rost, als in
der Literatur oft beschriebene Krankheit, tritt in der Praxis unterschiedlich
stark auf. Einmal etabliert liefern die genannten Sorten über mehrere Jah-
re hinweg gleichmäßig gute Qualitäten.
Hypericum x inodorum
’Annebel’
(Herkunft: Gebrüder Kolster,
Boskoop, NL)
Ernte: KW 30-34
Ertrag: 1./2./3. Standjahr – 5/15/25 Stiele/Pflanze
Hypericum androsaemum
’Excellent Flair’
(Herkunft: Fuss-
Staudenkulturen, Königslutter)
Ernte: KW 29-32
Ertrag: 1./2./3. Standjahr – 10/10/15 Stiele/Pflanze
Limonium latifolium
(Herkunft: Stauden-Ihm, Zehren)
Die blühenden Stiele des Breitblättrigen Steppenschleiers lassen sich
floristisch frisch und getrocknet verwenden. Im Abstand von 30 cm wird
gepflanzt und auf mittleres Nährstoffniveau gedüngt. Die 60 bis 70 cm
langen, stark verzweigten Stiele werden mit offenen Blüten geschnitten.
Sie lassen sich auch gut in kürzere Blütenstiele zerlegen. In der Vase
gehen sie oft in die Trockenphase über. Die Art ist anspruchslos und kann
langjährig genutzt werden.
Ernte: KW 28-33
Ertrag: Pflanzjahr/2./3./4./5. Standjahr – 5/10/20/25/30 Stiele/Pflanze
Origanum
Gut lassen sich die in klaren Farben blühenden, duftenden Triebe von
Origanum laevigatum
‘Herrenhausen’,
Origanum laevigatum
‘Rosenkup-
pel’ und
Origanum vulgare
‘Album’ als Beiwerk verwenden. Pflanzabstän-
de der leicht aufliegend wachsenden und Ausläufer bildenden Typen von
30 bis 40 cm zur Bildung dichter Bestände haben sich bewährt.
Origanum
'Hopfenblüte' fällt durch seinen besonderen Aufbau der Blüten-
anlagen auf. Im Abstand von 25 cm kann gepflanzt werden. Die Pflanzen
bleiben niedrig und wachsen leicht kriechend. Im Versuch wurden gute
Erfahrungen mit einer vor Frost schützenden, 10 cm dicken Holzschnitzel-
abdeckung gesammelt.

image
image
image
image
image
4
Die Nachdüngung erfolgt jeweils auf mittleres Niveau. Voll ausgeformt und
blühend werden die 30 cm langen Triebe bei ’Hopfenblüte’, mit den ersten
offenen Blüten die anderen Sorten geerntet. Stiellängen von 40 bis 50 cm
werden dann erreicht. In der Vase halten sie 10 bzw. 12 Tage. Die Kultu-
ren sind robust und lassen sich über mehrere Jahre beernten.
Origanum
'Hopfenblüte'
(Herkunft: Stauden Feldweber, Ort im Innkreis)
Ernte: KW 25-27
Ertrag: 1./2. Standjahr – 5/20 Stiele/Pflanze
Origanum laevigatum
‘Herrenhausen’
(Herkunft: Ihm, Zehren)
Ernte: KW 30-33
Ertrag: Pflanzjahr/2./3./4. Standjahr – 3/20/20/40 Stiele/Pflanze
Origanum laevigatum
‘Rosenkuppel’
(Herkunft: Gräfin von Zeppelin,
Sulzburg-Laufen)
Ernte: KW 27-30
Ertrag: 1./2. Standjahr – 5/20 Stiele/Pflanze
Origanum vulgare
‘Album’
(Herkunft: Jelitto Staudensamen, Schwarm-
stedt)
Ernte: KW 26-28, 38
Ertrag: Pflanzjahr/2./3./4. Standjahr – 3/30/40/80 Stiele/Pflanze
Peucedanum officinale
’Cekaro’
(Herkunft: Ketelsen, Hamburg)
In der Floristik finden von ’Cekaro’ die verzweigten, mit länglichen nadel-
förmigen Blättern versehenen Triebe Verwendung. Die vereinzelt auftre-
tenden Doldenblüten wirken nicht so attraktiv. Pflanzabstände von 30 cm
in der Reihe bieten sich an. Mit einer Düngung auf mittleres Nährstoffni-
veau kommt die Kultur gut zurecht. Ausreichend feste und circa 35 cm
lange Triebe können geerntet werden. In der Vase halten sie 10 Tage.
Einmal etabliert sind die Pflanzen robust und treiben zuverlässig über
mehrere Jahre aus. Auf Blattläuse sollte geachtet werden.
Ernte: KW 29-39
Ertrag: Pflanzjahr/2./3./4. Standjahr – 1/5/5/10 Stiele/Pflanze
Pycnanthemum muticum
(Herkunft: Lux-Staudenkulturen, Pirna)
Die Prärieminze, mit intensivem Minzegeruch und kleinen Blättchen, wird
ebenfalls für die Schnittgrünproduktion empfohlen. An den Triebenden
stehen ähnlich der Freiland-Wolfsmilch silbriggrau bereifte Hochblätter.
Die Art bildet kurze unterirdische Ausläufer, so dass sich dichte Bestände
entwickeln. Es kann im Abstand von 30 cm in der Reihe gepflanzt wer-
den. Eine Düngung auf mittleres Nährstoffniveau ist ausreichend. Die
Ernte erfolgt im blühenden Stadium. In der Vase halten sie mehrere Wo-
chen. Um ein Schlappen der 55 cm langen Stiele zu verhindern, ist auf

image
image
image
5
den optimalen Erntezeitpunkt und gute Wasserversorgung ab dem Schnitt zu achten. Eine mehrjährige
Nutzung ist möglich.
Ernte: KW 28-31
Ertrag: 1./2. Standjahr – 3/20 Stiele/Pflanze
Rudbeckia occidentalis
'Green Wizard'
(Herkunft: Jelitto Staudensamen, Schwarmstedt)
Für die Blumenbinderei sind die langen Stiele mit den schwarzbraunen
Blütenköpfen interessant. Die durch Aussaat vermehrten Pflanzen wach-
sen straff aufrecht. Ein Pflanzabstand von 30 bis 40 cm ist den Pflanzen
zuträglich, mittlere Nährstoffangebote genügen. Mit beginnender Blüte
der Röhrenblüten werden die 80 cm langen Stiele geerntet. In Wasser
stehend halten sie 10, mit Chrysal Clear 14 Tage. Nach drei bis vier
Standjahren häufen sich Winterausfälle, es sollte rechtzeitig verjüngt
werden.
Ernte: KW 24-27
Ertrag: Pflanzjahr/2./3./4. Standjahr – 0/5/10/15 Stiele/Pflanze
x Solidaster luteus
(Herkunft: Stauden-Ihm, Zehren)
Bei der Goldrutenaster sind der rispige, gelbe Blütenstand von
Solidago
mit den Korbblüten von
Aster
ptarmicoides
kombiniert. Die 50 cm langen Schnittstiele lassen sich gut als Beiwerk verwenden. Es
wird im Abstand von 30 cm gepflanzt und auf mittleres Nährstoffniveau
gedüngt. Stützender Halt ist notwendig. Durch Rückschnitt Mitte Mai kann
der Erntezeitraum etwas verschoben und die Standfestigkeit erhöht wer-
den. Ein Drittel der zartgelben, 1 cm kleinen Asternblüten sollte zur Ernte
geöffnet sein. Haltbarkeiten von 8 bzw. 10 Tagen werden erreicht. Auf
Befall mit Echtem Mehltau ist zu achten. Nach fünf bis sechs Standjahren
bietet sich ein Verjüngen des Bestandes an.
Ernte: KW 30-35, 41
Ertrag: 1./2./3./4./5./6. Standjahr – 10/20/25/25/30/35 Stiele/Pflanze
Spartina pectinata
’Aureomarginata’
(Herkunft: Foerster-Stauden, Potsdam-Bornim)
Aus der Vielzahl an möglichen Staudengräsern für die Schnittgrünproduktion sei an dieser Stelle bei-
spielhaft auf
Spartina pectinata
’Aureomarginata’ hingewiesen. Charakteristisch sind die am Rand gelb
gestreiften, 1,5 cm breiten Blätter und die rosafarbenen Ähren. Das Gras ist stark wachsend und bildet
Ausläufer. Es kann im Abstand von 60 cm gepflanzt und auf mittleres Nährstoffniveau gedüngt wer-
den. Floristisch lassen sich sowohl die Blätter als auch die Ähren ver-
wenden. Letztere reifen im August und sollten in Grünreife geerntet wer-
den, damit sie nicht ausfallen. Ausgereifte Halme mit festen Blättern kön-
nen bis zum Frost geschnitten werden. Es empfiehlt sich, Halme auszu-
schneiden und nicht den gesamten Bestand abzuernten. Sowohl die
Blätter als auch die Ähren halten in der Vase 20 Tage. Das Gras ist sehr
robust und kann über mehrere Jahre genutzt werden.
Ernte: KW 23-41
Ertrag: Pflanzjahr/2./3. Standjahr – 2/80/230 Stiele/Pflanze

6
Erntekalender empfehlenswerter Stauden für die Beiwerks- und Schnittgrünproduktion im Freiland,
LfULG Dresden-Pillnitz 2001 - 2009
Ernte in Kalenderwoche
Art
’Sorte’
21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41
Crambe cordifolia
Spartina pectinata
’Aureomarginata’
Rudbeckia occidentalis
'Green Wizard'
Helianthus salicifolius
Origanum
'Hopfenblüte'
Origanum vulgare
‘Album’
Asparagus pseudoscaber
'Spitzenschleier'
Origanum laevigatum
‘Rosenkuppel’
Houttuynia cordata
Pycnanthemum muticum
Eryngium x tripartitum
Limonium latifolium
Hypericum androsaemum
’Excellent Flair’
Foeniculum vulgare
'Rubrum'
Peucedanum officinale
’Cekaro’
Origanum laevigatum
‘Herrenhausen’
Hypericum x inodorum
'Annebel'
x Solidaster luteus