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BBK.
Gemeinsam handeln. Sicher leben.
Empfehlungen für die
Probenahme zur Gefahrenabwehr
im Bevölkerungsschutz
Forschung im
Bevölkerungsschutz
Band 5

Forschung im
Bevölkerungsschutz
Band 5
2. Auflage

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Empfehlungen für die
Probenahme zur Gefahrenabwehr
im Bevölkerungsschutz
Zur Analytik von chemischen, biologischen
und radioaktiven Kontaminationen
2. Auflage
Redaktionsteam/Autoren:
Udo Bachmann • Nahid Derakshani • Matthias Drobig • Mario König
Joachim Mentfewitz • Hartmut Prast • Gerhard Uelpenich
Marc Vidmayer • Stefan Wilbert • Manfred Wolf
Coautoren:
Jens-Tarek Eisheh • Bärbel Niederwöhrmeier • Martin Richter
Dieter Sebastian • Roman Trebbe
BBK.
Gemeinsam handeln. Sicher leben.

Herausgeber
Bundesamt für Bevölkerungsschutz
und Katastrophenhilfe
Postfach 18 67, 53008 Bonn
Tel. +49 (0)228 99 550-0
Fax +49 (0)228 99 550-1620
www.bbk.bund.de
Layout, Satz, Druck
Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG
60386 Frankfurt am Main
Bildnachweis
Bundesamt für Bevölkerungsschutz
und Katastrophenhilfe: alle Bilder
bis auf:
Marco König: Titelbild
Marc Vidmayer: Seite 135
© 2016 Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
ISBN-13: 978-3-939347-15-6
Der vorliegende Band stellt die Meinung der
Autoren dar und spiegelt nicht grundsätzlich die
Meinung des Herausgebers.
Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Eine
Vervielfältigung dieses Werkes oder von Teilen
dieses Werkes ist nur in den Grenzen des
gelten-
den Urheberrechtsgesetzes erlaubt. Zitate sind bei
vollständigem Quellenverweis jedoch
ausdrück-
lich erwünscht.
Dieses Werk darf ausschließlich kostenlos
abge-
geben werden. Weitere Exemplare dieses Buches
oder anderer Publikationen des Bundesamtes
für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
können Sie gerne beim Herausgeber kostenfrei
anfordern.

 
Inhalt
1.Einleitung
9
2.
Anforderungen an die Probenahme
13
2.1
Vorbereitungen im Vorfeld
14
2.1.1
Schutz- und Sonderausrüstung
15
2.1.2
Dekontamination von Einsatzkräften
15
2.2 Lagefeststellung
16
2.3 Fachberater
18
2.3.1
Unterstützung durch Spezialkräfte
18
2.3.1.1
Fähigkeiten der Analytischen Task Force C-RN und B
19
2.3.1.2
Fähigkeiten der Einsatzgruppe Bio
20
2.4 Probenahmeteam
21
2.5
Durchführung der Probenahme
23
2.5.1
Dekontamination der Proben, Protokoll und Probenverpackungen
27
2.6 Dokumentation
30
2.7 Probensammelstelle
35
2.8
Probenverpackung und Transport
36
2.9
Auswahl des Materialablage- bzw. Vorbereitungsplatzes
38
3.Materialien
41
4.C-Probenahme
51
4.1
Empfehlungen für den C-Einsatz
52
4.2
Schutz der Einsatzkräfte
53

4.3 Dekontamination
56
4.4
Durchführung der C-Probenahme
57
4.4.1
Feststoffproben C01
58
4.4.2
Pasten C02
59
4.4.3
Boden- und Schneeproben C03
60
4.4.4
Bewuchsproben (Vegetation) C04
60
4.4.5
Wischproben C05
61
4.4.6
Wasserproben C06
62
4.4.7
Wasserproben (tiefenbestimmt) C07
63
4.4.8
Flüssigkeitsproben, Beläge oder Lachen C08
64
4.4.9
Luftproben C09/C10
65
4.5
Weiteres nützliches Zubehör für die C-Probenahme
69
4.6
Kurzanleitungen zur C-Probenahme
72
5.B-Probenahme
93
5.1
Empfehlungen für den B-Einsatz
94
5.2
Schutz der Einsatzkräfte
95
5.3
Verpackung P 620
für Erreger der Klasse A und Transport nach ADR
97
5.4
Desinfektion im kontaminierten Bereich
99
5.4.1
Desinfektion Probenbeutel und PSA
100
5.5
Durchführung der B-Probenahme
103
5.5.1
Feststoffproben (Pulver und lockere Probenmaterialien) B01
104
5.5.2
Pasten B02
105
5.5.3
Bodenproben B03
105
5.5.4
Bewuchsproben B04
105
5.5.5
Wischproben B05/B06
105
5.5.6
Flüssigproben B07/08/09
107
5.6
Verpackung und Transport von biologischen Proben
109
5.7
Kurzanleitungen zur B-Probenahme
110

6.RN-Probenahme
129
6.1
Empfehlungen für die RN-Probenahme
130
6.2
Schutz der Einsatzkräfte
131
6.3 Dekontamination
132
6.4
Durchführung der RN-Probenahme
133
6.4.1
Bewuchsproben RN01
134
6.4.2
Wischproben RN02
134
6.4.3
Flüssigproben RN03
136
6.5
Transport RN-Proben
137
6.6
Kurzanleitungen RN-Probenahme
138
7.Literatur
145
8.Anhang 149
8.1
Ablaufschema der CBRN-Probenahme
150
8.2
Maßnahmen im Vorfeld eines Einsatzes
151
8.3
Checkliste für den Einsatzort
153
8.4
Begleitzettel für den Transport von Kategorie-A-Erregern
154
8.4.1
UN 2814
154
8.4.2
UN 2900
155
8.5 Probenbegleitschein
156
8.6 Probenahmeprotokoll
157
8.7 Probenübersicht
159
8.8 Probenlaufkarte
160
8.9
Liste der Untersuchungslaboratorien
161
8.9.1
Labore für chemische Proben
161
8.9.2
Labore für biologische Proben
167

8.10
Kompetenz- und Behandlungszentren
171
8.11
Labore für RN-Proben
177
8.11.1 Landesmessstellen
178
9.Stichwortverzeichnis
193
10.
Bisherige Publikationen
199

 
Einleitung
1

10 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Diese Empfehlungen zur
CBRN-Probenahme (chemisch, biologisch, radiologisch
und nuklear) wurden erstmalig 2010 vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastrophenhilfe veröffentlicht. Dies geschah in Zusammenarbeit mit Vertretern
verschiedener Facheinrichtungen (Bundesamt für Strahlenschutz, Robert Koch-
Institut, Wehrwissenschaftliches Institut für Schutztechnologien – ABC-Schutz,
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW) sowie Vertretern aus
dem Feuerwehrbereich (Feuerwehr Jugenheim, Feuerwehr Altenahr, Feuerwehr
Herzogenrath, Feuerwehr Mannheim und der Feuerwehr Speyer).
Eingeflossen sind die Ergebnisse einer Studie über die „Entwicklung eines B-Probe-
nahmesatzes im erweiterten Katastrophenschutz“ des Bundesamts für
Bevölke-
rungsschutz und Katastrophenhilfe, basierend auf der Spürausstattung des Bundes.
Der Bund hat 2013 alle bundeseigenen CBRN ErkW (CBRN-Erkundungswagen)
mit einem neu zusammengestellten CBRN-Probenahmesatz ausgestattet. Im Zuge
der Konzipierung der Ausstattung wurden die Grundlagen für die Empfehlungen
für die
Probenahme erarbeitet. Dieses Buch beschreibt die Vorgehensweise zur
Probenahme, die auf den Materialien basiert, die bundesweit auf den CBRN-
Erkundungswagen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ist in einzelnen
Bun-
desländern, z.B. Hessen, der CBRN-Probenahmesatz standardmäßig eingeführt
worden. Des Weiteren sind alle Standorte der Analytischen Task Force mit dem
CBRN-Probenahmesatz des Bundes ausgestattet.
Die erstellten Empfehlungen dienen zur Einführung und Vorbereitung der
Gesamtthematik „Notfall-Probenahme“ bei Einsatzkräften im Gefahrenfall. Sie
sollen den Schutz der Einsatzkräfte, der Bevölkerung und der Umwelt bei der
Ent-
nahme und dem
Transport von B-, C- und RN-Verdachtsproben sicherstellen sowie
bei der Gewinnung von Proben aus der Umwelt einen einheitlichen Standard
gewährleisten. Hierbei sind die entsprechenden Zuständigkeiten der Fachbehörden
gemäß geltendem Recht zu berücksichtigen.
In diesem Handbuch wird anstelle von „ABC-Gefahren“ der Begriff „CBRN-Ge-
fahren“ verwendet. Letzterer lässt die Unterscheidung zwischen nuklearen (N)
Gefahren (Kernbrennstoffe, die sich durch selbsttragende Kettenreaktionen
auszeichnen) und radiologischen Gefahren (R) zu.
Die Probenahme im Bereich der biologischen Gefahren ist von großer Bedeutung,
da verlässliche Nachweisverfahren im Feld, wie sie zu Teilen bereits im CRN-
Bereich gut möglich sind, noch fehlen.
Die vorliegende Auflage wurde aufgrund der Erfahrungen, die bei der praktischen
Umsetzung in den Probenahmeseminaren und im Einsatz gesammelt wurden,
überarbeitet.

Einleitung • 11
Die Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im
Bevölkerungs-
schutz sind nach bestem Wissen erstellt worden. Sie wurden auf das Sorgfältigste
vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zusammen
mit weiteren Autoren erarbeitet. Der Benutzer muss die Anwendbarkeit
fallbezo-
gen in eigener Verantwortung prüfen. Eine Haftung des BBK und derjenigen, die an
der Ausarbeitung beteiligt waren, ist ausgeschlossen.
Wofür benötigen wir eine Probenahme?
Eine
Probenahme im Gefahrenfall dient dazu, einen schnellen Nachweis über An-
bzw. Abwesenheit eines Gefahrstoffes liefern zu können und zu dessen
Identifi-
zierung beizutragen. Es handelt sich in der Regel um einen qualitativen Nachweis.
Eine Norm für eine Probenahme im Gefahrenfall gibt es zum jetzigen Zeitpunkt
nicht. Für den Feuerwehrbereich finden die vfdb-Richtlinien (Vereinigung zur
För-
derung des Deutschen Brandschutzes e.V.) in der jeweils gültigen Fassung
Anwen-
dung. Existierende Normen wie z.B. die qualitätsgerechte
Probenahme für Chemie
und Umwelt oder aus dem Lebensmittelbereich können im Gefahrfall nur bedingt
umgesetzt werden. Dies benötigt umfangreiche und zeitaufwändige Planung und
liegt in Zuständigkeit der jeweiligen Fachbehörden bzw. Institutionen.
Je nach Ausbringungsart kann eine sichtbare bzw. nicht sichtbare
Kontamination
vorliegen.
Für eine sichere und qualitativ gute
Probenahme benötigen die durchführenden
Personen passendes Material, Schulung und Übung. Wie dies aussehen kann, wird
im Weiteren erläutert.

 
Anforderungen an die
2
Probenahme

 
2.1
Vorbereitungen im Vorfeld
Um auf eine Gefahrenlage und deren Bewältigung bestmöglich vorbereitet zu sein,
sind Strukturen für die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte vor Ort und der
Fach-
behörden (z.B. Umwelt-, Gesundheits- bzw. Veterinärbehörden) schon im Vorfeld
aufzubauen.
Vorbereitungen im Vorfeld eines Einsatzes sind:
Ermittlung von Laboratorien und Laborkapazitäten/-fähigkeiten
Beteiligung von Fachbehörden an der Entwicklung von Einsatzplänen
Ausbildung der Einsatzkräfte einschließlich der Verwendung von persönlicher
Schutzausrüstung (PSA)
Interne Verfügbarkeit von Personal/Materialien/Ausrüstung etc.
Fachberatung für Bewertung/Beratung des Einsatzleiters sicherstellen
Klärung von Zuständigkeiten
Sie müssen laufend aktualisiert werden. Eine Checkliste und weitere Hilfsmittel
befinden sich im Anhang 8.
Zudem müssen für die Probenahme einfach zu handhabende Materialien
bereitge-
stellt werden, die es erlauben, vielseitig zu reagieren. Empfehlungen hierzu sind in
diesem Band im Kapitel 3 „Materialien“ gegeben. Auf den CBRN ErkW stehen
hier-
für Materialien für eine Notfallprobenahme durch die Feuerwehr zur Verfügung.
Die
Probenahme sollte unter Anleitung des Fachberaters und nach Anweisung
des Einsatzleiters erfolgen. Die weitere Bearbeitung der Proben erfolgt durch das
Untersuchungslabor oder die alarmierte ATF (Analytische Task Force). Die
nach-
folgende Bewertung der Ergebnisse geschieht in Abstimmung mit qualifizierten
Fachkräften vor Ort und dem Untersuchungslabor.

image
 
Anforderungen an die Probenahme • 15
Vor Beginn der Probenahme ist das Vorhandensein von explosiven, radioaktiven
und chemischen Stoffen zu prüfen. Liegen diese Gefahren vor, muss dies beim
weiteren Vorgehen entsprechend berücksichtigt werden.
Da eine Vorhersage von Szenarien, die eine
Probenahme notwendig machen,
nicht möglich ist, sind die einzusetzenden Sammelbehälter auf eine vielfältige
Probenahme (Flüssigkeiten, Feststoffe, gasförmige Proben, Wischproben usw.)
ausgerichtet.
2.1.1
Schutz- und Sonderausrüstung
Bei der
Probenahme, die im Rahmen von CBRN-Einsätzen durchgeführt wird,
müssen aufgrund der vielen unterschiedlichen Einsatzsituationen und der sich
daraus ergebenden Gefahren entsprechend geeignete Maßnahmen zum
Körper-
schutz der Einsatzkräfte erarbeitet werden. Geeignete persönliche
Schutzausrüs-
tung (PSA) und Atemschutz sind nach geltenden Normen, Richtlinien (RL) und
Vorschriften festzulegen. Im Bereich der Feuerwehr legt dies z.B. der
Einsatzleiter
für seine Mannschaft entsprechend den FwDV (Feuerwehr-Dienstvorschriften) 7 –
Atemschutz – und 500 – Einheiten im ABC-Einsatz – sowie anderen
fachspezifi-
schen Regelungen der Länder in der jeweils geltenden Fassung fest. Des Weiteren
ist zu klären, inwieweit eine dem Stand der Technik entsprechende
Sonderschutz-
ausrüstung notwendig ist.
2.1.2
Dekontamination von Einsatzkräften
Es sind die Forderungen der FwDV 500 und vfdb RL 10/04 hinsichtlich der
Dekon-
tamination einzuhalten. Dies bedeutet, dass bei entsprechender Einsatzlage (bei
Gefahrengruppe II und III) zeitgerecht ein
Dekontaminationsplatz aufgebaut
werden muss. Die Dekontamination von Proben wird im Kapitel 2.5.1 beschrieben.
Abb. 1:
Mögliche Einteilung der ver-
schiedenen Bereiche bei Verdacht auf
eine aerogene Verbreitung von gefähr-
lichen Agenzien (nach FwDV 500)

 
2.2
Lagefeststellung
Ziel eines Einsatzes ist es, weitergehende Informationen über das erfolgte Ereignis
zu erlangen. Die Probenahme dient der Sicherstellung von Materialien,
insbeson-
dere für die Untersuchung der Proben im Labor. Darüber hinaus ist jede Probe
ein Abbild der realen Einsatzsituation, wie sie zum Zeitpunkt der
Probenahme,
im Hinblick auf die Belastung mit Gefahrstoffen, vorgefunden wurde. Vor diesem
Hintergrund ist es sinnvoll, so früh wie möglich mit der
Probenahme zu beginnen
und mehr als eine Probe zu nehmen. Dies gilt insbesondere für die
Probenahme
von luftgetragenen Gefahrstoffen.
Vor dem Einsatz ist eine Lagebeurteilung vorzunehmen und darauf aufbauend
eine Einsatzstrategie festzulegen. Als Hilfestellung können die Fragen aus Tabelle 1
dienen.
Eine Sicherung des Freisetzungsortes ist durchzuführen und eine weitere
Ausbrei-
tung der Kontamination so weit wie möglich zu vermeiden.
Es ist wie folgt vorzugehen:
Basierend auf vorliegenden Informationen, räumlichen Gegebenheiten und
Wetterdaten wird der Ort des Dekontaminationsplatzes und der Einsatzleitung
sowie der Weg, den das
Probenahmeteam einschlagen soll, bestimmt.
Bevor die Probenahme erfolgt, müssen die Erreichbarkeit und Einsatzbereit-
schaft eines im Vorfeld festgelegten, geeigneten Labors bzw. ATF und der
Trans-
port der Probe dorthin sichergestellt sein.
Um besondere Anforderungen an die zu nehmenden Proben (Menge, Art,
maxi-
male Dosisleistung der Probe, …) abzustimmen, ist eine direkte Kommunikation
mit den ausgewählten zuständigen Laboren/ATF dringend notwendig.
Die Koordination mit Kräften für eine eventuelle Beweissicherung
(Kriminal-
polizei, Landeskriminalamt) ist sicherzustellen.

Anforderungen an die Probenahme • 17
Gegebenenfalls sind gemischte Probenahmeteams aufzustellen. Der
Truppfüh-
rer bzw. eine vorher festgelegte Person übernimmt sämtliche Kommunikation
nach außen.
Exponierte Personen müssen so schnell wie möglich, unter Vermeidung der
weiteren Verschleppung der Kontamination, aus dem kontaminierten Bereich
evakuiert werden. Diese Personen müssen dekontaminiert und ggf. ärztlich
versorgt werden.
Die Betroffenen müssen registriert und unter Beobachtung gestellt werden, bis
weitere Maßnahmen festgelegt werden können.
Was ist passiert?
Polizeiliche Erkenntnisse, eventuell aufgetre-
tene klinische Symptome, sonstige auffällige
Wahrnehmungen
Wann ist es passiert?
Abfrage der Zeitschiene, um eventuelle
Rück-
schlüsse auf die Gefahrstoffe und ihre Ausbreitung
ziehen zu können (Symptome, Inkubationszeit).
Wo ist es passiert?
Wenn möglich, Abgrenzung und Absperrung des
kontaminierten Bereichs. War in der Zwischenzeit
eine
Kontaminationsverschleppung gegeben?
Szenario: Gefahrgutunfall, Anschlag?
Wie ist es passiert?
Bei Freisetzung von z. B. biologischen Agenzien sind
Informationen zur Ausbringungsart wichtig.
Bei einem Seuchengeschehen sind insbesondere
Ausbreitungs- und
Infektionswege zu klären. Bei RN
sind Informationen über die vorhandenen Nuklide
einzuholen.
Wie ist das Areal
beschaffen?
Handelt es sich um ein geschlossenes Gebäude oder
um ein Szenario im Freien?
Wie sind die
Umweltbedingungen?
Wetter, Geländeform, Bebauung usw.
Tabelle 1:
Checkliste für den Einsatzort

 
2.3
Fachberater
CBRN-Einsätze können sich zu extrem komplexen Lagen entwickeln. Das zur
sicheren Abwicklung des Einsatzes nötige Fachwissen ist oft bei den sich zuerst am
Gefahrenort befindlichen Einsatzkräften nicht in ausreichendem Maße vorhanden.
Es wird deshalb dringend empfohlen, bereits im Vorfeld geeignete Fachberater
außerhalb der Feuerwehr zu ermitteln. Um ihnen einen Überblick über die Arbeit
der Feuerwehr zu vermitteln, sind sie in die Einsatz- und Übungsplanung
einzu-
binden. Besonders geeignet sind hierfür Chemiker, Biologen, Physiker, Ingenieure
entsprechender Fachrichtungen, Toxikologen und Mediziner sowie Personen, die
aufgrund ihrer Ausbildung und aufgrund der beruflichen Erfahrungen die erfor-
derlichen Kenntnisse erlangt haben, um als Fachberatende, zu agieren. Im
Feuer-
wehreinsatz selbst werden die Fachberater gemäß FwDV 100 über die
Einsatzlei-
tung eingebunden. An dieser Stelle sei nochmals auf die FwDV 500 verwiesen, in
der weitere Stellen zur Fachberatung genannt werden.
Der jeweils zuständige Einsatzleiter bzw. bei größeren Lagen der Abschnittsleiter
Messen (FwDV 500) veranlasst die Bildung eines Probenahmeteams. Gemeinsam
mit dem Fachberater legt er vor dem Einsatz die Probenahmestrategie fest. Ein
Lageplan sollte erstellt werden, in den dann die Orte der
Probenahme eingetragen
werden können. Das
Probenahmeteam entscheidet eventuell situativ in Abstim-
mung mit dem Fachberater/Einsatzleiter über die Notwendigkeit weiterer Proben
in Abhängigkeit von der Lage.
2.3.1
Unterstützung durch Spezialkräfte
Bei der Freisetzung von hochgefährlichen gesundheitsgefährdenden Stoffen oder
Agenzien, bei denen besondere Kenntnisse und besondere Vorgehensweisen in
Bezug auf Lagebewertung, Einsatzstrategie und Personenschutz bei der Probe-
nahme erforderlich sind, hält der Bund Spezialkräfte vor, die im Bedarfsfall von der
Einsatzleitung zur Unterstützung angefordert werden können.

 
Anforderungen an die Probenahme • 19
2.3.1.1
Fähigkeiten der Analytischen Task Force C-RN und B
Mit der Analytischen Task Force (ATF) ist bundesweit eine solche Spezialeinheit
verfügbar. Die Länder haben die Meldewege zur Anforderung der ATF individuell
festgelegt. Detailinformationen hierzu bietet die Broschüre „Die Analytische Task
Force (ATF) – Informationen zu Leistungsspektrum und Anforderungswegen“, die
auf der Internetseite des BBK abgerufen werden kann.
Der Schwerpunkt der ATF liegt auf der allgemeinen Beratung in CBRN-Lagen und
dem Nachweis von chemischen Substanzen (Bezeichnung: ATF C-RN). Die
Aus-
weitung der Fähigkeiten der ATF auf spezielle Beratung und die Schnellanalytik in
biologischen Lagen (Bezeichnung ATF B) ist im Aufbau.
Die ATF bietet der Einsatzleitung vor Ort folgende Leistungen:
Beratung der Einsatzleitung bei CBRN-Lagen
Detektion, Identifikation und Lokalisation chemischer Substanzen
Qualifizierte
Probenahme bzw. fachliche Begleitung der Probenahme
(Präventive) Überwachung großer Areale mittels Fernerkundung
Situationsbewertung und Prognose der Lageentwicklung
Empfehlung geeigneter Einsatzmaßnahmen
Die ATF C-RN verfügt über umfangreiche mobile Messtechnik zur Analytik
fester, flüssiger und gasförmiger Substanzproben. Sie kann mit Proben, die nach
Maßgabe dieses Buches genommen wurden, weiterführende Analytik an der
Einsatzstelle durchführen. Die im Probenahmesatz des Bundes enthaltenen
Tenax®-Sammelröhrchen
(siehe Kapitel 4.4.9) sind kompatibel mit dem
Gaschro-
matograph-Massenspektrometer der ATF.
Sofern die Probenahme vor Eintreffen der ATF erfolgt, wird die Kontaktaufnahme
mit der ATF vor Beginn der
Probenahme empfohlen. So kann die Art der
Probe-
nahme bestmöglich auf die messtechnischen Fähigkeiten der ATF abgestimmt
werden.

 
20 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
2.3.1.2
Fähigkeiten der Einsatzgruppe Bio
Im Bereich biologischer Bedrohungslagen wurde am Robert Koch-Institut, der
oberen Gesundheitsbehörde Deutschlands, die Einsatzgruppe Bio eingerichtet. Die
Freisetzung gefährlicher, hochinfektiöser biologischer Agenzien erfordert
beson-
dere Kenntnisse der Infektiologie und der Gegenmaßnahmen, die zum Schutz
exponierter Personen und Räume getroffen werden können. Sie müssen in diesen
Lagen von Beginn an besondere Beachtung finden. Insbesondere sind
Inkuba-
tionszeiten zu berücksichtigen, nach denen eine Erkrankung ausbrechen kann
oder nach denen Betroffene selber ansteckend für andere Personen werden. Diese
Inkubationszeiten sind oftmals der determinierende Faktor für die Effektivität
von Gegenmaßnahmen und die Verhinderung des Ausbreitens von
Infektions-
krankheiten. Die Einsatzgruppe Bio stellt hierbei das operative Bindeglied zu den
laborgestützten analytischen Bereichen des Robert Koch-Instituts und anderen
befähigten Laboratorien dar. Die Einsatzgruppe Bio bietet auf
Unterstützungsersu-
chen ihre Fähigkeiten und Erfahrungen an. Dazu gehören:
Unterstützung bei der Ernsthaftigkeitsprüfung und Einschätzung der Lage
Entwicklung einer Probenahmestrategie
Durchführung der Probenahme und angezeigter Feldanalyse von Proben
Adäquate Vorbereitung der Proben für den Transport (Verpackung)
Unterstützung bei der Organisation und der Durchführung des
Probentransportes
Analyse der Proben im Labor und Ergebnisübermittlung an die Einsatzleitung
Beratung zu adäquaten Gegenmaßnahmen und Unterstützung bei der
Prophy-
laxe vor und nach Exposition
Durch die Ansiedlung der Einsatzgruppe Bio am Robert Koch-Institut ist es
möglich, die notwendigen Maßnahmen zur Lagebewältigung von der
Probenahme
über den
Transport und die Analytik bis hin zur Ergebnisübermittlung und der
Einschätzung des Gefahren- bzw. Schadenausmaßes mit einer einfachen Chain of
Custody aus einer Hand zu bedienen.

 
2.4
Probenahmeteam
Das Probenahmeteam sollte aus der CBRN-Erkunderbesatzung (1/3/4) gebildet
werden.
Die Aufgabenverteilung im kontaminierten Bereich ist wie folgt:
Zwei Probenehmer (Probenahme, Messtechnik)
Ein Teamführer (Funk, Dokumentation). Der Teamführer entspricht dem
Truppführer bei der Feuerwehr.
Im kontaminationsfreien Bereich:
Fahrzeugführer des CBRN-Erkundungswagens (Kommunikation, Führung des
Probenahmeteams)
Ggf. weitere Einsatzkräfte
Die festgelegten Funktionen sind während der gesamten Probenahme
beizubehalten.
Das Probenahmeteam kommt erst zum Einsatz, wenn ein Dekontaminations- und
Rettungsteam einsatzbereit ist. Nur dann sollte es bis zum
Probenahmeort in den
festgelegten, potenziell kontaminierten Bereich vorgehen. Die Aufgabenverteilung
der Teammitglieder sollte so erfolgen, dass es immer ein „sauberes“ (Helfer) und ein
„dreckiges“ (Probenehmer) Teammitglied gibt (siehe Ablaufschema Anhang 8.1).
Der „dreckige“ Probenehmer führt die
Priorisierung der Probenahmepunkte durch
und nimmt aktiv die Proben.
Die Aufgabe des „sauberen“ Helfers ist es, das Probenahmematerial für eine
reibungslose Probenahme vorzubereiten und anzureichen. Besteht das Team nur
aus zwei Personen, ist er ebenfalls für die Probendokumentation (Beschriftung
der Behälter, schriftliche Dokumentation) und die Kommunikation zuständig.
Zur Minimierung der Kontaminationsverschleppung sollte der Helfer nicht in
direkten Kontakt mit den zu untersuchenden Materialien kommen.
Gegebenen-
falls ist das Team situationsbezogen zu erweitern. Zur Probenahme im RN-Bereich

22 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
wird empfohlen, immer einen Dreier-Trupp einzusetzen, da vor und während der
Probenahme auch Messungen durchzuführen sind.
Das Ausschleusen der Proben sowie der Dokumentationen – Protokolle,
Digitalfo-
toapparate usw. – aus dem potenziell kontaminierten Probenahmebereich ist im
Vorfeld zu planen und sicherzustellen, z.B. Kamera mit Hülle für
Unterwasserfo-
tografie, die eine Dekontamination erlaubt. Protokolle können in versiegelbaren
Klarsichthüllen ohne Informationsverlust dekontaminiert und mit den Proben
ausgeschleust werden. Ggf. besteht die Möglichkeit der Digitalisierung von
Doku-
menten während des Einsatzes.
Zwei Punkte sind besonders zu beachten:
Die Sicherheit des Probenahmeteams hat höchste Priorität.
Eine weitere Ausbreitung und
Kontaminationsverschleppung durch das
Probe-
nahmeteam und die Proben ist zu vermeiden.

 
2.5
Durchführung der Probenahme
Allgemein gilt für die Probenahme:
Die Probenahmegefäße und -geräte müssen chemikalienbeständig und
sau-
ber sein. Dabei bestehen je nach Stoffgruppe C, B, RN besondere
Anforderun-
gen an die Probengefäße, wenn diese auch für den Versand bestimmt sind
(s. Kapitel 2.10).
Je nach Ereignis muss entschieden werden, ob nur eine oder mehrere Formen
der
Probenahme nötig sind.
Austretende/s unbekannte/s Gefahrgut/-stoffe soll grundsätzlich beprobt
werden.
Sichtbare Kontamination:
Bei sichtbarer Kontamination soll die Probenahme der verdächtigen Substanz
möglichst ohne Beimischung von sonstigem am
Probenahmeort vorkommenden
Material erfolgen.
Nicht sichtbare Kontamination:
Zu nicht sichtbaren Kontaminationen kann es z.B. im Fall einer gasförmigen bzw.
Aerosolausbringung kommen. Dann wird eine
Probenahme direkt aus der Luft
oder von exponierten Oberflächen genommen. Beim Durchzug und Absetzen
einer Partikelwolke können Böden, Gewässer und Oberflächen von Gegenständen
(z.B. Vegetation) kontaminiert werden. Maßgeblich für Ort und Grad der
Oberflä-
chenkontamination sind u. a. Partikelkonzentrationen, Luftströmungsverhältnisse
(Wind, Ventilatoren, Klimaanlage etc.) usw. verantwortlich.
Für eine
Priorisierung der Probenentnahme in Abhängigkeit vom Szenario werden
folgende Dringlichkeitsstufen empfohlen.

24 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Dringlichkeitsstufe 1
Probengewinnung in Bereichen mit sehr großer
Konta-
minationswahrscheinlichkeit bzw. bei
Personengefähr-
dung. Diese Proben werden vorrangig genommen.
Dringlichkeitsstufe 2
Probengewinnung in Bereichen mit möglicher
Kontaminationswahrscheinlichkeit.
Dringlichkeitsstufe 3
Bei mäßiger, ungesicherter
Kontaminationswahr-
scheinlichkeit Probenahme nur bei vorhandenen
Probenahmekapazitäten.
Tabelle 2:
Dringlichkeitsstufen der Probenahme
Durchführung der Probenahme
Schritte im Überblick:
1: Erkundung des Probenahmeortes
2: Ausbringung von Kennzeichnungsziffern an den Probenahmestellen
3: Priorisierung der Probenahmestellen
4: Vorbereitung der Materialien zur Durchführung der
Probenahme
5: Durchführen der
Probenahme
6: Dekontamination und Ausschleusen der Probe
Während der Probenahme sollten die direktanzeigenden Messgeräte des CBRN-
ErkW im Umfeld des Probenahmeortes eingesetzt und Alarme beachtet werden.

image
Anforderungen an die Probenahme • 25
Dies bedeutet im Einzelnen:
Schritt 1 und 2: Erkundung des Probenahmeortes und
Ausbringung der Kennzeichnungsziffern
Im ersten Schritt werden durch ein Erkundungsteam eine messtechnische und
visuelle Erkundung sowie die fortlaufende nummerische Kennzeichnung der
möglichen Probeentnahmestellen durchgeführt (Abb. 2).
Dazu empfiehlt sich, Fotos der Gesamtansicht des Probenahmeortes und Detail-
aufnahmen der einzelnen Probenahmestellen anzufertigen.
Schritt 3: Priorisierung
Anhand der übermittelten gekennzeichneten Probenahmestellen und evtl. Fotos
wird in Absprache mit dem Fachberater die Probenahmepriorisierung festgelegt.
Schritt 4: Vorbereitung der Probeentnahme-Materialien
Aufgrund der
Priorisierung werden die Materialien für die Durchführung der
Probenahme zusammengestellt. Bei Bedarf kann von dieser Vorgehensweise
abgewichen werden.
Abb. 2:
Mit Nummernkarten markierte Probeentnahmestellen

26 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Schritt 5: Durchführen der Probenahme
Probenahme-Durchführung gemäß Handbuch.
Dabei ist zu beachten, dass die Probe für das beprobte Material und den Bereich
möglichst repräsentativ ist. Proben können fest, flüssig, gas- bzw. dampfförmig
sein.
Schritt 6: Dekontamination und Ausschleusen der Proben
Die Dekontamination wird nach den jeweiligen Vorgaben bei einer C-, B- oder RN-
Kontamination durchgeführt (siehe Kapitel 2.5.1).
Für die Durchführung der
Probenahme in einer biologischen und chemischen
Lage siehe Ablaufschema im Anhang 8.1.
Weitere zu beachtende Punkte bei der
Probenahme:
Die Entnahme von zusätzlichen Rückstellproben ist in Absprache mit dem
Fachberater durchzuführen.
Wenn möglich, werden Kontrollproben aus dem nicht kontaminierten Bereich
zur Ermittlung der Grundbelastung genommen.
Proben sollen einen repräsentativen Überblick über die Verbreitung eines
Gefahrstoffs geben (bei diesem Punkt ist abzuwägen, ob die Einsatzzeit dieses
Vorgehen zulässt
Priorisierung der Probenahme).
Die Probenahme entlang einer möglichen Ausbreitung ist in Abhängigkeit vom
Szenario notwendig, um eine Aussage über eine Kontaminationsausbreitung zu
treffen und eine Abschätzung der Anzahl exponierter Personen vornehmen zu
können. Zur Festlegung des Probenahmeareals sollten – wenn möglich –
Aus-
breitungsmodelle unter Berücksichtigung der Wetterdaten zur Anwendung
kommen.
Wenn eine Freisetzungsquelle ermittelt werden kann, sollte dort eine
Probenahme
zur
Stoffidentifikation (Leitsubstanz, biologisches Agens) erfolgen (nur B, C).

image
 
Anforderungen an die Probenahme • 27
2.5.1
Dekontamination der Proben, Protokoll und Probenverpackungen
Die Dekontamination dient dazu, eine Gefährdung Dritter, die im Zuge der Weiter-
untersuchung der Proben involviert sind, sowie der Untersuchungsumgebung zu
vermeiden. Probenbehältnisse sind von außen zu säubern, um so eine
Kontamina-
tionsverschleppung zu vermeiden.
Aus diesem Grund müssen gewonnene Proben flüssigkeitsdicht verpackt sein.
Die Dekontamination der verpackten Probe erfolgt, wie in der Grafik
„Ablaufsche-
mata für biologische und chemische Szenarien“ dargestellt, an der Grenze
konta-
minierter/nicht kontaminierter Bereich (Anhang 8.1).
Beim Einsatz von Flüssigdekontaminationsmitteln kann generell zwischen ver-
schiedenen Verfahren gewählt werden.
Tauchverfahren
Die flüssigkeitsdicht verpackten Proben und Protokolle werden aus dem
kontami-
nierten Bereich in einen Behälter mit Dekontaminationslösung gegeben (Abb. 3).
Nach erfolgter Einwirkzeit (abhängig vom verwendeten Mittel) erfolgt das
Heraus-
nehmen mittels der Pinzette oder Greifzange sowie das Abtrocknen und Verpacken
in die Sekundärverpackung. Die jeweilige Konzentration des verwendeten Mittels
und die daraus resultierenden einzuhaltenden Einwirkzeiten sind vor der
Durch-
führung des Verfahrens festzulegen.
Abb. 3:
Beispiel für ein Tauch-
bad, Probenbeutel können in
Dekonlösung getaucht werden.

image
28 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Sprühverfahren
Die flüssigkeitsdicht verpackten Proben werden aus dem kontaminierten Bereich
auf eine feuchtigkeitsaufnehmende feste Unterlage gelegt und mittels einer
Pumpspritze mit Dekontaminationslösung ausreichend befeuchtet, (z.B.
Rücken-
tragespritze des CBRN ErkW (Abb. 4). Eine Abdrift des versprühten Mittels ist dabei
zu vermeiden. Ist dies durch z.B. windige Wetterlage nicht möglich, ist ein
Tauch-
verfahren vorzuziehen.
Abb. 4:
Rückentragespritze des CBRN-Erkundungswagens Bund
Nach der notwendigen Einwirkzeit, diese ist immer abhängig vom verwendeten
Mittel und der zu behandelnden Oberfläche/Material, erfolgt im
nichtkontami-
nierten Bereich das Abtrocknen und Verpacken in die Sekundärverpackung.

Anforderungen an die Probenahme • 29
Wischdekontamination
Es handelt sich hierbei um eine gleichzeitige Benetzung und das Abreiben von
Oberflächen mit Dekontaminationsmitteln. Sie kommt besonders dann zur
Anwendung, wenn es sich um besonders verschmutzte bzw. kontaminierte
Flächen handelt. Die Wischdekontamination kann als Alternative zum Tauch-
und
Sprühverfahren angewendet werden. Gegebenenfalls kann sie auch mit den
beiden Verfahren kombiniert werden. Die Vorgehensweise im Einsatzfall ist je nach
Einsatzlage vom Einsatzleiter festzulegen.

image
 
2.6
Dokumentation
Eine lückenlose, nachvollziehbare und eindeutige Dokumentation ist Grundlage
für die Bewertung der Proben und daher ein wichtiger Bestandteil der Probe-
nahme. Art und Durchführung der Dokumentation sollten im Vorfeld festgelegt
und in den Einsatzunterlagen eindeutig beschrieben werden.
Zur Probenidentifikation müssen die einzelnen Probengefäße beschriftet oder mit
entsprechend vorbereiteten bzw. beschrifteten Etiketten beklebt werden. Um eine
eindeutige Probenzuordnung zu gewährleisten, wird als
Mindestprobenbeschrif-
tung die
Probennummer, die sich aus dem Kennzeichen des CBRN ErkW und einer
fortlaufenden Nummer zusammensetzt, genutzt (siehe Abb. 5).
Abb. 5:
Beispiel für die Wahl einer Probennummerierung
Zusätzlich sollten Entnahmestelle, Datum und Uhrzeit der Probenahme notiert
werden. Eventuell ist noch der
Probenehmer mit Namenskürzel zu vermerken.
Um eine möglichst große Vielfalt an Probenahmeszenarien abdecken zu können,
wurden verschiedene Vordrucke entwickelt, die im Anhang dieses Buches zu
finden sind. Im DIN-A4-Format können sie von der Homepage des BBK im
Down-
loadbereich abgerufen und auf die jeweilige Feuerwehr durch das Einfügen eines
Logos und der Erreichbarkeit angepasst werden.

Anforderungen an die Probenahme • 31
Der komplette Vordrucksatz besteht aus
Probenbegleitschein
Probenahmeprotokoll
Probenübersicht
Probenlaufkarte
Probenbegleitschein
Eine Basisdokumentation unmittelbar an der Probenahmestelle ist auf dem
Probenbegleitschein (Anhang 8.5) durchzuführen. Bei den ausgelieferten Probe-
nahmebeuteln kann hierfür auch die bedruckte Oberfläche der Beutel verwendet
werden. Es ist aber darauf zu achten, dass die Bedruckung nicht
lösungsmittelbe-
ständig ist. Sollten die Beutel in Kontakt mit Lösungsmittel kommen, ist besser ein
Vordruck in Papierform zu verwenden. Im Wesentlichen sind auf diesem Vordruck
nur die Informationen zur Probenahme selbst dokumentiert. Aber auch Hinweise
auf eine mögliche Gefährdung, die von der Probe ausgehen könnte, soweit sie mit
den Mitteln eines CBRN ErkW zu erkennen ist.
Generell ist für jede Probe ein
Probenbegleitschein bzw. ein eigener Probenbeutel
zu verwenden. Eine Ausnahme dazu bildet die Probenahmeart RN 02.
Wichtige Daten zu den einzelnen Proben:
Art der Probe (Ankreuzen eines der Symbole auf dem
Probenbegleitschein)
Probennummer
Einheit, welche die Probe genommen hat
Name des Probenehmers
Datum
Uhrzeit
Ort der
Entnahmestelle

32 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Alle weiteren Informationen dienen dazu, eine grobe Abschätzung mit den Mitteln
des CBRN ErkW darüber durchzuführen, ob von der Probe eine Gefahr ausgehen
kann. Sobald der Verdacht besteht (B-, C-Szenario) oder messtechnisch
nachge-
wiesen werden kann, dass eine
Kontamination auszuschließen ist, wird das durch
Ankreuzen dokumentiert. Den Abschluss bildet die Dosisleistung bzw. der pH-Wert
der Probe.
Der Probenbegleitschein ist mit der Dekontaminationsverpackung in die
Sekun-
därverpackung zu geben. Dabei muss der Probenbegleitschein von außen
problem-
los lesbar sein. Falls eine Kamera zur Verfügung steht, empfiehlt es sich auch den
Probenbegleitschein zu fotografieren.
Die weitergehende Dokumentation durch das
Probenahmeprotokoll (Anhang 8.6)
erfolgt nach Lage.
Zusätzlich zu der schriftlichen Dokumentation ist eine Video- oder
Fotodokumen-
tation sinnvoll. Eine Methodik zur Ausschleusung der Geräte und der mit ihnen
erzielten Information durch die Dekontamination sollte im Vorfeld entwickelt
werden. Für Digitalkameras sind z.B. wasserdichte Verpackungen über den
Fach-
handel erhältlich.
Foto- und Videoausrüstung sind nicht Bestandteil der Ausstattung des Bundes.
Probenahmeprotokoll
Um eine Bewertung der Analysenergebnisse der Proben durchführen zu können,
ist es notwendig, bestimmte Informationen während des Einsatzes zu
dokumen-
tieren (Musterprotokoll Anhang 8.6).
Die Dokumentation beginnt zunächst im Kopfteil mit dem Einsatzort, das wäre der
Ort, an dem eine potenzielle Schädigung ihren Ursprung hat, z.B. ein Kesselwagen
mit einer Leckage. Anschließend folgen Datum und Uhrzeit der Probenahme. Zur
Zuordnung dient die Probennummer, die ggf. auch mit einem Klebeetikett auf dem
Protokoll vermerkt werden kann. Das Feld „Entnahmestelle“ dient der möglichst
genauen Beschreibung des Probenahmeortes. Im Freien wären das Straße und
Hausnummer oder Koordinaten und z.B. eine Probenahmehöhe über Grund.
Bei der
Probeanweisung ist das Verfahren zu dokumentieren, nach dem die Probe
genommen wurde. Das Kürzel (z.B. C01) steht oben rechts auf der Anleitungskarte.

Anforderungen an die Probenahme • 33
Im nachfolgenden Feld werden dann in Abhängigkeit von der Probenart weitere
Parameter dokumentiert, wie die Art der verwendeten Röhrchen zur
Luftprobe-
nahme. Wichtig ist dabei bei den Tenax®-Röhrchen die aufgeprägte Nummer zur
eindeutigen Identifizierung!
Die Beschreibung der Probe erfasst Informationen, die mit den Sinnen
wahrge-
nommen werden können, hierzu gehört eine Beschreibung der Farbe, der
Kon-
sistenz, des Geruches, einer Trübung oder ein Mehrphasengemisch bei flüssigen
Proben.
Bei Messungen vor Ort werden Informationen dokumentiert, die mit der
Ausstattung des CBRN ErkW gewonnen werden können. Das sind zum einen
radiologische Messungen mit dem Dosisleistungsmessgerät und dem
Kontamina-
tionsnachweisgerät, aber auch pH-Wert und Messwerte/Aussagen vom
Photoioni-
sationsdetektor (PID) und dem Ionen-Mobilitäts-Spektrometer (IMS). Je nach Art
der Probe werden Wasser- und Bodentemperatur bestimmt. Im Freifeld „Sonstiges“
können Messungen mit anderen Mitteln wie
Öl-Testpapier,
Wassernachweispaste,
Prüfröhrchen oder sonstigen Messgeräten dokumentiert werden.
Die Lageskizze ist für die Fälle gedacht, in denen aufgrund der
Probenahmesitua-
tion mit einer Skizze eine eindeutige Zuordnung der Entnahmestelle möglich ist.
Zur Erleichterung der Auswertung kann entweder ein Maßstab angegeben werden
oder es wird der Abstand der Kästchen mit einem Maß versehen.
Die Dokumentation des Wetters ist für eine Probenahme im Freien vorgesehen.
Je nach Art der Probe sind hier die jeweiligen Parameter zu erfassen und zu
dokumentieren. Es handelt sich dabei um eine vereinfachte Form der Wetterhilfs-
meldung (Details s. KatsDV (Katastrophen-Dienst-Vorschrift) 507). Die einzelnen
Parameter sollten analog der KatsDV ausgefüllt werden. Die Bedeckung wird in
Achtelschritten angegeben. Ein völlig wolkenloser Himmel hat 0/8, ein völlig
bedeckter Himmel 8/8. Die Lufttemperatur ist im Schatten, mit einem trockenen
Thermometer, zu messen. Die Angabe der Luftfeuchtigkeit/Humidität erfolgt in %
(Einheit rel.H.). Die Windstärke wird in m/s, km/h oder, falls kein Anemometer zur
Verfügung steht, durch Beobachtung in der Skala nach Beaufort (Bft) angegeben.
Die Angabe der Windrichtung erfolgt entweder in Grad (°) oder über die
Himmels-
richtung, z.B. Nord-West (NW). Wichtig: Es wird die Richtung angegeben, aus der
der Wind kommt! Bei möglichem Niederschlag während der Probenahme wird
nur zwischen ja und nein unterschieden.
Unter der Rubrik Dekontamination wird dokumentiert, ob eine Dekontamination
stattgefunden hat, welches Dekontaminationsmittel in welcher Konzentration

34 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
wie lange eingesetzt worden ist und ob eine Tauch- oder eine Scheuer-/Wisch-
dekontamination durchgeführt worden ist.
Das Feld Bemerkungen dient als Freitextfeld, um eventuell weitere wesentliche
Beobachtungen zu dokumentieren wie z.B. unnatürliche Verfärbungen der
Vege-
tation, ein gehäuftes Auftreten von toten Tieren, insbesondere der gleichen Klasse
(z.B. Vögel oder Fische).
Den Abschluss bildet die Unterschriftenzeile von
Protokollführer und Probeneh-
mer, wobei der Name, um eine Lesbarkeit sicherzustellen, auch in
Druckbuchsta-
ben geschrieben werden soll. In der Fußzeile befindet sich die Anschrift, Telefon-
und Faxnummern sowie eine zentrale E-Mail-Anschrift der Feuerwehr, die die
Proben genommen hat, um Rückfragen zu ermöglichen.
Probenübersicht
An Einsatzstellen, bei denen eine große Anzahl an Proben genommen wird, ist
es hilfreich, eine Übersichtsliste in Kombination mit einer Übersichtsskizze zu
erstellen, mit der ein Überblick über die Art der genommenen Proben und die
Stellen, an denen die Proben genommen wurden, möglich ist (Anhang 8.7). Dazu
enthält dieser Vordruck eine Tabelle zur eindeutigen Identifikation der Proben und
eine Möglichkeit für die Anfertigung einer Übersichtsskizze, aus der die
Probenah-
mestellen hervorgehen. Die Tabelle enthält neben der eigentlichen
Probennummer
zur eindeutigen Zuordnung und als Ergänzung das Kürzel der Probenart (z.B. B02).
Sinnvollerweise wird ein solcher Vordruck mit mehreren Fotos ergänzt, die aus
verschiedenen Perspektiven eine Übersicht über die Probenahmestellen geben.
Probenlaufkarte
Sie dient dazu, den Weg einer Probe von der Probenahme bis zur Auswertung
sicher und nachweislich zu dokumentieren (Muster Anhang 8.8). Dies kann z.B. bei
Umweltstraftaten der Fall sein, die juristische Konsequenzen nach sich ziehen. Im
Kopf des Vordruckes wird die Probe über die Probennummer und das
Probenah-
medatum identifiziert. Anschließend wird jede Übergabe an eine andere Person
mit Namen, Datum und Uhrzeit sowohl des Übergebenden als auch des
Überneh-
menden in den jeweiligen Feldern dokumentiert, bis die Probe im Labor abgeliefert
worden ist.

 
2.7
Probensammelstelle
Die Probensammelstelle ist der Probendekontamination nachgeschaltet. Dort
werden alle während eines Einsatzes genommenen Proben gesammelt, bearbeitet
und für den Probentransport bzw. für die fachgerechte Entsorgung vorbereitet.
Dies sind im Einzelnen:
Auflistung der eingegangenen Proben
Nachweis der erfolgten Dekontamination im C-Bereich, der Desinfektion im
B-Bereich bzw. der
Kontaminationsfreiheit im RN-Bereich
Überprüfung der vollständigen Dokumentation und Abgleich der Eintragungen
im Einsatztagebuch
Ordnungsgemäße probenspezifische Verpackung, Lagerung und
Transport
Auflistung des Probenausgangs
Ordnungsgemäßes Verteilen auf die Fachlabore unter Einhaltung
entsprechen-
der Verordnungen (Kennzeichnungen)
All diese Vorgänge sind eindeutig nachvollziehbar zu dokumentieren.

 
2.8
Probenverpackung und Transport
In Deutschland unterliegt der Transport von gefährlichen Gütern dem
Europäi-
schen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter
auf der Straße (ADR). Grundvoraussetzung für eine einwandfreie und problemlose
Anwendung des ADR ist das Wissen um die zu transportierende Substanz und
daraus resultierend eindeutige Zuordnung der zur Verfügung stehenden UN-
Nummern. Dieses ist in den meisten CBRN-Einsätzen, in denen Proben für eine
genaue Bestimmung der gefährlichen Substanz genommen werden müssen, nicht
möglich. Zudem besteht in den meisten Fällen eine zeitliche Dringlichkeit, die eine
schnelle, pragmatische und sichere Vorgehensweise notwendig werden lässt.
Da es sich bei diesen Proben um gefährliche Güter handelt, gelten für den
Trans-
port auf der Straße die Vorschriften des ADR und der StrlSchV. Sofern keinerlei
Möglichkeit bestand, sich im Vorfeld auf einen Probentransport vorzubereiten,
und der
Transport der Proben der „Notfallbeförderung zur Rettung menschlichen
Lebens oder zum Schutz der Umwelt“ dient (ADR Teil l: 1.1.3.1 e und d,
Freistel-
lung in Zusammenhang mit der Art der Beförderungsdurchführung), kann von
den Vorschriften abgewichen werden, sofern alle Maßnahmen zur völlig sicheren
Durchführung der Beförderung getroffen wurden und damit eine Gefährdung
des Transporteurs und des Laborpersonals ausgeschlossen wird (Biologische
Gefahren I).
Die Durchführungsrichtlinien-Gefahrgut (RSEB 2013) führen u.a. folgendes aus:
Zu Unterabschnitt 1.1.3.1 Buchstabe d:1-7.1 Einsatzkräfte sind nur die für
Notfall-
maßnahmen nach dem deutschen Recht zuständigen Stellen.
1-7.2 Buchstabe d kommt zur Anwendung, wenn Maßnahmen bei einem Notfall
(Gefahr im Verzug) Beförderungen außerhalb des Regelwerks durch staatliche
Einsatzkräfte oder die von ihnen überwachten beauftragten Unternehmen
erfor-
dern. Hierunter fallen auch die Beförderungen von Sprengstoffen, Munition und
Bombenfunden sowie anderer Gefahrgüter (insbesondere ABC-Stoffe), die im
Rahmen einer Notfallmaßnahme an einen sicheren Ort verbracht werden müssen.
Die Festlegung der Art und Weise der Überwachung der Notfallbeförderung liegt
in der Verantwortung der zuständigen Einsatzleitung. Die Einsatzleitung legt unter
Berücksichtigung der tatsächlichen Gegebenheiten auch den sicheren Ort und

Anforderungen an die Probenahme • 37
damit das Ende der Notfallbeförderung fest. Wegen der zwingend erforderlichen
Mitwirkung der zuständigen Stellen wird im Gegensatz zu Unterabschnitt 1.1.3.1
Buchstabe e (ADR) nicht ausdrücklich die völlig sichere Beförderung verlangt.
D. h., die zuständige Stelle kann ein Restrisiko ggf. durch zusätzliche Maßnahmen
kompensieren, z.B. Evakuieren, Sperrung von Verkehrswegen
(Gefahrgut-Aus-
nahmeregelung für den Einsatz – gemäß 1.1.3.1 GGVSEB/ADR – „Freistellungen
in Zusammenhang mit der Art der Beförderungsdurchführung“ RV 003/2013
Anlage 3).
Ggf. müssen in Deutschland länderspezifische Regelungen berücksichtigt werden.
Die zuständigen Stellen für geltende Ausnahmeregelungen können ebenfalls der
RSEB entnommen werden.
Die Verpackung der Proben für den Transport ins zuständige Labor ist nach
Mög-
lichkeit einheitlich zu gestalten. Der Transport ist im Notfall durch Personal der
unter RSVB d:1-7.1 genannten Stellen durchzuführen. Dabei ist darauf zu achten,
dass alle Maßnahmen getroffen werden, die einen sicheren Transport der Proben
an einen sicheren Ort gewährleisten. Dieser Ort wird durch die Einsatzleitung
festgelegt und sollte ein kompetentes, für die Untersuchung der Proben geeignetes
Labor sein.
Zum besseren Verständnis wird in der folgenden Tabelle aufgelistet, was in den
ver-
schiedenen Anleitungen der Primär- oder Sekundärverpackung analog zum ADR
zu verstehen ist. Aus rein einsatztaktischen Gründen wird ebenfalls eine Dekonta-
minationsverpackung definiert. Das ist die äußere Verpackung der Probe, die beim
Verlassen des Gefahrenbereichs dekontaminiert wird (Tabelle 3).

 
2.9
Auswahl des Materialablage- bzw. Vorbereitungsplatzes
Materialablage- und Vorbereitungsplatz sollten, wenn möglich, identisch sein
und sich an der Grenze kontaminierter/nicht kontaminierter Bereich befinden
(Anhang 8.1). Die Entfernung zum
Probenahmeort sollte unter Beachtung der
Laufwege und der Schutzstufe der Teammitglieder so weit wie nötig, aber auch so
nah wie möglich sein.
Grundsätzlich wird vor Ablage der Materialien die sich in der Außentasche der
Rucksäcke befindliche Kunststofffolie ausgebreitet und das Material darauf
abge-
legt. Dies dient zur Minderung der Kontamination der Probenahmematerialien.
Primär-
verpackung
Dekontaminations-
verpackung
Sekundärverpackung
C01
Glasflasche
versiegelbarer PE-Beutel
Transportbehältnis
C02
Glasflasche
versiegelbarer PE-Beutel
Transportbehältnis
C03
Glasflasche
versiegelbarer PE-Beutel
Transportbehältnis
C04
versiegelbarer
PE-Beutel
versiegelbarer PE-Beutel
Transportbehältnis
C05
Glasflasche
versiegelbarer PE-Beutel
Transportbehältnis
C06
Glasflasche
versiegelbarer PE-Beutel
Transportbehältnis
C07
Glasflasche
versiegelbarer PE-Beutel
Transportbehältnis
C08
Glasflasche
versiegelbarer PE-Beutel
Transportbehältnis
C09
versiegelbarer
PE-Beutel
versiegelbarer PE-Beutel
Transportbehältnis
C10
Glasbehälter
versiegelbarer PE-Beutel
versiegelbarer PE-Beutel
B01
PE-Flasche
versiegelbarer PE-Beutel
BAM-geprüfter PE-Behälter
B02
PE-Flasche
versiegelbarer PE-Beutel
BAM-geprüfter PE-Behälter

Anforderungen an die Probenahme • 39
Primär-
verpackung
Dekontaminations-
verpackung
Sekundärverpackung
B03
Glasflasche
versiegelbarer PE-Beutel
BAM-geprüfter PE-Behälter
B04
versiegelbarer
PE-Beutel
versiegelbarer PE-Beutel
BAM-geprüfter PE-Behälter
B05
Umverpackung
Kulturette
versiegelbarer PE-Beutel
BAM-geprüfter PE-Behälter
B06
Steriler
PE-Beutel
versiegelbarer PE-Beutel
BAM-geprüfter PE-Behälter
B07
PE-Flasche
versiegelbarer PE-Beutel
BAM-geprüfter PE-Behälter
B08
PE-Flasche
versiegelbarer PE-Beutel
BAM-geprüfter PE-Behälter
B09
Steriler
PE-Beutel
versiegelbarer PE-Beutel
BAM-geprüfter PE-Behälter
RN01
versiegelbarer
PE-Beutel
versiegelbarer PE-Beutel
versiegelbarer PE-Beutel
RN02
Pergament-
tasche
versiegelbarer PE-Beutel
versiegelbarer PE-Beutel
RN
PE-Flasche
versiegelbarer PE-Beutel
versiegelbarer PE-Beutel
Tabelle 3:
Zuordnung der verwendeten Verpackungen in den Kurzanleitungen in die
Kategorien Primärverpackung, Dekonverpackung, Sekundärverpackung

 
Materialien
3

image
42 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Materialien der CBRN-Probenausstattung des Bundes
Die CBRN-Probenahmeausstattung des Bundes, die im Frühjahr 2013 die
Spüraus-
stattung des Bundes auf den CBRN ErkW ersetzt hat, besteht aus vier Packstücken
(Abb. 6). Dies sind ein Rucksack orange, ein Rucksack blau, eine Vorratskiste und
ein Flaschenträger für sechs Halbliterflaschen. In den Packstücken sind alle
Materi-
alien enthalten, die zur Umsetzung der im Folgenden beschriebenen Probenahme-
anleitungen benötigt werden.
Der orange Rucksack beinhaltet Materialien für die Durchführung der Anleitungen
C01 bis C10 (ab S. 72) und RN01 bis RN03 (ab S. 138). Der blaue Rucksack enthält
alle Materialien für die Durchführung der Anleitungen B01 bis B09 (ab S. 110). In
der Vorratskiste ist Ersatzmaterial für die CBRN-Probenahme gelagert, mit dem die
Rucksäcke entsprechend aufgefüllt werden können, sowie zwei Transportgefäße
für den Versand von biologischem Material. Die Bundesausstattung enthält keine
Materialien zur Foto- und Videodokumentation.
Abb. 6:
Packstücke der CBRN-Probenahmeausstattung Bund

Materialien • 43
Die Rucksäcke in Orange und Blau sind baugleich und aus Einmalmaterial gefertigt
(Abb. 7 und 8).
Es handelt sich um ein robustes, einfaches Tragesystem mit modular
verwend-
baren Innentaschen. Die Innentaschen können durch ein Klettsystem je nach
Einsatzauftrag herausgenommen oder z.B. in den zweiten Rucksack positioniert
werden. So können gezielt die Materialien, die evtl. mit in den Gefahrenbereich
genommen werden sollen, in einem Rucksack zusammengeführt werden. In
einer Lage, in der der Einsatzauftrag zur Probenahme in seinem Umfang nicht
abgeschätzt werden kann, empfiehlt sich die Mitnahme beider Rucksäcke. Je nach
Einsatz können, wie anhand der Ablaufschemata für CBRN-Lagen verdeutlicht
wird, unterschiedliche Strategien verfolgt werden.
Bei einer Kontamination ist bei diesen Materialien ein sicherer Nachweis auf
Kontaminationsfreiheit aller Oberflächen nicht durchzuführen, was unweigerlich
zu einer fachgerechten Entsorgung führt.
Eine Kontrolle der benötigten Ausstattungsgegenstände (Tabelle 4) durch das
Probenahmeteam vor Einsatz ist notwendig und unbedingt zu empfehlen, da
inbesondere einige Gegenstände ein begrenztes Haltbarkeitsdatum besitzen, wie
die Gassammelröhrchen, die Kurzzeitmessröhrchen, die
Abstrichbestecke, oder ein
mikrobiologischer Befall wie beim dest. Wasser nicht auszuschließen ist.
Über diese zeitlich wiederkehrenden Kontrollen ist eigenverantwortlich eine
Dokumentation im Sinne einer Qualitätssicherung zu führen.

image
image
44 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Abb. 7 und 8:
Die Rucksäcke beinhalten Materialien, die sich in nummerierten
Innentaschen und auf festen Positionen im Rucksack im großen Innen-
raum und in der Außentasche befinden. Die genauen Materialien und
ihre Menge können der Materialienliste entnommen werden.

Materialien • 45
Position
Packstück
Menge
1
Rucksack C/RN, orange
1
1.0.1
PE-Plane
1
1.0.2
Probenahmeanleitung, Satz
1
1.0.3
Klemmbrett, DIN A4
1
1.0.4
Messbecher
2
1.0.5
Probenahmebeutel, 225 x 390 mm
20
1.0.6
Küchenrolle
1
1.0.7
Müllbeutel
5
1.0.8
Pulvertrichter
2
1.0.9
Wasserprobenahmegerät
1
1.0.10
Senkseil
1
1.0.11
PE-Flasche, 500ml dest. Wasser
1
1.0.12
PE-Flasche, 500ml Ethanol 70%
1
1.0.13
Aufsatz Spritzflasche
2
1.0.14
Glasflasche, 250 ml
2
1.0.15
Alufolie, Rolle
1
1.1
Innentasche, rot, „CBRN-Dokumentation“
1
1.1.1
Klebeetikett
20
1.1.2
Lab Marker
1
1.2
Innentasche, rot, „CBRN allg.“
1
1.2.1
Einweg-Mundspatel, Plastik
5
1.2.2
Löffelspatel, 250 mm
1
1.2.3
Löffelspatel, 180 mm
1

46 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Position
Packstück
Menge
1.2.4
Löffelspatel, 150 mm
1
1.2.5
Kombischere
1
1.2.6
Messer
1
1.2.7
Pinzette, 310 mm
1
1.2.8
Pinzette mit Haken
1
1.2.9
Gewebeband-Rolle
1
1.2.10
Schaufel
1
1.2.11
Maßband
1
1.2.12
Kabelbinder, 300 mm
10
1.2.13
Schöpfkelle
1
1.2.14
PVC-Schlauch
1
1.2.15
Thermometer, Glas
1
1.2.16
Tiegelzange
1
1.3
Innentasche, grün, „RN02“
1
1.3.1
Rundfilter, Packung
1
1.3.2
Pergamenttasche
20
1.4
Innentasche, gelb, „C09“
1
1.4.1
Silicagel-Sammelröhrchen, Packung
2
1.4.2
Tenax®-Sammelröhrchen 10, Packung
1
1.4.3
Phosgen-Kurzzeitmessröhrchen, Packung
2
1.4.4
Kohlenmonoxid-Kurzzeitmessröhrchen
2
1.4.5
Handpumpe
1
1.4.6
Prüfröhrchenaufnehmer
1

Materialien • 47
Position
Packstück
Menge
1.5
Innentasche, gelb, „C08“
1
1.5.1
Pipette, Einweg, 3ml
5
1.5.2
Saugspritze, 50–60ml
2
1.6
Innentasche, gelb, „pH-Marker“
1
1.6.1
Spürbüchse mit Spürpulver gemäß SDB, 300g
1
1.6.2
Spürpapier, Block
1
1.6.3
pH-Papier 1–14
1
1.7
Innentasche, gelb, „Flaschen 100ml“
1
1.7.1
Glasflasche, 100 ml
3
2
Rucksack B, blau
1
2.0.1
PE-Plane
1
2.0.2
Probenahmeanleitung, Satz
1
2.0.3
Klemmbrett, DIN A4
1
2.0.4
Messbecher
2
2.0.5
Probenahmebeutel, 225 x 390 mm
20
2.0.6
Küchenrolle
1
2.0.7
Müllbeutel
5
2.0.8
Pulvertrichter
2
2.0.9
Sprühflasche, 1l
1
2.0.10
PE-Flasche, 500 ml
2
2.0.11
PE-Flasche, 250 ml
2

48 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Position
Packstück
Menge
2.0.12
Entsorgungsbeutel
8
2.0.13
Pinzette, Holz
1
2.1
Innentasche, rot, „CBRN-Dokumentation“
1
2.1.1
Klebeetikett
20
2.1.2
Lab Marker
1
2.2
Innentasche, rot, „CBRN allg.“
1
2.2.1
Einweg-Mundspatel, Plastik
5
2.2.2
Löffelspatel, 250 mm
1
2.2.3
Löffelspatel, 180 mm
1
2.2.4
Löffelspatel, 150 mm
1
2.2.5
Kombischere
1
2.2.6
Messer
1
2.2.7
Pinzette, 310 mm
1
2.2.8
Pinzette mit Haken
1
2.2.9
Gewebeband-Rolle
1
2.2.10
Schaufel
1
2.2.11
Maßband
1
2.2.12
Kabelbinder, 300 mm
10
2.2.13
Schöpfkelle
1
2.2.14
PVC-Schlauch
1
2.2.15
Thermometer, Glas
1
2.2.16
Tiegelzange
1

Materialien • 49
Position
Packstück
Menge
2.3
Innentasche, blau, „B05“
1
2.3.1
Schutzgefäß für Tupfer
24
2.4
Innentasche, blau, „B06/B09“
1
2.4.1
SteriBag, 720ml
20
2.5
Innentasche, blau, „B06/B09“
1
2.5.1
Kompresse
10
2.5.2
Natriumchloridlösung
10
2.6
Innentasche, blau, „B05“
1
2.6.1
Sterile Tupfer
4
2.6.2
Abstrichbesteck Bakterien
4
2.6.3
Abstrichbesteck Viren
4
2.6.4
Natriumchloridlösung
4
2.7
Innentasche, blau, „B08“
1
2.7.1
Pipette, Einweg, 3ml
5
2.7.2
Saugspritze, 50–60ml
2
2.7.3
pH-Papier 1–14
1
3
Ersatzmaterial Kiste
1
3.0.1
Probenahmebeutel, 225 x 390 ml
60
3.0.2
Verpackung nach P620, 2l
2

50 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Position
Packstück
Menge
3.0.3
Glasflasche, 250 ml
2
3.0.4
Müllbeutel-Rolle
1
3.0.5
Nitrilhandschuhe, Paket
1
3.0.6
PE-Flasche, 250 ml
4
3.0.7
Klebeetikett
60
3.0.8
Abstrichbesteck Bakterien
8
3.0.9
Abstrichbesteck Viren
8
3.0.10
Natriumchloridlösung
8
3.0.11
Sterile Tupfer
8
3.0.12
SteriBag, 720ml
10
3.0.13
Packliste
1
3.0.14
Teilliste zur Wälzung der Artikel mit Verfallsdatum
1
3.0.15
Ausbildungs-CD
4
Flaschenträger
1
4.0.1
Glasflasche, 500 ml
6
Tabelle 4:
Materialliste des CBRN-Probenahmesatzes Bund, der sich auf den bundeseigenen CBRN-
Erkundungskraftwagen seit Anfang 2013 befindet. Die Materialienliste spiegelt den Stand bis 2016 wider.

 
C-Probenahme
4

 
4.1
Empfehlungen für den C-Einsatz
Wird eine Kontamination mit chemischen Stoffen vermutet und erweist es sich als
notwendig, die Stoffidentität zu ermitteln, so müssen Proben genommen werden.
Kein derzeit bekanntes Messgerät allein ist in der Lage, mit völliger Sicherheit die
Identität eines unbekannten chemischen Stoffes vor Ort zu ermitteln. Dies kann
nur durch den Einsatz unterschiedlicher und unabhängiger Mess- und
Nachweis-
verfahren vor Ort oder in einem Labor geschehen.
Besteht die Notwendigkeit einer quantitativen Analyse, kann dies nur in einem
Labor stattfinden. Über die Notwendigkeit einer Probenahme bzw. einer
quantita-
tiven Analyse entscheidet der
Einsatzleiter in Abstimmung mit dem Fachberater
bzw. den zuständigen Fachbehörden.

 
4.2
Schutz der Einsatzkräfte
Bei unklaren Lagen mit unbekannten Stoffen müssen umluftunabhängige
Atem-
schutzgeräte in Verbindung mit einem gasdichten Chemikalienschutzanzug
(Körperschutz
Form 3) verwendet werden. Liegen Erkenntnisse über Art, Menge
und Eigenschaften der Gefahrstoffe vor, kann der Schutz nach Bedarf angepasst
werden, um den Einsatzkräften die Arbeit zu erleichtern (Tabelle 5).
Für den Schutz gegen chemische Stoffe eignet sich auch die vom Bund
aus-
gelieferte persönliche CBRN-Schutzausrüstung. Sie besteht aus folgenden
Komponenten:
Overgarment zum Schutz gegen chemische Kampfstoffe in Dampf- und
Aerosolform
Flüssigkeitsdichte
Schutzkleidung zum Schutz gegen die Spritzer von flüssigen
Industriechemikalien
Butylhandschuhe
Schutzschuhe gegen Chemikalien (Stiefel)
Schutzmaske mit zwei ABEK2-Hg-P3-Filtern
Unterziehhandschuhe zur besseren Griffigkeit beim Tragen der
Schutzhandschuhe
Funktionssocken zum besseren Halt in den Schutzschuhen
Tragetasche für Maske und Filter
Die flüssigkeitsdichte Schutzkleidung eignet sich aufgrund ihres geringen
Gewich-
tes und ihrer breitbandigen Rückhalteleistung gut für die Probenahme. Beim
Overgarment ist unbedingt zu beachten, dass dieses nur beim Vorhandensein
von chemischen Kampfstoffen in Dampf- bzw. Aerosolform angewendet werden
darf. Die Filter sind vom Typ ABEK2-Hg-P3 und haben ebenfalls eine breitbandige
Rückhalteleistung.

54 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Die Schutzhandschuhe sind aus Butylkautschuk und gleichen damit denen, die
auch für impermeable Chemikalienschutzanzüge verwendet werden. Gleiches gilt
für die Schutzstiefel, die aus einem Gemisch auf Basis von Butylkautschuk
herge-
stellt wurden.
Typ
Definition
Norm
1
Schutzkleidung gegen gefährliche feste, flüssige und
gasför-
mige Chemikalien, einschließlich Flüssigkeitsaerosole und
feste Partikel – Teil 1: Leistungsanforderungen für Typ 1
(gasdichte) Chemikalienschutzkleidung. Teil 2: Leistungs-
anforderungen für gasdichte (Typ 1) Chemikalienschutz-
anzüge für Notfallteams (ET)
EN 943-2
EN 943-1
3
Ganzkörperschutzkleidung mit flüssigkeitsdichten
Verbin-
dungen zwischen den verschiedenen Teilen der Bekleidung,
wenn anwendbar, flüssigkeitsdichte Verbindungen zwischen
den Komponenten (Handschuhe, Visiere etc.)
Schutzklei-
dung gegen flüssige Chemikalien – Leistungsanforderungen
an Chemikalienschutzanzüge mit flüssigkeits- (Typ 3) oder
spraydichten (Typ 4) Verbindungen zwischen den Teilen der
Kleidung, einschließlich der Kleidungsstücke, die nur einen
Schutz für Teile des Körpers gewähren (Typen PB 3 und PB 4)
EN 14605
4
Ganzkörperschutzkleidung mit sprühdichten Verbindungen
zwischen den verschiedenen Teilen der Bekleidung, wenn
anwendbar, sprühdichte Verbindungen zwischen den
Kom-
ponenten (Handschuhe, Visiere etc.) Schutzkleidung gegen
flüssige Chemikalien – Leistungsanforderungen an
Chemika-
lienschutzanzüge mit flüssigkeits- (Typ 3) oder spraydichten
(Typ 4) Verbindungen zwischen den Teilen der Kleidung,
einschließlich der Kleidungsstücke, die nur einen Schutz für
Teile des Körpers gewähren (Typen PB 3 und PB 4)
EN 14605
5
Ganzkörperschutzkleidung, die Rumpf, Körper und Beine
bedeckt und eine Barriere gegen feste, sich in der Luft
befindende Schwebteilchen hat. Schutzkleidung gegen feste
Partikeln – Teil 1: Leistungsanforderungen an
Chemikalien-
schutzkleidung, die für den gesamten Körper einen Schutz
gegen luftgetragene feste Partikeln gewährt (Kleidung Typ 5)
EN ISO
13982-1

C-Probenahme • 55
Typ
Definition
Norm
6
Ganzkörperschutzkleidung, die mindestens Körper und
Glied-
maßen bedeckt und gegen geringes Sprühen, flüssige Aerosole
und kleine Spritzer bei geringem Druck schützt, wobei keine
Permeationsbarriere erforderlich ist.
Schutzkleidung gegen
flüssige Chemikalien – Leistungsanforderungen an
Chemika-
lienschutzkleidung mit eingeschränkter Schutzleistung gegen
flüssige Chemikalien (Ausrüstung Typ 6 und Typ PB 6)
EN13034
Tabelle 5:
Einteilung von Chemikalienschutzanzügen nach EN

 
4.3
Dekontamination
Die unterschiedlichen Eigenschaften der Vielzahl an Chemikalien machen die
Angabe eines universell einsetzbaren Dekontaminationsmittels unmöglich. Für die
Aussage, ob bei bestimmten Kontaminationen eine erfolgreiche Dekontamination
eines CSA möglich ist, ist ein Fachberater zu Rate zu ziehen. Zum Entfernen einer
äußerlichen Kontamination von der Primärverpackung empfiehlt sich in vielen
Fällen gründliches Abwaschen mit Wasser ggf. handwarm, dem ein
Reinigungs-
mittel (Tensid) zugesetzt ist. Rund um die Uhr können im Notfall Experten der ATF
über das GMLZ (Gemeinschaftliches Lage- und Meldezentrum der Länder) oder bei
TUIS (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem der chemischen
Industrie) telefonisch erreicht werden. Je nach Ansprechpartner können Auskünfte
über die Handhabung von gefährlichen Stoffen, Gütern und deren Eigenschaften
oder die Entsorgung gegeben werden (Anhang 8.9.1).

 
4.4
Durchführung der C-Probenahme
Die C-Probenahme kann direkt aus der Luft, von beaufschlagten Oberflächen oder
ausgetretenen Stoffen erfolgen. Beim Durchzug und Absetzen einer
Gefahrstoff-
wolke werden Böden, Gewässer, Oberflächen von Gegenständen und Vegetation
etc. kontaminiert.
Die Wahl des Probenahmeortes und der Proben erfolgt nach folgenden Kriterien:
Geeignete Flächen liegen im berechneten Ausbreitungsbereich einer Wolke und
sind vor Sonne geschützt.
Der Probenahmeort ist repräsentativ für die Gesamtkontamination zu wählen,
ggf. mehrere Probenahmeorte auswählen.
Die einzelnen Probenahmepunkte an den Probenahmeorten müssen eindeutig
und unverwechselbar gekennzeichnet sein.
Die Probenahme von Substanzen soll möglichst ohne Beimischung von
natür-
lich am Probenahmeort vorkommenden Materialien erfolgen.
Je nach Art der Chemikalie sowie Ort und Fläche der Ausbringung sollten
gezielte Vorgaben durch die zuständige Fachbehörde zu Art, Ort und Umfang
der
Probenahme gemacht werden. Mengenempfehlungen sind der Tabelle 6 zu
entnehmen.

 
58 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Empfehlung für die Mindestmengen an benötigtem Probenmaterial
Beprobungsart
Menge/Volumen/Fläche/Hubanzahl
Feststoffproben
Pulver und Granulate
C01
10–20ml (ca. 5 gehäufte Löffel)
Pasten
C02
2x Spatellänge – Vorder- und Rückseite)
Boden-, Schneeproben
C03
Standard = 10cmx10cm
(auf Anweisung größere Fläche)
Bewuchsproben
(Vegetation)
C04
2l Schnittgut
(leicht prall gefüllter Probenbeutel)
Wischprobe
C05
Standard = 20cmx20cm
(auf Anweisung größere Fläche)
Wasserproben
C06
500ml (auf Anweisung mehrere Flaschen)
Wasserproben
(tiefenbestimmt)
C07
500ml (auf Anweisung mehrere Flaschen)
Flüssigkeitsproben,
Beläge oder Lachen
C08
mit 1–5ml gefüllte Pipetten, bei größeren
Pfützen mit Saugspritze auch mehr
Luftproben
C09
und
C10
Probenahme 1
Probenahme 2
1 Hub
10 Hub
Tabelle 6:
Empfohlene Mindestmenge für die chemische Probenahme
In den folgenden Beschreibungen von C01 bis C10 sind Vorbereitung,
Nachberei-
tung, Dokumentation bzw. Dekontamination nicht erwähnt. Diese sind aus den
Arbeitskarten zu entnehmen.
4.4.1
Feststoffproben C01
Pulver, Granulate
Beim Auffinden von Pulver bzw. Granulaten ist die Feststoffprobenahme C01
anzuwenden. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen sichtbaren Mengen (kleine
Anhäufungen) oder dünn über eine größere Fläche verteiltem Feststoff. Ein
größe-
rer Anteil von Fremdbeimischungen ist zu vermeiden.

image
 
C-Probenahme • 59
Ist ein Pulver über eine große Fläche dünn verteilt, kann es mit einem laminierten
Blatt (z.B. einlaminierte Arbeitsanweisung) oder Ähnlichem zusammengeschoben
werden, damit es mit dem Spatel leichter aufgenommen werden kann.
Aus dem vorliegenden Pulver oder Granulat ist eine Teilmenge von ca. 10–20 ml –
ca. 5 gehäufte Löffel – in eine 100-ml-Glasflasche zu füllen.
Größere Probenstücke mit anhaftendem Pulver sind in eine 500-ml-GlasfIasche zu
verpacken.
Mit den Löffelspateln können pulverförmige und allgemein lockere Proben
genommen werden. Die Tiegelzange dient zum Aufheben von größeren, die
Pin-
zette für entsprechend kleinere Objekte (Abb. 9).
Als
Probenrandparameter sind sowohl die Flächen-/Boden- als auch die
Lufttem-
peratur mit dem Thermometer zu bestimmen. Des Weiteren ist der pH-Wert des
Stoffes mittels eines angefeuchteten pH-Papierstreifens zu ermitteln.
Alle Werte sind im
Probenbegleitschein zu protokollieren.
4.4.2
Pasten C02
Pastöse Materialien werden entsprechend der Arbeitskarte Pasten C02 beprobt.
Sollte die vorgefundene Probe noch genügend Fließfähigkeit – dünnflüssiger
Abb. 9:
Geeignete Probenah-
mematerialien für Feststoffe
(von unten nach oben) Schaufel,
Tiegelzange, Löffelspatel klein,
Löffelspatel groß, Pinzette

 
60 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Belag – aufweisen, so ist die Probenahme C08 Flüssigkeiten, Beläge oder Lachen
anzuwenden.
Mit einem Kunststoffspatel werden 5–10ml – ca. 2x der Spatellänge –
aufgenom-
men und in eine 100-ml-Glasflasche gefüllt. Bei sehr stark anhaftenden Pasten
kann der Spatel mit in die Glasflasche gegeben werden, was natürlich eine
Anpas-
sung der Flaschengröße auf 250ml oder 500ml voraussetzt. Der Spatel sollte als
Ganzes verpackt, nicht gebrochen oder geschnitten werden.
Als
Probenrandparameter sind sowohl die Flächen-/Boden- als auch die
Lufttem-
peratur mit dem Thermometer zu bestimmen. Des Weiteren ist der pH-Wert der
Paste mittels eines angefeuchteten pH-Papierstreifens zu ermitteln.
Alle Werte sind im
Probenbegleitschein zu protokollieren.
4.4.3
Boden- und Schneeproben C03
Bei der Probenahme von Boden- und Schneeproben wird entsprechend der
Arbeitskarte standardmäßig mit dem Maßband oder dem Winkelmaß der
Arbeits-
karte eine Fläche von 10x10cm markiert, das Material innerhalb der Markierung
2cm tief mit einem Löffelspatel oder der Schaufel ausgehoben und in eine mit
einem Pulvertrichter versehene 250-ml-Glasflasche gefüllt und verschlossen.
Als Probenrandparameter sind sowohl die Schnee-/Boden- als auch die
Lufttem-
peratur mit dem Thermometer zu bestimmen. Des Weiteren ist der pH-Wert vom
Boden oder Schnee mittels eines angefeuchteten pH-Papierstreifens zu ermitteln.
Alle Werte sind im
Probenbegleitschein zu protokollieren.
4.4.4
Bewuchsproben (Vegetation) C04
Bei der Bewuchsprobenahme sind möglichst Blätter vom Außenbereich des z.B.
Baumes/Strauches mit der Kombischere abzuschneiden und in einem
Probenbeu-
tel zu verpacken. Als Schnittgutmenge sind mind. 2l, das entspricht einem leicht
prall gefüllten Beutel, in den Probenbeutel zu füllen.
Um eine Kontaminationsverschleppung zu vermeiden, ist der Probenbeutel über
der Hand auf links zu drehen. Die durch den Beutel gefassten Blätter werden
abgeschnitten und durch Überstülpen des Beutels verpackt.

 
C-Probenahme • 61
Auf harte, insbesondere spitze Vegetationsbestandteile, wie z.B. Äste und Dornen,
ist zu achten, da hierbei die Gefahr der Perforation des Probenbeutels besteht. Evtl.
ist ein weiterer Probenbeutel über den ersten Beutel zu ziehen oder alternativ zum
Beutel eine Flasche zu verwenden.
Als Probenrandparameter ist die Lufttemperatur mit dem Thermometer zu
bestimmen. Des Weiteren ist der pH-Wert der Vegetationsoberfläche mittels eines
angefeuchteten pH-Papierstreifens zu ermitteln.
Alle Werte sind im
Probenbegleitschein zu protokollieren.
4.4.5
Wischproben C05
Eine
Wischprobe wird bei Oberflächenkontamination durchgeführt. Standard-
mäßig wird mit dem Maßband oder dem Winkelmaß der Arbeitskarte eine Fläche
von 20x20 cm markiert. Die ausgewählte Oberfläche sollte z.B. keine großen
Unebenheiten/Rauigkeiten aufweisen. Des Weiteren sollten bei der Beprobung
keine Farbschichten abgetragen werden.
Zuerst wird ein trockenes Abwischen versucht. Sollte das zu beprobende Material
weiterhin an der Oberfläche anhaften, wird ein Lösungsmittel verwendet. Dieses
kann destilliertes Wasser bzw. Ethanol sein. Je nach Situation ist dies im Vorfeld
mit dem
Fachberater abzustimmen. Ist der Stoff unbekannt, sollten je zwei Wisch-
proben, eine mit destilliertem Wasser und eine mit Ethanol, jedoch an
unterschied-
lichen Probenahmestellen vorgenommen werden.
Zur Durchführung einer Wischprobe wird mit einem Rundfilterpapier (Abb. 23)
über die kontaminierte Fläche mit nur leichtem Druck, wie in Abb. 10 dargestellt,
gewischt. Wenn ein Lösungsmittel verwendet wird, ist das Filterpapier vor dem
Wischen mit dem entsprechenden Lösungsmittel zu befeuchten. Nach der
Probe-
nahme wird das Papier mit der kontaminierten Seite nach innen gefaltet und in
eine 100-ml-Glasflasche gegeben. Eine
Blindprobe – Filterpapier; je nachdem, wie
die Probe genommen wurde, trocken oder getränkt mit dem Lösungsmittel – ist
separat in eine weitere 100-ml-Glasflasche zu geben.
Verändert sich bei der Probenahme die Oberfläche, so ist dies im Protokoll zu
vermerken.

image
 
62 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
20 cm
In speziellen Fällen kann eine größere Beprobungsfläche vorgegeben werden.
Als
Probenrandparameter sind die Lufttemperatur und die Oberflächentemperatur
mit dem Thermometer zu bestimmen. Des Weiteren ist der pH-Wert der
Oberflä-
che mittels eines angefeuchteten pH-Papierstreifens zu ermitteln.
Alle Werte sind im
Probenbegleitschein zu protokollieren.
4.4.6
Wasserproben C06
Bei der beschriebenen Vorgehensweise handelt es sich um eine Probenahme zur
chemischen Inhaltsstoffbestimmung.
Falls möglich, sind vor der Probenahme alle Materialien, die mit der Wasserprobe
in Kontakt kommen könnten, mit dem zu beprobenden Wasser zu spülen.
Unter dem Begriff der Wasserprobenahme gibt es zwei Vorgehensweisen:
Bei ausreichender Wassertiefe die 500-ml-Glasflasche geöffnet unter die
Was-
seroberfläche drücken, abwarten, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, und
unter Wasser die Flasche verschließen. Der Messbecher wird mit zusätzlich
100ml zu beprobendem Wasser befüllt.
Bei geringer Wassertiefe mittels des Schöpfbechers oder der Schöpfkelle Wasser
entnehmen, in die mit Pulvertrichter versehene 500-ml-Glasflasche füllen, die
Flasche überfüllen und möglichst blasenfrei verschließen. Ein Rest des Wassers,
ca. 100ml, verbleibt im Messbecher.
Etwaige Filme oder Beläge auf der Wasseroberfläche sind entsprechend der
Arbeitskarte C08 Flüssigkeiten, Beläge oder Lache zu beproben.
In speziellen Fällen kann es notwendig werden, auf Anweisung weitere Glas-
flaschen nach gleicher Vorgehensweise zu befüllen.
Abb. 10:
Durchführung einer Wisch-
probe, Fläche 20x

 
C-Probenahme • 63
Als
Probenrandparameter sind die Lufttemperatur und die Wassertemperatur mit
dem Thermometer zu bestimmen. Des Weiteren ist der pH-Wert des Wassers
mit-
tels eines angefeuchteten pH-Papierstreifens zu ermitteln. Die Wassertemperatur
und der pH-Wert werden im Restwasser im Messbecher bestimmt.
Alle Werte sind im
Probenbegleitschein zu protokollieren.
4.4.7
Wasserproben (tiefenbestimmt) C07
Alle die in der C06 im Vorfeld vor der Probenahme beschriebenen Tätigkeiten
gelten auch hier bzw. sind umzusetzen.
Die eigentliche Probenahme erfolgt mit dem Wasserprobenahmegerät.
Das Wasserprobenahmegerät (Abb. 11) ist mehrteilig und besteht aus einer 250-ml-
Polyethylenflasche, der Vorrichtung mit Klammer und Gewicht zur Befestigung
der Flasche, dem abschraubbaren Flaschenverschluss mit Löchern und zwei
auf einer Rolle aufgerollten Seilen. Dabei dient das weiße Seil zum Ablassen des
Gewichtes mit der Flasche. Das gelbe Seil öffnet durch Ziehen den
Flaschenver-
schluss und lässt damit auf der gewünschten Tiefe Flüssigkeit durch mehrere
Öffnungen in die Flasche einströmen.
Zur Probenahme lässt man die Flasche zur gewünschten Tiefe mittels des weißen
Seiles ab, hält das Probenahmegerät weiter am weißen Seil in einer Hand fest,
öff-
net mit der zweiten Hand den Flaschenverschluss durch Ziehen gegen den
Feder-
widerstand am gelben Seil und verschließt die Flasche durch Lösen des Zuges am
gelben Seil. Anschließend zieht man das Gerät am weißen Seil wieder nach oben.
Damit die Abschätzung der Tiefe leichter fällt, empfiehlt es sich, auf dem weißen
Seil entsprechende Markierungen anzubringen, z.B. alle 0,5m. Die Entnahmetiefe
ist zu vermerken. Die so gewonnene Probe wird anschließend in eine 500-ml-
Glasflasche umgefüllt. Der tiefenbezogene Beprobungsvorgang wird so oft
wieder-
holt bis die 500-ml-Glasflasche möglichst blasenfrei überfüllt und ein Rest von ca.
100ml im Messbecher vorgelegt ist.

image
 
64 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
In speziellen Fällen kann es notwendig werden, auf Anweisung weitere 500-ml-
Glasflaschen nach gleicher Vorgehensweise zu befüllen.
Als
Probenrandparameter sind die Lufttemperatur und die Wassertemperatur
mit dem Thermometer zu bestimmen. Des Weiteren ist der pH-Wert des Wassers
mittels eines angefeuchteten pH-Papierstreifens zu ermitteln. Die beschriebenen
Parameterbestimmungen werden unverzüglich im Restwasser des Messbechers
bestimmt.
Alle Werte sind im
Probenbegleitschein zu protokollieren.
4.4.8
Flüssigkeitsproben, Beläge oder Lachen C08
Geringe Mengen von Flüssigkeiten, wie z.B. eine Pfütze oder Lache, flüssige Beläge,
Flüssigkeitsfilme auf unterschiedlichen Flächen, fließfähige leicht viskose Pasten
usw. können entweder mit der Spritze bzw. der Pipette oder dem Schöpfbecher
aufgenommen und in eine 100-ml-Glasflasche gegeben werden. Sehr geringe
Probenmengen sollten mit der Pipette genommen, die Spitze der Pipette
abge-
knickt und mit einem Kabelbinder abgebunden werden. In diesem Zustand mit
der Pipettenblase nach unten in eine 100-ml-Glasflasche geben und verschrauben
(Abb. 12 und 13).
Abb. 11:
Wasserprobenah-
megerät für die Entnahme
von Wasser aus der Tiefe

image
image
 
C-Probenahme • 65
Als Probenrandparameter sind die Lufttemperatur und die Flüssigkeitstemperatur
mit dem Thermometer zu bestimmen. Des Weiteren ist der pH-Wert der
Flüssig-
keit mittels eines angefeuchteten pH-Papierstreifens zu ermitteln.
Alle Werte sind im
Probenbegleitschein zu protokollieren.
4.4.9
Luftproben C09/C10
Handpumpe (Gasspürpumpe)
Um eine bestimmte Menge Luft durch Röhrchen zu ziehen, werden Pumpen
benö-
tigt. In der Spürausstattung befindet sich eine manuell zu bedienende Handpumpe.
Bei deren Gebrauch sollte auf Folgendes geachtet werden:
Direkt vor der Probenahme muss die Pumpe auf Dichtheit geprüft werden.
Dazu wird ein ungeöffnetes Röhrchen in die Röhrchenöffnung der Pumpe
gesteckt, der Pumpenbalg bis zum Anschlag zusammengedrückt und anschlie-
ßend freigegeben. Nach Freigabe darf sich die Position des Balges eine Minute
lang nicht ändern. Tritt eine Ausdehnung ein, ist die Pumpe undicht und es
muss entsprechend der Gebrauchsanleitung verfahren werden.
Als Nächstes muss die Saugleistung beurteilt werden. Hierzu wird der
Pum-
penbalg zusammengedrückt, und nach Freigabe muss sich dieser schlagartig
öffnen.
Nach jeder abgeschlossenen Probenahme ist die Pumpe durch einige Leerhübe –
ohne Röhrchen – mit Luft zu spülen.
Abb. 12:
Einmalpipette, die Spitze
wird durch Umknicken verschlossen
Abb. 13:
Überführung der Pipette
mit Probe in eine Glasflasche

image
66 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
In der Probenahmeausstattung gibt es zwei Arten von
Sammelröhrchen mit
unter-
schiedlichem Trägermaterial (Abb. 14):
Silikagelröhrchen Typ G (C09):
Die Silikagelröhrchen eignen sich unter anderem für die Probenahme von
Metha-
nol, Ethanol, Phenol, Ameisen- und Essigsäure usw.
Tenax®-Röhrchen (C10):
Die Sammelröhrchen sind mit einem Polymer als Adsorptionsmaterial gefüllt.
Sie dienen zum Beproben einer Vielzahl organischer Substanzen. Der Einfluss der
Luftfeuchtigkeit bei
Tenax®-Röhrchen ist sehr gering.
Da es bei einer Lage mit Austritt von unbekannten gasförmigen Stoffen für einen
chemisch ungeübten Probennehmer fast unmöglich ist die richtige
Sammelröhr-
chenart auszuwählen, wird folgende Probenahmestrategie vorgeschlagen:
Pro Probenahme werden jeweils 2 Silikagelröhrchen
und
2
Tenax®-Röhrchen
entsprechend der Arbeitskarte vorbereitet.
Abb. 14:
CBRN-Ausstattung Bund mit Handpumpe (1) und Röhrchenöffner (2), Sammelröhrchen
Silikagel (3) sowie direktanzeigende Kurzzeitmessröhrchen für Kohlenmonoxid (4) und Phosgen (5)
1
2
3
4
5

C-Probenahme • 67
Bei der Beprobung sind folgende, in Tabelle 7 aufgelistete Hubzahlen pro
Sammel-
röhrchen durchzuführen:
Anleitung
Anzahl
Sammelröhrchen
Hubzahl
C09
1
Silikagel
1
C09
1
Silikagel
10
C10
1
Tenax®
1
C10
1
Tenax®
10
Tabelle 7:
Vorgabe für die bei einer Luftprobe zu verwendenden Sammelröhrchen inkl. Hubzahlen
Gegebenenfalls kann die Anzahl der Hübe auf Anweisung variieren. Durch
die unterschiedlichen Hubzahlen werden die Konzentrationsunterschiede
ausgeglichen.
Die Röhrchen sind entsprechend der Arbeitskarte unter der Angabe der durch-
geführten Hubanzahl zu kennzeichnen. Hierbei ist darauf zu achten, dass die
Röhrchen nicht direkt beschrieben oder direkt beklebt werden dürfen.
Um festzustellen, ob mögliche Verunreinigungen bei unbenutzten Röhrchen
bereits vorliegen, ist auf jeden Fall zu jeder Sammelröhrchenart ein als
Blindprobe
gekennzeichnetes
Sammelröhrchen zur Analytik mitzugeben. Blindröhrchen sind
die gleichen
Sammelröhrchen – möglichst aus der gleichen Packung, die unter
identischen Bedingungen wie die zur Probenahme verwendeten Röhrchen
gela-
gert und transportiert worden sind. Das bedeutet, dass pro Probeentnahmeart drei
Röhrchen benötigt werden.
Die Tenax®-Röhrchen der Bundesausstattung PAS T-Sorb sind jeweils zu dritt
vakuumverpackt (1 Paket = 1 Probenahme). Zusätzlich gibt es eine Packung mit
einem Einzelröhrchen als Ersatz.

image
68 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Die Probenahmehöhe sollte ca. 1,5m über Grund betragen. Von größeren
Gebäu-
den, Bäumen usw. ist in Windrichtung, wenn möglich, ein ausreichender Abstand
(ca. 5–10-fache Höhe) einzuhalten.
In geschlossenen Räumen sollten Proben 1,5m über dem Boden, direkt über dem
Boden und unter der Decke genommen werden.
Zum Schutz vor einer zusätzlichen äußeren Kontamination der Röhrchen sollen
frische Einmalhandschuhe über die normalen Schutzhandschuhe gezogen werden.
Als
Probenrandparameter ist eine vollständige Wetterhilfsmeldung vorzugeben.
Des Weiteren ist der pH-Wert der Luft mittels eines angefeuchteten
pH-Papier-
streifens zu ermitteln.
Alle Werte sind im
Probenbegleitschein zu protokollieren.
Direktanzeigende Kurzzeitmessröhrchen
Obwohl es sich bei den direktanzeigenden Kurzzeitröhrchen nicht um eine
Probenahme im engeren Sinne handelt, sollen sie vollständigkeitshalber erwähnt
werden. Sie decken eine Detektionslücke der elektronischen Messgeräte auf dem
CBRN ErkW ab.
Sowohl die Probenahmevoraussetzungen, die Probenahmerandbedingungen, die
Reaktionsmechanismen als auch die Ergebnisermittlung sind umfangreich in den
Beipackzetteln beschrieben und müssen entsprechend umgesetzt werden.
Zur Dokumentation des erzeugten Farbumschlags ist es sinnvoll, die
beaufschlag-
ten Röhrchen auf einem Stück weißem Papier zu fotografieren.
Abb. 15:
Vakuumverpackung mit
jeweils drei Tenax®-Röhrchen

image
 
4.5
Weiteres nützliches Zubehör für die C-Probenahme
Spürpulver
Das Spürpulver (Abb. 16) dient zum Aufspüren von Kampfstoffen oder einer Säure
mit einem Farbumschlag von Gelb nach Rot. Dabei kann eine Zeit von bis zu einer
Minute vergehen. Das Pulver wird großflächig auf die kontaminierte
Verdachtsflä-
che aufgestreut.
Es reagiert sehr unspezifisch und auf viele andere Stoffe ebenfalls. Das ist bei der
Anwendung unbedingt zu berücksichtigen. Ein etwas genauerer Nachweis auf
chemische Kampfstoffe wird mit dem Kampfstoffspürpapier (Abb. 16) erbracht.
Abb. 16:
Kampfstoffspür-
papier (links) und Dose
mit Spürpulver (rechts)
Spürpapier für chemische Agenzien
Das Spürpapier eignet sich für den Nachweis flüssiger sesshafter Kampfstoffe
auf Oberflächen. Bei Kontakt verfärbt es sich entsprechend dem Muster auf der

70 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Innenseite des Deckblattes (Tabelle 8). Trotzdem ist es, wie das Spürpulver,
ver-
gleichsweise unspezifisch.
Das Spürpapier reagiert bereits bei kleinsten Mengen Kampfstoff.
Spürpapier
beige
gelb-ocker
G-Kampfstoff
(Nervenkampfstoff)
rot
H-Kampfstoff
(Hautkampfstoff)
dunkelgrün
VX-Kampfstoffe
beige
Säure
Tabelle 8:
Farbumschlag des Kampfstoffspürpapiers beim Vorhandensein
von flüssigen G-, H- und V-Kampfstoffen.
Universal-Indikatorpapier
Das Universal-Indikatorpapier (Abb. 17) eignet sich für die Bestimmung des pH-
Wertes von Flüssigkeiten, Feststoffen und Gasen. Der pH-Bereich reicht dabei von
eins bis elf.
Bei einer pH-Wert-Messung wird das Oberteil der Drehdose gegen den
Uhrzei-
gersinn gedreht. Die gewünschte Streifenlänge wird herausgezogen, anschließend
wird zurückgedreht und abgerissen. Der Streifen wird mit destilliertem Wasser
angefeuchtet und in Kontakt mit dem Probenmedium gebracht. Anschließend
wird der feuchte Streifen mit der Farbskala auf der Drehdose verglichen und der
zugeordnete Zahlenwert abgelesen. Suspensionen, gefärbte oder sehr zähflüssige
Prüfflüssigkeiten können auf dem angefeuchteten pH-Papierstreifen aufgetropft
werden. Anschließend wird die Rückseite mit der Skala verglichen. Sehr gut eignen
sich alternativ auch pH-Stäbchen. Sehr reaktive Substanzen, z.B. konzentrierte
Schwefelsäure, zerstören Farbstoffe und evtl. Trägerpapier. Eine Messaussage ist
dann unmöglich.

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C-Probenahme • 71
Abb. 17 :
Universalindikatorpapier, pH-Bereich 1–11
Aluminiumfolie
In der Ausstattung des Bundes befindet sich eine Rolle Aluminiumfolie. Diese wird
verwendet, um Probenflaschen lichtdicht einzuwickeln und so vor Lichteinfall
zu schützen. Eine Alternative dazu wäre die Verwendung von Braunglasflaschen.
Allerdings lassen sich so Trübungen und Färbungen der in der Flasche befindlichen
Flüssigkeit nicht mehr ohne Öffnen der Flasche feststellen.

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4.6
Kurzanleitungen zur C-Probenahme
Feststoffprobe Pulver/Granulat
C01
Materialliste
Ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Glasflasche, 100 ml
Alufolie
Papiertücher
Dekonverpackung
pH-Papier
Löffelspatel
Schaufel
Pulvertrichter
Pinzette mit Haken
Thermometer, Glas

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C-Probenahme • 73
Feststoffprobe Pulver/Granulat
C01
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
Pulvertrichter aufsetzen
• Probenmaterial mit Löffelspatel oder Schaufel in
Glasflasche
füllen
A
Flasche
• verschließen
• von außen säubern
ausgefülltes Etikett aufkleben
B
Flasche mit Alufolie lichtdicht umwickeln
C
• pH-Wertbestimmung der Probe mit angefeuchtetem
pH-Papierstreifen
Luft- und Bodentemperatur bestimmen
D
Probenbegleitschein ausfüllen
E
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel pressen
wasserdicht versiegeln
F
• Dekontamination durchführen
G
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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74 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Pasten C02
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Glasflasche, 100 ml
Alufolie
Papiertücher (Küchenrolle)
Dekonverpackung
pH-Papier
Kunststoffspatel
Pinzette mit Haken
Thermometer, Glas

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C-Probenahme • 75
Pasten C02
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Material mit Kunststoffspatel in 100-ml-Glasflasche füllen
Bei sehr viskosen, klebenden Pasten kann der Spatel mit
in die Flasche gegeben werden. Dann Flaschengröße
anpassen.
A
Flasche
• verschließen
• von außen säubern
ausgefülltes Etikett aufkleben
B
Flasche mit Alufolie lichtdicht umwickeln
C
• pH-Wert der Probe mit angefeuchteten
pH-Papierstreifen bestimmen
Luft- und Bodentemperatur bestimmen
D
Probenbegleitschein ausfüllen
E
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel drücken
wasserdicht versiegeln
F
• Dekontamination durchführen
G
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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76 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Boden- und Schneeprobe C03
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Glasflasche, 250 ml
Alufolie
Papiertücher
Dekonverpackung
pH-Papier
Löffelspatel
Schaufel
Pulvertrichter
Maßband
Pinzette mit Haken
Thermometer, Glas

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Boden- und Schneeprobe C03
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Fläche 10cmx10cm mit Maßband o. Winkelmaß
ausmessen
• max. 2cm tief mit Schaufel oder Löffelspatel aufnehmen
A
Pulvertrichter auf 250-ml-Glasflasche aufsetzen
• Material einfüllen
B
Flasche
• verschließen
• von außen säubern ggf. abtrocknen
ausgefülltes Etikett aufkleben
C
Flasche mit Alufolie lichtdicht umwickeln
D
• pH-Wert der Probe mit angefeuchteten pH-Papier-
streifen bestimmen
Luft- und Bodentemperatur bestimmen
E
Probenbegleitschein ausfüllen
F
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft ausdrücken
wasserdicht versiegeln
G
• Dekontamination durchführen
H
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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78 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Bewuchsprobe (Vegetation)
C04
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Papiertücher
pH-Papier
Dekonverpackung
Pinzette mit Haken
Kombischere
Thermometer, Glas

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C-Probenahme • 79
Bewuchsprobe (Vegetation)
C04
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Bewuchs mit Kombischere abschneiden
A
• Probenbeutel prall mit Schnittgut füllen (mind. 2 l )
Luft aus Beutel drücken
B
• verschließen
• säubern
abtrocknen
ausgefülltes Etikett aufkleben
C
• pH-Wert mit angefeuchteten pH-Papierstreifen auf der
Vegetationsoberfläche bestimmen
Lufttemperatur bestimmen
D
Probenbegleitschein ausfüllen
E
• Probenahmebeutel und Probenbegleitschein in
Dekon-
verpackung stecken
Luft aus Beutel drücken
wasserdicht versiegeln
F
• Dekontamination durchführen
G
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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80 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Wischprobe C05
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Papiertücher
Glasflasche, 100 ml
Rundfilter
PE-Flasche,
500ml dest. Wasser bzw. Ethanol 70%
Dekonverpackung
pH-Papier
Maßband
Pinzette mit Haken
Thermometer

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Wischprobe C05
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Beprobungsfläche 20cmx20cm mit Maßband o.
Winkel-
maß ausmessen
Auf Anweisung auch größere Fläche nutzen
A
• Markierte Fläche mit Filterpapier trocken abwischen
B
falls erfolglos:
• dann mit Lösungsmittel – dest. Wasser und/oder Ethanol
B1
• Filter mit Wischseite nach innen falten
In leere 100-ml-Glasflasche packen
C
• verschließen
ausgefülltes Etikett aufkleben
D
• pH-Wert der Probe mit angefeuchteten
pH-Papierstreifen bestimmen
Luft- und Bodentemperatur bestimmen
E
Probenbegleitschein ausfüllen
F
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel drücken
wasserdicht versiegeln
G
• Dekontamination durchführen
H
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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82 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Wasserprobe C06
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Glasflasche, 500 ml
Alufolie
Papiertücher (Küchenrolle)
Dekonverpackung
pH-Papier
Schöpfkelle
Messbecher
Pulvertrichter
Pinzette mit Haken
Thermometer, Glas

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C-Probenahme • 83
Wasserprobe C06
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Materialien mit dem zu beprobenden Wasser ausspülen
Achtung: Spülwasser nicht in Probenahmestelle
zurückschütten
A
• 500-ml-Glasflasche unter Wasseroberfläche drücken
• mit Deckel unter Wasser verschließen
B
Trichter auf 500-ml-Glasflasche aufsetzen
• Flasche mit Messbecher oder Schöpfkelle überfüllen
und blasenfrei verschließen
Falls
B
nicht
mög-
lich
• verschließen
• von außen säubern ggf. abtrocknen
ausgefülltes Etikett aufkleben
C
Flasche mit Alufolie lichtdicht umwickeln
D
• pH-Wert der Probe im Messbecher bestimmen
• Temperatur der Probe im Messbecher bestimmen
E
Probenbegleitschein ausfüllen
F
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel drücken
wasserdicht versiegeln
G
• Dekontamination durchführen
H
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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84 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Wasserprobe (tiefenbestimmt)
C07
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Glasflasche, 500 ml
Alufolie
Papiertücher (Küchenrolle)
Dekonverpackung
pH-Papier
Wasserprobenahmegerät
Pulvertrichter
Pinzette mit Haken
Thermometer, Glas

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C-Probenahme • 85
Wasserprobe (tiefenbestimmt)
C07
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Wasserprobenahmegerät auf vorgegebene Wassertiefe
ablassen
• Gerät, Messbecher und 500-ml-Glasflasche mit zu
beprobendem Wasser spülen
Achtung: Spülwasser nicht in Probenahmestelle
zurückschütten
A
Trichter auf 500-ml-Glasflasche aufsetzen
• Wasser in Glasflasche umfüllen
• Restwassermenge in Messbecher gießen
B
Flasche
• verschließen
• von außen säubern ggf. abtrocknen
ausgefülltes Etikett aufkleben
C
Flasche mit Alufolie lichtdicht umwickeln
D
• pH-Wert der Probe im Restwasser bestimmen
• Luft- und Wassertemperatur bestimmen
E
Probenbegleitschein ausfüllen
F
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel drücken
wasserdicht versiegeln
G
• Dekontamination durchführen
H
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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86 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Flüssigkeitsproben, Beläge oder Lachen
C08
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Alufolie
Glasflasche, 100 ml
Papiertücher (Küchenrolle)
Dekonverpackung
pH-Papier
Pipette
Messbecher
Saugspritze
Pinzette mit Haken
Thermometer, Glas

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C-Probenahme • 87
Flüssigkeitsproben, Beläge oder Lachen
C08
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• mit der Spritze oder Pipette die Flüssigkeit aufnehmen
A
in 100-ml-Glasflasche füllen
Bei Pipettenaufnahme komplett mit Pipette
in Glasflasche geben
B
Flasche
• verschließen
• von außen säubern
ausgefülltes Etikett aufkleben
C
mit Alufolie umwickeln
D
• pH-Wert der Probe bestimmen
• Luft- und Wassertemperatur bestimmen
E
Probenbegleitschein ausfüllen
F
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel drücken
wasserdicht versiegeln
G
• Dekontamination durchführen
H
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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88 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Luftprobe Silikagel
C09
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Alufolie
pH-Papier
Spürpumpe
Röhrchenöffner
Dekonverpackung
Sammelröhrchen Silikagel
Verschlusskappen für Sammelröhrchen
Pinzette mit Haken
Thermometer, Glas

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C-Probenahme • 89
Luftprobe Silikagel
C09
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Dichtigkeit und Saugleistung der Handpumpe prüfen
A
• Röhrchen mit Röhrchenöffner an beiden Seiten öffnen
B
• Röhrchen aufsetzen, dabei Pfeilrichtung beachten
• Probe 1: 1x1 Hub, Probe 2: 1x10 Hübe
C
• Röhrchen an beiden Enden mit Verschlusskappen
schließen
D
• Röhrchen mit Aluminiumfolie lichtdicht umwickeln und
ausgefülltes Etikett aufkleben
Hinweis: Die Röhrchen nicht direkt beschriften/bekleben
E
• Sammelröhrchen 1 Hub, 10 Hub und Blindröhrchen in
Probenahmebeutel stecken
Luft aus Beutel drücken
wasserdicht versiegeln
F
• pH-Wert der Luft mit angefeuchteten pH-Papierstreifen
bestimmen
Lufttemperatur bestimmen
G
Probenbegleitschein ausfüllen
Vollständige Wetterhilfsmeldung und Zahl der Hübe
H
• Probenbeutel und Probenbegleitschein in Dekon-
verpackung geben
Luft aus Beutel auspressen
wasserdicht versiegeln
I
• Dekontamination durchführen
J
Blindprobe: ungeöffnetes Sammelröhrchen aus gleicher Charge
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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90 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Luftprobe Tenax® C10
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
pH-Papier
Pinzette mit Haken
Spürpumpe
Dekonverpackung
Sammelröhrchen Tenax® (Dreierpack)
Thermometer, Glas

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C-Probenahme • 91
Luftprobe Tenax® C10
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Dichtigkeit und Saugleistung der Pumpe prüfen
A
• Vakuumverpackung mit drei Röhrchen öffnen
B
• Röhrchen aus dem Glasröhrchen mit Schraubdeckel
nehmen
• Nummer notieren
C
• Röhrchen aufsetzen (Pfeil zeigt in Richtung Pumpe)
• Röhrchen1: 1x1 Hub, Röhrchen 2: 1x10 Hübe
D
• in Glasröhrchen zurückpacken und Schraubdeckel
schließen
E
• ausgefülltes Etikett auf das Glasröhrchen kleben
F
• Röhrchen plus Blindprobe in Probenahmebeutel stecken
Luft aus Beutel drücken
zukleben
G
• pH-Wert der Luft mit angefeuchteten pH-Papierstreifen
bestimmen
Lufttemperatur bestimmen
H
Probenbegleitschein ausfüllen
Vollständige Wetterhilfsmeldung und Zahl Hübe
I
• Probenbeutel und Protokollbeutel in Dekonverpackung
geben
Luft aus Beutel auspressen
wasserdicht versiegeln
J
• Dekontamination durchführen
K
Blindprobe: ungeöffnetes Sammelröhrchen aus gleicher Charge
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

 
B-Probenahme
5

 
5.1
Empfehlungen für den B-Einsatz
Eine
Probenahme bei Verdacht auf biologische Agenzien kann z.B. im Zuge einer
zufälligen oder gezielten Freisetzung oder eines außergewöhnlichen Seuchen-
geschehens (ASG) bzw. ungewöhnlichen Krankheitsausbruches erforderlich sein.
Auch im Falle eines auf polizeilichen Erkenntnissen beruhenden Verdachts auf
eine biologische Gefahrenlage kann eine Probenahme bzw. ein entsprechend
abgestimmtes Vorgehen in Absprache mit anderen beteiligten Einsatzkräften
erforderlich sein.
Biologische Gefahrenlagen können bei den Einsatzkräften eine große
Verunsi-
cherung verursachen, da eine Vor-Ort-Detektion des mutmaßlichen B-Agens in
Echtzeit im Gegensatz zu chemischen oder radioaktiven/nuklearen Gefahren
bisher noch nicht gut möglich ist. Um weitere Erkenntnisse über An- oder
Abwe-
senheit des vermuteten Agens zu erlangen, ist eine gezielte Probenahme und die
weiterführende Untersuchung der Proben in mobilen oder stationären
Laborato-
rien notwendig.

 
5.2
Schutz der Einsatzkräfte
Das größte Risiko einer Infektion mit biologischen Agenzien besteht über die
Atemwege und Schleimhäute, durch Nahrungsaufnahme und bei einigen
Erre-
gern auch über die verletzte Haut (z.B. Hautmilzbrand). Vordringlich ist daher
der Schutz der Atemwege und Augen. Zudem muss der Körper durch adäquate
Kleidung geschützt werden. Geeignete Schutzkleidung muss in der Planung
von Einsätzen bereitgestellt und deren Nutzung regelmäßig trainiert werden.
Schutzausrüstungen werden auf der Grundlage der Verordnung (EU) 2016/425
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über persönliche
Schutzausrüstung eingeteilt. Dabei werden drei Kategorien unterschieden.
Kategorie I: Sie umfasst einfache Schutzausrüstung bei geringem Risiko
gesund-
heitlicher Gefährdung. Für sie erfolgt von den Herstellern eine
EU-Konformitäts-
erklärung. Sie umfasst das Vorlegen von technischen Unterlagen und der
Selbst-
verpflichtung des Herstellers zum Einhalten bestimmter Anforderungen an den
Herstellungsprozess. Eine Baumusterprüfung wird nicht gefordert, sie wird mit
einem CE-Kennzeichen ohne Nummer versehen.
Kategorie II: Sie beinhaltet Schutzanzüge bei der von einer notifizierten Stelle der
technische Entwurf einer PSA untersucht und geprüft wird. Es wird eine
EU-Bau-
musterprüfung an einer Muster-PSA durchgeführt. Das CE-Kennzeichen wird mit
der Kennnummer der Behörde ergänzt, die diese Baumusterprüfung durchführt.
Kategorie III: Sie gilt für Schutzausstattung im Einsatz gegen tödliche Gefahren
oder bei schwerwiegenden gesundheitlichen Folgeschäden. In biologischen
Gefahrensituationen wird ausschließlich in Schutzausrüstung der Kategorie III
gearbeitet. Hier wird zusätzlich zu den Anforderungen aus den Kategorien I und
II noch eine Qualitätsüberwachung der Anzüge durchgeführt. Diese erfolgt durch
stichprobenartige Prüfung der Anzüge und Materialien im Rahmen von Audits.
Die Ergebnisse werden den Herstellern in Form eines Gutachtens gemeldet. Das
CE-Zeichen wird mit der Kennnummer der Behörde versehen, die die
Qualitäts-
überprüfung durchführt.
Empfehlungen zur Schutzausrüstung sind unter anderem dem Beschluss 45/2011
des ABAS vom 05.12.2011, BGI/GUV-I 8676 Juni 2009, vfdb 0806, GUV R189
(aktualisierte Fassung 2007), GUV R190 (2011) und dem Handbuch „Biologische

96 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Gefahren 1“ zu entnehmen. Auf der Seite des Robert Koch-Instituts können weitere
Informationen zur Wahl der PSA gefunden werden.
http:/
/www.abig.rki.de/ABiG/DE/Content/Informationen/Schutzmassnahmen/
Schutzkleidung/Schutzkleidung_node.html
(Stand
09.03.2016)
Auf fachgerechte
Dekontamination und Ablegen der Schutzkleidung, ggf.
Entklei-
dung, ist nach Beendigung des Einsatzes zu achten. Bestimmte
Vorgehensmaßnah-
men und die Reihenfolge des Entkleidens zur Minimierung einer
Kontaminations-
verschleppung sind dem Handbuch „Biologische Gefahren 1“ und weitergehender
Literatur zu entnehmen. Die Wahl der zu verwendenden Schutzausrüstung ist
im Einsatzfall von der Einsatzleitung festzulegen. Es sollte nur Schutzausrüstung
verwendet werden, die den Einsatzkräften vom Umgang her vertraut ist,

 
5.3
Verpackung P 620
für Erreger der Klasse A und Transport nach ADR
Innenverpackung
Die innere Verpackung setzt sich aus einem flüssigkeitsdichten Primärgefäß
(Abb. 18-1) und einer
Sekundärverpackung (Abb. 18-3) zusammen. Zwischen diese
beiden Verpackungen wird saugfähiges Polstermaterial gegeben, welches
austre-
tende Flüssigkeit vollständig aufnehmen kann.
Mindestens eines der Gefäße muss eine Zulassung als Verpackung Klasse 6.2
auf-
weisen. Dieses bedeutet unabhängig von der Versandtemperatur:
Beständigkeit bei einem Innendruck von 95 kPa,
Bestand von Temperaturen von –40° C bis +55 °C ohne Undichtigkeiten,
bescheinigt durch die Bundesanstalt für Materialprüfung und Material-
forschung (BAM).
Bei käuflichen Verpackungen ist dieses zugelassene Gefäß i. d. R. das Sekundär-
gefäß der inneren Verpackung.
Primärgefäß
Die innere Verpackung besteht aus dem Primärgefäß (Abb.18-1), das können eine
Flasche (Glas oder Plastik), Beutel oder Spezialverpackungen sein. Da die Probe im
kontaminierten Bereich in das Primärgefäß gefüllt wird, ist die äußere Oberfläche
je nach den für B festgelegten Maßnahmen zu behandeln (siehe Kapitel 2.5.1). Das
Primärgefäß wird, wenn es in der Probenahmeanleitung nicht anders dargestellt
ist, an der Probenahmestelle mit dem Probenahmebegleitschein immer in einen
auslaufsicheren, versiegelbaren PE-Beutel (Abb. 18-2) verpackt. Beim Verschließen
des Beutels sollte darauf geachtet werden, dass wenig Luft im Beutel verbleibt.
Dieser wird beim Verlassen des kontaminierten Bereichs an der
Dekontaminati-
onsstelle in Desinfektionsmittel getaucht. Das Probenmaterial selber darf nicht mit
dem Desinfektionsmittel in Kontakt kommen.

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98 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Nach Ablauf der benötigten Einwirkzeit werden die Probenbeutel dem Tauchbad
entnommen, die Oberfläche getrocknet und die Proben an der
Probensammel-
stelle in das Sekundärgefäß (Abb. 18-3) der inneren Verpackung gegeben. Der dafür
zuständige Helfer befindet sich im nicht kontaminierten Bereich.
Das Sekundärgefäß wird mit der Kartonage separat von der restlichen
Probe-
nahmeausstattung gelagert. Es wird nicht mit in den kontaminierten Bereich
genommen.
Außenverpackung
Die Außenverpackung (Abb. 18-4) ist eine ausreichend starre und feste Hülle
(z.B. Kartonage mit Aufdruck).
Abb. 18:
Beispiel für eine Verpackung nach P 620 (ADR): Probengefäß (1) = Primärgefäß,
PE-Beutel (2), Sekundärverpackung (3) und Außenverpackung (4) (Kartonage)
4
3
2
1

 
5.4
Desinfektion im kontaminierten Bereich
Das Probenahmeteam sollte eine Drucksprühflasche mit frisch angesetztem
Desin-
fektionsmittel mitführen, um Oberflächen belegen zu können. Kommt es zu einer
Kontamination des äußeren Handschuhpaares ist ein Handschuhwechsel der
Des-
infektion vorzuziehen. Vor dem Handschuhwechsel sollte dennoch zusätzlich eine
Dekontamination des zu wechselnden Paares stattfinden. Bei einer Desinfektion
der Handschuhe kann es zu einer Beeinträchtigung der Handschuhmaterialien
kommen, was sich bei einer Weiterbenutzung eventuell negativ auf die
Beständig-
keit und Elastizität auswirken kann. Zudem wird ein sicheres Greifen durch eine
feuchte Handschuhoberfläche erschwert.
Das äußere Handschuhpaar ist somit nach jeder Probenahme bzw. nach jeglichem
Kontakt mit eventuell kontaminiertem Material zu dekontaminieren und dann zu
wechseln. Die innere Verpackung der Proben und der auszuschleusende, die Probe
beinhaltende PE-Beutel, sollte noch im kontaminierten Bereich (Kapitel 2.5.1) von
außen mit Desinfektionsmittel belegt werden. Dabei ist im Vorfeld zu prüfen, dass
das Desinfektionsmittel keine Auswirkung auf die Probenbeschriftung hat.
Die Proben werden an der Dekontaminationsstelle z.B. getaucht. Dazu ist ein
Behälter mit frischer Desinfektionslösung geeignet, in den die Proben im PE-
Beutel komplett untergetaucht werden können. Dieser wird am Übergang
zwi-
schen dem kontaminierten Bereich und dem
Dekontaminationsplatz platziert.
Lufteinschlüsse führen zu einem Auftrieb der Proben, so dass eine Beschwerung
der Proben notwendig ist. Die Proben werden vom
Probenahmeteam bei Eintref-
fen am Dekontaminationsplatz in einen dafür vorgesehenen Behälter gegeben.
Nach Ablauf der entsprechenden Einwirkzeiten, in Abhängigkeit von
Der Aufdruck der vom Bund ausgelieferten Dekonbeutel ist nicht gegen
alle Lösungsmittel beständig. Er ist z.B. nicht alkoholbeständig. Es sollte
im Vorfeld geprüft werden, ob das angewendete Desinfektionsmittel keine
lösende Wirkung auf den Aufdruck hat. Der Aufdruck ist beständig gegen
Perverbindungen und Aldehyde.

 
100 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
eingesetztem Desinfektionsmittel,
dessen Konzentration,
Temperatur,
pH-Werten,
Verschmutzungsgrad der zu desinfizierenden Gegenstände,
können die Proben durch einen Dekontaminationshelfer entnommen werden.
Die Oberfläche der Primärverpackung wird an der
Probensammelstelle getrocknet
(z.B. Abwischen mit Küchenpapier) und die Proben werden für den Transport
verpackt.
5.4.1
Desinfektion Probenbeutel und PSA
In einer B-Lage ist bei der
Dekontamination einer potenziell kontaminierten PSA
der Einsatz eines Desinfektionsmittels erforderlich, das in der Lage ist, die
mikrobi-
elle Belastung durch chemische Inaktivierung effektiv zu reduzieren (um mindes-
tens fünf Zehnerpotenzen).
Peressigsäure ist, basierend auf experimentellen Untersuchungsergebnissen eines im
Auftrag des BBK durchgeführten Forschungsprojektes, ein geeignetes Mittel für die
Dekontamination von PSA mit Verdacht auf Kontamination mit B-Stoffen. Es hat in
der Testung hinsichtlich der Keimreduzierung bei Bacillus-Sporen (u. a. Sporen von
B. anthracis), Viren und eingeschränkt auch bei Rizin gute Ergebnisse erzielt.
Peressigsäurelösungen sind stark korrosiv, auch gegen Kunststoffe. Eine
Anhe-
bung des pH-Wertes durch alkalische Zusätze, wie seitens mancher Hersteller zur
Minderung der Korrosivität und Ausgasung empfohlen, kann jedoch, wenn eine
Wirksamkeit gegen Bacillus-Sporen mit möglichst kurzen Einwirkzeiten (≤5 min)
erzielt werden möchte, nicht befürwortet werden. Die Materialverträglichkeit bei
nicht Einmalartikeln muss ggf. vorher untersucht werden.
PES-Lösung zur Desinfektion von PSA bei B-Lagen (Dekon P):
Eine 2%ige Peressigsäurelösung mit 0,2 % SDS (Natriumdodecylsulfat) definierte
Tensidmenge erwies sich bei einer Einwirkzeit von 5 min als wirksam. Weitere
Peressigsäureprodukte wie z.B. technische Peressigsäure wurden nicht getestet.

B-Probenahme • 101
Alternativ zum SDS wurde das tensidhaltige Reinigungsmittel Alcapur® N mit
0,5% Anteil der Peressigsäurelösung zugesetzt. Da Alcapur® N im Gegensatz zu den
Produkten Alcapur® oder Alcapur® E (alle Alcapur-Produkte werden vom
Herstel-
ler als Zusatzprodukte für Wofasteril®-Lösungen angeboten) keine Natronlauge
enthält, bleibt der pH-Wert im stark sauren Bereich. Der Zusatz von Alcapur® N
beeinträchtigt somit nicht die sporenabtötende Wirkung der Peressigsäure.
Die Anwendungslösung kann aufgesprüht oder durch Gießen bzw. Duschen
aufgebracht werden und sollte anschließend mit einer weichen Bürste verteilt
werden, so dass der Anzug vollständig benetzt wird. Die Technik des Besprühens
(unter leichtem Druck, um Sekundäraerolisierung zu vermeiden) erhöht die
Wahr-
scheinlichkeit, dass auch schwer erreichbare Stellen ausreichend benetzt werden
(z.B. unter den Armen, zwischen den Beinen, in Stofffalten). Alternierend erfolgt
die Benetzung der PSA mit Desinfektionslösung, die mechanische Verteilung der
Lösung und erneut die Benetzung mit Desinfektionslösung über einen Zeitraum
von insgesamt 5 min. Diese Vorgehensweise erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass
alle Stellen des Anzugs mit einem ständigen Flüssigkeitsfilm überzogen sind. Nach
Ablauf der Einwirkzeit grob abwischen. Die PSA ist nach den Regeln des Arbeitens
am Dekon-Platz abzulegen, zu verpacken, zu kennzeichnen und zu entsorgen.
Dieses ist unabhängig vom Ergebnis der B-Analytik, da evtl. durch den Einsatz und
Desinfektionsprozess eine Schädigung des Materials erfolgen kann.
Rezeptur-Berechnungen für eine Lösung zur PSA- und Geräte-Desinfektion
(für je zehn Liter Desinfektionslösung):
9,45l kaltes Wasser vorlegen, 50 ml Alcapur® N hinzugeben und anschließend
unter Rühren 0,5l Wofasteril® E 400 (enthält ~40 Gew.-% Peressigsäure) zugeben.
Die Reihenfolge ist zu beachten. Dies entspricht einer 2%igen Peressigsäurelösung.
Dies bedeutet für den Feuerwehrbereich ca. 9,5l Wasser plus 0,5l Wofasteril® E 400
und 50ml Tensid (z.B. Alcapur® N).
Achtung! Die Rezepturen mit Alcapur weichen von den Ansatzempfehlungen des
Herstellers von Wofasteril und Alcapur ab. Es ist zwingend, unter pH 5 zu bleiben.
Diese Empfehlung beruht auf der Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften
und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren, Stand 31. August 2013, im
Anhang, in der die Desinfektion hydrophober, (flexibler) Oberflächen mit einer
Konzentration 5% Wofasteril E400 und 0,5% Alkapur N angegeben wird.
Einwirkzeit: 5 min Anwendungsmenge: ≥ 50 ml/m
2
, Wirkungsbereich: ABC.

102 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Die Angaben gelten für die in dieser Liste angegebenen Rahmenbedingungen.
Eine entsprechende
Dekontamination des Probenahmeteams bei Verlassen des
kontaminierten Einsatzbereichs ist nach Anweisungen des Einsatzleiters und
Rücksprache mit der zuständigen Behörde (z.B. Gesundheitsamt oder
Veteri-
näramt) zu halten (siehe Kapitel 2.3).

 
5.5
Durchführung der B-Probenahme
Für die Probenahme von biologischen Agenzien sind möglichst sterile, zumindest
saubere Hilfsmittel zu verwenden. Um eine Kontaminationsverschleppung
zwi-
schen zwei verschiedenen Proben zu vermeiden, sind an jeder
Probenahmestelle
frische Einmalhandschuhe anzuziehen. Das Verpacken von Umweltproben erfolgt
möglichst in Einwegmaterialien wie z.B. einem PE-Beutel oder einer Plastikflasche.
Die Probenahmeorte werden vor dem Einsatz durch die Einsatzleitung nach
Rück-
sprache mit der Fachbehörde festgelegt.
Die Probenahme in Außenbereichen zur Untersuchung einer
Kontaminationsaus-
breitung in Windrichtung erfolgt nach folgenden Kriterien:
Geeignete Flächen liegen im beaufschlagten/kontaminierten Bereich.
Flächen mit hoher Kontaminationswahrscheinlichkeit sind vor
Umwelteinflüs-
sen, wie z.B. Sonne, geschützt und feucht.
Durch Aerosolausbringung kann es unter Umständen auch zu nicht sichtbaren
Kontaminationen kommen, die durch eine Probenahme von beaufschlagten
Ober-
flächen erfasst werden kann.
Oft wird keine sichtbare Kontamination vorliegen. Je nach Ort und Fläche
der Ausbringung sollten gezielte Vorgaben durch die zuständige Fachbehörde
(z.B. Gesundheitsamt oder Veterinär) zu Art, Ort und Umfang der Probenahme
gemacht werden. Zusätzlich sollte die Probenahme mit dem
Fachberater abge-
stimmt werden. Dieses kann unter Umständen auch das untersuchende Labor sein.
Empfehlungen zu Probenmengen können der Tabelle 9 entnommen werden.

 
104 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Empfehlung für die Mindestmengen an benötigtem Probenmaterial
Beprobungsart
Menge/Volumen/Fläche
Feststoffproben
B01
10–20ml (ca. 5 gehäufte Löffel)
Pasten
B02
5–10ml (ca. 2x Spatellänge – Vorder- und
Rückseite)
Bodenproben
B03
Standard = 10cmx10cm, max. 2cm Tiefe
(auf Anweisung größere Fläche)
Bewuchsproben
B04
2l Schnittgut (leicht prall gefüllter
Probenbeutel)
Wischproben
B05
Standard = 10cmx10cm
(auf Anweisung größere Fläche)
Wischprobe Kompresse
B06
Standard = 10cmx10cm
(auf Anweisung größere Fläche)
Flüssigprobe, größere
Mengen
B07
500ml (auf Anweisung mehrere Flaschen)
Flüssigprobe, kleine
Mengen
B08
50ml, bei weniger Probenmaterial
möglichst alles aufnehmen
Flüssigprobe, Beläge,
Pfützen
B09
1–5ml (gefüllte Pipettenspitze) bei
größeren Pfützen auch mehr
Tabelle 9:
Empfohlene Mindestmengen für die biologische Probenahme
5.5.1
Feststoffproben (Pulver und lockere Probenmaterialien) B01
Es sollte, soweit möglich, nur die verdächtige Substanz am Probenfundort
gesam-
melt werden.
Bei einem Austritt von kleinen Mengen einer verdächtigen Substanz ist das
Mate-
rial vollständig in ein Gefäß aufzunehmen. Bei ausreichend vorliegendem
Proben-
material in Festform (Pulver, Granulate etc.) ist eine Sicherstellung einer Teilmenge
(max. 50ml) vorzunehmen. Diese ist entweder in eine saubere, ungebrauchte
PE-Flasche oder in einen sauberen, ungebrauchten PE-Beutel zu füllen. Für die
biologische Feststoffprobenahme eignen sich alle Gegenstände, die auf Abb. 9 zu
sehen sind.

 
B-Probenahme • 105
Mit den Löffelspateln können pulverförmige Substanzen und Granulate
genom-
men werden. Es eignen sich auch laminierte Karten, mit denen das Material auf
glatten Oberflächen zusammengeschoben werden kann. Wenn sie ausreichend
biegsam sind, können sie auch zum Abfüllen verwendet werden.
5.5.2
Pasten B02
Bei pastösen Materialien können diese entweder mit den Kunststoff- oder
Edel-
stahlspateln oder einem Löffel entnommen werden.
5.5.3
Bodenproben B03
Auf einer Fläche von 10cmx10cm werden die oberen max. 2cm mit einem
Löffel-
spatel oder einer Schaufel abgenommen und in eine PE-Flasche gegeben.
Hinweis: Wenn möglich sollte auf eine
Bodenprobe zugunsten anderer Proben
verzichtet werden, da die Aufarbeitung einer solchen Probe schwierig ist.
Weitere Feststoffe:
Die Tiegelzange und die Holzzange dienen zum Aufheben von kleineren Gesteinen
und Gegenständen, die Pinzette für entsprechend kleinere Objekte.
5.5.4
Bewuchsproben B04
Bewuchsproben sind mit der Kombischere oder dem Messer abzuschneiden und
in einen Probenbeutel zu verpacken. Um eine Kontaminationsverschleppung
zu vermeiden, ist der Beutel über der Hand auf links zu drehen. Die durch den
Beutel gefassten Blätter werden abgeschnitten und durch Überstülpen des Beutels
verpackt. Bei harten und spitzen Vegetationsbestandteilen ist dem Beutel ein fester
PE-Behälter vorzuziehen. Bei der Verwendung von PE-Beuteln besteht sonst die
Gefahr der Perforation.
5.5.5
Wischproben B05/B06
Eine
Wischprobe wird bei fein verteilten Kontaminationen auf Oberflächen
genommen.

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106 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Wischprobe Tupfer B05
Bei Verwendung des sterilen Tupfers ohne Transportmedium muss der Tupferkopf
vor der Probenahme mit physiologischer Kochsalzlösung angefeuchtet werden
(Abb. 19).
Die Flächengröße, von der die Probe genommen wird, sollte 100cm² sein. Der
angefeuchtete Tupferkopf wird in S- oder Z-förmigen Bewegungen über die zu
beprobende Fläche gestrichen. Der Tupfer wird dabei zwischen den Fingern gerollt,
damit alle Seiten des Schaumstoffkopfes mit der Fläche gleichmäßig in Kontakt
kommen. Auf einer Fläche wird so abgestrichen, dass die Bewegung beim zweiten
Mal in 90° versetzten Linien verläuft (Abb. 10).
Tupfer mit Schaumstoffköpfen sind denen mit Baumwollköpfen vorzuziehen,
soweit sie den Anforderungen an die Sterilität entsprechen.
Ausnahmefall: Probenahme bei Personen
Bei Verdacht auf eine Aufnahme von biologischen Agenzien über den
Respirations-
trakt kann es sinnvoll sein, Nasen-/Rachenabstriche zu nehmen. Die Probenahme
erfolgt nach der Dekontaminierung von exponierten, ungeschützten Personen
Abb. 19:
Steriler Tupfer ohne Transport-
medium mit steriler Natriumchloridlösung

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B-Probenahme • 107
im grünen Bereich. Diese Probenahme erfolgt ausschließlich durch medizinisch
ausgebildetes Personal.
Wischprobe Kompresse B06
Werden sterile Kompressen für die Wischprobe verwendet, sind diese zuvor
mit steriler Natriumchloridlösung anzufeuchten (Abb. 20). Tupferproben als
Wischproben sind immer der Kompresse vorzuziehen, da sie im Labor einfacher
bearbeitet werden können. Sterile Baumwollkompressen sind z.B. in Apotheken
und im Laborhandel erhältlich. Kompressen eignen sich zudem hervorragend zur
abschließenden Säuberung und ggf. als Rückstellprobe.
5.5.6
Flüssigproben B07/08/09
Zur Entnahme größerer Volumina Flüssigkeit kann die Schöpfkelle oder der
Messbecher verwendet werden (B07). Die abgeschöpfte Menge wird anschließend
in eine Probenflasche gefüllt (Abb. 21).
Kleinere Flüssigkeitsmengen oder Beläge, die auf der Oberfläche von Flüssigkeiten
schwimmen, können mit der Spritze (Abb. 21) oder Einwegpipette (B08) abgesaugt
werden. Ebenfalls bietet sich bei kleinen Flüssigkeitsmengen an, diese mit einer
sterilen Kompresse aufzusaugen (B09). Die verwendeten Methoden sind im
Proto-
koll zu vermerken.
Abb. 20:
Sterile Baumwollkompresse mit steriler Natriumchloridlösung

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108 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Weitere Proben, z.B. von Tierkadavern:
ln Verdachtsfällen von Tierseuchengeschehen ist nach Vorgaben der Veterinär-
behörden zu verfahren (z.B. Vogelgrippe, Maul- und Klauenseuche).
Abb. 21:
Schöpfkelle, Mess-
becher und Spritze für die
Entnahme von Flüssigproben

 
5.6
Verpackung und Transport von biologischen Proben
Für den Transport von biologischen Proben gelten die Regelungen unter
Kapitel 5.3.
Als Begleitpapiere können z.B. die Dokumente im Anhang verwendet werden.
Bei Probentransportzeiten von biologischem Material, die deutlich über zwei
Stunden liegen, ist auf eine angemessene Kühlung (2–8 °C, aber frostfrei, nicht
unter 0 °C) der Proben zu achten. Dazu können Kühlpacks verwendet werden, die
mechanisch aktiviert werden. Sie werden optimalerweise zwischen die Dekon- und
die
Sekundärverpackung gepackt. Zudem können Isolierboxen eingesetzt werden.

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5.7
Kurzanleitungen zur B-Probenahme
Feststoffprobenahme Pulver/Granulat
B01
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
PE-Flasche, 250 ml
Sprühflasche
Papiertücher
Dekonverpackung
pH-Papier
Löffelspatel
Schaufel
Pulvertrichter
Pinzette mit Haken

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B-Probenahme • 111
Feststoffprobenahme Pulver/Granulat
B01
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
Pulvertrichter aufsetzen
• Probenmaterial mit Löffelspatel oder Schaufel in
PE-Flasche
füllen
A
• verschließen
B
• desinfizieren
abtrocknen
• ausgefülltes Klebeetikett aufbringen
C
• pH-Wertbestimmung der Probe mit angefeuchtetem
pH-Papierstreifen
D
Probenbegleitschein ausfüllen
E
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel pressen
wasserdicht versiegeln
F
• Dekontamination durchführen
G
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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112 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Feststoffprobenahme Pasten B02
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
PE-Flasche, 250 ml
Sprühflasche
Papiertücher (Küchenrolle)
Dekonverpackung
pH-Papier
Pinzette mit Haken
Kunststoffspatel

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B-Probenahme • 113
Feststoffprobenahme Pasten
B02
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Material mit Kunststoffspatel in PE-Flasche füllen.
Bei sehr viskosen, klebenden Pasten kann der Spatel mit
in die Flasche gegeben werden. Dann Flaschengröße
anpassen
A
• verschließen
B
• desinfizieren
abtrocknen
• ausgefülltes Klebeetikett aufbringen
C
• pH-Wertbestimmung der Probe mit angefeuchtetem
Papierstreifen
D
Probenbegleitschein ausfüllen
E
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel pressen
wasserdicht versiegeln
F
• Dekontamination durchführen
G
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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114 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Bodenprobe B03
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Maßband
PE-Flasche, 250 ml
Sprühflasche
Papiertücher (Küchenrolle)
Dekonverpackung
Schaufel

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Bodenprobe B03
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Fläche 10cmx10cm mit Maßband ausmessen
• max. 2cm tief mit Schaufel oder Löffelspatel aufnehmen
A
Pulvertrichter auf 250-ml-PE-Flasche aufsetzen
• Material einfüllen
B
• verschließen
C
• desinfizieren
abtrocknen
• ausgefülltes Klebeetikett aufbringen
D
Probenbegleitschein ausfüllen
E
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel pressen
wasserdicht versiegeln
F
• Dekontamination durchführen
G
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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116 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Bewuchsprobe B04
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Spritzflasche
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Maßband
Dekonverpackung
Kombischere

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B-Probenahme • 117
Bewuchsprobe B04
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Bewuchs mit Kombischere oder Messer abschneiden
A
• Probenbeutel prall mit Schnittgut füllen (mind. 2l)
Luft aus Beutel drücken
• verschließen
B
• außen desinfizieren
abtrocknen
ausgefülltes Etikett aufkleben
C
Probenbegleitschein ausfüllen
D
Probenahmebeutel und Probenbegleitschein in
Dekonverpackung stecken
Luft aus Beutel drücken
wasserdicht versiegeln
E
• Dekontamination durchführen
F
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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118 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Wischprobe Tupfer
B05
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Maßband
Tupfer
Umverpackung
sterile NaCl-Lösung
Dekonverpackung

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Wischprobe Tupfer
B05
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Tupferröhrchen beschriften
A
• Tupfer aufdrehen und dadurch Siegel brechen
B
• Kochsalzlösung öffnen
Tupferkopf damit befeuchten
C
• Oberfläche abwischen
• Fläche 10cmx10cm
D
• Tupfer verschließen
in Umverpackung geben
ausgefülltes Etikett aufkleben
E
Probenbegleitschein ausfüllen
F
Umverpackung mit Tupfer und Probenbegleitschein
in Dekonverpackung stecken
Luft aus Beutel pressen
wasserdicht versiegeln
G
• Dekontamination durchführen
H
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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120 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Wischprobe Kompresse
B06
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Maßband
Kompresse
steriler PE-Beutel
sterile NaCl-Lösung
Pinzette
Dekonverpackung

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Wischprobe Kompresse
B06
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Kompresse aufreißen
A
• Kompresse in der geöffneten Verpackung mit
Kochsalz-
lösung befeuchten
B
mit der Pinzette herausnehmen
C
• Oberfläche abwischen
• Fläche 10cmx10cm
• falls andere Flächengröße, bitte angeben
D
• Kompresse in sterilen PE-Beutel packen
E
• verschließen
• desinfizieren
abtrocknen
ausgefülltes Etikett aufkleben
F
Probenbegleitschein ausfüllen
G
• Probe und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel pressen
wasserdicht versiegeln
H
• Dekontamination durchführen
I
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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122 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Wasserprobe (Oberfläche)
B07
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
PE-Flasche, 250 ml
Papiertücher (Küchenrolle)
Dekonverpackung
pH-Papier
Schöpfkelle
Messbecher
Pulvertrichter
Pinzette mit Haken
Thermometer, Glas

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B-Probenahme • 123
Wasserprobe (Oberfläche)
B07
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
Trichter auf Flasche setzen
• Flüssigkeit mit Messbecher oder Schöpfkelle in 250-ml-
PE-Flasche füllen
Hinweis: maximal halbvoll
A
• Flasche verschließen
B
• desinfizieren
abtrocknen
ausgefülltes Etikett aufkleben
C
• pH-Wertbestimmung der Probe
Temperatur der Probe bestimmen
D
Probenbegleitschein ausfüllen
E
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel drücken
wasserdicht versiegeln
F
• Dekontamination durchführen
G
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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124 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Flüssigkeiten, kleine Mengen
B08
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Sprühflasche
PE-Flasche, 250 ml
Papiertücher (Küchenrolle)
Dekonverpackung
pH-Papier
Pipette
Saugspritze
Pinzette mit Haken

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B-Probenahme • 125
Flüssigkeiten, kleine Mengen
B08
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• mit der Pipette (oder Spritze) die Flüssigkeit aufnehmen
A
in 250-ml-PE-Flasche füllen
max. halbvoll
B
• verschließen
C
• desinfizieren
abtrocknen
ausgefülltes Etikett aufkleben
D
• pH-Wertbestimmung der Probe
E
Probenbegleitschein ausfüllen
F
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel drücken
wasserdicht versiegeln
G
• Dekontamination durchführen
H
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

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126 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Flüssigkeiten Beläge/Pfützen
B09
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Sprühflasche
steriler PE-Beutel
Papiertücher
Dekonverpackung
pH-Papier
Kompresse
Pinzette mit Haken

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B-Probenahme • 127
Flüssigkeiten Beläge/Pfützen
B09
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Kompresse aufreißen
A
• mit trockener Kompresse die Flüssigkeit aufsaugen
B
• Kompresse mit Pinzette falten
in sterilen PE-Beutel füllen
C
• verschließen
• desinfizieren
abtrocknen
ausgefülltes Etikett aufkleben
D
• pH-Wertbestimmung der Probe
E
Probenbegleitschein ausfüllen
F
• Flasche und Probenbegleitschein in Dekonverpackung
stecken
Luft aus Beutel drücken
wasserdicht versiegeln
G
• Dekontamination durchführen
H
Probe kühl und möglichst dunkel lagern

 
RN-Probenahme
6

 
6.1
Empfehlungen für die RN-Probenahme
Eine Probenahme ist im radioaktiv kontaminierten Bereich durch Ersteinsatz-
kräfte wie die Feuerwehr nur in besonderen Fällen erforderlich. Die Feststellung
einer radioaktiven
Kontamination ist vor Ort möglich. Die Ortsdosisleistung (ODL)
bzw. die
Zählrate wird mit geeigneten Geräten (Ortsdosisleistungsmessgerät,
Kontaminationsnachweisgerät) direkt vor Ort gemessen. Eine Nuklididentifikation
sowie eine dazu ggf. notwendige Probenahme erfolgt durch speziell ausgebildete
Kräfte der dafür zuständigen Landesbehörden. Die Nuklididentifikation kann auch
direkt vor Ort erfolgen (In-situ-Messverfahren). Ein akutes Zeitproblem existiert
dabei nicht. Für die unmittelbare Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz ist
vorrangig die Aussage „Kontamination vorhanden oder nicht“ sowie die Belastung
durch diese Kontamination (ODL, Zählrate) von Bedeutung.
Eine Probenahme kommt deshalb vor allem für eine Beweissicherung bei beson-
deren Lagen, wie z.B. dem Eintritt von Radioaktivität in ein fließendes Gewässer
oder der Kontrolle von Löschwasser, in Betracht. Aus diesem Grund werden nur
folgende radiologische Probenahmen für die Feuerwehr von Bedeutung sein: die
Bewuchsprobe, die
Flüssigprobe sowie die Wischprobe. Eine Entnahme von
Mate-
rial zur Vor-Ort-Messung, z.B. mit der Mess-Erweiterung Radiologie l (MER-1) des
CBRN-ErkW, wird nicht als Probenahme bezeichnet.

 
6.2
Schutz der Einsatzkräfte
Bei einem Einsatz im radioaktiv kontaminierten Gebiet ist die Aufnahme von
Radioaktivität in den Körper (Inkorporation) sicher auszuschließen und ein
Konta-
minationsschutz der Einsatzkräfte notwendig. Dazu genügen i. d. R. für
Radioakti-
vität zugelassene Einweganzüge nach EN 1073-2 aus möglichst reißfestem
Mate-
rial, Handschuhe, Überschuhe und Vollmasken mit Universalfilter (ABEK2-P3).
Alternativ können Gebläsefilteranzüge verwendet werden.
Die Einsatzkräfte müssen die entsprechenden Feuerwehrdienstvorschriften
beachten und die entsprechenden Mess- und Warngeräte mitführen. Das
Mitneh-
men eines Kontaminationsnachweismessgerätes ist zur Suche eines optimalen
Probenahmeortes hilfreich. Schutzmaßnahmen im RN-Bereich sind: Abstand von
der Gefahrenquelle halten, Aufenthaltszeit minimieren, Abschirmung einplanen
und nutzen.

 
6.3
Dekontamination
Im Falle einer
Kontamination von Personen ist das Entfernen der kontaminierten
Kleidungsstücke (bzw. Schutzanzüge) die effektivste Maßnahme. Eine
Inkorpora-
tion der radioaktiven Substanzen ist auf jeden Fall zu vermeiden. Als
Dekontami-
nationsmittel vor Ort ist Wasser bzw. Wasser mit Tensid-Zusatz i. d. R. ausreichend.
Des Weiteren ist die Ortsdosisleistung der Dekonverpackung zu messen und auf
dem Probenbegleitschein zu dokumentieren. Jede Probe ist an der Absperrgrenze
in einen zusätzlichen Transportbeutel (Sekundärverpackung) zu verbringen und
dicht zu verschließen.
Es ist darauf zu achten, dass keine Verschleppung des radioaktiven Materials auf
die Oberfläche der Sekundärverpackung erfolgt. Die Kontaminationsfreiheit der
Sekundärverpackung ist durch eine Wischprobe (indirekter
Kontaminationsnach-
weis) zu prüfen und auf dem Beutel zu dokumentieren. Hierzu wird der
genom-
mene Wischtest an einer Stelle mit niedriger Nullrate, die vorher zu bestimmen ist,
unter Zuhilfenahme eines tragbaren Kontaminationsnachweisgerätes ausgewertet.
Sollte eine Kontamination auf der Oberfläche der Sekundärverpackung festgestellt
werden, wird diese in einen weiteren Beutel verpackt. Anschließend ist ein weiterer
indirekter Kontaminationsnachweis mittels Wischprobe erforderlich.

 
6.4
Durchführung der RN-Probenahme
Im RN-Bereich werden nur Proben von Flüssigkeiten, Wisch- und Bewuchsproben
genommen. Probenahmen für analytische Untersuchungen oder Freigaben sind
nicht durch die Feuerwehr zu veranlassen, können aber in Unterstützung der
anordnenden Stellen durchgeführt werden.
Der Ablauf der Probenahme, die Untersuchung, Bewertung und Beurteilung mit
Auswertung ist frühzeitig sicherzustellen.
Hinweis: Im Vorfeld ist mit den Laboren zu klären, bis zu welchen Grenzwerten
(zum Beispiel der maximale ODL-Wert) Proben angenommen werden können.
Dies muss bei der Auswahl der
Probenahmestelle, inbesondere bei Flüssigkeiten,
beachtet werden. Sollte die Dosisleistung zu hoch sein, ist das Probenvolumen so
weit zu verringern, bis der Grenzwert eingehalten wird, oder auf eine Probenahme
ganz zu verzichten. Im Zweifel Rücksprache mit dem Labor halten.
Vor der Probenahme ist das Gelände zu sichten. Die Probenahme wird auf Basis der
radiologischen Lage in Abstimmung mit der Einsatzleitung festgelegt. Dazu ist es
erforderlich,
Ortsdosisleistungs- und Kontaminationsmessungen durchzuführen.
Die in Tabelle 8 aufgeführten Materialien werden zur Probenahme benötigt. Für
eine sinnvolle Laboruntersuchung sind die dort angegebenen Mengen als Probe zu
nehmen.
Empfehlung für die Mindestmengen an benötigtem Probenmaterial
Beprobungsart
Menge/Volumen/Fläche
Bewuchsproben
(Vegetation)
RN01
2l Schnittgut
(leicht prall gefüllter Probenbeutel)
Wischproben
RN02
Standard = 10cmx10cm
(auf Anweisung größere Fläche)
Flüssigproben
RN03
500ml (bis Flaschenschulterhöhe füllen)
Tab. 10:
Empfohlene Mindestmenge für die radiologische Probenahme

 
134 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
6.4.1
Bewuchsproben RN01
Um eine Kontaminationsverschleppung zu vermeiden, ist die Primärverpackung
über der Hand auf links zu drehen. Die durch die Primärverpackung gefassten z.B.
Blätter/Gräser werden abgeschnitten und durch Überstülpen verpackt.
Blätter vom Außenbereich des Baumes/Strauches oder Halme von Grünflächen
sind mit der Kombischere abzuschneiden, in die Primärverpackung zu verpacken
und dicht zu verschließen. Das Material soll möglichst klein geschnitten werden,
die Primärverpackung soll prall gefüllt sein.
Eine mechanische Beschädigung der Primärverpackung ist zu vermeiden. Bei
har-
ten und spitzen Vegetationsbestandteilen ist als Primärverpackung eine PE-Flasche
vorzuziehen. Bei der Verwendung von PE-Beuteln besteht sonst die Gefahr der
Perforation. Die Primärverpackung wird in die mit der Probennummer
gekenn-
zeichneten Dekonverpackung überführt.
An der Absperrgrenze wird an der Dekonverpackung die Kontaminationsfreiheit
mittels indirektem Kontaminationsnachweis (Wischtest) geprüft. Die
Kontaminati-
onsfreiheit und die
Ortsdosisleistung der Bewuchsprobe sind auf der
Dekonverpa-
ckung und dem Probenbegleitschein zu dokumentieren.
Der Probenbegleitschein und die Dekonverpackung werden anschließend in die
Sekundärverpackung überführt. Mittels eines weiteren indirekten
Kontaminati-
onsnachweises ist zu prüfen, dass die Sekundärverpackung ebenfalls
kontaminati-
onsfrei ist.
6.4.2
Wischproben RN02
Radiologische
Wischproben können nur auf trockenen und möglichst glatten
Flächen genommen werden. Die Wischprobe wird trocken mit Filterpapier
(Durch-
messer: 55mm) durchgeführt. Das Wischtestpapier ist vorher mit einer Nummer
der Probenahmestelle zu versehen, damit die
Wischprobe den Protokollangaben
zugeordnet werden kann. Mehrere nummerierte Wischtests können einem
Probenahmeort, der mit dem Kfz-Kennzeichen und einer fortlaufenden Nummer
versehen wird, zugeordnet werden (Abb. 21).
Die Wischprobe ist mit der so markierten Papierseite zu nehmen. Dabei ist
eine Fläche von mindestens 100 cm² mit sanftem Druck zu wischen (Abb. 10,
Seite 62). Hierbei ist darauf zu achten, dass das Wischtestpapier weder stark
geknickt noch mechanisch beschädigt wird. Die Wischproben werden in

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image
RN-Probenahme • 135
Pergamenttaschen einzeln verpackt (Abb. 22-2) und dann zusammen in die
Dekon-
verpackung (Abb.22-1) gegeben und zur Absperrgrenze gebracht.
An der Absperrgrenze wird an der Dekonverpackung die Kontaminationsfreiheit
mittels indirektem Kontaminationsnachweis (Wischtest) geprüft. Die
Kontamina-
tionsfreiheit und die Ortsdosisleistung der Wischproben sind auf der
Dekonver-
packung und dem Probenbegleitschein zu dokumentieren. Es kann ein Probenbe-
gleitschein für mehrere
Wischproben verwendet werden.
Der Probenbegleitschein (Abb. 23-3) und die Dekonverpackung werden
anschlie-
ßend in die Sekundärverpackung überführt. Mittels eines weiteren indirekten
Kontaminationsnachweises ist zu prüfen, dass die Sekundärverpackung ebenfalls
kontaminationsfrei ist.
Die Angabe der Oberflächenbeschaffenheit und der gewischten Fläche ist im
Protokoll unbedingt zu vermerken.
Abb. 22:
Bestandteile einer RN-Wischprobe: PE-Beutel (1, Dekonverpackung),
Pergamenttasche (2, Primärverpackung) mit Wischproben, Probenbegleitschein (3)
1
2
3
Abb. 23:
Wischprobenahme
mit beschriftetem Filter
und Größenvergleich

 
136 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Probenahme bei betroffenen Personen:
Bei Verdacht auf eine Aufnahme von radioaktiven Stoffen über den
Respirations-
trakt kann eine Schnäuzprobe sinnvoll sein. Diese erfolgt nach der
Dekontamina-
tion von exponierten ungeschützten Personen im nicht kontaminierten Bereich.
Dazu kann ein normales Papiertaschentuch verwendet werden, das in einer
geeigneten Verpackung dem Rettungsdienst mitgegeben wird.
6.4.3
Flüssigproben RN03
Zur Aufnahme von flüssigen Proben aus unterschiedlichen Tiefen von Gewässern
oder Behältnissen dient z.B. das Wasser-Probenahmegerät aus der
Probenahme-
ausstattung, wie in Kapitel 4.4.7 beschrieben.
Zur Entnahme von Oberflächenwasser kann je nach Menge die Schöpfkelle, der
Messbecher, die Pipette oder die Saugspritze verwendet werden. Die entnommene
Flüssigkeit wird mit Hilfe eines Trichters in eine 500-ml-PE-Weithalsflasche
bis zur
Flaschenschulter
gefüllt. Um eine Kontamination des Labors zu vermeiden, ist ein
randvolles Füllen der Flasche unbedingt zu vermeiden.
Die abgewischte, mit der Probennummer gekennzeichnete Flasche
(Primärverpa-
ckung) wird in die Dekonverpackung gegeben.
An der Absperrgrenze wird an der Dekonverpackung die Kontaminationsfreiheit
mittels indirektem Kontaminationsnachweis (Wischtest) geprüft. Die
Kontamina-
tionsfreiheit und die Ortsdosisleistung der Flüssigprobe sind auf der
Dekonverpa-
ckung und dem Probenbegleitschein zu dokumentieren.
Der Probenbegleitschein und die Dekonverpackung werden anschließend in die
Sekundärverpackung überführt. Mittels eines weiteren indirekten
Kontaminati-
onsnachweises ist zu prüfen, dass die
Sekundärverpackung ebenfalls
kontaminati-
onsfrei ist.

 
6.5
Transport RN-Proben
Da es sich bei den zu transportierenden Proben im Sinne dieser Empfehlung um
einen Transport zum Schutz von Mensch und Umwelt handelt, gilt die Freistellung
nach ADR Teil 1: 1.1.3.1 e („Notfallbeförderung zur Rettung menschlichen Lebens
oder zum Schutz der Umwelt“). Siehe dazu auch Kapitel 2.8.
Die Probenbehälter und Probenbeutel sind entsprechend zu beschriften
(Doku-
mentation). Hierbei ist die Besonderheit für radioaktive Proben zu beachten, dass
sowohl die
Kontaminationsfreiheit als auch die Ortsdosisleistung der
Sekundär-
verpackung in Kontakt zu messen ist.

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image
 
6.6
Kurzanleitungen RN-Probenahme
Bewuchsprobe RN01
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Dekonverpackung
Kombischere

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RN-Probenahme • 139
Bewuchsprobe RN01
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Bewuchs mit Kombischere abschneiden
A
• Probenbeutel prall mit Schnittgut füllen (mind. 2 l )
Luft aus Beutel pressen
B
Beutel beschriften
C
• Probenahmebeutel in Dekonverpackung stecken
zukleben
• auf Kontaminationsfreiheit prüfen
• Ortsdosisleistung messen
D
Probenbegleitschein ausfüllen
E
• an Absperrgrenze Dekonverpackung und Proben-
begleitschein in kontaminationsfreie Sekundär-
verpackung stecken
wasserdicht versiegeln
• auf Kontaminationsfreiheit mittels Wischtest prüfen
• auf Sekundärverpackung und Protokoll vermerken
F

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140 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Wischproben RN02
Materialliste
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
Dekonverpackung
Pergamenttaschen
Filterpapier

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Wischproben RN02
Hinweis Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
• Rundfilter mit Stift nummerieren
A
• Fläche mit der beschrifteten Seite des trockenen Filters
mit sanftem Druck abwischen
• Fläche 10cmx10cm
B
Filter einzeln in Pergamenttaschen verpacken
C
• Pergamenttaschen in kontaminationsfreie Dekon-
verpackung stecken
• auf Kontaminationsfreiheit prüfen
• Ortsdosisleistung messen
D
Probenbegleitschein ausfüllen
E
• an Absperrgrenze Dekonverpackung und Proben-
begleitschein in kontaminationsfreie Sekundär-
verpackung stecken
wasserdicht versiegeln
• auf Kontaminationsfreiheit mittels Wischtest prüfen
• auf Sekundärverpackung und Protokoll vermerken
F

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142 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Flüssigprobe RN03
Materialliste
ausfüllbare Klebeetiketten
Probenbegleitschein
Wasserfester Stift (Lab Marker)
PE-Flasche, 500 ml
Papiertücher (Küchenrolle)
Dekonverpackung
Wasserprobenahmegerät
Schöpfkelle
Saugspritze
Messbecher
Pipette
Pulvertrichter

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RN-Probenahme • 143
Flüssigprobe RN03
Hinweis: Einmalhandschuhe anziehen
Durchführung der Probenahme
Probe entnehmen
Trichter auf 500-ml-PE-Flasche aufsetzen
• Flasche nur bis zur Schulter füllen
A
• verschließen
B
abwischen
ausgefülltes Etikett aufkleben
C
• Flasche in Dekonverpackung geben
D
• Kontaminationsfreiheit der Dekonverpackung
überprüfen
• Kontaktdosisleistung messen
E
Probenbegleitschein ausfüllen
F
• an Absperrgrenze Dekonverpackung und Proben-
begleitschein in kontaminationsfreie Sekundär-
verpackung stecken
wasserdicht versiegeln
• auf Kontaminationsfreiheit mittels Wischtest prüfen
• auf Sekundärverpackung und Protokoll vermerken
G

 
Literatur
7

146 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Dräger Safety AG & Co. KGaA:
Dräger-Röhrchen & CMS-Handbuch, Boden-, Wasser-
und Luftuntersuchungen sowie technische Gasanalyse, 16. Ausgabe;
Dräger Safety AG
& Co. KGaA Lübeck, 2011, ISBN 3-926762-05-5
ABC-Schutz-Konzept NRW: „Messzug NRW“.
Innenministerium des Landes
Nord-
rhein-Westfalen, Ausgabe Juni 2009.
ADR/RID 2015 mit Gefahrgutschriftensammlung: Gefahrgut Straße
Schiene.
Verkehrsverlag J. Fischer GmbH & Co. KG Düsseldorf, 1. Auflage.
ISBN 978-3-87841-621-0
Auswahl von Schutzanzügen gegen Infektionserreger für Einsatzaufgaben bei den
Feuerwehren (vfdb-Richtlinie 08/06).
Hg. von der Vereinigung zur Förderung des
deutschen Brandschutzes e.V. 2009-03.
Biological Incident Response & Environmental Sampling – an European Guideline
on Principles of Field Investigation. EU Commission, DG Health and Consumer
Protection, Health Threats Unit.
Hg. von dem Danish National Centre for Biological
Defence.
O.O.:
2006.
Online
unter:
http:/
/ec.europa.eu/health/ph_threats/com/
preparedness/docs/biological.pdf
Biologische Gefahren 1, Handbuch zum Bevölkerungsschutz, dritte Auflage.
Hg. vom
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Robert Koch-Institut.
Bonn: BBK2007.
Dekontamination bei Einsätzen mit ABC-Gefahren (vfdb-Richtlinie10/04).
Hg. von
der Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes e.V. 2015-02
DGUV 112-190: Benutzung von Atemschutzgeräten.
Deutsche Gesetzliche
Unfall-
versicherung e.V. (DGUV), Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV),
Medienproduktion, Ausgabe Dezember 2011
Die Analytische Task Force (ATF) – Informationen zu Leistungsspektrum und Anfor-
derungswegen,
BBK
1.
Auflage
2010.
http:/
/www.bbk.bund.de/SharedDocs/Down-
loads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/ATF.html
DIN EN 14126, Schutzkleidung-Leistungsanforderungen und Prüfverfahren für
Schutzkleidung gegen Infektionserreger, deutsche Fassung (EN 14126:2003).
Berlin:
Beuth Verlag 2004.
DIN EN 421:2010-10 (D) Schutzhandschuhe gegen ionisierende Strahlung und radio-
aktive Kontamination, Deutsche Fassung EN 421:2010.
Beuth Verlag 2010

Literatur • 147
Feuerwehr-Dienstvorschrift FwDV 500: Feuerwehr-Dienstvorschrift 500 „Einheiten im
ABC-Einsatz“.
Ausgabe 01.2012
Feuerwehr im B-Einsatz (vfdb-Richtlinie 10/02).
Hg. von der Vereinigung zur
Förde-
rung des deutschen Brandschutzes e.V. 2002-12.
Gefahrstoffnachweis im Feuerwehreinsatz, Teil 1: Nachweistaktik, Teil 2: Nachweis-
taktik und Einsatzstrategien, (vfdb-Richtlinie 10/05).
Hg. von der Vereinigung zur
Förderung des deutschen Brandschutzes e.V. Köln: VdS-Verlag 2005.
Handbook for Sampling and Identification of Biological and Chemical Agents,
Volume 1: Procedures and Techniques, 5 ed., Land group7 subgroup on Sampling
and identification of Biological and Chemical Agents (SIBCA).
Hg. von der NATO.
O.O.: 2000.
Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel
und -verfahren.
Bundesgesundheitsblatt 2013 · 56:170 6 –1728, DOI 10.1007/
s00103- 013-1863- 6, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013
Verordnung (EU) 2016/425 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März
2016 über persönliche Schutzausrüstung und zur Aufhebung der Richtlinie 89/686/
EWG des Rates.
Amtsblatt der Europäischen Union L 81/51 31.03.2016
Desinfektionsmittelrichtlinie. Richtlinie des Bundesministeriums für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz über Mittel und Verfahren für die Durchfüh-
rung der Desinfektion bei anzeigepflichtigen Tierseuchen (323-3602-19/2).
O.O.: 2007.
BG1/GUV-1 8676 Juni 2009: Auswahl von Schutzanzügen gegen
Infektions-
erreger für Einsatzaufgaben bei den Feuerwehren, Deutsche Gesellschaft für
Unfallversicherung.
Emanuel, P., Roos, J.W., Niyogi, K.:
Sampling for Biological Agents in the Environ-
ment.
O.O.: ASM-Press 2008.
Nüßler, H.D. 2013:
Gefahrgut-Ersteinsatz: Handbuch für Gefahrgut-Transport-
Unfälle mit „MET
©
– Modell für Effekte mit toxischen Gasen“.
ISBN 13:978-3-86897-
141-5 Storck Verlag

 
Anhang
8

 
8.1
Ablaufschema der CBRN-Probenahme
Ablauf einer CBRN-Probenahme/Personalansatz Besatzung
CBRN ErkW 1/3/4
Aktion
WER?
Aufgabe
Bemerkung
Probenehmer 1 + 2/
Helfer
Einsatzdauer PA
beachten
Markieren der Probenahmestelle mit Ziffern.
Messungen mit direktanzeigenden Messgeräten
durchführen.
Kommunikation
Das Team legt fest, wer die
Aufgabe Sicherstellung
der Kommunikation
wahrnimmt.
FB CBRN
Fahrzeugführer
CBRN ErkW
Festlegung, an welcher Probenahmestelle die
Probenahme beginnt.
Fahrzeugführer
CBRN ErkW
Helfer
Auf Basis der Priorisierung wird das Material zur
Probenahme vorbereitet.
Vorbereitung Dekontamination/Desinfektion/
Kontaminationsnachweis.
Probenehmer 1 + 2/
Helfer
Einsatzdauer PA
beachten
Bei der C- und RN-Probenahme ist eine ständige
messtechnische Überwachung durchzuführen.
Durchführung der Probenahme, Dokumentation
auf dem Probenbegleitschein, Herstellung Funk-
kontakt mit EL oder Messleitung.
Bei der Durchführung
organisiert sich das Team
selbst, in Abhängigkeit von
der Situation.
Helfer
(Dekon-Personal)
Bei der Durchführung der Dekontamination wird
der Helfer im kontaminierten Bereich vom Helfer
im nicht kontaminierten Bereich unterstützt.
Der Helfer im kontaminierten Bereich legt die
Dekontaminationsbeutel mit den Proben in die
Dekontaminationswanne.
Der Helfer im nicht kontaminierten Bereich
entnimmt die Dekontaminationsbeutel aus der
Wanne.
Die
Dekontaminations-
wanne steht an der Grenze
zum kontaminierten
Bereich.
Helfer
(Dekon-Personal)
Bei der Durchführung der Desinfektion wird der
Helfer im kontaminierten Bereich von Helfer im
nicht kontaminierten Bereich unterstützt.
Der Helfer im kontaminierten Bereich legt die
Dekontaminationsbeutel mit den Proben in die
Desinfektionswanne.
Der Helfer im nicht kontaminierten Bereich
entnimmt die Dekontaminationsbeutel aus der
Wanne.
Die Desinfektionswanne
steht an der Grenze zum
kontaminierten Bereich.
Helfer
(Dekon-Personal)
An der Grenze kontaminierter/nicht kontaminier-
ter Bereich findet die Kontaminationskontrolle
mittels Wischtest statt. Beim Nachweis einer
Kontamination wird die kontaminierte
Sekun-
därverpackung in eine saubere
Sekundärver-
packung verbracht. Danach erfolgt eine weitere
Kontaminationskontrolle.
Kontaminierter
Bereich:
Erkundung
Kontaminierter
Bereich:
Priorisierung
Kontaminierter
Bereich:
Durchführung
Grenze konta-
miniert/nicht
kontaminiert/C-
Dekontamination
bei RN
bei B
bei C
Grenze konta-
miniert/nicht
kontaminiert/
B-Desinfektion
RN-Kontaminati-
onsnachweis
Ausschleusen
Nicht
kontaminierter
Bereich:
Vorbereitung

 
8.2
Maßnahmen im Vorfeld eines Einsatzes
Ausfüllmuster Checkliste
Ermittlung von Laboratorien und Abklärung von Laborkapazitäten/Fähigkeiten
Chemie
Biologie
Physik
Adresse:
Kontaktperson:
Name:
Tel.:
Fax:
Mobil:
E-Mail:
Beteiligung von Fachbehörden an der Entwicklung von Einsatzplänen
Chemie
Biologie
Physik
Name:
Tel.:
Fax:
Mobil:
E-Mail:
(Ersatzperson)
Name:
Tel.:
Fax:
E-Mail:

152 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Ausbildung der Einsatzkräfte einschließlich der Verwendung von persönlicher
Schutzausrüstung (PSA)
Ausgebildet sind:
Interne Verfügbarkeit (Personal/Materialien/Ausrüstung etc.)
Personal:
Materialien/Ausrüstung:
Festlegung Funkkanäle:

 
8.3
Checkliste für den Einsatzort
Was ist passiert?
Beschreibung:
Wann ist es passiert?
Datum:
Wo ist es passiert?
Adresse:
Wie ist es passiert?
Vorfall:
Wie ist das Areal beschaffen?
Beschreibung:
Taschenkarte Checkliste Probenahme
Probenahme wenn möglich von der Freisetzungsquelle (nur B, C)
Probenahme entlang einer möglichen Ausbreitung
Kontrollprobe aus nicht kontaminiertem Bereich (B, C)
Blindproben
Verpackungen gemäß Anleitung beschriften
Probenbegleitschein ausfüllen
sicher verpacken
sachgerecht ausschleusen
Begleitpapiere (Probenbegleitschein, Protokoll, ADR-Begleitzettel)

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8.4
Begleitzettel für den Transport von Kategorie-A-Erregern
8.4.1
UN 2814
UN-Nummer: 2814
Offizielle Benennung für den Transport:
ANSTECKUNGSGEFÄHRLICHER STOFF, GEFÄHRLICH FÜR MENSCHEN
Klasse: 6.2
Klassifizierungscode: I1
Anzahl der Stückmenge (Proben):
Art der Probe/des Probenmaterials:
Voraussichtlich enthaltener ansteckungsgefährlicher Stoff:
Empfänger
Absender
Name:
Name:
Institution: Institution:
Adresse: Adresse:
Tel.: Tel.:
Ort/Datum
Unterschrift Absender

image
 
Anhang • 155
8.4.2
UN 2900
UN-Nummer: 2900
Offizielle Benennung für den
Transport:
ANSTECKUNGSGEFÄHRLICHER STOFF, GEFÄHRLICH FÜR TIERE
Klasse: 6.2
Klassifizierungscode: I2
Anzahl der Stückmenge (Proben):
Art der Probe/des Probenmaterials:
Voraussichtlich enthaltener ansteckungsgefährlicher Stoff:
Empfänger
Absender
Name:
Name:
Institution: Institution:
Adresse: Adresse:
Tel.: Tel.:
Ort/Datum
Unterschrift Absender

image
image
image
 
8.5
Probenbegleitschein
CBRN-Probe!
Kann enthalten (bitte ankreuzen):
Probe Nr.:
Einheit:
Name Probenehmer:
Uhrzeit:
Ort Entnahmestelle:
bei radioaktiven Proben: Beutel außen kontaminationsfrei?
Ja
Ortsdosisleistung [μSv/h]:
pH-Wert:
Sonstiges:

image
 
8.6
Probenahmeprotokoll
Einsendende Stelle:
Logo
Einsatzort:
Datum/Uhrzeit:
Probennummer:
(ggf. Etikett aufkleben)
Entnahmestelle
(z. B. Koordinaten/Adresse/Raumnummer)
Beschreibung:
Probeanweisung
C
Nr.:
B
Nr.:
RN
Nr.:
Luft
Tenax®
Silicagel
Nr.
Nr.
Nr.
1 Hub oder
Hub
10 Hub oder
Hub
Blindprobe
Flüssigkeit
ggf. Tiefe der Probenahme:
m
Boden
Fläche angeben:
cm x
cm
Wisch
Lösungsmittel:
Feststoff
Bewuchs
Paste/Belag
Sonstiges:
Beschreibung der Probe
(Farbe, Aussehen, Geruch, Mehrphasengemisch, …)
Messungen vor Ort
Dosisleistung an der Oberfläche:
n
μ
m Sv/h
pH-Wert:
IMS:
Bodentemperatur:
°C Wassertemperatur:
°C
Probentemperatur:
°C PID:
Sonstiges:

158 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5

 
8.7
Probenübersicht
Probenübersicht
Einsatzort:
Datum/Uhrzeit:
Probennummer
Probenart
Probennummer
Probenart
Lageskizze

 
8.8
Probenlaufkarte
Probennummer/n:
Übergeben
Übernommen
Datum:
(Name in Druckbuchstaben)
(Name in Druckbuchstaben)
Uhrzeit:
(Unterschrift)
(Unterschrift)
Datum:
(Name in Druckbuchstaben)
(Name in Druckbuchstaben)
Uhrzeit:
(Unterschrift)
(Unterschrift)
Datum:
(Name in Druckbuchstaben)
(Name in Druckbuchstaben)
Uhrzeit:
(Unterschrift)
(Unterschrift)
Datum:
(Name in Druckbuchstaben)
(Name in Druckbuchstaben)
Uhrzeit:
(Unterschrift)
(Unterschrift)

 
8.9
Liste der Untersuchungslaboratorien
Im Folgenden werden beispielhaft Kontaktadressen für kompetente
Untersu-
chungslaboratorien für CBRN aufgelistet. Die Listen entsprechen dem Stand
zum Zeitpunkt der Drucklegung des Buches. Zusätzlich werden entsprechende
Internetadressen angegeben, auf denen der aktuelle Stand der Labore abgerufen
werden kann. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.
8.9.1
Labore für chemische Proben
TÜV Rheinland
http:/
/www.tuv.com/de/deutschland/gk/produktpruefung/generelle_pruefungen_
de/chemische_analytik/chemische_analytik.html
TÜV Nord
https:/
/www.tuev-nord-group.com/de/startseite/
Wehrwissenschaftliches Institut für Schutztechnologien – ABC-Schutz (WIS)
Humboldtstraße
29633 Munster
Telefon (0 51 92) 136-2 01
Telefax (0 51 92) 136-3 55

162 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Landesanstalt für Umwelt, Messung und Naturschutz Baden-Württemberg
Standort: Großoberfeld 3
Abteilung 3 – Technischer Arbeits- und Umweltschutz
Abteilung 6 – Messtechnik und Analytik
Standort: Hertzstraße 173
Abteilung 3 – Technischer Arbeits- und Umweltschutz
Abteilung 4 – Wasser
https:/
/www.lubw.baden-wuerttemberg.de/lubw
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Zentrallabor mit Laborleitstelle Umwelt
Bürgermeister-Ulrich-Straße 160
86179 Augsburg
Telefon (08 21) 90 71-0
Telefax (08 21) 90 71-55 56
Abfallüberwachung, Luftgütemessung Nordbayern,
Strahlenschutz Nordbayern, Radiotoxikologie
Steinenhausen 1
95326 Kulmbach
Telefon (0 92 21) 6 04-0
Telefax (0 92 21) 6 04-18 50
http:/
/www.lfu.bayern.de/kontakt/index.htm
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
Mecklenburg-Vorpommern
Goldberger Straße 12
18273 Güstrow
Telefon (0 38 43) 7 77-0
Telefax (0 38 43) 7 77-106
http:/
/www.regierung-mv.de/cms2/Regierungsportal_prod/Regierungsportal/de/lm/

Anhang • 163
Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und
Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF M-V)
Thierfelderstraße 18
18059 Rostock
Telefon (03 81) 4 03 50
Telefax (03 81) 4 00 15 10
http:/
/www.lallf.de/LALLF-Das-Landesamt.5.0.html
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz
Nordrhein-Westfalen (LANUV)
Leibnizstraße 10
45659 Recklinghausen
Telefon (0 23 61) 3 05-0
Telefax (0 23 61) 3 05-32 15
Bereitschaftszentrale LANUV NRW: 24/7
Rufnummer: (02 01) 71 44 88
Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und
Gewerbeaufsicht (LUWG) Rheinland-Pfalz
Kaiser-Friedrich-Straße 7
55116 Mainz/Rhein
Telefon ( 0 61 31) 60 33-0
Telefax (0 61 31) 1 43 29 66
Zentrallabor
Wallstraße 1, 55122 Mainz

164 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz Saarland
Don-Bosco-Straße 1
66119 Saarbrücken (Hauptgebäude)
Telefon (06 81) 85 00-0
Telefax (06 81) 85 00-13 84
Geschäftsbereich 5 – Umweltüberwachung, -analytik
Telefon (06 81) 85 00-12 41
Telefax (06 81) 85 00-17 99
http:/
/www.saarland.de/SID-18DD2DFF-2DB30E4C/39151.htm
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)
Abteilung 4: Wasser, Boden, Wertstoffe
Zur Wetterwarte 11
01109 Dresden
Telefon (03 51) 89 28-40 00/-40 01
Abteilung 5: Klima, Luft, Lärm, Strahlen
Söbrigener Straße 3a
01326 Dresden
Telefon (03 51) 26 12-50 01
http:/
/www.smul.sachsen.de/lfulg/7585.htm
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt
(Schwerpunkt Wasseranalytik)
Labor Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 5
39104 Magdeburg
Telefon (03 91) 5 81-11 49

Anhang • 165
Labor Wittenberg
Sternstraße 52a
06886 Lutherstadt Wittenberg
Telefon (0 34 91) 46 71-2 15
Labor Halle
Willy-Brundert-Straße 14
06132 Halle (Saale)
Telefon (03 45) 54 84-2 20
http:/
/www.lhw.sachsen-anhalt.de/untersuchen-bewerten/wasseranalytik-im-gld/
Landeslabor Schleswig-Holstein
Max-Eyth-Straße 5
24537 Neumünster
Telefon (0 43 21) 9 04-5
Telefax (0 43 21) 9 04-6 19
https:/
/www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/L/lebensmittel/
landeslaborAktuelles.html
Landesuntersuchungsamt für Chemie, Hygiene und Veterinärmedizin
der Freien Hansestadt Bremen
Lloydstraße 4
28217 Bremen
Telefon (04 21) 3 61-1 00 01
Telefax (04 21) 3 61-1 55 04
http:/
/www.lua.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen02.c.730.de

166 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Anforderung der Task Force
Die Analytische Task Force ist über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum
(GMLZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe,
Provinzialstraße 93, 53127 Bonn, Postfach 18 67, 53008 Bonn,
Telefon (02 28) 99-5 50 21 99, Telefax (02 28) 99-5 50 21 89, anzufordern.
Bei einer Anforderung über Fax bitte immer noch telefonisch anrufen.
TUIS
Allgemeine Informationen zu TUIS findet man unter
https:/
/www.vci.de/themen/logistik-verkehr-verpackung/tuis/listenseite.jsp.
TUIS-Leitstellen rund um die Uhr
(Stand Januar 2014)
:
BASF SE, Ludwigshafen, Telefon (0621) 6043333
BASF Schwarzheide GmbH, Schwarzheide, Telefon (035752) 62112
Bayer HealthCare, Berlin, Telefon (030) 46814208
Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen, Telefon (0214) 3099300
Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH, Stade, Telefon (04146) 912333
Evonik Industries AG, Chemiepark Marl, Telefon (02365) 492232
Henkel AG &Co. KGaA, Düsseldorf, Telefon (0211) 7973350
InfraLeuna GmbH, Leuna, Telefon (03461) 434333
InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG, Burgkirchen an der Alz, Telefon (08679) 72222
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, Frankfurt am Main, Telefon (069) 3056418
Merck KGaA, Darmstadt, Telefon (06151) 722440
Wacker Chemie AG, Burghausen, Telefon (08677) 832222

 
Anhang • 167
8.9.2
Labore für biologische Proben
Bei Proben im Rahmen eines bioterroristischen Verdachtsfalles ist die
Informati-
onsstelle des Bundes für Biologische Sicherheit zu kontaktieren.
Robert Koch-Institut
Die Koordinationsstelle des Labornetzwerks NaLaDIBA ist unter
Telefon (0 30) 1 87 54-21 40
Telefax (0 30) 1 87 54-23 28
zu erreichen.
Weitere NaLaDiBA-Labore. Soweit vorhanden ist der Link zu
Probenbegleitschei-
nen der einzelnen Institute angegeben. Es ist beim Ausfüllen zu berücksichtigen,
dass diese in der Regel keine Umweltproben berücksichtigen. Dies ist gesondert
anzugeben.
Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Institut für bakterielle Infektionen und Zoonosen
Naumburger Straße 96a
07743 Jena
Telefon (03641) 804–2100
Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)
Südufer 10
17493 Greifswald – Insel Riems
Telefon (03 83 51) 7-0
Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg
Nordbahnhofstraße 135
70191 Stuttgart
Montag bis Donnerstag 7.30–15.30 Uhr, Freitag 7.30–14.00 Uhr
Telefon (0711) 9 04-3 50 00

168 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Niedersächsisches Landesgesundheitsamt (NLGA)
Roesebeckstraße 4–6
30449 Hannover
Montag bis Freitag 7.30–16.00 Uhr, Samstag 8.00–12.00 Uhr
Telefonzentrale (05 11) 45 05-0
Virologie
(0511) 4505-201
Bakteriologie
(05 11) 45 05-2 53
Mikrobiologisch-infektiologische Problemsituationen (0160) 1603130
Chemisch-toxikologische Risikobewertung
(01 63) 5 37 44 37
Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (InstMikroBioBw)
Neuherbergstraße 11
80937 München
Normale Dienstzeiten: Montag bis Donnerstag 8.00–16.00 Uhr,
Freitag 8.00–12.00 Uhr, 24/7 nach tel. Ankündigung
Wehrwissenschaftliches Institut für Schutztechnologien – ABC-Schutz (WIS)
Humboldtstraße
29633 Munster
Telefon (0 51 92) 136-2 01
Telefax (0 51 92) 136-3 55
Institut für Virologie des Universitätsklinikums Freiburg
Hermann-Herder-Straße 11
79104 Freiburg
Pforte: Telefon (07 61) 2 03-65 10
Telefax (07 61) 2 03-65 62
Probeneingangslabor:
Telefon (0761) 2 03-65 67
Telefax (0761) 2 03-66 03

Anhang • 169
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) 24/7
Bernhard-Nocht-Straße 74
20359 Hamburg
Telefon (0 40) 4 28 18-0
Telefax (0 40) 4 28 18-4 00
https:/
/www.bnitm.de/fileadmin/media/de/documents/labordiagnostik/
Eschein_03_04_BAK_05_2015_02.pdf
https:/
/www.bnitm.de/fileadmin/media/de/documents/labordiagnostik/
Eschein_04_04_VIRO_04_2015.pdf
Bayrisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
Veterinärstraße 2
85764 Oberschleißheim
24/7: Telefon (0 91 31) 68 08-0
Telefon (01 79) 1 15 76 03
Telefax (0 91 31) 68 08-54 25
Institut für Virologie der Philipps-Universität Marburg
Hans-Meerwein-Straße
35043 Marburg, Diagnostik 24/7
Telefon (01 77) 3 10 81 96
Montag bis Freitag 8.00–18.00 Uhr, Samstag 9.00–13.00 Uhr
Telefon (06421) 58-64313 (Serologie)
(0 64 21) 2 86 51 47 (PCR)
https:/
/www.uni-marburg.de/fb20/virologie/diagnostik/leistungsprogramm-
diagnostik.pdf

170 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Robert Koch-Institut (RKI)
Nordufer 20
13353 Berlin (Wedding)
Erreichbarkeit 24/7
Telefon (0 30) 1 87 54-0
http:/
/www.rki.de/DE/Content/Infekt/Diagnostik_Speziallabore/Bakterien/
Begleitschein_Probeneinsendung.pdf?__blob=publicationFile

 
8.10
Kompetenz- und Behandlungszentren
Weitere Stellen mit einer 24-Stunden-Erreichbarkeit sind die Mitglieder der
Ständigen Arbeitsgemeinschaft der Kompetenz- und Behandlungszentren
Hinweis der STAKOB: Die auf den Seiten angegebenen Telefonnummern sind
ausschließlich
für die Kontaktaufnahme durch
Fachpersonal
vorgesehen
Behandlungszentren
Charité, Campus Virchow-Klinikum
Med. Klinik für Infektiologie und Pneumologie
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Rettungsstelle Innere Medizin CVK (Zentrale)
Telefon (0 30) 4 50-50
Behandlungszentrum in Düsseldorf
Klinik für Gastroenterologie,
Hepatologie und Infektiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf
Moorenstraße 5, 40225 Düsseldorf
Erreichbarkeit (24/7):
SIS-Station MX01
Telefon (02 11) 8 10-82 45
Notaufnahme MA01
Telefon (02 11) 8 11-70 12

172 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Behandlungszentrum in Frankfurt/Main
Klinik der Goethe-Universität
Zentrum für Innere Medizin
Medizinische Klinik II – Infektiologie
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt
Erreichbarkeit (24/7):
Telefon (0160) 7015550 (Rufbereitschaft)
Kompetenz- und Behandlungszentrum Nord in Hamburg
Bernhard-Nocht-Klinik für Tropenmedizin
1. Medizinische Klinik und Poliklinik
Universitätsklinikum Hamburg
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Hygiene und Umwelt der Behörde für
Gesundheit & Verbraucherschutz, Hamburg
Erreichbarkeit (24/7):
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (Zentrale)
Telefon (0 40) 4 28 18-0
Universitätsklinikum Eppendorf, Tropenmedizin Hintergrunddienst (Zentrale)
Telefon (0 40) 74 10-0
Behandlungszentrum in Leipzig
Klinikum St. Georg gGmbH
Klinik für Infektiologie, Tropenmedizin und Nephrologie
Delitzscher Straße 141
04129 Leipzig
Erreichbarkeit (24/7):
Telefon (03 41) 9 09 40 05

Anhang • 173
Behandlungszentrum in München
Städtisches Klinikum München-Schwabing
1. Medizinische Abteilung
Kölner Platz 1
80804 München
Erreichbarkeit (24/7):
Dienstarzt Infektiologie
Telefon (0 89) 30 68-0 (Telefonzentrale)
Behandlungszentrum in Stuttgart
Robert-Bosch-Krankenhaus
Zentrum für Innere Medizin 1
Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie
Auerbachstraße 110
70376 Stuttgart
Erreichbarkeit (24/7):
Infektiologischer Hintergrunddienst (über Pforte)
Telefon (07 11) 81 01-0

174 • Empfehlungen für die Probenahme zur Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz • Band 5
Kompetenzzentren
Kompetenzzentrum in Berlin
Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales
Oranienstraße 103
10969 Berlin
Erreichbarkeit (24/7):
Berliner Lagezentrum
(die Telefonnummer ist beim RKI hinterlegt)
Kompetenz- und Behandlungszentrum Nord in Hamburg
Bernhard-Nocht-Klinik für Tropenmedizin
1. Medizinische Klinik und Poliklinik
Universitätsklinikum Hamburg
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Hygiene und Umwelt der Behörde für
Gesundheit & Verbraucherschutz, Hamburg
Erreichbarkeit (24/7):
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (Zentrale)
Telefon (0 40) 4 28 18-0
Universitätsklinikum Eppendorf, Tropenmedizin Hintergrunddienst (Zentrale)
Telefon (0 40) 74 10-0
Kompetenzzentrum in Frankfurt/Main
Gesundheitsamt
Breite Gasse 28
60313 Frankfurt/Main
Erreichbarkeit (24/7):