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Dr. Reiner Göldner, Denkmale und mehr – Archäologische Geodaten in Sachsen.
Landesamt für Archäologie Sachsen. Dresden, Überarbeitung 2019
- 1 -
reiner.goeldner @ lfa.sachsen.de |
www.archaeologie.sachsen.de
Denkmale und mehr – Archäologische Geodaten in Sachsen
Das Dokumentations- und Informa-
tionssystem Archäologie (
DIA
) dient
der Erfassung und Speicherung so-
wie der Recherche und Ausgabe von
archäologischen Informationen in
Sachsen. Da diese Informationen ei-
nen starken geografischen Bezug ha-
ben, werden sie mit einem Geografi-
schen Informationssystem (
GIS
) ver-
waltet, welches mit einer leistungs-
starken Datenbank gekoppelt ist.
Die aktuelle Geodatenstruktur ba-
siert auf einer langjährigen Erfah-
rung mit archäologischen
Geodaten
.
Sie unterscheidet archäologische
Untersuchungsflächen, archäologi-
sche Sites und Denkmalflächen.
Archäologische Untersuchungsflächen
bezeichnen die Bereiche, in denen archäologische Untersuchungen
stattgefunden haben, unabhängig vom Ergebnis und daher vorerst archäologisch neutral zu bewerten.
Archäologische Sites
bezeichnen Bereiche, die archäologisches Wissen erbracht haben. Diese können archä-
ologisch positiv oder negativ ausfallen:
Positivstellen
bezeichnen Bereiche, in denen Spuren menschlichen Lebens archäologisch festgestellt
wurden, in nachgewiesener Ausdehnung, aber unabhängig vom gegenwärtigen Erhaltungszustand. Zu
den Positivstellen gehören Fundstellen (nicht invasiv untersucht) und Grabungsstellen (invasiv unter-
sucht).
Negativstellen
sind ausführlich archäologisch untersuchte Flächen ohne Spuren menschlichen Lebens.
Archäologische Denkmalflächen
bezeichnen die vermutete Ausdehnung von vor Ort erhaltenen archäologi-
schen Sachzeugen. Sie repräsentieren den gesetzlichen Schutz bekannter Positivstellen.
Untersuchungsfläche (gelb) mit Grabungsstellen
(violett) und einzelne Fundstelle (orange) *
Denkmalensemble an der Elbe *
Neben den direkt geografisch bezogenen Daten gibt es eine umfangreiche Struktur weiterer Sachdaten, die
mit den Sites eng verknüpft sind. Dazu gehören die Objektansprachen (Typ, Zeit, ...) und die Aktivitäten (Pros-
pektionen, Grabungen, ...) ebenso wie Funde, Lagerstandorte, Dias, Luftbilder und 3D-Szenen:
georeferenzierte Sites
Objektansprachen
Aktivitäten
Funde
Dias, Luftbilder
DGMs, 3D-Szenen
Lagerstandorte
Befunde

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Dr. Reiner Göldner, Denkmale und mehr – Archäologische Geodaten in Sachsen.
Landesamt für Archäologie Sachsen. Dresden, Überarbeitung 2019
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reiner.goeldner @ lfa.sachsen.de |
www.archaeologie.sachsen.de
Als
Geobasis
kommen vor allem die Daten der Landesvermessung in Frage, meist die TK25 oder die Ortho-
luftbilder. Werden die Daten der TKs aus Performancegründen noch vor Ort gespeichert, so können die Or-
tholuftbilder und auch andere standardisierte Web-Map-Services direkt übers Internet eingebunden werden.
Archäologische Fundstellen und Bodenübersicht *
Archäologische Fundstellen und Schutzgebiete *
Die Kombination aus Geodaten und Sachdaten bildet eine ideale Grundlage für die verschiedensten
Recher-
chen
. So lassen sich problemlos thematische Karten erstellen, beispielsweise mit Fundstellen aus-gewählter
Epochen oder mit den Orten archäologischer Aktivitäten eines bestimmten Jahres. Ebenso findet man natür-
lich Informationen zu regionalen Fundstellen, beispielsweise innerhalb eines bestimmten Abstandes zu einer
geplanten Straße. So können u.a. für Flächennutzungspläne schnell Unterlagen erstellt werden, einerseits als
herkömmliche Karte, andererseits aber auch als
digitale Geodaten
zum Versand per E-Mail.
Selektion: Gräber der Bronzezeit, Höhenschichten
Selektion: Grabungen im Jahr 2000, Übersichtskarte
Innerhalb unseres Hauses stehen die Geodaten über das Intranet jedem Mitarbeiter zur Verfügung. Sie wer-
den als
Web-Map-Service
(WMS) zur Verfügung gestellt und können über einen WMS-Viewer dargestellt wer-
den. Die Web-Map-Services sind standardisiert (durch das Open Geospatial Consortium – OGC) und können
daher, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen vorausgesetzt, für eine Veröffentlichung im Internet im Rah-
men der Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) dienen.
WMS-Viewer mit Darstellung archäologischer Denkmale *
Anhand von Geländemodellen können auch
dreidimensionale Darstellungen
erstellt werden. Mit hochauflö-
senden Airborne-LaserScans werden so z.B. oberirdisch sichtbar erhaltene archäologische Denkmale doku-
mentiert und dabei sogar bisher unbekannte Objekte (z.B. Hügelgräber) entdeckt.
Hügelgräberfeld der Bronzezeit (Shaded Relief) *
Bronzezeitlicher Wall (Geländemodell) *
* Für die in den Abbildungen gezeigten Kartenausschnitte wurden neben den archäologischen Geofachdaten öffentlich im Internet
verfügbare Web-Map-Services des Landesvermessungsamtes und des Landesamtes für Umwelt und Geologie bzw. Airborne-La-
serscans der Landestalsperrenverwaltung Sachsen genutzt.