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Zuwanderung und Integration
gut gestalten – Zusammenhalt leben
Zuwanderungs- und Integrationskonzept II des Freistaats Sachsen
Kurzfassung

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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Leserinnen und Leser,
"Zuwanderung und Integration gut gestalten – Zusammenhalt leben."
Das ist die Leitidee
des fortgeschriebenen Zuwanderungs- und Integrationskonzeptes für den Freistaat Sachsen
(ZIK II), welches im April 2018 von der Sächsischen Staatsregierung verabschiedet wurde.
Hierbei wird an das Vorgängerkonzept aus dem Jahre 2012 angeknüpft.
Das ZIK II entstand
unter breiter Öffentlichkeitsbeteiligung und berücksichtigt aktuelle Entwicklungen, Chancen und
Aufgaben. Dazu gehören insbesondere die humanitäre Verantwortung und Solidarität für Flüchtlinge.
Die vorliegende Kurzfassung des Konzeptes soll Ihnen einen ersten Einblick in die wesentlichen
Inhalte und Handlungsfelder des fortgeschriebenen ZIK II geben. Dadurch möchten wir Ihnen
die Arbeit der Staatsregierung im Bereich Zuwanderung und Integration vorstellen und
transparent machen. Das ZIK II dient als Richtschnur für das Regierungshandeln, möchte aber
auch weiterhin Diskussionspapier sein. Es handelt sich daher um ein dynamisches Konzept,
das im Rahmen der Umsetzung bewusst flexibel ausgestaltet ist. Kommen Sie also gern mit
uns und Ihren Ideen und Anregungen ins Gespräch!
Weitere Informationen und die Langfassung des ZIK II mit Umsetzungsplan sind für Sie auf
der ZIK-Webseite abrufbar unter:
www.zik.sachsen.de
Petra Köpping
Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration
VORWORT

INHALT
Einführung 4
ZIK II-Fortschreibungsprozess
5
Wege nach Sachsen
6
Zielgruppen des ZIK II
7
Integrationsverständnis des Freistaates Sachsen
9
Kernbotschaften des Zuwanderungs- und Integrationskonzeptes
10
1.
Zukunftsaufgaben kommunizieren. Debatten führen. Konsens erreichen.
10
2.
Potenziale ausschöpfen. Chancengleiche Teilhabe ermöglichen.
11
3.
Sicher auf dem Boden des Grundgesetzes und der Sächsischen Verfassung.
Haltung zeigen.
11
4.
Zusammengehörigkeit kommunizieren. Gesellschaftliches Miteinander stärken.
12
5.
Integration erfolgreich machen. Umsetzung begleiten. Ziele messen.
12

Handlungsfelder im Überblick
14
Thema: Handlungsfeld
Sprache und Verständigung
14
Thema: Handlungsfeld
Frühkindliche und schulische Bildung
15
Thema: Handlungsfeld
Nachholende Bildung
17
Thema: Handlungsfeld
Hochschulbildung / Wissenschaft
18
Thema: Handlungsfeld
Aus- und Weiterbildung / Arbeit
20
Thema: Handlungsfeld
Wohnen/Wohnumfeld
24
Thema: Handlungsfeld
Gesundheit und Pflege
27
Thema: Handlungsfeld
Gleichstellung von Mann und Frau
29
Thema: Handlungsfeld
Gewaltschutz
30
Thema: Handlungsfeld
Antidiskriminierungspolitik
32
Thema: Handlungsfeld
Interkulturelle Öffnung – „Charta der Vielfalt“
33
Thema: Handlungsfeld
Gesellschaftlicher Zusammenhalt
35
Ausblick 42

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
EINFÜHRUNG
Ziel sächsischer Politik ist es, dass
Sachsen für alle Menschen – ganz
gleich ob sie in Großstädten oder in
Städten und Gemeinden des ländlichen
Raumes leben – eine gute Heimat ist.
Daher enthält das Zuwanderungs- und
Integrationskonzept Ziele und Maß-
nahmen, um die Integration von Men-
schen mit Migrationshintergrund in
unsere Gesellschaft noch stärker zu
unterstützen.
Wie kann das nachhaltig gelingen?
Integration und ein gutes Mitein-
ander
gelingen immer dann, wenn
Türen geöffnet werden. Das bedeu-
tet, jedem Menschen
mit Migrationshin-
tergrund innerhalb
seiner individuellen
aufenthaltsrechtli-
chen Situation weitestgehend gleiche
Chancen und Möglichkeiten zur Teil-
habe an zentralen gesellschaftlichen
Lebensbereichen zu ermöglichen.
Voraussetzung hierfür sind neben
möglichst passgenauen staatlichen
Angeboten zur Integration vor allem
ein diskriminierungsfreies Umfeld und
die Herstellung von Chancengleichheit
durch eine gelingende interkulturelle
Öffnung von Verwaltung, Wirtschaft
und Gesellschaft. (Teil 3)
Ein wesentliches Bindeglied für den Erfolg
der Integration ist die gegenseitige
Akzeptanz aller hier lebenden Menschen.
Zudem muss ein gesellschaftlicher Zusam-
menhalt immer wieder mit Leben erfüllt
werden. Land, Kommunen und Gesell-
schaft sind gleichermaßen gefragt, an
einem lebenswerten und demokrati-
schen Sachsen mitzuwirken. Sachliche
Debatten und Streitgespräche gehören
dazu. Jeder und jede Einzelne ist
tagtäglich aufs Neue eingeladen, für
eine gegenseitige Kultur des Respekts
und der Offenheit, für ein gutes Mit-
einander einzutreten. Heute und in der
Zukunft. Jeden Tag. (Teil 4)
Integration und ein gutes Mit-
einander gelingen immer dann,
wenn Türen geöffnet werden.

4
5
ZIK II-FORTSCHREIBUNGSPROZESS
Am Fortschreibungsprozess des Zuwan-
derungs- und Integrationskonzeptes
waren vielfältige Akteure beteiligt. Be-
reits im Jahre 2012 hatte der Freistaat
Sachsen das erste Zuwanderungs- und
Integrationskonzept unter dem Titel
»Respekt, Toleranz, Achtung« vorgelegt.
Auf Basis des Koalitionsvertrages
aus dem Jahr 2014 wurde eine breite
Diskussion zur sächsischen Zuwan-
derungs- und Integrationspolitik im
öffentlichen sowie parlamentarischen
Raum angestoßen. Im Zuge dessen
wurde im Jahr 2016 mit der Fortschrei-
bung des ZIK II unter Federführung des
Geschäftsbereichs der Staatsministerin
für Gleichstellung und Integration im
Sächsischen Staatsministerium für So-
ziales und Verbraucherschutz begonnen.
Maßgeblich verantwortlich für die
Konzepterstellung waren die Vertrete-
rinnen und Vertreter aller sächsischen
Ressorts und der Staatskanzlei in der
interministeriellen Arbeitsgruppe IMAG
ZIK II sowie der Beirat für Migration
und Integration, der sich aus Vertrete-
rinnen und Vertretern von Migranten-
selbstorganisationen, der Wirtschaft,
Wissenschaft, Religion, Politik und
Verwaltung zusammensetzt. Darüber
hinaus haben viele Akteurinnen und
Akteure aus allen Bereichen der Zu-
wanderung und Integration aus Bund,
Land und Kommunen, Zivilgesellschaft,
Wirtschaft und Wissenschaft am Fort-
schreibungsprozess mitgewirkt. Von
März bis Juli 2017 wurden parallel zu
den Verbändegesprächen Integration
mit über 200 Teilnehmenden sowie
anderen Gesprächsforen zwei Bürger-
onlinebeteiligungsverfahren durchge-
führt. Dadurch sind
insgesamt weit über
800 Anmerkungen in
den Fortschreibungs-
prozess eingeflossen.
Hierfür gebührt allen Mitwirkenden ein
herzliches Dankeschön!
Die parlamentarische Diskussion wurde
im Mai 2018 im Rahmen einer Fach-
regierungserklärung der Staatsministerin
für Gleichstellung und Integration
geführt. Damit sind die Abgeordneten
des Sächsischen Landtages ausführ-
lich über das Zuwanderungs- und
Integrationskonzept der Staatsregie-
rung informiert und können sich damit
künftig konstruktiv in Sachdebatten
einbringen.
Weit über 800 Anmerkungen
sind insgesamt in den Fortschrei-
bungsprozess eingeflossen.

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
WEGE NACH SACHSEN
Die wirtschaftliche und industrielle
Entwicklung Sachsens hin zum heutigen
traditionsreichen und international
angesehenen Industrie- und Wissen-
schaftsstandort mit seiner hohen
Dichte an international renommierten
Forschungseinrichtun-
gen und Hochschulen
ist immer mit Zuwan-
derung verbunden
gewesen. Migration
ist ein Teil europä-
ischer Geschichte.
Die Vorfahren der
heutigen Sachsen
waren zumeist Zuwanderinnen und Zu-
wanderer, die in damaligen slawischen
Gebieten siedelten.
1
Bereits am weltoffenen sächsischen Hof
Augusts des Starken wirkten hervor-
ragende Künstler aus dem In- und Aus-
land. Nach Sachsen kamen Bergleute aus
dem Harz und aus Böhmen, Maschinen-
bauer aus dem Elsass und England, Auto-
pioniere aus Dänemark, Investoren aus
dem Nahen Osten sowie Künstler und
Wissenschaftler aus allen Erdteilen. Sie
alle haben Sachsen geprägt und entwi-
ckelt. Wirtschaftlich, wissenschaftlich
und kulturell brachten sie Neues nach
Sachsen. Sie integrierten sich erfolgreich
in die Gesellschaft und identifizierten
sich mit ihrer neuen sächsischen Heimat.
Im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges kam
es zu einem Zustrom hunderttausender
Flüchtlinge aus den vormals deutschen
und überwiegend deutschsprachigen Ge-
bieten, die maßgeblich zum Wiederaufbau
beigetragen haben.
In diesem Zusammen-
hang ist auch der Beitrag der DDR-Ver-
tragsarbeiterinnen und -arbeiter aus Polen
und Ungarn, später aus Vietnam, Kuba,
Angola und Mosambik zu würdigen, die ab
den 1960er Jahren in der DDR arbeiteten.
1
V
gl. Bünz, Müller, Schattkowsky, Spieker (Hrsg., Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde), „Sachsen Weltoffen!
Mobilität – Fremdheit – Toleranz“, Dresden 2016 (gefördert von der Staatsministerin für Gleichstellung und Integration
sowie dem Sächsischen Ausländerbeauftragten).
Die wirtschaftliche und indust-
rielle Entwicklung Sachsens hin
zum heutigen traditionsreichen
und international angesehenen
Industrie- und Wissenschafts-
standort ist immer mit Zuwande-
rung verbunden gewesen.
Nach Sachsen kamen Bergleute,
Maschinenbauer, Autopioniere,
Investoren, Künstler und Wissen-
schaftler aus allen Erdteilen.
Die Vorfahren der heutigen
Sachsen waren zumeist Zuwande-
rer, die in damaligen slawischen
Gebieten siedelten.

6
7
ZIELGRUPPEN DES ZIK II
Zielgruppe des ZIK II sind zunächst
Menschen mit Migrationshintergrund.
2
Dazu gehören sowohl neu zugewan-
derte Menschen als auch Menschen,
die schon lange in Sachsen leben und
die ihre Integration noch verbessern
wollen. Für eine gute Integration
müssen alle bereit zur Integration
sein und auch eigene Integrations-
anstrengungen unternehmen.
Im Freistaat Sachsen lebten im
Jahre 2016 267.000 Menschen mit
Migrations hintergrund.
3
Davon waren
knapp 37 Prozent (98.000) deutsche
Staatsbürgerinnen und -bürger. Im
Jahre 2016 ließen sich in Sachsen
1.453 Menschen einbürgern. Der Anteil
von Menschen mit Migrationshinter-
grund an der Gesamtbevölkerung
betrug
nach der Umfrage im Jahre
2016 in Sachsen 6,5 Prozent. Das be-
deutet eine Steigerung um 2,4 Prozent
gegenüber dem Jahr 2012.
In Sachsen lebten zum 31.12.2016
insgesamt 4.081.783 Menschen. Von
der zahlenmäßig größten Gruppe der
Ausländer, das heißt der Menschen
mit Migrationshintergrund, die keine
deutsche Staatsangehörigkeit haben,
besaßen 171.631 eine ausländische
Nationalität. Das bedeutet eine Stei-
gerung gegenüber dem Vorjahr um
8,1 Prozent. Insgesamt entsprach
die Zahl einem Ausländeranteil von
knapp 4,2 Prozent, der zum Stich-
tag weit unter dem bundesweiten
Anteil von mehr als 11 Prozent lag.
Zum Stichtag 31.12.2017 lebten laut
Ausländerzentralregister (AZR) 195.227
ausländische Menschen in Sachsen.
Zum Stichtag 31.12.2017 lebten in
Sachsen insgesamt 23.917 Asylbe-
werber (mit laufenden Anträgen im
Asylverfahren und mit abgelehnten
Anträgen). Seit dem Jahr 2012 hat der
Freistaat Sachsen
zudem insgesamt
knapp 2.000 Men-
schen im Rahmen der
A
u
f
n
a
hm
e
p
ro
gr
amm
e
des Bundes für syrische Flüchtlinge,
des Landesaufnahmeprogramms und
anderer humanitärer Aufnahme-
programme aufgenommen. Zum
31.12.2017 lebten 24.872 anerkannte
Asylbewerber, das heißt Personen mit
Aufenthaltserlaubnissen nach § 25
Abs. 1 bis 3 AufenthG, in Sachsen.
2
N
ach der aktuellen Definition des Statistischen Bundesamtes (Destatis 2017) verfügt eine Person über einen
Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren
ist. Dazu gehören im Einzelnen:
• zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer,
• zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte,
• (Spät)Aussiedlerinnen und (Spät)Spätaussiedler (deutsche Staatsbürgerschaft),
• mit deutscher Staatsangehörigkeit geborene Nachkommen der drei zuvor genannten Gruppen.
3
N
achweise zu den Zahlenangaben in dieser Darstellung finden sich in der Langfassung des ZIK II, zugänglich unter
www.zik.sachsen.de.
Zum Stichtag 31.12.2017 lebten
195.227 ausländische Menschen
in Sachsen.

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ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
Nicht zuletzt ist aber auch die ein-
heimische Bevölkerung Zielgruppe der
Integration. Dies betrifft vor allem die
Stärkung der Mitverantwortung für
das demokratische Gemeinwesen und
für die Gestaltung des gemeinsamen
Miteinanders. Dazu gehören vor allem
ein offenes, respektvolles und vorur-
teilfreies gesellschaftliches Klima.
TOP 20 DER STAATSANGEHÖRIGKEITEN IN SACHSEN
Stand: 31.12.2017

8
9
INTEGRATIONSVERSTÄNDNIS DES
FREISTAATES SACHSEN
Vor diesem Hintergrund hat sich der
Freistaat Sachsen folgendes Integra-
tionsverständnis gegeben:
„Die Staatsregierung versteht unter
der Integration
4
von Menschen mit
Migrationshintergrund einen gesamt-
gesellschaftlichen und generationen-
übergreifenden Prozess, der auf eine
gleichberechtigte Teilhabe in allen
Bereichen des gesellschaftlichen,
wirtschaftlichen, kulturellen und
politischen Lebens abzielt.
Dieser
Prozess wird bedarfsorientiert durch
verschiedene Leistungen und Ange-
bote unterstützt. Art und Umfang der
Teilhabemöglichkeiten des Einzelnen
richten sich hierbei nach dem aufent-
haltsrechtlichen Status.
Integration ist eine zentrale Quer-
schnittsaufgabe mit Chancen und
gleichzeitigen Herausforderungen
für Sachsen. Erfolgreiche Integration
trägt dazu bei, vor dem Hintergrund
des demografischen Wandels und
einer
zunehmenden Globalisierung,
die Handlungs- und Leistungsfähig-
keit des Gemeinwesens nachhaltig
zu stärken, aktiv zu gestalten und
weiterzuentwickeln. Integration be-
inhaltet grundsätzlich zwei Perspek-
tiven: Zum einen die Einbindung von
Menschen mit Migrationshintergrund
in das gesellschaftliche Gefüge, zum
anderen die Bewahrung und Förderung
des Zusammenhalts der Gesellschaft.
Integration wird dann gelingen, wenn
sich alle in Sachsen lebenden Men-
schen unabhängig von ihrer kulturellen
und sozialen Herkunft auf der Grund-
lage der freiheitli-
chen demokratischen
Grundordnung, deren
Ordnungsprinzipien
und Wertvorstellun-
gen mit Respekt und
Toleranz begegnen.
Alle hier lebenden
Menschen sind für
das Gelingen der
Integration verant-
wortlich. Eine hohe
Motivation aller Beteiligten zu
Veränderungs- und Verantwortungs-
bereitschaft bildet den Schlüssel für
erfolgreiche Integration und für eine
starke demokratische Gesellschaft.
Integration schafft Zusammenhalt.“
4
D
as Wort „Integration“ kommt aus dem Lateinischen und steht für die Schaffung einer Einheit aus einer Vielzahl.
Integration wird dann gelin-
gen, wenn sich alle in Sachsen
lebenden Menschen unabhängig
von ihrer kulturellen und sozialen
Herkunft auf der Grundlage der
freiheitlichen demokratischen
Grundordnung, deren Ordnungs-
prinzipien und Wertvorstellun-
gen mit Respekt und Toleranz
begegnen.

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
KERNBOTSCHAFTEN DES ZUWANDERUNGS-
UND INTEGRATIONSKONZEPTES
Die folgenden fünf Kernbotschaften
stellen eine Zusammenfassung der
wesentlichen Inhalte des ZIK II dar,
um einen schnellen Zugang zu den
umfangreichen Ausführungen zu
ermöglichen:
1. ZUKUNFTSAUFGABEN KOMMUNIZIEREN.
DEBATTEN FÜHREN. KONSENS ERREICHEN.
Globalisierung, Digitalisierung und
Wissensgesellschaft stellen beson-
dere Anforderungen an den Freistaat
Sachsen. Hinzu kommen rückläufige
staatliche Finanzierungen und der
demo grafische Wandel. Integration
hat als Querschnittsaufgabe eine
besondere Bedeu-
tung für die Zukunft.
Denn sie berührt alle
gesellschaftlichen
und politischen Dimensionen, ins-
besondere das Regierungshandeln.
Daher betrachtet die sächsische
Staatsregierung die Aufgabenbereiche
Zuwanderung und Integration auch
als Teil einer Gesamtstrategie. Der
Freistaat Sachsen braucht neben anderen
arbeitsmarktpolitischen Maßnah-
men qualifizierte Zuwanderung zur
Sicherstellung des wirtschaftlichen
Wachstums im Land und wird durch
die Aufnahme von Flüchtlingen seiner
humanitären Verantwortung gerecht.
Für einen gesamtgesellschaftlichen
Konsens darüber sind sachliche und
offene gesellschaftliche Debatten
notwendig.
Integration hat als Querschnitts-
aufgabe eine besondere Bedeu-
tung für die Zukunft.
Der Freistaat Sachsen braucht neben anderen arbeitsmarktpolitischen
Maßnahmen qualifizierte Zuwanderung zur Sicherstellung des wirtschaft-
lichen Wachstums im Land und wird durch die Aufnahme von Flüchtlingen
seiner humanitären Verantwortung gerecht.

10
11
3. SICHER AUF DEM BODEN DES
GRUNDGESETZES UND DER SÄCHSISCHEN
VERFASSUNG. HALTUNG ZEIGEN.
2. POTENZIALE AUSSCHÖPFEN. CHANCENGLEICHE
TEILHABE ERMÖGLICHEN.
Grundgesetz und Sächsische Verfassung
mit ihrer Rechts- und Werteordnung
bilden den Rahmen des Zusammenle-
bens aller hier lebenden Menschen, für
kulturelle Vielfalt und Identitätsent-
faltung. Die Würde des Menschen ist
die wichtigste Wertentscheidung
des
Grundgesetzes und auch die Basis
aller Grundrechte in Sachsen. Das
heißt, jeder Mensch ist unabhängig
von Herkunft, Geschlecht und Alter
gleich wertvoll.
Alle Menschen in Sachsen sollen
ermutigt werden, demokratische Ver-
antwortung zu übernehmen und sich
aktiv für ein friedliches und demokra-
tisches Zusammenleben einzusetzen.
Abweichungen von der Rechtsord-
nung, wie Sicherheitsbedrohungen
durch Kriminalität
und Extremismus,
sind mit den Mitteln
des Rechtsstaates
und der frühzeitigen
Prävention zu entgegnen. Durch
Zivilcourage kann menschenfeind-
lichen und -verachtenden Positionen
glaubhaft entgegengetreten werden.
Das ZIK II enthält hierzu im Handlungs-
feld Gesellschaftlicher Zusammenhalt
(Teil 4) Anregungen und Maßnahmen.
Wir möchten Menschen mit Migrations-
hintergrund innerhalb ihrer individuellen
aufenthaltsrechtlichen Situation eine
gleichberechtigte Teilhabe an zentralen
Bereichen der Gesellschaft ermöglichen
und Potenziale gezielt fördern.
Dazu wurden Maßnahmen in folgenden
Handlungsfeldern entwickelt (Teil 3):
• Sprache und Verständigung
Frühkindliche und schulische Bildung
• Nachholende Schulbildung
• Hochschulbildung/Wissenschaft
• Aus- und Weiterbildung/Arbeit
• Wohnen/Wohnumfeld
• Gesundheit und Pflege
• Gleichstellung von Frau und Mann
• Gewaltschutz
• Antidiskriminierungspolitik
• Interkulturelle Öffnung von Verwal-
tung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
Jeder Mensch ist unabhängig von
Herkunft, Geschlecht und Alter
gleich wertvoll.

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
4. ZUSAMMENGEHÖRIGKEIT KOMMUNIZIEREN.
GESELLSCHAFTLICHES MITEINANDER STÄRKEN.
5. INTEGRATION ERFOLGREICH MACHEN.
UMSETZUNG BEGLEITEN. ZIELE MESSEN.
Wir – Miteinander: Der Aspekt Ge-
sellschaftlicher Zusammenhalt fragt
nach der Qualität des solidarischen
Mitein anders unserer Gesellschaft.
Demokratie und gesellschaftlicher
Zusammenhalt leben von aktiver Mit-
wirkung, Gemeinsinn
und Einstehen für
das demokratische
Gemeinwesen. Inte-
gration ist kein Sprint,
sondern ein Marathon.
Es handelt sich um
einen gesamtgesellschaftlichen und
bisweilen generationenübergreifenden
Prozess. Die Zunahme von kultureller
Vielfalt und Lebensweisen beinhaltet
neben Chancen für Innovation auch
die Zunahme von Konflikten im Alltag.
Gegenseitiger Respekt, die Akzeptanz
demokratischer Werte, Bereitschaft
zu Dialog und zur Unterstützung für
alle Mitglieder der Gesellschaft bil-
den die Basis für eine vertrauensvolle
Konflikt- und Mitwirkungskultur. Das
ZIK II möchte diesen Prozess durch die
Maßnahmen im Handlungsfeld Ge-
sellschaftlicher Zusammenhalt aktiv
unterstützen.
Integrationserfolge sollen gemessen
und dargestellt werden. Das ZIK II
benennt Ziele, Maß-
nahmen und Akteure
in verschiedenen
Handlungsfeldern
und enthält kon-
krete Vorgaben zum
Aufbau eines stra-
tegischen Integra-
tionsmanagements. Dazu dienen vor
allem ein dynamischer Umsetzungs-
plan, die Vernetzung der Integrations-
akteure, der Aufbau eines landesinternen
Integrationsmonitorings, die regelmä-
ßige Integrationsberichterstattung
und eine aktive Integrationsforschung.
Die fortlaufende Kontrolle der Zielstel-
lungen ermöglicht zeitnahe Anpassungen
an geänderte Lebensumstände und
gesellschaftliche Diskussionen.
Integration ist kein Sprint, son-
dern ein Marathon. Es handelt
sich um einen gesamtgesell-
schaftlichen und bisweilen gene-
rationenübergreifenden Prozess.
Das ZIK II benennt Ziele, Maß-
nahmen und Akteure in ver-
schiedenen Handlungsfeldern
und enthält konkrete Vorgaben
zum Aufbau eines strategischen
Integrationsmanagements.
Bild: Aktion Perspektivwechsel in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Dresden

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12
13

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
HANDLUNGSFELDER IM ÜBERBLICK
THEMA: HANDLUNGSFELD SPRACHE UND
VERSTÄNDIGUNG
Wesentlicher Inhalt:
Für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, für die Deutsch
keine Muttersprache ist, ist der Erwerb der deutschen Sprache elementar.
Deutsch sprechen, lesen und schreiben zu können, ist unabdingbare Vorausset-
zung für eine gelingende Integration. Ein kontinuierlicher Spracherwerb ist daher
zu fördern und einzufordern.
Zudem soll individuelle Sprachmittlung Menschen mit Migrationshintergrund
frühzeitig eine gute Verständigung mit der einheimischen Bevölkerung und
insbesondere mit den Behörden ermöglichen. Auf diese Weise können anfangs
bestehende Sprachbarrieren überwunden werden.
Ziele des Handlungsfeldes:
• einen schnellen Zugang zu Sprach-
kursen entsprechend dem jeweiligen
Sprachniveau zu ermöglichen,
• den Menschen mit Migrationshin-
tergrund, die über keinen Zugang
zu bundesfinanzierten Sprach-
beziehungsweise Integrationskursen
verfügen, landesfinanzierte Sprach-
kurse anzubieten,
den selbständigen, anwendungsorien-
tierten Spracherwerb zu unterstützen,
• in lebensrelevanten Situationen eine
gute Sprachmittlung zu ermöglichen.
Beispiele für Maßnahmen der
Staatsregierung (Auswahl):
Spracherwerb:
• Gegenüber dem Bund auf eine
bessere Steuerung des Sprach-
kurszugangs hinwirken. Parallel
dazu das kooperative Steuerungs-
management zur regionalen Koordi-
nierung der Spracherwerbsangebote
von EU, Bund und Land optimieren.
• Ergänzendes eigenes Landessprach-
programm für alle Zugewanderten,
die keinen Anspruch auf einen
Bundes-Integrationskurs haben,
in die Kommunen zugewiesen und
nicht mit einem Arbeitsverbot belegt
sind (Alphabetisierungskurse sowie
Kurse ‚Deutsch sofort‘ und ‚Deutsch
qualifiziert‘) – neu (!): Förderung von
Landes sprachkursen im Justizvollzug
für nicht-deutschsprachige Gefangene.
• Ehrenamtliche Sprachkurse zur
vertiefenden Anwendung des Spra-
cherwerbs fördern.
Verständigung:
• „Erstorientierungskurse für Asyl-
suchende“ in allen sächsischen

14
15
Erstaufnahmeeinrichtungen als
Regelangebot verankern.
Servicestellen für Sprach- und Integ-
rationsmittler (SprInt) zur Unterstüt-
zung der Kommunen beim Aufbau
lokaler Sprachmittlerdienste fördern.
THEMA: HANDLUNGSFELD FRÜHKINDLICHE
UND SCHULISCHE BILDUNG
Wesentlicher Inhalt:
Frühkindliche und schulische Bildung schaffen die nachhaltige Grundlage für
gelingende Integration und individuelle Erfolge. Sie sind Voraussetzungen für
Zukunftschancen und Teilhabegerechtigkeit. Investitionen in Bildung und
lebenslanges Lernen stärken zudem den Wirtschaftsstandort und schaffen eine
sichere Basis zur Deckung des Fachkräftebedarfs.
• Das bedeutet, den gesamten Bildungsverlauf von der frühkindlichen Bildung
über die Schule hin zur Erstausbildung/Studium als einen durchgängigen
Bildungsprozess (Kita, Grundschule, weiterführende Schule, Berufsausbildung/
Studium) weiter zu verbessern und dessen Übergänge optimal zu gestalten.
• Es bedeutet weiterhin, sprachliche Bildung zur Entwicklung einer bildungs-
sprachlichen Kompetenz in der deutschen Sprache weiter zu optimieren und
die Zwei- und Mehrsprachigkeit als besondere Bildungsressource weiter
zu fördern.
Praxisbeispiel: Ergänzendes Landessprachprogramm sowie Sprach-
und Integrationsmittlung
Am Landessprachprogramm für Zugewanderte, die keinen Anspruch auf
einen Bundes-Integrationskurs haben, konnten 2017 schon über 10.000
Asylsuchende teilnehmen.
Der Aufbau von zahlreichen Standorten der Sprach- und Integrations-
mittlung im Land Sachsen hat einen Vorbildcharakter für eine flächen-
deckende Versorgung mit diesen wichtigen Angeboten. Pro Kommune
haben wir etwa 77.000 Euro, pro Jahr also insgesamt eine Million Euro
in die Struktur der Servicestellen SprInt investiert. Die Migrantinnen und
Migranten profitieren davon auf zwei Arten: Zunächst wird natürlich
die Verständigung erleichtert, und qualifiziertes Dolmetschen erspart
auch hohe Folgekosten. Andererseits bieten die SprInt-Servicestellen
Qualifizierungen für Migrantinnen und Migranten an und ermöglichen
diesen damit den Zugang zum Arbeitsmarkt.

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
Ziele des Handlungsfeldes:
• Herstellung von Chancengerech-
tigkeit im Bereich der frühen Bildung
durch Angebote in Krippe, Kinder-
tagespflege, Kindergarten und Hort
auf der Grundlage des sächsischen
Bildungsplans,
• Herstellung von Chancengerech-
tigkeit im Bereich der schulischen
Bildung auf der Grundlage des
Sächsischen Schulgesetzes und der
sächsischen Konzeption zur Integra-
tion von Migranten vom 01.08.2000
(Ermöglichung des bestmöglichen
Schul- und Berufsabschlusses).
Beispiele für Maßnahmen der
Staatsregierung (Auswahl):
Frühkindliche Bildung:
• Willkommens- und Sprachkitas
ausbauen und ein integrationsför-
derndes Klima schaffen.
• Fachkräfte in interkultureller
Kompetenz aus- und fortbilden,
Sprachkompetenzen verbessern
sowie bedarfsgerecht Fachkräfte
und Freiwillige mit Migrationshin-
tergrund, Sprachkenntnissen und
interkultureller Kompetenz gewinnen.
• Kitas in sozial benachteiligten
Quartieren durch gezielte perso-
nelle, finanzielle oder materielle
Maßnahmen fördern.
Elternarbeit kultursensibel gestalten, um
die Betreuungsquote von Kindern mit
Migrationshintergrund zu verstärken.
Schulische Bildung:
• Bildungssprache und sprachliche
Bildung systematisch entwickeln
als Aufgabe jedes Unterrichtsfaches
durch den Einsatz der Niveaube-
schreibungen Deutsch als Zweit-
sprache
(unter anderem durch
Sicher stellung des Unterrichtsfa-
ches Deutsch als Zweitsprache [DaZ]).
• Zwei- und Mehrsprachigkeit als Bil-
dungsressource fördern (im Rah-
men der Ganztagsangebote und des
herkunftssprachlichen Unterrichts).
• Schulen mit Vorbereitungsklassen
unterstützen (spezifische Beratungs-
und Unterstützungsangebote).
Praxisbeispiel: WillkommensKITAs in Sachsen
Ende 2014 wurde das Modellprojekt „Willkommenskitas“ in Sachsen
gestartet. Projektträger ist die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.
WillkommensKITAs sind interkulturelle Orte, an denen Kinder aus asyl-
suchenden Familien willkommen sind und sich wohlfühlen. Teilnehmende
Pädagoginnen und Pädagogen bauen ein lokales Unterstützungs-Netz-
werk mit Experten auf, um den Integrationsprozess vor Ort zu gestalten.
Mittlerweile werden 21 ausgewählte Einrichtungen mit Fortbildungen,
Beratern vor Ort und dem Aufbau von Netzwerken bei der Aufnahme
von Flüchtlingskindern unterstützt. Gefördert wird das Programm vom
Sächsischen Staatsministerium für Kultus und dem Landesprogramm
Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz des Freistaates Sachsen.

16
17
THEMA: HANDLUNGSFELD NACHHOLENDE BILDUNG
Wesentlicher Inhalt:
Flüchtlingen fehlt neben Deutschkenntnissen vielfach auch die erforderliche
schulische Vorbildung für den Einstieg in eine Berufsausbildung. Gleichzeitig ist
das Potenzial für Helfertätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt begrenzt und tendenziell
rückläufig. Eine wichtige Aufgabe gelingender Integration ist es, möglichst viele
junge Flüchtlinge in eine Berufsausbildung zu führen. Damit können ihre Chancen
auf nachhaltige Arbeitsmarktintegration erhöht und es kann mittel- bis langfristig
ein Beitrag zur Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs geleistet werden.
Ziele des Handlungsfeldes:
• Kompetenzen der Teilnehmenden in
einer konzertierten Maßnahme zur
Herstellung der Anschlussfähigkeit
zur Ausbildungsvorbereitung so
weit zu erhöhen, dass ein erfolg-
reicher Übergang in bestehende
weiterführende Wege der beruflichen
Praxisbeispiel: Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
in der Vorbereitungsklasse
Zur Unterstützung des Schulerfolgs wurde ein Instrument zur pro-
zessbegleitenden pädagogischen Diagnostik eingeführt – die Niveau-
beschreibungen Deutsch als Zweitsprache für die Primarstufe, für die
Sekundarstufe I und für die Sekundarstufe II. Mit dieser innovativen
Entwicklung werden der bildungspolitische Anspruch „Sprachliche Bildung
ist Aufgabe jedes Faches“ und die Entwicklung bildungssprachlicher
Kompetenzen unterstützt.
Somit ist es den Betreuungslehrern und den anderen Fachlehrern möglich,
systematisch spezifische Informationen über den individuellen Sprach-
bildungsprozess ihrer Schülerinnen und Schüler zu erhalten und diesen
gezielt zu begleiten.
Praxisbeispiel: Herkunftssprachlicher Unterricht
Das vorhandene Sprachpotenzial der Kinder, die zwei- und mehrsprachig
aufwachsen, wird in Sachsen als Begabung wahrgenommen und bestmöglich
gefördert. Deshalb bietet der Freistaat Sachsen für diese Kinder fakultativ
einen herkunftssprachlichen Unterricht in zurzeit 14 Sprachen (Arabisch,
Bulgarisch, Chinesisch, Italienisch, Persisch, Polnisch, Russisch, Spanisch,
Türkisch, Vietnamesisch, Ukrainisch, Ungarisch, Japanisch, Portugiesisch) an.

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
THEMA: HANDLUNGSFELD HOCHSCHULBILDUNG /
WISSENSCHAFT
Bildung (innerhalb des 4-Phasen-
Modells der Bundesagentur für Ar-
beit) und/oder Beschäftigung am
allgemeinen Arbeitsmarkt möglich
wird. Die Integration in eine Berufs-
ausbildung durch Herstellung der
Ausbildungsreife ist das vorran-
gige Ziel.
Maßnahme der Staatsregierung (Mo-
dellprojekt):
• Bildungsmodul des Sächsischen
Staatsministeriums für Kultus
„Berufsbereichsbezogene Grund-
bildung für junge Erwachsene mit
Migrationshintergrund ohne oder
mit stark unterbrochener Bildungs-
laufbahn“ zum Erwerb einer berufs-
bereichsbezogenen Grundbildung
(Schwerpunkte: Mathematik,
N
at
ur
wis
s
ens
c
haf
t
en
,
Inf
or
mati-
onstechnik und berufsbereichsbe-
zogene Fachsprache), ergänzt durch
Angebote der Bundesagentur für Ar-
beit (zum Beispiel durch betriebliche
Praktika oder Arbeitsgelegenheiten).
Wesentlicher Inhalt:
Der Zugang zu den Hochschulen steht Unionsbürgerinnen und -bürgern sowie
Drittstaatenangehörigen zu den gleichen Bedingungen offen wie Deutschen.
Internationale Studierende sind ein wachsendes Potenzial für den sächsischen
Arbeitsmarkt und stellen in der positiven Wanderungsbilanz Sachsens einen wich-
tigen Faktor dar. Die Wissenschaft kann durch den Zugewinn an internationalen
Nachwuchskräften und Experten an Qualität und Innovationskraft gewinnen.
Ziele des Handlungsfeldes:
• Die sächsischen Hochschulen und
Forschungseinrichtungen sollen
als Orte der gelebten Internatio-
nalität gestärkt werden. Sie sind
wichtige Akteure des interkul-
turellen Dialoges im Bereich von
Bildung, Forschung, Entwicklung
und Innovation.
• Die wissenschaftliche Exzellenz der
sächsischen Hochschulen dient als
Magnet für ausländische Wissen-
schaftlerinnen und Wissenschaftler.
• Ausländische Absolventen sollen
beim Übergang in den Arbeitsmarkt
besser beraten und ausgebildet
werden, um sie auch in Sachsen zu
halten.
• Die Absolventen sollen gut auf den
Übergang in den Arbeitsmarkt vor-
bereitet werden, um fehlende Fach-
kräfte für den deutschen Arbeits-
markt zu gewinnen.
• Auch in der Gruppe der Flüchtlinge
soll vorhandenes akademisches
Potenzial erschlossen werden.

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Beispiele für Maßnahmen der Staats-
regierung (Auswahl):
• Die Hochschulen schreiben jeweils
ihre spezifischen Internationalisie-
rungsstrategien fort und setzen
diese um.
• Die Akademischen Auslandsämter
der Hochschulen wurden personell
verstärkt, um dem erhöhten Bera-
tungsbedarf Rechnung zu tragen.
• Durch die Umsetzung hochschulin-
terner Projekte (zum Beispiel Men-
torenprogramme, Propädeutika und
Sprachkurse) soll der Studienerfolg
von ausländischen Studierenden ver-
bessert werden.
Praxisbeispiel: Career Service an Sächsischen Hochschulen
Der Career Service an Sächsischen Hochschulen (zum Beispiel TU Chemnitz,
TU Dresden, Westsächsische Hochschule Zwickau) fördert die Vernetzung
von akademischen Nachwuchskräften und potentiellen Arbeitgebern. Mit
einem breiten Dienstleistungsspektrum begleiten die Kompetenzzentren
auch ausländische Studierende aller Fachbereiche, um sie optimal auf
den Start ins Berufsleben vorzubereiten und Arbeitgeber frühzeitig bei
der Gewinnung von Fachkräften zu unterstützen.
Praxisbeispiel: Sprachkurse an Hochschulen
Fünf Hochschulen in Sachsen haben zusätzliche Sprachkurse zur Vor-
bereitung von Flüchtlingen auf die Deutsche Sprachprüfung für den
Hochschulzugang (DSH) eingerichtet. Diese Sprachkurse haben das Ein-
gangsniveau B2 GER und sind dem Grunde nach BAföG-fähig.
Praxisbeispiel: Forschung und Wissenschaft zum Thema Integration
Um die Voraussetzungen für erfolgreiche Integration zu identifizieren
und die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen zu
verstehen, können Wissenschaft und Forschung einen wichtigen Beitrag
leisten. Deshalb unterstützt der Freistaat das „Zentrum für Integrations-
studien“ (ZfI) an der TU Dresden und das „Forschungsnetzwerk IFRIS“ –
Integrations-, Fremdenfeindlichkeits- und Rechtsextremismusforschung
in Sachsen).

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
THEMA: HANDLUNGSFELD AUS- UND
WEITERBILDUNG / ARBEIT
Wesentlicher Inhalt:
Gut ausgebildete Menschen mit Migrationshintergrund können zur Fachkräfte-
sicherung in Sachsen beitragen. Durch ihre Kompetenzen und ihre Ideen können
sie Impulse für Innovationen geben. Ihre Sprachkenntnisse und Kontakte in die
Heimatländer können dem Aufbau und der Pflege weltweiter wirtschaftlicher
Beziehungen dienen.
Ziele des Handlungsfeldes:
• die Zuwanderung von Hochqualifi-
zierten, Fachkräften, Nachwuchs-
kräften (Auszubildende, Studierende)
und Unternehmerinnen und Unter-
nehmern aus anderen EU Mitglied-
staaten und Drittstaaten zu fördern,
• die Bedeutung der Arbeitnehmer-
freizügigkeit innerhalb der Europäi-
schen Union und für eine Integration
der Arbeits- und Ausbildungsmärkte
im sächsisch-tschechischen und
sächsisch-polnischen Grenzraum
zu betonen,
• Menschen mit Migrationshinter-
grund (insbesondere Flüchtlinge)
entsprechend ihrem aufenthalts-
rechtlichen Status bei der erfolgrei-
chen Integration in den sächsischen
Arbeitsmarkt zu unterstützen, da-
mit diese ihren Lebensunterhalt selbst
bestreiten und einen Beitrag zur
Fachkräftesicherung leisten können.
Beispiele für Maßnahmen der Staats-
regierung (Auswahl):
• Für den Standort Sachsen um Fach-
und Nachwuchskräfte werben.
• Menschen mit Migrationshintergrund
bedarfs- und zielgruppenorientiert
Informationen, Beratung und Orien-
tierung bieten, insbesondere zu
Arbeits- und Lebensbedingungen,
Ausbildungs- und Beschäftigungs-
möglichkeiten sowie Unterstüt-
zungsangeboten.
• Kleine und mittlere Unternehmen
(KMU) bei der Gewinnung und In-
tegration ausländischer Fach- und
Nachwuchskräfte unterstützen.
Sich dafür einsetzen, dass die Qualifi-
kationen und Kompetenzen von nach
Sachsen kommenden Menschen mit
Migrationshintergrund frühzeitig er-
fasst, geprüft und anerkannt werden.
• Jüngere Menschen mit Migrations-
hintergrund ohne abgeschlossene
Berufsausbildung bei der Aufnahme
und dem erfolgreichen Abschluss ei-
ner Berufsausbildung unterstützen.

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Bild oben: Potenziale nutzen, Chancen ergreifen
Bild unten: Junger Afghane in der Ausbildung

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
Praxisbeispiel: Modellprogramm „Arbeitsmarktmentoren für
Geflüchtete“
Mit dem Modellprogramm des Sächsischen Staatsministeriums für Wirt-
schaft, Arbeit und Verkehr sollen geflüchtete Menschen möglichst rasch
und nachhaltig in eine Berufsausbildung oder sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung gebracht werden. Kern des Programms sind Mentoren, die
Geflüchteten auf dem gesamten Weg der Ausbildungs- beziehungsweise
Arbeitsmarktintegration beratend und begleitend zur Seite stehen und bei
der Inanspruchnahme von Regelinstrumenten und vorhandenen Förder-
programmen helfen. Diese Mentoren unterstützen auch Arbeitgeber und
Ausbildungsbetriebe mit Rat und Tat, um eine möglichst reibungslose
Eingliederung der neuen Mitarbeiter oder Auszubildenden in den be-
trieblichen Alltag zu gewährleisten. Sachsenweit werden 14 Projekte mit
jeweils zwei bis sechs Arbeitsmarktmentoren gefördert. In jedem Landkreis
beziehungsweise jeder Kreisfreien Stadt ist ein Projekt aktiv.
Praxisbeispiel: Beratungsstelle für ausländische Beschäftigte (BABS)
Legale Arbeit unter fairen Bedingungen und Gleichbehandlung aller
Beschäftigten in Sachsen. Unter diesem Motto unterstützt die Erstberatung
durch die Beratungsstelle für ausländische Beschäftigte in Sachsen
(BABS) alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus EU-Mitgliedslän-
dern, die in Sachsen ihre Tätigkeit ausüben oder es konkret planen. Es
werden in Sachsen angestellte sowie entsandte Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer beraten. Die Beratung wird in mehreren Sprachen
(Deutsch, Tschechisch, Polnisch, Slowakisch, Ungarisch, Rumänisch
und Englisch) angeboten.
Praxisbeispiel: Verfahren AKZESS – Ausländische Fachkräfte-Zuwan-
derung effizient und sensibel steuern
Seit 2011 wird in den Ausländerbehörden der Standorte Chemnitz,
Dresden, Leipzig und Mittelsachsen dieses beschleunigte One-Stop-
Government-Verfahren mit besonderen Servicekomponenten für Arbeits-
und Bildungsmigranten und deren Familienangehörige durchgeführt. Ein
Aufenthaltstitel wird in der Regel innerhalb von vier Wochen erteilt und
somit ein schneller Arbeitsmarktzugang ermöglicht. Ergänzend werden
seit 2013 über das zweisprachige Webportal
www.zuwanderung.sach-
sen.de umfangreiche Informationen zu den rechtlichen Bedingungen der
Freizügigkeit, zur Fachkräftezuwanderung und zum Familiennachzug
bereitgestellt. Dort sind auch zweisprachige Informationsblätter zu den
Aufenthaltstiteln für die Arbeitsmigration zum Download eingestellt und
ein interaktives Programm „Klick zum Aufenthaltstitel für kluge Köpfe“.

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Praxisbeispiel: Gemeinschaftsstand „Willkommen in Sachsen –
Zuwanderung und Arbeitsmarkt“ auf der Messe KarriereStart
Der Stand ist ein Knotenpunkt für Fragen der Zuwanderung und zum
Arbeitsmarkt mit Ansprechpartnern für die Themenbereiche Auf-
enthaltsrecht, Spracherwerb, Integration, Anerkennung ausländischer
Berufsabschlüsse und Qualifizierungen, Vermittlung in den Arbeitsmarkt
sowie Übergang zwischen Studium und Erwerbstätigkeit.
Praxisbeispiel: Modellprojekte zur Fachkräftesicherung für Grüne Berufe
Gut ausgebildete Menschen mit Migrationshintergrund könnten zur
Fachkräftesicherung im Bereich der Grünen Berufe in Sachsen beitragen.
Im Rahmen von zwei Modellprojekten der Landschaftspflegeverbände
Westsachsen e.V. beziehungsweise Zittauer Gebirge und Vorland e.V., die
finanziell für die Dauer von 1,5 Jahren durch das Sächsische Staatsminis-
terium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL ) unterstützt werden, werden
seit Herbst 2017 Flüchtlingen und Migranten mit Bleibeperspektive
Orientierungspraktika für eine spätere Ausbildung als Gärtner, Land-,
Tier- oder Pferdewirt angeboten. Zielgerichtet soll hiermit eine erfolg-
reiche Integration in den sächsischen Arbeitsmarkt unterstützt werden.
Dies ist auch ein Bereich mit Nachwuchsschwierigkeiten. Es gibt in
jedem
der Projekte einen Mentor, der beratend, begleitend sowohl den
Unternehmen wie auch den Praktikanten zur Seite steht. Diese Praktika
tragen gleichzeitig dazu bei, den ländlichen Raum, in dem die meisten
der Praktikumsorte liegen, besser kennenzulernen, in Kontakt mit den
Menschen zu treten und sich mit den hiesigen typischen Arbeitsabläufen
auseinanderzusetzen.

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
THEMA: HANDLUNGSFELD WOHNEN / WOHNUMFELD
Wesentlicher Inhalt:
Menschen mit Migrationshintergrund in Sachsen sollen im Rahmen ihrer
wirtschaftlichen Möglichkeiten selbstbestimmt am Wohnungsmarkt teilnehmen.
Sie sind auf gute Nachbarschaft und ein Miteinander im Quartier sowie auf Orte
der Integration angewiesen, unabhängig davon, ob ihr Aufenthalt langfristig oder
vorübergehend ist. Dabei sind ausgewogene Bewohnerstrukturen anzustreben.
Eine Segregation von Menschen mit Migrationshintergrund, das heißt eine
räumliche Konzentration und Isolation, verbunden mit sozialer Ausgrenzung,
soll vermieden werden.
Ziele des Handlungsfeldes:
• sich für eine gleichberechtigte
Teilhabe von Menschen mit Migra-
tionshintergrund am Wohnungs-
markt einzusetzen und Städte und
Gemeinden dabei entsprechend zu
unterstützen,
• auf sozial und ethnisch ausgewogene
Bewohnerstrukturen in einem gut
gestalteten Wohnumfeld hinzu-
wirken,
• gute Bedingungen für die zentrale
und dezentrale Unterbringung von
Flüchtlingen sicherzustellen.
Beispiele für Maßnahmen der Staats-
regierung (Auswahl):
• Menschen mit Migrationshinter-
grund in benachteiligten Stadtge-
bieten niedrigschwellige, informelle
Vorhaben zur Bildung, sozialen
Integration und Erhöhung der Be-
schäftigungsfähigkeit im Rahmen
des sächsischen ESF-Programms
„Nachhaltige soziale Stadtentwick-
lung“ anbieten.
• Die staatliche Förderung des sozialen
Wohnungsbaus in einzelnen Städten
mit entsprechendem Bedarf fort-
führen, um dort bedarfsgerechten
und bezahlbaren Wohnraum für
einkommensschwache Haushalte
zu schaffen.
• Die aus den Bund-Länder-Pro-
grammen der Städtebauförderung
bekannte Institution des Quar-
tiersmanagers zu einem Quar-
tiers- und Integrationsmanager
(QIM) weiterentwickeln.
• Zugangsdiskriminierungen abzu-
bauen und zu verhindern (durch
Förderung der Zusammenarbeit
zwischen Kommunen und Woh-
nungsgesellschaften sowie des Ein-
satzes von Kommunalen Integrati-
onskoordinatoren [KIK] und weiteren
Modellprojekten).
• Attraktive Angebote für Flüchtlinge
im ländlichen Raum gemeinsam
mit den Kommunen anbieten
(Wohnung, Sprache, Arbeit) und
dies zum Beispiel auch auf der
Grundlage von LEADER-Entwick-
lungsstrategien umsetzen.

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Bild: "Willkommen, daheeme!"

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
Unterbringung Flüchtlinge
• Erstaufnahmekapazitäten bedarfs-
gerecht bereitstellen.
• Gewaltschutzkonzept für Erstauf-
nahmeeinrichtungen umsetzen
und evaluieren.
• Gleichmäßige Verteilung der unbe-
gleiteten minderjährigen Ausländer
(UMA) auf alle Landkreise und
Kreisfreien Städte beibehalten.
Praxisbeispiel: Gute Nachbarschaft und Miteinander im Quartier
Über den Investitionspakt „Soziale Investition im Quartier“ wird zum
Beispiel in Zwickau ein Integrationszentrum als Migrationsbegegnungs-
stätte und in Dresden die „Villa Kulturwerk“ als Raum für interkultu-
relle Begegnungen gefördert.
Praxisbeispiel: Attraktive Angebote für Flüchtlinge im ländlichen Raum
Über die Programme der Städtebauförderung wird die Sanierung von
Wohngebäuden, in denen Wohnungen bei Bedarf vorrangig für Flüchtlinge
bereitgehalten werden, mit einem erhöhten Fördersatz bezuschusst.
Praxisbeispiel: Wohnsitzauflage für anerkannte Flüchtlinge seit
1. April 2018
Die seit 1. April 2018 geltende landesweite Wohnsitzauflage für aner-
kannte Flüchtlinge ist ein wichtiges integrationspolitisches Instrument,
um eine einigermaßen gleichmäßige Verteilung der Geflüchteten in Sachsen
beizubehalten. Wenn die Staatsregierung nicht gegensteuert, gibt es
einen enormen Zuzug in die großen Städte, allen voran Dresden und Leipzig.
Damit steigt die Gefahr, dass die Sprachkursangebote in den Städten aus
allen Nähten platzen, während es im ländlichen Raum nur eine zu geringe
Anzahl von Teilnehmenden gibt. Es soll weiterhin auch verhindert werden,
dass die städtische Infrastruktur, zum Beispiel bei Kindertageseinrichtungen
oder Schulen, an ihre Belastungsgrenze gerät. Integration bedeutet
fördern und fordern. Insoweit ist diese Wohnsitzauflage ein wichtiger
Baustein auch zur gelingenden Integration in Sachsen.

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THEMA: HANDLUNGSFELD GESUNDHEIT UND PFLEGE
Wesentlicher Inhalt:
Die gleichberechtigte Teilhabe an der gesundheitlichen Versorgung (Inanspruch-
nahme des Leistungsangebotes, Zugang) ist entsprechend den rechtlichen
Möglichkeiten sicherzustellen. Die wachsende kulturelle Vielfalt erfordert
eine kultursensible Leistungserbringung.
Ziele des Handlungsfeldes:
• eine entsprechende qualitativ hoch-
wertige und kultursensible medizi-
nische Versorgung umzusetzen und
• die Zusammenarbeit der Akteure im
Gesundheitswesen zu unterstützen.
Beispiele für Maßnahmen der Staats-
regierung (Auswahl):
Die bestmögliche interkulturelle Aus-
und Weiterbildung medizinischer
Fachkräfte fördern, auch hinsichtlich
der Sensibilisierung für Traumafolgen;
hinwirken auf die Aufnahme in alle
relevanten Ausbildungs- und Studi-
enordnungen im Freistaat.
• Personen mit Migrationshintergrund
für Tätigkeiten in der Pflege und me-
dizinischen Versorgung gewinnen.
• Zielgruppenspezifische Informa-
tions- und Beratungsangebote zum
deutschen Gesundheitssystem sowie
Informationen über gesundheitliche
Aufklärung und Prävention sowie
die Begleitung und Unterstützung
präventiver und gesundheitsförder-
licher Konzepte bereitstellen.
Fortbildungsmaßnahmen zur Qualifi-
zierung von Fachkräften der Kinder-
und Jugendhilfe zur sexuellen Bildung
junger Flüchtlinge fortführen.
• Die psychische Gesundheit fördern
auf der Grundlage einer abgestimm-
ten Kommunikation und engen Zu-
sammenarbeit der maßgeblichen
Institutionen.
Praxisbeispiel: Flüchtlingsambulanzen
Während des laufenden Asylverfahrens haben Asylbewerber einen
Anspruch auf medizinische Versorgung. Diese wird in der Regel von
ortsansässigen Ärzten durchgeführt. Zusätzlich zur bestehenden ärztli-
chen Versorgung durch niedergelassene Ärzte stehen an den Standorten
Dresden und Chemnitz Praxen zur ambulanten ärztlichen Versorgung von
Flüchtlingen zur Verfügung. Hier erhalten Patienten mit regulärem Be-
handlungsschein die ihnen zustehende Schmerz- und Akutbehandlung. Der
Praxisbetrieb ist auf die Behandlung ausländischer Patienten eingerichtet.
Neben Ärzten sind auch immer Dolmetscher anwesend.

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ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
Bild: Junger syrischer Mediziner in Dresden

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THEMA: HANDLUNGSFELD GLEICHSTELLUNG
VON MANN UND FRAU
Wesentlicher Inhalt:
Die Umsetzung von Maßnahmen zur Gleichstellung von Frau und Mann erfordert
angesichts differierender geschlechtsspezifischer Rollen- und Rechtsvorstellungen
in anderen Kulturen teilweise eine besondere Aufklärungs-, Sensibilisierungs-
und Beratungsarbeit für beide Geschlechter. Initiativen zur Demokratisierung der
Geschlechterverhältnisse im Migrationsbereich dürfen sich nicht wie bisher fast
ausschließlich an Frauen richten – sie müssen auch die Männer mit Migrations-
hintergrund als Akteure einbeziehen. In Angeboten für Flüchtlinge ebenso wie
für Akteurinnen und Akteure der Flüchtlingshilfe und der Jugendhilfe sind die
in den Kulturen differierenden Bilder von Männlichkeit und Vaterschaft ebenso
zu thematisieren wie männerspezifische Reaktionen auf Zugangsbarrieren und
Diskriminierungserfahrungen.
Ziele des Handlungsfeldes:
• Das Thema Gleichstellung von Frau
und Mann durch gezielte Informa-
tion beziehungsweise Aufklärung
in den Fokus einer umfangreichen
Sensibilisierung stellen, unter
Beachtung der kulturellen Unter-
schiede in den Einstellungen und
Praxisbeispiel: Psychosoziale Zentren für seelisch belastete Menschen
mit Flucht- und Migrationshintergrund
Seit 2015 fördert der Geschäftsbereich der Staatsministerin für Gleich-
stellung und Integration den Aufbau eines landesweiten Angebots zur
Beratung von traumatisierten Geflüchteten.
In Sachsen gibt es drei Psychosoziale Zentren für seelisch belastete Men-
schen mit Flucht- und Migrationshintergrund (PSZ); das PSZ Dresden, das
PSZ Leipzig und das PSZ Chemnitz. Die Projektpartner Mosaik Leipzig e.V.,
das Boot gGmbH (Dresden) und das SFZ Förderzentrum gGmbH (Chemnitz)
bieten psychologische und psychosoziale Beratung für seelisch belas-
tete Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund im Einzel- und
Gruppensetting an.
Darüber hinaus werden Schulungen zum kultur- und psychologisch sensiblen
Umgang mit traumatisierten Geflüchteten angeboten, um vorhandene
Angebote im Regel- und Hilfesystem für die Zielgruppe zu öffnen.

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
THEMA: HANDLUNGSFELD GEWALTSCHUTZ
Geschlechterrollen (Rollenbilder
von Frau und Mann insbesondere bei
Menschen mit Migrationshintergrund
aus nicht-westlichen Kulturkreisen,
gegebenenfalls gesonderte Bedarfe
für Frauen mit Migrationshintergrund).
• Ein breites präventives Angebot
zur Aufklärung über Gleichbe-
rechtigung und das Selbstbestim-
mungsrecht von Frauen bereit-
stellen insbesondere für Menschen
mit Migrationshintergrund aus
nicht-westlichen Kulturkreisen.
• Die geschlechtsspezifische Integ-
ration von Flüchtlingen neben den
obligatorischen Erstorientierungs-
kursen fördern und insbesondere
die Kommunen bei der Unterbreitung
von niedrigschwelligen Angeboten
insbesondere für junge Mädchen
und Frauen unterstützen.
• Geschlechtssensible Vorgehensweise
der staatlichen und nichtstaatlichen
Akteurinnen und Akteure fördern,
insbesondere bei der Beratung von
Frauen mit Migrationshintergrund
und bei der Unterbreitung von
Angeboten (dazu gehört auch ge-
gebenenfalls die Bereitstellung von
geschützten Räumen für Frauen und
die Schaffung individueller Angebote
von Frauen für Frauen).
• Für die Lebensbedingungen von
Frauen und Müttern aus nicht-west-
lichen Kulturkreisen sensibilisieren
(zum Beispiel hinsichtlich der Be-
reitstellung einer Kinderbetreuung
zur Wahrnehmung von Angeboten).
Praxisbeispiel: Empowerment von Frauen mit Migrationshintergrund
Frauen mit Migrationshintergrund gelten als Motor der Integration.
Gezielte Angebote zur Stärkung und Bildung von Frauen sind daher
von großer gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Über die Förderricht-
linien Chancengleichheit sowie Integrative Maßnahmen wurden 2017
13 Projekte gefördert. Dazu gehören unter anderem „Interkulturelle
Mädchentreff MiO“ von Frauenkultur e.V. in Leipzig, „Frauen bewegen
Frauen“ vom Bündnis Buntes Meißen e.V. oder „Ankommen – Mütter mit
Migrationshintergrund arbeiten“ vom Frauenförderwerk Dresden e.V.
Wesentlicher Inhalt:
Geschlechtsspezifische Rollenbilder stellen oft eine gravierende Barriere für
den Zugang zum Hilfesystem zur Bekämpfung häuslicher Gewalt dar.

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Ziele des Handlungsfeldes:
Es ist das Ziel der Staatsregierung, dass
Menschen mit Migrationshintergrund
einen uneingeschränkten Zugang
zum Hilfesystem bekommen. Als eine
weitere besonders vulnerable Gruppe
haben auch LSBTTIQ mit Migrations-
hintergrund Anspruch auf Schutz und
Beratung in Fällen von häuslicher,
sexueller und hassmotivierter Gewalt.
Beispiele für Maßnahmen der Staats-
regierung (Auswahl):
• Frauen (gegebenenfalls auch Män-
ner) und ihre Kinder schützen, die
von häuslicher oder sexualisierter
Gewalt betroffen sind.
• Einrichtung des ersten Schutzhauses
für geflüchtete Frauen in Sachsen
durch Frauen für Frauen e.V., geför-
dert durch Förderrichtlinie Chancen-
gleichheit, Infokampagne.
• Gewaltschutzkonzept für Erstauf-
nahmeeinrichtungen des Freistaates
Sachsen vom 02.02.2016 (sofern
die örtlichen Begebenheiten es zu-
lassen, dient das Konzept auch zur
Orientierung für Kommunen bei der
Unterbringung von Flüchtlingen in
Gemeinschaftsunterkünften).
• Gewaltbetroffene LSBTTIQ schützen
und beraten.
Praxisbeispiel: Schutzhaus für geflüchtete Frauen und ihre Kinder
Das erste sächsische Schutzhaus für geflüchtete Frauen und ihre Kinder
wurde 2016 in Leipzig eröffnet. Im Rahmen eines Pilotprojektes werden die
Frauen, die in dem Schutzhaus temporär wohnen können, stabilisiert und
gestärkt. Mit der Erweiterung ihrer sprachlichen, kulturellen und rechtlichen
Kompetenzen wird die Handlungsfähigkeit der Frauen verbessert.
Praxisbeispiel: Gewaltschutzkonzept für Erstaufnahmeeinrichtungen
Gewalt war häufig eine Konstante im Leben der Flüchtlinge in den Her-
kunftsländern oder auf der Flucht. Auch in Deutschland, wo sie Zuflucht
und Schutz vor Gewalt suchen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass
sie in den Flüchtlingsunterkünften sexualisierte oder häusliche Gewalt
durch Partner, Mitbewohner oder Personal erleben. Das Zusammenleben
von Menschen aus unterschiedlichen Nationen und Ethnien auf engem
Raum in den Asylunterkünften birgt Konfliktpotential. Das Sicherheits-
rahmenkonzept zur Erhöhung der Sicherheit in und um die Erstaufnahmen
enthält erste Festlegungen zum Umgang mit besonders schutzbedürftigen
Personen. Diese werden durch das vorliegende Gewaltschutzkonzept
näher ausgestaltet. Dazu gehören insbesondere die Festlegung von
Standards
für das Verhalten nach Gewalt gegen besonders schutzbe-
dürftige Personen sowie Vorgaben zur Präventionsarbeit.

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
THEMA: HANDLUNGSFELD
ANTIDISKRIMINIERUNGSPOLITIK
Wesentlicher Inhalt:
Diskriminierungen sind ein schwerwiegendes Hindernis für eine gelingende
Integration. Antidiskriminierungspolitik dient dem Schutz der Betroffenen, stärkt
sie und hilft ihnen bei der Durchsetzung von Rechtsansprüchen.
Ziele des Handlungsfeldes:
Menschen mit Migrationshinter-
grund, insbesondere Flüchtlinge,
sind eine wichtige Zielgruppe bei der
„Strategie zum Schutz vor Diskrimi-
nierung und Förderung von Vielfalt
im Freistaat Sachsen“, die auch gegen
Mehrfachdiskriminierungen wirksam
vorgehen will. Der Landesaktions-
plan zur Akzeptanz der Vielfalt von
Lebensentwürfen bezieht auch die
Belange von LSBTTIQ mit Migrati-
onshintergrund mit ein.
Beispiele für Maßnahmen der Staats-
regierung (Auswahl):
• „Strategie zum Schutz vor Diskri-
minierung und zur Förderung von
Vielfalt im Freistaat Sachsen“ durch
die Staatsregierung umsetzen.
• Das Modellprojekt zum Aufbau einer
flächendeckenden Antidiskriminie-
rungsberatung in Sachsen 2017
bis 2020 (unter anderem durch
die effektive Vernetzung zwischen
Antidiskriminierungsberatung und
Migrationsberatung) realisieren.
Den „Landesaktionsplan zur Akzeptanz
der Vielfalt von Lebensentwürfen“
umsetzen.
Praxisbeispiel: Modellprojekt Antidiskriminierungsberatung
Bislang gab es für die Antidiskriminierungsberatung in Sachsen ledig-
lich eine kommunale Beratungsstelle mit einer halbe Personalstelle in
Leipzig. Diese Stelle des Antidiskriminierungsbüros konnte bei weitem
den Bedarf für ganz Sachsen nicht abdecken. Im Rahmen des Modell-
projektes wird der Standort Leipzig nun ausgebaut, und in Chemnitz und
Dresden werden neue Beratungsstellen errichtet. Das Modellprojekt zur
Antidiskriminierungsberatung durch das Antidiskriminierungsbüro ist
erfolgreich angelaufen.

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33
THEMA: HANDLUNGSFELD INTERKULTURELLE
ÖFFNUNG – „CHARTA DER VIELFALT“
Wesentlicher Inhalt:
Die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in den Organisa-
tionen schafft ein Arbeitsumfeld, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von ihrem
Geschlecht, ihrer Herkunft oder Nationalität, ihrer Religion oder Weltanschauung,
einer eventuellen Behinderung, ihrem Alter, ihrer sexuellen Orientierung und
Identität. Dies sind die Grundgedanken der „Charta der Vielfalt“.
Ein wichtiger Schwerpunkt ist dabei die interkulturelle Öffnung. Diese zielt
als Entwicklungsprozess innerhalb einer Organisation darauf hin, jene Hürden
abzubauen, die Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu der ihnen
zustehenden sozialen, rechtlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Teil-
habe am gemeinschaftlichen Leben erschweren beziehungsweise verhindern.
Ziele des Handlungsfeldes:
• Die Erhöhung des Anteils von Men-
schen mit Migrationshintergrund in
der öffentlichen Verwaltung spiegelt
die Vielfalt der Gesellschaft wider
und stärkt insbesondere das Ver-
trauen von Menschen mit Migra-
tionshintergrund in staatliche
Institutionen.
• Mehrsprachigkeit und interkultu-
relle Kompetenz sind als wichtige
zusätzliche Qualifikationen aner-
kannt und müssen im Rahmen von
Aus- und Fortbildungen gefördert
werden.
• Interkulturelle Kompetenz soll in
der Landesverwaltung als Quali-
tätskriterium verankert werden.
• Öffentliche und private Instituti-
onen sind für Öffnungsprozesse
zu sensibilisieren und dabei zu
unterstützen.
Beispiele für Maßnahmen der Staats-
regierung (Auswahl):
• Menschen mit Migrationshinter-
grund für den öffentlichen Dienst
gewinnen und einstellen.
• „Charta der Vielfalt“ durch die
Sächsische Staatsregierung unter-
zeichnen.
• Respektvolle, wertschätzende Hal-
tung und Offenheit an die Bediens-
teten der öffentlichen Verwaltung
vermitteln (zum Beispiel durch
partizipatorisch erstellte Leitbilder
der Wertschätzung von Vielfalt auf
Führungs- und Mitarbeiterebene
mit Berichtspflichten).
• Strategische Organisationsentwick-
lung im Sinne eines Vielfaltsmanage-
ments („Diversity Management“)
ermöglichen.
• Interkulturelle Fortbildung der
Beschäftigten der Sächsischen
Landesverwaltung sicherstellen und

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ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
Teilnahme erhöhen sowie interkultu-
relle Bildung und Kompetenzen in allen
Ausbildungs- und Studiengängen für
die öffentliche Verwaltung vermitteln.
• Kommunikationskompetenz in der
Verwaltung verbessern hinsichtlich
fachbezogener Sprachkenntnisse
sowie durch den ergänzenden Ein-
satz von Sprachmittlung insbe-
sondere bei Dienstleistungen und
vermehrtem Kontakt zu Menschen
mit Migrationshintergrund.
Praxisbeispiel: Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration
Der Geschäftsbereich der Staatsministerin für Gleichstellung und Inte-
gration berücksichtigt in Stellenausschreibungen gezielt Menschen mit
Migrationshintergrund („Ebenso freuen wir uns über Bewerbungen von
Bürgern mit Migrationshintergrund.“). Das Neunte Verbändegespräch
Integration hat den thematischen Schwerpunkt „Interkulturelle Öffnung
von Behörden und Organisationen als Basis von Integrationsarbeit.“ Die
neu etablierten Kommunalen Integrationskoordinatoren (KIK) unterstützen
unter anderem gezielt die interkulturelle Öffnung der Kommunalver-
waltungen. Die Einrichtung einer ressortübergreifenden Arbeitsgruppe
„Interkulturelle
Öffnung der Verwaltung“ ist geplant. Zudem wird die
interkulturelle Öffnung von Institutionen durch die Förderrichtlinie
Integrative Maßnahmen Teil 1 (zum Beispiel Parität Sachsen) unterstützt.
Bild unten: Vielfalt macht bei uns Karriere

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THEMA: HANDLUNGSFELD GESELLSCHAFTLICHER
ZUSAMMENHALT
Wesentlicher Inhalt:
Der Aspekt des gesellschaftlichen Zusammenhalts fragt nach der Qualität des
solidarischen Miteinanders unserer Gesellschaft. Gesellschaftliche Prozesse
fordern den Zusammenhalt in unserer Gemeinschaft permanent heraus. Dazu
zählen unter anderem der demografische Wandel, die soziale Ungleichheit, eine
zunehmende Pluralisierung individueller Lebenslagen, aber auch die Zunahme
kultureller Vielfalt durch Zuwanderung.
Daher ist es Ziel sächsischer Politik, die Verbundenheit aller in Sachsen lebenden
Menschen unabhängig von ihrer Herkunft zu stärken sowie ihre Identifikation
mit dem demokratischen Gemeinwesen als solchem und dessen Institutionen
unter Berücksichtigung der jeweiligen Rahmenbedingungen in Großstädten
sowie in Städten und Gemeinden im ländlichen Raum Sachsens zu unterstützen
und zugleich die aktive Mitwirkung der Menschen am Gemeinwesen und deren
grundsätzlicher Orientierung am Gemeinwohl zu fördern. Sachsen soll allen hier
lebenden Menschen eine gute Heimat sein.
Ziele des Handlungsfeldes:
• die Zufriedenheit mit der Demokratie
stärken und zur aktiven Mitwirkung
anregen (1),
für gegenseitigen Respekt und Offenheit
gegenüber kultureller Vielfalt werben (2),
• staatliche Maßnahmen zur Ge-
währleistung der Sicherheit und
zur Prävention gegen Extremismus
den Erfordernissen anpassen (3).
Bild: Gemeinsames generationenübergreifendes Lernen

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
Zu 1)
Die Zufriedenheit mit der
Demo kratie stärken und zur aktiven
Mitwirkung anregen.
Demokratie braucht Zustimmung und
Beteiligung. In der freiheitlichen De-
mokratie ist jeder aufgefordert, an den
demokratischen Prozessen mitzuwirken
und das Gemeinwesen mitzugestalten.
Ein größeres Verständnis für demo-
kratische Prozesse, Wissen um Mitbe-
stimmungs- und Mitgestaltungsmög-
lichkeiten sowie eine Beteiligung vieler
Menschen in Sachsen an Planungs-
und Entscheidungsprozessen schaffen
Vertrauen und Zugehörigkeitsgefühl.
Dabei sind – auch unter Beteiligung
gesellschaftlicher Akteure – differen-
zierte Ansätze zur Demokratie– und
Bürgerbeteiligung für den gesamten
Freistaat zu entwickeln beziehungs-
weise anzuregen. Entscheidend ist die
Etablierung einer konstruktiven Konflikt–
und Mitwirkungskultur.
• Zivilcourage und Demokratiebe-
wusstsein stärken,
• Konstruktive Konflikt- und Mitwir-
kungskultur fördern,
• Politisches Engagement fördern,
• Freiwilliges gesellschaftliches
Engagement stärken.
Zu 1) Praxisbeispiel: Demokratieförderung (WOS) im Kita-Bereich
Im Rahmen des Modellprojektes „WillkommenKITAs“ der Deutschen
Kinder- und Jugendstiftung, das durch das Landesprogramm „Weltof-
fenes Sachsen“ (WOS) finanziert wird, bauen die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der ausgewählten Kita-Einrichtungen in Sachsen lokale
Unterstützungsnetzwerke
mit Experten auf, zum Beispiel Migrations-
beratungen. Gemeinsam tragen sie dazu bei, den Integrationsprozess
vor Ort zu gestalten und Vorurteile abzubauen. So werden diese Einrich-
tungen zu interkulturellen Orten, an denen Kinder aus asylsuchenden
Familien willkommen sind und sich wohlfühlen.
Zu 1) Praxisbeispiel: Demokratieförderung (WOS) Lokales Potenzial
stärken
Das Engagement für Demokratie, respektvolles Miteinander und Zivil-
courage im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wird durch
den lokalen Projektträger Aktion Zivilcourage e.V. mittels des Projekts
„Stärkung von Demokratie und Zivilcourage sowie Information und
Aufklärung zum Thema Rechtsextremismus“
gefördert und gestärkt.
Das Projekt zielt mit seinem Handlungskonzept einerseits darauf ab, das
zivil- und bürgerschaftliche Engagement für die nachhaltige Gestaltung
einer demokratischen Kultur zu befördern und andererseits die Verbrei-
tung von rechtsextremen Erscheinungsweisen im Landkreis Sächsische
Schweiz-Osterzgebirge zu reduzieren.

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Zu 1) Praxisbeispiel: Demokratieförderung (WOS) in der Schule
Demokratische Werte von jungen Menschen stärken sowie ihre
Persön lichkeits- und Werteentwicklung unterstützen, sind die Ziele
eines Projektes der Courage-Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V.
Im Rahmen des Projektes werden Bildungsmaßnahmen durchgeführt, in
denen Wissen über Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
vermittelt werden. Die Zielgruppen lernen, Empathie für Betroffene zu
entwickeln, sich kritisch an gesellschaftlichen Diskursen zu beteiligen,
ihre eigenen Vorurteile und die der anderen zu hinterfragen und gesell-
schaftlich zu verorten und sich couragiert gegen Ausgrenzung, Rassismus
und Diskriminierung einzusetzen.
Zu 1) Praxisbeispiel: Schule im Dialog (S!D)
Das neue Projekt der Landeszentrale für politische Bildung unterstützt
Schulen als Orte der politischen Bildung und angstfreier konstruktiver
Diskussionskultur. S!D berät Schulen bei der Entwicklung von Veran-
staltungen zu aktuellen und kontroversen Themen, auch in Kooperation
mit außerschulischen Akteuren aus Politik und Zivilgesellschaft und
unterstützt Angebote zur Stärkung der schulischen Akteure.
Zu 1) Praxisbeispiel: Würdigung des ehrenamtlichen Engagements
für Flüchtlinge
Das auch in Sachsen seit dem Jahre 2015 freiwillige Engagement für
Flüchtlinge mit einer enormen Hilfsbereitschaft ist stärker anzuerkennen
und zu würdigen. Gute Integration in Sachsen muss noch sichtbarer
werden. Das geschieht zum Beispiel öffentlichkeitswirksam durch den
Integrationspreis, gestiftet vom Geschäftsbereich Gleichstellung und
Integration und dem Sächsischen Ausländerbeauftragten sowie durch
die Vergabe des Marwa-el-Sherbini-Stipendiums an zukünftige Füh-
rungskräfte, die sich für die Integration in Sachsen einsetzen. Seit 2016
werden mit der Kategorie „Engagement in der Arbeit mit Flüchtlingen“
durch den Sächsischen Bürgerpreis Menschen und Initiativen geehrt, die
sich für Flüchtlinge ehrenamtlich engagieren . Der Sächsische Ausländerbe-
auftragte und der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e.V.
ehren zudem mit dem Sterntaler-Preis das besondere Engagement in der
Arbeit mit Flüchtlingskindern und deren Familien.

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
Zu 2)
Für gegenseitigen Respekt und
Offenheit gegenüber kultureller Viel-
falt werben.
Das Grundgesetz und die Verfassung des
Freistaates Sachsen schützen die Würde
des Menschen. Jeden einzelnen Men-
schen schützen sie davor, wegen seines
Geschlechtes, seiner Abstammung,
seiner Rasse,
seiner Sprache, seiner
Heimat und Herkunft, seines Glaubens,
seiner religiösen oder politischen
Anschauungen benachteiligt oder be-
vorzugt zu werden. Dies ist Grundlage für
ein friedvolles und respektvolles Zusam-
menleben aller Menschen in Sachsen.
Gegenseitiger Respekt ist auch die
Grundlage gelingender Integration. Tole-
ranz und Offenheit gegenüber kultureller
Vielfalt kann von der Staatsregierung
nicht verordnet werden. Der gegensei-
tige Respekt jedoch bildet die Grundlage
unseres demokratischen Gemeinwesens
und des Miteinanders vor Ort. Als solcher
ist er von allen Beteiligten in jeder Situa-
tion zu fordern und zu fördern.
Gerade im Kulturbereich gibt es zahlreiche
Projekte, die zum Dialog anregen und das
gegenseitige Verständnis und den Respekt
fördern. Auch die Kulturförderung des
Freistaates Sachsen sowie die staatlichen
Kultureinrichtungen haben es sich zum Ziel
gesetzt, diesen Dialog zu unterstützen.
Alltagsorientierung von Menschen mit
Migrationshintergrund verbessern,
• Begegnungen, Dialog und interkul-
turelles Verständnis fördern,
• Akzeptanz von Menschen mit
Migrationshintergrund durch sach-
gerechte Information stärken.
Zu 2) Praxisbeispiel: Erstorientierung für Flüchtlinge und
Flüchtlingssozialbetreuung
Mit den seit 2015 zunächst als Modellprojekt geführten Erstorientie-
rungskursen (ehemals Wegweiserkurse), einer Mischung aus Sprachwerk-
statt und Kulturmittlung, investiert der Freistaat in die Vermittlung erster
Sprachfertigkeiten, unserer Grundwerte auf Basis des Grundgesetzes
und damit in ein konstruktives Zusammenleben in der Gesellschaft. Nun
können wir diese als Regelangebot allen Asylsuchenden in den Einrich-
tungen zur Verfügung stellen. Damit erhalten sie eine erste kulturelle und
sprachliche Orientierung. Von diesen Kursen haben inzwischen bereits
8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitiert“.
Mit der Förderung der qualifizierten sozialpädagogischen Betreuung von
asylsuchenden Flüchtlingen hat der Geschäftsbereich Gleichstellung und
Integration neben der Erstorientierung einen wichtigen Türöffner in unsere
Gesellschaft gesetzt.
Zu 2) Praxisbeispiel: Kommunale Integrationskoordinatoren
Für die erfolgreiche Integrationsarbeit in den Landkreisen sind die Kom-
munalen
Integrationskoordinatorinnen und -koordinatoren (KIK) von

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entscheidender Bedeutung. Sie unterstützen die Städte und Gemeinden
der jeweiligen Kreise bei ihren Integrationsaufgaben und werden seit
dem Jahre 2015 vom Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration
gefördert. Ab dem Jahr 2018 können auch die Kreisfreien Städte dieses
Angebot in Anspruch nehmen. Seit Beginn 2017 bot der Geschäftsbe-
reich Gleichstellung und Integration des Sächsischen Staatsministeriums für
Soziales und Verbraucherschutz mit Kooperationspartnern eine Schulung in
allen sächsischen Landkreisen an. Insgesamt nahmen rund 200 Personen teil.
Zu 2) Praxisbeispiel: Verbraucherschutz ist für alle da
Menschen, die erst kurze Zeit bei uns leben oder die aus verschiedenen Grün-
den Schwierigkeiten haben, sich in unserer Gesellschaft zurecht zu finden,
laufen Gefahr, wirtschaftliche Fehlentscheidungen zu treffen, deren Ausmaß
sie mitunter gar nicht abschätzen können. Dieses wichtige Aufklärungs- und
Schulungsprogramm wird daher über das Förderprogramm Integrative Maß-
nahmen ermöglicht. Gerade für geflüchtete Menschen, denen zunächst ein
überschaubares finanzielles Budget zur Verfügung steht, kann eine Beratung
zu wirtschaftlich nachhaltigem Handeln wertvolle Unterstützung bieten.
Bild: Gemeinsames Fastenbrechen

ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
Zu 3)
Staatliche Maßnahmen zur
Gewährleistung der Sicherheit und
zur Prävention gegen Extremismus
den Erfordernissen anpassen.
Die öffentliche Sicherheit ist zu
gewährleisten. Kriminalität sowie
politischem oder politisch-religiösem
Extremismus müssen klare Grenzen
aufgezeigt werden. Es darf in unserem
Land auch künftig keine Parallelgesell-
schaften geben, die für sich existieren.
Derartigen Entwicklungen muss durch
Aufklärung, Prävention und Intervention
entgegengewirkt werden. Extremismus
– ganz gleich ob rechts, links, isla-
mistisch oder anderweitig motiviert
– muss mit allen rechtsstaatlichen
Mitteln entgegengetreten werden.
Extremistischen Positionen wird auch
durch präventive Arbeit vorgebeugt.
• Sicherheitsrelevante Maßnahmen,
• Sicherheit von Menschen mit
Migrationshintergrund gewähr-
leisten,
• Extremismusprävention.
Zu 3) Praxisbeispiel: Neuausrichtung des Polizeilichen Staatsschutzes,
Einrichtung eines Polizeilichen Terrorismus- und Extremismusab-
wehrzentrums (PTAZ)
Das Bekanntwerden der Mordserie des „NSU“ im November 2011 hatte
zu einer grundsätzlichen Neubewertung der Gefährdungslage im Bereich
der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) -rechts- geführt. Ausgehend
von dieser Neubewertung haben Polizei, Verfassungsschutz und Justiz
eine Vielzahl von Maßnahmen getroffen, um herausragende Tatkomplexe
der PMK -rechts- noch effektiver zu bekämpfen und die Zusammenarbeit
der Behörden in diesem Bereich weiter zu optimieren. Hierzu gehören
ganz maßgeblich die Einrichtung der Gemeinsamen Informations- und
Analysestelle von Polizei und Verfassungsschutz (GIAS, 2012), des
Operativen Abwehrzentrums (OAZ, 2013), der Staatsschutzkonferenzen
auf regionaler Ebene (2014), der Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen
(INES)-PMK (2015; seit 1. Dezember 2017 fortentwickelt zur Zentralstelle
Extremismus Sachsen, kurz ZESA) sowie die Neuausrichtung der Mobilen
Einsatz- und Fahndungsgruppen (MEFG, 2016). Die Sicherheitslage hat
sich inzwischen gravierend verändert und wird immer komplexer. Die
Gründe hierfür liegen im dynamisch wachsenden islamistischen Terro-
rismus, einer zunehmenden Fremdenfeindlichkeit im Bereich der PMK
-rechts-, einer hohen Gewaltorientierung in Teilen der linken Szene und
den Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Phänomenberei-
chen der PMK. Vor diesem Hintergrund ist der Polizeiliche Staatsschutz
der sächsischen Polizei zum 1. Oktober 2017 neu ausgerichtet und ge-
stärkt worden. Kern ist dabei der Ausbau des OAZ zu einem Polizeilichen
Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) im LKA sowie

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die Stärkung und Dislozierung des Polizeilichen Staatsschutzes in den
Polizeidirektionen. Es handelt sich dabei nicht nur um eine strukturelle
Veränderung, sondern gleichzeitig um eine der größten Investitionen
der sächsischen Polizei in die Bekämpfung der PMK. So wird die Zahl der
Mitarbeiter in diesem Bereich bis 2020 um rund 60 auf dann knapp 400
Staatsschützer anwachsen.
Zu 3) Praxisbeispiel: Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikali-
sierungsprävention des Freistaates Sachsen (KORA)
Das Leitziel der KORA besteht darin, islamistische Radikalisierung zu
verhindern. Gleichzeitig will sie unter anderem bei potentiell Betroffe-
nen dafür sorgen, dass sie sich wieder der freiheitlichen demokratischen
Grundordnung verbunden fühlen. Die KORA hat am 1. März 2017 ihre
Arbeit
aufgenommen. Das Hauptziel der KORA besteht darin, die De-
mokratiefähigkeit potenziell Betroffener zu stärken. Die Arbeit der KORA
stützt sich auf fünf Säulen: Dialog mit muslimischen Organisationen,
Fortbildung, Angehörigen- und Umfeldberatung, De-Radikalisierungs-
beratung und Ausstiegsberatung.
Zu 3) Praxisbeispiel: Fortschreibung des MITA-Konzeptes
Das zunehmende In-Erscheinung-Treten von Asylbewerbern als Tat-
verdächtige hatte Ende 2014 dazu geführt, dass Polizei und Staats-
anwaltschaft in Sachsen einen täterorientierten Bearbeitungsansatz
für mehrfach/intensiv tatverdächtige Asylbewerber (MITA) eingeführt
haben, um die Gesamtschau auf den Tatverdächtigen zu ermöglichen,
der innerhalb eines Jahres mehr als fünf Straftaten begeht. Dabei werden
alle geführten Ermittlungen an einer Stelle gebündelt und die Verfahren
beschleunigt bearbeitet. Im Zuge des Jahres 2015 wurde der Ansatz
bereits auf alle Zuwanderer ausgeweitet und mit Wirkung vom 1. Januar
2018 dahingehend fortgeschrieben, dass Zuwanderer als MITA registriert
werden, wenn Sie mehr als fünf Straftaten (Nichtberücksichtigung der
absoluten Antragsdelikte sowie von Straftaten gemäß 265a StGB) in
den letzten zwölf Monaten begangen haben oder mindestens zweimal
wegen
eines Verbrechens innerhalb der letzten zwölf Monate in Er-
scheinung getreten sind.
Darüber hinaus wurde die Zusammenarbeit
zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft, Ausländerbehörden und Zentraler
Ausländerbehörde intensiviert, insbesondere durch Übermittlung hoch
prioritärer MITA-Fälle mit dem Ziel der beschleunigten Abschiebung. So
konnten im Jahr 2017 bereits 42 MITA abgeschoben werden.

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ZUWANDERUNGS- UND INTEGRATIONSKONZEPT II DES FREISTAATES SACHSEN
KURZFASSUNG
AUSBLICK
Liebe Leserinnen und Leser,
wir befinden uns in einem gesamtgesellschaftlichen Veränderungspro-
zess, der seine Zeit dauern wird, aber gestaltet werden muss. Eine aktive
Zuwanderungs- und Integrationspolitik mit einem strategischen Inte-
grationsmanagement ist eine Investition in die Zukunft des Freistaates
Sachsen.
An dieser Stelle möchte ich ganz klar sagen: Viele Menschen mit Migrati-
onshintergrund in Sachsen sind motiviert und leisten täglich ihren Beitrag
für ein gutes Miteinander. Viele Neuangekommene wollen sich hier etwas
aufbauen. Das gilt insbesondere für Flüchtlinge. Ihre Integration ist eine
Aufgabe, die viel Engagement und Geduld erfordert. Dennoch kann auch
diese sich auszahlen, da sich die Integrationskosten im Fall einer Arbeits-
aufnahme mittel- bis langfristig rechnen. Unser Modellprojekt zur nachho-
lenden
Schulbildung für junge erwachsene Flüchtlinge wird dazu einen
wichtigen Beitrag leisten.
Ich bin der festen Überzeugung, dass jede Investition in Integration
gleichzeitig auch eine Investition in den Wohlstand, die Sicherheit und den
Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist. Integration kostet, aber keine
Integration wird noch viel mehr kosten. Denn die Integration Einzelner
wirkt sich immer auch auf die gesamte Gesellschaft aus. Sie geht jeden
von uns etwas an. Lassen Sie uns jetzt gemeinsam beginnen. Jeder an
seinem Ort.
Petra Köpping
Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

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IMPRESSUM
Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration
Albertstraße 10
01097 Dresden
pressegi@sms.sachsen.de
www.smgi.sms.sachsen.de
Redaktion:
Pressestelle Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration
Gestaltung und Satz:
Z&Z Agentur Dresden
Druck:
Lößnitz Druck GmbH
Redaktionsschluss:
02. Mai 2018 (Im Nachgang zum Redaktionsschluss wurde auf S. 7 eine offensichtliche
Unstimmigkeit in der Print-Fassung korrigiert.)
Bezug:
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
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Copyright
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von Auszügen und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten.
Diese Publikation wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abge-
ordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.
Bildnachweise:
Titelbild
Rawpixel.com
|
Bild Ministerin
Kerstin Pötzsch
|
S. 13
DRK Landesverband Sachsen e.V.
S. 21
oben: Titelbild Wandkalender "Auf einen Blick", iStock / kupicoo; unten: SMGI / Youssef Safwan
S. 25
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|
S. 28
Steffen Giersch
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S. 34
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S. 35
Christian Wobst
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S. 39
SMGI
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S. 43
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