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LANDESAMT FÜR UMWELT,
LANDWIRTSCHAFT
UND GEOLOGIE
2C
Gemeinde
Thallwitz
CO
HOUS
ING
DER ORT THALLWITZ
GSEducationalVersion
GSEducationalVersion
Die Gemeinde Thallwitz, beziehungsweise der gleichnamige Ortsteil liegt etwa 26 Kilometer entfernt vor den Toren Leipzigs. Die Gemeinde wird im Westen
von der Mulde und im Osten von den Hohburger Bergen begrenzt. Die Flüsse Lossa und Schwarzbach, sowie der Gaudlitzberg prägen zudem das Land-
schaftsbild. Die durch das Dorf laufende Staatsstraße zwischen Wurzen und Eilenburg unterstreicht auch heute noch die historisch gewachsene städtebau-
liche Struktur eines Zeilendorfs mit Gassendorfteilen. Die durch die Gemeinde verlaufende ehemalige Bahntrasse unterstreicht den Charakter als Verbin-
dungspunkt beider Städte.
Heute ist das Rittergut klar als Zentrum des Ortes erkennbar und schafft durch seinen Vorplatz einen Ortskern. Thallwitz gehört seit 2008 zum Landkreis
Leipzig und ist seit 2013 Mitglied der interkommunalen Kooperation „Kooperatives Wurzener Land“, die sich für eine gute Zusammenarbeit zwischen ver-
schiedenen Gemeinden einsetzt.
Der demografische Wandel wird oft als deterministi-
sches Ereignis beschrieben, auf das unsere Gesell-
schaft kontinuierlich zurollt, ohne eine Möglichkeit,
sich dieser Spirale aus Überalterung und Schrump-
fung zu entwinden. Definiert er sich doch vor allem
durch eine Zunahme des Durchschnittsalters, sinken-
den Geburtenziffern sowie den Wanderungsbewe-
gungen. So entsteht zusammen mit anderen gesamt-
gesellschaftlichen Entwicklungen die Notwendigkeit,
Antworten zu finden um als Gesellschaft adäquat da-
rauf zu reagieren. Cohousing ist ein Thema, dass in
einer Gesellschaft, in der Wohnen und Arbeiten ver-
schmelzen, immer mehr an Aufmerksamkeit erfährt.
Aus dem Wunsch vieler Menschen nach mehr Ge-
meinschaft entstanden Konzepte wie Cohousing
oder Coliving in vielen großen Städten. In Großstäd-
ten, die durch Anonymität geprägt sind, finden sich
viele gemeinschaftliche Einrichtungen und Wohn-
modelle, die den sozialen Rückhalt der Gesellschaft
stärken wollen. Der ländliche Raum erscheint meist
Die Arbeit ist als Machbarkeitsstudie für ein Nutzungs-
konzept für das Kornhaus Thallwitz zu verstehen.
Schrittweise werden relevante Thematiken erläutert
die später in Verbindung mit dem ausgearbeiteten
Konzept gebracht werden. Zuerst wird das Phäno-
men des demografischen Wandels auf unterschied-
lichen Ebenen veranschaulicht. Dem folgt eine kurze
Analyse des Ortes selbst, sowie der Dienstleistungs-
und der Sozialstruktur. Nachfolgend wird der Begriff
und die Bedeutung von Coworking für den ländlichen
Raum anhand von Beispielen und Grafiken erläutert.
Cohousing als besondere Entwicklung moderner
Wohnformen ist das Hauptthema dieser Arbeit und
der Machbarkeitsstudie. Die Kombination beider soll
ein mögliches Konzept der Nutzung darstellen. Bei-
de Themen werden mit bereits existierenden Refe-
renzen veranschaulicht.
abgehängt hinter den großen Städten Deutschlands.
Gerade in Zeiten der Globalisierung und der Wieder-
vereinigung, litt vor allem der ländliche Raum in Ost-
deutschland unter den Folgen der innerdeutschen
Wanderungsbewegungen und des damit verbunde-
nen demografischen Wandels.
So kam im Rahmen des LEADER Programms, der
„LEADER-Region Leipziger Muldental“ das „Regio-
nalmanagement Leipziger Muldenland“ auf die Tech-
nische Universität zu. Im Rahmen des Seminars: „Co-
working Spaces im ländlichen Raum“, soll nun ein
Nutzungskonzept für insgesamt drei von neun aus-
gewählten Gebäuden in Zusammenarbeit mit unter-
schiedlichen Gemeinden entwickelt werden.
Beginnend mit einer Analyse des Ortes, den demo-
grafischen und den infrastrukturellen Gegebenheiten,
werde ich die Ist-Situation darlegen. Anschließend
werde ich Konzepte, die als Nutzung in Frage kom-
men hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile beschrei-
ben und anhand ausgewählter Beispiele erläutern.
G
heutiger Zustand des Kornhaus Thallwitz
Ansichten Bestand
| M: 1:100
Schwarzplan Thallwitz
| aufgelockerte Siedlungsstruktur
Kornhaus
Thallwitz
Thallwitz
Leipzig
THALLWITZ
Schwarzplan Landkreis Leipzig
| ländlicher und städtischer Raum
Abb. 1 eigenes Foto
Abb. 3 eigene Darst.
Abb. 4 eigene Darst.
Abb. 2 eigenes Foto
Bestandsanalyse
| Schottenstruktur im 1.OG
Abb. 5 eigene Darst.
Abb. 6 eigene Darst.
CO[RN]HAUS THALLWITZ
TU Dresden | Lehrstuhl Wohnbauten | Prof. C. Lorenzen | Dipl. Ing. Tobias Maisch I
Zeno Böck
Strategie für den ländlichen Raum
Der gesellschaftliche Wandel
Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
Geschichte und Bevölkerung
Die teilweise sanierten Dorfkerne mit einer relativ hohen Dichten an Denkmalbauten und Kulturdenkmälern prägen die Erscheinung der umliegenden Ge-
meinden wie auch Thallwitz. Viele Menschen aus Leipzig suchen hier nach Räumlichkeiten für private Festlichkeiten. Die Gemeinde hat bereits reagiert und
in einigen dieser historischen Gebäude Platz geschaffen. Zwischen 100 und 200 Personen können den Festsaal des Rittergutes Thallwitz für Festlichkeiten
aller Art mieten. Der Bürgermeister von Thallwitz beschreibt seine Gemeinde als „abwechslungsreiche Landschaften von Auenlandschaften an der Mulde,
Bergen mit steinalten Spuren der Evolutionsgeschichte, Wäldern und Seen, die hervorragend beim Radfahren oder Wandern erkundet werden können.“
Wurzen und Eilenburg sind mit dem Auto in jeweils 10 Minuten erreichbar, von hier gelangt man mit dem Zug in ungefähr 20 Minuten zum Hauptbahnhof
Leipzig. Unter der Woche besteht morgens
und nachmittags die Möglichkeit mit dem Bus nach Wurzen oder Eilenburg zu fahren.
Infrastruktur

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LANDESAMT FÜR UMWELT,
LANDWIRTSCHAFT
UND GEOLOGIE
2C
Gemeinde
Thallwitz
Familienwohnungen/ Singlewohnungen
Clusterwohnnungen
Gemeinschaftsterassen
Gewerbe
Technik/ Erschließungsfläche
Optionsraum
Das Potential von Cohousing als eine Bewältigungs-
maßnahme der Problemstellungen des ländlichen
Raumes ist bisher noch wenig präsent. Der ländliche
Raum wird meist aus einem städtischen Blickwinkel,
durch die „urbane Brille“ betrachtet. Eine intensive
Kooperation und Selbstinitiative der ländlichen Ge-
meinden ist notwendig, um eine adäquate Lösung zu
finden. Gemeinschaftliche Wohnprojekte bieten also
eine Möglichkeit der planerischen Entwicklung neuer
Perspektiven.
Die Wiederbelebung der Dorfgemeinschaft durch
die Schaffung von Wohnprojekten als neue soziale
Institution, die der Isolierung und Singularisierung
entgegenwirken, kann ein positiver Effekt sein. Als
Alternative zu der charakterlosen Neubausiedlung
wirkt die Schaffung eines solchen Leuchtturmprojek-
tes attraktivitätssteigernd und trägt zu einer überre-
gionalen Sichtbarkeit bei. Dadurch könnte sich auch
der Zuzug in eine Region erhöhen, was wiederrum
das Ansteckungspotential auf weitere Gemeinden
überträgt.
Der Ort Thallwitz ist ein guter Ausgangspunkt für ein
Cohousingprojekt. Durch die Lage in einem naturna-
hen Raum außerhalb der Großstadt, aber dennoch in
direkter Reichweite, ziehen vor allem auch junge Fa-
milien in diese Region. Diese Familien suchen Wohn-
raum, der ausreichend Platz bietet sowie naturnah
ist. In Thallwitz kommen diese Faktoren zusammen.
Die Gemeinde ist nicht dicht bebaut und liegt direkt
an der Mulde. Das historisch gewachsene Erschei-
nungsbild der umliegenden Gemeinden und Klein-
städte macht die Region ebenfalls für Zuzügler at-
traktiv. Der aktiv tätige Bürgermeister setzt sich stark
für die Entwicklung von Gemeinde und Region ein.
Durch die Kooperation des Wurzener Landes wer-
den zudem zahlreiche Projekte unterstützt und es
besteht bereits Erfahrung im kreativen Umgang mit
Konzepten zur Verbesserung der Lebensqualität. Ein
Cohousingprojekt in Thallwitz wäre die richtige Reak-
tion auf die zuvor genannten Anforderungen an mo-
dernes Wohnen in der Gemeinde.
Nach der Gründung des Vereins 21Erleben e.V. im April 2015 und dem Beschluss, den Hof mit Hilfe des Miets-
häuser Syndikates zu erwerben, startete 2017 die Sanierung und der Umbau des Hofes. Mittlerweile wohnen
32 Personen aller Altersklassen in zwei der drei Gebäude. Durch Direktkredite nach dem Modell des Miets-
häuser Syndikat konnte der Hof erworben werde. Erklärtes Ziel ist es, dauerhaft bezahlbaren Raum für die jet-
zigen und zukünftigen Bewohner zu ermöglichen, sowie selbstorganisiert, ökologisch und verantwortungsvoll
zu bauen und zu wirtschaften und eine Alternative zu dem auf Konsum und Besitz beruhenden gesellschaft-
lichem Ideal zu bieten.
Der denkmalgeschützte 3-Seiten-Hof in Oberpoyritz liegt am Stadtrand von Dresden cirka zwei Kilometer ent-
fernt von der Elbe direkt an der sächsischen Weinstraße. Auf einem 3600 m² großen Grundstück stehen drei
Haupthäuser, mit 900 m² Wohn- & Gemeinschaftsfläche und 200 m² Gewerbefläche. Der Ostflügel, mit einer
Wohnfläche von ca. 400 m², wird als Wohn- und Gewerbefläche genutzt. Das ehemalige Wohnstallhaus des
Westflügels dient ebenfalls mit knapp 600 m² als Wohnfläche. Die Gemeinschaftsbereiche bilden zentrale An-
laufpunkte in den beiden Haupthäusern.
Der Gemeinschaftsgedanke einer sozial und räumlich durchmischten Bewohnerschaft aller Altersklassen, die sich in Interessengruppen organisiert, um sich
selbst zu verwalten, legt die Richtlinien für das soziale Gefüge des Wohnprojektes fest.
Eine Cluster-Wohnung ist eine Mischform aus Wohn- und Hausgemeinschaft. Zusammengesetzt aus „autonomen“ Wohneinheiten, die über ein Bad und oft
auch über eine kleine Kochnische verfügen und großzügigen Gemeinschaftsräumen mit Küche, die von allen Clusterbewohnern genutzt werden können.
Diese Teileinheiten erweitern den Privatraum und bilden zusammen eine Clusterwohnung. Unterschieden wird hierbei in genossenschaftliche Cluster, bei
denen die Wohnung von einem Verein gemietet wird, der die Zimmer dann untervermietet und dem privaten Cluster, bei dem die Wohnung durch Besitzer
und Investoren gekauft und dann an die Bewohner vermietet.
Die Typologie ist nicht auf 1-Raum-Wohneinheiten festgeschrieben, sondern kann auch 2-3 Raum Einheiten umfassen. Wie bei anderen modernen Wohn-
konzepten gilt das Prinzip der Flexibilität und pluralen Nutzbarkeit. Die Definition oder Gestaltung der Räume wird durch die Bewohner entschieden. Andreas
Hofer definiert den Gemeinschaftsbereich als „Zwischenzone“, also als Raum zwischen Privatheit und Öffentlichkeit.
Familienwohnungen/ Singlewohnungen
Wohnngemeinschaften
Gemeinschaftsküche/ -wohnen
Familienwohnungen/ Singlewohnungen
Wohngemeinschaften
Gemeinschaftsküche/-wohnen/-bad
Gewerbe
Technik/ Erschließungsfläche
Technik/ Erschließungsfläche
Familienwohnungen/ Singlewohnungen
Wohnngemeinschaften
Gemeinschaftsküche/ -wohnen
Familienwohnungen/ Singlewohnungen
Wohngemeinschaften
Gemeinschaftsküche/-wohnen/-bad
Gewerbe
Technik/ Erschließungsfläche
Technik/ Erschließungsfläche
Familienwohnungen/ Singlewohnungen
Clusterwohnnungen
Gemeinschaftsterassen
Gewerbe
Technik/ Erschließungsfläche
Optionsraum
Weinberg 21: Der Umgang mit denkmalgeschützer Bausubstanz
Optionsraum: unterschiedlich bespielbarer öffentlicher Raum
Die privaten „vertikalen Gärten“ und Gemeinschaftsterassen, die sich über alle 3 Baukörper ziehen
Abb.7
https://www.flickr.com/photos/gioko206/17425401402
Abb.8 eigene Darst.
Abb.10 eigene Darst.
Abb.11
www.partnerundpartner.com/
projekte/spreefeld-berlin-2014/
Abb.9
https://www.archdaily.com/587590/coop-housing-project-at-the-river-spreefeld-
carpaneto-architekten-fatkoehl-architekten-bararchitekten
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Konzept Cohousing
Perspektiven
COHOUSING KONKRET |
WEINBERG 21
COHOUSING KONKRET |
COOP HOUSING AT RIVER SPREEFELD
Entwurf:
Cremer + Schulze + Streit Planungsbüro
Standort:
Weinbersweg 21, Dresden
Erstbezug:
2016
Flächen:
- Grundstück: 3600 m²
- Wohnen & Gemeinschaft: 900 m²
- Gewerbe: 200 m²
Kosten:
1.781.628 €
Miete:
6,35 €/m²
Das Cluster
Dieser Zwischenraum lässt sich gut mit dem von Ray Oldenburg eingeführten Begriff des „Third Place“ vergleichen. Oldenburg zeichnet einen idealisierten
Ort neben dem Arbeitsplatz „First Place“ und dem Zuhause „Second Place“, der als Gesellschaftstreffpunkt agiert. Er stellt folglich einen Schwellenraum
zwischen der eigenen Wohnung und dem Arbeitsplatz dar, ein Ort, an dem Individuen sich informell treffen können, um gemeinschaftlich Zeit verbringen zu
können.
Clusterwohnungen können im Hinblick auf diese Kriterien als „Third Places“ verstanden werde. Sie dienen der Gemeinschaftsbildung, sind innerhalb der
Wohnung schnell erreichbar und für alle Bewohner zugänglich, zudem können die Gemeinschaftsräume als Orte der Selbstverwirklichung betrachtet werden.
Auch die Kommunikation und die uneingeschränkte Teilhabe von Bewohner ist ein wichtiger Punkt im gemeinschaftlichen Miteinanderleben.
Third Places

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LANDESAMT FÜR UMWELT,
LANDWIRTSCHAFT
UND GEOLOGIE
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Gemeinde
Thallwitz
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Das Kornhaus Thallwitz wurde im 17. Jahrhundert als
Teil des Rittergutes, um das Getreide der umliegen-
den Ländereien zu speichern, errichtet. In der DDR
wurde der Bau als Lager für Gerätschaften genutzt.
Kurz vor der Wiedervereinigung wurden die Räum-
lichkeiten durch den „Tanzclub zu zweit“ bespielt.
Seitdem hat das Haus keine spezifische Nutzung
mehr erfahren. 1993 wurde durch ein Stuttgarter Pla-
nungsbüros ein erneuter Entwurf für ein Tanzlokal
vorgelegt, der allerdings nicht realisiert wurde.
Der 3-geschossige Punktbau steht frei von angren-
zender Bebauung auf dem Grundstück und bildet
durch die Lage direkt an der Straße eine klar reprä-
sentative Seite. Die Funktion als öffentlicher Bau wird
durch die beschriebene Setzung auf dem Grundstück
ebenfalls hervorgehoben. Das Bauwerk befindet sich
in ungefähr 200 m Entfernung zum Rittergut an der
Siedewitzerstraße 25. Das Haus ist an der Südseite
und an der Westseite nach der Straße ausgerichtet.
An das freistehende Gebäude grenzt im Norden eine
große Wiese. Über das Grundstück führt zudem eine
Fußgängerpassage, die die Straße und den angren-
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zenden Sport- und Spielplatz verbindet.
Anhand der Merkmale, wie den sehr schmalen, lie-
genden Fensterformaten, an der Vorder- und Rück-
seite des Gebäudes lässt sich dessen ursprüngli-
che Funktion als Speicherbau klar erkennen. Auch
an dem Tragwerk im Innenraum ist die ursprüngliche
Nutzung erkennbar. Längs durch das Gebäude ver-
laufend tragen vier Hauptstützen das Dach und die
Decken zusammen mit 3 Nebenstützen. Die Außen-
wand des Erdgeschosses ist aus 80 cm dickem
Bruchsteinmauerwerk. In den oberen beiden Stock-
werken ist die Wand meist nur einschalig gemauert
und unterstützt die Fachwerkkonstruktion der Außen-
wände. Das Tragwerk wurde ursprünglich auf sehr
hohe Lasten ausgelegt und ist dementsprechend
sehr massiv. Die Deckenhöhen sind mit knapp 2,50
m bis zur Unterkante der Dielen eher niedrig. Die auf
den mittig gelagerten Stützen liegenden Querbalken
unterteilen den Raum in 8 ähnlich große Schotten.
Diese Schotten und Tragwerksstruktur habe ich in
meinem Entwurf zur Raumzonierung aufgegriffen.
Privater versus öffentlich nutzbarer Raum in der Umgebung des Speichers
Grundriss Bestand EG
| M: 1:100
Grundriss Bestand 1. OG
| M: 1:100
Querschnitt Bestand
| M: 1:100
Ansicht Süd Bestand
| M: 1:100
Ansicht Nord Bestand
| M: 1:100
Ansicht Bestand
| M: 1:100
Abb. 14 eigene Darst.
Abb. 15 eigene Darst.
Abb. 16 eigene Darst.
Abb. 17-20 eigene Darst.
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KORNHAUS THALLWITZ |
BESTANDSANALYSE
Als potentielle Nutzer kommt eine große Bandbreite unterschiedlicher Personengruppen in Frage. Neben Alleinerziehenden mit Kindern, die sich Unterstüt-
zung im familiären Alltag wünschen und so nach einer aktiven Gemeinschaft suchen, kommen auch junge Familien in Frage, die entweder aus der Stadt
aufs Land ziehen oder aus der Region kommen, nach einer neuen Wohnform suchen, beziehungsweise sich nach einem sozialen Netzwerk sehnen und ein
kommunikatives Umfeld suchen. Junge Erwachsene, die in Studium oder Beruf einsteigen, aus der Gemeinde oder Region kommen und dennoch weiter-
hin in ihrem bestehenden sozialen Umfeld leben möchten, können in einem Cohousing Projekt ihre eigene Bleibe finden. Eine weitere Personengruppe sind
Menschen, die in der „zweiten Lebenshälfte“ stehen, bei denen beispielsweise die Kinder ausgezogen sind und Haus oder Hof zu groß geworden ist.
Potentielle Nutzer

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LANDESAMT FÜR UMWELT,
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UND GEOLOGIE
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Gemeinde
Thallwitz
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odels.com
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dwgmodels.com
dwgmodels.com
Wie wollen wir wohnen? Was bedeutet Gemeinschaft
für unser alltägliches Leben? Wie verändert diese
sich durch die Entwicklung der zwischenmenschli-
chen Kommunikation über soziale Medien? Wie kann
die Gemeinschaft wieder in das Wohnen integriert
werden? Wie können neue Wohnraumkonzepte Ge-
meinschaft fördern? Ein erster Ansatz wäre die Ge-
meinschaft zu stärken und soziale Isolation zu verhin-
dern.Durch flexible Arbeitsplätze, angepasst an die
zunehmende Digitalisierung und Mobilität. In einer
Welt, in der alles allzeit überall verfügbar und abruf-
bar ist, haben wir verlernt den Kontext der Dinge zu
analysieren, um zu verstehen, was das Wesen des
Ortes ausmacht. Das Verhältnis zum Ort geht heut-
zutage immer öfter verloren, da sich diese gesell-
schaftlichen Trends nicht nur im alltäglichen Leben
ausbreiten, sondern auch in baulicher Form zeigen.
Die Standardisierung und Beliebigkeit, sowie die aus
dem Kontext gerissenen Kopie und Weiterverwen-
dung, finden sich in der Architektur genauso wieder
wie in anderen Disziplinen. Einfamilienhaussiedlun-
gen, die ohne Bezug zum Ort an historische dörf-
liche Strukturen gesetzt werden, veranschaulichen
die Auswirkungen einer solchen Entwicklung.
In Zeiten, in denen die Rückkehr zur Landschaft, so-
wie die Romantisierung der Natur eine zentrale Rolle
im gesellschaftlichen Leben der Menschen spielen,
in denen das Konzept des Teilens immer mehr an
Aufmerksamkeit erfährt, sind es nicht nur die Städte,
denen all dies zu Gute kommt.
Die Frage: „Wie viel brauche ich wirklich?“, scheint
Ausgangspunkt für neue Lebensweisen geworden zu
sein. Der digitale Wandel und die soziale Isolierung
sind Phänomene, mit denen sich die Gesellschaft zur-
zeit auseinandersetzt. Gerade im ländlichen Raum,
wo Erscheinungen wie der demografische Wandel
zu neuen Herausforderungen geführt haben und
führen werden, besteht ein akuter Handlungsbedarf,
der nach neuen Konzepten und Strategien verlangt.
Durch das Vermischen von städtischen und länd-
lichen Lebensweisen verschwimmen die Grenzen
zwischen Stadt und Land. Die Vorzüge, auf Grund
derer viele Menschen in die Städte ziehen, sind nicht
mehr so klar ausgeprägt wie früher.
In einer Gesellschaft, die dem ständigen Wandel und
unstetigen Lebensweisen unterliegt, kommen wieder
essentiellen Fragen auf.
Grundriss Erdgeschoss
| M: 1:100
Das CO[RN]HAUS THALLWITZ ist klar in 2 Funktions- und Nutzungsbereiche gegliedert. Ein privater Teil in den Oberge-
schossen stellt den Wohnraum in Form von flexibel unterteilbaren Wohneinheiten dar. Das öffentlich zugängliche Erdge-
schoss soll als ein Knotenpunkt in der Dorfgemeinschaft fungieren.
Grundriss 1. Obergeschoss
| M: 1:100
Diese Erschließung fungiert neben dem Treppenhaus, das in die oberen Etagen führt als ein von allen Räumen zugäng-
licher Drehpunkt.
Grundriss Dachgeschoss
| M: 1:100
Die privaten Zimmer orientieren sich gen Norden und den Seiten des langestreckten Baukörpers während die öffentli-
chen Bereiche hauptsächlich im Süden, zur Straße hin angeordnet sind. Die Schottenstruktur der Holzkonstruktion wird
bei der Setzung der Wände aufgriffen und in Teilen erweitert oder ersetzt. Durch diese Struktur wird der Raum in ver-
schiedene Bereiche unterteilt und neue Teil- und Schwellenräume entstehen.
Längsschnitt
| M: 1:100
Querschnitt
| M: 1:50
kingspace und einem Werkstattraum die Fläche im
Parterregeschoss.
Der multifunktionale Raum ist an das Konzept des
multiplen Hauses in Böhlitz und dass der Options-
räume im Spreefeld-Projekt angelehnt. Er ist anmiet-
bar für private Feiern, kann als Jugendtreff genutzt
werden als auch für Kinoabende oder Vorträge.
Durch seine Größe und Offenheit lässt er sich je nach
Bedarf unterteilen oder einem anderen Bereich, wie
dem Arbeitsraum und der Werkstatt, zu schalten. Auf
der Westseite des Erdgeschosses befinden sich die
Werkstatt und der Coworking-Space. Die Werkstatt
kann den Bewohnern zum Eigenausbau ihrer Woh-
nungen dienen. Gleichzeitig ist sie ein attraktiver
Treffpunkt für Kinder und Jugendliche aus der Re-
gion und kann den Coworkern zur Umsetzung ihrer
Ideen dienen. Der Coworkingspace kann von exter-
nen Personen gemietet werden, die auf der Suche
nach einem flexibel mietbaren Arbeitsplatz sind oder
den Bewohner selbst als Arbeitsraum neben dem ei-
genen Zimmer dienen. Sie können also außerhalb ih-
rer eigenen Wohnung aber dennoch in direkter Nähe
zu dieser arbeiten.
Auf Grundlage der schriftlichen Aufarbeitung der
Gegebenheiten und Potentiale des Ortes entwickelte
sich ein auf dem Wissen über die Thematik von Co-
housing beruhendes Nutzungskonzept. In Gesprä-
chen mit Personen, die einen direkten Bezug zu dem
Ort haben und im Interview mit der Architektin des
Wohnprojekts: „Weinberg 21“, konnten die Ansätze
in einem konkret auf die Situation angepassten Ent-
wurf verfestigt werden. Die Referenzprojekte: „Spree-
feld“ und „Weinberg 21“ wurden ausgewählte, da sie
beide für den Entwurf wichtige Ausgangspunkte be-
inhalten.
Das CO[RN]HAUS THALLWITZ ist klar in 2 Funkti-
ons- und Nutzungsbereiche gegliedert. Ein privater
Teil in den Obergeschossen stellt den Wohnraum in
Form von flexibel unterteilbaren Wohneinheiten dar.
Das öffentlich zugängliche Erdgeschoss soll als ein
Knotenpunkt in der Dorfgemeinschaft fungieren. Die
Bewohner kommen mit Menschen aus der Dorfge-
meinschaft und Personen aus der Region in Kontakt.
Ein multifunktionaler Raum mit angeschlossener Ge-
meinschaftsküche teilt sich mit einem Mini-Cowor-
Abb. 21 eigene Darst.
Abb. 21-25 eigene Darst.
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ENTWURF |
CO[RN]HAUS THALLWITZ
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