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Empfehlung zur Verhütung und Bekämpfung von
Typhus abdominalis und Paratyphus A, B, C im Freistaat Sachsen
Stand: Januar 2006
1 Epidemiologie
1.1
Erreger
Salmonella enterica Serovar Typhi bzw. Paratyphi A, B, C
1.2
Erregerreservoir
Mensch (Kranker, Rekonvaleszent, Ausscheider)
1.3 Übertragung
- fäkal – oral, meist über kontaminierte Lebensmittel oder Wasser
-
Kontaktinfektion selten
-
minimale Infektionsdosis 10
5
1.4 Vorkommen
- weltweit verbreitet; insbesondere in Ländern mit unzureichenden hygienischen
Bedingungen
-
in Deutschland selten
1.5
Inkubationszeit
Typhus abdominalis: 1 – 3 Wochen (3 – 30 Tage)
Paratyphus: kürzer, 1 – 10 Tage
2 Klinik
2.1 Krankheitsbild - zyklische Infektionen
- nach uncharakteristischem Prodromalstadium: Continua, Benommenheit,
Bradykardie, Leukopenie, Hepatosplenomegalie, Roseolen, Obstipation,
Durchfall
-
leichtere Verläufe bei Paratyphus
-
atypische Verläufe häufig
2.2 Komplikationen - Darmblutungen und - perforationen mit Peritonitis
-
nekrotisierende Cholezystitis
-
Thrombose, Myokarditis, Osteomyelitis, Meningitis
-
1-4% entwickeln Ausscheidertum (Dauerausscheider länger als 6 Monate)
3 Labordiagnostik
- direkter Erregernachweis aus Blut und Knochenmark in der 1. Krankheits-
woche
-
ab der 2. Krankheitswoche Erregernachweis aus Stuhl und Urin
-
Nachweis auch aus Gallenblaseninhalt und Duodenalsekret möglich
4 Therapie
4.1
von Erkrankten
-
antibiotisch mit Gyrasehemmer Ciprofloxacin (nur für Erwachsene, Mittel der
1. Wahl) oder mit Breitspektrum-Cephalosporin (Ceftriaxon)
-
Trimethoprim-Sulfamethoxazol
-
Ampicillin/Amoxicillin (ß-Lactamantibiotika)
Wegen zunehmender Resistenzentwicklung wird Testung der Erregerisolate auf
Antibiotika-Sensitivität empfohlen!
4.2 Sanierung von
Dauerausscheidern
-
Ciprofloxacin über einen Zeitraum von 4 Wochen
-
Ceftriaxon über einen Zeitraum von 2 Wochen
-
ggf. Cholecystektomie und gleichzeitige Antibiotikagabe

2
5 Prophylaxe
5.1 Expositionsprophy-
laxe
durch Einhaltung hygienischer Vorsichtsmaßnahmen lt. reisemedizinischer Bera-
tung
5.2
Schutzimpfung
bei Reisen in Endemiegebiete, von Laborpersonal
orale Impfstoffe:
apathogene Lebendkeime
3 x 1 Kapsel, Tage 1, 3, 5
parenterale Impfstoffe
Vi-Kapselpolysacchachid von S. typhi
1 x 0,5 ml i.m. (ab 2. Lebensjahr)
parenterale Kombinationsimpfstoffe
Vi-Kapselpolysacchachid kombiniert mit inaktiviertem Hepatitis A-Virus
1 x 1,0 ml i.m. (ab 15 bzw. 16 Jahren)
6 Meldepflicht
Nach § 7 Nr. 39 und 40 IfSG ist der Direktnachweis von S. Typhi und S. Paratyphi
durch das diagnostizierende Labor meldepflichtig.
Nach § 6 (1) (Nr.1 n) hat der behandelnde Arzt den Verdacht, die Erkrankung
sowie den Tod an das Gesundheitsamt zu melden.
7 Maßnahmen für
Erkrankte
7.1 Allgemeine Maß-
nahmen
-
ärztliche Behandlung, möglichst Hospitalisierung
-
Therapie mit Chemotherapeutika nach Antibiogramm
-
Aufklärung über Übertragungswege und Verhaltensweisen zur Verhütung der
Weiterverbreitung
- Händedesinfektion nach Toilettenbenutzung, vor der Zubereitung und dem
Verzehr von Lebensmitteln
- Desinfektion mit einem RKI-gelisteten Desinfektionsmittel des Wirkungs-
bereiches A (1 h-Wert DGHM) der Flächen und Gegenstände im Sanitärbe-
reich
-
Küchenhygiene
-
Entlassung aus der Behandlung nach 3 negativen Stuhlproben im Abstand von
2 Tagen (1. Probe frühestens 3 Tage nach Beendigung der Chemotherapie)
= Abschlussuntersuchung
7.2
Maßnahmen für Be-
schäftigte im Le-
bensmittelverkehr
(Risikogruppe 1)
Tätigkeitsverbot
-
bis zum Vorliegen der negativen Ergebnisse der Abschlussuntersuchung
-
weitere Stuhlkontrollen für 6 Monate (jeweils 1 Probe pro Monat)
-
Fällt eine Stuhlprobe positiv aus, kann die Tätigkeitsaufnahme erst erfolgen,
wenn 6 weitere negative Stuhlproben, entnommen im Abstand von 14 Tagen,
vorliegen
-
nach Tätigkeitsaufnahme dann nochmals weitere monatliche Stuhlproben über
3 Monate
7.3
Maßnahmen für Be-
schäftigte und Be-
treute aus Gemein-
schaftseinrichtun-
gen
(Risikogruppe 2)
Tätigkeits- und Besuchsverbot
-
bis zum Vorliegen von 3 negativen Stuhlproben, entnommen im Abstand von
2 Tagen, frühestens 24 h nach Abschluss der Chemotherapie
- weitere Stuhlkontrollen für 6 Monate im monatlichen Abstand (1 Probe pro
Monat)

3
7.4 Maßnahmen für
übrige Personen
einschl. Risiko-
gruppe 3 und 4
-
Belehrung über hygienische Verhaltensweisen
-
Durchführung der Abschlussuntersuchung (siehe Punkt 7.1)
8 Maßnahmen
für Krankheits-
verdächtige
-
Klärung des Verdachtes durch entsprechende Diagnostik einschließlich Durch-
führung von mikrobiologischen Untersuchungen in Abhängigkeit vom Krank-
heitsverlauf (Blutkultur, Stuhl)
-
bis zur Klärung allgemeine Maßnahmen, ggf. Therapie
-
Tätigkeits- und Besuchsverbote im Ermessen des Gesundheitsamtes
-
Zulassung zur Tätigkeit bzw. Besuch der Einrichtung für Personen der Risiko-
gruppen 1 und 2 nach Vorliegen von 3 negativen Stuhlproben, entnommen im
Abstand von 2 Tagen
9 Maßnahmen
für Ausscheider
9.1 Allgemeine
Maßnahmen
-
Belehrung über hygienische Verhaltensweisen (Sanitär- und Küchenhygiene)
- Verpflichtung zur Information über Ausscheidertum bei Aufnahme in ein
Krankenhaus oder Pflegeheim
- Mitteilung eines Wechsels der Wohnung oder Arbeitsstelle an das Gesund-
heitsamt
-
bei längerem Ausscheidertum Durchführung von Stuhlkontrollen nach Festle-
gung durch das Gesundheitsamt in Abhängigkeit vom Infektionsrisiko
9.2
Maßnahmen für Be-
schäftigte im Le-
bensmittelverkehr
(Risikogruppe 1)
Tätigkeitsverbot
-
Nach § 42 (1) Nr. 3 dürfen Personen, die die Krankheitserreger Salmonellen
ausscheiden, nicht tätig sein oder beschäftigt werden.
Tätigkeitsaufnahme
-
darf erst erfolgen, wenn nach der Sanierung eine Abschlussuntersuchung er-
folgt ist, d.h. 3 negative Stuhlproben (1. Entnahme frühestens 3 Tage nach
Chemotherapie), entnommen im Abstand von 2 Tagen nach Beendigung der
Chemotherapie, vorliegen
-
Nach Tätigkeitsaufnahme sind Kontrollen für weitere 6 Monate (1 Probe pro
Monat) erforderlich.
-
Fällt eine Stuhlprobe positiv aus, kann die Tätigkeitsaufnahme erst erfolgen,
wenn 6 weitere negative Stuhlproben, entnommen im Abstand von 14 Tagen,
vorliegen.
- nach Tätigkeitsaufnahme dann nochmals weitere monatliche Stuhlkontrollen
über 3 Monate (1 Probe pro Monat)
9.3
Maßnahmen für Be-
schäftigte und Be-
treute in Gemein-
schaftseinrichtun-
gen für Kinder und
Jugendliche
(Risikogruppe 2)
Tätigkeits- und Besuchsverbot
-
Nach § 34 IfSG (2) Nr. 3 und 4 dürfen Beschäftigte und Betreute nur mit Zu-
stimmung des Gesundheitsamtes die dem Betrieb der Gemeinschaftseinrich-
tung dienenden Räume betreten, Einrichtungen der Gemeinschaftseinrichtung
benutzen und an Veranstaltungen der Gemeinschaftseinrichtung teilnehmen.
- Festlegung von Stuhlkontrollen im Ermessen des Gesundheitsamtes (ggf. 6
Monate 1 Stuhlprobe pro Monat)
-
Durchführung der Sanierung
- Belehrung über hygienische Verhaltensregeln (Händedesinfektion, Sanitär-
und Küchenhygiene)
-
ggf. eigene Toilette
9.4 Maßnahmen für
übrige Personen
einschl. Risiko-
gruppe 3 und 4
-
Festlegung von Stuhlkontrollen im Ermessen des Gesundheitsamtes
- Belehrung über hygienische Verhaltensweisen (Händedesinfektion, Sanitär-
und Küchenhygiene)

4
10 Maßnahmen für
Kontaktpersonen
10.1 Allgemeine Maß-
nahmen
-
nach Absonderung des Erkrankten 3 Stuhlproben im Abstand von 2 Tagen
-
Aufklärung über Symptome, Übertragungswege, Infektionsrisiken
-
Gesundheitskontrolle (tägliche Temperaturmessung)
-
Arztkonsultation bei Temperaturerhöhung
-
Händehygiene einschl. Händedesinfektion
10.2 Maßnahmen für
Kontaktpersonen im
Lebensmittelver-
kehr (Risiko-
gruppe 1)
Tätigkeitsverbot
-
bis zum Vorliegen von 3 negativen Stuhlproben, entnommen im Abstand von
2 Tagen, danach 2 weitere Stuhlkontrollen im Abstand von 1 Woche
- weitere Maßnahmen siehe allgemeine Maßnahmen für Kontaktpersonen
(Punkt 10.1)
10.3 Maßnahmen für
Kontaktpersonen in
Gemeinschaftsein-
richtungen für Kin-
der und Jugendliche
(Risikogruppe 2)
Tätigkeits- und Besuchsverbot
-
bis zum Vorliegen von 3 negativen Stuhlproben, entnommen im Abstand von
2 Tagen
- weitere Maßnahmen siehe allgemeine Maßnahmen für Kontaktpersonen
(Punkt 10.1)
10.4 Maßnahmen für
übrige Kontaktper-
sonen
einschl. Risiko-
gruppe 3 und 4
-
Durchführung von 3 Stuhlkontrollen im Abstand von 2 Tagen
- weitere Maßnahmen siehe allgemeine Maßnahmen für Kontaktpersonen
(Punkt 10.1)
-
Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote für andere Risikobereiche im Ermessen
des Gesundheitsamtes in Abhängigkeit vom Infektionsrisiko
11 Aufgaben des
erstbehandelnden
Arztes
- namentliche Meldung des Verdachtes, der Erkrankung oder des Todes an
Typhus/Paratyphus an das zuständige Gesundheitsamt
-
Einleitung der mikrobiologischen Diagnostik
-
Veranlassung der Hospitalisierung
-
häusliche Behandlung nur in Absprache mit dem Gesundheitsamt, dann auch
Veranlassung der Abschlussuntersuchung
-
erste Befragung zu möglichen Infektionsquellen
-
Veranlassung der Sicherstellung verdächtiger Lebensmittel
-
Abstimmung weiterer Maßnahmen mit dem Gesundheitsamt
12 Aufgaben des
Gesundheitsamtes
-
Ermittlung der Infektionsquelle
-
Ermittlung der Kontaktpersonen
-
Einleitung der mikrobiologischen Diagnostik bei Kontaktpersonen
-
Veranlassung der Untersuchung verdächtiger Lebensmittel, Wasser etc.
-
Festlegung von Tätigkeits-, Beschäftigungs- und Besuchsverboten
-
Durchführung von Nachkontrollen (siehe einzelne Empfehlungen)
-
Festlegung von Desinfektionsmaßnahmen, ggf. Kontrolle

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Literatur:
Die Zusammenstellung erfolgte in Anlehnung an
den RKI- Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte – Typhus abdominalis und Paraty-
phus (Stand Mai 2005) und
die Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von Typhus abdominalis und Paratyphus A, B, C
im Freistaat Sachsen vom 01.03.1998
Bearbeiter :
DM G. Höll
LUA Dresden
Dr. med. D. Beier
LUA Chemnitz
Dr. med. I. Ehrhard
LUA Dresden
AG Infektionsschutz des Landesverbandes
Sachsen der Ärzte und Zahnärzte des ÖGD
(Lt. Dr. med. S. Hebestreit)
Anlage 1: Merkblatt für Erkrankte/ Ausscheider/ Kontaktpersonen an/ von/ zu Typhus- oder Paratyphus-
Salmonellen
Anlage 2: Erfassungsbogen für Kontaktpersonen

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Anlage 1
Merkblatt für Erkrankte/ Ausscheider/ Kontaktpersonen an/ von/ zu Typhus- oder
Paratyphus-Salmonellen
Zum Ausscheider von Typhus- oder Paratyphus-Salmonellen kann man nach manifester
Krankheit, aber auch nach mildem oder subklinischem Verlauf werden. Ausscheider werden
am häufigsten Personen, die sich im mittleren Alter infiziert haben, dabei signifikant häufiger
Frauen.
Darüber hinaus können vorübergehend Familienmitglieder eines Erkrankten zu Bakterienaus-
scheidern (manchmal über einen Zeitraum von mehreren Monaten) werden. Da Aus-scheider
bei hygienischem Fehlverhalten andere Menschen infizieren und Epidemien auslösen können,
müssen Betroffene vom zuständigen Gesundheitsamt erfasst werden. Dabei ist in erster Linie
das Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft zur aktiven persönlichen Mitarbeit an-
gesprochen. Im Einzelnen handelt es sich dabei um
1.
Größte Sauberkeit, vor allem sorgfältiges Reinigen der Hände und Nägel mit warmem
Wasser, Seife und Bürste nach jeder Stuhl- und Harnentleerung stellt neben der Desin-
fektion die wichtigste Voraussetzung zur Verhütung einer Weiterverbreitung der
Krankheitserreger dar. Vor der Zubereitung von Speisen ist darüber hinaus die Hände-
desinfektion mit einem vom Gesundheitsamt empfohlenen Mittel erforderlich.
2.
Nach Möglichkeit sollte eine nur dem Ausscheider vorbehaltene Toilette benutzt wer-
den. Türgriff, Sitz und Deckel, Wasserzug oder Spülknopf der Toilette sind häufig mit
einer vom Gesundheitsamt empfohlenen Desinfektionslösung abzuwischen. Ist die Toi-
lette nicht an die Kanalisation angeschlossen, gibt das zuständige Gesundheitsamt Hin-
weise für besondere Schutzvorkehrungen.
3.
Die vom Ausscheider gebrauchte Leib- und Bettwäsche und die Handtücher können im
Privathaushalt zusammen mit der Wäsche der übrigen Haushaltsmitglieder in einer
Waschmaschine bei einer Waschtemperatur von mindestens 60° C gewaschen werden.
Kann Wäsche nicht auf diese Weise gewaschen werden oder muss die Wäsche des Aus-
scheiders in eine gewerbliche Wäscherei oder eine gemeinschaftlich genutzte Waschan-
lage gegeben werden, ist sie vor dem Waschen durch Einlegen in eine Desinfektionslö-
sung zu desinfizieren.
4.
Zur Körperreinigung ist der Dusche gegenüber dem Wannenbad der Vorzug zu geben.
Die Wanne ist nach dem Baden gründlich zu reinigen.
5.
Eine Speisenvorbereitung für einen größeren Kreis (z.B. Familienfeier) ist zu unterlas-
sen.
6.
Ausscheider dürfen nicht beim gewerbsmäßigen Herstellen, Behandeln oder Inverkehr-
bringen der nachfolgend genannten Lebensmittel tätig sein oder beschäftigt werden,
wenn sie dabei mit diesen in Berührung kommen:
Fleisch, Geflügelfleisch und Erzeugnisse daraus; Milch und Erzeugnisse auf Milchba-
sis; Fische, Krebse oder Weichtiere und Erzeugnisse daraus; Eiprodukte; Säuglings- und
Kleinkindernahrung; Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse; Backwaren mit nicht
durchgebackener oder durcherhitzter Füllung oder Auflage; Feinkost-, Rohkost- und
Kartoffelsalate, Marinaden, Mayonnaisen, andere emulgierte Soßen, Nahrungshefen.

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Ausscheider, die in amtlicher Eigenschaft, auch bei ihrer Ausbildung, mit den genann-
ten Lebensmitteln in Berührung kommen würden, dürfen ihre Tätigkeit nicht ausüben.
Ausscheider dürfen nicht in Küchen von Gaststätten, Kantinen, Krankenhäusern, Säug-
lings- und Kinderheimen oder von sonstigen Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpfle-
gung tätig sein oder beschäftigt werden.
7.
Für den Besuch von oder die Tätigkeit in Schulen oder sonstigen Gemeinschaftseinrich-
tungen ist die Zustimmung des Gesundheitsamtes erforderlich.
8.
Über die genannten Berufseinschränkungen hinaus kann einem Ausscheider die Ausü-
bung bestimmter beruflicher Tätigkeit ganz oder teilweise untersagt werden. Entsteht
einem Ausscheider durch Einschränkungen von Beruf oder Tätigkeit ein Verdienstaus-
fall, so kann eine finanzielle Entschädigung beantragt werden.
9.
Ausscheider müssen jeden Wechsel der Wohnung und Arbeitsstelle unverzüglich dem
bisher zuständigen Gesundheitsamt melden.
10. Ausscheider sind verpflichtet, bei jeder Aufnahme in ein Krankenhaus oder in ein Ent-
bindungsheim oder bei Inanspruchnahme dem behandelnden Arzt und der Hebamme
mitzuteilen, dass sie Ausscheider sind. Wird ein Arzt in der Wohngemeinschaft eines
Ausscheiders zu einem fieberhaft Erkrankten gerufen, sollte der Ausscheider über sein
Ausscheidertum informieren.
11. Ausscheider können durch das zuständige Gesundheitsamt einer gesundheitlichen Beo-
bachtung unterstellt werden. Dabei sind erforderliche Untersuchungen zu dulden und
Auskünfte über alle den Gesundheitszustand betreffenden Umstände zu geben, ärztli-
chen Weisungen und Vorladungen des Gesundheitsamtes ist Folge zu leisten. Beauft-
ragten des Gesundheitsamtes ist zur Befragung oder Untersuchung Zutritt zur Wohnung
zu gestatten.
Außerhalb der Wohnung und auf Reisen hat der Ausscheider die Gebote der persönlichen
Hygiene gewissenhaft zu beachten. Der Benutzung öffentlicher Bäder muss eine gründliche
Körperreinigung vorangehen.
Für Ausscheider im Kindes- und Jugendalter (oder geschäftsunfähige Ausscheider) trägt der
Sorgeberechtigte die Verantwortung für die gewissenhafte Beachtung der Verhaltenshinwei-
se.

8
Anlage 2
Kontaktpersonen
Nr.
Name,
m / w
geb.
Einrichtung /
geimpft
Chemo-
Vorname/
Mon. / Jahr
Tätigkeit
prophylaxe
Anschrift
Ja
Nein
Ja
Nein
(Mittel)