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STATISTISCHES
LANDESAMT
Statistisch betrachtet
Seniorinnen und Senioren in Sachsen
- Ausgabe 2019

Nichts vorhanden (genau Null)
weniger als die Hälfte von 1 in der letzten
besetzten Stelle, jedoch mehr als nichts
Angabe fällt später an
Zahlenwert nicht sicher genug
Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten
Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll
Aussagewert ist eingeschränkt
vorläufige Zahl
berichtigte Zahl
geschätzte Zahl
-
0
...
/
.
x
()
p
r
s
Zeichenerklärung
Allen Rechnungen liegen die ungerundeten Werte zugrunde. In einzelnen Fällen können bei der Summenbildung geringe
Abweichungen entstehen, die in Abbildungen und Tabellen auf ab- bzw. aufgerundete Einzelangaben zurückzuführen sind.

Inhalt
Seite
Einleitung
Demografische Entwicklung
Lebensformen im Alter
Beteiligung am Erwerbsleben und wirtschaftliche Situation
Bildungsstand und Lernen
Wohnen und Ausstattung
Gesundheitliche Aspekte und Pflege
Datenquellen
Literatur- und Quellenverzeichnis
Glossar
5
7
10
12
17
20
23
29
30
31

Abbildungen und Tabellen
Seite
Seniorinnen und Senioren am 31. Dezember 1990 bis 2030 nach ausgewählten Altersgruppen
Bevölkerung 2017 nach Altersgruppen und Geschlecht
Bevölkerung am 31. Dezember 2017 und 2030 nach Alter und Geschlecht
Wanderungsgewinne bzw. -verluste von Seniorinnen und Senioren über die Landesgrenze Sachsens 2000 bis 2017
Bevölkerung in Privathaushalten 2017 nach Altersgruppen und Haushaltsgröße
Anteil alleinlebender Männer und Frauen 2017 nach Altersgruppen
Seniorinnen und Senioren 2000, 2005, 2010, 2015 und 2017 nach Lebensformen
Erwerbstätigenquote der 65- bis unter 70-Jährigen von 2005 bis 2017 nach Geschlecht
Rentenzugänge von Rente wegen Alters nach SGB VI 2000, 2005, 2010, 2015 und 2017 nach Zahlungen mit und ohne
Rentenabschläge sowie ausgewählten Regionen
Seniorinnen und Senioren 2017 nach ausgewählten Einkommensarten und Geschlecht
Mittleres monatliches Nettoeinkommen der Bevölkerung insgesamt und der Seniorinnen und Senioren 2005 bis 2017
Ausgewählte Geldvermögensbestände von Seniorenhaushalten und privaten Haushalten insgesamt 2018
Seniorenhaushalte mit Haus- und Grundbesitz in Sachsen, Deutschland und ausgewählten Regionen 2018
Seniorenhaushalte mit Haus- und Grundbesitz in den Jahren 2003, 2008, 2013 und 2018
Seniorinnen und Senioren 2010 und 2017 nach Art des höchsten allgemeinbildenden Schulabschlusses und Geschlecht
Seniorinnen und Senioren in Kursen an Volkshochschulen in Sachsen und Deutschland 2017 nach Programmbereichen
Gasthörerinnen und Gasthörer an den Technischen Universitäten Dresden und Chemnitz sowie an der Universität Leipzig
im Alter ab 65 Jahren nach Geschlecht und ausgewählten Jahren
Gasthörerinnen und Gasthörer im Alter ab 65 Jahren an den Technischen Universitäten Dresden und Chemnitz sowie an der
Universität Leipzig 2017 nach den zehn beliebtesten Fachrichtungen (erste Fachrichtung)
Wohnform privater Haushalte 2018 nach ausgewählten Altersgruppen der Haupteinkommensperson
Ausstattungsgrad von Seniorenhaushalten und privaten Haushalten insgesamt mit ausgewählten Gebrauchsgütern 2018
Ausstattungsgrad von Seniorenhaushalten mit ausgewählten Gebrauchsgütern 2008, 2013 und 2018
Anteil der Internetnutzenden ab 65 Jahren 2010 bis 2018
Anteil der Rauchenden an der Bevölkerung 2017 nach Altersgruppen und Geschlecht
Bevölkerung 2017 mit einem Body Mass Index von 30 und mehr nach Altersgruppen und Geschlecht
Seniorinnen und Senioren 2017 nach Body Mass Index und Geschlecht
Durchgeführte Operationen an vollstationären Patientinnen und Patienten im Alter ab 65 Jahren mit Wohnort in Sachsen
in Krankenhäusern nach Geschlecht
Schwerbehinderte Menschen am 31. Dezember 2017 nach Altersgruppen und Geschlecht
Schwerbehinderte Seniorinnen und Senioren am 31. Dezember 2017 nach Grad der Behinderung
Abbildungen
Abb. 1
Abb. 2
Abb. 3
Abb. 4
Abb. 5
Abb. 6
Abb. 7
Abb. 8
Abb. 9
Abb. 10
Abb. 11
Abb. 12
Abb. 13
Abb. 14
Abb. 15
Abb. 16
Abb. 17
Abb. 18
Abb. 19
Abb. 20
Abb. 21
Abb. 22
Abb. 23
Abb. 24
Abb. 25
Abb. 26
Abb. 27
Abb. 28
7
8
8
9
10
11
11
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14
14
15
16
16
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19
20
21
22
22
23
24
24
25
27
27

Seite
Entwicklung der Anzahl der Pflegebedürftigen
Pflegequoten der Seniorinnen und Senioren im Dezember 2017 nach Geschlecht
Seniorinnen und Senioren 2017 nach Art des höchsten berufsbildenden oder Hochschulabschlusses und Geschlecht
Anteil der Rauchenden und Nichtrauchenden im Alter ab 65 Jahren in Sachsen und Deutschland 2017 nach Geschlecht
Verunglückte im Seniorenalter bei Straßenverkehrsunfällen 2018 nach Art der Verkehrsbeteiligung und Verletzungsschwere
Verunglückte im Seniorenalter bei Straßenverkehrsunfällen 2018 nach Geschlecht
Abbildungen
Abb. 29
Abb. 30
Tabellen
Tab. 1
Tab. 2
Tab. 3
Tab. 4
28
28
18
23
26
27

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 5
„Die Zunahme der Lebenserwartung bietet heute vielen Menschen die Perspektive,
noch viele Jahre nach Beendigung der Lebensphase, in der Beruf und Kinderer-
ziehung im Mittelpunkt stehen, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen….
Diesen Chancen stehen aber auch Risiken gegenüber. Mit zunehmendem Lebensalter
erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen und für eine Abnahme der kör-
perlichen und kognitiven Leistungsfähigkeit mitsamt den daraus oftmals folgenden
Einschränkungen bei der Bewältigung des Alltags.“ [1, S. 409]
Der demografische Wandel geht auch in Sachsen weiter voran. Im Jahr 2017 hatte
bereits jede vierte Person (25,9 Prozent) im Freistaat das 65. Lebensjahr erreicht oder
überschritten. Gleichzeitig verringert sich die Anzahl der unter 65-Jährigen immer
weiter. Der Prozess beruht unter anderem auf der steigenden Lebenserwartung und
den niedrigen Geburtenraten in den 90er Jahren. Er stellt eine Herausforderung für
Politik und Gesellschaft dar, die Bedingungen für aktives Altern in unterschiedlichs-
ten Bereichen wie Wohnungswesen, Beschäftigung, Gesundheitsversorgung, Sozial-
dienste, Erwachsenenbildung und Verkehr zu verbessern.
Diese Veröffentlichung liefert anhand ausgewählter statistischer Ergebnisse einen Ein-
blick in die Lebensbereiche von Seniorinnen und Senioren im Freistaat Sachsen. Es wer-
den in kompakter und anschaulicher Form wichtige Informationen zur demografischen
Entwicklung, wirtschaftlichen Situation, Erwerbstätigkeit und Wohnsituation
älterer Menschen bis hin zu Gesundheitsaspekten vermittelt. Als Seniorinnen oder
Senioren werden hier alle Personen im Alter von 65 und mehr Jahren bezeichnet, als
Seniorenhaushalte private Haushalte mit Haupteinkommensperson im Alter ab 65 Jahren.
Die in der vorliegenden Veröffentlichung dargestellten Ergebnisse basieren auf
verschiedenen amtlichen Statistiken aus den jeweils aktuellsten Erhebungsjahren, bei-
spielsweise der Bevölkerungsstatistik, dem Mikrozensus sowie der Einkommens- und
Verbrauchsstichprobe (EVS), welche bundesweit alle fünf Jahre durchgeführt wird.
Eine Übersicht der verwendeten Statistiken befindet sich im Anhang der Broschüre.
Einleitung
Ältere Menschen im Fokus der Statistik

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 7
Anteil der Bevölkerung im Seniorenalter
bundesweit am zweithöchsten
In Sachsen lebten 2017 rund 4,08 Millionen
Menschen, darunter rund 1,06 Millionen Se-
niorinnen und Senioren im Alter von 65 und
mehr Jahren. Somit hatte 2017 bereits etwa ein
Viertel (25,9 Prozent) der Bevölkerung das Alter
von 65 Jahren oder mehr erreicht. Im Vergleich
zu den anderen Bundesländern hatte Sachsen
nach Sachsen-Anhalt den zweithöchsten An-
teil der 65-Jährigen und Älteren. Seit 1990 hat
sich die Zahl der Seniorinnen und Senioren in
Sachsen um knapp 305 Tausend erhöht. Das
entsprach einem Anstieg um 40,6 Prozent.
(siehe Abb. 1)
57,5 Prozent der Bevölkerung im Seniorenal-
ter waren weiblich und 42,5 Prozent männ-
lich. Dieses Geschlechterungleichgewicht geht
langsam zurück. Es ist auf die höhere Lebens-
erwartung der Frauen und bei den Hochbetag-
ten noch auf die Auswirkungen des Zweiten
Weltkrieges zurückzuführen. [vgl. 2, S. 10] (sie-
he Abb. 2, 3)
Sachsens Bevölkerung altert weiter
Die Abwanderung vorwiegend junger Men-
schen sowie Geburtendefizite [vgl. 3, S. 7] in
Verbindung mit der immer weiter steigenden
Lebenserwartung führten sowohl zu einem
Rückgang der Bevölkerung als auch zu einem
stetigen Anstieg des Durchschnittsalters. Laut
aktueller Sterbetafel betrug die durchschnitt-
liche verbleibende Lebenserwartung einer
65-jährigen Frau 2017 im Freistaat 21,4 Jahre
und für einen gleichaltrigen Mann 17,8 Jahre.
Wussten Sie, dass …
… 2017 das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Sachsen bei 46,7 Jahren lag und
ein Viertel der sächsischen Bevölkerung 65 Jahre und älter war?
Demografische Entwicklung
0
200 000
400 000
600 000
800 000
1 000 000
1 200 000
1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 2026 2028 2030
65 und mehr
80 und mehr
Alter in Jahren
darunter
Abb. 1 Seniorinnen und Senioren am 31. Dezember 1990 bis 2030 nach ausgewählten Altersgruppen
Datenquellen: 1990 bis 2010 - Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Registerdaten vom 3. Oktober 1990
2011 bis 2017 - Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Zensusdaten vom 9. Mai 2011
2018 bis 2030 - 6. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für den Freistaat Sachsen bis 2030, Variante 2

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 8
Für das Jahr 2030
1)
wird für Sachsen eine Ein-
wohnerzahl von 3,85 bis 4,00 Millionen vor-
ausberechnet. Damit wird die Einwohnerzahl
im Vergleich zu 2017 nach Variante 1, die von
einer
größeren
Bevölkerungszuwanderung
ausgeht, um 83 800 schrumpfen bzw. nach
Variante 2 um 229 900. In einem Alter von
65 und mehr Jahren werden sich dann bereits
29,7 bzw. 30,6 Prozent der Bevölkerung be-
finden. 9,2 bzw. 9,5 Prozent der Bevölkerung
werden voraussichtlich 80 Jahre und älter
sein. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung
wird sich von 46,7 Jahren im Jahr 2017 auf
47,6 (Variante 1) bzw. 48,1 Jahre (Variante 2)
im Jahr 2030 erhöhen. Die Gesellschaft wird
mehr von älteren Menschen geprägt sein als
bisher. (siehe Abb. 2)
_____
1) Die 6. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberech-
nung für den Freistaat Sachsen bis 2030 wurde in
zwei Varianten berechnet, welche die Grenzen für
einen Korridor bilden, in dem sich die Einwohner-
zahl von Sachsen voraussichtlich entwickeln wird.
Detaillierte Erläuterungen und Ergebnisse finden
Sie im Internet unter
https://www.statistik.sachsen.de/html/40866.htm
Abb. 3 Bevölkerung am 31. Dezember 2017 und 2030 nach Alter und Geschlecht
40 000 30 000 20 000 10 000
0
0
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
70
75
80
85
90
95
100
10 000 20 000 30 000 40 000
Personen
Alter in Jahren
2030, Variante 1
2030, Variante 2
2017, über 65 Jahre
Datenquellen: 2017 - Bevölkerungsfortschreibung
2030 - 6. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für den Freistaat Sachsen bis 2030
2017, unter 65 Jahre
Männlich
Weiblich
0
20
40
60
80
100
Männlich
Weiblich
Prozent
Alter von … bis unter … Jahren
Abb. 2 Bevölkerung 2017 nach Alters-
gruppen und Geschlecht
Datenquelle: Bevölkerungsfortschreibung
90 und
mehr
85 - 90
80 - 85
75 - 80
70 - 75
65 - 70
unter 65

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 9
Vom Statistischen Bundesamt wurde für Ge-
samtdeutschland
1)
(Variante 2) sowohl ein
niedrigerer Anteil der 65-Jährigen und Älteren
(26,3 Prozent) als auch ein niedrigerer Anteil
der Bevölkerung in einem Alter ab 80 Jahren
(7,4 Prozent) für 2030 als in Sachsen voraus-
berechnet.
Mehr Zuzüge von Seniorinnen und Senio-
ren nach Sachsen als Fortzüge
2017 wurden für den Freistaat Sachsen
97 164 Zuzüge und 79 743 Fortzüge über
die Landesgrenze registriert. Unter den Zu-
gezogenen befanden sich 3 838 (4,0 Prozent)
Seniorinnen und Senioren. Bei den Fortzügen
waren es 3 357 bzw. 4,2 Prozent.
Die Altersgruppe 65 Jahre und mehr verzeich-
nete einen Wanderungsgewinn von 481 Per-
sonen. Damit setzte sich im betrachteten
Zeitraum 2000 bis 2017 eine Entwicklung fort
die, bis auf eine Ausnahme im Jahr 2010, mehr
Zuzüge von Seniorinnen und Senioren nach
Sachsen als Fortzüge aus Sachsen brachte.
(siehe Abb. 4)
2017 standen 3 401 Zuzügen von Seniorin-
nen und Senioren aus anderen Bundesländern
2 872 Fortzüge gegenüber. Die höchsten Wan-
derungsgewinne kamen aus Thüringen (203),
Sachsen-Anhalt (142),
Baden-Württemberg
(95) und Hessen (74). Die stärksten Wande-
rungsverluste wurden gegenüber Mecklen-
burg-Vorpommern (-57) verzeichnet.
Aus dem Ausland zogen 437 Seniorinnen und
Senioren nach Sachsen und 485 verließen
Sachsen und Deutschland, um die Zukunft im
Ausland zu verbringen.
_____
1) Ergebnisse der 13. koordinierten Bevölkerungs-
vorausberechnung für Deutschland, Variante 2-A
(G1-L1-W2015).
-400
-200
0
200
400
600
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Abb. 4 Wanderungsgewinne bzw. -verluste von Seniorinnen und Senioren über die
Landesgrenze Sachsens 2000 bis 2017
Ausland
Neue Bundesländer
Früheres Bundes-
gebiet und Berlin
Datenquelle: Wanderungsstatistik

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 10
Die meisten Seniorinnen und Senioren le-
ben im eigenen Haushalt
Die absolute Mehrheit der Bevölkerung im Se-
niorenalter lebte 2017 in ihren eigenen priva-
ten Haushalten. Nur 4,9 Prozent der Sachsen
im Alter von 65 Jahren und mehr lebten in Al-
ten- und Pflegeheimen oder anderen Gemein-
schaftseinrichtungen. Bei Senioren im Alter
von 85 Jahren und mehr war das allerdings
bei etwa einem Fünftel (20,7 Prozent) der Fall.
In fast jedem vierten sächsischen privaten
Haushalt lebten Seniorinnen und Senioren. Sie
bewohnten aber im Vergleich zur jüngeren Be-
völkerung eher kleine Haushalte. Die Mehrheit
(62,7 Prozent) der rund eine Million Seniorin-
nen und Senioren in privaten Haushalten lebte
2017 zu zweit in einem Haushalt. Ein Drittel
(33,8 Prozent) führte einen Single-Haushalt.
Nur sehr wenige (3,5 Prozent) wohnten in
Haushalten mit drei und mehr Personen, zu-
meist mit Familienangehörigen in sogenannten
Mehrgenerationenhaushalten.
Frauen leben im Alter häufiger allein als
Männer
Die höhere Lebenserwartung von Frauen aber
auch die geringe Zahl der Männer unter den
Hochbetagten der letzten Kriegsgeneration
(siehe auch vorhergehendes Kapitel) führen
dazu, dass Seniorinnen häufiger allein lebten als
Senioren. So steigt der Anteil insbesondere der
Frauen in Einpersonenhaushalten mit zuneh-
mendem Alter an. Waren es 2017 bei den 65-
bis unter 75-jährigen Frauen knapp ein Drittel
(30,7 Prozent), betraf es von den über 85-Jäh-
rigen reichlich drei Viertel (77,7 Prozent).
Seit 2000 hat sich das Geschlechterverhältnis
bei den Alleinlebenden jedoch deutlich ver-
schoben. Während damals noch in 84,9 Prozent
der Einpersonenhaushalte Frauen lebten, sank
der Anteil bis 2017 auf 75,2 Prozent. Im Ge-
genzug erhöhte sich der Anteil der Männer von
15,1 Prozent auf 24,8 Prozent. (siehe Abb. 6)
Wussten Sie, dass …
… die Mehrheit der Seniorinnen und Senioren in Zweipersonenhaushalten lebt?
Lebensformen im Alter
0
20
40
60
80
100
Haushalte mit
… Personen
Prozent
unter 25
25 - 45
45 - 65
älter
1
2
3 und mehr
Alter von … bis
unter … Jahren
65 und
Datenquelle: Mikrozensus
Abb. 5 Bevölkerung in Privathaushalten 2017 nach Altersgruppen und Haushaltsgröße

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 11
Anteilig weniger Eheschließungen als Ehe-
scheidungen im Seniorenalter
Eheschließungen von Senioren waren eher
selten. 2017 gab es in Sachsen 18 942 Ehe-
schließungen. 1,9 Prozent der Eheschließen-
den waren 65 Jahre und älter. Unter ihnen
waren fast doppelt so viele Männer (470) wie
Frauen (238). Knapp drei Viertel (73,4 Prozent)
der eheschließenden Senioren sowie der Seni-
orinnen (73,9 Prozent) waren vorher geschie-
den. Verwitwet waren zuvor etwa ein Fünftel
der Senioren (Männer: 19,5 Prozent; Frauen:
21,2 Prozent).
Geschieden wurden in Sachsen im gleichen
Jahr 6 427 Ehen. 4,1 Prozent der betroffenen
Männer (262) und 2,2 Prozent der betroffenen
Frauen (143) waren 65 und mehr Jahre alt. Im
Jahr 2000 lag der Anteil der geschiedenen
Männer im Seniorenalter noch bei 0,8 Prozent
und der geschiedenen Frauen bei 0,4 Prozent.
56,9 Prozent der 2017 geschiedenen Männer
der Altersgruppe ab 65 Jahren lösten nach 25
und mehr Ehejahren den Bund der Ehe. Bei
den Frauen waren es sogar 69,2 Prozent. Im
Jahr 2000 war dieser Anteil mit 37,7 Prozent
bei den Männern und 52,6 Prozent bei den
Frauen deutlich geringer.
Zusammenleben ohne Trauschein eher sel-
ten
Das Zusammenleben als verheiratete oder
unverheiratete Paargemeinschaft
1)
war 2017
im Seniorenalter die häufigste Lebensform.
79,8 Prozent der Männer und 51,6 Prozent
der Frauen im Alter von 65 und mehr Jah-
ren lebten in einer dieser Form zusammen.
Während sich der Anteil bei den Männern ge-
genüber 2000 leicht verringerte, stieg er bei
den Frauen um 12,3 Prozentpunkte an. Rund
33 200 Seniorinnen und Senioren lebten 2017
in einer Beziehung ohne Trauschein
1)
zusam-
men. Das waren nur 3,3 Prozent aber schon
mehr als 2000 (1,7 Prozent bzw. 14 600 Per-
sonen). Bei den Männern war diese Form des
Zusammenlebens etwas häufiger (4,1 Pro-
zent) ausgeprägt als bei den Frauen (2,7 Pro-
zent). Das Zusammenleben im Seniorenalter
als Paar oder allein mit ledigem/n Kind/ern ist
ebenfalls relativ selten. In diesen Fällen leben
aufgrund individueller Umstände ledige meist
volljährige Kinder wieder oder noch bei den
Eltern oder einem Elternteil. (siehe Abb. 7)
0
15-25
25-35
35-45
45-55
55-65
65-75
75-85
85 und
älter
Alter von ... bis unter ... Jahren
80
70
60
50
40
30
20
10
Datenquelle: Mikrozensus
Frauen
Männer
Prozent
Abb. 6 Anteil alleinlebender Männer und Frauen 2017 nach Altersgruppen
_____
1) Einschließlich der Paare mit ledigem/n Kind/ern/
bzw. Enkel/n und ohne „living apart together“-Be-
ziehungen.
2000
2005
2010
2015
2017
Paare mit Kind(ern)
Lebensgemeinschaften
ohne Kind(er)
Allein mit Kind(ern)
Ehepaare ohne Kind(er)
Alleinstehende
Abb. 7 Seniorinnen und Senioren 2000, 2005, 2010, 2015 und 2017 nach Lebensformen
Prozent
0
20
40
60
80
100
Datenquelle: Mikrozensus

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 12
Erwerbsbeteiligung im Seniorenalter steigt
Seit 2012 wird das gesetzliche Rentenein-
trittsalter schrittweise auf 67 Jahre erhöht.
Durch das Gesetz über Leistungsverbesserun-
gen in der gesetzlichen Rentenversicherung
(R V-Leistungsverbesserungsgesetz)
ist
ab
1. Juli 2014 unter bestimmten Voraussetzun-
gen eine vorzeitige abschlagsfreie Altersrente
nach 45 Beitragsjahren (bei Schwerbehinder-
ten 35 Beitragsjahre) möglich. Sind die Be-
dingungen für eine abschlagsfreie Altersrente
nicht gegeben, ist weiterhin ein früherer Ren-
tenbezug mit Abschlägen möglich.
Mit dem Flexirentengesetz von 2016 wurden
aber auch neue Möglichkeiten für einen flexib-
len Übergang in die Rente und Anreize für ein
Weiterarbeiten über die reguläre Altersgrenze
hinaus geschaffen 4,9 Prozent der sächsischen
Seniorinnen und Senioren gingen 2017 noch
einer Erwerbstätigkeit nach. Damit hat sich
der Anteil gegenüber 2010 (2,4 Prozent) ver-
doppelt. Erwerbstätige im Seniorenalter wa-
ren mehrheitlich Männer (2010: 70,3 Prozent;
2017: 61,7 Prozent).
Zwei Drittel der erwerbstätigen Seniorinnen
und Senioren waren 65 bis unter 70 Jahre alt.
In dieser Altersgruppe standen noch 12,5 Pro-
zent aktiv im Arbeitsleben. (siehe Abb. 8)
Erwerbstätige im Seniorenalter arbeiteten 2017
im Vergleich zu den Erwerbstätigen insgesamt
deutlich häufiger als Selbstständige (31,4 Pro-
zent gegenüber 10,3 Prozent). Auch hinsicht-
lich der Arbeitszeit gab es Abweichungen vom
Durchschnitt. Während bei den Erwerbstä-
tigen im Seniorenalter vier Fünftel in Teilzeit
beschäftigt waren, traf das nur für knapp ein
Viertel aller sächsischen Erwerbstätigen zu.
(weitere Informationen siehe [4], S.20 f.)
Die Mehrheit der Seniorinnen und Senioren
hat das Erwerbsleben aber beendet und befin-
det sich im Ruhestand.
Wussten Sie, dass …
… reichlich ein Drittel der Seniorenhaushalte über Haus- oder Grundbesitz verfügt?
Beteiligung am Erwerbsleben und wirtschaftliche
Situation
0
3
6
9
12
15
18
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Männlich
Weiblich
1) Aufgrund geringer Fallzahlen keine Auswertung für Frauen in den Jahren 2007 und 2008.
Datenquelle: Mikrozensus
Abb. 8 Erwerbstätigenquote der 65- bis unter 70-Jährigen von 2005 bis 2017
nach Geschlecht
1)
Prozent

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© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 13
Durchschnittliches Renteneintrittsalter er-
höht sich langsam
Nach Angaben der Deutschen Rentenversi-
cherung Bund gingen die Männer in Sach-
sen 2017 tatsächlich im Durchschnitt mit
63,7 Jahren wegen Alters in Rente, Frauen
vollzogen diesen Schritt mit durchschnittlich
63,4 Jahren nur unwesentlich früher. 2010
lag das durchschnittliche Renteneintrittsalter
für Männer bei 62,9 Jahren und für Frauen
bei 61,6 Jahren. Im Jahr 2000 war das durch-
schnittliche Renteneintrittsalter mit 61,1 Jah-
ren bei Männern und 60,5 Jahren bei Frauen
noch niedriger.
Nach wie vor nahmen sächsische Neurent-
nerinnen und -rentner wegen Alters deutlich
häufiger Abschläge in Kauf als im früheren
Bundesgebiet. 2017 erhielten in Sachsen fast
ein Drittel (32,3 Prozent) des Empfängerkrei-
ses ihre Rente mit Abschlägen, im früheren
Bundesgebiet dagegen nur reichlich ein Fünf-
tel (21,4 Prozent). Damit waren die Unter-
schiede aber nicht mehr so groß wie in den
Vergleichsjahren 2015, 2010 und 2005. (siehe
Abb. 9)
Abb. 9 Rentenzugänge von Rente wegen Alters nach SGB VI 2000, 2005, 2010, 2015
und 2017 nach Zahlungen mit und ohne Rentenabschläge sowie ausgewählten
Regionen
0
20
40
60
80
100
2000
2005
2010
2015
2017
2000
2005
2010
2015
2017
2000
2005
2010
2015
2017
Sachsen
Früheres
Bundesgebiet
Neue
Bundesländer,
einschl. Berlin-Ost
mit Abschlägen
ohne Abschläge
und Nichtbetroffene
Prozent
Datenquelle: Deutsche Rentenversicherung Bund
Bildquelle: PantherMedia / nyul

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 14
Witwenrente trägt bei mehr als jeder drit-
ten Seniorin zum Lebensunterhalt bei
Für fast alle Seniorinnen und Senioren
(98,0 Prozent) waren 2017 die wesentlichsten
Quellen für den überwiegenden Lebensunter-
halt Renten und Pensionen. Für 1,2 Prozent
(12 100 Personen) bildete allerdings die ei-
gene Erwerbstätigkeit die wichtigste Quelle
für das Bestreiten des Lebensunterhalts. Zum
Lebensunterhalt tragen aber auch noch an-
dere Einkommensquellen bei. Besonders für
Seniorinnen hat die Witwenrente eine beacht-
liche Bedeutung. Mehr als jede dritte Seniorin
(37,1 Prozent) aber nur 12,0 Prozent der Se-
nioren bekamen 2017 solch eine Rente. Von
den Senioren bezogen 6,8 Prozent noch Ein-
kommen aus der eigenen Erwerbstätigkeit -
teilweise auch neben der Rente (Seniorinnen:
3,2 Prozent). (siehe Abb. 10)
(Weitere vertiefende Informationen zu Ein-
kommensquellen siehe [5])
Mittleres Nettoeinkommen der Bevölke-
rung im Seniorenalter liegt unter dem
Durchschnitt
2017 betrug das mittlere monatliche Netto-
einkommen im Seniorenalter 1 169 € (Männer
1 227 €, Frauen 1 102 €). Das waren 199 €
mehr als 2005 und 38 € mehr als im Jahr 2016.
Damit lag es aber unter dem mittleren monat-
lichen Nettoeinkommen der sächsischen Be-
völkerung von 1 252 €. (siehe Abb. 11)
(Weitere vertiefende Informationen zum Net-
toeinkommen siehe [5], [6])
Abb. 10 Seniorinnen und Senioren 2017 nach ausgewählten Einkommensarten und
Geschlecht
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Eigene Rente
Hinterbliebenenrente
Erwerbstätigkeit
Betriebsrente, incl. Vorruhestandsgeld
Pflegegeld, -leistungen
Vermietung, Verpachtung
Eigene Rente
Hinterbliebenenrente
Erwerbstätigkeit
Betriebsrente, incl. Vorruhestandsgeld
Pflegegeld, -leistungen
Vermietung, Verpachtung
Datenquelle: Mikrozensus
Männlich
Weiblich
Prozent
Abb. 11 Mittleres monatliches Nettoeinkommen
1)
der Bevölkerung insgesamt und
der Seniorinnen und Senioren 2005 bis 2017
1) Errechnet über Median; ohne selbstständige Landwirtinnen und Landwirte in der Haupttätigkeit sowie ohne Personen, die kein
Einkommen haben bzw. keine Angaben über ihr Einkommen gemacht haben.
Datenquelle: Mikrozensus
800
900
1 000
1 100
1 200
1 300
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
0
Euro
Insgesamt
Senioren/-innen

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 15
Grundsicherung im Alter
Für Seniorinnen und Senioren, deren Rente
und Einkommen für das Bestreiten des Le-
bensunterhaltes nicht ausreichend sind, be-
steht nach Erreichen der Regelaltersgrenze
eine Leistungsberechtigung auf Grundsiche-
rungsleistungen nach dem Sozialgesetzbuch
Zwölftes Buch – Sozialhilfe. Im Dezember
2017 erhielten in Sachsen 11 352 Personen im
gesetzlichen Rentenalter (hier ab 65 Jahren
und 6 Monaten) eine entsprechende Leistung.
Davon waren 6 062 Frauen und 5 290 Männer.
Insgesamt waren 1,1 Prozent der Bevölkerung
dieser Altersgruppe auf Grundsicherung im
Alter angewiesen (1,2 Prozent der Männer und
1,0 Prozent der Frauen). Sachsen lag mit die-
sen Quoten deutlich unter dem Durchschnitt
für Deutschland von insgesamt 3,2 Prozent
(Männer: 3,0; Frauen: 3,3 Prozent). 2010 wa-
ren in Sachsen nur 0,9 Prozent der Rentnerin-
nen und Rentner auf Grundsicherung im Alter
angewiesen.
Pro Leistungsempfangenden wurden in Sach-
sen inklusive der Kosten für die Unterkunft
im Berichtsmonat Dezember durchschnitt-
lich 371 € als Leistung ausgezahlt. Auf Grund
von prekärer Beschäftigung, unterbrochenen
Erwerbsbiografien und der demografischen
Entwicklung ist zukünftig mit einem weiteren
Anstieg der Bedürftigen zu rechnen. [2, S. 42]
Fast jeder dritte Seniorenhaushalt
1)
besitzt
Wertpapiere
Bei den Vermögensanlagen setzen die meis-
ten Seniorenhaushalte auf traditionelle
Sparbücher. Mehr als jeder zweite von ihnen
(53,2 Prozent) legte 2018 Geld in Form von
Sparguthaben an. 44,9 Prozent der Haushalte
konnten auf Tagesgeldguthaben zurückgrei-
fen. Auf Bausparguthaben (39,1 Prozent) oder
Lebensversicherungen u. Ä.
2)
(34,4 Prozent) zur
finanziellen Vorsorge vertraute mehr als jeder
dritte Seniorenhaushalt. In Wertpapiere, über-
wiegend Investmentfonds, investierte knapp
jeder dritte Seniorenhaushalt (30,0 Prozent).
Das durchschnittliche Bruttogeldvermögen der
Seniorenhaushalte (mit Angaben zur Höhe der
jeweiligen Art des Bruttovermögens) lag 2018
insgesamt bei 50 000 €. Je nach genutzten
Anlageformen unterscheiden sich die durch-
schnittlichen Guthaben deutlich. Während sich
auf Bausparguthaben im Schnitt 9 700 € und
auf Sparbüchern 15 100 € befanden, waren
die Guthaben auf Tagesgeldkonten mit durch-
schnittlich 27 400 € deutlich höher. Senioren-
haushalte, die Geld in Wertpapieren anlegten,
hatten dort durchschnittlich sogar 39 600 €
Guthaben. (siehe Abb. 12)
Anteil der Seniorenhaushalte mit Haus-
und Grundbesitz steigt
42,1 Prozent der Seniorenhaushalte verfügten
im Januar 2018 über Haus- und Grundbesitz in
Form von unbebauten Grundstücken, Wohn-
häusern, Eigentumswohnungen und sonstigen
Gebäuden. Im Bundesdurchschnitt verfügten
55,7 Prozent der Seniorenhaushalte über Haus-
und Grundbesitz. Im früheren Bundesgebiet
(ohne Berlin-West) lag die Quote bei 60,1 Pro-
zent und in den neuen Ländern mit Berlin bei
40,4 Prozent. (siehe Abb. 13)
Gegenüber 2013 (36,4 Prozent) ist der Anteil
der sächsischen Seniorenhaushalte mit Haus-
und Grundbesitz deutlich gestiegen und liegt
damit sogar über der Durchschnittsquote für
0 5 000 10 000 15 000 20 000 25 000 30 000 35 000 40 000
Bausparguthaben
Lebensversicherungen u. Ä.
Sparguthaben
Tagesgeldguthaben
Investmentfonds
1) Versicherungsguthaben von Lebens-, private Renten-, Sterbegeld-, Ausbildungs- und Unfallversicherung mit
Beitragsrückgewähr.
Datenquelle: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
Senioren-
haushalte
private Haushalte
insgesamt
Abb. 12 Ausgewählte Geldvermögensbestände von Seniorenhaushalten und
privaten Haushalten insgesamt 2018
1)
_____
1)
Haushalte mit Angaben zum Bruttogeldvermögen.
2) Versicherungsguthaben von Lebens-, private Ren-
ten-, Sterbegeld-, Ausbildungs- und Unfallversi-
cherung mit Beitragsrückgewähr.

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 16
sächsische Haushalte von 40,3 Prozent. Am
häufigsten verfügten private Haushalte im
Freistaat mit Haupteinkommensbeziehern im
Alter von 55 bis unter 65 Jahren über Grund-
vermögen (48,5 Prozent) wodurch die Quote bei
Seniorenhaushalten zukünftig weiter steigen
könnte.
Mehr als jeder zweite Seniorenhaushalt mit
Haus- und Grundbesitz verfügt über Einfa-
milienhaus
Von den sächsischen Seniorenhaushalten mit
Angaben zur Art ihres Haus- und Grundbesit-
zes besaßen 59,3 Prozent ein Einfamilienhaus.
Fast jeder vierte Haushalt (24,5 Prozent) ver-
fügte über sonstige Gebäude
1)
, zu denen auch
Wochenendhäuser oder Gartenlauben gehö-
ren. Eigentumswohnungen befanden sich bei
15,8 Prozent der Seniorenhaushalte im Besitz.
(siehe Abb. 14)
Der durchschnittliche Verkehrswert, bezogen
auf Seniorenhaushalte mit Angaben zur Höhe,
belief sich auf 118 100 € (Bundesdurchschnitt:
274 480 €).
0
10
20
30
40
50
60
Abb. 13 Seniorenhaushalte mit Haus- und Grundbesitz in Sachsen,
Deutschland und ausgewählten Regionen 2018
Prozent
Datenquelle: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
Sachsen
Neue Bundesländer
und Berlin
Deutschland
Früheres Bundesgebiet
ohne Berlin-West
0
10
20
30
40
50
60
Zweifamilienhäuser
unbebaute Grundstücke
Eigentumswohnung
Sonstige Gebäude
Einfamilienhäuser
1) Haushalte mit Angaben zur Art des Haus- und Grundbesitzes.
Datenquelle: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
Prozent
2008
2003
2013
2018
Abb. 14 Seniorenhaushalte mit Haus- und Grundbesitz
1)
in den Jahren 2003, 2008,
2013 und 2018
_____
1) Sonstige Gebäude sind Wochenend- und Feri-
enhäuser, Lauben und Datschen in Kleingärten,
kombinierte Wohn- und Geschäftsgebäude sowie
Betriebsgebäude, die nicht für eigene geschäftli-
che Zwecke genutzt werden.

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 17
Fast alle Seniorinnen und Senioren haben
einen Schulabschluss
54,5 Prozent der sächsischen Bevölkerung im
Alter von 65 und mehr Jahren verfügten 2017
über einen Volks- oder Hauptschulabschluss
und 24,9 Prozent konnten einen Realschulab-
schluss bzw. jeweils adäquate Abschlüsse der
allgemeinbildenden polytechnischen Ober-
schule der ehemaligen DDR vorweisen. Der
Anteil mit Fachhochschul- bzw. Hochschul-
reife betrug 19,2 Prozent.
Unterschiede waren dabei zwischen den Ge-
schlechtern erkennbar. Reichlich ein Viertel
der Männer im Seniorenalter hatte Abitur, bei
den gleichaltrigen Frauen waren es 13,2 Pro-
zent. Lediglich 1,4 Prozent der Männer und
Frauen in diesem Alter besaßen keinen Schul-
abschluss.
Im Vergleich zu 2010 zeigte sich, dass immer
mehr Personen im Seniorenalter über einen
höheren Schulabschluss verfügten. So hatte
insbesondere der Anteil derjenigen mit Real-
schulabschlüssen sowie Fachhochschul- oder
Hochschulreife zugenommen. Der Anteil der
Volks- und Hauptschulabschlüsse incl. Ab-
schlüsse der 8. und 9. Klasse der polytech-
nischen Oberschule der ehemaligen DDR
verringerte sich entsprechend. (siehe Abb. 15)
Wussten Sie, dass …
… an Volkshochschulen Kurse in den Bereichen Gesundheit und Sprachen bei Senio-
rinnen und Senioren besonders beliebt sind?
Bildungsstand und Lernen
0
20
40
60
80
100
2010
Männlich
Weiblich
Prozent
2017
Abb. 15 Seniorinnen und Senioren 2010 und 2017 nach Art des höchsten
allgemeinbildenden Schulabschlusses und Geschlecht
Fachhochschul-/
Hochschulreife
Realschule
1)
Volks-/ Hauptschule
2)
ohne Schulabschluss
3)
Fachhochschul-/
Hochschulreife
Realschule
1)
Volks-/ Hauptschule
2)
ohne Schulabschluss
3)
1) Einschl. Abschluss der 10. Klasse der allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule der ehemaligen DDR.
2) Einschl. Abschluss der 8. oder 9. Klasse der allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule der ehemaligen DDR.
3) Einschl. Personen mit höchstens 7 Jahren Schulbesuch.
Datenquelle: Mikrozensus

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 18
Senioren hatten mehr als doppelt so häufig
einen Hochschulabschluss wie Seniorinnen
Ähnliche Entwicklungen wie bei den Schul-
abschlüssen waren auch für die beruflichen
Bildungsabschlüsse nachweisbar. Je jünger
insbesondere die Seniorinnen und Senioren
waren, desto höher war der Stand ihrer beruf-
lichen Qualifikation. (siehe Tab. 1)
58,5 Prozent der über 65-Jährigen verfügten
2017 über eine abgeschlossene Lehr- oder
Anlernausbildung und 18,1 Prozent konnten
eine Meister-/Technikerausbildung oder ei-
nen Fachschulabschluss vorweisen. Auf einen
Hochschulabschluss
konnten
15,1 Prozent
verweisen. Bei den Männern im Seniorenal-
ter lag der Anteil derjenigen, die über einen
Hochschulabschluss verfügten, fast doppelt
so hoch wie bei den gleichaltrigen Frauen.
8,4 Prozent der Seniorinnen und Senioren
besaßen keinen beruflichen Ausbildungs-
abschluss. Hier waren die Frauen häufiger
betroffen. Während von den Seniorinnen im
Alter von 65 und mehr Jahren 12,5 Prozent
keinen Berufsabschluss erworben hatten, traf
das bei den gleichaltrigen Männern nur auf
3,0 Prozent zu.
Viele Seniorinnen und Senioren an Volks-
hochschulkursen interessiert
2017 besuchten in Sachsen 138 961 Perso-
nen (mit Angaben zum Alter) Kurse an der
Volkshochschule. 20 880 (15,0 Prozent) der
eingeschriebenen Kursteilnehmerinnen und
Kursteilnehmer waren bereits 65 Jahre und
älter. Damit war das Interesse fast so hoch wie
2015 (20 974 Eingeschriebene).
Ähnlich wie auch in Deutschland insgesamt la-
gen die Interessen der Seniorinnen und Senio-
ren 2017 besonders an Kursen in den Bereichen
Gesundheit und Sprachen. (siehe Abb. 16)
Tab. 1 Seniorinnen und Senioren
1)
2017 nach Art des höchsten berufsbildenden
oder Hochschulabschlusses und Geschlecht
(in Prozent)
Insgesamt
65 - 75
75 - 85
85 und mehr
Lehre/ Berufsausbildung
2)
53,9
56,8
51,6
48,7
Fachschulabschluss
3)
20,1
17,4
22,3
25,2
Hochschulabschluss
4)
22,9
23,9
22,7
18,6
ohne Abschluss
5)
3,0
/
3,4
/
Insgesamt
100
100
100
100
Lehre/ Berufsausbildung
2)
62,0
62,6
63,7
54,5
Fachschulabschluss
3)
16,5
19,7
15,1
10,3
Hochschulabschluss
4)
9,0
12,7
7,3
/
ohne Abschluss
5)
12,5
5,0
13,9
32,8
Insgesamt
100
100
100
100
1) Mit Angabe zum beruflichen Bildungsabschluss.
2)
Einschl. gleichwertiger Berufsfachschulabschluss, Vorbereitungsdienst für den mittleren Dienst in der öffentlichen Verwaltung
sowie Anlernausbildung
(bis Geburtsjahr 1953).
3)
Einschl. Fachschulabschluss der ehemaligen DDR, Meister-/ Technikerausbildung sowie Abschluss einer 2- oder 3-jährigen Schule
des Gesundheitswesens.
4)
Bachelor, Master, Diplom, Promotion einschl. Berufsakademie, Fachhochschul-, Ingenieurschul-, Verwaltungsfachhochschulabschluss,
Lehramts-, Staatsprüfung, Magister, künstlerischer Abschluss oder vergleichbare Abschlüsse.
5)
Einschl. berufliches Praktikum o. ä.
Datenquelle: Mikrozensus
Abschluss
männlich
weiblich
Alter von … bis unter … Jahren
Abb. 16 Seniorinnen und Senioren in Kursen an Volkshochschulen in Sachsen und Deutschland
2017 nach Programmbereichen
(in Prozent)
37,7
30,4
14,6
9,0
8,0
0,2
Sachsen
41,3
29,6
15,4
8,0
5,5
0,1
Deutschland
Gesundheit
Sprachen
Kultur, Gestalten
Politik, Gesellschaft, Umwelt
Arbeit, Beruf
Grundbildung, Schulabschlüsse
Datenquelle: Volkshochschulstatistik

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 19
Seniorinnen und Senioren auch in Hörsälen
zu finden
Eine andere Form der Weiterbildung im Al-
ter ist das Gaststudium an einer Hochschule.
2017 waren an den drei größten Universitäten
im Freistaat (Technische Universität Dresden,
Universität Leipzig und Technische Universität
Chemnitz) 240 Gasthörerinnen und 193 Gast-
hörer im Alter von 65 Jahren und mehr ein-
geschrieben. Im Vergleich mit 2015 waren das
138 Personen in dieser Altersgruppe weniger.
Das mit Abstand beliebteste Studienfach der
Seniorinnen und Senioren war wie auch schon
in den Jahren 2015 und 2010 Geschichte. An
zweiter Stelle folgte ebenfalls wie in den bei-
den Vergleichsjahren die Evangelische Theolo-
gie und –Religionslehre. Auf dem dritten Rang
des Interesses lag die Rechtswissenschaft
(2015 und 2010 Rang sieben). (siehe Abb. 17
und 18)
0
20
40
60
80
100 120 140 160 180 200 220 240
Psychologie
Musik, Musikwissenschaft
Kulturwissenschaft i.e.S.
Germanistik (Deutsch, germanische
Sprachen ohne Anglistik)
Informatik
Kunst, Kunstwissenschaft allgemein
Außereuropäische Sprach- und
Kulturwissenschaften
Rechtswissenschaft
Evangelische Theologie,
- Religionslehre
Geschichte
Abb. 18 Gasthörerinnen und Gasthörer im Alter ab 65 Jahren an den Technischen
Universitäten Dresden und Chemnitz sowie an der Universität Leipzig 2017
nach den zehn beliebtesten Fachrichtungen (erste Fachrichtung)
Datenquelle: Hochschulstatistik
Anzahl
0
50
100
150
200
250
300
350
2000
2005
2010
2015
2017
Abb. 17 Gasthörerinnen und Gasthörer an den Technischen Universitäten Dresden und
Chemnitz sowie an der Universität Leipzig im Alter ab 65 Jahren nach
Geschlecht und ausgewählten Jahren
Datenquelle: Hochschulstatistik
Anzahl
Männlich
Weiblich

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 20
Rund ein Drittel der Seniorenhaushalte lebt
in den eigenen vier Wänden
Knapp zwei Drittel der rund 646 000 sächsi-
schen Seniorenhaushalte wohnten 2018 zur
Miete. Der Großteil dieser Mieterhaushalte
(89,7 Prozent) befanden sich in Wohngebäu-
den mit drei und mehr Wohnungen.
Gut ein Drittel (34,4 Prozent) der Senioren-
haushalte lebte 2018 in Wohneigentum. Nur
bei Haushalten mit einem Haupteinkommens-
bezieher in den Altersgruppen von 45 bis unter
65 Jahren war der Anteil noch höher. (siehe
Abb. 19)
Gegenüber 2013 erhöhte sich die Eigentü-
merquote sächsischer Seniorenhaushalte um
3,8 Prozentpunkte, lag aber immer noch weit
unter dem Bundesdurchschnitt der Senioren-
haushalte (50,9 Prozent).
Von
den
sächsischen
Seniorenhaushalten
mit Wohneigentum lebte 2018 die Mehrheit
(71 Prozent) in einem Einfamilienhaus.
Wohnungsgröße von Seniorenhaushalten
im Schnitt 76,7 m
2
Sächsischen Seniorenhaushalten stand durch-
schnittlich eine Wohnfläche von 76,7 m² je
Haushalt zur Verfügung. Dabei gab es deutliche
Unterschiede zwischen der Größe der Wohnflä-
che in Wohneigentum und in Mietwohnungen.
Seniorinnen und Senioren in Wohneigentum
verfügten mit 102,7 m² über deutlich mehr
Wohnfläche als ihre Altersgenossen in Miet-
wohnungen (63,0 m²). Wird die Haushalts-
größe betrachtet, standen Seniorinnen und
Senioren in Einpersonenhaushalten im Durch-
schnitt 63,5 m² Wohnfläche und in Zweiper-
sonenhaushalten 86,9 m² zur Verfügung.
Wussten Sie, dass …
… mehr als drei Viertel der Seniorenhaushalte über PC und Internetanschluss verfügen?
Wohnen und Ausstattung
0
20
40
60
80
100
18 - 25
25 - 35
35 - 45
45 - 55
55 - 65
65 und mehr
Mietwohnung
Wohneigentum
Prozent
Datenquelle: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
Alter von … bis unter … Jahren
Abb. 19 Wohnform privater Haushalte 2018 nach ausgewählten Altersgruppen
der Haupteinkommensperson

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 21
0
20
40
60
80
100
Blu-ray-Gerät
MP3-Player
Pkw gebraucht gekauft
Fotoapparat analog
Pkw neu gekauft
Smartphone
Gefrierschrank,
Gefriertruhe
Fotoapparat digital
Geschirrspülmaschine
Fahrrad
Mikrowellengerät
PC
Internetanschluss
Festnetztelefon
Abb. 20 Ausstattungsgrad von Seniorenhaushalten und privaten Haushalten
insgesamt mit ausgewählten Gebrauchsgütern 2018
Prozent
Datenquelle: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
Seniorenhaushalte
private Haushalte insgesamt
Seniorenhaushalte besitzen mehr neu ge-
kaufte als gebrauchte Autos
Bei der Ausstattung mit Gebrauchsgütern
lagen die Seniorenhaushalte 2018 z. B. mit
Telefon, Fernsehgerät, Videokamera, Fotoap-
parat, Kühlschrank bzw. Kühl- und Gefrier-
kombination oder Waschmaschine annähernd
im sächsischen Durchschnitt. Bei einigen Ge-
brauchsgütern unterschied sich die Ausstat-
tung aber deutlich.
So verfügten 41,2 Prozent der Seniorenhaus-
halte 2018 über einen neu gekauften Perso-
nenkraftwagen (Pkw), der Durchschnitt der
privaten Haushalte im Freistaat lag dagegen
um 8,9 Prozentpunkte niedriger. Gebraucht
gekaufte Pkw waren bei Seniorenhaushal-
ten deutlich seltener zu finden. Ein Drittel
der Seniorenhaushalte (33,3 Prozent) besaß
ein gebraucht gekauftes Auto, während es
im sächsischen Durchschnitt fast die Hälfte
(47,8 Prozent) der privaten Haushalte waren.
Auch beim Ausstattungsgrad der Haushalte
mit Fahrrädern
1)
zeigten sich Unterschiede.
Im Schnitt verfügten 61,5 Prozent der Seni-
orenhaushalte über mindestens ein Fahrrad
1)
.
Im Durchschnitt aller sächsischen privaten
Haushalte waren es mehr als drei Viertel
(75,3 Prozent).
Weniger moderne Unterhaltungselektronik
Altersspezifische Unterschiede ließen sich
auch bei einigen Geräten der Unterhaltungs-
elektronik feststellen. Seniorenhaushalte la-
gen bei der Ausstattung mit Blu-ray-Geräten
(-11,9 Prozentpunkte)
und
MP3-Playern
(-17,3 Prozentpunkte) unter dem sächsischen
Durchschnitt. Bei Fotoapparaten waren bei
ihnen eher analoge Geräte (+11,1 Prozent-
punkte) als digitale (-11,3 Prozentpunkte) zu
finden.
Mehr als jeder zweite Seniorenhaushalt hat
Geschirrspülmaschine
Die Ausstattung von sächsischen Senioren-
haushalten mit modernen Haushaltsgeräten
nähert sich dem sächsischen Durchschnitt
an. Geschirrspülmaschinen waren 2018 in
59,5 Prozent der Seniorenhaushalte zu fin-
den und damit nur noch 6,5 Prozentpunkte
unter dem sächsischen Durchschnitt. Über
ein Mikrowellengerät verfügten 2018 bereits
69,1 Prozent. Der sächsische Durchschnitt
lag bei 74,2 Prozent. Auch Wäschetrockner
_____
1)
Einschließlich Pedelec.

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 22
waren in 22,6 Prozent der Seniorenhaushal-
te zu finden, 4,7 Prozentpunkte weniger als
im Durchschnitt. Der Ausstattungsgrad bei
Gefrierschränken oder –truhen war dage-
gen bei Seniorenhaushalten mit 49,4 Prozent
höher als im Durchschnitt (43,6 Prozent).
Digitale Vernetzung der Seniorenhaushalte
schreitet voran
Ein PC und ein Internetanschluss gehörten
2018 bei mehr als drei Vierteln der Senioren-
haushalte zur Ausstattung. Damit lagen sie
zwar unter dem Durchschnitt der Haushalte
insgesamt, haben aber in den letzten zehn
Jahren eine bedeutende Entwicklung voll-
zogen. Während 2008 erst 40,9 Prozent der
Seniorenhaushalte einen PC besaßen, waren
es 2013 schon 59,3 Prozent und 2018 sogar
76,0 Prozent. Über einen Internetanschluss
verfügten 2008 lediglich 29,3 Prozent. 2013
waren mehr als die Hälfte (52,1 Prozent) und
2018 schon 77,4 Prozent online. Smartpho-
nes, die in der Regel auch internetfähig sind,
wurden 2018 von 46,3 Prozent der Senioren-
haushalte genutzt. (siehe Abb. 21)
Die Hälfte der über 65-Jährigen im Web
unterwegs
Nach den Ergebnissen der IKT-Erhebung hatte
etwa die Hälfte (49,3 Prozent) der Bevölke-
rung ab 65 Jahren im ersten Quartal 2018 das
Internet genutzt. Das war deutlich weniger
als der Durchschnitt für Personen im Alter ab
10 Jahren von 83,5 Prozent. (siehe Abb. 22)
Fast zwei Drittel (66,3 Prozent) der im Internet
aktiven Seniorinnen und Senioren waren täg-
lich oder fast jeden Tag online. Sie nutzten das
Internet hauptsächlich für die Kommunikati-
on und Informationsgewinnung. So diente es
bei 84,0 Prozent von ihnen zum Senden und
Empfangen von E-Mails. 85,2 Prozent suchten
über dieses Medium Informationen zu Waren
und Dienstleistungen und 65,3 Prozent zu Ge-
sundheitsthemen.
0
20
40
60
80
100
MP3-Player
Navigationsgerät
Fotoapparat digital
Personal
Computer
(PC)
Internetanschluss (auch mobil)
Mobiltelefon (Handy, Smartphone)
Abb. 21 Ausstattungsgrad von Seniorenhaushalten mit ausgewählten
Gebrauchsgütern 2008, 2013 und 2018
Prozent
2013
2008
2018
1) 2008: Navigationssystem.
Datenquelle: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
1)
0
5
201020112012 201320142015201620172018
Datenquelle: IKT-Erhebung
Abb. 22 Anteil der Internetnutzenden
ab 65 Jahren 2010 bis 2018
Prozent
55
50
45
40
35
30
25
20
15
10

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 23
Jeder zehnte Mann im Seniorenalter raucht
Mit steigendem Alter nimmt der Anteil der
Rauchenden deutlich ab. Von den Seniorinnen
und Senioren
1)
in Sachsen zählten sich 2017
nur noch 6,6 Prozent zu den gelegentlich oder
regelmäßig Rauchenden. Der Bundesdurch-
schnitt lag dagegen bei 9,8 Prozent und damit
über 3 Prozentpunkte höher als in Sachsen.
Sächsische Männer im Seniorenalter rauchten
wie auch ihre jüngeren Geschlechtsgenossen
häufiger als Frauen. Während fast jeder zehn-
te Mann im Alter ab 65 Jahren dem Tabak-
konsum frönte, griffen von den gleichaltrigen
Frauen nur 4,2 Prozent zu Tabakwaren. (siehe
Abb. 23 und Tab. 2)
Von den Nichtrauchenden im Seniorenalter
waren Männern auch wesentlich häufiger frü-
her in ihrem Leben einmal Rauchende gewe-
sen als Frauen. Etwa ein Drittel (34,7 Prozent)
gab an, früher zu den Rauchenden gezählt zu
haben. Bei den gleichaltrigen Frauen waren es
nur 8,5 Prozent.
Wussten Sie, dass …
… Seniorinnen und Senioren seltener rauchen aber häufiger Übergewicht haben als
Jüngere?
Gesundheitliche Aspekte und Pflege
0
10
20
30
40
50
15
-
20
20
-
25
25
-
30
30
-
35
35
-
40
40
-
45
45
-
50
50
-
55
55
-
60
60
-
65
65
-
70
70
-
75
75
-
80
80
und
mehr
Alter von … bis unter … Jahren
Abb. 23 Anteil der Rauchenden an der Bevölkerung
1)
2017 nach
Altersgruppen und Geschlecht
Prozent
1) Bevölkerung mit Auskunft zum Rauchverhalten.
Datenquelle: Mikrozensus - Zusatzprogramm zu Fragen der Gesundheit -
Weiblich
Männlich
_____
1) Seniorinnen und Senioren mit Auskunft zum
Rauchverhalten.
Tab. 2 Anteil der Rauchenden und Nichtrauchenden im Alter ab 65 Jahren
1)
in Sachsen
und Deutschland 2017 nach Geschlecht
(in Prozent)
insgesamt
Rauchende
Nichtrauchende insgesamt
Rauchende Nichtrauchende
Männlich
100
9,6
90,4
100
12,0
88,0
Weiblich
100
4,2
95,8
100
8,1
91,9
Insgesamt
100
6,6
93,4
100
9,8
90,2
1) Mit Auskunft zum Rauchverhalten.
2) Datenquelle [7], eigene Berechnung.
Datenquelle: Mikrozensus - Zusatzprogramm zu Fragen der Gesundheit -
Merkmal
Deutschland
2)
Sachsen

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 24
Ein Fünftel im Seniorenalter adipös
1)
Übergewicht ist in unserer Wohlstandsgesell-
schaft allgemein ein weit verbreitetes Prob-
lem. Adipositas (Body Mass Index (BMI) von
30 und mehr) wird aus medizinischer Sicht als
Risikofaktor für eine Vielzahl von Krankheiten
(z. B. Diabetes mellitus Typ 2, Herz- und Kreis-
lauferkrankungen oder einige Krebsarten) ge-
sehen [1, S. 202].
2017 betrug der Anteil Übergewichtiger mit
einem BMI
1)
von 25 bis 30 im Seniorenalter
44,1 Prozent. Bei den 18- bis unter 65-Jäh-
rigen lag er mit 34,2 Prozent deutlich dar-
unter. Bei Männern im Seniorenalter hatten
50,3 Prozent einen BMI von 25 bis unter 30.
Das war deutlich höher, als bei den gleichalt-
rigen Frauen (39,2 Prozent).
Einen BMI von 30 und mehr, was den Wer-
ten
einer
Adipositas
entspricht,
wiesen
22,3 Prozent der 65-Jährigen und Älteren so-
wie 15,5 Prozent der Jüngeren auf. Von den
Männern im Seniorenalter waren 21,1 Pro-
zent adipös, bei den gleichaltrigen Frauen
mit 23,2 Prozent etwas mehr. Im Vergleich
mit 2005 hat sich der Anteil der Adipösen in
Alter von 65 und mehr Jahren (21,0 Prozent)
um 1,3 Prozentpunkt erhöht. (siehe Abb. 24
und 25)
Herzinsuffizienz häufigste Diagnose bei
stationären Krankenhausaufenthalten von
Seniorinnen und Senioren
Im Jahr 2017 wurden 984 880 sächsische
Patientinnen und Patienten in Krankenhäu-
sern stationär (Mehrfachzählungen möglich;
0
5
10
15
20
25
30
unter
25
25
-
30
30
-
35
35
-
40
40
-
45
45
-
50
50
-
55
55
-
60
60
-
65
65
-
70
70
-
75
75
-
80
80
und
mehr
Alter von … bis unter … Jahren
Abb. 24 Bevölkerung
1)
2017 mit einem Body Mass Index von 30 und mehr nach
Altersgruppen und Geschlecht
Prozent
Weiblich 2005
Männlich 2005
Weiblich 2017
Männlich 2017
1) Bevölkerung mit Angabe von Körpergewicht und Körpergröße.
Datenquelle: Mikrozensus - Zusatzprogramm zu Fragen der Gesundheit -
_____
1) Ergebnisse bezogen auf Seniorinnen und Senioren
mit Auskunft zu Körpergröße und -gewicht.
2) Der BMI errechnet sich, indem das Köpergewicht
in Kilogramm durch die quadrierte Körpergröße in
Metern geteilt wird.
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
unter 18,5
18,5 - 25
25 - 30
30 - 40
40 und mehr
Prozent
Abb. 25 Seniorinnen und Senioren
1)
2017 nach Body-Mass-Index und Geschlecht
Männlich
Weiblich
1) Bevölkerung mit Angabe von Körpergewicht und Körpergröße.
Datenquelle: Mikrozensus - Zusatzprogramm zu Fragen der Gesundheit -
BMI von ...bis unter ... kg/m
2

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 25
einschließlich Stunden- und Sterbefälle) be-
handelt. Darunter befand sich fast die Hälfte
(48,1 Prozent) im Seniorenalter. Davon waren
52,5 Prozent Frauen. Die durchschnittliche
Verweildauer je Krankenhausaufenthalt be-
trug bei den ab 65-Jährigen 8,3 Tage und war
damit höher als in allen anderen Altersgrup-
pen.
Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Vorhofflim-
mern und -flattern, Hirninfarkt, Pneumonie
(Erreger nicht näher bezeichnet) sowie Frak-
tur des Femurs (Oberschenkelknochen) waren
2017 bei den sächsischen Patientinnen und
Patienten ab 65 Jahren die fünf häufigsten
Behandlungsanlässe.
Die Herzinsuffizienz bildete sowohl bei Män-
nern als auch bei Frauen im Alter ab 65 Jahren
mit Abstand die Hauptursache für einen Kran-
kenhausaufenthalt.
Bei den Männern wurde als zweithäufigste
Diagnose die Pneumonie (Erreger nicht näher
bezeichnet) gefolgt von Hirninfarkt gestellt.
Auf Rang vier und fünf standen die Diagnosen
Vorhofflimmern und –flattern sowie sonstige
chronische obstruktive Lungenkrankheit.
Für gleichaltrige Frauen wurde als zweithäu-
figste Diagnose dagegen Vorhofflimmern und
–flattern gestellt. Danach folgten die Fraktur
des Femurs, der Hirninfarkt sowie die essen-
tielle (primäre) Hypertonie, also der Bluthoch-
druck.
Operationen bei Seniorinnen und Senioren
häufig an den Bewegungsorganen
Fast die Hälfte (47,7 Prozent) aller 2017 an
sächsischen
Patientinnen
und
Patienten
vollstationär
durchgeführten
Operationen
erfolgte in der Altersgruppe ab 65 Jahren.
Insgesamt wurden 380 372 Operationen an
ihnen durchgeführt, davon 190 727 bei Män-
nern und 189 640 bei Frauen. Mehr als ein
Viertel der Eingriffe waren Operationen an
den Bewegungsorganen (95 665). Am häu-
figsten erfolgten diese zur Implantation einer
Endoprothese am Hüftgelenk (9 444) und am
Kniegelenk (7 478).
Rund ein Fünftel (18,5 Prozent) aller Operati-
onen an über 65-Jährigen erfolgten am Ver-
dauungstrakt (70 368), häufig an Darm und
Galle.
Zwischen Männern und Frauen im Senio-
renalter gab es aber Unterschiede hinsichtlich
der betroffenen Bereiche. Während z. B. bei
den Männern Operationen am Verdauungs-
trakt vor denen an den Bewegungsorganen
am häufigsten durchgeführt wurden, war es
bei den Frauen umgekehrt. Bei Frauen waren
Operationen an den Bewegungsorganen am
häufigsten und auch fast doppelt so häufig
wie die Operationen am Verdauungstrakt. An
dritter Stelle lagen bei Männern und Frauen
Operationen an Haut und Unterhaut. Danach
folgen bei den Männern Operationen an den
Blutgefäßen und bei den Frauen an den Au-
gen. (siehe Abb. 26)
21,9
21,3
14,3
7,7
7,1
6,1
5,5
4,5
11,6
Männlich
33,8
18,7
11,9
6,9
4,7
4,6
4,5
3,8
11,0
am Verdauungstrakt
an den Bewegungsorganen
an Haut und Unterhaut
an den Blutgefäßen
an den Harnorganen (Männer),
an den weiblichen Geschlechts-
organen (Frauen)
am Herzen
an den Augen
am Nervensystem
Übrige
Abb. 26 Durchgeführte Operationen
1)
an vollstationären Patientinnen und Patienten im Alter ab 65 Jahren mit
Wohnort in Sachsen in Krankenhäusern
2)
nach Geschlecht
1) Ohne Zusatzinformationen zu Operationen nach OPS-Schlüssel; Mehrfachzählungen möglich.
2) Die Erhebung erstreckt sich auf alle Krankenhäuser, die nach dem DRG-Vergütungssystem abrechnen und dem Anwendungsbereich des §1 KHEntgG unterliegen.
Datenquelle: Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik)
Weiblich

image
© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 26
Tab. 3 Verunglückte im Seniorenalter bei Straßenverkehrsunfällen 2018 nach
Art der Verkehrsbeteiligung und Verletzungsschwere
Getötete
84
37
2
13
25
Schwerverletzte
936
472
32
219
165
Leichtverletzte
1 887
1 048
31
417
254
Insgesamt
2 907
1 557
65
649
444
1) Einschließlich drei- und schweren vierrädrigen Kraftfahrzeugen.
2) Einschließlich Pedelecs.
3) Einschließlich Fußgänger/-in mit Sport- oder Spielgeräten.
Datenquelle: Straßenverkehrsunfallstatistik
Fahrrädern
2)
Darunter
Fahrer/-in und Mitfahrer/-in von
Verletzungs-
schwere
Insgesamt
Pkw
Krafträdern mit
amtl. Kennz.
1)
Fußgänger/-in
3)
Im Seniorenalter stationäre Rehabilitati-
onsleistungen am häufigsten bei Arthrosen
von Knie- und Hüftgelenken
37,5 Prozent der 100 780 stationär behandel-
ten sächsischen Patientinnen und Patienten
(Mehrfachzählungen möglich; einschließlich
Stunden- und Sterbefälle) in deutschen Vor-
sorge- und Rehabilitationseinrichtungen wa-
ren 65 Jahre und älter. Unter ihnen befanden
sich mit 54,8 Prozent etwas mehr Frauen
als Männer (45,2 Prozent). Die meisten Be-
handlungsfälle bei über 65-Jährigen in einer
Vorsorge-
oder
Rehabilitationseinrichtung
erfolgten zu den Diagnosen Arthrosen des
Kniegelenkes und Arthrosen des Hüftgelenkes
sowie Hirninfarkt. Die Verweildauer lag bei den
Arthrosen durchschnittlich bei knapp 21 und
einem halben Tag und bei einem Hirninfarkt
bei 30 und einem halben Tag. Das entsprach
etwa der durchschnittlichen Verweildauer für
alle Reha-Patientinnen und -Patienten für
diese Behandlungsfälle.
Mehr verunglückte Seniorinnen und Senio-
ren im Straßenverkehr
Unter den 17 731 bei Straßenverkehrsunfäl-
len Verunglückten im Jahr 2018 befanden sich
2 907 Personen im Alter von 65 und mehr Jah-
ren (16,4 Prozent). Im Vergleich zu 2010 und
2015, als 2 089 bzw. 2 499 Personen dieser Al-
tersgruppe im Straßenverkehr verunglückten,
war das ein weiterer Anstieg.
Bei den Verunglückten im Seniorenalter waren
2018 fast genauso viele Frauen wie Männer
betroffen. Mit knapp zwei Dritteln (64,9 Pro-
zent) verletzte sich die Mehrheit von ihnen
nur leicht.
Zu tödlichen Verletzungen bei Straßenver-
kehrsunfällen kam es bei 84 Personen im Se-
niorenalter. Das waren 42,4 Prozent aller bei
Verkehrsunfällen auf sächsischen Straßen
getöteten Personen. Die Mehrzahl der über
65-jährigen tödlich Verunglückten waren
Männer. Sowohl Männer (22) als auch Frauen
(15) erlitten tödliche Verletzungen am häu-
figsten beim Fahren oder Mitfahrern im Pkw.
Bildquelle: D. Roth

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 27
Männer zogen sich allerdings genauso oft als
Fahrrad- oder Pedelecfahrer wie als Fußgän-
ger (je 12) tödliche Verletzungen zu, Frauen
häufiger als Fußgängerinnen (13). (siehe Tab.
3 und 4)
Im Seniorenalter besitzt mehr als ein Fünf-
tel einen Schwerbehindertenausweis
Die Wahrscheinlichkeit schwerbehindert zu
sein, steigt mit zunehmendem Alter. Mehr als
die Hälfte der Schwerbehinderten in Sachsen
(59,2 Prozent) war Ende des Jahres 2017 min-
destens 65 Jahre alt.
Von der Bevölkerung im Seniorenalter besa-
ßen 22,8 Prozent einen gültigen Schwerbe-
hindertenausweis. Unter diesen gab es etwas
mehr Frauen (53,1 Prozent) als Männer. Trotz
der zahlenmäßig geringeren Anzahl der Män-
ner im Seniorenalter waren 25,2 Prozent als
Schwerbehinderte erfasst, bei den Frauen da-
gegen nur 21,1 Prozent. Mehr als ein Drittel
der Schwerbehinderten im Alter von 65 Jah-
ren und mehr (39,8 Prozent) hatte einen Grad
der Behinderung bis 60 und knapp ein Drittel
(29,4 Prozent) von 100 Prozent. Im Alter von
75 Jahren und mehr nimmt der Grad der Be-
hinderung zu. (siehe auch Abb. 27 und 28)
16 Prozent der Seniorinnen und Senioren
waren pflegebedürftig
Im Dezember 2017 gab es rund 205 000 Pfle-
gebedürftige im Sinne des Pflegeversiche-
rungsgesetzes. Das waren 5,0 Prozent der
sächsischen Gesamtbevölkerung. Ab dem sie-
benten Lebensjahrzehnt steigt das Risiko der
Pflegebedürftigkeit deutlich an.
Unter den 65-Jährigen und Älteren lag im De-
zember 2017 der Anteil der Pflegebedürftigen
bei 16,2 Prozent. Die Altersgruppe 65 bis unter
70 Jahre wies dabei eine Pflegeprävalenz von
Tab. 4 Verunglückte im Seniorenalter bei Straßenverkehrsunfällen 2018 nach Geschlecht
Senioren
Verunglückte
Getötete
Schwerverletzte
Leichtverletzte
Männlich
1 455
54
468
933
Weiblich
1 452
30
468
954
Insgesamt
2 907
84
936
1 887
Männlich
100
3,7
32,2
64,1
Weiblich
100
2,1
32,2
65,7
Insgesamt
100
2,9
32,2
64,9
Datenquelle: Straßenverkehrsunfallstatistik
Personen
Prozent
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
unter 25
25 - 35
35 - 45
45 - 55
55 - 65
65 - 75
75 - 85
85 und mehr
Abb. 27 Schwerbehinderte
1)
Menschen am 31. Dezember 2017 nach Altersgruppen
Alter von … bis unter … Jahren
Anzahl in 1 000
1) Personen mit zuerkanntem Grad der Behinderung von 50 und mehr mit einem gültigen Schwerbehindertenausweis.
Datenquelle: Statistik der schwerbehinderte Menschen
Männlich
Weiblich
0
10
20
30
40
50
60
50
60
70
80
90
100
Abb. 28 Schwerbehinderte
1)
Seniorinnen und Senioren am 31. Dezember 2017
nach Grad der Behinderung
Alter in Jahren
Anzahl in 1 000
65
bis unter
75
75 und mehr
Grad der Behinderung
1) Personen mit zuerkanntem Grad der Behinderung von 50 und mehr mit einem gültigen Schwerbehindertenausweis.
Datenquelle: Statistik der schwerbehinderte Menschen

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 28
lediglich 3,7 Prozent auf. Bei den 80- bis unter
85-Jährigen betrug sie 23,1 Prozent und ab
dem Alter von 85 Jahren 56,2 Prozent. (siehe
auch Abb. 28)
Pflegebedürftige im Seniorenalter überwie-
gend Frauen
83,3 Prozent aller Pflegebedürftigen waren
65 Jahre und älter. 1999 lag deren Anteil
rund 2 Prozentpunkte niedriger. (siehe auch
Abb 29)
Begründet durch die veränderte Altersstruktur
der Gesellschaft sowie den überproportiona-
len Anstieg der Zahl der älteren Menschen ist
künftig mit einem weiteren Anstieg der Pfle-
gezahlen zu rechnen. Reichlich zwei Drittel
(67,7 Prozent) der 170 621 Pflegebedürftigen
im Alter von 65 und mehr Jahren waren Frau-
en, da sie in den pflegeintensiven älteren Ge-
burtenjahrgängen überproportional vertreten
sind.
Ggf. ist ein Grund für die geringere Zahl der
pflegebedürftigen Männer auch der Umstand,
dass sie insbesondere bei beginnender Pflege-
bedürftigkeit öfter zunächst von ihren Frauen
gepflegt werden, ohne Leistungen der Pflege-
versicherung in Anspruch zu nehmen. [vgl. 2,
S. 58f.]
Der Anteil der in Pflegeeinrichtungen dauer-
haft vollstationär Betreuten insgesamt hat
in den letzten Jahren leicht abgenommen.
Dennoch waren im Seniorenalter ab 65 Jah-
ren mehr als ein Viertel der Pflegebedürftigen
(27,9 Prozent) dauerhaft in einer stationären
Pflegeeinrichtung untergebracht. Betrachtet
man nur die Pflegebedürftigen ab 85 Jahren,
so waren es rund ein Drittel (34,3 Prozent).
Der Frauenanteil in dieser Altersgruppe lag
insgesamt bei 76,8 Prozent und betrug bei der
vollstationären Dauerpflege sogar 81,4 Pro-
zent.
Abb. 29 Entwicklung der Anzahl der Pflegebedürftigen
1)
1) Die amtliche Pflegestatistik erfasst ambulant und stationär betreute Pflegebedürftige und Pflegegeldempfänger/-innen zum Jahresende,
die Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung nach dem SGB XI (Sozialgesetzbuch Elftes Buch) erhalten. Ab 2017 wurde der
Pflegebedürftigkeitsbegriff erweitert. Im Rahmen der 5 neuen Pflegegrade werden in Pflegegrad 1 auch Menschen, die wegen
einer noch geringen Beeinträchtigung der Selbständigkeit der Hilfe bedürfen, als pflegebedürfig erfasst.
Datenquelle: Pflegestatistik
0
25 000
50 000
75 000
100 000
125 000
150 000
175 000
200 000
225 000
1999
2001
2003
2005
2007
2009
2011
2013
2015
2017
Anzahl
unter 65 Jahre
65 Jahre und mehr
Alter in Jahren
0
10
20
30
40
50
60
70
65 - 70
70 - 75
75 - 80
80 - 85
85 und mehr
Abb. 30 Pflegequoten der Seniorinnen und Senioren im Dezember 2017
Pflegequote
1)
1) Pflegebedürftige je 100 Einwohner der jeweiligen Altersgruppe.
Datenquelle: Pflegestatistik
Männer
Frauen
Alter von … bis unter … Jahren

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 29
Kapitel
Verwendete Datenquellen
Demografische Entwicklung
Bevölkerungsfortschreibung
6. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für den Freistaat Sachsen bis 2030
13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland, Variante 2-A (G1-L1-W2015)
Statistik der natürlichen und räumlichen Bevölkerungsbewegung, Sterbetafel 2015/2017
Wanderungsstatistik
Statistik der gerichtlichen Ehelösungen
Lebensformen im Alter
Mikrozensus
Statistik der natürlichen und räumlichen Bevölkerungsbewegung
Beteiligung am Erwerbsleben und wirtschaftliche Situation
Mikrozensus
Deutsche Rentenversicherung Bund
Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
Bildungsstand und Lernen
Mikrozensus
Volkshochschulstatistik vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung
Hochschulstatistik
Wohnen und Ausstattung
Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten (IKT)
Gesundheitliche Aspekte und Pflege
Mikrozensus-Zusatzprogramm zu Fragen der Gesundheit
Diagnosestatistik
Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik)
Straßenverkehrsunfallstatistik
Pflegestatistik
Statistik über schwerbehinderte Menschen
Datenquellen

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 30
[1] Robert Koch Institut und DESTATIS: Gesundheit in Deutschland, Berlin 2015
http://www.gbe-bund.de/pdf/GESBER2015.pdf
Abruf: 28.02.2019
[2] Statistisches Bundesamt: Ältere Menschen in Deutschland und der EU, Wiesbaden 2016
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Publikationen/Downloads-Bevoelkerungsstand/bro-
schuere-aeltere-menschen-0010020169004.pdf?__blob=publicationFile&v=4
Abruf: 02.04.2019
[3] Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Statistisch betrachtet – Familien in Sachsen, Kamenz 2016
https://www.statistik.sachsen.de/download/300_Voe-Faltblatt/SB_Familien_2016.pdf
Abruf: 02.04.2019
[4] Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Statistisch betrachtet – Erwerbsbeteiligung in Sachsen, Kamenz 2018
https://www.statistik.sachsen.de/download/300_Voe-Faltblatt/SB_Erwerbsbeteiligung_2018.pdf
Abruf: 02.04.2019
[5] Staude, B. A.: Sozioökonomische Aspekte der Einkommenssituation sächsischer Seniorinnen und Senioren aus dem Blickwinkel des Mikrozensus
https://www.statistik.sachsen.de/download/300_Voe-Fachbeitrage/Fachbeitrag_7_2017.pdf
Abruf: 19.03.2019
[6] Staude, B. A.: Lebensformen und Einkommenssituation sächsischer Seniorinnen und Senioren aus dem Blickwinkel des Mikrozensus
https://www.statistik.sachsen.de/download/300_Voe-Fachbeitrage/Fachbeitrag_07_2018.pdf
Abruf: 19.03.2019
[7] Statistisches Bundesamt: Mikrozensus - Fragen zur Gesundheit 2017 – Rauchgewohnheiten der Bevölkerung, Wiesbaden 2018
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Gesundheitszustand-Relevantes-Verhalten/Publikationen/Downloads-Ge-
sundheitszustand/rauchgewohnheiten-5239004179004.pdf?__blob=publicationFile&v=4
Abruf: 02.04.2019
Literatur- und Quellenverzeichnis

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 31
Methodische Erläuterungen
Mikrozensus
Der Mikrozensus ist eine laufende Reprä-
sentativstatistik über die Bevölkerung und
den Arbeitsmarkt, die in der Bundesrepublik
Deutschland bereits seit 1957 durchgeführt
wird. Zwischen den Volkszählungen ist der Mi-
krozensus die einzige amtliche Statistik, die im
Zusammenhang und in tiefer fachlicher Glie-
derung Angaben über die Bevölkerung, ihre
Struktur, ihre wirtschaftliche und soziale Lage
sowie ihre Erwerbsbeteiligung bereitstellt.
Darüber hinaus ermöglicht der Mikrozensus
aufgrund seiner Anlage als Haushaltsbefra-
gung die Gewinnung statistischer Daten über
die wirtschaftliche und soziale Situation von
Haushalten und Lebensformen. In Sachsen
und den anderen neuen Bundesländern wird
der Mikrozensus seit 1991 durchgeführt.
Beim Mikrozensus handelt es sich um eine
Flächenstichprobe, die ein Prozent aller Haus-
halte erfasst. Die Auswahl der Haushalte er-
folgt mittels eines mathematischstatistischen
Zufallsverfahrens (geschichtete Klumpenaus-
wahl). Jährlich wird ein Viertel der zu befra-
genden Haushalte ausgetauscht, um deren
Belastungen auf maximal vier Jahre zu be-
schränken und dennoch Aussagen im Zeitver-
gleich zu ermöglichen. In Sachsen gelangen
so jährlich rund 20 000 Haushalte in die Aus-
wahl. Diese werden durch vom Statistischen
Landesamt des Freistaates Sachsen geschulte
Erhebungsbeauftragte befragt oder erteilen
anhand eines Erhebungsbogens schriftlich
Auskunft.
Bis 2004 wurde der Mikrozensus in Deutsch-
land einmal jährlich mit einer einheitlichen
Berichtswoche für alle befragten Haushalte
durchgeführt. Ab 2005 erfolgte der bereits
langfristig von der EU geforderte Umstieg
auf eine unterjährige Erhebung mit gleitender
Berichtswoche. Das heißt, die Befragung der
Haushalte ist gleichmäßig über das gesamte
Kalenderjahr verteilt. Die Antworten beziehen
sich auf die jeweilige Berichtswoche, die der
Woche (Montag bis Sonntag) vor der Befra-
gung entspricht bzw. auf den Mittwoch dieser
Woche als Stichtag. Die Ergebnisse ab 2005
bilden einen Jahresdurchschnittswert ab.
Die Hochrechnung der Mikrozensus-Ergebnis-
se bis 2010 erfolgte auf Basis der Fortschrei-
bungsergebnisse auf Grundlage der Daten des
zentralen Einwohnerregisters der ehemaligen
DDR vom 3. Oktober 1990.
Die Hochrechnung des Mikrozensus ab 2011
erfolgt auf Basis der Bevölkerungseckwer-
te aus der Fortschreibung des mit Stichtag
9. Mai 2011 durchgeführten Zensus.
Die Mikrozensusergebnisse in den Kapiteln
„Beteiligung am Erwerbsleben und wirt-
schaftliche Situation“, „Bildungsstand und
Lernen“ und „Gesundheitliche Aspekte und
Pflege“ beziehen sich auf die Bevölkerung mit
Hauptwohnung in Sachsen in Privathaushal-
ten. Personen in Gemeinschaftsunterkünften
werden ab Berichtsjahr 2017 mit einem ver-
kürzten Fragebogen nur noch zu ausgewähl-
ten Merkmalen des Mikrozensus befragt.
Die Ergebnisse im Kapitel „Lebensformen im
Alter“ beziehen sich auf die Bevölkerung in
privaten Haushalten (mit Haupt- oder Ne-
benwohnung) bzw. auf die Bevölkerung am
Hauptwohnsitz der Lebensform (entspricht
dem Hauptwohnsitz der Bezugsperson der
Lebensform) in Sachsen.
Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
Bei der Einkommens- und Verbrauchsstich-
probe (EVS) handelt es sich um eine Quo-
tenstichprobe, die rund 0,2 Prozent aller
Privathaushalte umfasst. In den alten Bundes-
ländern finden Einkommens- und Verbrauchs-
stichproben bereits seit 1962/63 und in den
neuen Bundesländern seit 1993 im Fünfjah-
resrhythmus statt. Sie liefern repräsentative
Ergebnisse für die Gesamtheit der privaten
Haushalte und bilden damit eine der wich-
tigsten statistischen Quellen für Informatio-
nen über Einkommenserzielung, -verteilung
und -verwendung dieser Haushalte. Darüber
hinaus ist die EVS eine bedeutende Informa-
tionsquelle für die Armuts- und Reichtumsbe-
richterstattung.
Um zuverlässige, tief gegliederte Informati-
onen zu gewinnen, werden die Stichproben-
umfänge zunächst anhand der Ergebnisse
des Mikrozensus festgelegt. In einem zweiten
Schritt erfolgt die Quotierung auf Basis der
Glossar

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 32
Ergebnisse der vorhergehenden EVS. Diese
Quoten setzen sich aus der Kombination der
Merkmale Haushaltstyp, soziale Stellung des
Haupteinkommensbeziehers und monatliches
Haushaltsnettoeinkommen zusammen. Die
Befragungsergebnisse werden an den Daten
des Mikrozensus hochgerechnet.
Hinweis zur Hochrechnung der EVS-Daten
Diese Veröffentlichung beinhaltet u. a. Ver-
gleiche privater Haushalte in Sachsen gegen-
über dem Bundesgebiet. Dabei ist zu beachten,
dass die Daten der EVS ab 2008 getrennt für
das Bundesgebiet und die Länder hochgerech-
net werden. Mit der Hochrechnung werden
die Stichprobendaten so gewichtet, dass die
hochgerechneten Ergebnisse mit bekannten
Daten in der Grundgesamtheit übereinstim-
men. Bei der Hochrechnung auf Bundesebene
werden besonders viele Strukturdaten (wie
z. B. Haushaltstyp, Soziale Stellung und Alter
des Haupteinkommensbeziehers, Haushalts-
nettoeinkommensklasse, Haushaltsgröße) be-
rücksichtigt.
Für die Länderergebnisse, die mit dem Länder-
faktor erstellt werden, werden weniger Merk-
male, dafür aber die landesspezifischen Daten
einbezogen. Damit wird gewährleistet, dass
die hochgerechneten Länderergebnisse im
Hinblick auf die verwendeten Merkmale mit
den bekannten Länderwerten in der Grundge-
samtheit übereinstimmen.
Erhebung zur Nutzung von Informations-
und Kommunikationstechnologien in
privaten Haushalten (IKT)
Seit 2002 wird die IKT-Erhebung jährlich in
allen Mitgliedsstaaten der EU als methodisch
harmonisierte Befragung durchgeführt. Da-
durch ist es möglich, Veränderungen und
Entwicklungen über einen längeren Zeitraum
aufzuzeigen und Vergleichswerte zu ermitteln.
Die dargestellten Ergebnisse zur Computer-
und Internetnutzung beziehen sich auf die
letzten drei Monate (bei einigen Merkmalen
die letzten 12 Monate) vor der Erhebung (Be-
richtszeitraum). Soweit nicht anders angege-
ben, liegen bei den Ergebnissen ausschließlich
Daten von Personen im Alter ab 10 Jahren
zugrunde, die Computer bzw. Internet im Be-
richtszeitraum nutzten.
Definitionen
Aktien
Aktien sind in- und ausländische Wertpapiere,
in denen Anteilsrechte an einer Aktiengesell-
schaft (AG, KGaA) verbrieft sind.
Alleinlebende
Alleinlebende sind ledige, verheiratet getrennt
lebende, geschiedene und verwitwete Perso-
nen, die in einem Einpersonenhaushalt leben.
Ausstattungsgrad
Der Ausstattungsgrad ist das statistische
Maß, in wie vielen von 100 Haushalten ein
bestimmtes Gebrauchsgut mindestens einmal
vorhanden ist.
Bausparguthaben
Guthaben noch nicht ausgezahlter Bauspar-
verträge, einschließlich aller sonstigen priva-
ten Guthaben bei Bausparkassen.
Body Mass Index
Der Body Mass Index (BMI) ist eine Orientie-
rungsgröße der Körperfülle für erwachsene
Personen und wird zur Beurteilung von Über-
bzw. Untergewicht herangezogen. Er wird
errechnet, indem das Körpergewicht in Kilo-
gramm durch die quadrierte Körpergröße in
Metern dividiert wird.
Durchschnittliche Lebenserwartung
Die durchschnittliche Lebenserwartung gibt
die Zahl der weiteren Lebensjahre an, die eine
Person in einem bestimmten Alter nach den
Sterbeverhältnissen des jeweiligen Zeitrau-
mes voraussichtlich noch erleben könnte. Eine
mögliche Veränderung in den kommenden
Jahren wird dabei nicht berücksichtigt.
Durchschnittliche Verweildauer
Die Verweildauer gibt die Zahl der Tage an, die
ein Patient/eine Patientin durchschnittlich in
stationärer Behandlung in einem Krankenhaus
verbringt. Die Verweildauertage der einzelnen
Patienten ergeben sich aus den beiden Anga-
ben Zugangs- und Abgangsdatum. Errechnet
wird die Verweildauer in der Diagnosestatistik
als Quotient der Summe der Verweildauertage
und der Fallzahl (alle im Berichtsjahr entlasse-
nen Patienten, ohne Stundenfälle).
Erwerbstätige
Alle Personen im Alter von 15 und mehr Jah-
ren, die in der Berichtswoche einer – auch
geringfügigen und nicht zum Lebensunterhalt
ausreichenden – Tätigkeit zum Zwecke des
Erwerbs nachgehen, gelten als Erwerbstätige.
Personen, die zwar in der Berichtswoche nicht
gearbeitet haben, jedoch in einem Arbeitsver-
hältnis stehen, gelten ebenfalls als Erwerbs-
tätige, wenn sie nicht länger als drei Monate
von der Arbeit abwesend sind.

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Grundvermögen (Immobilienvermögen)
Dazu zählen Ein- und Zweifamilienhäuser,
Mehrfamilienhäuser (unabhängig davon, ob
der Eigentümer darin wohnt) sowie sonstige
Gebäude, unbebaute Grundstücke und Eigen-
tumswohnungen. Dabei ist es unerheblich, ob
sich der Besitz im In- oder Ausland befindet.
Zu den sonstigen Gebäuden zählen u. a. Wo-
chenend- und Ferienhäuser, Kleingartenlau-
ben, kombinierte Wohn-/Geschäftsgebäude
sowie Betriebsgebäude (ohne Nutzung für
eigene geschäftliche Zwecke).
Haupteinkommensperson
Als Haupteinkommensperson gilt die Person
(ab 18 Jahren) eines Haushalts, die den größ-
ten Beitrag zum Haushaltsnettoeinkommen
leistet. Durch diese Festlegung wird es mög-
lich, Mehrpersonenhaushalte nach unter-
schiedlichen Merkmalen (z. B. soziale Stellung,
Alter) einheitlich zu gliedern.
Investmentfonds
Investmentfonds sind von Kapitalanlegege-
sellschaften verwaltete Fonds wie Aktien-,
Immobilien-, Renten- oder Geldmarktfonds.
Kinder
Zu den ledigen Kindern zählen, unabhängig
vom Alter, alle unverheirateten leiblichen,
Stief-, Pflege- und Adoptivkinder, die mit den
Eltern oder einem Elternteil zusammenleben.
Körpergröße und -gewicht
Körpergröße und -gewicht wurden in Zenti-
metern bzw. Kilogramm durch Selbstauskunft
der Befragten bzw. im Proxyinterview ermittelt.
Lebensformen
Zu den Lebensformen der Bevölkerung zählen
Paare mit und ohne ledige/m Kind/er, allein-
erziehende Elternteile sowie alleinstehende
Personen (ohne Partner/in bzw. ohne ledige
Kinder).
Nettoeinkommen
Beim monatlichen Nettoeinkommen handelt
es sich um die Summe aller Nettoeinkünfte
aus Lohn, Gehalt, Unternehmereinkommen,
Rente, Pension, öffentliche Unterstützun-
gen, Vermietung und Verpachtung, Kinder-
geld, Wohngeld u. a. (jedoch ohne einmalige
Zahlungen, wie Lottogewinne). Bei Selbst-
ständigen in der Landwirtschaft wird das Net-
toeinkommen nicht erfragt.
Die Ermittlung der Höhe des Nettoeinkom-
mens erfolgt durch Selbsteinstufung der Be-
fragten in vorgegebene Einkommensgruppen.
Nichteheliche Lebensgemeinschaften
Unter einer nichtehelichen Lebensge-
meinschaft wird im Mikrozensus eine Le-
benspartnerschaft verstanden, in der beide
Lebenspartner/-innen ohne Trauschein in
einem Haushalt zusammen leben und ge-
meinsam wirtschaften. Unerheblich ist, ob die
Partnerschaft als eingetragene Lebenspartner-
schaft nach dem im Jahr 2001 eingeführten
Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG) regist-
riert wurde. In dieser Veröffentlichung werden
unter dem Begriff „Lebensgemeinschaften“
die Angaben zu Lebensgemeinschaften un-
terschiedlichen Geschlechts als auch zu Le-
bensgemeinschaften gleichen Geschlechts
zusammengefasst.
Paare
Zu den Paaren zählen alle Personen, die in ei-
ner Partnerschaft leben und einen gemeinsa-
men Haushalt führen. Dazu gehören Ehepaare
und nichteheliche Lebensgemeinschaften.
Pflegebedürftige
Pflegebedürftige sind Menschen, die wegen
einer körperlichen, geistigen oder seelischen
Krankheit oder Behinderung für ihre gewöhn-
lichen und regelmäßig wiederkehrenden Ver-
richtungen des täglichen Lebens auf Dauer in
erheblichem oder höherem Maße Hilfe benö-
tigen. Die Pflegebedürftigkeit bezieht sich auf
die Körperpflege, die Ernährung, die Mobilität
und die hauswirtschaftliche Versorgung. Die
amtliche Pflegestatistik erfasst als Pflege-
bedürftige ambulant und stationär betreute
Pflegebedürftige und Pflegegeldempfänger,
die auf Grund ihrer Zuordnung zu einer Pfle-
gestufe Leistungen der Sozialen Pflegeversi-
cherung nach dem SGB XI (Sozialgesetzbuch
Elftes Buch) erhalten.
Pflegeprävalenz
Bezieht man die Pflegebedürftigen auf die
Einwohner, erhält man eine Aussage darüber,
wie häufig Pflegebedürftigkeit in einer be-
stimmten Bevölkerungsgruppe auftritt.
Private Haushalte
Haushalte sind Personengemeinschaften, die
zusammen wohnen, eine gemeinsame Haus-
wirtschaft führen und sowohl hinsichtlich der
Einnahmen als auch des Konsums zusammen-
gehören. Nicht dazu rechnen nur vorüberge-
hend anwesende Besucher/-in, Gäste sowie
häusliches Personal, das nicht in der Woh-
nung übernachtet. Auch eine allein wohnen-

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de und wirtschaftende Person mit eigenem
Einkommen kann einen eigenen Haushalt bil-
den. Gemeinschafts- und Anstaltsunterkünfte
gelten nicht als Haushalte, können aber Pri-
vathaushalte beherbergen (z. B. Haushalt der
Anstaltsleiter/-in).
Rauchgewohnheiten
Regelmäßiges Rauchen gilt hier als ein tägli-
ches Rauchen, auch wenn es sich um geringe
Tabakmengen handelt. Entsprechend ist unter
gelegentlichem Rauchen der Konsum von Ta-
bakwaren zu verstehen, der nicht täglich er-
folgt.
Rentenwerte
Zu den Rentenwerten gehören laufende Inha-
berschuldverschreibungen in- und ausländi-
scher Emittenten (Aussteller der Wertpapiere).
Im Einzelnen sind dies Pfandbriefe, Kommu-
nalobligationen,
sonstige
Bankschuldver-
schreibungen, staatliche Schuldtitel (z. B.
Bundes-, Länder- bzw. Kommunalanleihen,
Bundesobligationen und -schatzbriefe) sowie
Industrieobligationen.
Selbstständige
Selbstständige sind Personen, die einen Be-
trieb oder eine Arbeitsstätte gewerblicher
oder landwirtschaftlicher Art wirtschaftlich
und organisatorisch als Eigentümer/-innen
oder Pächter/-innen leiten (einschl. selbst-
ständiger
Handwerker/-innen)
sowie
alle
freiberuflich Tätigen, Hausgewerbetreibenden
und Zwischenmeister/-innen.
Sonstige Anlagen bei Banken/Sparkassen
Fest- und Termingelder (einschließlich Spar-
briefe) in- und ausländischer Kreditinstitute.
Hierunter fallen auch Guthaben auf Tages-
geldkonten.
Sonstige Wertpapiere/Vermögensbeteili-
gungen
Zertifikate in- und ausländischer Immobili-
en-, Wertpapier- und Geldmarktfonds, Al-
tersvorsorgefonds, Dachfonds, Anteile an
geschlossenen
Immobilienfonds
und
an
Kapitalgesellschaften,
soweit
diese
keine
Aktiengesellschaften sind (z. B. Anteile an Per-
sonengesellschaften, Genossenschaften und
an Gesellschaften mit beschränkter Haftung),
auch Timesharing.
Sparguthaben
Bei Banken und Sparkassen im In- und Aus-
land unbefristet angelegte Gelder, die nicht
für den Zahlungsverkehr bestimmt sind (ein-
schließlich Zinsen).
Teilzeitbeschäftigung
Die Zuordnung als Teilzeitbeschäftigte beruht
auf der Selbsteinstufung der Befragten, wobei
die normalerweise zu leistende wöchentliche
Arbeitszeit maximal 36 Arbeitsstunden in der
Woche betragen darf.
Überwiegender Lebensunterhalt
Der überwiegende Lebensunterhalt kenn-
zeichnet die Unterhaltsquelle, aus welcher
hauptsächlich die Mittel für den Lebensun-
terhalt bezogen werden. Bei mehreren Un-
terhaltsquellen wird nur die wesentlichste
berücksichtigt.
Verkehrswert
Der Verkehrswert ist der Preis, der erzielt wer-
den könnte, wenn Haus- und Grundbesitz zum
Befragungszeitpunkt verkauft würden (beruht
auf Schätzungen der Haushalte).
Verunglückte
Als Verunglückte zählen Personen (auch Mit-
fahrende), die beim Unfall verletzt oder getö-
tet wurden. Dabei werden erfasst als:
Getötete: Personen, die beim Unfall oder
innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfol-
gen starben,
Schwerverletzte: Personen, die unmittelbar
zur stationären Behandlung (für mindes-
tens 24 Stunden) in einem Krankenhaus
aufgenommen wurden,
Leichtverletzte: alle übrigen Verletzten.
Wanderungssaldo
Die Differenz zwischen der Anzahl der Zuzü-
ge und der Fortzüge ist der Wanderungssaldo
(Überschuss der Zu- bzw. Fortzüge): Ein po-
sitiver Saldo wird verzeichnet, wenn die Zahl
der Zuzüge größer ist als die der fortziehen-
den Personen, während ein negativer Wan-
derungssaldo einen Überschuss der Fortzüge
beschreibt.
Wertpapiere
Hierzu zählen Aktien, Rentenwerte, Invest-
mentfonds und sonstige Wertpapiere und
Vermögensbeteiligungen.
Wohnform
Dabei wird unterschieden, ob die Haupt-
wohnung als Eigentum oder zur Miete bzw.
mietfrei genutzt wird. Mietfrei bedeutet, dass
an den Vermieter bzw. die Vermieterin keine
Zahlungen geleistet werden, bis auf eventuel-
le Nebenkosten (z. B. Strom, Wasser, Heizung,
Müllabfuhr). Mietfrei trifft nicht zu, wenn die

© Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen | Seniorinnen und Senioren in Sachsen - Ausgabe 2019 | 35
Miete für die Hauptwohnung von Dritten (z. B.
Arbeitsagentur, Sozialamt, Eltern für ihre Kin-
der) gezahlt wird.
Wohnfläche
Zur Wohnfläche zählen die Flächen von
Wohn- und Schlafräumen (auch untervermie-
tete sowie außerhalb des Wohnungsabschlus-
ses befindliche Räume, z. B. Mansarden, wenn
zu Wohnzwecken genutzt), Küchen, Neben-
räumen (Bad, Toilette, Flur usw.), Wohnräu-
men, die auch teilweise oder zeitlich begrenzt
gewerblich genutzt werden (z. B. Praxis und
Wartezimmer in Arzt- oder Rechtsanwalts-
wohnungen), Balkonen, Terrassen bzw. Log-
gien (ein Viertel der Grundfläche zählt zur
Wohnfläche). Unberücksichtigt sind Keller-,
Boden- und Wirtschaftsräume, die nicht zu
Wohnzwecken genutzt werden.

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Herausgeber, Redaktion, Gestaltung, Satz
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Druck
Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste
Redaktionsschluss
Mai 2019
Preis/Bezug
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