Abschlussbericht
Projekt
ARTUS 2:
Aktive Störungszonen
Prof. Dr. Klaus Stanek
10.10.2019
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung ................................................................................................................................... 2
1. Einleitung und Aufgabenstellung ........................................................................................................ 2

2
2. Charakterisierung von neotektonischen Störungen ........................................................................... 3
3. Methoden zum Nachweis tektonischer Aktivität ................................................................................ 4
4. Nachweis rezenter und subrezenter tektonischer Aktivität in Sachsen ............................................. 6
4. 1. Neotektonische Störungen im regionalen Kontext ..................................................................... 6
4. 2. Störungen aus geomorphologischer Analyse ............................................................................ 11
4.3. Beschreibung neogener Störungen: ........................................................................................... 13
4. Literatur ............................................................................................................................................. 22
Digitale Anlagen
Tabelle Neogene Störungen
GIS-Projekt
Geomorphologisch indizierte Störungen_2019_UTM
Kaenozoische_Stoerungen_2019_UTM
Subrosion_Niederlausitz_2019_UTM
Atektonische Deformation_2019_UTM
Zusammenfassung
Im Bericht und GIS-Projekt werden die tektonischen Störungen seit dem Rupel-Ereignis (34
Ma) für Sachsen und angrenzende Gebiete dargestellt. Die Datensammlung basiert auf
unveröffentlichten geologischen Erkundungsberichten, Kartenmaterial der geologischen
Landesaufnahme sowie geomorphologischen Analysen für den Südteil von Sachsen. Die
Störungen wurden nach Kenntnisstand nach Kinematik und Ausdehnung charakterisiert. Es
lassen sich vier tektonische Aktivitätsphasen seit dem Rupel-Ereignis aushalten: spätes
Oligozän, spätes Miozän, Pleistozän und rezent. Ein Überblick zu Methoden zum Nachweis
junger Störungen soll die gezielte Weiterführung der Arbeiten anregen.
1. Einleitung und Aufgabenstellung

3
Nach dem “Lexikon der Erde”
(http://www.geodz.com/deu/d/Neotektonik)
wurde “... der
Begriff Neotektonik ... erstmalig von Obruchev (1948) definiert, der darunter die
Deformationen der Erdkruste verstand, die zwischen dem Ende des Tertiärs und der ersten
Hälfte des Quartärs stattgefunden haben. Andere Wissenschaftler verwenden den Begriff für
spröde und duktile Deformationen, die den Zeitabschnitt Neogen bis Gegenwart umfassen.
Wie
weit
der
mit
der
Vorsilbe
"neo"
bezeichnete
Zeitraum
der
"jüngeren"
Deformationsgeschichte in die geologische Vergangenheit zurückreicht, wird bislang sehr
unterschiedlich gehandhabt. Im geologischen Sprachgebrauch setzt sich die Definition durch,
deren Argumente von Steward & Hancock (1994) zusammengefasst wurden: Neotektonik ist
der Zweig der Tektonik, der sich mit den Bewegungen und Kräften in der Erdkruste befasst,
die
im
gegenwärtig
herrschenden
tektonischen
Regime
Krustenspannungen
und
Deformationsstrukturen erzeugen, die den derzeitig vorherrschenden Deformationszustand
einer Region charakterisieren. Eine neotektonische Deformationsphase kann bereits in der
geologischen Vergangenheit eingesetzt haben und unter denselben Rahmenbedingungen bis
in die Gegenwart andauern. Dies bedeutet, dass, abhängig vom tektonischen Regime,
neotektonische Deformationsphasen in unterschiedlichen Regionen zu verschiedenen Zeiten
begonnen haben können und je nach Region, unter der Voraussetzung eines unveränderten
tektonischen Spannungsfeldes, unterschiedlich lange Zeiträume umfassen. Mit dieser
Definition wird die Zuordnung des Begriffs Neotektonik zu einer bestimmten Zeit
vermieden....”.
Diese Zeit-ungebundene Anwendung des Begriffes “Neotektonik” zugrunde legend, werden
im vorliegenden Bericht Deformationen des sächsisch-nordböhmischen Raumes betrachtet,
die nachweislich seit Ende der Oberkreide das cadomisch-varistische Basement und das
mesozoisch-tertiäre (quartäre) Deckgebirge beeinträchtigt haben. Als zeitliche Untergrenze
werden die tektonischen Aktivitäten seit dem Rupel-Event (34 Ma) betrachtet, seitdem sich
ein großer Teil der modernen Geomorphologie herausgeformt hat.
Eine ähnliche Definition für „aktive Störung“ wird durch das Standortauswahlgesetz
(StandAG) gegeben: „Unter einer „aktiven Störungszone“ werden Brüche in den
Gesteinsschichten der oberen Erdkruste wie Verwerfungen mit deutlichem Gesteinsversatz
sowie ausgedehnte Zerrüttungszonen mit tektonischer Entstehung, an denen nachweislich
oder mit großer Wahrscheinlichkeit im Zeitraum Rupel bis heute, also innerhalb der letzten 34
Millionen Jahre, Bewegungen stattgefunden haben.“ [StandAG, 2017].
2. Charakterisierung von neotektonischen Störungen
Nach den Vorgaben des Projektes werden die nach den Kriterien der StandAG als aktive
Störungen definierten tektonischen Strukturen drei Kategorien zugewiesen:

4
1. „
Quartäre-Geomorphologisch nachgewiesene Störungen
“, die aus geomorphologischen
Indikatoren abgeleitet worden sind und deren morphologische Wirksamkeit ein quartäres
Alter wahrscheinlich machen.
2. „
Neogene Störungen
“, die eindeutig tertiäre und zum Teil quartäre Sedimente versetzen.
3. „
Spätkretazische-Neogen reaktivierte Störungen
“, die zwischen Oberkreide bis Alttertiär
aktiv waren und bei denen es belegbare Hinweise auf eine neogene bis quartäre Reaktivierung
gibt.
4. Bisher kaum beachtet wurden „
Störungen
(, die)
durch die glaziale Auflast / Schub
während der letzten Vereisungen“
in den obersten 5 km der Kruste entweder gebildet
wurden oder aus älteren Störungen reaktiviert wurden.
Ziel des Projektes ist die Erarbeitung eines Kataloges (Liste) von nachweislich „jungen“
tektonischen Störungen in Sachsen auf der Grundlage vorangegangener Untersuchungen
sowie ein methodisches Konzept zum Nachweis dieser Störungen.
Die Störungen wurden in einem GIS-Projekt erfasst, dort in entsprechenden Kategorien
gegliedert. Darüber hinaus sind die Störungen der Kategorien 2 bis 4 in der Tabelle in der
digitalen Anlage 1 erfasst.
3. Methoden zum Nachweis tektonischer Aktivität
Der Nachweis von tektonischer Aktivität an der Erdoberfläche ist in der Regel nur bei sehr
guten Aufschlussverhältnissen möglich. Im Idealfall stehen Angaben über die Kinematik, die
Länge und den Versatz an der Störung zur Verfügung. Die durch die Störung deformierten
Minerale lassen einen Rückschluss auf die Temperaturen (Tiefe bei der Verformung) bei der
tektonischen Aktivität zu. Im Folgenden sind einige Methoden aufgeführt, die für den
Nachweis von jungen Störungen geeignet erscheinen.
Direkter Nachweis des Versatzes geologischer Einheiten durch Kartierung:
Notwendigkeit einer hohen Aufschlussdichte, Dokumentation der Kinematik der
Störung sowie stratigraphische und/oder geochronologische Datierung der Gesteine.
Am besten sind dabei künstliche Aufschlüsse in tertiären/quartären Sedimenten, die
eindeutig versetzt sind. Das Alter von Störungen kann zwischen 34 Ma und subrezenter
Zeit abgeschätzt werden.
Seismologische
Messungen:
Nachweis
von
tektonischen
Beben
durch
Spannungsabbau im Festgestein. Aus den Beben verschiedener Größenordnung kann
mit Hilfe der Berechnung der Herdflächenlösungen auf die Kinematik der Bewegungen
geschlossen werden. Die Daten geben die Möglichkeit zur gezielten Suche von aktiven
Störungen an der Oberfläche. Das Alter der Störungen ist rezent (Zeitraum der
Datenerfassung).

5
Paläoseismologie:
Nachweis von tektonischen Versatz einer Paläo-Oberfläche durch
künstliche Aufschlüsse (Schurf) sowie der vorbereitenden Erkundung durch
geomorphologische Analyse, Georadar, Seismik und Datierung (
14
C-Methode). Das
Projekt PalSeisDB der BGR in Kooperation mit der RWTH Aachen zielt darauf ab, bis
2030 regional bedeutsame Störungszonen in Deutschland und der näheren Umgebung
mit dieser Methode zu untersuchen.
Geomorphologische Analyse:
Indirekter Nachweis von Störungen auf der Basis von
Oberflächencharakteristika nach lokaler bis regionaler Hebung von tektonischen
Blöcken. Angewandt werden geomorphologische Indices und quantitative Analysen
des
Drainagenetzes.
Hierzu
stehen
in
Deutschland
hochauflösende,
vegetationskorrigierte Geländemodelle zur Verfügung (DGM1 und DGM2). Die
geomorphologische Analyse ist eine kostengünstige Methode zur Lokalisierung von
potentiellen Störungsgebieten.
Datierung
von
magmatischen
und
hydrothermalen
Gängen
sowie
von
Störungsletten:
Unter der Prämisse, dass Gänge Störungen aufsitzen kann durch die
Datierung dieser Gesteine der Zeitpunkt der Füllung eines störungsgebundenen
Hohlraums bestimmt werden. Die Datierung von Störungsletten zeigt den Zeitpunkt
der letzten (messbaren) Aktivität. Zu den Datierungsmethoden siehe unten.
Stratigraphie von Flussterrassen:
Rekonstruktion der Abfolge von Flussterrassen eines
Drainagenetzes (Einzugsgebietes) infolge von Hebungen oder Hangrutschen.
Interessant
sind
Störungen/Versätze
der
Terrassen.
Die
Datierung
der
Terrassenablagerungen ist stratigraphisch oder physikalisch (siehe unten) möglich.
Radar-Interferometrie:
Satelliten- oder Flugzeug-gestützte Radar (SAR) Vermessung
der Oberfläche. Aus der Kombination von Aufnahmen zu verschiedenen Zeiten lassen
sich Bewegungen der Erdoberfläche nachweisen, sehr gut geeignet für aktive Gebiete
wie subrosionsgefährdete Strukturen, vulkanisch-aktive Gebiete.
Präzisionsnivelements:
Geodätische Präzisionsmessungen sowie GPS-Messungen zum
Nachweis von Krustenbewegungen. Nachteil: Langzeitmessreihen und die Kenntnis
der zu untersuchenden Struktur erforderlich.
Tiltmeter-Messungen in Grubenbauen und Bohrungen:
Effektive Methode zum
Dreidimensionalen Nachweis von Krustenbewegungen. Nachteil: Notwendigkeit von
Langzeit-Messreihen und Positionierung der Messapparatur in einer bekannten
Störungszone.
Physikalische geochronologische Methoden:
Thermolumineszenz - TL und Elektronen-Spin Resonanz – ESR:
nicht mehr als einige 100 ka
Optisch stimulierte Lumineszenz (OSL-Datierung):
bis zu 600 ka
Spaltspuren-Datierung (Fission Track):
Datierung der Abkühlung Uran-haltiger Minerale, bis
einige hundert Ma
Alpharückstoßspuren – ART:
Datierung der Bildung von Uran-haltigen Mineralen durch Zählen
der Zerfallsspuren von Alpha-Kernen, bis zu mehreren Ma
Kohlenstoff-
14
C-Methode:
Datierung des Endes des Einbaus von radiogenem
14
C in
organisches Material (Abdeckung); maximal 50 ka
K/Ar-Datierung:
Datierung
von
magmatischen
und
hydrothermalen
Gängen
und
Störungsletten; von ca. 1 Ma bis 100 Ma
Isotopen-geochronologische Methoden:
Für ältere, 1-34 Ma alte hydrothermale und
magmatische Ereignissen stehen verschiedene istotopengeochemische Methoden zur

6
Verfügung, die je nach Zusammensetzung der Komponenten eine Datierung ermöglichen
(Ar/Ar, Rb-Sr, U-Th-He, Clumped Isotopes).
4. Nachweis rezenter und subrezenter tektonischer Aktivität in
Sachsen
4. 1. Neotektonische Störungen im regionalen Kontext
Der Nachweis neogener und jüngerer Störungen ist ausnahmslos abhängig von der
Aufschlusssituation. Die günstigsten Voraussetzungen ergeben sich bei geomorphologisch
stark
gegliederten
Einheiten.
Hier
können
nach
entsprechender
quantitativer
geomorphologischer Analyse rezente und subrezente (störungsgebundene) Hebungen von
Krustenblöcken kartiert werden und damit die Lage von potentiell aktiven Störungen und
anderen
morphologischen
Elementen
stark
eingegrenzt
werden.
Die
Auswertung
hochaufgelöster DGM erlaubt die Lokalisierung von Punkten oder Profilen zur Probenahme
und Datierung von geologischen Referenzen (Vulkanite, Flussterrassen, fossile Hölzer). Die
Störungen, die die o.g. Hebungen verursachten, gehören mit großer Wahrscheinlichkeit zu
den quartär angelegten oder reaktivierten Störungen im Sinne von Lund et al. (2009),
Bregmann & Smit (2012)
und GRS (2016).
Moderne Möglichkeiten der Messung geringster Strain-Raten bietet die Vernetzung von
SAPOS-Stationen in sächsischen und umliegenden Gebieten auf der Grundlage von ITRF-
Lösungen (ITRF - International Terrestial Reference Frame: Zeitbezogene (Jahresmittel)
geodätische Referenzen zur Positionierung von Messstationen). Messungen von Strainraten
durch Feinnivellements und Tiltmeter-Messungen von Strainraten in Grubenbauen und
Bohrungen wie im Böhmischen Massiv (Košták et al. 2011) liegen für Sachsen nicht vor.
Eine weitere Möglichkeit des Nachweises neogener und jüngerer Störung ermöglicht die
Dokumentation von tektonischen Strukturen in künstlichen (bergbaulichen) Aufschlüssen.
Hervorzuheben sind die großflächigen Braunkohlentagebaue. In Abb. 1
und 2 sind die
neogenen Störungen im südöstlichen Teil der Oberlausitz am Beispiel der tertiären
Einbruchbecken von Zittau, Berzdorf und Kohlfurt (Polen) sowie in der Niederlausitz
dargestellt.
In der Region der Niederlausitz (Abb. 1) wurden die im sächsischen Teil bzw. im Grenzbereich
zu Brandenburg aufgeschlossen bzw. durch Bohrungen nachgewiesen Störungen vor allem der
„Karte der bruchtektonischen und subrosiven Strukturen im 2. Miozänen Flözkomplex des
Niederlausitzer Braunkohlereviers“ (Kühner, 2008) entnommen. Diese im Auftrag der
Vattenfall AG kompilierte Karte hat detailgetreu alle bis dato bekannten post-Paläogenen
Störungen mit Versatzbeträgen erfasst. Zusätzlich wurden atektonische Elemente wie die
Auslaugungszonen von Mühlrose sowie der Muskauer Faltenbogen dargestellt.
Anhand dieser Daten wurden die in der Lithofazieskarte Tertiär (LFK50 – 2016) der GEOmotan
GmbH Freiberg (Escher et al. 2016) dargestellten Strukturen erweitert und präzisiert. Die im
vorliegenden
Bericht
erfassten
tektonischen
Strukturen
sind
nachgegenwärtigem
Kenntnisstand
vollständig
und
nach
dynamischen
Kriterien
gegliedert.
Die

image
7
Subrosionsstrukturen im Gebiet um Mühlrose wurden vergleichsweise detailliert dargestellt.
Im GIS-Projekt ist für jedes Senkungsgebiet der Absenkungsbetrag angegeben.
Abb. 1: Neotektonische Strukturen im Niederlausitzer Braunkohle-Revier. Ergänzend sind die
oberkretazischen Störungen des Lausitzer Hauptabbruches sowie zeitgleicher Querstörungen
eingetragen.
Eine ähnlich detaillierte Übersicht zu den neogenen Störungen liegt für die oberlausitzer
Tertiärbecken vor (Abb. 2). Die Becken liegen in der nordöstlichen Verlängerung des
Egergrabens. Die Basis der tertiären Sedimente kann durch Ar/Ar-Datierungen an Vulkaniten
zwischen 30 und 33 Ma bestimmt werden. Das Alter der meisten Störungen ist eindeutig post-
Miozän, da die Hauptstörungen die Vulkanite sowie die obersten, mit dem 2. MFK der
Niederlausitz vergleichbaren Kohleflöze durchschlagen. Die Beckensedimente sind glazigen
deformiert und durch Elstereiszeitlichen Gletscherschub ausgeräumt (Bräutigam, in prep.).

image
8
In der südlichen Oberlausitz können auf der Basis der geomorphologischen Analyse
Störungselemente postuliert werden, die sich relativ zwanglos an die mio-pliozänen
Störungen in den Becken anschließen (Andreani, 2016).
Abb. 2: Neogene Störungen in der nordöstlichen Verlängerung des Egergrabens in der Oberlausitz
(modifiziert nach Bräutigam & Stanek, in prep.; Stanek, 2019).
Die tektonische Einheit des Erzgebirges wird nach Südosten durch den spät-tertiären
Egergraben begrenzt. Die Nordwestrand-Störung des Egergrabens kann in einen stark
gegliederten NE-Arm und einen auffallend geradlinig verlaufenden SW-Arm geteilt werden.
Die Teilung erfolgt entlang des als Wiesenbad-Lineament ausgehaltenen geomorphologischen
Elements (Nr. 20 in Tabelle 1).
Gute Aufschlussverhältnisse in Bezug auf neogene Störungen finden sich sehr lokal auch im
Erzgebirge entlang des Aue-Abbruchs. Hervorzuheben ist die Lagerstätte Pöhla / Hämmerlein.
Hier konnte durch detaillierte Kartierung eine Zuordnung von tektonischen Strukturen zu
„jungen“, von tertiären Basalten besetzten Störungen ermöglicht werden. Diese in anderen

image
9
Gebieten sehr wahrscheinlich vorhandenen Störungen können auf Grund mangelnder
Aufschlüsse nicht dokumentiert werden.
Abb. 3: Neogene Störungen im westlichen Erzgebirge in Kombination mit den geomorphologisch
indizierten tektonischen Elementen (Domínguez-Gonzalez et al., 2019) nordwestlich des Egergrabens
Das Erzgebirge wird im Südwesten morphologisch durch die Falkensteiner Störungszone
begrenzt. Diese Störungszone bildet die N-S streichende Fortsetzung der Plesna-Störung im
Grenzgebiet Vogtland / Tschechien.
Ein exzellentes Beispiel für den Nachweis rezenter seismischer Aktivität im südlich an das
Vogtland anschließenden Teil dieser Störung ist die Arbeit von Štěpančíková et al. (2019). Hier
konnte eine periodische tektonische Aktivität im zeitlichen Abstand von 4 ka an der Plesna
Störung nachgewiesen werden.

image
10
Abb. 4: Herdflächenlösungen für die Mikro- und Schwarmbeben des Vogtlandes nach Sonnabend (2019)
indizieren eine sinistrale Blattverschiebung entlang einer N-S streichende seismisch aktiven Zone. (aus
Vortrag Krentz / Stanek / Unger – 2019)
Informationen zu rezenten Krustenbewegungen liegen - bedingt durch seismische Aktivität
(Schwarmbeben im Vogtland) und den intensiven Bergbau, vor allem für den westsächsischen
Raum vor. Geodätische Konsequenzen rezenter Krustenbewegungen wurden von Görres et al.
(2006) untersucht. Die an der Finne-Gera-Jáchimov-Störungszone postulierten rezenten
tektonischen Bewegungen werden unter verschiedenen Gesichtspunkten diskutiert (Bankwitz
et al. (1993); Wittenburg 1991, 1994). Es wurden auf der Basis von Lagemessungen
unterschiedliche Stressregime südwestlich und nordöstlich der Störung postuliert. Der
südwestlich der Gera-Jàchimov-Störung gemessene extensionale Stress kann erhöhte
hydraulische Durchlässigkeit bewirken. Diesem Stressfeld wird die relative Hebung (entlang
des Aue-Abbruchs) des südwestlichen Blockes relativ zum nordöstlich angrenzenden Gebiet
zugeschrieben. Für den östlichen Block interpretiert Wittenburg (1994) einen kompressiven
Stress mit N-S verlaufender Hauptachse, welche eine Aktivierung und Öffnung von NE-SW
verlaufenden Störungen und Kluftzonen zur Folge hat. Ähnliche Verhältnisse lassen sich -

11
bisher ohne Beleg - für den Lausitzer Hauptabbruch vermuten. Diese geodätischen Messungen
erfordern langjährige Messreihen und sind bei geringen Bewegungsraten mit relativ großen
Fehlern behaftet.
Aus den bisher gewonnen Daten lassen sich tektonische Aktivitätsphasen
im ausgehenden Oligozän (Vulkanismus mit korrespondierenden Bruchstrukturen),
im späten Miozän (Bildung der Tertiär-Becken im Egergraben und Grabenstrukturen
der Niederlausitz),
im Pleistozän (Bruchschollenbildung durch Reaktivierung/Anlage von Störungen
infolge von Eisauflast während Elster- und Saale-Eiszeit) sowie
rezent durch seismisch aktive Zonen im Westerzgebirge/Vogtland/Nordböhmen
konstatieren.
4. 2. Störungen aus geomorphologischer Analyse
Tabelle 1: Geomorphologisch und geophysikalisch begründete Strukturen, die im Bericht erfasst wurden
(NF – Abschiebung, XX – unbestimmte Kinematik)
Id-Nr.
Name
Nachweis
Referenz
Kinematik

12
1
Aue-Abbruch
Geomorphologie
Dominguez et al. 2019
NF
2
Bautzen-Abbruch
Geomorphologie
Adreani (2016)
NF
3
Bielatal-Störung
Geomorphologie,
Geologie
Adreani (2016)
NF
4
Cunewalde Lineament
Geophysik,
Geomorphologie
Adreani (2016)
XX
5
Dittersbacher Abbruch
Geomorphologie
Adreani (2016)
NF
6
Flöha-Abbruch
Geomorphologie
Dominguez et al. 2019
NF
7
Herrnhut-Lineament
Geomorphologie
Adreani (2016)
XX
8
Hrensko-Wehlen-Lineament
Geomorphologie
Dominguez et al. 2019
XX
9
Javornik-Abbruch
Geomorphologie
Dominguez et al. 2019
NF
10
Marianske Lazne-Vogtland-
Abbruch
Geomorphologie
Dominguez et al. 2019
NF
11
Meissen-Abbruch
Geomorphologie
Adreani (2016)
NF
12
Niesky-Abbruch
Quartär
LFK50
NF
13
Osterzgebirgslineament
Geomorphologie
Dominguez et al. 2019
XX
14
Pillnitz-Störung
Geomorphologie,
Geologie
Adreani (2016)
NF
15
Pirna-Störung
Geomorphologie,
Geologie
Adreani (2016)
NF
16
Radeberg-Abbruch
Geomorphologie
Adreani (2016)
NF
17
Radebeul-Störung
Geomorphologie,
Geologie
Adreani (2016)
NF
18
Tepla-Annaberg-Döbeln-
Bruchzone
Geomorphologie
Dominguez et al. 2019
XX
19
Vorerzgebirgs-Lineament
Geomorphologie
Dominguez et al. 2019
XX
20
Wiesenbad-Lineament
Geomorphologie
Dominguez et al. 2019
XX
21
Zittau Abbruch
Geomorphologie
Adreani (2016)
NF
Die
in Tabelle 1 dargestellten geomorphologisch-begründeten Strukturen wurden drei
verschiedenen Kategorien zugeordnet. Als „Störungen“ werden geomorphologische
Strukturen bezeichnet, die sowohl eine geomorphologische als auch eine geologisch
begründete Zuordnung als Störung erlauben. Als „Abbruch“ werden morphologische
Abbrüche bezeichnet, an denen bisher geologisch keine Störungen nachgewiesen werden
konnten, die aber sehr wahrscheinlich vorhanden sind. „Lineamente“ sind Phänomene, an

13
denen beispielsweise Änderungen des Drainagenetzes auftreten, die nicht eindeutig einem
geologischen Umstand zugeordnet werden können.
4.3. Beschreibung neogener Störungen
Die neogenen Störungen werden in alphabetischen Reihenfolge aufgeführt. Die in Klammern
stehenden Nummern entsprechen dem ersten Teil der Ident-Nummer in dem Störungskataster
Sachsens (Tektonische Übersichtskarte Sachsen 1:100.000). Sie sind im GIS-Projekt aufgeführt
und korrespondieren mit den Nummern in der beigefügten Excel-Tabelle.
Bernstadt-Ost-Störung (133):
Ostflanke einer N-S streichenden Grabenstruktur im NE
streichenden Bernstädter Graben, interpretiert aus Bohrungen der Uranerkundung Berzdorf
(Bräutigam & Stanek, in prep.)
Bernstadt-West-Störung (134):
Westflanke einer N-S streichenden Grabenstruktur im NE
streichenden Bernstädter Graben, interpretiert aus Bohrungen der Uranerkundung Berzdorf
(Bräutigam & Stanek, in prep.)
Berzdorfer Schluffmulde (135):
Ost-gerichtete Abschiebung an der Westflanke eines
Halbgrabens im südlichen Lagerstättenteil von Berzdorf (OL). Durchschlägt die oligo-
miozänen Kohlenflöze (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Berzdorf-Nord-Störung (136):
Süd-gerichtete Abschiebung am Nordrand des Berzdorfer
Beckens (Görlitzer Weinberg). Das Liegende der tertiären Sedimente ist durch Bohrungen
der Braunkohlenerkundung belegt; wird morphologisch betont, hervorgehoben durch
vermutlich glazigene Erosion der tertiären Sedimente (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Berzdorf-NW-Staffelbruch (137):
Südost gerichtete, staffelartig angeordnete Abschiebungen
an NW-Rand des Beckens von Berzdorf. Absenkung der Liegendfläche Tertiär und der

14
miozänen Sedimente um etwa 60 m. Aufgeschlossen durch Bohrungen und Tagebau
(Bräutigam & Stanek, in prep.).
Berzdorf-Südstörung (138):
Nord-gerichtete Abschiebung, die die Liegendfläche Tertiär und
die miozänen Sedimente um etwa 60 m versetzt. Bergrenzung des Berzdorfer Beckens
(Bräutigam & Stanek, in prep.).
Berzdorf-SW-Störung (139):
E-W streichende Störung, vermutlich konjugiert zur Berzdorf-
Südstörung, an der das Basement des Beckens um etwa 30 m nach Norden abgeschoben
wird(Bräutigam & Stanek, in prep.).
Biehlatal-Störung (209):
NNW-streichende Störung, die die flach Ost fallenden
Kreideschichten versetzt, aus der geomorphologischen Interpretation kann auf eine West-
gerichtete Abschiebung geschlossen werden (Andreani, 2016, Stanek, 2013)
Blunoer Störung (140):
NW-streichende Störung, im Tagebau Bluno aufgeschlossen,
unsichere Kinematik. Viete (1960) bringt die Störung mit post-miozänen Bewegungen am
Lausitzer Hauptabbruch Verbindung.
BR-Südrandstörung (141):
Die Störung bildet den südlichen Rand der südlichen Graben-
Formationen des Beckens von Berzdorf-Radomierzyce. An dieser Störung werden die N-S
streichenden Gräben von Rescin, Ostritz und am Hutberg sowie lokale Tertiärsedimente
begrenzt (Bräutigam & Stanek, in prep.).
BR-Westrandstörung (142):
Die NE-streichende Abschiebung bildet die NW-Flanke des mit
neogenen Sedimente gefüllten Bernstädter Grabens und gleichzeitig die Westgrenze des
Beckens von Berzdorf-Radomierzyce. Nach NE schließt an die Störung die Staffelbruchzone
im NW des Berzdorfer Beckens an. Nachgewiesen durch die Uranerkundung Berzdorf
(Bräutigam & Stanek, in prep.).
Buchberg-Störung (143):
NE-streichende, vermutlich NW-abschiebende Störung im
mittleren Zittauer Gebirge. Keine sicheren Indikatoren für die Kinematik. Versatz aus zwei
Bohrungen abgeleitet. Parallel verlaufen Gangscharen von tertiären Vulkaniten (~30 Ma) im
kretazischen Sandstein. Geländestufe morphologisch geformt durch elsterzeitlichen Eisschub
(Stanek 2019).
Butterhübel-Störung (144):
NE-gerichtete Abschiebung im Übergang zwischen Zittauer und
Hradek Becken (CR). Versatz der prä-tertiären Basementfläche um wenigstens 60 m,
abgeleitet aus Bohrungen. Die Altersverhältnisse zur kreuzenden, NE-streichenden
Johannquellen-Störung sind unbekannt (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Dreiberg-Störung (071):
känozoisch; ENE-WSW, 65° -80° SE fallende Abschiebung; 1-3 m
mächtige, 15-20 m Versetzungsbetrag aufweisende Gangstruktur, aufsitzend Pb-Zn-
Vererzung sowie tertiäre Magmatite, versetzt die Lagerstätte Pöhla (GK25 Blatt 5543 –
Kurort Oberwiesenthal).
Egergraben-Nordrandstörung-Ost (145):
(
Krusne Hory-Störung)
NNE-streichende
Störungszone mit dominierend Süd-gerichteten Abschiebungen. Im Gegensatz zum

15
westlichen Teil der Störungszone scheinen Interferenzen mit älteren Störungen einen
gezackten Verlauf der Störungszone hervorzurufen. Die Störung begrenzt das Kristallin des
Erzgebirges gegen miozäne Sedimente im Egergraben. Der Versatzbetrag wird auf mehrere
hundert Meter geschätzt. Möglich erscheint eine pleistozäne Reaktivierung der Störung
(Dominiguez-Gonzales et al. 2019).
Egergraben-Nordrandstörung-West (146):
(
Krusne Hory-Störung)
NNE-streichende
Störungszone mit dominierend Süd-gerichteten Abschiebungen. Im Gegensatz zum östlichen
Teil der Störungszone verläuft die Störungszone gradlinig zwischen dem Kristallin des
Erzgebirges, varistischen Graniten und miozänen Sedimente im Egergraben. Der
Versatzbetrag erreicht maximal etwa 800 m. Möglich erscheint eine pleistozäne
Reaktivierung der Störung (Dominiguez-Gonzales et al. 2019).
Egergraben-Störungen (030):
alttertiäre Störungen, post-miozän lokal reaktiviert. Generell
ENE streichend und N-abschiebend. Bilden den Südrand des Egergrabens außerhalb des
Projektgebietes.
Einsberg-Störungszone (073):
ENE-WSW, vermutlich steil SE fallende Störungszone aus drei
oder mehr parallelen Einzelstörungen, zum Teil mit fba mineralisiert, im westlichen
(tschechischen) Teil als Zentralspat bezeichnet, begrenzt den Südteil des Tellerhäuser
Lagerstätten-Reviers. - GK25, GK25 Wismut, Blatt 5543 – Hammerunterwiesenthal;
Schuppan & Hiller (2012).
Flexur Laubusch (147):
NW- Parallel zum Lausitzer Hauptabbruch streichende Flexur in
miozänen Braukohleflözen, die möglicherweise auf post-miozäne Bewegungen am Lausitzer
Hauptabbruch zurückgeführt werden können (Kühner 2008).
Hagenwerda-Oststörung (148):
N-S streichende Grenze zwischen etwa 100 m mächtige
miozänen Sedimenten und oligozänen Vulkaniten, vermutlich W-gerichtete Abschiebung;
aus Bohrungen interpretiert (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Hartauer Störung (149):
NE streichende Störung (Zerrüttungszone) im Südöstlichen Zittauer
Becken, durch Bohrungen nachgewiesen, begrenzt das Vulkanitvorkommen des Kaltensteins
gegen die Tieflage des Beckens von Hradek. Die Kinematik der Störung ist nicht bekannt.
Könnte Teil der postulierten Störungszone Lückendorf–Działoszyn-Hartau-Trzcieniec sein
(Kasinski & Panasiuk, 1987) (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Herwigsdorfer NW-Abschiebung (150):
Lokale, NE-streichende Abschiebung zwischen
miozänen Sedimenten und cadomischen Graniten im Gebiet zwischen Zittauer und
Oderwitzer Tertiärbecken (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Herwigsdorfer SW-Abschiebung (151):
Lokale, NW-streichende Abschiebung zwischen
miozänen Sedimenten und cadomischen Graniten im Gebiet zwischen Zittauer und
Oderwitzer Tertiärbecken (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Hirschfelde-Herrnhut-Störung (152):
NW-streichendes tektonisches Element, welches
sowohl durch die geomorphologische Analyse als auch durch geologische befunde
begründet ist. Begrenzt die Tertiär- und Quartärvorkommen der Zittauer-Oderwitzer Becken

16
im Nordosten sowie den Granitriegel zwischen Ostritz und Hirschfelde. Die Kinematik der
postulierten Störung ist unklar, möglicherweise dextrale Schrägabschiebung (Bräutigam &
Stanek, in prep.).
Hirtenberg-Störung (083):
N-S streichende, steilstehende, vermutliche Blattverschiebung, in
Analogie zu Oberwiesenthal und Vogtland kann känozoisches Alter angenommen werden
(Blatt 5543 – Kurort Oberwiesenthal; Schuppan & Hiller, 2012).
Hochwald-SE-Störung (153):
NE-streichende Störung an der Südöstlichen Flanke des
Hochwaldes im östlichen Zittauer Gebirges. Die Störung wird aus dem Versatz kretazischer
Sandsteine gegen tertiäre Vulkanite hergeleitet. Nach Nordosten setzt sich die Störung in der
Gang- und Störungsschar gleicher Richtung am Töpfer fort (Stanek 2019).
Hradek-SE-Stoerung (154):
NE-streichende Störung am südöstlichen Rand des Hradek-
Beckens, gehört zu einer Serie von Staffelbrüchen, die das Zittau-Turow-Hradek-Becken im
SE begrenzen. Vermutlich dextrale Schrägabschiebung, versetzt oligo-miozäne Sedimente
gegen cadomisches Basement (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Hutberg-Oststörung (155):
NNE-streichende postulierte, West-abschiebende
Störungsstaffel, die den Hutberggraben mit miozänen Sedimenten und oligozänen
Vulkaniten im Osten begrenzt (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Hutberg-Weststörung (156):
NNE-streichende postulierte, Ost-abschiebende
Störungsstaffel, die den Hutberggraben mit miozänen Sedimenten und oligozänen
Vulkaniten im Westen begrenzt (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Johannquellen-Störung (157):
NE-streichende sinistrale Blattverschiebung in kretazischen
Sandsteinen des Zittauer Gebirges; nachgewiesen durch Kartierung (Stanek 2019), Geophysik
(Projekt Resibil 2019) und Quellaustritte. Setzt sich nach NE in der Hartauer Störung fort. Teil
der postulierten Störungszone Lückendorf–Działoszyn-Hartau-Trzcieniec sein (Kasinski &
Panasiuk, 1987) (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Jonsberg-Störung (158)
: NE-streichende, vermutlich sinistrale Blattverschiebung in
kretazischen Sandsteinen des Zittauer Gebirges; wird begleitet durch parallele magmatische
Gänge; nachgewiesen durch Kartierung (Stanek 2019).
Kaltenstein-Störung (159):
E-W streichende Nord-gerichtete Abschiebung; interpretiert aus
Bohrungen der Braunkohlenerkundung; versetzt miozäne Sedimente des südwestlichen
Zittauer Beckens (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Kauscher Graben-Nord (160):
NW-streichende SW-gerichtete Abschiebung als NE-Flanke der
Grabenstruktur; versetzt werden Sedimente des 2. MFK, aufgeschlossen im Tagebau Welzow
(Seibel, 2010).
Kauscher Graben-Süd (161):
NW-streichende NE-gerichtete Abschiebung als SW-Flanke der
Grabenstruktur; versetzt werden Sedimente des 2. MFK, aufgeschlossen im Tagebau Welzow
(Seibel, 2010).

17
Loske Störung (162):
NW-streichende, steil SW abschiebende Störung in miozänen
Sedimenten; interpretiert aus Erkundungsbohrungen im Feld Welzow-Süd (Kühner 2008).
Lubochower Graben (163)
: NW-streichende Grabenstruktur in nordwestlicher Fortsetzung
des Kauscher Grabens; versetzt miozäne Sedimente (Kühner 2008).
Marianske Lazne Störung (164):
aktive Störung im Westteil des Egergrabens, seismisch aktiv,
CO
2
-Emanationen (Schunk et al., 2003).
Neugersdorfer Störung (165):
postulierte NE-streichende Störung (vermutlich SE-gerichtete
Abschiebung), die die Tertiärvorkommen des Zittauer Gebiets gegen die morphologisch
höheren (und erodierten) Verbreitungsgebiete cadomischer Granitoide der Oberlausitz
begrenzt. Interpretiert aus geologischen und gravimetrischen Daten (Bräutigam & Stanek, in
prep.).
Nochtener Grabenzone NE (166):
NE-Flanke des Nochtener Grabens, staffelbruchartiger
Abfall der miozänen Sedimente nach SW, aufgeschlossen im Tagebau (Atlas der Lagerstätte
Nochten 1:5.000, Vattenfall AG) (Kühner 2008).
Nochtener Grabenzone SW (167):
SW-Flanke des Nochtener Grabens, staffelbruchartiger
Abfall der miozänen Sedimente nach NE, aufgeschlossen im Tagebau (Atlas der Lagerstätte
Nochten 1:5.000, Vattenfall AG) (Kühner 2008).
Nochtener Hauptstörung (168):
NW-streichende Störungszone in unmittelbarer Nähe zum
Lausitzer Hauptabbruch, besteht aus drei parallelen Störungsstaffeln, NE-abschiebend;
versetzt miozäne Sedimente und begrenzt im NW die Subrosionszone von Mühlrose (Kühner
2008).
Nordrand-Störung (169)
:
känozoisch; d
ie Nordrandstörung besteht nach geophysikalischen
Vermessungen und Grubenauffahrungen aus einem Bündel von bis zu 1,5 m breiten grau-
gelbe Lettenzonen in einer bis zu 120 m breiten Störungszone dar, die generell E-W
streichen und steil nach Norden (80°) einfallen. Der nördliche Block ist gegenüber dem
südlichen um ca. 50 m abgesenkt. Diskutiert wird ein tertiäres Alter. Im Gegensatz zur Roten
Kluft keine Störungsmineralisation (Weinhold 2002).
Oderwitzer Blattverschiebungen (170):
Serie von 2-4 km langen, NW streichenden
Blattverschiebungen, die die das Oderwitzer Becken begrenzenden Abschiebungen
verbinden. Sind nach den Erkundungsergebnissen interpretiert, haben Modell-Charakter
(Bräutigam & Stanek, in prep.).
Oderwitzer SE-Abschiebung (171):
NE-streichende NW-abschiebende Störung, versetzt
miozäne Sedimente und oligozäne Vulkanite gegen cadomisches Basement, überlagert von
elsterzeitlichen Sedimenten (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Oderwitzer Weststaffelbruch (172):
N-S-streichende Ost-abschiebende Störungsstaffel,
versetzt miozäne Sedimente und oligozäne Vulkanite gegen cadomisches Basement,
überlagert von elsterzeitlichen Sedimenten Ostritz-Graben

18
Ost-Ellefelder Störung (173):
N-S-streichende, steil stehende Störungen, begleitet von
Kataklasezone, in Verlängerung der Plesna Störung, östlichste Störung der Falkenberger
Störungszone (Kuscha, 1994).
Ostritz-Graben (174):
N-S streichende Grabenstruktur im Süden des Berzdorfer Beckens, in
der miozäne Sedimente gegen cadomisches Basement versetzt sind, es sind keine Störungen
aufgeschlossen. Der Graben ist während des Pleistozäns durch Eisschub ausgeformt worden
(Bräutigam & Stanek, in prep.).
Pfaffenstein-Störung (175):
Serie von Blattverschiebungen in kretazischen Sandsteinen des
östlichen Zittauer Gebirges. Die steil stehenden Störungen setzen sich in der SE-Begrenzung
des Hradek-Turow-Beckens fort (Stanek 2019).
Pillnitz-Störung (208):
NNW-streichende, steilstehende Störung, die primär als
Blattverschiebung angelegt und wahrscheinlich im Zuge der spät-tertiären bis pleistozänen
Blockbewegungen reaktiviert wurde. Sie bildet heute den morphologischen Abbruch des
Lausitzer Granodiorit-Massives in die Kreide des Elbtals (Andreani, 2016, Stanek, 2013).
Pirna-Störung (210):
NNW-streichende, steilstehende Störung, die die Kreidesedimente im
Elbtal nordöstlich von Pirna versetzt, markante morphologische Geländestufe (Andreani,
2016, Stanek, 2013).
Plesna Störung (176):
NNW-streichende, W-abschiebende Störung; begrenzt das Beckens
von Cheb im Osten, seismisch aktiv (Štěpančíková et al., 2019)
Pliessnitz-Stoerung (177):
NE-streichende, NW-abschiebende Störung in der südöstlichen
Begrenzung des Bernstädter Grabens, nachgewiesen durch Bohrungen der Uran-Erkundung
(Bräutigam & Stanek, in prep.).
Pritzener Störung (178):
NW-streichende Abschiebung in der Verlängerung des Kauschaer
Grabens, versetzt miozäne Sedimente (Kühner 2008).
Radebeul-Störung (207):
NNW-streichende, WSW-gerichtete Aufschiebung von Lausitzer
Granodiorit auf kretazischen Mergel; Ausbildung der Störungsletten im Mergel indiziert eine
kalte, oberflächennahe, steilstehende (70° ENE fallend) Aufschiebung (Stanek 2013).
Radgendorfer Störung (179):
ENE streichende, steil Süd-abschiebende Störung am NW-Rand
des Zittauer Beckens, begrenzt die Verbreitung der miozänen Sedimente (Bräutigam &
Stanek, in prep.).
Rebesgrüner Störung (180):
N-S-streichende, steil stehende Störungen, begleitet von
Kataklasezone, in Verlängerung der Plesna Störung, gehört zur Falkenberger Störungszone
(GK25 W, Kuscha, 1994).
Rietschen Abbruch (181):
ENE streichende Schwelle im Prätertiär, Absenkung nach NW,
nachgewiesen durch Bohrungen und 3D-Modell 2015 (Stanek et al., 2016)

19
Roitzer Störung (182):
NW-streichende Abschiebung in der südöstlichen Verlängerung des
Kauschaer Grabens (Kühner 2008).
Seifhennersdorf-Ost-Stoerung (183):
aus der Geomorphologie und der durch Bohrungen
nachgewiesenen Teufenlage der Basisfläche Tertiär abgeleitete Störung (Andreani, 2016,
Bräutigam & Stanek, in prep.).
Spitzberg-Störung (184):
Serie von Blattverschiebungen in kretazischen Sandsteinen des
östlichen Zittauer Gebirges. Die steil stehenden Störungen setzen sich in der SE-Begrenzung
des Hradek-Turow-Beckens fort (Stanek 2019).
Spremberger Graben (028):
die NE-streichenden Spremberger Störungen sind zwei
konjugierte Abschiebungen, Interpretiert aus Bohrungen und Geophysik, wahrscheinlich
lokal reaktiviert im post-Miozän, NE-SW streichende Störungen versetzen die Gräben
(Kühner 2008).
Spremberger Störungen-Nord (185):
lokale, NW-streichender Graben im Nordostteil des
Türkendorfer Graben, versetzt miozäne Sedimente (Kühner 2008).
Spremberger Störungen-Ost (186):
lokale, NW-streichender Graben und Halbgräben mit
zum Teil erheblichen Abschiebungsbeträgen im Nordostteil des Türkendorfer Graben,
versetzen miozäne Sedimente (Kühner 2008).
Spremberger Störungen-SW (187):
Grabenstrukturen zwischen dem Türkendorfer und
Spremberger Graben, Streichen NW-SE, durchschlagen die NE-streichenden
Grabenstrukturen ohne Angabe der relativen Alter, versetzt miozäne Sedimente (Kühner
2008).
Störung Reichwalde NW (188):
NW-streichende, NE-abschiebende Störung in südöstlicher
Verlängerung des Nochtener Grabens; versetzt miozäne Sedimente im Tagebau Reichwalde
(Kühner 2008).
Störung von Rhone (189):
NW-streichende, NE-abschiebende Störung westlich des Grabens
Weißwasser; versetzt miozäne Sedimente (Kühner 2008).
Störungszone Falkenstein-Reichenbach-Nischwitz (190):
N-S streichende Störungszone,
besteht aus mindestens drei Einzelstörungen, die sich aus dem Raum Plauen bis Nischwitz
(Thüringen) erstrecken. Begleitet von Kataklase-Zonen in phyllitischen Serien, lokal besetzt
von seismischen Zentren; möglicherweise Teil des hypothetischen Regensburg-Leipzig-Linie
(Kuschka 1994).
Strado-Buckower Störungszone (191):
Serie von Süd- bis SSE-fallenden Abschiebungen im
Nordostteil des Spremberger Grabens, war aufgeschlossen im Tagebau Welzow-Süd,
versetzen miozäne Sedimente, relative Alter zum Spremberger Graben unklar (Kühner 2008).
Stráž Störung (192):
NE-SW streichende Störung, die den nordöstlichen Teil des Egergrabens
begrenzt. An der steil einfallenden Störung ist der nordwestliche Hangendblock um bis zu

20
800 m abgeschoben, so dass das Kreideprofil bis in das Coniac reicht. In der nordöstlichen
Verlängerung liegt die SE-Begrenzung der Oberlausitzer Tertiär-Becken (Resibil).
Strezow-Stoerung (193):
NE-Sw-streichende, SE-abschiebende Störung parallel zur westliche
Krusne Hory Störung, versetzt miozäne Sedimente des Chomutov-Beckens.
Töpfer-Störung (194):
NE-streichende Störung im östlichen Zittauer Gebirge. In der
Störungsschar treten sowohl Blattverschiebungen als auch Abschiebungen des östlichen
(Lückendorfer) Blockes auf. Den Störungen sitzen magmatische Gänge auf, eine tertiäre
Reaktivierung spätkretazischer Störungen erscheint möglich (Stanek 2019).
Türkendorfer Graben (027):
NE-SW streichende, regionale post-miozän reaktivierte
Grabenstruktur in nordöstlicher Fortsetzung der Hoyerswerdaer Querstörung. Im Graben
lagert Tertiär auf Oberkreide, miozäne Sedimente sind versetzt.
Die Grabenstruktur wurde
möglicherweise schon in der Oberkreide angelegt
(Kühner 2008).
Turow-SW-Sprung (195):
NW-streichende, NE-abschiebende Störung in miozänen
Sedimenten, aufgeschlossen im Tagebau Turow. Der sichtbare Versatz liegt im Zehner-
Meter-Bereich (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Turow-Zittauer-Nordsprung (196):
Nordflanke des Zittauer Grabens, Süd-fallende
Abschiebung, der Versatz liegt nach Bohrungen bei etwa 40-60 m. Die Störung setzt sich
nach Osten bis an die östliche Begrenzung des Beckens von Zittau-Hradek-Turow fort, wird
von den NE-streichenden Randstörungen abgeschnitten. Die Störungen versetzt die
miozänen Sedimente bis einschließlich „Zittau D“ (Bräutigam & Stanek, in prep.).
Weisswasser Aufschiebungen (197):
NW-SE-streichende, SW- bzw. NE-gerichtete
Aufschiebungen mit Harnischbildung im Kohleflöz, Die Genese und Altersstellung der
Störungen ist noch umstritten (Brause & Hahmann 1989, Kühner 2008).
Weißwasser Grabenzone NE (198)
: Nordöstliche Flanke des Weißwasser-Grabens am
Nordrand der Mulkwitzer Struktur. Der westliche Teil des Grabens war im Tagebau Scheibe
aufgeschlossen. Im östlichen Teil treten Versatzbeträge bis zu 40 m auf. Die Grabenbildung
setzt sich in den unterlagernden mesozoischen Sedimenten fort. (Kühner 2008).
Weißwasser Grabenzone SW (199)
: Südwestliche Flanke des Weißwasser-Grabens am
Nordrand der Mulkwitzer Struktur. Der westliche Teil des Grabens war im Tagebau Scheibe
aufgeschlossen. Im östlichen Teil treten Versatzbeträge bis zu 40 m auf. Die Grabenbildung
setzt sich in den unterlagernden mesozoischen Sedimenten fort. Die südliche Grabenschulter
hat eine deutlich größere Erstreckung. (Kühner 2008).
Welzow-NE-Elemente (200)
: NE-streichende Blattverschiebungen, die den NW streichenden
Kauscher Graben versetzen und lokal Überschiebungen im 2.MFH hervorrufen (Kühner 2008;
Stanulla et al., 2018).
West-Ellefelder Störung (201):
N-S-streichende, steil stehende Störungen, begleitet von
Kataklasezone, in Verlängerung der Plesna Störung, östlicher Teil der Falkenberger
Störungszone (GK25W, Kuscha, 1994).

21
Wurzelberg-Störung Nord (127):
känozoisch; ENE-WSW-streichender Störungszug,
wahrscheinlich steil SE-fallend, von tertiären magmatischen Gängen und Körpern besetzt
(GK25, Blatt 5543 – Oberwiesenthal).
Wurzelberg-Störung Süd (128):
ENE-WSW-streichender Störungszug, wahrscheinlich steil SE-
fallend, känozoisch, da von tertiären magmatischen Gängen und Körpern besetzt (GK25,
Blatt 5543 – Oberwiesenthal).
ZHT-NW-Störung (202):
Nordwestliche Begrenzung des Zittau-Hradek-Turow (ZHT)-Beckens.
SW-gerichtete Abschiebung von miozänen Sedimenten gegen cadomisches Basement,
schneidet die E-W-streichenden Grabenstrukturen ab. Versatz bis 120 m
(Bräutigam &
Stanek, in prep.).
ZHT-SE-Störung (203):
Südöstliche Begrenzung des Zittau-Hradek-Turow (ZHT)-Beckens. NE-
streichende Schrägabschiebungen von miozänen Sedimenten gegen cadomisches Basement,
schneiden die E-W-streichenden Grabenstrukturen ab. Versatz 80-120 m
(Bräutigam &
Stanek, in prep.).
ZHT-SW-Störung (204):
Südwestliche Begrenzung des Zittau-Hradek-Turow (ZHT)-Beckens.
Die NW-streichende Störung verläuft spitzwinklig zum morphologischen Abbruch
(pleistozäne Störung) des Zittauer Gebirges. Die steil NE einfallende Störung hat einen
Versatz der miozänen Sedimente gegen den Granodiorit von etwa 40-60 m
(Bräutigam &
Stanek, in prep.).
Zittau-NW-Störung (205):
Nordwestliche Begrenzung der oligozänen Vulkanit-Decken im
Zittauer Becken. Die Störung wurde aus geologischen befunden interpretiert
(Bräutigam &
Stanek, in prep.).
Zittau-Südsprung (206):
Südliche Begrenzung des E-W streichenden Zittauer Grabens,
Versatz der miozänen Sedimente bis 100 m; die Störung ist durch ein dichtes Netz von
Erkundungsbohrungen belegt
(Bräutigam & Stanek, in prep.).
Zlatý Kopec-Störung (129):
ENE-WSW, steilstehende, vermutliche Abschiebung, känozoisch,
da durch tertiäre Vulkanite und leicht „diskordante“ Sn-W-Qu-Gänge besetzt; vermutlich im
Tertiär reaktivierte Störung. Ist möglicherweise die Verlängerung der Zweibach-Störung auf
tschechischer Seite (GK25, Blatt 5543 – Oberwiesenthal).
Zweibach Störung (132):
känozoisch; ENE-WSWS streichende Störung, nachgewiesen in der
Lagerstätte Pöhla, vermutlich steilstehende Abschiebung parallel zu der Egergraben-
Nordrandstörung (GK25, GK25 Wismut, Blatt 5543 – Hammerunterwiesenthal; Schuppan &
Hiller, 2012).

22
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