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Sächsische Gartenakademie
Text: Barbara Schön, Überarbeitung: Rena Krauß
Gartentelefon donnerstags 14-17 Uhr: 0351 2612-8080
LfULG, Abteilung Gartenbau, Referat 85
E-Mail: gartenakademie@smul.sachsen.de
Fotos: Harald Rank, LfULG, Abteilung Gartenbau, Referat 81
Gartentipp
Der Naturgarten im Winter
Gartentipp Februar 2021
Der Naturgarten ist etwas zum liebhaben und gern
mögen, so habe ich es vor kurzem erst gelesen und
ich möchte es noch erweitern, es ist etwas für neugie-
rige Beobachter und bewusste Entdecker.
Für Mitbewohner eines Kleingartens wie Igel, Schmet-
terlinge, Vögel, Falter, Erdkröten und Frösche sind mit
dem Absterben der Vegetation im Herbst, geschützte
Plätze Mangelware. Um ihnen dauerhafte Quartiere
zu ermöglichen, gibt es eine Reihe einfacher Lösun-
gen.
Von August bis Oktober, also außerhalb der Vermeh-
rungs- und Überwinterungszeit der Gartenbewohner
ist die Wahrscheinlichkeit, die Tiere durch Aktivitäten
zu stören, am geringsten.
Der Igel sucht ab Oktober Unterschlupf in dunklen,
ungestörten Winkeln, wo „Tot“-Holz aufgeschichtet
ist. Unter Reisig-, Laub- und Steinhaufen findet er für
den Winterschlaf einen frostfreien, nässegeschützten
Platz.
Zusammengeharktes Laub oder Reisig sollte deshalb
nicht aus dem Garten entfernt, sondern zu einem 50
bis 80 cm hohen Haufen aufgeschichtet werden.
In einer ruhigen geschützten Ecke wird er so bis
Ende April Winterschlaf halten. Deshalb sollten Sie
das Laub auch nicht eher entfernen.
Wenn Sie „Ihren Igel“ dann in der Nachbarschaft spa-
zieren sehen, so nehmen Sie es ihm nicht übel. Igel
nutzen ein weites Gebiet über mehrere Gärten.
Lassen Sie ihnen deshalb ruhig eine Lücke im Zaun
für freie Zugänge zu den Nachbarflächen.
Eine weitere Möglichkeit, dem Igel Unterschlupf zu
bieten, ist der Bau einer Igelburg, z. B. aus Feldstei-
nen. Um Zugluft zu vermeiden, werden die Ritzen mit
Lehm abgedichtet.
Igel benötigen zur Überwinterung einen frost- und
nässegeschützten Unterschlupf
„Tot“- Holz ist übrigens ein irreführender Begriff. Eine
Unmenge von Kleinstlebewesen besiedelt diesen Le-
bensraum.
Die Jungköniginnen der Hummeln suchen im Früh-
ling einen geeigneten Platz für das Nest. Je nach Art
kann es eine Erdhöhle, ein Mausloch (Erdhummeln),
eine Moosschicht oder auch ein hohler Stamm sein.
Um den Hummeln einen geeigneten Brutplatz zu
schaffen, kann man einen im Durchmesser ca. 30 cm
großen Blumentopf bis zur Hälfte in die Wiese eingra-
ben. Die entfernte Erde wird im Innern mit etwas gro-
ben Kies als Drainage aufgefüllt und darüber Stroh
oder Gras gelegt.
Nun stellt man einen zweiten Blumentopf darüber,
aus dem man als Flugloch für die Hummeln eine
Scherbe herausbricht. Das oberste Loch wird mit ei-
nem Stein verschlossen. Bald werden sich hier Hum-
meln zur Brut einfinden.

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Einige Hummelarten bauen ihre Nester bevorzugt un-
terirdisch
Für Hummelarten, die eher oberirdisch ihre Nester
bauen, ist dieser Hummelnistkasten aus Holzbeton
(Fa. Schwegler) gut geeignet
Um das Nahrungsangebot von Hummeln und anderen
Insekten zu erweitern, ist ein ausgewogenes Verhält-
nis früh- und spät blühender Pflanzen wichtig.
Oftmals bietet sich im Garten ein Stück Fläche an,
die zur Nutzung nicht recht geeignet ist. Wildblumen-
wiesenmischungen, die es im Fachhandel zu kaufen
gibt, ziehen in großem Maße Hummeln, Wildbienen
und Schmetterlinge an.
Sollte es an Fläche mangeln, so können auch große
Blumentöpfe mit Wildblumen bepflanzt werden. Sie
sind oft wahre Hungerkünstler und überstehen auch
einmal Trockenheit.
Reich blühende Blumenwiesen sind eine ideale Nah-
rungsquelle für zahlreiche Insekten
Ist im Frühjahr ein neuer Sichtschutz geplant, so sind
hier einheimische Gehölze zu bevorzugen.
Holunder oder Pfaffenhütchen werden im Juni mit Un-
mengen von Blattläusen heimgesucht. Sie bieten den
Vogelarten wie Meise und Sperling die erste weiche
Nahrung für ihre Jungen.
Gartenvögel wie Rotkehlchen, Singdrossel und Am-
sel nutzen sehr gern dichtes Gebüsch als Deckungs-,
Nist- und Ruheplatz. Sie nutzen Blätter und Zweige
als Nistmaterial und die Beeren sind wichtige Winter-
nahrung. Das Rotkehlchen hat eine ausgesprochene
Vorliebe für das Pfaffenhütchen. Aber auch Weiß-
dorn und Hartriegel bilden einen guten Grundstock
für eine frei wachsende Hecke.
Die flachen tellerartigen Blüten des Weißen Hartrie-
gels sind besonders für Insekten mit kurzen Mund-
werkzeugen geeignet
Und wie sieht es in Ihrem Garten aus?
Tipp:
Singvögel vertilgen große Mengen an Raupen und
Larven, die sie zur Aufzucht ihrer Jungen benötigen.
Reinigen Sie im Winter die Nistkästen, damit sich
keine Parasiten und andere Krankheiten ausbreiten
können.