image
image
image
Bericht der Kommission der
Sächsischen Staatsregierung
zur Analyse der Meldesysteme
im Zusammenhang mit dem
Augusthochwasser 2010

Bericht
der
Kommission der Sächsischen Staatsregierung
zur Analyse der Meldesysteme
im Zusammenhang mit dem Augusthochwasser 2010
Dezember 2010
AZ: Z-0142.50/1928
1

Die Mitglieder der Kommission
Dr.-Ing. Klaus Jeschke,
Ministerialdirigent a. D.
- Vorsitzender -
Bernd Greif
Landrat a. D.
Dipl.-Ing. Robert Kolf
Ministerialrat a. D.
Mitarbeiter
Hans-Peter Burk
Dipl.-Ing. Henning Merker
Dipl.-Ing. (FH) Chérie Bogatsch
Cornelia Fritzsche
Manuela Vogel
2

image
image
Vorwort
Die Staatsregierung des Freistaates Sachsen
hat
die
Hochwasserkatastrophe
vom
August
2010 zum
Anlass
genommen,
die
Hochwassermeldesysteme durch eine
unabhängige staat-
liche Kommission
prüfen
zu lassen und erwaftet daraus
Vorschläge für ihre Verbesserung.
Die Kommission ist ausnahmslos, beim
Deutschen Wetterdienst, in den staatlichen
Dienst-
stellen, den Staatsbetrieben, den Landkreisverwaltungen und schließlich
in
den Städten
und
Gemeinden und Unternehmen, auf Offenheit
und konstruktive
Bereitschaft
gestoßen,
ihr
Anliegen
zu
unterstützen.
ln keiner Weise ist
es
Absicht der Kommission, die überlegene
Position eines
Zurückbli-
ckenden auf ein solches extremes
Ereignis zu nutzen, um
persönliches
Handeln kritisch
zu
bewerten;
sondern es
ist
einzig
und allein Absicht, aus der
Wirkung der Hochwassernach-
richten und Alarmierungen als System,
gerade
unter extremer
Beanspruchung, Verbesse-
rungsmöglichkeiten für
die
Zukunft zu erkennen.
Schließlich
war
die
Kommission
bemüht,
sehr sorgsam das Meldesystem
an seiner wichtigs-
ten Schaltstelle,
nämlich
dem
Aufgreifen in der Gemeinde und
der Vermittlung
zum Bürger,
zu ergründen. Risikokenntnis,
Verständnis und ldentifikation mit dem
Melde- und Warnsys-
tem
vor
Ort sind
nach
Auffassung
der Kommission der Schlüssel
für das Handeln
zur
Scha-
densminderung
bei künftigen Hochwässern.
Die Kommission hofft, dass ihr Bericht und
-
nach erfolgreicher
Prtifung
-
ihre Vorschläge
mithelfen können, das sächsische
Hochwasserwarnsystem weitezuentwickeln.
Als Vorsitzender der Kommission danke
ich meinen Kommissionskollegen
und den Mitarbei-
terinnen
und Mitarbeitern für ihren tatkräftigen und engagierten
Einsatz.
Dresden,
den 30.
Dezember 2010
Dr.-lng. Klaus Jeschke
Ministerialdirigent
a.
D.
Vorsitzender der Kommission
3

image
image
lnhaltsverzeichnis
Vorwort
I
1.1
1.2
1.3
2
2.1
2.2
2.3
2.4
3
3.1
3.2
3.3
4
4.1
4.2
4.3
4.4
4.5
5
6
6.1
6.2
6.3
6.4
7
7.1
7.2
7.3
I
Literatur
Verzeichnis
der Anhänge
Verzeichnis
der Anlagen des Anlagenbandes
Anhang
Veranlassung, Auftrag und Methodik
Ausgangssituation im August 2010 und Veranlassung
Kommissionsauftrag
Untersuchungsmethode
Augusthochwasser 2010
Zusam menfassende Ereig nisdarstellung
Meteorolog ische Ursachen
Hydrologischer Verlauf
Talsperren
und Speicher
Der Hochwassernachrichten- und
Alarmdienst
im August 2010
Rechtsgrundlagen
Messnetze und Daten
Hochwassernachrichten
Warnung
der
Bürger
und
Wasseranrainer
Rechtsgrundlagen
I nform ationsplattfo rm
Warngeschehen
im
August 2010 in den
Gemeinden
Warngeschehen
an den Talsperren
Warngeschehen im
Spiegel der
Presse
Wahrnehmungs- und Meinungsbild der Gemeinden,
Landkreise
und
staatlichen
Dienststellen zum Hochwassermeldesystem
Bewertung des Melde- und Warnsystems
Meteorologische und hydrologische Ausgangsdaten
Organisation
und
Meldefluss
Aussagefähigkeit
und
Warnwert
Warnung der Bürger und öffentliches Verständnis
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Organisationsstruktur der
Hochwassernachrichten
-
Hochwasserwarnungen, Hochwassereilbenachrichtigungen,
Warnung
privater
Dritter
Pegel, Niederschlagsmessung und Frühwarnung
Gefahrendokumente,
lnformation und Eigenvorsorge
Zusammenfassung
Seite
3
'11
11
17
21
25
5
5
b
7
29
29
30
38
49
49
51
52
55
57
59
63
63
65
66
80
83
83
85
87
91
92
93
94
4

1
Veranlassung, Auftrag und Methodik
1.1 Ausgangssituation im August 2010 und Veranlassung
Anfang August 2010 ist der Freistaat Sachsen erneut von schweren Hochwassern betroffen
worden. Insbesondere in der Region um Chemnitz, den Gemeinden im Gebiet der Lausitzer
Neiße, der Spree und der Sächsischen Schweiz kam es zu schweren Überschwemmungen,
die vier Tote hinterließen und zu Schäden in einer Größenordnung von mehr als
860 Mio. EUR führten. In rund 11.000 Haushalten fiel für mehrere Stunden der Strom aus,
ca. 2.000 Bürger mussten evakuiert werden, viele Familien wurden obdachlos.
Zum Augusthochwasser 2010 hat Herr Ministerpräsident Stanislaw Tillich am 1. September
2010 eine Regierungserklärung abgegeben. Darin hatte er angekündigt, eine Kommission
zu berufen mit dem Auftrag, die im Allgemeinen bewährten Meldesysteme auf die Zusam-
menarbeit der beteiligten Stellen hin zu prüfen und Verbesserungen vorzuschlagen.
Die Kommission ist Ende September 2010 eingesetzt worden und soll das Ergebnis ihrer
Arbeit in Form eines Berichtes bis Ende des Jahres vorlegen.
Bei ihrer Arbeit wird die Kommission durch das Innen- und das Umweltministerium unter-
stützt.
Mitglieder der Kommission sind:
Herr Dr.-Ing. Klaus Jeschke, Ministerialdirigent a. D. (Vorsitzender)
Herr Bernd Greif, Landrat a. D.
Herr Dipl.-Ing. Robert Kolf, Ministerialrat a. D.
Mitarbeiter in der Kommission sind:
Herr Hans-Peter Burk, Referatsleiter, Landesdirektion Leipzig
Herr Dipl.-Ing. Henning Merker, Referent, Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und
Landwirtschaft
Frau Dipl.-Ing. (FH) Chérie Bogatsch, Sachbearbeiterin, Sächsisches Staatsministerium für
Umwelt und Landwirtschaft
Frau Cornelia Fritzsche, Schreibkraft, Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Land-
wirtschaft
Frau Manuela Vogel, Schreibkraft, Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirt-
schaft
5

1.2 Kommissionsauftrag
Konkret hat die Kommission bei der Analyse der Meldesysteme im Zusammenhang mit dem
Augusthochwasser 2010 folgenden Auftrag:
Analyse der meteorologischen und hydrologischen Situation bei der Hochwasserentwick-
lung im August 2010.
Prüfung der Erfassung und Bewertung der meteorologischen und hydrologischen Daten
durch die zuständigen Behörden.
Prüfung der Hochwasserinformationen und -warnungen hinsichtlich Meldefluss, Inhalt
und Wirkung bei den zuständigen Behörden und in den Kommunen.
Analyse der Warnung der Bürger und Wasseranrainer.
Prüfung der Warnung bei drohendem Versagen von Schutzbauten.
Vorschläge für die Überwindung etwaiger systemischer Schwachstellen.
Nicht von dem Auftrag umfasst sind der grenzüberschreitende Melde- und Informationsfluss
und auch nicht etwaiges Fehlverhalten einzelner Bediensteter.
Die Mitglieder der Kommission werden durch gesondertes Schreiben bevollmächtigt:
alle im Rahmen ihres Auftrages relevanten Unterlagen bei den staatlichen und kommu-
nalen Dienststellen, bei letzteren über das Sächsische Staatsministerium des Innern als
oberste Katastrophenschutzbehörde, einzusehen und Duplikate zu fertigen,
bei allen Bediensteten der staatlichen und kommunalen Dienststellen, deren Tätigkeits-
feld für den Untersuchungsauftrag der Kommission relevant ist, Auskünfte einzuholen -
bei den kommunalen Dienststellen über das SMI als oberste Katastrophenschutzbehör-
de,
bei einzelnen Gemeinden und Wasseranrainern um Auskunft zur Warnung beim August-
hochwasser 2010 zu bitten,
Fachexperten in die Bewertung der Schlussfolgerungen und Vorschläge zur Überwin-
dung etwaiger Schwachstellen einzubeziehen.
6

1.3 Untersuchungsmethode
Die Arbeit der Kommission stützt sich gemäß ihres Auftrages und ihrer Vollmacht auf drei
Komponenten:
die Anhörung der für den Hochwasser- und Katastrophenschutz maßgeblichen Verant-
wortungsträger (Interview),
die Beiziehung und Auswertung schriftlicher Unterlagen (Einsatztagebücher, Katastro-
phenschutzpläne, Dienstvorschriften, statistische Erhebungen u. a.),
die Bewertung der festgestellten Sachverhalte.
Die Kommission hat ihre Recherchen zunächst in den hauptsächlich zuständigen Ministerien
- dem Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und dem Staatsministerium
des Innern (SMI) - durchgeführt, dann auf die Landesdirektionen Dresden und Chemnitz
erweitert, die für das Meldesystem maßgeblichen staatlichen Dienststellen und Behörden
einbezogen, alle für die Ereignisschwerpunkte zuständigen Landratsämter bzw. die Stadt-
verwaltung Chemnitz als untere Wasser- und Katastrophenschutzbehörde kontaktiert und
schließlich die Recherchen bei den Verantwortlichen besonders stark vom Hochwasser be-
troffener Gemeinden fortgesetzt. Gleichfalls wurden zwei schwer betroffene Unternehmen
aufgesucht.
Die Erhebung der Kommission konzentrierte sich auf die Ereignisschwerpunkte
Würschnitz/Chemnitz, Sebnitz/Kirnitzsch, Spree und Lausitzer Neiße und dabei auf den Zeit-
raum vom Entstehen bis zum Abklingen der Flut, insgesamt auf die Zeit vom 3. bis zum
19. August 2010.
Schließlich hat der Sächsische Landkreistag das Anliegen der Kommission aufgegriffen und
die sächsischen Landkreise zu einem Erfahrungsaustausch mit der Kommission am
23. November 2010 geladen, an der alle sächsischen Landkreise teilnahmen.
Um die Erwägungen der Kommission hinsichtlich der Verbesserung der Hochwasserwar-
nungen und ihrer Erweiterung auf die Frühwarnung aus Regen weiterzuführen, wurde ein
Expertengespräch mit Vertretern von drei Universitäten, dem Deutschen Wetterdienst, in der
Sache erfahrenen Ingenieurbüros und weiteren Fachexperten aus der sächsischen Umwelt-
verwaltung für den 25. November 2010 in der Sächsischen Staatskanzlei organisiert. Dieser
Workshop mit insgesamt 22 Teilnehmern hat erheblich zur Meinungsbildung der Kommissi-
on beigetragen.
7

Verzeichnis der geführten Interviews vom 27. September 2010 bis 10. November 2010
Staatliche Dienststellen und Staatsbetriebe
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Landesdirektion Dresden
Landesdirektion Chemnitz
Landestalsperrenverwaltung
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
Deutscher Wetterdienst, Regionalzentrale Leipzig
Landkreisverwaltungen
Landkreisverwaltung Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Landkreisverwaltung Erzgebirgskreis
Landkreisverwaltung Bautzen
Landkreisverwaltung Görlitz
Sächsischer Städte- und Gemeindetag e. V.
Stadt- und Gemeindeverwaltungen
Stadtverwaltung Chemnitz, kreisfreie Stadt
Stadtverwaltung Sebnitz
Gemeindeverwaltung Malschwitz
Stadtverwaltung Zittau
Gemeindeverwaltung Jahnsdorf
Stadtverwaltung Schirgiswalde
Stadtverwaltung Bautzen
Stadtverwaltung Bad Schandau
Stadtverwaltung Görlitz
Stadtverwaltung Ostritz
Unternehmen
Fit GmbH Hirschfelde
Bombardier Transportation GmbH Bautzen
Erfahrungsaustausch beim Sächsischen Landkreistag e. V. am 23. November 2010
mit insgesamt 21 Teilnehmern, vertreten waren alle zehn sächsischen Landkreise
8

Workshop Hochwassermeldesysteme
am Donnerstag, 25. November 2010, in der Sächsischen Staatskanzlei
Themen:
Wettervorhersage, Frühwarnung aus Regen, Sturzfluten, Hochwasservorhersage
Teilnehmende Institutionen:
Technische Universität Dresden
Universität Leipzig/Deutsches Komitee Katastrophenvorsorge e. V.
Ruhr-Universität Bochum
Deutscher Wetterdienst, Regionalzentrale Leipzig
Dr. Dittrich & Partner Hydro-Consult GmbH, Bannewitz
Hydrotec Ingenieurgesellschaft für Wasser und Umwelt mbH, Aachen
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit
Landeshochwasserzentrum
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen
Kommission Hochwassermeldesysteme
9

10

2
Augusthochwasser 2010
2.1
Zusammenfassende Ereignisdarstellung
Extreme Niederschläge um den 7. August 2010 haben im Freistaat Sachsen eine Hochwas-
serkatastrophe erzeugt, die, gemessen an den Schäden, als zweites großes Hochwasserer-
eignis nach der Flutkatastrophe vom August 2002 rangiert.
Die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) verwendeten um den 6. und
7. August 2010 Begriffe, wie „in Dauerregen eingelagerter Starkregen“ und „extrem ergiebi-
ger Dauerregen“. Schwerpunkte des Geschehens waren der Raum Chemnitz mit den Ge-
wässern Würschnitz, Zwönitz und Chemnitz, das Gebiet der rechtselbigen Sächsischen
Schweiz mit den Gewässern Kirnitzsch, Sebnitz und Polenz, das Spreegebiet und die Lau-
sitzer Neiße mit der Mandau. Die Charakteristik des Hochwasserereignisses um den
7. August 2010 ist von einem sprunghaften Anstieg der Wasserführung in den Gewässern
gekennzeichnet. Innerhalb weniger Stunden erreichten die Gewässer extreme Höhen, wobei
die bisherigen beobachteten höchsten Hochwässer zum Teil erheblich überschritten wurden.
Im tschechischen Einzugsgebiet der Lausitzer Neiße haben die gemessenen Niederschläge
teilweise die bisher beobachteten Höchstwerte übertroffen. Die Dramatik an der Neiße ver-
schärfte sich durch einen Dammbruch am Kristýnasee auf tschechischem Gebiet nahe Zittau
und weiter ganz erheblich durch den Bruch der Talsperre Niedow/Witka auf polnischem Ge-
biet nahe Görlitz.
Im August 2010 kamen infolge Hochwasser in Sachsen vier Personen zu Tode. In der Spitze
des Ereignisses am 7. und 8. August 2010 waren 3.529 Einsatzkräfte aus Feuerwehren,
Katastrophenschutzeinheiten, des Technischen Hilfswerkes sowie der Landes- und Bundes-
polizei im Einsatz. Ca. 2.000 Menschen wurden am 7. und 8. August 2010 evakuiert, über-
wiegend entlang der Neiße vom Wohngebiet Zittau-Ost über Drausendorf, Hirschfelde,
Ostritz, Hagenwerder, eine Klinik in Rothenburg und ein Behindertenheim in Klein Priebus,
Sagar u. A. Mehrere Personen musste die Bundespolizei mit Hubschraubern aus lebensbe-
drohlichen Situationen retten, weitere wurden per Boot und Landfahrzeugen gerettet, insge-
samt ca. 200 Personen. Die vorhandene Infrastruktur war mancherorts erheblich beeinträch-
tigt. Allein in Chemnitz kam es zum Stromausfall für ca. 8.000 Haushalte. In Görlitz war zeit-
weise die öffentliche Trinkwasserversorgung unterbrochen (Quelle: Beschreibung Einsatz-
geschehen des SMI, Feuerwehr10/10, Sächsische Zeitung, Bericht Landkreis Görlitz). Die
Talsperre Bautzen hat die extreme Hochwasserwelle aus der oberen Spree nachweislich
vermindert und Schlimmeres für den Unterlauf verhindert.
Die Schäden des Augusthochwassers 2010 belaufen sich nach vorläufiger Ermittlung auf
insgesamt 866,5 Mio. EUR. 161,2 Mio. EUR entfallen auf Wohngebäude, 203,7 Mio. EUR
auf Unternehmen, 14,5 Mio. EUR auf Kulturgüter und 22,0 Mio. EUR auf Schulen, Kranken-
häuser sowie Kitas (Quelle: SMI).
Der rasante Wasseranstieg in den Gewässern, augenfällig in den Pegelaufzeichnungen (vgl.
Ziff. 2.3), war nach Augenzeugen- und Behördenberichten in den geführten Interviews der
Kommission kennzeichnend für das Gesamtgeschehen, beginnend in Gräben, kleinsten
Wasserläufen, auf den bebauten und unbebauten Flächen: „Wasser schoss aus dem Wald,
kam von Feldern und Wiesen und war auf einmal überall, und es goss weiter wie aus
Eimern.“ Diese Beschreibung ist kennzeichnend für eine Sturzflut mit wild abfließendem
Wasser auf der Fläche. Wie auch im Gebiet der Chemnitz besonders deutlich, sind derartige
Ereignisse örtlich begrenzt und müssen in ihrer Folge noch nicht zu einem Extremhochwas-
ser in einem größeren Wasserlauf führen.
11

Die Charakteristik des Geschehens wird auch in der Gebietskulisse der vom Augusthoch-
wasser 2010 betroffenen Gemeinden deutlich. Gemeinden, an deren Gewässern bzw.
Hochwassermeldepegeln im August keine hohe Wasserführung zu verzeichnen war, haben
dennoch über Schäden berichtet, weil die voran beschriebenen und von einem Hochwasser
in einem Gewässer zu unterscheidenden Unwetterereignisse sehr wohl erhebliche Schäden
verursacht haben. Für Überlegungen zu einem erfolgreichen Warn- und Meldesystem ist
diese Unterscheidung von Hochwasser - Schadwirkungen durch ausuferndes Gewässer -
und Wasserschäden durch Unwetter von erheblicher Bedeutung.
Starke Niederschläge traten wiederholt um den 15. und 16. August 2010 auf. Das folgende
Hochwasserereignis erreichte aber nicht die Dramatik und extremen Werte der ersten
Augustdekade.
Die folgenden Karten zeigen die Hochwassermeldepegel und Gewässerabschnitte, an
denen die Alarmstufen (AS) 3 bzw. 4 im August 2010 überschritten worden sind, und die
Gebietskulisse der vom Hochwasser betroffenen Gemeinden.
______
Bild 2.1 - 1: Hochwassermeldepegel und Gewässerabschnitte mit AS 3 und 4
Bild 2.1 - 2: Gebietskulisse der vom Hochwasser betroffenen Gemeinden
12

image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
_
o$"-
9o
ì9
4
Á
ò
¿;
¡S VJ rd::¡l.Lbá
s'
.¿
j
-r!{
ã'-
^",í*ê
a
/4n
Ebssb?l\
al!
.-i
ð
,r*;*"*"rs
Of
.d"*
no".*r"r""$x
ì'oJ
h".
\'ê-%
+
o
.N.
I
ç.
Ç
t
ì
Herausgeber:
Sächsisches l-andesamt
für Umwelt,
Landw¡rtschaf t
und Geologie
Beàrbeitung:
Säçhsisches l.andesamt
für
Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie
Abteilurìg 4,
Wassèr,
Boden, Wèrtstoffe
R€fêrat 45,
Lând€shochwasserzentrum,
Gewåsserkunde
Datongrundla0e: Fãohdaten
LruLG
Bearbe¡tu
ngsstan
d: 1
0l2O1O
Geobasisdaten: O 2010,
Stâatsbetrieb Geoóasiòinformation und Vermessung Sachsên
Hochwasser
August 20'10
Wasseistand
O
Alarmstufe
I
(Meldedienst)
überschritten
O
Alarmstufe
2
(Kontrolldienst)
überschritten
Alarmstufe 3
(Wachdienst)
t¡berschritten
t
Alarmstufe 4
(Hochwasserabwehr)
überschritten
a
keine Alarmstufê überschdtten
betroffenèr Gewässe¡abschnJtt, laut HVVMO
Rlchtwert der
r
Alarmstufe 3
(Wachdienst)
überschritten
rlr
Alarmstufe 4
(Hochwasserabwehr)
ü berschritten
Fließgewässer
'"-Elbe
1, Ordnuñg
2. Oidhung
'i
..
i
Standgewässer
f]
Kreisgrenze
1:600.000
048162432
Kilometer
Rlchtwert iler
Einzugsgebiete
Eger
(Ohre)
I
Pozen
(Ploucnice)
.
Elbe
Schwarze Elster
Zwickauer
Mulde
:
Freiberger Mulde
.:
'
Vere¡nigte Mulde
f
saate
We¡ße Elster
_'
Spree
Lauõitzer Neiße
13

14

ELBE
Müglitz
Zschopau
Freiberger
Mulde
Zwickauer
Mulde
Mulde
ELBE
Gottleuba
Bobritzsch
Triebisch
Große
Striegis
Chemnitz
Flöha
Zschopau
Schw.Pockau
Zwickauer
Mulde
Schwarzwasser
Pleiße
Pleiße
Weiße
Elster
Parthe
Große
Röder
Spree
Schw.
Elster
Neiße
Weiße
Elster
Freiberger
Mulde
Rote
Weißeritz
Döllnitz
Wilde
Weißeritz
Schw.
Schöps
Weißer
Mandau
Wesenitz
Polenz
Pließnitz
Lungwitzbach
Zwönitz
Würschnitz
Chemnitz
Leipzig
Dresden
Lohsa
Boxberg/O.L.
Laußig
Plauen
Spreetal
Löbau
Torgau
Zittau
Zwickau
Frohburg
Elsterheide
Penig
Großenhain
Trossin
Belgern
Borna
Dahlen
Görlitz
Mockrehna
Pirna
Riesa
Zeithain
Glashütte
Grimma
Wermsdorf
Marienberg
Delitzsch
Wilsdruff
Altenberg
Krauschwitz
Wurzen
Stolpen
Eibenstock
Pöhl
Göda
Bautzen
Werdau
Niesky
Ostrau
Radibor
Hartha
Striegistal
Tharandt
Cavertitz
Ebersbach
Geising
Lauta
Arzberg
Groitzsch
Laußnitz
Rietschen
Schkeuditz
Hoyerswerda
Erlau
Rossau
Zwönitz
Mülsen
Horka
Oßling
Freital
Nossen
Olbernhau
Falkenhain
Oschatz
Königsbrück
Kamenz
Zschepplin
Oederan
Hohnstein
Doberschütz
Thallwitz
Guttau
Elsnig
Burgstein
Treuen
Pfaffroda
Jesewitz
Jöhstadt
Krostitz
Bad Lausick
Elstra
Neustadt i. Sa.
Elterlein
Freiberg
Sayda
Glauchau
Radeburg
Priestewitz
Schleife
Waldhufen
Löbnitz
Lommatzsch
Thiendorf
Reuth
Hainichen
Wittichenau
Zwenkau
Aue
Frauenstein
Schwepnitz
Frankenberg
Markersdorf
Eichigt
Lichtenau
Eilenburg
Neißeaue
Colditz
Klipphausen
Pockau
Mochau
Bobritzsch
Crimmitschau
Reinsberg
Lengefeld
Brandis
Großschirma
Malschwitz
Nerchau
Beilrode
Sehmatal
Bernsdorf
Döbeln
Wachau
Großdubrau
Naunhof
Machern
Hähnichen
Weißkeißel
Bennewitz
Burkau
Liebschützberg
Bockelwitz
Taucha
Seelitz
Rothen-
burg/O.L.
Strehla
Markranstädt
Mittweida
Kitzen
Neukirch
Rackwitz
Neschwitz
Bahretal
Triebischtal
Moritzburg
Hohburg
Mulda/Sa.
Dohna
Leisnig
Dippoldiswalde
Lößnitz
Kubschütz
Lengenfeld
Sosa
Meißen
Weißenberg
Arnsdorf
Neukyhna
Hochkirch
Drebach
Oderwitz
Bad Düben
Niederau
Kirchberg
Schönfeld
Mühlental
Kodersdorf
Käbschütztal
Naundorf
Liebstadt
Gohrisch
Zwota
Neukieritzsch
Halsbrücke
Kirnitzschtal
Oelsnitz/Vogtl.
Adorf/Vogtl.
Großpösna
Muldenhammer
Weißwasser/O.L.
Geithain
Königswartha
Oberschöna
Coswig
Leubnitz
Callenberg
Ostritz
Schönwölkau
Mücka
Stauchitz
Mildenau
Dreiheide
Herrnhut
Böhlen
Auerbach/
Vogtl.
Diera-Zehren
Sebnitz
Thümmlitzwalde
Wiedemar
Pulsnitz
Leubsdorf
Zöblitz
Pegau
Flöha
Neuensalz
Schöneck/Vogtl.
Schönteichen
Hohendubrau
Roßwein
Ketzerbachtal
Thum
Triebel/Vogtl.
Kreischa
Pretzschen-
dorf
Kriebstein
Hartenstein
Oybin
Wülknitz
Eppendorf
Nünchritz
Höckendorf
Vierkirchen
Crottendorf
Weischlitz
Schöpstal
Lohmen
Mügeln
Bad Brambach
Mühltroff
Bischofswerda
Eibau
Erlbach
Rabenau
Rochlitz
Röderaue
Zschadraß
Hirschstein
Brand-Erbisdorf
Bad Gottleuba-Berggießhübel
Geyer
Kitzscher
Rötha
Breitenbrunn/Erzgeb.
Lunzenau
Großharthau
Schmiede-
berg
Markneukirchen
Trebendorf
Narsdorf
Schildau, Gneisenaustadt
Parthenstein
Bösenbrunn
Radeberg
Haselbachtal
Großbothen
Klingenthal
Großtreben-Zwethau
Pausa/Vogtl.
Tauscha
Dohma
Großweitzschen
Mutzschen
Königsfeld
Burgstädt
Espenhain
Syrau
Bannewitz
Radebeul
Amtsberg
Kohren-Sahlis
Dommitzsch
Bernstadt
a. d. Eigen
Zettlitz
Rosenthal-
Bielatal
Wolkenstein
Schön-
heide
Bockau
Neuhausen/Erzgeb.
Limbach-
Oberfrohna
Elsterberg
Rodewisch
Cunewalde
Waldheim
Bad Schandau
Stützengrün
Trebsen/Mulde
Reichenbach/O.L.
Fraureuth
Claußnitz
Markkleeberg
Wilthen
Stollberg/Erzgeb.
Struppen
Schlettau
Zinna
Sornzig-Ablaß
Müglitztal
Zschopau
Meerane
Steinberg
Zschorlau
Geringswalde
Reinsdorf
Otterwisch
Langenbernsdorf
Dorfchemnitz
Rosenbach
Waldenburg
Mittel-
herwigsdorf
Kreba-Neudorf
Lichtentanne
Lauter/Sa.
Quitzdorf am See
Nauwalde
Werda
Zwochau
Bad Elster
Rechenberg-Bienenmühle
Neumark
Wildenfels
Remse
Schneeberg
Steina
Doberschau-
Gaußig
Mehltheuer
Ohorn
Ralbitz-Rosenthal
Belgershain
Schwarzenberg/
Erzgeb.
Lampertswalde
Hirschfeld
Wechselburg
Gablenz
Wiednitz
Weißig a. Raschütz
Sohland a. d. Spree
St. Egidien
Großröhrsdorf
Weinböhla
Berthelsdorf
Tirpersdorf
Königshain
Raschau-
Markersbach
Glaubitz
Schmölln-
Putzkau
Crinitzberg
Oberwiesenthal, Kurort
Groß-
schönau
Lawalde
Falkenstein/
Vogtl.
Dürrröhrsdorf-
Dittersbach
Borsdorf
Nebelschütz
Limbach
Frankenstein
Lichtenberg/Erzgeb.
Großhartmannsdorf
Augustus-
burg
Ottendorf-
Okrilla
Oelsnitz/Erzgeb.
Ziegra-Knobelsdorf
Regis-Breitingen
Leuben-Schleinitz
Leutersdorf
Königswalde
Johanngeorgenstadt
Schönberg
Burkhardtsdorf
Großolbersdorf
Crostwitz
Jahnsdorf/
Erzgeb.
Großrückerswalde
Königshain-Wiederau
Oberwiera
Annaberg-Buchholz
Bad
Muskau
Niederwiesa
Demitz-Thumitz
Reinhardtsdorf-Schöna
Olbersdorf
Langenweißbach
Reichenbach
im Vogtl.
Borsten-
dorf
Niederdorf
Heidenau
Neukirch/
Lausitz
Gelenau/Erzgeb.
Groß Düben
Theuma
Heinsdorfergrund
Lichtenberg
Großhennersdorf
Gornau/Erzgeb.
Seifhennersdorf
Panschwitz-Kuckau
Dennheritz
Grünhain-Beierfeld
Puschwitz
Mühlau
Hainewalde
Oberlungwitz
Altmittweida
Gersdorf
Gröditz
Crostau
Bad Schlema
Zschaitz-Ottewig
Bergen
Weißen-
born/
Erzgeb.
Königstein/
Sächs. Schw.
Thermalbad
Wiesenbad
Großnaundorf
Bertsdorf-
Hörnitz
Neusalza-
Spremberg
Niederstriegis
Netzschkau
Mylau
Hermsdorf/Erzgeb.
Porschdorf
Grünbach,
Höhenluftkurort
Falkenau
Hartmannsdorf-
Reichenau
Oppach
Neukirchen/
Erzgeb.
Ebersbach/Sa.
Grünhainichen
Räckelwitz
Sohland
a. Rotstein
Obergurig
Hartmannsdorf b. Kirchberg
Lichtenstein/Sa.
Rammenau
Hormers-
dorf
Schönau-
Berzdorf
a. d. Eigen
Steinigt-
wolmsdorf
Obercunnersdorf
Elstertrebnitz
Wilkau-Haßlau
Ehrenfriedersdorf
Großpostwitz/
O.L.
Neukirchen/
Pleiße
Neustadt/Vogtl.
Hohenstein-Ernstthal
Auerbach
Erlbach-Kbg.
Börnichen/
Erzgeb.
Heidersdorf
Frankenthal
Dorfhain
Deutzen
Stadt
Wehlen
Bernsbach
Schönbach
Nieder-
cunnersdorf
Niederfrohna
Kirschau
Beiersdorf
Bretnig-Hauswalde
Tannenberg
Hartmanns-
dorf
Scheibenberg
Schirgiswalde
Thalheim/
Erzgeb.
Taura
b. Burgstädt
Jonsdorf, Kurort
Bären-
stein
Seiffen/
Erzgeb., Kurort
Hohndorf
Pobers-
hau
Hilbers-
dorf
Deutsch-
neudorf
Großschweidnitz
Neugersdorf
Rathen,
Kurort
Rath-
mannsdorf
Dürr-
hennersdorf
Ellefeld
Lugau/
Erzgeb.
Gornsdorf
Nieder-
würschnitz
(zu Sebnitz)
Zittau
Spree
Kleine
Spree
Schöps
Löb.
Wasser
SMI, Ref. 46
Bearbeitungsstand: 20.10.2010
Verwaltungsgrenzen : GeoSN, 2009
Gemeindegebietsstand: 01.01.2010
Flussnetz: LfUG, 2002
Gebietskulisse der von den Hochwasserereignissen
im August und September 2010
betroffenen Gemeinden im Freistaat Sachsen
(Stand 6. Oktober 2010)
von beiden Hochwasserereignissen betroffene Gemeinden
vom Septemberhochwasser betroffene Gemeinden
Sächsisches Staatsministerium des Innern
Wilhelm-Buck-Straße 2, 01097 Dresden
Postanschrift: 01095 Dresden
Tel.: 0351 564-3046 I Fax: 0351 564-3019
E-Mail: hochwasserstab@smi.sachsen.de I
www.sachsen.de
Hochwasserstab
vom Augusthochwasser betroffene Gemeinden
15

16

2.2 Meteorologische Ursachen
Meteorologische Ursache für die teilweise katastrophalen Überschwemmungen im Fluss
Chemnitz und seinen Zuflüssen (Flussgebiet der Zwickauer Mulde im Erzgebirge), den rechts-
elbigen Nebenflüssen der Elbe (Sächsische Schweiz) und in den Flussgebieten von Spree und
Neiße Anfang August 2010 war eine außergewöhnliche Wetterlage, bei der verschiedene
meteorologische Faktoren gemeinsam zu solch extremen Niederschlägen führten, wie sie zuvor
in diesen Regionen noch nicht oder nur extrem selten aufgetreten sind. Hinzu kommt, dass im
tschechischen Neißeeinzugsgebiet (Isergebirge und dessen Staulagen) und auch im polnischen
Neißeeinzugsgebiet an einzelnen Stationen die bisher höchsten gemessenen Tages-, Zwei-
tages- oder auch Stundenniederschläge überschritten worden sind.
Die meteorologische Situation Anfang August 2010 war in ihrer synoptischen Entwicklung zwar
keine klassische Vb-Lage, wies aber doch entscheidende Merkmale einer solchen Lage auf.
Zunächst war eine von der Ostsee über Polen und Tschechien bis nach Österreich verlaufende
wetteraktive (barokline) Zone vorhanden. Dabei wurde feuchtwarme Luft auf der Ostflanke die-
ses Tiefs nach Norden geführt, während über den westlichen Teilen Europas kühlere und tro-
ckenere Luft lag. Durch die Entwicklung bzw. Verstärkung eines Tiefs über Polen wurde die
feuchtwarme Luft großräumig gehoben, was zu Kondensationsprozessen und Niederschlags-
bildung führte. Die durch das Tief erzeugte (konvergente) Strömung in den unteren Schichten
sorgte außerdem für die Verstärkung der Temperaturgegensätze und die Dynamik der Prozes-
se. Wie bei der Hochwasserlage im August 2002 kam am Nordrand des Erzgebirges durch eine
Nordströmung eine Staukomponente hinzu. Diese Niederschläge wurden aufgrund des Feuch-
teangebots in der Atmosphäre und der vorhandenen Labilität (Voraussetzung für die Auslösung
von Schauern und Gewittern) zusätzlich verstärkt, was zu relativ kleinräumigen aber hohen
Niederschlagsspitzen führte.
In den Abendstunden des 6. August 2010 intensivierte sich ein Regengebiet über dem Südos-
ten Deutschlands. Es verlagerte sich dann mehr und mehr nach Sachsen und verstärkte sich
dabei erheblich. Am 7. August 2010 kamen im Dreiländereck am Morgen und am Nachmittag
eingelagerte Gewitter hinzu, die für lokale Niederschlagsspitzen örtlich bis zu 35 mm/h sorgten.
Am Abend des 7. August 2010 entspannte sich dann die Lage und das Regengebiet zog nach
Norden ab (Quelle: DWD - Stark- und Dauerniederschläge in Sachsen am 06./07.08.10).
Die Boden- und die Höhenwetterkarte 500 hpa (~ 5.500 m) (vgl. Bilder 2.2 - 1 und 2.2 - 2)
zeigen deutlich die für Vb-ähnliche Wetterlagen typische Gegenläufigkeit der Strömungsver-
hältnisse: Während in den höheren Luftschichten aus dem Mittelmeerraum feuchte und poten-
tiell instabil geschichtete Warmluft herangeführt wurde, schob sich durch die Wirkung des Tiefs
über Polen in den bodennahen Luftschichten aus nördlichen Richtungen Kaltluft darunter. Die
daraus resultierende Hebung der darüber liegenden Warmluft führte zu intensiven Regenfällen,
die durch gleichzeitige Auslösung schwerer Konvektion (eingelagerte Schauer und Gewitter-
zellen) gebietsweise noch erheblich verstärkt wurden (Quelle: DWD, Regionalzentrale Leipzig).
17

image
image
Bild 2.2 - 1:
Bodenwetterkarte Mitteleuropa vom 07.08.10 (Quelle: Berliner Wetterkarte e. V.)
Bild 2.2 - 2:
Höhenwetterkarte Europa vom 07.08.10 (Quelle: Berliner Wetterkarte e. V.)
18

image
Bei Ermittlung der über 30 Stunden akkumulierten Niederschlagsmengen vom 6. August 2010,
19:00 Uhr, bis 8. August 2010, 01:00 Uhr, zeigt sich die Dramatik des Ereignisses (vgl.
Bild 2.2 - 3):
Als Spitzenwerte sind hervorzuheben:
Bertsdorf-Hörnitz (Oberlausitz):
155 mm
Sohland/Spree (Oberlausitz):
102 mm
Lichtenhain-Mittelndorf (Sächs. Schweiz rechtselbig):
105 mm
Rosenthal-Bielatal (Sächs. Schweiz linkselbig):
96 mm
Dürrhennersdorf (Oberlausitz):
86 mm
(Quelle: DWD – Stark- und Dauerniederschläge in Sachsen am 06./07.08.10).
Bild 2.2 - 3:
Niederschlagsstationen mit 30 h–Werten (Quelle: DWD)
Nachfolgend sind Spitzenwerte akkumulierter Niederschlagsmengen über 48 Stunden vom
6. August 2010, 07:00 Uhr, bis 8. August 2010, 07:00 Uhr, weiterer Stationen aufgeführt:
Liberec (Tschechien):
165 mm
TS Stollberg:
108 mm
Chemnitz: 84 mm
(Quelle: LfULG – Monatsbericht August 2010)
Die folgenden beiden Abbildungen zeigen eindrücklich das Ergebnis nachträglicher kleinräumi-
ger Analysen der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) zur Nieder-
schlagsverteilung in den am 6. August 2010 und 7. August 2010 von starken Niederschlägen
betroffenen Einzugsgebieten der Talsperren Stollberg und Bautzen, die in die durch die Kom-
mission vertieft untersuchten Schwerpunktgebiete fallen.
19

image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
Bild 2.2 - 4:
Niederschlag-Tageswert südlich von Chemnitz (Quelle: LTV 2010)
Bild 2.2 - 5:
Niederschlag-Tageswert im Raum Bautzen (Quelle: LTV 2010)
!
(
!
(
!
(
!
(
!
(
!
(
!
(
!
(
!
(
!
(
!
(
!
(
Bautzen
Löbau
Ebersbach
Neugersdorf
Reichenbach
Sluknov
Niesky
187m³/s 07.08. 24:00Uhr
42m³/s 07.08. 16:30 Uhr
50m³/s 09.08. 02:00 Uhr
50,9m³/s 08.08. 02:00 Uhr
67,5m³/s 08.08. 10:00 Uhr
Lieske
Gröditz
Bautzen UP
Großschweidnitz
Bautzen-Weite-Bleiche
Legende
Niederschlag
bis 25mm
bis 45mm
bis 65mm
bis 95mm
Tagesniederschlag vom 07.08.2010
20

image
Nach kurzer Wetterberuhigung zogen Mitte August 2010 von Süden neue Niederschläge heran,
die zu einem Tief gehörten, das von den Alpen nach Polen nordwärts zog. Vom 14. bis
16. August 2010 kam es erneut zu ergiebigen Regenfällen. Dies geschah vor allem in Ost- und
in Westsachsen und im tschechischen Einzugsgebiet der Neiße, was in einigen Gewässern
insbesondere in Ostsachsen zu einem zweiten Hochwasserscheitel führte (Quelle: LfULG -
Monatsbericht August 2010).
2.3 Hydrologischer Verlauf
Die hydrologischen Verhältnisse im August 2010 hat das LfULG im „Gewässerkundlicher Mo-
natsbericht August 2010“ umfassend dargestellt.
Den extremen Dauer- und Starkregenereignissen folgte ein rasanter Anstieg der Wasserfüh-
rung in den Gewässern. Vorregen schon aus der besonders feuchten zweiten Julihälfte 2010,
erhebliche Niederschläge in den ersten Augusttagen und damit Vorfeuchte des Bodens und
Vernässung bereiteten diesen rasanten Anstieg vor. Die Verknüpfung von Regen und Wasser-
anstieg ist in zwei Bildern zur Würschnitz am Pegel Jahnsdorf deutlich gemacht (vgl. Bilder
2.3 - 1 und 2.3 - 2). Der Wasseranstieg zeigt sich hier in direkter und kürzester Folge zum Nie-
derschlag, gemessen an der Talsperre Stollberg, gelegen an einem Zufluss zur Würschnitz.
Bild 2.3 - 1:
Vorregen an der Niederschlagsmessstelle der Talsperre Stollberg (Quelle: LTV)
21

image
image
image
image
Zusammenhang zwischen Niederschlag und
Wasserstandsentwicklung in der Würschnitz
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
220
240
260
06.08.2010
05:00
06.08.2010
10:00
06.08.2010
15:00
06.08.2010
20:00
07.08.2010
01:00
07.08.2010
06:00
07.08.2010
11:00
07.08.2010
16:00
Wasserstand am Pegel Jahnsdorf in cm
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
110
Niederschlagssumme in mm
Pegelstand Jahnsdorf / Würschnitz in cm
Niederschlagssumme an der TS Stollberg in mm
53 mm
Niederschlag
in 6 Nacht-Std.
14 mm
Niederschlag
in 3 Std.
19 mm
Niederschlag
in 5 Std.
Bild 2.3 - 2:
Niederschlag Talsperre Stollberg und Ganglinie Pegel Jahnsdorf/Würschnitz (Quelle: LTV)
Bis auf das Gebiet der Chemnitz, wo die Gewässer schon am 6. August 2010 eine erhöhte
Wasserführung nahe der Alarmstufe 1 aufwiesen, befanden sich in den übrigen Ereignis-
schwerpunkten die Gewässer im Mittelwasserbereich, d. h. bei langjährigen Normalwerten weit
unter den Richtwerten der Alarmstufe 1. Beispielhaft soll das für die Mandau am Pegel Groß-
schönau 2 gezeigt werden (vgl. Bild 2.3 - 3). Aus einem Mittelwasserstand von 24 cm Pegelhö-
he schießt die Mandau am 7. August 2010 in wenigen Stunden auf einen Höchststand gegen
17:30 Uhr von 351 cm. Dieser Wellenscheitel brauchte nur eine Stunde bis in das Stadtgebiet
von Zittau. Auf die Darstellung der Ganglinien an ausgewählten Hochwassermeldepegeln in
Ziff. 3.3 (vgl. Bilder 3.3 - 1 bis 3.3 - 4) wird verwiesen.
22

Wasserstände Pegel Großschönau 2 / Mandau im August 2010
0
50
100
150
200
250
300
350
400
06.08.2010 00:00
06.08.2010 04:00
06.08.2010 08:00
06.08.2010 12:00
06.08.2010 16:00
06.08.2010 20:00
07.08.2010 00:00
07.08.2010 04:00
07.08.2010 08:00
07.08.2010 12:00
07.08.2010 16:00
07.08.2010 20:00
08.08.2010 00:00
08.08.2010 04:00
08.08.2010 08:00
08.08.2010 12:00
08.08.2010 16:00
08.08.2010 20:00
09.08.2010 00:00
09.08.2010 04:00
09.08.2010 08:00
09.08.2010 12:00
09.08.2010 16:00
09.08.2010 20:00
10.08.2010 00:00
10.08.2010 04:00
10.08.2010 08:00
10.08.2010 12:00
10.08.2010 16:00
10.08.2010 20:00
11.08.2010 00:00
11.08.2010 04:00
11.08.2010 08:00
11.08.2010 12:00
11.08.2010 16:00
11.08.2010 20:00
12.08.2010 00:00
12.08.2010 04:00
12.08.2010 08:00
12.08.2010 12:00
12.08.2010 16:00
12.08.2010 20:00
13.08.2010 00:00
13.08.2010 04:00
13.08.2010 08:00
13.08.2010 12:00
13.08.2010 16:00
13.08.2010 20:00
14.08.2010 00:00
14.08.2010 04:00
14.08.2010 08:00
14.08.2010 12:00
14.08.2010 16:00
14.08.2010 20:00
15.08.2010 00:00
15.08.2010 04:00
15.08.2010 08:00
15.08.2010 12:00
15.08.2010 16:00
15.08.2010 20:00
16.08.2010 00:00
16.08.2010 04:00
16.08.2010 08:00
16.08.2010 12:00
16.08.2010 16:00
16.08.2010 20:00
17.08.2010 00:00
Wasserstand in cm
Großschönau 2
AS1 = 140 cm
AS2 = 170 cm
AS3 = 200 cm
AS4 = 230 cm
Bild 2.3 - 3:
Ganglinie Pegel Großschönau 2/Mandau (Quelle: LfULG)
Aus der folgenden Tabelle (Tabelle 2.3 - 4) der Hochwässer vom August 2010 werden die
Scheitelwerte über den Alarmstufen 3 bzw. 4 und, anhand der Scheitelwerte, der zeitliche Ver-
lauf der Hochwasserereignisse deutlich.
An der Würschnitz im Chemnitzgebiet sind die bisher bekannten Hochwässer leicht überschrit-
ten worden. Im übrigen Chemnitzgebiet wurden sie nicht erreicht. Dagegen sind die bisher be-
kannten höchsten Hochwässer an Landwasser, Mandau und Neiße deutlich und an der Oberen
Spree und den Gewässern des östlichen Elbsandsteingebirges erheblich überschritten worden.
Für das Lausitzer Bergland mit dem angrenzenden östlichen Elbsandsteingebirge und dem
Zittauer Gebirge - und gleichfalls in östlicher Fortsetzung dem Isergebirge - hat das Hoch-
wasserereignis vom 7. August 2010 für die einzelnen Gewässer die bisherigen aufgezeichneten
Hochwässer deutlich übertroffen und gilt somit fortan als das höchste Hochwasser HHW (Was-
serstand) bzw. HHQ (Abflussmenge).
Für die Oberlausitz wird das Hochwasserereignis vom August 2010 als die bisher größte regio-
nale Flutkatastrophe gelten.
23

Tabelle 2.3 - 4:
Hochwasser in sächsischen Wasserläufen im August 2010 über Alarmstufe 3
Hochwasserscheitel August 2010
Höchstwert vor
August 2010
Flussgebiet
Gewässer
Pegelname
Wasser-
stand
[cm]
Alarm-
stufe
Zeit
[Datum 2010 -
Uhrzeit]
HHW (Jahr)
[cm]
Nebenflüsse der Elbe
Kirnitzsch Lichtenhain (ca. 300)
4
07.08. -
Sebnitz Sebnitz 2 323
4
07.08. - 21:15 158 (1993)
Polenz Neustadt 1 195
4
07.08. - 18:45 184 (1995)
Biela Bielatal 1 159
3
07.08. - 15:15 173 (2002)
Wesenitz Bischofswerda 1 205
3
08.08. - 03:00 -
Wesenitz Elbersdorf 256
3
16.08. - 00:00 275 (1956)
Schwarze Elster
Schwarze Elster
Kamenz
149
3
08.08. - 03:45
170 (1981)
Hoyerswerdaer
Schwarzwasser
Zescha 210
4
16.08. - 15:00 244 (1981)
Große Röder
Radeberg
150
3
07.08. - 22:00
270 (1926)
Mulden
Zwickauer Mulde
Zwickau-Pöblitz
377
3
07.08. - 12:15
478 (1954)
Zwickauer Mulde
Wolkenburg
456
3
07.08. - 19:45
605 (2002)
Zwickauer Mulde
Wechselburg 1
416
3
07.08. - 22:15
597 (2002)
Chemnitz Chemnitz 1 355
4
07.08. - 13:45 401 (2002)
Zwönitz Burkhardtsdorf 2 270
4
07.08. - 10:00 331 (2002)
Würschnitz Jahnsdorf 1 254
4
07.08. - 06:45 250 (2002)
Weiße Elster
Pleiße Neukirchen 1 251
3
12.08. - 13:00 270 (2002)
Spree
Spree Schirgiswalde (ca. 566)
4
07.08. 462 (1981)
Spree
Bautzen -
Weite Bleiche
439
4
07.08. - 23:45
370 (1981)
Spree Bautzen UP1 147
3
08.08. - 10:30 260 (1981)
Spree Lieske 522
3
09.08. - 09:30 620 (1981)
Löbauer Wasser
Großschweidnitz
242
4
07.08. - 16:15
229 (1995)
Löbauer Wasser
Gröditz 1
277
3
08.08. - 04:15
-
Schwarzer Schöps
Krobnitz
291
4
07.08. - 20:15
-
Schwarzer Schöps
Jänkendorf
205
4
08.08. - 09:15
260 (1981)
Weißer Schöps
Holtendorf
250
3
07.08. - 21:15
286 (1981)
Lausitzer Neiße
Lausitzer Neiße
Zittau 1
492
4
07.08. - 20:30
410 (1958)
Lausitzer Neiße
Görlitz
707
4
08.08. - 07:15
678 (1981)
Mandau Großschönau 2 351
4
07.08. - 17:30
268 (alter Pegel)
(1981)
Landwasser Niederoderwitz 218
4
07.08. - 17:30 184 (1995)
Pließnitz Rennersdorf 3 311
3
07.08. - 20:45 409 (1981)
(Quelle: LfULG, Ref. 45)
24

2.4
Talsperren und Speicher
Beim Augusthochwasser 2010 waren die Talsperren Bautzen, Quitzdorf und Stollberg im
Brennpunkt der Betrachtungen. Im Einzugsgebiet der Spree und der Schwarzen Elster sind zur
Entschärfung der Hochwassersituation Teilabflüsse in die Tagebaue eingeleitet worden.
An der Talsperre Bautzen (Spree) sprang in den frühen Morgenstunden des 8. August 2010
nach stufenweiser Erhöhung der Abgabe über die Grundablässe der Überlauf über die Hoch-
wasserentlastungsanlage an. Das führte dazu, dass unterhalb der Talsperre Bautzen kurzzeitig
die Alarmstufe 3 überschritten wurde. Ein Problem bestand darin, dass Meldungen kursierten,
die Talsperre Bautzen werde entlastet, weil der Damm nicht standfest sei. Diese Meldung war
definitiv falsch.
An der Talsperre Quitzdorf (Schwarzer Schöps) kam es zur Abgabenerhöhung über den
Grundablass, die Hochwasserentlastungsanlage ging nicht in Betrieb. Die Schutzwirkung der
Talsperre war erheblich (vgl. Tabelle 2.4 - 3).
Bei Hartau, südlich von Zittau, brach in Tschechien in den frühen Abendstunden des
7. August 2010 der Damm zwischen Kristýnasee und Neiße, so dass aus dem höher gelegenen
Kristýnasee zusätzliches Wasser in die Neiße floss (Quelle: SV Zittau, Feuerwehr 10/10, LRA
Görlitz).
Der Pegel Görlitz an der Lausitzer Neiße stieg am 7. August 2010 zwischen 20:00 Uhr und
23:00 Uhr um ca. 4 m und erreichte mit 7,07 m seinen historischen Höchststand. Mit verursacht
wurde dieser rasante Pegelanstieg durch einen Bruch der Staumauer des polnischen Witka-
Stausees gegen 18:00 Uhr am 7. August 2010.
Gegen 22:00 Uhr überströmte die Lausitzer Neiße linksseitig den Deich zum Berzdorfer See
(stromaufwärts von Görlitz) und ca. 5 Mio. m³ flossen in den Tagebaurestsee (Quelle: Gemein-
samer polnisch-deutsch-tschechischer Bericht zum Hochwasser vom 7. bis 10. August 2010 an
der Lausitzer Neiße als Bestandteil der vorläufigen Risikobewertung gemäß Artikel 4 der Hoch-
wasserrisikomanagementrichtlinie [2007/60/EG] vom Oktober 2010).
Die Talsperre Stollberg liegt im Einzugsgebiet der Würschnitz und hat ein Einzugsgebiet von
5 km
2
. Mit der Talsperre wird nur 1 % des Einzugsgebietes der Chemnitz bewirtschaftet (vgl.
Angaben zur Talsperre Stollberg unter Ziff. 4.4). Wegen der schnellen Pegelanstiege von
Würschnitz und Chemnitz war zunächst vermutet worden, dass die Talsperre Stollberg dafür die
Ursache gesetzt hat. Dieser Verdacht hat sich aber eindeutig als falsch erwiesen.
Die sächsischen Talsperren, Speicher und Rückhaltebecken haben auch während des
Augusthochwassers 2010 ihre Wirksamkeit für einen effektiven Hochwasserschutz unter Be-
weis gestellt (vgl. Bild 2.4 - 1).
25

image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
Bild 2.4 - 1:
Übersicht über Stauanlagen der LTV (Quelle: LTV)
Während der ersten Hochwasserwelle im August sind in den Stauräumen ca. 20,5 Mio. m
3
und
bei der zweiten Hochwasserwelle ca. 13,0 Mio. m
3
, d. h. insgesamt 33,5 Mio. m
3
, zurückgehal-
ten worden (Quelle: LTV). Die in den sächsischen Talsperren nach dem Augusthochwasser
2002 vorgenommene Vergrößerung der Hochwasserschutzräume hat bei diesem Ereignis die
Schutzwirkung deutlich erhöht. Auch wenn bei vollständiger Füllung des Stauraumes während
des Hochwassers die Stauanlage übergelaufen ist, ergab sich eine zum Teil erhebliche Ver-
minderung und Verzögerung im Abfluss des Hochwassers nach unterhalb der Sperrstelle. So
hat die Talsperre Bautzen die zulaufende Hochwasserwelle aus der oberen Spree von 187 m
3
pro Sekunde Wasser in der Spitze auf 67 m
3
pro Sekunde für den Unterlauf vermindert. Das
bedeutet eine Kappung des Hochwasserscheitels um 67 %. Während des Hochwassers erfolg-
te der geordnete Überlauf der Talsperre über die Hochwasserentlastungsanlage nach unterhalb
(Quelle: LTV, vgl. Bild 2.4 - 2 und Tabelle 2.4 - 3). Die Verzögerung der Hochwasserspitze für
den Unterlauf betrug ca. 10 Stunden. Diese Verzögerung bedeutete für die Warnung der Ge-
meinden und Wasseranrainer und für die Vorbereitung von Schutzmaßnahmen an den Wasser-
läufen unterhalb einen wertvollen Zeitgewinn.
26

Hochwasser 2010
Zufluss zur TS Bautzen
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
07.08.2010 11:00
07.08.2010 23:00
08.08.2010 11:00
08.08.2010 23:00
09.08.2010 11:00
Zeit
Durchfluss in m³/s
Abgabe
Zufluß ng.
Bild 2.4 - 2:
Abflussreduzierung durch Talsperre Bautzen (Quelle: LTV)
Tabelle 2.4 - 3:
Wirkung der Talsperren und Speicher der LTV im Betrieb Spree/Neiße
Stauanlage Ereignis
max.
Zufluss am
Zufluss-
pegel
in m
3
/s
max.
Zufluss zur
Sperrstelle
in m
3
/s
max.
Abgabe
in m
3
/s
Scheitel-
red.
in %
Scheitel-
ver-
zögerung
in h
Einstau-
volumen
in Mill. m
3
Talsperre
Bautzen
08.08.10 ca. 187
(1)
ca.
200
(1)
ca.
67 67 10 7,12
16.08.10 ca. 83
(2)
-
ca. 18 78 - 1,629
Talsperre
Quitzdorf
08.08.10 ca. 14
(3)
ca.
19
(3)
ca.
5 74 - 1
Speicher
Knappenrode
(4)
08.08.10 - - - - - 0,23
16.08.10 - - - - - 0,788
Speicher
Lohsa I
(4)
08.08.10 - - - - - 0,134
16.08.10 - - - - - 0,2
HRB Göda
(5)
08.08.10
-
ca. 3,9
ca. 3,6
7
-
0,24
16.08.10
-
ca. 5,7
ca. 3,4
40
-
0,16
(1)
Rückrechnung über rekursive Retention, Rechnung konnte bisher nicht qualifiziert werden
(2)
Datenübertragungsausfall am Pegel Weite Bleiche, Zufluss höchstwahrscheinlich größer
(3)
Datenübertragungsausfall Pegel Jänkendorf, durch Zwischeneinzugsgebiet Gesamtzufluss höchstwahrscheinlich
größer
(4)
Speicher im Nebenschluss, Zuleitung nach Bedarf im Unterlauf
(5)
Hochwasserrückhaltebecken
(HRB) → keine Zufluss- und Abgabemessung; Rückrechnung über Beckenpegel
(Werte nur Ablesewerte vor Ort)
(Quelle: LTV)
27

28

3
Der Hochwassernachrichten- und Alarmdienst im August 2010
3.1 Rechtsgrundlagen
Unmittelbare Rechtsgrundlage für den Hochwassernachrichten- und Alarmdienst im August
2010 waren die
- Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft über den
Hochwassernachrichten- und Alarmdienst im Freistaat Sachsen (HWNAV)
vom 17. August 2004, (SächsGVBl. S. 472), geändert durch Verordnung vom
26. Juni 2008 (SächsGVBl. S. 452)
- Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft
zum Hochwassernachrichten- und Alarmdienst im Freistaat Sachsen (Hochwassermelde-
ordnung – VwV HWMO)
vom 17. August 2004 (SächsABI. SDr. S 554) geändert durch die Verwaltungsvorschrift vom
8. Juli 2008 (SächsABl. SDr. S. S 450)
(vgl. Anhang).
Ermächtigungsgrundlage für die HWNAV ist das
-
Sächsisches Wassergesetz (SächsWG)
in der Fassung der Bekanntmachung vom 18. Oktober 2004, (SächsGVBl. S. 482),
zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 23. September 2010,
(SächsGVBl. S. 270)
Die Neufassung des Sächsischen Wassergesetzes vom 18. Oktober 2004 hatte als Reaktion
auf das Hochwasserereignis von 2002 einen eigenen 8. Teil „Besondere Bestimmungen für den
Hochwasserschutz“ aufgenommen.
Die HWNAV und die VwV HWMO regeln die Begrifflichkeit, die Organisation und Zuständigkeit,
die Flussgebiete als Warngebiete, die Meldewege und Formate der Hochwassernachrichten,
die Hochwassermeldepegel mit zugeordneten Alarmstufen, die Meldewege und Empfänger bis
auf Gemeindeebene, die Benachrichtigung der Öffentlichkeit und anderes mehr. Als Hochwas-
sernachrichten werden definiert:
a) Hochwassereilbenachrichtigung
b) Hochwasserwarnung
c) Hochwasserstandsmeldung.
Damit liegt für den sächsischen Hochwassernachrichten- und Alarmdienst eine Rechtsgrundla-
ge vor, die im Laufe der Jahrzehnte gewachsen ist, nach Hochwasserereignissen geprüft und
fortgeschrieben wurde und infolge ihrer klaren und ins Einzelne gehenden Regelungen in be-
sonderer Weise für das Handeln der Beteiligten Rechtssicherheit vermittelt. Zuletzt war den
Gemeinden im Zusammenhang mit der Novellierung der Hochwassermeldeordnung im Jahre
2008 Gelegenheit gegeben worden, Stellung zu nehmen und Veränderungen vorzuschlagen.
Die Melde- und Informationswege der Hochwassernachrichten sind in folgendem Schema wie-
dergegeben:
29

image
Bild 3.1 - 1:
Melde- und Informationswege der Hochwassernachrichten (Quelle: LfULG/LTV)
3.2
Messnetze und Daten
Das Netz der 104 sächsischen Hochwassermeldepegel und die sieben Flussgebiete, für die der
Hochwassernachrichten- und Alarmdienst nach HWNAV eingerichtet ist, sind in der anliegen-
den Karte dargestellt (vgl. Bild 3.2 - 1). Das Landeshochwasserzentrum (LHWZ) nutzt für seine
Bewertung und die Vorhersage einer Hochwassersituation Pegelangaben aus einem landeswei-
ten Pegelmessnetz. Des Weiteren bezieht das LHWZ Daten aus einem landeseigenen Ombro-
metermessnetz (Niederschlagsmessung mit Datenfernübertragung) und dem Ombrometer-
messnetz des DWD. Das Pegelmessnetz und das landeseigene Ombrometermessnetz werden
von der Sächsischen Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) und in Teilen
von der LTV betrieben. Die LTV unterhält ihre Messnetze in Verbindung mit dem Betrieb der
sächsischen Talsperren.
Das LHWZ erhält zweimal täglich auf der Grundlage einer Rahmenvereinbarung aus dem Jahre
2003 (vgl. Anlagenband) die Vorhersage der Niederschlagsquantile (vgl. Bild 3.2 - 2). Darüber
hinaus bekommt das LHWZ vom DWD Unwetterwarnungen (vgl. Bild 3.2 - 3). Beispiele für Un-
wetterwarnungen und die Warnkriterien des DWD finden sich im Anhang.
Für die Vorhersage der Wasserstände an den Gewässern in den Flussgebieten nutzt das
LHWZ Modelle zur Beschreibung des Niederschlags-Abfluss-Prozesses und des Wellenablaufs.
Die angefügte Tabelle 3.2 - 4 gibt Auskunft zur Modellart und zu den Wasserläufen, für die die-
se Modelle zur Verfügung stehen.
_____
Bild 3.2 - 1: Hochwassermeldepegel im Freistaat Sachsen (Quelle: LfULG)
Bild 3.2 - 2: Flussgebietsbezogene Quantilvorhersagen des DWD (Quelle: LfULG/DWD)
Bild 3.2 - 3: Warngebiete für DWD-Wetterwarnungen (Quelle: LfULG/DWD)
30

image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
Dt
nI
s.,
"'{i"
'
lù¡lùEticn
1
'a
a
Uldau+ôötz
ì
-:'
,\
i
nq¡i,,¡n O
M.ôre'
.
,
a
,
....,,'a
Sûtctâ¡dò
'a
l:'-
l.¡.¡tr..
l\
H€rutg€ber:
Såchsiechæ [¡ndæmt
fa¡r Umndl
L¡rdwirbcñafr und
Gêdogb
Bearbe¡û.¡ng: SllóE¡çh6
Laridærü for Ulrml,
l,ândrÍirtBcñaft
und Gælog¡e
AHcilung 4,
Wæ( Bodo, Vu{t5tofþ
RebEt 45,
Land6fþctwssãúm, crwåsrkunds
Dabngru¡tdbge:
Facfidatcn Lf ULG
Ecsrbcitungst¡rìd:
10/201 0
Gæbsisdalrn:
O 2010, Stæbb€fbb Gæbæis¡nbrml¡on und Vemesung
Sachen
Freistaabs Sachsen
Hochwassermeldepegel
Hochwassermeldepegel
a
Basiæ6ffitr
O
l(ontotl-urÉSlæ¡Iììætr
E
Polâ(Pbæniæ)
-
$andgtr¿is
Fliêßgewässer
>
l0
knf
Elbe
-
1. Ordnung
2. Orúung
I
r-coe*-Fc¡sr'atsacrìs
tr
oT
lrísißa Elster
-
¡T.lI
soe-vo.x'uæ-F_2009_08
E¡nzugÞgebiete
Egq
(OhF)
1:600.000
0510203040
K¡¡omtor
Ebe
SchEæ El6br
Zwicl¡ær Muldê
FE¡bcrger
Mulde
\,btr ún¡gtE
Mdde
Ðæ
Lru6¡Ear Ne¡ßs
31

32

image
image
image
image
image
image
image
('!,niiw,
ç
::i¿\
i?
?.
--
r-l
Hæ69ebff
Såchs¡æhæ
Lan&ernt ft¡r
Ulrrct,
Låndwûlshafl und Cûlog¡e
Eearboitung:
Såcàc¡shæ
l-¡nde$mt ÍE
Ulrw[, L¡ndrvirlscùan
und Geobg¡e
AbÞtung
4, Wa!q, Boden,
Uþrt¡tofr
RGfrBt
¡15,
LrndestìocñwMtum,
Gewåsærkunde
Detsngrundl¡gc:
Fachdat$
Lfi.JLG
Beåröeitmgsstend:
1 0201 0
Flussgebietsbezogene
Quantilvorhersagen
des DWD
für
Niederschlag
in Sachsen
Standgewàsser
Fließgewässer
>
l0 km2
Etbe
1.
Ordnung
2.
Ordnung
l-l
Kt"irgr.*en
-
Landesgrenze Fre¡sùaat
Sachsen
Einzugsgebiet
(EZG)
f]
ue+"o.nllùsse
derOberen Elbe
l-l
ses*r*"rze
Etster
I
uu-urtoen
(Ver.
Mulde, Freib. Mutde,
zwick. Mutde)
[--l
we-we¡ee
e¡ster
l---:l
S¡¡Spree;
l¿r¡s¡trer Ne¡ße
f
obere HÕtrcntage
eines
EZG
.
u/u
,,^
frstsetgter
unter- bzw-
Hõhenlinie
oberhalb
AU4
200,300 bafl.400
m ú. NN Höhenl¡n¡e
1:600.000
0510203040
K¡loreter
33

34

image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
l<zngE
-BauÞen
'
a
.
a
Rr¡.fwû
ÞEdri¿'a
a,
..
E!.*þGildda1
-
.,'l:'ll:
I
Ìal!;riÍ-
j.
lle
)
,.
?,
u:..
,O.
/
.
i
:
8¡¡¿årl,¡t¡f¿
B¡t¡*c\\
:.
.!.^\;
.
tlêru6geber:
Såclrs¡scñE larldæmt
túr Umrelt,
Lsrdwirtscl¡sñ und
Geolog¡e
Bcarü€itung: SåciE¡sch6
Landsmt fùr Uret, L¡ndwirbdEfr und Gæbgie
Abl.¡lulg
¿l'
Wær'
Bodên' WerbtcrfÞ
Rebrat 45, Lendæhodmsratrum,
Gcwåærturdè
Detengnndbge: Facfidateo
LfULG, DWD
BsårÉ¡r€6dårÉ:
1 l
i20l
0
Goob6ird.bn:
O 2010, StaaEbeùbb
Geobæ¡s¡nbrrÉt¡m
und
Vemryr€ Sscfi¡en
ì4oön¡rùz
a
Wamgebiete für DWD-Wetterwarnungen
in
Sachsen
Hochwassemeldepegel
E¡nzugsgob¡ete
O
8as¡EmffiE
Eger(OhÉ)
O
Konùoll-undSærcretr
EPoÞsn(Plorcrúæ)
Fl¡eßgeu,åsso¡> l0 krf
Elbe
o,
-
-
Elbe
'
--
l.Ordnurig
2. Or&ung
_
.
Sndgqråsg
l-l
xt
*rgn-^
ETI
rc.¡"t +st"a
!ornovra-e"u"t
1:600.000
051020æ40
l(loFEter
Scñmø
Elstsr
Zwickåær Mulde
FEiba¡ger Muld€
Vere¡n¡gte Mulde
**
l¡'rEiße ElsÞr
sPE
L¡usibr Neiße
35

36

Tabelle 3.2 - 4:
Hochwasservorhersagemodelle des LHWZ
Modell
Modellart
Räumliche Ausdehnung
Vorhersagezeitraum
Elbe
Konzeptionelles Modell zur Beschreibung des Wellenablaufes
Elbe ab Pegel Brandys (Tschechien) bis Pegel Wittenberg mit Moldau ab Prag
(Tschechien)
24 h Vorhersage mit Abschätzung bis zu 60 h für die Pegel Schöna, Dresden, Riesa,
Torgau
Elbe
Eindimensional-hydrodynamisches Modell WAVOS der BfG
s. o.
s. o.
Weiße
Elster
Konzeptionelles Modell zur Beschreibung des Niederschlag-Abfluss-Prozesses
(physikalisch und nachführungs-basiert) und des Wellenablaufes
Weiße Elster ab Pegel Bad Elster bis Pegel Oberthau (ST) mit Göltzsch ab Pegel
Rodewisch, Pleiße ab Pegel Neukirchen 1 bis Pegel Gößnitz und Parthe ab Pegel
Albrechtshain
6 - 36 h in Abhängigkeit des Pegelstandortes
Mulde
Konzeptionelles Modell zur Beschreibung des Niederschlag-Abfluss-Prozesses
(physikalisch basiert) und des Wellenablaufes
Zwickauer Mulde ab Pegel Neidhardtthal 1, Schwarzwasser ab Pegel Johanngeorgen-
stadt 4, Chemnitz, Zwönitz ab Pegel Burkhardtsdorf 2, Würschnitz ab Pegel Jahnsdorf 1,
Freiberger Mulde ab Pegel Mulda 1, Zschopau ab Pegel Tannenberg, Flöha ab Pegel
Pockau 1 und Mulde bis Pegel Bad Düben 1
12 - 36 h in Abhängigkeit des Pegelstandortes (z. B. Golzern/Mulde: 24 h,
Bad Düben/Mulde 36 h)
Schwarze
Elster
Konzeptionelles Modell zur Beschreibung des Niederschlag-Abfluss-Prozesses
(empirisch) und des Wellenablaufes
Schwarze Elster ab Pegel Trado 3 bis Pegel Neuwiese mit Hoyerswerdaer Schwarz-
wasser ab Pegel Zescha und Klosterwasser ab Pegel Schönau
6 - 12 h in Abhängigkeit des Pegelstandortes
Spree
Konzeptionelles Modell zur Beschreibung des Niederschlag-Abfluss-Prozesses
(empirisch) und des Wellenablaufes
Spree ab Pegel Schirgiswalde bis Pegel Spremberg (BB) mit Löbauer Wasser ab Pegel
Gröditz 1, Schwarzem Schöps ab Pegel Jänkendorf und Weißem Schöps ab Pegel
Holtendorf
6 - 24 h in Abhängigkeit des Pegelstandortes
Lausitzer
Neiße
Konzeptionelles Modell zur Beschreibung des Niederschlag-Abfluss-Prozesses
(nachführungsbasiert) und des Wellenablaufes
Lausitzer Neiße von Pegel Zittau 1 bis Pegel Görlitz
6 - 12 h in Abhängigkeit des Pegelstandortes
37

Im Verlaufe des Hochwasserereignisses vom August 2010 haben Pegel- und Ombrometer-
messnetze trotz teilweise extrem hoher Messwerte bis auf wenige Ausfälle zuverlässig funk-
tioniert. Folgende Pegel sind am 7. August 2010 zerstört worden und standen für die Daten-
gewinnung, und soweit sie Hochwassermeldepegel waren, für den Meldedienst nicht zur
Verfügung:
- Hochwassermeldepegel:
Lichtenhain/Kirnitzsch
Schirgiswalde/Spree (Interimspegel wegen
Baumaßnahme)
- sonstige online verfügbare Pegel:
Rosenthal/Lausitzer Neiße
Podrosche/Lausitzer Neiße
Kirnitzschtal/Kirnitzsch
3.3 Hochwassernachrichten
In der ersten Augustdekade 2010 hat das LHWZ den Hochwassernachrichten- und Alarm-
dienst für die Flussgebiete wie folgt eröffnet:
1. Elbestrom
06.08.10, 14:15 Uhr
2. Nebenflüsse der Oberen Elbe
06.08.10, 11:45 Uhr
3. Schwarze Elster und ihre Nebenflüsse
03.08.10, 12:45 Uhr
4. Mulden und ihre Nebenflüsse
06.08.10, 16:30 Uhr
5. Weiße Elster und ihre Nebenflüsse
06.08.10, 16:30 Uhr
6. Spree und ihre Nebenflüsse
03.08.10, 12:15 Uhr
7. Lausitzer Neiße und ihre Nebenflüsse
06.08.10, 10:30 Uhr
(Quelle: LHWZ)
Entsprechend der HWNAV und der VwV HMO sind die Hochwassereilbenachrichtigungen,
die Hochwasserwarnungen und die Hochwasserstandsmeldungen durch das LHWZ produ-
ziert und versandt worden. Sämtliche Hochwasserwarnungen für die sieben Flussgebiete
aus der in der 1. Augustdekade jeweils eröffneten Warnperiode finden sich im Anlagenband.
Organisation und Meldewege haben bis zu den Gemeinden und den Dritten funktioniert,
ausgenommen Wasserstandsmeldungen der in 3.2 genannten zerstörten Hochwassermel-
depegel. Die Gesamtheit der Hochwassernachrichten, wie sie bei einer Gemeinde auflaufen,
ist am Beispiel der Stadt Zittau und hier für den Pegel Zittau 1 für den Zeitraum 6. bis
10. August 2010 erfasst worden und am Ende des Abschnitts 3.3 angefügt.
Hinsichtlich der Bestätigung der zweiten Eilbenachrichtigung bei Erreichen der Alarmstufe 3
vom 7. August 2010, liegt der Kommission das Ergebnis einer gemeindegenauen Ermittlung
vor. Danach haben von 276 Städten und Gemeinden lediglich 38,8 % reagiert (Quelle: SMI).
Die Kommission hat des Weiteren für die betrachteten Hochwasserschwerpunktgebiete mit
den beispielhaften Hochwassermeldepegeln Jahnsdorf 1/Würschnitz, Hochwassermeldepe-
gel Sebnitz 2/Sebnitz, Hochwassermeldepegel Bautzen Weite Bleiche/Spree und Hochwas-
sermeldepegel Zittau 1/Lausitzer Neiße die Wasserstandsganglinien mit dem jeweiligen
Hochwasserscheitel dargestellt, Zeitpunkt und Vorhersage der einzelnen Hochwasserwar-
nungen und weitere relevante Informationen an die entsprechende Ganglinie angelegt. Die
nachfolgenden Darstellungen (Bilder 3.3 - 1 bis 3.3 - 4) zeigen die in den einzelnen Hoch-
wasserwarnungen formulierten Vorhersagebereiche für die aufgeführten Pegel. Eine Bewer-
tung der Vorhersage erfolgt unter Ziff. 6.
_____
Bild 3.3 - 1: Vorhersage tatsächliche Wasserstände für Pegel Jahnsdorf 1/Würschnitz
Bild 3.3 - 2: Vorhersage tatsächliche Wasserstände für Pegel Sebnitz 2/Sebnitz
Bild 3.3 - 3: Vorhersage tatsächliche Wasserstände für Pegel Bautzen Weite Bleiche/Spree
Bild 3.3 - 4: Vorhersage tatsächliche Wasserstände für Pegel Zittau 1/Lausitzer Neiße
38

image
image
image
image
<
o
!-
.)
ì
a
-,
\.
t)
C
'l
)
!t
Â
à
rb
o
\-
G
ñ
{.1
I
(ç1
.\
[.
(-)
r-.
t\
NI
l...
i\l
I
x
$
ñJ'
J-
ß
rD
I
.{
ñËìtr
cc
rl
-L{..-tl
9,1
{1\
tìèt
j-
Ø
ql.irÞêÌ
Põ1Eõ
h{'r)\
ß
9.e
\ôà
1'-:ù
¡î
P
Ð
P
,^D' õ-
:
ì
\J(s
)-
:(5
I
ì-
_-l
,l
(e,
E"òf/u.*q
ùdsÃã
ol.'As
¿
,,^ò¡/:cQ
31 .07.2010
00:00
01 .08.2010
00:00
02.08.2010
00:00
03.08.2010 00:00
04.08.2010 00:00
05.08.2010
00:00
06.08.2010 00:00
Lit*tct
ar,Þ-
Al
(
c^i¡A:c(
--Û.'
2010 00:00
Ø
g
J
o
¿
o
É
q,
Ø
10
o
rn
-
F}
Ð:
J
CL
o
q,
J
!
o
GI
q
C-
Ð
J
J
to
CL
o
-l
É
-
a
o
J
,+
N
f
N
o
=.
o
F
c
o
-
=
tr
CL
o
J
¿
tr
GI
c
@
N
o
J
o
2lþ:
æ
l¡ûu
Vavv^qgc6,ge
uoq
4.
2''
t
;
t.o i
2
o
t+Ç-¿
l,t-te,svt
n
ei
le,
As
2 Ø;
f
l"
¿^
t
F
A
s
3
kww
óa'fus^'k¿d"eJoj
4s:
zt¿:F/4s3
-fiuv
-
4s,È,4c)
08.08.2010 00:00
'+v
09.08.2010 00:00
10.08.2010
00:00
1i3o
uqn
1 1.08.2010
OO:O|
l
12.08.2010
00:00i
'4o',
eS
LLt^-
i
13.08.20'10
00:00
42'.
,'(6
Qt^v
14.08.2010
00:00
+yw -
4+,e_,Åc1
a3';3o
Q.t"
_
15.08.2010
00:00
#ww -
a5.8,'(o'.
4o
?o LLÇ,
16.08.2010
00:00
'17.08.2010
00:00
#uw
-
18.08.2010
00:00
42', oo
(tLu
19.08.2010
00:00
20.08.2010
00:00
21.08.2010
00:00
22.08.2010
00:00
!.Y
Y
-
?_z_:9
t_9j
_ 4
g
: :e_?!:
23.08.2010 00:00
4
øw-
2s,8 ,
^o
',
/14 i
/
o
ht4,
25.08.2010 00:00
26.08.2010 00:00
27.08.2010
00:00
28.08.20'10 00:00
29.08.2010 00:00
30.08.2010 00:00
be;
Ns As
4
o&4
¿
*ø'f
/,'cQ
,
€Fon¿P A
g
3
/e¡cQ-(t
L,rA
E,^-1tuør*q-*â
Cvà#n*+
be".
NS
ü,1
L L,.s i"
454
r
Êtt ASZ
b,+t;¿,
Ey¿((s:
6¿
l,tS tìuznçcÇ,e)(u-î
ì,^^€Fa).As'r.
u,r¡l:r(.
llww-
?!t:l2L_4:l:!s
?uf
bz-
sJc.-"Q-vs
t^r4
6,'s
i1-
4:<
^_f/4__{""-
s9:e.4"1
,47
t
3o(Ar
31.08.20'10 00:00
Ò,4,O3
.ZÐ4c
0O:oO
€t*{L.q¡¡*^o:
OZ,
ô3.¿o.(o
oofõ
39

40

image
image
ffiN
E¡àl'{uu^î
¡þ¿-
/-c4nç.
4e
4
¿ìto¿
"'&;¿^
h*
,
AS 2-
lcauar
S¿r¿ê¿;rtu
¿¿¿',4*,
H?fË.!,:Íþrtii:-^
<v7^."à,1
t^)c¿â+
la'lQ. AS2,
þl/zua|<
l¿oluZ
allg
Þ<¡el
trl"
,
Aî,1,
l.r{Àr¿:'(
*I
Aqs{<¡
æa7,?,nO
t¿Ã-cfqt4
fut
e.'q*+
.14
?...
t
¿â,.¿.1
ibu
ís'r
,
¡i>
iuq
€7
4Sl
kq."
à
G-
rc
L-'
t-
kxtô¿Þ
(^
s
o
o
ñ
\
5
D'
ì
(D
s
q
¿
(f)
Õ
rt
tr-
ro
ô
-5-
t
-/r
1]
D
1
o
5
S
r\
(^
(.;
<-b
ID
ù-
ra
rb
Í
ra
å-[ùe
fi'l
L
I
i n
,
LV
rìl
L\
a\
\-
-'
Xs-,n
l)
'::'
ñr
o-
Ò
t.
-
v)
ôcÌ
1b/
(-.p
-
Þ--
(\
,
Þ
:-
)
í)
\.-
'.::
ztQ
ç
C.t<f
31.07.2010 00:00
01.08.2010 00:00
02.08.2010
00:00
03.08.2010 00:00
04.08.2010
00:00
05.08.2010 00:00
T.
o6.o8.2o1o
oo:oo
t¿rt_rtc,
t,._-D
G
,&jO
|
./.t
t
3Ot4
I
h',EA
(
s^4i)
4n,+Å'Sq-
07.0g.2010
00:00
lrLt-'"1oyø.e i, ?
rro. ¡n.
o'r-------*
Hweß
2
((,i,ì)
ßr4n--aT
-
5o 08.08.2010
00:00
þLt-Çtarauø¡,
8,Pft,
X,gç
n
/t
og.oe.zolo oo:oo
tt-t
^
Þa
v
ø*
¡
Q
f
.1c,
1
o:
ttl^--------y,
2¿
10.08.2010
00:00
h,'
11.08.2010
00:00
+tL¡
-
L/qrq,
-l
4t,
P,Ao,
4oltÇa
3o
12.08.2010
00:00
H U
-
U
-o
--(
t2.Q.tor,,ta
1a$
I
hu.
t^t
a"
q*¡
tê,ê
I
o,,t
r
:æ(n________->
-)"
19.08.2010
00:00
t)rt¿.
t"-."4
49î,to/
!tç-¡
_________Þ
20.08.2010 00:00
21 .08.2010 00:00
22.08.2010
00:00
ktt-ttqt+,
22,¿ro
4f
:JoL-+
23.08.2010
00:00
ku
-
¿re^^l'
2s. g4, 4
|
+aL+
24.08.2010
00:00
(4.t-qq-q<-I
2\&.4
o
|
9
:,f
(T+
25.08.2010 00:00
26.08.2010
00:00
27.08.2010 00:00
28.08.2010
00:00
29.08.2010 00:00
30.08.2010 00:00
31 .08.2010 00:00
b";
NS
ìu
EF
F-
13.08.2010
00:00
î : ! i1i
:
*
6fff+E
)r-rÐ
t k¡
.'..ro..
-t
I
3
.
Q..t
o),t
o,,
¿
¡L________¿,
r¿Á'/A-
,e.i¿
åe^
^,s
14.0g.2010
00:00
À.7.
/c;eq.
4t3
zau- ,revJ
'
llv-1"è"\-l
a*P'ôl
't/ttd|------>-
'i,Z.^tr*
Ð*"¿^.-ó¿"'À¿s
So
15.0g.2010
00:00
Aî.1
,¿s¿,
þ€u,
¿lr3 En.*
h¿'va¡aq'l
1fi'?''o,17,6¡n----------->
"^-i"ø'r;Û-
t¡+c.r
À¿"
Â/s
Mo
16.0g.2010
00:00
Vøn ;y*
I
þlleuat
7ìulr.¡
U.-J-
Qe.u-e
-t6'¿"tãt
?:do.----+
þt?.-c2'
È**r-a
^,
ls4
-
/r-
1^øh+1
7.0g.2010
00:00
Art
,
l<eo.
ll¿
/.:?:.-
hv'þa"*l
i?'P¡?¿z,rJ''----->
cr¡¿:c,-t
t¿+"2À
b¿'
Ns
k,-
18.0g.2010
00:00
a!l-
Fec4
ul". 4ç1
ìsn
rcoo"-
i,.-'.CJ
'¿n'2t^
Àei
tuS
Ø
r..ts
g
J
o
J
o
É
Ð
în
o
-
an
a¡+
Ð:
J
CL
o
qt
3
o
!
GI
q
CN
o
ct
J
=
N
l\'
U'
o
E
J
=
N
='
J
tr
tr
o
Fi
o
N
J
N)
(Jr
o
41

42

image
image
image
image
N
5
6
Þ'
>_
o
n
q
o
5-
ro
p
(4
rb
s
ô
-r
()
iffi
[;ùll
9.
(-)
¿\
t-.
ô
{
{<
Þ'
s--
"(
rb
(,
a
<o
Ã
o-
3
Ê:tr,
=
r-¡
e=Ørrb
ñ=
1/-_
t
i
t
-.-*
=.s
g
tgg
-
t-'?
s-&
o
!'
s
,r...9 Þ
J,
å:
p
-u
cr t¡
ñ
/'
s
Fág ì:
i
çO
-
.P
1.
-f¿\a(-o
Ñs
1;
r\
c
9r
8'o
5-
lnJz.
¿"'b-
AS4
,
-,,^u\q€g
4
(sÉIs)
¿zt¡
su93.08.2010
00:00
tt'744ww-
3.9.',:
'
4z'.2çØ>--
_
6eì versJc¡.kle-
Ats
o6S.?
l¿A
ci6<r
¿a
s't
04.08.2010 00:00
t4
u
w
-+8 /tc
:
.tc:
3c
L<,4u
J
o
luw-
?,¡.,o
-Auteþz-@-$!L
31.07.2010
00:00
01 .08.2010
00:00
02.08.2010
00:00
05.08.2010
00:00
06.08.2010
00:00
¿:
-'-ll-v
07.08.2010
00:00
,,¿
?.rj(.1&v
2
: c2
ttC¿t
08.08.
4q
t
eoLLt<,
U,
Fi
-.
L.
g
J
o
o
-
¿
ã
¡
a
o
o
o
F}
-
Ð:
J
CL
o
q)
-
3
o
!
GI
9.
E
¡
Fl
o
F
-
N
J
o
ã
+,
o
-a
EE
o
-
õ'
o
J
ît
Ø
o
-
II
J
c
GI
c
o
r-l
o
N
J
ùku¡dirc.t..t
ot-
As'r,
ì¿., €'tr
y'S
2
./{ù,1//-6.8
,_?)-.4.?
óø'
l¡g
>
.lÒc
Øtu
tÌbensctua'(1..-g
lS
g
,
f
E-
¡zf
$
(
€vye,'c(,Qq
As
Ç
twþt,Þ{a
ëa' /¿ 5
aL
¿2,8,
ilL¿
_þY_ 1!J,ao_i
:3oUQu
15.08.2010
00:00
-ÈltuW-
^S,t,nO
:
4Z.,tS
UL.w
.J
11.08.2010 00:00
+/t'JW'
4't q':t-l?:2e!!:
ba'
þt
ç¡b
UE
^9
l4s.t.
1,.,2 ;*t
ls
Z,
i"^
€tr u7<tAsSu^á|"/
UrU
-
4?.
g
.,1o
ba'
ltS
A'k,sc(,v¿,lnt
4Sl, ìu^€FASSiâ-
*r,,
-
43,8 .1o
)
-v-
12.08.2010
00:00
a3',3okÇu
13.08.2010
00:00
z3
'.
-tç
kQ-
-
_--______è
14.08.2010
00:00
+út^t
-
'!L
g.
.
16.08.2010
00:00
îci
/.to,,
?o
L<t^n
_
-lJl
:
oe
(*Qt
[e; /,/5
lnt
A
6¡s
AS
4
,
;
A
€tr
A.çZ
u;¡l¡cQ
_J{\¡ur
-
17.O8.2010
A4.2.lO;
^o:oo(.LUv
La'Ns
(AJA
¿¿s
l¿
t^;ft|cQ
*t¿w
-
ztt,&,,(o
;18¿9,8r?9,10
00:00
ác<J
coor
r^.^*g
^
Q.s
.4
o
)
l9,PPrAq1P
00:00
_b_n lfs__
("t4_Zèf
/:ç_t.
et
õ
ç(.*P
be;
¡ts
trA Lis
ìcAS.t,;^Tlt?9t!:4l(ttw-
22..8,'to.
€rue^'c(e,u
aleJ
.45
3
,'.-
Ts.f::y-*l:-!-
Å!Ë4
å¿
a*l.ql.l¿.1¿*.
ñS
alensC(ueJeu ol
.
z{J
¿
u.-ìg
lic(
bq'M5
¿r-bu"cjre^'le^ìt^
ê-Fù.As
z t-òpt.'{
6e'
g.ípere* ÂrS
a6 34.e,
AS3
r,V
/,(¿ú1.
20.08.2010
00:00
21.08.2010 00:00
22.08.2010
00:00
"t
6
'.
oo
U\v
23.08.2010 00:00
4Vw--
?-q,q,:?) _9
i_?t_ut^"
24.08.2010 00:00
Zç,9,4o
1 l;ÇsUL.
25.08.2010
00:00
26.08.2010
00:00
27.08.2010 00:00
4uú
-
zP,e,<o1
?,8rPg?P10
00:00
30.08.2010 00:00
-{-tp!
-
1o_,ÍAY_4?_)Sy !!y
29.08.2010
00:00
6e;
Å,lS
l^tA
bfs
ÅS
Z
ì,.-
€F
u"ì¡t,t1
!!:y:-z-?
-'
s,'
? i, 4
p.
-+
{-!-l:-
-
31 .08.2010 00:00
43

44

image
image
image
6v
òfl^u^Ê
sl^ã1.
Gi
r*
-a.,
:i
a6
46¿-.e/<w-.,..
n.c*
¡{S
4
Cvw
c.r'{
e+
t
AS
Z
q
q
vê e e,'a¡¿
/+
tÄeJsc
L4'l
€q c*rêl¿\
ilt^/v
-
6.s..rù.
ro,r.-u,,96.08'2010
00:00
-
31.07.2010
00:00
01.08.2010 00:00
02.08.2010 00:00
03.08.2010
00:00
04.08.2010
00:00
05.08.2010 00:00
llut^)- ,4
I
19.08.2010
00:00
4q.t,4oi
4!::41
20.08.2010 00:00
21.08.2010
00:00
22.08.2010 00:00
lluu:
22,!,1!)
4v.3o
h^n
23.08.2010
00:00
4"JW
-
23,î'40'^o:
go
h4t
-/-
24.08.2010
00:00
z(,8,<ol,,toiookl+v
25.08.2010
00:00
26.08.2010
00:00
27.08.2010 00:00
30.08.20'10 00:00
l:
q-,
-.1-1
ìr
t-
L\
.tl
\!
-\-rtì-t>
L
\"
-
-
\
8;-:-äÃ
1x
',-
t
À.
3
{ôÞ\
ñì
G
ß
i.r
!ì:
Þ)
t!
5*-
fr..
i
<
1-
\¡4
c
+t)t-ô
--...-
^'
:
(.- t-s
î
î>F
,^
l
:-\
,f
)Lt
)
:!,
r-..-
(
r,
L
'-
f-t
r..l
r
''.j
._:-
I
!.
ç
5
Ò
Ò
I
.".<-
ô
tr
t-
t
'"''-
tj-
;.
---
-:
-
Iilfi
lliill,
M
t
\J
õ'
5-
ñ
n
ltutegz
-
(st
s;ss
khv
07.08.2010
00:00
U'"Ju/
-
=
¿-".,,rã;"oa{.->.---¿'-
/a
u45 a
<-
îa
/
) e
-
4e-/
e
4
J¿4
¿ e,
us
o
(e.{e
n
fui{{e
. a
ac
1"e.7
t><,'
Á'tìe 4e rsc
I /
a
g
le
¡ c
ÇJ
fa
lb *le
-/
¿
q
/ ea¿
./
4tJe":cL,e,'Jqç.p_4{_c/-9f¿u:4¿2,-t
/
Zo'oêut\¿____Þ
&:loaorta-fi14,,te^-*a,Q-l/s
u^Jh/_6Ò,^,r.t.-),,.0908201000:00
be.'/)s aL¿2.9.
w¡t
c-GgúZQ
lfùtul-¿o,g,,tot,3,,3o_ø4_
bø'
I'ts hurle!
I^tA
¿-,àeA.cQ
.
Vo¡tlengaec-¿q'r
as:rî:b.d¿-i.'."c(qtl/A
11.08.2010
00:00
<v
evLÞq'/.(e.^
JJ¡r1',"./-
¿<,
0.¡oi
¿O'.
Òo
LLt.
:
6e;
LA:;.1;¿v-;;*12-î,å)r'"<
A/S
a[
k
o*tda
lVaeLl
L,tA
12'08'2010 00:00
Èbe.
/|sz
:t^
Çr'c1¿¿/.,(lt
1,7Ð
Ai3
,"';F174
___!y:t :2.!-'o;
4l::::u.-
EL¿'scLv¿-!u.r.
a
.4s 4
¿,-òe¿,b4
La,,vt
13.08.2010
00:00
ctk:
AS2
iq.
€;qi.e((o//
t^Zu
Z
u,;7IrC
llVV-43,ôg.ta;
,3;!4
t^/A
bts
tt-te,¿-&,
ls3
L^;f:;.t
óø.Ns ]rt"ti,;-A?o¡.to¡
f
gl,l!9;.2c.|.00p:00
bg'
!!!
Çt1ys$ya'b-Aç
z
tu,7r^
4+:Ò6(^L^¿,
þst'
rtle
tibøs'.r^uq;eu
lS4u;fi:Ctìu^L-trrs2
q¡,t-.*:.ôg,ao/
tt"ltit
"ltjll
$q;
ltts
lìkvsú,c'/<-
ls-l
"^òfld,
Ì,^^
€F a-cIAsZ+J
4util
-
JL.
8,
,(
o,,,28gg.08.2010
00:00
AS4¿s'n/
ì.,
u.q'd-s(,Sd.
øuûe"gl¡.tle¡
+(t,/w-
,ü".g,to; 4|:_g_
bø'ñS
1.t,4
ó¡s;t^y'sz u".ay':l^,
€FLg,'14s1
17.08.2010
00:00
-llGJU,r
-
42.8,'
i'
/-
44
)ooQtt,
Ø
Fi
g
=
o
J
o
o,
ã
Ø
tt,
o
-
10
r+
0):
J
CL
o
Ð
J
o
!
GI
q
N
.+
Fts
Ð
g
J
t-
tr
Ø
Fl
o
N
-
z
c.
uFa
o
J
tr
GI
c
a
.+
N
o
I
6¿i
lrs
iJl
b;s
f
¿"
4s
4
t^.,tFL'cL
Ç,^JusanL^rru4
-
e
,
"f{ur--ç
þg:_rUS
fuA
ø¿s
¡eBe-a'd.
ÃSa
,
€_f
,4s?_"/,Á
6¿-
ir^Je.s,'u¿^üS
å¡s
Be"azL
,454
/
¿:Fy'Slr-a'¡/,24,
ûqlt
tavuwo.-t
-------------
€r;(?¡^1
be' ltS
l*tA
óís u'k:
L¿a"ûa(4
NS ,
€¡,rc[c|¿,^ As
2
i
"-
ÇF
*;y'.2(
&;
NS
€vv¿:ct
e^
y's¿,"^>l(d^
lsa,
kwz?-ÇFAe
Z
uit:¿t,
lluU-Z?,erc.
¡4:¿ç4:__.
,-
28.08.2010 00:00
fyg
-
f
9!ct
ta./'
^o
i
s
o
uL,.
v
ov
t+c-u
pa-s
ap{<
S¿À
/Ê-p-S+
3
1 .
08.
2
0
1
0 00 : 00
VA
b¡s
AsZ u^:ir¡,\"itlyt:
3,
!g:!9/
/(o.,vçgqr
_
04- 03
^^o
oo"oo
45

46

Für Sebnitz sind die letzte Hochwasserwarnung vor Erreichen des Scheitels und die erste
Hochwasserwarnung nach Erreichen des Scheitels, sowie die amtliche Vorwarnung zur Un-
wetterwarnung, die amtliche Unwetterwarnung und die amtliche Warnung vor Starkregen des
DWD vom 7. August 2010 beispielhaft im Anhang angeschlossen.
Außerdem werden im Anhang zwei Wasserstandsmeldungen für Zittau am Pegel Zittau 1
nach Erreichen des Richtwertes der Alarmstufe 4 und nahe dem Hochwasserscheitel ange-
führt, ebenso die Ausrufung der Alarmstufe 1.
Die folgende Tabelle (3.3 - 5) zeigt die Hochwassernachrichten für die Stadt Zittau vom
06.08.10 bis 09.08.10 für den Pegel Zittau 1/Lausitzer Neiße:
Organisation Datum Erstellung Abgang
Wasser-
stand
AS Bemerkung
LHWZ 06.08. 10:15 10:28 72 HW-Warnung
LHWZ 06.08. 10:39 10:41 SMS/HW-Eilmeldung
DWD 06.08. 10:56 Warnlagebericht
DWD 06.08. 15:46 Warnung vor Gewittern
mit Starkregen
DWD 06.08. 16:37 Warnlagebericht
DWD 06.08. 20:39 Warnlagebericht
DWD 07.08. 3:41 Warnung vor Gewittern
mit Starkregen
DWD 07.08. 4:37 Warnlagebericht
LHWZ 07.08. 5:50 05:51 209 1 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 6:20 06:23 223 1 HW-Standsmeldung
DWD 07.08. 6:31 Warnlagebericht
DWD 07.08. 6:51 VW Unwetterwarnung
ergiebiger Dauerregen
Kreis Görlitz
07.08.
7:00
07:01
1
Ausrufung AS 1
LHWZ 07.08. 7:04 07:08 228 1 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 7:35 07:40 216 1 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 7:50 07:53 245 2 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 8:20 08:39 232 2 HW-Standsmeldung
DWD 07.08. 8:29 Unwetterwarnung ergie-
biger Dauerregen
LHWZ 07.08. 8:35 08:39 273 2 HW-Standsmeldung
DWD 07.08. 8:53 Warnlagebericht
LHWZ 07.08. 8:51 8:57 312 3 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 8:56 08:56 3 SMS/HW-Eilmeldung
LHWZ 07.08. 9:20 09:23 274 2 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 9:40 09:43 253 2 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 10:10 12:01 259 2 HW-Warnung
Kreis Görlitz
07.08.
09:15
10:11
3
Ausrufung AS 3
DWD
07.08
10:33
UW Extrem ergiebiger
Dauerregen
DWD 07.08. 10:34 Warnlagebericht
DWD
07.08.
10:42
Gewitter mit Starkregen
LHWZ 07.08. 12:05 12:18 265 2 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 12:10 12:19 282 3 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 12:14 12:14 3 SMS/HW-Eilmeldung
LHWZ 07.08. 13:34 337 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 13:57 14:00 330 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 13:58 14:02 367 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 13:58 14:00 352 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 13:59 14:03 364 4 HW-Standsmeldung
47

Organisation Datum Erstellung Abgang
Wasser-
stand
AS Bemerkung
LHWZ 07.08. 13:59 14:04 351 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 13:59 14:06 371 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 14:00 14:08 356 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 14:00 14:09 360 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 14:01 14:04 385 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 14:07 14:11 372 4 HW-Standsmeldung
Kreis Görlitz
07.08.
14:00
14:21
4
Ausrufung AS 4
LHWZ 07.08. 14;32 14:35 366 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 14:37 14:40 390 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 14:52 14:56 356 4 HW-Standsmeldung
DWD
07.08.
15:07
Gewitter mit Starkregen
LHWZ 07.08. 15:07 15:12 333 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 15:15 15:36 356 4 HW-Warnung
DWD 07.08. 16:12 Warnlagebericht
LHWZ 07.08. 16:53 16:58 344 4 HW-Standsmeldung
DWD
07.08.
17:35
Aufhebung Warnung vor
Gewitter und Sturmböen
LHWZ 07.08. 17:52 17:56 397 4 HW-Standsmeldung
DWD 07.08. 17:56 Zusatzinformation
LHWZ 07.08. 18:38 18:40 430 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 18:38 18:42 457 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 18:39 18:40 468 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 19:23 19:28 484 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 07.08. 19:45 21:33 486 4 HW-Warnung
DWD 07.08. 20:56 Warnlagebericht
DWD 07.08. 21:58 Aufhebung Warnlageber.
LHWZ 07.08. 22:04 22:07 479 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 00:04 459 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 00:15 00:27 465 4 HW-Warnung
LHWZ 08.08. 02:19 436 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 03:49 419 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 06:30 06:46 402 4 HW-Warnung
LHWZ 08.08. 08:49 380 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 09:04 381 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 10:02 379 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 11:34 357 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 13:00 13:12 343 4 HW-Warnung
LHWZ 08.08. 13:34 337 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 14:34 330 4 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 15:49 316 3 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 16:34 309 3 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 18:19 298 3 HW-Standsmeldung
LHWZ 08.08. 20:00 20:12 289 3 HW-Warnung
LHWZ 08.08. 21:53 279 2 HW-Standsmeldung
LHWZ 09.08. 06:45 06:58 254 2 HW-Warnung
LHWZ 09.08. 12:00 12:10 254 2 HW-Warnung
(Quelle: LHWZ, Stadt Zittau)
48

4
Warnung der Bürger und Wasseranrainer
4.1 Rechtsgrundlagen
Neben den in Ziff. 3.1 genannten Rechtsgrundlagen für den Hochwassernachrichten- und
Alarmdienst sind hier insbesondere die Rechtsvorschriften des Katastrophenschutzes ein-
schlägig. Diese sind:
- Sächsisches Gesetz über den Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz
(SächsBRKG) vom 24. Juni 2004 (SächsGVBl. S. 245, ber. S. 647), zuletzt geändert
durch Artikel 10b des Gesetzes vom 29. Januar 2008 (SächsGVBl. S. 102, 133)
- Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums des Innern über den Katastrophen-
schutz im Freistaat Sachsen (Sächsische Katastrophenschutzverordnung –
SächsKatSVO) vom 19. Dezember 2005 (SächsGVBl. S. 324)
(vgl. Anlagenband).
Die für die Warnung der Bürger und Wasseranrainer relevanten Kernvorschriften finden sich
in der HWNAV mit der Zuständigkeit der Gemeinde für die unverzügliche Unterrichtung der
Öffentlichkeit im Gemeindegebiet über die Hochwassergefahr (§ 5 Abs. 8), des Weiteren mit
der Verpflichtung des LHWZ für die Unterrichtung der Öffentlichkeit über Hochwassergefah-
ren (§ 9). Bei Aufwachsen des Hochwasserereignisses zur Katastrophe werden dann die
unteren Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzbehörden (BRK-Behörden)
für die Information der Bevölkerung sachlich zuständig (§ 7 Abs. 1 Nr. 15 SächsBRKG).
Dazu haben sie gemäß § 36 Abs. 1 Nr. 8 SächsBRKG zur Vorbereitung auf den Eintritt von
Katastrophen die erforderlichen Mittel zur Warnung der Bevölkerung vorzuhalten.
Das Zusammenwirken der unteren Wasserbehörden und BRK-Behörden ist insbesondere in
§ 9 SächsKatSVO rechtlich fixiert. Es besteht ein Handlungserfordernis für die untere BRK-
Behörde Katastrophenvoralarm auszulösen, wenn sie durch die untere Wasserbehörde über
die Ausrufung der Hochwasseralarmstufe 3 und das erwartete Erreichen der Hochwasser-
alarmstufe 4 informiert wird. Im Verwaltungsstab der unteren BRK-Behörde bilden die Was-
serbehörden einen eigenen ereignisspezifischen Verwaltungsstabsbereich als die für den
Hochwasserschutz zuständige Fachbehörde (§ 10 Abs. 2 Nr. 4 SächsKatSVO). Für Hoch-
wasserereignisse wird ein besonderer Alarm- und Einsatzplan der Behörde aufgestellt.
Die unteren BRK-Behörden sind entsprechend § 7 Abs. 1 Nr. 2 und 6 SächsBRKG für die
Errichtung und Unterhaltung von gemeindeübergreifenden Alarmierungs- und Nachrichten-
übermittlungssystemen zuständig und ermitteln die gemeindeübergreifenden Gefahrenpo-
tenziale.
Die Festlegung einheitlicher Alarmierungs- und Warnsignale erfolgt nach § 8 Abs. 1 Nr. 13
SächsBRKG durch das SMI als oberste BRK-Behörde.
Die Gemeinde ist entsprechend § 39 Abs. 1 Nr. 3 SächsBRKG zur Mitwirkung im Katastro-
phenschutz verpflichtet.
Relevante Auszüge aus den Rechtsvorschriften für die Warnung der Bürger sind im Anhang
zusammengefasst.
49

image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
image
Das folgende Schema zeigt die Verknüpfung im Meldefluss der Hochwassernachrichten mit
den Katastrophenschutzbehörden:
Hochwassermeldewege im Freistaat Sachsen
in den Einzugsgebieten Elbe und Oder
SMUL
HWNAV vom 1. August 2008
VwV HWMO vom 1. August 2008
Landeshochwasserzentrum (LHWZ)
Hochwassernachrichten (HWN)
(HW-Eilbenachrichtigung, HW-Warnung,
HW-Standsmeldung)
Landes-
direk-
tionen
als obere
Wasser-
behörden
untere
Wasser-
behör-
den
(UWB)
Kom-
munen
als
Träger
der
Wasser
wehr
Landes-
talsper-
renver-
waltung
(LTV)
Betriebs-
gesell-
schaft für
Umwelt
und Land-
wirtschaft
(BfUL)
Polizei-
direk-
tionen
SMI
als oberste Polizei- und
Katastrophenschutzbehörde
Lagezentrum
der
Staatsregierung beim SMI
Übergreifende HW-Ereignisse
(national und international)
Land Brandenburg, Land Sachsen-Anhalt,
Freistaat Thüringen
Wasser- und Schifffahrtsämter
Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)
Deutscher Wetterdienst (DWD)
Tschech. Hydrometeorologisches Institut Prag
(ČHMU)
IMGW Wroclaw
Einrichtung Verwaltungsstab des
Freistaates Sachsen beim SMI
bei übergreifenden HW-Lagen
bei oberster BRK-Behörde
Zusätzliche Informationen bei
internationalen Katastrophensituationen
Gemeinsames
Lagezentrum
des Bundes
und der Länder
(GMLZ)
General-
konsulate der
Bundes-
republik
Deutschland
in Polen und
der ČR
Postein-
gang
Staats-
regierung
Dritte
(Vattenfall,
DWD, BfG, …)
Dritte
(ausgewählte
Unternehmen,
Einrichtungen,
Bürger –
nur
HW-Eilbenach-
richtigung
)
Information
Öffent-
lichkeit
(nur über
Internet und
MDR-
Videotext –
kein
Versand
von HW-
Nachrichten
)
(LHWZ
von
außen)
(LHWZ
nach
außen)
Einrichtung Verwaltungsstab
nach § 10 (3) SächsKatSVO
bei unterer BRK-Behörde
§ 5 (6) 2. HWNAV i. V. m.
§ 9 (1), § 9 (2) SächsKatSVO
Katastrophen-Voralarm
Erreichen der Alarmstufe 3
Verfasser: SMUL/Referat 44 (Stand: 17.09.2010)
Bild 4.1 - 1:
Hochwassermeldewege im Freistaat Sachsen
50

image
4.2 Informationsplattform
Die VwV HWMO gibt dem LHWZ auf, für Behörden, Medien und Öffentlichkeit aktuelle Was-
serstände an den Hochwasserpegeln, Hochwasserwarnungen und weitere relevante Infor-
mationen zum Abruf mittels unterschiedlicher Kommunikationstechnik bereitzustellen (Infor-
mationsplattform). Die Informationsplattform nach Anlage 7 der VwV HWMO benennt im Ein-
zelnen die Informationsquellen Internet, Telefon und MDR-Videotext. Beim Aufruf der ge-
nannten Internetadresse
www.hochwasserzentrum.sachsen.de
öffnet sich folgendes Bild:
51

Hier sind aktuelle Hochwasserwarnungen, die interaktiven Karten für Wasserstände und
Durchflüsse sowie für Niederschläge, festgesetzte Überschwemmungsgebiete, über-
schwemmte Flächen bei hundertjährigem Hochwasser, Gefahrenkarten für Ortslagen mit
genauen Angaben im Maßstab 1:5.000, Atlas der Hochwassergefährdung in Sachsen, die
Talsperrenbewirtschaftung mit Angaben für die einzelnen Talsperren und eine Vielzahl weite-
rer wichtiger Informationen verfügbar.
Die Angaben im Internet sind eine Dienstleistung des Freistaates, die es dem Bürger und
Unternehmen als Wasseranrainer und jedem Interessierten in bester Weise ermöglicht, die
Verletzlichkeit seines Grundstücks entsprechend seiner Lage zum Gewässer und dem bisher
eingetretenen Hochwasserereignissen einerseits mit der aktuellen Gefährdung im Hochwas-
serereignisfall andererseits abzugleichen und damit sein persönliches Risiko zu beurteilen. In
gleicher Weise hat die Gemeinde die Möglichkeit, diese Beurteilung für ihr Gemeindegebiet
vorzunehmen. Dabei wird sofort deutlich, wie wichtig eine möglichst präzise Hochwasservor-
hersage und -warnung für das Erkennen der Gefährdung und damit für die Risikobewertung
ist, aber auch welche Bedeutung ein vorsorgliches Handeln bei plötzlichen Extremereignis-
sen hat. Im August 2010 ist dieser Zusammenhang aufgrund sehr eingeschränkter Vorher-
sage- und Warnmöglichkeiten besonders deutlich geworden.
4.3 Warngeschehen im August 2010 in den Gemeinden
Bei den vier Hochwasserschwerpunkten vom 7. August 2010 und den von der Kommission
beispielhaft in den Blick genommenen Städten Zittau, Bautzen, Sebnitz und der Gemeinde
Jahnsdorf ergibt sich das in nachfolgender Tabelle dargestellte Bild. Dabei ist nicht nur auf
den Zeitpunkt der Warnung der Bevölkerung und die verwendeten Warnmittel abgestellt,
sondern auch die für die Gemeinden bedeutsame Ausrufung von Alarmstufen und die Auslö-
sung von Katastrophenalarm in Zuständigkeit der Landkreise angegeben.
Tabelle 4.3 - 1:
Warnung, Warnmittel, Ausrufen Alarmstufen, Auslösen Katastrophenalarm am 07.08.10
Stadt Zittau
Stadt Bautzen
Stadt Sebnitz
Gem. Jahnsdorf
Zeitpunkt Warnung der Bevölkerung und Unternehmen
ab 09:30 Uhr
(Quelle: Liste SMI,
Ref. 37 vom 04.10.10)
17:15 Uhr durch
Feuerwehr (FW)
(auch Bombardier)
(Quelle: Interview vom
21.10.10 und Amtsblatt)
15:30 Uhr telefonisch,
dann ab 17:15 Uhr im
Planbereich HQ200
durch FW
07.08.10,
ab 04:30 Uhr
(Quelle: Liste SMI,
Ref. 37)
Warnmittel
über Handy und Fest-
netz, in Drausendorf
durch Klingeln der FW
bei den Anwohnern,
die in 4 OT vorhanden
Sirenen für Alarmierung
der FW genutzt
(Quelle: Interview vom
12.10.10)
über Lautsprecher der
FW und über Internet-
seite durch das LRA
(Quelle: Amtsblatt)
telefonisch und über
Lautsprecher der FW,
(92 % der durch die SZ
am 01.10.10 befragten
Bürger wünschen sich
Sirenealarmierung)
(Quelle: Interview vom
05.10.10)
aber nicht mehr durch
Lautsprecher der FW
möglich, anderer Ein-
satz und Wasserscha-
den an einem Fahr-
zeug,
Sirenen (2 Stück) seit
2003 außer Betrieb
52

Stadt Zittau
Stadt Bautzen
Stadt Sebnitz
Gem. Jahnsdorf
Wahrnehmung der Warnung durch die Bürger
Teile der Bevölkerung
haben sich für die
rechtzeitigen HW-
Warnungen bedankt,
andere haben darauf
hingewiesen, nicht be-
nachrichtigt worden zu
sein.
17:00 Uhr Warnung und
eine Stunde später
Evakuierung erster
Bewohner im Einzugs-
gebiet der Spree
(Quelle: Amtsblatt)
Einige Bürger sind der
Aufforderung zur Eva-
kuierung nicht gefolgt.
(Quelle: Interview)
Dramatischer Anstieg in
kurzer Zeit - es blieb
wenig Zeit zur Warnung
der Bevölkerung, zu der
parallel die Hochwas-
serabwehr lief.
(Quelle: Interview)
Teile der Bevölkerung
haben die HW-Lage
nicht ernst genommen.
(Quelle: Bericht Sebnitz
an Kommission vom
05.10.10)
Extremer Regen mit
flächigem Wasseran-
drang, übertretende
Dorfbäche Lenkersdorf
und Seifersdorf kom-
men Hochwasser in der
Würschnitz zuvor und
übernehmen Warnfunk-
tion, zeitgleich beginnt
FW-Einsatz.
Ausrufung Alarmstufen durch untere WB
Alarmstufe 1
07:00 Uhr
16:28 Uhr
(Quelle: Amtsblatt)
- 00:00 Uhr
Alarmstufe 2
-
17:15 Uhr
(Quelle: Amtsblatt)
-
Stufe 2 durch techn.
Defekt bei LRA nicht
ausgelöst.
Alarmstufe 3
09:15 Uhr
18:15 Uhr
(Quelle: Amtsblatt)
20:47 Uhr
(Quelle: LRA Sächs.
Schweiz-Osterzgeb.)
06:33 Uhr
Alarmstufe 4
14:10 Uhr
(Quelle: SV Zittau)
22:52 Uhr parallel mit
Katastrophenalarm
(Quelle: LRA Bautzen)
-
08:20 Uhr
(Quelle: LRA Erzge-
birgskreis)
Auslösung Katastrophen-Alarm durch untere BRK-Behörde
16:00 Uhr;
Eingang 17:39 Uhr mit
Mail
(Quelle: SMI, Ref. 37;
SV Zittau)
22:52 Uhr
(Quelle: Amtsblatt und
Abschlussmeldung
LRA
)
Auslösung telefonisch
(Quelle: SMI, Ref. 37;
SV Bautzen)
20:01 Uhr
(Quelle: SMI, Ref. 37;
LRA Sächs. Schweiz-
Osterzgeb.)
trotz AS 3 steigend und
dann AS 4,
keinen Katastrophen-
alarm, -voralarm
(Quelle: LRA Erzge-
birgskreis)
Arbeitsstab in der Gemeinde
07.08.10,
08:30 Uhr
18:10 Uhr
(Quelle: Amtsblatt),
OB koordiniert aus der
Hauptfeuerwache
10:00 Uhr
(Quelle: SZ vom
11.08.10)
Einsatzstab im Land-
ratsamt
53

Die Gemeinden haben gegenüber der Kommission als verwendete Warnmittel Telefone,
Lautsprecher der Feuerwehr sowie direktes persönliches Aufsuchen benannt. Bei den teil-
weise vorhandenen Sirenen wurde das landeseinheitliche Sirenensignal „Warnung vor einer
Gefahr - Rundfunkgerät einschalten und auf Durchsagen achten!“ nicht eingesetzt. Allerdings
hat das verwendete Signal „Feueralarm“ zur Alarmierung der Feuerwehr auch gleichzeitig
Warnfunktion für die Bevölkerung (Quelle: Erlass des SMI vom 29.07.2003 - Warnung der
Bevölkerung bei Großschadensereignissen und Katastrophen, landeseinheitliche Sirenen-
signale für den Freistaat Sachsen).
Die betroffenen Landkreise und die Kreisfreie Stadt Chemnitz haben - bis auf den Landkreis
Erzgebirgskreis - am 7. August 2010 für die Hochwassergebiete wie folgt die Auslösung des
Katastrophenalarms vorgenommen:
-
Kreisfreie Stadt Chemnitz:
11:15 Uhr Katastrophenalarm ausgerufen und am gleichen Tag um 19:45 Uhr wieder
aufgehoben.
- Landkreis Görlitz:
16:00 Uhr Katastrophenalarm für den südlichen Bereich des Landkreises ausgerufen
(Stadt Zittau bis Ortslage Görlitz-Hagenwerder). 20:30 Uhr erfolgte die Ausweitung auf
die Stadt Görlitz. Ab 22:00 Uhr wurde der Katastrophenalarm bis auf die Stadt Bad
Muskau ausgedehnt.
-
Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge:
20:01 Uhr Katastrophenalarm für die Bereiche Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau und das
gesamte Gebiet Kirnitzschtal,
- Landkreis Bautzen:
22:52 Uhr - Katastrophenalarm für Schirgiswalde, Kirschau, Großpostwitz, Obergurig,
Doberschau-Gaußig, Bautzen u. a.
(Quelle: SMI, Ref. 37)
54

image
image
image
image
4.4
Warngeschehen an den Talsperren
Nach der im Anlagenband auszugsweise enthaltenen Talsperrenmeldeordnung der LTV vom
Dezember 2007 werden erhöhte Abgaben aus Talsperren, Speichern und Rückhaltebecken
an Unterlieger gemeldet. Das schließt das Anspringen der Hochwasserentlastungsanlage
(HWE), also das sog. Überlaufen der Anlage, ein. Ein Auszug aus der Talsperrenmeldeord-
nung für die beim Augusthochwasser 2010 übergelaufenen Talsperren Stollberg und
Bautzen sei hier wiedergegeben.
Stauanlage
Gewässer
(unterhalb
Sperrstelle)
Q schadlos
(m
3
/s)
Information über
Abgabe bei
Hochwasser ab
Empfänger
Landkreis
(RIst+UWB)
Empfänger
Gemeinden
Empfänger
Einzel-
Unterlieger
TS Stollberg Querenbach 2,5
2 m
3
/s
STL
SV Stollberg,
GV Nieder-
dorf
Mühlenwehr
(R. Franke),
Kreiskranken-
haus Stollberg
TS Bautzen
Spree
25
15 m
3
/s (AS1)
BZ, KM
Malschwitz,
Großdubrau,
Uhyst,
Boxberg
LMBV/FZL,
Vattenfall
Europe AG
(Kraftwerk
Boxberg)
Anmerkung:
„Neben den festgelegten Abgaben erfolgt eine Information beim voraussichtlichen Anspringen der HWE (möglichst
mit Zeitvorsprung) sowie im unwahrscheinlichen Fall des Versagens einer Anlage (bzw. bei Anzeichen dafür).“
Für die Talsperre Stollberg sind beispielhaft nähere Angaben zu Zeitpunkt, Verlauf und Mel-
dung des Talsperrenüberlaufs hier angefügt (vgl. folgende Bilder).
Bild 4.4 - 1 (Quelle: LTV)
55

Hochwasserverlauf in Chemnitz und Würschnitz
unter Berücksichtigung der Talsperre Stollberg
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
110
120
130
140
150
160
170
180
190
05.08.2010
00:00
06.08.2010
00:00
07.08.2010
00:00
08.08.2010
00:00
09.08.2010
00:00
10.08.2010
00:00
11.08.2010
00:00
12.08.2010
00:00
13.08.2010
00:00
Abfluss in m³/s
Abfluss am Pegel Harthau / Würschnitz, Scheitelwert = 123 m³/s
Abfluss am Pegel Chemnitz 1 / Chemnitz, Scheitelwert = 182 m³/s
Gesamtabgabe aus der Talsperre Stollberg, Scheitelwert = 3,16 m³/s
Hochwasserscheitel in Harthau
11:00 Uhr
Hochwasserscheitel am Pegel Chemnitz 1
13:45 Uhr
Beginn Überlauf TS Stollberg
13:00 Uhr
Maximum des Überlaufes
18:30 Uhr
Der Hochwasserverlauf in Chemnitz und Würschnitz
unter Berücksichtigung der Talsperre Stollberg
Fließwege von der TS Stollberg bis
Pegel Jahnsdorf
9.800 m
Pegel Harthau
17.100 m
Pegel Chemnitz 1
20.300 m
Bild 4.4 - 2 (Quelle: LTV)
Zufluss und Abgabeganglinien der TS Stollberg
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
3,5
4,0
4,5
5.8.10
0:00
6.8.10
0:00
7.8.10
0:00
8.8.10
0:00
9.8.10
0:00
10.8.10
0:00
11.8.10
0:00
12.8.10
0:00
13.8.10
0:00
Zeit
Abfluss in m³/s
Zufluss zur TS Stollberg
Gesamtabgabe der TS Stollberg
Hochwasserrückhaltewirkung der Talsperre Stollberg
Bild 4.4 - 3 (Quelle: LTV)
56

image
image
image
image
Hinsichtlich der Verpflichtung der Betreiber von Stauanlagen, die nicht von der LTV betrieben
werden, sei auf § 8 „Rechte und Pflichten Dritter bei der Mitwirkung am Hochwassernach-
richten- und Alarmdienst“ gem. HWNAV verwiesen. Die Aufstellung der Stauanlagen findet
sich in Anlage 6 der Hochwassermeldeordnung (vgl. Anhang).
Für den unwahrscheinlichen Fall des Versagens von sächsischen Talsperren, Speichern und
Rückhaltebecken hat es beim Augusthochwasser 2010 keine Anzeichen bzw. Hinweise ge-
geben.
Bei einem derartigen Ereignis müssten entsprechend BRKG (vgl. Ziff. 4.1) auf der Grundlage
von Sondergefahrenkarten und -dokumenten entsprechende Warn-, Rettungs- und Abwehr-
maßnahmen eingeleitet werden.
Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle auch auf Deiche, Hochwasserschutzmauern,
feste oder mobile Hochwasserschutzwände u. a. hingewiesen, die dem Schutz der Öffent-
lichkeit dienen. Den örtlichen Wasserwehren und Einsatzkräften, aber auch ihren Eigentü-
mern selbst obliegt im Hochwasserfall eine besondere Überwachungsverpflichtung. Auf die
Alarmierungsunterlagen der Gemeinden nach § 5 Abs. 8 Nr. 1 HWNAV und die ins Einzelne
gehenden Vorschriften nach Ziff. VII der Hochwassermeldeordnung sei hier aufmerksam
gemacht. So sind z. B. die Gefahrenkarten nach SächsWG vom Freistaat Sachsen für die
Gewässer I. Ordnung erstellt und den Gemeinden zur Verfügung gestellt worden. Gleiches
gilt für die für außerhalb der Ortslagen bestehenden Gefahrenhinweiskarten. Diese Karten-
werke waren gerade im Ereignisfall des Neiße-Hochwassers am 7. und 8. August 2010, das
das höchste bekannte bisherige Hochwasser weit übertroffen hat, eine besonders wertvolle
Alarmierungsunterlage.
4.5
Das Warngeschehen im Spiegel der Presse
Die Presse zeichnet ein überwiegend negatives Meinungsbild zur Warnung vor dem August-
hochwasser 2010. Das Warngeschehen um den 7. und 8. August 2010 spiegelt sich in der
Presse beispielhaft wie folgt wider:
57

image
image
image
Ähnliche Klagen über nicht oder nicht rechtzeitig erfolgte Warnungen waren in den Tagen
der Flut auch im Fernsehen des MDR zu vernehmen. Die Kommission verkennt nicht die
Berechtigung der Vorwürfe der nicht gewarnten Bürger und Unternehmen, rät jedoch zur
Vorsicht bei einer allzu schnellen und vor allem pauschalen Urteilsbildung. Bürger, die an
dem dramatischen Wochenende unterwegs waren und für eine Warnung nicht erreichbar,
oder andere, die sich frühen und noch unsicheren Warnungen durch die Gemeinde verwei-
gert haben, äußerten sich gegenüber der Presse kaum.
Die Unsicherheiten der meteorologischen Vorhersagen und damit zwangsläufig die Unsi-
cherheiten einer rechtzeitigen Hochwasserwarnung spiegelt die Presse sehr wohl wider,
aber für derartige Botschaften in der ihr eigenen Zurückhaltung.
Das Gesamtbild der Presse der Augusttage gibt Anlass und stützt den Kommissionsauftrag,
nach Möglichkeiten einer wirksameren Hochwasserwarnung zu suchen. Insbesondere wird
aber deutlich, dass die öffentliche Erwartung mit den realistischen Möglichkeiten einer Wet-
ter- und Hochwasserwarnung besser in Übereinstimmung zu bringen ist und ein den tatsäch-
lichen Verhältnissen adäquates Risikobewusstsein vermittelt werden muss.
58

5 Wahrnehmungs- und Meinungsbild der Gemeinden, Land-
kreise und staatlichen Dienststellen zum Hochwassermelde-
system
Ausnahmslos alle Gemeinden in den Hochwassergebieten, mit denen die Kommission Kon-
takt aufgenommen und um einen Besuch gebeten hat, waren dafür bereit und konstruktiv
aufgeschlossen (vgl. Liste der geführten Interviews in Ziff. 1.3). Gleiches trifft für die Wasser-
behörden und Katastrophenschutzbehörden in den Landkreisen und ebenso für die staatli-
chen Dienststellen zu. Die zentralen Fragen der Kommission waren überall:
-
Wie hat nach Ihrer Wahrnehmung und Kenntnis das Hochwassermeldesystem im August
2010 funktioniert?
- Sehen Sie etwaige Schwachstellen bzw. Verbesserungsmöglichkeiten im Hochwasser-
meldesystem?
Der Sächsische Landkreistag hat zum Untersuchungsanliegen der Kommission mit allen
Landkreisen des Freistaates Sachsen einen Erfahrungsaustausch organisiert und damit für
die Feststellung des Meinungsbildes der Landkreise und für die Arbeit der Kommission eine
ganz hervorragende Unterstützung gegeben. Damit konnten die bei den Besuchen der
Kommission in den vier vom Hochwasser besonders betroffenen Landkreisen und der Kreis-
freien Stadt Chemnitz und den dortigen Gesprächen mit den Wasserbehörden und BRK-
Behörden erhaltenen Informationen erweitert und das Meinungsbild zum Hochwassermelde-
system mit allen Landkreisen diskutiert werden. Das Ergebnis dieses Erfahrungsaustau-
sches (23. November 2010) beim Sächsischen Landkreistag, Geschäftsstelle Dresden, ist im
Anhang angefügt. Die Fragen waren mit der Einladung versandt worden, so dass die Teil-
nehmer entsprechend vorbereitet an dem Erfahrungsaustausch teilgenommen haben.
Tabelle 5 - 1:
Ergebnis der Interviews mit Städten, Gemeinden und den Landkreisen in Katastro-
phengebieten des Augusthochwassers 2010 und anderen behördlichen Stellen von
September bis November 2010
Vorgefundene Auffassungen bzw.
Haltungen der Städte u. Gemeinden
Auffassung der Landkreise
und staatlicher Dienststellen
Bewertung
Kommission
Hochwassernachrichten
(überwiegende Aussage) Das Hochwas-
serwarnsystem habe gut funktioniert und
sich grundsätzlich bewährt. Die Melde-
wege waren unproblematisch.
Auffassung einer guten Funkti-
onalität wird auch hier vertre-
ten.
teilt Auffassung
(überwiegende Aussage) Informations-
aufkommen sei zu groß (Hochwasser-
nachrichten des LHWZ, Wetterwarnun-
gen des DWD). Warnungen erhalte man
zu häufig, sie erfolgten oft, ohne dass
eine Betroffenheit bzw. ein Handlungs-
bedarf in der Gemeinde bestände. In der
Folge fänden die Warnungen nur geringe
Beachtung. Man vertraue stattdessen
eher der eigenen Gewässerbeobachtung.
LK: Vorgefundene Auffassung
widerspiegele das Meinungs-
bild vieler Gemeinden, teilwei-
se schließt man sich der Auf-
fassung an.
teilt Auffassung
Statistik der Hochwas-
serwarnungen der letzten
vier Jahre belegt die ho-
he Häufigkeit von War-
nungen ohne Konse-
quenz für die Gemeinde.
(überwiegende Aussage) Das Verfahren
der Eilbenachrichtigungen, insbesondere
das ihrer komplizierten Bestätigung, aber
auch die zweite Eilbenachrichtigung,
steht unter allgemeiner Kritik.
LK: Auffassung wird grundsätz-
lich bestätigt. Mehrfach wird
der Verzicht auf das Nachge-
hen einer Nichtbestätigung aus
Verfahrensgründen befürwor-
tet.
teilt Auffassung
Das Nachgehen einer
Nichtbestätigung bei
mehreren Empfängern
einer Gemeinde ist prob-
lematisch.
59

Vorgefundene Auffassungen bzw.
Haltungen der Städte u. Gemeinden
Auffassung der Landkreise
und staatlicher Dienststellen
Bewertung
Kommission
Auch hier trifft zu, dass sie zu häufig
kämen, wenn ein Handlungsbedarf nicht
bestünde, andererseits empfände man
sie als belastend, wenn man bereits im
Einsatz sei.
Grundsätzlich auch Auffassung
von Landesdirektionen, SMI,
LfULG.
Hochwasserwarnungen: Verbesserung
der Schlussfolgerungen von Nieder-
schlagsmengen zu Wasserständen
teilt Auffassung
HWNAV: „Schwellen“ für Unternehmen
herabsetzen, die Hochwassereilbenach-
richtigungen erhalten.
LK: teilweise bestätigt
teilt Auffassung
bisherige Schwelle:
50 Beschäftigte/Über-
schwemmungsgebiet
Stromausfall und Netzausfall (Mobilfunk)
störe Meldekette, Netzproblem in Grenz-
regionen!
LK: teilweise bestätigt
stellt Defizit dar
Pegel, Niederschlagsmessung und
Frühwarnung
Verbesserung der Vorhersagen von
Wasserständen für kleine Gewässer bei
bestehenden Warnpegeln. (Insbesondere
Zittau verweist auf die unterschiedliche
Vorhersagequalität.)
teilt Auffassung
Vereinzelt besteht die Meinung, dass vor
dem Hochwasserscheitel nicht bzw. nach
Höhe und Zeitpunkt nicht ausreichend
gewarnt wurde.
LfULG verweist auf die Qualifi-
zierung der Hochwassermodel-
le.