Sachstandsbericht
Landesamt für Umwelt und Geologie
Die Schwermetallgehalte der Böden des Freiberger Raumes für die Bewertung
der Gefährdungspfade Boden
Mensch, Boden
Nutzpflanze und Boden
Grundwasser nach Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV)
Stand 01.06.2001
Bearbeiter:
G. Rank; K. Kardel; H. Weidensdörfer
Referat Bodenkartierung/Geochemie

Inhaltsverzeichnis:
Seite
1 Vorwort
5
2
Recherche und Prüfung der vorliegenden Datenbestände zu stofflichen
Untersuchungen im Raum Freiberg
5
2.1 Recherchierte Datenbestände
5
2.2 Prüfung auf Vergleichbarkeit der Datenbestände
6
2.3
Validierter Datenbestand zur Beurteilung der Böden nach BBodSchV
8
3
Statistische Bearbeitung und Kartendarstellungen
8
4
Auswertung des Datenbestandes hinsichtlich der Überschreitung von Prüf-
und Maßnahmenwerten für die einzelnen Wirkungspfade nach BBodSchV
11
4.1 Wirkungspfad Boden⇒Mensch, direkte Aufnahme von Schadstoffen
11
4.2 Wirkungspfad Boden⇒Nutzpflanze, Schadstoffübergang im Hinblick auf
die Pflanzenqualität und Wachstumsbeeinträchtigungen
12
4.3 Wirkungspfad Boden⇒Grundwasser
13
5 Zur Spurenelementverteilung auf Forststandorten
13
6 Spurenelementgehalte auf Halden
15
7 Zusammenfassung und weitere Vorgehensweise
15
8 Literatur
16
2

Tabellenverzeichnis (Anhang)
Tab. 1:
Datenbestände „Stoffliche Untersuchungen der Böden
im Raum Freiberg“
Tab. 2:
Beurteilung der Wirkungspfade nach BBodSchV (1999), Prüf- und
Maßnahmenwerte
Abbildungsverzeichnis (Anlagenband)
Abb. 1:
Vereinfachte Geologische Karte
Abb. 2:
Erzgänge und Hüttenstandorte
Abb. 3:
Karte der Bodennutzung
Abb. 4:
Räumliche Verteilung Analysendaten mineralischer Oberboden
Abb. 5:
pH-Wert in der organischen Auflage, Oh-Horizont
Abb. 6:
pH-Wert im mineralischen Oberboden
Abb. 7:
pH-Wert im Unterboden
Abb. 8:
Arsen in der organischen Auflage, Oh-Horizont
Abb. 9:
Arsen im mineralischen Oberboden
Abb. 10:
Arsen im mineralischen Oberboden (Isolinienkarte, Prüfwerte Pfad Boden⇒Mensch)
Abb. 11:
Arsen im Unterboden
Abb. 12:
Arsen im Unterboden, Zuordnung nach LAGA-TR
Abb. 13:
Arsen im mineralischen Oberboden, Nutzungsart Grünland
Abb. 14:
Arsen im mineralischen Oberboden, Nutzungsart Ackerbau, Nutzgarten
Abb. 15:
Mobile Arsen-Gehalte (NH
4
NO
3
-Extraktion) im mineralischen Oberboden
Abb. 16:
Eluierbare Arsen-Gehalte (DEV S4) im Unterboden
Abb. 17:
Zuordnung der eluierbaren Arsen-Gehalte (DEV S4) nach LAGA-TR, Unterboden
Abb. 18:
Cadmium in der organischen Auflage
Abb. 19:
Cadmium im mineralischen Oberboden
Abb. 20:
Cadmium im mineralischen Oberboden (Isolinienkarte, Prüfwerte Pfad Boden⇒Mensch,
Boden⇒Pflanze⇒Mensch)
Abb. 21:
Cadmium im Unterboden
Abb. 22:
Cadmium im Unterboden, Zuordnung nach LAGA-TR
Abb. 23:
Mobile Cadmium-Gehalte (NH
4
NO
3
-Extraktion) im mineralischen Oberboden
Abb. 24:
Mobile Cadmium-Gehalte (NH
4
NO
3
-Extraktion) im mineralischen Oberboden, Nut-
zungsart Ackerbau, Nutzgarten
Abb. 25:
Eluierbare Cadmium-Gehalte (DEV S4) im mineralischen Unterboden
Abb. 26:
Zuordnung der eluierbaren Cadmium-Gehalte (DEV S4)nach LAGA-TR, Unterboden
Abb. 27:
Blei in der organischen Auflage
Abb. 28:
Blei im mineralischen Oberboden
Abb. 29:
Blei im mineralischen Oberboden (Isolinienkarte, Prüfwerte Pfad Boden⇒Mensch)
Abb. 30:
Blei im Unterboden
Abb. 31:
Blei im Unterboden, Zuordnung nach LAGA-TR
Abb. 32:
Mobile Blei-Gehalte (NH
4
NO
3
-Extraktion) im mineralischen Oberboden
Abb. 33:
Mobile Blei-Gehalte (NH
4
NO
3
-Extraktion) im mineralischen Oberboden, Nutzungsarten
Ackerbau, Nutzgarten
Abb. 34:
Eluierbare Blei-Gehalte (DEV S4) im mineralischen Unterboden
Abb. 35:
Zuordnung der eluierbaren Blei-Gehalte (DEV S4) nach LAGA-TR, Unterboden
Abb. 36:
Thallium in der organischen Auflage
Abb. 37:
Thallium im mineralischen Oberboden
Abb. 38:
Thallium im Unterboden
Abb. 39:
Mobile Thallium-Gehalte (NH
4
NO
3
-Extraktion) im mineralischen Oberboden
Abb. 40:
Kupfer in der organischen Auflage
Abb. 41:
Kupfer im mineralischen Oberboden
3

Abb. 42:
Kupfer im Unterboden
Abb. 43:
Zink in der organischen Auflage
Abb. 44:
Zink im mineralischen Oberboden
Abb. 45:
Zink im Unterboden
Abb. 46:
Halden, Arsen im Oberboden
Abb. 47:
Halden, Cadmium im Oberboden
Abb. 48:
Halden, Blei im Oberboden
Abb. 49:
Halden, Zink im Oberboden
4

1 Vorwort
Aufgrund der hohen geogenen und anthropogenen Schwermetallbelastung im Raum Freiberg erfolgten
in der Vergangenheit zahlreiche stoffliche Untersuchungen der Böden, die in der Probenahme, dem
Probenaufschluss und der Analysenmethode dem jeweiligen Untersuchungszweck angepasst waren
und folglich z. T. stark voneinander abweichen.
Nach Inkrafttreten der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BMU, 1999) werden vom Ge-
setzgeber für die unterschiedlichen Wirkungspfade Prüf- und Maßnahmenwerte festgelegt, die auf ei-
ner standardisierten Datenerhebung basieren. Mit dem Sachstandsbericht (R
ANK et al., 1999) wurden
alle dem LfUG vorliegenden Datenbestände auf die qualitativen Vorgaben der BBodSchV geprüft und
z. T durch Umrechnung der Altdaten validierte Datensätze erzeugt, die eine erste Beurteilung der Bo-
denanalysen zur Überschreitung von Prüf- und Maßnahmenwerten für den Schadstoffübergang Boden
⇒Mensch,
Boden⇒Nutzpflanze und Boden⇒Grundwasser nach BBodSchV ermöglichten.
Zur Verbesserung der Datenlage wurde durch das LfUG im Jahr 2001 ein zweites Sondermessnetz ab-
geschlossen (600 Standorte mit 1256 Proben), welches vor allem in den Randbereichen, zusätzliche
Informationen zum Übergang belasteter Bereich – unbelasteter Bereich erbringen sollte. Zum anderen
wurden im Raum Hilbersdorf, Halsbrücke und Kleinwaltersdorf Verdichtungen auf 250 x 250 m vor-
genommen, um über methodische Arbeiten Aussagen zur einer optimalen Probendichte zu erhalten
(nicht Gegenstand des Sachstandsberichts).
Durch Einarbeitung der Altdaten der Dissertation K
LINGER (1994) und der Nachuntersuchung von
Proben der Dipl.-Arbeit B
ROSIG (1987) im Nordteil des Untersuchungsgebietes, konnte somit der va-
lidierte Datenbestand gegenüber dem Sachstandsbericht von 1999 fast verdoppelt werden.
Zusätzlich zu den „Leitparametern“ As, Cd, Pb wurden die Kartendarstellungen um die Elemente Cu
und Zn sowie um die Darstellung der Elementverteilung in der organischen Auflage (Oh-Horizont)
und im „Unterboden“ erweitert.
Die wirkungspfad- und nutzungsbezogene Auswertung der Daten und ihre Darstellung in Karten er-
möglichen sowohl eine flächenhafte als auch standortbezogene Bewertung der Schutzgüter (49 Ein-
zelkarten, Anlagenband). Für Vollzugsmaßnahmen ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Untersu-
chungsdichte nach Validierung des Datenbestandes 2 bis 4 Proben/km
2
beträgt und aufgrund unter-
schiedlich starker geogener und anthropogener Beeinflussungen die Schadstoffe im Boden sehr hete-
rogen verteilt sein können. Dies ist vor allem dann zu berücksichtigen, wenn durch Vollzugspflichten
Gebietsfestlegungen nach § 12 Abs. 10 BBodSchV erfolgen bzw. Bodenplanungsgebiete gem. § 9
SächsABG festgelegt werden sollen. Bei einer Einzelfallprüfung ist durch eine Neuuntersuchung zu
prüfen, ob unter den jeweiligen Standortbedingungen für die maßgebliche Nutzung und die Schutzgü-
ter eine Gefahr besteht.
2
Recherche und Prüfung der vorliegenden Datenbestände zu stofflichen
Untersuchungen im Raum Freiberg
2.1 Recherchierte Datenbestände
Daten zum Stoffbestand der Freiberger Böden werden bereits seit mehreren Jahrzehnten erhoben. Ins-
besondere seit Ende der 60er Jahre (R
ÖSLER et al., 1969), aber vor allem im Zeitraum der politischen
Wende, wurden durch verschiedene Institutionen und Arbeitsgruppen flächendeckende Untersuchun-
gen vorgenommen. Aufgrund der unterschiedlichen Zielrichtungen (Landwirtschaft, Forschung, Um-
welthygiene, Prospektion von Lagerstätten u. a.) kamen stark voneinander abweichende Probenahme-,
Probenaufbereitungs- und Analysenmethoden zum Einsatz. Da die ermittelten Analysenergebnisse nur
im Rahmen der Einzelprojekte bewertet wurden, stellte sich die Frage der Vergleichbarkeit der Daten
zu anderen Erhebungen nicht in diesem Maße wie sie heute bei der Zusammenführung und Auswer-
tung von Analysen in Datenbanken bestehen.
5

Derzeit liegen dem LfUG Datenbestände aus 24 (größeren) Projekten und zahlreichen Einzelerhebun-
gen vor, wovon nach Prüfung 19 in den vorliegenden Sachstandsbericht eingingen (vgl. Tab. 1).
2.2
Prüfung auf Vergleichbarkeit der Datenbestände
Durch die BBodSchV werden zahlreiche Anforderungen an die Qualität und Dokumentation der Pro-
benahme- und Analysenbedingungen gestellt, so u. a.:
Nutzungsorientierte bzw. horizontbezogene Beprobungstiefe (vgl. Tab. 2)
Zu untersuchende Kornfraktion (i. d. R. <2 mm)
Probenaufschluss; Gesamtgehalte - Königswasser, mobile Gehalte - NH
4
NO
3
-Extraktion, Eluate
mit Filtrationsschritt
Analysenmethoden, AAS, ICP-AES, ICP-MS.
Nutzungsorientierte bzw. horizontbezogene Beprobung
Die Datenbestände weisen grundsätzlich zwei unterschiedliche Beprobungskriterien auf – eine tiefen-
stufenbezogene (0 bis 20 und 0 bis 30 cm) und eine horizontbezogene (mineralischer Oberboden: Ap,
Ah; Unterboden usw.). Für die Zusammenführung der Daten bildeten diese Unterschiede kein Aus-
schlusskriterium, da durch beide Probenahmestrategien der nutzungsspezifische Bereich, i. W. minera-
lischer Oberboden (0 bis 30 cm), hinreichend genau abgebildet wird.
In einigen Projekten erfolgte keine oder nur eine unzureichende Dokumentation der Nutzungsart zum
Zeitpunkt der Probenahme (A
UERMANN et al., 1990). Diesen Proben wurde durch Verschneidung der
Lagepunkte mit der Nutzungskarte (Abb. 3) DV-technisch die jeweilige Nutzung (Stand 1992) zuge-
wiesen.
Kornfraktion
Die untersuchten Kornfraktionen sind in den einzelnen Datenbeständen sehr unterschiedlich, wobei
das Korngrößenspektrum von der Gesamtprobe bis zur Fraktion <63 μm reicht. Zur Bewertung der
Analysenergebnisse kommt der Kornfraktion, neben dem Aufschlussverfahren der Probe, die größte
Bedeutung zu.
Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass die Schwermetallgehalte zur feineren Fraktion hin
zunehmen. Durch höhere Quarzgehalte in den vorliegenden Verwitterungsböden kommt es bei höhe-
ren Anteilen der Fraktion >63 μm zu Verdünnungseffekten, wenn die Fraktion <2 mm untersucht wird
(K
LUGE et al., 1992). In einem FuE-Vorhaben des LfUG konnte an Proben des Freiberger Raumes
nachgewiesen werden, dass bei den Elementen As, Cd und Pb in den Fraktionen 20 bis 63 μm
(Grobschluff) und <20 μm (Mittelschluff bis Ton) gegenüber den Sandfraktionen in Gebieten mit zu-
sätzlichen anthropogenen Belastungen deutlich höhere Gehalte vorliegen (H
ERTWIG, 1999).
Nach BBodSchV sind für die Pfade Boden⇒Mensch (oral, dermal) und Boden⇒Nutzpflanze die Ge-
samtgehalte am Feinboden (<2 mm) zu bestimmen. Aufgrund der beschriebenen Anreicherungen in
der Schluff-Tonfraktion musste deshalb der umfangreiche Datenbestand der TU Bergakademie Frei-
berg (V
OLAND et al., 1990) bei der Bewertung der Vergleichbarkeit der Analysen ausgeschlossen
werden. Im Umkehrschluss bleiben auch die Datenbestände unberücksichtigt, wo die Spurenelemente
an der Gesamtprobe analysiert wurden (i. W. Daten der pedogeochemischen Prospektion). Hier kann
davon ausgegangen werden, dass es durch Aufmahlung von Grobboden (Kies, Grus) zu einem Ver-
dünnungseffekt der Schwermetallgehalte kommt, weil im Skelettanteil gesteinsbildende Minerale
(Quarz, Feldspat, Glimmer) dominieren, die relativ niedrige Schwermetallgehalte besitzen.
Die Bestimmung der mobilen Elementanteile (NH
4
NO
3
-Extraktion) erfolgte ausschließlich am Fein-
boden nach DIN 19730.
Die Analyse im wässrigen Auszug für den Wirkungspfad Boden⇒Grundwasser wurde an der Ge-
samtprobe (Unterboden) entsprechend dem Deutschen Einheitsverfahren (DEV S4) durchgeführt.
Aufschluss der Bodenproben
6

Nach der BBodSchV ist das System der Vorsorge-, Prüf- und Maßnahmenwerte, analog zur Klär-
schlammverordnung, auf die Bestimmung der Elementgehalte am Königswasser (KW)-extrahierbaren
Anteil aufgebaut. Die Untersuchungen im Rahmen der bodenkundlichen Landesaufnahme u. a. Projek-
ten basieren auf einem sog. Totalaufschluss, ein Säureaufschluss aus HF/HClO
4
/HNO
3
. In der Regel
liegen die Totalgehalte über den KW-extrahierbaren Gehalten. Im Rahmen eines UBA-
Forschungsvorhabens konnte durch U
TERMANN et al. (1999) an länderübergreifenden Datensätzen
nachgewiesen werden, dass zwischen dem Total- und KW-Aufschluss enge bis sehr enge Zusammen-
hänge existieren. Für den analytischen Vergleich zwischen Total- und KW-extrahierbaren Gehalten
liegen substrat- und elementspezifische, lineare Regressionsfunktionen zur Umrechnung in beide
Richtungen vor.
In einem FuE-Vorhaben des LfUG wurden analoge Untersuchungen für den Freiberger Raum durch
H
ERTWIG (1999) durchgeführt, die zu folgenden Regressionsgleichungen führten:
As
KW
= 0,16 + 0,99 As
tot
Cd
KW
=-0,05 + 1,0 Cd
tot
Pb
KW
= -12,94 + 1,01 Pb
tot
Diese Ergebnisse zeigen, dass bei As und Cd zwischen beiden Aufschlussverfahren nur geringfügige
Unterschiede bestehen, die im konkret vorliegenden Gehaltsniveau vernachlässigbar sind. Bei Blei ist
der Gehaltsunterschied jedoch etwas größer, so dass die Pb-Totalgehalte der Datenbestände nach der
o. g. Regressionsgleichung in KW-Gehalte umgerechnet wurden.
Bei einigen Großprojekten wurde zum Probenaufschluss 1,5 N-siedende Salpetersäure (HNO
3
) be-
nutzt. Methodische Untersuchungen von G
RÜN et al. (1990) ergaben, dass für Pb und Cd ca. 90 bis
100 % der KW-extrahierbaren Gehalte erreicht wurden (As nicht untersucht). Damit können die mit
dem HNO
3
-Aufschluss und dem KW-Aufschluss ermittelten Analysenergebnisse (mit einer gewissen
Vereinfachung) gleichgestellt werden.
Zur Bewertung des Wirkungspfades Boden⇒Nutzpflanze sind nach BBodSchV für die Elemente Pb,
Cd und Tl die mobilen Elementanteile anzuwenden. Größere Datenerhebungen fanden dazu erst in
jüngster Zeit statt, die alle nach DIN 19730 durchgeführt wurden und den gestellten Anforderungen
entsprechen.
Der Wirkungspfad Boden⇒Grundwasser (Schwermetalle) ist nach BBodSchV nach Gehalten im Bo-
densättigungsextrakt zu bewerten. Liegen solche Untersuchungen nicht vor, ist eine Ableitung von
Konzentrationen im Bodenwasser aus ammoniumnitratextrahierbaren Gehalten oder Eluatgehalten
nach DIN V 19735 möglich. Da im Rahmen der Sondermessnetze des LfUG Eluatanalysen nach DIN
38414-4 (Deutsches Einheitsverfahren S4) für Unterbodenproben erhoben wurden, ist eine Bewertung
des Wirkungspfades Boden⇒Grundwasser grundsätzlich möglich. Dabei ist zu beachten, dass die
Prüfwerte der BBodSchV für den Übergangsbereich von der ungesättigten zur wassergesättigten Bo-
denzone (Ort der Beurteilung) gelten. Der Ort der Probenahme stimmt nicht notwendigerweise mit
dem Ort der Beurteilung für das Grundwasser überein.
Analysenmethoden
Aufgrund der Entwicklung der Analysentechnik nach 1990 ist zu konstatieren, dass die in der
BBodSchV vorgeschriebenen Verfahren AAS, ICP-AES und ICP-MS in den Einzelprojekten ange-
wendet wurden. Als kritisch zu betrachten sind die älteren Analysen, welche mittels Atomemissions-
spektralanalyse (AES) ermittelt wurden. Dies betrifft vor allem die Datenbestände der geochemischen
Prospektion und die Pb-Gehalte von V
OLAND et al., 1999. Letztere wurden von KLUGE et al. (1992)
sehr kritisch bewertet. Da die Probenahmepunkte von 124 Proben mit denen von A
UERMANN et al.
(1990) von den Koordinaten her identisch sind, konnten statistische Untersuchungen zur Vergleich-
barkeit dieser beiden Großprojekte durchgeführt werden. Die für diese Proben berechneten Korrelati-
onskoeffizienten liegen sowohl für Pb als auch für Cd <0,7, was darauf hindeutet, dass die unter-
schiedlichen Messverfahren (und Korngrößen) doch unterschiedliche Einflüsse dokumentieren. Für Pb
wird dabei auf analysenbedingte Zufallsfehler der AES hingewiesen, die u. a. durch die organische
Substanz verursacht werden und sich in „zu niedrigen“ Pb-Gehalten widerspiegeln. Dies veranlasste
K
LUGE et al. (1992) dazu, die Daten der TU Bergakademie Freiberg teilweise bei der Betrachtung der
7

Schwermetallbelastungen auszuschließen und an den gemeinsamen Probenahmepunkten mit AUER-
MANN
et al. (1990) deren Ergebnisse zu bevorzugen.
Die Daten der TU Bergakademie Freiberg blieben aufgrund der untersuchten Kornfraktion (<63 μm)
und der analysenverfahrensbedingten Fehlerquellen bei Pb unberücksichtigt.
Aus analogen Gründen trifft dies auch für die Prospektionsdaten zu (Gesamtprobe, AES).
2.3
Validierter Datenbestand zur Beurteilung der Böden nach BBodSchV
Von den recherchierten Datenbeständen, zuzüglich zahlreicher Einzelproben, mussten aufgrund der
beschriebenen Abweichungen von den Anforderungen der BBodSchV fünf für die weiteren Bewer-
tungen zur Schwermetallbelastung der Böden im Untersuchungsgebiet ausgeschlossen werden (vgl.
Sachstandsbericht R
ANK et al., 1999). Damit liegen z. Z. für das gesamte Untersuchungsgebiet (vgl.
Abb. 4) auf ca. 520 km
2
parameterbezogen folgende Stichprobenzahlen vor:
Sachstandsbericht 2001
Untersuchter Parameter
Probenzahl
Oberboden
Probenzahl
Unterboden
Arsen
1659
1238
Cadmium
1874
1199
Blei
1919
1239
Kupfer
1536
1124
Zink
1812
1135
Thallium
1162
1152
NH
4
O
3
-Extraktionen
1082
Eluate DEV S4
1015
Der so validierte Datenbestand bildete die Grundlage für sämtliche Kartendarstellungen und die Be-
wertung der Gefährdungspfade nach BBodSchV.
3
Statistische Bearbeitung und Kartendarstellungen
Die Kartendarstellungen (Rasterkarten) erfolgten mit Hilfe des Geographischen Informationssystems
(GIS) ArcInfo einschließlich des GRID-Moduls. Mittels Inversdistanzwichtung (IDW) erfolgte eine
Interpolation auf eine Rastergröße von 250 x 250 m. Der Interpolationsradius beträgt 1 600 m, wobei
max. 9 Nachbarpunkte, die am nächsten gelegen sind, in die Berechnung eingingen. Die Klasseneintei-
lung erfolgte anhand der Berechnungen der Percentile 15, 25, 50 (Median), 75, 90, 95, 97 und 99 %
(mittels Standardsoftware SPSS), wie sie z. B. zur Bestimmung der Hintergrundwerte von Böden
(P50, P90) und zur Abtrennung von anomalen Elementgehalten (P97, P99) angewendet werden.
Für den ausgewählten Datenbestand ergeben sich für das Untersuchungsgebiet die in nachfolgenden
Tabellen für organische Auflagen, Ober- und Unterböden aufgeführten Percentile (unabhängig von
Substrat und Nutzung):
Element
1)
Oberboden *) s. u.
P15 P25 P50 P75 P90 P95 P97 P99
8

As
24 32 55 122 277 560 931 2296
Cd
0,41 0,54 0,95 1,9 4,1 6,6 8,8 15
Pb
66 88 169 347 765 1233 1785 3764
Cu
12 15 21 32 56 88 126 280
Zn
76 94 145 229 428 668 1032 1785
Tl
0,26 0,35 0,50 0,69 0,95 1,2 1,4 2,2
As
mob
<5 16 42 194 455 849 2646
Cd
mob
11 18 48 137 280 487 844 2205
Pb
mob
17 32 122 851 20950 52720 101530 332500
Tl
mob
<5 5 10 18 31 48 66 157
Element
1)
Unterboden
P15 P25 P50 P75 P90 P95 P97 P99
As
11 15 24 48 129 240 492 1111
Cd
0,10 0,15 0,30 0,60 1,4 2,5 3,3 7,7
Pb
22 29 55 122 338 622 918 2419
Cu
8,3 11 15 24 42 64 89 200
Zn
51 63 97 156 264 381 469 813
Tl
0,22 0,25 0,42 0,62 0,87 1,1 1,3 1,8
As
elu
0,50 0,90 2,3 5,7 16 37 69 248
Cd
elu
<0,1 0,17 0,25 0,53 1,4 2,3 3,6 10
Pb
elu
3 6,4 14 33 69 158 258 594
1) Gesamtgehalte mg/kg; mobile Gehalte (mob) μg/kg; Eluat-Gehalte (elu) μg/l
Zur besseren Konturierung von Flächen mit vermuteten Bodenbelastungen wurde für den Gefähr-
dungspfad Boden⇒Mensch eine Isoliniendarstellung gewählt (ArcView, Zellgröße 500 x 500 m), de-
ren Isokonzentratenabstände den nutzungsbezogenen Prüfwerten der BBodSchV entsprechen.
Für den Gefährdungspfad Boden⇒Nutzpflanze wurde eine Einzelpunktdarstellung jener Proben ge-
wählt, die je nach Nutzungsart (Acker - Nutzgarten; Grünland) die Prüf- und Maßnahmenwerte über-
schreiten. Aufgrund des kleinräumigen Wechsels der Nutzungsart erschien eine Isoliniendarstellung
nicht sinnvoll, da sonst über Nutzungsänderungen hätte hinweg interpoliert werden müssen, was letzt-
endlich zu einer stark geglätteten Isolinie und relativ ungenauen Abgrenzungen geführt hätte.
Zur Beurteilung des Wirkungspfades Boden⇒Grundwasser (Unterbodenhorizonte) kam ebenfalls eine
Einzelpunktdarstellung zur Anwendung. Eine Differenzierung der Gehalte erfolgte über den Bezug zu
den Z-Werten in den LAGA-Technische Regeln (TR). Auf die Unterschiede zwischen Geltungsbe-
reich der Prüfwerte und dem Ort der Beurteilung sei nochmals hingewiesen.
Sämtliche Kartendarstellungen erfolgen im Maßstab 1:50 000, was aus fachlicher Sicht der Datendich-
te, 4 Proben/km
2
, entspricht. Es handelt sich dabei um eine Darstellung
der regionalen Verteilung
von Schadstoffen in Böden. Eine Darstellung in größeren Maßstäben (1: 25 000 und größer), ohne ei-
ne entsprechende Erhöhung der Informationsdichte, ist aus unserer Sicht nicht zulässig. Die Daten-
dichte reicht nicht aus, um Flurstücken einen Elementgehalt zuweisen zu können.
*) Gegenüber dem Sachstandsbericht von 1999 ergeben sich generell niedrigere Pecentilgehalte. Die Ursache liegt i. W. in
der Erweiterung des Untersuchungsgebietes in den Randbereichen, die deutlich niedrigere Elementgehalte aufweisen.
Die Auenböden der Freiberger Mulde, des Münzbaches, der Bobritzsch und der Striegis wurden auf-
grund der eigenen Spurenelementdynamik der Auen getrennt betrachtet. Rechentechnisch wurde der
Auenbereich als Barriere behandelt und bei den Rasterkarten nicht in die Interpolation der „Nichtau-
enböden“ einbezogen. Da die Probenahmedichte in den Auen nicht ausreicht um die Gehalte flächen-
9

haft darstellen zu können, wurden die Auenabschnitte anhand der ermittelten Mediangehalte der Au-
enproben (P50) entsprechend der Gehaltsskala eingefärbt. Aufgrund der extrem starken Gehalts-
schwankungen dieser Böden sind diese Werte als „Richtwerte“ für ein anzutreffendes Gehaltsniveau
zu betrachten:
Mittlere Elementgehalte in den Auenböden (Mediangehalte, P50)
Oberböden
Aue As As
mob
Cd Cd
mob
Pb Pb
mob
Tl Tl
mob
Cu Zn
Freib. Mulde
bis Weißenborn
60
24
1,9
300
170
800
1,0
24
35
220
Freib. Mulde
ab Weißenborn
800
30
5,5
400
2700
11000
1,7
22
200
1000
Striegis
ab Langenau
230
18
2,8
90
550
180
0,7
30
50
430
Münzbach
800
40
10
30
2000
250
0,9
13
300
1600
Bobritzsch
80
20
1,3
300
220
4000
0,5
12
24
210
Unterböden
Aue As As
elu
Cd Cd
elu
Pb Pb
elu
Tl Cu Zn
Freib. Mulde
bis Weißenborn
60
n.b
1,0
n.b
140
n.b
1,0
20
150
Freib. Mulde
ab Weißenborn
220
n.b
2,5
n.b
1500
n.b
1,2
120
500
Striegis
ab Langenau
320
24
2,0
0,5
470
40
0,7
40
380
Münzbach
900
25
7
0,6
850
60
0,5
400
800
Bobritzsch
40
5
0,8
1,0
120
35
0,3
15
140
Elemente als Gesamtgehalte in mg/kg
mobile Anteile (mob) in μg/kg
Eluate (elu) in μg/l
n. b. – nicht bestimmt
10

4
Auswertung des Datenbestandes hinsichtlich der Überschreitung von Prüf-
und Maßnahmenwerten für die einzelnen Wirkungspfade
4.1 Wirkungspfad Boden
Mensch, direkte Aufnahme von Schadstoffen
Für den Pfad Boden⇒Mensch (orale, dermale Aufnahme) wurden nutzungsbezogene Prüfwerte auf
der Grundlage der KW-Gehalte der Feinbodenfraktion festgelegt (Tab. 1). Mit dem vorliegenden Da-
tensatz zu den Oberböden kann dieser Wirkungspfad für eine Beurteilung nur bedingt abgedeckt wer-
den, da die Untersuchungsstrategie der meisten Projekte i. W. auf die Ermittlung der regionalen Ele-
mentverteilung ausgerichtet waren und Siedlungsflächen nur in untergeordnetem Maße erfassten. An-
hand der Isolinienkarten lassen sich für die Leitparameter As, Cd, und Pb jedoch Flächen konturieren,
wo die Prüfwerte für den Pfad Boden⇒Mensch überschritten werden (Abb. 10, 20, 29).
Kinderspielflächen
Die Prüfwerte für Pb (200 mg/kg) und vor allem für As (25 mg/kg) werden in großen Teilen des Un-
tersuchungsgebietes überschritten (Brand-Erbisdorf - Freiberg - Halsbrücke, Hilbersdorf, Weißenborn,
Niederbobritzsch u. a.). Spezialuntersuchungen durch K
RETSCHMER (1993) auf 25 Kinderspielflächen
ergaben bei As 21, Cd 2 und bei Pb 18 Überschreitungen. Weitere Prüfwertüberschreitungen kommen
bei Cd hinzu, wenn die Haus- und Kleingärten in die Betrachtung einbezogen werden, die auch als
Aufenthaltsbereiche für Kinder genutzt werden (Prüfwert 2 mg/kg Cd). Dabei ist zu beachten, dass die
Kleingartenuntersuchungen nur im ehemaligen Landkreis Freiberg durchgeführt wurden (K
RONE-
MANN
et al., 1993). Aus Analogieschlüssen ist auch mit Prüfwertüberschreitungen in Kleingärten von
Brand-Erbisdorf zu rechnen, insbesondere in Bereichen mit intensivem Altbergbau.
Wohngebiete
Die flächenhaft größten Prüfwertüberschreitungen treten bei As (>50 mg/kg) auf und umfassen nahezu
das gesamte Altbergbaugebiet von Brand-Erbisdorf – Freiberg – Halsbrücke einschließlich der Gebiete
mit erhöhten Hüttenimmissionen (z. B. Bobritzsch). Bei Überschreitungen von Blei (>400 mg/kg) be-
trifft es vor allem die Ortslagen Brand-Erbisdorf - Freiberg (Mitte, Ost) - Hilbersdorf - Conradsdorf -
Halsbrücke. Prüfwertüberschreitungen bei Cd (>20 mg/kg) wurden nicht angetroffen.
Park- und Freizeitanlagen
Prüfwertüberschreitungen bei As (>125 mg/kg) sind vor allem in den Ortslagen Brand-Erbisdorf -
Freiberg (Mitte, Ost) - Hilbersdorf - Conradsdorf - Halsbrücke festzustellen, welche die Zentren der
Buntmetallvererzungen sowie die Immissionszentren der Schwermetalleinträge über den Luftpfad wi-
derspiegeln. Bei Blei werden die Prüfwerte (>1000 mg/kg) im Auenbereich des Münzbaches, der Frei-
berger Mulde ab Weißenborn und lokal in den Bergbauzentren überschritten.
Industrie/Gewerbe
Der Prüfwert für Industrie und Gewerbe beträgt für As 140 mg/kg und wird in den Ortslagen Brand-
Erbisdorf - Freiberg (Mitte, Ost) - Hilbersdorf - Conradsdorf - Halsbrücke großflächig überschritten.
Prüfwertüberschreitungen bei Blei (>2000 mg/kg) können vor allem in den Auenböden der Freiberger
Mulde (ab Weißenborn), in der Münzbachaue sowie an Altlaststandorten (Halden, Hütten, Erzwä-
schen) auftreten.
11

4.2 Wirkungspfad Boden
Nutzpflanze, Schadstoffübergang im Hinblick auf
die Pflanzenqualität und Wachstumsbeeinträchtigungen
Ackerbau, Gartenbau und Nutzgärten
Während für die Beurteilung des Schadstoffübergangs Boden⇒Nutzpflanze für As die Gesamtgehalte
des Königswasserauszugs am geeignetsten erscheinen, sind nach BBodSchV (§ 4, Anhang 1,2) für Cd
und Pb die mobilen Gehalte nach NH
4
NO
3
-Extraktion anzuwenden.
Bei den As-Gesamtgehalten wird der Prüfwert von 200 mg/kg vor allem auf den Acker- und Nutzgar-
tenstandorten in Freiberg (Mitte, Osten), Conradsdorf und Hilbersdorf, selten in größerer (Nordost-)
Entfernung der zentralen Bergbaustandorte und Hüttenanlagen angetroffen (z. B. Naundorf; vgl. Abb.
13).
Da der Gesetzgeber einen zweiten As-Prüfwert für Böden mit zeitweise reduzierenden Bedingungen
vorschreibt (50 mg/kg), wurden in Abb. 8 auch jene Standorte vermerkt, wo dieser Prüfwert über-
schritten wird, ohne konkret feststellen zu können, ob am jeweiligen Standort tatsächlich teilweise re-
duzierende Verhältnisse vorliegen. Danach können Prüfwertüberschreitungen im gesamten Raum
Brand-Erbisdorf - Freiberg - Halsbrücke und in den Auenböden auftreten. In hohem Maße sind auch
die Flächen zwischen der Freiberger Mulde und der Bobritzsch sowie Ackerstandorte bis unmittelbar
am Westrand des Tharandter Waldes betroffen.
Im Hinblick auf Wachstumsstörungen wird nach BBodSchV ein mobiler As-Gehalt (Prüfwert) von
400 μg/kg festgelegt. Ein derartiges Gehaltsniveau wird nur östlich von Muldenhütten, auf
Ackerstandorten südlich von Hilbersdorf, erreicht (Abb. 15).
Für Cd wird für einen Schadstoffübergang Boden⇒Nutzpflanze der mobile Elementanteil herangezo-
gen und nach BBodSchV als zweistufiger Maßnahmenwert (40 und 100 μg/kg) definiert (BBodSchV,
§ 4, Anhang 2). Da diese Untersuchungsverfahren flächenhaft erst in jüngster Zeit durch das LfUG
durchgeführt wurden, beträgt die Datendichte etwa 50 % der Untersuchungsdichte für die Bestimmung
der Gesamtgehalte (ca. 2 Proben/km
2
; vgl. Abb. 23).
Der Cd-Maßnahmenwert für Brotweizenanbau und hochanreichernde Gemüsearten (40 μg/kg) wird in
zahlreichen Einzelpunkten im gesamten Bergbaugebiet Brand-Erbisdorf - Freiberg - Halsbrücke und
darüber hinaus, infolge der Hüttenemissionen in östliche bis südöstliche Richtung, überschritten
(Bobritzsch, Lichtenberg).
Der generell gültige Cd-Maßnahmenwert für alle Nutzpflanzen beträgt 100 μg/kg. Überschreitungen
konzentrieren sich vor allem auf die Zentralbereiche der polymetallischen Gangvererzungen zwischen
Brand-Erbisdorf und Freiberg und auf den Immissionsbereich der Hüttenstäube von Halsbrücke und
Muldenhütten (Abb. 24). Infolge vorherrschender westlicher Luftströmungen sind Überschreitungen
der Maßnahmenwerte bis in den Raum Nieder- und Oberbobritzsch festzustellen. Durch die hohe Lös-
lichkeit der emittierten Staubpartikel treten Überschreitungen der Cd-Maßnahmenwerte auch dort
noch auf, wo die Cd-Gesamtgehalte relativ niedrig sind und unter 2 mg/kg liegen.
Unter Berücksichtigung des Cd-Prüfwertes von 2 mg/kg (Gesamtgehalt) für Haus- und Nutzgärten
(Tab. 2) sind flächenhafte Überschreitungen im gesamten Freiberger - Halsbrücker Raum und in östli-
cher Richtung bis an die Bobritzsch festzustellen. Aufgrund der Cd-ärmeren Erzparagenesen im Bran-
der Raum (vgl. Abb. 2) und einer schwächeren Beeinflussung durch Hüttenemissionen treten Cd-
Gehalte >2 mg/kg in diesem Gebiet nur im Zentralteil der Vererzungen auf (Abb. 20).
Analog zum Cd wird für Pb der mobile Elementanteil für den Schadstoffübergang Boden⇒Nutzpflan-
ze herangezogen, aber als Prüfwert (100 μg/kg) definiert (Tab. 2).
Die Ackerstandorte mit Pb
mob
-Prüfwertüberschreitungen sind mit den Standorten der Cd
mob
-
Maßnahmenwertüberschreitung nahezu identisch. Infolge der enormen Emissionen der Muldenhütten
konnten hohe mobile Pb-Gehalte bis an den Tharandter Wald (vgl. Abb. 32) bzw. bis an die Ostgrenze
des Untersuchungsgebietes auf den Ackerstandorten festgestellt werden (Abb. 33).
Mobile Tl-Gehalte oberhalb des Prüfwertes von 100 μg/kg wurden nur auf drei Ackerstandorten fest-
gestellt, die sich alle in nordöstlicher Richtung der Muldenhütten in Hauptwindrichtung befinden
(Abb. 39).
12

Grünland
Für die Nutzungsart Grünland wurden für den Schadstoffübergang Boden⇒Nutzpflanze in der
BBodSchV ausschließlich Maßnahmenwerte festgeschrieben (Tab. 2).
Überschreitungen des As-Maßnahmenwertes von 50 mg/kg sind in großen Teilen des Untersuchungs-
gebietes festzustellen (vgl. Abb. 13), insbesondere ist der Zentralteil des Brand-Erbisdorfer - Freiberg
- Halsbrücker-Bergbaureviers und darüber hinaus bis Großschirma - Großvoigtsberg betroffen. Infolge
der Hüttenemissionen ist dieses Gehaltsniveau auch auf Grünlandflächen von Bobritzsch und Naun-
dorf bis an den Ostrand des Tharandter Waldes festzustellen.
Westlich des Freiberger Bergbaureviers sind nur wenige Standorte mit Überschreitungen des As-
Maßnahmenwertes anzutreffen, wie z. B. in der Striegisaue.
Der Cd-Maßnahmenwert für Grünlandflächen (20 mg/kg) dürfte wohl relativ selten übertroffen wer-
den. Nach den hier validierten Analysendaten ist nur ein Auenstandort des Münzbaches betroffen.
Überschreitungen des Pb-Maßnahmenwertes für Grünlandstandorte (1 200 mg/kg) sowie Cu (200
mg/kg, Nutzung durch Schafe) sind im Wesentlichen auf die Auenböden des Münzbaches und der
Freiberger Mulde (ab Weißenborn) sowie auf die unmittelbare Nachbarschaft der Hüttenanlagen von
Freiberg und Muldenhütten beschränkt.
Der Tl-Maßnahmenwert von 15 mg/kg wurde nur auf einem Grünlandstandort überschritten.
4.3 Wirkungspfad Boden
Grundwasser
Der Wirkungspfad Boden⇒Grundwasser (Schwermetalle) ist nach BBodSchV nach Gehalten im Bo-
densättigungsextrakt zu bewerten. Liegen solche Untersuchungen nicht vor, ist eine Ableitung von
Konzentrationen im Bodenwasser aus ammoniumnitratextrahierbaren Gehalten oder Eluatgehalten
nach DIN V 19735 möglich. Da im Rahmen der Sondermessnetze des LfUG Eluatanalysen nach DIN
38414-4 (Deutsches Einheitsverfahren S4) für Unterbodenproben erhoben wurden, ist eine Bewertung
des Wirkungspfades Boden⇒Grundwasser grundsätzlich möglich.
Bei der Bewertung dieser Eluatanalysen nach BBodSchV kommt es zu häufigen Prüfwertüberschrei-
tungen bei As, Cd und Pb vor allem im Bereich der Gangvererzungen in Brand-Erbisdorf – Freiberg -
Halsbrücke und östlich der Muldenhüttener und Halsbrücker Essen (Abb. 17, 26, 35). Dabei ist erneut
darauf hinzuweisen, dass die Prüfwerte der BBodSchV für den Übergangsbereich von der ungesättig-
ten zur wassergesättigten Bodenzone (Ort der Beurteilung) gelten. Der Ort der Probenahme (hier: Un-
terböden) stimmt nicht notwendigerweise mit dem Ort der Beurteilung für das Grundwasser überein.
5
Zur Spurenelementverteilung auf Forststandorten
Im Rahmen der Sondermessnetze des LfUG wurden neben den o. g. Nutzungsarten auch die Waldbö-
den (Oh-Horizonte, Ober- und Unterböden) in die Untersuchung der As- und Schwermetallgehalte
einbezogen, auch wenn die BBodSchV auf diese Bodennutzungsart nicht abzielt.
Parameterbezogene Probenzahlen:
Sachstandsbericht 2001
Probenzahl
Org. Auflage,
13

Untersuchter Parameter
Oh-Horizont
Arsen
129
Cadmium
128
Blei
129
Kupfer
129
Zink
129
Thallium
118
Statistische Maßzahlen Oh-Horizonte:
Elemente
in mg/kg
Organische Auflage, Oh-Horizont
P15 P25 P50 P75 P90 P95 P97 P99
As
27 45 90 170 340 1155 1948 5896
Cd
0,37 0,48 0,80 1,3 2,5 5,1 8,7 11
Pb
192 264 428 796 1660 3365 6100 9416
Cu
26 31 42 58 91 178 212 464
Zn
63 80 114 160 307 476 633 1408
Tl
0,23 0,30 0,44 0,62 1,0 1,3 1,5 3,0
Generell ist festzustellen, dass die Oh-Horizonte unter Forst gegenüber den Oberböden anderer Nut-
zungsarten z. T. deutliche höhere (massebezogene) Schwermetallanreicherungen aufweisen (As, Cu,
Pb). Die Ursachen der besonders hohen Belastung der Waldböden liegen einerseits im sog. Auskämm-
effekt der Wälder (Interzeptionsdeposition), zum Anderen an den lokal hohen Schwermetallemissio-
nen der Hütten im Freiberger Raum und die verstärkte Bindung von As und Pb an die organische Sub-
stanz.
Relativ niedrige Cd- und Zn-Gehalte in den organischen Auflagen (und auch im Oberboden, Unterbo-
den) deuten darauf hin, dass infolge der fortschreitenden Versauerung (Abb. 5 bis 7) diese Elemente
gelöst und in tiefere Bodenschichten, evtl. bis ins Grundwasser, transportiert und weggeführt wurden.
Hohe mobile As- und Pb-Gehalte im Oberboden sowie relativ hohe Pb-Eluatgehalte im Unterboden
der Forststandorte indizieren für das Schutzgut Grundwasser eine verstärkte Gefährdung.
Im Hinblick auf schädigende Wirkung der Ökosystemkomponenten nach T
AYLOR (1992) verdienen
die hohen Pb- und Cu-Gehalte in den Oh-Horizonten besondere Beachtung.
14

 
Vorsorgewerte für Humusauflagen nach PRÜEß (1994) und Schwermetallkonzentrationen im Humus
mit schädigenden Wirkungen auf Ökosystemkomponenten (T
AYLOR, 1992)
As Cd Cu Pb Tl Zn
mg/kg
Vorsorgewert org. Auflage
(PRÜEß)
10 0,7 20 130 0,4 85
Orientierungswerte (TAYLOR)
Biochemische Aktivität
3,5-7,0
20
>500
600
Bodenatmung 3,5-7,0 20 >500 600
Stickstoffumsetzung
-
20
-
-
Mikroflora 7 20-35 >500 300 ?
Bodentiere, Invertebraten
>10 <100 150
<500
kritische Schwermetallbelastung
3,5
20
150
300
6
Spurenelementgehalte auf Halden
Im Rahmen von Wismut-Altlastenuntersuchungen wurden durch die Firmen G.E.O.S. Freiberg und
beak consultants GmbH Haldenproben entnommen (0 bis 20 cm), die nachträglich auf As, Cd, Pb und
Zink analysiert wurden. Am Gesamtdatenbestand von 119 Proben wurden analog zu den Bodenproben
die Percentilwerte der Elementgehalte berechnet und die Analysenwerte als Punktkarten dargestellt
(Abb. 46 bis 49). Da die Elementgehalte auf den Halden extrem stark schwanken können (analog den
Auenböden), sind diese Daten nur eingeschränkt belastbar und sollten lediglich exemplarisch als lokal
mögliche Gehaltsniveaus betrachtet werden.
7
Zusammenfassung und weitere Vorgehensweise
Aufgrund der geogenen und anthropogenen Schwermetallbelastung der Böden war im letzten Jahr-
zehnt der Freiberger Raum wiederholt Objekt umweltgeochemischer Untersuchungen. Im Rahmen des
vorliegenden Sachstandsberichtes wurden die vorliegenden Altdaten hinsichtlich ihrer Qualität für ei-
ne Verwendung im Rahmen der BBodSchV geprüft und zusammen mit den Datenerhebungen des
LfUG für die Erstellung eines Kartenwerks (Maßstab 1:50 000) zur Beurteilung der Wirkungspfade
Boden⇒Mensch, Boden⇒Nutzpflanze und Boden⇒Grundwasser nach BBodSchV zusammengeführt.
Für das Untersuchungsgebiet von ca. 520 km
2
liegt somit eine parameterbezogene Untersuchungsdich-
te von 2 bis 4 Proben/km
2
für Oberbodenhorizonte vor.
Die Böden des Freiberger Raumes weisen die höchsten Pb und Cd-Gehalte im Freistaat Sachsen auf.
Die Intensität der As-Belastung wird nur im Raum Ehrenfriedersdorf übertroffen.
Wirkungspfad Boden⇒Mensch, Überschreitungen Prüfwerte Gesamtgehalte
-
As, (Cd), Pb Kinderspielflächen
-
As, Pb Wohngebiete
-
As (Pb) Park- und Freizeitanlagen, Industriegebiete
Wirkungspfad Boden⇒Nutzpflanze, Überschreitungen Prüfwerte/Maßnahmenwerte
-
As, Gesamtgehalte, insbesondere Grünlandflächen
-
Cd, Gesamtgehalte Hausgärten/Kleingärten; mob-Gehalte Hausgärten/Acker
-
Pb, mob-Gehalte Hausgärten/Kleingärten und Acker
Wirkungspfad Boden⇒Grundwasser, Überschreitungen Prüfwerte Bodensättigungsextrakt (abge-
leitet aus Eluaten der Unterbodenhorizonte)
-
As, (Cd), Pb
Bezüglich der Datendichte wird seitens des LfUG eingeschätzt, dass der vorliegende Datenpool für ei-
ne Abgrenzung von Gebieten mit erhöhten Schadstoffgehalten und für eine Ausweisung von Boden-
15

planungsgebieten ausreicht. Dies betrifft sowohl die Abgrenzung eines „Belastungsgebietes“ nach au-
ßen (zum „unbelasteten“ Bereich) als auch eine evtl. notwendige innere Gliederung des „belasteten“
Bereichs. Die vorliegende Datendichte entspricht etwa der Datendichte im Raum Goslar/Harz
(S
CHMOTZ, 2001), wo durch den Landkreis, als zuständige Bodenschutzbehörde, die Ausweisung ei-
nes Bodenplanungsgebietes erfolgt ist. Bei Spezialuntersuchungen (z. B. mobile Elementanteile) ist
der in Freiberg vorliegende Kenntnisstand deutlich höher.
Eine Darstellung bzw. Interpretation der Ergebnisse im Maßstab 1:25 000 oder gar 1:5 000, bzw. die
Zuweisung von Elementgehalten zu definierten Flurstücksgrenzen, ist mit dem vorliegenden Datenbe-
stand nicht zulässig. Eine flächendeckende Bewertung der Schwermetallbelastung der Böden im Maß-
stab 1:5 000 würde eine Datendichte von ca. 400 Proben/km
2
erfordern, was einem Raster von 50 x 50
m entspräche. Eine derartige Verdichtung ist finanziell nicht vertretbar und auch nicht erforderlich.
Seitens des LfUG sind daher keine weiteren Erhebungen geplant. Ein Bedarf zur Fortführung der Un-
tersuchungen besteht aus unserer Sicht nur im lokalen Rahmen, wo durch die regionalen Arbeiten
Überschreitungen der Prüf- und Maßnahmenwerte angezeigt wurden. Hier sollte durch spezielle nut-
zungs- und schutzgutbezogene Untersuchungen (u. a. Kinderspielflächen, Wohngebiete, Flächen zur
Erzeugung von Nahrungsmitteln) sukzessiv im Einzelfall der Datenbestand für das Verwaltungshan-
deln erweitert werden.
8
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17

 
Tab. 1: Verwendete Datenbestände „Stoffliche Untersuchungen der Böden im Raum Freiberg“ (größere Projekte)
Lfd.-Nr. 1 2 3 4
Datenbestand/Projekt
Sondermessnetz Freiberg 1
Sondermessnetz Freiberg 2
Bodenuntersuchungen Raum
Freiberg
Untersuchungen zur Schwer-
metallbelastung im Raum Frei-
berg
Autor/Institution
RANK et al., 1999, LfUG FG
unveröff. Daten
RANK et al., 2001, LfUG FG
unveröff. Daten
AUERMANN et. al.,1990
Hygieneinstitut Chemnitz (HIC)
RANK, 1990, GLU GmbH Frei-
berg
Zeitraum Datenerhebung 1998 2000 1990 1990
Untersuchungszweck
Verdichtung der Untersuchungs-
kampagne der Lfd.-Nr. 3
Erweiterung des Untersuchungs-
gebietes in den Randbereichen
der Belastungen, Verdichtungen
im Zentrum
Umweltgeochemische Untersu-
chungen geogen und anthropo-
gen beeinflußter Böden
Orientierende Untersuchungen
zur Anwendung der Phytoremidia-
tion
Untersuchungsart
Raster 1 x 1 km, z. T. dichter
Randbereich Raster 1 x 1 km, 3
Teilgebiete 250 x 250m für me-
thodische Untersuchungen
Raster 1 x 1 km (analog Lfd.-Nr 3
an 124 Standorten)
Punktproben
Probenahmepunkte Raum
Freiberg
439 600 194 13
Probenzahl 954 1256 194 13
Art der Probenahme
horizontbezogen
horizontbezogen
nach Tiefenstufen, 0 bis 20 cm
nach Tiefenstufen 10 bis 30 cm
Beprobte Horizonte
Org. Auflage (Oh-Horiz.); minera-
lischer Oberboden („A-Horiz„),
Unterboden („B-Horiz.„)
Org. Auflage (Oh-Horiz.); minera-
lischer Oberboden („A-Horiz„),
Unterboden („B-Horiz.„)
mineralischer Oberboden („A-
Horiz.„)
mineralischer Oberboden („A-
Horiz.„)
Untersuchte Kornfraktion
<2 mm
<2 mm
Gesamtprobe zerkleinert, auf
2 mm abgesiebt
<2 mm
Elementspektrum
As, Cd, Cu, Pb, Sb, Tl, Zn
As
mob
, Cd
mob
, Pb
mob
,Tl
mob
(Ober-
boden)
As
H2O
, Cd
H2O
, Pb
H2O
(Unterboden)
As, Cd, Cu, Pb, Sb, Tl, Zn
As
mob
, Cd
mob
, Pb
mob
,Tl
mob
(Ober-
boden)
As
H2O
, Cd
H2O
, Pb
H2O
(Unterboden)
As, Cd, Pb, Zn
As, Cd, Cr, Cu, F, Ni, Pb, Sn, Zn
As
H2O
, Cd
H2O,
Cr
H2O
, Cu
H2O
, Ni
H2O
,
Pb
H2O
, Zn
H2O
Probenaufschluss,
Analysenverfahren
Königswasser DIN 38414-S7, Tl
HNO
3
-Extr.; mob.-Gehalte:
NH
4
NO
3
-Extr. DIN E 19730; H
2
O-
Gehalte DIN 38414 Teil 4, DEV
S4; AAS
Königswasser DIN 38414-S7, Tl
HNO
3
-Extr.; mob.-Gehalte:
NH
4
NO
3
-Extr. DIN E 19730; H
2
O-
Gehalte DIN 38414 Teil 4, DEV
S4; AAS
HNO
3
-Extraktion
AAS
Totalgehalte, AAS,
H
2
O-Gehalte: Elution mit Wasser
DIN 38414 Teil 4, DEV S4
AAS
Bewertung der Probenahme-
und Analysenverfahren
nach BBodSchV
Probenahme und Analytik ent-
sprechen Anforderungen der
BBodSchV
Probenahme und Analytik ent-
sprechen Anforderungen der
BBodSchV
Probenahme durch 20 Einstiche
am Standort mit Bodenstecher,
Sammelprobe, Analytik entspricht
teilweise BBodSchV, Aufschluss
gilt als „KW-äquivalent“
Cd nicht verwendbar, Umrech-
nung Totalgehalte Pb in Gesamt-
gehalte

 
Lfd.-Nr. 5 6 7 8
Datenbestand/Projekt
Mengen- u. Spurenelemente in
Waldböden Osterzgebirge
Schwermetallbelastung ausge-
wählter Kleingartenanlagen
Landkreis/Stadt Freiberg
Gutachten Gewerbegebiet Zug-
Frauensteiner Straße
Geochemische Kartierung Blatt
Tanneberg
Autor/Institution
KLINGER (Diss. Tharandt)
KRONEMANN et al., 1993, AUA
GmbH Jena
FISCHER, 1991, GLU GmbH Frei-
berg
BROSIG 1987, Dipl.-Arb. BAF
Zeitraum Datenerhebung
1994
1992
1991
Pobenahme1986/Analytik 2001
Untersuchungszweck
Laterale SM-Verteilung in Boden-
profilen unter Forst (Schürfe)
Untersuchung SM-Transfer Bo-
den-Pflanze
Untersuchung auf potentielle Bo-
denkontaminationen
Geochemische Prospektion in
anthropogen veränderten Land-
schaften
Untersuchungsart Punktproben Mischprobe aus 10 bis 15 Einsti-
chen/Gartenanlage
Punktproben Punktproben
Probenahmepunkte
31
54
16
132
Probenzahl 177 54 21 264
Art der Probenahme
nach Tiefenstufen
nach Tiefenstufen 0 bis 20 cm
horizontbezogen
horizontbezogen
Beprobte Horizonte
mineralischer Oberboden („A-
Horiz.„), Unterboden („B-Horiz.„),
C-Horizonte
„Kulturboden“ („A-Horiz.„)
mineralischer Oberboden („A-
Horiz.„), Unterboden („B-Horiz.„)
mineralischer Oberboden („A-
Horiz.„), Unterboden („B-Horiz.„)
Untersuchte Kornfraktion
<2 mm
<2 mm
< 2 mm
<2 mm
Elementspektrum
As, Cd, Pb, Cu, Zn u. a.
As, Cd, Pb, Zn
As, Cd, Cu, Pb, Zn
As, Cd, Pb, Tl
Probenaufschluss,
Analysenverfahren
Totalgehalte
Königswasser DIN 38414-S7
Totalgehalte
AAS
Königswasser DIN 38414-S7
Bewertung der Probenah-
me- und Analysenverfahren
nach BBodSchV
Zuordnung der Proben zu Horizon-
ten, Daten generell geeignet
Umrechnung Pb-Totalgehalte in
Gesamtgehalte
Probenahme und Analytik entspre-
chen Anforderungen der
BBodSchV
Umrechnung Pb-Totalgehalte in
Gesamtgehalte, Cd nicht ver-
wendbar
Probenahme und Analytik entspre-
chen Anforderungen der
BBodSchV

Lfd.-Nr. 9 10 11 12
Datenbestand/Projekt
FuE-Vorhaben Ref. 61 GC
FuE-Vorhaben Ref. 62
Bodenmessnetz Freistaat Sach-
sen
Untersuchung Auenböden
Raum Freiberg
Autor/Institution
Fa. beak Consultants Freiberg
TU Justus Liebig Gießen
RANK et al., 1998, LfUG FG
PÄLCHEN, 1990, GLU GmbH
Freiberg
Zeitraum Datenerhebung
1998
1997/1998
1993 bis 1997
1990
Untersuchungszweck
Unterscheidung geogener und
anthropogener Stoffeinträge in
Böden
Verlagerung/Rückhaltevermögen
von Schwermetallen
Flächendeckende stoffliche Unter-
suchung
Untersuchung SM-Belastung Au-
enböden
Untersuchungsart
Bodenprofile
Bodenprofile
Raster 4 x 4 km
Catenen
Probenahmepunkte Raum
Freiberg
7 40 39 43
Probenzahl 59 160 78 99
Art der Probenahme
horizontbezogen und nach Tiefen-
stufen
horizontbezogen horizontbezogen horizontbezogen
Beprobte Horizonte
mineralischer Oberboden („A-
Horiz.„), Unterboden („B-Horiz.),
„C-Horiz.„
mineralischer Oberboden („A-
Horiz.„), Unterboden („B-Horiz.„)
Org. Auflage (Oh-Horiz.); minerali-
scher Oberboden („A-Horiz.„) Un-
terboden („B-Horiz.„)
mineralischer Oberboden („A-
Horiz.„), Unterboden („B-Horiz.„),
„C-Horiz.„
Untersuchte Kornfraktion
<2 mm und z. T. weitere Fraktio-
nen
<2 mm
<2 mm
<2 mm
Elementspektrum
As, Cd, Co, Cr, Cu, Ni, Pb, Sb, Sn,
Tl, Zn
As
mob
, Cd
mob
, Pb
mob
, Tl
mob
As, Cd, Pb
As, Cd, Cr, Cu, F, Hg, Mn, Ni, Pb,
Zn
As
mob
, Cd
mob
, Pb
mob
(Oberboden)
As, Cd, Ni, Pb, Sb, Tl, Zn
Probenaufschluss,
Analysenverfahren
Königswasser DIN 38414-S7, AAS
mob-Gehalte: NH
4
NO
3
-Extr. DIN E
19730
Königswasser DIN 38414-S7
AAS
Totalgehalte; Hg Königswasser
DIN 38414-S7
AAS
mob-Gehalte: NH
4
NO
3
-Extr. DIN E
19730
Totalgehalte
AAS
Bewertung der Probenah-
me- und Analysenverfahren
nach BBodSchV
Probenahme und Analytik entspre-
chen Anforderungen der
BBodSchV
Probenahme und Analytik entspre-
chen Anforderungen der
BBodSchV
Umrechnung Pb-Totalgehalte in
Gesamtgehalte
Umrechnung Totalgehalte in Ge-
samtgehalte

Lfd.-Nr. 13 14 15 16
Datenbestand/Projekt
Untersuchungen zum Schwer-
metalleintrag in die Nahrungs-
kette im Landkreis Freiberg
Untersuchung landwirtschaft-
lich genutzter Böden
Bodenkundliche Landesauf-
nahme
Untersuchungen Gewerbegebie-
te, Baugebiete
Autor/Institution
GRÜN et al., 1991
Agrar- und Umweltanalytik GmbH
Jena
Sächs. Landesanst. f. Landwirt-
schaft, LUFA Leipzig
LfUG Freiberg, Ref. 61 BK
unveröff. Daten
Verschiedene Ing.-büros
unveröff. Daten
Zeitraum Datenerhebung
1990-1991
1990-1992
1990 bis 1998
1990 bis 1998
Untersuchungszweck
Untersuchung der Schwermetall-
belastung landw. genutzter Böden
und Agrarprodukte
Untersuchung der Schwermetall-
belastung landw. genutzter Böden
Stoffliche Charakterisierung von
Leitprofilen
Stoffliche Charakterisierung von
Baugebieten
Untersuchungsart
schlagbezogen, Mischprobe von
20 bis 30 Einstichen/Schlag
schlagbezogen, Mischprobe von
20 bis 40 Einstichen/Schlag
Bodenprofil Bodenprofil
Probenahmepunkte Raum
Freiberg
217 132 24 67
Probenzahl 619 132 146 134
Art der Probenahme
nach Tiefenstufen 0-20 cm
nach Tiefenstufen 0 bis 20 cm
horizontbezogen
tiefenstufenbezogen
Beprobte Horizonte „Kulturboden„ („A-Horiz.„) „Kulturboden„ („A-Horiz.„) mineralischer Oberboden („A-
Horiz.„), Unterboden („B-Horiz.„),
„C-Horiz.„
mineralischer Oberboden („A-
Horiz.„), Unterboden („B-Horiz.„),
„C-Horiz.„
Untersuchte Kornfraktion
<2 mm
Gesamtprobe, größere Steine
ausgelesen, gemahlen, auf <0,5
mm abgesiebt
<2 mm
<2 mm
Elementspektrum
Cd, Cu, Hg, Ni, Pb, Zn, As z. T.
As, Cd, Cr, Cu, Hg, Ni, Pb, Zn
As, Ba, Cd, Cr, Cu, F, Hg, Mo, Ni,
Pb, Sr, Zn
z. T. wechselnd
As, Cd, Cr, Cu, Hg, Ni, Pb, Zn
z. T. wechselnd
Probenaufschluss,
Analysenverfahren
1,5 N HNO
3
, ICP-AES, FAAS
Hg-H
2
SO
4
/H
2
O
2
, Kaltdampf AAS
Königswasser DIN 38414
AAS
Totalgehalte, Hg Königswasserex-
traktion
AAS
Königswasser
Bewertung der Probenah-
me- und Analysenverfahren
nach BBodSchV
Probenahme, Analytik entspricht i.
wesentlichen Vorgaben der
BBodSchV
Aufschluss gilt als „KW-äquivalent“
Bodenfraktion weicht von Anforde-
rungen BBodSchV ab
außer Cd Daten generell geeignet,
Umrechnung Pb-Totalgehalte in
Gesamtgehalte
Daten generell geeignet, Zuord-
nung der Proben zu Horizonten

Lfd.-Nr. 17 18 19
Datenbestand/Projekt
Untersuchungen von Kinder-
spielplätze
Untersuchung Auenböden
Sachsen
Radiologische Erfassung, Un-
tersuchung und Bewertung
bergbaulicher Altlasten, UG 20a
Freiberg
Autor/Institution
KRETSCHMER, 1993
BEUGE & ULIQUE, 1998
Beak Freiberg, G.E.O.S. Freiberg
(Probenahme)
Zeitraum Datenerhebung
1993
1994-1998
1997/1999
Untersuchungszweck
Gefährdungsabschätzung auf Kin-
derspielplätzen Raum Freiberg
Stoffliche Charakterisierung Auen-
böden
Ergänzende SM-Untersuchungen
LfUG, G.E.O.S.
Untersuchungsart Punktprobe Catenen Punktproben
Probenahmepunkte Raum
Freiberg
30 5 119
Probenzahl 30 21 119
Art der Probenahme
tiefenstufenbezogen
horizontbezogen
tiefenstufenbezogen (0 bis 20 cm)
Beprobte Horizonte
mineralischer Oberboden
Mineralischer Oberboden („A-
Horiz.„), Unterboden („B-Horiz.„),
„C-Horiz
.„
Mineralischer Oberboden („A-
Horiz.„),
Untersuchte Kornfraktion
<2 mm
<2 mm
<2 mm
Elementspektrum
As, Cd, Cr, Cu, Hg, Ni, Pb, Zn
As
mob
, Cd
mob
, Pb
mob
As, Cd, Cr, Cu, Hg, Ni, Pb, Tl, Zn
As
mob
, Cd
mob
, Pb
mob
, Tl
mob
As, Cd, Pb
Probenaufschluss,
Analysenverfahren
Totalgehalte
NH
4
NO
3
-Extr. DIN E 19730
Königswasser
NH
4
NO
3
-Extr. DIN E 19730
Totalgehalte, Königswasser
Bewertung der Probenah-
me- und Analysenverfahren
nach BBodSchV
Daten generell geeignet
Umrechnung Pb-Totalgehalte in
Gesamtgehalte
Probenahme, Analytik entspricht
Vorgaben der BBodSchV
Verwendung der Originaldaten