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4.2 Kinder- und Jugendarbeitsschutz
Dipl.-Ing. (FH) Regina Kloppisch, Sächsisches Staatsministerium fürWirtschaft, Arbeit und Verkehr
4.2.1 Bericht des Landesausschusses für Jugendarbeitsschutz
Am 3. Mai und 6, Dezember 2012 trat der
Landesausschuss für Jugendarbeitsschutz beim
Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr zu seiner 38. und 39. Sit¬
zung zusammen.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt war der Bericht
des SMWA, Referat 25, Frau Kunze, über den
Schulgesundheitstag an der Hotelfachschule
Susanna-Eger in Leipzig. Die Auszubildenden
hatten anonym über massive Verletzungen des
Jugendarbeitsschutz- und des Arbeitszeitge¬
setzes im Hotel- und Gaststättengewerbe in¬
formiert. In Auswertung des Schulgesund-
heitstages kam es zu Aktivitäten durch das
Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr, wie Gespräche mit dem
DGB Arbeitskreis Arbeitsschutz, den Haupt¬
geschäftsführern der Industrie- und Handels¬
kammern, der Handwerkskammern und der
Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e. V.,
dem Deutschen Hotel- und Gaststättenver¬
band Sachsen e.V. sowie den Abteilungsleitern
Berufsausbildung der Kammern und der Lan¬
desdirektion Sachsen, Abteilung Arbeitsschutz.
Ziel war es, den fachlichen Austausch zu ver¬
stärken und eine bessere Vernetzung der Ak¬
teure herzustellen. Dabei wurde festgestellt,
dass die Qualität der Ausbildung wichtig ist,
damit in Anbetracht der rückläufigen Zahl der
Auszubildenden weiterhin Auszubildende für
den Hotel- und Gaststättenbereich gewonnen
werden können.
Die Arbeitsschutzbehörde wird weiter präven¬
tive Aktionen durchführen, um über die be¬
stehenden gesetzlichen Regelungen des Ju¬
gendarbeitsschutzgesetzes aufzuklären. Der
Landesausschuss hat dazu die Neuauflage
des Faltblattes »Wissenswertes zum Jugend¬
arbeitsschutz« angeregt.
Die Arbeitsschutzbehörde reagiert anlassbe¬
zogen auf Beschwerden, die den Betrieb be¬
nennen. Eine Verstärkung der Kontrollen ist
in Anbetracht des Personalrückgangs bei der
Landesdirektion Sachsen, Abteilung Arbeits¬
schutz, nicht möglich.
Der Landesausschuss für Jugendarbeitsschutz
befasste sich des Weiteren mit dem Bericht
der Landesdirektion Sachsen, Abteilung Arbeits¬
schutz, über die Kontrollen auf dem Gebiet
des Jugendarbeitsschutzes. Schwerpunkte der
Tätigkeit waren die Beratung der Unterneh¬
men zur Durchführung von Schülerpraktika,
zur Ferienarbeit und zur Beschäftigung von
Kindern und Jugendlichen im Kulturbereich.
Die Bilanz der festgestellten Verstöße hat sich
gegenüber dem Vorjahr wenig verändert. Die
meisten Verstöße stellen unterlassene Unter¬
weisungen über Gefahren dar. An zweiter
Stelle steht die Ausführung von Arbeiten mit
erhöhter Unfallgefahr. Das Risikobewusstsein
und die Gefahrenprävention in den Unter¬
nehmen und Schulen muss gefördert werden,
damit junge Menschen einen sicheren und
gesunden Start ins Arbeitsleben haben.
Der Landesausschuss informierte sich über
die Entwicklung der Arbeitsunfälle von Kin¬
dern und Jugendlichen in Sachsen sowie die
Ergebnisse des Arbeitsprogramms »Sensibili¬
sierung zum Thema Sicherheit und Gesund¬
heitsschutz in Schulen« im Rahmen der ge¬
meinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie
in Sachsen.
Ein weiteres Thema war die Vorstellung der
Berufsschulaktion »Echt Kapiert - sicher?!« der
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
(DGUV) zum Thema Arbeits- und Gesund¬
heitsschutz in der Ausbildung durch einen
Vertreter der DGUV. Leider entsprach die Re¬
sonanz der Schulen in Sachsen auf den Wett¬
bewerb noch nicht den Erwartungen. An der
sächsischen Abschlussveranstaltung in einer
Berufsfachschule in Riesa, bei der die Gewinner
prämiert wurden, nahmen im September 2012
auch Vertreter des Landesausschusses teil.
Der Landesausschuss für Jugendarbeitsschutz
besuchte in seiner Herbstsitzung die neuen
Werkstätten einer überbetrieblichen Ausbil¬
dungsstätte der Bauwirtschaft, um sich vor Ort
über die Situation des Jugendarbeitsschutzes
in der Ausbildung von Bauhauptberufen zu
informieren.
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