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Autor: AgUmenda GmbH; Homepage: agumenda.de; E-Mail:
info@agumenda.de
Redaktion: Silke Peschke;
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; Abteilung 7; Referat 71; Telefon: 035242 631-
7103; E-Mail: Silke.Peschke@smul.sachsen.de; Redaktionsschluss:
01.09.2021:
www.lfulg.sachsen.de
1
Bodenbearbeitung nach Winterraps
Problemstellung
Neben der leicht umsetzbaren Wurzelbiomasse im Boden (rd. 10 bis 17 dt Trockenmas-
se/ha) sind auch im Rapsstroh beachtliche Mengen an Stickstoff gespeichert. Bei einem
Kornertrag von 35 dt/ha kann mit 42 kg/ha Stickstoff im Stroh gerechnet werden (Tabelle 1
LfL, 2018). Auch die Bodenstruktur kommt der Mineralisierung des Boden-N-Pools zu Gute.
Tabelle 1: Zusammenhang zwischen Kornertrag und N-Entzug bei Winterraps
Korn-
ertrag
Korn-Stroh-
Verhältnis
Stroh-
ertrag
N-Gehalt
im Stroh
N-Menge
im Stroh
35 dt/ha
1:1,7
60 dt/ha
0,7 kg/dt
42 kg/ha
Über die Intensität der Bodenbearbeitung kann im Herbst der N
min
-Gehalt gut reguliert wer-
den. Eine intensive Bodenbearbeitung sorgt für einen großen Ernterest-Boden-Kontakt und
durchlüftet den Boden. Dadurch steigt die mikrobielle Aktivität innerhalb kürzester Zeit an.
Anstiege der N
min
-Gehalte auf bis zu 200 kg N
min
/ha stellen dabei keine Ausnahme dar. Der
in der Regel folgende Winterweizen kann diese Mengen im Winter nicht aufnehmen, womit
das Auswaschungs- und Denitrifikationsrisiko drastisch steigt.
Abbildung 1. Wallner Strohstriegel -Quelle:
AgUmenda GmbH- Marc Büchner, 2019
Abbildung 2. Kelly Kettenegge -Quelle:
AgUmenda GmbH - Marc Büchner, 2020
Bodenbearbeitung
Die lange Bodenbedeckungszeit von Winterraps von ungefähr elf Monaten, die günstige
Schattengare und das Pfahlwurzelsystem bieten gute Bedingungen, die Bodenbearbeitungs-
intensität und -häufigkeit zu reduzieren. Vor allem eine Reduktion der Bearbeitungstiefe ge-
währleistet die Keimung von Ausfallrapssamen. Dem Aufbau einer Samenbank aus Ausfall-
Fachinformationen Landwirtschaft

Autor: AgUmenda GmbH; Homepage: agumenda.de; E-Mail:
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raps wird so entgegengewirkt. Auswertungen einer Demonstrationsanlage aus dem Herbst
2019 zeigen einen einheitlichen Pflanzenbestand von Ausfallrapssamen nach flacher Bear-
beitung direkt nach der Ernte mit einem Strohstriegel. Im Vergleich zur herkömmlichen, un-
bearbeiteten Variante konnten so ca. 200 Rapspflanzen je Hektar zusätzlich ermittelt wer-
den.
Ein weiterer Vorteil einer reduzierten und flachen Bodenbearbeitung mit zum Beispiel Strie-
gel oder Kettenegge (Abbildung 1 und 2) ist , dass das Porensystem nicht gestört wird,
wodurch Niederschlag zügig infiltriert und der Folgekultur mehr Wasser zur Verfügung steht.
Abbildung 3 Verlauf des N
min
-Gehaltes nach der Rapsernte bis zum folgenden Frühjahr
Kann auf eine tiefere Bodenbearbeitung nicht verzichtet werden, ist die Häufigkeit dieser zu
reduzieren. Abbildung 3 zeigt die Entwicklung des N
min
-Gehaltes nach der Rapsernte bis in
das folgende Frühjahr.
Je Bearbeitungsgang wurden auf dem Standort ca. 25 kg N
min
/ha freigesetzt, wovon sich 17
kg N
min
/ha noch im darauffolgenden Frühjahr wiederfanden. Durch die geförderte Mineralisie-
rung aus dem Bodenvorrat kann zwar Mineraldünger eingespart werden. Langfristig bedeu-
ten negative Stickstoffsalden jedoch Humusverlust.
Je mehr und je intensiver der Boden bearbeitet wird, desto vollkommener findet eine Einmi-
schung der Erntereste in den Boden statt. Bereits nach einmaliger tiefer Bodenbearbeitung
konnten nur noch 19 % Bodenbedeckung ermittelt werden. Vergleichend dazu sei die Bo-
denbedeckung von 2 % nach dreimaliger Bodenbearbeitung genannt. Eine hohe Bodenbe-
deckung ist jedoch ein Garant für Erosionsschutz. In erosionsgefährdeten Gebieten ist die
Reduktion der Bearbeitungsintensität und der -tiefe daher sehr wichtig.
Fazit
Winterraps hinterlässt eine ausgezeichnete Bodenstruktur sowie Ernterückstände mit
viel Stickstoff die zügig mineralisieren
Die hervorragende Bodenstruktur ermöglicht eine Reduzierung der Bearbeitungsin-
tensität bei gleichzeitigem Erhalt des Porensystems.
Flache Bodenbearbeitung wirkt dem Aufbau eines Samenpotentials an Ausfallraps
entgegen.
Mehrmalige Bearbeitung reduziert die Bodenbedeckungsgrade enorm und erhöht
somit das Erosionsrisiko maßgeblich.
78
94
102
67
110
129
84
136
162
101
0
50
100
150
200
nach Rapsernte 2016 Spätsommer 2016
Vorwinter 2016
Nachwinter 2017
Nmin [kg/ha in 0-90 cm]
einmalig
zweimalig
dreimalig