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1
2
OPERATIONELLES
PROGRAMM
des Freistaates Sachsen
für den
Europäischen Sozialfonds (ESF)
im Förderzeitraum 2014 – 2020
Stand: 6. November 2014
OPERATIONELLES
PROGRAMM
des Freistaates Sachsen
für den
Europäischen Sozialfonds (ESF)
im Förderzeitraum 2014 – 2020
Stand: 12.06.2020

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen
für den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Dokumentinformationen
Seite 2 von 129
CCI-Nr. 2014DE05SFOP012
Bezeichnung
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den Europäischen Sozialfonds (ESF) im Förderzeit-
raum 2014 – 2020
Version 4.0
Erstes Jahr
2014
Letztes Jahr
2020
förderfähig ab
01.01.2014
förderfähig bis
31.12.2023
Beschluss der Kommission Nr.
C(2019)8053
Beschluss der Kommission vom
12.06.2020
Änderungsbeschluss des Mitglied-
staats Nr.
1/2020
Änderungsbeschluss des Mitglied-
staats Nr.
09.04.2020
Änderungsbeschluss des Mitglied-
staats in Kraft getreten am
09.04.2020
vom operationellen Programm abge-
deckte NUTS-Regionen
Dresden, Chemnitz, Leipzig

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen
für den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Inhaltsverzeichnis
Seite 3 von 129
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis ............................................................................................................................ 8
1
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur Unionsstrategie für
intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt ........................................................................... 10
1.1
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur Unionsstrategie für
intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt ........................................................................... 10
1.1.1
Beschreibung der Art und Weise, wie das Programm zur Umsetzung der
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum und
zum wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt beitragen soll .................. 10
1.1.2
Begründung der Auswahl der thematischen Ziele und der entsprechenden
Investitionsprioritäten in Bezug auf die Partnerschaftsvereinbarung auf der
Grundlage der Aufstellung der regionalen und nationalen Erfordernisse,
einschließlich des Erfordernisses der Bewältigung der Herausforderungen, die in
den entsprechenden gemäß Artikel 121 Absatz 2 AEUV angenommenen
länderspezifischen Empfehlungen und den entsprechenden gemäß Artikel 148
Absatz 4 AEUV angenommenen Ratsempfehlungen genannt sind, unter
Berücksichtigung der Ex-ante-Bewertung (Tabellenteil) ................................................... 30
1.2
Begründung der Mittelzuweisung ...................................................................................... 31
2
Prioritätsachsen ................................................................................................................. 35
2.A
Prioritätsachse A: Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und
Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte .................................................................... 35
2.A.1
Allgemeine Informationen .................................................................................................. 35
2.A.2
Begründung für die Einrichtung einer Prioritätsachse, die mehr als eine
Regionenkategorie, mehr als ein thematisches Ziel oder mehr als einen Fonds
betrifft ................................................................................................................................. 35
2.A.3 Fonds, Regionenkategorie und Berechnungsgrundlage für die
Unionsunterstützung .......................................................................................................... 36
2.A.4
Investitionspriorität 8iii.: Selbstständigkeit, Unternehmergeist und Gründung von
Unternehmen, einschließlich von innovativen Kleinstunternehmen sowie
innovativen kleinen und mittleren Unternehmen ............................................................... 36
2.A.4.1
Der Investitionspriorität entsprechende spezifische Ziele und erwartete Ergebnisse
........................................................................................................................................... 36
2.A.4.2
Maßnahmen, die im Rahmen der Investitionspriorität zu unterstützen sind ...................... 37
2.A.4.2.1 Beschreibung der Art und Weise für zu unterstützende Maßnahmen und ihres
erwarteten Beitrags zu den spezifischen Zielen ................................................................ 37
2.A.4.2.2
Leitgrundsätze für die Auswahl der Vorhaben ................................................................... 39
2.A.4.2.3
Geplante Nutzung der Finanzinstrumente ......................................................................... 39
2.A.4.2.4
Geplante Nutzung von Großprojekten ............................................................................... 39
2.A.4.2.5 Nach Investitionspriorität und nach Regionenkategorie aufgeschlüsselte
Outputindikatoren ............................................................................................................... 40

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen
für den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Inhaltsverzeichnis
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2.A.5 Investitionspriorität 8v: Anpassung der Arbeitskräfte, Unternehmen und
Unternehmer an den Wandel ............................................................................................. 40
2.A.5.1
Der Investitionspriorität entsprechende spezifische Ziele und erwartete Ergebnisse
........................................................................................................................................... 40
2.A.5.2
Maßnahmen, die im Rahmen der Investitionspriorität zu unterstützen sind ...................... 43
2.A.5.2.1
Beschreibung der Art und Beispiele für zu unterstützende Maßnahmen und ihres
erwarteten Beitrags zu den spezifischen Zielen ................................................................ 43
2.A.5.2.2
Leitgrundsätze für die Auswahl der Vorhaben ................................................................... 47
2.A.5.2.3
Geplante Nutzung der Finanzinstrumente ......................................................................... 47
2.A.5.2.4
Geplante Nutzung von Großprojekten ............................................................................... 47
2.A.5.2.5 Nach Investitionspriorität und nach Regionenkategorie aufgeschlüsselte
Outputindikatoren ............................................................................................................... 47
2.A.6 Soziale Innovation, transnationale Zusammenarbeit und Beitrag zu den
thematischen Zielen 1 – 7 .................................................................................................. 48
2.A.7
Leistungsrahmen ............................................................................................................... 49
2.A.8
Interventionskategorien ..................................................................................................... 50
2.B
Prioritätsachse B: Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut
und jeglicher Diskriminierung ............................................................................................. 52
2.B.1
Allgemeine Informationen .................................................................................................. 52
2.B.2
Begründung für die Einrichtung einer Prioritätsachse, die mehr als eine
Regionenkategorie, mehr als ein thematisches Ziel oder mehr als einen Fonds
betrifft ................................................................................................................................. 52
2.B.3 Fonds, Regionenkategorie und Berechnungsgrundlage für die
Unionsunterstützung .......................................................................................................... 52
2.B.4
Investitionspriorität 9i.: Aktive Inklusion, nicht zuletzt durch die Förderung der
Chancengleichheit und aktiver Beteiligung, und Verbesserung der
Beschäftigungsfähigkeit ..................................................................................................... 53
2.B.4.1
Der Investitionspriorität entsprechende spezifische Ziele und erwartete Ergebnisse
........................................................................................................................................... 53
2.B.4.2
Maßnahmen, die im Rahmen der Investitionspriorität zu untersuchen sind ...................... 57
2.B.4.2.1
Beschreibung der Art und Beispiele für zu unterstützende Maßnahmen und ihres
erwarteten Beitrags zu den spezifischen Zielen ................................................................ 57
2.B.4.2.2
Leistungsgrundsätze für die Auswahl der Vorhaben ......................................................... 62
2.B.4.2.3
Geplante Nutzung der Finanzinstrumente ......................................................................... 62
2.B.4.2.4
Geplante Nutzung von Großprojekten ............................................................................... 62
2.B.4.2.5 Nach Investitionspriorität und nach Regionenkategorie aufgeschlüsselte
Outputindikatoren ............................................................................................................... 63
2.B.5 Soziale Innovation, transnationale Zusammenarbeit und Beitrag zu den
thematischen Zielen 1-7 .................................................................................................... 63
2.B.6
Leistungsrahmen ............................................................................................................... 64
2.B.7
Interventionskategorien ..................................................................................................... 65

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen
für den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Inhaltsverzeichnis
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2.C
Prioritätsachse C: Investitionen in Bildung, Ausbildung und Berufsbildung für
Kompetenzen und lebenslanges Lernen ........................................................................... 66
2.C.1
Allgemeine Informationen .................................................................................................. 66
2.C.2
Begründung für die Einrichtung einer Prioritätsachse, die mehr als eine
Regionenkategorie, mehr als ein thematisches Ziel oder mehr als einen Fonds
betrifft ................................................................................................................................. 66
2.C.3 Fonds, Regionenkategorie und Berechnungsgrundlage für die
Unionsunterstützung .......................................................................................................... 66
2.C.4 Investitionspriorität 10i.: Verringerung und Verhütung des vorzeitigen
Schulabbruchs und Förderung des gleichen Zugangs zu einer hochwertigen
Früherziehung und einer hochwertigen Grund- und Sekundarbildung, darunter
(formale, nicht formale und informale) Bildungswege, mit denen eine Rückkehr in
die allgemeine und berufliche Bildung ermöglicht wird ...................................................... 67
2.C.4.1
Der Investitionspriorität entsprechende spezifische Ziele und erwartete Ergebnisse
........................................................................................................................................... 67
2.C.4.2
Maßnahmen, die im Rahmen der Investitionspriorität zu unterstützen sind ...................... 70
2.C.4.2.1
Beschreibung der Art und Beispiele für zu unterstützende Maßnahmen und ihres
erwarteten Beitrags zu den spezifischen Zielen ................................................................ 70
2.C.4.2.2
Leitgrundsätze für die Auswahl der Vorhaben ................................................................... 75
2.C.4.2.3
Geplante Nutzung der Finanzinstrumente ......................................................................... 75
2.C.4.2.4
Geplante Nutzung von Großprojekten ............................................................................... 75
2.C.4.2.5 Nach Investitionspriorität und nach Regionenkategorie aufgeschlüsselte
Outputindikatoren ............................................................................................................... 75
2.C.5
Investitionspriorität 10ii: Verbesserung der Qualität und Effizienz von, und Zugang
zu, Hochschulen und gleichwertigen Einrichtungen zwecks Steigerung der Zahl
der Studierenden und der Abschlussquoten, insbesondere für benachteiligte
Gruppen ............................................................................................................................. 75
2.C.5.1
Der Investitionspriorität entsprechende spezifische Ziele und erwartete Ergebnisse
........................................................................................................................................... 75
2.C.5.2
Maßnahmen, die im Rahmen der Investitionspriorität zu unterstützen sind ...................... 77
2.C.5.2.1
Beschreibung der Art und Bespiele für zu unterstützende Maßnahmen und ihres
erwarteten Beitrags zu den spezifischen Zielen ................................................................ 77
2.C.5.2.2
Leitgrundsätze für die Auswahl der Vorhaben ................................................................... 81
2.C.5.2.3
Geplante Nutzung der Finanzinstrumente ......................................................................... 81
2.C.5.2.4
Geplante Nutzung von Großprojekten ............................................................................... 81
2.C.5.2.5 Nach Investitionspriorität und nach Regionenkategorie aufgeschlüsselte
Outputindikatoren ............................................................................................................... 81
2.C.6
Investitionspriorität 10iv: Verbesserung der Arbeitsmarktrelevanz der Systeme der
allgemeinen und beruflichen Bildung, Erleichterung des Übergangs von der
Bildung zur Beschäftigung und Stärkung der Systeme der beruflichen Bildung und
Weiterbildung und deren Qualität, unter anderem durch Mechanismen für die
Antizipierung des Qualifikationsbedarfs, die Erstellung von Lehrplänen sowie die
Einrichtung und Entwicklung beruflicher Bildungssysteme, darunter duale
Bildungssysteme und Ausbildungswege ........................................................................... 81

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen
für den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Inhaltsverzeichnis
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2.C.6.1
Der Investitionspriorität entsprechende spezifische Ziele und erwartete Ergebnisse
........................................................................................................................................... 81
2.C.6.2
Maßnahmen, die im Rahmen der Investitionspriorität zu unterstützen sind ...................... 82
2.C.6.2.1
Beschreibung der Art und Beispiele für zu unterstützende Maßnahmen und ihres
erwarteten Beitrags zu den spezifischen Zielen ................................................................ 82
2.C.6.2.2
Leitgrundsätze für die Auswahl der Vorhaben ................................................................... 84
2.C.6.2.3
Geplante Nutzung der Finanzinstrumente ......................................................................... 84
2.C.6.2.4
Geplante Nutzung von Großprojekten ............................................................................... 84
2.C.6.2.5 Nach Investitionspriorität und nach Regionenkategorie aufgeschlüsselte
Outputindikatoren ............................................................................................................... 84
2.C.7 Soziale Innovation, transnationale Zusammenarbeit und Beitrag zu den
thematischen Zielen 1-7 .................................................................................................... 84
2.C.8
Leistungsrahmen ............................................................................................................... 86
2.C.9
Interventionskategorien ..................................................................................................... 87
2.D
Beschreibung der Prioritätsachse für Technische Hilfe ..................................................... 88
2.D.1
Prioritätsachse D: Technische Hilfe ................................................................................... 88
2.D.2 Gründe für die Aufstellung einer Prioritätsachse, die mehr als eine
Regionenkategorie umfasst ............................................................................................... 88
2.D.3
Fonds und Regionenkategorien ......................................................................................... 88
2.D.4
Spezifische Ziele und erwartete Ergebnisse ..................................................................... 88
2.D.5
Zu unterstützende Maßnahmen und ihr erwarteter Beitrag zu den spezifischen
Zielen ................................................................................................................................. 89
2.D.5.1
Beschreibung der zu unterstützenden Maßnahmen und ihres erwarteten Beitrags
zu den spezifischen Zielen ................................................................................................ 89
2.D.5.2
Outputindikatoren, die voraussichtlich zu den Ergebnissen beitragen .............................. 90
2.D.6
Interventionskategorien ..................................................................................................... 90
3
Finanzierungsplan .............................................................................................................. 92
3.1
Mittelausstattung jedes Fonds und Beiträge der leistungsgebundenen Reserve ............. 92
3.2
Mittelausstattung insgesamt nach Fonds und nationaler Kofinanzierung (EUR) .............. 93
4
Integrierter Ansatz für die territoriale Entwicklung ............................................................. 95
4.1
Von der örtlichen Bevölkerung betriebene lokale Entwicklung .......................................... 95
4.2
Integrierte Maßnahmen für eine nachhaltige Stadtentwicklung ........................................ 96
4.3
Integrierte territoriale Investition (ITI) ................................................................................. 96
4.4
Vorkehrungen für interregionale und transnationale Maßnahmen im Rahmen der
operationellen Programme mit Begünstigten aus mindestens einem anderen
Mitgliedstaat ....................................................................................................................... 96
5
Besondere Bedürfnisse der ärmsten geografischen Gebiete oder der am stärksten
von Diskriminierung oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Zielgruppen .......................... 97

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen
für den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Inhaltsverzeichnis
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6
Besondere Bedürfnisse der Gebiete mit schweren und dauerhaften natürlichen
oder demografischen Nachteilen ....................................................................................... 99
7
Für Verwaltung, Kontrolle und Prüfung zuständige Behörden und Stellen sowie
Aufgaben der jeweiligen Partner ...................................................................................... 101
7.1
Zuständige Behörden und Stellen ................................................................................... 101
7.2
Einbeziehung der relevanten Partner .............................................................................. 101
7.2.1
Maßnahmen zur Einbindung der relevanten Partner in die Erstellung der
operationellen Programme und die Rolle dieser Partner bei Durchführung,
Begleitung und Bewertung der operationellen Programme ............................................. 101
7.2.2
Globalzuschüsse .............................................................................................................. 104
7.2.3
Bereitstellung eines Beitrags für den Kapazitätsaufbau .................................................. 104
8
Koordination zwischen den Fonds, dem ELER und dem EMFF sowie anderen
nationalen und Unionsfinanzierungsinstrumenten und mit der EIB ................................. 106
9
Ex-ante-Konditionalitäten ................................................................................................. 111
10
Bürokratieabbau für die Begünstigten ............................................................................. 119
11
Bereichsübergreifende Grundsätze ................................................................................. 122
11.1
Nachhaltige Entwicklung .................................................................................................. 122
11.2
Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung ................................................................... 123
11.3
Gleichstellung von Männern und Frauen ......................................................................... 125
12
Andere Bestandteile......................................................................................................... 127
12.1
Großprojekte, die im Programmzeitraum durchgeführt werden sollen ............................ 127
12.2
Leistungsrahmen des operationellen Programms ........................................................... 127
12.3
Relevante Partner, die in die Erstellung des Programms eingebunden sind .................. 128
Anlage 129

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Abkürzungsverzeichnis
Seite 8 von 129
Abkürzungsverzeichnis
BB Bescheinigungsbehörde
BIBB Bundesinstitut für Berufsbildung
BIP Bruttoinlandsprodukt
BMBF
Bundesministerium für Bildung und Forschung
CO2 Kohlendioxid
EMFF Europäischer Fischereifonds
EFRE
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
EG Europäische Gemeinschaft
EIB Europäische Investitionsbank
ELER Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des
ländlichen Raumes
EMFF
Europäischer Meeres- und Fischereifonds
ESI
Europäische Struktur- und Investitionsfonds
ESF Europäischer Sozialfonds
ETZ Europäische territoriale Zusammenarbeit
EU Europäische Union
EU-KOM Europäische Kommission
Eurostat
Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften
FuE Forschung und Entwicklung
FuI Forschung und Innovation
HEP Hochschulentwicklungsplan
IAB
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
ITI Integrierte territoriale Investition
KMU
Kleine und mittlere Unternehmen
LABE Lenkungsausschuss Begleitende Evaluierung
LAG
Lokale Aktionsgruppe (im Rahmen von LEADER)
LEADER
Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft
(Liaison entre actions de développement de l'économie rurale)
LSE Länderspezifische Empfehlung
LZA Langzeitarbeitslose/r; Langzeitarbeitslosigkeit
Mio Millionen
NRP Nationales Reformprogramm
Nr. Nummer

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Abkürzungsverzeichnis
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NUTS
gemeinsame Klassifikation der Gebietseinheiten für die Statistik
(Nomenclature des unités territoriales statistiques)
OLAF
Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung
OP Operationelles Programm
PV Partnerschaftsvereinbarung
PB Prüfbehörde
S. Seite
SAB Sächsische Aufbaubank - Förderbank
SER Stärker entwickelte Region
SGB Sozialgesetzbuch
SMWA Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
SÖA Sozioökonomische Analyse
StLA Statistisches Landesamt Sachsen
SUP Strategische Umweltprüfung
SV-pflichtig sozialversicherungspflichtig
SWOT-Analyse
Analyse der Stärken und Schwächen
TH Technische Hilfe
u.a. und andere
ÜR Übergangsregion
UR Unregelmäßigkeit
URM Unregelmäßigkeitsmeldung
UVP Umweltverträglichkeitsprüfung
VB ESF
Verwaltungsbehörde ESF
vgl. vergleiche
VKS Verwaltungs- und Kontrollsystem
VO Verordnung
VOÜ Vor-Ort-Überprüfung
ZEW
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH
ZPG Zentrale Prüfgruppe

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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1
1 Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur Uni-
2
onsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives
3
Wachstum und zum wirtschaftlichen, sozialen und territorialen
4
Zusammenhalt
5
1.1 Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur Unionsstrategie
6
für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum und zum wirt-
7
schaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt
8
1.1.1 Beschreibung der Art und Weise, wie das Programm zur Umsetzung der Unionsstrategie
9
für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum und zum wirtschaftlichen, sozi-
10
alen und territorialen Zusammenhalt beitragen soll
11
Im Folgenden wird der strategische Beitrag des operationellen Programms (OP) des Freistaates Sach-
12
sen zur EU-Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum (Strategie Europa 2020)
13
und zur Erreichung einer wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Kohäsion in Europa beschrieben.
14
Dazu wird folgende Vorgehensweise gewählt:
15
16
Abbildung 1: Strategische Einbindung des ESF-OP Sachsen
17
Ausgangspunkt der strategischen Überlegungen sind die Ziele der EU-Strategie für intelligentes, nach-
18
haltiges und integratives Wachstum, die mit den nationalen und regionalen Bedarfen und Herausforde-
19
rungen abgeglichen werden.
20
Als Bezugspunkte zur Strategieformulierung sind auf nationaler Ebene insbesondere folgende Bedin-
21
gungen zu berücksichtigen:
Europäische Strategien
Nationale und regionale Bedarfe/Herausforderungen
Nationale Bedarfe
Partnerschaftsvereinbarung und zugehöriges
EU-Positionspapier
Nationales Reformprogramm und
länderspezifische Empfehlungen
Regionale Bedarfe („needs“)
Sozioökonomische Analyse / SWOT
Regionale Strategien und Fachpolitische
Konzepte
Adressierung der regionalen Bedarfe/Herausforderungen
durch regionale Strategien/Fachpolitiken
Begründung der thematischen Ziele/Investitionsprioritäten
Begründung der Mittelverteilung auf die thematischen Ziele

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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22
Im Rahmen der Erstellung der Partnerschaftsvereinbarung (PV) hat die Europäische Kommission im
23
Positionspapier der Kommissionsdienststellen zur Vorbereitung der Partnerschaftsvereinbarung und
24
der Programme in Deutschland für den Zeitraum 2014 – 2020 vom 11. September 2012 aus ihrer
25
Sicht die Herausforderungen und Förderbedarfe für den Mitgliedsstaat Deutschland benannt. Dem-
26
nach sollen sich die Investitionsprioritäten in Deutschland auf die Steigerung des Arbeitsmarktpoten-
27
zials, der sozialen Eingliederung und des Bildungsniveaus ausrichten sowie auf die Verringerung der
28
regionalen Unterschiede bei der Wettbewerbsfähigkeit unter Berücksichtigung des demografischen
29
Wandels.
30
Das Nationale Reformprogramm (NRP) legt die wichtigsten Einsatzbereiche für die Strukturfonds in
31
Deutschland fest und ist zentrales Instrument bei der Umsetzung der Strategie Europa 2020. Die in
32
nationale Ziele überführten und aufgestockten Kernziele der Strategie Europa 2020 adressieren die
33
zentralen Handlungsfelder Beschäftigung, Wachstum, Bildung und Armutsbekämpfung, wobei in
34
letzterem die Integration von Langzeitarbeitslosen als wesentliches Ziel formuliert wird.
35
Im Zeitraum nach der jährlichen Verabschiedung des NRP werden vom Rat der Europäischen Union
36
länderspezifische Empfehlungen ausgesprochen. Aktuell sind in diesem Zusammenhang für den
37
ESF insbesondere erhöhte und effizientere wachstumsverstärkende Ausgaben für Bildung und For-
38
schung relevant, ebenso geeignete Aktivierungs- und Integrationsmaßnahmen insbesondere für
39
Langzeitarbeitslose. Maßnahmen zur Anhebung des Bildungsniveaus benachteiligter Menschen
40
zählen ebenfalls zu den Empfehlungen, ebenso wie die Erhöhung der Verfügbarkeit von ganztägigen
41
Betreuungsangeboten für Kinder und Ganztagsschulen.
42
Als Bezugspunkte zur Strategieformulierung sind auf regionaler Ebene insbesondere folgende Bedin-
43
gungen zu berücksichtigen:
44
Die Ergebnisse der im Vorfeld der Programmplanung erstellten sozioökonomischen Analyse (SÖA)
45
einschließlich der SWOT-Analyse zeigen Bedarfslagen für den Freistaat Sachsen auf (vgl. Gemein-
46
same sozioökonomische Analyse zur Programmierung der operationellen Programme des EFRE,
47
des ESF sowie des Programms der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Freistaat Sachsen –
48
Tschechische Republik im Rahmen des Ziels „Europäische territoriale Zusammenarbeit (ETZ)“ im
49
Freistaat Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020). Die Analyse verweist insbesondere auf verstärk-
50
ten Wettbewerb zwischen Unternehmen und Regionen, ein zunehmendes Tempo des technischen
51
Fortschritts sowie wachsende Anforderungen an Qualifikation und Flexibilität von Menschen und
52
Unternehmen. Neben diesen überregionalen Trends hat Sachsen mit dem demografischen Wandel
53
und den sich verändernden finanzpolitischen Rahmenbedingungen besondere Herausforderungen
54
zu meistern.
55
Der Freistaat Sachsen hat fachpolitische Konzepte und regionale Strategien formuliert (im Einzelnen:
56
Fachkräftestrategie Sachsen 2020
,
Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen, EU-Förderstrate-
57
gie 2020, Unternehmensgründungsstrategie des Freistaates Sachsen, Handlungskonzept „Den de-
58
mografischen Wandel gestalten“). Diese priorisieren jeweils Handlungsbedarfe in unterschiedlichen
59
Handlungsfeldern. Gemeinsam heben die Strategien die Förderung frühkindlicher und (außer-)schu-
60
lischer Erziehung und Bildung, ein chancengerechtes Bildungswesen sowie die Förderung berufli-

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
Seite 12 von 129
61
cher und akademischer Aus- und Weiterbildung im Kontext lebenslangen Lernens hervor. Ein wei-
62
terer, in mehreren Strategien adressierter Handlungsbedarf ist die Verbesserung der Vereinbarkeit
63
von Familie und Beruf.
64
Nachfolgend wird dargestellt, wie die regionalen Bedarfe und Herausforderungen durch das ESF-OP
65
unter Berücksichtigung der regionalen Strategien sowie Fachpolitiken adressiert werden. Schließlich
66
wird daraus die Begründung für die Auswahl der thematischen Ziele und Investitionsprioritäten sowie
67
die Begründung für die Mittelverteilung abgeleitet.
68
Regionale Bedarfe und Herausforderungen
69
Ausgehend von den Kernzielen der Strategie Europa 2020 (EU-2020-Kernziele) und deren Überführung
70
und Aufstockung im NRP in Ziele Deutschlands sowie im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt
71
stellt sich die Bedarfssituation im Freistaat Sachsen wie folgt dar:
Kennzahl, Quelle
2012
2012
2020
2020
Sachsen
Bund
EU-2020-Kernziel
Deutschlandziel
Gesamtbeschäftigungsquote
(20 – 64 Jahre) lt. Eurostat
76,1 %
76,7 %
75 %
77 %
Frauenbeschäftigungsquote
(20 – 64 Jahre) lt. Eurostat
73,4 %
71,5 %
-
73 %
Beschäftigungsquote älterer Arbeitskräfte
(55 – 64 Jahre) lt. Eurostat
60,3 %
59,9 %
(2011)
- 60 %
Schulabbrecherquote lt. Eurostat
Schulabbrecherquote lt. StLA
7,8 %
10,6 %
10 %
<10 %
10,4 %
(2013)
Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit Hochschul-
abschluss lt. Eurostat
34,0 %
32,0 %
40 %
42 %
Anteil der von Armut und Ausgrenzung be-
drohten Bevölkerung (Langzeitarbeitslose in
Deutschland) lt. Eurostat
4,5 %
-27,4 %
gegenüber
2008
Reduzierung der von Armut be-
drohten Menschen um 20 Mio.,
20 % Mittelbindung für themati-
sches Ziel
-20 % Langzeitarbeits-lose ge-
genüber 2008,
(-320.000)
72
Tabelle 1: EU-2020-Kernziele, Status quo im Freistaat Sachsen und im Bund
73
Gemessen an den Deutschlandzielen ist festzustellen, dass im Freistaat Sachsen
74
die zu erreichende Gesamtbeschäftigungsquote noch unterschritten wird. Leicht überschritten wird
75
die anvisierte Beschäftigungsquote von Frauen und die anvisierte Beschäftigungsquote von älteren
76
Arbeitskräften.
77
die Schulabbrecherquote unter dem Zielwert liegt. Zugrunde gelegt wird dabei die Definition von
78
Eurostat und nicht diejenige des Statistischen Landesamtes Sachsen (StLA). Gegenüber der Defini-
79
tion von Eurostat, welche die frühen Schulabgänger (18- bis 24-Jährige, die höchstens die Haupt-
80
oder Realschulschule erfolgreich beendet haben, anschließend aber keinen weiteren Abschluss er-
81
langten und sich gegenwärtig nicht im Bildungsprozess befinden) im Blick hat, greift die Definition
82
des StLA mit den Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss eine Ebene früher an. Hierunter fallen

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
Seite 13 von 129
83
Schülerinnen und Schüler, welche die allgemeinbildenden Schulen nach dem Ende der Vollzeitschul-
84
pflicht (9 Jahre) ohne Hauptschulabschluss verlassen. Demnach lag der Wert der Schulabgänger
85
ohne Hauptschulabschluss nach StLA im Jahr 2012 bei 10,1 % und der Wert der frühen Schulab-
86
gänger nach Eurostat im Jahr 2012 bei 7,8 %. Entscheidendes Kriterium dafür, dass ein Jugendlicher
87
einen Ausbildungsplatz erhält, ist aber ein Schulabschluss, weshalb der Freistaat Sachsen die Zahl
88
der Jugendlichen, die einen Schulabschluss haben, erhöhen und insofern mit Hilfe der Förderung
89
des ESF die StLA-Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss verringern möchte.
90
der zu erreichende Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit Hochschulabschluss noch unterschritten wird.
91
der Anteil der von Armut und Ausgrenzung bedrohten Bevölkerung gemessen an der Langzeitar-
92
beitslosenquote zwar erheblich zurückgegangen ist, allerdings weniger schnell als für die Teilgruppe
93
der Menschen mit kürzerer Dauer der Arbeitslosigkeit. Zudem ist der Rückgang in der Gruppe der
94
Langzeitarbeitslosen häufiger auf die Vermittlung in Fördermaßnahmen, weniger häufig auf Über-
95
gänge in Beschäftigung zurückzuführen. Auch in diesen Daten kommt somit ein Trend zur Verfesti-
96
gung von Arbeitslosigkeit bei Personen mit erheblichen Vermittlungshemmnissen zum Ausdruck.
97
Mit Blick auf die Bedarfssituation im Freistaat Sachsen ist festzustellen, dass die drei NUTS-II-Regionen
98
trotz ihrer unterschiedlichen Einordnung in die Regionenkategorien (Leipzig = stärker entwickelte Re-
99
gion, Dresden und Chemnitz = Übergangsregionen) fast kongruente Bedarfslagen aufweisen. Dies zeigt
100
sich insbesondere daran, dass die Region Leipzig trotz ihrer Einstufung als stärker entwickelte Region
101
ihre Industrieschwäche noch nicht überwunden hat. Mit 44,3 % liegt die Industriedichte weit unter
102
dem sächsischen Durchschnitt und ist damit nur etwa halb so groß wie in der Region Chemnitz. Im
103
entsprechenden Verhältnis zeigt sich auch der Industrieumsatz, der zu großen Teilen von den beiden
104
in Leipzig ansässigen Großunternehmen der Automobilbranche erwirtschaftet wird.
105
bei betrieblicher Forschung und Entwicklung (FuE) noch einen Rückstand aufweist. Gemessen am
106
EU-2020-Kernziel eines FuE-Anteils von 3 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt dieser Anteil hier
107
etwa nur halb so hoch.
108
eine Beschäftigungsrate von 72,2 % (2010) aufweist. Auch die Arbeitslosen- und Langzeitarbeitslo-
109
senquote liegt über dem sächsischen Durchschnitt.
110
trotz des positiven Trends auf dem Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren gemessen am verfüg-
111
baren Einkommen und an der Armutsgefährdungsquote im sächsischen Vergleich am ärmsten ist.
112
einen Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss weit über dem sächsischen Niveau auf-
113
weist. Dieser liegt bei 13,5 % (Resolution der Region Leipzig: Für eine Gleichbehandlung der Region
114
Leipzig bei der Ausgestaltung der EU-Strukturfondsförderpolitik und des Beihilfereglements in Sach-
115
sen nach 2013, April 2012, S. 8).
116
Es wird deutlich, dass die Region Leipzig in den von der EU anvisierten Kernbereichen der Strategie
117
Europa 2020 teilweise eine schlechtere Ausgangsposition hat als die Regionen Dresden und Chemnitz.
118
Eingedenk dessen ist geboten, keine Unterscheidungen in der materiellen Ausgestaltung der Hand-
119
lungsoptionen vorzunehmen.
120
Nachfolgend wird die Bedarfssituation in den für die Strategie Europa 2020 relevanten Bereichen Be-
121
schäftigung, Bildung und Armutsbekämpfung näher erläutert.

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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122
EU 2020: Beschäftigungsziel
EU-2020-Kernziel
(Beschäftigung)
Sozioökonomische Trends in Sachsen
Bedarfe
für den ESF in Sachsen
Erhöhung der
Gesamtbeschäftigungs-
quote
Die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 64-Jährigen liegt
trotz eines Aufwärtstrends mit 76,17 % im Jahr 2012
noch unter dem nationalen Zielwert des NRP von
77 % (SÖA, S. 51 mit Aktualisierung).
Zukünftig wird aufgrund demografischer Entwicklun-
gen schrumpfendes Erwerbspersonenpotenzial er-
wartet (SÖA, S. 139).
Der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung geht ins-
besondere im Bereich der jüngeren Erwerbspersonen
zurück (SÖA, S. 137).
Die Gründungsintensität liegt mit 80 % des deutschen
Niveaus (SÖA, S. 79 u. S. 168) insgesamt unter dem
Niveau vergleichbarer Regionen in Ostdeutschland.
Wissensbasierte Gründungen und Gründungen im
High-Tech-Bereich leisten einen überdurchschnittli-
chen Beitrag zur Erhöhung der Beschäftigungsquote
von Frauen und Männern.
Unterdurchschnittlich viele Gründungen sind im Be-
reich der wissensintensiven Dienstleistungen festzu-
stellen.
Die Gründerthematik ist in der Gesellschaft und an
den Hochschulen noch ungenügend verwurzelt.
Zu erwarten ist ein Fachkräftemangel mit einem be-
sonderen Schwerpunkt bei klein- und mittelständi-
schen Unternehmen.
Die Fortbildungsrate von Erwachsenen (Anteil der
Bevölkerung in der Altersgruppe 25 bis 64 Jahre mit
Teilnahme an der Grundgesamtheit der Altersgruppe)
liegt in Sachsen mit 7,3 % in 2011 noch unter dem
EU-Durchschnitt (SÖA, S. 220, Tab. 66).
Es besteht ein Spannungsverhältnis zwischen Ange-
bot und Nachfrage an Fachkräften im Gesundheits-
und Sozialsektor.
Erfolgreiche Innovationen können als Beschäftigungs-
treiber wirken. Innovationserfolge sächsischer Unter-
nehmen müssen auch im Hinblick auf die nationale
und internationale Wettbewerbssituation noch ausge-
baut werden.
Beschäftigung im technologischen und
wirtschaftlichen Wandel sichern
Fachkräftesicherung und Ausschöpfung
des vorhandenen Fachkräftepotenzials
Kontinuierliche Weiterentwicklung des ak-
tuellen Bestands der Arbeitskräfte
Das bisherige Instrumentarium mit dem
Ziel, die Qualität der Gründungen weiter
zu erhöhen, weiterentwickeln
Gründungsneigung und Bereitschaft, un-
ternehmerische Verantwortung zu über-
nehmen, vorantreiben, insbesondere im
Bereich der wissensintensiven Dienstleis-
tungen
Erhöhung der Fortbildungsrate
Abmilderung des Spannungsverhältnisses
zwischen Angebot und Nachfrage an
Fachkräften im Gesundheits- und Sozial-
sektor
Verbesserung des Innovationserfolgs und
Erhöhung der Innovationsrate
Erhöhung der
Frauenbeschäftigungsquote
Anhaltender Trend Verringerung „Gender Gap“ bei
der Erwerbsbeteiligung: der „Gender Gap" der Be-
schäftigtenquote betrug im Jahr 2010 etwa 5,5 %
(SÖA, S. 170).
Vor allem Frauen in den jüngeren Altersgruppen sind
in unterdurchschnittlichem Maße an sv-pflichtiger Be-
schäftigung beteiligt (SÖA, S. 142).
Der Frauenanteil an der Gesamtbeschäftigungsquote
in Sachsen ist hoch und beträgt 49,2 % (SÖA, S.
144).
Die hohe Erwerbsbeteiligung ist jedoch auch auf ei-
nen Anstieg der Teilzeitstellen zurückzuführen, aller-
dings unfreiwillig, da Vollzeitstellen fehlen (SÖA, S.
144).
Frauen in Führungspositionen nach wie vor drastisch
unterrepräsentiert, ihr Anteil beträgt 31 % (SÖA, S.
144).
Herstellung der Chancengleichheit von
Frauen und Männern auf dem Arbeits-
markt
Anteil von Frauen in Führungspositionen
erhöhen
Ausgestaltung von Unterstützungsange-
boten für Familien
Erhöhung der
Beschäftigungsquote älterer
Arbeitskräfte
Sachsen zählt zu den Regionen in der EU mit der am
stärksten schrumpfenden und alternden Bevölkerung
(SÖA, S. 35).
Die Beschäftigungsquote von Älteren ist stark ange-
stiegen auf 60,3 % im Jahr 2012 (SÖA, S. 145 mit
Aktualisierung).
Erhalt/Erhöhung der Beschäftigungsquote
Älterer
Aufrechterhaltung der Beschäftigungsfä-
higkeit älterer Erwerbspersonen u.a.
durch betriebliche Gesundheitsvorsorge
123
Tabelle 2: EU-2020-Beschäftigungsziel und Bedarfssituation im Freistaat Sachsen

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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124
Aus den Bedarfen werden folgende Herausforderungen abgeleitet:
125
Herausforderung 1: Erhalt und Ausbau der Beschäftigung im demografischen, wirtschaftli-
126
chen und technologischen Wandel
127
Die Analyse zum Beschäftigungsziel zeigt, dass der Freistaat Sachsen trotz erheblicher Verbesse-
128
rungen am Arbeitsmarkt vor der Herausforderung steht, zusätzliche Erwerbspersonenpotenziale zu
129
erschließen. Grund hierfür ist die insbesondere für ländliche Regionen zu erwartende stark schrump-
130
fende und alternde Bevölkerung. Prognosen zufolge geht die Einwohnerzahl von 4,1 Millionen in
131
2012 auf 3,4 Millionen in 2030 zurück. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter von 46,8 Jahren in
132
2012 auf 51,3 Jahre in 2030 (5. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen
133
bis 2025).
134
Für den Ausbau der Beschäftigung und zukünftige Integrationschancen spielt das Qualifizierungsni-
135
veau eine Schlüsselrolle. Vor allem eine gute Ausbildung von Fachkräften hilft im technologischen
136
und wirtschaftlichen Wandel, Beschäftigung zu sichern und auszubauen. Um den aktuellen Bestand
137
der Arbeitskräfte kontinuierlich weiterzuentwickeln ist es ebenso von zentraler Bedeutung, die Fort-
138
bildungsrate von Erwachsenen in Sachsen zu erhöhen. Diese liegt mit 7,3 % in 2011 noch unter dem
139
EU-Durchschnitt. Der Zugang zu lebenslangem Lernen spielt dabei eine wichtige Rolle.
140
Zusätzliche Erwerbspersonenpotenziale können ebenfalls erschlossen werden, indem die Ziel-
141
gruppe der Frauen stärker in existenzsichernde und höher qualifizierte (Vollzeit)-Beschäftigungsver-
142
hältnisse gebracht wird. Dazu kann ein Ausbau der Unterstützungsangebote für Familien beitragen.
143
Entsprechende Instrumente fördern somit auch die Chancengleichheit zwischen Frauen und Män-
144
nern auf dem Arbeitsmarkt.
145
Bei der Integration und dem Verbleib in Arbeit spielen angesichts demografischer Entwicklungen
146
besonders auch ältere Arbeitslose eine wichtige Rolle. Deren Anteil an den Arbeitslosen in Sachsen
147
lag im November 2013 bei fast 40 % (eigene Berechnung des SMWA auf der Grundlage der statis-
148
tischen Angaben der Bundesagentur für Arbeit). In diesem Zusammenhang können die Verbesse-
149
rung betrieblicher Gesundheitsvorsorge sowie die Abmilderung des Spannungsverhältnisses zwi-
150
schen Angebot und Nachfrage an Fachkräften im Gesundheits- und Sozialsektor einen Beitrag leis-
151
ten.
152
Viele, oftmals junge und mobile, hochqualifizierte Arbeitskräfte gehen nach erfolgreicher Ausbildung
153
der Region verloren, weil die kleinteilig geprägte regionale Wirtschaft nicht in der Lage ist, auf dem
154
Arbeitsmarkt erfolgreich mit größeren Unternehmen in wirtschaftlich stärkeren Regionen zu konkur-
155
rieren. So bleiben beispielsweise nur 55 % der sächsischen Hochschulabsolventen in Sachsen (Lenz,
156
Wolter, Reiche u.a.: Studium und Berufseinstieg. Ergebnisse der ersten Sächsischen Absolventen-
157
studie, Dresden 2010).
158
Für die Schaffung und Sicherung von attraktiven Arbeitsplätzen spielen Maßnahmen zur Erhöhung
159
der Innovationsfähigkeit von Unternehmen und Beschäftigten eine besondere Rolle. Innovationen
160
zählen zu den wichtigsten Triebkräften für Wachstum, Beschäftigung, sozialen Zusammenhalt und
161
den Schutz der Lebensgrundlagen (Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen, Kapitel 1.1).
162
Herausforderung 2: Existenzgründungen und Unternehmergeist stärken

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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163
Eine wichtige Ressource zum Auf- und Ausbau weiterer Beschäftigung bilden im Freistaat Sachsen
164
Existenzgründungen. Die Gründungsintensität mit 80 % des deutschen Niveaus (SÖA, S. 79 und
165
168) liegt insgesamt unter dem Niveau vergleichbarer Regionen (Ostdeutschland). Vor diesem Hin-
166
tergrund besteht die Herausforderung, die Gründungsneigung und Bereitschaft, unternehmerische
167
Verantwortung zu übernehmen, voranzutreiben und die Nachhaltigkeit der Gründung zu erhöhen.
168
EU 2020: Bildungsziel
EU-2020-Kernziel
(Bildung)
Sozioökonomische Trends in Sachsen
Bedarfe
für den ESF in Sachsen
Senkung der
Schulabbrecherquote
Anstieg der Schulabbrecherquote seit 2010; liegt mit 10,4 % über
dem Zielwert von 10 %
Ein geringer oder fehlender Bildungsabschluss ist tendenziell häufi-
ger bei männlichen Schulabgängern anzutreffen (59,5 %) (SÖA, S.
203)
Viele Jugendliche mit Übergangsschwierigkeiten an der 1. und 2.
Schwelle (SÖA, S. 231)
Anteil der Absolventinnen und Absolventen an allgemeinbildenden
Schulen mit Hochschulreife fällt zwischen den Jahren 2007 – 2010
von 36,2 % auf 30,7 % (SÖA, S. 213)
Rückgang der Studienberechtigtenquote zwischen 2008 und 2010
von 39,8 % auf 38 % (SÖA, S. 212)
Gestiegene Ausbildungsabbruchquoten im Bereich der Erstausbil-
dungen
Hohe Zahl offener Lehrstellen im Vergleich zu Jugendlichen ohne
Ausbildungsstelle
Schulabbrecherquote senken
Individuelle Bildungsangebote aus-
bauen
Berufsorientierung und Ausbildungs-
angebote verbessern
Unterstützung für Menschen mit
Lernschwierigkeiten
Erhöhung des Anteils
der 30- bis -34-Jähri-
gen mit Hochschulab-
schluss
Tertiäre Bildungsabschlüsse liegen in der Altersgruppe der 30- bis
34-Jährigen in Sachsen verglichen mit dem Bundesdurchschnitt
bereits auf gutem Niveau, aber der nationale Zielwert von 42 % der
30- bis 34-Jährigen mit einem Abschluss auf ISCED-Niveau 5 oder
6 bei einer geringen Durchlässigkeit der Hochschulen für Studie-
rende ohne Abitur ist noch nicht erreicht.
Tertiäre Bildungsabschlüsse erhöhen
Qualität der Hochschulen verbessern
Erhöhung der Qualität der Früherzie-
hung, Grund- und Sekundarausbil-
dung
169
Tabelle 3: EU-2020-Bildungsziel und Bedarfssituation im Freistaat Sachsen
170
Aus den Bedarfen werden folgende Herausforderungen abgeleitet:
171
Herausforderung 3: Individuelle Bildungspotenziale besser ausschöpfen
172
Im Freistaat Sachsen ist es von zentraler Bedeutung, individuelle Bildungspotenziale aller Generati-
173
onen möglichst weitgehend auszuschöpfen. Ein Ansatz besteht darin, die Anzahl der Schulab-
174
schlüsse zu erhöhen. Die Schulabbrecherquote ist seit 2010 gestiegen und liegt 2013 mit 10,4 %
175
über dem Zielwert von 10 %. Insbesondere die Gruppe der männlichen Schulabgänger bedarf Un-
176
terstützungsleistungen. Somit besteht zukünftig die Herausforderung, die Zahl der Schulabbrecher
177
zu senken und auf einem niedrigen Niveau zu halten.
178
Die Studienberechtigtenquote ist zwischen 2008 und 2010 von 39,8 % auf 38 % zurückgegangen
179
und entspricht somit dem zweitniedrigsten Wert unter den deutschen Bundesländern. Der Anteil der
180
Absolventinnen und Absolventen an allgemeinbildenden Schulen mit Hochschulreife fiel zwischen
181
den Jahren 2007 und 2010 von 36,2 % auf 30,7 %, sodass in diesem Bereich ein Handlungsbedarf
182
zu bestehen scheint.
183
Im Hinblick auf die Erreichung tertiärer Bildungsabschlüsse stellt die Erhöhung des Studienerfolgs
184
durch die Vermeidung von Studienabbrüchen ebenfalls eine Herausforderung dar.

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
Seite 17 von 129
185
Das Ausschöpfen individueller Bildungspotenziale stellt auch bei Menschen mit Lernschwierigkeiten
186
sowie bei Jugendlichen mit Übergangsschwierigkeiten an der 1. und 2. Schwelle eine fordernde Auf-
187
gabe dar. Die Bedarfe liegen hier bei der Verbesserung der Berufsorientierung und -vorbereitung
188
und bei individuellen Hilfestellungen für unterstützungsbedürftige Jugendliche in Bezug auf einen
189
erfolgreichen Schul- und Ausbildungsabschluss sowie bei der Einmündung in passende Ausbil-
190
dungsangebote. Der in den letzten Jahren gestiegene Anteil von Ausbildungsabbrüchen (von 23,4 %
191
in 2009 auf 27,5 % in 2011) liegt über dem Bundesdurchschnitt und weist ebenso wie die hohe Zahl
192
offener Lehrstellen im Vergleich zu Jugendlichen ohne Ausbildungsstelle darauf hin, dass weiterhin
193
abschlussgefährdete Schülerinnen und Schüler gefördert und in ihrer Berufsorientierung unterstützt
194
werden müssen.
195
Individuelle Bildungspotenziale lassen sich jedoch nicht nur bei jungen Menschen verbessern, son-
196
dern werden auch durch den Zugang zu lebenslangem Lernen optimal adressiert. Folglich gilt es,
197
auch in der Erwachsenenbildung entsprechende Angebote zu fördern. Somit greift das Ausschöpfen
198
von Bildungspotenzialen ineinander mit der weiter oben beschriebenen Herausforderung 1 zur Be-
199
schäftigungssicherung.
200
Herausforderung 4: Qualität von Bildungssystemen verbessern
201
Ein weiterer Ansatzpunkt für einen Beitrag zum Bildungsziel sind Investitionen in die Verbesserung
202
der Qualität der (Aus-)Bildungssysteme. Diese Herausforderung richtet sich gleichermaßen an Ein-
203
richtungen der Früherziehung, Grund- und Sekundarausbildung, beruflichen Ausbildung sowie der
204
tertiären Bildung. Kooperationen können einen unterstützenden Beitrag leisten.
205
EU 2020: Armutsziel
EU-2020-Kernziel
(Armut)
Sozioökonomische Trends in Sachsen
Bedarfe
für den ESF in Sachsen
Anteil der von Armut
und Ausgrenzung be-
drohten Bevölkerung
verringern
Geringe Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarkts für Gering-
qualifizierte (SÖA, S. 228)
Entgegen dem EU-Durchschnitt Rückgang der Zahl der
Langzeitarbeitslosen (SÖA, S. 181)
Sinkende Langzeitarbeitslosenquote (52 %), aber immer
noch über dem Niveau der EU 27 (40 %) (SÖA, S. 182)
Trend zur Verfestigung von Arbeitslosigkeit bei Personen
mit erheblichen Vermittlungshemmnissen (SÖA, S. 181)
Im überregionalen Vergleich hohes Niveau von Arbeitslo-
sigkeit und Armutsgefährdung (SÖA, S. 230)
Soziale Integration verbessern
Bedarfsgerechte Angebote für benachteiligte
Zielgruppen entwickeln zur Erhöhung der Be-
schäftigungsfähigkeit sowie der Eingliederung
in den Arbeitsmarkt
Koordination und Information der Akteure so-
wie qualitative Verbesserung der Angebote
206
Tabelle 4: EU-2020-Armutsziel und Bedarfssituation im Freistaat Sachsen
207
Aus den Bedarfen werden folgende Herausforderungen abgeleitet:
208
Herausforderung 5: Reduktion der Langzeitarbeitslosigkeit und soziale Integration von Lang-
209
zeitarbeitslosen
210
Die Analyse zum Armutsziel zeigt, dass der Bestand an Langzeitarbeitslosen in den letzten Jahren
211
zwar gesunken ist, allerdings weniger schnell als für die Teilgruppe der Menschen mit kürzerer Dauer
212
der Arbeitslosigkeit. Der Rückgang in der Gruppe der Langzeitarbeitslosen ist zudem häufiger auf

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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213
die Vermittlung in Fördermaßnahmen, weniger häufig auf Übergänge in Beschäftigung zurückzufüh-
214
ren. Auch in diesen Daten kommt somit ein Trend zur Verfestigung von Arbeitslosigkeit bei Personen
215
mit erheblichen Vermittlungshemmnissen zum Ausdruck. Der Anteil Langzeitarbeitsloser an allen
216
Arbeitslosen verzeichnet einen Rückgang auf 52 %, liegt damit aber immer noch über dem Niveau
217
der EU 27 (40 %).
218
Die zentrale Herausforderung auch im Lichte der länderspezifischen Empfehlungen bleibt deshalb,
219
die Langzeitarbeitslosigkeit weiter zu reduzieren, die soziale Teilhabe zu verbessern und bedarfsge-
220
rechte Beschäftigungsangebote von benachteiligten Zielgruppen (u.a. Älteren, Frauen, Alleinerzie-
221
henden und Migranten) zu entwickeln.
222
Beitrag des Programms zur Adressierung der Bedarfe und Herausforderung sowie zur
223
EU-2020-Strategie unter Berücksichtigung nationaler und regionaler Strategien
224
Die Europäische Kommission (EU-KOM) hat vor allem im Positionspapier der Kommissionsdienststellen
225
zur Vorbereitung der Partnerschaftsvereinbarung und der Programme in Deutschland für den Förder-
226 zeitraum 2014 – 2020 vom 11. September 2012 ihre Position zur Partnerschaftsvereinbarung mit
227
Deutschland vertreten. Die folgenden Herausforderungen und wichtigsten Förderbedarfe im ESF stellen
228
laut EU-KOM einen potenziellen Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung in Deutschland dar und sollen
229
durch die Kommissionsdienststellen in Deutschland im nächsten Programmplanungszeitraum 2014 –
230
2020 kofinanziert werden.
231
Das ESF-OP in Sachsen adressiert diese Förderbedarfe wie folgt:
Themenbereich
Empfehlungen der EU-KOM (mit Relevanz für den ESF) i. R. der Partnerschaftsverein-
barung
ESF-OP
Sachsen
Verringerung der regionalen
Unterschiede bei der Wett-
bewerbsfähigkeit unter Be-
rücksichtigung des demo-
grafischen Wandels
Höhere FuI-Investitionen zur Verringerung regionaler Unterschiede bei der Wettbe-
werbsfähigkeit
Steigerung der Innovationstätigkeit (einschließlich Ökoinnovation) und Wettbewerbsfä-
higkeit der Unternehmen
Stärkung des Unternehmerpotenzials
Steigerung des Arbeits-
marktpotenzials, der sozia-
len Eingliederung und des
Bildungsniveaus
Verbesserung der Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten von Langzeitar-
beitslosen und Bereitstellung von Aktivierungs- und Integrationsmaßnahmen für ar-
mutsgefährdete Personen
Förderung der Chancengleichheit in allen Phasen des Bildungs- und Ausbildungssys-
tems, Steigerung der Qualität und Anhebung der Bildungsniveaus, vor allem bei be-
nachteiligten jungen Menschen
Effizientere Behebung des Fachkräftemangels
Unterstützung der Inanspruchnahme und Steigerung der Qualität von Ganztagskinder-
betreuung und -schulen
Stärkung der Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen, älteren Arbeitskräften und Migran-
ten
232
Tabelle 5: Empfehlungen der Europäischen Kommission im Rahmen der Partnerschaftsvereinbarung
233
Ein besonderes Augenmerk der strategischen Papiere liegt auf der Dynamik und den Folgen der tief-
234
greifenden demografischen Prozesse. Das 2010 verabschiedeten Handlungskonzept „Den demografi-
235
schen Wandel gestalten“ verankert das Thema Demografie in Sachsen als ein strategisches Handlungs-
236
feld. Entsprechend dieses Stellenwerts soll Demografie im Sinne eines horizontalen Prinzips im ESF
237
Berücksichtigung finden. Demnach soll die thematische Ausrichtung des operationellen Programms

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
Seite 19 von 129
238
grundsätzlich sicherstellen, dass die ESF-geförderten Vorhaben einen Beitrag im Umgang mit den Fol-
239
gen des demografischen Wandels in Sachsen leisten. Alle Vorhabensbereiche im Rahmen dieses ope-
240
rationellen Programms wurden im Zuge der vorhabensspezifischen Planungen auf ihre grundsätzliche
241
Demografierelevanz geprüft, damit sie im Sinne der strategischen Ausrichtung der ESF-Förderung ei-
242
nen erkennbaren Beitrag zur Bewältigung der Folgen des demografischen Wandels erwarten lassen.
243
ESF-Handlungsfelder mit besonderer Relevanz für die Bewältigung der Folgen des demografischen
Wandels wurden im Abschnitt 2
244
als „demografieorientiert“ gekennzeichnet und können daher der sach-
245
seninternen Auswertung zugänglich gemacht werden.
246
Wie das ESF-OP in Sachsen den identifizierten regionalen Bedarfen und Herausforderungen begegnet
247
und welche Bezüge es dabei zu nationalen und regionalen Strategien setzt, zeigen die nachstehenden
248
Übersichten:
249
EU 2020: Beschäftigungsziel – Adressierung der Bedarfe durch das ESF-OP unter Berücksichti-
250
gung nationaler und regionaler Strategien
Bedarfe/
Herausforderungen
Ansatz des ESF-OP
Einbettung in regionale Stra-
tegien
Bezug zur regionalen Strategie
Herausforderung 1: Erhalt
und Ausbau der Beschäfti-
gung im technologischen
und wirtschaftlichen Wan-
del
Aus- und Weiterbildungs-
angebote für Jugendliche
und Erwachsene zur
Fachkräftesicherung
Innovationskraft der Un-
ternehmen stärken durch
die Förderung der Zu-
sammenarbeit zwischen
akademischer Forschung
und Wirtschaft
Innovationsstrategie
(u.a. S. 13, 31 und 43)
Fachkräftestrategie Sach-
sen 2020
(u.a. S.
24)
Unternehmensgrün-
dungsstrategie des Frei-
staates Sachsen
(u.a. S. 25 und 26)
Gründung und Ansiedlung
neuer Unternehmen
Erhöhung der Innovations-
fähigkeit und -performance
bestehender Unternehmen
Ausbau der Wissenschaft
und stärkere Verwendung
von Forschungsergebnissen
in der sächsischen Wirt-
schaft
Förderung von beruflicher
und akademischer Aus- und
Weiterbildung im Kontext le-
benslanges Lernen
Herausforderung 2: Exis-
tenzgründungen und Un-
ternehmergeist stärken
Existenzgründungs-förde-
rung (Gründungs-
coaching, finanzielle Un-
terstützung) zur Förde-
rung des Unternehmer-
geistes sowie der Qualität
von Gründungen
Innovationsstrategie
(u.a. S. 13 und 31)
Unternehmensgrün-
dungsstrategie des Frei-
staates Sachsen
(u.a. S. 25 und 26)
Gründung und Ansiedlung
neuer Unternehmen
251
Tabelle 6: Beschäftigungsziel – Einbettung in regionale Strategien
252
253
254
Herausforderung 1: Erhalt und Ausbau der Beschäftigung im demografischen, wirtschaftli-
255
chen und technologischen Wandel
256
Auch wenn sich die Beschäftigungslage im Freistaat Sachsen – ähnlich wie in Deutschland insge-
257
samt – in den letzten Jahren positiv entwickelt hat, gilt es, diese Entwicklung weiter zu stabilisieren.
258
Zum einen lässt die zunehmend schrumpfende und alternde Bevölkerung einen kontinuierlichen
259
Handlungsbedarf erkennen. Zum anderen stellen der technologische und wirtschaftliche Wandel so-

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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260
wie ein sich bereits abzeichnender Fachkräftemangel die Region vor die Herausforderung, das vor-
261
handene Fachkräftepotenzial auszuschöpfen und den aktuellen Bestand der Arbeitskräfte kontinu-
262
ierlich weiter zu entwickeln. Der Ansatz des ESF-OP in Sachsen legt deshalb seine Schwerpunkte
263
auf die Förderung der Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen und Erwachsenen sowie auf Ange-
264
bote zur Verbesserung des lebenslangen Lernens. Zum Ausbau der Beschäftigungsmöglichkeiten
265
kann ebenfalls die Stärkung der Innovationskraft von Unternehmen beitragen, indem die Zusammen-
266
arbeit zwischen akademischer Forschung und Wirtschaft forciert wird. Um dem Fachkräftemangel
267
insbesondere bei Stellen für hochqualifiziertes Personal begegnen zu können, wird Sachsen auch
268
die Einstellungsbemühungen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Bereich Forschung,
269
Entwicklung und Innovation unterstützen.
270
Herausforderung 2: Existenzgründungen und Unternehmergeist stärken
271
Vor dem Hintergrund rückläufiger Existenzgründungen und abnehmender Unterstützungsangebote
272
können die ESF-Interventionen dazu beitragen, den Unternehmergeist zu stärken und die Qualität
273
der Gründungen durch Coaching- und Beratungsangebote sowie finanzielle Unterstützungsleistun-
274
gen weiter zu verbessern, insbesondere im wissens- und technologieorientierten Bereich.
275
Einbettung in nationale und regionale Strategien/Fachpolitiken
276
Die genannten Schwerpunkte und Ziele werden in den regionalen Strategien mit hoher Priorisierung
277
genannt. So empfiehlt etwa die Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen die Gründung und An-
278
siedlung neuer Unternehmen, die Erhöhung der Innovationsfähigkeit und -performance bestehender
279
Unternehmen sowie den Ausbau der Wissenschaft und stärkere Verwendung von Forschungsergebnis-
280
sen in der sächsischen Wirtschaft. In der Unternehmensgründungsstrategie zeigt der Freistaat Sachsen
281
auf, welche Ziele und Maßnahmen – vor dem Hintergrund der Rahmenbedingungen, die Existenzgrün-
282
der und KMU in Sachsen vorfinden – im Förderzeitraum 2014 – 2020 verfolgt werden sollen.
283
Das geplante Förderportfolio des Freistaates Sachsen erweitert die Zielsetzungen des NRP, das in die-
284
sem Bereich Ausgründungen im wissenschaftlichen Bereich in den Fokus stellt.
285
Darüber hinaus empfehlen die regionalen Strategien insbesondere, den Aspekt Chancengleichheit am
286
Arbeitsmarkt zwischen Frauen und Männern sowie Älteren und Jüngeren, zu berücksichtigen. Dieser
287
wird im sächsischen Förderportfolio berücksichtigt. Im thematischen Ziel Förderung der Beschäftigung
288
wird im NRP schwerpunktmäßig die Erhöhung der Beschäftigungsquote von Frauen und Älteren emp-
289 fohlen.

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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290
EU 2020: Bildungsziel – Adressierung der Bedarfe durch das ESF-OP unter Berücksichtigung
291
nationaler und regionaler Strategien
Bedarfe/
Herausforderungen
Ansatz des ESF-OP
Einbettung in
regionale Strategien
Bezug zur regionalen Strategie
Individuelle Bildungspoten-
ziale besser ausschöpfen
Verbesserung der Berufs-
orientierung, Übergang
Schule-Beruf
Erhöhung der Bildungs-
chancen insbesondere
benachteiligter Kinder
und Jugendlicher Verbes-
serung des Bildungserfol-
ges und praxisnahe Aus-
bildung
Erhöhung beruflicher
Ausbildungschancen
Verbesserung der Sys-
teme des lebenslangen
Lernens und der Weiter-
bildung, insbesondere
auch für Erwachsene
Fachkräftestrategie Sach-
sen 2020
(u.a. S.
11, 13, 14, und 16)
Zusatzqualifikationen für Ju-
gendliche, bedarfsgerechte
duale Studienplätze
Senkung Schulabbrecher-
quote auf unter 5 %
Angebote zur Berufsorien-
tierung
Weiterbildungsquote auf
35 % steigern
Weiterbildungsberatung
Qualifizierungsgutscheine
für Geringqualifizierte
Integration leistungsschwä-
cherer Ausbildungsplatzbe-
werber in die duale Berufs-
ausbildung
Qualität von Bildungssys-
temen verbessern
Erhöhung der Qualität der
Früherziehung, Grund-
und Sekundarausbildung
Sicherung und Stärkung
des dualen Berufsausbil-
dungssystems
Verbesserung der Quali-
tät, Effizienz und Offen-
heit der Hochschulen und
gleichwertiger Einrichtun-
gen
Fachkräftestrategie Sach-
sen 2020
(u.a. S.
11 und 19)
EU-Förderstrategie Sach-
sen 2020
(u.a. S. 28, 36, 37 und
38)
Innovationsstrategie des
Freistaates Sachsen
(u.a. S. 13 und 43)
Forcierung Zusammenarbeit
von Hochschulen und For-
schungseinrichtungen
Bestmögliche und chancen-
gleiche frühkindliche und
schulische Bildung
Steigerung der Attraktivität
der dualen Berufsausbil-
dung zum Beispiel durch
mehr Praxisnähe und
Durchlässigkeit zu akademi-
schen Bildungswegen
Lebenslanges Lernen
Ausbau der Wissenschaft
und stärkere Verwendung
von Forschungsergebnissen
in der hiesigen Wirtschaft
292
Tabelle 7: Bildungsziel – Einbettung in regionale Strategien
293
Herausforderung 3: Individuelle Bildungspotenziale besser ausschöpfen
294
Der Herausforderung „Individuelle Bildungspotenziale besser ausschöpfen“ begegnet das ESF-OP
295
des Freistaates Sachsen mit verschiedenen Ansätzen. Dabei spielen Unterstützungsleistungen wie
296
Berufsorientierung sowie Modelle der assistierten Ausbildung im Betrieb eine wichtige Rolle. Weiter-
297
hin verfolgt der Ansatz des OP die Erhöhung der Bildungschancen insbesondere benachteiligter
298
Kinder und Jugendlicher. Ein weiteres Instrument, um die Bildungspotenziale besser ausschöpfen
299
zu können, liegt in der Verbesserung des Bildungserfolges im schulischen und hochschulischen Be-
300
reich und einer praxisnahen Ausbildung.
301
Mit dem Ansatz, Systeme des lebenslangen Lernens und der Weiterbildung zu verbessern, adres-
302
siert das OP die Herausforderungen bei der Erschließung der Bildungspotenziale von Erwachsenen.
303
Dadurch können flexible Lernwege und ein Anstieg der Beteiligung Erwachsener an Aus- und Wei-
304
terbildung ermöglicht werden, um entsprechende Potenziale besser ausschöpfen zu können.

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
Seite 22 von 129
305
Herausforderung 4: Qualität von Bildungssystemen verbessern
306
Die zweite Herausforderung im Bildungsziel, auch an der Qualität der zugehörigen Systeme anzu-
307
setzen, ist ebenfalls ein Ansatzpunkt für die Förderung durch den ESF. Sowohl die Erhöhung der
308
Qualität der Früherziehung, Grund- und Sekundarausbildung, beruflichen Ausbildung als auch terti-
309
ärer Bildungseinrichtungen stehen im Fokus. Dabei werden zudem Effizienz und Offenheit ange-
310
strebt, um somit auch die Anzahl der Studierenden und Abschlüsse zu erhöhen.
311
Einbettung in nationale und regionale Strategien/Fachpolitiken
312
Die Herausforderungen im Bildungsziel sind grundsätzlich in den regionalen Strategien verankert. Die
313
Fachkräftestrategie fokussiert unter anderem die Senkung der Schulabbrecherquote auf unter 5 %,
314
frühkindliche und (außer-)schulische Erziehung und Bildung, Angebote zur Berufsorientierung sowie die
315
Optimierung der dualen Berufsausbildung zum Beispiel durch zusätzliche Angebote für leistungsstarke
316
und leistungsschwache Jugendliche. Die Verbesserung des Bildungssystems wird in allen regionalen
317
Strategiepapieren aufgegriffen. Dabei wurden Handlungsbedarfe bezüglich einer bestmöglichen und
318
chancengleichen frühkindlichen und schulischen Bildung festgelegt sowie zur Verbesserung des le-
319
benslangen Lernens und zur Forcierung der Zusammenarbeit von Hochschulen und Forschungsein-
320
richtungen.
321
Das NRP sieht vor, die Verbesserung des Bildungserfolges ebenfalls vor allem im Rückgang der Schul-
322
abbrecherquote Ausdruck finden zu lassen. Dieser Schwerpunkt lässt sich in den regionalen Strategien
323
einheitlich wiederfinden. Die Zielsetzung des NRP, die Bildungs- und Arbeitsmarktchancen benachtei-
324
ligter Personengruppen zu verbessern, werden im Programmportfolio ebenso aufgegriffen, wie das Ziel,
325
den Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit einem tertiären oder vergleichbaren Abschluss zu erhöhen.
326
EU 2020: Armutsziel – Adressierung der Bedarfe durch das ESF-OP unter Berücksichtigung na-
327
tionaler und regionaler Strategien
Bedarfe/
Herausforderungen
Ansatz des ESF-OP
Einbettung in
regionale Strategien
Bezug zur regionalen Strategie
Reduktion der Langzeitar-
beitslosigkeit und soziale
Integration von Langzeitar-
beitslosen
Unterstützung der In-
tegration in den Arbeits-
markt und sozialer In-
tegration von Personen-
gruppen mit Unterstüt-
zungsbedarfen, Vermitt-
lungsschwierigkeiten und
anderer benachteiligter
Gruppen
Qualifizierung von Ar-
beitslosen
Förderung der Beschäfti-
gungsfähigkeit von Lang-
zeitarbeitslosen
Fachkräftestrategie Sach-
sen 2020
(u.a. S.
20)
Verbesserung der Beschäf-
tigungsfähigkeit von Lang-
zeitarbeitslosen und Schaf-
fung der Voraussetzungen
für ihre Integration in den
Arbeitsmarkt
328
Tabelle 8: Armutsziel – Einbettung in regionale Strategien

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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329
Herausforderung 5: Reduktion der Langzeitarbeitslosigkeit und soziale Integration von Lang-
330
zeitarbeitslosen
331
Die Herausforderung zur Reduktion der Langzeitarbeitslosigkeit und sozialer Integration von Lang-
332
zeitarbeitslosen wird im ESF-OP begegnet. Im Fokus steht dabei die Unterstützung der Integration
333
in den Arbeitsmarkt und sozialer Integration von Personengruppen mit Unterstützungsbedarfen, Ver-
334
mittlungsschwierigkeiten und anderer benachteiligter Gruppen (u.a. Ältere, Frauen, Alleinerziehende
335
und Migranten). Ebenso greift die Qualifizierung von Arbeitslosen den Handlungsbedarf auf sowie
336
die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslosen.
337
Einbettung in nationale und regionale Strategien/Fachpolitiken
338
Die Ansätze des OP, den Herausforderungen bezüglich der Langzeitarbeitslosigkeit und sozialer In-
339
tegration zu begegnen, leisten Beiträge zu Ansätzen in den regionalen Strategien, die zum Beispiel auf
340
die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslosen und Schaffung der Vorausset-
341
zungen für ihre Integration in den Arbeitsmarkt abzielen.
342
Auch lassen sich die vorgestellten Ansätze des OP in verschiedenen Leitlinien des NRP wiederfinden.
343
Dort werden die Verbesserung der Bildungs- und Arbeitsmarktchancen benachteiligter Personengrup-
344
pen sowie die soziale Integration als unmittelbare Zielsetzungen formuliert. Besonders relevant aus
345
Sicht des NRP sind auch die Förderung der Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit und das sich daran
346
anknüpfende Armutsrisiko.
347
Empfehlungen der begleitenden Evaluierung der ESF-Förderung in Sachsen im Zeitraum
348
2007 – 2013 für die Gestaltung der ESF-Förderung in Sachsen im Zeitraum 2014 – 2020
349
Die begleitende Evaluierung zeichnet ein grundsätzlich positives Bild hinsichtlich einer möglichen An-
350
knüpfung der ESF-Förderung in Sachsen im Förderzeitraum 2014 – 2020 an die Förderstrukturen des
351
Förderzeitraums 2007 – 2013.
352
Hiernach bestehe eine hohe Übereinstimmung zwischen Anforderungen des Förderzeitraums 2014 –
353
2020 und der derzeitigen Förderung (Endbericht 4. Bewertung des operationellen Programms des Frei-
354
staates Sachsen für den Europäischen Sozialfonds im Ziel Konvergenz im Förderzeitraum 2007 – 2013,
355
insbes. Kapitel 4).
356
Angesichts dessen wird seitens des Evaluators empfohlen, den Schwerpunkt der ESF-Förderung im
357
Förderzeitraum 2014 – 2020 auf folgende Investitionsprioritäten zu legen:
358
Selbstständigkeit und Unternehmergeist (8iii)
359
Anpassung der Arbeitskräfte an den Wandel (8v)
360
Soziale Integration/Reduzierung der Armutsgefährdung (9i)
361
Verbesserung der Arbeitsmarktrelevanz der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung (10
362
iv)

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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363
und die Investitionsprioritäten
364
Reduzierung der Schulabbrecherquote (10i)
365
Verbesserung der Effizienz von und des Zugangs zu Hochschulen (10ii)
366
zu berücksichtigen.
367
Zudem empfiehlt der Evaluator eine Berücksichtigung der Investitionsprioritäten „Zugang zu Beschäfti-
368
gung für Arbeitssuchende und Nichterwerbstätige“ (8i), „Dauerhafte Eingliederung von jungen Men-
369
schen in den Arbeitsmarkt“ (8ii) und „Gleichstellung von Frauen und Männern auf allen Gebieten“ (8iv).
370
Alle anderen Investitionsprioritäten werden seitens des Evaluators als nicht oder nur gering relevant
371
bewertet.
372
Den Empfehlungen des Evaluators konnte in inhaltlicher Hinsicht vollumfänglich Rechnung getragen
373
werden. In formeller Hinsicht konnten angesichts der Regelungen zur thematischen Konzentration ge-
374
mäß Artikel 4 der ESF-VO (in stärker entwickelten Regionen sind mindestens 80 %, in Übergangsregi-
375
onen mindestens 70 % der dem Operationellen Programm zugewiesenen ESF-Mittel auf bis zu fünf der
376
Investitionsprioritäten nach Artikel 3 Absatz 1 ESF-VO zu konzentrieren) und Artikel 9 Absatz 1 Nr. 9
377
der ESF-VO (mindestens 20 % der zur Verfügung stehenden ESF-Mittel für das thematische Ziel "För-
378
derung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher Diskriminierung“) und der deut-
379
lichen Reduzierung des für den Förderzeitraum 2014 – 2020 für den ESF zur Verfügung stehenden
380
Mittelvolumens bis auf die Investitionsprioritäten 8 i, ii und iv alle seitens des Evaluators empfohlenen
381
Investitionsprioritäten belegt werden. Die Intentionen der Investitionsprioritäten 8 i, ii und iv sind jedoch
382
in den Intentionen der belegten Investitionsprioritäten enthalten.
383
Begründung der Auswahl der thematischen Ziele und der entsprechenden Investitionsprioritä-
384
ten in Bezug auf die Partnerschaftsvereinbarung auf der Grundlage der Aufstellung der regiona-
385
len und nationalen Erfordernisse, einschließlich des Erfordernisses der Bewältigung der Her-
386
ausforderungen, die in den entsprechenden gemäß Artikel 121 Absatz 2 AEUV angenommenen
387
länderspezifischen Empfehlungen und den entsprechenden gemäß Artikel 148 Absatz 4 AEUV
388
angenommenen Ratsempfehlungen genannt sind, unter Berücksichtigung der Ex-ante-Bewer-
389
tung (Erläuterungsteil zu Gliederungspunkt 1.1.2)
390 Die genannten und erläuterten strategischen Elemente auf europäischer, nationaler und regionaler
391
Ebene fügen sich zu einem in sich logischen und konsistenten Strategierahmen für die Förderung aus
392 dem ESF im Zeitraum 2014 – 2020 zusammen. Alle Dokumente und Strategien weisen
393
Querverbindungen zueinander auf und gewährleisten eine adäquate Übertragung der Strategie Europa
394
2020 und ihrer Zielsetzungen auf Deutschland und den Freistaat Sachsen. In der Gesamtschau der
395
strategischen Rahmenbedingungen auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene und mit Blick auf
396
die Empfehlungen der begleitenden Evaluierung im Förderzeitraum 2007 – 2013 erweisen sich die
397 gewählten sechs Investitionsprioritäten, die sich auch in der Partnerschaftsvereinbarung zwischen
398 Deutschland und der Europäischen Kommission für die Umsetzung der ESI-Fonds unter dem
399
gemeinsamen strategischen Rahmen im Förderzeitraum 2014 – 2020 widerspiegeln, für am besten
400 geeignet, eine optimale, auf die spezifischen Probleme des Freistaates Sachsen zugeschnittene

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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401
Förderung aus dem ESF im Zeitraum 2014 – 2020 zu gewährleisten. Darüber hinaus ermöglichten sie
402
eine kohärente Ausrichtung der Intervention zum Bundes-ESF-OP. Diese Einschätzung wird auch von
403
der Ex-Ante-Evaluation geteilt. Unter 3.1 „Bewertung der Konsistenz der Strategie mit den PAs und den
404
gewählten IPs“ des Berichts über die Ex-Ante-Bewertung (Anlage zum vorliegenden ESF-OP) wird
405 ausgeführt, dass die zu den einzelnen Prioritätsachsen gewählten Investitionsprioritäten sich mit
406
Ausnahme des Bildungsziels eineindeutig den zuvor abgeleiteten Herausforderungen zuordnen. Beim
407
Bildungsziel entsprechen drei IPs den beiden abgeleiteten Herausforderungen. Die Begründungen zur
408
Auswahl der IPs decken die zuvor im Kontext der Herausforderungen benannten Ansätze zu deren
409 jeweiliger Adressierung durch den ESF gut ab und stellen auch die jeweiligen Bezüge zu den
410
Länderspezifischen Empfehlungen der EU her. Weitere IPs, die seitens der KOM im Positionspapier zur
411 Partnerschaftsvereinbarung für Deutschland benannt wurden (Gleichstellung und Vereinbarkeit,
412
Dauerhafte Eingliederung Jugendlicher sowie Aktives und gesundes Altern), finden sich im Portfolio der
413
spezifischen Ziele wieder. Die Wahl der Investitionsprioritäten wird in der unter Gliederungspunkt 1.1.2
414
angeführten Tabelle begründet.
415
Mit den ausgewählten Investitionsprioritäten werden insbesondere die länderspezifischen Empfehlun-
416
gen (LSE):
417
Wachstumsverstärkende Bildungs- und Forschungsausgaben tätigen (LSE 1);
418
Anhebung des Bildungsniveaus benachteiligter Menschen (LSE 2) und
419
Geeignete Aktivierungs- und Integrationsmaßnahmen insbesondere für Langzeitarbeitslose
420
aufrechterhalten (LSE 3)
421
berücksichtigt.
422
Diese stehen im engen Zusammenhang mit den im Positionspapier der Kommissionsdienststellen zur
423
Vorbereitung der Partnerschaftsvereinbarung und der Programme in Deutschland für den Zeitraum
424
2014 – 2020 vom 11. September 2012 für Deutschland vorgesehenen Investitionsprioritäten, im Einzel-
425
nen:
426
Anpassung von Arbeitskräften, Unternehmen und Unternehmern an den Wandel (insbeson-
427
dere mit LSE 1 und 2);
428
Verringerung der Zahl der Schulabbrecher und Förderung des gleichwertigen Zugangs zu
429
einer hochwertigen Früherziehung (insbesondere mit LSE 1 und LSE 2) und
430
Aktive Eingliederung (insbesondere mit LSE 2 und LSE 3),
431
die der Freistaat Sachsen für die ESF-Förderung im Förderzeitraum 2014 – 2020 ausgewählt hat.
432
Die LSE „Erhöhung der Verfügbarkeit von ganztägigen Betreuungsangeboten für Kinder und Ganztags-
433
schulen“ wird im ESF-OP unter den ausgewählten Investitionsprioritäten auf Grund bereits bestehender
434
nationaler und regionaler Programme zur Sicherung der Ganztagsbetreuung nicht berücksichtigt.

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
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sozialen und territorialen Zusammenhalt
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435
Die im Positionspapier für Deutschland vorgesehenen Investitionsprioritäten, im Einzelnen:
436
Gleichstellung von Frauen und Männern sowie Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben;
437
Dauerhafte Eingliederung von jungen Menschen, die weder einen Arbeitsplatz haben noch
438
eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren, ins Erwerbsleben;
439
Aktives und gesundes Altern
440
werden mit Blick auf die Vorgaben der thematischen Konzentration sowie der ausgewiesenen sächsi-
441
schen Bedarfslage nicht als separate Investitionsprioritäten im ESF-OP geführt.
442
Die Erfahrungen aus dem Förderzeitraum 2007 – 2013 belegen, dass spezielle Maßnahmen für Frauen
443 (z. B. in Führungspositionen) einen geringen Umsetzungsstand auswiesen. Die Gleichstellung von
444
Frauen und Männern sowie die Vereinbarung von Familie und Beruf soll deshalb unter dem dualen
445
Ansatz des bereichsübergreifenden Grundsatzes (Kapitel 11) gesteigert werden. Insbesondere Vorha-
446
ben der Investitionspriorität 8iii, des spezifischen Zieles A.1 unter der Handlungsoption „Finanzinstru-
447
mente“ oder der Investitionspriorität 8v, des spezifischen Zieles A.3 unter der Handlungsoption „Unter-
448
stützung der Beteiligung an beruflicher Weiterbildung“ könnten damit darüber hinaus einen stärkeren
449
Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern leisten. „Vorhaben für eine familienfreundliche, ge-
450
sunde und soziale Arbeitswelt unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung“ in der Hand-
451
lungsoption A.4.1 fördern unter dem gleichnamigen spezifischen Ziel A.4 die Vereinbarkeit von Familie
452
und Beruf in der Investitionspriorität 8v. Zudem wird die Investitionspriorität Gleichstellung von Frauen
453
und Männern sowie Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (8iv) im ESF-OP des Bundes bedient.
454
Eine abgeschlossene duale Berufsausbildung bietet die besten Voraussetzungen für die Integration
455
junger Menschen in den Arbeitsmarkt und wirkt dem Risiko von Armut und sozialer Ausgrenzung ent-
456
gegen. Dies wird u. a. durch die Investitionspriorität 10iv, spezifisches Ziel C.5, Handlungsoption C.5.1
457
unterstützt. Mit der geplanten Förderung werden Jugendliche mit Startschwierigkeiten bei der Aufnahme
458
einer dualen Ausbildung begleitet und bei Bedarf bis zum Erwerb eines erfolgreichen Berufsabschlusses
459
unterstützt. Sachsen verfolgt hier insofern einen nachhaltigen Förderansatz anstelle einer kurzfristigen
460
oder staatlich alimentierten Eingliederung ins Erwerbsleben. Das Missmatching zwischen Ausbildungs-
461
/Arbeitsplätzen und nicht versorgten Jugendlichen hat abgenommen.
462
Angesichts des ansteigenden Durchschnittsalters der Bevölkerung in Sachsen stellen Ältere eine rele-
463
vante Zielgruppe der ESF-Förderung in Sachsen dar, die von ESF-Förderangeboten vielfältig profitieren
464
kann. Um dem steigenden Bedarf umfassend gerecht zu werden, erfährt die Förderung des aktiven und
465
gesunden Alterns keine Konzentration in einer separaten Investitionspriorität, sondern ist im Sinne eines
466
umfassenden Angebots im Rahmen des Mainstreamprogramms integriert: Im Bereich des thematischen
467
Ziels 8, Investitionspriorität 8v, kann mit Hilfe der Angebote zur beruflichen Bildung und Fachkräfteent-
468
wicklung (hier insbesondere Handlungsoption „Förderung der beruflichen Weiterbildung“ im spezifi-
469
schen Ziel A.3) und der Vorhaben zur Gestaltung einer familienfreundlichen, gesunden und sozialen
470
Arbeitswelt (Handlungsoption im spezifischen Ziel A.4) die Anpassungsfähigkeit älterer Arbeitskräfte an
471
den Wandel gefördert werden. Im Handlungsfeld des thematischen Ziels 9 und der Investitionspriorität
472
9i stellt die Wiedereingliederung älterer Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt eine wichtige Aufgabe dar, die

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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473
in der Handlungsoption „Qualifizierung von Arbeitslosen und Benachteiligten und Förderung der Be-
474
schäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslosen“ im spezifischen Ziel B.1 adressiert wird. Damit wird die
475
Förderung des aktiven und gesunden Alterns eng an die beschäftigungspolitische Aufgabe des ESF –
476
Sicherung und Erhöhung der Beschäftigung – geknüpft. Dieser Ansatz leitet sich aus der Fachkräf-
477
testrategie Sachsen 2020 ab, die die Erwerbsquote älterer Erwerbstätiger durch kontinuierliche und
478
bedarfsgerechte Weiterbildung sowie die Förderung vom Quereinstieg erhöhen und damit das Fach-
479
kräftepotential älterer Arbeitskräfte besser nutzen will. Die Angebote der ESF-Förderung wollen einen
480
wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und damit auch zur Verbesserung der Bedingungen für Be-
481
schäftigung und Einkommen in Sachsen leisten. Sie bedienen damit ein wichtiges Handlungsfeld des
482
sächsischen Handlungskonzeptes zum aktiven Umgang mit den Folgenden des Demografischen Wan-
483
dels „Den demografischen Wandel gestalten“.
484
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das ESF-OP die Verfolgung der Zielstellungen dieser drei
485
Investitionsprioritäten sicherstellt. So finden sich Vorhaben für Gleichstellung von Frauen und Männern
486
sowie Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben unter dem spezifischen Ziel A.4, Vorhaben zur dauer-
487
haften Eingliederung von jungen Menschen, die weder einen Arbeitsplatz haben noch eine schulische
488
oder berufliche Ausbildung absolvieren, ins Erwerbsleben unter den spezifischen Zielen B.2 und C.5
489
und Vorhaben zu aktivem und gesunden Altern unter den spezifischen Zielen A.3, A.4 und B.1.
490 Ergänzend wird im Folgenden ausgeführt, weshalb die den ausgewählten Investitionsprioritäten
491
übergeordneten thematischen Ziele ausgewählt wurden.
492
Das thematische Ziel „Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unterstützung der
493
Mobilität der Arbeitskräfte“ wurde ausgewählt, da es folgende Beiträge leistet:
494
495
Beitrag EU-2020-Kernziele
496
Steigerung der Gesamtbeschäftigungsquote (20 bis 64 Jahre) auf 75 %
497
498
Beitrag NRP
499
Steigerung der Erwerbstätigenquoten der 20- bis 64-Jährigen auf 77 % sowie der 20- bis 64-Jähri-
500
gen Frauen auf mindestens 73 %
501
502
Beitrag LSE
503
Anhebung des Bildungsniveaus benachteiligter Menschen
504
Wachstumsverstärkende Bildungs- und Forschungsausgaben tätigen
505
506
Beitrag regionale Strategien
507
Gründung und Ansiedlung neuer Unternehmen, Erhöhung der Innovationsfähigkeit und-performance
508
bestehender Unternehmen, Ausbau der Wissenschaft und stärkere Verwendung von Forschungser-
509
gebnissen in der sächsischen Wirtschaft, Förderung von beruflicher und akademischer Aus- und
510
Weiterbildung im Kontext lebenslanges Lernen
511
512
Das thematische Ziel „Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher Dis-
513
kriminierung“ wurde ausgewählt, da es folgende Beiträge leistet:
514

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
Seite 28 von 129
515
Beitrag EU 2020-Kernziele
516
Beitrag zur Reduzierung der von Armut und Ausgrenzung bedrohten Bevölkerung (Langzeitarbeitslose
517
in Deutschland)
518
Bekämpfung der Armut ist elementare Anforderung an ESF-OP (EU: 20 % der Mittel darauf konzent-
519
rieren)
520
521
Beitrag NRP
522
Reduzierung der von Armut und Ausgrenzung bedrohten Bevölkerung, dabei Anknüpfung an deutsche
523
Armutsdefinition durch aktive Eingliederung von Langzeitarbeitslosen
524
525
Beitrag LSE
526
Aufrechterhaltung geeigneter Aktivierungs- und Integrationsmaßnahmen insbesondere für Langzeit-
527
arbeitslose
528
Anhebung des Bildungsniveaus benachteiligter Menschen
529
530
Beitrag regionale Strategien
531
Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslosen und Schaffung der Vorausset-
532
zungen für ihre Integration in den Arbeitsmarkt
533
534
Das thematische Ziel „Investitionen in Bildung, Ausbildung und Berufsbildung für Kompetenzen und
535
lebenslanges Lernen“ wurde ausgewählt, da es folgende Beiträge leistet:
536
537
Beitrag EU-2020-Kernziele
538
Senkung der Quote der Schulabbrecher auf 10 %
539
540
Beitrag NRP
541
Senkung der Quote der Schulabbrecher auf < 10 %
542
Unterstützung des nationalen Ausbildungspaktes zur Verbesserung der Potenziale auf dem Ausbil-
543
dungsmarkt
544
545
Beitrag LSE
546
Anhebung des Bildungsniveaus benachteiligter Menschen
547
Wachstumsverstärkende fördernde Bildungs- und Forschungsausgaben tätigen
548
549
Beitrag regionale Strategien
550
Verringerung der Schulabbrecherquote (auf unter 5 % ) und die Förderung frühkindlicher und (außer-)
551
schulischer Erziehung und Bildung; chancengerechtes Bildungswesen
552
Förderung beruflicher und akademischer Aus- und Weiterbildung, Weiterbildungsquote auf 35 % stei-
553
gern
554
555
Beitrag des Operationellen Programms zur Umsetzung der EU-Jugendgarantie
556
Mit den geplanten Maßnahmen trägt das Operationelle Programm auch zur Umsetzung der EU-Jugend-
557
garantie in Deutschland bei, die auf die Verbesserung der Eingliederung von Jugendlichen in Ausbil-
558
dung und Arbeit abzielt.

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
Seite 29 von 129
559
Diese Maßnahmen werden insbesondere in folgenden Prioritätsachsen umgesetzt:
560
- Prioritätsachse B, spezifisches Ziel B.2: „Chancengerechte Zugänge zu Beschäftigung schaffen und
561
soziale Integration fördern“
562
Ziel ist, die Berufseinstiegs- und Ausbildungschancen sozial benachteiligter oder beeinträchtigter junger
563
Menschen zu verbessern. Zu diesem Zweck sollen sozialpädagogisch begleitete Qualifizierungs- und
564
Beschäftigungsvorhaben gefördert werden, die sozial benachteiligten Jugendlichen einen (Wieder-)Ein-
565
stieg in das Berufsbildungssystem sowie in das Erwerbsleben ermöglichen. Die Vorhaben bieten teil-
566
weise auch die Möglichkeit, einen Schulabschluss nachzuholen.
567
- Prioritätsachse C, spezifisches Ziel C.2: Berufsorientierung von Jugendlichen verbessern
568
Ziel ist es, Jugendliche hinsichtlich ihrer Berufswahlkompetenz und damit ihres weiteren Bildungswegs
569
zusätzlich zu unterstützen, dadurch Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und die Beschäftigungschan-
570
cen der jungen Menschen zu erhöhen.
571
- Prioritätsachse C, spezifisches Ziel C.5: Duale Berufsausbildung sichern und stärken
572
Ziel ist für leistungsschwächere Jugendliche Wege in die duale Ausbildung zu ebnen. Auch Jugendli-
573
chen bspw. mit schlechteren Schulabschlüssen oder geringer ausgeprägten sozialen Kompetenzen soll
574
ein Ausbildungsabschluss im dualen System und damit ein guter Start in das Berufsleben ermöglicht
575
werden. Geeignete Vorhaben sollen daher ausbildungsreife, aber unvermittelte Jugendliche und junge
576
Erwachsene mit Vermittlungshemmnissen auf dem Weg in und während der betrieblichen Ausbildung
577
begleiten und gleichzeitig den Ausbildungsunternehmen Unterstützung und Entlastung bei eintretenden
578
Problemen und Ausbildungsfragen bieten.
579
580
Das Operationelle Programm ergänzt damit in kohärenter Weise die auf Bundesebene umgesetzten
581
Maßnahmen zur Umsetzung der Jugendgarantie in Deutschland. Vgl. Nationaler Implementierungsplan
582
zur Umsetzung der EU-Jugendgarantie in Deutschland:
http://www.bmas.de/DE/Themen/Soziales-Eu-
583
ropa-und-Internationales/Meldungen/EU-Jugendgarantie.html
584

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
Seite 30 von 129
585
1.1.2
Begründung der Auswahl der thematischen Ziele und der entsprechenden Investitions-
586
prioritäten in Bezug auf die Partnerschaftsvereinbarung auf der Grundlage der Aufstel-
587
lung der regionalen und nationalen Erfordernisse, einschließlich des Erfordernisses der
588
Bewältigung der Herausforderungen, die in den entsprechenden gemäß Artikel 121 Ab-
589
satz 2 AEUV angenommenen länderspezifischen Empfehlungen und den entsprechen-
590
den gemäß Artikel 148 Absatz 4 AEUV angenommenen Ratsempfehlungen genannt sind,
591
unter Berücksichtigung der Ex-ante-Bewertung (Tabellenteil)
592
Ausgewähltes
thematisches Ziel
Ausgewählte
Investitionspriorität
Begründung der Auswahl
Förderung nachhaltiger und
hochwertiger Beschäftigung und
Unterstützung der Mobilität der
Arbeitskräfte
Selbstständigkeit, Unternehmergeist und
Gründung von Unternehmen, einschließ-
lich von innovativen Kleinstunternehmen
sowie innovativen kleinen und mittleren
Unternehmen
Zahl der Existenzgründungen seit 2007 rückläufig
Prognose zeigt negativen Trend
Rückläufige Unterstützungsangebote für Existenz-
gründer
EU-Positionspapier empfiehlt ausdrücklich die För-
derung von arbeitsplatzschaffenden Existenzgrün-
dungen
Anpassung der Arbeitskräfte, Unterneh-
men und Unternehmer an den Wandel
Die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 64-Jährigen liegt
unter dem nationalen Zielwert des NRP von 77 %.
Der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung geht ins-
besondere im Bereich der jüngeren Erwerbsperso-
nen zurück
Zukünftig wird aufgrund demografischer Entwicklun-
gen schrumpfendes Erwerbspersonenpotenzial er-
wartet
Fachkräftebedarf verstärkt sich
Die Fortbildungsrate von Erwachsenen liegt in Sach-
sen mit 7,3 % in 2011 noch unter dem EU-Durch-
schnitt
Förderung der sozialen Inklusion
und Bekämpfung von Armut und
jeglicher Diskriminierung
Aktive Inklusion, nicht zuletzt durch die För-
derung der Chancengleichheit und aktiver
Beteiligung, und Verbesserung der Beschäf-
tigungsfähigkeit
geringe Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarkts für
Geringqualifizierte
Langzeitarbeitslosenquote (52 %) liegt über dem Ni-
veau der EU 27 (40 %)
Trend zur Verfestigung von Arbeitslosigkeit bei Per-
sonen mit erheblichen Vermittlungshemmnissen
Risiko für Armut und soziale Ausgrenzung in Sach-
sen über dem nationalen und über dem europäi-
schen Niveau
Unterstützung von Langzeitarbeitslosen und sozialer
Integration benachteiligter Gruppen als Empfehlung
im EU-Positionspapier
Investitionen in Bildung, Ausbil-
dung und Berufsbildung für
Kompetenzen und lebenslanges
Lernen
Verringerung und Verhütung des vorzeiti-
gen Schulabbruchs und Förderung des
gleichen Zugangs zu einer hochwertigen
Früherziehung und einer hochwertigen
Grund- und Sekundarbildung, darunter
(formale, nicht formale und informale) Bil-
dungswege, mit denen eine Rückkehr in
die allgemeine und berufliche Bildung er-
möglicht wird
Anstieg der Schulabbrecherquote seit 2010; liegt mit
10,4 % über dem Zielwert von 10 %
Gestiegene Ausbildungsabbruchquoten im Bereich
der Erstausbildungen
Hohe Zahl offener Lehrstellen im Vergleich zu Ju-
gendlichen ohne Ausbildungsstelle
Laut EU-Positionspapier werden für Deutschland
Maßnahmen zur Vermeidung von Schulabbrüchen,
für Gleichgerechtigkeit im Bildungssystem sowie für
die Verbesserung der Qualität der Früherziehung,
Grund- und Sekundarausbildung empfohlen

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
Seite 31 von 129
Ausgewähltes
thematisches Ziel
Ausgewählte
Investitionspriorität
Begründung der Auswahl
Verbesserung der Arbeitsmarktrelevanz
der Systeme der allgemeinen und berufli-
chen Bildung, Erleichterung des Über-
gangs von der Bildung zur Beschäftigung
und Stärkung der Systeme der berufli-
chen Bildung und Weiterbildung und de-
ren Qualität, unter anderem durch Mecha-
nismen für die Antizipierung des Qualifi-
kationsbedarfs, die Erstellung von Lehr-
plänen sowie die Einrichtung und Ent-
wicklung beruflicher Bildungssysteme,
darunter duale Bildungssysteme und
Ausbildungswege
Anteil der Absolventinnen und Absolventen an allge-
meinbildenden Schulen mit Hochschulreife fällt zwi-
schen den Jahren 2007-2010 von 36,2 % auf 30,7 %
Rückgang der Studienberechtigtenquote zwischen
2008 und 2010
Tertiäre Bildungsabschlüsse liegen in der Alters-
gruppe der 30- bis 34-Jährigen in Sachsen noch un-
ter dem Zielwert von 42 %.
Durchlässigkeit verschiedener Lernwege und Ausbil-
dungsstufen und die Verbesserung des Übergangs
zwischen Schule und Beruf als Empfehlung im EU-
Positionspapier
Verbesserung der Qualität und Effizienz
von, und Zugang zu, Hochschulen und
gleichwertigen Einrichtungen zwecks
Steigerung der Zahl der Studierenden
und der Abschlussquoten, insbesondere
für benachteiligte Gruppen
Die Steigerung der Gesamtzahl der Hochschulabsol-
venten ist als Kernziel in der Strategie Europa 2020
aufgeführt
Tertiäre Bildungsabschlüsse liegen in der Alters-
gruppe der 30- bis 34-Jährigen in Sachsen noch un-
ter dem Zielwert von 42 %.
Die Kooperation zwischen Wirtschaft und Forschung
wird explizit als Ziel im NRP genannt
Die Ausrichtung der Aus- und Weiterbildung auf die
Bedürfnisse des Arbeitsmarktes wird ausdrücklich im
Positionspapier empfohlen
Die Rekrutierung von leistungsfähigen Lehrkräften
im gesamten Bildungssystem als weiterer Schwer-
punkt im EU-Positionspapier
593
Tabelle 9: Begründung der Auswahl der thematischen Ziele und Investitionsprioritäten
594
1.2 Begründung der Mittelzuweisung
595
Angesichts einer deutlichen Reduzierung des für den Förderzeitraum 2014 – 2020 für den ESF zur
596
Verfügung stehenden Mittelvolumens und des hohen Anspruches der Mittelkonzentration wird der Frei-
597
staat Sachsen seine Fördermaßnahmen auf eine geringere Zahl von Förderansätzen als im Förderzeit-
598
raum 2007 – 2013 konzentrieren. Basierend auf den Erkenntnissen in Kapitel 1.1.1 und den dort darge-
599
stellten Bedarfslagen wird die Mittelverteilung auf folgende Investitionsprioritäten konzentriert:
600
Soziale Integration/Reduzierung der Armutsgefährdung (9i) – ÜR: 31,40 %, SER 32,85 %
601
Anpassung der Arbeitskräfte an den Wandel (8v) – ÜR: 20,63 %, SER: 22,99%
602
Reduzierung der Schulabbrecherquote (10i) – ÜR 15,25 %, SER: 12,62%
603
Verbesserung der Effizienz von und des Zugangs zu Hochschulen (10ii) – ÜR: 14,92 %, SER: 11,59%
604
Verbesserung der Arbeitsmarktrelevanz der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung (10
605
iv) – ÜR: 8,17 %, SER: 9,26 %
606
Selbstständigkeit und Unternehmergeist (8iii) – ÜR: 6,29 %, SER: 7,67 %

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
Seite 32 von 129
607
Die sächsische Strategie für den ESF sieht damit eine Konzentration wie in den Verordnungen gefordert
608
vor. Im Einzelnen werden in der stärker entwickelten Region Leipzig 89,45 % und in den Übergangsre-
609
gionen Chemnitz und Dresden 90,37 % der ESF-Mittel auf fünf Investitionsprioritäten (8v, 9i, 10i, 10ii,
610
10iv) konzentriert. Mit 31,64 % der Mittel des Operationellen Programms kommen in Sachsen deutlich
611
mehr Mittel für soziale Inklusion und Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung zur Anwendung,
612
als entsprechend in Artikel 96 (2) a der VO (EU) Nr. 1303/2013 gefordert.
613
Für die Technische Hilfe werden verordnungskonform 3,28 % der Mittel eingeplant.
614
Durch diese hohe thematische Konzentration leistet das Operationelle Programm ESF einen an den
615
Bedürfnissen orientierten hohen Beitrag zur Erfüllung der nationalen Strategien und den Zielen der Stra-
616
tegie Europa 2020. Die Verteilung der ESF-Mittel in der stärker entwickelten Region Leipzig erfolgt auf-
617
grund der in Kapitel 1.1.1 dargestellten vergleichbaren regionalen Entwicklungsbedarfe in den Über-
618
gangsregionen Chemnitz und Dresden mit ähnlichen Schwerpunkten unter Berücksichtigung der gerin-
619
geren Mittelausstattung als stärker entwickelte Region und der Anforderung an eine thematische Kon-
620
zentration. Die geringen Abweichungen in den Quoten resultieren aus der Berücksichtigung des deutli-
621
chen Unterschieds in den zur Verfügung stehenden Mittelvolumen für die beiden Regionen.
622
Die Berechnung der Unterstützung der Klimaschutzziele aus dem ESF soll durch die Ermittlung der
623
Finanzdaten, die für den Dimensionscode 01 "Unterstützung des Umstiegs auf eine CO
2
-arme ressour-
624
ceneffiziente Wirtschaft" im Rahmen der Dimension 6 "Codes für die Dimension sekundäres ESF-
625
Thema" gemäß Tabelle 6 von Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 215/2014 gemeldet wurden, erfolgen.
626
Insoweit werden indikative (geschätzte und daher unverbindliche) Finanzvolumen, die zur Unterstüt-
627
zung des sekundären ESF-Themas in den jeweiligen Prioritätsachsen als Richtwert ausgewiesen. Es
628
wird eingeschätzt, dass in dieser Größenordnung umweltrelevante oder umweltorientierte Vorhaben zur
629
Unterstützung des sekundären ESF-Themas beitragen können, ohne dass dies wegen der inhaltlichen
630
Komplexität der Vorhaben konkret nachgewiesen werden kann.

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
Seite 33 von 129
Priori-
täts-
achse
Fonds
Unionsunter-
stützung
(EUR)
Anteil der ge-
samten Uni-
onsunterstüt-
zung für das
operationelle
Programm
Thematisches Ziel
Investitionsprioritäten
Der Investitionspriorität ent-
sprechende spezifische Ziele
Gemeinsame
und programm-
spezifische Er-
gebnis-indikato-
ren , für die ein
Zielwert festge-
legt wurde
A
ESF
185.416.833
27,54 %
8. Förderung nachhalti-
ger und hochwertiger
Beschäftigung und Un-
terstützung der Mobili-
tät der Arbeitskräfte
8iii: Selbstständigkeit, Un-
ternehmergeist und Grün-
dung von Unternehmen,
einschließlich von innova-
tiven Kleinstunternehmen
sowie innovativen kleinen
und mittleren Unterneh-
men
A.1: Existenzgründungen und
Unternehmergeist stärken
Gründungsinteres-
sierte und Exis-
tenzgründer/innen
(PO-01), die ein
Jahr nach Beginn
der Maßnahme
selbstständig sind
8v: Anpassung der Ar-
beitskräfte, Unternehmen
und Unternehmer an den
Wandel
A.2: Zusammenarbeit zwi-
schen akademischer Forschung
und Wirtschaft verbessern und
Innovationskraft der Unterneh-
men stärken
Anzahl der unter-
stützten Kleinstun-
ternehmen sowie
kleinen
und mittleren Un-
ternehmen (ein-
schließlich koope-
rativer
Unternehmen und
Unternehmen der
Sozialwirtschaft)
(CO23), deren
FuE-Kapazitäten
oder Kooperatio-
nen mit akademi-
scher Forschung
verstärkt wurden
A.3: Fachkräfteentwicklung
und –sicherung fördern
Teilnehmer, die
nach ihrer Teil-
nahme eine Quali-
fizierung erlangen
A.4: Bessere Vereinbarkeit von
Familie und Beruf und mehr so-
ziale Verantwortung fördern
Anteil der unter-
stützten Kleinstun-
ternehmen sowie
kleinen und mittle-
ren Unternehmen
(einschließlich ko-
operativer
Unternehmen und
Unternehmen der
Sozialwirtschaft)
(CO23), die nach
Projektabschluss
einen Maßnahme-
plan erarbeitet
und Maßnahmen
eingeleitet haben
B
ESF
213.008.196
31,64 %
9. Förderung der sozia-
len Inklusion und Be-
kämpfung von Armut
und jeglicher Diskrimi-
nierung
9i: Aktive Inklusion, nicht
zuletzt durch die Förde-
rung der Chancengleich-
heit und aktiver Beteili-
gung, und Verbesserung
der Beschäftigungsfähig-
keit
B.1: Arbeitsmarktchancen von
Arbeitslosen und Langzeitar-
beitslosen durch Qualifizierung
und Förderung der Beschäfti-
gungsfähigkeit verbessern
Teilnehmer, die
nach ihrer Teil-
nahme eine Quali-
fizierung erlangen
B.2: Chancengerechte Zu-
gänge zu Beschäftigung schaf-
fen und soziale Integration för-
dern
Teilnehmer, die
nach ihrer Teil-
nahme eine Quali-
fizierung erlangen
Arbeitslose, auch
Langzeitarbeits-
lose (CO01), die
nach ihrer Teil-
nahme eine
Qualifizierung er-
langen
B.3: Soziale Eingliederung und
Integration in Beschäftigung
von Menschen in sozial be-
nachteiligten Stadtgebieten för-
dern
Teilnehmer, über
18-Jährige, die
das Projekt voll-
ständig durchlau-
fen haben
B.4: Funktionale Analphabeten
unterstützen
Sonstige benach-
teiligte Personen
(CO17), die das
Projekt vollständig
durchlaufen ha-
ben

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Strategie für den Beitrag des operationellen Programms zur
Unionsstrategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
und zum wirtschaftlichen,
sozialen und territorialen Zusammenhalt
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Priori-
täts-
achse
Fonds
Unionsunter-
stützung
(EUR)
Anteil der ge-
samten Uni-
onsunterstüt-
zung für das
operationelle
Programm
Thematisches Ziel
Investitionsprioritäten
Der Investitionspriorität ent-
sprechende spezifische Ziele
Gemeinsame
und programm-
spezifische Er-
gebnis-indikato-
ren , für die ein
Zielwert festge-
legt wurde
B.5: Im Justizvollzug unterge-
brachte Personen bei berufli-
cher und sozialer Integration
unterstützen
Sonstige benach-
teiligte Personen
(CO17), die min-
destens ein Modul
abgeschlossen o-
der ein Zertifikat
erlangt haben
C
ESF
252.768.562
37,54 %
10.Investitionen in Bil-
dung, Ausbildung und
Berufsbildung für Kom-
petenzen und lebens-
langes Lernen
10i: Verringerung und Ver-
hütung des vorzeitigen
Schulabbruchs und Förde-
rung des gleichen Zu-
gangs zu einer hochwerti-
gen Früherziehung und ei-
ner hochwertigen Grund-
und Sekundarbildung, da-
runter (formale, nicht for-
male und informale) Bil-
dungswege, mit denen
eine Rückkehr in die allge-
meine und berufliche Bil-
dung ermöglicht wird
C.1: Individuelle Bildungspo-
tenziale von Kindern und Ju-
gendlichen ausschöpfen
Teilnehmer, die
nach ihrer Teil-
nahme eine Quali-
fizierung erlangen
Teilnehmer, unter
25-Jährige
(CO06), die durch
die inklusive Be-
schulung das
Klassenziel er-
reicht haben
C.2: Berufsorientierung verbes-
sern
Teilnehmer, unter
25-Jährige
(CO06), die nach
ihrer Teilnahme
eine Qualifizierung
erlangen
C.3: Chancengerechte Ent-
wicklung im schulischen Umfeld
ermöglichen
Teilnehmer, unter
25-Jährige
(CO06), die das
Klassenziel (Ver-
setzung in
nächste Klasse o-
der erstrebten
Schulabschluss)
erreicht haben
10ii: Verbesserung der
Qualität und Effizienz von,
und Zugang zu, Hoch-
schulen und gleichwerti-
gen Einrichtungen zwecks
Steigerung der Zahl der
Studierenden und der Ab-
schlussquoten, insbeson-
dere für benachteiligte
Gruppen
C.4: Mehr und besser qualifi-
zierte akademische Fachkräfte
bereitstellen
Teilnehmer, die
nach ihrer Teil-
nahme eine Quali-
fizierung erlangen
Anzahl eingereich-
ter Promotionen
von Teilnehmern
mit tertiärer Bil-
dung (ISCED 5 bis
8) (CO11)
10iv: Verbesserung der
Arbeitsmarktrelevanz der
Systeme der allgemeinen
und beruflichen Bildung,
Erleichterung des Über-
gangs von der Bildung zur
Beschäftigung und Stär-
kung der Systeme der be-
ruflichen Bildung und Wei-
terbildung und deren Qua-
lität, unter anderem durch
Mechanismen für die Anti-
zipierung des Qualifikati-
onsbedarfs, die Erstellung
von Lehrplänen sowie die
Einrichtung und Entwick-
lung beruflicher Bildungs-
systeme, darunter duale
Bildungssysteme und
Ausbildungswege
C.5: Duale Berufsausbildung
sichern und stärken
Teilnehmer, die
nach ihrer Teil-
nahme eine Quali-
fizierung erlangen
TH
ESF
22.108.066
3,28 %
631
Tabelle 10: Überblick über die Investitionsstrategie des operationellen Programms

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 35 von 129
632
2 Prioritätsachsen
633
2.A Prioritätsachse A: Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäfti-
634
gung und Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte
635
2.A.1 Allgemeine Informationen
636
ID der Prioritätsachse
A
Bezeichnung der Prioritätsachse
Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und
Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte
637
Die gesamte Prioritätsachse wird ausschließlich durch Finanzin-
strumente umgesetzt.
-
Die gesamte Prioritätsachse wird ausschließlich durch auf EU-
Ebene eingerichtete Finanzinstrumente umgesetzt.
-
Die gesamte Prioritätsachse wird durch von der örtlichen Bevöl-
kerung betriebene Maßnahmen zur lokalen Entwicklung umgesetzt.
-
Die gesamte Prioritätsachse ist auf soziale Innovation oder auf
transnationale Zusammenarbeit oder auf beides ausgerichtet.
-
638
2.A.2 Begründung für die Einrichtung einer Prioritätsachse, die mehr als eine Regionenkatego-
639
rie, mehr als ein thematisches Ziel oder mehr als einen Fonds betrifft
640
Den Ausführungen zu den Bedarfssituationen in den beiden Regionen Sachsens unter 1.1.1. folgend
641
werden keine Unterscheidungen in der Ausgestaltung der Handlungsoptionen vorgenommen, allerdings
642 können sich die Intensität und Laufzeiten der einzelnen Interventionen zur Umsetzung der Hand-
643
lungsoptionen aufgrund der stark verschiedenen Mittelausstattung der Regionen unterschiedlich gestal-
644 ten.

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 36 von 129
645
2.A.3 Fonds, Regionenkategorie und Berechnungsgrundlage für die Unionsunterstützung
646
Fonds ESF
Regionenkategorie ÜR, SER
Berechnungsgrundlage (gesamte för-
derfähige Ausgaben oder förderfähige
öffentliche Ausgaben)
gesamte förderfähige Ausgaben
647
2.A.4 Investitionspriorität 8iii.: Selbstständigkeit, Unternehmergeist und Gründung von Unter-
648
nehmen, einschließlich von innovativen Kleinstunternehmen sowie innovativen kleinen
649
und mittleren Unternehmen
650
2.A.4.1 Der Investitionspriorität entsprechende spezifische Ziele und erwartete Ergebnisse
651
Spezifisches Ziel A.1: Existenzgründungen und Unternehmergeist stärken
652
Die Gründungsneigung hat in Sachsen in den letzten Jahren mit nur vorübergehenden Unterbrechun-
653
gen weiter abgenommen. Die SÖA stellte im Kapitel 3.1.6 Selbstständige/Existenzgründungen fest,
654
dass die Gründungsintensität insgesamt unter dem Niveau vergleichbarer Regionen (Ostdeutschland)
655
liegt. Auch die SWOT-Analyse zum thematischen Ziel 8 attestierte Sachsen eine vergleichsweise ge-
656
ringe Dynamik von Unternehmensgründungen (Kapitel 3.9 der SÖA) und verweist auf Risiken im Hin-
657
blick auf die in den nächsten Jahren in größerer Zahl anstehenden Unternehmensübergaben. Unter-
658
durchschnittlich viele Gründungen erfolgen im Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen und bei
659
Spin-offs, mit denen neue Forschungsergebnisse oder neue wissenschaftliche Methoden wirtschaftlich
660
verwertet werden (Unternehmensgründungsstrategie des Freistaates Sachsen, Kapitel 2.5).
661
Gerade wissensbasierte Gründungen und Gründungen im High-Tech-Bereich leisten einen überdurch-
662
schnittlichen Beitrag zur Erhöhung der Beschäftigungsquote (Zentrum für Europäische Wirtschaftsfor-
663
schung, Gründungsreport, Jg. 9, Nr. 1, Mai 2009). Daher wird die Herausforderung des Freistaates
664
Sachsen aufgegriffen, die Anzahl nachhaltiger Existenzgründungen zu steigern. Im Ergebnis sollen die
665
Anzahl der Selbstständigen und die Gründungsneigung erhöht, betriebswirtschaftliche Grundlagen ver-
666
tieft und die Gründerthematik in der Gesellschaft und an den Hochschulen stärker verwurzelt werden.
667
Für die erfolgreiche Realisierung eines Gründungsvorhabens von jungen Klein- und Kleinstunterneh-
668
men ist eine belastbare Finanzierung nötig. Insbesondere im kleinvolumigen Kreditbereich existiert auf
669
Grund des ungünstigen Chance-Risiko-Verhältnisses kein ausreichendes privates Kapitalangebot. Mit-
670
tels geeigneter Finanzinstrumente soll gezielt auf die bestehende Marktschwäche oder Marktversa-
671
genstatbestände reagiert, die Finanzierung der Selbstständigkeit ermöglicht und damit der Aufbau und
672
das Wachstum von Kleinstunternehmen unterstützt werden.

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 37 von 129
ID
Indikator
Regio-
nenka-
tegorie
Einheit für
die Mes-
sung des
Indikators
Gemeinsamer
Outputindikator
als Grundlage
für die Festle-
gung des Ziel-
werts
Basiswert
Einheit für
die Mes-
sung des
Basiswerts
und des
Zielwerts
Basisjahr
Zielwert
(2023)
Datenquelle
Häufigkeit
der Be-
richterstat-
tung
PE-
01
Programmspezifischer
Ergebnisindikator A.1:
Gründungsinteressierte
und Existenzgründer
und -gründerinnen (PO-
01), die ein Jahr nach
Beginn der Maßnahme
selbständig sind
ÜR
Anzahl
-
65 %
Anteil
2014
70 % Monitoring
jährlich
SER
Anzahl
-
65 %
Anteil
2014
70 % Monitoring
jährlich
673
Tabelle 11: Gemeinsame Ergebnisindikatoren, für die ein Zielwert festgelegt wurde, und programmspezifische Indikatoren, die
674
den spezifischen Zielen entsprechen, spezifisches Ziel A.1
675
2.A.4.2 Maßnahmen, die im Rahmen der Investitionspriorität zu unterstützen sind
676
2.A.4.2.1 Beschreibung der Art und Weise für zu unterstützende Maßnahmen und ihres erwar-
677
teten Beitrags zu den spezifischen Zielen
678
Spezifisches Ziel A.1: Existenzgründungen und Unternehmergeist stärken
679
Handlungsoption: Finanzinstrumente
680
Im Bereich der Mikrokredite (unter 25.000 Euro) haben qualifizierte Existenzgründer und junge Be-
681
standsunternehmen trotz grundsätzlich tragfähiger Vorhaben häufig keinen Zugang zu kleinvolumigen
682
Bankkrediten
(vgl. Meißner, Kritikos, u. a.: Mikrofinanzierung und Mezzanine-Kapital für Gründungen
683
und KMU, Berlin 2009, S. 24 ff., 30). Daher wurde bereits 2006 in Sachsen ein Fonds für die Vergabe
684
von ESF-Mikrodarlehen erfolgreich eingerichtet, der weitergeführt werden soll. Die Evaluation des In-
685
struments im Förderzeitraum 2007 – 2013 hat gezeigt, dass die tatsächlichen Gründungen bezogen auf
686 die eingesetzten Fördersummen in einem guten Verhältnis stehen. Besonders im Einzelhandel, in
687
Dienstleistungsbranchen, im Handwerk und Gesundheitswesen konnten Existenzgründer mit Hilfe des
688
Mikrodarlehens ihre Geschäftsideen realisieren. Das Mikrodarlehen wird dabei besonders von Frauen
689
genutzt. Ihr Anteil betrug stets rund 37 % und war damit höher als der Anteil der Frauen an den Selbst-
690
ständigen in Sachsen. Neben den Arbeitsplätzen der Gründenden selbst sind seitdem etwa 1.600 wei-
691
tere Arbeitsplätze in den geförderten Vorhaben entstanden. Durch das Darlehen gelingt es, Gründerin-
692
nen und Gründer zu mobilisieren, die fachlich qualifiziert sind, den Weg in die Selbstständigkeit aber
693
nicht eigenständig oder durch Bankkredite finanzieren können. Die in Folge einer verstärkten Grün-
694
dungstätigkeit neu geschaffenen Unternehmen und Arbeitsplätze haben positiven Einfluss auf den de-
695 mografischen und wirtschaftlichen Wandel. Möglichen Abwanderungstendenzen gut ausgebildeter
696
Fachkräfte kann dadurch langfristig vorgebeugt werden.
697
Frauen und Männer haben gleichermaßen Zugang zum Förderangebot. Das Mikrodarlehen kommt je-
698
doch dem Bedarf von Gründerinnen besonders entgegen. Nur rund 30 % aller Selbstständigen in Sach-
699
sen sind weiblich. Frauen verfügen über weniger Eigenkapital und führen Investitionen später durch als
700
Männer. Mikrofinanzierungen, die während einer längeren Nachgründungsphase einen schnellen und

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 38 von 129
701
verlässlichen Zugang zu Finanzierung gewährleisten, reagieren insofern besonders auf spezifische Be-
702
darfe von Unternehmerinnen
(vgl. Meißner, Kritikos, u. a.: Mikrofinanzierung und Mezzanine-Kapital für
703
Gründungen und KMU, Berlin 2009, S. 2). Insofern trägt das Programm insgesamt dazu bei, die Chan-
704
cengleichheit im Erwerbsleben zu verbessern.
705
Der Einsatz des Finanzinstruments erfolgt vorbehaltlich der Ergebnisse der noch durchzuführenden Ex-
706
ante-Bewertung gemäß Artikel 37 Absatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 1303/2013. Im Rahmen des Mikro-
707
darlehens wird Fremdkapital bereitgestellt. Es unterscheidet sich daher im Hinblick auf Finanzierungsart
708
und –funktion von der Förderung aus dem Bundes-ESF-Programm.
709
Handlungsoption: Gründungsberatung
710
Die Gründung eines Unternehmens (auch im Rahmen von Unternehmensübergaben) bedarf einer sorg-
711
fältigen Vorbereitung. Die Förderung einer professionellen Begleitung im Rahmen einer Gründungsbe-
712
ratung für Personen, die an einer Existenzgründung interessiert sind, leistet einen wichtigen Beitrag, um
713
das Unternehmen am Markt zukunftssicher zu etablieren. Die zu fördernde Gründungsberatung wird
714
vor der Unternehmensgründung erfolgen, während Bundesprogramme im Bereich Gründungsberatung
715
nach der Unternehmensgründung ansetzen. Im Förderzeitraum 2007 - 2013 wurden ca. 1.200 Grün-
716
dungsberatungen durchgeführt Mehr als 75 % der beratenen Vorhaben mündeten angabegemäß in
717
eine Gründung. Von den Gründerinnen und Gründern beantworteten über 90 % die Frage nach dem
718
Fortbestand ihres Unternehmens positiv.
719
Handlungsoption: Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft
720
An Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sollen Gründerinitiativen weiter un-
721
terstützt werden. Sie sensibilisieren und motivieren Studierende, Hochschulabsolventen sowie Mitar-
722
beiterinnen und Mitarbeiter von Hochschulen und Forschungseinrichtungen für die Idee der eigenen
723
Unternehmensgründung und qualifizieren und begleiten diese anschließend. Damit kann an den Hoch-
724
schulen und Forschungseinrichtungen verstärkt eine Kultur der Selbstständigkeit, Eigeninitiative und
725
des unternehmerischen Denkens entwickelt und ein Beitrag zur Innovationskraft der sächsischen Wirt-
726
schaft geleistet werden. Im Förderzeitraum 2007 – 2013 wurden in Sachsen vier Gründerinitiativen un-
727
terstützt, die durch ihre Tätigkeiten im Zeitraum Oktober 2008 bis März 2013 über 500 Unternehmens-
728
gründungen initiierten. Bei Gründerinitiativen mit naturwissenschaftlicher Ausrichtung werden speziell
729
auf Frauen ausgerichtete Angebote fortgeführt und damit die Gleichstellung von Frauen und Männern
730
unterstützt.
731
Die vielfältige Hochschul- und Forschungslandschaft in Sachsen bietet gute Voraussetzungen, um die
732
Zahl der Spin-offs und damit die Zahl der Unternehmen, die die meisten Arbeitsplätze schaffen, zu
733
erhöhen. Daher soll die Förderung von Gründerinnen und Gründern, insbesondere mit einem akademi-
734
schen Hintergrund, durch eine befristete Unterstützung zum Lebensunterhalt weiterentwickelt werden.
735
Im Förderzeitraum 2007 – 2013 resultierten aus den geförderten Stipendien bisher 55 Unternehmens-
736
gründungen. Die Förderung konzentriert sich
a
uf die Phase nach Vorliegen des Businessplanes, wäh-
737
rend aus dem Bundes-ESF die Entwicklung der Geschäftsidee unterstützt wird.
738
Indem die Gründungsneigung erhöht und die Bereitschaft, unternehmerische Verantwortung zu über-
739
nehmen, gestärkt wird, leistet die Förderung einen Beitrag zur Erreichung des spezifischen Ziels A.1.

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 39 von 129
740
2.A.4.2.2 Leitgrundsätze für die Auswahl der Vorhaben
741
Das Verfahren für die Auswahl der zu bewilligenden Vorhaben wird als laufendes Antragsverfahren oder
742
als Wettbewerbsverfahren mit Stichtagen ausgestaltet. Zuwendungsempfänger im Sinne des nationalen
743
Zuwendungsrechts können natürliche oder juristische Personen sowie Personenvereinigungen sein. Bei
744
Begünstigten findet die Begriffsbestimmung gemäß Artikel 2 Nr. 10 der Verordnung (EU) Nr. 1303/2013
745
Anwendung.
746
Die Förderung erfolgt auf der Grundlage von veröffentlichten Verwaltungsvorschriften. In den Verwal-
747
tungsvorschriften werden die Verfahren und Auswahlkriterien für die Auswahl und Bewilligung der Vor-
748
haben geregelt. Die Auswahlkriterien werden dem Begleitausschuss zur Prüfung und Genehmigung
749
vorgelegt.
750
Bei der Auswahl der zu fördernden Vorhaben stehen folgende Kriterien im Vordergrund:
751
Einhaltung der gemeinschaftlichen und nationalen Vorschriften
752
Ausrichtung auf die spezifischen Ziele, Grundsätze und Querschnittsaufgaben des ESF-OP
753
Beachtung der fachpolitischen Vorgaben in den Verwaltungsvorschriften
754
Fachliche Qualität der geplanten Vorhaben, auch im Hinblick auf die Nachnutzung der Ergeb-
755
nisse
756
Wirtschaftliche und sparsame Kalkulation, gesicherte Finanzierung
757
Die Auswahl der Vorhaben erfolgt durch die Bewilligungsstelle in einem nachvollziehbaren Verfahren.
758
Die Bewilligungsstelle bezieht gegebenenfalls externe Fachstellen bei der Bewertung ein.
759
Um sicherzustellen, dass die Antragsteller in der Lage sind, den mit Erhalt einer ESF-Förderung ver-
760
bundenen Verpflichtungen nachzukommen, holt die Bewilligungsstelle von den Antragstellern entspre-
761
chende Informationen ein. In geeigneten Fällen soll die Möglichkeit des Artikels 98 „Gemeinsame Un-
762
terstützung“ der Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 genutzt werden.
763
2.A.4.2.3 Geplante Nutzung der Finanzinstrumente
764
Der Einsatz von Finanzinstrumenten ist im spezifischen Ziel A.1, Handlungsoption „Finanzinstrumente“,
765
vorgesehen.
766
2.A.4.2.4 Geplante Nutzung von Großprojekten
767
Eine Umsetzung von Großprojekten ist im Rahmen der Investitionspriorität 8iii nicht vorgesehen.
768
769

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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770
2.A.4.2.5 Nach Investitionspriorität und nach Regionenkategorie aufgeschlüsselte Outputindi-
771
katoren
ID
Indikator
Einheit für
die Mes-
sung
Fonds
Regionenkategorie
Zielwert
(2023)
Datenquelle
Häufigkeit der
Berichterstattung
PO-
01
Programmspezifischer Outputindikator 8iii:
Anzahl der Gründungsinteressierten und Exis-
tenzgründer und -gründerinnen
Anzahl ESF ÜR 8.770 Monitoring jährlich
Anzahl ESF SER 2.922 Monitoring jährlich
PO-
11
Programmspezifischer Outputindikator:
Anteil der Frauen an Darlehensnehmern
Anteil ESF ÜR 35 % Monitoring jährlich
Anteil ESF SER 0 % Monitoring jährlich
772
Tabelle 12: Gemeinsame und programmspezifische Outputindikatoren für die Investitionspriorität 8iii
773
2.A.5 Investitionspriorität 8v: Anpassung der Arbeitskräfte, Unternehmen und Unternehmer an
774
den Wandel
775
2.A.5.1 Der Investitionspriorität entsprechende spezifische Ziele und erwartete Ergebnisse
776
Spezifisches Ziel A.2: Zusammenarbeit zwischen akademischer Forschung und Wirtschaft ver-
777
bessern und Innovationskraft der Unternehmen stärken
778
Der internationale Wettbewerb verschärft sich, die Halbwertszeit von Technologien und beschäftigungs-
779
relevantem Know-how nimmt ab. Vor diesem Hintergrund bilden Forschung, Entwicklung und Innovation
780
eine wesentliche Voraussetzung zur Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und zur
781
Erhöhung von Wertschöpfung und Beschäftigung. Unternehmen, die in Forschung, Entwicklung und
782
Innovation investieren und damit ihre Wettbewerbssituation verbessern, schaffen damit die Vorausset-
783
zungen für neue Arbeitsplätze und für die Sicherung von bestehenden Beschäftigungsverhältnissen.
784
Weniger innovativen Unternehmen fällt es schwerer, sich auf einen Wandel im wirtschaftlichen und ge-
785
sellschaftlichen Umfeld einzustellen. Wie die SWOT-Analyse im Sächsischen Technologiebericht 2012,
786
S. 317, zeigt, sind die Forschungsausgaben eine der Stärken des Freistaats Sachsen. Aufholbedarf
787
besteht jedoch bei der Verwertung von Forschungsergebnissen. Durch die Unterstützung der Zusam-
788
menarbeit von akademischer Forschung und Wirtschaft soll die Innovationskraft der Unternehmen ge-
789
stärkt werden. Dies trägt zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen bei.
790
Mit dem spezifischen Ziel A.2 greift der ESF die Herausforderung des Freistaates Sachsen auf, die
791
Beschäftigung im technologischen und wirtschaftlichen Wandel zu erhalten und auszubauen. In Über-
792
einstimmung mit den Empfehlungen der Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen (Kapitel 2.2.2,
793
3.2.2, 3.2.3 und 4.1.4) soll die ESF-Förderung zur Verbesserung des betrieblichen Innovationsmanage-
794
ments, des Wissens- und Technologietransfers, der Vernetzung und Qualifizierung von Mitarbeiterinnen
795
und Mitarbeitern in Wissenschaft und Wirtschaft und der Anstellungsbedingungen für hochqualifizierte
796
Arbeitskräfte beitragen. Mit Hilfe der ESF-Mittel sollen im Ergebnis die vorhandenen wissenschaftlichen
797
Potenziale stärker wirtschaftlich nutzbar gemacht, der Technologietransfer „über Köpfe“ intensiviert und
798
damit Beschäftigung gesichert und aufgebaut werden. Die Vorhaben im spezifischen Ziel A.2 sind im
799
Sinne des Abschnitts 1.1.1 als demografieorientiert einzuordnen.

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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ID
Indikator
Regio-
nenka-
tegorie
Einheit für
die Mes-
sung des
Indikators
Gemeinsamer Out-
putindikator als
Grundlage für die
Festlegung des Ziel-
werts
Basiswert
Einheit für
die Mes-
sung des
Basiswerts
und des
Zielwerts
Basisjahr
Zielwert
(2023)
Datenquelle
Häufigkeit
der Be-
richterstat-
tung
PE-
02
Programmspezifischer
Ergebnisindikator A.2:
Anzahl der unterstützten
Kleinstunternehmen so-
wie kleinen und mittle-
ren Unternehmen (ein-
schließlich kooperativer
Unternehmen und Un-
ternehmen der Sozial-
wirtschaft) (CO23), de-
ren FuE-Kapazitäten o-
der Kooperationen mit
akademischer For-
schung verstärkt wur-
den
ÜR Anzahl
Zahl der unter-
stützten Kleinstun-
ternehmen sowie
kleinen und mittle-
ren Unternehmen
(einschließlich ko-
operativer Unter-
nehmen und Un-
ternehmen der So-
zialwirtschaft)
80 %
Anteil
2013
80 %
Monitoring
jährlich
SER Anzahl
Zahl der unter-
stützten Kleinstun-
ternehmen sowie
kleinen und mittle-
ren Unternehmen
(einschließlich ko-
operativer Unter-
nehmen und Un-
ternehmen der So-
zialwirtschaft)
80 %
Anteil
2013
80 %
Monitoring
jährlich
800
Tabelle 13: Gemeinsame Ergebnisindikatoren, für die ein Zielwert festgelegt wurde und programmspezifische Indikatoren, die
801
den spezifischen Zielen entsprechen – spezifisches Ziel A.2
802
Spezifisches Ziel A.3: Fachkräfteentwicklung und -sicherung fördern
803
Gemäß den Feststellungen in Kapitel 1.2 der SÖA und der SWOT-Analyse zum thematischen Ziel 8
804
zählt Sachsen zu den Regionen in der EU mit der am stärksten schrumpfenden und alternden Bevölke-
805
rung. Die Zahl der jüngeren Erwerbspersonen geht zurück, der Anteil älterer Arbeitnehmer wird zuneh-
806
men. Die Arbeitsnachfrage ist gemäß der SWOT-Analyse zum thematischen Ziel 8 gekennzeichnet von
807
einer geringen Aufnahmefähigkeit für Geringqualifizierte. Unternehmensbefragungen (IAB Betriebspa-
808
nel, Länderbericht Sachsen 2011, Kapitel 5) weisen auf deutliche Besetzungsprobleme in Bezug auf
809
Fachkräfte mit hoher Qualifizierung und Spezialisierung hin. Das verringerte Arbeitskräfteangebot er-
810
schwert die Rekrutierung benötigter Fachkräfte und gefährdet das wirtschaftliche Entwicklungspotenzial.
811
Ziel muss daher eine Ausschöpfung des Fachkräftepotenzials sowohl auf gesamtgesellschaftlicher als
812
auch betrieblicher Ebene sein. Im Ergebnis sollen die Arbeitskräfte im Verlauf der Berufsbiografie kon-
813
tinuierlich an die Anforderungen des Berufsfeldes und des Arbeitsmarktes angepasst, Qualifikationspo-
814
tenziale von Erwerbspersonen aller Bildungsniveaus genutzt und die Beschäftigungsfähigkeit älterer
815
Erwerbspersonen aufrechterhalten werden. Notwendig ist auch, KMU und andere Arbeitgeber bei der
816
Fachkräftesicherung unter den sich wandelnden Rahmenbedingungen zu beraten und zu unterstützen.
817
Dazu dienen auch innovative beziehungsweise systembezogene Vorhaben hinsichtlich der Steigerung
818
von Qualität und Erfolg der Aus- und Weiterbildung insbesondere für benachteiligte Gruppen. Die Qua-
819
lifizierung von Fachkräften im Bereich Kindertagesbetreuung leistet zudem einen Beitrag zu den Bemü-
820
hungen um eine optimale frühkindliche Bildung. Die Vorhaben im spezifischen Ziel A.3 unterstützen die
821
Ziele des sächsischen Handlungskonzepts Demografie und sind daher im Sinne des Abschnitts 1.1.1
822
als demografieorientiert einzuordnen.

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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ID
Indikator
Regio-
nenka-
tegorie
Einheit für
die Mes-
sung des
Indikators
Gemeinsamer
Outputindikator
als Grundlage
für die Festle-
gung des Ziel-
werts
Basiswert
Einheit für
die Mes-
sung des
Basiswerts
und des
Zielwerts
Basisjahr
Zielwert
(2023)
Datenquelle
Häufigkeit
der Be-
richterstat-
tung
CR
03
Gemeinsamer Ergebnis-
indikator A.3:
Teilnehmer, die nach ih-
rer Teilnahme eine Qua-
lifizierung erlangen
ÜR Anzahl
Erwerbstätige,
auch Selbstän-
dige
63 %
Anteil
2013
75 %
Monitoring
jährlich
SER
Anzahl
Erwerbstätige,
auch Selbstän-
dige
63 %
Anteil
2013
75 %
Monitoring
jährlich
823
Tabelle 14: Gemeinsame Ergebnisindikatoren, für die ein Zielwert festgelegt wurde und programmspezifische Indikatoren, die
824
den spezifischen Zielen entsprechen – spezifisches Ziel A.3
825
Spezifisches Ziel A.4: Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mehr soziale Verantwor-
826
tung fördern
827
In der sächsischen Fachkräftestrategie ist ein Handlungsfeld der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
828
gewidmet. Danach soll es Frauen und Männern gleichermaßen ermöglicht werden, Erwerbstätigkeit und
829
Familienleben sowie die eigenen Lebensvorstellungen verantwortlich miteinander zu verbinden. Als
830
wichtig wird unter anderem erkannt, eine breitere Anwendung flexibler Arbeitszeitmodelle beim Wieder-
831
einstieg nach Elternzeit oder der Pflege von Angehörigen zu etablieren, flexible Arbeitsformen zu er-
832
möglichen, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen sowie Lösungen für die häusliche
833
Pflege von Angehörigen zu finden. Ziel der Förderung ist die Anzahl sächsischer Unternehmen, die
834
familienfreundliche Konzepte umsetzen, zu erhöhen und somit Frauen und Männer mit Familienpflichten
835
zu unterstützen.
836
Die SWOT-Analyse stellt zum thematischen Ziel 8 fest, dass betriebliche Angebote zur Gesundheitsför-
837
derung in den sächsischen Unternehmen noch nicht ausreichend entwickelt sind. Es bedarf eines ge-
838
sunden Arbeitsumfeldes, das die Beschäftigten in ihrer Unterschiedlichkeit, insbesondere hinsichtlich
839
des Alters, erkennt und entsprechend gestaltet ist.
840
Die demografische Alterung führt zu einem veränderten Bedarf an Gesundheits- und Sozialleistungen,
841
vor allem bezogen auf die Versorgung älterer und abhängiger Menschen. Ziel der Förderung ist, inno-
842
vativen Ansätzen ausreichend Raum zu geben, um den damit verbundenen Herausforderungen in der
843
Unternehmensgestaltung und in der Fachkräfteakquise zu begegnen.
844
Über die Vorhaben werden einerseits die Perspektiven der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unter-
845
nehmen verbessert. Andererseits leisten die Vorhaben einen Beitrag zur Bewältigung der demografi-
846
schen Herausforderungen in der Gesellschaft. Die Vorhaben sind erfolgreich, wenn sich die beteiligten
847
Unternehmen in ihrer Anpassungsfähigkeit weiterentwickelt haben. Die Vorhaben sind daher als demo-
848
grafieorientiert im Sinne des Abschnitts 1.1.1 einzuordnen.
849

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
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ID
Indikator
Regio-
nenka-
tegorie
Einheit für
die Mes-
sung des
Indikators
Gemeinsamer
Outputindikator
als Grundlage
für die Festle-
gung des Ziel-
werts
Basiswert
Einheit für
die Mes-
sung des
Basiswerts
und des
Zielwerts
Basisjahr
Zielwert
(2023)
Datenquelle
Häufigkeit
der Be-
richterstat-
tung
PE-
04
Programmspezifischer
Ergebnisindikator A.4:
Anteil der unterstützten
Kleinstunternehmen so-
wie kleinen und mittle-
ren Unternehmen (ein-
schl. kooperativer Un-
ternehmen und Unter-
nehmen der Sozialwirt-
schaft) (CO23), die
nach Projektabschluss
einen Maßnahmeplan
erarbeiten und Maßnah-
men eingeleitet haben
ÜR Anzahl
Zahl der unter-
stützten Klein-
stunternehmen
sowie kleinen
und mittleren
Unternehmen
(einschließlich
kooperativer
Unternehmen
und Unterneh-
men der Sozi-
alwirtschaft)
70 %
Anteil
2014
70 % Monitoring
jährlich
SER Anzahl
Zahl der unter-
stützten Klein-
stunternehmen
sowie kleinen
und mittleren
Unternehmen
(einschließlich
kooperativer
Unternehmen
und Unterneh-
men der Sozi-
alwirtschaft)
70 %
Anteil
2014
70 % Monitoring
jährlich
850
Tabelle 15: Gemeinsame Ergebnisindikatoren, für die ein Zielwert festgelegt wurde und programmspezifische Indikatoren, die
851
den spezifischen Zielen entsprechen – spezifisches Ziel A.4
852
2.A.5.2 Maßnahmen, die im Rahmen der Investitionspriorität zu unterstützen sind
853
2.A.5.2.1 Beschreibung der Art und Beispiele für zu unterstützende Maßnahmen und ihres er-
854
warteten Beitrags zu den spezifischen Zielen
855
Spezifisches Ziel A.2: Zusammenarbeit zwischen akademischer Forschung und Wirtschaft ver-
856
bessern und Innovationskraft der Unternehmen stärken
857
Handlungsoption: Förderung der Innovationskraft der Unternehmen und der Zusammenarbeit
858
zwischen akademischer Forschung und Wirtschaft
859
Die Evaluierungen der seit 2007 aus ESF-Mitteln finanzierten Förderung von Innovationsassistenten
860
kamen zu positiven Ergebnissen (u.a. Fachevaluierung Prioritätsachse A, steria mummert consulting,
861
S. 7f.). Die Innovationsassistentenförderung soll fortgesetzt und ausgebaut werden, wobei sich mittels
862
geeigneter Anreize der Anteil der mit Frauen besetzten Innovationsassistentenstellen weiter erhöhen
863
soll. Bei diesen Vorhaben zur Beschäftigung von jungen Wissenschaftlern sowie Absolventen von Hoch-
864
und Fachschulen zur Bearbeitung innovativer, technologieorientierter Projekte, sollen neben KMU der
865
gewerblichen Wirtschaft auch Unternehmen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft gefördert werden
866
können. Vorhaben zum Aufbau personeller Potenziale im Bereich Forschung, Entwicklung und Innova-
867
tion in der mittelständischen Wirtschaft sollen qualifizierten Fachkräften den Zugang zum sächsischen
868
Arbeitsmarkt erleichtern und gleichzeitig die geförderten KMU bei der Umsetzung innovativer Ideen oder
869
der Etablierung von Innovationsmanagement unterstützen. Daneben sind auch Vorhaben geplant, die
870
die Befähigung zur Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft erhöhen sollen. Dabei wird

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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871
die Zusammenführung von Know-how von Wissenschaftlern und technischen Mitarbeiterinnen und Mit-
872
arbeitern aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen angestrebt. Gemeinsam sollen
873
diese Themen bearbeiten, die für die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft in Sachsen von Bedeutung
874
sind. Neben der unmittelbaren Sicherung der Beschäftigung und der Verbesserung der künftigen Be-
875
schäftigungsfähigkeit der beteiligten Wissenschaftler und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unter-
876
nehmen wird damit auch ein sich mittel- und langfristig auswirkender Beitrag zur Verbesserung des
877
Beschäftigungsangebots der sächsischen Wirtschaft angestrebt. Darüber hinaus wird die Einstellung
878
und die Beschäftigung von Personal gefördert, welches die Aufgabe hat, innovationsrelevantes Know-
879
how aufzubereiten, an KMU zu vermitteln, bei Bedarf KMU zu beraten und KMU-Mitarbeiterinnen und -
880
Mitarbeiter zu schulen. Diese Transferassistenten können in KMU, bei Kammern, Verbänden, an Hoch-
881
schulen oder bei sonstigen Technologiemittlern angesiedelt sein, Mit der Handlungsoption Förderung
882
der Innovationskraft der Unternehmen und der Zusammenarbeit zwischen akademischer Forschung
883
und Wirtschaft trägt der ESF gemäß Artikel 3, Absatz 2, Buchstabe c der ESF-Verordnung auch zu dem
884
im Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) verankerten thematischen Ziel 1 „Stärkung
885
von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation“ bei, insbesondere durch die Vorhaben zur
886 Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Unter-
887
nehmen. Bei den Vorhaben dieser Handlungsoption werden die Grundsätze zur Chancengleichheit und
888
Gleichstellung beachtet. Die Einzelvorhaben sind teilweise umweltrelevant.
889
Im Rahmen des Bundes-ESF-Programms EXIST erfolgen Förderungen in der Entwicklungsphase von
890
innovativen Geschäftsideen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Diese können auch er-
891
gänzende und in geringem Umfang stattfindende Coachings im forschungs- und hochschulspezifischen
892
Kontext für Fragen zum Wissens- und Technologietransfer beinhalten. Die Förderung aus dem ESF im
893
Freistaat Sachsen ist im spezifischen Ziel A.2 nicht auf Gründer, sondern auf bereits bestehende Un-
894
ternehmen ausgerichtet.
895
Spezifisches Ziel A.3: Fachkräfteentwicklung und -sicherung fördern
896
Handlungsoption: Förderung der beruflichen Weiterbildung
897
Mit verschiedenen bedarfsgerechten Instrumenten soll die Teilnahme der Arbeitskräfte – insbesondere
898
von benachteiligte Zielgruppen und Beschäftigten in KMU – an Angeboten der beruflichen Weiterbildung
899
gefördert werden. Die Vorhaben können sich dabei auf die Anpassung beruflicher Fachkompetenzen
900
an aktuelle und zukünftige Anforderungen, auf berufliche Umorientierung, Höherqualifizierung oder die
901
Verbesserung bereichsübergreifender Schlüsselkompetenzen richten. Die Förderung soll sowohl zur
902
Verbesserung der individuellen Beschäftigungschancen, zur Anpassung von Unternehmen, Unterneh-
903
mern und sonstigen Arbeitgebern an aktuelle Herausforderungen als auch zur Fachkräftesicherung un-
904
ter den Bedingungen des demografischen Wandels beitragen. Nach den bisherigen Erfahrungen kann
905
mit passgenauer Unterstützung sowohl die Weiterbildungsteilnahme nachhaltig gesteigert als auch die
906
Leistungs- und Innovationsfähigkeit von Teilnehmenden sowie Unternehmen positiv beeinflusst werden.
907
Die Förderung von Beschäftigung sowie Unternehmenswachstum in der weiterhin sehr kleinteiligen
908 sächsischen Unternehmensstruktur soll sich auf KMU sowie Sozialunternehmen ohne Größenbe-
909
schränkung konzentrieren.

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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910
Durch die individuell und unternehmensbezogen ausgestalteten Förderinstrumente des Weiterbildungs-
911
schecks erfolgt eine markt- und bedarfsorientierte Unterstützung entsprechend den spezifischen Vo-
912
raussetzungen der Arbeitskräfte beziehungsweise Unternehmen und sonstigen Arbeitgebern. Investiti-
913
onen in Weiterbildung insbesondere durch Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer werden angeregt. Dies kann
914
sowohl über Zuschüsse als auch ergänzend über die Bereitstellung von Darlehen erfolgen.
915
Verstärkte Anreize können die Beteiligung bestimmter Zielgruppen am lebenslangen Lernen (zum Bei-
916
spiel Geringqualifizierte, sozioökonomisch benachteiligte Gruppen, befristet Beschäftigte unabhängig
917
vom aktuell bestehenden Arbeitsverhältnis auch im öffentlichen Bereich) begünstigen.
918
Die Förderung der Weiterbildung als „Weiterbildungsscheck“ grenzt sich von der Bundesförderung ab,
919
indem Vorhaben mit einer höheren Teilnahmegebühr unterstützt werden. Sie ist damit geeignet, länger
920
dauernde und umfangreiche Weiterbildungen zu unterstützen.
921
Eine weitere Erhöhung der Beschäftigungsquote der wachsenden Gruppe älterer Arbeitskräfte setzt
922
unter anderem eine ausreichende arbeitsmedizinische Betreuung am Arbeitsplatz voraus. Eine Erhö-
923
hung der Weiterbildungsaktivitäten in der Fachrichtung Arbeitsmedizin soll durch eine Unterstützung
924
der notwendigen Weiterbildungszeiten erreicht werden, um die zunehmenden Engpässe im Hinblick auf
925
die sachkundige Vermeidung und Behebung gesundheitlicher Beeinträchtigungen im Arbeitsleben zu
926
verringern.
927
Die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Kindertagesstätte und Kindertagespflege erfordert
928
qualifizierte Fachkräfte, die hinsichtlich ihres Fachwissens und der Didaktik und Methodik auf dem ak-
929
tuellen Stand der pädagogischen Wissenschaft sind. Daher wird die über gesetzliche und nationale
930
Verpflichtungen hinausgehende Fortbildung von Personen, die im Bereich der Betreuung von Kindern
931
tätig sind, unterstützt.
932
Mit den in der Handlungsoption geplanten Maßnahmen wird insbesondere der LSE 1 Rechnung getra-
933
gen. Auch die im Rahmen des EU-Positionspapiers als Priorität genannte effizientere Behebung des
934
Fachkräftemangels wird berücksichtigt.
935
Handlungsoption: Förderung systembezogener Vorhaben im Bereich berufliche Aus- und Wei-
936
terbildung
937
Die individuelle beziehungsweise unternehmensspezifische Bildungs- sowie Personalentwicklungspla-
938
nung soll durch die (Weiter-)Entwicklung von Informations- und Beratungsdiensten unterstützt werden.
939
Inhalte sind zum Beispiel die Ermittlung von Qualifikationsbedarfen sowie die Beratung hinsichtlich einer
940
Steigerung des individuellen Bildungsniveaus oder eines notwendigen Wechsels von Beruf beziehungs-
941
weise Branche.
942
Gefördert werden zudem Studien und Modellvorhaben im Bereich der Fachkräfteentwicklung und -si-
943
cherung zur Verbesserung von Effizienz und Qualität der beruflichen Weiterbildung und zur Unterstüt-
944 zung weiterer aktueller Zielstellungen auf Grundlage themenbezogener Aufrufe. Diese können bei-
945
spielsweise entsprechend der Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten
946
auf die Erhöhung der Arbeitsmarktrelevanz des Aus- und Weiterbildungssystems abzielen oder die sys-

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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947
tematische Personalarbeit in KMU zur Anpassung an die demografische und technologische Entwick-
948
lung unterstützen. Die Studien sollen fachlich-inhaltliche Ziele verfolgen und sind daher nicht für eine
949
Finanzierung aus der Technischen Hilfe geeignet.
950
Darüber hinaus sind die Qualität, Attraktivität und Durchlässigkeit der beruflichen Ausbildung ein zuneh-
951
mend mitbestimmender Faktor für nachhaltige Beschäftigungschancen junger Menschen, die Nach-
952
wuchskräftesicherung des einzelnen Unternehmens und des Wirtschaftsstandorts Sachsen. Die Förde-
953
rung von Studien und (Modell-)Vorhaben soll diesbezüglich einen Beitrag leisten, die Qualität und At-
954
traktivität von Ausbildung insbesondere in KMU sowie die Durchlässigkeit des Ausbildungssystems zu
955
verbessern, weiterzuentwickeln und dauerhaft zu sichern. Die Vorhaben unterstützen die Leitinitiative
956
„Jugend in Bewegung“ und leisten damit auch einen Beitrag zur Stärkung von Innovation.
957
Die Förderung von Studien und (Modell-)Vorhaben erfolgt über Aufrufe, die nachrangig zu Bundesiniti-
958
ativen ausgestaltet werden.
959
Spezifisches Ziel A.4 Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mehr soziale Verantwor-
960
tung fördern
961
Handlungsoption: Gestaltung einer familienfreundlichen, gesunden und sozialen Arbeitswelt
962
Sächsische KMU und Sozialunternehmen ohne Größenbeschränkung sollen aktiv zur Umsetzung neuer
963
familienfreundlicher Konzepte angeregt und beraten werden. Die Etablierung familienfreundlicher Ar-
964
beitsbedingungen in diesen sächsischen Unternehmen soll Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die
965
Unterstützung geben, die sie brauchen, um ihrer Verantwortung für ihre Familie gerecht zu werden.
966
Dafür erhalten sächsische KMU und Sozialunternehmen Hilfestellungen bei der Umsetzung neuer fa-
967
milienfreundlicher Konzepte, beispielsweise bei der weiteren Flexibilisierung individueller Arbeitszeiten.
968
Die Vorhaben tragen zur Verbesserung der Gleichstellung von Frauen und Männern bei.
969
Die Entwicklung einer familienfreundlichen Arbeitskultur, die die unterschiedlichen Phasen im Lebens-
970
verlauf von Frauen und Männern berücksichtigt und eine modulare Lebens- und Arbeitswelt erleichtert,
971
wird die Wettbewerbsfähigkeit kleinerer und mittlerer Unternehmen verbessern. Die Vorhaben tragen
972
damit auch zur Umsetzung dieses thematischen Ziels bei.
973
Es werden zudem Beratungsangebote gefördert, die Familien bei der Bewältigung ihres Alltags, bei der
974
Betreuung und Pflege Angehöriger sowie in schwierigen Lebenslagen unterstützen. Dadurch werden
975
die Chancen der Eltern erhöht, sich am Arbeitsmarkt voll einzubringen und für die ganze Familie die
976
wirtschaftliche Existenz zu sichern. Insbesondere sollen Frauen und Männer, die wegen Kindererzie-
977
hung oder Pflege von Angehörigen ihre Erwerbstätigkeit für längere Zeit unterbrochen haben, nun aber
978
wieder erwerbstätig sein wollen, wieder erfolgreich in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden können.
979
Die besondere Situation alleinerziehender Mütter und Väter findet Berücksichtigung.
980
Es werden Vorhaben gefördert, die unter Einbeziehung der relevanten Akteure Konzepte für KMU und
981
Sozialunternehmen ohne Größenbeschränkung hinsichtlich einer gesünderen und sozialeren Arbeits-
982
organisation entwickeln und begleiten. Dabei soll der Zusammenhang zwischen Gesundheit und neu-
983
artiger Arbeitsorganisation oder Gesundheit und altersdifferenzierter Arbeitsgestaltungen sowie Unter-

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
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Prioritätsachsen
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984
nehmens- und Führungskulturen thematisiert sowie eine intergenerationale, gleichberechtigte und dis-
985
kriminierungsfreie Zusammenarbeit von Beschäftigten unterschiedlichen Alters unterstützt werden. Die
986
Vorhaben tragen zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit bei und ermöglichen die Entwicklung und Um-
987
setzung nachhaltiger gesundheitlich-sozialer Innovationen am Arbeitsplatz.
988
In Abgrenzung zur Förderung des Bundes sollen die Vorhaben aktiv auf die Unternehmen zugehen und
989
zunächst die nötige Sensibilität aufbauen. Dafür sind längere umfassende Beratungen und Prozessbe-
990
gleitungen erforderlich. Für die Zielgruppe der Beschäftigten/Berufsrückkehrer konzentriert sich das
991
sächsische Angebot auf eine grundlegende Erstberatung.
992
Der demografische Wandel erfordert nicht nur, dass sich die Unternehmen anpassen, die einen zuneh-
993
menden Anteil älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen, sondern auch die Institutionen, die
994
die zunehmend versorgungsbedürftige Bevölkerung betreuen. In themenspezifischen Modellvorhaben
995
sollen Unternehmen daher ermutigt werden, unter Berücksichtigung der Fachkräfteentwicklung Lösun-
996
gen für verbesserte und nachhaltige gesundheitliche und soziale Angebote außerhalb der originären
997
staatlichen Aufgaben zu erproben beziehungsweise weiterzuentwickeln. Der Förderansatz baut auf den
998
Erkenntnissen und Ergebnissen aus den Ideenwettbewerben „Demografie und Gesundheit“ auf, in de-
999
nen unter anderem die Einführung technologischer Dienste thematisiert wurde. Zu den unterstützten
1000
Vorhaben können auch Aktionen gehören, die neue gesellschaftliche, insbesondere auch generatio-
1001
nenübergreifende Beziehungen oder Formen der Zusammenarbeit schaffen. Der Programmansatz rich-
1002
tet sich in besonderer Weise an Sozialunternehmen.
1003
2.A.5.2.2 Leitgrundsätze für die Auswahl der Vorhaben
1004
Das unter 2.A.4.2.2 dargestellte Verfahren findet entsprechend Anwendung.
1005
2.A.5.2.3 Geplante Nutzung der Finanzinstrumente
1006
Die Vorhaben in der Handlungsoption „Unterstützung der Beteiligung an beruflicher Weiterbildung“ kön-
1007
nen gegebenenfalls auch über die Bereitstellung von Darlehen umgesetzt werden.
1008
2.A.5.2.4 Geplante Nutzung von Großprojekten
1009
Eine Umsetzung von Großprojekten ist im Rahmen der Investitionspriorität 8v nicht vorgesehen.
1010
2.A.5.2.5 Nach Investitionspriorität und nach Regionenkategorie aufgeschlüsselte Outputindi-
1011
katoren
ID
Indikator
Einheit für
die Mes-
sung
Fonds
Regionenkategorie
Zielwert
(2023)
Datenquelle
Häufigkeit der
Berichterstattung
CO05
Gemeinsamer Outputindikator:
Erwerbstätige, auch Selbständige
Anzahl ESF
ÜR 26.800 Monitoring jährlich
SER 7.300 Monitoring jährlich
CO23
Gemeinsamer Outputindikator:
Zahl der unterstützten Kleinstunter-
nehmen sowie kleinen und mittleren
Unternehmen (einschließlich koope-
rativer Unternehmen und Unterneh-
men der Sozialwirtschaft)
Anzahl ESF
ÜR 644 Monitoring jährlich
SER 153 Monitoring jährlich

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
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Prioritätsachsen
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CO07
Gemeinsamer Outputindikator:
Teilnehmer, über 54-Jährige
Anzahl ESF
ÜR 1.704 Monitoring jährlich
SER 425 Monitoring jährlich
1012
Tabelle 16: Gemeinsame und programmspezifische Outputindikatoren für die Investitionspriorität 8v
1013
2.A.6 Soziale Innovation, transnationale Zusammenarbeit und Beitrag zu den thematischen Zie-
1014
len 1 – 7
1015
Soziale Innovationen im ESF sind in Artikel 9 der ESF-Verordnung (VO (EU) Nr. 1304/2013) beschrie-
1016
ben: Der ESF fördert danach soziale Innovation auf allen Gebieten seines Interventionsbereiches ge-
1017
mäß Artikel 3 dieser Verordnung. Es handelt sich um eine Querschnittsaufgabe, vor allem mit dem Ziel
1018
der lokalen und regionalen Erprobung, Bewertung und Umsetzung in größerem Maßstab von innovati-
1019
ven Lösungen. Nach Artikel 2 Nr. 5 der VO (EU) Nr. 1296/2013 sind das Innovationen, die sowohl in
1020
Bezug auf ihre Zielsetzung als auch ihre Mittel sozial sind, insbesondere diejenigen, die sich auf die
1021
Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen (für Produkte, Dienstleistungen und Modelle) beziehen, die
1022
gleichzeitig einen sozialen Bedarf decken und neue soziale Beziehungen oder Kooperationen schaffen
1023
und dadurch der Gesellschaft nützen und deren Handlungspotenzial eine neue Dynamik verleihen.
1024
Soziale Innovationen können also grundsätzlich neuartige Vorhaben oder Lösungsansätze zu beste-
1025
henden sozialen Problembereichen sein, die von bisherig gewohnten Schemata abweichen. Mit ihnen
1026
sollen soziale Prozesse aufgegriffen, ggf. modifiziert oder verbessert bzw. soziale Bedürfnisse gedeckt
1027
werden. Es kann dabei sowohl der Prozess als auch das Ergebnis als sozial innovativ gelten. Dabei
1028
kann selbstverständlich auch ein Zusammenhang zu technisch orientierten Innovationen bestehen. So-
1029
ziale Innovationen können diese unterstützen und begleiten. Die Herausforderungen für soziale Inno-
1030
vationen unterliegen dabei den permanenten gesellschaftlichen Wandlungsprozessen. Insoweit sind die
1031
tatsächlich durchzuführenden Vorhaben an den jeweils aktuellen Erfordernissen im Freistaat Sachsen
1032
unter Berücksichtigung der arbeitsmarktpolitischen Gesamtsituation und der demografischen Entwick-
1033
lung auszurichten.
1034
Zur Umsetzung sozialer Innovationen im Freistaat Sachsen werden durch die Fondsbewirtschafter ge-
1035
eignete Vorhabensbereiche identifiziert und in den jeweiligen Förderrichtlinien Förderansätze oder Öff-
1036
nungsklauseln für soziale Innovationen (z. B. im Rahmen von Modellvorhaben) verankert. Antragsteller
1037
werden über die Möglichkeit der Umsetzung sozialer Innovationen in ihren Vorhaben durch die Bewilli-
1038
gungsstelle informiert und ggf. zu einer besonderen Beschreibung der Förderansätze aufgefordert. Im
1039
Rahmen der Auswahl der Vorhaben wird durch die Bewilligungsstelle eine Zuordnung zum Themenbe-
1040
reich soziale Innovation vorgenommen. Dies dient in erster Linie der Kennzeichnung der Vorhaben, soll
1041
aber auch sicherstellen, dass Vorhaben, die im Rahmen des ESF in besonderer Weise auf die Unter-
1042
stützung sozialer Innovationen ausgerichtet sind, bei der Beurteilung der Förderwürdigkeit punkten kön-
1043
nen.
1044
In der Prioritätsachse A bietet insbesondere die Thematik Familie und Beruf mit der Handlungsoption
1045
zur Gestaltung einer familienfreundlichen, gesunden und sozialen Arbeitswelt Ansatzpunkte für die Um-
1046
setzung sozialer Innovation.
1047
Transnationale Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Partnern aus anderen Mitgliedstaaten kann
1048
als Bestandteil von Vorhaben in allen Prioritätsachsen gefördert werden, sofern sie zum gegenseitigen

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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1049
Lernen beiträgt und die Wirksamkeit der jeweiligen Vorhaben erhöht. Einschlägige Förderrichtlinien wer-
1050
den für transnationale Ausgestaltung der Förderung geöffnet und Vorkehrungen für das Förderverfahren
1051
getroffen. Insbesondere im Bereich von Modellvorhaben oder innovativen Förderansätzen kann trans-
1052
nationale Zusammenarbeit als flexibles Instrument, das die Erreichung der Ziele im Rahmen konkreter
1053
ESF-Vorhaben unterstützen kann, zum Einsatz kommen. In der Prioritätsachse A bieten z. B. Modell-
1054
vorhaben in den Bereichen Demografie, Familie und Gesundheit Ansatzpunkte für transnationale Zu-
1055
sammenarbeit.
1056
Beitrag zu den Zielen 1 – 7: Mit der Handlungsoption Förderung der Innovationskraft der Unternehmen
1057
und der Zusammenarbeit zwischen akademischer Forschung und Wirtschaft trägt der ESF gemäß Arti-
1058
kel 3, Absatz 2, Buchstabe c der ESF-Verordnung auch zu dem im Europäischen Fonds für regionale
1059
Entwicklung (EFRE) verankerten thematischen Ziel 1 „Stärkung von Forschung, technologischer Ent-
1060
wicklung und Innovation“ bei, insbesondere durch die Vorhaben zur Zusammenarbeit zwischen Hoch-
1061
schulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen.
1062
Ein Beitrag zu den Zielen 1 – 7 wird im Rahmen der Prioritätsachse A durch die Berücksichtigung fol-
1063
gender Investitionsprioritäten geleistet:
1064
Selbstständigkeit, Unternehmergeist und Gründung von Unternehmen, einschließlich von innovati-
1065
ven Kleinstunternehmen sowie innovativen kleinen und mittleren Unternehmen
1066
Der ESF fördert Angebote zur Sensibilisierung, Motivierung, Qualifizierung und Begleitung von Grün-
1067
dungsinteressierten sowie ein Mikrodarlehen, das sich an junge Klein- und Kleinstunternehmen rich-
1068
tet. Damit leistet er einen Beitrag zu dem im sächsischen EFRE verankerten thematischen Ziel 3
1069
„Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU“.
1070
Anpassung der Arbeitskräfte, Unternehmen und Unternehmer an den Wandel
1071
Die ESF-Vorhaben zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen akademischer Forschung und
1072
Wirtschaft und Stärkung der Innovationskraft von Unternehmen sind komplementär zu dem im EFRE
1073
verankerten thematischen Ziel 1 „Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Inno-
1074
vation“. Bei den sowohl im ESF als auch im EFRE verankerten Vorhaben zur Stärkung der Innova-
1075
tionskraft von Unternehmen und Beschäftigten beziehungsweise Technologieförderung wurden ein-
1076
deutige Abgrenzungen vorgenommen und komplementäre Fördergegenstände erarbeitet. Ferner
1077
leistet der ESF durch die Förderung von Angeboten der beruflichen Weiterbildung für Beschäftigte
1078
von KMU sowie Vorhaben, die insbesondere KMU bei der Umsetzung neuer familienfreundlicher
1079
Konzepte unterstützen, einen indirekten Beitrag zum thematischen Ziel 3 „Stärkung der Wettbe-
1080
werbsfähigkeit von KMU“ des EFRE.
1081
1082
1083
2.A.7 Leistungsrahmen
Priori-
täts-
achse
Art des Indikators
ID
Indikator oder
wichtiger Durch-
führungsschritt
Einheit für
die Mes-
sung
Fonds
Regio-
nenkate-
gorie
Etappenziel
2018
Endziel 2023
Daten-
quelle
Erläute-
rung der
Relevanz
des Indi-
kators

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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A Finanzindikator
LF-01
Bescheinigte zu-
wendungsfähige
Gesamtausgaben
Euro
ESF
ÜR
31.000.000
189.361.883
Moni-
toring
-
ESF SER 6.500.000 42.409.159
A
Outputindikator
LO-02 Teilnehmer
Anzahl
ESF ÜR 11.866 28.124
Moni-
toring
-
ESF SER 3.652 7.445
1084
Tabelle 17: Leistungsrahmen der Prioritätsachse A
1085
2.A.8 Interventionskategorien
1086
Übergangsregionen
Dimension 1: Interventionsbereich
Dimension 2: Finanzierungsform
Dimension 3: Art des Gebiets
Fonds
ESF
Fonds
ESF
Fonds
ESF
Regionenkatego-
rie
Übergangsregionen
Regionenkatego-
rie
Übergangsregionen
Regionenkatego-
rie
Übergangsregionen
Prioritätsachse
Code
Betrag in
Euro
Prioritätsachse
Code
Betrag in Euro
Prioritätsachse
Code
Betrag in Euro
A 104 35.395.502 A 01 137.811.326 A 01 60.595.802
A 106 116.094.004 A 04 13.678.180 A 02 78.774.544
A 03 12.119.160
Dimension 4: Territoriale Um-
setzungsmechanismen
Dimension 6: sekundäres ESF-Thema (nur
ESF)
Fonds
ESF
Fonds
ESF
Regionenkatego-
rie
Übergangsregionen
Regionenkatego-
rie
Übergangsregionen
Prioritätsachse
Code
Betrag in
Euro
Prioritätsachse
Code
Betrag in
Euro
A 07 151.489.506
A
A
A
01
04
06
1.634.043
56.818.519
151.489.506
1087
Tabelle 18: Interventionskategorien, Prioritätssachse A, Übergangsregionen
1088

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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1089
Stärker entwickelte Regionen
Dimension 1: Interventionsbereich
Dimension 2: Finanzierungsform
Dimension 3: Art des Gebiets
Fonds
ESF
Fonds
ESF
Fonds
ESF
Regionenkategorie
Stärker entwickelte Regi-
onen
Regionenkate-
gorie
Stärker entwickelte Re-
gionen
Regionenkate-
gorie
Stärker entwickelte Re-
gionen
Prioritätsachse
Code
Betrag in
Euro
Prioritäts-
achse
Code
Betrag in
Euro
Prioritätsachse
Code
Betrag in
Euro
A 104 8.486.498 A 01 33.927.327 A 01 22.052.763
A 106 25.440.829
A 02 10.856.744
A 03 1.017.820
1090
Dimension 4: Territoriale Um-
setzungsmechanismen
Dimension 6: sekundäres ESF-Thema
(nur ESF)
Fonds
ESF
Fonds
ESF
Regionenkate-
gorie
Stärker entwickelte Regi-
onen
Regionenkate-
gorie
Stärker entwickelte Re-
gionen
Prioritäts-
achse
Code
Betrag in
Euro
Prioritätsachse
Code
Betrag in
Euro
A 07 33.927.327
A
A
A
01
04
06
365.957
12.205.554
33.927.327
1091
Tabelle 19: Interventionskategorien, Prioritätssachse A, stärker entwickelte Regionen

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den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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1092
2.B Prioritätsachse B: Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von
1093
Armut und jeglicher Diskriminierung
1094
2.B.1 Allgemeine Informationen
1095
ID der Prioritätsachse
B
Bezeichnung der Prioritätsachse
Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut
und jeglicher Diskriminierung
1096
Die gesamte Prioritätsachse wird ausschließlich durch Finanzin-
strumente umgesetzt.
-
Die gesamte Prioritätsachse wird ausschließlich durch auf EU-
Ebene eingerichtete Finanzinstrumente umgesetzt.
-
Die gesamte Prioritätsachse wird durch von der örtlichen Bevöl-
kerung betriebene Maßnahmen zur lokalen Entwicklung umgesetzt.
-
Die gesamte Prioritätsachse ist auf soziale Innovation oder auf
transnationale Zusammenarbeit oder auf beides ausgerichtet.
-
1097
2.B.2 Begründung für die Einrichtung einer Prioritätsachse, die mehr als eine Regionenkatego-
1098
rie, mehr als ein thematisches Ziel oder mehr als einen Fonds betrifft
1099
Den Ausführungen zu den Bedarfssituationen in den beiden Regionen Sachsens unter 1.1.1. folgend
1100
werden keine Unterscheidungen in der Ausgestaltung der Handlungsoptionen vorgenommen, allerdings
1101 können sich die Intensität und Laufzeiten der einzelnen Interventionen zur Umsetzung der Hand-
1102
lungsoptionen aufgrund der stark verschiedenen Mittelausstattung der Regionen unterschiedlich gestal-
1103
ten.
1104
2.B.3 Fonds, Regionenkategorie und Berechnungsgrundlage für die Unionsunterstützung
1105
Fonds ESF
Regionenkategorie ÜR, SER

image
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Prioritätsachsen
Seite 53 von 129
Berechnungsgrundlage (gesamte för-
derfähige Ausgaben oder förderfähige
öffentliche Ausgaben)
gesamte förderfähige Ausgaben
1106
2.B.4 Investitionspriorität 9i.: Aktive Inklusion, nicht zuletzt durch die Förderung der Chancen-
1107
gleichheit und aktiver Beteiligung, und Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit
1108
2.B.4.1 Der Investitionspriorität entsprechende spezifische Ziele und erwartete Ergebnisse
1109
Spezifisches Ziel B.1: Arbeitsmarktchancen von Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen durch
1110
Qualifizierung und Förderung der Beschäftigungsfähigkeit verbessern
1111
Langzeitarbeitslosigkeit gilt als wesentlicher Risikofaktor für Armut und soziale Ausgrenzung. In Sach-
1112
sen liegt die Arbeits- und Langzeitarbeitslosigkeit noch über dem nationalen und europäischen Durch-
1113
schnitt (SÖA, Kapitel 3.2). Insbesondere Langzeitarbeitslose mit erheblichen Vermittlungshemmnissen
1114
haben vom Rückgang der Arbeitslosigkeit nur bedingt profitiert, so dass nach der SWOT-Analyse zum
1115
thematischen Ziel 9 insgesamt eine fortschreitende Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit und Kon-
1116
zentration auf Personen mit erheblichen Vermittlungshemmnissen festzustellen ist.
1117
Die Fachkräftestrategie Sachsen 2020 benennt im Handlungsfeld „Fort- und Weiterbildung“ die ab-
1118
schlussbezogene Höherqualifizierung von Arbeitslosen als konkrete Vorhaben. Durch die Vermittlung
1119
von arbeitsmarktrelevanten Qualifikationen wirken die geplanten Vorhaben dem Risiko von Arbeits- und
1120
Langzeitarbeitslosigkeit sowie sozialer Ausgrenzung entgegen.
1121
Die Vorhaben im spezifischen Ziel B.1 sind im Sinne des Abschnitts 1.1.1 als demografieorientiert ein-
1122
zuordnen, da sie auf die Aktivierung und Erschließung zusätzlicher Erwerbspotenziale abzielen und
1123
damit zur Bewältigung des demografischen Wandels beitragen. Im Ergebnis der Förderung sollen Ar-
1124
beitslose, Langzeitarbeitslose einschließlich Migranten und weitere Benachteiligte eine nachhaltige Per-
1125
spektive auf dem Arbeitsmarkt erhalten.
ID
Indikator
Regio-
nenka-
tegorie
Einheit für
die Mes-
sung des
Indikators
Gemeinsamer
Outputindikator
als Grundlage
für die Festle-
gung des Ziel-
werts
Basiswert
Einheit für
die Mes-
sung des
Basiswerts
und des
Zielwerts
Basisjahr
Zielwert
(2023)
Datenquelle
Häufigkeit
der Be-
richterstat-
tung
CR-
03
Gemeinsamer Ergebnis-
indikator B.1: Teilneh-
mer, die nach ihrer Teil-
nahme eine Qualifizie-
rung erlangen
ÜR Anzahl
Arbeitslose,
auch Langzeit-
arbeitslose
69 %
Anteil
2013
75 % Monitoring
jährlich
SER Anzahl
Arbeitslose,
auch Langzeit-
arbeitslose
69 %
Anteil
2013
75 % Monitoring
jährlich
1126
Tabelle 20: Gemeinsame Ergebnisindikatoren, für die ein Zielwert festgelegt wurde und programmspezifische Indikatoren, die
1127
den spezifischen Zielen entsprechen,, spezifisches Ziel B.1

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 54 von 129
1128
Spezifisches Ziel B.2: Chancengerechte Zugänge zu Beschäftigung schaffen und soziale Integra-
1129
tion fördern
1130
Die SWOT-Analyse stellt zum thematischen Ziel 9 trotz guter Entwicklung der Beschäftigtenzahlen eine
1131
fortschreitende Konzentration von Arbeitslosigkeit auf Personen mit erheblichen Vermittlungshemmnis-
1132
sen und ein zunehmend ungünstiges Verhältnis von erwerbstätiger und transferabhängiger Bevölkerung
1133
fest. Aktuelle Untersuchungen (Forschungszentrum Generationenverträge; Studie: Alter, Rente, Grund-
1134
sicherung) machen deutlich, dass auch aufgrund dieser Entwicklung im Freistaat Sachsen in den kom-
1135
menden Jahren mit einem erheblichen Anstieg der Altersarmut zu rechnen ist. Es sollen Programme
1136
unterstützt werden, die auf die Zielgruppen von sehr arbeitsmarktfernen Frauen und Männern mit er-
1137
heblichen Vermittlungshemmnissen ausgerichtet sind. Im Ergebnis soll die Beschäftigungsfähigkeit der
1138
Teilnehmenden verbessert und Perspektiven vermittelt werden.
1139
Auch junge Menschen mit besonderen sozialen oder persönlichen Problemlagen konnten von den po-
1140
sitiven Entwicklungen nicht profitieren. Insbesondere Jugendliche ohne Schulabschluss haben Schwie-
1141
rigkeiten, einen Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu finden. Im Ergebnis sollen daher durch
1142
die Förderung integrierter Vorhaben die Berufseinstiegs- und Ausbildungschancen sozial benachteilig-
1143
ter oder individuell beeinträchtigter junger Menschen verbessert werden.
1144
Alle Vorhaben des spezifischen Ziels B.2 dienen der Doppelstrategie, für die Arbeitsfähigen die Einglie-
1145
derung in eine nachhaltige Beschäftigung zu erleichtern und denen, die keiner Erwerbstätigkeit nach-
1146
gehen können, gesellschaftliche Teilhabe und ein Leben in Würde zu ermöglichen. Aufgrund ihrer Aus-
1147
richtung auf eine erhöhte Erwerbsbeteiligung sind die Vorhaben im Sinne des Abschnitts 1.1.1 als de-
1148
mografieorientiert einzustufen.
ID
Indikator
Regio-
nenka-
tegorie
Einheit für
die Mes-
sung des
Indikators
Gemeinsamer
Outputindikator
als Grundlage
für die Festle-
gung des Ziel-
werts
Basiswert
Einheit für
die Mes-
sung des
Basiswerts
und des
Zielwerts
Basisjahr
Zielwert
(2023)
Datenquelle
Häufigkeit
der Be-
richterstat-
tung
CR-
03
Gemeinsamer Ergebnis-
indikator B.2:
Teilnehmer, die nach ih-
rer Teilnahme eine Qua-
lifizierung erlangen
ÜR Anzahl
Teilnehmer,
unter 25-Jäh-
rige
25 %
Anteil
2012
40 % Monitoring
jährlich
SER Anzahl
Teilnehmer,
unter 25-Jäh-
rige
25 %
Anteil
2012
40 % Monitoring
jährlich
PE-
05
Programmspezifischer
Ergebnisindikator B.2:
Arbeitslose, auch Lang-
zeitarbeitslose (CO01),
die nach ihrer Teil-
nahme eine Qualifizie-
rung erlangen
ÜR Anzahl
Arbeitslose,
auch Langzeit-
arbeitslose
25 %
Anteil
2012
40 % Monitoring
jährlich
SER Anzahl
Arbeitslose,
auch Langzeit-
arbeitslose
25 %
Anteil
2012
40 % Monitoring
jährlich
1149
Tabelle 21: Gemeinsame Ergebnisindikatoren, für die ein Zielwert festgelegt wurde und programmspezifische Indikatoren, die
1150
den spezifischen Zielen entsprechen – spezifisches Ziel B.2

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 55 von 129
1151
Spezifisches Ziel B.3: Soziale Eingliederung und Integration in Beschäftigung von Menschen in
1152
sozial benachteiligten Stadtgebieten fördern
1153
In Sachsen ist die Arbeitslosenquote in den letzten Jahren zwar erheblich zurückgegangen, liegt aber
1154
immer noch deutlich über dem nationalen wie auch EU-27-Niveau. Die SÖA (Kapitel 3.2) stellt in diesem
1155
Zusammenhang einen Trend zur Verfestigung von Arbeitslosigkeit bei Personen mit erheblichen Ver-
1156
mittlungshemmnissen fest. Die Quote der Langzeitarbeitslosen sowie der Abhängigkeit von Sozialtrans-
1157
ferleistungen liegt trotz rückläufiger Entwicklung in Sachsen deutlich über dem nationalen Durchschnitt.
1158
Der mit 22 % hohe, ca. 40 % über dem Bundesdurchschnitt liegende Anteil SGB II-abhängiger und
1159
damit armutsgefährdeter Kinder und Jugendlicher unter 15 Jahren zeigt eine erhebliche Problemlage in
1160
Bezug auf die sozialen, Bildungs- und späteren Erwerbschancen der nachwachsenden Generation auf.
1161
Wie die SÖA (Kapitel 3.2) darlegt, sind Arbeitslosigkeitsrisiken in der Erwerbsbevölkerung ungleich ver-
1162
teilt, wobei Phänomene der sozialen Segregation und Konzentration von Armuts- und sozialen Prob-
1163
lemfällen in städtischen Räumen besonders ausgeprägt sind (Kapitel 1.3). In der sächsischen EU-För-
1164
derstrategie 2020 (Kapitel 4) wird daher unter anderem das Handlungsfeld „Lebenswerte Städte“ be-
1165
nannt und hier adressiert.
1166
Um bestehenden Beschäftigungs- und Armutsrisiken entgegenzuwirken, sollen deshalb für Stadtge-
1167
biete mit sozioökonomischen Problemlagen integrierte Förderansätze implementiert werden, die auf
1168
eine Verbesserung der sozialen, Beschäftigungs- und Arbeitsmarktintegration sowie auf die Erhöhung
1169
der Bildungschancen und -erfolge insbesondere benachteiligter Menschen abzielen. Die geplanten Vor-
1170
haben der Stadtentwicklung sind im Sinne des Abschnitts 1.1.1 als demografieorientiert einzuordnen,
1171
da sie auf eine bessere Nutzung des Erwerbspotenzials, soziale Stabilisierung und auf verbesserte
1172
Standortfaktoren hinwirken.
ID
Indikator
Regio-
nenka-
tegorie
Einheit für
die Mes-
sung des
Indikators
Gemeinsamer
Outputindikator
als Grundlage
für die Festle-
gung des Ziel-
werts
Basiswert
Einheit für
die Mes-
sung des
Basiswerts
und des
Zielwerts
Basisjahr
Zielwert
(2023)
Datenquelle
Häufigkeit
der Be-
richterstat-
tung
PE-
14
Programmspezifischer
Ergebnisindikator B.3:
Teilnehmer, über 18-
Jährige (PO-03), die
das Projekt vollständig
durchlaufen haben
ÜR Anzahl - 0 Anteil 2014 80 % Monitoring jährlich
SER Anzahl - 0 Anteil 2014 80 % Monitoring jährlich
1173
Tabelle 22: Gemeinsame Ergebnisindikatoren, für die ein Zielwert festgelegt wurde und programmspezifische Indikatoren, die
1174
den spezifischen Zielen entsprechen – spezifisches Ziel B.3
1175
Spezifisches Ziel B.4: Alphabetisierung funktionaler Analphabeten
1176
Gemäß verschiedener Studien liegt die Quote der funktionalen Analphabeten zwischen 5,45 % (für
1177
Sachsen: PASS alpha, Pro Alphabetisierung – Wege in Sachsen, Herausforderung Analphabetismus,
1178
Alphabetisierung funktionaler Analphabeten in Sachsen, Abschlussbericht, apfe e.V.) und 14 % (für
1179
Deutschland insgesamt: leo. - Level One Studie, Universität Hamburg, Funktionaler Analphabetismus
1180
in Deutschland). Funktionale Analphabeten sind häufiger vom Zugang zum Erwerbs- und sozialen Le-
1181
ben ausgeschlossen als andere Gruppen. So sind knapp 50 % der funktionalen Analphabeten arbeitslos.
1182
Funktionale Analphabeten haben oftmals neben der fehlenden Fähigkeit lesen und schreiben zu können
1183
weitere Vermittlungshemmnisse auf dem Arbeitsmarkt.

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 56 von 129
1184
Die SÖA (Kapitel 3.3.5) führt an, dass in Sachsen 200.000 Menschen vom funktionalen Analphabetis-
1185
mus betroffen sind und damit das Risiko der Erwerbslosigkeit verbunden ist. Auch die SWOT-Analyse
1186
zum thematischen Ziel 9 benennt die fortschreitende Konzentration von Arbeitslosigkeit auf Personen
1187
mit erheblichen Vermittlungshemmnissen. Im Förderzeitraum 2007 – 2013 haben bisher ca. 3.300 Teil-
1188
nehmende erfolgreich Alphabetisierungskurse absolviert. Angesichts der Gesamtzahl der funktionalen
1189
Analphabeten im Freistaat Sachsen ist es auch weiterhin notwendig, Alphabetisierungskurse durchzu-
1190
führen.
1191
Die geplanten Vorhaben orientieren sich an der im Nationalen Reformprogramm Deutschland 2012 be-
1192
nannten Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener und den diesbezüg-
1193
lichen Empfehlung des Rates, Vorhaben zu ergreifen, um das Bildungsniveau benachteiligter Bevölke-
1194
rungsgruppen anzuheben.
1195
Mit dem spezifischen Ziel B.4 fördert der ESF in Sachsen die soziale und berufliche Integration von
1196
Personen mit erheblichen Vermittlungshemmnissen und trägt damit zur Reduktion von Arbeits- und
1197
Langzeitarbeitslosigkeit bei. Im Ergebnis der Förderung soll die Beschäftigungsfähigkeit von Analpha-
1198
beten erhöht und deren soziale sowie berufliche Integration unterstützt werden. Durch Koordination und
1199
Information der relevanten Akteure sollen Angebote für die Zielgruppe eine qualitative Verbesserung
1200
erfahren.
ID
Indikator
Regio-
nenka-
tegorie
Einheit für
die Mes-
sung des
Indikators
Gemeinsamer
Outputindikator
als Grundlage
für die Festle-
gung des Ziel-
werts
Basiswert
Einheit für
die Mes-
sung des
Basiswerts
und des
Zielwerts
Basisjahr
Zielwert
(2023)
Datenquelle
Häufigkeit
der Be-
richterstat-
tung
PE-
15
Programmspezifischer
Ergebnisindikator B.4:
Sonstige benachteiligte
Personen (CO17), die
das Projekt vollständig
durchlaufen haben
ÜR Anzahl
Sonstige be-
nachteiligte
Personen
93,3 %
Anteil
2013
85 %
Monitoring
jährlich
SER Anzahl
Sonstige be-
nachteiligte
Personen
93,3 %
Anteil
2013
85 %
Monitoring
jährlich
1201
Tabelle 23: Gemeinsame Ergebnisindikatoren, für die ein Zielwert festgelegt wurde und programmspezifische Indikatoren, die
1202
den spezifischen Zielen entsprechen, spezifisches Ziel B.4
1203
Spezifisches Ziel B.5: Im Justizvollzug untergebrachte Personen bei beruflicher und sozialer In-
1204
tegration unterstützen
1205
Die SÖA (Kapitel 3.2.1) zeigt die fortschreitende Konzentration der Arbeitslosigkeit auf Personengrup-
1206
pen mit typischen vermittlungshemmenden Merkmalen auf. Zu dieser Personengruppe sind auch er-
1207
werbsfähige Gefangene nach Haftentlassung zu zählen. Die arbeitsmarkt- und sozialpolitische Bedeu-
1208
tung von Bemühungen zur beruflichen Wiedereingliederung ehemaliger im Justizvollzug untergebrach-
1209
ter Personen wird durch die Entlassungsstatistik deutlich. Aus den Justizvollzugsanstalten des Freistaa-
1210
tes Sachsen werden pro Jahr zwischen 4.000 bis 7.000 Gefangene in die Freiheit entlassen (Statisti-
1211
sches Landesamt Sachsen). Auch vor der Unterbringung im Justizvollzug war dieser Personenkreis mit
1212
geringen beruflichen Qualifikationen im Wesentlichen nicht beruflich integriert. Mit Haftentlassung fällt
1213
es dem ehemaligen Gefangenen regelmäßig schwer, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren.
1214
Zusätzlich erschwert der Makel der strafrechtlichen Sanktionierung eine Eingliederung in Beschäftigung.
1215
Die geplanten Vorhaben zielen auch darauf ab, die spezifische Benachteiligung der Haftentlassenen
1216
abzubauen.

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 57 von 129
1217
Mit dem spezifischen Ziel B.5 fördert der ESF die berufliche und soziale Integration von im Justizvollzug
1218
untergebrachten Personen und begegnet damit der Herausforderung des Freistaates Sachsen, die Ar-
1219
beits- und Langzeitarbeitslosigkeit zu reduzieren und Armut zu bekämpfen. Durch Qualifizierungsange-
1220
bote und sozialpädagogische Vorhaben soll Gefangenen nach der Haftentlassung die Reintegration in
1221
den Arbeitsmarkt erleichtert werden. Dadurch wird auch ein Beitrag zur Aktivierung und Erschließung
1222
zusätzlicher Erwerbspotenziale geleistet.
1223
Im Ergebnis der Förderung wird eine Verbesserung der beruflichen und sozialen Kompetenzen von
1224
Gefangenen erreicht und damit deren Beschäftigungsfähigkeit erhöht bzw. während der Zeit der Inhaf-
1225
tierung erhalten. Zudem werden einige Gefangene, die vor ihrer Inhaftierung noch nicht beruflich inte-
1226
griert waren, überhaupt erst an eine Beschäftigung herangeführt.
ID
Indikator
Regio-
nenka-
tegorie
Einheit für
die Mes-
sung des
Indikators
Gemeinsamer
Outputindikator
als Grundlage
für die Festle-
gung des Ziel-
werts
Basiswert
Einheit für
die Mes-
sung des
Basiswerts
und des
Zielwerts
Basisjahr
Zielwert
(2023)
Datenquelle
Häufigkeit
der Be-
richterstat-
tung
PE-
16
Programmspezifischer
Ergebnisindikator B.5:
Sonstige benachteiligte
Personen (CO17), die
mindestens ein Modul
abgeschlossen oder ein
Zertifikat erlangt haben
ÜR Anzahl
Sonstige be-
nachteiligte
Personen
60 %
Anteil
2013
60 %
Monitoring
jährlich
SER Anzahl
Sonstige be-
nachteiligte
Personen
60 %
Anteil
2013
60 %
Monitoring
jährlich
1227
Tabelle 24: Gemeinsame Ergebnisindikatoren, für die ein Zielwert festgelegt wurde und programmspezifische Indikatoren, die
1228
den spezifischen Zielen entsprechen – spezifisches Ziel B.5
1229
2.B.4.2 Maßnahmen, die im Rahmen der Investitionspriorität zu untersuchen sind
1230
2.B.4.2.1 Beschreibung der Art und Beispiele für zu unterstützende Maßnahmen und ihres er-
1231
warteten Beitrags zu den spezifischen Zielen
1232
Spezifisches Ziel B.1: Arbeitsmarktchancen von Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen durch
1233
Qualifizierung und Förderung der Beschäftigungsfähigkeit verbessern
1234
Handlungsoption: JobPerspektive Sachsen
1235
Zur Umsetzung des spezifischen Ziels werden Vorhaben zur Qualifizierung von Arbeitslosen und Be-
1236
nachteiligten sowie zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Langzeitarbeitslosen gefördert.
1237
Die Förderung wurde im Förderzeitraum 2007 – 2013 sehr nachgefragt. Für die weitere Ausgestaltung
1238
liegen daher umfangreiche Erfahrungen vor. Bei der Vermittlung anerkannter Berufsabschlüsse konnten
1239
gute Integrationserfolge erzielt werden. Im Unterschied zum spezifischen Ziel B.2 richten sich die ge-
1240
planten Fördervorhaben vorrangig an Arbeitslose, Langzeitarbeitslose und Benachteiligte, bei denen
1241
auf absehbare Zeit eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt realisierbar erscheint. Die geplanten
1242
Vorhaben umfassen bedarfsorientierte Unterstützung der Zielgruppe über den gesamten Integrations-
1243
prozess und zielen je nach Ausgangslage und Förderbedarf der Teilnehmenden insbesondere auf den
1244
Abbau von beruflichen und mittelschweren persönlichen Hemmnissen und auf die Schaffung der Vo-
1245
raussetzungen für die Arbeitsmarktintegration oder eine weiterführende Qualifizierung ab. Darüber hin-

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 58 von 129
1246
aus werden unter anderem auch der Erwerb anerkannter Abschlüsse beziehungsweise weiterer arbeits-
1247
marktrelevanter Qualifikationen gefördert. Praktika, bedarfsgerechte Betreuung und weitere Unterstüt-
1248
zungsleistungen sind mögliche Bestandteile der Förderung. Zur Erhöhung der Wirksamkeit können die
1249
Vorhaben unter diesem spezifischen Ziel ergänzend die Vermittlung in Arbeit und bei Bedarf Begleitung
1250 während des Beschäftigungsverhältnisses enthalten. Ermöglicht werden zudem Vorhaben zur Eig-
1251
nungsfeststellung der Teilnehmenden und Qualitätssicherung, Vorhaben zur Verbesserung des Sys-
1252
tems der Arbeitsmarktintegration sowie weitere Vorhaben zur Aktivierung von Arbeitslosen, Langzeitar-
1253
beitslosen und Benachteiligten. Die geplanten Vorhaben wurden eng mit der Bundesagentur für Arbeit
1254
abgestimmt. Die vorrangige Inanspruchnahme von Regelleistungen der Bundesagentur für Arbeit wird
1255
bezogen auf den Teilnehmer im Verfahren sichergestellt.
1256
Die Vorhaben können dabei auch den differenzierten Förderbedarf spezieller Zielgruppen berücksichti-
1257
gen, zum Beispiel von Älteren, Frauen, Alleinerziehenden oder Migranten. Möglich sind beispielsweise
1258
die Vermittlung berufsspezifischer Deutschkenntnisse für arbeitslose Migranten, die Anwendung beson-
1259
derer didaktischer Methoden zur Unterstützung lernentwöhnter Älterer oder Teilzeitvorhaben zur Ver-
1260
einbarkeit von Beruf und Familie. Die Förderung unterstützt damit auch den Grundsatz der Chancen-
1261
gleichheit und Nichtdiskriminierung.
1262
In Abgrenzung zur Bundes-ESF-Förderung wird ein ganzheitlicher Beratungs- und Vermittlungsansatz
1263
verfolgt, der für die Personen der Zielgruppe bereits während der Zeit der Arbeitslosigkeit beginnt und
1264
in den ersten Monaten nach Arbeitsaufnahme eine Weiterbetreuung beinhalten kann.
1265
Spezifisches Ziel B.2: Chancengerechte Zugänge zu Beschäftigung schaffen und soziale Integra-
1266
tion fördern
1267
Handlungsoption: Teilhabe ermöglichen – Beschäftigung und soziale Integration für am Arbeits-
1268
markt besonders benachteiligte Männer und Frauen
1269
Gefördert werden Vorhaben für am Arbeitsmarkt besonders benachteiligte und sehr arbeitsmarktferne
1270
Personen mit komplexen Problemlagen, insbesondere Langzeitarbeitslose mit geringem Bildungsni-
1271
veau, gesundheitlichen Problemen, geringer sozialer Integration sowie familiären Schwierigkeiten. Im
1272
Unterschied zu den Vorhaben unter dem spezifischen Ziel B.1 bedarf die Integration der hier angespro-
1273
chenen Teilnehmenden in den Arbeitsmarkt einer intensiveren und grundlegenden Vorbereitung. Aus-
1274
gerichtet an den individuellen Bedarfen zielen die Vorhaben auf die Herstellung der Beschäftigungsfä-
1275
higkeit sowie die Erarbeitung sinnvoller Perspektiven ab, auch wenn eine Eingliederung in den Arbeits-
1276
markt nicht unmittelbar folgt. Die Vorhaben beinhalten vor allem Aktionen zur Stabilisierung der Persön-
1277
lichkeit, zur Entwicklung von sozialen Kompetenzen und zum Abbau arbeitsbezogener Demotivation.
1278
Es sollen die Voraussetzungen für die Aufnahme einer weiterführenden Maßnahme der beruflichen In-
1279
tegration geschaffen werden. Das Programm basiert auf einem integrativen Konzept im Zusammenspiel
1280
mit den Vorhaben zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitslosen unter B.1.
1281
Das Angebot wird ergänzt durch Mikroprojekte, die aus regionalen Initiativen entstehen. Die Beschäfti-
1282
gung im gemeinwohlorientierten Bereich bietet den Teilnehmenden eine nicht nur individuell sinnvolle,
1283
sondern auch gesellschaftlich nützliche Perspektive. Die bewährten Vorhaben fördern die Eigenmotiva-
1284
tion und die soziale Kompetenz von am Arbeitsmarkt benachteiligten Personen aller Altersklassen.

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 59 von 129
1285
Soweit nachhaltige Konzepte für die Beschäftigung und soziale Integration von arbeitsmarktfernen Per-
1286
sonengruppen noch nicht vorliegen, wird die Erprobung sinnvoller Eingliederungsmodelle ermöglicht.
1287
Die geplanten Vorhaben wurden eng mit der Bundesagentur für Arbeit abgestimmt. Die vorrangige In-
1288
anspruchnahme von Regelleistungen der Bundesagentur für Arbeit wird bezogen auf die Teilnehmen-
1289
den im Verfahren sichergestellt.
1290
Alle Vorhaben des spezifischen Ziels B.2 tragen nachhaltig zu einer Verbesserung der Chancengleich-
1291
heit bei der beruflichen und sozialen Integration bei. Menschen, die von Diskriminierung aufgrund des
1292
Alters, der Herkunft, einer Krankheit oder einer Behinderung auf dem Arbeitsmarkt oder in der Gesell-
1293
schaft bedroht sind, gehören zu den Zielgruppen der Programme. Insbesondere die Vorhaben für junge
1294
Menschen sind darauf ausgerichtet, Wissen über nachhaltige Prozesse und deren Bedeutung für die
1295
Umwelt zu vermitteln. Die Teilnehmenden werden für die Wirksamkeit sozialen und ökologischen En-
1296
gagements sensibilisiert. Es wird angestrebt, dass die Vorhaben einen Beitrag zur Chancengleichheit
1297
von Frauen und Männern in ihrer Vielfalt definieren und systematisch integrieren.
1298
Handlungsoption: Förderung des Zugangs zu Beschäftigung für benachteiligte junge Menschen
1299
Es sollen sozialpädagogisch begleitete Qualifizierungs- und Beschäftigungsvorhaben gefördert werden,
1300
die sozial benachteiligten Jugendlichen einen (Wieder-)Einstieg in das Berufsbildungssystem sowie in
1301
das Erwerbsleben ermöglichen. Einen Schwerpunkt bildet ein methodischer Ansatz, demzufolge der
1302
Lernprozesses im Zusammenhang mit realen Aufträgen für marktorientierte Produkte und Dienstleis-
1303
tungen gestaltet wird. Die Vorhaben in Produktionsschulen appellieren auch an die Bereitschaft junger
1304
Menschen zum sozialen und ökologischen Handeln sowie ihr Verantwortungsbewusstsein für das Ge-
1305
meinwohl und für die Umwelt. Die Vorhaben bieten teilweise auch die Möglichkeit, einen Schulabschluss
1306
nachzuholen.
1307
Die Programme werden auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Förderzeitraum 2007 – 2013 konzi-
1308
piert. Der Evaluierungsbericht (Fachevaluierung Prioritätsachse C, Endbericht vom 22.06.2012) be-
1309
scheinigt, dass durch die Förderung von Vorhaben der Jugendberufshilfe benachteiligte, kaum ausbil-
1310
dungs- oder beschäftigungsreife Jugendliche und junge Erwachsene auch in der Fläche erreicht werden.
1311
Es wird festgestellt, dass der Anteil von Teilnehmenden mit schwierigen Ausgangsvoraussetzungen und
1312
multiplen Problemlagen in den vergangenen Jahren zugenommen habe. Die Programminhalte werden
1313
daher den besonderen Bedürfnissen der Zielgruppe angepasst und berücksichtigen den Anteil an Mig-
1314
ranten in den Vorhaben.
1315
Die geplanten Vorhaben wurden eng mit der Bundesagentur für Arbeit abgestimmt. Die vorrangige In-
1316
anspruchnahme von Regelleistungen der Bundesagentur für Arbeit wird bezogen auf die Teilnehmen-
1317
den im Verfahren sichergestellt.
1318
Die Angebote des Bundes im Rahmen des Bundes-ESF-Programms sind eher auf die individuelle so-
1319
zialpädagogische Beratung (Lotsenfunktion) hin ausgerichtet, während die sächsischen Projekte als
1320
Gruppenmaßnahmen mit dem Ziel der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit konzipiert sind. Inso-
1321
fern wird inhaltlich ein anderer Ansatz verfolgt.

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 60 von 129
1322
Die Vorhaben leisten einen Beitrag zum spezifischen Ziel B.2, indem sozial benachteiligten oder indivi-
1323
duell beeinträchtigten jungen Menschen ein gleichberechtigter Zugang zu Bildungsangeboten ermög-
1324
licht und Unterschiede in den Bildungschancen abgebaut werden. Damit wird ein Beitrag zur Chancen-
1325
gleichheit in der Gesellschaft geleistet und Diskriminierung entgegengewirkt.
1326
Spezifisches Ziel B.3: Soziale Eingliederung und Integration in Beschäftigung von Menschen in
1327
sozial benachteiligten Stadtgebieten fördern
1328
Handlungsoption: Soziale Eingliederung und Integration in Beschäftigung im Bereich Stadtent-
1329
wicklung
1330
Im Rahmen integrierter lokaler Entwicklungsstrategien für Stadtgebiete mit sozioökonomischen Prob-
1331
lemlagen sollen niedrigschwellige, informelle Vorhaben unterstützt werden, die Bedarfe der dort leben-
1332
den sozial und am Arbeitsmarkt benachteiligten Menschen, unter anderem Langzeitarbeitslose, Ein-
1333
kommensschwache und Migranten, adressieren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Verbesserung des
1334
Bildungszugangs und -erfolgs von Kindern und Jugendlichen. „Bildung“ wird hier im Sinne einer umfas-
1335
senden Persönlichkeitsentwicklung definiert und kann von frühkindlichen und familienbezogenen Ange-
1336
boten, Lernhilfen bis zu qualifizierten Freizeitangeboten z. B. Kreativ-, Medien-, Handwerks- oder Haus-
1337
wirtschaftsprojekte, reichen. Auf die spezifischen Bildungsbedarfe benachteiligter Erwachsener gehen
1338
Vorhaben des lebenslangen Lernens im Rahmen der Stadtteilarbeit ein. Durch informelle, eher kleintei-
1339
lige Bildungsangebote wie beispielsweise Handwerksprojekte, Sprach- oder Computergrundlagenkurse
1340
und Konfliktlösungstrainings werden Grund- und Schlüsselkompetenzen beziehungsweise Kenntnisse,
1341
die auch für den Arbeitsmarkt nutzbar sind, vermittelt und insbesondere die Motivation zur Teilnahme
1342
an Bildung gestärkt. Gefördert werden außerdem Vorhaben zur sozialen Integration und Beschäfti-
1343
gungsintegration. Dazu gehören vor allem Beratungs-, Betreuungs- und Dienstleistungsangebote, zum
1344
Beispiel zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie aus dem bürgerschaftlichen Engage-
1345
ment heraus entwickelte Projekte wie Nachbarschaftspaten, Mütternetzwerke oder Bewohnerwerkstät-
1346
ten. Lokal agierende Unternehmen, die einen Beitrag zur Beschäftigungsförderung oder sozialen In-
1347
tegration im Quartier leisten, können ebenfalls in den Stadtentwicklungsprozess einbezogen und z. B.
1348
hinsichtlich Beratung oder Netzwerkbildung unterstützt werden.
1349
Basis für die Förderung bildet ein von der Kommune zu erstellendes integriertes Handlungskonzept,
1350
welches neben der Analyse der Ausgangssituation sowie Darlegung der Bedarfe und Entwicklungspo-
1351
tenziale ein umfassendes Maßnahmenpaket für die gewählte Förderkulisse aufzeigt. Dieses soll ent-
1352
sprechend der Bedarfslage die Interventionsmöglichkeiten des ESF im Rahmen der genannten Hand-
1353
lungsfelder zu einem integrierten Förderansatz zusammenstellen, der in seiner Gesamtheit geeignet
1354
sein muss, die bestehenden Defizite abzubauen und eine positive Entwicklung der sozioökonomischen
1355
Situation des Stadtgebietes zu bewirken. Das gebietsbezogene Handlungskonzept muss mit der ge-
1356
samtstädtischen Entwicklungsplanung sowie anderen übergreifenden Strategien konform gehen.
1357
Unter Berücksichtigung vorhandener sozialer Infrastruktur sollen durch die Projektträger vor Ort Ange-
1358
bote geschaffen werden, die aufgrund der direkten Verortung im Stadtquartier und des informellen, of-
1359
fenen Charakters auch für sonst eher bildungs- und arbeitsmarktferne oder anderweitig benachteiligte
1360 Erwachsene, Kinder, Jugendliche und Familien erreichbar sind. Um Benachteiligungen und gesell-

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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1361
schaftlichen Herausforderungen in möglichst integrativer Weise zu begegnen und nachhaltig funktionie-
1362
rende städtische Wohn-, Arbeits- und Lebensbedingungen zu schaffen, ist die Einbeziehung der ge-
1363
samten Bewohnerschaft wie auch relevanter öffentlicher und privater Akteure Teil der Förderung. Die
1364
kontinuierliche Begleitung und Steuerung der Interventionen wird durch übergeordnete konzeptionelle
1365
und qualitätssteuernde Instrumente sowie über ein vor Ort installiertes Stadtteilmanagement unterstützt.
1366
Im Rahmen eines öffentlichen Aufrufs werden die sächsischen Kommunen aufgefordert, die für eine
1367
Förderung vorgesehenen Stadtgebiete, deren Benachteiligungen und Entwicklungsziele darzustellen
1368
sowie eine Strategie zur Erreichung dieser Ziele vorzuschlagen. Unter den eingegangenen Handlungs-
1369
konzepten kommen diejenigen für eine Förderung in Betracht, die die dargestellten Herausforderungen
1370
und Problemlagen unter Berücksichtigung der für die Strukturfondsperiode 2014 – 2020 vorgegebenen
1371
thematischen Ziele und Fördermöglichkeiten des ESF wirksam angehen.
1372
Der territoriale Bezug, die mögliche Kombination und übergeordnete Steuerung verschiedener Hand-
1373
lungsfelder sowie die bedarfsgerechte Ausrichtung der Projekte bieten einen integrierten, auf komplexe
1374
Problemlagen vor Ort reagierenden Förderansatz. Dieser unterscheidet sich durch Inhalt, Umfang, För-
1375
derkulisse beziehungsweise Zielgruppenspezifik von anderen Förderansätzen der EU, des Bundes oder
1376
Sachsens. Die auszuwählenden Stadtgebiete müssen sich innerhalb eines EFRE-Stadtentwicklungs-
1377
oder Städtebaufördergebietes überschneiden, damit die aus dem ESF geförderten Vorhaben andere
1378
investive Maßnahmen ergänzen können. Allerdings erfolgt die Förderung nur außerhalb des Städte-
1379
bauförderprogramms „Soziale Stadt“ oder in Gebieten, in denen dieses Programm ausläuft und grenzt
1380
sich dadurch zusätzlich von den Aktivitäten des Bundes in aktiven Gebieten des Städtebauförderpro-
1381
gramms ab.
1382
Von den unter B.1 und B.2 geplanten Vorhaben unterscheiden sich die Vorhaben der Stadtentwicklung
1383
dadurch, dass die unter anderem stark bildungs- und arbeitsmarktfernen Menschen, die von den oben
1384
genannten Vorhaben nicht erreicht werden können, durch die informelle und niedrigschwellige Anspra-
1385 che im Rahmen der Stadtteilarbeit vor Ort bedarfsgerecht angesprochen werden. Die Grundsätze
1386
„Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung“ sowie „Gleichstellung von Männern und Frauen“ finden
1387
unmittelbar Anwendung, da die Zugänglichkeit für besonders benachteiligte und von Diskriminierung
bedrohte Menschen Vorhabensziel beziehungsweise -bedingung ist.
1388
1389
Spezifisches Ziel B.4: Funktionale Analphabeten unterstützen
1390
Handlungsoption: Alphabetisierung
1391
Gefördert werden sozialpädagogisch begleitete Qualifizierungsvorhaben für funktionale Analphabeten,
1392
die durch eine am individuellen Bedarf der Zielgruppe orientierte Unterstützung dazu beitragen, Be-
1393
nachteiligungen und Defizite abzubauen, eigene Ressourcen zu aktivieren und damit die Chancen am
1394
Arbeitsmarkt und die Teilhabe am sozialen Leben zu verbessern. Damit tragen sie zu Erreichung des
1395
spezifischen Ziels B.4 bei. Dabei sollen neben den aktiven Unterstützungsvorhaben für funktionale An-
1396
alphabeten auch begleitende Vorhaben zur Koordinierung und Sensibilisierung der relevanten Akteure
1397
für die Belange der benachteiligten Menschen ergriffen werden. Mit den Vorhaben wird daher den Her-
1398
ausforderungen des demografischen Wandels Rechnung getragen und benachteiligte Menschen wer-
1399
den individuell und umfassend unterstützt.

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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1400
Spezifisches Ziel B.5: Im Justizvollzug untergebrachte Personen bei beruflicher und sozialer In-
1401
tegration unterstützen
1402
Handlungsoption: Wiedereingliederung von im Justizvollzug untergebrachten Personen
1403
Die Reintegration von im Justizvollzug untergebrachten Personen in den Arbeitsmarkt ist eine beson-
1404
dere Herausforderung. Die zu fördernden beruflichen Qualifizierungsvorhaben und sozialpädagogisch
1405
begleiteten Vorhaben während des Justizvollzugs tragen erheblich zur Herstellung, Erhaltung und Stei-
1406
gerung der Beschäftigungsfähigkeit der Gefangenen bei. Mit dem Erwerb von fachlichen Qualifikationen
1407
steigt die Vermittlungsfähigkeit dieser Personen in den Arbeitsmarkt oder in eine berufliche Bildungs-
1408
maßnahme. Diese Vorhaben wurden bereits im Förderzeitraum 2007 – 2013 erfolgreich durchgeführt.
1409
In diesem Zeitabschnitt konnte die Zahl der erfolgreich abgeschlossenen Einzelmodule (Teilqualifizie-
1410
rungen) und erreichten Berufsabschlüsse kontinuierlich gesteigert werden. Allerdings erschwert der Ma-
1411
kel der Straffälligkeit die Chancen auf einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz erheblich. Daher gilt es, mit
1412
beratenden und begleitenden Vorhaben die erzielten Qualifizierungs- und Integrationseffekte nachhaltig
1413
zu beeinflussen, die Gefangenen auf ihrem Weg aus der Haft in das Leben danach bestmöglich vorzu-
1414
bereiten und auch nach der Haft zu unterstützen, um damit drohenden Ausbildungs- und Beschäfti-
1415
gungsabbrüchen wirksam vorzubeugen. Der Begriff der Gefangenen umfasst dabei alle tatsächlich im
1416
Justizvollzug untergebrachten Personen, also beispielsweise auch die zum Vollzug der Sicherungsver-
1417
wahrung oder des Jugendarrests Inhaftierten. Auch Gefangene mit Migrationshintergrund sollen besser
1418
unterstützt werden. Nur mit ausreichenden Deutschkenntnissen können sie an den Qualifizierungsvor-
1419
haben im Justizvollzug teilnehmen und später auch in Arbeit integriert werden. Durch die Vorhaben
1420
dieser Handlungsoption wird zudem den Folgen des demografischen Wandels versucht entgegenzu-
1421
wirken. Durch gezielte Vorhaben sollen unter anderem stark benachteiligte Gruppen bei der Integration
1422
in den Arbeitsmarkt unterstützt werden.
1423
2.B.4.2.2
Leistungsgrundsätze für die Auswahl der Vorhaben
1424
1425
Das unter 2.A.4.2.2 dargestellte Verfahren findet entsprechend Anwendung.
1426
2.B.4.2.3 Geplante Nutzung der Finanzinstrumente
1427
Der Einsatz von Finanzinstrumenten ist im Rahmen der Investitionspriorität 9i nicht vorgesehen.
1428
2.B.4.2.4 Geplante Nutzung von Großprojekten
1429
Die Umsetzung von Großprojekten ist im Rahmen der Investitionspriorität 9i nicht vorgesehen.
1430

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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1431
2.B.4.2.5 Nach Investitionspriorität und nach Regionenkategorie aufgeschlüsselte Outputindi-
1432
katoren
1433
ID
Indikator
Einheit für
die Mes-
sung
Fonds
Regionenkategorie
Zielwert
(2023)
Datenquelle
Häufigkeit der Berichter-
stattung
CO01
Gemeinsamer Outputindikator:
Arbeitslose, auch Langzeitar-
beitslose
Anzahl ESF ÜR 9218 Monitoring jährlich
Anzahl ESF SER 912 Monitoring jährlich
CO17
Gemeinsamer Outputindikator:
Sonstige benachteiligte Perso-
nen
Anzahl ESF ÜR 7.873 Monitoring jährlich
Anzahl ESF SER 4.307 Monitoring jährlich
CO06
Gemeinsamer Outputindikator:
Unter 25-Jährige
Anzahl ESF ÜR 3.355 Monitoring jährlich
Anzahl ESF SER 498 Monitoring jährlich
PO-03
Programmspezifischer Outputin-
dikator:
Teilnehmer, über 18-Jährige
Anzahl ESF ÜR 2.248 Monitoring jährlich
Anzahl ESF SER 352 Monitoring jährlich
PO-04
Programmspezifischer Outputin-
dikator:
Teilnehmer, unter 18-Jährige
Anzahl ESF ÜR 2.715 Monitoring jährlich
Anzahl ESF SER 425 Monitoring jährlich
1434
Tabelle 25: Gemeinsame und programmspezifische Outputindikatoren für die Investitionspriorität 9i
1435
2.B.5 Soziale Innovation, transnationale Zusammenarbeit und Beitrag zu den thematischen Zie-
1436
len 1-7
1437
Soziale Innovationen im ESF sind in Artikel 9 der ESF-Verordnung (VO (EU) Nr. 1304/2013) beschrie-
1438
ben: Der ESF fördert danach soziale Innovation auf allen Gebieten seines Interventionsbereiches ge-
1439
mäß Artikel 3 dieser Verordnung. Es handelt sich also um eine Querschnittsaufgabe, vor allem mit dem
1440
Ziel der lokalen und regionalen Erprobung, Bewertung und Umsetzung in größerem Maßstab von inno-
1441
vativen Lösungen. Nach Artikel 2 Nr. 5 der VO (EU) Nr. 1296/2013 sind das Innovationen, die sowohl
1442
in Bezug auf ihre Zielsetzung als auch ihre Mittel sozial sind, insbesondere diejenigen, die sich auf die
1443
Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen (für Produkte, Dienstleistungen und Modelle) beziehen, die
1444
gleichzeitig einen sozialen Bedarf decken und neue soziale Beziehungen oder Kooperationen schaffen
1445
und dadurch der Gesellschaft nützen und deren Handlungspotenzial eine neue Dynamik verleihen.
1446
Soziale Innovationen können also grundsätzlich neuartige Vorhaben oder Lösungsansätze zu beste-
1447
henden sozialen Problembereichen sein, die von bisherig gewohnten Schemata abweichen. Mit ihnen
1448
sollen soziale Prozesse aufgegriffen, ggf. modifiziert oder verbessert bzw. soziale Bedürfnisse gedeckt
1449
werden. Es kann dabei sowohl der Prozess als auch das Ergebnis als sozial innovativ gelten. Dabei
1450
kann selbstverständlich auch ein Zusammenhang zu technisch orientierten Innovationen bestehen. So-
1451
ziale Innovationen können diese unterstützen und begleiten. Die Herausforderungen für soziale Inno-
1452
vationen unterliegen dabei den permanenten gesellschaftlichen Wandlungsprozessen. Insoweit sind die
1453
tatsächlich durchzuführenden Vorhaben an den jeweils aktuellen Erfordernissen im Freistaat Sachsen
1454
unter Berücksichtigung der arbeitsmarktpolitischen Gesamtsituation und der demografischen Entwick-
1455
lung auszurichten.
1456
Zur Umsetzung sozialer Innovationen im Freistaat Sachsen werden durch die Fondsbewirtschafter ge-
1457
eignete Vorhabensbereiche identifiziert und in den jeweiligen Förderrichtlinien Förderansätze oder Öff-
1458
nungsklauseln für soziale Innovationen (z. B. im Rahmen von Modellvorhaben) verankert. Antragsteller

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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1459
werden über die Möglichkeit der Umsetzung sozialer Innovationen in ihren Vorhaben durch die Bewilli-
1460
gungsstelle informiert und ggf. zu einer besonderen Beschreibung der Förderansätze aufgefordert. Im
1461
Rahmen der Auswahl der Vorhaben wird durch die Bewilligungsstelle eine Zuordnung zum Themenbe-
1462
reich soziale Innovation vorgenommen. Dies dient in erster Linie der Kennzeichnung der Vorhaben, soll
1463
aber auch sicherstellen, dass Vorhaben, die im Rahmen des ESF in besonderer Weise auf die Unter-
1464
stützung sozialer Innovationen ausgerichtet sind, bei der Beurteilung der Förderwürdigkeit punkten kön-
1465
nen.
1466
In der Prioritätsachse B bieten insbesondere die Handlungsoptionen JobPerspektive Sachsen, die So-
1467
ziale Eingliederung und Integration in Beschäftigung im Bereich Stadtentwicklung und die Wiederein-
1468
gliederung von im Justizvollzug untergebrachten Personen Ansatzpunkte für die Umsetzung sozialer
1469
Innovation.
1470
Transnationale Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Partnern aus anderen Mitgliedstaaten kann
1471
als Bestandteil von Vorhaben in allen Prioritätsachsen gefördert werden, sofern sie zum gegenseitigen
1472
Lernen beiträgt und die Wirksamkeit der jeweiligen Vorhaben erhöht. Einschlägige Förderrichtlinien wer-
1473
den für transnationale Ausgestaltung der Förderung geöffnet und Vorkehrungen für das Förderverfahren
1474
getroffen. Insbesondere im Bereich von Modellvorhaben oder innovativen Förderansätzen kann trans-
1475
nationale Zusammenarbeit als flexibles Instrument, das die Erreichung der Ziele im Rahmen konkreter
1476
ESF-Vorhaben unterstützen kann, zum Einsatz kommen. In der Prioritätsachse B bieten z. B. Modell-
1477
projekte in den Bereichen Teilhabe und Zugang zu Beschäftigung für junge Menschen Ansatzpunkte
1478
für transnationale Zusammenarbeit. Es werden jedoch keine transnationalen Mobilitätsprojekte geför-
1479
dert, da dies den Schwerpunkt des ESF-OP des Bundes darstellt.
1480
Ein aktiver Beitrag zu den Zielen 1 – 7 ist im Rahmen der Prioritätsachse B durch die Ausrichtung auf
1481
die Investitionspriorität Aktive Inklusion, nicht zuletzt durch die Förderung der Chancengleichheit und
1482
aktiver Beteiligung und Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit, sowie deren Ausrichtung auf be-
1483
nachteiligte Personengruppen im Rahmen der spezifischer Ziele und Handlungsoptionen nicht vorge-
1484
sehen. Dieser ist jedoch möglich, soweit in den Vorhaben umweltbezogene Bildungsthemen angespro-
1485
chen werden.
1486
2.B.6 Leistungsrahmen
Prioritäts-
achse
Art des Indika-
tors
ID
Indikator oder
wichtiger Durch-
führungsschritt
Einheit für
die Mes-
sung
Fonds
Regionenkate-
gorie
Etappenziel
für 2018
Endziel 2023
Daten-
quelle
Erläute-
rung der
Relevanz
des Indi-
kators
Finanzindika-
tor
LF-01
Bescheinigte
zuwendungsfä-
hige Gesamt-
ausgaben
Euro
ESF
ÜR
41.900.000
220.821.650
Monito-
ring
B
-
ESF SER 13.000.000 45.438.597
B Outputindika-
tor
LO-02 Teilnehmer Anzahl
ESF ÜR 4.693 16.222
Monito-
ring
-
ESF SER 2.466 5.805
1487
Tabelle 26: Leistungsrahmen der Prioritätsachse B

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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1488
2.B.7 Interventionskategorien
1489
Übergangsregionen
Dimension 1: Interventionsbereich
Dimension 2: Finanzierungsform
Dimension 3: Art des Gebiets
Fonds
ESF
Fonds
ESF
Fonds
ESF
Regionenkatego-
rie
Übergangsregionen
Regionenkate-
gorie
Übergangsregionen
Regionenkate-
gorie
Übergangsregionen
Prioritätsachse
Code
Betrag in
Euro
Prioritäts-
achse
Code
Betrag in
Euro
Prioritätsachse
Code
Betrag in
Euro
B 109 176.657.319 B 01 176.657.319 B 01 70.662.928
B 02 91.861.805
B 03 14.132.586
1490
Dimension 4: Territoriale Um-
setzungsmechanismen
Dimension 6: sekundäres ESF-Thema
(nur ESF)
Fonds
ESF
Fonds
ESF
Regionenka-
tegorie
Übergangsregionen
Regionenkate-
gorie
Übergangsregionen
Prioritäts-
achse
Code
Betrag in
Euro
Prioritäts-
achse
Code
Betrag in
Euro
B
B
02
07
28.044.734
148.612.585
B
B
01
06
1.658.690
176.657.319
1491
Tabelle 27: Interventionskategorien, Prioritätssachse B, Übergangsregionen
1492
Stärker entwickelte Regionen
Dimension 1: Interventionsbereich
Dimension 2: Finanzierungsform
Dimension 3: Art des Gebiets
Fonds
ESF
Fonds
ESF
Fonds
ESF
Regionenkategorie
Stärker entwickelte Re-
gionen
Regionenkategorie
Stärker entwickelte Re-
gionen
Regionenkategorie
Stärker entwickelte Re-
gionen
Prioritätsachse
Code
Betrag in
Euro
Prioritätsachse
Code
Betrag in
Euro
Prioritätsachse
Code
Betrag in
Euro
B 109 36.350.877 B 01 36.350.877 B 01 23.628.070
B 02 11.632.281
B 03 1.090.526
1493
Dimension 4: Territoriale Um-
setzungsmechanismen
Dimension 6: sekundäres ESF-Thema
(nur ESF)
Fonds
ESF
Fonds
ESF
Regionenkate-
gorie
Stärker entwickelte Regi-
onen
Regionenkate-
gorie
Stärker entwickelte Re-
gionen
Prioritäts-
achse
Code
Betrag in
Euro
Prioritätsachse
Code
Betrag in
Euro
B
B
02
07
4.065.466
32.285.411
B
B
01
06
341.310
36.350.877
1494
Tabelle 28: Interventionskategorien, Prioritätssachse B, Stärker entwickelte Regionen

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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1495
2.C Prioritätsachse C: Investitionen in Bildung, Ausbildung und Berufsbildung
1496
für Kompetenzen und lebenslanges Lernen
1497
2.C.1 Allgemeine Informationen
1498
ID der Prioritätsachse
C
Bezeichnung der Prioritätsachse
Investitionen in Bildung, Ausbildung und Berufsbildung für
Kompetenzen und lebenslanges Lernen
1499
Die gesamte Prioritätsachse wird ausschließlich durch Finanzin-
strumente umgesetzt.
-
Die gesamte Prioritätsachse wird ausschließlich durch auf EU-
Ebene eingerichtete Finanzinstrumente umgesetzt.
-
Die gesamte Prioritätsachse wird durch von der örtlichen Bevöl-
kerung betriebene Maßnahmen zur lokalen Entwicklung umgesetzt.
-
Die gesamte Prioritätsachse ist auf soziale Innovation oder auf
transnationale Zusammenarbeit oder auf beides ausgerichtet.
-
1500
2.C.2 Begründung für die Einrichtung einer Prioritätsachse, die mehr als eine Regionenkatego-
1501
rie, mehr als ein thematisches Ziel oder mehr als einen Fonds betrifft
1502
Den Ausführungen zu den Bedarfssituationen in den beiden Regionen Sachsens unter 1.1.1. folgend
1503
werden keine Unterscheidungen in der Ausgestaltung der Handlungsoptionen vorgenommen, allerdings
1504 können sich die Intensität und Laufzeiten der einzelnen Interventionen zur Umsetzung der Hand-
1505
lungsoptionen aufgrund der stark verschiedenen Mittelausstattung der Regionen unterschiedlich gestal-
1506
ten.
1507
2.C.3 Fonds, Regionenkategorie und Berechnungsgrundlage für die Unionsunterstützung
Fonds ESF
Regionenkategorie ÜR, SER
Berechnungsgrundlage (gesamte för-
derfähige Ausgaben oder förderfähige
öffentliche Ausgaben)
gesamte förderfähige Ausgaben

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
Seite 67 von 129
1508
2.C.4 Investitionspriorität 10i.: Verringerung und Verhütung des vorzeitigen Schulabbruchs und
1509
Förderung des gleichen Zugangs zu einer hochwertigen Früherziehung und einer hoch-
1510
wertigen Grund- und Sekundarbildung, darunter (formale, nicht formale und informale) Bil-
1511
dungswege, mit denen eine Rückkehr in die allgemeine und berufliche Bildung ermöglicht
1512
wird
1513
2.C.4.1 Der Investitionspriorität entsprechende spezifische Ziele und erwartete Ergebnisse
1514
Spezifisches Ziel C.1: Individuelle Bildungspotenziale von benachteiligten Kindern und Jugend-
1515
lichen ausschöpfen
1516
Gemäß SÖA und SWOT-Analyse zum thematischen Ziel 10 ist aufgrund der demografischen Entwick-
1517
lung in Sachsen zukünftig branchenübergreifend mit einem zunehmenden Fachkräftebedarf zu rechnen.
1518
Gemäß den Ausführungen zum thematischen Ziel 10 in der SÖA muss Sachsen aufgrund der demo-
1519
grafischen Herausforderungen alle Bildungspotenziale möglichst ausschöpfen. Das Erwerbspersonen-
1520
potenzial wird bei bereits hoher Erwerbsbeteiligung rückläufig sein. Diese Entwicklung ist trotz einer
1521
leicht steigenden Geburtenrate nach der Modellrechnung zur 5. regionalisierten Bevölkerungsprognose
1522
des Statistischen Landesamtes Sachsen langfristiger Natur. Des Weiteren werden in den länderspezi-
1523
fischen Empfehlungen für Deutschland Maßnahmen zur Anhebung des Bildungsniveaus benachteiligter
1524
Menschen angesprochen. Es ist daher wichtig, Kindern mit ungünstigen Voraussetzungen (Lebens- und
1525
Lernerschwernissen, wie zum Beispiel sprachlichen oder sozial-emotionalen Auffälligkeiten) in Kinder-
1526
tageseinrichtungen und Jugendliche im Schulbereich mit einem entsprechenden Bedarf auf ihrem Bil-
1527
dungsweg zu unterstützen und ihnen somit einen optimalen Start in das Erwerbsleben zu ermöglichen.
1528
In diesem Sinne signalisieren Indikatoren wie die Quoten zu Kindern mit Sprachauffälligkeiten und zu
1529
Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss und Wiederholern weiteren Handlungsbedarf. Ziel ist es
1530
insbesondere, Kinder sowie Schülerinnen und Schüler mit individuellen Lern-, Leistungs- und Entwick-
1531
lungsbeeinträchtigungen bereits im Vorschulalter sowie im System Schule optimal zu unterstützen und
1532
ihre Interessen, Fähigkeiten und Begabungen zu erkennen und ergänzend zu bestehenden Unterstüt-
1533
zungsmöglichkeiten systematisch zu fördern.
1534
Im Förderzeitraum 2007 - 2013 haben an den Vorhaben zur Erhöhung der Quote von Schülern, die
1535
einen Abschluss erlangen und an Schülercamps ca. 5.200 bzw. ca. 3.800 Schüler teilgenommen. Dabei
1536
wurden Erfolgsquoten von bis zu 80 % hinsichtlich des Erreichens eines Abschlusses bzw. der Verset-
1537
zung in die nächste Klassenstufe erreicht.
1538
Mit den geplanten Vorhaben sollen die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Bildungsweg zusätzlich un-
1539
terstützt werden. Damit werden die Beschäftigungschancen der jungen Menschen erhöht und es wird
1540
ein Beitrag zur Sicherung des Fachkräftepotenzials in Sachsen geleistet, in dem entsprechend der In-
1541
novationsstrategie wie auch der Fachkräftestrategie des Freistaates Sachsen die Quote der Schüler
1542
ohne Abschluss gesenkt werden soll. Sie sind daher im Sinne des Abschnitts 1.1.1 als demografieori-
1543
entiert einzustufen.

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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ID
Indikator
Regio-
nenka-
tegorie
Einheit
für die
Messung
des Indi-
kators
Gemeinsamer
Output-indi-
kator als
Grundlage für
die Festle-
gung des
Zielwerts
Basiswert
Einheit
für die
Messung
des Ba-
siswerts
und des
Zielwerts
Basis-
jahr
Ziel-
wert
(2023)
Daten-
quelle
Häufig-
keit der
Bericht-
erstat-
tung
PE-
06
Programmspezifischer
Ergebnisindikator C.1:
Teilnehmer, unter 25-
Jährige (CO06), die
durch die inklusive Be-
schulung das Klassen-
ziel erreicht haben
ÜR Anzahl
Teilnehmer,
unter 25-Jäh-
rige
28,3 %
Anteil
2013
68 % Monitoring
jährlich
SER Anzahl
Teilnehmer,
unter 25-Jäh-
rige
28,3 %
Anteil
2013
68 % Monitoring
jährlich
1544
Tabelle 29: Gemeinsame Ergebnisindikatoren, für die ein Zielwert festgelegt wurde und programmspezifische Indikatoren, die
1545
den spezifischen Zielen entsprechen – spezifisches Ziel C.1
1546
Spezifisches Ziel C.2: Berufsorientierung von Jugendlichen verbessern
1547
Begonnene Ausbildungsverhältnisse werden entsprechend den Ergebnissen der BIBB-Übergangsstu-
1548
die 2011 unter anderem aufgrund von ungenügenden Informationen zum Lehrberuf nicht immer erfolg-
1549
reich abgeschlossen. Daher sind Bemühungen hinsichtlich einer neigungs- und eignungsgerechten Be-
1550
rufswahl durch frühzeitige Berufsorientierung erforderlich, um Jugendliche zu befähigen eine ihren Fä-
1551
higkeiten und Interessen, aber auch den regionalen Bedarfen der Unternehmen entsprechende Berufs-
1552
wahl zu treffen. Infolge der verbesserten Berufsorientierung soll die Zahl der aufgrund mangelnder Be-
1553
rufswahlkompetenz aufgelösten Ausbildungsverträge gesenkt werden, damit der Jugendliche von vorn-
1554
herein eine passende Berufsausbildung beginnt. Vertragslösungen bedeuten immer auch einen Res-
1555
sourcenverlust. Sie können stark demotivierende Effekte oder den Ausstieg aus der Bildungsbeteiligung
1556
sowohl des Jugendlichen als auch des Ausbildungsbetriebes zur Folge haben.
1557
Ungefähr 12 % der Auszubildenden beendet die erste Berufsausbildung ohne Abschluss (BIBB-Report
1558
21/2013). Die Verbesserung der Berufsorientierung hat deshalb Eingang in die Fachkräftestrategie
1559
Sachsen 2020 gefunden. Entsprechend den Zielen dieser Strategie im Handlungsfeld „Frühkindliche
1560
und (außer-)schulische Erziehung und Bildung“ soll daher die Berufsorientierung weiter intensiviert wer-
1561
den. Durch den ESF sollen dabei Angebote der Schulen und der Bundesagentur für Arbeit ergänzt
1562
werden. Dadurch kann eine größere Passfähigkeit der Vorhaben erreicht werden, die insbesondere die
1563
regionalen Bedarfe der Wirtschaft sowie die individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schü-
1564
ler besser berücksichtigen.
1565
Mit den geplanten Vorhaben sollen Jugendliche hinsichtlich ihrer Berufswahlkompetenz und damit ihres
1566
weiteren Bildungswegs zusätzlich unterstützt werden. Durch die daraus folgende Vermeidung von Aus-
1567
bildungsabbrüchen werden die Beschäftigungschancen der jungen Menschen erhöht und es wird ein
1568
Beitrag zur Sicherung des Fachkräftepotenzials in Sachsen geleistet. Sie sind daher im Sinne des Ab-
1569
schnitts 1.1.1 als demografieorientiert einzustufen.
1570

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den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
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ID
Indikator
Regio-
nenka-
tegorie
Einheit
für die
Messung
des Indi-
kators
Gemeinsamer
Outputindika-
tor als Grund-
lage für die
Festlegung
des Zielwerts
Basiswert
Einheit
für die
Messung
des Ba-
siswerts
und des
Zielwerts
Basis-
jahr
Ziel-
wert
(2023)
Daten-
quelle
Häufig-
keit der
Bericht-
erstat-
tung
PE-
07
Programmspezifischer
Ergebnisindikator C.2:
Teilnehmer, unter 25-
Jährige (CO06), die
nach ihrer Teilnahme
eine Qualifizierung er-
langen
ÜR Anzahl
Teilnehmer,
unter 25-Jäh-
rige
80 %
Anteil
2013
80 % Monitoring
jährlich
SER Anzahl
Teilnehmer,
unter 25-Jäh-
rige
80 %
Anteil
2013
80 % Monitoring
jährlich
1571
Tabelle 30: Gemeinsame Ergebnisindikatoren, für die ein Zielwert festgelegt wurde und programmspezifische Indikatoren, die
1572
den spezifischen Zielen entsprechen – spezifisches Ziel C.2
1573
Spezifisches Ziel C.3: Chancengerechte Entwicklung im schulischen Umfeld ermöglichen
1574
Die Entwicklung der Persönlichkeit und Herausbildung sozialer Kompetenzen junger Menschen findet
1575
zunehmend im Raum Schule statt. Nachhaltige schulbezogene Angebote müssen auf diese Entwick-
1576
lung eingehen und eine umfassende Betreuung und Begleitung der Schüler sicherstellen. Die beste-
1577
henden Angebote der Kinder- und Jugendhilfe zu sozialpädagogischer Begleitung im Rahmen der Ju-
1578
gendsozialarbeit decken den Bedarf an einzelfallbezogener intensiver Betreuung nicht ab. Gezielte
1579
Maßnahmen für Schüler mit besonderen Problemlagen, aufsuchende Arbeit oder intensive Elternarbeit
1580
im Rahmen des Schnittstellenmanagements oder des persönlichen Coachings sind nicht umfassend
1581 möglich. Dieser besondere Bedarf wird auch im Vierten Sächsischen Kinder- und Jugendbericht
1582
(http://www.familie.sachsen.de/7431.html
auf S. 18f.) heraus gearbeitet. Die Vorhaben zur Konfliktlö-
1583
sung und Entwicklung sozialer Kompetenzen wurden darauf ausgerichtet. Diese widmen sich den viel-
1584
schichtigen personalen und sozialen Problemlagen der Teilnehmenden. Es werden Lösungsmöglich-
1585
keiten entwickelt und die Schülerinnen und Schüler individuell in ihrer Persönlichkeitsentwicklung ge-
1586
stärkt. Dadurch wird die soziale Integration gefördert und schulischen Fehlzeiten oder vorzeitigen Schul-
1587
abbrüchen entgegen gewirkt. Mit einer gefestigten Schulbiografie verbessern sich dann die Chancen
1588
und Möglichkeiten der Teilnehmenden auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt nachhaltig.
1589
Ergebnis der Förderung ist die Stärkung der gleichberechtigten Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler
1590
am Bildungssystem, da sich die Vorhaben insbesondere an sozial benachteiligte oder isolierte junge
1591
Menschen im schulischen Umfeld richten. Die Vorhaben folgen damit der LSE 2 und berücksichtigen
1592
die Förderprioritäten des EU-Positionspapiers im Hinblick auf die Förderung der Chancengleichheit in
1593
allen Phasen des Bildungssystems. Den Teilnehmenden wird der Übergang von der Schule in den Beruf
1594
erleichtert, was langfristig auch zur Sicherung des Fachkräftebedarfs beiträgt. Die Vorhaben können
1595
daher im Sinne des Abschnitts 1.1.1 als demografieorientiert eingeordnet werden.
1596
Durch eine gelingende Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe sollen Angebote und Leistungen
1597
so entwickelt und ausgestaltet werden, dass junge Menschen die notwendigen Voraussetzungen für
1598
eine gesellschaftliche und berufliche Integration erwerben. Durch die Vorhaben wird zu einer besseren
1599
Vernetzung der beiden Systeme Schule und Jugendhilfe beigetragen, so dass sich die jeweiligen Ka-
1600
pazitäten und Kompetenzen sinnvoll ergänzen können. Damit entsteht im Ergebnis ein geschlossenes
1601
Gesamtsystem von Bildung, Erziehung und Betreuung.

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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ID
Indikator
Regio-
nenka-
tegorie
Einheit
für die
Messung
des Indi-
kators
Gemeinsamer
Output-indi-
kator als
Grundlage für
die Festle-
gung des
Zielwerts
Basiswert
Einheit
für die
Messung
des Ba-
siswerts
und des
Zielwerts
Basis-
jahr
Ziel-
wert
(2023)
Daten-
quelle
Häufig-
keit der
Bericht-
erstat-
tung
PE-
08
Programmspezifischer
Ergebnisindikator C.3:
Teilnehmer, unter 25-
Jährige (CO06), die das
Klassenziel (Versetzung
in nächste Klasse oder
erstrebten Schulab-
schluss) erreicht haben
ÜR
Anzahl
Teilnehmer,
unter 25-Jäh-
rige
86 %
Anteil
2014
80 % Monitoring
jährlich
SER Anzahl
Teilnehmer,
unter 25-Jäh-
rige
86 %
Anteil
2014
80 % Monitoring
jährlich
1602
Tabelle 31: Gemeinsame Ergebnisindikatoren, für die ein Zielwert festgelegt wurde und programmspezifische Indikatoren, die
1603
den spezifischen Zielen entsprechen – spezifisches Ziel C.3
1604
2.C.4.2 Maßnahmen, die im Rahmen der Investitionspriorität zu unterstützen sind
1605
2.C.4.2.1 Beschreibung der Art und Beispiele für zu unterstützende Maßnahmen und ihres er-
1606
warteten Beitrags zu den spezifischen Zielen
1607
Spezifisches Ziel C.1: Individuelle Bildungspotenziale von benachteiligten Kindern und Jugend-
1608
lichen ausschöpfen
1609
Handlungsoption: Verbesserung des Bildungserfolgs von benachteiligten Kindern und Jugend-
1610
lichen
1611
Die Quote von Kindern, die vor ihrer Einschulung Auffälligkeiten im sprachlichen und sozial-emotionalen
1612
Bereich aufweisen, ist auf einem gleichbleibend hohen bzw. steigenden Niveau (2006/07 hatten 22,9 %
1613
der untersuchten Kinder sprachliche und 12,5 % emotional-psychosoziale Auffälligkeiten, 2012/13: 37,1 %
1614
sprachliche und 12,7 % emotional-psychosoziale Auffälligkeiten; Statistisches Landesamt des Freistaa-
1615
tes Sachsen).
1616
Diese Auffälligkeiten führen häufig zu besonderen Lebens- und Lernerschwernissen der Kinder, die z.
1617
B. über einen zu geringen Sprachwortschatz verfügen oder Schwierigkeiten hinsichtlich Konfliktfähigkeit,
1618
Kooperation und Einfühlungsvermögen haben. Diese Schwierigkeiten verfestigen sich, wenn nicht ge-
1619
gengesteuert wird und haben somit einen negativen Einfluss auf den zukünftigen Bildungsweg und für
1620
das spätere Berufsleben. Hier sollen die Projekte im frühkindlichen Bereich ansetzen: Kindertagesein-
1621
richtungen, in denen ein erhöhter Anteil von Kindern betreut wird, die z. B. Sprachauffälligkeiten haben
1622
oder in deren Familien nicht vorrangig deutsch gesprochen wird, sollen durch zusätzliche Fachkräfte
1623
unterstützt werden, die über entsprechende spezifische Qualifikationen verfügen. Durch diese Fach-
1624
kräfte sollen die Kinder und die Erzieher/-innen begleitet werden. Ausgehend vom spezifischen Hilfe-
1625
und Unterstützungsbedarf des jeweiligen Kindes soll den Erzieher/-innen beispielsweise vermittelt wer-
1626
den, wie man den Alltag dieser Kinder gestalten kann, damit sie auf selbstverständliche und spielerische
1627
Weise sprachliche und sozial-emotionale Kompetenzen erwerben. Mit Hilfe der Förderung soll eine qua-
1628
litative Verbesserung der Betreuung erreicht werden. Die Unterstützung geht über die gesetzlichen Auf-
1629
gaben des vorhandenen pädagogischen Personals in den Kindertageseinrichtungen hinaus und unter-
1630
fällt keiner medizinischen oder staatlichen Regelunterstützung. Ebenso bleibt der gesetzlich festgelegte

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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1631
Personalschlüssel unberührt, d.h. das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanzierte Personal ist
1632
zusätzlich. Es ersetzt kein gesetzlich einzusetzendes Personal und übernimmt auch nicht dessen Auf-
1633
gaben. Vielmehr sollen diesen Kindern dadurch gleiche Bildungschancen ermöglicht bzw. ihre Bildungs-
1634
chancen verbessert werden, damit sie ihren weiteren Bildungsweg und den späteren Berufseinstieg
1635
erfolgreich gestalten können.
1636
Im schulischen Bereich soll für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf bzw.
1637
einer Behinderung die gleichberechtigte Teilhabe am Bildungssystem gestärkt und damit eine höhere
1638
Chancengerechtigkeit bezüglich des schulischen Erfolgs und der Chancen auf dem Arbeitsmarkt er-
1639
reicht werden. Insbesondere für den Besuch einer Regelschule benötigen diese Kinder und Jugendli-
1640
chen häufig eine Begleitung. Eine Unterstützung kann aber auch beim Besuch einer Förderschule nötig
1641
sein, etwa wenn bei Schülern im Förderschwerpunkt Lernen ausgeprägte Verhaltensauffälligkeiten und
1642
psychische Belastungen hinzukommen, die den Erfolg der schulischen Bildung und den Übergang in
1643
Ausbildung und Beruf gefährden.
1644
Für die individuelle Betreuung und Unterstützung vor allem im pflegerischen Bereich (z. B. Führen der
1645
Hand, Begleitung bei lebenspraktischen Verrichtungen) stehen z. T. Integrationshelfer/Einzelfallhelfer
1646
gem. SGB VIII bzw. SGB XII zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es eine Unterstützung durch eine
Lehrkraft im Unterricht. Diese bestehenden Maßnahmen sind oft nicht ausreichend, um
1647
mehr Kindern
1648
und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf bzw. einer Behinderung den Besuch einer
1649
Regelschule zu ermöglichen, da je nach Intensität des Unterstützungsbedarfs eine umfangreichere Be-
1650
gleitung notwendig ist, eine chancengerechte Entwicklung im schulischen Umfeld zu ermöglichen. Diese
1651
Unterstützung kann nicht im originären Aufgabenbereich von Schule oder bei den Jugend- und Sozial-
1652
ämtern verortet werden. Daher soll zusätzlich zu den bestehenden staatlichen Maßnahmen eine ergän-
1653
zende Hilfe durch spezielles Personal erbracht werden, das über eine geeignete grundständige Quali-
1654
fikation, z. B. als Erzieher oder Heilerziehungspfleger, verfügt. Aufgabe dieses Personals soll auch die
1655
Unterstützung der Lehrkraft bei der gezielten Förderung von Schülern im Unterricht - insbesondere bei
1656
inklusiv ausgerichteten Angeboten sein, etwa durch Begleitmaßnahmen zur Förderung des individuellen
1657
Lernens. Daneben soll dieses Personal auch präventiv dem Entstehen von sonderpädagogischem För-
1658
derbedarf entgegenwirken. Damit soll insbesondere an Regelschulen, bei besonders erschwerten Vo-
1659
raussetzungen bei den Schülern aber auch an Förderschulen mit dem Ziel eines Besuchs einer Regel-
1660
schule, eine erfolgreiche schulische Bildung unterstützt werden. Aufgaben von Lehrkräften werden da-
1661
mit nicht ersetzt. Die Maßnahme soll insbesondere an Schwerpunktschulen umgesetzt werden. Durch
1662
die Schwerpunktschulen soll gewährleistet werden, dass ein regional ausgeglichenes, zumutbar er-
1663
reichbares schulisches Angebot für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf bzw. mit Behinde-
1664
rung gewährleistet wird. Es kommen Schulen in Betracht, an denen Kinder und Jugendliche mit ent-
1665
sprechendem Unterstützungsbedarf lernen und in denen spezifische Qualifikationen für die integrative
1666
Förderung von Schülern mit bestimmten sonderpädagogischen Förderbedarfen gegeben sind.
1667
Mit Vorhaben wie den Schülercamps, werden Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten unter-
1668
stützt. In außerschulischen Vorhaben werden zur Verringerung der Lernschwierigkeiten die Erhöhung
1669
der Lernmotivation sowie die Vermittlung von Lerntechniken und Lerninhalten Bestandteil sein.
1670
Darüber hinaus werden Vorhaben durchgeführt, die abschlussgefährdeten Schülerinnen und Schülern
1671
im Sinne eines stärkeren Lernens an Praxislernorten die Möglichkeit geben, eine berufliche Perspektive

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Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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1672
zu erkennen und sie auf diesem Wege motivieren, einen Schulabschluss anzustreben. Die Schülerinnen
1673
und Schüler werden außerhalb der Schule an Praxislernorten, wie zum Beispiel in Unternehmen, ihre
1674
Fähigkeiten und Fertigkeiten erweitern, um einen Hauptschulabschluss zu erlangen. Damit sollen an-
1675
dere Wege zum Schulabschluss beschritten werden als im regulären Schulsystem vorgesehen sind.
1676
1677
Die im Rahmen des Bundes-ESF-Programms geplanten Maßnahmen konzentrieren sich auf leistungs-
1678
schwächere Haupt- und Förderschüler, die Schwierigkeiten haben, einen Haupt- bzw. Förderschulab-
1679
schluss zu erreichen und/oder Probleme beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung haben.
1680
Ziel dieser Maßnahmen sind das Erreichen des Schulabschlusses, die Verbesserung der Berufsorien-
1681
tierung (Zwischenziele) und die Aufnahme einer Berufsausbildung (Hauptziel) sowie die Stabilisierung
1682
des Berufsausbildungsverhältnisses durch eine langfristige, intensive individuelle Betreuung.
1683
Die aus dem Landes-ESF geplanten Maßnahmen konzentrieren sich auf Gruppenmaßnahmen außer-
1684
halb des regulären Unterrichts zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Lernschwierigkei-
1685
ten und die Assistenz der Lehrkraft bzw. Unterstützung beim Lernen im Zusammenhang mit Inklusion.
1686
Spezifisches Ziel C.2: Berufsorientierung von Jugendlichen verbessern
1687
Handlungsoption: Verbesserung der Berufsorientierung von Jugendlichen der Sekundarstufe I
1688
Um Kompetenzen für die Berufswahl zu vermitteln und so die Zahl der Ausbildungsabbrüche zu verrin-
1689
gern sowie Brüche im Lebenslauf zu vermeiden, werden Vorhaben durchgeführt, die den Jugendlichen
1690
Anforderungen und Möglichkeiten der Berufe praxisnah vermitteln. Dies ist notwendig, da die Unterneh-
1691
men im Rahmen der Evaluierung des Förderzeitraumes 2007 –2013 als wichtigsten Grund für Ausbil-
1692
dungsabbrüche unrealistische Vorstellungen seitens der Auszubildenden zum Berufsbild, zu den wahr-
1693
zunehmenden Aufgaben sowie zu Arbeitsbelastung und -zeiten angegeben haben. Sachsen weist dabei
1694
eine überdurchschnittlich hohe Quote von Ausbildungsabbrüchen auf. Seitens der Bundesagentur für
1695
Arbeit werden Maßnahmen zur Berufsorientierung teilweise finanziert. Zur Unterstützung der Berufsori-
1696
entierung ist aber eine ergänzende ESF-Finanzierung notwendig.
1697
Durch die Evaluierung wurde ebenfalls festgestellt, dass durch die Vorhaben zur Berufsorientierung
1698
sowohl aus Sicht der Träger als auch der Teilnehmenden die Berufswahlkompetenz bei den Schülerin-
1699 nen und Schülern verbessert wurde und dadurch Ausbildungsabbrüchen entgegengewirkt werden
1700
konnte. Vermittelt wurden sowohl Anforderungen und Möglichkeiten des Arbeitsmarktes als auch rea-
1701
listische Vorstellungen bestimmter Ausbildungsberufe. Daher sollen die Vorhaben der Berufsorientie-
1702
rung fortgesetzt werden, in denen die Schülerinnen und Schüler über Anforderungen der Berufsbilder
1703
und regionale Bedarfe informiert werden und sich praktisch ausprobieren können. Damit trägt die För-
1704
derung zu einem schnelleren qualifizierten Berufseinstieg bei. Sie soll sich auf Förderschulen und Ober-
1705
schulen konzentrieren, da hier die größte Gefahr eines Bruchs in der Ausbildungs- und Erwerbsbiogra-
1706
phie besteht.
1707
Die Berufsorientierung und die Berufsvorbereitung sollen ab Sekundarstufe I auch durch den Einsatz
1708
von Praxisberatern an Oberschulen systematisiert und intensiviert werden. Dabei werden Oberschulen
1709
ausgewählt, die einen entsprechenden Bedarf aufweisen und mit einem schulspezifischen Konzept un-
1710
tersetzen, welche Entwicklungsfortschritte der Einsatz eines Praxisberaters bewirken würde. Mit dem

image
Operationelles Programm des Freistaates Sachsen für
den ESF im Förderzeitraum 2014 – 2020
Prioritätsachsen
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1711
Praxisberater soll ca. ein Drittel der Oberschulen (ca. 100 von 336) in Sachsen erreicht werden. Damit
1712
können die Jugendlichen in ihrer schulischen und zukünftigen beruflichen Entwicklung unterstützt wer-
1713
den.
1714
Die Förderung von schulinternen und schulexternen Berufsorientierungsvorhaben trägt zur Erreichung
1715
des spezifischen Ziels C.2 bei. Die Vorhaben an den Oberschulen berücksichtigen stärker die persönli-
1716
chen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler. Dazu wird durch den Praxisberater die diagnos-
1717
tische Arbeit intensiviert. Für jede Schülerin und jeden Schüler werden die Stärken und Schwächen
1718
ermittelt. Die Ergebnisse des Verfahrens fließen in einen individuellen Entwicklungsplan. Dieser hält alle
1719
Maßnahmen für die Schülerin oder den Schüler fest, die die Fähigkeiten ausbauen und die Schwächen
1720
abbauen helfen. Er ist auf den Einzelnen passgenau ausgerichtet und wird mit Unterstützung der Eltern
1721
umgesetzt. Darüber hinaus sollen durch den Praxisberater zusätzliche Betriebspraktika und Informati-
1722
onsveranstaltungen zur Berufsorientierung durchgeführt, praktische Tätigkeiten durch die Schüler und
1723
Schülerinnen ausprobiert sowie Schülerfirmen zur Stärkung des Unternehmertums und die Erkundung
1724
in Beruflichen Schulzentren und Unternehmen realisiert werden. Weiterhin ist die soziokulturelle Berufs-
1725
orientierung vorgesehen, damit die Schüler und Schülerinnen –insbesondere auch mit Migrationshin-
1726
tergrund –die Bedeutung der sprachlichen Kompetenz und der nonverbalen Kommunikation im Bewer-
1727
bungsprozess erkennen. Gleichzeitig sollen die Vorhaben koordiniert und die Angebotslandschaft in der
1728
Berufsorientierung systematisiert werden. Damit sollen nationale Förderungen verbreitert und unter-
1729
stützt werden. Das Aufgabengebiet des Praxisberaters geht deutlich über die originären Aufgaben der
1730
Schulen hinaus, ebenso werden keine Lehrplaninhalte umgesetzt.
1731
Darüber hinaus sind koordinierende Vorhaben auf Ebene der Landkreise vorgesehen, um durch Bün-
1732
delung und Abstimmung mehr Effizienz sowie Transparenz in der regionalen Beratungs- und Angebots-
1733
struktur zu erreichen. Gefördert werden Aktivitäten, die auf die Schaffung eines auf Dauer angelegten,
1734
regional übergreifenden und klar strukturierten Beratungs- und Unterstützungssystems mit verbindli-
1735
chen Standards zielen. Insbesondere sollen lokale Akteure einbezogen werden, wodurch die Berufsori-
1736
entierung effizienter und nachhaltiger gestaltet werden kann.
1737
Weiterhin sind auch nachhaltige neue Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen zu etablieren.
1738
Darüber hinaus sollen bestehende Kooperationen durch einen Best-Practice-Transfer und durch eine
1739
Verbesserung der Kooperationsstrukturen professionalisiert werden. Zur Durchführung dieser Maßnah