image
image
image
image
image
Bodenlehrpfad Tharandter Wald
Exkursionsführer

Vorwort
Böden sind Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen.
Sie haben wichtige und grundlegende Funktionen im
Naturhaushalt und sind aufgrund vielfältiger Einwirkungen beansprucht und gefährdet. Aus diesem Grund ist die Schaffung
eines Bodenbewusstseins in der Gesellschaft zu einer zentralen Aufgabe von Politik und Wissenschaft geworden.
Der Bodenlehrpfad Tharandter Wald soll am praktischen Beispiel
und in unterhaltsamer Weise grundlegendes Bodenwissen in
Bezug auf seine Entstehung und Vielfalt sowie seine unmittelbaren Beziehungen zur Pflanzenwelt und zu menschlichen
Aktivitäten vermitteln. Sechs Bodenprofilgruben und neun Schau- und Erklärungstafeln des Lehrpfades zeigen den
interessierten Besuchern die Vielfalt der Böden auf engem Raum, erzählen über Landschaft und Geschichte und weisen auf
nutzungsbedingte Boden- sowie Landschaftsveränderungen hin.
Dem Besucher wird empfohlen, die ausgewiesenen Standorte in der vorgegebenen
Reihenfolge aufzusuchen, da neun Info-
Tafeln mit ihren fachlichen Darlegungen auch eine für sich betrachtete Einheit bilden. Die Länge des Pfades beträgt circa
1,2 km. Für eine eingehende Betrachtung sollte man etwa 75 Minuten einplanen.
Der Bodenlehrpfad Tharandter Wald entstand
auf Initiative des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und
Geologie (LfULG) und des Instituts für Bodenkunde und Standortlehre der TU Dresden in Zusammenarbeit mit dem
Staatsbetrieb Sachsenforst (Forstbezirk Bärenfels). Im Sommer 2009 wurde er festlich eröffnet.
Norbert Eichkorn
Präsident des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Inhalt
1 Einleitung
2
2
Der Bodenlehrpfad
4
2.1 Einführung
4
2.1.1
Was ist Boden?
4
2.1.2 Bodensystematisierung
5
2.2
Tafel 0 – Herzlich Willkommen
9
2.3
Tafel 1 – Ein vom Grundwasser beeinflusster Boden
10
2.4
Tafel 2 – Ein Boden mit Stauwasser
42
2.5
Tafel 3 – Ein Boden aus Lößlehm
14
2.6
Tafel 4 – Ein nährstoffarmer Boden
20
2.7
Tafel 5 – Ein Boden als sichtbarer Zeuge der Eiszeit
24
2.8
Tafel 6 – Boden und nachhaltige Landnutzung
27
2.9
Tafel 7 – Ein nährstoffreicher Boden
28
3
Fachdatenteil
31
3.1 Profil 01
31
3.2 Profil 02
33
3.3 Profil 03
36
3.4 Profil 04
39
3.5 Profil 05
41
3.6 Profil 06
44
4
Schrifttum
46
5
Glossar der Fachbegriffe
52
A
Anlage
54
A.1
Geschichte des Exkursionsgebietes
54
A.1.1 Verwaltungsgeschichte
54
A.1.2 Allgemeine Geschichte
57
A.2 Exkursionsgebiet
67
A.2.1 Lage
67
A. 2.1.1 Naturräumliche Lage
67
A.2.1.2 Politische und forstadministrative
Lage
69
A:2.2 Geologie
70
A.2.3 Klima und Klimawandel
81
A.2.4 Vegetation
91
A.2.4.2 Heutige Vegetation
94
A.2.4.3 Vegetationsentwicklung
95
Abkürzungsverzeichnis
97
1

image
2
1
Einleitung
Der vorliegende Exkursionsführer des Boden-
lehrpfades Tharandter Wald wendet sich an
Schüler, Lehrlinge, Studenten und interessierte
Bürger. Für die Lektüre dieses Heftes wird
dabei kein bodenkundliches Fachwissen vor-
ausgesetzt, vielmehr soll durch die Beschäfti-
gung mit dem Boden, am praktischen Beispiel
und in unterhaltsamer Weise, ein entsprechen-
des Bodenbewusstsein geschaffen werden.
Dadurch soll der Boden als Umweltmedium,
ähnlich wie Luft und Wassers begriffen und als
einzigartiger, vierdimensionaler Raum wahrge-
nommen werden. Gleichzeitig gilt es ein grund-
legendes Bodenwissen zu vermitteln und zur
Weiterbeschäftigung mit dem Stoffgebiet zu
motivieren. Im Exkursionsführer werden des-
halb die wichtigsten Begriffe der Bodenkunde
sowie die bedeutendsten Bodentypen mit ihren
Eigenschaften, ihrer Entwicklung und Wech-
selwirkungen innerhalb des Ökosystems vorge-
stellt und erklärt.
Um eine Brücke von der Landschaft zum Boden
zu schaffen, wurde der Exkursionsführer in zwei
große Abschnitte gegliedert. Der erste Teil
beschäftigt sich in zusammenhängender Dar-
stellung mit dem weiteren Exkursionsgebiet
Tharandter Wald, wobei auf Lage, Geologie,
Klima und Vegetation näher eingegangen wird.
Dies soll gerade die zahlreichen heimatkundlich
und allgemeinwissensinteressierten Bürger an
den Lehrpfad und das oft noch recht unbekann-
te Thema Boden heranführen.
Der zweite Teil beschäftigt sich, auf den ersten
Teil aufbauend, näher mit den einzelnen Exkur-
sionspunkten. Er ist dazu gedacht an den Bo-
dengruben des Lehrpfades gelesen und nach-
vollzogen zu werden. Eingefügtes Bildmaterial
erlaubt aber auch ein Heimstudium.
Für den bodenkundlichen Experten ist zusätz-
lich ein Fachdatenteil angehängt, der die wich-
tigsten Ansprache- und Analyseergebnisse
tabellarisch zusammenfasst. Dies soll als Da-
tengrundlage für eigene Fachexkursionen zum
Lehrpfad und ggf. für weitere, eigene Untersu-
chungen an den Profilen dienen. Die Tabellen
können aber gleichzeitig auch dem Laien die-
nen, um den Bodenaufbau an den einzelnen
Gruben in Kurzform nachzuvollziehen.
Die
Erreichbarkeit
des Bodenlehrpfades ist
von Freiberg kommend über die Bundesstraße
173 in Richtung Dresden und ab Naundorf über
die Staatsstraße 194 in Richtung Tharandt
gegeben. Von Dresden aus ist der Lehrpfad
über Freital und Tharandt kommend, ebenfalls
über die Staatstraße 194, in Richtung Freiberg,
zu erreichen. Eine Parkmöglichkeit bietet sich,
von Freiberg gesehen, hinter, von Dresden
gesehen, vor Grillenburg, am sog. Zigeuner-
platz, der sich direkt an der Staatsstraße befin-
det. Von hier aus kann man, entlang des as-
phaltierten Waldweges Richtung Spechtshau-
sen und Kurort Hartha, in fünf Minuten zum
Lehrpfad gelangen.
Abb. 0:
Anfahrtsskizze

3
Der Lehrpfad selbst besteht aus sechs begeh-
baren, rechteckigen Bodengruben, die über
einen Meter tief sein können. Dabei ist es nach
Niederschlägen, oder im Frühjahr möglich, dass
Wasser den Grund der Gruben bedeckt. Es ist
deshalb empfehlenswert festes, möglichst was-
serdichtes Schuhwerk zu tragen. Da die Bo-
denaufschlüsse darüber hinaus sehr stark den
Witterungseinflüssen ausgesetzt sind und an
der Oberfläche schnell von Algen besiedelt
werden, ist es sehr vorteilhaft zusätzlich einen
kleinen Spaten oder eine Spachtel mitzuführen,
um die Profilwände nochmals wenige Millimeter
abzustechen bzw. abzukratzen. Dadurch offen-
baren sich die Bodenmerkmale wesentlich
deutlicher. Man sollte sich auch nicht scheuen,
Material aus der Profilwand zu entnehmen, um
es besser betrachten zu können. Hinweise
werden an den einzelnen Gruben gegeben.

image
4
2
Der Bodenlehrpfad
2.1 Einführung
2.1.1
Was ist Boden?
Der Planet „Erde“ setzt sich aus der Atmosphä-
re bzw. der Lufthülle, aus der Hydrosphäre bzw.
Wasserhülle und der Lithosphäre bzw. Ge-
steinshülle zusammen. Der gemeinsame
Durchdringungs- und Vermischungsbereich,
dieser drei Sphären, wird als Pedosphäre oder
Bodenhülle bezeichnet. Anders ausgedrückt
kann man auch sagen, dass Boden der lockere
Teil der festen Erdkruste ist, welcher durch die
Atmosphäre, von Wasser und der Biosphäre,
bzw. Lebewelt, beeinflusst, verändert und um-
gestaltet wurde.
Böden erfüllen in der Natur gleichzeitig zahlrei-
che Aufgaben und Funktionen, die auch in
gegenseitiger Konkurrenz zueinander stehen
können. Zuerst haben sie eine
Lebensraum-
funktion
, d.h. sie sind Lebensraum und Le-
bensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Pilze.
Beispielsweise leben im Mittel in einem Kubik-
meter Boden über 110 Millionen Tiere und
tausendmal so viele Pilzindividuen (S
CHACHT-
SCHABEL
et al.
1998). Böden haben aber auch
eine
Produktionsfunktion
, sind sie doch ei-
nerseits Grundlage für die Land- und Forstwirt-
schaft, sowie den Gartenbau, dienen aber auch
als Abbaugebiet von Rohstoffen, wie z.B. San-
den oder Tonen. Böden besitzen darüber hin-
aus auch eine
Filter-, Puffer-, Speicher- und
Umwandlungsfunktion
, so filtern sie z.B. das
versickernde Wasser, bevor es ins Grundwas-
ser oder in Oberflächengewässer gelangt, puf-
fern beispielsweise eingetragene Säuren oder
auch Niederschlagsspitzen, und sie speichern
CO
2
, Wasser aber auch Schadstoffe. Die Bö-
den der im Folgenden vorgestellten Profile
bestehen im Durchschnitt zu 40 % aus Poren,
d.h. es könnten theoretisch in einem Kubikme-
ter Boden 400 Liter Wasser gespeichert wer-
den. Manche struktur- und humusreichen Bö-
den können sogar bis zu 70 % aus Poren be-
stehen. Böden haben zusätzlich noch eine
Archiv- und Kulturfunktion
, denn sie können
einerseits natürliche Prozesse und Verände-
rungen dokumentieren, z.B. Klimaänderungen
der Vergangenheit, geben aber auch Auskunft
über ehemalige menschliche Nutzung und
Beeinflussung und sind Lagerungsort von Kul-
turobjekten vergangener Zeiten. Gleichzeitig
sind sie auch heute noch Teil des lebendigen
Brauchtums verschiedener Völker und dienen
insbesondere als Baugrund und damit der
menschlichen Kulturschöpfung.
Böden entwickeln sich unter dem Einfluss von
Klima, Wasser und Lebewesen aus Gestein
und abgestorbener, organischer Substanz.
Bodenbildungsvorgänge stellen zum einen die
physikalische und chemische
Verwitterung
des
Gesteins und der Minerale, wie auch die
Mine-
ralneubildung
dar. Zum anderen kommt es
aber auch zur
Humusbildung
, d.h. zur bio-
chemischen und mikrobiellen Zersetzung und
Verwesung organischer Substanz, wodurch der
sog. Humus (lat. Erde), ein dunkelfarbenes
Gemisch niedrigmolekularer, leichtlöslicher,
organischer Verbindungen, entsteht. Der Hu-
mus kann anschließend, durch die enzymati-
sche Tätigkeit von Bakterien und
besonders von Pilzen, in
Huminstoffe umgewandelt werden.
Je nach Löslichkeit werden diese in
Humine, Huminsäuren und
Fulvosäuren untergliedert.
Huminstoffe können im Boden eine
Verweildauer von bis zu 4000
Jahren haben (G
ISI
et al.
1990).
Man bezeichnet diese Neubildung
stabiler, organischer
Komplexverbindungen als
Humifizierung
. Der Humus, als
Gemisch organischer Verbindun-
gen, kann aber gleichsam durch
Mikroorganismen zu anorganischen
Stoffen abgebaut werden, man
spricht dann von der
Mineralisation
. Die, durch
vorstehende Prozesse gebildeten
Bodenpartikel können nun, durch
Bodenab- und -auftrag,
mechanische Vermengung und Transport mit
dem Sickerwasser, verlagert und durchmischt
werden.
Abb. 1:
Horizontgliederung, nach AG BODEN (2005)

5
Anschließend kommt es durch die Anordnung
und eventueller Verbindung der einzelnen Bo-
denteilchen zur Bildung des
Bodengefüges.
Nach der bodenkundlichen Kartieranleitung
(A
D-HOC-AG BODEN 2005) wird zunächst nach
Grundgefügen und
Aggregat
gefügen unter-
schieden. Bei den Grundgefügen bilden die
einzelnen Bodenpartikel die Gefügestruktur.
Man untergliedert sie weiter in Einzelkorngefü-
ge, wo die Bodenteilchen lose vorliegen, z.B.
bei Sandböden, in Kohärentgefüge, dabei bil-
den die Bodenteilchen eine nicht gegliederte,
zusammenhaftende Masse, welche z.B. durch
hohen Druck von oben zusammengepresst
wurde, und in Kittgefüge, wo die einzelnen
Bodenteilchen durch eine Kittsubstanz, z.B.
Mangan- und Eisenverbindungen oder Karbo-
nat, verbunden sind. Bei den Aggregatgefügen
haben sich die Partikel zu größeren Einheiten,
den Aggregaten, zusammengeschlossen, wel-
che wiederum, je nach Entstehung, in spezifi-
schen Formen vorliegen. Man untergliedert die
Aggregatgefüge wiederum in Makrogrobgefüge,
Makrofeingefüge und Gefügefragmente. Erste-
re, bei denen die kleinste Achse immer noch
größer als 50 mm ist, werden in Rissgefüge, mit
groben prismenförmigen Aggregaten, in Säu-
lengefüge mit säulenförmigen Aggregaten, und
Schichtgefüge mit plattigen Aggregaten unter-
teilt. Die Makrofeingefüge, mit Querachsen
unter 50 mm, werden in Krümelgefüge, mit
gleichmäßigen rundlichen Aggregaten, in Sub-
polyedergefüge mit mehreckigen, unregelmäßi-
gen, stumpfkantigen Aggregaten, in Polyeder-
gefüge mit mehreckigen, regelmäßigen, scharf-
kantigen Aggregaten, in Prismengefüge, mit
senkrechten Prismen und in Plattengefüge mit,
durch anthropogene Verdichtung, plattigen
Aggregaten gegliedert. Gefügefragmente wer-
den in Rollaggregate, Bröckel- und Klumpenge-
füge eingeteilt. Die Aggregate entstehen zu-
meist durch wiederholte Schrumpfungs- und
Quellungsprozesse, oder das Gefrieren und
Auftauen, mit einhergehender Rissbildung aus
den Kohärent- und Kittgefügen, Krümelgefüge
entwickeln sich durch Ausscheiden von Re-
genwurmlosung, das Plattengefüge und die
Gefügefragmente durch den menschlichen
Einfluss bzw. den Technikeinsatz.
2.1.2 Bodensystematisierung
Der Boden überzieht die gesamte Gesteinshül-
le, mit Ausnahme von Orten, wo das Gestein
direkt zutage tritt, in einer millimeter- bis meter-
dicken Schicht. Je nach Gestein und Umwelt-
einflüssen entstehen dabei, flächig betrachtet,
Unterschiede innerhalb dieser Schicht („Haut“),
wobei jedoch nur selten klare Grenzen zwi-
schen diesen verschiedenen Ausprägungen
existieren. Vielmehr findet ein langsamer, glei-
tender Übergang der Eigenschaften statt. Verti-
kal betrachtet kommt es jedoch immer zu einer
typischen, abgrenzbaren Schichtung, welche
mehr oder weniger parallel zur Bodenoberflä-
chen verläuft.
Organische Horizonte
H
Torf
L
nicht und wenig zersetzter Pflanzenreste (L von
englisch litter = Streu
O
stärker zersetzter
Mineralische Horizonte
A
Oberbodenhorizont mit Anreicherung v. org.
Substanz o. Verarmung an mineralischen Sub-
stanz o. Humus.
B
Unterbodenhorizont m. gegenüber dem Aus-
gangsgestein veränderten Mineralbestand
C
Untergrundhorizont aus angewitterten oder ver-
witterten Gestein
G
Unterbodenhorizont mit Grundwassereinfluss.
M
Unterbodenhorizont aus urch Wasser oder Wind
umgelagerten Material.
S
Unterbodenhorizont mit Stauwassereinfluss
T
Unterbodenhorizont aus dem Lösungsrückstand
von Karbonatgesteinen.
Vorangestellte Kleinbuchstaben für geogene und
anthropogene Merkmale
a
Audynamik, kombinierbar mit A, C, G, S
c
karbonatisch, kombinierbar mit C, G, S
f
ossil, kombinierbar mit O, A, B, G, S, T
l
ocker und grabbar, kominierbar mit C
m
massiv und nicht grabbar, kombinierbar mit C
r
reliktisch, kombinierbar mit A, B, G, S, T
Nachgestellte Kleinbuchstaben für Horizont-
merkmale
a
anmoorig, kombinierbar mit A
b
gebändert, kombinierbar mit B, C
c
Sekundärkarbonat, kombi. m. A, B, C, G, M, S, T
d
verdichtet, stauend, kombinierbar mit S
e
ausgewaschen, sauergebleicht, kombi. m. A
f
vermodert , kombinierbar mit O
h
humos; kombinierbar mit O, A, B, G
i i
U
nitial bzw. beginnend, kombinierbar mit A
l
U
l
U
essiviert bzw. tonverarmt; kombi. m. A
n
n
U
eu bzw. unverwittert; kombinierbar mit C
o
U
o
U
xidiert bzw.sauerstoffbeeinflusst, kombi. m. G
p
ge
U
p
U
flügt kombinierbar mit A
r
r
U
eduziert; kombinierbar mit G S
s
sesquioxidangereichert, kombinierbar mit B, G
t
U
t
U
onangereichert; kombinierbar mit B, C
v
v
U
erwittert, verbraunt, verlehmt; kombi. mit B, C
w
stauwasserleitend; kombinierbar mit S
x
biogen gemi
U
x
U
t; kombinierbar mit A
Der Boden wird, in seiner vertikalen Abfolge, je
nach Eigenschaften und Prozessen, welche die
Eigenschaften verursachten, in sog.
Horizont
e
untergliedert. Man unterteilt zunächst in organi-
sche Horizonte und mineralische Horizonte. Die
Abb. 2:
Horizontsymbole, Auswahl nach AG BO-
DEN
(2005)

6
organischen Horizonte haben dabei einen Mas-
seanteil von über 30 % an organischer Sub-
stanz und bilden u.a. die sog. Humusauflage.
Die mineralischen Horizonte werden wiederum
in mineralische Oberbodenhorizonte, welche
unter den organischen Horizonten anschließen,
in mineralische Unterbodenhorizonte und in
mineralische Untergrundhorizonte untergliedert
(siehe Abbildung 1). Die Horizonte werden
dabei mit Großbuchstaben benannt, eine Über-
sicht gibt Abbildung 2. Beispielsweise ist der
mineralische Oberbodenhorizont stets ein A-
Horizont, der Untergrundhorizont ein C-
Horizont. Den Großbuchstaben können noch
Kleinbuchstaben vorangestellt sein, welche
geogene, bzw. erdbürtige, und durch den Men-
schen verursachte Merkmale beschreiben.
Außerdem können ein bis mehrere Kleinbuch-
staben nachgestellt sein, welche die typischen
Merkmale des jeweiligen Horizontes ausdrü-
cken, z.B. Bhv ein verwitterter, verbraunter
Horizont (v) mit erkennbarer Humusanreiche-
rung (h), wobei die bestimmendere Eigenschaft
stets hinten steht, im Beispiel das v (Abbildung
2).
Die so gebildeten Horizontsymbole können
jedoch auch kombiniert werden, denn in der
Natur kommt es zur Ausbildung zahlreicher
Übergänge zwischen den definierten Horizon-
ten. Ein solcher Übergangshorizont, der somit
die Merkmale zweier oder maximal dreier Hori-
zonte trägt, wird aus den Symbolen der einzel-
nen Horizonte gebildet, die mittels eines
Bindestrichs verbunden sind, z.B. wird aus Sw
und Bhv Sw-Bhv, ein verwitterter, verbraunter,
humusangereicherter Horizont (Bhv) der in
geringem Umfang auch die Merkmale eines
Stauwasserhorizontes (Sw) aufweist. Das wich-
tigere, bestimmendere Horizontsymbol steht
dabei wieder an letzter Stelle. Durchdringen
sich die beiden Horizonte in ihren Merkmalen
nicht, liegen aber dennoch im gleichen Bereich
vor, so spricht man von einem Verzahnungsho-
rizont. Die Symbole werden dabei mit einem
Pluszeichen verbunden, z.B. Bbt+Sd, in diesem
Fall ein wasserstauender Horizont (Sd), dem
einzelne Tonbänder (t für Ton, b für Bänder)
zwischen gelagert sind, ohne dass sie in den
Sd-Horizont übergehen. Den Horizonten wird
darüber hinaus, sofern sie sich aus unter-
schiedlichen geologischen Substrat entwickelt
haben, eine römische Ziffer vorgestellt, wobei
erst bei Ziffer II begonnen wird, da das erste
Material nicht speziell gekennzeichnet wird. Die
Mächtigkeit eines Horizonts sollte niemals grö-
ßer als 40 cm sein. In der Fläche wiederum
werden, je nach der typischen, charakteristi-
schen Abfolge und Ausprägung der Horizonte,
verschiedenen
Bodentyp
en abgegrenzt (Abbil-
dung 3).
Symbol Bodentyp Horizontierung
Klasse: Terrestrische Rohböden
OO Syrosem Ai/mC
OL Lockersyrosem Ai/lC
Klasse: Ah/C-Böden
RN Ranker Ah/imC
Klasse: Schwarzerden
TT Schwarzerde Axh/Axh+lC/C
Klasse: Braunerden
BB Braunerde Ah/Bv/C
Klasse. Tonverlagerungsböden (Lessivés)
LL Parabraunerde Ah/Al/Bt/C
Klasse: Podsole (Bleicherden)
PP Podsole Ahe/Ae/Bh/Bs/C
Klasse: Kalksteinböden (Terrae calcis)
CF Terra fusca Ah/Tv/cC
Klasse: Stauwasserböden
SS Pseudogley Ah/Sw/Sd
SG Stagnogley Sw-Ah/Srw/Srd
Klasse: Anthropogene Böden
YK Kolluvisol Ah/M/II…
Klasse. Auenböden
AB Vega aAh/aM/IIaG
Klasse: Gleye
GG Gley Ah/Go/Gr
Vorangestellte Kurzzeichen f. Varietäts- u. Subva-
rietätsmerkmale
e erodiert
g2
flach vergleyt d.h. G-Horiz. tiefer als 80 cm
g3
tief vergleyt d.h. G-Horiz. tiefer als 130 cm
p2
schwach podsolig, Aeh-Horizont vorhanden
p3
mäßig podsolig, Ahe-Horizont vorhanden
p4 stark podsolig,Ahe+Ae-Horizonte vorhanden
l
lessiviert d.h. sehr schwache Tonverlagerung
r reliktisch
s1
flach pseudovergleyt d.h. S-Horiz. tiefer als
80 cm
s2
tief pseudovergleyt d.h. S-Horiz. tiefer als 130
cm
v
beackert, Ap-Horizont vorhanden
Nachgestellte Kurzzeichen für Bodensubtypsbe-
zeichnungen
a Auen-
d Bänder-
h Humus-
l Locker-
n Norm-
s Sauer
Abb. 3:
Bodensystematik u. Symbolik, Auswahl
nach AG
BODEN (2005)
Als bekanntestes Beispiel eines Bodentyps gilt
sicher die Braunerde, mit der typischen Hori-
zontabfolge Ah/Bv/C. Die Bodentypen können
ebenfalls mit Buchstaben verschlüsselt werden,
siehe Abbildung 3. Da jedoch die Bodentypen
eine überaus große Vielfalt aufweisen, wie auch
keine eindeutigen, scharfen Grenzen zu den
benachbarten Bodentypen bilden, sondern in
mannigfaltiger Weise ineinander übergehen,
werden sie, je nach Grad des Übergangs, wei-

7
ter in Subtypen untergliedert. Es gibt dabei
einmal den Normsubtyp, d.h. er entspricht dem
klassischen Bodentyp, z.B. Normbraunerde,
abgekürzt BBn, mit der Horizontierung Ah/Bv/C,
weiterhin gibt es Abweichungssubtypen, welche
zwar alle charakteristischen Horizonte aufwei-
sen, die dennoch etwas verändert sein können,
als Beispiel kann die Humusbraunerde (BBh)
gelten, mit der Horizontabfolge Ah/Ah-Bv/Bv/C,
die sich durch den eingeschalteten Ah-Bv,
dessen Unterkante mindestens 40 cm tief lie-
gen muss, von der Normbraunerde unterschei-
det. Norm- und Abweichungssubtypen werden
durch Kleinbuchstaben, welche nach der Groß-
buchstabenkombination des Bodentyps stehen,
symbolisiert und als substantivische Ergänzung
vor den Namen gestellt (siehe Abbildung 27).
Darüber hinaus gibt es Mischungen von Boden-
typen, welche als Übergangssubtypen bezeich-
net werden. Bei diesen werde im Regelfall zwei,
bei Beinhaltung hydromorpher Subbodentypen,
z.B. Gleye oder Pseudogley, auch drei, Boden-
typensymbole mit einander verknüpft, in dem
sie mit einem Bindestrich verbunden werden.
Das Bestimmende, Dominierende steht aber-
mals an letzter Stelle. Als Beispiel sei eine
Pseudogley-Braunerde (SS-BB) genannt. Unter
einem Bodenabschnitt mit den Merkmalen einer
Braunerde liegt ein Abschnitt mit Pseudogley-
merkmalen. Es kommt somit eine Kombination
von Braunerde (BB) und Pseudogley (SS) in
Betracht. Nach der Kartieranleitung (A
D-HOC-
AG
BODEN 2005) ist jedoch die Verbraunung, da
sie tiefer als 40 cm reicht, bedeutender als die
Pseudovergleyung im Untergrund, weshalb der
Subbodentyp den Braunerden zugeordnet wird,
BB steht deshalb an hinterer Stelle, SS an
vorderer.
Zusätzliche, untergeordnete Merkmale der
Subbodentypen lassen sich durch weitere Un-
tergliederung in Varietäten erreichen, dabei
wird dem Subbodentyp ein Kleinbuchstabe
vorangestellt, welcher die jeweilige Eigenschaft
zum Ausdruck bringt und adjektivisch dem
Namen ergänzt wird, z.B. pSS-BB podsolige
Pseudogley-Braunerde. Werden mehrere sol-
cher Symbole vorangestellt, so werden sie
mittels eines Punktes getrennt, z.B. s.pBB
pseudovergleyte, podsolige Braunerde. Möchte
man zusätzlich noch eine quantitative Wertung
der Eigenschaften ergänzen, so geschieht dies
durch eine, den Buchstaben ergänzende, Ziffer,
z.B. p2SS-BB, schwach podsolige Pseudogley-
Braunerde. Bei einem solchen Vorgehen spricht
man dann bereits von Subvarietäten. Bodenty-
pen können jedoch auch zu Klassen, und diese
zu Abteilungen, zusammengefasst werden.
Ein anderer bzw. weiterer Weg Böden zu sys-
tematisieren ist es, sich die Teilchen bzw. Kör-
ner des Bodens horizontweise zu betrachten.
Je nach Größe werden die Körner zu
Kornfrak-
tionen
, welche einen bestimmten Größenbe-
reich umfassen, geordnet. Dabei wird in Fein-
und Grobbodenfraktionen unterschieden (Ab-
bildung 4). In einem weiteren Schritt kann nun
das Mischungsverhältnis dieser Kornfraktionen
systematisiert werden, was als
Bodenart
en
bezeichnet wird. Eine Übersicht geben die
Abbildungen 5 und 6.
Fraktion Unterfraktion Kurz-
zeichen
Durchmesser
in mm
Feinboden
Ton T <0,002
Schluff
U
0,002
-
<0,063
Feinschluff
fU
0,002
-
<0,0063
Mittelschluff
mU
0,0063 - <0,02
Grobschluff
gU
0,02
-
<0,063
Sand
S
0,063 - <2,0
Feinsand
fS
0,063 - <0,2
Mittelsand
mS
0,2 - <0,63
Grobsand
gS
0,63 - <2,0
Grobboden (kantig)
Grus
Gr
2,0 – <63,0
Feingrus
fGr
2,0 - <6,3
Mittelgrus
mGr
6,3 - <20,0
Grobgrus
gGr
20,0 - <63,0
Schutt
X
≥63,0
kantige Steine
fX
63,0 - <200,0
kantige Blöcke
mX
200,0 - <630,0
k. Großblöcke
gX
≥630,0
Grobboden (gerundet)
Kies
G
2,0 – 63,0
Feinkies
fG
2,0 – <6,3
Mittelkies
mG
6,3 - <20,0
Grobkies
gG
20,0 - <63,0
Geröll
O ≥63,0
ger. Steine
fO
63,0 - <200,0
ger. Blöcke
mO
200,0 - <630,0
g. Großblöcke gO ≥630,0
Abb. 4:
Kornfraktionen des Bodens nach AG
BODEN (2005)
So wird nach den Feinbodenartenhauptgruppen
Ton, Schluff, Sand und Lehm, als Gemisch der
Kornfraktionen, unterschieden. Bestimmt wer-
den sie jeweils im Labor. Man kann jedoch
schon im Feld, mit der „Fingerprobe“ eine
Grobbestimmung vornehmen, indem man Ma-
terial aus der Profilwand entnimmt, leicht an-
feuchtet und versucht zu rollen. Zerrieselt das
Substrat handelt es sich um Sand. Zerrieselt es
nicht, lässt sich aber dennoch nicht oder nur
leicht ausrollen ist es Schluff. Kann man das
Material bis ungefähr auf Bleistiftstärke rollen,
bevor es zerbröselt handelt es sich um Lehm
und kann man es gar zu einer langen dünnen
Schnur formen ist es Ton. Die Kombination der
Fein- und Grobbodenartengruppen bzw. -
untergruppen, welche eine Zusammenfassung

8
Feinbodenarten-
Feinbodenarten-
Feinbodenart
Masseprozent
hauptgruppe
gruppe
Ton
Schluff
Sand
Sande s Reinsande ss Reinsand ss 0-5 0-10 85-100
Lehmsande
ls
Schwach schluffiger Sand
Su2
0-5
10-25
70-90
Schwach lehmiger Sand
Sl2
5-8
10-25
67-85
Mittel lehmiger Sand
Sl3
8-12
10-40
48-82
Schwach toniger Sand
St2
5-17
0-10
73-95
Schluffsande
us
Mittel schluffiger Sand
Su3
0-8
25-40
52-75
Starkl schluffiger Sand
Su4
0-8
40-50
42-60
Lehme l Sandlehme sl Schluffig-lehmiger Sand Slu 8-17 40-50 33-52
Stark lehmiger Sand
Sl4
12-17
10-40
43-78
Mittel toniger Sand
St3
17-25
0-15
60-83
Normallehme
ll
Schwach sandiger Lehm
Ls2
17-25
40-50
25-43
Mittel sandiger Lehm
Ls3
17-25
30-40
35-53
Stark sandiger Lehm
Ls4
17-25
15-30
45-68
Schwach toniger Lehm
Lt2
25-35
30-50
15-45
Tonlehme
tl
Sandig-toniger Lehm
Lts
25-45
15-30
25-60
Stark sandiger Ton
Ts4
25-35
0-15
50.75
Mittel sandiger Ton
Ts3
35-45
0-15
40-65
Schluffe u Sandschluffe su Reiner Schluff Uu 0-5 80-100 0-20
Sandiger Schluff
Us
0-8
50-80
12-50
Lehmschluffe
lu
Schwach toniger Schluff
Ut2
8-12
65-92
0-27
Mittel toniger Schluff
Ut3
12-17
65-88
0.23
Sandig-lehmiger Schluff
Uls
8-17
50-65
18-42
Tonschluffe
tu
Stark toniger Schluff
Ut4
17-25
65-83
0-18
Schluffiger Lehm
Lu
17-30
50-65
5-33
Tone
t
Schlufftone
ut
Mittel toniger Lehm
Lt3
35-45
30-50
5-35
Mittel schluffiger Ton
Tu3
30-45
50-65
0-20
Stark schluffiger Ton
Tu4
25-35
65-75
0-10
Lehmtone
lt
Schwach sandiger Ton
Ts2
45-65
0-15
20-55
Lehmiger Ton
Tl
45-65
15-30
5-40
Schwach schluffiger Ton
Tu2
45-65
30-55
0-25
Reiner Ton
Tt
65-100
0-35
0-35
Abb. 5:
Feinbodenarten, nach AG BODEN (2005)
der einzelnen Bodenarten darstellen, führt an-
schließend zur Gesamtbodenart. Fügt man zur
Gesamtbodenart noch die Herkunft des Materi-
als hinzu, sowie die Zeit und den Weg der Ent-
stehung, erhält man die Substratart. Da sich bei
der vertikalen Betrachtung von Böden die Sub-
stratarten ändern können, ergibt die typische
Abfolge der Substratarten der einzelnen Hori-
zonte, zusammengefasst für das gesamte Pro-
fil, den
Substrattyp
, welcher feiner in Substrat-
subtypen unterteilt, aber auch zu Substratklas-
sen zusammengefasst werden kann. Die Ver-
bindung der bodensystematischen Einheiten
Bodensubtyp, -varietät oder -subvarietät mit
den substratsystematischen Einheiten Sub-
stratklasse, -typ oder -subtyp ergibt die sog.
Bodenform
, welche in ihrer flächigen Ausdeh-
nung auf Bodenkarten dargestellt wird
.

9
Niveau der Grobbodenart
Volumenprozent
Hauptgruppe Gruppe Untergruppe Kies Geröll Grus Schutt
Skelett
v
Skelett ≥2 mm
Kiese
k
Dominanz gerundetes Skelett 2 - 63
mm
Reinkiese kk ≥75
Geröllkies
wk
50 - <75 25 - <50
Schuttkies
nk
50 - <75
25 - <50
Gruskies
zk
50 - <75
25 - <50
Gruse
zk
Dominanz kantiges Skelett 2 - <63 mm
Reingrus
zz
≥75
Greröllgrus
wz
25 - <50 50 - <75
Schuttgrus
nz
51 - <75 25 - <50
Kiesgrus
kz
25 - <50
52 - <75
Gerölle
w
Dominanz gerundetes Skelett ≥ 63 mm
Reingeröll ww ≥75
Schuttgeröll
nw
50 - <75
25 - <50
Grusgeröll
zw
50 - <75 25 - <50
Kiesgeröll
kw
25 - <50 50 - <75
Schutte
n
Dominanz kantiges Skelett ≥ 63 mm
Reinschutt
nn
≥75
Geröllschutt
wn
25 - <50
50 - <75
Grusschutt zn
25 - <50 50 - <75
Kiesschutt
kw
25 - <50
50 - <75
50 - <75
2.2 Tafel 0 – Herzlich Willkommen
Die erste Station, des 1,2 km langen Lehrpfa-
des, befindet sich am Fuß des Ascherhübels
und dient der Begrüßung und der Einführung in
den Lehrpfadsgegenstand, den Boden. Der
asphaltierte Weg, die sog. Schwarze Straße, an
welcher sich, mit einer Ausnahme, alle Lehr-
pfadstationen befinden, entspricht in etwa dem
alten Pilgerpfad Jacobsweg, der später als
Fürstenweg bezeichnet wurde. Reste des alten
Weges werden später noch links und rechts,
entlang der Straße zu erblicken sein. Dieser
alte Weg stellt die älteste Durchquerung des
Tharandter Waldes dar, und führte ursprünglich
von Grillenburg weiter nach Dohna. Später
wurde er in Richtung Dresden geführt, und
diente insbesondere dem sächsischen Kurfürs-
ten und seinen Hofbeamten, um das Jagd-
schloss Grillenburg von Dresden aus zu errei-
chen oder aber zwischen Freiberg und Dres-
den, den im Mittelalter wichtigsten Residenzen,
zu verkehren. Die Instandhaltung des Weges
unterstand allein dem Hof, während die Pflege
der anderen Wege des Tharandter Waldes den
umliegenden Dörfern oblag. Der Fürstenweg
durfte, aufgrund dieser Sonderstellung, auch
nicht von Händlern für die Durchfahrt des Tha-
randter Waldes benutzt werden. Als Wegebau-
material wurde seit der frühen Neuzeit der ba-
saltähnliche Nephelinit, welcher die Spitze des
Ascherhübels bildet, benutzt. Dieser hat eine
grauschwarze Farbe, ähnlich dem heutigen
Asphalt, weshalb der Weg den Namen
„Schwarze Straße“ erhielt. Auch der Ascherhü-
bel selbst erhielt wahrscheinlich den Namen
von der Farbe des Gesteins, den es erinnerte
an Asche. Eine andere Möglichkeit der Benen-
nung ist, dass in früherer Zeit hier Potasche aus
Holzasche erzeugt wurde und sich der Name
übertragen hat. Auf manchen älteren Karten
findet man anstatt der Bezeichnung Schwarze
Straße auch den Namen Flügelbergweg.
Abb. 6:
Grobbodenarten, nach AG
BODEN (2005)

image
10
Bei dem Nephelinit des Tharandter Waldes
handelt es sich um einen sog. Sonnenbrenner,
welcher sehr leicht verwittert und schnell zer-
fällt, er war daher als Wegebaumaterial unge-
eignet (vgl. Anl. 2.2). Ein weiteres sehr belieb-
tes Wegebaumaterial ist der rötliche Quarz-
porphyr. Dieser wird bis heute überaus häufig
im Tharandter Wald eingesetzt. Unweit der
Waldhäuser, am Mauerhammerweg in Richtung
zu Cottas und Judeichs Grab sind, in kurzen
Abfolge, verschiedene Wegebaumaterialien,
wie Quarzporphyr, Diabas, Granit und Kalk-
stein, verwendet wurden, um in einem verglei-
chenden Versuch die Eigenschaften besser
studieren zu können.
Der Ascherhübel gehört der Kleinlandschaft
Östlicher Tharandter Wald an. Der Talboden
befindet dabei in einer Höhenlage von 330 m ü.
NN, die Spitze des Ascherhübels liegt bei 417
m ü. NN. Die Steigung liegt im Durchschnitt bei
ca. 4°, die Maximalsteigung bei ca. 7°.
Geologisch besteht der Ascherhübel aus
Quarzporphyr, welcher von verschiedenen
Sandsteinen überlagert wird. Dem zu oberst
anstehenden Plänersandstein ist im Tertiär
Nephelinit aufgelaufen, denn der Ascherhübel
ist ein ehemaliger Vulkan. Jegliches Gestein
wurde während der Eiszeiten zusätzlich von
Lößderivat überlagert. In den Bachtälchen wur-
den seit der letzten Eiszeit, d.h. ca. in den letz-
ten 10000 Jahren, Schotter und Feinmaterialien
abgesetzt. Eine Übersicht der Gesteinsvertei-
lung gibt Abbildung 7. Näheres zur Geologie
findet sich in Anl. 2.2.
Die durchschnittlichen Jahresmitteltemperatu-
ren liegen am Ascherhübel bei etwa 7,4 °C, die
jährliche Niederschlagssumme zwischen 800
und 930 mm, wobei in der Vegetationszeit, von
April bis September, zwischen 440 und 530 mm
Niederschlag fallen (vgl. Anl. 2.3).
Linker Hand (westlich) der Schwarzen Straße
befindet sich das Forstrevier Hetzdorf, rechter
Hand (östlich), das Revier Tharandt. Der ge-
samte Ascherhübel, gehört, wie der Großteil
des Tharandter Waldes, zur Gemarkung Gril-
lenburg. Von Osten kommend, südlich der
Staatsstraße 194 folgend, bis zum Zigeuner-
platz und dann nach südsüdwesten abkni-
ckend, befindet sich die Grenze zur Gemarkung
Tharandt. Als nächstes soll die Tafel 1, und
damit das erste Bodenprofil, näher betrachtet
werden.
2.3 Tafel 1 – Ein vom Grundwasser
beeinflusster Boden
Die erste Bodengrube befindet sich in der Aue
des unweit fließenden Warnsdorfer Baches.
Dieses Gewässer entspringt an der Warnsdor-
fer Quelle, in einer Höhe von 366 m ü. NN., am
Fuße des S-Berges und mündet 100 m von der
Bodengrube entfernt, in einer Höhenlage von
332 m ü. NN. in die Triebisch. Von der Quelle
bis zur Mündung ist er 1,9 km lang. Von der
Borschelsbergbrücke der Staatsstraße 194 aus,
kann man ihm bequem entlang des Warnsdor-
fer Weges bis zur Quelle folgen. Nach ca. 500
m des Weges, hin zur Quelle, ergießt sich ent-
Abb. 7:
Geologie des Ascherhübels

image
image
11
lang eines Seitenweges (Warnsdorfer Flügel)
ein kleiner Bach in den Warnsdorfer Bach. An
diesem Bach befand sich einst das Dorf
Warnsdorf, welches jedoch wahrscheinlich
schon im 12. Jh. wieder verlassen wurde. Be-
nannt war es nach dem Lokator des Dorfes
„Werner“, ein Mann aus dem niedern Adel, der
mit eigenem Kapital, wahrscheinlich im Auftrag
der Familie von Strehla, der Burggrafen zu
Nossen, um 1160, Siedler aus Thüringen oder
Franken an diesen Ort führte.
Betrachtet man die Umgebung des Bodenpro-
fils, so fallen zuallererst die ebene Lage und die
lichte Auenvegetation auf. Man findet Schwarz-
erle (
Alnus glutinosa
) sowie Grauerle (
Alnus
incana
) in der Baum-, und flächendeckend
Zittergrassegge (
Carex brizoides
) in der Kraut-
schicht. Es handelt sich um einen naturnahen
Standort mit der potentiell natürlichen Vegetati-
on eines Hainmieren-Schwarzerlen-
Bachwaldes (
Stellario-Alnetum
). Es ist darüber
hinaus Totholz abgestorbener Schwarzpappeln
(
Populus nigra
) zu erblicken, welche in der
Nachkriegszeit gepflanzt wurden und später
durch eine Pilzinfektion abstarben. Das be-
stimmende Element an diesem Standort ist das
Wasser, wie es die Vegetation und der Name
Aue, von indogerm.
awjo
(zum Wasser gehö-
rend), bereits ausdrücken. Im Bodenprofil ist
ebenfalls Wasser zu erkennen, es handelt sich
dabei um Grundwasser. Die Grube wurde des-
halb nach Aufnahme der bodenkundlichen
Merkmale wieder teilweise verfüllt. Das Profil ist
jedoch als Foto auf der Tafel festgehalten.
Bei einem ersten Blick auf die Grubenwand des
vorliegenden Aufschlusses sticht zunächst eine
Zweiteilung ins Auge. Es handelt sich um einen
dunkelbraunen oberen Bereich und einen grau-
braunen bis teilweise rostroten unteren Ab-
schnitt. Zunächst soll der untere Teil Beachtung
finden, denn es handelt sich um einen überla-
gerten Boden. Man erkennt ein sehr dunkel-
graubraunes bis schwarzes Band sowie einen
schmalen Streifen, der als IIfAh-Gor-Horizont
bezeichnet wird. Besonders gut ist es an der
zur Straße zuliegenden Wand zu erkennen.
Darunter folgt ein Horizont der aus bräunlich-
grauen Bleichflecken und rötlichbraunen Rost-
flecken besteht und als IIGor-Horizont bezeich-
net wird. Unterhalb schließt sich ein rotbunter
Schutthorizont, mit nur geringem und deutlich
sandigerem Anteil an Feinmaterial, welches
sich zwischen den Steinen befindet, an. Steine
werden in der Bodenkunde als „Skelett“ des
Bodens bezeichnet. Der Horizont wird als IIIGr-
Horizont ausgeschieden. Das Wasser läuft
gerade in diesem Abschnitt des Profils bestän-
dig wieder zu und steht rasch erneut knapp
unterhalb des schwarzbraunen Bandes, oder
gar höher. Wurzeln finden sich ebenfalls nur bis
in die Höhe des schwarzen Streifens.
Das schwarze Band (IIfAh-Gor-Horizont) stellt
einen alten mineralischen Oberbodenhorizont
unter einer alten verschütteten Bodenoberflä-
che dar. Darunter befinden sich zwei stark vom
Grundwasser beeinflusste Horizonte. Würde
man diesen Bodentyp ohne das darüber la-
gernde Material antreffen, so würde man ihn als
Gley
bezeichnen. Das Wort Gley geht auf das
Abb. 8:
Profil 1, AB-GG

12
sächsische, niederdeutsche, Wort Klei, für
entwässerten Schlick oder Schlamm zurück,
welches wiederum von der indogermanisch
Wortwurzel
glei-
, für kleben und schmieren,
herrührt.
Ein Normgley (Abk. GGn) hat die typische Hori-
zontierung Ah/Go/Gr. Zuoberst steht, wie bei
den meisten Bodentypen, ein Ah-Horizont, ein
mineralischer Oberbodenhorizont, an. Das h
steht für humos, es handelt sich um ein Ge-
misch von Mineralpartikeln und organischer
Substanz, deren Anteil jedoch unter 30 % be-
trägt. Durch den hohen Humusgehalt ist die
Farbe meist dunkelbraun bis schwarz. Der
genaue Anteil der gesamten organischen Sub-
stanz kann näherungsweise aus dem, im Labor
analysierten C
org
-Gehalt des jeweiligen Horizon-
tes (siehe Kap. 3, Fachdatenteil), durch die
Multiplikation mit dem Faktor 1,72, errechnet
werden. Für den vorliegenden fAh-Horizont liegt
der Anteil mit ca. 8 % im stark humosen Be-
reich. Bei rezenten Ah-Horizonten des Lehrpfa-
des liegen die Anteile zwischen 12 und 26 %,
sie sind damit sehr stark bis extrem humos. Der
vorliegende Ah-Horizont ist jedoch ein fossiler
Horizont, was durch das vorgestellte f zum
Ausdruck gebracht wird. Fossil bedeutet, er
wurde unter einer jüngeren Bodenschicht be-
graben und gleichzeitig in seiner Weiterentwick-
lung unterbrochen, da von oben keine Einarbei-
tung organischer Substanz mehr stattfindet. Er
zeigt somit zwar noch die Merkmale eines Ah-
Horizontes, ist jedoch in seiner jetzigen Lage
und Funktion keiner mehr und wird sich lang-
fristig zu einem anderen Horizont entwickeln.
Bei einem Normgley folgt unter dem Ah-
Horizont ein Go-Horizont. Das o steht dabei für
oxidative Verhältnisse, denn der Horizont stellt
den Schwankungsbereich des Grundwas-
sersspiegels dar und ist den überwiegenden
Teil des Jahres belüftet, bzw., insbesondere in
den Grobporen (ø > 10 μm), wasserfrei. Was-
ser steigt jedoch aus dem Grundwasser, als
sog. Kapillarwasser, auf. Dies kann deshalb
geschehen, weil Wasser im Boden nicht, wie
vielfach angenommen, immer von oben nach
unten fließt, sondern sich vielmehr, unter Ener-
giefreisetzung, von Stellen höheren Potenzials
zu Stellen mit niedrigerem Potenzial bewegt,
bis überall im Boden ein Potenzialgleichgewicht
herrscht. Das Potenzial ist dabei ein negatives
Maß für die Arbeit (zumeist in hPa oder cm
Wassersäule), welche notwendig wäre, dem
Boden eine Einheit (Volumen oder Gewicht)
Wasser zu entziehen. Regnet es auf die Bo-
denoberfläche, so herrscht an der Oberfläche
ein höheres Potential, d.h. man bräuchte z.B.
weniger Unterdruck um dem Boden Wasser zu
entziehen, als in tieferen, trockeneren Schich-
ten. Das Wasser selbst bewegt sich deshalb
zum niedrigeren Potenzial hin, welches in den
tieferen Schichten herrscht, wo mehr Unter-
druck zur Wasserentnahme notwendig ist. Um-
gekehrt wandert Wasser aus dem Grundwas-
serbereich in den Mittelporen (ø = 0,2 bis 10
μm) und Feinporen (ø < 0,2 μm) nach oben,
wenn an der Oberfläche ein niedrigeres Poten-
tial herrscht, z.B. durch bereits erfolgte Was-
serentnahme von Pflanzen oder durch Ver-
dunstung. Die Geschwindigkeit der Wasserbe-
wegung kann zwischen einigen Zentimetern
und deutlich weniger als 1 mm pro Tag, je nach
Bodenmaterial und Wassergehalt, liegen. Dabei
ist die Wasserleitfähigkeit umso geringer, je
geringer der Wassergehalt ist und sie ist mit
zunehmender Trockenheit positiv vom Schluff-
sowie negativ vom Tongehalt beeinflusst.
Beim Gley wird nun mit diesem Kapillarwasser
u.a. gelöstes Eisen (Fe
2+
) und Mangan (Mn
2+
)
nach oben transportiert und im Go-Horizont, bei
Luftkontakt, stellenweise zu Fe
3+
, Mn
3+
oder
Mn
4+
oxidiert und in Form von Oxiden und
Hydroxiden, z.B. als FeOOH, Fe
5
HO
8
, Mn
2
O
3
,
MnO
2
, vorzugsweise an den Aggregatoberflä-
chen, angereichert. Dies sorgt für eine rostrote
bis braunschwarze Fleckung, da die Oxidation
von der Porenverteilung, und dem damit ver-
bundenen Sauerstoffzutritt, abhängig ist, wel-
che innerhalb des Horizontes variieren kann.
Gleichzeitig kann es auch zu einer erneuten
Reduktion kommen, die ebenfalls kleinflächig
wechseln kann.
Unter dem Go-Horizont befindet sich beim
Normgley ein Gr-Horizont. Das r steht dabei für
reduzierte Bedingungen, denn in diesem Hori-
zont steht nahezu ganzjährig das Grundwasser.
Durch das reduzierte Mangan und Eisen, sowie
sich bildende Eisensulfidverbindungen, welche
man auch deutlich riechen kann, ergibt sich
eine graublaue bis schwarzgrüne Farbe.
Bei dem vorliegendem Profil findet sich unter-
halb des fossilen Ah-Horizontes, in 56 cm Tiefe,
ein Gor-Horizont, also ein Horizont welcher
sowohl reduktive wie oxidative Merkmale, auf-
weist. Die reduktiven Merkmale überwiegen,
weshalb das r an hinterer Stelle steht. Dies
kommt in der Farbe, welche oxidative, rote, wie
reduktive, dunkle grauschwarze bis schwarz-
grünliche Flecken vereinigt, zum Ausdruck. Das
Material ist skelettfrei und besteht aus stark
tonigem Schluff mit einem Anteil von 19 % Ton-
, 70 % Schluff- und elf Prozent Sand. Der dar-
unter, ab 96 cm, liegende Gr-Horizont ist ein
typischer Reduktionshorizont, er ist jedoch stark
skeletthaltig und enthält lediglich 30 % Feinma-
terial, welches aus mittel lehmigem Sand be-
steht (11 % Ton, 17 % Schluff, 72 % Sand). Die
Farbe wird optisch von der rötlichen Farbe des
Gesteins, welches überwiegend Quarzporphyr
ist, bestimmt. Nur in der Feinsubstanz zwischen

13
den Steinen ist die typische Reduktionsfärbung
erkennbar. In Abbildung 8 liegt der Horizont
jedoch unter der Wasseroberfläche und ist nicht
einsehbar. Das Material ist bei stärkerer Strö-
mung im Bachbett abgesetzt worden, das des
darüber liegenden Substrates wahrscheinlich
bei einem Hochwasserereignis oder abseits des
Strömungsbereiches. Der fAh-Gor-Horizont ist
ebenfalls vom Grundwassereinfluss erfasst
worden, weshalb er auch einen Übergangshori-
zont zwischen Ah und Gor darstellt.
Als nächstes soll das jüngere, braune Material
über dem IIfAh-Gor-Horizont Beachtung finden.
Man erkennt, von oben nach unten, zunächst
einen, nur wenige Zentimeter schmalen, dun-
kelrotbraune Streifen, direkt unter der Gelände-
oberfläche, dem ein weiterer ca. 10 cm mächti-
ger dunkelbrauner Bereich folgt. Dieser vermit-
telt ungefähr den Eindruck als ähnele er einem
umgangssprachlich als „Mutterboden“ bezeich-
neten Gartenboden. Darunter folgt ein breiterer
Horizont der ganz ähnlich aussieht, jedoch
schon einzelne bleichere, dunkelgraue Flecken
aufweist (ø 2 - 5 cm). Im darunter liegenden
Abschnitt nehmen die Bleichflecken zu und es
treten ebenso häufig Rostflecken auf. Nimmt
man das Material in die Hand ist es im Ver-
gleich zu den darüber liegenden Horizonten
etwas schmieriger. Insgesamt handelt es sich
um braunes Auenbodenmaterial. Dieses be-
steht aus bachaufwärts im Einzugsgebiet abge-
tragenem, erodiertem Bodenmaterial, welches
in der Aue wieder sedimentiert wurde. Man
bezeichnet ein solches Bodenmaterial als
Kol-
luvium
, wobei kolluviale Horizonte durch M
symbolisiert werden. Wir finden dementspre-
chend von oben nach unten zunächst einen,
jetzt rezenten, aAh-Horizont, das vorgestellte a
steht dabei für die Aue, dann einen aM-
Horizont, gefolgt von einem aM-Go- und einem
aM-Gro-Horizont. Es ist ersichtlich, dass nach
der Ablagerung bzw. Überdeckung der alten
Bodenoberfläche die Vergleyungserscheinun-
gen auch das neue Bodenmaterial, von unten
kommend, ergriffen haben. Dabei kam es es
zur Bleich- und Oxidationsfleckung und damit
zur Ausbildung eines aM-Go- sowie aM-Gro-
Horizontes kam. Das Material ist wahrscheinlich
wegen der Freilegung größerer Flächen, wäh-
rend der Rodung von Land für die Siedlungen
Grillenburg oder Warnsdorf im 12. Jh., durch
Niederschläge von der Oberfläche abgelöst
sowie erfasst, damit erodiert und durch ein
Hochwasserereignis entlang der Triebisch oder
des Warnsdorfer Baches abgesetzt worden. Es
handelt sich dabei um einen abermals völlig
skelettfreien, schluffigen Lehm, mit einem Anteil
von 20 % Ton, 63 % Schluff und 17 % Sand.
Der hohe Anteil an sehr feinkörniger Substanz
(Ton, Fein- und Mittelschluff) zeigt, dass es
durch langsam fließendes Wasser, am Rande
des Strömungsbereiches oder im nahezu ste-
henden oder angestauten Wasser stattgefun-
den haben muss. Ursprünglich wird es sich bei
dem abgetragenen Material um Lößderivat
gehandelt haben. Betrachtet man die Auenbrei-
te und -länge und bedenkt, dass das Kolluvial-
material nochmals ca. 40 cm mächtig ist, wer-
den einem die Ausmaße des Abtrages erst
recht bewusst, denn bei einer durchschnittli-
chen Bodenneubildungsrate von 0,1 mm/Jahr
(Z
EPP 2002) kann ein solcher Bodenverlust nur
sehr langfristig ausgeglichen werden. Auch
heute noch findet gerade auf Ackerflächen, eine
sehr starke Bodenerosion statt. Insbesondere
an Feld-Wald- oder Feld-Siedlungskanten im
Lößhügelland ist der Bodenverlust, anhand der
Mächtigkeit sog. Kulturwechselstufen, gut er-
kennbar.
Ein kolluviales Profil, mit einer Horizontierung
aAh/aM/…, wobei der aAh und aM zusammen
mächtiger als 40 cm sein sollten, wird als
Vega
bezeichnet. Vegen gehören zu den Auenböden.
Unter Auenböden werden Böden zusammenge-
fasst, welche aus durch Fließgewässer abge-
setzten Sedimenten des Holozäns bestehen
und die periodisch überflutet wurden oder wer-
den. Im vorliegenden Fall dominieren aber
schon ab 15 cm die Vergleyungsmerkmale,
weshalb der Übergangsbodensubtyp Vega-
Gley (Abk.: AB-GG) vorliegt.
Da es sich bei dem Kolluvium, bei dem IIfAh-
Gor und IIGor, sowie bei dem IIIGr um drei
verschiedene Ausgangssubstrate handelt, wird
vor das zweite Substrat eine römische II, vor
das dritte eine römische III gesetzt, während
vor das erste eine römische I gehört hätte, die
jedoch nicht geschrieben werden muss.
Wie ersichtlich, ist das Profil das ganze Jahr
über mit Wasser ausreichend versorgt, wobei
der mittlere Grundwasserstand in einer Tiefe
von ca. 30 cm unter Geländeoberfläche ange-
nommen werden kann. Das C/N- und C/P-
Verhältnis, als Maß für die Humusmineralisation
und -umsetzung und damit für die biologische
Aktivität, ist als mittel bis mäßig eng einzu-
schätzen, was auf eine mittlere Humusqualität
hinweist. Die Humusauflage, wie der Oberbo-
den sind sehr stark sauer, der Unterboden
jedoch nur stark bis mäßig sauer, darüber hin-
aus ist das Profil, wenn man von den oberen 15
cm absieht, welche basenarm sind, basenreich
bis sehr basenreich, was auch auf die Humus-
auflage zutrifft. Die Humusform ist ein mullarti-
ger Moder. Man kann daher insgesamt, nach
K
ARST
et al.
(1965 a), von einer mittleren bis
kräftigen Nährstoffversorgung des Standorts
ausgehen. Als mögliche Baumarten kommen
verschiedene Edelbaumarten in Frage, wie
Gemeine Esche (
Fraxinus excelsior
), Berg-

14
ahorn (
Acer pseudoplatanus
) oder Schwarzerle.
Letztere stellt, als Hainmieren-Schwarzerlen-
Bachwald, auch die zu erwartende, bachbeglei-
tende natürliche Vegetation dar. Durch die hohe
Frostgefährdung dieses Standortes geht dieser
jedoch an manchen Stellen des Tales in einen
Wollreitgras-Fichtenwald (
Calamagrostio-
Pieceetum
) über (vgl. S
CHMIDT
et al.
2001). Die
Gemeine Fichte (
Picea abies
) ist somit hier
ebenfalls natürlich. Direkt am Bachufer wird sie
aber nicht auftreten, da sie mit den Wurzeln das
hochanstehende Grundwasser meidet und
deshalb durch Flachwurzelausbildung beson-
ders windwurf- und unterspülungsgefährdet ist.
Auch längeres Hochwasser verträgt sie nicht.
Die Schwarzerle kann hingegen mit ihren Wur-
zeln bis weit unter die Grundwasseroberfläche
vorstoßen, da sie ein spezielles Luftleitgewebe
(Aerenchym) zur Sauerstoffversorgung besitzt.
Sie eignet sich daher hervorragend zur Ufer-
stabilisierung.
Neben der Nutzung als naturnaher Wald wür-
den sich die Standorte auch als Weide und,
nach Drainage und eventueller Dämmung, als
Acker nutzen lassen. Für eine Pappelplantage
mit Balsampappel (
Populus balsamifera
), wel-
che ursprünglich aus Nordamerika stammt und
heute die schnellwüchsigste Baumart unserer
Breiten darstellt, wäre der Standort ebenfalls
hervorragend geeignet und würde die schnelle
Erzeugung einer großen Biomasse, z.B. für die
energetische Nutzung, erlauben.
2.4
Tafel 2 – Ein Boden mit Stauwasser
Das zweite Profil befindet sich im schwach
geneigten Bereich des Talrandes, unweit von
Ernemanns Hütte, die vom Industriellen Erne-
mann, der in Hartha wohnte, als Schutzhütte
errichtet wurde. Die Geländeeinschnitte, welche
sich links bzw. westlich des Profils befinden,
sind bereits der Jacobs- bzw. Fürstenweg. Um
das Profil herum befindet sich ein Bestand
Gemeiner Fichte. Dementsprechend ist auch
der Boden, wenn man von der feinen
Drahtschmiele (
Deschampsia flexuosa
) als
Grasbewuchs absieht, mit zahlreichen, braunen
Fichtennadeln bedeckt. Besonders viele Nadeln
finden sich direkt zwischen den mächtigen
Stammanläufen der Fichtenwurzeln. Dieses
Material bildet, zusammen mit dem darunter
befindlichen Substrat, die
organische
n
Hori-
zonte
, welche dem Mineralboden aufliegen und
je nach Ausprägung in sog. Humusformen
systematisiert werden können. Das zuoberst
liegende, zwar verfärbte, jedoch noch nicht
zersetzte organische Material, wie Nadeln oder
Blätter bildet den L-Horizont (L v. engl.
litter
,
Streu oder Abfall). Entfernt man das L-Material
folgt darunter eine Schicht mit teilweise zerset-
zen, aber noch erkennbaren Nadeln. Dies ist
der Of-Horizont, wobei f von schwed.
förmult-
ningsskiktet
, vermodert herrührt. Wühlt man
noch tiefer stößt man auf ein sehr feines,
schwarzes oder dunkelrotes Substrat. Dies ist
völlig zersetzte organische Feinsubstanz und
bildet den Oh-Horizont, wobei das h, wie bei
Ah-Horizont für humos bzw. Humus steht. Der
Anteil an organischer Substanz liegt jedoch, im
Gegensatz zum Ah, der darunter folgt, bei über
30 %. Falls man einen Spaten dabei trägt emp-
fiehlt es sich zur besseren Betrachtung der
Abfolge der organischen Horizonte bzw. der
Humusauflage, ein kleines Viereck, etwas Ab-
seits des Profils, aus dem Boden herauszuste-
chen. Nach der Abfolge und den Eigenschaften
der organischen Horizonte kann man nun die
Humusform
bestimmen. Man unterscheidet
zunächst in Mineralbodenhumusformen und
Auflagehumusformen. Zu den Mineralboden-
humusformen gehört L-Mull, wo sich über dem
Mineralboden nur der L-Horizont befindet, F-
Mull, wo man den L- und Of-Horizont findet und
mullartiger Moder, wo sich neben L- und Of-
Horizont stellenweise bis vereinzelt auch Oh-
Material findet. Zu den Auflagehumusformen
rechnet man den Typischen Moder, bei wel-
chem alle drei Horizonte ausgebildet, aber die
Übergänge nur unscharf zu erkennen sind, den
Rohhumusartigen Moder, wo die Horizonte alle
vorhanden und scharf abgrenzbar sind, jedoch
ein deutlicher Zerfall in die einzelnen Horizonte
noch nicht selbstständig stattfindet, und den
Rohhumus, wo die Horizonte sehr scharf er-
kennbar und sehr leicht, fast selbstständig
trennbar
sind. Bei diesem, wie bei allen vorge-
stellten Profilen, mit Ausnahme des ersten und
letzten Profils, findet sich Rohhumusartiger
Moder. Profil 1 zeigte einen Mullartigen Moder,
Profil 6 besitzt einen F-Mull.
Bei Profil 2 fällt zunächst abermals der Was-
sereinfluss auf, doch handelt es sich diesmal
nicht um Grundwasser, sondern um Stauwas-
ser. Das ist Niederschlagswasser, welches in
den Boden eingedrungen ist, jedoch eine der
anstehenden Bodenschichten nicht, oder nur
sehr langsam, durchdringen kann. Das Wasser
gelangt daher nicht ins Grundwasser, sondern
ist dazu gezwungen dem leichten Hang fol-
gend, irgendwo wieder als Quellrinnsal an die
Oberfläche zu treten. Findet jedoch zeitweilig
kein Wassereintrag von oberhalb statt, kann der
Boden auch austrocknen, da umgekehrt ge-
nauso von unten kein Grundwasser aufsteigen
kann. Man spricht deshalb von wechselfeuch-
ten Standorten.
Bei dem vorliegenden Bodentyp, dargestellt in
Abbildung 9, handelt es sich um einen
Pseu-
dogley
. Zusätzlich sind noch Lessivierungs-
merkmale vorhanden, weshalb es sich um den

image
image
15
Übergangssubtyp eines Parabraunerde-
Pseudogleys (Abk.: LL-SS) handelt. Die Vor-
gänge der Lessivierung, bzw. Tonverlagerung,
sollen jedoch bei Profil 5 näher vorgestellt wer-
den. Der mineralische Oberbodenhorizont zeigt
zusätzlich schwache Podsolierungserscheinun-
gen, diese werden am Profil 4 betrachtet.
Der Name Pseudogley setzt sich aus den Wor-
ten Gley sowie aus Pseudo- (griech. falsch,
vorgetäuscht, unecht) zusammen, und bedeutet
demnach falscher Gley, denn anstatt Grund-
wasser handelt es, wie beschrieben, um Stau-
wasser. Ein Normpseudogley hat die typische
Horizontabfolge Ah/Sw/Sd. Zuoberst findet sich
also wieder ein mineralischer Oberbodenhori-
zont, hier Aeh, das e steht für eluvial, bzw.
ausgewaschen, denn Humus wurde herausge-
spült, was die Farbe, im Gegensatz zum klassi-
schen Ah grauer erscheinen lässt, dies ist ein
Teil der Podsolierung. Unter dem Ah, oder Aeh,
befindet sich beim Normpseudogley ein Sw-
Horizont. Das S deutet auf einen mineralischen
Unterbodenhorizont mit Stauwassereinfluss hin,
das w steht für wasserleitend, denn es handelt
sich beim Sw um die Stauzone, also den Be-
reich in welchem das gestaute Wasser steht.
Ein Sw-Horizont weißt stets über 80 % Bleich-
und Rostflecken auf, die einerseits viel deutli-
cher als beim Gley zu erkennen sind, anderer-
seits generell das typische Merkmal eines
Pseudogleys darstellen. Unter dem Sw befindet
sich beim Normpseudogley der Sd-Horiziont,
das d steht dabei für dicht, denn es handelt sich
um den Staukörper, welcher durch eine dichte
Lagerung und wenige Grobporen das Wasser
nicht oder nur bedingt versickern lässt. Die
Rost- und Bleichflecken nehmen dabei eine
Fläche zwischen 50 und 70 % ein, doch sind
die Grenzen zwischen den Bereichen schärfer
als im Sw-Horizont. Die Verdichtung kann ein-
mal von vornherein materialbedingt sein, ande-
rerseits durch Tonverlagerung nach unten, und
damit Verstopfung der Poren, nachträglich
erfolgt sein.
Die Rost- und Bleichfleckigkeit, welche auch als
Marmorierung bezeichnet wird, entsteht durch
den Wechsel zwischen Staufeuchte und Aus-
trocknung. Unter Wassereinfluss werden die
Mangan- und Eisenoxide, ähnlich wie beim
Gley reduziert. Sie können daher vom Wasser
mittransportiert werden. Bei der Befeuchtung ist
das Potential innerhalb der Poren, in die das
Wasser zunächst eindringt und dabei Eisen
sowie Mangan mobilisiert, höher als im Aggre-
gatinneren. Das Wasser zieht somit bald in die
Aggregate und trägt auch das gelöste Eisen
und Mangan mit sich. Trocknet der Boden wie-
der aus werden ebenfalls die Poren zuerst mit
Luft erfüllt, gefolgt von den Aggregaten. Je
nachdem wo der Sauerstoff zutritt, innerhalb
der Aggregate oder auf dem Wege des Was-
sers nach außen, zum niedrigeren Potenzial
Abb. 9:
Profil 2,
LL-SS

16
hin, oxidieren Eisen und Mangan wieder und
bilden schwarze Mangankonkretionen und
orange Rostflecken, vorzugsweise in Form von
Lepidokrokit (γ-FeOOH). Die Aggregatoberflä-
chen und Poren erreicht das Eisen und Mangan
dabei jedoch selten wieder, weshalb diese
Bereiche vergrauen, also an Eisen und Mangan
verarmen, während es in den Aggregaten zu
einer Anreicherung kommt. Die Vergrauung der
Porenbereiche, besonders der Grobporen, ist
im Profil am Bt-Swd- und IIBt+Sd-Cv-Horizont
gut erkennbar, denn die grauen Bahnen ent-
sprechen z. T. alten Wurzelkanälen.
Das vorliegende Profil 2 entwickelte sich aus
Lößderivat, also aus umgelagertem, verlehm-
tem Löß, der während der Eiszeit äolisch einge-
tragen wurde und aus Material der Niederschö-
na Formation, einem fluviatil, d.h. von fließen-
dem Wasser, abgelagerten Sediment der Krei-
dezeit (vgl. Anl. 2.2). Das Lößderivat der obe-
ren Horizonten ist anhand der Dominanz des
Grobschluffanteils (siehe Kap. 3.2) erkennbar,
der Einfluss der Niederschöna-Formation be-
ginnt mit dem, durch die römische Ziffer II ge-
kennzeichneten, Schichtwechsel.
Unter dem 8 cm mächtigen Aeh-Horizont folgen
ein Bt+Al-Sw- und Bt-Sw-Horizont, welche,
einschließlich des Aeh-Horizontes, die Stauzo-
ne darstellen. Darunter liegt, in ca. 40 cm Tiefe,
mit dem Bt-Swd-Horizont, ein Übergangshori-
zont zum Staukörper, der sowohl etwas nach
oben staut, wie von unten bestaut wird. Darun-
ter, ab 70 cm, befindet sich der eigentliche
Staukörper, der in zwei Schichten, die sich
jeweils einem Horizont zuordnen lassen, geteilt
ist. Der Staukörper zeichnet sich durch eine
sehr hohe Lagerungsdichte und ein sehr gerin-
geres Gesamtporenvolumen aus, welches
zusätzlich überwiegend im Feinporenbereich (ø
< 0,2 μm) liegt. Der IIBt+Sd-Cv-Horizont be-
steht im Feinboden aus verfestigtem, stark
sandigem Lehm (14 % Ton, 22 % Schluff, 64 %
Sand) und enthält insgesamt ca. 10 % Grus.
Der IIIBt+Sd-Cv-Horizont, besteht aus schwach
sandigem Lehm, mit 18 % Ton, 43 % Schluff
und 39 % Sand, wobei der Grusanteil des Hori-
zontes etwas über 30 % beträgt. Die obere, aus
Lößderivat entstandene Schicht besteht aus
tonigem Schluff (ca. 16 % Ton, 73 % Schluff, 11
% Sand). Der Skelettanteil ist in diesem Bereich
sehr schwach und liegt unter 1 %. Die Durch-
wurzelung ist im Aeh-Horizont stark, in den
verbleibenden Horizonten, bis zum Schicht-
wechsel, schwach, im IIBt+Sd-Cv sehr schwach
und darunter finden sich keine Wurzeln mehr.
Die Verdichtung und der damit verbundene
Wasserstau des vorliegenden Parabraunerde-
Pseudogleys resultiert einmal aus einer erfolgte
und nun nur noch bedingt rezente Tonverlage-
rung, aus dem Bt+Al-Sw-Horizont, und einem,
in frühnacheiszeitlicher Zeit wohl einst über
diesem lagernden, Horizont, welcher jetzt je-
doch erodiert ist, nach unten. Diese wird durch
eine Kennzeichnung in Form verzahnter Bt-
Horizonte (t für Tonanreicherung) zum Aus-
druck gebracht. Hauptsächlich staut jedoch der
sehr dicht gelagerte, porenarme Untergrund der
Niederschöna-Formation.
Durch die stauende Schicht kann natürlich auch
kein Wasser aus dem Grundwasser aufsteigen,
da sie auch nach unten dämmend wirkt. Pseu-
dogleye besitzen daher, bezogen auf die Was-
serverfügbarkeit, stark wechselnde Eigenschaf-
ten zwischen extremer Trockenheit und extre-
mer Nässe, auf welche sich Pflanzen, die diese
Standorte besiedeln, einstellen müssen. So
müssen die Baumarten mit einem Wasserüber-
schuss, insbesondere im Winter und im Früh-
jahr, zurechtkommen. Baumarten wie die Rot-
buche (
Fagus sylvatica
) und Gemeine Fichte
vermeiden jedoch die Stauzone und bilden ihre
Wurzeln in Form großer, flacher Wurzelteller
aus. Als Folge sind sie besonders anfällig ge-
gen Windwurf, insbesondere im Winterhalbjahr
wenn der Boden zusätzlich feucht bzw. „aufge-
weicht“ ist. Ein weiterer Nachteil der Flachwurz-
ler ergibt sich bei Austrocknung der Böden. Die
Wurzeln können tief liegendes Wasser nicht
erreichen, da sie nur im Oberboden Wurzeln
besitzen. Denn auch ein kapillarer Aufstieg
findet oftmals nicht statt, da es bei der Aus-
trocknung zur Trockenrissbildung kommt, wes-
halb der Boden nicht gleichmäßig in einer Front
von oben nach unten austrocknet, sondern
gleichzeitig von unten und von oben. Mit einer
Trockenheit geht zusätzlich oftmals eine erhöh-
te Anfälligkeit gegen Schadinsekten, z.B. Bor-
kenkäfer, und gegen Pilze einher. Durch die
Flachwurzeligkeit sind außerdem auch die
Nährstoffe in größerer Tiefe für den Baum nicht
erschließbar. Darüber hinaus sorgt ein Flach-
wurzelteller
bei Bewegung des Baumes durch
den Wind für eine zusätzliche Verdichtung des
Oberbodens. Es sollten daher auf den wechsel-
feuchten Standorten tiefwurzelnde Baumarten
angebaut werden, welche einerseits das Poten-
tial des Bodens vollends ausnutzen, d.h. das
ganze Profil duchwurzeln, wie andererseits
auch tiefere Bodenschichten mit ihren Wurzeln
erschließen können, um möglichst Poren bis
hinab in den Staukörper zu schaffen und
gleichzeitig den Boden zu lockern. Geeignet
wäre dafür die Schwarzerle, die Gemeine
Esche, die Stieleiche (
Quercus robur
), die
Hainbuche (
Carpinus betulus
), Weißtanne
(
Abies alba
), die Winterlinde (
Tilia cordata
), die
Zitterpappel (
Populus tremula
) oder die Gemei-
ne Birke (
Betula pendula
). Auch die Gemeine
Kiefer (
Pinus sylvestris
) bildet auf diesen
Standorten wüchsige Bestände, die jedoch zur

17
Grobastigkeit neigen können. Die potentiell
natürliche Vegetation dieser Standorte wäre der
Hainsimsen-Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchen-
wald (
Galio-Carpinetum luzuletosum
). Haupt-
baumarten wären dabei die Stieleiche und die
Hainbuche, unter Beimischung der Winterlinde.
Dies würde auch dem forstlichen Bestandes-
zieltyp entsprechen (vgl. E
ISENHAUER
et al.
2005). Durch den hohen und langen Wasser-
stand kommt es im Frühjahr jedoch zusätzlich
zu einer verlangsamten Erwärmung des Bo-
dens, so dass die Bäume dieser Standorte
einige Tage später als Vergleichsbäume auf
nicht vernässten Standorten austreiben. Dies
hat insbesondere Nachteile für spätaustreiben-
de Baumarten wie Rotbuche, Eiche oder Ge-
meine Esche, welche dadurch einen Zuwachs-
und Vitalitätsverlust erleiden.
Rein technisch gesehen könnte ein solcher
Standort durch Tiefpflügen und anschließende
Einarbeitung organischer Substanz zur Stabili-
sierung eines lockeren Gefüges verbessert
werden. Bei überwiegend nassen Standorten
können diese auch drainiert werden, was je-
doch die sommerliche Austrocknungsgefahr
erhöhen kann. Insgesammt sind solche Maß-
nahmen jedoch weder technisch noch ökolo-
gisch empfehlenswert. Ein Befahren dieser
Böden mit Forstmaschinen, oder ähnlichen
Fahrzeugen, ist nur bei Frost oder Trockenheit
möglich, da es sonst zu dauerhaften Verfor-
mungen (Spurrinnen usw.) sowie Gefügezerstö-
rungen und -komprimierungen kommen kann.
Betrachtet man den jetzigen Bestand am Bo-
denprofil, so sieht man überwiegend Gemeine
Fichte, die auch bisher nicht vom Wind gewor-
fen wurde. Ursachen sind in geringem Umfang
in der Tallage, in welcher geringere Windge-
schwindigkeiten als in Plateaulage herrschen,
und in einer Verringerung der Windgeschwin-
digkeit durch vorgelagerte Bestände zu suchen.
Als Hauptursache ist jedoch in der Anpassung
der Fichte zu suchen, die durch die relativ gro-
ßen Standräume der einzelnen Individuen be-
günstigt wird. Ein großer Standraum erlaubt
u.a. die Ausprägung eines großen Wurzeltel-
lers. Betrachtet man die Wurzelanläufe der
Fichten genauer, sieht man, dass auf der der
Hauptwindrichtung zugewanden Seite (W bis
SW) nur wenige kleinere oder keine Wurzeln
den Stamm anlaufen, sich auf den windabge-
wandten Seiten jedoch mehrere kräftige, nahe-
zu oberflächenparallel weit ablaufende Wurzeln
befinden. Die Fichte reagiert auf Wind mit der
Bildung von Stützwurzeln, sie muss also zur
Verankerung nicht zwangsläufig tief in den
Boden eindringen. Vielmehr schafft sie sich auf
der Windseite einige kleinere senkrechtverlau-
fende Senkwurzeln, hält sich aber überwiegend
mit ihren windabgewandeten Wurzeln (vgl.
F
RITZSCHE 1933). Voraussetzung ist jedoch ein
entsprechend großer Platz. Man kann anhand
dieser Feststellung auch sehr einfach die unge-
fähre Himmelsrichtung in einem Fichtenwald
bestimmen.
Die Fichten sind bisher nicht an Trockenheit
und durch daraus resultierendem Vitalitätsver-
lust, der z.B. zum Befall mit Borkenkäfer führen
kann, zugrunde gegangen. Dies resultiert aus
der Wasserverfügbarkeit in diesem Boden.
Pflanzen können nicht alles Wasser, welches
im Boden verfügbar ist aufnehmen, vielmehr
können sie mit ihren Wurzeln nur die engen
Grobporen (ø = 10-50 μm) und die Mittelporen
(ø = 0,2-10 μm) nutzen. Das Wasser der weiten
Grobporen bewegt sich zu schnell. Die Feinpo-
ren hingegen sind einerseits zu klein, um von
Wurzeln erschlossen zu werden, anderseits
herrscht dort eine so hohe Wasserspannung
vor, dass die Pflanzen einen entsprechenden
Unterdruck (> -15 bar) nicht erzeugen können.
Das den Pflanzen zur verfügungstehende Was-
ser, wird als
nutzbare Feldkapazität
(nFK)
bezeichnet. Diese kann anhand der Horizont-
mächtigkeit, der Lagerungsdichte, des Gesamt-
porenvolumens, der organischen Substanz, der
Körnung und des Skelettgehaltes bestimmt
werden. Im Profilbogen (Kap. 3.2) sind die
Werte horizontbezogen in Spalte 17 dargestellt.
Man erkennt, dass der Pflanze maximal 211
Liter/m
2
im Wurzelraum bzw. 196 Liter/m
2
Was-
ser oberhalb des Staukörpers zur Verfügung
stehen. Diese Werte sind als sehr hoch einzu-
schätzen. Die Einheit Liter/m
2
lässt sich auch
direkt in der klimatologisch gebräuchlicheren
Einheit Niederschlagshöhe (mm) angeben.
Geht man davon aus, dass ein Baum pro Tag
zwischen 2 und 5 mm verbraucht, würde das
pflanzenverfügbare Wasser des Profils (211
mm), bei einem mittleren Verbrauch von 3 mm,
zwischen 65 und 70 Tage, also über zwei Mo-
nate reichen, bevor der Baum ernsthafte Schä-
den davon tragen würde, bzw. den permanen-
ten Welkepunkt erreicht. Zu Trockenstress
kommt es jedoch schon wenn 50 % der nFK
erreicht sind, also nach 33 bis 35 Tagen. Ursa-
chen für diese hohen Werte sind einmal in der
mittleren bis tiefen Gründigkeit des Profils zu
sehen, aber auch im Substrat mit seinem gerin-
gen Skelettanteil. Interessant ist es einmal die
nFK des IIBt+Sd-Cv-Horizontes mit den darü-
berliegenden Horizonten zu vergleichen, denn
er ist mit 15 mm sehr gering. Dies insbesondere
weil er eine sehr hohe Lagerungsdichte und
einen relativ hohen Sandanteil sowie ein sehr
geringes Gesamtporenvolumen besitzt. Vermut-
lich trocknet aber der Boden das ganze Jahr
hindurch nie vollständig aus, da wahrscheinlich
Wasser aus höher gelegenen Hangpartien
zusickert. Zeiger für die dauerhafte Feuchtigkeit

18
sind u.a. einige der um das Profil zu findenden
Pflanzen, besonders der Waldschachtelhalm
(
Equisetum sylvaticum
) und der Waldsauerklee
(
Oxalis acetosella
). Waldschachtelhalm ist
typisch für sicker- bis quellnasse Böden, da er
frisch-feuchte bis nasse Standorte bevorzugt.
Waldsauerklee benötigt frische bis frisch-
feuchte Boden- und Luftverhältnisse.
Die Nährstoffversorgung des Bodens ist nach
K
ARST
et al.
(1965 a) als mäßig bzw. mittel
einzuschätzen, wobei der geringe pH-Wert der
Auflage und des Oberbodens die Tendenz zum
schlechteren vermuten lässt, was durch die
Dominanz der Drahtschmiele in der Kraut-
schicht bestätigt wird. Eine Nährstoffverlage-
rung nach unten findet mit dem Stauwasser
statt, wobei die Fichte mit ihrem flachen Wur-
zelsystem nicht in der Lage ist die Nährstoffe in
größerem Umfang aus tieferen Bodenschichten
wieder nach oben zu holen. Die Fichtenstreu ist
darüber hinaus, im Gegensatz zur Streu ande-
rer Baumarten, als kalzium-, magnesium- und
phosphorärmer einzuschätzen. Auch ist sie
sauer und schwerer zersetzbar, was den Streu-
abbau und die Mineralisation hemmt und durch
die wasserbedingte Bodenkühle noch verstärkt
wird. Edellaubbaumarten wie die Gemeine
Esche oder die Winterlinde würden daher die-
sen Standort besiedeln, könnten jedoch wahr-
scheinlich, aufgrund des nur mäßigen Nähr-
stoffangebotes, keine stärkeren Durchmesser-
dimensionen erreichen und würden damit lang-
fristig der starken Konkurrenz der anderen
Baumarten erliegen.
2.5
Tafel 3 – Ein Boden aus Lösslehm
Profil 3 befindet sich etwas abseits der Schwar-
zen Straße, direkt am Jacobs- bzw. Fürsten-
weg. Der umgebende Bestand besteht wieder
aus Gemeiner Fichte. Die dem Boden auflie-
gende Humusform ist abermals ein Rohhumus-
artiger Moder. Betrachtet man das Profil, so
erkennt man eine Zweiteilung des Bodens in
einen unteren Bereich der eine deutliche, stau-
wasserbedingt Marmorierung aufweist, ähnlich
dem vorhergehenden Profil, und einen fast
gleichmäßigen, gelblichbraunen oberen Teil
(vgl. Abbildung 10). Es handelt sich wieder um
einen Übergangssubtyp, eine Pseudogley-
Braunerde (Abk. SS-BB), wobei die Braunerde-
Merkmale dominieren.
Die
Braunerde
ist der wohl bekannteste und
am weitesten verbreitetste Bodentyp Mitteleu-
ropas. Der Name Braunerde leitet sich dabei
von der braunen Farbe ab, wobei Braunerden
aus karbonatfreien, silikathaltigen Gesteinen
entstehen und, je nach Ausgangsmaterial, eine
sehr weite Variationsbreite ihrer Eigenschaften
aufweisen können.
Eine Normbraunerde weißt die typische Hori-
zontierung Ah/Bv/C auf. Der Ah-Horizont ent-
spricht den bisher vorgestellten mineralischen
Oberbodenhorizonten. Der Bv-Horizont zeich-
net sich durch die braune Farbe aus, die dem
Bodentyp seinen Namen gab. Das v steht dabei
für Verbraunung und Verlehmung. Beide bo-
denbildende Prozesse erfassen jedoch nicht
nur den Bv-Horizont, sondern auch den Ah,
doch wird die braune Farbe dort von der
schwarzen Farbe der organischen Substanz
überlagert. Die Braunerdebildung setzt Gestei-
ne voraus, welche Silikatminerale (z.B. Feld-
späte, Glimmer, Chlorit, Olivin) enthalten.
Beim Prozess der Verbraunung verwittern ei-
senhaltige Silikate unter Freisetzung und Oxi-
dation von Eisen (Fe
3+
). Dieses Eisen keimt
bzw. kristallisiert, durch wiederholte Befeuch-
tung und Austrocknung, zu neuen Eisenminera-
len aus der Klasse der Oxide und Hydroxide,
welche dem Boden die braune Farbe verleihen.
Die typische gelbbraune Farbe der Braunerde
wird dabei vom dominierenden Goethit (α-
FeOOH), benannt nach J.W. v. Goethe, verur-
sacht.
Bei der Verlehmung handelt es sich um die
Tonmineralneubildung und -umwandlung. Vor-
aussetzung ist das Vorhandensein von Schicht-
silikate, z.B. Glimmer und Chlorit. Diese beste-
hen aus Elementarschichten, welche wiederum
aus Silizium- oder Aluminiumoxidtetraedern
((Si,Al)O
4
) oder Aluminium-, Eisen- oder
Magnesiumhydroxidoktaedern ((Al,Fe,Mg)OH
6
)
bestehen und in Wechsellage (Tetra-
eder/Oktaeder/Tetraeder) größere Schichten
bilden, die jeweils durch eine Zwischenschicht
aus Kaliumionen (K
+
) zusammengehalten wer-
den, um so ein Mehrschichtpaket zu bilden. Bei
der Verwitterung der Minerale werden nun
einzelne Kaliumionen herausgelöst, was einen
Zerfall der Minerale in kleinere neue Minerale
bedeutet, z.B. werden die Glimmer zu Illit. Zu-
sätzlich können andere Ionen, z.B. Kalzium,
Magnesium oder Natrium das Kalium ersetzen,
was die Minerale zu anderen Mineralen weiter
verändert (z.B. zu Smectit, Vermiculit). Die
neuen Ionen haben jedoch zusätzlich eine
Hydrathülle um sich, so dass es dadurch zu
einer Aufweitung der Zwischenschichten
kommt. Die neuen Ionen können daher leicht
wieder ausgetauscht und teilweise sogar durch
Wassermoleküle ersetzt werden. Es kann aber
auch zu einem Zerfall der Minerale in einzelne
Schichten kommen. Diese können sich jedoch
auch wieder selbstständig, in Abhängigkeit von
den Umweltbedingungen, zu neuen, sog. se-
kundären, Mineralen mit neuen Zwischen-
schichten zusammensetzen, wie auch bestän-
dig ineinander umwandeln. Die dabei entste-
henden und umgewandelten Minerale sind die

image
19
sog. Tonminerale, denn sie sind plättchenför-
mig und weniger als 2 μm mächtig, was der
Tonfraktion der Feinbodenkörnung entspricht.
Die Tonmineralneubildung und -umwandlung
gibt gleichzeitig ein Beispiel wie Nährstoffe
freigesetzt, aber auch gespeichert werden kön-
nen und Bodenmaterial bei der Verwitterung
entsteht. Die durch Verbraunung und Verleh-
mung gebildeten Minerale verbleiben weitest-
gehend im Bv-Horizont, also am Ort ihrer Ent-
stehung, und werden nicht verlagert.
Unter einem Bv befindet sich dann typischer-
weise der C-Horizont, also der Untergrundhori-
zont aus angewitterten, verwitterten, lockeren
oder festen Gestein. In der Natur ist die Grenze
zwischen Bv und Cv jedoch oft fließend und es
findet sich deshalb noch ein Bv-Cv-
Übergangshorizont.
Die vorliegende Pseudogley-Braunerde entwi-
ckelte sich, wie das auch vorhergehende Profil,
aus Lößderivat. Abermals dominiert der
Grobschluffanteil, wobei er jedoch geringer als
bei Profil 2 ist. Als Grundgestein steht im Un-
tergrund ein grusiger Zersatz von Quarzporphyr
an. Die obere Schicht us tonigem Schluff (15 %
Ton-, 75 % Schluff, 10 % Sand) zeigt zunächst
einen 6 cm mächtigen Aeh-Horizont. Hier findet
sich bereits wieder eine schwache Podsolie-
rung (Erläuterung dieses Prozesses siehe Kap.
2.6, Profil 4). Als Folge kam es im darunter
liegenden Bhv-Horizont schon zu einer leichten
Humuseinwaschung. Dies ist an dem leicht
dunkleren, graueren Farbton gegenüber dem
nächstfolgenden Bv-Horizont zu erkennen. Das
h steht dabei für humos bzw. Humuseinwa-
schung. Der nächste Horizont ein Bv, in 20 cm
Tiefe, stellt einen klassischen Verbraunungs-
und Verlehmungshorizont dar. Der nächste, bei
ca. 30 cm Tiefe beginnende Horizont, der Sw-
Bv, ist ebenfalls ein Verbraunungshorizont,
zeigt aber zusätzlich Stauwasseranzeichen.
Dies drückt sich in Bleich- und Rostfleckigkeit
aus, welche sich mit den braunen Partien ab-
wechseln. Darunter folgt, ab ca. 50 cm, ein
Schichtwechsel zu einem deutlich anderen
Material, über welches das Substrat der höhe-
ren Bereiche, während oder nach der letzten
Eiszeit, gerutscht bzw. geflossen ist. Das Mate-
rial besteht aus schluffigem Lehm, mit 19 %
Ton, 64 % Schluff und 17 % Sand, und ist
spürbar dichter gelagert. Letzteres kommt zu
einem Teil aus einer Toneinlagerung, die sich
als haselnussbraune Tonhäutchen auf den
Aggregaten bemerkbar macht. Diese wurden
wahrscheinlich aus einem Substrat ausgespült,
welches früher einmal über diesem Material lag,
bzw. ein Teil davon war, und ebenfalls verlagert
bzw. erodiert wurde. Man kann einen Bt-Sw-
und einen Bt-Sdw-Horizont unterscheiden.
Beide bilden die Stauzone, in welcher das
Wasser steht. Das Gesamtporenvolumen bei-
der Horizonte ist gering. Darunter beginnt mit
dem IIISd-Cv-Horizont, in 110 cm Tiefe, die
dritte Schicht. Dieser ist mittel grusig, während
die andern bisher genannten Horizonte nur sehr
schwach oder schwach grusig sind. Die Fein-
bodenart ist ein mittel lehmiger Sand (8 % Ton,
13 % Schluff, 79 % Sand). Es handelt sich
dabei um verwitterten, entfärbten Quarz-
porphyr. Die Lagerungsdichte ist mittel bis
Abb. 10:
Profil 3, SS-BB

20
hoch, das Gesamtporenvolumen sehr gering
wobei sich überwiegend Feinporen finden. Aus
diesen Gründen staut sich das nach unten
bewegende Wasser, was zur Ausbildung der
darüber liegenden Stauzone führte (vgl. Kap.
2.4).
Eine Durchwurzelung des Profils findet sich nur
in der oberen Schicht und dringt nicht in den
Stauwasserbereich vor. Dies ist typisch für die
Gemeine Fichte, welche Stauwasser meidet.
Dennoch ist der Boden als günstig einzuschät-
zen, da ca. 50 cm teilweise stark durchwurzelt
werden. Der Hauptwurzelraum einer Fichte liegt
bei ca. 40 cm, somit findet sie im Boden genü-
gend Stabilität, und ist nicht auf die Bildung von
großen Wurzeltellern angewiesen, was unanfäl-
liger gegen Trockenheits- bzw. Dürreereignisse
macht. Gleichzeitig wirkt die Staunässe im
Untergrund durchaus positiv, da Wasser ge-
speichert wird, welches der Pflanze dann im
Frühjahr, bzw. im Frühsommer, zur Verfügung
steht. Betrachtet man die nutzbare Feldkapazi-
tät (nFK), so liegt diese mit 111 mm im effekti-
ven Wurzelraum in einem mittleren Bereich.
Geht man wiederum von einem Verbrauch der
Fichte von 3 mm pro Tag aus, so würde das
Wasser etwa 37 Tage reichen, wobei es bereits
nach ca. 19 Tagen zu Trockenstress käme.
Bedenkt man jedoch das zusätzliche Stauwas-
ser im Untergrund, wo noch einmal 125 mm
gespeichert werden können, stellt sich das Bild
noch positiver dar.
Die Nährstoffversorgung des Profils liegt, ähn-
lich dem vorhergehenden Profil, ebenfalls in
einem mittleren Bereich, wobei die pH-Werte
etwas höher liegen.
Die potentiell natürliche Vegetation ist ein Hain-
simsen Buchen-(Misch-)Wald (
Luzulo-Fagetum
typicum
) in seiner typischen Subassoziation,
mit etwaigen Übergängen zum frischeren
Wurmfarn-Hainsimsen-Eichen-Buchenwald (
Lu-
zulo-Fagetum dryoptosum
), worauf der Wald-
sauerklee hinweist. Die mäßige Frische des
Bodens kommt auch durch das Wollige Reit-
gras (
Calamagrostis villosa
), welches mäßig
frische bis nasse Standorte bevorzugt, zum
Ausdruck. Vereinzelt findet man in der Profil-
umgebung auch den Roten Fingerhut (
Digitalis
purpurea
) und die Große Brennessel (
Urtica
dioica
). Letztere ist einerseits ein Stickstoffzei-
ger, andererseits, wie auch der Rote Fingerhut,
ein Kalkungszeiger. Es ist daher davon auszu-
gehen, dass der Bestand in den letzten Jahren
gekalkt wurde. Zusätzlich zeigt die Brennessel
ebenfalls die Frische des Standorts an, da auch
sie mäßig frische bis nasse Böden bevorzugt.
Der Standort wäre also natürlicherweise mit
einem Buchenmischwald bestockt. Wie bereits
an Profil 2 (Kap. 2.4) geschildert, würde auch
die Rotbuche die tieferen, vernässten Bereiche
des Bodens meiden. Mischbaumarten wie die
Weißtanne oder die Stieleiche könnten sie
jedoch erschließen und würden damit die Bo-
denprofileigenschaften noch verbessern. Als
forstlicher Bestandeszieltyp käme ein Buchen-
Nadelbaummischbestand, mit stärkerem Anteil
von Weißtanne und Bergahorn, oder ein Ei-
chen-Hainbuchen-Lindenbestand in Betracht
(vgl. E
ISENHAUER
et al.
2005).
Wie angesprochen wird in Sachsen periodisch,
aller 10 Jahre, eine forstliche
Bodenschutz-
kalkung
vorgenommen. Dabei werden 3,5 t
Kalk, im wesentlichen Kalziumkarbonat (Ca-
CO
3
) und Magnesiumkarbonat (MgCO
3
), über-
wiegend mittels Befliegung, vorwiegend in Na-
delholzbestände, ausgebracht. Ziel ist einer-
seits, basische Kationen Säurebildner im Boden
zu neutralisieren, sowie die Säure- und Schad-
stoffpufferkapazität des Bodens zu stärken.
Andererseits soll damit die Ernährung der
Bäume stabilisiert sowie die Mineralisation und
die Humifizierung der Humusauflage, und damit
eine Nährstoffreisetzung, aktiviert werden (L
EU-
BE
2000). Feuchte und wechselfeuchte Stand-
orte werden dabei von der Kalkung ausge-
nommen, denn einerseits können durch die
Kalkung übermäßig Nährstoffe in das Gewäs-
sernetz gelangen, wo die Gefahr einer
Eutrophierung besteht, andererseits verlagert
z.B. gerade die Fichte nach einer Kalkung den
Großteil ihrer Feinwurzeln in oberflächennahe
Bereiche, wo sich die ausgebrachten Nährstoffe
über längere Zeit konzentrieren. Da gerade
wechselfeuchte Böden im Sommer häufig aus-
trocknen, erhöht dies die Gefahr von Dürre-
oder Trockenstress für die Fichte. Vorliegender
Bestand fällt jedoch in den zu kalkenden Be-
reich, wobei die letzte Kalkung des Tharandter
Waldes im Jahr 2007 erfolgte.
2.6
Tafel 4 – Ein nährstoffarmer Boden
Das vierte Bodenprofil (Abbildung 11) befindet
sich in einer Höhe von 363 m ü. NN, an einer
kleinen Geländestufe direkt an der Schwarzen
Straße. Hier beginnt geologisch der untere
Quadersandstein bzw. die Oberhäslich-
Formation, wobei der Boden auch gering durch
Löss beeinflusst ist. Der umgebende Bestand
besteht aus einem Stangenholz Gemeiner
Fichte, mit einzelnen Gemeinen Birken am
Bestandesrand. Betrachtet man die Bodengru-
be, so offenbart sich, im Gegensatz zu den
bisherigen Böden, ein deutlich anderes Bild.
Besonders auffällig ist der fleckige, graue obere
Bereich und der braune bis rostrote Horizont in
der oberen Mitte des Profils. Der darunter lie-
gende Bereich zeigt hingegen abermals Bleich-
und Rostflecken, wie die vorhergehenden Bo-
densubtypen. Greift man beliebig Material aus

21
der Profilwand, stellt man einen eher sandigen
Charakter fest, der ebenfalls anders, als der
tonig-schluffige der vorhergehenden Gruben ist.
Es handelt sich um den Übergangsbodensub-
typ eines Pseudogley-Podsols (Abk.: SS-PP),
wobei die Podsolierungsmerkmale bestimmend
sind.
Die deutsche Bezeichnung für
Podsol
lautet
Bleicherde, analog zu Braunerde oder
Schwarzerde. Das heute offiziell verwendete
Wort Podsol leitet sich, frei übersetzt, von rus-
sisch „Ascheboden“ her
Ein Normpodsol hat die typische Horizontierung
Ae/Bh/Bs/C. Grundvoraussetzung für die Her-
ausbildung eines Podsols ist ein nährstoffar-
mes, quarzreiches, möglichst sandiges, grob-
körniges Gestein, verbunden mit dem Eintrag
von Säuren. Begünstigt wird die Podsolierung
durch ein kühles Klima, hohe Niederschlags-
mengen, kurze Vegetationsperioden und die
zeitweise Austrocknung des Oberbodens sowie
eine schwer zersetzbare Streu. Vorgenannte
Faktoren führen einmal dazu, dass keine Bo-
denwühler, wie z.B. Regenwürmer, auftreten.
Aus diesem Grund kommt es zu keiner Einar-
beitung der Streu in den Mineralboden, sondern
zu einer Anhäufung organischen Materials an
der Bodenoberfläche bzw. in der Humusauflage
in Form von Rohhumus. Andererseits wird der
Streuabbau dadurch weniger von Mikroorga-
nismen, wie z.B. Bakterien, bewerkstelligt,
sondern überwiegend von Pilzen, die dabei
hauptsächlich Fulvosäuren erzeugen. Die Ful-
vosäuren wandern in den Mineralboden, wo sie
aufgrund der Nährstoffarmut nicht, oder nur
teilweise, neutralisiert werden können. Es
kommt daher zu einer intensiven Verwitterung
bzw. Zersetzung der Tonminerale und Schicht-
silikate (siehe Kap. 2.5) sowie zu einer Mobili-
sierung von Aluminium-, Mangan- und insbe-
sondere Eisenoxiden und -hydroxiden, z.B. von
Goethit. Gleichzeitig erfolgt eine Verlagerung
genannter Verbindungen in tiefere Bodenzo-
nen. Zurück bleiben ausschließlich verwitte-
rungs- bzw. säureresistente Minerale, wie z.B.
Quarz. Die Mobilisierung der Eisen-, Alumini-
um- und Manganoxide und –hydroxiden (früher
auch als „Sesquioxide“ bezeichnet) erfolgt da-
bei durch verschiedene Prozesse. Ein Prozess
besteht in der Bildung organischer Komplex-
verbindungen, sog. Chelate, mit Eisen, Mangan
oder Aluminium als Zentralatom. Ein zweiter
Prozess ist die Peptisation, d.h. die Bildung
feinstvermischter Lösungen, durch Protonenan-
lagerung an die OH-Gruppen der Eisen-, Man-
gan- und Aluminiumoxide und –hydroxide. So
wird beispielsweise FeOOH zu [FeOOH
2
]
+
und
damit beweglich. Ein dritter Weg ist die Reduk-
tion von Eisen und Mangan.
Durch die fortschreitende Podsolierung kommt
es zur Ausbildung eines Ae-Horizontes. Das e
steht für eluvial bzw. ausgelaugt, verarmt, sau-
ergebleicht. Er entwickelt sich, über die Zwi-
schenstufen eines Aeh und Ahe, aus einem Ah-
Horizont, durch Tonmineralzerstörung und
anschließende Verlagerung der Restminerale,
wie der Verfrachtung der Sesquioxide, sowie
organischer Substanz als Komplexbaustein,
nach unten. Zurück bleibt ein fahlgrauer,
gebleichter, schmutzig grauer bis graulila wir-
kender Horizont. Durch das alleinige Zurück-
bleiben der verwitterungsbeständigen Minerale
ist er sandig und stark bis extrem sauer.
Im unteren Bodenbereich kommt es hingegen
zu einer Anreicherung der in den oberen Bo-
denbereichen mobilisierten Substanzen. Dies
kommt dadurch zustande, dass oftmals das
Sickerwasser gestaut wird, bzw. in diesen Hori-
zonten von den häufigeren Wurzeln entnom-
men wird sowie der pH-Wert, bzw. der Anteil
basischer Kationen, höher ist. Durch letzteres
werden die Säuren neutralisiert, Komplexver-
bindungen aufgelöst und ausgefällt, bzw.
mikrobiell abgebaut. Protonierte Eisen-, Man-
gan und Aluminiumoxide und -hydroxide flo-
cken wieder aus. Gleichzeitig können sich neue
Tonminerale bilden und bestehende Tonmine-
rale können Aluminium, Eisen, Mangan und
organische Stoffe adsorbieren. Mit Sauerstoff-
zutritt oxidiert das reduzierte Eisen und Mangan
wieder. Bei einer stärkeren, tiefgreifenden Pod-
solierung kann es jedoch auch zu einer Auswa-
schung der Substanzen ins Grundwasser
kommen. Die typischen Horizonte der Ausfäl-
lung und Anreicherung sind der Bh- und der Bs-
Horizont. Das h steht dabei für Humuseinlage-
rung, das s für Sesquioxidanreicherung. Im Bh-
Horizont kommt es hierbei zur Bildung schwer-
löslicher, komplexer, organischer Verbindungen
aus Huminstoffen sowie Eisen, Aluminium und
Mangan. Dadurch kommt es zu einer schmut-
zigbraunen Färbung des sonst typisch gelblich-
braunen Horizontes. Im Bs-Horizont hingegen
lagern sich die Sesquioxide als Hüllen um die
Mineralkörner und verleihen dem Horizont eine
leuchtend braune bis rötlichbraune Farbe.
Durch die Sesquioxid-Einlagerung kann es
auch zu einer sehr festen Verkittung der Mine-
ralkörner kommen, man spricht dann vom sog.
Ortstein.
Unter diesem Horizont kann der Untergrundho-
rizont C folgen, insofern sich der Podsol primär
d.h. direkt entwickelt hat. Ist der Podsol aus
einer Braunerde hervorgegangen folgen dem
Bs- oft noch ein oder mehrere Bv-Horizonte. In
den vorgestellten Profilen 2 und 3 war jeweils
im Ah-, bzw. Aeh-Horizont, bereits eine begin-
nende Podsolierung bemerkbar. Ursache war
die saure, schlecht abbaubare Fichtenstreu. Die

image
22
Podsolierung stellt aber auch einen natürlichen
Vorgang im Alterungsprozess von Böden dar.
Irgendwann werden sich die meisten Böden,
wenn die enthaltenen Nährstoffe vollständig
aufgebraucht und ausgewaschen sind, und
auch keine Nachlieferung mehr von außen oder
aus dem Gestein erfolgt, zu einem Podsol ent-
wickeln.
Betrachtet man nun das Profil 4, findet man
zunächst unter der Humusauflage, welche ein
Rohhumusartiger Moder ist, einen 5 cm schma-
len Aeh-Horizont, gefolgt von einem 13 cm
mächtigen, grauen, diffus gefleckten Ahe-
Horizont. Letztere stellt den Auswaschungsho-
rizont des Podsols dar, wenngleich er noch
nicht vollständig sauergebleicht bzw. podsoliert
ist. Betrachtet man den Profilbogen für diesen
Boden (Kap. 3.4), so sieht man, im Vergleich
zum darüberliegenden Horizont, wie gegenüber
dem darunterliegenden Horizonten, einen deut-
lich geringeren Tongehalt und einen höheren
Sandgehalt, der insbesondere im Feinsandbe-
reich liegt. Es sind also tatsächlich Bestandteile
der Tonfraktion ausgewaschen worden und
überwiegend nur noch Quarzminerale vorhan-
den. Zusätzlich finden sich geringere Phos-
phorgehalte, was typisch für Podsole ist, da
Phosphat, gemeinsam mit Eisen und Alumini-
um, ebenfalls mobilisiert werden kann. Darüber
hinaus sind die Eisen und Mangangehalte so-
wie die Gehalte der basischen Kationen niedri-
ger. Als Feinbodenart zeigt der Horizont einen
mittel schluffigen Sand (7 % Ton, 25 % Schluff
68 % Sand). Der darunter liegende Bhs-
Horizont ist ein Übergangshorizont zwischen
einem Bh- und Bs-Horizont. Die Podsolierung
ist dabei noch nicht so weit fortgeschritten, dass
es zur deutlichen Trennung in zwei Horizonte
kam. Es ist daher gleichzeitig die leuchtende
Farbe eines Bs zu ersehen, wie auch der graue
Einstich eines Bh-Horizontes. Der Tongehalt
steigt wieder an, und erreicht, ab 25 cm Tiefe,
im folgenden Bs-Horizont sein Profilmaximum,
was die Tonmineralanreicherung in diesem
Bereich bestätigt. Die Eisen-, Mangan-, und
Aluminiumgehalte nehmen ebenso wieder zu,
wie die Gehalte der basischen Kationen. Die
Basensättigung erreicht im Bhs ein zweites
Maximum, der Phosphorgehalt im Bhs und Bs.
Bei den beiden Horizonten findet man im Fein-
boden einen mittel bis stark lehmigen Sand, mit
ca. 12 % Ton, 30 % Schluff und 58 % Sand,
wobei beide skelettführend bzw. mittel skelett-
haltig sind. Unter diesen beiden Ausfällungs-
und Anreicherungshorizonten, befindet sich, ab
ca. 40 cm, ein Verbraunungshorizont mit eini-
gen Stauwassermerkmalen (IISw-Bv). Der
Podsol entwickelte sich also über die Vorstufe
einer Braunerde. Der Sw-Bv-Horizont ist stark
skeletthaltig und enthält im Feinbodenanteil
einen spürbar höheren Schluffanteil, dabei
handelt es sich um eine schluffig-lehmigen
Sand (12 % Ton, 40 % Schluff, 48 % Sand).
Unter diesem Horizont befindet sich wiederum,
in ca. 70 cm tiefe, ein Sd-Horizont, der als
Staukörper wirkt, da er insbesondere dichter
gelagert ist, als die vorhergehenden Horizonte.
Es handelt sich um einen, im Gegensatz zu
darüber befindlichen Sw-Bv, mittel skeletthalti-
gen schwach lehmigen Sand (8 % Ton, 10 %
Schluff, 82 % Sand), wobei das Korngrößen-
maximum wie bei den vorhergehenden Hori-
zonten im Feinsandbereich liegt.
Abb. 11:
Profil 4, SS-PP

23
Betrachtet man die Wurzelverteilung im Profil,
so stellt man im Aeh-Horizont eine starke
Durchwurzelung fest, im Ahe hingegen nur eine
schwache, der im Bhs- und Bs-Horizont eine
sehr starke Durchwurzelungsintensität folgt.
Der Sw-Bv-Horizont ist immer noch stark, der
Sd-Horizont hingegen nicht mehr durchwurzelt.
Offenbar meiden die Bäume den nährstoffver-
armten Ahe-Horizont und haben stattdessen
ihren Hauptwurzelraum in die besser versorg-
ten Anreicherungshorizonte verlagert. Der
Staukörper wird von der Vegetation nicht er-
schlossen.
Berechnet man die nutzbare Feldkapazität und
damit das Wasserspeichervermögen des Pro-
fils, so kommt man auf 85 mm, was als gering
einzustufen ist. Die Ursache liegt im sandigen
Substrat, dem Skelettgehalt und der geringeren
Entwicklungstiefe. Geht man abermals von
einem Verbrauch der Fichten von 3 mm pro
Tag aus, so reicht das Wasser nur für 28 Tage,
und schon nach zwei Wochen käme es zu
Trockenstress. Dies muss im Gegensatz zu den
bisher vorgestellten Profilen, als deutlich
nachteilig. Wie in Anl. 2.3 dargelegt besteht in
jedem Monat der Vegetationsperiode die Ge-
fahr von Trockenheit und Dürre. Der Bestand
auf diesem Standort, dessen Wasservorrat
weniger als einen Monat reicht, ist jedoch zur
Befriedigung seiner Bedürfnisse zu einem
Großteil auf Niederschläge angewiesen, wes-
halb Extremereignisse für ihn ein hohes Risiko
darstellen. Besonders angesichts des prognos-
tizierten Klimawandels wird die Fichte langfris-
tig, besonders im Reinbestand, auf diesem
Standort keine ausreichenden Überlebensbe-
dingungen mehr finden. Die Stauschicht im
Untergrund bedeutet jedoch wieder einen klei-
nen Vorteil auf diesem grundwasserfernen
Standort.
Die potentiell natürliche Waldgesellschaft des
Standortes wäre ein Birken-Eichenwald (
Betulo-
Quercetum
) mit Traubeneichen, Gemeiner
Birken und Rotbuche als Hauptbaumarten. Als
Mischbaumart wäre insbesondere die Gemeine
Kiefer denkbar. Dies sind alles Baumarten,
welche mit der Trockenheit, wie mit den Nähr-
stoffverhältnissen des Bodens zurechtkämen
und ihn gleichsam noch tiefer erschließen könn-
ten.
Betrachtet man die Nährstoffversorgung, so
bemerkt man, gegenüber den bisherigen Bo-
densubtypen, speziell eine deutlich geringere
Ausstattung mit basischen Kationen. Die Nähr-
kraftstufe kann anhand der Humusform, des
pH-Wertes, der Basensättigung und der Katio-
nenaustauschkapazität als ziemlich arm bis arm
eingeschätzt werden. Kartiert wurde sie von der
forstlichen Standortserkundung als arm, was
typisch für Podsole, sowie für die Nährstoffver-
hältnissen über Quadersandstein ist. In der
Bodenvegetation findet sich häufiger sowohl
Drahtschmiele als auch Adlerfarn (
Pteridium
aquilinum
). Erstere fand sich auch schon in der
Umgebung von Profil 2 und 3. Die Drahtschmie-
le zeigt saure Bodenverhältnisse an sowie
einen Standort mit sehr geringer bis geringer
Nährstoffversorgung. Sind die beiden vorher-
gehenden Standorte auch als mittel bzw. mäßig
nährstoffversorgt einzuschätzen, so war doch
bei beiden Profilen im Oberboden eine schwa-
che Podsolierung erkennbar und damit eine
zunehmende Nährstoffverarmung zu bemerken,
wofür die Drahtschmiele als Weiser gelten
kann, ohne dass sie selbst aktiv zu einer weite-
ren Verschlechterung beiträgt. Den Bodenwas-
serbedingungen gegenüber stellt sich diese Art
indifferent dar, doch meidet sie sehr trockene
Standorte. Der Adlerfarn ist die eigentliche
Zeigerpflanze für die armen, trockenen podso-
lierten oder stark vernässten Sandsteinstandor-
te des Tharandter Waldes. Er besiedelt dabei
sowohl die sehr sauren bis mäßig sauren, tro-
ckenen bis feuchten Standorte, hat jedoch sehr
geringe Nährstoffansprüche. Vereinzelt kann
man, um das Profil herum, auch die Heidelbee-
re (
Vaccinium myrtillus
) entdecken. Sie deutet
auf sehr saure bis sauere Standorte, mit sehr
geringer Nährstoffversorgung hin. Besonders
die Heidelbeere trägt auch aktiv zu einer weite-
ren Verstärkung der Podsolierung bei. Gleiches
lässt sich von der Fichte sagen, denn beide
produzieren eine sehr lignin-, harz und gerb-
stoffhaltige, nährstoffarme Streu, die sich nur
schwer, unter Bildung von Fulvosäuren, abge-
baut wird. Zusätzlich erschließt die Gemeine
Fichte den Boden nicht vollständig und tief-
gründig. Dadurch gelangen Nährstoffe aus
tieferen Schichten nicht wieder in den biologi-
schen Kreislauf. Stattdessen wirken die in der
flachen Wurzelzone durch die Wurzeln ausge-
schiedenen Säuren stark versauernd.
Zur Verbesserung der Standorte wäre daher
das Einbringen naturnaher Bestockung (v.a.
Baumarten mit leicht zersetzlicher Streu) vor-
teilhaft. Dabei ist zu beachten, dass sowohl die
Rotbuche, wie die Gemeine Kiefer, die beide
am natürlichen Birken-Eichenwald Anteil hätten,
ebenfalls eine, die Podsolierung fördernde,
Streu produzieren. Deshalb sollte die Trauben-
eiche und die Gemeine Birke gefördert werden.
Eine weitere Möglichkeit der Standortsverbes-
serung ist eine Düngungskalkung oder, beson-
ders bei Ortsteinbildung, auch ein Tiefenum-
bruch. Vorrangiges Ziel sollte aber sein, mittel-
bis langfristig den pH-Wert zu stabilisieren bzw.
auf natürlichem Wege wieder anzuheben. Da-
durch kommt es zu einer erhöhten biologischen
Aktivität und verringerten Bildung von Fulvosäu-

image
24
ren und in der Folge zu einer Verlangsamung
der Sesquioxidverlagerung in den Unterboden.
2.7
Tafel 5 – Ein Boden als sichtbarer
Zeuge der Eiszeit
Bodenprofil 5 befindet sich unweit der Schwar-
zen Straße, in einem Mischbestand aus domi-
nierender Gemeiner Kiefer und Gemeiner Fich-
te, in 381 m ü. NN. Es ist jetzt das Plateau des
Ascherhübels erreicht und die Geländeneigung
ist nur noch sehr schwach, d.h. unter 2°. Bevor
jedoch die Aufmerksamkeit dem Boden gilt, soll
das Mirkorelief betrachtet werden. Auffällig sind
viele kleine Hügel bzw. Buckel, die sich über
die gesamte Fläche streuen. Bei diesen Bo-
denaufwölbungen handelt es sich um sog.
Froststrukturböden
, die wahrscheinlich im
Spätglazial der Weichselkaltzeit entstanden
sind (vgl. Abbildung 23). Sie finden sich auf ca.
30 % der Fläche des Tharandter Waldes und
bilden ein Netz aus rundlich bis ovalen feinbo-
denreichen Höckern, die teilweise von Steinan-
reicherungszonen, in den dazwischen befindli-
chen Vertiefungen, umgeben sein können. Sie
haben dabei Durchmesser von 3 – 6 m und
eine Höhendifferenz zwischen Vertiefung und
Aufwölbungsspitze von 30 cm bis zu 1 m. Ab-
bildung 36 zeigt die Froststrukturen in typischer
Ausbildung auf dem Ökologischen Messfeld der
TU Dresden, im Revier Tharandt. Nach Unter-
suchungen von FIEDLER
et al.
(1983) treten sie
über allen Gesteinen des Tharandter Waldes
auf, besonders häufig jedoch über Quarz-
porphyr, Plänersandstein und Gneis. Entschei-
dend ist hingegen die Lage. Zu 70 % finden sie
sich auf nicht bis schwach geneigten Flächen (<
5°), zu 20 % im mittel geneigten Bereich (5°-
10°) und zu nur zehn Prozent im stärker ge-
neigten Gelände. Ein Fehlen diese Frostmus-
terböden in Plateaulage, deutet immer darauf
hin, dass sie durch menschliche Nutzung, z.B.
Ackerbau, verloren gegangen sind. Im Umkehr-
schluss erlaubt das Vorhandensein die Fest-
stellung, dass ein Standort dauernd als Wald
genutzt wurde.
Die Frostmusterstrukturen entstanden durch
das wiederholte Gefrieren und Auftauen der
damals weitestgehend vegetationslosen Böden.
Während der frostfreien Zeit in den Sommer-
monaten drang Wasser in den Oberboden,
welches aufgrund der tiefer liegenden Dauer-
frostschicht nicht versickern konnte und alle
Poren füllte. Beim anschließenden Gefrieren
erweiterte sich das Bodenvolumen dadurch um
ca. 10 %. Da eine seitliche Ausdehnung nur
beschränkt möglich war, kam es zu einer stel-
lenweisen Aufwölbung. Diese wurde durch den
Wechsel der Korngrößenzusammensetzung der
verschiedenen Schichten, und der damit ver-
bundenen unterschiedlichen, Wasserspeicher-
kapazität, zusätzlich noch verstärkt.
Beim Gefrieren konnten darüber hinaus Frost-
und Dehnungsrisse entstehen, beim anschlie-
ßenden Wiederauftauen Schwundrisse. Gleich-
zeitig kam es zu einer Steinwanderung nach
oben. Wurde der Boden frostbedingt angeho-
ben, so wurden auch die Steine mit erfasst. Das
Abb. 12:
Frostmusterboden

image
25
anschließende Auftauen erfolgte in einer gleich-
mäßigen Front von oben nach unten, dabei
sackt das Feinmaterial wieder zusammen, da
das Wasser an Volumen verlor. Die Steine, die
mehrere Millimeter bis Zentimeter der Bodentie-
fe einnehmen, standen dabei teilweise mit ihrer
Unterkante noch auf gefrorenen Boden, wäh-
rend im oberen Teil bereits kein Frost mehr
herrschte und das Bodenmaterial sich senkte.
Sie konnten aber, bedingt durch den darunter
befindlichen Frost, dieser Bewegung nicht fol-
gen und wurden daher vom ehemals höherlie-
genden Bodenmaterial umschlossen. Beim
nächsten Gefrieren wurden sie wieder mit an-
gehoben, konnten jedoch dem Auftauen wieder
nicht folgen, so dass sie sich bei mehrmaliger
Wiederholung dieser Prozesse irgendwann an
der Bodenoberfläche befanden. Ein Stein von
10 cm Durchmesser braucht dabei 50 Jahre um
40 cm Feinboden zu durchwandern, ein Stein
mit 1 cm Durchmesser 500 Jahre (B
ÜDEL 1981).
Befand sich der Stein an der Oberfläche so
rutschte oder rollte er beim nächsten Anheben
des Bodens seitwärts in die, zwischen den
Aufwölbungskegeln liegenden, Bereiche oder in
die Frost-, Dehnungs- und Schwundrisse. Glei-
ches geschah teilweise auch mit losen,
gefrorenen Feinbodenaggregaten, z.B. Eisna-
deln, die sich an der Bodenoberfläche befan-
den. Während der Auftauphasen wurde zusätz-
lich Feinmaterial, z.B. durch Tauwasser, in die
Risse hineingespült. Dies alles führte zu einer
Verfüllung der Risse und Zwischenbereiche, so
dass der Boden seine ursprüngliche Gestalt
und Lagerung nie wieder ganz einnehmen
konnte. Mit der Zeit kam es auf diesem Wege
zu einer deutlichen Erhaltung der Froststruktu-
ren. Aktive Froststrukturböden kann man heute
noch in den Polarregionen der Erde (z.B. auf
Spitzbergen) finden.
Ein erster Blick in das Bodenprofil zeigt wieder
eine Zweiteilung in einen fahlbraunen oberen
Teil und einen teilweise auffällig bunten unteren
Teil deutlicher Stauwasserspuren. Es handelt
sich dabei um den Übergangssubtyp Pseu-
dogley-Parabraunerde (Abk.: SS-LL).
Der Name
Parabraunerde
setzt sich aus
Braunerde und aus Para- (griech. neben,
über… hinaus, gegen) zusammen und drückt
damit die Verwandtschaft, oder zumindest eine
Ähnlichkeit, mit der Braunerde, aber auch einen
gewissen Unterschied aus. Eine Normpa-
rabraunerde hat die typische Horizontierung
Ah/Al/Bt/C. Dem mineralischen Oberbodenhori-
zont Ah folgt ein Al-Horizont. Das A steht dabei
nicht für eine Anreicherung, wie es beim Ah
eine Humusanreicherung wäre, sondern für
eine Verarmung, ähnlich dem Ae. Der Buchsta-
be l steht für Lessivierung (franz. Auswa-
schung) und gibt Auskunft, dass der Horizont
an Ton verarmt ist. Die Lessivierung stellt den
typischen Bodenbildungsprozess bzw. das
typische Merkmal für eine Parabraunerde dar.
Im Al-Horizont, bei pH-Werten zwischen 5 und
Abb. 13:
Profil 5, SS-LL

image
image
26
7, kommt es zu einer vertikalen Verlagerung
von unzerstörten, vollständigen Tonmineralen
und den sie umhüllenden, bzw. angelagerten,
Eisenoxiden und -hydroxiden mit dem Sicker-
wasser. Dies ist dadurch möglich, da die
schwach sauren pH-Werte ein gegenseitiges
Abstoßen der Tonminerale, durch Quellung
(Einlagerung großer Ionen in die Zwischen-
schichten), erlauben. Der Transport erfolgt v.a.
durch die Grob- und Mittelporen des Bodens,
bei lockergelagertem, grobkörnigem Substrat,
z.B. Sand, auch mit der Sickerwasserfront. Der
Al-Horizont verarmt damit an Tonmineralen
sowie Eisenoxiden und -hydroxiden, was ihm
eine fahlgelbe bis gelbgraue Farbe verleiht. Mit
der Tonauswaschung geht auch eine Nährstoff-
verlagerung einher, da zahlreiche austauschba-
re, basische Kationen in den Tonmineralzwi-
schenschichten eingelagert sind (vgl. Kap. 2.5).
Im unter dem Al liegenden, Bt-Horizont wird der
Ton eingespült und abgelagert. Das t steht
dabei für tonangereichert. Die Tonanlagerung
erfolgt einmal in Form sog. Tonkutane, bzw. -
häutchen, an den Aggregatoberflächen, in die
das Wasser durch die Feinporen diffundiert,
wobei die Tonminerale aber nicht folgen kön-
nen und deshalb die Oberfläche überziehen.
Die Aggregatoberflächen wirken also ähnlich
einem Sieb. Darüber hinaus lagert sich der Ton
aber auch in blind endenden Poren, wie z.B.
alten Wurzelkanälen, an und verstopft diese,
oder reichert sich, so er mit der Sickerwasser-
front nach unten getragen wurde, flächig in
einer gewissen Tiefe an, wo das Wasser staut,
bzw. sich ebenfalls in tonundurchdringliche
Bereiche fortbewegt. Die Tonhäutchen besitzen
eine haselnussbraune bis rotbraune Farbe,
während die Grundfarbe des Horizontes der
einer Braunerde gleicht, denn auch in einer
Parabraunerde finden, sowohl im Bt-, als auch
im Al-Horizont, die Prozesse der Verlehmung
und Verbraunung statt. Bei einer sehr starken
Toneinwaschung kann jedoch die Farbe der
Tonhäutchen die Grundfärbung der Bodenag-
gregate vollständig überdecken.
Unter dem Bt-Horizont folgt zumeist der Unter-
grundhorizont C. Durch die Ton- und gleichzei-
tige Nährstoffverarmung im Oberboden kann es
zu einer Podsolierung kommen. Im Unterboden,
durch die Verstopfung der Poren, zu einer
Pseudovergleyung, wie es auch am vorliegen-
den Profil geschehen ist.
Die Lessivierung fand seit dem Ende der Eiszeit
statt und soll in Sachsen ihren Höhepunkt zwi-
schen 2500 v. Chr. Und 1000 n. Chr. erreicht
haben (B
AUMANN
et al.
1968). Bei den heutigen,
niedrigen pH-Werten findet aktuell keine oder
nur noch eine sehr geringe Tonauswaschung
statt, wie die Lessivierung im Tharandter Wald
ohnehin als nur gering angesehen werden
muss, da sie sich weniger in drastischen Ton-
gehaltsunterschieden, als vielmehr optisch in
Tonhäutchen offenbart.
Betrachtet man das Profil (Abbildung 13), so
bemerkt man zunächst als Humusform einen
Rohhumusartigen Moder, dem ein schwach
podsolierter Aeh-Horizont folgt. Darunter liegt,
in 8 cm Tiefe, ein Verbraunungshorizont (Bhv)
mit beginnender Humuseinwaschung, was ihm
eine schmutzigbraune Farbe verleiht. Unter
diesem, ab 20 cm, findet sich nun der tonver-
armte, lessivierte Sw-Al-Horizont. Er ist gelb-
lichbraun und zeigt zusätzlich bereits einige
Bleichflecken, welche auf eine Stauvernässung
hinweisen. Diesem folgt, in 40 cm Tiefe, ein
erster Toneinwaschungshorizont, der Bt-Sw-
Horizont. Festzustellen sind sowohl Rost- und
Bleichflecken, als auch die eher ins Graue
tendierenden rötlichbraunen Tonüberzüge auf
den Aggregaten. Diese sind auch mit bloßem
Auge zu erkennen (Abbildung 38), dürfen je-
doch nicht mit den rostfarbenen, orangebrau-
nen Oxidationsflecken verwechselt werden.
Eine deutliche Zunahme des Tongehaltes (>
3%) gegenüber dem Sw-Al ist nicht zu bemer-
ken, obgleich dieser etwas über 2 % zunimmt.
Das Porenvolumen nimmt leicht ab, was jedoch
auch tiefenbedingt sein kann und nicht auf die
Toneinlagerung zurückgeführt werden muss.
Das Substrat der bisher vorgestellten Horizonte
besteht aus Lößderivat. Das Korngrößenmaxi-
Abb. 14:
Beispiel haselbrauner Tonta-
peten auf gelblichem Löss im
Ödenburger Gebirge

27
mum liegt im Grobschluffbereich, vermengt mit
Verwitterungsmaterial des Plänersandsteins.
Die Feinbodenart bildet ein mittel toniger
Schluff (15 % Ton, 69 % Schluff, 16 % Sand).
Der Grobboden nimmt etwas über 20 % ein und
besteht sowohl aus Grus, wie Steinen, des
Plänersandsteins.
Ab 60 cm Tiefe folgt eine zweite Schicht, die
von einem Bbt+Sd-Horizont eingenommen wird.
Sie zeigt eine auffällig gelblichbraune Farbe.
Das Material besteht im Feinboden aus stark
sandigem Lehm (20 % Ton, 16 % Schluff, 64 %
Sand), zusätzlich enthält es, auf das Gesamtvo-
lumen bezogen, nahezu 50 % Grus und Steine.
Hierbei werden die Eigenschaften eines Ton-
einwaschungshorizontes deutlich. Der Tonge-
halt ist gegenüber dem Al-Horizont um 6 %
höher, zusätzlich wird das Porenvolumen
hauptsächlich von Feinporen eingenommen
und der Kaliumgehalt des Horizontes ist auffäl-
lig größer. Der Kleinbuchstabe b in der Hori-
zontverschlüsselung steht für gebändert, denn
der Ton findet sich vor allem in Bänderform in
offenbar ehemaligen Grobporen, welche von
den Bleichflecken im Profil deutlich nachge-
zeichnet werden. Bricht man Stücke davon
heraus erkennt man den Ton. Neben der Ton-
anreicherung, fungiert der Horizont auch als
Staukörper für die höherliegenden Bereiche des
Profils. Dies ist durch die Toneinreicherungen
und die höhere Lagerungsdichte bedingt.
Unter der zweiten Schicht bzw. unter dem
IIBbt+Sd-Horizont, in 1 m Tiefe, folgt eine dritte
Schicht, welche von einem Bbt+Sd-Cv-Horizont
eingenommen wird. Das Material ist wieder ein
stark sandiger Lehm (21 % Ton, 17 % Schluff
62 % Sand), wobei das Korngrößenmaximum
jetzt deutlich im Feinsandbereich liegt. Die
Farbe des Horizontes ist auffällig gelblichrot
und das Substrat völlig grobboden- bzw. ske-
lettfrei. Es handelt sich bei dem Material um die
Verwitterung des Pennricher Sandsteines.
Dieser wurde im Kreidemeer vor dem Pläner-
sandstein abgelagert und ist ein nicht bis nur
schwach verfestigter Sandstein (vgl. Anl. 2.2).
In diesem Horizont sind abermals Tonbänd-
chen, umgeben von schwachgrauen bis weißen
Bleichbahnen und -flecken, zu finden, die Kali-
umgehalte sind jedoch auffällig gering. Er stellt
ebenfalls einen Teil des Staukörpers dar.
Die Durchwurzelung des Profils reicht bis hinein
in den IIBbt+Sd-Horizont, der Hauptwurzelanteil
befindet sich jedoch in den obersten 20 cm. Die
nFK bzw. die nutzbare Wasserspeicherkapazi-
tät des Profils beträgt 120 mm im Bereich des
Wurzelraumes und ist damit in einem mittleren
Bereich. Bei einem angenommenen Verbrauch
von 3 mm pro Tag, würde das Wasser 40 Tage
reichen, wobei es nach 20 Tagen zu einem
ersten Trockenstress käme. Die Stauschicht im
Untergrund ist wieder als positiv einzuschätzen.
Die natürliche Waldgesellschaft dieses Standor-
tes ist auch hier ein Hainsimsen Buchen-
Mischwald in typischer Ausprägung. In der
Strauchschicht findet man vereinzelt erste Rot-
buchen vor, sonst überwiegend Eberesche
(
Sorbus aucuparia
). In der Krautschicht domi-
niert wieder die Drahtschmiele, daneben findet
sich spärlich Heidelbeere, die Weiße Hainsimse
(
Luzula luzuloides
), die Leitart der natürlichen
Waldgesellschaft, sowie Frauenfarn (
Athyrium
filix-femina
) und das Schmalblättrige Weidenrö-
schen (
Epilobium angustifolium
). Drahtschmiele
und Heidelbeere sind Zeiger für die Podsolie-
rung im Oberboden. Die Bestockung mit Kiefer
und Fichte verstärkt diesen Effekt noch. Die
Lessivierung des Bodens war hingegen nicht so
stark, als dass sie einen stark ton- und nähr-
stoffverarmten Oberboden zurück gelassen
hätte, vielmehr liegt der Podsolierung, wie auch
schon bei den Profilen 2 und 3, der Einfluss der
Bestockung zugrunde. Der Frauenfarn, das
Schmalblättrige Weidenröschen und die Weiße
Hainsimse deuten darauf hin, dass auch dieser
Bestand gekalkt wurde und sich der rohhumus-
artige Moder in Richtung einer besseren Mo-
derhumusform hin verändert. Die Einschätzung
der Nährkraft nach Humusform, pH-Wert, Ba-
sensättigung und Kationenaustauschkapazität
(K
ARST
et al.
1965 a) zeigt eine mittlere Trophie,
welche sich langfristig eher verbessern als
verschlechtern wird. Bezüglich der Baumarten-
einbringung kann dieser Standort, sowohl von
seiner Nährstoffausstattung, als auch vom
Wasserhaushalt her, vielseitig genutzt werden.
Dabei entspräche ein Buchen-Nadelbaum-
Mischbestand mit 60 bis 90 % Rotbuche und 10
bis 40 % Mischbaumarten, wie Weißtanne,
Gemeiner Douglasie (
Pseudotsuga menziesii
),
Bergahorn, ggf. auch Gemeiner Fichte, oder ein
Douglasienmischbestand mit 50 bis 70 % Ge-
meiner Douglasie und 30 bis 50 % Mischbaum-
arten, wie Rotbuche, Weißtanne, Trauben-,
Stiel- und Roteiche (
Quercus rubra
) sowie,
maximal zehn Prozent, Gemeiner Fichte, den
forstlichen Bestandeszieltypen (vgl. EISENHAUER
et al.
2005).
2.8 Tafel 6 – Boden und nachhaltige
Landnutzung
Tafel 6 befindet sich auf der rechten, östlichen
Seite der Schwarzen Straße. Es wird dabei kein
Bodenprofil gezeigt sondern auf verschiedene
Bodenfunktionen aufmerksam gemacht, wie sie
schon in Kapitel 2.1.1 vorgestellt wurden. Als
Beispiel für die sog. Archivfunktion des Bodens
wird dabei auf den Jacobs- bzw. Fürstenweg
verwiesen (Abbildung 15), einen mittelalterli-

image
image
image
28
chen bis frühneuzeitlichen Hohlweg, welcher
lehrpfadparallel verläuft und am Standort der
Tafel 6 besonders eindrucksvoll zu sehen ist.
Es handelt es sich um die älteste erhaltene
Wegung durch den Tharandter Wald, die ein
bedeutendes kulturhistorisches Denkmal dar-
stellt.
Der unbefestigte Steig wurde früher wiederholt
mit Karren und Wagen befahren, beritten und
begangen, wodurch es zu einer Entblößung der
Bodenoberfläche von der Vegetation und der
Humusauflage kam. Der Mineralboden lag
somit frei und Bodenmaterial konnte durch
Regen- und Tauwasser, welches dem Gefälle
des Weges folgend ablief, abgetragen werden.
Zusätzlich wurde der Weg auch bei feuchten
Bodenverhältnissen benutzt, weshalb sich die
Räder in den Boden eindrückten bzw. den Bo-
den verformten, wodurch es zur Bildung von
Gleisen kam, die ebenfalls der Ausspülung
unterlagen. Im Sommer wurde von der offenen
Bodenoberfläche, bei trockenem, windigen
Wetter, oder schnellem Befahren und Bereiten,
Material ausgeweht. Mit der Zeit senkte sich
aus diesen Gründen, das Wegprofil beständig
und die charakteristische Hohlform entstand.
Wurde der Weg zum Fahren unbrauchbar, oder
der Böschungsabstand zu schmal, kam es zu
einer Versetzung des Weges um einige Meter,
weshalb sich heute mehrere Hohlprofile neben-
einander finden. Auch diese Prozesse des
Bodenabtrages stellen einen Teil der Boden-
erosion dar. Am Unterhang bzw. in Verfla-
chungsbereichen des Weges kam es hingegen
zu einer Anhäufung des Bodenmaterials oder
aber zu einem weiteren Abtransport durch
Fließgewässer. Letzteres geschah dort, wo der
Weg ein Gewässer kreuzte bzw. an einer Furt
durchquerte, da diese Stellen meist den tiefsten
Punkt des Gefälles bildeten. Der Hohlweg ist
jedoch nicht nur als Zeichen negativer mensch-
liche Reliefformung zu verstehen, vielmehr stellt
er heute einen besonderen Lebensraum, ein
Biotop, dar. Er besitzt von der Umgebung ab-
weichende Boden-, Relief- und mikroklimati-
sche Eigenschaften, die für bestimmte Pflanzen
und Tiere eine ökologische Nische darstellen.
Ein weiteres Beispiel menschlicher Einwirkung
auf den Boden stellt die Schwarze Straße dar.
Zum Bau wurden Böschungen eingeschnitten
und Dämme aufgeschüttet, um Steigungen zu
verringern und eine entsprechende Straßen-
breite zu erhalten. Zusätzlich kam es zu einer
Bodenversiegelung mit Asphalt, was den voll-
ständigen Verlust aller Bodenfunktionen bedeu-
tet, ausgenommen der Archiv- und Kulturfunkti-
on. Wenn man allein die Straße betrachtet, so
erscheint diese nur als ein minimaler Eingriff in
die Landschaft, doch werden in der gesamten
Bundesrepublik täglich ca. 120 ha Fläche ver-
baut (S
CHÜRER
et al.
2001), was einen überaus
bedeutsamen Flächenverbrauch darstellt.
Andere anthropogenen Einwirkungen auf den
Boden, neben der Bodenerosion und der Ver-
siegelung, sind z.B. Abtragungen und Überde-
ckung von Boden durch Bergbau in Form von
Steinbrüchen, Tagebauen und Halden, Boden-
bewegung und -veränderung im Zuge von Bau-
vorhaben oder bei der Landschaftsgestaltung,
Einbringung von Fremd- und Schadstoffen
sowie die Übernutzung der jeweiligen Boden-
funktionen. Böden benötigen, wegen der zahl-
reichen Einflüsse des Menschen, einen ent-
sprechenden Schutz, um auch weiterhin und
dauerhaft ihre Funktionen wahrnehmen zu
können. Bodenschutz setzt zunächst jedoch
immer das Bewusstsein des Menschen voraus,
den Boden überhaupt als ein bedeutendes
Umweltmedium, ähnlich der Luft oder dem
Wasser, wahrzunehmen.
2.9
Tafel 7 – Ein nährstoffreicher Boden
Das sechste und letzte Profil befindet sich 150
m von der Schwarzen Straße entfernt, an ei-
nem kleinen Seitenweg, welcher zum ehemali-
gen Steinbruch des Ascherhübels führt. Die
Höhe ü. NN beträgt am Profil 408 m. Direkt
neben dem Profil erhebt sich der ehemalige
Kraterrand des Ascherhübelvulkans, welcher
vor ca. 10 Mio. Jahren, im Tertiär, aktiv war und
einen basaltähnlichen, dunkelgrauen Augit-
Olivin-Nephelinit über den, die Kuppe des
Abb. 15:
Hohlweg im Tharandter Wald

image
29
Ascherhübels bildenden, Plänerssandstein und
weite Teile des Tharandter Waldes ergoss (vgl.
Anl. 2.2). Erhalten hat sich der Deckenerguss
jedoch nur direkt am Ascherhübel, am Land-
berg und Buchhübel. Das Bodenprofil 6 entwi-
ckelte sich aus dem Nephelinit und später ein-
gewehtem und umgelagerten Lößderivat. Es
handelt sich um den Bodennormsubtyp
Braun-
erde
.
Das Profil zeigt als Humusform einen F-Mull,
dabei ist nur der L- und der Of-Horizont ausge-
prägt, in dem man auf der Bodenoberfläche nur
unzersetzte und darunter eine flächige, locker
verklebte Lage stärker zersetzter Blätter findet,
die direkt auf dem Ah aufliegen. Der darunter
befindliche, 7 cm mächtige, Ah-Horizont besitzt
eine stark dunkelbraune Farbe und einen Hu-
musgehalt von fast 30 %. Dies zeigt, dass die
abgebaute organische Substanz rasch in den
Mineralboden eingearbeitet wurde und die
biologische Aktivität sehr hoch ist. Darunter
folgt ein Übergangshorizont zwischen Ah- und
Bv-Material, in Form eines Ah-Bv-Horizontes.
Dieser ist dunkelgraubraun und noch immer
stark humos. Die Feinbodenart entspricht bei
beiden Horizonten einem schluffigen Lehm (21
% Ton, 61 % Schluff, 18 % Sand). Ist der Ah-
Horizont nur schwach grusig, kann der Skelett-
anteil, mit 50 % des Gesamtbodenvolumens, im
Ah-Bv schon als stark eingeschätzt werden,
wobei sowohl Grus, als auch Steine auftreten.
Ab 20 cm Tiefe schließt sich ein Bv-Horizont
an. Er ist sehr stark skelett- bzw. grusschutthal-
tig und besitzt als Feinbodenart einen sandig-
lehmigen Schluff (15 % Ton, 57 % Schluff, 28
% Sand). Auffällig ist dabei, dass in keinem der
Horizonte mehr ein Grobschluffmaximum die
Korngrößenverteilung dominiert. Unter dem Bv-
Horizont, erfolgt in 60 cm ein Schichtwechsel
und ein IIBv-Horizont beginnt. Der Grobboden-
anteil verbleibt dabei im sehr starken Bereich,
der Feinboden verändert sich dagegen zu ei-
nem schluffig-lehmigen Sand (14 % Ton, 48 %
Schluff, 38 % Sand). Ab 80 cm Tiefe schließt
sich eine dritte Schicht, mit einem IIICv-
Horizont, an. Hier findet man nahezu 75%
Grus, der das Verwitterungsprodukt des Nephe-
linits darstellt. Die Feinbodenart nimmt ein mit-
tel sandiger Lehm, mit 22 % Ton, 36 % Schluff
und 42 % Sand, ein.
Das Profil entspricht somit nahezu einer klassi-
schen Braunerde, mit der typischen Horizontie-
rung Ah/Bv/C. Im Gegensatz zu Profil 3, der
Pseudogley-Braunerde (Abbildung 10), fällt die
dunklere Farbe des Bodens auf (Abbildung 16).
Dies zeigt, dass Braunerden sehr vielfältig und
variabel in ihrem Erscheinungsbild sein können,
was nicht zuletzt vom Ausgangssubstrat ab-
hängig ist. Braunerden können jedoch in drei
grundlegende Formen unterschieden werden.
1. in basenreiche oder eutrophe Braunerden, 2.
in basenarme oder saure Braunerden und 3. in
basenarme, dystrophe Braunerden, zumeist
Podsolbraunerden. Bei vorliegendem Boden
Abb. 16:
Profil 6, BBn

30
handelt es sich um eine solche basische
Braunerde, denn die Basensättigung liegt in
allen Horizonten deutlich über 50 % und die pH-
Werte liegen im Bereich 5 - 6. Bei der Pseu-
dogley-Braunerde in Bodengrube 3 handelte es
sich hingegen um eine basenarme, saure
Braunerde, mit einem schwach podsolierten
Oberbodenhorizont und Basensättigungen
deutlich unter 20 %, pH-Werte liegen zwischen
3,5 und 4,5. Würde sich die Podsolierung ver-
stärken, wäre der Übergang zur Podsol-
Braunerde erreicht. Betrachtet man im Fachda-
tenteil (Kap. 3.6) die Ergebnisse der chemi-
schen Analysen, so sind gegenüber Profil 3 die
Gehalte der basisch wirkenden Kationen Kalzi-
um, Magnesium und Natrium ebenfalls, wie es
die Basensättigung schon impliziert, höher. Die
Kaliumgehalte jedoch nicht, was auf eine gerin-
gere Verwitterung der Tonminerale schließen
lässt. Auffällig sind darüber hinaus die hohen
Eisengehalte des Bodens, welche nahezu drei-
bis viermal größer als die des Profils Nummer 3
sind. Zurückführen lassen sich die höheren
Eisengehalte, wie auch die bessere Nährstoff-
ausstattung, auf den günstigeren Mineralbe-
stand des Augit-Olivin-Nephelinit, der aus einer
Grundmasse von Augit ((Ca, Mg,
Fe)
2
((Si,Al)
2
O
6
)) besteht und überwiegend
Magnetit (Fe
3
O
4
), Olivin ((Mg,Fe)
2
(SiO
4
)) und
Nephelin (KNa
3
(AlSiO
4
)
4
) im weiteren Mineral-
gemenge enthält, die für die Nachlieferung der
basischen Kationen, wie den hohen Anteil an
Eisen sorgen. Die Einschätzung der Nährkraft-
stufe zeigt, dass es sich um einen reichen
Standort handelt.
Betrachtet man die Durchwurzelungsverhältnis-
se, erkennt man, dass der Boden bis in den Cv-
Horizont hinein erschlossen ist. Eine Schätzung
der nutzbaren Feldkapazität bzw. der Wasser-
speicherkapazität im effektiven Wurzelraum
zeigt mit einer Pflanzenverfügbarkeit von 112
mm Wasser, einen mittleren Wert. Die Vorräte
würden, ähnlich wie bei Profil 3, bei einem
Verbrauch von 3 mm pro Tag ca. 37 Tage rei-
chen, wobei nach ca. 18 Tagen ein erster Tro-
ckenstress für die Pflanze eintreten würde.
Allerdings existiert keine Stauschicht im Unter-
grund, die das Wasser längere Zeit stauen
könnte. Betrachtet man die Bodenvegetation,
so findet man sehr reichlich Echte Goldnessel
(
Galeobdolon luteum
), reichlich Waldbin-
gelkraut (
Mercurialis perennis
) und Waldveil-
chen (
Viola reichenbachiana
) sowie vereinzelt
Nabelmiere (
Moehringia trinervia
). Alle vier
Pflanzen bevorzugen mäßig frische bis frisch-
feuchte Standorte, wobei das Waldbingelkraut
auch mäßig trockene Standorte besiedeln kann.
Nach der forstlichen Standortserkundung ist der
Standort als „mäßig trocken“ kartiert, aufgrund
der Bodenvegetation und der Profileinschät-
zung muss er jedoch, auch trotz des hohen
Skelettgehaltes, eher als „mäßig frisch“ ange-
sehen werden. Die anschließenden Hangver-
steilungen des Kraterrandes sind hingegen
eher als „mäßig trocken“ einzuschätzen.
Die Nährstoffansprüche der vier genannten
Arten liegen in einem mittleren bis hohen Be-
reich und es werden nur neutrale bis mäßig
saure Standorte eingenommen, das Waldbin-
gelkraut hat dabei die höchsten Ansprüche an
die Basenversorgung und kommt auch im alka-
lischen Bereich vor. Echte Goldnessel, Wald-
bingelkraut und Waldveilchen sind gleichzeitig
Zeiger der natürlichen Waldgesellschaft eines
Waldmeister-Buchenwaldes (
Galio odorati-
Fagetum
), der sich auf diesem Standorten
potentiell entwickeln würde. Als forstlicher Be-
standeszieltyp wird für diesen Standort ein
Edellaubbestand aus Bergahorn, Gemeiner
Esche, Spitzahorn (
Acer platanoides
), Sommer-
linde (
Tilia platyphyllos
) und Rotbuche ausge-
wiesen. Die jetzige Baumartenzusammenset-
zung mit der Winterlinde entspricht schon dem
Ziel des Edellaubbaumes und damit der Wert-
holzerzeugung. Die Europäische Lärche (
Larix
decidua
) gedeiht ebenfalls gut, besetzt jedoch
mit ihrer Anwesenheit den Platz für Edellaub-
bäume, die höherwertiges Holz produzieren
könnten. Auch die Gemeine Fichte würde auf
diesem Standort sehr gute Zuwächse zeigen,
doch in ihrer Wertschöpfung nicht die Edellaub-
bäume übertreffen. Zusätzlich erhöht sich für
die Fichte, aber auch für die Douglasie, Kiefer
und Lärche auf kräftig und reich mit Basen
versorgten Standorten die Gefahr des Befalls
mit Wurzelschwamm (
Heterobasidion anno-
sum
), einem Pilz, der von der Wurzel aus die
Kern- bzw. Rotfäule im Baumstamm verursacht.
In der Strauchschicht dominiert Bergahorn, es
ist deshalb davon auszugehen, dass sich der
Bestand langfristig in einen Bergahornbestand
entwickeln wird.
Der im Süden angrenzende Bereich, immer
rechter Hand des herführenden Weges, ist
hingegen schon wieder nur kräftig bis mäßig
nährstoffversorgt da er lediglich aus Lößderivat
über Plänersandstein mit Basaltüberrollungen
besteht.

 
31
3 Fachdatenteil
3.1 Bodenlehrpfad Tharandter Wald Profil 01
Bearbeiter:
Menzer/Joisten/Lohse
TK25:
5047 Freital
Datum:
16.05.2008
Lage:
RW: 5396292
HW: 5649351
330 m NN
Kreis:
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Nutzung:
Wald
Vegetation:
Schwarzerle, 35 Jahre
Humusform:
Mullartiger Moder (MOM)
Relief:
ebener Tiefenbereich in einem Sohlental,
mit asymmetrischem Querprofil, südsüdostexpo-
niert, nicht geneigt (N0)
Profilbeschreibung
Hor.
Nr.
Horizont-/
Substrat-
symbol
Ober-/
Unter-
grenze
Horizontbeschreibung
1
aAh
dunkelrötlichbraun (5
YR
2,5/2); extrem humos (h6); extrem stark
durchwurzelt (Wf6); Subpolyedergefüge; mittel toniger Schluff
(Ut3)
uk-lu(Uuk-qh)
0/4
Kolluvialer Lehmschluff aus Kolluvialschluff des Holozäns
2
aM
dunkelbraun (7,5
YR
3/2); stark humos (h4); extrem stark durch-
wurzelt (Wf6); Subpolyedergefüge; mittel toniger Schluff (Ut3)
uk-lu(Uuk-qh)
4/15
Kolluvialer Lehmschluff aus Kolluvialschluff des Holozäns
3
aM-Go
sehr dunkelgraubraun (10
YR
3/2), Bleichflecken dunkelgrau
(10
YR
4/1); mittel humos (h3); sehr stark durchwurzelt (Wf5);
Subpolyedergefüge; sandig-lehmiger Schluff (Uls)
uk-lu(Uuk-qh)
15/35
Kolluvialer Lehmschluff aus Kolluvialschluff des Holozäns
4
aM-Gro
dunkelgraubraun (10
YR
4/2), Rostflecken dunkelbraun (7,5
YR
3/4),
Bleichflecken braun (10
YR
5/3), mittel humos (h3); schwach
durchwurzelt (Wf2); Subpolyedergefüge; schluffiger Lehm (Lu)
uk-tu(Uuk-qh)
35/45
Kolluvialer Tonschluff aus Kolluvialschluff des Holozäns
5
IIfAh-Gor
sehr dunkelgraubraun (10
YR
3/2); sehr stark humos (h5); sehr
schwach durchwurzelt (Wf1); Subpolyedergefüge; schluffiger
Lehm (Lu)
fo-tu(Uf-qh)
45/56
Auentonschluff aus Flußschluff des Holozäns
6
IIGor
Rostflecken stark braun (7,5
YR
5/6), Bleichflecken schwach
bräunlichgrau (10
YR
6/2); mittel humos (h3); nicht durchwurzelt
(Wf0); Subpolyedergefüge; stark toniger Schluff (Ut4)
fo-tu(Uf-qh)
56/96
Auentonschluff aus Flußschluff des Holozäns
7
IIIGr
Rostflecken gelblichrot (5
YR
5/8), Bleichflecken fahlbraun
(10
YR
6/3); sehr schwach humos (h1); nicht durchwurzelt (Wf0);
Kohärentgefüge; mittel lehmiger Sand (Sl3) mit je 2-10 % Fein- u.
Mittelgrus, 10-25 % Grobgrus und 25-50 % kantigen Steinen
ff-lsnz(Of-qh, Uf-
qh)
ab 96
Fluviatiler Lehmsandschuttgrus aus Flußschotter und Flußschluff
des Holozäns
Profilkennzeichnung
Bodensubtyp: AB-GG
Vega-Gley
Grundwasserstand:
mittel (4 bis 8
dm unter der Geländeoberfläche)
Bodenformensymbol:
AB-GG: uk-lu(Uuk-qh)/fo-tu(Uf-qh)//ff-lsnz(Of-qh,Uf-qh)
Bodenformen-
bezeichnung:
Vega-Gley aus kolluvialem Lehmschluff (aus Kolluvialschluff des Holozäns)
über Auentonschluff (aus Flußschluff des Holozäns) über tiefem fluviatiler
Lehmsandschuttgrus (aus Flußschotter und Flußschluff des Holozäns)
Forstl. Standortsform:
Gb.B 1
Grillenburger Löß-Bachtälchen, staufeucht
Forstl. Standorts-
gruppe:
Uf-BM1
staufeuchter, mittel nährstoffversorgter Bachtälchenstandort der
unteren feuchten Berglagen
Vegetation:
Baumschicht: Schwarzerle (
Alnus glutinosa)
4, Grauerle (
Alnus incana
)1
Strauchschicht: -
Krautschicht: Zittergrassegge (
Carex brizoides
) 5, Roter Fingerhut (
Digitalis
purpurea
) 1, Waldsauerklee (
Oxalis acetosella
) 1, Wolliges Reitgras (
Cala-
magrostis villosa
) 1, Hainsternmiere (
Stellaria nemorum
) +, Rasenschmiele
(
Deschampsia cespitosa
) +

 
32
Physikalische und chemische Analysen
Tiefe
Skelett
Textur (Mas.-% der kalk- und humusfreien Feinerde)
d
B
Horizont
cm
Klasse
gS
mS
fS
gU
mU
fU
T
g /cm
3
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
aAh 0 -4 0 2,8 5,5 8,4 33,7 22,1 13,5 14,0 0,68
aM 4 -15 0 2,8 5,5 8,2 33,0 22,5 11,6 16,6 0,91
aM-Go 15 -35 0 6,8 7,7 9,8 30,5 19,5 9,2 16,5 1,21
aM-Gro 35 -45 0 2,5 6,7 6,4 27,8 22,4 12,1 22,2 1,29
IIfAh-Gor 45 -56 0 3,4 6,5 5,7 28,6 18,9 9,3 27,6 0,91
IIGor 56 – 96 0 0,9 5,3 5,2 40,2 22,4 7,4 18,6 1,44
IIIGr ab 96 5 40,4 27,4 4,7 8,3 6,1 2,2 10,9 n.b.
Horizont
Porenverteilung (Vol.-%)
GPV
nFK
K
10cm
K
63cm
K
316cm
>50μm
50-10μm 10-0,2μm
<0,2μ
Vol.-%
mm
cm/Tag
1
12
13
14
15
16
17
18
19
20
aAh 9 13 24 17 63 15 2,72 0,26 0,008
aM 5 10 22 15 53 36 6,03 1,28 0,051
aM-Go 6 5 10 24 45 30 0,22 0,03 0,005
aM-Gro 4 4 11 26 45 16 0,17 0,02 0,004
IIfAh-Gor 6 10 22 20 58 35 2,55 0,30 0,012
IIGor 2 4 15 25 45 83 2,70 0,92 0,119
IIIGr
Σ
WR
132
Horizont
pH
pH
C
org
N
org
P
S
KAK
eff
BS
(H
2
O)
(CaCl
2
)
Mas.-% Mas.-%
C/N
g/kg
g/kg
mmol
c
/kg
%
1
21
22
23
24
25
26
27
28
29
Of/Oh 5,0 4,4 16,40 1,04 16 0,65 1,18 163 89
aAh 4,1 3,4 10,54 0,66 16 0,65 0,99 117 19
aM 4,4 3,8 3,51 0,28 13 0,72 0,45 67 11
aM-Go 5,3 4,5 1,71 0,14 12 0,55 0,22 53 75
aM-Gro 5,8 4,9 2,12 0,13 16 0,43 0,21 78 97
IIfAh-Gor 5,7 4,8 4,78 0,20 24 0,58 0,32 93 93
IIGor 5,9 4,7 1,54 0,07 21 0,29 0,15 53 91
IIIGr 5,7 4,5 0,42 0,04 10 0,19 0,13 30 70
Horizont
Gesamtgehalte in g/kg
Ca
K
Mg
Na
Ti
Al
Fe
Mn
1
30
31
32
33
34
35
36
37
Of/Oh 4,0 10,4 2,53,5 2,9 28,6 15,5 0,31
aAh 1,9 12,7 1,84,3 3,7 33,7 18,0 0,14
aM 4,4 15,1 3,2 5,1 4,4 38,3 21,3 0,46
aM-Go 4,5 14,8 3,5 4,9 4,2 38,3 20,6 0,45
aM-Gro 2,9 15,7 2,8 4,7 4,4 45,7 20,3 0,19
IIfAh-Gor 2,5 14,5 1,9 4,4 4,0 39,8 18,4 0,16
IIGor 2,0 15,3 1,4 4,8 4,8 33,7 10,3 0,10
IIIGr 0,8 14,4 1,3 4,0 1,9 30,3 10,0 0,09
Horizont
Fe
o
Fe
d
Al
o
Mn
o
Mn
d
g/kg
g/kg
Fe
o
/Fe
d
g/kg
g/kg
g/kg
1
38
39
40
41
42
43
44
45
46
aAh 6,0 8,5 0,71 2,2 0,02 0,04
aM 5,5 8,4 0,66 2,6 0,26 0,29
aM-Go 6,2 8,0 0,78 1,8 0,27 0,28
aM-Gro 7,2 9,8 0,74 1,3 0,05 0,06
IIfAh-Gor 8,2 10,6 0,77 2,8 0,06 0,06
IIGor 2,4 3,2 0,75 0,7 0,01 0,01
IIIGr 0,8 1,8 0,44 0,6 0,01 0,02

 
33
3.2 Bodenlehrpfad Tharandter Wald Profil 02
Bearbeiter:
Menzer/Joisten/Lohse
TK25:
5047 Freital
Datum:
16.05.2008
Lage
:
RW: 5396324
HW: 5649476
335 m NN
Kreis:
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Nutzung:
Wald
Vegetation:
Gemeine Fichte, 70 Jahre
Humusform:
feinhumusreicher Rohhumusartiger
Moder (MRR)
Relief:
schwach gewölbter Tiefenbereich in einem
Muldental, mit symmetrischem Querprofil, west-
südwestexponiert, sehr schwach geneigt (N1)
Profilbeschreibung
Hor.
Nr.
Horizont-/
Substrat-
symbol
Ober-/
Unter-
grenze
Horizontbeschreibung
1
Aeh
sehr dunkelbraun (10
YR
2/2); sehr stark humos (h5); stark durch-
wurzelt (Wf4); Subpolyedergefüge stark toniger Schluff (Ut4)
pflLH-tu(Lol-
qp,lpq-kro)
0/8
Fließtonschluff der Hauptlage (aus Lößlehm des Pleistozäns und
Lockergestein der Oberkreidezeit)
2
Bt+Al-Sw
gelblichbraun (10
YR
5/4), Rostflecken gelblichbraun (10
YR
5/8),
Bleichflecken fahlbraun (10
YR
6/3), Tontapeten braun (7,5
YR
5/3);
mittel humos (h3); schwach durchwurzelt (Wf2); Subpolyederge-
füge; mittel toniger Schluff (Ut3) mit weniger als 2 % Feingrus
pflLH-lu(Lol-
qp,lpq-kro)
8/20
Fließlehmschluff der Hauptlage (aus Lößlehm des Pleistozäns
und Lockergestein der Oberkreidezeit)
3
Bt-Sw
Rostflecken starkbraun (7,5
YR
5/8), Bleichflecken schwachgrau
(10
YR
7/2), Manganflecken dunkelrotbraun (2,5
YR
2,5/4), Tontape-
ten rötlichbraun (5
YR
5/4); sehr schwach humos (h1); schwach
durchwurzelt (Wf2); Subpolyedergefüge; schwach toniger Schluff
(Ut2) mit weniger als je 2 % Fein- und Mittelgrus
pflLH-lu(Lol-
qp,lpq-kro)
20/38
Fließlehmschluff der Hauptlage (aus Lößlehm des Pleistozäns
und Lockergestein der Oberkreidezeit)
4
Bt-Swd
Rostflecken gelblichrot (5
YR
5/8), Bleichflecken schwachbräun-
lichgrau (10
YR
6/2), Manganflecken dunkelrotbraun (2,5
YR
2,5/4),
Tontapeten rötlichbraun (5
YR
5/4); sehr schwach humos (h1);
schwach durchwurzelt (Wf2); Subpolyedergefüge; stark toniger
Schluff (Ut4) mit weniger als je 2 % Fein- und Mittelgrus
pflLM-tu(Lol-
qp,lpq-kro)
38/70
Fließtonschluff der Mittellage (aus Lößlehm des Pleistozäns und
Lockergestein der Oberkreidezeit)
5
IIBt+Sd-Cv
Rostflecken starkbraun (7,5
YR
5/6), Bleichflecken grau (2,5
Y
6/1),
Manganflecken dunkelrotbraun (2,5
YR
2,5/4), Tontapeten rötlich-
braun (5
YR
5/3); sehr schwach humos (h1); sehr schwach durch-
wurzelt (Wf1); Subpolyedergefüge; stark lehmiger Sand (Sl4) mit
je 2 bis 10 % Fein- und Mittelgrus
pflLB-
(zz4)sl(lpq-
kro,Lol-qp)
70/90
Stark reingrusführender Fließsandlehm der Basislage (aus Lo-
ckergestein der Oberkreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns)
6
IIIBt+Sd-Cv
schwachgelblichbraun (2,5
Y
6/4), Rostflecken starkbraun
(7,5
YR
5/8), Bleichflecken schwachgrau (2,5
Y
7/1), Manganflecken
dunkelrotbraun (2,5
YR
2,5/4), Tontapeten braun (7,5
YR
4/4); sehr
schwach humos (h1); nicht durchwurzelt (Wf0); Subpolyedergefü-
ge; schwach sandiger Lehm (Ls2) mit 2 bis 10 % Feingrus und 25
bis 50 % Mittelgrus
pflLB-zzll(lpq-
kro,Lol-qp,+R-
cs)
ab 90
Reingrusfließnormallehm der Basislage (aus Lockergestein der
Oberkreidezeit, Lößlehm des Pleistozäns und Quarzporphyr des
Oberkarbons)

 
34
Profilkennzeichnung
Bodensubtyp:
LL-SS
Parabraunerde-Pseudogley
Bodenformen-
symbol:
i.p2LL-SS: pfl-tu(Lol-qp,lpq-kro)//pfl-(zz4)sl(lpq-kro,Lol-qp)//pfl-zzll(lpq-
kro,Lol-qp,+R-cs)
Bodenformen-
bezeichnung:
Naßgebleichter, schwach podsolierter Parabraunerde-Pseudogley aus Fließ-
tonschluff (aus Lößlehm des Pleistozäns und Lockergestein der Oberkreidezeit)
über tiefem stark reingrusführender Fließsandlehm (aus Lockergestein der
Oberkreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns) über tiefem Reingrusfließnormal-
lehm (aus Lockergestein der Oberkreidezeit, Lößlehm des Pleistozäns und
Quarzporphyr des Oberkarbons)
Standortsform: Gb.LU 5z
Grillenburger Löß-Staugley, wechselfrisch und zügig
Standortsgruppe: Uf-WM2z
wechselfrischer, zügiger (d.h. in schwach geneigter Lage), mittelnähr-
stoffversorgter wechselfeuchter Standort der unteren feuchten Berglagen
Vegetation:
Baumsch.: Gemeine Fichte (
Picea abies)
5, Gemeine Birke (
Betula pendula
) 1
Strauchsch.: Gemeine Birke (
Betula pendula
) 1, Gemeine Fichte (
Picea abies)
1
Krautschicht: Drahtschmiele (
Deschampsia flexuosa
) 5, Waldsauerklee (
Oxalis
acetosella
) 1, Waldschachtelhalm (
Equisetum sylvaticum
) 1, Heidelbeere (
Vac-
cinium myrtillus
) +
Physikalische und chemische Analysen
Tiefe
Skelett
Textur (Mas.-% der kalk- und humusfreien Feinerde)
d
B
Horizont
cm
Klasse
gS
mS
fS
gU
mU
fU
T
g /cm
3
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
Aeh 0 -8 1 3,2 4,9 2,5 38,5 25,7 7,9 17,3 0,51
Bt+Al-Sw 8 -20 1 8,1 5,3 4,0 35,6 23,3 8,2 15,5 1,36
Bt-Sw 20 -38 1 3,7 4,0 2,8 43,3 27,1 7,2 11,9 1,63
Bt-Swd 38 -70 1 2,2 3,0 3,2 45,3 19,1 7,7 19,5 1,64
IIBt+Sd-Cv
70 - 90
3
25,7
25,7
12,6
9,0
7,1
5,7
14,2
1,91
IIIBt+Sd-Cv
ab 90
4
13,1
17,7
8,3
24,0
14,0
5,0
17,9
1,89
Horizont
Porenverteilung (Vol.-%)
GPV
nFK
K
10cm
K
63cm
K
316cm
>50μm
50-10μm 10-0,2μm
<0,2μ
Vol.-%
mm
cm/Tag
1
12
13
14
15
16
17
18
19
20
Aeh 6 17 34 12 69 41 8,95 1,89 0,08
Bt-Al-Sw 2 6 18 15 41 29 4,50 0,93 0,06
Bt-Sw 0 3 26 7 36 56 3,99 1,74 0,30
Bt-Swd 1 3 18 16 38 70 2,81 0,91 0,12
IIBt+Sd-Cv
2 2 6 16 25 15 0,14 0,03 0,01
IIIBt+Sd-Cv
2 2 7 16 27 Σ
WR
211 0,23 0,05 0,01
Horizont
pH
pH
C
org
N
org
P
S
KAK
eff
BS
(H
2
O)
(CaCl
2
)
Mas.-% Mas.-%
C/N
g/kg
g/kg
mmol
c
/kg
%
1
21
22
23
24
25
26
27
28
29
Of 4,13,4 44,06 1,80 25 0,96 2,34 241 43
Oh 3,5 2,9 36,36 1,64 22 0,89 2,13 227 79
Aeh 3,52,9 6,56 0,29 22 0,35 0,44 108 9
Bt-Al-Sw 3,7 3,3 2,08 0,09 23 0,34 0,30 92 11
Bt-Sw 4,1 3,7 0,28 0,03 9 0,20 0,16 37 8
Bt-Swd 4,2 3,6 0,22 0,03 7 0,28 0,17 72 12
IIBt+Sd-Cv
4,6 3,8 0,07 0,02 4 0,15 0,07 31 41
IIIBt+Sd-Cv
4,7 3,9 0,09 0,02 5 0,27 0,08 57 56

35
Horizont
Gesamtgehalte in g/kg
Ca
K
Mg
Na
Ti
Al
Fe
Mn
1
30
31
32
33
34
35
36
37
Of 2,24,7 1,11,6 0,6 14,0 12,6 0,12
Oh 3,0 2,3 0,8 0,7 1,8 6,3 4,8 0,26
Aeh 1,6 13,9 1,24,9 4,2 26,5 12,5 0,12
Bt-Al-Sw 4,3 14,8 3,2 5,3 4,7 34,6 21,5 0,27
Bt-Sw 2,1 18,3 2,1 6,3 4,6 36,5 15,0 0,37
Bt-Swd 2,0 19,1 3,4 6,1 4,3 45,1 22,4 0,24
IIBt+Sd-Cv
0,7 7,2 1,2 1,2 2,3 29,4 9,8 0,11
IIIBt+Sd-Cv
1,2 11,8 2,2 3,5 3,0 33,0 16,4 0,23
Fe
o
Fe
d
Al
o
Mn
o
Mn
d
Horizont
g/kg
g/kg
Fe
o
/Fe
d
g/kg
g/kg
g/kg
1
38
39
40
41
42
43
44
45
46
Aeh 4,4 5,7 0,76 1,1 0,002 0,02
Bt-Al-Sw 7,1 10,6 0,67 1,1 0,05 0,10
Bt-Sw 2,2 3,5 0,61 0,7 0,13 0,17
Bt-Swd 3,5 8,2 0,43 1,3 0,09 0,10
IIBt+Sd-Cv
0,9 4,2 0,21 0,4 0,04 0,06
IIIBt+Sd-Cv
1,9 7,3 0,26 0,6 0,10 0,19

 
36
3.3 Bodenlehrpfad Tharandter Wald Profil 03
Bearbeiter:
Menzer/Joisten/Lohse
TK25:
5047 Freital
Datum:
16.05.2008
Lage:
RW: 5396321
HW: 5649596
343 m NN
Kreis:
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Nutzung:
Wald
Vegetation:
Gemeine Fichte, 35 und 65 Jahre
Humusform:
feinhumusreicher Rohhumusartiger
Moder (MRR)
Relief:
gerundete, gestreckte Erhebung an einem
vertikal u. horizontal gewölbter Hang, südsüdost-
exponiert, schwach geneigt (N2.1)
Profilbeschreibung
Hor.
Nr.
Horizont-/
Substrat-
symbol
Ober-/
Unter-
grenze
Horizontbeschreibung
1
Aeh
dunkelgräulichbraun (10
YR
4/2); sehr stark humos (h5); extrem
stark durchwurzelt (Wf6); Subpolyedergefüge; schwach toniger
Schluff (Ut2) mit 2 bis 10 % Feingrus und bis 2 % Mittelgrus
pflLH-
(zz2)lu(Lol-
qp,+R-cs)
0/6
Schwach reingrusführender Fließlehmschluff der Hauptlage (aus
Lößlehm des Pleistozäns und Quarzporphyr des Oberkarbons)
2
Bhv
gelblichbraun (10
YR
5/4); mittel humos (h3); stark durchwurzelt
(Wf4); Subpolyedergefüge; mittel toniger Schluff (Ut3) mit 2 bis 10
% Feingrus und bis 2 % Mittelgrus
pflLH-
(zz2)lu(Lol-
qp,+R-cs)
6/20
Schwach reingrusführender Fließlehmschluff der Hauptlage (aus
Lößlehm des Pleistozäns und Quarzporphyr des Oberkarbons)
3
Bv
gelblichbraun (10
YR
5/6); schwach humos (h2); stark durchwurzelt
(Wf4); Subpolyedergefüge; stark toniger Schluff (Ut4) mit bis zu 2
% Feingrus
pflLH-tu(Lol-
qp,+R-cs)
20/32
Fließtonschluff der Hauptlage (aus Lößlehm des Pleistozäns und
Quarzporphyr des Oberkarbons)
4
Sw-Bv
gelblichbraun (10
YR
5/6), Rostflecken starkbraun (7,5
YR
5/8),
Bleichflecke bräunlichgelb (10
YR
6/6); sehr schwach humos (h1);
schwach durchwurzelt (Wf2); Subpolyedergefüge; mittel toniger
Schluff (Ut3) mit bis zu 2 % Feingrus
pflLH-lu(Lol-
qp,+R-cs)
32/47
Fließlehmschluff der Hauptlage (aus Lößlehm des Pleistozäns
und Quarzporphyr des Oberkarbons)
5
IIBt-Sw
Rostflecken starkbraun (7,5
YR
4/6), Bleichflecke fahlbraun
(10
YR
6/3), Tontapeten starkbraun (7,5
YR
5/6); sehr schwach
humos (h1); nicht durchwurzelt (Wf0); Subpolyedergefüge; schluf-
figer Lehm (Lu) mit je bis zu 2 % Feingrus und Mittelgrus
pflLM-
(zz2)tu(Lol-
qp,+R-cs)
47/85
Schwach reingrusführender Fließtonschluff der Mittellage (aus
Lößlehm des Pleistozäns und Quarzporphyr des Oberkarbons)
6
IIBt-Sdw
Rostflecken starkbraun (7,5
YR
4/6), Bleichflecke fahlbraun
(10
YR
6/3), Tontapeten starkbraun (7,5
YR
5/8); sehr schwach
humos (h1); nicht durchwurzelt (Wf0); Subpolyedergefüge; schluf-
figer Lehm (Lu) mit je 2 bis 10 % Feingrus und Mittelgrus
pflLM-
(zz2)tu(Lol-
qp,+R-cs)
85/110
Schwach reingrusführender Fließtonschluff der Mittellage (aus
Lößlehm des Pleistozäns und Quarzporphyr des Oberkarbons)
7
IIISd-Cv
Rostflecken starkbraun (7,5
YR
4/6), Bleichflecke grau (7,5
YR
6/1);
sehr schwach humos (h1); nicht durchwurzelt (Wf0); Subpolye-
dergefüge; mittel lehmiger Sand (Sl3) mit je 2 bis 10 % Feingrus
und Mittelgrus
pflLB-(zz4)ls(+R-
cs, Lol-qp)
ab 110
Stark reingrusführender Fließlehmsand der Basislage (aus
Quarzporphyr des Oberkarbons und Lößlehm des Pleistozäns)

 
37
Profilkennzeichnung
Bodensubtyp:
SS-BB
Pseudogley-Braunerde
Bodenformensymbol:
e.p2.lSS-BB: pfl-lu(Lol-qp,+R-cs/pfl-(zz2)tu(Lol-qp,+R-cs)//pfl-
(zz4)ls(+R-cs,Lol-qp)
Bodenformen-
bezeichnung:
Erodierte, schwach podsolierte, lessivierte Pseudogley-Braunerde aus
Fließlehmschluff (aus Lößlehm des Pleistozäns und Quarzporphyr des
Oberkarbons) über schwach reingrusführender Fließtonschluff (aus Löß-
lehm des Pleistozäns und Quarzporphyr des Oberkarbons) über tiefem
stark reingrusführender Fließlehmsand (aus Quarzporphyr des Oberkar-
bons und Lößlehm des Pleistozäns)
Standortsform: Kl.P-5
Klingenberger Quarzporphyr-Braunerde, mäßig frisch
Standortsgruppe: Uf-(T)M2
mittelfrischer, mäßig nährstoffversorgter terrestrischer Standort
der unteren feuchten Berglagen
Vegetation:
Baumschicht: Gemeine Fichte (
Picea abies)
3
Strauchschicht: Gemeine Fichte (
Picea abies)
1
Krautschicht: Drahtschmiele (
Deschampsia flexuosa
) 3, Waldsauerklee
(
Oxalis acetosella
) 2, Wolliges Reitgras (
Calamagrostis villosa
) 2, Große
Brennessel (
Urtica dioica
) +, Roter Fingerhut (
Digitalis purpurea
) +
Physikalische und chemische Analysen
Tiefe
Skelett
Textur (Mas.-% der kalk- und humusfreien Feinerde)
d
B
Horizont
cm
Klasse
gS
mS
fS
gU
mU
fU
T
g /cm
3
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
Aeh 0 -6 2 5,1 4,5 1,7 39,2 30,3 8,8 10,5 n.b.
Bhv 6 -20 2 5,0 4,6 2,7 32,8 30,3 10,8 13,8 0,95
Bv 20 -32 1 3,6 3,6 2,0 30,1 30,1 10,3 20,3 1,36
Sw-Bv 32 -47 1 1,9 2,9 1,9 33,8 30,1 14,2 15,2 1,53
IIBt-Sw 47 -85 2 5,3 8,0 3,7 35,4 21,4 6,7 19,4 1,78
IIBt-Sdw 85 -110 2 5,3 7,9 3,4 36,4 20,5 7,0 19,5 1,66
IIISd-Cv ab 110 3 38,3 31,2 9,7 4,3 4,8 3,7 8,0 1,79
Horizont
Porenverteilung (Vol.-%)
GPV
nFK
K
10cm
K
63cm
K
316cm
>50μm
50-10μm 10-0,2μm
<0,2μ
Vol.-%
mm
cm/Tag
1
12
13
14
15
16
17
18
19
20
Aeh 30 4 5 2 41 16 n.b. n.b. n.b.
Bhv 8 10 17 15 51 37 2,0 0,2 0,02
Sw-Bv 4 7 17 16 44 29 3,6 0,8 0,07
Sw-Bv 2 4 13 21 39 29 4,2 1,6 0,27
IIBt-Sw 1 2 10 19 32 70 2,7 1,0 0,15
IIBt-Sdw 0 2 20 12 35 55 2,9 1,1 0,19
IIISd-Cv 3 4 8 11 26 Σ
WR
111 1,2 0,1 0,01
Horizont
pH
pH
C
org
N
org
P
S
KAK
eff
BS
(H
2
O)
(CaCl
2
)
Mas.-% Mas.-%
C/N
g/kg
g/kg
mmol
c
/kg
%
1
21
22
23
24
25
26
27
28
29
Of 4,63,9 42,35 1,81 23 0,93 2,16 354 87
Oh 4,0 3,3 41,37 1,94 21 1,02 2,50 310 59
Aeh 3,63,0 7,00 0,37 19 0,37 0,50 105 15
Bhv 3,9 3,4 2,33 0,11 22 0,26 0,22 88 6
Bv 4,1 3,8 0,86 0,06 15 0,31 0,29 54 6
Sw-Bv 4,2 3,7 0,38 0,04 10 0,27 0,23 69 6
IIBt-Sw 4,2 3,7 0,18 0,03 7 0,32 0,19 72 7
IIBt-Sdw 4,2 3,7 0,13 0,03 5 0,36 0,16 75 11
IIISd-Cv 4,4 3,8 0,09 0,01 7 0,11 0,08 25 16

38
Horizont
Gesamtgehalte in g/kg
Ca
K
Mg
Na
Ti
Al
Fe
Mn
1
30
31
32
33
34
35
36
37
Of 6,92,5 1,40,7 0,9 9,3 8,4 1,16
Oh 3,0 3,0 1,0 0,9 1,1 10,5 9,3 0,21
Aeh 1,6 14,4 1,24,8 4,0 25,9 14,3 0,21
Bhv 1,5 14,8 1,6 4,6 4,3 33,2 17,8 0,48
Bv 1,5 16,8 2,2 4,9 4,6 40,2 20,0 1,34
Sw-Bv 2,2 18,7 2,9 5,2 4,5 42,5 25,3 0,46
IIBt-Sw 1,6 16,7 2,5 5,1 3,9 37,0 22,2 0,34
IIBt-Sdw 2,3 16,8 3,2 5,3 4,0 42,8 22,6 0,28
IIISd-Cv 0,2 5,1 0,6 0,6 1,5 18,7 8,2 0,14
Horizont
Fe
o
Fe
d
Al
o
Mn
o
Mn
d
g/kg
g/kg
Fe
o
/Fe
d
g/kg
g/kg
g/kg
1
38
39
40
41
42
43
44
45
46
Aeh 4,1 6,8 0,61 1,2 0,07 0,11
Bhv 5,7 8,7 0,66 1,8 0,32 0,30
Bv 5,3 10,3 0,51 2,2 1,12 1,23
Sw-Bv 4,0 11,1 0,36 1,7 0,24 0,25
IIBt-Sw 2,9 9,7 0,30 1,4 0,19 0,21
IIBt-Sdw 3,1 8,6 0,35 1,3 0.14 0,14
IIISd-Cv 0,8 3,6 0,22 0,4 0,11 0,11

 
39
3.4 Bodenlehrpfad Tharandter Wald Profil 04
Bearbeiter:
Menzer/Joisten/Lohse
TK25:
5047 Freital
Datum:
16.05.2008
Lage:
RW: 5396417
HW: 5649794
363 m NN
Kreis:
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Nutzung:
Wald
Vegetation:
Gem. Fichte, 22 J; Gem. Birke, 25 J.
Humusform:
feinhumusreicher Rohhumusartiger
Moder (MRR)
Relief:
gerundete, gestreckte Erhebung an einem
vertikal u. horizontal gewölbter Hang, südostexpo-
niert, mittel geneigt (N3.1)
Profilbeschreibung
Hor.
Nr.
Horizont-/
Substrat-
symbol
Ober-/
Unter-
grenze
Horizontbeschreibung
1
Aeh
schwarz (10
YR
2/1); extrem humos (h6); stark durchwurzelt (Wf4);
Subpolyedergefüge; mittel lehmiger Sand (Sl3) mit 10 bis 25 %
Feingrus und 2 bis 10 % Mittelgrus
pflLH-(zz4)ls(^s-
kro,Lol-qp)
0/5
Stark reingrusführender Fließlehmsand der Hauptlage (aus Sand-
stein der Oberkreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns)
2
Ahe
dunkelgrau (10
YR
4/1); mittel humos (h3); schwach durchwurzelt
(Wf2); Subpolyedergefüge; mittel schluffiger Sand (Su3) mit 2 bis
10 % Feingrus und jeweils unter 2 % Mittelgrus und Feinkies
pflLH-(zz2)us(^s-
kro,Lol-qp)
5/18
Schwach reingrusführender Fließschluffsand der Hauptlage (aus
Sandstein der Oberkreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns)
3
IIBhs
gelblichbraun (10
YR
5/4); mittel humos (h3); sehr stark durchwur-
zelt (Wf5); Subpolyedergefüge; mittel lehmiger Sand (Sl3) mit 2
bis 10 % Feingrus, jeweils unter 2 % Mittelgrus und Mittelkies und
10 bis 25 % kantigen Steinen
pflLH-(zn4)ls(^s-
kro,Lol-qp)
18/25
Stark grusschuttführender Fließlehmsand der Hauptlage (aus
Sandstein der Oberkreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns)
4
IIBs
starkbraun (7,5
YR
5/8); schwach humos (h2); sehr stark durch-
wurzelt (Wf5); Subpolyedergefüge; stark lehmiger Sand (Sl4) mit
je 2 bis 10 % Fein- und Grobgrus und jeweils unter 2 % Mittelgrus
und Feinkies
pflLH-(zz4)sl(^s-
kro,Lol-qp)
25/42
Stark reingrusführender Fließsandlehm der Hauptlage (aus Sand-
stein der Oberkreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns)
5
IIISw-Bv
starkbraun (7,5
YR
5/6), Bleichflecken schwachgelblichbraun
(10
YR
6/4); sehr schwach humos (h1); stark durchwurzelt (Wf4);
Subpolyedergefüge; schluffig-lehmiger Sand (Slu) mit je 2 bis 10
% Fein-, Mittel- und Grobgrus, jeweils unter 2 % Fein-, Mittel- und
Grobkies und 25 bis 50 % kantige Steine
pflLM-slzn(^s-
kro,Lol-qp)
42/70
Fließsandlehmgrusschutt der Mittellage (aus Sandstein der Ober-
kreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns)
6
IVSd
gelblichbraun (10
YR
5/6), Rostflecken braun (7,5
YR
4/4), Bleichfle-
cken sehr fahlbraun (10
YR
7/3); sehr schwach humos (h1); nicht
durchwurzelt (Wf0); Subpolyedergefüge; schwach lehmiger Sand
(Sl2) mit 2 bis 10 % Feingrus und je unter 2 % Mittel- und Grob-
grus, Feinkies und kantige Steine
pflLB-(nz4)ls(^s-
kro,Lol-qp)
ab 70
Stark schuttgrusführender Fließlehmsand der Basislage (aus
Sandstein der Oberkreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns)
Profilkennzeichnung
Bodensubtyp:
SS-PP
Pseudogley-Podsol
Bodenformen-
symbol:
SS-PP: pfl-(zz4)ls(^s-kro,Lol-qp)/pfl-slzn(^s-kro,Lol-qp)//pfl-(nz4)ls(^s-
kro,Lol-qp)
Bodenformen-
bezeichnung:
Pseudogley-Podsol aus stark grusschuttführendem Fließlehmsand (aus Sand-
stein der Oberkreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns) über Fließsandlehm-
grusschutt (aus Sandstein der Oberkreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns)
über tiefem stark schuttgrusführendem Fließlehmsand (aus Sandstein der Ober-
kreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns)
Standortsform: Re.Sn-6
Reinhardtsdorfer Sandstein-Podsol, mäßig trocken
Standortsgruppe: Uf-(T)A3
trockenerer, nährstoffarmer terrestrischer Standort der unteren feuch-
ten Berglagen

40
Vegetation:
Baumschicht: Gemeine Fichte (
Picea abies)
4, Gemeine Birke (
Betula pendula
)
2
Strauchschicht: -
Krautschicht: Drahtschmiele (
Deschampsia flexuosa
) 1, Adlerfarn (
Pteridium
aquilinium
) 1, Heidelbeere (
Vaccinium myrtillus
) +, Wolliges Reitgras (
Cala-
magrostis villosa
) +
Physikalische und chemische Analysen
Tiefe
Skelett
Textur (Mas.-% der kalk- und humusfreien Feinerde)
d
B
Horizont
cm
Klasse
gS
mS
fS
gU
mU
fU
T
g /cm
3
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
Aeh 0 -5 3 6,0 23,7 33,3 8,8 12,8 5,2 10,4 n.b.
Ahe 5 - 18 2 3,6 17,0 47,0 11,1 11,0 3,5 6,8 1,40
IIBhs 18 - 25 3 4,4 17,1 40,9 11,5 10,6 4,0 11,5 1,50
IIBs 25 - 42 3 3,1 14,5 38,1 13,1 11,9 6,2 13,1 1,39
IIISw-Bv 42 -70 5 4,6 10,1 33,3 19,0 14,9 6,1 12 1,59
IVSd ab 70 3 2,4 12,1 67,2 3,6 2,8 4,0 7,9 1,70
Horizont
Porenverteilung (Vol.-%)
GPV
nFK
K
10cm
K
63cm
K
316cm
>50μm
50-10μm 10-0,2μm
<0,2μ
Vol.-%
mm
cm/Tag
1
12
13
14
15
16
17
18
19
20
Aeh n.b. n.b. n.b. n.b. n.b. 10 n.b. n.b. n.b.
Ahe 5 10 18 7 41 5 4,14 0,72 0,026
IIBhs 11 10 14 9 43 14 1,33 0,05 0,001
IIBs 10 9 14 10 43 31 1,16 0,05 0,001
IIISw-Bv 4 6 12 9 30 25 3,12 0,35 0,012
IVSd 6 8 11 6 32 Σ
WR
85 2,77 0,19 0,004
Horizont
pH
pH
C
org
N
org
P
S
KAK
eff
BS
(H
2
O)
(CaCl
2
)
Mas.-% Mas.-%
C/N
g/kg
g/kg
mmol
c
/kg
%
1
21
22
23
24
25
26
27
28
29
Of 5,7 5,2 40,29 1,77 23 0,86 2,09 591 97
Oh 4,0 3,4 39,63 1,72 23 0,88 2,43 363 79
Aeh 3,7 3,0 11,60 0,51 23 0,38 0,74 91 19
Ahe 3,9 3,1 2,25 0,11 21 0,16 0,20 44 7
IIBhs 4,3 3,7 1,22 0,06 20 0,21 0,16 51 10
IIBs 4,3 3,9 0,85 0,05 17 0,21 0,19 39 7
IIISw-Bv 4,4 4,0 0,21 0,02 10 0,16 0,14 33 6
IVSd 4,4 4,4 0,07 0,01 5 0,14 0,10 18 15
Horizont
Gesamtgehalte in g/kg
Ca
K
Mg
Na
Ti
Al
Fe
Mn
1
30
31
32
33
34
35
36
37
Of 18,1 2,1 4,30,6 0,6 6,1 5,1 1,06
Oh 5,1 3,0 1,9 1,1 1,4 10,8 11,9 0,11
Aeh 0,6 3,8 0,3 1,2 2,8 9,5 9,3 0,06
Ahe 0,3 3,7 0,2 1,0 3,1 11,5 8,1 0,04
IIBhs 0,5 5,6 0,6 1,2 3,2 18,7 13,9 0,07
IIBs 1,9 7,6 1,2 1,8 3,3 23,9 15,2 0,10
IIISw-Bv 1,7 10,5 1,7 2,5 3,5 27,4 15,7 0,18
IVSd 0,2 3,2 0,6 0,3 3,5 15,1 9,3 0,07
Horizont
Fe
o
Fe
d
Al
o
Mn
o
Mn
d
g/kg
g/kg
Fe
o
/Fe
d
g/kg
g/kg
g/kg
1
38
39
40
41
42
43
44
45
46
Aeh 2,9 4,2 0,69 1,1 0,000 0,004
Ahe 1,9 2,6 0,73 0,3 0,001 0,007
IIBhs 4,2 8,6 0,49 1,4 0,004 0,022
IIBs 3,1 8,4 0,37 2,0 0,006 0,041
IIISw-Bv 1,3 6,4 0,20 1,2 0,053 0,101
IVSd 0,2 4,9 0,04 0,4 0,029 0,052

 
41
3.5 Bodenlehrpfad Tharandter Wald Profil 05
Bearbeiter:
Menzer/Joisten/Lohse
TK25:
5047 Freital
Datum:
16.05.2008
Lage:
RW: 5396470
HW: 5650040
381 m NN
Kreis:
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Nutzung:
Wald
Vegetation:
Gem. Fichte, 37 J.; Gem. Kiefer 57 J.
Humusform:
feinhumusarmer Rohhumusartiger
Moder (MRA)
Relief:
hängiger, gerundeter Kulminationsbereich
im Bereich einer länglichen Erhebung, südsüd-
westexponiert, sehr schwach geneigt (N1)
Profilbeschreibung
Hor.
Nr.
Horizont-/
Substrat-
symbol
Ober-/
Unter-
grenze
Horizontbeschreibung
1
Aeh
dunkelbraun (10
YR
3/3); extrem humos (h6); schwach durchwur-
zelt (Wf2); Subpolyedergefüge; stark toniger Schluff (Ut4) mit
jeweils 2 bis 10 % Fein-, Mittel- und Grobgrus und 25 bis 50 %
kantigen Steinen
pflLH-zntu(Lol-
qp,^s-kro)
0/8
Grusschuttfließtonschluff der Hauptlage (aus Lößlehm des
Pleistozäns und Sandstein der Oberkreidezeit)
2
Bhv
braun (10
YR
5/3); mittel humos (h3); mittel durchwurzelt (Wf3);
Subpolyedergefüge; mittel toniger Schluff (Ut3) mit je weniger als
2 % Fein-, Mittel- und Grobgrus und 10 bis 25 % kantigen Steinen
pflLH-znlu(Lol-
qp,^s-kro)
8/20
Grusschuttfließlehmschluff der Hauptlage (aus Lößlehm des
Pleistozäns und Sandstein der Oberkreidezeit)
3
Sw-Al
gelblichbraun (10
YR
5/4); schwach humos (h2); sehr schwach
durchwurzelt (Wf1); Subpolyedergefüge; mittel toniger Schluff
(Ut3) mit jeweils 2 bis 10 % Fein-, Mittel- und Grobgrus
pflLH-
(zz4)lu(Lol-
qp,^s-kro)
20/40
Stark reingrusführender Fließlehmschluff der Hauptlage (aus
Lößlehm des Pleistozäns und Sandstein der Oberkreidezeit)
4
Bt-Sw
Rostflecken gelblichbraun (10
YR
5/4), Bleichflecken fahlbraun
(10
YR
6/3), Tontapeten rötlichbraun (2,5
YR
4/3); sehr schwach
humos (h1); sehr schwach durchwurzelt (Wf1); Subpolyedergefü-
ge; mittel toniger Schluff (Ut3) mit je 2 bis 10 % Fein-, Mittel- und
Grobgrus und unter 2 % kantigen Steinen
pflLM-
(zz4)lu(Lol-
qp,^s-kro)
40/60
Stark reingrusführender Fließlehmschluff der Mittellage (aus
Lößlehm des Pleistozäns und Sandstein der Oberkreidezeit)
5
IIBbt+Sd
gelblichbraun (10
YR
5/8), Bleichflecken weiß (10
YR
8/1), Tonbän-
der rötlichbraun (5
YR
4/3); sehr schwach humos (h1); sehr
schwach durchwurzelt (Wf1); Subpolyedergefüge; stark sandiger
Lehm (Ls4) mit 10 bis 25 % Feingrus, jeweils 2 bis 10 % Mittel-
und Grobgrus und 10 bis 25 % kantigen Steinen
pflLB-nzll(^s-
kro,Lol-qp)
60/100
Schuttgrusfließnormallehm der Basislage (aus Sandstein der
Oberkreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns)
6
IIIBbt+Sd-Cv
gelblichrot (5
YR
5/8), Bleichflecken schwachgau (10
YR
7/2), Ton-
bänder rötlichbraun (5
YR
4/3); sehr schwach humos (h1); nicht
durchwurzelt (Wf0); Subpolyedergefüge; stark sandiger Lehm
(Ls4)
pflLB-ll(^s-
kro,Lol-qp)
ab 100
Fließnormallehm der Basislage (aus Sandstein der Oberkreidezeit
und Lößlehm des Pleistozäns)
Profilkennzeichnung
Bodensubtyp:
SS-LL
Pseudogley-Parabraunerde
Bodenformen-
symbol:
p2SS-LL: pfl-(zz4)lu(Lol-qp,^s-kro)/pfl-nzll(^s-kro,Lol-qp)//pfl-ll(^s-kro,Lol-
qp)
Bodenformen-
bezeichnung:
Schwach podsolierte Pseudogley-Parabraunerde aus stark reingrusführender
Fließlehmschluff (aus Lößlehm des Pleistozäns und Sandstein der Oberkreide-
zeit) über Schuttgrusfließnormallehm (aus Sandstein der Oberkreidezeit und
Lößlehm des Pleistozäns) über tiefem Fließnormallehm der Basislage (aus
Sandstein der Oberkreidezeit und Lößlehm des Pleistozäns)
Standortsform: Ht.Ls-5
Hetzdorfer Lehmsandstein-Braunerde, mäßig frisch
Standortsgruppe: Uf-(T)M2
mittelfrischer, mäßig nährstoffversorgter terrestrischer Standort der
unteren feuchten Berglagen

42
Vegetation:
Baumschicht: Gemeine Fichte (
Picea abies)
2, Gemeine Kiefer (
Pinus sylvestris
)
3
Strauchschicht: Eberesche (
Sorbus aucuparia)
5
Krautschicht: Drahtschmiele (
Deschampsia flexuosa
) 5, Heidelbeere (
Vaccinium
myrtillus
) +; Schmalblättriges Weidenröschen (
Epilobium angustifolium
) +, Wald-
frauenfarn (
Athyrium filix-femina
) +, Weiße Hainsimse (
Luzula luzuloides
) +
Physikalische und chemische Analysen
Tiefe
Skelett
Textur (Mas.-% der kalk- und humusfreien Feinerde)
d
B
Horizont
cm
Klasse
gS
mS
fS
gU
mU
fU
T
g /cm
3
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
Aeh 0 -8 4 6,7 3,4 2,8 32,8 26,0 10,0 18,3 n.b.
Bhv 8 -20 4 4,3 6,1 6,8 34,2 25,7 9,7 13,2 1,21
Sw-Al 20 -40 3 3,3 5,7 6,8 33,5 26,5 10,2 14,0 1,35
Bt-Sw 40 -60 3 3,8 6,2 7,4 31,6 24,6 10,2 16,2 1,54
IIBbt+Sd 60 -100 4 7,1 17,6 39,0 5,7 6,1 4,4 20,1 1,60
IIIBbt+Sd-
Cv
ab 100 0 0,7 8,6 53,1 4,6 5,5 6,4 21,1 1,62
Horizont
Porenverteilung (Vol.-%)
GPV
nFK
K
10cm
K
63cm
K
316cm
>50μm
50-10μm 10-0,2μm
<0,2μ
Vol.-%
mm
cm/Tag
1
12
13
14
15
16
17
18
19
20
Aeh 5 10 17 9 41 11 1,22 0,28 0,04
Bhv 4 7 13 12 36 18 2,08 0,20 0,01
Sw-Al 3 6 17 13 38 37 5,75 1,76 0,15
Bt-Sw 2 5 13 14 34 27 3,28 0,60 0,04
IIBt+Sd 5 4 9 15 33 27 0,45 0,05 0,01
IIIBt+Sd-
Cv
3 3 9 19 34 Σ
WR
120 1,16 0,21 0,02
Horizont
pH
pH
C
org
N
org
P
S
KAK
eff
BS
(H
2
O)
(CaCl
2
)
Mas.-% Mas.-%
C/N
g/kg
g/kg
mmol
c
/kg
%
1
21
22
23
24
25
26
27
28
29
Of 4,03,2 46,82 1,67 28 0,76 2,12 283 66
Oh 3,6 2,9 31,72 1,34 24 0,86 1,94 235 27
Aeh 3,62,9 13,49 0,57 24 0,45 0,74 146 21
Bhv 3,8 3,4 1,50 0,06 23 0,21 0,20 76 3
Sw-Al 4,0 3,7 0,87 0,05 17 0,23 0,16 54 4
Bt-Sw 4,1 3,7 0,47 0,04 11 0,23 0,19 59 4
IIBbt+Sd 4,1 3,6 0,16 0,02 8 0,19 0,14 62 5
IIIBbt+Sd-
Cv
4,2 3,6 0,10 0,02 4 0,27 0,10 56 7
Horizont
Gesamtgehalte in g/kg
Ca
K
Mg
Na
Ti
Al
Fe
Mn
1
30
31
32
33
34
35
36
37
Of 3,61,7 0,70,5 0,6 6,2 5,2 0,43
Oh 1,9 6,1 1,0 2,3 2,0 17,9 12,5 0,13
Aeh 1,7 11,8 1,04,3 3,6 24,7 11,2 0,12
Bhv 1,4 14,4 1,7 5,1 4,2 30,6 14,0 0,24
Sw-Al 1,4 15,8 1,9 5,4 4,2 32,9 13,5 0,54
Bt-Sw 1,3 15,9 2,4 5,0 4,2 36,3 16,8 0,46
IIBbt+Sd 0,3 6,1 1,7 0,6 1,9 26,2 15,8 0,07
IIIBbt+Sd- 0,7 6,4 1,7 0,3 2,0 27,5 14,4 0,04

43
Horizont
Fe
o
Fe
d
Al
o
Mn
o
Mn
d
g/kg
g/kg
Fe
o
/Fe
d
g/kg
g/kg
g/kg
1
38
39
40
41
42
43
44
45
46
Aeh 3,4 5,7 0,59 1,2 0,03 0,13
Bhv 3,5 5,9 0,59 1,2 0,10 0,15
Sw-Al 2,2 4,4 0,51 1,2 0,38 0,39
Bt-Sw 2,2 6,6 0,34 1,4 0,29 0,30
IIBbt+Sd 1,6 7,8 0,21 1,1 0,02 0,03
IIIBbt+Sd-
Cv
1,2 6,4 0,19 0,8 0,004 0,01

 
44
3.6 Bodenlehrpfad Tharandter Wald Profil 06
Bearbeiter:
Menzer/Joisten/Lohse
TK25:
5047 Freital
Datum:
16.05.2008
Lage:
RW: 5396476
HW: 5650358
408 m NN
Kreis:
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Nutzung:
Wald
Vegetation:
Winterlinde, 92 J.; Eur. Lärche 92 J.
Humusform:
F-Mull (MUO)
Relief:
nahezu ebener, schwach gewölbter Kulmi-
nationsbereich im Bereich einer länglichen Erhe-
bung, westexponiert, mittelschwach geneigt (N2.2)
Profilbeschreibung
Hor.
Nr.
Horizont-/
Substrat-
symbol
Ober-/
Unter-
grenze
Horizontbeschreibung
1
Ah>
sehr dunkelbraun (10
YR
2/2); extrem humos (h6); extrem stark
durchwurzelt (Wf6); Subpolyedergefüge; schluffiger Lehm (Lu) mit
jeweils 2 bis 10 % Fein-und Grobgrus und unter 2 % Mittelgrus
pflLH-
(zz2)tu(Lol-
qp,+Ne-tng)
0/7
Schwach reingrusführender Fließtonschluff der Hauptlage (aus
Lößlehm des Pleistozäns und Nephelinit der Jungtertiärzeit)
2
Ah-Bv>
sehr dunkelgraubraun (10
YR
3/2); stark humos (h4); stark durch-
wurzelt (Wf4); Subpolyedergefüge; schluffiger Lehm (Lu) mit je 10
bis 25 % Fein- und Grobgrus sowie kantigen Steinen und2 bis 10
% Mittelgrus
pflLH-nztu(Lol-
qp,+Ne-tng)
7/35
Schuttgrusfließtonschluff der Hauptlage (aus Lößlehm des
Pleistozäns und Nephelinit der Jungtertiärzeit)
3
Bv>
dunkelrot (2,5
YR
3/2); mittel humos (h3); mittel durchwurzelt (Wf3);
Subpolyedergefüge; sandig-lehmiger Schluff (Uls) mit je 2 bis 10
% Fein- und Mittelgrus, 10 bis 25 % Grobgrus und 25 bis 50 %
kantigen Steinen
pflLH-luzn(+Ne-
tng,Lol-qp)
35/60
Fließlehmschluffgrusschutt der Hauptlage (aus Nephelinit der
Jungtertiärzeit und Lößlehm des Pleistozäns)
4
IIBv>
dunkelbraun (7,5
YR
3/2); sehr schwach humos (h1); mittel durch-
wurzelt (Wf3); Subpolyedergefüge; schluffig-lehmiger Sand (Slu)
mit 25 bis 50 % Feingrus und je 10 bis 25 % Mittel- und Grobgrus
sowie kantigen Steinen
pflLM-slzz(Lol-
qp,^s-kro)
60/80
Fließsandlehmreingrus der Mittellage (aus Nephelinit der Jungter-
tiärzeit und Lößlehm des Pleistozäns)
5
IIICv
dunkelbraun (10
YR
3/3); schwach humos (h2); mittel durchwurzelt
(Wf3); Subpolyedergefüge; mittel sandiger Lehm (Ls3) mit 25 bis
50 % Feingrus und je 10 bis 25 % Mittel- und Grobgrus
pflLB-llzz(Lol-
qp,^s-kro)
ab 80
Fließnormallehmreingrus der Basislage (aus Nephelinit der Jung-
tertiärzeit und Lößlehm des Pleistozäns)
Profilkennzeichnung
Bodensubtyp:
BBn
Normbraunerde
Bodenformen-
symbol:
euBBn: pfl-nztu(Lol-qp,+Ne-tng)/ pfl-slzz(Lol-qp,^s-kro)// pfl-llzz(Lol-qp,^s-
kro)
Bodenformen-
bezeichnung:
Eutrophe Normbraunerde aus Schuttgrusfließtonschluff (aus Lößlehm des
Pleistozäns und Nephelinit der Jungtertiärzeit) über Fließsandlehmreingrus (aus
Nephelinit der Jungtertiärzeit und Lößlehm des Pleistozäns) über tiefem Fließ-
normallehmreingrus (aus Nephelinit der Jungtertiärzeit und Lößlehm des Pleisto-
zäns)
Standortsform: Wi.Ba-6
Wilisch Basalt-Braunerde, mäßig trocken
Standortsgruppe: Uf-(T)R3
trockenerer, reichnährstoffversorgter terrestrischer Standort der unte-
ren feuchten Berglagen
Vegetation:
Baumschicht: Winterlinde (
Tilia cordata
) 3, Europäische Lärche (
Larix decidua)
1
Strauchschicht: Bergahorn (
Acer pseudoplatanus)
4
Krautschicht: Echte Goldnessel (
Galeobdolon luteum
) 2, Waldbingelkraut (
Mer-
curialis perennis
) 1, Waldveilchen (
Viola reichenbachiana
) 1, Dreinervige Na-
belmiere (
Moehringa trinervia
) +

45
Physikalische und chemische Analysen
Tiefe
Skelett
Textur (Mas.-% der kalk- und humusfreien Feinerde)
d
B
Horizont
cm
Klasse
gS
mS
fS
gU
mU
fU
T
g /cm
3
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
Ah> 0 -7 2 4,9 5,5 4,5 25,0 26,3 9,7 24,1
Ah-Bv> 7 -35 4 6,7 5,3 6,3 24,4 25,3 11,3 20,7 n.b.
Bv> 35 - 60 5 6,9 10,0 11,4 24,1 22,9 10,3 14,4
IIBv> 60 - 80 5 11,1 13,2 13,9 17,1 19,6 11,0 14,1
IIICv ab 80 5 22,5 11,4 8,1 9,0 13,9 13,4 21,7
Horizont
Porenverteilung (Vol.-%)
GPV
nFK
ges.
K
10cm
K
63cm
K
316cm
>50μm
50-10μm 10-0,2μm
<0,2μ
Vol.-%
mm
cm/Tag
1
12
13
14
15
16
17
18
19
20
Ah> 31
Ah-Bv> 34
Bv> n.b. 21 n.b.
IIBv> 15
IIICv
11
Σ
WR
112
Horizont
pH
pH
C
org
N
org
P
S
KAK
eff
BS
(H
2
O)
(CaCl
2
)
Mas.-% Mas.-%
C/N
g/kg
g/kg
mmol
c
/kg
%
1
21
22
23
24
25
26
27
28
29
Of 6,2 5,8 23,71 1,03 23 1,46 1,04 372 97
Ah> 5,8 5,2 15,14 1,97 8 1,49 0,61 176 97
Ah-Bv> 4,9 4,2 2,93 0,23 13 1,94 0,41 83 52
Bv> 5,5 4,7 1,31 0,11 12 2,50 0,19 102 89
IIBv> 6,0 5,1 0,53 0,05 10 2,99 0,12 158 99
IIICv 6,3 5,3 0,73 0,06 11 3,22 0,12 240 100
Horizont
Gesamtgehalte in g/kg
Ca
K
Mg
Na
Ti
Al
Fe
Mn
1
30
31
32
33
34
35
36
37
Of 16,6 7,4 6,93,6 6,9 28,7 34,0 1,06
Ah> 17,7 11,4 11,9 6,9 11,9 49,6 57,8 1,52
Ah-Bv> 25,6 10,8 18,2 7,2 13,5 57,7 67,2 1,73
Bv> 37,4 10,0 28,3 7,8 15,5 63,8 81,7 1,62
IIBv> 41,4 9,4 31,1 7,8 15,8 75,6 87,8 1,63
IIICv 31,2 11,3 22,5 7,5 14,5 87,8 85,1 1,71
Horizont
Fe
o
Fe
d
Al
o
Mn
o
Mn
d
g/kg
g/kg
Fe
o
/Fe
d
g/kg
g/kg
g/kg
1
38
39
40
41
42
43
44
45
46
Ah> n.b. n.b. n.b. n.b. n.b.
Ah-Bv> 11,3 18,4 0,60 5,0 0,91 1,11
Bv> 8,4 16,6 0,51 3,4 0,56 0,75
IIBv> 6,7 18,0 0,37 3,0 0,43 0,87
IIICv 5,5 16,6 0,33 3,1 0,63 1,00

46
4
Schrifttum
A
DAM, R. (1975): Über Geschichte und Entstehung
der Burg Tharandt. Forststadt Tharandt - Beiträge zur
Heimatgeschichte 4; 18-28.
A
DAM, R. (1982): Geschichte und Gegenwart der
Gemeinden im und um den Tharandter Wald. - Forst-
stadt Tharandt - Beiträge zur Heimatgeschichte 7; 71-
76.
A
D-HOC-ARBEITSGRUPPE BODEN (2005): Bodenkundli-
che Kartieranleitung. - 5. Auflage; E. Schweizer-
bart’sche Verlagsbuchhandlung; Hannover, Stuttgart;
440 S.
A
LTERMANN, M.; RUSKE, R. (1970): Beitrag zur Litho-
logie, Gliederung und Verbreitung des Gebirgs-
schutts. - Geologie 19; 895-908.
B
ACHMANN, W. (1936): Grillenburg. – Mitt. d. Landes-
vereins Sächs. Heimatschutz 25; 97-149.
B
ALDAMUS, A.; SCHWABE, E.; AMBROSIUS, E. (1925):
Historischer Schul-Atlas. - 46. Aufl.; Velhagen und
Klasing Verlag; Bielefeld und Leipzig; 168 S.
B
ARONIUS, G.; HOFMANN, W.; FIEDLER, H.-J. (1989):
Vegetationskundliche Untersuchungen im NSG „Wei-
ßeritztalhänge“ (Bez. Dresden, DDR). - Archiv für
Naturschutz und Landschaftsforschung 29; 159-173.
B
ASTIAN, O.; BIELER, J.; RÖDER, M.; SANDNER, E.;
SYRBE, R.U. (2002): Naturraumeinheiten, Land-
schaftsfunktionen und Leitbilder am Beispiel von
Sachsen. - Deutsche Akademie für Landeskunde;
Flensburg; 216 S.
B
AUMANN, W.; CZERNEY, P.; FIEDLER, H.J. (1968):
Bodenkundliche Untersuchungen an fossilen und
rezenten Texturprofilen in Sachsen. - Arbeits- und
Forschungsberichte der Sächsischen Bodendenk-
malpflege 18; 507-535.
B
ENEK, R. (1980): Geologisch-strukturelle Untersu-
chungen im Tharandter Vulkanitkomplex (Südteil der
DDR). - Z. f. geol. Wiss. 8; 627-643.
B
ENEK, R. (1995):
Late Variscan cal-
deras/volcanotectonic depressions in Eastern Ger-
many. -
Terra Nostra 7/95; 16-19.
B
ERGER, H.-J.; BRAUSE, H.; LINNEMANN, U. (2008 a):
Cadomische tektonometamorph-magmatische Ent-
wicklung. - in: Geologie von Sachsen. - Schweizer-
bart’sche Verlagsbuchhandlung; Stuttgart; S. 40-51.
B
ERGER, H.-J.; KRENTZ, O.; LAPP, M. (2008 b): Variszi-
sche tektonometamorph-magmatische Entwicklung. -
in: Geologie von Sachsen. - Schweizerbart’sche
Verlagsbuchhandlung; Stuttgart; S. 162-188.
B
ERNHARDT, A.; RICHTER, H. (1995): Das Erzgebirge.
- in: Naturräume in Sachsen. - Zentralausschuß für
deutsche Landeskunde; Trier; S. 166-172.
B
ERNHOFER, Ch. (2002): Einleitung zum Hydrologisch
– Meteorologischen Feldpraktikum. - Tharandter
Klimaprotokolle 6; 1-8.
B
LASCHKE, K.H.; STAMS, W. (2007): Das Kurfürsten-
tum Sachsen am Ende des Alten Reiches 1790 –
1806. - 2. Aufl.; Verlag d. Sächs. Akademie d. Wiss.;
Leipzig; 51 S.
B
ÖNHOFF, L. (1915): Der Gau Nisan in politischer und
kirchlicher Beziehung. - Neues Archiv f. Sächs. Ge-
schichte u. Altertumskunde 36; 177-211.
B
ÖRTITZ, S. (1975): Über den Bergbau. - Forststadt
Tharandt - Beiträge zur Heimatgeschichte 4; 75-79.
B
ÖRTITZ, S.; EIBISCH, W. (1961): Über den einstigen
Bergbau zwischen Klingenberg und Tharandt. – Jb. d.
Staatl. Mus. Mineral. Geol. Dresden 10; 116-128.
B
RANDENBURGISCHES MINISTERIUM F. ERNÄHRUNG,
LANDW. U. FORSTEN (Hrsg.) (1998): In Verantwortung
für den Wald - Die Geschichte der Forstwirtschaft in
der SBZ und der DDR. - Brandenburgisches Ministe-
rium f. Ernährung, Landw. u. Forsten; Potsdam; 516
S.
B
REITHAUPT, A. (1847): Die Bergstadt Freiberg im
Königreich Sachsen. - 2. Auflage; Craz und Gerlach
Verlag; Freiberg; 288 S.
B
ÜDEL, J. (1951): Die Klimazonen des Eiszeitalters. -
Eiszeitalter und Gegenwart 1; 16-26.
B
ÜDEL, J. (1981): Klima-Geomorphologie. - 2. Auflage;
Borntraeger Verlag; Berlin, Stuttgart; 304 S.
B
URSCHEL, P.; HUSS, J. (2003): Grundriss des Wald-
baus. - 3. Auflage; Ulmer Verlag; Stuttgart; 488 S.
C
EPEK, A. (1965): Die Stratigraphie der pleistozänen
Ablagerungen im Norddeutschen Tiefland. - in: Die
Weichsel-Eiszeit im Gebiet der DDR. - Akademie
Verlag; Berlin; S. 45-65.
C
HMIELEWSKI, F.M.; MÜLLER, A.; KÜCHLER, W. (2004):
Mögliche Auswirkungen klimatischer Veränderungen
auf die Vegetationsentwicklung in Sachsen. - Hum-
boldt-Universität Berlin; Berlin; 106 S.
C
OBLENZ, W. (1956): Aus Tharandts Urzeit. - Forst-
stadt Tharandt - Beiträge zur Heimatgeschichte 1; 9-
12.
E
BERLEIN, M. (2004): Die Geotope des Tharandter
Waldes –Inventarisierung und Bewertung. -
Diplomarbeit; TU Dresden; Dresden; 149 S.
E
ISENHAUER, D.-R.; ROCH, T.; IRRGANG, S.; SONNE-
MANN
, S.; GEMBALLA, R. (2005): Bestandeszieltypen –
Richtlinie für den Staatswald des Freistaates Sach-
sen. - Landesforstpräsidium; Graupa; 57 S.
E
ISSMANN, L. (1994): Das Quartär Mitteldeutschlands.
- Deutsche Quartärsvereinigung; Altenburg; 458 S.
E
LLENBERG, H. (1996): Vegetation Mitteleuropas mit
den Alpen. - 5. Auflage; Ulmer Verlag; Stuttgart; 1096
S.

47
FEGER, K.H.; SCHWÄRZEL, K.; MENZER, A. (2008):
Wasserhaushalt von Waldstandorten des Tharandter
Waldes. – Mittlgn. Dtsch. Bodenkundl. Gesellsch.
111; 221-250.
F
IEDLER, H.J.; BRÜCKNER, H.-P.; HOFMANN, W.; BUR-
SE
, K.-D.; USCHMANN, W. (1983): Periglaziale Mikrore-
liefbildung im Tharandt-Grillenburger Wald. - Archiv f.
Naturschutz u. Landschaftsforschung 23; 165-179.
F
IEDLER, H.-J.; HUNGER, W. (1970): Geologische
Grundlagen der Bodenkunde und Standortslehre. -
Steinkopff Verlag; Dresden; 382 S.
F
IEDLER, H.-J.; THALHEIM, K. (1988): Geologisch-
Pedologischer Exkursionsführer Osterzgebrige, Teil I:
Geologie und Petrographie. - Technische Universität
Dresden; Dresden; 88 S.
F
IEDLER, H.-J.; THALHEIM, K. (1989): Erdgeschichte
Mitteleuropas. - 2. Auflage; Technische Universität
Dresden; Dresden; 112 S.
F
IRBAS, F. (1949): Waldgeschichte Mitteleuropas Bd.
1: Allgemeine Waldgeschichte. - Fischer Verlag;
Jena; 480 S.
F
ISCHER, A. (2002): Forstliche Vegetationskunde. - 2.
Auflage; Parey Buchverlag; Berlin, Wien; 422 S.
F
LEMMING, G. (1993 a): Das Klima des Tharandter
Waldes – Basis und Zustandsklima im Überblick. –
Wiss. Z. d. TU Dresden 42; 73-77.
F
LEMMING, G. (1993 b): Klima und Immissionsgefähr-
dung des Waldes im Osterzgebirge
Archiv f. Naturschutz u. Landschaftsforschung 32;
273-284.
F
LEMMING, G. (1994): Wald Wetter Klima – Einführung
in die Forstmeteorologie. - 3. Auflage; Deutscher
Bauernverlag; Berlin; 136 S.
F
LEMMING, G. (2001): Angewandte Klimatologie von
Sachsen – Basis- und Zustandsklima im Überblick. -
Technische Universität Dresden; Tharandt; 158 S.
F
ÖRSTER, H.-J.; TISCHENDORF, G.; PÄLCHEN, W.;
BENEK, R.; SELTMANN, R.; KRAMER, W. (2008): Spätva-
riszischer Magmatismus. - in: Geologie von Sachsen.
- Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung; Stuttgart;
S. 257-296.
F
REYDANK, E. (2001): Statistische Untersuchungen
regionaler Klimatrends in Sachsen. - Deutscher Wet-
terdienst; Radebeul; 309 S.
F
REYER, G. (1988): Werte unserer Heimat Bd. 47 –
Freiberger Land. - Akademie Verlag; Berlin; 283 S.
F
RITZSCHE, K. (1933): Sturmgefahr und Anpassung. -
Thar. Forstl. Jb. 84; 1-104.
G
EMBALLA, R. (2007): Die Wuchsbedingungen verän-
dern sich. - in: Waldzustandsbericht 2007. - Staats-
ministerium f. Umwelt u. Landwirtschaft; Dresden; S.
11-13.
G
EMBALLA, R.; SCHLUTOW, A. (2007): Überarbeitung
der Forstlichen Klimagliederung Sachsens. - AFZ –
Der Wald 62; 822-826.
G
LASER, R. (2001): Klimageschichte Mitteleuropas. -
Wissenschaftliche Buchgesellschaft; Darmstadt; 230
S.
G
OLDBERG, V.; BAUMS, A.; HÄNTZSCHEL, J. (2002):
Klima, Boden und Landnutzung des Tharandter
Waldes. - Tharandter Klimaprotokolle 6; 15-26.
G
OLDBERG, V.; BERNHOFER, Ch. (1998): Das Klima
des Osterzgebirges als Erholungslandschaft. – Wiss.
Z. d. TU Dresden 47; 89-95.
G
OLDBERG, V.; FRANKE, J.; BERNHOFER, Ch. (2008):
Das Klima von Sachsen. – Mittlgn. Dtsch. Boden-
kundl: Gesellsch.111; 37-50.
G
OLDBERG, V.; FRÜHAUF, C.; BERNHOFER, Ch.; WIEN-
HAUS
, O.; ZIMMERMANN, F.; SEELIG, U. (1998): Regio-
nal- und Lokalklima des Osterzgebirges. – Forstwiss.
Beiträge Tharandt 4; 28-38.
G
RAVELIUS, H. (1904): Zur Abhängigkeit des Regen-
falls von der Meereshöhe. - Zeitschrift f. Gewässer-
kunde 7; 129-146.
G
RIESBACH, A. (2005): Untersuchung zur Qualität an
Buchengruppen (
Fagus sylvatica
) verschiedener
Anbauphasen im Tharandter Wald. - Diplomarbeit; TU
Dresden; Tharandt; 101 S.
G
ROß, A. (1925): Abriß der Geschichte und der wald-
baulichen Verhältnisse des Tharandter Reviers. –
Thar. Forstl. Jb; 1-24.
G
ROß, R. (2007): Geschichte Sachsens. - 4. Aufl.;
Edition Leipzig; Leipzig; 336 S.
H
AASE, G.; LIEBEROTH, I.; RUSKE, R.; ALTERMANN, M.;
RAU, D.; UNGER, K.; WÜNSCHE, M. (1970): Sedimente
und Paläoböden im Lößgebiet. - in: Periglazial – Löß
– Paläolithikum im Jungpleistozän der DDR. - Her-
mann Haak Geographisch-Kartographische Anstalt;
Gotha, Leipzig; S. 99-212.
H
AASE, G.; LIEBEROTH, I.; RUSKE, R.; RAU, D.; UNGER,
K.P.; WÜNSCHE, M. (1965): Der weichselglaziale Löß
im Gebiet der DDR. - in: Die Weichsel-Eiszeit im
Gebiet der DDR. - Akademie-Verlag; Berlin; S. 159-
187.
H
ÄCKEL, H. (2005): Meteorologie. - 5. Auflage; Ulmer
Verlag; Stuttgart; 448 S.
H
ÄNSEL, S.; KÜCHLER, W.; MATSCHULLAT, J. (2004):
Regionaler Klimawandel in Sachsen – Extreme Nie-
derschlagsereignisse und Trockenperioden 1934-
2000. - Zeitschrift f. Umweltchemische Ökotoxikolo-
gie, Beitragserie Klimaänderung und Klimaschutz; 1-
7.
H
ÄNTZSCHEL, J.; FRANKE, J.; GEMBALLA, R.; BERNHO-
FER
, Ch. (2006): Forstliche Klimagliederung Sachsens
im Klimawandel. - AFZ – Der Wald 61; 830-832.

48
HÄNTZSCHEL, W. (1934): Gliederung und Altersstel-
lung der Crednerienschichten bei Niederschöna und
Dippoldiswalde. – Z. der Dt. Geol. Ges. 86; 650-662.
H
AUBRICH, F., EBERLEIN, M. (2008): Der Tharandter
Wald als Sinnbild der Geologie von Sachsen. –
Mittlgn. Dtsch. Bodenkundl. Gesellsch. 111; 413-444.
H
EINITZ, W. (1982): Das Amt Tharandt-Grillenburg im
16. Jahrhundert. - Forststadt Tharandt - Beiträge zur
Heimatgeschichte 7; 77 - 81.
H
EINITZ, W. (1996): Tharandt – Auf Wegen durch
Vergangenheit und Gegenwart. - Burgen- u. Ge-
schichtsverein Tharandt; Tharandt; 131 S.
H
EMPEL, W. (1975): Geschichtliches vom Badeort. -
Forststadt Tharandt - Beiträge zur Heimatgeschichte
4; 80-82.
H
EMPEL, W.; UHLIG, S. (1956): Tharandts Entwicklung
zum Badeort und zur Forststadt. - Forststadt Tharandt
- Beiträge zur Heimatgeschichte 1; 32-40.
H
ENDL, M. (1995): Klima. - in: Physische Geographie
Deutschlands. - 2. Aufl.; Perthes-Verlag; Gotha; 559
S.
H
ERING, S.; EISENHAUER, D.-R.; IRRGANG, S. (1999):
Waldumbau auf Tieflands- und Mittelgebirgsstandor-
ten in Sachsen. – Sächs. Landesanstalt f. Forsten;
Graupa; 68 S.
H
OFMANN, G. (1997): Mitteleuropäische Wald- und
Forst-Ökosystemtypen in Wort und Bild. - AFZ - Der
Wald Sonderheft; 1-86.
J
ACOB, H. (1957): Waldgeschichtliche Untersuchun-
gen im Tharandter Gebiet. - Feddes Repertorium
Beiheft 137; 183-275.
J
ACOB, H. (1982): Die ur- und frühgeschichtliche
Besiedlung zwischen Elbtalweitung und oberen Ost-
erzgebirge. - Arbeits- u. Forschungsberichte z. Sächs.
Bodendenkmalpflege 24/25; 25-137.
J
UNGHANS, H. (1959): Temperaturmessungen aus
einem Frostloch des Tharandter Waldes. - Ange-
wandte Meteorologie 3; 230-234.
K
ARST, H.; EHRLER, P.; HÖHNE, U.; WAGNER, G.;
WOLF, S.; LINDNER, H.; KROPEK, CH.; SCHMIDTGEN, H.
(1965 a): Erläuterungen zu den Standortskarten des
Staatlichen Forstwirtschaftslehrbetriebes Tharandt. –
Forstwirtsch. Inst. Potsdam; Potsdam; 288 S.
K
ARST, H.; EHRLER, P.; HÖHNE, U.; WAGNER, G.;
WOLF, S.; LINDNER, H.; KROPEK, CH.; SCHMIDTGEN, H.;
SCHWANECKE, W. (1965 b): Legende zu den Stand-
ortskarten des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes
Tharandt. - Forstwirtsch Inst. Potsdam; Potsdam; 56
S.
K
ARST, H.; KÖHLER, S.; SCHWANECKE, W. (1987):
Legende zu den Standortskarten des Staatlichen
Forstwirtschaftsbetriebes Tharandt, Aktualisierung
1986/87. - VEB Forstprojektierung; Potsdam; 76 S.
K
ARST, H.; KÖHLER, S.; SCHWANECKE, W. (1989):
Ergänzungen zu den Erläuterungen zur Standortskar-
te des Staatlichen Forstwirtschaftslehrbetriebes
Tharandt von 1965. - VEB Forstprojektierung; Pots-
dam; 53 S.
K
ELLER, K. (2002): Landesgeschichte Sachsens. -
Ulmer Verlag; Stuttgart; 424 S.
K
OPP, D.; SCHWANECKE, W. (1992): Grundzüge des
Arbeitsverfahrens der forstlichen Standortserkundung
in den ostdeutschen Bundesländern. - in: Forstliche
Standortsaufnahme. - 5. Aufl.; IHW-Verlag; Eching; S.
299-319.
K
OPP, D.; SCHWANECKE, W. (1994): Standörtlich-
naturräumliche Grundlagen ökologiegerechter Forst-
wirtschaft. - Deutscher Landwirtschaftsverlag; Berlin;
249 S.
K
RAMER, A (1936): Der Sächsische Jägerhof Grillen-
burg. – Mitt. d. Landesvereins Sächs. Heimatschutz
25; 193-210.
K
RETZSCHMAR, K.H. (2007): Vom ewigen Welten-
kampf und den Obersachsen. - Radebeul; 502 S.
K
ÜCHLER, W.; SOMMER, W. (2005): Klimawandel in
Sachsen. – Sächs. Staatsministerium f. Umwelt u.
Landwirtschaft; Dresden; 112 S.
L
AUTERBACH, W. (2003): Sagenbuch des Erzgebirges.
- 2. Auflage; Altis Verlag; Friedrichsthal; 384 S.
L
ENTSCHIG, S. (1962): Abriß der Geologie des Tha-
randt-Grillenburger Waldes. – Wiss. Z. d. TU Dresden
11; 1167-1179.
L
ENTSCHIG, S.; FIEDLER, H.J. (1967): Korngrößenver-
teilung und Mineralbestand in Braunerden und Pod-
solen des Mittelgebirgsbereiches. -
Archiv f. Forstwesen 16; 1247-1269.
L
EUBE, F. (2000): Leitfaden Forstliche Bodenschutz-
kalkung in Sachsen. – Sächs. Landesanstalt f. Fors-
ten; Graupa; 59 S.
L
IEBEROTH, I. (1962 a): Ein Beitrag zum Klima und zur
Chronologie des Jungpleistozäns. - Forschungen und
Fortschritte 36; 73-77.
L
IEBEROTH, I. (1962 b): Die jungpleistozänen Lösse
Sachsens in Vergleich zu denen anderer Gebiete. -
Petermanns geogr. Mitt. 106; 188-198.
L
IEBEROTH, I. (1963): Lößsedimentation und Boden-
bildung während des Pleistozäns in Sachsen. - Geo-
logie 12; 145-187.
L
INNEMANN, U.; FIEDLER, H.-J. (1991): Abriß der Geo-
logie des Tharandter Waldes. - Mittlgn. Dtsch. Bo-
denkundl. Gesellsch. 64; 29-47.
L
OHSE, H. (2008): Ein Bodenlehrpfad auf Standorten
des Tharandter Waldes. - Magisterarbeit; Universität
Rostock; Rostock; 181 S.

49
LOMMATZSCH, G.; WÜRZBURGER, E. (1905): Die Ein-
wohnerzahlen der Landgemeinden von 1834 bis 1900
und die Veränderungen in der Verwaltung des König-
reiches seit 1815. - Z. Kgl. Sächs. Statist. Bureaus
71; 13 - 75.
L
UBOJATZKY, F. (1853): Das goldene Buch vom Vater-
lande – Sachsen sonst und jetzt Bd. 2. - Verlag der
Walde’schen Buchhandlung; Löbau; 512 S.
M
ANIA, D.; STECHEMESSER, H. (1970): Jungpleistozä-
ne Klimazyklen im Harzvorland. - in: Periglazial-Löß-
Paläolithikum im Jungpleistozän der DDR. - Hermann
Haack Geographisch-Kartographische Anstalt; Gotha,
Leipzig; S. 39-56.
M
ANNSFELD, K. (2005): Naturräumliche Gliederung
Sachsens – Ordnung der Mannigfaltigkeit. - in: Land-
schaftsgliederungen in Sachsen. - Landesverein
Sächs. Heimatschutz; Dresden; S. 2-8.
M
ANNSFELD, K.; RICHTER, H. (Hrsg.) (1995): Natur-
räume in Sachsen. - Zentralausschuß f. deutsche
Landeskunde; Trier; 229 S.
M
ARTICK, S. (1999): Aufnahme und Dokumentation
der Lagerungsverhältnisse des Gebietes westlich des
Kurortes Hartha zwischen Hartheberg und Borschels-
berg (Blatt NW Tharandt, Nr. 5047) im Maßstab
1:10.000. - Diplomarbeit; TU Bergakademie Freiberg;
Freiberg; 87 S.
M
OESTA, G. (1928): Brüche und Porphyreffusionen im
östlichen Erzgebirge. – Z. dt. Geol. Ges. 80; 343-408.
N
EBE, W. (1961): Über präcenomane Böden auf
osterzgebirgischen Gneisen. - Wiss. Z. d. TH Dres-
den 10; 559-563.
N
EBE, W. (1963): Vorkreidezeitliche Böden im Osterz-
gebirge. – Sächs. Heimatblätter 5; 423-426.
N
EBE, W. (1982): Natürliche Grundlagen des Wald-
wachstums und der Waldentwicklung. - Forststadt
Tharandt - Beiträge zur Heimatgeschichte 7; 5 – 27.
N
EUMANN, U. (2001): Zusammenhang von Witte-
rungsgeschehen und Zuwachsverläufen in Fichten-
beständen des Osterzgebirges. - Ulmer Verlag; Stutt-
gart; 196 S.
N
IEMANN, M. (2007): Zur Kaderpolitik der SED in
Sachsen. - in: Länder, Gaue und Bezirke – Mittel-
deutschland im 20. Jahrhundert
Landeszentrale für politische Bildung Sachsen; Dres-
den; S. 231-254.
N
OBBE, F. (1899): Über bronzezeitliche Funde im
Forstgarten Tharandt. – Abh. Nat. Ges. ISIS zu Dres-
den 1899; 19-22.
N
OBLET-DUCOUDRÉ, N. de; FOUCAULT, A.; LUNT, D.;
KAGEYAMA, M.; CHARBIT, S. (2006): Rätsel der Eiszei-
ten. - Spektrum d. Wiss. Spezial 1/06; 36-43.
O
ETTEL, A. (2006): Zur Verwaltungsgliederung Sach-
sens im 19. und 20. Jahrhundert. - Statistik in Sach-
sen 12; 69 - 98.
P
IETZSCH, K. (1951): Abriss der Geologie von Sach-
sen. - Volk und Wissen Verlag; Berlin; 159 S.
P
IETZSCH, K. (1962): Geologie von Sachsen. - Deut-
scher Verlag der Wissenschaften; Berlin; 870 S.
P
OTT, R. (1989): Die Formierung der Buchenwaldge-
sellschaften im Umfeld der Mittelgebirge Nordwest-
deutschlands unter dem Einfluß des Menschen. –
Ber. d. Geobot. Inst. d. Universität Hannover 1; 30-44.
P
RASSE, H.; EICHELMANN, U. (2002): Stationsbe-
schreibung und historische Ergebnisse des Tharand-
ter Waldes. - Tharandter Klimaprotokolle 6; 27-32.
P
RESCHER, H. (1957): Die Niederschönaer Schichten
der sächsischen Kreide. - Deutscher Verlag f. Grund-
stoffindustrie; Leipzig; 96 S.
R
AHMSTORF, S.; SCHELLNHUBER, H.J. (2006): Der
Klimawandel. - 3. Auflage; Verlag C.H. Beck; Mün-
chen; 145 S.
R
ENFREW, C. (2004): Die Indoeuropäer – aus archäo-
logischer Sicht. - Spektrum d. Wiss. Dossier 1/04; 40-
48.
R
ICHTER, A. (1935): Geschichte der Organisation der
Sächsischen Staatsforstverwaltung. - Sächsische
Landesforstverwaltung; Dresden; 392 S.
R
ICHTER, H. (1965): Die Wirkungen der Weichseleis-
zeit in den Mittelgebirgen der DDR. - in: Die Weich-
sel-Eiszeit im Gebiet der DDR. -Akademie-Verlag;
Berlin; S. 188-206.
R
ICHTER, H. (1965): Die periglazialen Zonen außer-
halb des Jungmoränengebietes. - in: Die Weichsel-
Eiszeit im Gebiet der DDR. - Akademie-Verlag; Berlin;
S. 230-242.
R
ICHTER, H. (1995): Natur- und Landschaftskompo-
nenten in Sachsen. - in: Naturräume in Sachsen. -
Zentralausschuß f. deutsche Landeskunde; Trier; S.
11-38.
R
ICHTER, U. (2002): Freiberg im Mittelalter. - in:
Denkmale in Sachsen – Stadt Freiberg Bd. 1. - Wer-
bung und Verlag; Freiberg; S. 5-45.
R
OCH, T. (2007): Waldgesellschaften verändern sich
mit. - in: Waldzustandsbericht 2007. – Sächs.
Staatsministerium f. Umwelt u. Landwirtschaft; Dres-
den; S. 14-17.
R
UBNER, K. (1930): Urwaldfragen. - Forstarchiv 6;
145-154.
S
CHAARSCHMIDT, T. (2007): Die regionale Ebene im
zentralistischen „Führerstaat“ – das Beispiel des NS-
Gaues Sachsen. - in: Länder, Gaue und Bezirke –
Mitteldeutschland im 20. Jahrhundert. - Landeszent-
rale f. politische Bildung Sachsen; Dresden; S. 125-
140.
S
ÄCHSISCHES LEHRFORSTAMT THARANDT (2004):
Exkursionsführer zur Forst- und Jagdgeschichte des
Tharandter Waldes. – Sächs. Lehrforstamt Tharandt;
Spechtshausen; 40 S.

50
S
ÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM DES INNEREN
(2007): Verwaltungsreform im Freistaat Sachsen. –
Sächs. Staatsministerium d. Innern; Dresden; 32 S.
S
AUER, A. (1900): Erläuterungen zur geologischen
Spezialkarte des Königreichs Sachsen – Sektion
Freiberg (Blatt 80). - 2. Auflage; Engelmann Verlag;
Leipzig; 92 S.
S
AUER, A.; BECK, R.; PIETZSCH, K. (1914): Erläuterun-
gen zur geologischen Spezialkarte des Königreichs
Sachsen – Sektion Tharandt (Blatt 81). - 2. Auflage;
Engelmann Verlag; Leipzig; 126 S.
S
CHACHTSCHABEL, P.; BLUME, H.-P.; BRÜMMER, G.;
HARTGE, K.H.; SCHWERTMANN, U.; AUERSWALD, K.;
BEYER, L.; FISCHER, W.R.; KNABNER, I.; RENGER, M.;
STREBEL, O. (1998): Lehrbuch der Bodenkunde. – 14.
Auflage; Enke Verlag; Stuttgart; 500 S.
S
CHILLING, W.; WIEFEL, H. (1962): Jungpleistozäne
Periglazialbildungen und ihre regionale Differenzie-
rung in einigen Teilen Thüringens und des Harzes. -
Geologie 11; 428-460.
S
CHLEER, M. (2003): Kommunalpolitik in Sachsen. –
Sächs. Landeszentrale f. politische Bildung; Dresden;
512 S.
S
CHMIDT, P. (1995 a): Charakteristik wichtiger zent-
raleuropäischer Waldgesellschaften und ihre Wech-
selwirkungen zu Umwelt und Mensch. – Inst. f. Allg.
Ökologie u. Umweltschutz; Tharandt; 64 S.
S
CHMIDT, P. (1995 b): Übersicht der natürlichen
Waldgesellschaften Deutschlands. – Sächs. Landes-
anstalt f. Forsten; Graupa; 96 S.
S
CHMIDT, P.; DENNER, M.; ZIERVERINK, M. (2001):
Geobotanische Exkursion im Osterzgebirge. - TU
Dresden, Tharandt, 32 S.
S
CHÖNWIESE, C. D. (2002): Beobachtete Klimatrends
im Industriezeitalter - ein Überblick Glo-
bal/Europa/Deutschland. – Ber. Inst. f. Meteo. u.
Geophysik d. Univ. Frankfurt a. Main 106; 1-93.
S
CHREITER, R. (1939): Die cenomanen Grundschotter
in Sachsen und ihre Herkunft. – Z. d. Dtsch. Geol.
Ges. 91; 290-304.
S
CHÜRER, S.; KUTSCHA, R.; STEINHÄUSER, G. (2001):
Vorsorgender Bodenschutz. - 2. Auflage; Staatliches
Umweltfachamt; Chemnitz; 24 S.
S
CHULZE, H. (1963): Petrographisch-geochemische
Untersuchungen der Tharandter Porphyre. - Diplom-
arbeit; TU Bergakademie Freiberg; Freiberg; 95 S.
S
CHUMANN, R. (1933): Dichtung und Wahrheit über
den Bergbau zwischen Tharandt und Dippoldiswalde.
– Mitt. d. Landesvereins Sächs. Heimatschutz 22;
285-322.
S
CHUMANN, W. (2002): Der neue BLV Steine- und
Mineralienführer. - 6. Auflage; BLV Verlagsgesell-
schaft; München; 384 S.
S
CHUSTER, E. (2001): Chronik der Tharandter forstli-
chen Lehr- und Forschungsstätte 1811-2000. - Fach-
richtung Forstwiss. d. TU Dresden; Tharandt; 278 S.
S
CHWANECKE, W.; KOPP, D. (1997): Forstliche
Wuchsgebiete und Wuchsbezirke im Freistaat Sach-
sen. - 2. Auflage; Sächs. Landesanstalt f. Forsten;
Graupa; 192 S.
S
EBASTIAN, U. (2001): Mittelsachsen – Geologische
Exkursionen. - Perthes Verlag; Gotha; 191 S.
S
EYDLER, CH. (1995): Langjährige phänologische
Beobachtungen in Hartha (Tharandter Wald). – Wiss.
Z. d. TU Dresden 44; 69-72.
S
IEBER, P. (1928): Der Dauerwald. - Springer Verlag;
Berlin; 110 S.
S
PEHR, R. (2002): Die Wüstung Warnsdorf im Tha-
randter Wald. – Mitt. d. Freiberger Altertumsvereins
91; 5-62.
S
TAHR, K.; KANDELER, E.; HERRMANN, L.; STRECK, T.
(2008): Bodenkunde und Standortslehre. - Ulmer
Verlag; Stuttgart; 320 S.
S
TANDKE, G.; SUHR, P. (2008): Tertiär. - in: Geologie
von Sachsen. - Schweizerbart’sche Verlagsbuch-
handlung; Stuttgart; S. 358-419.
T
ACITUS, P. C. (1929): Germania. - Lehmann Verlag;
München; 136 S.
T
HALHEIM, K.; FIEDLER, H.-J. (1990): Zur Kenntnis von
frühpleistozänen Basissedimenten im Tharandter
Wald. – Z. d. geol. Wiss. 18; 1127-1135.
T
HOMASIUS, H. (1975): Ur- und Frühgeschichte des
Gebietes um Tharandt. - Forststadt Tharandt - Beiträ-
ge zur Heimatgeschichte 4; 11-17.
T
HOMASIUS, H. (1995): Der Einfluß des Bergbaus auf
Wald- und Forstwirtschaft im sächsischen Erzgebirge
bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. – Sächs.
Forstverein; Tharandt; 48 S.
T
HOMASIUS, H. (2001): Beiträge des Sächsischen
Forstvereins zur Entwicklung der Forstwirtschaft
Sachsens bis zum Ausgang des 1. Weltkrieges – Teil
1. – Sächs. Forstverein; Bautzen; 64 S.
T
ICHOMIROWA, R. (2003): Die Gneise des Erzgebirges
– hochmetamorphe Äquivalente von neoprotero-
zoisch-frühpaläozoischen Grauwacken und Granitoi-
den der Cadomiden. - Medienzentrum d. TU Berg-
akademie Freiberg; Freiberg; 222 S.
T
OPCUOGLU, A. (1940): Die Verteilung des Zuwachses
auf die Schaftlänge der Bäume. – Thar. Forstl. Jb. 91;
485-554.
T
RÖGER, K.-A. (2008): Kreide – Oberkreide. - in:
Geologie von Sachsen. - Schweizerbart’sche Ver-
lagsbuchhandlung; Stuttgart; S. 311-358.
W
AGENBRETH, O; STEINER, W. (1990): Geologische
Streifzüge – Landschaft und Erdgeschichte zwischen

51
Kap Arkona und Fichtelberg. - Deutscher Verlag f.
Grundstoffindustrie; Leipzig; 204 S.
W
EBER, R. (1956): Das „
veste hus
“ – Ursprung der
Ortsgründung. - Forststadt Tharandt - Beiträge zur
Heimatgeschichte 1; 13-20.
W
EGENER, A. (1922): Die Entstehung der Kontinente
und Ozeane. - 3. Auflage; Vieweg Verlag; Braun-
schweig; 144 S.
W
IEDEMANN, E. (1925): Zuwachsrückgang und
Wuchsstockungen der Fichte in den mittleren und
unteren Höhenlagen der sächsischen Staatsforsten. -
2. Auflage; Akademische Buchhandlung Laux; Tha-
randt; 190 S.
W
IEDEMANN, F. (1964): Zum Stoffhaushalt kristalliner
Schiefer des Erzgebirges. – Diss., Inst. f. Geologie,
TU Bergakademie Freiberg; Freiberg; 245 S.
W
ILHELMI, H. (1999): Forstliche Denkmale in Sachsen
– Mittlerer Landesteil. – Sächs. Forstverein; Hoyers-
werda; 80 S.
W
OLF, L; ALEXOWSKY, W.; SEIFERT-EULEN, M. (2008):
Quartär. - in: Geologie von Sachsen. - Schweizer-
bart’sche Verlagsbuchhandlung; Stuttgart; S. 419-
462.
W
ÜNSCHE, M; NEBE, W. (1965): Zur Kenntnis präce-
nomaner Böden auf osterzgebirgischen Graugneisen.
- Geologie 14; 851-864.
Z
EPP, H. (2004): Geomorphologie. - 3. Auflage; Schö-
ningh Verlag; Paderborn; 356 S.
Z
IEGLER, W. (2007): Die NS-Gaue im „Führerstaat“.
Entwicklung – Strukturen – Funktion. - in: Länder,
Gaue und Bezirke – Mitteldeutschland im 20. Jahr-
hundert. - Landeszentrale f. politische Bildung Sach-
sen; Dresden; S. 107-124.
Z
ÜLKE, D. (Hrsg.) (1973): Werte unserer Heimat Bd.
21 – Zwischen Tharandter Wald, Freital und dem
Lockwitztal. - Akademie-Verlag; Berlin; 260 S.

52
5
Glossar der Fachbegriffe
Blöcke:
Korngrößenunterfraktion mit einem
Durchmesser zwischen 200 und 630 mm, Sym-
bol: mX oder mO
Boden:
Lockerer Teil der festen Erdkruste,
welcher durch Atmosphäre, Hydrosphäre und
Biosphäre beeinflusst, verändert und umgestal-
tet wird
Bodenart:
Mischungsverhältnis der verschie-
denen Kornfraktion des Bodens
Bodenform:
Verbindung der bodensystemati-
schen Einheiten Bodensubtyp, -varietät oder -
subvarietät mit den substratsystematischen
Einheiten Substratklasse, -typ oder –subtyp
Bodentyp:
Klassifikationseinheit nach der
charakteristischen Abfolge von Bodenhorizon-
ten
Braunerde:
Terrestrischer Bodentyp, der durch
die Prozesse der Verbraunung und Verlehmung
bestimmt wird, Symbol: BB
Feinbodenart:
Mischungsverhältnis der Korn-
fraktionen mit einem kleineren Durchmesser als
zwei Millimeter
Feinporen:
Bodenporen mit Durchmessern <
0,2 μm
Gefüge:
Strukturelle Anordnung der festen
Bodenpartikel
Geröll:
gerundete Steine und Blöcke, Symbol
O; Grobbodenartgruppe mit einer Mischung von
Grus (50-100 %), Kies (0-50 %), Schutt (0-50
%), Geröll (0-50 %), Symbol: w
Gesamtbodenart:
Kombination von Fein- und
Grobbodenart
Gley:
Semiterrestrischer Bodentyp unter Ein-
fluss von Grundwasser, mit oxidierenden Be-
dingungen im Oberboden und reduzierenden
Bedingungen im Unterboden, Symbol: GG
Grobbodenart:
Mischungsverhältnis der Korn-
fraktionen mit einem größeren Durchmesser
( >2 mm)
Grobporen:
Bodenporen mit Durchmessern (d)
>10 μm, weite Grobporen d > 50 μm, enge
Grobporen d 10-50 μm
Großblöcke:
Korngrößenunterfraktion mit ei-
nem Durchmesser > 630 mm, Symbol: gX oder
gO
Grus:
Kantige Kornfraktion mit einem Durch-
messer zwischen 2 und 63 mm, Symbol: Gr;
Grobbodenartgruppe mit einer Mischung von
Grus (50-100 %), Kies (0-50 %), Schutt (0-50
%), Geröll (0-50 %), Symbol: z
Horizont:
Systematisierte Bodenabschnitte mit
ähnlichen Eigenschaften und Merkmalen
Humifizierung:
Neubildung stabiler, organi-
scher Komplexverbindungen aus niedermoleku-
laren, organischen Stoffen
Humus:
Gesamtheit aller abgestorbenen und in
Zersetzung befindlichen pflanzlichen und tieri-
schen Stoffe sowie deren organische Umwand-
lungsprodukte
Humusform:
Systematische Einheit ähnlicher
organischer Horizonte (Mull, Moder, Rohumus)
Kies:
gerundete Kornfraktion mit einem
Durchmesser zwischen 2 und 63 mm, Symbol:
G; Grobbodenartgruppe mit einer Mischung von
Kies (50-100 %), Grus (0-50 %), Schutt (0-50
%), Geröll (0-50 %), Symbol: k
Kornfraktion:
Klassen von Bodenteilchen nach
ihrem Durchmesser (Ton, Schluff, Sand,
Grus/Kies, Steine)
Lehm:
Bodenart aus einer Mischung der Korn-
fraktionen Ton (8-45 %), Schluff (0-50 %), Sand
(15-83 %), Symbol: l
Lessivierung:
Prozess der Tonverlagerung
aus dem Oberboden und Anreicherung im Un-
terboden, ohne Tonzerstörung
Löß:
Kaltzeitliches, windverfrachtetes Sedi-
mentlockergestein, Symbol: Lo
Lößderivat:
Verwitterter Löß, z.B. Lößlehm
Magmatit:
Erstarrungsgestein, aus Magma
entstanden
Metamorphit:
Metamorphgesteine, Umwand-
lungsgestein aus anderen Gesteinen, durch
Druck, Temperatur und Bewegung
Mineralisation:
Abbau organischer Substanz
zu anorganischen Stoffen
Mittelporen:
Bodenporen mit Durchmessern
zwischen 0,2 und 10 μm, enthält das pflanzen-
verfügbare
Wasser
Nutzbare Feldkapazität:
Speicherkapazität
pflanzenverfügbaren Wassers eines Bodens in
mm, Symbol: nFK
Parabraunerde:
Terrestrischer Bodentyp der
von Lessivierung (Tonverlagerung) geprägt ist,
Symbol: LL
Podsol:
Terrestrischer Bodentyp mit Humus-
und Aluminium-, Eisen- und Manganionenver-
lagerung aus dem Ober- in den Unterboden,
Symbol: PP
Podsolierung:
Prozess der Humus- und Alu-
minium-, Eisen- und Manganionenverlagerung
aus dem Ober- in den Unterboden
Pollen:
Blütenstaub, Sporen der Samenpflan-
zen
Potentiell natürliche Vegetation:
Vegetation,
die sich bei einem Wegfall jeglichen menschli-
chen Einflusses aus dem vorhandenen Arten-
potenzial derzeit entwickelt würde, Symbol: pnV
Pseudogley:
Terrestrischer Bodentyp unter
Einfluss von Stauwasser, unterteilt in einen
wasserstauenden und wasserleitenden Bereich,
Symbol: SS
Pseudovergleyung:
Prozess der Eisen- und
Mangananreicherung in den Bodenaggregaten,
führt zu einer Marmorierung
Sand:
Kornfraktion mit einem Durchmesser
zwischen 0,063 und 2,0 mm, Symbol: S; Bo-
denart aus einer Mischung der Kornfraktionen

53
Ton (0-17 %), Schluff (0-50 %), Sand (42-100
%), Symbol: s
Sedimentation
: Ablagerung von Stoffen, z.B.
durch Wasser und Wind, die an anderer Stelle
abgetragen wurden
Sedimentit:
Sedimentgestein, Gestein aus
Sediment
Schicht:
Paket mit einheitlichem geologischem
Material
Schluff:
Kornfraktion mit einem Durchmesser
zwischen 0,002 und 0,063 mm, Symbol U;
Bodenart aus einer Mischung der Kornfraktio-
nen Ton (0-30 %), Schluff (50-100 %), Sand (0-
50 %), Symbol: u
Schutt:
kantige Steine und Blöcke, Symbol X;
Grobbodenartgruppe mit einer Mischung von
Grus (50-100 %), Kies (0-50 %), Schutt (0-50
%), Geröll (0-50 %), Symbol: n
Skelett:
Kornfraktionen des Grobbodens und
Grobbodenart > 2mm, Symbol: v
Solifluktion:
Bodenfließen
Steine:
Kornfraktion mit einem Durchmesser
über 63 mm, Symbol: X oder O; Unterfraktion
mit einem Durchmesser zwischen 63 und 200
mm, Symbol: fX oder fO
Substratart:
Gesamtbodenart, Herkunft, Ent-
stehungsweg und -zeit eines Bodenmaterials
Substrattyp:
Vertikale Abfolge der Substratar-
ten in einem Boden
Ton:
Kornfraktion mit einem Durchmesser <
0,002 mm, Symbol: T; Bodenart aus einer Mi-
schung der Kornfraktionen Ton (25-100 %),
Schluff (0-75 %), Sand (0-55 %), Symbol: t
Tonminerale:
Minerale aus der Klasse der
Silikate, häufig mit Durchmessern < 0,002 mm,
in Schichten aufgebaut
Vega:
Semiterrestrischer Bodentyp aus der
Klasse der Auenböden, mit einem Kolluvialhori-
zont im Oberboden, Symbol: AB
Verbraunung:
Eisenmineralneubildung aus der
Klasse der Oxide und Hydroxide
Verlehmung:
Prozess der Tonmineralneu- und
-umbildung

54
A Anlage
A.1
Geschichte des Exkursionsgebietes
A.1.1 Verwaltungsgeschichte
Seit dem 13. Jh. war die Mark Meißen, zu wel-
cher auch das Gebiet des Tharandter Waldes
gehörte, in Burgwarten bzw. Vogteien unterteilt.
Einen solchen Burgwartssitz stellte u.a. die
Burg Tharandt dar. Aus diesen Burgwarten
entwickelten sich die sächsischen Ämter, wobei
sich der Amtsitz, des aus der Burgwarte Tha-
randt hervorgehenden, Amtes Grillenburg,
zeitweise in Grillenburg, zeitweise in Tharandt
und von 1787 bis 1828 in Freiberg befand.
Neben dem Gebiet der Waldungen, gehörten
zum Amt ursprünglich die, somit amtssässigen,
Dörfer Förder- und Hintergersdorf, Höckendorf,
Klingenberg, Niederschöna, Obercunnersdorf,
Opitz, und Hetzdorf, sowie die Siedlungen Gra-
naten (heute Tharandt) und Grillenburg (A
DAM
1975, 1982). Im 14., 15. und 16. Jh. traten noch
die Dörfer Klein- und Großdorfhain, Herrndorf,
Naundorf und Somsdorf, sowie die Siedlung
Hartha (vor 1550 gegr.) hinzu (ADAM 1982,
H
EINITZ 1982), während die Dörfer Höckendorf,
Klingenberg und Obercunnersdorf schriftsässig,
d.h. direkt dem Landesherren untertan, wurden
und nicht mehr dem Amt unterstanden. Im 17.
Jh. wird zusätzlich noch Ehrlicht, Hutha und
Grund zum Amt gehörig erwähnt (F
REYER
1988).
Mit der, durch den Übergang der Kurwürde auf
das Herzogtum Sachsen bedingten, Verwal-
tungsreform des Jahres 1547 (G
ROß 2007), und
der damit verbundenen administrativen Eintei-
lung des Kurfürstentums Sachsens in fünf,
später sieben, Kreise bzw. Kreishauptmann-
schaften, wurde das Amt Grillenburg dem Ge-
birgischen Kreis, später umbenannt in Erzge-
birgischen Kreis, mit dem Amtsitz Freiberg,
unterstellt (vgl. B
ALDAMUS
et al.
1925, BLASCHKE
u. STAMS 2007).
Nach dem Wiener Kongress, und den daraus
resultierenden großen Gebietsabtretungen an
Preußen, stellte sich die Notwendigkeit einer
Änderung der Verwaltungseinheiten. Es wurden
daher 1816, als Mittelbehörde zwischen den
Ämtern und den vier verbleibenden Kreisen,
zunächst 11 Amtshauptmannschaften geschaf-
fen (vgl. L
OMMATZSCH u. WÜRZBURGER 1905,
O
ETTEL 2006), wobei das Amt Grillenburg nun
zur Amtshauptmannschaft Freiberg im Erzge-
birgischen Kreis gehörte. Durch die Verab-
schiedung einer Verfassung für das Königreich
Sachsen 1831 kam es bereits 1835 zur nächs-
ten Verwaltungsreform (vgl. K
ELLER 2002; GROß
2007). Es wurden anstatt der bisherigen Kreise
vier Kreisdirektionen geschaffen. Die Amts-
hauptmannschaft Freiberg mit dem Amt Gril-
lenburg kam hierdurch zur Kreisdirektion Dres-
den. 1855 wurden dann, auf Grund der schon
1831 erfolgten Trennung der Finanzverwaltung
von der allgemeinen und Justizverwaltung, die
bisherigen Ämter aufgelöst und in Gerichtsäm-
ter überführt, es entstand das Gerichtsamt
Tharandt.
Nach der Gründung des Deutschen Reiches
kam es 1874 zur nächsten Veränderung, wobei
nun auch die Justiz von der allgemeinen Ver-
waltung geschieden wurde. Die Gerichtsämter
wurden als Amtsgerichtsbezirke zu rein justi-
ziellen Einheiten und als unterste Verwaltungs-
einheit fungierten von nun die Amtshauptmann-
schaften, denen vier, später fünf Kreishaupt-
mannschaften übergeordnet waren. Der Be-
reich des Tharandter Waldes ging in diesem
Zusammenhang zur Amtshauptmannschaft
Dresden in der Kreishauptmannschaft Dresden
über, welche 1939 in die reichseinheitlichen
Bezeichnungen Landkreis Dresden und Regie-
rungsbezirk Dresden umbenannt wurden (vgl.
G
ROß 2007).
Nach der Eroberung und Besetzung Sachsens
durch die Rote Armee wurden 1947 die Regie-
rungsbezirke aufgelöst, die Kreiseinteilung blieb
jedoch bestehen, und auch nach Gründung der
DDR hatte die erste Gebietsreform 1950 keiner-
lei Auswirkungen auf die Kreiszugehörigkeit des
Tharandter Waldes zum Kreis Dresden, doch
kam es 1952 zu einer tiefgreifenden Neuord-
nung. Die Länder wurden aufgelöst, durch Be-
zirke ersetzt und die Kreiseinteilung wurde vor
allem nach wirtschaftlichen und verkehrstechni-
schen Erfordernissen neu und kleinteiliger fest-
gelegt (O
ETTEL 2006), wobei natürlich auch
politische und militärische Gesichtspunkte eine
Rolle spielten (NIEMANN 2007). Das Gebiet des
Tharandter Waldes lag von nun an, wenn man
von kleineren Anteilen des Kreises Meißen im
Norden und des Kreises Freiberg im Westen
absieht, überwiegend im Kreis Freital des Be-
zirkes Dresden und stellte die Bezirksgrenze
zum Bezirk Karl-Marx-Stadt dar.
Nach der politischen Wende kam es 1990 zur
Wiederbegründung des Landes Sachsen, un-
tergliedert in Regierungsbezirke und Kreise,
und 1994 zu einer umfassenden Kreis- und
Gemeindereform (vgl. S
CHLEER 2003, OETTEL
2006). Dabei kam der Tharandter Wald, ge-
meinsam mit dem Kreis Freital, zum Landkreis
Dippoldiswalde, welcher wiederum am 01.
August 2008 im Landkreis Sächsische
Schweiz-Osterzgebirge aufging (vgl. S
ÄCHSI-
SCHES
STAATSMINISTERIUM DES INNEREN 2007).
Die Aufsicht über die markgräflichen meißni-
schen bzw. kurfürstlich und, von 1485-1547/48,
herzoglich, sächsischen Waldungen, wie dem

55
Tharandter Wald, unterstand ursprünglich allein
den Ämterverwaltungen, denen auch Jagd-
bzw. Forstbeamte angehörten. Mit der Verwal-
tungsreform von 1547 ging die Aufsicht über sie
direkt an die Rentnerei, d.h. die oberste Fi-
nanzbehörde, welche dem erweiterten Hofrat
unterstand. 1560 wurde die erste Forst- und
Holzordnung erlassen und es kam zu einer
grundlegenden Verwaltungsneuordnung, wel-
che den Grundstein der heutigen Forstverwal-
tung legte (vgl.
RICHTER 1935). Dem Kurfürsten
unterstand nunmehr, neben dem Hofrat, ge-
sondert einem Geheimen Rat, dem wiederum
jetzt die Kreise und Ämter unterstanden. Der
jeweilige Amtmann war gleichzeitig Vorgesetz-
ter eines Forstbeamten, der sich je nach Wald-
fläche Förster, Oberförster oder Forstmeister
nannte und mehrere Forstknechte unter sich
hatte, die zusammen das mit dem Amt de-
ckungsgleiche Forstamt bildeten. Gleichzeitig
war dem Kurfürsten die sog. Kammer unter-
stellt, der u. a. das Oberbergamt, aber von nun
an auch die Rentnerei unterstand. Alle Einnah-
men der Ämter und der Forstämter wurden von
ihr verwaltet, wobei jedem Forstamt ein Forst-
schreiber zugeordnet wurde, der gemeinsam
mit dem Forstbeamten die Holzverkäufe leitete
und die Einkünfte überwachte. Innerhalb der
bestehenden Kreise wurden jedoch bald Ober-
forst- und Wildmeistereien gegründet und zwi-
schen Forstamt und Geheimen Rat gestellt. Im
Erzgebirgische Kreis waren es zunächst zwei
Oberforst- und Wildmeistereien, Schellenberg,
heute Augustusburg, der auch der Tharandter
Wald unterstand, und südlich Schlettau.
Ab 1586 gab es dann vier solcher Oberforst-
und Wildmeistereien, Bärenfels, Schlettau,
Zschopau und Grillenburg, die jeweils von ei-
nem Oberforst- und Wildmeister geführt wur-
den. Grillenburg unterstanden dabei die Forst-
ämter Dippoldiswalde, Freiberg, Grillenburg und
Nossen. Das Forstamt war wiederum in Forst-
reviere gegliedert. Ein normales Amt wurde von
einem Oberförster geleitet, welcher selbst ein
Revier führte, und dem für jedes weitere Revier
ein Förster unterstand. In Ämtern mit jagdlicher
Bedeutung war dem Oberförster noch ein
Wildmeister übergeordnet, so saß noch ein
solcher in Freiberg der gemeinsam für die drei
Ämter Grillenburg, wegen des Tharandter Wal-
des, Freiberg, wegen des Fürstenbusches und
Nossen, wegen des Zellwaldes, zuständig war.
Das Amt Grillenburg war zunächst in vier, spä-
ter in fünf Reviere unterteilt, Tharandt,
Spechtshausen, Herrndorf, Naundorf-
Niederbobritzsch und Dorfhain.
1609 wurden die Oberforst- und Wildmeisterei-
en dem Hofjägermeisteramt unterstellt, welches
ab jetzt für alle Jagd-, Forstpersonal- und Floß-
angelegenheiten zuständig war. Der Leiter des
Hofjägermeisteramtes, in der Stellung eines
Hofjägermeisters oder Oberhofjägermeisters,
war gleichzeitig Mitglied des Geheimen Rates,
welcher später in Geheimes Konsilium umbe-
nannt wurde. Die Gehaltszahlungen der Beam-
ten und die Verwaltung der Einkünfte waren
jedoch weiterhin in Verantwortung des Rentam-
tes. Das Rentamt wiederum unterstand ab
1782, mit Zusammenführung der Kammer, des
Bergkollegiums und der Generalhauptkasse,
dem dadurch neu begründeten Geheimen Fi-
nanzkollegium, welches ebenfalls dem Gehei-
men Konsilium unterstand (vgl. G
ROß 2007).
Mit der Verwaltungsreform 1816 kam es auch
zu einer Umgestaltung der Forstverwaltung. Es
wurden unter dem Hofjägermeisteramt vier
Forstkreise, denen ein Oberforstmeister vor-
stand, gebildet. Die Forstkreise waren wieder-
um in Forstbezirke, jeweils unter einem Forst-
meister, und diese in Forstämter, unter einem
Oberförster, und die Ämter in Reviere geglie-
dert. Der Bereich des Tharandter Waldes kam
dadurch zum ersten Forstkreis, welcher den
gesamten Meißnischen Kreis und Teile des
Erzgebirgischen Kreises umfasste. Er war da-
bei in fünf Forstbezirke, Cunnersdorf, Dresden,
Grillenburg, Lichtenhayn und Moritzburg ge-
gliedert. Der Forstbezirk Grillenburg umfasste
die Forstämter Dippoldiswalde, Freiberg und
Grillenburg. Das Forstamt Grillenburg wurde
gleichzeitig vom jeweiligen Revierleiter des
Forstreviers Tharandt, im Range eines Ober-
försters, geleitet, dem die Revierleiter der ande-
ren Reviere, Dorfhain, Herrndorf, Naundorf und
Spechtshausen, im Range von Förstern, unter-
standen. Die Funktion der, dem Geheimen
Finanzkollegium unterstehenden, Forstschrei-
ber bzw. Rentbeamten bestand fort.
1831 wurde, im Zuge der verfassungsbedingten
Umgestaltung der Verwaltung, das Hofjäger-
meisteramt aufgelöst. Die Organisation und
Planung höfischer Jagd oblag von nun dem
Hofjagddepartement, das Forstwesen wurde
dem neu gegründeten Finanzdepartement
untergeordnet, damit wurde Forst- und Jagd-
verwaltung getrennt. Im weiteren Zuge der
Verwaltungsneugestaltung kam es schon 1832
zur Auflösung der Forstkreise. Dem Finanzde-
partement unterstanden nunmehr direkt die
Forstbezirke mit den Forstämtern und Revieren.
1854 wurde deshalb, als oberster Leiter der
Forstverwaltung im Finanzdepartement (ab
1874 Finanzministerium) die Stelle eines Ober-
landforstmeisters eingerichtet.
Schon 1848 wurde die Verwaltung des Tha-
randter Reviers, als Lehrrevier der Kgl. Sächsi-
schen Forstakademie Tharandt übertragen und
1873 völlig verselbstständigt (G
ROß 1925). 1860
wurden die Reviere des Forstamtes Grillenburg
neu eingeteilt, dabei wurde das Revier Herrn-

56
dorf aufgelöst, und dafür ein Revier Grillenburg
geschaffen.
Im Zuge der Reichseinigung 1871, und der
damit verbundenen Verwaltungsneuordnung
kam es zum Auflösen der Forstämter, es gab
somit nur noch Forstbezirke und Forstreviere.
Der Forstbezirk Grillenburg wurde allerdings
1909 aufgelöst. Die Gebiete westlich des Tha-
randter Waldes kamen zum Forstbezirk Zscho-
pau, der übrige Teil zum Forstbezirk Bärenfels,
mit Sitz in Freiberg und ab 1912 in Bärenfels.
Seit 1906 war das Lehrrevier Tharandt auch
nicht mehr der Forstlichen Hochschule, sondern
direkt dem Oberlandforstmeister unterstellt,
blieb jedoch als Lehrrevier erhalten und in Be-
wirtschaftung durch die Hochschule.
Ab 1924 kam es, aus finanziellen Aspekten
heraus, zu verschiedenen Vorschlägen und
Ansätzen für eine Verwaltungsreform (G
ROß
2007), dabei wurden die Forstbezirke, jetzt als
Inspektionsbezirke bezeichnet, einer Landes-
forstdirektion unterstellt, wobei immer zwei
Bezirke von einem Inspektionsbeamten im
Range eines Oberforstmeisters inspiziert wur-
den. Dabei wurde Grillenburg wieder als Bezirk
aufgetan und gemeinsam mit Bärenfels inspi-
ziert. Die Reviere wurden von nun ab als Forst-
ämter bezeichnet. Im Bezirk Grillenburg be-
standen dabei die Forstämter Grillenburg,
Naundorf, Spechtshausen, Tharandt (weiterhin
als Lehrforstamt) und Wendischcarsdorf.
1928 wurde jedoch das Forstamt Grillenburg
auf Naundorf, Spechtshausen und Tharandt
aufgeteilt.
1934 kam es zur Begründung des Reichsforst-
amtes in Berlin, dem auch die Sächsische
Staatsforstverwaltung eingegliedert wurde,
wobei sich die Einteilung in Forstbezirke und
Forstämter vorerst nicht änderte. Es kam je-
doch zu einer Herauslösung aus dem Finanz-
ministerium und einer Unterstellung unter den
Reichsstatthalter des Landes Sachsen.
1944 wurden reichsweite Einheitsforstämter
gebildet, welche den Forstbezirken unterstan-
den und in Reviere geteilt waren. Der Tharand-
ter Wald wurde zum Sächsischen Forstamt
Grillenburger Wald, mit Sitz in Tharandt, und
gehörte zum Inspektionsbezirk Bärenfels. Es
bestanden vier Reviere, Dorfhain, Naundorf,
Spechtshausen und Tharandt. In den letzten
Kriegstagen des Jahres 1945 wurde das
Reichsforstamt aufgelöst und alle Forstämter
dem Reichslandwirtschaftsministerium unter-
stellt.
1945 wurde ein Zentralforstamt der sowjeti-
schen Besatzungszone in Berlin begründet.
Diesem unterstanden die Landesforstämter,
denen wiederum die Forstämter mit ihren Forst-
revieren untergeordnet waren (vgl. BRANDEN-
BURGISCHES
MINISTERIUM F. ERNÄHRUNG, LANDW.
U
. FORSTEN 1998). Die Einteilung und Grenzen
entsprachen dabei den Einheitsforstämtern.
1948 ging jedoch das Revier Tharandt vom
Forstamt Grillenburger Wald zum Forstamt
Karsdorf über.
Mit Gründung der DDR wurden in den Land-
kreisen Kreisforstämter eingerichtet. Diese
unterstanden der Hauptabteilung Forstwirt-
schaft im Ministerium für Land- und Forstwirt-
schaft. Den Kreisforstämtern untergeordnet
waren Oberförstereien, welche den bisherigen
Forstämtern entsprachen, die wiederum in
Reviere geteilt waren. Das Gebiet des engeren
Tharandter Waldes kam, da es überwiegend im
Landkreis Dresden lag, zum Kreisforstamt
Dresden. Die westlich im Landkreis Freiberg
gelegenen Gebiete des ehemaligen Forstamtes
Grillenburger Wald gingen an das Kreisforstamt
Freiberg.
1950 wurden die Reviere deutlich verkleinert,
so wurde das Revier Naundorf in die Reviere
Naundorf und Niederschöna geteilt, Spechts-
hausen in Grillenburg und Spechtshausen so-
wie Tharandt in Dorfhain und Tharandt.
1951 wurden die Oberförstereien in ihrer Funk-
tion beschnitten und in Inspektionsbezirke um-
benannt, doch schon 1952 wurden, im Zuge der
Auflösung der Länder und der damit stattfin-
denden Verwaltungsreform, auch die Kreis-
forstämter aufgelöst und Staatliche Forstwirt-
schaftsbetriebe (StFB) gebildet. Diese unter-
standen dem Ministerium für Landwirtschaft,
Forstwirtschaft und Naturschutz, mit wechseln-
den Zwischeninstanzen. Der Tharandter Wald
kam zum StFB Dresden, und wurde von zwei
Inspektionsbezirken, Grillenburg und Tharandt,
in der Funktion eines Lehrinspektionsbezirkes,
erfasst.
1953 kamen diese Inspektionsbezirke zum
StFB Dippoldiswalde, welcher daraufhin in
Staatlichen Forstwirtschaftslehrbetrieb Tharandt
umbenannt wurde, dabei ging jedoch die Be-
wirtschaftung des Lehrreviers Tharandt, von der
Fakultät für Forstwirtschaft der Technischen
Hochschule Dresden, an den StFB über. Die
Inspektionsbezirke wurden 1954 wieder in
Oberförstereien umbenannt. Die Oberförsterei
Grillenburg enthielt dabei die Reviere Grillen-
burg, Hetzdorf, Klingenberg, Naundorf, Nieder-
schöna und Spechtshausen, wobei die Ober-
försterei, insbesondere durch die Reviere Hetz-
dorf und Klingenberg, weit über die Grenzen
des Tharandter Waldes, bis nördlich von Wils-
druff reichte. Die Oberförsterei Tharandt be-
stand aus den Revieren Döhlen, Dorfhain, Ra-
benau und dem Lehrrevier Tharandt, und reich-
te über Freital hinaus fast bis nach Kreischa.
1964 erfolgte dann eine Zusammenlegung der
beiden Oberförstereien und eine Neuordnung
der Reviereinteilung. Die neu gebildete Ober-

57
försterei Tharandt bestand dadurch aus neun
Revieren, Döhlen, Dorfhain, Grillenburg, Hetz-
dorf, Klingenberg, Naundorf, Niederschöna,
Spechtshausen und Tharandt. Sie reichte zwar
im Norden immer noch bis Wilsdruff, im Osten
hatte sie jedoch Flächen an die Oberförsterei
Karsdorf abgegeben und reichte nur noch bis
östlich von Freital. Diese Organisation blieb bis
1991 bestehen.
Mit der Wiederbegründung Sachsens wurde
1991 im Sächsischen Staatsministerium für
Landwirtschaft und Forsten eine Abteilung
Forsten geschaffen, der zwei Forstdirektionen,
Bautzen und Chemnitz, unterstanden, die wie-
derum in Forstämter und diese in Reviere ge-
teilt waren. Das Forstamt Tharandt, welches
den Bereich des Tharandter Waldes verwaltete,
gehörte zur Forstdirektion Bautzen und umfass-
te die bisherigen Reviere Dorfhain, Grillenburg,
Hetzdorf, Naundorf, Niederschöna, Rabenau,
Tharandt und Spechtshausen. Wobei Tharandt
keinen Lehrrevierstatus mehr besaß.
2003 wurden die Landesforstdirektionen aufge-
löst und in ein Landesforstpräsidium, mit Sitz in
Graupa, überführt, welchem die Forstämter
unterstanden. 2004 wurden im Forstamt Tha-
randt die Reviergrenzen neu bestimmt, so wur-
de das Revier Dorfhain aufgelöst und nur das
Revier Spechtshausen war noch für den Pri-
vatwald zuständig, enthielt aber noch Teile des
Staatswaldes, während die anderen Reviere
reine Staatswaldgebiete darstellten. Mit Etablie-
rung des Staatsbetriebes Sachsenforst 2006,
wurden die Forstämter aufgelöst und das
Forstamt Tharandt wurde mit dem Forstamt
Bärenfels zum Forstbezirk Bärenfels, mit Sitz in
Bärenfels, zusammengeführt, dabei wurde die
Revierzahl drastisch verkleinert, so dass heute
nur noch vier Staatswaldreviere auf der Fläche
des ehemaligen Forstamtes bestehen, Grillen-
burg, Hetzdorf, Naundorf und Tharandt, sowie
das ausschließlich für den Privat- und Körper-
schaftswald zuständige Revier Spechtshausen.
Mit der Kreisreform 2008 wurden die Hoheits-
bzw. Forstaufsichtspflichten vom Staatsbetrieb
Sachsenforst auf die Landkreise übertragen.
Der Tharandter Wald befindet sich dabei im
Distrikt Freital der Abteilung Forst des Ge-
schäftsbereiches Bau und Umwelt des Land-
ratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
A.1.2 Allgemeine Geschichte
Älteste archäologische Funde im Bereich des
Tharandter Waldes weisen in die Schnurkera-
mikkultur der Jungsteinzeit, vor 4800 bis 4200
Jahren. Geologisch gesehen ist dies der Zeit-
abschnitt des Subboreals im Jungholozän. Es
wurden in Herzogswalde und im Forstbotani-
schen Garten Tharandt jeweils eine Axt, in
Naundorf Teile einer Axt, eine Spitzhaue und
ein Schuhleistenkeil dieser Kultur gefunden
(T
HOMASIUS 1975). In dieser Zeit war vor allem
das Elbtal schon dicht besiedelt, es wurde ef-
fektiv Ackerbau und Viehzucht betrieben, wie
auch Jagd und Fischfang (C
OBLENZ 1956),
darüber hinaus waren bereits das Speichenrad
und der Wagen sowie der Hakenpflug bekannt
(K
RETZSCHMAR 2007). Durch das Eindrücken
von gedrehten Schnüren in Ton verzierte Gefä-
ße und die steinernen Äxte, insbesondere als
Grabhügelbeigaben, sind typisch für die
Schnurkeramiker, die man mit der Kurgankultur
im Gebiet des heutigen Russland gleichsetzen
kann (RENFREW 2004). Die Schnurkeramiker
gehörten zur slawodeutschen Sprachfamilie
und stellen damit sprachlich die gemeinsamen
Vorfahren von Balten, Germanen und Slawen
dar. Bisher wurden jedoch keine Siedlungsreste
im Tharandter Wald entdeckt, weshalb man
davon ausgehen muss, dass er nur als Streif-
gebiet, z.B. zu Jagd- und Fischfangzwecken,
diente oder ausschließlich saisonal, z.B. zu
Weidezwecken oder zur Honiggewinnung,
genutzt wurde.
Es ist jedoch andererseits auch nicht auszu-
schließen, dass die Gegenstände erst im Mit-
telalter oder in der Neuzeit in das Gebiet ge-
langten, da solche Steingeräte, insbesondere
Äxte und Hämmer, als sog. „Donnerkeile“, gern
als abergläubiges Schutzmittel gegen Blitzein-
schläge gekauft und aufbewahrt wurden (vgl.
R
ICHTER 2002), dies ist auf die Dämonisierung
des germanischen Donnergottes Donar zurück-
zuführen, der als Waffe, besonders gegen Rie-
sen, vorwiegend einen Hammer nutzte, und
Gleiches stets vor Gleichem schützt.
Objekte der Lausitzer Kultur der Spätbronze-
zeit, aus einer Zeit von vor 3200 bis 3000 Jah-
ren, konnten in drei bedeutenden Hortfunden
auf dem Kienberg im Forstbotanischen Garten
1876, 1898 und 1908 geborgen werden. Dabei
wurden insgesamt fünf Knopfsicheln, mehrere
Lanzenspitzen, drei Ringe, eine Schmuck-
scheibe, drei verzierte Armspiralen, drei Armrei-
fe und zwei Lappenbeile entdeckt (N
OBBE 1899,
C
OBLENZ 1956). Es handelt sich dabei wahr-
scheinlich um Weiheniederlegungen. Nach
COBLENZ (1956) gibt es auch aus dieser Zeit
keine eindeutigen Siedlungsnachweise im Be-
reich des Tharandter Waldes, die nächste

58
stadtähnliche Siedlung ist jedoch in Dresden-
Coschütz, mit der sog. Heidenschanze, aufzu-
finden. B
ÖRTITZ und EIBISCH (1961) sehen in
den Terrassen und Hügeln nahe den Fundstel-
len jedoch die Wallanlage einer Befestigung
aus dieser Zeit, infolge vermuteter bronzezeitli-
cher Bergbauversuche (Zinn, Kupfer). Nach
J
ACOB (1982) fand in dieser Zeit insbesondere
intensive Waldweide statt, was auch im Tha-
randter Wald nachweisbar ist. Die damalige
Bevölkerung kann sprachlich bereits den Ger-
manen zugerechnet werden.
Aus der Zeit des römischen Kaisers Octavianus
Augustus (63 v. Chr.-14 n. Chr.), welche der-
römischen Kaiserzeit der Eisenzeit zugehört,
stammt der Fund einer römischen Münze, der
1860 im Pfarrgarten Tharandts gemacht wurde.
Eine ältere, ägyptische Münze, aus der vorrö-
mischen Eisenzeit, wurde nordöstlich des Tha-
randter Waldes bei Niederhermsdorf geborgen
(vgl. C
OBLENZ 1956, THOMASIUS 1975). Ägypti-
sche und römische Münzen wurden als Zah-
lungsmittel und Schmuck von den ansässigen
Germanen genutzt, es ist also davon auszuge-
hen, dass der Tharandter Wald auch zu dieser
Zeit, zumindest als Streifgebiet, genutzt wurde.
Von der heutigen Fränkischen Alb im Süden bis
hinauf zum Harz und von der Rhön im Westen,
bis zur Elbe im heutigen Sachsen war zu dieser
Zeit der Stammesverband der Hermunduren
(von Heermänner des Thors bzw. Donars)
ansässig, wobei T
ACITUS (1929) sogar berichtet,
dass das Siedlungsgebiet bis zur Elbequelle im
Riesengebirge reichte. Die Hermund