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Ausgangssituation
Das künftig vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr genutzte Areal in
der Stauffenbergallee 24 in Dresden ist Bestandteil der historischen Al-
bertstadt. Das um 1901 als Bestandteil der König-Georg-Kaserne errich-
tete Haus 24 bildet den nordwestlichen Abschluss der ehemaligen Garni-
son, die im Zuge der Sanierungen der letzten 15 Jahre zu einem überregi-
onalen Behördenstandort entwickelt wurde.
Das Gebäude diente bis 1945 nahezu durchgehend als Kaserne, danach
schloss sich bis zum Beginn der 1990er Jahre eine Nutzung durch sow-
jetische Streitkräfte an. Seitdem stand das viergeschossige Gebäude leer
und der Zustand des Bauwerkes verschlechterte sich daraufhin zuneh-
mend. Um die Kaserne vor dem Verfall zu bewahren, erfolgte die Siche-
rung der historischen Bausubstanz.
Das direkt an der Stauffenbergallee gelegene ehemalige Kasernengebäu-
de wurde als unterkellertes dreigeschossiges, im Mittelbau viergeschos-
siges Mittelganghaus errichtet und wird mit einem Pfettendach unter-
schiedlicher Spannweite in Holzkonstruktion überdeckt. Der zirka 96 Me-
ter lange Baukörper gliedert sich axialsymmetrisch in zwei Kopfbauten
und einen Mittelbau, der durch einen mächtigen Ziergiebel betont wird.
Obwohl sich alle Kasernengebäude an der Stauffenbergallee mit ihren
Schauseiten zur Straße und, über die Hangkante hinweg, zur Stadt orien-
tieren, weist keines einen direkten Zugang von der Straße her auf, was in
der inneren Erschließung der Garnisonsstadt begründet liegt.
So erfolgt auch am Haus 24 der Zugang von einer breiten rückwärtigen
Wegeachse, von der aus zwei Treppenhäuser das Gebäude erschließen.
Die Flure und Treppenhäuser wurden entsprechend der Nutzung auf einen
hohen Personenverkehr sehr breit angelegt.
Im rückwärtigen Bereich des Geländes befindet sich eine Gartenanlage,
die eine Besonderheit darstellt, da die Flächen hinter den Kasernen üb-
licherweise dem militärischen Betrieb dienten und nicht gärtnerisch ge-
staltet waren.
Zentrale des Landesamtes für
Straßenbau und Verkehr
Sanierung und Erweiterungsneubau
Herausgeber:
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB)
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
Im Auftrag des Freistaates Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
www.smf.sachsen.de
Redaktion:
Staatsbetrieb SIB, Niederlassung Dresden I
Redaktionsschluss:
Februar 2015
Fotos:
Holger Stein
Luftaufnahmen:
Polizeihubschrauberstaffel
Gestaltung und Satz:
Agnes Harnisch, Michael Ebert SIB NL Dresden I
Druck:
SDV Direct World GmbH
Auflagenhöhe:
2.500 Stück
Bezug:
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden
bei:
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB)
Niederlassung Dresden I
Königsbrücker Str. 80, 01099 Dresden
Telefon: +49 351 8093 0
Telefax: +49 351 8093 100
E-Mail: poststelle@sib-d1.smf.sachsen.de
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Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen
Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit her-
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Copyright
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt.
Alle Rechte, auch die des Nachdruckes von Auszügen
und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Her-
ausgeber vorbehalten.
Bauherr:
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium
der Finanzen
Staatsminister der Finanzen
Prof. Dr. Georg Unland
Abteilungsleiter Vermögen und
Fachaufsicht Bundesbau Johann Gierl
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien-
und Baumanagement
Technischer Geschäftsführer Prof. Dieter Janosch
Kaufmännischer Geschäftsführer Oliver Gaber
Unternehmensbereich Planungs-
und Baumanagement
stv. Unternehmensbereichsleiter Matthias von Rüdiger
Niederlassung DresdenI
Niederlassungsleiter Ludwig Coulin
Projektleitung:
Karsten Böhm
Frank Brede, Michael Ebert
Sandro Schulze
Projektleitung Technik:
Bernd Zschippang
Jürgen Böttger, Niels Hecker, Steffen Händler
Projektleitung Ingenieurbau:
Joachim Thäle
Martina Betanski, Sven Seidel
Planungsbeteiligte:
Architektur und Bauleitung
meyer-bassin und partner, freie architekten bda
Projektsteuerung
Teamproject
Tragwerksplanung
Ingenieurgesellschaft Hochbau
Liedert und Morlack, Bauingenieure
Prüfung
Ingenieurbüro für Bautechnik
Kraus + Liedert
Haustechnik ELT
SPI Dresden GmbH
Haustechnik HLS
Bauconzept Planungsgesellschaft mbH
Freianlagenplanung
Freiraumplanung mit System, Dresden
Verkehrsanlagen/Erschließung
CIC Bauingenieure GmbH Dresden
Baugrundgutachten
Büro für Geotechnik, Nasdal und Neumann GmbH-
Bauphysik
IB für Wärme-, Schall- und Feuchteschutz
Brandschutzkonzept
Ingenieurbüro Ohme
Holzschutz
Sachverständigenbüro Haustein
Aufzugsplanung
Hundt & Partner Ingenieurges. mbH & Co. KG
Sicherheits- und Gesundheitskoordinator
IB Torsten Kautz
Vermessung
GEO-METRIK Ingenieurgesellschaft mbH Dresden
Gebäudedaten
Kosten
GBM LASuV (Zentrale)
14.200 T€
Nutzfläche 1-6
5.551 m²
Nettogeschossfläche
8.274 m²
Bruttogeschossfläche
11.786 m²
Bruttorauminhalt
45.821 m²
Fläche Baugrundstück
19.100 m²
davon bebaut
2.455 m².
Ablauf
Planungsauftrag 11/2011
Aufstellung ES/EW
10/2012
Bauauftrag 03/2013
Baubeginn
06/2013
Nutzungsbeginn
01/2015
Zur Geschichte der Albertstadt in Dresden
Das Gebäude Stauffenbergallee 24, die ehemalige König-Georg-Kaserne,
bildet den westlichen Abschluss der historischen Kasernenanlagen in der
Albertstadt, welche sich entlang der Stauffenbergallee über eine Länge
von drei Kilometer bis zur Waldschlößchenstraße erstreckt.
In ihrer Ausdehnung und Geschlossenheit gehört die Bebauung der Al-
bertstadt zu den bedeutendsten militärhistorischen Ensembles in
Deutschland.
Mit dem planmäßigen Bau der Albertstadt wurde 1873 begonnen; die
Pläne gingen im Wesentlichen auf den sächsischen Kriegsminister, Ge-
neral der Kavallerie Georg Friedrich Alfred Graf von Fabrice zurück.
Von Anfang an war die Albertstadt als eigenständige und weitgehend
autarke Militärstadt geplant.
Die Baukörper der Kasernen orientierten sich an der Hauptachse, der
heutigen Stauffenbergallee und waren einander so zugeordnet, dass sie
Hofräume und Achsen bildeten. Das einheitliche Gliederungsprinzip und
die durchgängige Formensprache wurden bei nahezu allen Baukörpern
eingehalten. Gestalterisch verbunden wurden die Kasernen auch durch
die Verwendung des einheimischen Sandsteins.
Mit Ende des Ersten Weltkrieges und mit den Reparationsforderungen
aus dem Versailler Vertrag wurde die Garnison aufgelöst. Der Abriss vie-
ler Gebäude wurde nur durch Umnutzung zu Fabriken verhindert. Ab den
1930er Jahren wurden die Anlagen jedoch wieder militärisch genutzt
und beherbergten die Reichswehr und Wehrmacht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Anlagen durch die Sowjetische
Armee und NVA genutzt, wobei die Bausubstanz unter dieser langjähri-
gen Nutzung mit nur vereinzelten Instandsetzungsarbeiten so stark litt,
dass der Abbruch einiger Gebäude unausweichlich wurde.
In den vergangenen Jahren wurde der überwiegende Teil der ehemali-
gen Kasernengebäude saniert; ein großer Teil dieser Gebäude wird heute
vom Freistaat Sachsen für verschiedene Behörden genutzt. Mit der Of-
fiziersschule des Heeres und dem Militärhistorischen Museum der Bun-
deswehr sind auch heute noch bedeutende militärische Einrichtungen
vorhanden.
übergeordnete polizeiliche Nutzung
fertiggestellte Gebäude
Perspektivnutzung
Bereitschaftspolizei
Gesamtplanungskonzept Behördenzentrum Stauffenbergallee 16 bis
81.GS - EG - Bodenbelag
RiegerArchitektur Hainweg
03 Straßenansicht Altbau Stauffenbergallee 24
04 historische Straßenansicht Haus 24
05 Luftbild Stauffenbergallee
01 Stauffenbergallee 24 vor der Baumaßnahme
02 Lageplan
04
03
01
05
02

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Der Nutzer / Nutzung
Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr
(LASuV) verantwortet die Verwaltung, die Pla-
nung und den Bau von Staats- und Bundesstra-
ßen sowie Autobahnen. Dazu gehört auch der
Winterdienst auf den Autobahnen, aber auch
der Bau von Brücken und Radwegen. Ein weite-
rer Schwerpunkt ist die Förderung des kommu-
nalen Straßenbaus und von Investitionen in den
öffentlichen Personennahverkehr. Daneben hat
das LASuV umfangreiche Aufgaben im Bereich
des Straßenrechts und des Straßenverkehrswe-
sens inne. Auch Führerscheinfragen, die Zulas-
sung von Sonderfahrzeugen und die Verkehrs-
sicherheit gehören zu den Arbeitsgebieten des
Landesamtes.
Städtebauliches Konzept
Zur vollständigen Unterbringung des Raumpro-
gramms der für die Zentrale des LASuV erforderli-
chen Nutzfläche war ein Erweiterungsbau erforder-
lich.
Dieser wurde innerhalb des historisch-räumlichen
Kontextes als flacher, zweigeschossiger Pavillon auf
quadratischem Grundriss eingebunden, dabei bleibt
das Kasernenbauwerk in seiner Eigenständigkeit
unbeeinflusst. Der Neubau tritt hinter den Altbau
zurück und definiert einen Vorplatz zur Straße hin.
Die Höhe des Neubaus nimmt Bezug auf das um-
laufende Gesims oberhalb des Erdgeschosses des
Altbaus. Das neue Gebäude wahrt durch seine Ar-
chitektur seine respektvolle Distanz zum Altbau
– in seiner ruhigen, zurückhaltenden und offenen
Erscheinung ein kritisch-ziviler Kommentar zum
herrschaftlich-militärischen Gestus des Kasernen-
gebäudes.
In diesem Sinne soll der Ergänzungsbau eine re-
duzierte, klare und eigenständige Materialität ver-
mitteln, die sowohl dem Kasernengebäude als auch
dem Gartendenkmal mit Respekt gegenübertritt.
Innerhalb des großmaßstäblichen Umfeldes soll da-
mit der relativ kleine Erweiterungsbau auf selbst-
verständliche Weise seinen Platz finden und dem
Landesamt für Straßenbau und Verkehr am neuen
Standort zu einem freundlichen Entree verhelfen.
Erschließung und architektonisches Konzept
Die Anbindung des Geländes erfolgt nordwestlich
des Gebäudes über eine neu geschaffene Zufahrt
von der Stauffenbergallee. Die Erschließung des
Bestandsgebäudes und des Erweiterungsbaus er-
folgt durch die parallel zur Stauffenbergallee ver-
laufende, rückwärtige Wegeachse.
Im Altbau wird ein neuer repräsentativer hofseiti-
ger Eingang im Mittelbau geschaffen, der ein Foy-
er mit Empfangsbereich umfasst und von dem alle
Ebenen barrierefrei über einen Aufzug angebun-
den sind. Eine neue Treppe führt zum Erdgeschoss,
von dort aus erfolgt die weitere vertikale Erschlie-
ßung über die beiden bestehenden Treppenhäu-
ser in den Zwischenbauten. Neben den beiden di-
rekten Ausgängen aus den Treppenhäusern, die
als Rettungswege weiter erhalten bleiben, wird
ein zweiter neuer Zugang im nördlichen Kopfbau
geschaffen, um auf direktem Wege über den Hof
den Erweiterungsbau anzubinden. Zur barriere-
freien Verbindung zwischen Alt- und Neubau be-
findet sich hier ein zweiter Aufzug.
Der Erweiterungsbau gliedert sich um einen klei-
nen offenen Innenhof, zu dem sich auch die
Haupttreppe orientiert, die Ober- und Unterge-
schoss anbindet. Ein Aufzug gewährt die barrie-
refreie Erschließung im Neubau, eine Fluchttrep-
pe in der nordöstlichen Gebäudeecke sichert den
zweiten baulichen Rettungsweg. Über einen un-
terirdischen Erschließungsgang lässt sich der Alt-
bau witterungsgeschützt erreichen.
Umgang mit der denkmalgeschützten
Bausubstanz
Im Altbau erfolgt die Wiederherstellung der Ge-
bäudehülle nach historischem Vorbild, ausge-
nommen der beiden neuen hofseitigen Zugänge
im Mittelbau und im nördlichen Kopfbau, die sich
durch die abweichende Materialität und Lage der
Fassadenebene erkennbar als Eingriffe in die Bau-
substanz abzeichnen.
Im Gebäudeinneren sind kaum historisch wert-
volle Schmuckelemente verblieben, lediglich ei-
ne historische Wappenmalerei von 1908 im ers-
ten Obergeschoss konnte erhalten und restauriert
werden.
Die bestehenden Treppenhäuser und Flure werden
-als bauhistorisch prägende Elemente-
weitestgehend erhalten, aus Brandschutzgrün-
den erforderliche Abtrennungen werden so ausge-
führt, dass der ursprüngliche Raumeindruck mög-
lichst wenig beeinträchtigt wird.
Grundriss Erdgeschoss
Neubau und Altbau
Außenanlagen
Die Freianlagen haben sich maßgeblich aus dem
historischen Bestand entwickelt. Die denkmalge-
schützte Anlage prägt auch heute noch das äuße-
re Erscheinungsbild der Liegenschaft. Die Stand-
ortqualität wird durch die großzügige freie Au-
ßenanlage mit Großgehölzen zwischen den
markanten Gebäuden geprägt.
Zentrales Element der Außenanlage ist ein ehe-
maliger Exerzierplatz. Nach Rodung von Wild-
wuchs stellt er sich nunmehr wieder als baum-
umstandene Freifläche dar.
Der Baumbestand aus Roteichen wurde komplet-
tiert. Heute erinnern blühende Stauden einmal im
Jahr an vergangene Nutzungen, indem sie rückge-
baute Wegeachsen nachbilden.
Notwendige Stellplätze für PKW und Dienst-Kfz
sind hinter dem Erweiterungsbau angeordnet, für
die Befestigung der Wegeflächen wurde weitest-
gehend das auf der Liegenschaft bereits vorhan-
dene Granitkleinpfaster verwendet. Die Freianla-
gen sind barrierefrei gestaltet, dies betrifft insbe-
sondere die fußläufige Verbindung zwischen den
Gebäuden.
Ebenso wurden Aspekte der Ökologie und Nach-
haltigkeit berücksichtigt. So wurden bei der Pflan-
zenauswahl Gehölze bevorzugt, welche auf dem
trockenem Standort gedeihen, sämtliches Nieder-
schlagswasser versickert vor Ort.
06
07
12
13
14
17
18
15
16
08
09
10
11
06 Erweiterungsbau im Rohbauzustand
07 Haupteingang Altbau im Rohbauzustand
08 Altbau während der Gebäudesicherung
09 Dach Altbau während der Gebäudesicherung
10 Altbau vor der Gebäudesicherung
11 Straßenansicht Kopfbau Süd
12 Hofansicht Altbau und Erweiterungsbau /
denkmalgeschützes Innenquartier
13 neuer Haupteingang Altbau
14 Innenhof Erweiterungsbau
15 Foyer Altbau
16 restaurierte Wappenmalerei im Flur Altbau
17 Fassade Erweiterungsbau
18 Eingangsbereich / Innenhof Erweiterungsbau