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Förderankäufe
der Kulturstiftung des
Freistaates Sachsen
ART N MORE
(Paul Bowler (
*19
87),
Georg Weißbach
(
*19
87))
NAPLES / IT’S MAGIC,
2016, Neonröhre
auf Plexiglas montiert, je 50 x 50 cm
Fotos: Uwe Walter / Wenzel Stählin
Courtesy Galerie Kleindienst, Leipzig
Benjamin Badock (*1974)
Pair I
(zweiteilig), 2015, Hochdruck
zweiseitig auf Japanpapier (gefaltet),
Hinterglasmalerei, je 52 x 38 cm
Courtesy Parotta Contemporary Art,
Stuttgart
Foto: Herbert Boswank, Dresden
Till Ansgar Baumhauer
(
*1972
)
Hinterbliebener I – III,
2010, Keramik/
Mischtechnik, 3-teilig, Höhe je ca. 44 cm,
Durchmesser 28 cm
Sven Bergelt (
*1983
)
53 Kommentare,
2013, 24-Kanal-Audio-
installation, 17min, Loop,
24 Lautsprecher auf Stativ,
32 Decken mit Aufnäher
Courtesy Galerie KLEMMS , Berlin
Ines Beyer (
*1968
)
Moiré II,
2017
/ Moiré III,
2016,
Tuschestift auf Papier, Zeichnungen,
je 80 x 100 cm
©
Foto: Herbert Boswank
Ronny Bulik (
*1987
)
Think Think Push – I Walked with the
Fear of Falling, Louvre, Paris,
2016,
HD-Video-Projektion, 5:22 min
Johannes Daniel (
*1987
)
SHINE ON,
2016 – 2017, Öl auf Leinwand,
15 Tafeln, jeweils 50 x 40 cm
Loretta Fahrenholz
(
*1981
)
My Throat, My Air,
2013, HD-Video,
17 min, Farbe, Stereo
Courtesy Galerie Buchholz, Berlin
Mandy Gehrt
(
*1977
)
Serie:
Erbstücke,
2015, 23 C-Prints
(Fotografien) und 2 Texte (handschrift-
lich), 30 x 40 cm bzw. 20 x 30 cm
Henriette Grahnert
(
*1977)
Alte Schachtel,
2016, Öl auf Leinwand,
100 x 85 cm
Foto: Uwe Walter
Courtesy Galerie Kleindienst, Leipzig
Timo Herbst (*1982) &
Marcus Nebe (*1985)
Play by Rules (Budapest),
2015 / 2016,
5-Kanal-HD-Videoinstallation,
je 7:30 min
Anja Kaiser (*1986)
Sexed Realities – To Whom Do I Owe
My Body?,
2014 – 2017, 2-Kanal-
Videoinstallation, ca. 7 min, Stereo;
4 Handtücher je ca. 170 x 85 cm mit
je 1 Essay-Heft à 40 Seiten, 15 x 7,8 cm
©
Fotos: o. Anja Kaiser, u. Laura Jobst
Kevin Kemter (
*1984
)
o.T.,
Diptychon, 2017, Filzstift auf Papier
in Folie, 62 x 85 cm
Wilhelm Klotzek (
*1980
)
Mocne Ballett,
2014, Stahl, Berliner
Gehwegplatten, 230 x 250 x 30 cm
Courtesy Galerie Tobias Naehring,
Leipzig
©
Foto: Uwe Walter
Benedikt Leonhardt
(
*1984
)
UNTITLED (MD/VD-EG-CO-2),
2016,
Mischtechnik auf Leinwand,
220 x 190 cm
©
Foto: Sophia Kesting
Courtesy Galerie FeldbuschWiesner
Rudolph, Berlin
Moritz Liebig (
*1982
)
Die Glorreichen 165,
2011– 2012,
63 Figurinen, Gusskeramik, bunt glasiert,
Vitrine mit Innensockel MDF,
Plexiglashaube, 170 x 80 x 40 cm
©
Fotos: Ivo Faber
Lisa Pahlke (
*1987
)
GEFALLEN,
2015, Filzstift auf Papier,
345 x 150 cm
Courtesy Galerie Gebr. Lehmann,
Dresden
Philip Poppek (
*1965
)
Werkgruppe:
View, Wall, Door, Mirror,
Wind,
2017, UV-Druck auf Archiv-Karton,
kaschiert auf Alu-Dibond, 7-teilig,
versch. Maße 28 x 20,8 cm /
37,5 x 28 cm / 65 x 48 cm / window,
143 x 111,5 cm; Spiegel mit Druck des
Ausstellungsraums der Ankaufsitzung,
48 x 65 cm
©
Foto:
www.graysc.de
REINIGUNS-
GESELLSCHAFT
(Henrik Mayer (
*19
71),
Martin Keil (
*19
68))
Einig Vaterland,
2001, Figurengruppe
aus Holz, lackiert, Höhe der Figuren:
1,5 und 1,8 m, Transparent
Christoph Rodde (
*1968
)
Käfig,
2016, Seide, Kunstseide,
Faden, Aluminiumprofile, Pappe,
ca. 220 x 150 x 95 cm
©
Foto: Lisa Stagge
Claus Georg Stabe
(
*1984
)
Day of LIght II,
2017, Kugelschreiber auf
Papier, 131 x 91 cm
Courtesy REITER Leipzig/Berlin
Benjamin Stölzel (
*1984
)
o.T.,
2015, Materialmix,
101 x 105 x 63 cm
Ronny Szillo (
*1988
)
o.T.,
2017, Installation, 4-teilig,
gebrannter Ton, Metall,
je 25 x 25 x 30 cm
Carsten
Tabel
(
*1978
)
Beaver,
2017, HD-Video mit Ton, 26 min,
4 Digital-Fotoprints, 20 x 30 cm
©
Foto: Uwe Walter
Courtesy Galerie Kleindienst, Leipzig
Suse Weber (
*1970
)
Formel
(Marionette – London at
Sarah’s private House, Wednesday
22.01.2014 / Marionette – London
at Sarah’s private House, Thursday
23.01.2014 / Marionette – London
at Sarah’s private House, Saturday
25.01.2014), 2014, 3-teilig,
Performance Notation, Collage,
je 30 x 42 cm,
Torso,
2007– 2009 /
Torso,
2009,
Fotografien bzw. Farbpapier geschnit-
ten, gelocht, Metallclips,
jeweils 29,5 x 18 x 18 cm
Courtesy Galerie Barbara Weiss, Berlin
Foto: Herbert Boswank
Katrin
Winkler
(
*1983
)
towards memory,
2016, 2-Kanal-Video-
projektion, HD, 32 min
Ruth Wolf-Rehfeldt
(
*1932
)
Flächenüberschneidung. Verschiedene
Elemente (unregelmäßig) / o.T. / o.T.,
1980 –1984, Schreibmaschine auf
pinkem Bürokarton, jeweils 9 x 14,5 cm
Never stop searching into the unexplored
origin of Human Nature & Liberty is
a concrete concept,
1973, 2-teilig,
Schreibmaschine auf Papier,
je 29,7 x 21 cm
Courtesy Galerie Chert Lübbe, Berlin
©
Foto: Herbert Boswank, Dresden
–––––––––––––––––––––––––––––
©
2017 bei den SKD sowie den
Künstlerinnen und Künstlern,
Foto grafinnen und Fotografen,
wenn nicht anders angegeben
Ausstellungsansichten (umseitig)
WIN/WIN 2017, Leipzig, Baumwoll-
spinnerei: dotgain & HALLE 14
(rgb@dotgain.info)
©
VG Bild-Kunst, Bonn 2017 für
Till Ansgar Baumhauer, Ines Beyer,
REINIGUNGSGESELLSCHAFT, Ivo Faber
Die Sammlung des Kunstfonds ist auch
im Internet unter
http: //
skd-online-
collection.skd.museum /
zugänglich.
KUNSTFONDS
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Postfach 120 551, 01006 Dresden
kunstfonds @ skd.museum
www.skd.museum
©
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Gestaltung: Maria Magdalena Meyer

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historische Rückbezüge nach Europe schafft.
Seit fast zehn Jahren entstehen sog. WARTIFACTS,
darunter auch die nun erworbenen Keramiken,
die die Form von Bombenhülsen haben und mit
Porträts versehen sind.
Auf mehreren Ebenen diskussions-anregend ist
die Skulpturengruppe
Einig Vaterland
der Künstler-
gruppe
REINIGUNGSGESELLSCHAFT,
eine lebens-
groß ausgeführte fahnentragende Familie von drei
(funktionsfähigen) Räucherfiguren. Sie greifen ein
traditionelles Kunsthandwerk auf und berühren
Themen der Heimatgeschichte und -verbundenheit
ebenso wie deutsche Geschichte der jüngeren
Gegenwart. Zwischen diesen Polen werden ver-
schiedenste Reflektionen und Gesprächsbedarf
erzeugt.
Zeitgeschichte wird auch untersucht in den als
Video- und Toninstallationen konzipierten Werken
von
Sven Bergelt
und
Timo Herbst.
Während
Sven Bergelt 53 Internetkommentare zu einem LVZ-
Bericht zum Re-Enactment der Völkerschlacht zu
deren Jubiläum 2013 verarbeitet, sind es bei
Timo Herbst Filmaufnahmen von Anfang September
2015 am Keleti Bahnhof in Budapest, wo die
Flüchtlingssituation eskalierte. Herbst geht es um
die Gesten, die sich bei den Protagonisten der
verschiedenen Seiten ähneln, aber dennoch unter-
schiedliche Informationen transportieren. Es geht
letztlich um das private, öffentlich-journalistische
und politische Bildermachen. Beide Installationen
zeugen von Medienalltag und Kommunikations-
kultur der aktuellen Gegenwart.
In der Ästhetik von Reality-TV gehalten und mit
dokumentarischem Charakter untersucht
Carsten Tabel
in seinem Video
Beaver
durch eine
„Fiktionalisierung der eigenen Autobiografie“ den
Realitätscharakter unserer komplexen und multi-
medialen Umwelt. Die vier dazugehörigen Foto-
grafien fungieren wie eine Rückbindung in die
Realität.
Loretta Fahrenholz’
My Throat, My Air
ist
eine Art semi-fiktionales Familiendrama, das im
kleinbürgerlichen Milieu gesetzt und mit prominen-
ter Besetzung (mit dem ehemaligen Fassbinder-
Schauspieler, Warhol-Mitarbeiter und Horrorfilm-
regisseur Ulli Lommel) gedreht wurde.
Anja Kaisers
Sexed Realities
ist eine künstlerische
Arbeit zur aktuellen Genderdiskussion und Fragen
danach, was normale Sexualität ist. Die Installation
besteht aus einem Zweikanal-Video und einer
vierteiligen Handtuchkollektion samt Essyas.
Typografie als das dominante stilistische Grund-
element, Kaiser arbeitet aber auch mit found
Footage. Ihre Arbeiten haben viel mit Körperlichkeit
zu tun, nicht zuletzt deswegen sicher auch der
Einsatz des Handtuchs als textilem körpernahen
Material. Eine weitere textile Arbeit wurde von
Christoph Rodde
erworben.
Käfig
ist ein raum-
greifendes Objekt aus Seide und Stickerei, das
belegt, dass der für seine kleinformatigen Objekte
und Zeichnungen bekannte Künstler auch das
große Format beherrscht.
Von
Ronny Szillo
wurde eine je nach Standpunkt
pseudoarchäologische oder trashige vierteilige
Objektgruppe aus Ton erworben und von
Moritz Liebig
mit
Die Glorreichen 165
aus Porzellan-
guss ein Arrangement von Figuren in einer Vitrine
erworben. Museal präsentiert – für die Vitrine
studierte der Künstler die Vitrinen im Grünen
Gewölbe – verwirrt das dichte Gedränge und die
sich bei Nahsicht preisgebende Abweichung / Über-
formung von den populären Vorlagen der Figuren.
Weitere Objekte sind
Wilhelm Klotzeks
humor-
volle Freiraumplastik tanzender Zigaretten
Mocne
Ballett
und
Benjamin Stölzels
Bodenobjekt, bei
dem es sich scheinbar um eine Assemblage von
Zivilisationsmüll handelt, dessen einzelne wie
beiläufig zusammengestellte vielfältige Bestandteile
aber aufwändig nachgearbeitet sind. Das Objekt
wirkt wie eine Wucherung, wie etwas unkontrolliert
Gewachsenes, bei dem sich in der Komposition
Gewicht und Dichte umkehren: Das scheinbar
Leichte ist oben, das Schwere unten, vom Material
her ist es aber umgekehrt. Aus der bildhauerischen
Praxis kommt auch
Ronny Bulik,
der sich jedoch
zuletzt multimedial betätigte und Videos produziert.
Er bezieht Anregungen aus Massen sowie Event-
und Subkulturen.
Think Think Push – I walked with
the Fear of Falling Video, Louvre, Paris,
dreht sich
um den Besuch in eben diesem Touristen magneten.
Das mit Musik unterlegte Video bezieht seinen
bestechenden Reiz aus der digitalen Verfremdung
der Bilder, die zwar als Pixelbilder zu erkennen
bleiben und dennoch wie ein Flachrelief mit sich
bewegenden Bildern wirken.
Für diesen Ankaufsdurchgang ist festzuhalten,
dass vor allem Künstlerinnen und Künstler mit
Geburtsjahrgänge in den siebziger und v. a. achtzi-
ger Jahren vertreten sind und Werke erworben
wurden, von denen nur sehr wenige älter als zwei
Jahre sind. Zudem wurden auch dieses Jahr einige
Künstlerinnen bzw. Künstler berücksichtigt, bei
denen die Neuerwerbungen hervorragende
Ergänzungen zu früheren Erwerbungen darstellen,
weil sich so Schaffensbiografien auch im Bestand
abbilden können.
Silke Wagler
ART N More
sind Künstler, von denen zwei ihrer
typischen Neonbilder bei der diesjährigen
Förderankaufsitzung der Kulturstiftung des Frei-
staates Sachsen zum Erwerb empfohlen wurden.
Diese Empfehlungen eines unabhängigen Kunst-
Beirates werden seit 1992 jedes Jahr mit Spannung
erwartet, nicht zuletzt vom Kunstfonds. 2017
wurden insgesamt 31 Werke mit einem Gesamtwert
von rund 171.000,00 € für die Sammlung angekauft.
Damit erhöht sich die Anzahl der auf dem Weg der
Förderankäufe seit 1992 für den Kunstfonds erwor-
benen Werke aktueller Gegenwartskunst auf über
1000. Auch dieser Durchgang weist wieder eine
spannende Vielfalt und Fülle bildkünstlerischer
Ausdrucksformen aus, darunter auch als klassisch
zu bezeichnende Techniken, die zeitgemäß inter-
pretiert werden. Unter den Neuzugängen befinden
sich Foto- und Videoarbeiten, Installationen,
Zeichnungen, Skulpturen und Gemälde.
Von
Johannes Daniel, Benedikt Leonhardt
sowie
von
Henriette Grahnert
wurden Werke erworben,
die eine Idee von der Vielseitigkeit des unter dem
Label Leipziger Malerei subsumierten Kunstschaf-
fens vermitteln. Während Daniel die zeitgenössi-
sche Malerei in verschiedenen Formaten durch-
dekliniert und mit Versatzstücken medialer sowie
Werbe-Ästhetik hantiert, verfolgt Leonhardt einen
nichtfigurativen Stil. In großformatigen Bildern setzt
er sich mit Neonlicht und künstlicher Farbigkeit
auseinander. Es entstehen monochrome Farb-
flächen, die wie leere Screens leuchten.
Henriette
Grahnert
bleibt ihrer unspektakulären und humor-
vollen Art treu. In ihrem in gedeckten Farben ge-
haltenen, scheinbar abstrakten Bild
Alte Schachtel
setzt sie ein Alltagsmotiv vergrößert in Szene.
Bei
Benjamin Badock
wiederum mischt sich Malerei
und Grafik. In
Pair I
kombinieren sich Hochdruck
und Hinterglasmalerei und es entstehen wie Fal-
tungen oder Reliefs wirkende Objekte, die auf das
Interesse des Malers an konkreten und typisierten
Formen, an seriellen
(Architektur-)Modulen
und
deren Variationsbreite verweisen. Wiederkehrende
Formen als Bildvorkabeln sind auch ein grund-
legendes Element der künstlerischen Arbeit von
Suse Weber:
Sie setzt sich mit der Marionette und
deren Geschichte im Gebrauch durch fahrende
Spieler auseinander. Dabei thematisiert sie die
variablen Möglichkeiten dieser im Kompositionsver-
fahren immer neu formulierbaren Stellvertreterfigur
in diversen Arbeiten auf und aus Papier. Drei
Collagen sowie zwei Papiertorsi wurden von der
Künstlerin erworben. Auch die anderen Neuerwer-
bungen von Papierarbeiten bringen teilweise un-
gewöhnliche, zeitgenössische Erscheinungsformen
mit: Ines Beyers ruhige, zurückhaltend-feine
Rasterzeichnungen variieren den Moiré-Effekt.
Kevin Kemters
knallbunt und bewusst kindlich-
naive Zeichnungen irritieren und erinnern an Art
Brut.
Lisa Pahlke
erreicht in ihrer großformatigen
und als Objekt im Raum zu installierenden
Zeichnung eine malerische, stofflich-bewegte
Erscheinung. Auch
Claus Georg Stabes
dichte
Kuli-Zeichnung erzeugt einen malerischen Effekt.
Der Ankauf von mehreren sogenannten
Type-
writings
aus den 1970 er und 1980 er Jahren ist eine
späte Anerkennung für die in Wurzen geborene
Autodidaktin und heute hochbetagte Mail-Art-
Künstlerin
Ruth Wolf-Rehfeldt
. Deren Werk ist eine
der wichtigsten Wiederentdeckungen der jüngsten
Zeit.
Philip Poppeks
wie Fotografie aufgezogene
Grafiken beziehen sich auf Räume, in denen man
Kunst begegnet, sie sperren sich aber dagegen,
dass „…das Bild immer über etwas ist“
(Oliver Kossack).
Eine daneben eher traditionell wirkende Arbeit ist
die Fotoserie
Erbstücke
von
Mandy Gehrt
mit ihren
scheinbar lakonischen Aufnahmen von Einfamilien-
häusern und Baracken. Diese zeigen den heute fast
vergessenen Ort eines ehemaligen Außenlagers
des KZ Buchenwald in Markkleeberg, in dem am
Ende des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiterinnen
beschäftig waren. Auch wenn sich die städtische
Struktur an dem Ort kaum verändert hat, wissen
heute nur noch wenige Nutzer und Anwohner
um die Geschichte des Ortes. Gehrt geht es um
Erinnerungskultur und die Frage nach der Präsenz
der Geschichte im öffentlichen Raum. Die Sicht-
barkeit von Geschichte und ihr Bezug zur Gegen-
wart ist auch ein wiederkehrendes Thema von
Katrin Winkler.
towards memory
ist eine Zweikanal-
Videoinstallation, die in Zusammenarbeit der
Künstlerin mit namibischen Frauen entstand, die
während des Unabhängigkeitskampfes als Kinder in
die DDR geschickt wurden. Die Filmarbeit setzt sich
mit der Erinnerung daran und den Folgen von
Kolonialismus, Genozid, Vertreibung und Apartheid
in Namibia heute auseinander.
Auch mehrere andere Neuerwerbungen haben
historische und zeitgeschichtliche Bezüge. Mit dem
Ankauf der
Hinterbliebene(n) I-III
von
Till Ansgar
Baumhauer
wurde ein künstlerisches Schaffen
honoriert, das sich unermüdlich und auf materiell
eigene, themengebundene Art mit dem Kriegs-
geschehen und Gewalterfahrungen besonders in
Afghanistan auseinandersetzt und dabei auch