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Gymnasien mit vertiefter Ausbildung
im Freistaat Sachsen

| 01
Inhalt
03 Vorwort
04 Einleitung
06 Leistungsbeschreibung des Gymnasiums mit
vertiefter Ausbildung
09 Standorte der Gymnasien mit vertiefter Ausbildung
10 Vertiefungsrichtungen
10 Vertiefte mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung
11
Gymnasien mit vertiefter mathematisch-naturwissen-
schaftlicher Ausbildung
13
Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau
17
Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz
21
Julius-Motteler-Gymnasium Crimmitschau
25
Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium Dresden
28
Werner-Heisenberg-Gymnasium Riesa
32
Wilhelm-Ostwald-Schule – Gymnasium der Stadt Leipzig
36 Vertiefte musische Ausbildung
37
Gymnasien mit vertiefter musischer Ausbildung
40
Clara-Wieck-Gymnasium Zwickau
43
Lessing-Gymnasium Hoyerswerda
46
Rudolf-Hildebrand-Schule – Gymnasium Markkleeberg
50
Sächsisches Landesgymnasium für Musik »Carl Maria von Weber«
Dresden
53
Thomasschule – Gymnasium der Stadt Leipzig
55 Vertiefte sportliche Ausbildung
58
Gymnasien mit vertiefter sportlicher Ausbildung
58
»Glückauf«-Gymnasium Dippoldiswalde/Außenstelle Altenberg
59
Julius-Mosen-Gymnasium Oelsnitz/Vogtl./Außenstelle Klingenthal
60
Landkreis-Gymnasium St. Annen Annaberg-Buchholz/Außenstelle
Oberwiesenthal
61
Sächsisches Landesgymnasium für Sport Leipzig
61
Sportgymnasium Chemnitz
61
Sportgymnasium Dresden
64 Vertiefte sprachliche Ausbildung
65
Gymnasien mit vertiefter sprachlicher Ausbildung
67
Anton-Philipp-Reclam-Schule – Gymnasium der Stadt Leipzig
69
Christoph-Graupner-Gymnasium Kirchberg
71
Georgius-Agricola-Gymnasium Chemnitz
74
Gymnasium St. Augustin zu Grimma
77
Romain-Rolland-Gymnasium Dresden
81 Vertiefte binationale-bilinguale Ausbildung
82
Gymnasien mit vertiefter binationaler-bilingualer Ausbildung
83
Augustum-Annen-Gymnasium Görlitz
87
Friedrich-Schiller-Gymnasium Pirna

| 03
Vorwort
Die Gymnasien mit vertiefter Ausbildung leisten im Bereich der schulischen Begabtenförderung
einen anerkannt bedeutenden Beitrag. Sie unterstützen Kinder und Jugendliche in einem bega-
bungsförderlichen Umfeld, entwickeln bei ihnen Neugierde, Ausdauer und Freude am Lernen. Zum
förderlichen Umfeld gehören dabei Leistungserwartungen, die den Fähigkeiten und intellektuellen
Bedürfnissen der Schüler dieses besonderen Bildungsweges entsprechen, Anerkennung, Vorbilder
und eine optimale Förderung.
Im Interesse der individuellen Förderung besonders begabter Schüler arbeiten die Gymnasien aller
Vertiefungsrichtungen an der weiteren Qualitätsentwicklung der vertieften gymnasialen Ausbil-
dung.
Ab dem Schuljahr 2007/2008 analysierte das Sächsische Staatsministerium für Kultus für den Zeit-
raum ab 2002 Spezifik, Akzeptanz, Ressourcen und Struktur der an den Gymnasien mit vertiefter
Ausbildung praktizierten Begabtenförderung. Diese Analyse wurde durch Schulbesuche mit Hos-
pitationen ergänzt.
Die wesentlichen Ergebnisse der Analyse wurden Ende 2009 zusammengefasst und Handlungsfel-
der aufgezeigt, die den Gymnasien mit vertiefter Ausbildung und den Schulaufsichtsbehörden im
Interesse der individuellen Förderung besonders begabter Schüler erkennbare Möglichkeiten der
Qualitätsentwicklung boten. Aus diesen wurde ein Maßnahmenpaket abgeleitet.
Im Schuljahr 2010/2011 haben die Gymnasien der vertieften Ausbildung innerhalb ihrer Vertie-
fungsrichtungen im Rahmen einer geschaffenen Netzwerkstruktur begonnen, das Maßnahmenpa-
ket zur weiteren Qualitätsentwicklung der vertieften gymnasialen Ausbildung umzusetzen, und er-
arbeiteten ein spezifisches ganzheitliches Bild des Absolventen der jeweiligen Vertiefungsrichtung.
Aus dem ganzheitlichen Bild des Absolventen für die jeweilige Vertiefungsrichtung wurden spezi-
fische, inhaltsbezogene Maßnahmen abgeleitet, die sowohl im Einklang mit der Typik der Vertie-
fungsrichtung als auch mit der individuellen Programmatik der Schule stehen. Bei der Erarbeitung
der Maßnahmen wurde den Grundsätzen der Fachdidaktik(en), der Begabtenförderung sowie der
Lern- und Entwicklungspsychologie in der erforderlichen Weise Rechnung getragen.
Die Ergebnisse verdeutlichen den wertvollen Beitrag, den die Gymnasien mit vertiefter Ausbildung
im Bereich der schulischen Begabtenförderung leisten, und zeigen die Vielfalt der Maßnahmen
sowie den Anspruch der Gymnasien bei der Förderung der Kinder und Jugendlichen. Sie dienen
nicht nur als Grundlage zur weiteren Qualitätsentwicklung der vertieften gymnasialen Ausbil-
dung, sondern werden auch in Form dieser Broschüre den interessierten Lesern, insbesondere den
Schulleitungen der Grundschulen und der allgemeinbildenden Gymnasien zur Unterstützung der
Schullaufbahnberatung zur Verfügung gestellt.

04 |
Einleitung
Die schulische Begabtenförderung am allgemeinbildenden Gymnasium
mit vertiefter Ausbildung ist Bestandteil einer Gesamtkonzeption zur
schulischen Begabtenförderung. Diese ist gesetzlich verankert. Den Rah-
men bilden in erster Linie die §§ 1, 7 und 35a SächsSchulG:
§ 1 Abs. 2 fordert im Zusammenhang mit dem Erziehungs- und
Bildungsauftrag, dass «bei der Gestaltung der Lernprozesse … die
unterschiedliche Lern- und Leistungsfähigkeit der Schüler inhaltlich
und didaktisch-methodisch berücksichtigt … (wird).”
Dieser Gedanke wird mit Blick auf die Wege der individuellen Förde-
rung durch § 35a präzisiert. Dort wird u. a. gefordert, dass sich »die
Ausgestaltung des Unterrichts und anderer schulischer Veranstaltun-
gen … an den individuellen Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen
der Schüler« orientiert.
Mit Blick auf die Schulart Gymnasium schreibt § 7 Abs. 4 vor, dass »zur
Förderung besonders begabter Schüler … an ausgewählten Gymnasien
besondere Bildungswege angeboten (werden).«
Das Sächsische Staatsministerium für Kultus verfolgt seit Jahren ein
differenziertes Konzept der Begabtenförderung. Dieses umfasst vier pro-
grammatische Eckpunkte:
die Begabtenförderung ist auf der Grundlage des gesetzlichen Auf-
trags ein wichtiger Teil der individuellen Förderung und keine inselar-
tige Erscheinung innerhalb der Bildungspolitik;
die Begabtenförderung ist eine Aufgabe, die nur schulartübergreifend
umzusetzen und weiterzuentwickeln ist – dies betrifft vor allem die
Grundschule und das Gymnasium, zunehmend aber auch Kindertages-
stätten;
die Begabtenförderung soll an allgemeinbildenden Schulen im Frei-
staat Sachsen in einem gestuften System ablaufen, um in differen-
zierter Weise den individuellen Neigungen und Begabungen gerecht
zu werden. Der Begriff der Differenzierung umfasst dabei sowohl die
äußere Differenzierung nach Schularten und Bildungsgängen als auch
die innere oder Binnendifferenzierung nach Anforderungsniveau in-
nerhalb von heterogenen Lerngruppen;
die Hochbegabtenförderung ist ein Teilbereich der Begabtenförderung.
Der schulischen Begabtenförderung dienen in erster Linie die folgenden
Institutionen:
die Grundschulen, die besonders begabte Schüler integrativ durch in-
dividualisierte Lernangebote fördern;
die derzeit 24 Gymnasien mit vertiefter Ausbildung bzw. mit einer Klas-
se zur vertieften Ausbildung; hier werden besondere Schülerbegabun-
gen in einzelnen Domänen
1
gefördert (sechs Gymnasien mit vertiefter
mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausbildung, fünf Gymnasien
mit vertiefter musischer Ausbildung, sechs Gymnasien mit vertiefter
sportlicher Ausbildung, sieben Gymnasien mit vertiefter sprachlicher
Ausbildung);
das Landesgymnasium Sankt Afra zur Hochbegabtenförderung dient
der Förderung von Schülern, deren Begabungen sich auf mehrere Do-
mänen erstrecken.
2
1 Die Bildungswissenschaften verstehen unter dem Begriff Domäne ein Fachgebiet,
das Gegenstand einer inhaltlichen Spezialisierung ist.
2
Am allgemeinbildenden Gymnasium spiegelt sich die Stufung ‚reguläre Ausbildung/
Besondere Begabung in einer Domäne zeigt sich in der Regel in beson-
deren Leistungen, deren Quelle das Zusammenwirken von überdurch-
schnittlichen Fähigkeiten, hoher Kreativität und intensiver Aufgaben-
zuwendung ist; diese drei Begabungsfaktoren entwickeln sich in der
Ganzheit von intensiver Begleitung und Förderung durch Familie, Peers
und Schule.
3
Schülern mit so verstandenen besonderen Begabungen auf den Feldern
der genannten Domänen bietet das allgemeinbildende Gymnasium ent-
sprechend seinem gesetzlichen Auftrag den besonderen Bildungsweg der
vertieften Ausbildung an. Dabei erfolgt die Begabtenförderung nach den
Grundsätzen von Enrichment und Akzeleration. Diese Grundsätze sind
sowohl in pädagogischer als auch in lern- und entwicklungspsychologi-
scher Hinsicht wissenschaftlich fundiert und werden domänenbezogen
umgesetzt. Der Schulbesuch setzt das Bestehen eines domänenspezifi-
schen Aufnahmeverfahrens voraus, das gleichermaßen der Qualitäts-
sicherung wie der Schülerfürsorge verpflichtet ist. Dieses Aufnahme-
verfahren erfolgt im Interesse der Vergleichbarkeit teilweise auch nach
zentralen Vorgaben. Die vertiefte Ausbildung in den Klassenstufen 5-10
unterliegt besonderen Rechtsbestimmungen, die dem einzelnen Gym-
nasium für seine vertiefte Ausbildung eine begrenzte curriculare Auto-
nomie
4
sowie das Recht einräumt, die Stundentafel des regulären all-
gemeinbildenden Gymnasiums zugunsten von Unterricht im Bereich der
jeweiligen Domäne begrenzt zu modifizieren;
5
die vertiefte Ausbildung in
der gymnasialen Oberstufe erfolgt auf der Grundlage besonderer Rechts-
bestimmungen, die v. a. besondere, domänenspezifische Regelungen für
die Kurswahl vorschreiben.
6
Außerhalb der Domäne verlaufen vertiefte
und reguläre Ausbildung (z. B. im Fach Geschichte) für alle Schüler ge-
meinsam ab, soweit es die Schulorganisation ermöglicht.
Die
vertiefte mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung
dient
den Zielen, Wissenserwerb, Kompetenzentwicklung und Werteorientie-
rung im Bereich der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissen-
schaften) in ständiger Orientierung an den Frage- und Problemstellungen
der korrespondierenden Wissenschaften quantitativ und qualitativ zu in-
tensivieren sowie fächerverbindend und problemorientiert zu vernetzen.
Auf diese Weise sollen die im Bereich dieser Domäne besonders begabten
vertiefte Ausbildung/Hochbegabtenförderung‘ im Schuljahr 2015/16 statistisch fol-
gendermaßen: Gesamtzahl der Schüler im gymnasialen Bildungsgang: 95.417. Von
der Gesamtzahl in der vertieften Ausbildung: 5.985 (= 6,3 %). Von der Gesamtzahl
in der Hochbegabtenförderung am Landesgymnasium Sankt Afra: 254 (= 0,3 %). Der
Vergleich mit dem Stand des Schuljahrs 2011/2012 zeigt nahezu relative Konstanz
bei Erhöhung der absoluten Zahlen (2011/2012: Gesamtschülerzahl allgemeinbil-
dendes Gymnasium: 85.585; von der Gesamtschülerzahl in vertiefter Ausbildung:
5.458 (= 6,4 %); von der Gesamtschülerzahl in Hochbegabtenförderung am Landes-
gymnasium Sankt Afra: 263 (= 0,3 %). Eine Auswertung hat zu beachten, dass die
Begabungsforschung (bei freilich divergierenden Begabungsbegriffen) von einem
Jahrgangsanteil der Menschen mit besonderen/hohen Begabungen von ca. 10 %
ausgeht. U. a. aufgrund der teilweise erheblichen Unterschiede zwischen den Kon-
zeptionen der Bundesländer zur Begabtenförderung sind keine Zahlen verfügbar, die
direkte Vergleiche (z. B. zur Abdeckung der schulischen Versorgung) ermöglichen.
3 Dieses Verständnis von Begabung ist den psychologisch und pädagogisch fundier-
ten Begabungs- und Leistungsmodellen von J. Renzulli, F. Mönks und K. Heller ver-
pflichtet.
4
Vgl. § 4 Abs. 2 SOGYA
5
Vgl. Punkt V Abs. 2 VwV Stundentafeln
6
Vgl. §§ 42, 43 SOGYA

| 05
Schüler in der Entfaltung ihrer individuellen Fähigkeiten und Fertigkei-
ten – auch jenseits der Domäne – nachhaltig unterstützt werden. Diesen
Zielen dienen ein Fachunterricht nach modifizierter Stundentafel und
entsprechend gestalteten Lehrplänen, altersspezifisch gestaffelte schuli-
sche Angebote in Form von Arbeitsgemeinschaften, Leistungszentren, die
Talentförderung und Projektarbeit, die Unterstützung bei der Erstellung
schriftlicher Schülerarbeiten und bei der Vorbereitung auf nationale und
internationale Wettbewerbe sowie Angebote im Zusammenhang mit der
Kooperation mit außerschulischen Partnern.
Die
vertiefte musische Ausbildung
wendet sich an musikalisch interes-
sierte Schüler, die Freude am Singen und Musizieren haben und eventuell
bereits das Spielen eines Instruments erlernen. Ziele der vertieften mu-
sischen Ausbildung sind die Erweiterung und Vertiefung von Fähigkeiten
und Fertigkeiten im Umgang mit Musik (erfinden, wiedergeben und ge-
stalten, umsetzen, wahrnehmen, verbinden, in Beziehung setzen, verste-
hen und deuten) sowie die Befähigung zur Teilhabe am gesellschaftlichen,
insbesondere kulturellen Leben in prägender Funktion. Diesen Zielen die-
nen die Verstärkung des Fachunterrichts nach modifizierter Stundentafel
und entsprechend gestalteten Lehrplänen, die Erteilung einer intensiven,
musiktheoretisch fundierten Gesangs- und/oder Instrumentalausbildung
sowie zahlreiche schulische und außerschulische Angebote. Der Absol-
vent wird in die Lage versetzt, sowohl seine musikalische Ausbildung er-
folgreich fortzusetzen oder eine musikverwandte Ausbildungsrichtung zu
wählen als auch eine andere Studien- oder Berufswahl zu treffen, die mit
der Übernahme von Verantwortung für kulturelle Belange verbunden ist.
Die
vertiefte sportliche Ausbildung
zielt auf die ganzheitliche, d. h.
schulische und sportliche Förderung der körperlichen, sozialen und geis-
tigen Leistungsfähigkeit von leistungssportlich ambitionierten und be-
sonders begabten Kindern und Jugendlichen. Diesen Zielen dienen die
Verstärkung des Fachunterrichts nach modifizierter Stundentafel und
entsprechend gestalteten Lehrplänen, die Erteilung leistungssportlich
orientierten Unterrichts in den Schwerpunktsportarten als Trainingsbe-
gleitung sowie schulische und außerschulische Angebote wie z. B. Unter-
stützungs- und Förderunterricht, der für Schüler mit hoher sportlicher
Belastung und längerer Abwesenheit vom Schulstandort bedarfsweise
angeboten wird. Individuelle schulische und sportliche Förderung werden
in einer Weise verzahnt, die das Erbringen sportlicher Spitzenleistungen,
das Erreichen der allgemeinen Hochschulschulreife und das Erzielen wei-
terer bleibender Gewinne auf den Feldern von Wissenserwerb, Kompeten-
zentwicklung und Werteinternalisierung – auch jenseits der sportlichen
Domäne – gewährleistet.
Die
vertiefte sprachliche Ausbildung
zielt auf die Entwicklung von ge-
lebter Interkulturalität und Mehrsprachigkeit innerhalb des globalisierten
Lebensraums. Diesen Zielen dienen die Verstärkung des Fachunterrichts
in der jeweiligen Vertiefungssprache
7
ab Klassenstufe 5 nach modifizier-
ter Stundentafel und entsprechend gestalteten Lehrplänen, das Erlernen
einer dritten Fremdsprache ab Klassenstufe 8, die Unterrichtung zweier
7 Je nach Angebot der Schule kann zwischen Englisch, Französisch, Polnisch und
Tschechisch gewählt werden.
Sachfächer in der Vertiefungssprache des Gymnasiums
8
sowie zahlrei-
che schulische und außerschulische Angebote. Schüler, die die vertiefte
sprachliche Ausbildung in Französisch besuchen, können zur Erweiterung
und Vertiefung ihrer besonderen Kompetenzen gleichzeitig mit der all-
gemeinen Hochschulreife auch das französische Baccalauréat erwerben.
Die
vertiefte binationale-bilinguale Ausbildung
stellt eine besondere,
weil Grenzen überschreitende Form der Begabtenförderung dar. An die-
sen Gymnasien werden deutsche und tschechische bzw. polnische Schü-
ler ab Klassenstufe 7 in einer Klasse gemeinsam unterrichtet.
Zum Stellenwert, den Schüler, Eltern, Lehrer, Schulträger, Sächsisches
Staatsministerium für Kultus und Kultusministerkonferenz
9
der vertieften
Ausbildung am allgemeinbildenden Gymnasium zumessen, kann zusam-
menfassend festgestellt werden:
1. Die Gymnasien mit vertiefter Ausbildung leisten einen bedeutenden
und qualitativ hochwertigen Beitrag auf dem Feld von schulischer Bil-
dung und Erziehung. Sie fördern auf dem Feld der jeweiligen Domä-
ne Kinder und Jugendliche mit einem überdurchschnittlichen Maß an
kognitivem Potenzial, Aufgabenzuwendung und Kreativität entwick-
lungsgemäß und begabungsgerecht.
2. In der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit zeigt sich die Leis-
tungsfähigkeit der Schüler der vertieften gymnasialen Ausbildung vor
allem in zahlreichen herausragenden nationalen und internationalen
Wettbewerbs- und Sportwettkampferfolgen. Darüber hinaus hat die
Analyse der Absolventenergebnisse über einen Zeitraum von fünf
Jahren hinweg ergeben, dass der Durchschnittsnoten-Mittelwert von
Abiturienten der vertieften Ausbildung signifikant besser
10
war als bei
Schülern aus der regulären gymnasialen Ausbildung – trotz höherer
Belastung durch drei Leistungskurse und durch außerschulische Ak-
tivitäten mit teilweise ganz erheblichem Zeitbedarf und obwohl die
Schüler in den jenseits ihrer Domäne liegenden Fächern nicht unbe-
dingt besondere Begabungen besitzen.
3. Die Gymnasien mit vertiefter Ausbildung avancierten infolge der für
sie geltenden, begrenzten Autonomie auf dem Feld von Lehrplan- und
Stundentafelmodifikation zu einer Art Schrittmacher im Bereich der
Eigenverantwortung von Schule. Ähnliches gilt für inhaltliche Maß-
nahmen der Begabtenförderung wie das fächerverbindende Arbeiten,
die Betreuung von Besonderen Lernleistungen und die Nutzung des
Potenzials des Frühstudiums.
8 Das erste Sachfach wird in der Regel ab Klassenstufe 7, das zweite Sachfach in der
Regel ab Klassenstufe 9 bilingual unterrichtet.
9 Vgl. v. a. die folgende Beschlüsse: Grundsatzposition der Länder zur begabungs-
gerechten Förderung (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.12.2009), Er-
klärung der Kultusministerkonferenz zur zukünftigen Stellung der Eliteschulen des
Sports (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.02.2011) und Förderstrategie
für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (Beschluss der Kultusministerkonfe-
renz vom 11.06.2015)
10 Im Erfassungszeitraum (Schuljahre 2001/02 bis 2005/06) betrug der
A
biturzeugnis-
D
urchschnittsnoten-
M
ittelwert der Schüler in der vertieften Ausbildung 2,2.

06 |
1 Einleitung
Das im Schulgesetz verankerte Recht eines jeden jungen Menschen auf
eine seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Erziehung und
Bildung begründet auch die Förderung besonders begabter Schüler.
Dazu bietet der Freistaat Sachsen an derzeit 24 Gymnasien vertiefte Aus-
bildungsgänge im
mathematisch-naturwissenschaftlichen,
musischen,
sportlichen,
sprachlichen bzw. binationalen-bilingualen Bereich an.
Diese Leistungsbeschreibung basiert auf der Verfassung des Freistaates
Sachsen, dem Schulgesetz, verbindlichen Regelungen der Kultusminister-
konferenz sowie Erfahrungen aus Schulpraxis und Schulaufsicht.
Sie ordnet sich in die Prozesse zur Qualitätsentwicklung und -sicherung
an sächsischen Schulen ein und ergänzt die Leistungsbeschreibung des
Gymnasiums, die den Orientierungsrahmen für Schulen, Schulaufsicht
und Lehrerbildungseinrichtungen bildet. In ihr verankert sind besondere
Ziele und Schwerpunktaufgaben für die Gymnasien mit vertiefter Aus-
bildung, die insbesondere auf die Begabtenförderung ausgerichtet sind.
Die Ziele und Aufgaben des Gymnasiums gelten ebenso für das Gym-
nasium mit vertiefter Ausbildung. Daher werden in dieser ergänzenden
Leistungsbeschreibung in erster Linie die Besonderheiten dieser Schu-
len hervorgehoben, ohne dass Aussagen der Leistungsbeschreibung des
Gymnasiums wiederholt werden.
2 Bildungs- und
Erziehungsauftrag
Das sächsische Gymnasium mit vertiefter Ausbildung ist ein allgemeinbil-
dendes Gymnasium, das spezielle Bildungswege für Schüler anbietet, die
in einem Bereich besondere Begabungen, erhöhte Leistungsbereitschaft
und Leistungsfähigkeit aufweisen. Individuelle Begabungen werden an
dieser Schule intensiv gefördert. Damit leistet die Schule einen Beitrag
zur chancengerechten Bildung für besonders begabte und interessierte
Schüler.
Aufbauend auf einer vertieften Allgemeinbildung werden hier verstärkt
wissenschaftliche Arbeitsweisen ausgeprägt, die Bereitschaft entwickelt,
sich Ziele zu setzen, die Zielerreichung zu reflektieren sowie Verantwor-
tung für die persönliche Entwicklung zu übernehmen. Leistungsstarke
Lerngruppen bewirken verstärkt selbstgesteuertes Lernen. Die Gestaltung
der Lernprozesse ermöglicht den Erwerb eines exzellenten Wissens- und
Leistungsniveaus in der entsprechenden Vertiefungsrichtung.
Das Gymnasium mit vertiefter Ausbildung bereitet die Schüler vor, ihre
besondere Leistungsfähigkeit inner- wie außerschulisch wirksam unter
Beweis zu stellen. Dies kann auch durch die Teilnahme an regionalen,
nationalen und internationalen Wettbewerben erfolgen.
3 Bildungs- und Erziehungsziele
Ergänzend zu den Bildungs- und Erziehungszielen des Gymnasiums steht
am Gymnasium mit vertiefter Ausbildung die Entwicklung von exzellen-
ter Leistungsfähigkeit im Vertiefungsbereich und die Stärkung eines wer-
tegebundenen Selbstkonzepts im Mittelpunkt. Die Schüler werden früh-
zeitig an wissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen herangeführt und
im besonderen Maß auf das Studium vorbereitet. Sie werden ermutigt,
Verantwortung in unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen Le-
bens zu übernehmen.
3.1 Überfachliche Ziele
Für alle Gymnasien, einschließlich der Gymnasien mit vertiefter Ausbil-
dung, gelten die gleichen überfachlichen Ziele.
3.2 Fachliche Ziele
In den Fächern, die nicht der jeweiligen Vertiefungsrichtung entsprechen,
werden die gleichen Ziele verfolgt wie am Gymnasium.
3.2.1 Fachliche Ziele der mathematisch-naturwissenschaftlichen
Vertiefung
Die Schüler entwickeln die Fähigkeit, wissenschaftliche Fragestellungen
zu formulieren und mit Hilfe von geeigneten mathematisch-naturwis-
senschaftlich-technischen Methoden Problemlöseprozesse zu planen, zu
überwachen, zu bewerten und gegebenenfalls zu modifizieren.
Die Schüler entwickeln die Fähigkeit und die Bereitschaft, mathematisch-
naturwissenschaftliche Sachverhalte sowie deren Bedeutung in Wissen-
schaft, Technik, Kunst und Philosophie zu reflektieren.
Die Schüler erweitern ihre kommunikativen Fähigkeiten und entwickeln
die Bereitschaft, ihre erworbenen mathematisch-naturwissenschaftlich-
technischen Kenntnisse in gesellschaftlichen Debatten sach- bzw. lö-
sungsorientiert einzubringen.
3.2.2 Fachliche Ziele der musischen Vertiefung
Die Schüler entwickeln und erweitern ihre musizierpraktischen Fähigkei-
ten im Ensemble und als Solisten und präsentieren öffentlich die Ergeb-
nisse ihrer künstlerischen Arbeit bei Vorspielen, Konzerten, Wettbewerben
und anderen Projekten. Bei deren Vorbereitung erwerben sie besondere
Kompetenzen hinsichtlich Zeitmanagement, Teamfähigkeit und Selbst-
ständigkeit und erleben die Wirkung des musikalischen Könnens als Be-
reicherung ihres Lebens. Sie entdecken die identitätsstiftende Funktion
von Musik in der Gesellschaft.
Leistungsbeschreibung des Gymnasiums
mit vertiefter Ausbildung

| 07
Die Schüler entwickeln verstärkt ihre Fähigkeiten zum mehrdimen-
sionalen, ganzheitlichen Erschließen von Musik. Dabei vertiefen sie
ihr geschichtliches und ästhetisches Bewusstsein für die Vielfalt der
Wechselbeziehungen zwischen Musik und anderen Künsten.
3.2.3 Fachliche Ziele der sportlichen Vertiefung
Die Schüler vervollkommnen ihre sportmotorischen Fähigkeiten und
Fertigkeiten und erwerben sporttheoretische Kenntnisse durch ein leis-
tungsorientiertes und altersgerechtes Training zum Erreichen von Spit-
zenleistungen in der Spezialsportart.
Sie erwerben Kenntnisse über eine leistungssportgerechte Lebensweise
und wenden diese an.
Die Schüler erwerben eine hohe physische bzw. psychische Wahrneh-
mungs-, Leistungs- und Belastungsfähigkeit und entwickeln in persönli-
cher Auseinandersetzung mit dem olympischen Gedanken ihre Wert- und
Normvorstellungen.
3.2.4 Fachliche Ziele der sprachlichen und binationalen-bilingualen
Vertiefung
Die Schüler erwerben hohe Kompetenzen in mehreren Sprachen und ein
Verständnis für sprachphilosophische Zusammenhänge.
Sie entwickeln im Sachfachunterricht eine differenzierte Sprachfähigkeit,
die vor dem Hintergrund der eigenen und der Partnerkultur eine Kom-
munikation über Phänomene und Sachverhalte von kulturübergreifender
Bedeutung ermöglicht.
Die Schüler führen komplexe geisteswissenschaftliche Diskurse und brin-
gen in gesellschaftlichen Debatten die in authentischen Sprechsituatio-
nen und im bilingualen Unterricht entwickelte besondere interkulturelle
Kompetenz ein.
4 Struktur
Das Gymnasium mit vertiefter Ausbildung entspricht in seiner Struktur
grundsätzlich dem Gymnasium und führt nach Absolvierung der glei-
chen zentralen Prüfungen wie an anderen Gymnasien zur allgemeinen
Hochschulreife.
»Für die Aufnahme in Klassen mit vertiefter Ausbildung wird zusätzlich zu
den allgemeinen Aufnahmebedingungen die erfolgreiche Teilnahme an
einem besonderen Aufnahmeverfahren vorausgesetzt, bei dem die Eig-
nung und Begabung der Bewerber für die jeweilige vertiefte Ausbildung
festgestellt werden.« (§ 4 Abs. 3 Satz 1 SOGYA)
Für die vertiefte Ausbildung gilt eine schulspezifisch modifizierte Stun-
dentafel, wobei der Anteil der Fächer der Vertiefungsrichtung an der Ge-
samtstundenzahl erhöht ist. In den Klassenstufen 8 bis 10 werden i. d. R.
die Stunden des Profilunterrichts für die vertiefte Ausbildung genutzt.
Der Unterricht in der gymnasialen Oberstufe erfolgt in Grund- und Leis-
tungskursen, wobei für die Kurswahl besondere Regelungen gelten. Jeder
Schüler der vertieften Ausbildung wählt generell Leistungskurse in drei
Fächern. Ein Leistungskurs jedes Schülers entspricht der jeweiligen Ver-
tiefungsrichtung.
In der Vertiefungsrichtung gelten modifizierte Lehrpläne, die schulintern
erstellt werden.
Die besonderen Leistungen der Schüler werden in Ergänzung zum Zeug-
nis der allgemeinen Hochschulreife zertifiziert.
Darüber hinaus gelten für die einzelnen Vertiefungsrichtungen folgende
Besonderheiten:
In der gymnasialen Oberstufe der Schulen mit
mathematisch-naturwis-
senschaftlicher Vertiefung
belegen die Schüler immer den Leistungs-
kurs Mathematik und einen Leistungskurs der drei Naturwissenschaften,
wobei auch der Leistungskurs Biologie angeboten werden kann.
An den Schulen mit
musischer Vertiefung
können die Schüler in der
gymnasialen Oberstufe neben dem obligatorischen Leistungskurs Musik
auch vertiefende Grundkurse im musikalischen Bereich belegen.
Der Eintritt in die
vertiefte sportliche Ausbildung
erfolgt in der Re-
gel entsprechend dem Hochleistungsalter in der jeweiligen Sportart. Für
eine optimale Begleitung der Schüler gelten verschiedene schulorgani-
satorische Besonderheiten: Förderunterricht wegen sportbedingter Un-
terrichtsversäumnisse, die Möglichkeit einer Schulzeitflexibilisierung und
Unterrichtsverlagerung in die Ferien.
Wesentlicher Bestandteil des Unterrichts in der
sprachlichen bzw. bina-
tionalen-bilingualen Vertiefung
ist der fremdsprachliche Sachfachun-
terricht in mindestens zwei Fächern.
5 Gestaltung des Bildungs-
und Erziehungsprozesses
Anforderungen an die Gestaltung des Unterrichts
Bei der Gestaltung des Unterrichts in allen Fächern werden die besonde-
ren Begabungen der Schüler berücksichtigt und individuell unterstützt.
Dabei werden Methoden und Sozialformen genutzt, die die Selbststän-
digkeit der Schüler fördern. Authentische Kontexte und Problemstellun-
gen, die sich an der Erfahrungswelt der Schüler orientieren, tragen im
Zusammenspiel theoretischer und fachpraktischer Lernabschnitte dazu
bei, dass Schüler ihre Begabung optimal entwickeln können. Der Bil-
dungsauftrag des Gymnasiums mit vertiefter Ausbildung führt zu spe-
ziellen Herausforderungen für den Lehrer, da Schüler über tiefgründiges
und differenziertes Wissen sowie über besonders entwickelte Problemlö-
sekompetenzen verfügen können.

08 |
Eine intensive individuelle Förderung führt zu fachlicher und persönlicher
Emanzipation der Schüler. Die Schüler werden in die Gestaltung des Un-
terrichts einbezogen, indem sie angeregt werden, alternative Lernwege
zu entwickeln, umzusetzen und ihre Lernprozesse zu reflektieren.
Der Unterricht bietet den Schülern intensive Erfahrungen eigener Wirk-
samkeit. Diese ermöglichen die Entwicklung von ausgeprägter Leistungs-
motivation, hohem Selbstwertgefühl, Stressresilienz und einer Bereit-
schaft zum lösungsorientierten Umgang mit Herausforderungen.
Durch die Zusammenarbeit mit externen Partnern werden vertiefungs-
spezifisches Wissen sowie die Entwicklung von wissenschaftlichen Me-
thodenkompetenzen gesichert und erweitert sowie die Werteorientie-
rung verstärkt.
Anforderungen an die Gestaltung des Schullebens
Die Vertiefungsrichtung des Gymnasiums wirkt auf das gesamte Schul-
leben und schafft enge Beziehungen zwischen Schülern, Lehrern und
Kooperationspartnern. Dazu tragen spezifische Schulstrukturen und viel-
fältige inner- und außerschulische Aktivitäten bei.
Die Wertschätzung hoher Leistungsbereitschaft und individuell herausra-
gender Leistungen kennzeichnen die Schulkultur.
Der Lehrer identifiziert sich mit der Schulgemeinschaft und der Vertie-
fungsrichtung. Er stellt sich den besonderen Herausforderungen seiner
Schule und engagiert sich bei der Gestaltung des Schullebens. Er leistet
hierzu impulsgebende Beiträge und fördert damit auch die Außenwir-
kung der Schule.
Die Aktivitäten der Schule integrieren die Eltern auf vielfältige Weise in
das Schulleben. Dies gilt insbesondere für die Gymnasien, denen ein In-
ternat bzw. Alumnat angeschlossen ist.
Die erfolgsorientierte Teilnahme an Wettbewerben ist fester Bestandteil
des Schullebens.
Die Gymnasien mit vertiefter Ausbildung sind in besonderem Maße Mit-
gestalter des gesellschaftlichen Lebens der Region. Sie treten darüber
hinaus auch im internationalen Bereich in Erscheinung.
Anforderungen an die Führungstätigkeit der Schulleitung
Die Schulleitung eines Gymnasiums mit vertiefter Ausbildung ist verant-
wortlich für ein Schulklima, in dem in besonderem Maße Leistung aner-
kannt und gefördert sowie soziale Verantwortung gelebt wird, was sich
in der Schulprogrammarbeit wiederfindet.
Die organisatorische Absicherung und inhaltliche Umsetzung der modi-
fizierten Lehrpläne der Vertiefungsrichtung tragen im Sinne eines Quali-
tätsmanagements zur Entwicklung der Unterrichtsqualität bei.
Im Rahmen der Begabtenförderung wird mit geeigneten außerschuli-
schen Partnern zusammengearbeitet. Die Schulleitung baut solche Ko-
operationen auf, pflegt die Kontakte und überprüft regelmäßig die Quali-
tät kooperativer Maßnahmen.
In Verantwortung der Schulleitung werden fachspezifische und fächer-
verbindende Projekte in den Schulalltag integriert und eine die Schulge-
meinschaft bereichernde Wettbewerbskultur gefördert.

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Standorte der Gymnasien mit
vertiefter Ausbildung
1
Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau
2
Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz
3
Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium Dresden
4
Werner-Heisenberg-Gymnasium Riesa
5
Wilhelm-Ostwald-Schule – Gymnasium der Stadt Leipzig
6
Julius-Motteler-Gymnasium Crimmitschau
7
Lessing-Gymnasium Hoyerswerda
8
Sächsisches Landesgymnasium für Musik »Carl Maria von Weber«
Dresden
9
Rudolf-Hildebrand-Schule – Gymnasium Markkleeberg
10
Thomasschule – Gymnasium der Stadt Leipzig
11
Clara-Wieck-Gymnasium Zwickau
12
Landkreis-Gymnasium St. Annen/Außenstelle Oberwiesenthal
13
Sportgymnasium Chemnitz
14
Sportgymnasium Dresden
15
Sächsisches Landesgymnasium für Sport Leipzig
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»Glückauf«-Gymnasium Dippoldiswalde/Außenstelle Altenberg
17
Julius-Mosen-Gymnasium Oelsnitz/Vogtl./Außenstelle Klingenthal
18
Georgius-Agricola-Gymnasium Chemnitz
19
Romain-Rolland-Gymnasium Dresden
20
Gymnasium St. Augustin zu Grimma
21
Anton-Philipp-Reclam-Schule – Gymnasium der Stadt Leipzig
22
Christoph-Graupner-Gymnasium Kirchberg
23
Augustum-Annen-Gymnasium Görlitz
24
Friedrich-Schiller-Gymnasium Pirna

10 |
Absolventenbild
Wir …
bieten unseren Schülern Raum zur Entfaltung individueller Fähigkeiten.
fördern ihre Begabungen insbesondere im MINT-Bereich durch exzel-
lente Lerngelegenheiten, Lernmotivation und Lernpartner.
ermutigen sie darüber hinaus, ihre Talente auch in das kulturelle und
gesellschaftliche Leben einzubringen.
ermöglichen ihnen einen schülerzentrierten, begabungsgerechten Pro-
zess der schulischen Ausbildung.
befähigen sie zum selbstorganisierten Lernen.
fordern sie durch Leistungsorientierung und bestärken sie in der Ent-
wicklung eines schulischen sowie eines akademischen Selbstkonzeptes
auf der Basis einer realistischen Selbsteinschätzung.
Unsere Schüler ...
erwerben anwendbares Wissen, besitzen mathematisch-naturwissen-
schaftliche Grundtugenden
11
und orientieren sich sicher in Wissen-
schaft und Wissensgesellschaft.
erwerben umfassende Lebenskompetenzen
12
und sind in der Lage, mit
ihren besonderen Fähigkeiten gesellschaftliche Prozesse mitzugestalten.
handeln auf der Grundlage der freiheitlich-demokratischen Grundord-
nung und übernehmen Verantwortung für sich, ihre Mitmenschen und
ihre Umwelt.
11 Rationalität, Objektivität, Faktenorientierung, Abstraktionsneigung, Ehrlichkeit, Ge-
nauigkeit, Staunen und Wissensdurst
Aus: Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte e.V. (Hrsg.): Allgemeinbildung
durch Naturwissenschaften, Aulis Verlag, 2007
12 Naturwissenschaftliche Sachkompetenz, wissenschaftstheoretische Kompetenz,
Denkkompetenz, Sprachkompetenz, Lernkompetenz, instrumentelle Kompetenz,
ästhetische Kompetenz, historische Kompetenz, ethische Kompetenz, soziale Kom-
petenz, Umweltkompetenz, Gesundheitskompetenz
Aus: Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte e.V. (Hrsg.): Allgemeinbildung
durch Naturwissenschaften, Aulis Verlag, 2007
Vertiefungsrichtungen
Vertiefte mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung

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| 11
Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau
Pestalozzistr. 21
02708 Löbau
E-Mail: info@gymnasium-loebau.de
Homepage:
www.gymnasium-loebau.de
Telefon: 03585/80520
Schulträger: Landkreis Görlitz
Schulleiter:
OStD Herr Dr. Dietmar Stephan
Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz
Humboldtplatz 1
09130 Chemnitz
E-Mail: info@kepler-chemnitz.de
Homepage:
www.kepler-chemnitz.de
Telefon: 0371/4888500
Schulträger: Stadt Chemnitz
Schulleiter:
OStD Herr Stephan Lamm
Julius-Motteler-Gymnasium Crimmitschau
Lindenstr. 6
08451 Crimmitschau
E-Mail: jmg@crimmitschau.de
Homepage:
www.gym-crimmitschau.de
Telefon:
Haus Lindenstr. 03762/7650010
Haus Westberg 03762/7650000
Schulträger: Stadt Crimmitschau
Schulleiter:
Herr Steffen Müller
Gymnasien mit vertiefter
mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausbildung

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12 |
Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium Dresden
Haydnstraße 49
01309 Dresden
E-Mail: GYM.MAN@mailbox.tu-dresden.de
Homepage:
www.manos-dresden.de
Telefon: 0351/3110146
Schulträger: Stadt Dresden
Schulleiter:
Herr Armin Asper
Werner-Heisenberg-Gymnasium Riesa
Friedrich-Ebert-Platz 6a
01591 Riesa
E-Mail: schulleiter@whg-rie.de
Homepage:
www.whg-rie.de
Telefon: 03525/50300
Schulträger: Stadt Riesa
Schulleiterin: Frau Prof. Dr. Sylvia Mebus
Wilhelm-Ostwald-Schule – Gymnasium der Stadt Leipzig
Willi-Bredel-Straße 15
04279 Leipzig
E-Mail: sekretariat@ostwaldportal.de
Homepage:
www.ostwaldportal.de
Telefon: 0341/336440
Schulträger: Stadt Leipzig
Schulleiter:
Herr Dr. Steffen Jost

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| 13
Hohe Begabung ist eine Voraussetzung für das Erringen und Erleben he-
rausragender Leistungen. Damit wird für das heranwachsende Kind eine
Entwicklungsdimension vorgegeben, der das Umfeld Rechnung tragen
muss, um es dem jungen Menschen zu ermöglichen, sein Potential abzu-
rufen und selbstbestimmt zu entfalten.
Das Geschwister-Scholl-Gymnasium, eine Schule mit vertiefter mathe-
matisch-naturwissenschaftlicher Ausbildung und Mitglied des Netzwer-
kes MINT-EC, versteht sich als verantwortlicher Teil dieses Umfeldes. Mit
vereinten Kräften haben sich die Lehrer der Schule der Aufgabe gestellt,
Bedingungen zu schaffen, die es den Kindern und Jugendlichen, deren
kognitive Begabung ein schnelleres Lernen und eine individuelle För-
derung verlangt bzw. ermöglicht, eine altersgerechte Motivation für ihr
Lernverhalten auszubilden und ihre kreativen Kräfte zu entfalten. Obwohl
durch die Klassenbildung eine Separierung der höher begabten Schü-
lerinnen und Schüler erfolgt, welche das Gefühl des Sich-Verstanden-
Wissens fördern soll, bleiben auch die Klassen der vertieften Ausbildung
heterogen. Differenzierte Angebote sollen den unterschiedlichen Inter-
essenlagen und Bedürfnissen Rechnung tragen und es möglichst jedem
Kind erlauben, zu einem seiner Begabung entsprechenden Engagement
für sich und die Gemeinschaft zu finden.
A-Gebäude Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau
«Der Mensch muss in der Welt sich selbst forthelfen.
Dies ihn zu lehren – ist unsere Aufgabe«
(Heinrich Pestalozzi)
Der Weg in die vertiefte Ausbildung
Am 14. August 2009 genehmigte das Sächsische Staatsministerium für
Kultus die vertiefte mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung
am Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau. Im Jahr darauf konnte die
erste Vertiefungsklasse gebildet werden.
Um den Schülerinnen und Schülern die Inhalte einer vertieften Ausbil-
dung nahe zu bringen, entwickelt sich die Pfiffikus-Akademie zu einer
festen Tradition.
Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau
Pfiffikus-Akademie Biologie
Pfiffikus-Akademie Chemie
In den jeweils 4. Klassen der Grundschulen werden besonders begabte
und an Mathematik und Naturwissenschaften außerordentlich interes-
sierte Schülerinnen und Schüler zur Pfiffikus-Akademie delegiert. In drei
Veranstaltungen: »Wir zeichnen mit Schildkröten« (Informatik); »Vielfalt
der Farben« (Chemie/Biologie); »Spannende Experimente« (Physik) bear-
beiten die Kinder dann mit Freude und Interesse die ihnen angebotenen
Themen. Durch die genannten Maßnahmen erfolgt die Anmeldung für
die vertiefte Ausbildung auf einer soliden Basis.
Das Aufnahmeverfahren am Geschwister-Scholl-Gymnasium besteht aus
folgenden Teilen:
Schriftliche Prüfung (Test,15 min; Klausur, 45 min)
Aufnahmegespräch (Gruppengespräch zu naturwissenschaftlichen
Themen, 30 min)
Deutsch-Test (Schreiben eines Textes zu einem naturwissenschaftli-
chen Thema,15 min)
Neben den genannten Anforderungen werden die Kinder ganztägig be-
treut. In den Pausen lernen sie in entspannter Atmosphäre den Schul-
campus näher kennen und dürfen unter Anleitung der Kunstlehrerinnen
auch auf einem ganz anderen Gebiet kreativ sein.

14 |
Von Anfang an wird sowohl Eltern als auch Grundschulen in der Region
intensiv vermittelt, welche Chancen diese Form der Ausbildung begab-
ten und interessierten Schülerinnen und Schülern bietet. Fortbildungen
für und Beratungen mit Lehrerinnen und Lehrern, Schulleiterinnen und
Schulleitern der Grundschulen sowie vielfältige Informationsangebote
für Eltern bilden einen Schwerpunkt der Arbeit.
Maßnahmen der Begabtenförderung
Stundentafel
* Förderunterricht Klasse 5 als »Themenkreis Naturwissenschaft«
gelb – Kürzung
rot – Aufstockung
Um zu gewährleisten, dass auch Schülerinnen und Schüler aus entfern-
teren Orten pünktlich und problemlos zum Unterricht erscheinen können,
wird von Klassenstufe 5 bis 9 morgens eine Gleitzeit-Stunde eingerichtet.
Der Unterricht beginnt somit erst um 08.15 Uhr. In dieser Stunde werden
die Kinder betreut oder es finden nach Absprache auch spezielle Förder-
stunden statt.
Klassenstufe
5
6
7
8
9
10
Summe
Deutsch
5
4
4
4
3
- 1
4
- 1
Religion/Ethik
2
2
2
2
2
2
Geographie
2
2
1
- 1
1
1
2
- 1
Geschichte
1
1
- 1
2
2
2
2
- 1
Gemeinschaftskunde/
Rechtserziehung/ Wirtschaft
-
-
-
-
2
1
- 1
- 1
Sport
3
3
2
- 1
2
2
2
- 1
Musik
2
1
1
2
1
1
Kunst
2
1
1
1
1
1
Englisch
5
4
3
- 1
3
3
3
- 1
2. Fremdsprache
-
4
4
3
- 1
3
3
- 1
Mathematik
6
+ 1
5
+ 1
5
+ 1
5
+ 1
5
+ 1
4
+ 5
Biologie
3
+ 1
2
2
2
+ 1
2
3
+ 1
+ 3
Chemie
-
-
2
+ 1
2
3
+ 1
3
+ 1
+ 3
Physik
-
3
+ 1
2
3
+ 1
3
+ 1
3
+ 1
+ 4
Profil
-
-
-
0
- 3
0
- 3
0
- 3
- 9
Technik/Computer
1
- 1
1
-
-
-
-
- 1
Informatik
-
2
+ 1
2
+ 1
1
+ 1
1
+ 1
+ 4
Summe
32
33
34
34
34
35
Förderunterricht
1*
- 1
0
- 1
- 2
insgesamt
33
33
33
34
34
35

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| 15
Spezielle Förderangebote
Zusätzlich zur regulären Stundentafel können die Schülerinnen und
Schüler aus den folgenden Angeboten wählen.
Akademie-Kurs
(z. B. Kl. 9 »Teilchenphysik - Auf der Suche nach dem
Higgs«)
Wettbewerbskurs
(in allen Klassenstufen in Mathematik und den na-
turwissenschaftlichen Fächern zur Vorbereitung auf die Teilnahme an
Olympiaden und anderen Wettbewerben)
KuS - Kommunikation und Soziales
(in Klassenstufe 5 bis 7 zur Stär-
kung der Teamfähigkeit)
Kompetenztraining
(in allen Klassenstufen, z. B. »Lernen lernen«)
In Team-Teaching-Stunden können in jeweils einer Stunde eines Faches
pro Woche bei Anwesenheit von zwei Lehrern die Klassen geteilt oder an-
dere Formen der Förderung mit einzelnen Schülern oder Schülergruppen
praktiziert werden.
Weitere Elemente der Begabtenförderung
Neben der vielfältigen Förderung der Schüler im Rahmen des Unterrichts
und der zusätzlichen Angebote haben die Schülerinnen und Schüler ab
Klasse 8 die Möglichkeit mit Unterstützung außerschulischer Partner
kontinuierlich an Projekten zu arbeiten.
Den Auftakt bildet in
Klassenstufe 8
die mathematisch-naturwissen-
schaftliche Projektwoche an der Hochschule Zittau-Görlitz (HSZG). Die
Schülerinnen und Schüler bearbeiten zielstrebig und selbstständig von
Mitarbeitern der Labore der HSZG formulierte Projektaufgaben, setzen
sich dabei mit fachlichen Inhalten, die über die Inhalte des bisherigen Un-
terrichts hinausgehen, auseinander und lernen bereits die ersten Schritte
wissenschaftlicher Arbeit kennen.
Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren sie in Wort (Vortrag) und Bild
(Poster) vor breitem Publikum.
Hochschulwoche – Brennstoffbewertung
In
Klassenstufe 9
wird dieser Weg fortgesetzt. Die Schülerinnen und
Schüler sind angehalten, sich ihr betriebliches Praktikum in Einrichtun-
gen und zu Themen zu organisieren, die dem Anspruch einer vertieften
Ausbildung gerecht werden. Einige nutzen die Möglichkeit, die in Klas-
senstufe 8 begonnenen Projektarbeiten an der HSZG fortzusetzen. Ande-
re arbeiten in Unternehmen der Region, mit denen Kooperationsverträge
existieren.
In
Klassenstufe 10
erstellen die Schülerinnen und Schüler eine Komplexe
Leistung zu einem Thema und in einem Fach ihrer Wahl. Dabei ist ein
Ziel, sie zunehmend in die Begabtenförderung der jüngeren Jahrgänge
einzubeziehen bzw. ihnen andere verantwortungsvolle Aufgaben bei der
Ausgestaltung des schulischen Lebens zu übertragen. Durch das Bearbei-
ten einer Komplexen Leistung in Klassenstufe 10 werden sie außerdem
schon früh befähigt, evtl. in den
Jahrgangsstufen 11/12
eine Besondere
Lernleistung zu erbringen. Eine vielfältige Einbeziehung ausgewählter
Schülerinnen und Schüler in das Begabtenförderkonzept der Schule wird
außerdem angestrebt.
Hochschulwoche – Genetische Variabilität
Während der gesamten Ausbildung werden klassenstufenspezifisch An-
gebote verschiedener Partner in der Region und darüber hinaus genutzt.
Die Hochschule Zittau-Görlitz ist dabei der wichtigste Partner. Neben
der Projektwoche der Klassenstufe 8 gibt es viele weitere gemeinsame
Projekte und Veranstaltungen am Gymnasium und in der Hochschule.
Weiterhin bestehen Kontakte zur TU Dresden. Beispielgebend ist hier die
Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Teilchenwelt.

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16 |
Exkursionen, z. B. in die Technischen Sammlungen Dresden, das Zuseum
in Bautzen, ins Science Center IQ Landia in Liberec sowie zu verschie-
denen Unternehmen der Region, verschaffen vielfältige Einblicke und
ergänzen den Unterricht.
Das Geschwister-Scholl-Gymnasium ist ein naturwissenschaftliches
Zentrum des Lehrerfortbildungsprojektes T³. Davon profitieren alle Leh-
rer sowie die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums. Speziell die
Schülerinnen und Schüler der vertieften Ausbildung nutzen intensiv die
Möglichkeiten des rechnergestützten Messens und Auswertens in den
naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächern und bereichern andererseits
mit ihren Ideen das Fortbildungsprojekt.
Ergebnisse der Begabtenförderung
Seit 2010 konnte in jedem Jahr eine Klasse der vertieften mathematisch-
naturwissenschaftlichen Ausbildung eingerichtet werden. Die Schüle-
rinnen und Schüler bestätigen im Verlauf der Ausbildung die ihnen im
Aufnahmeverfahren bescheinigte Eignung für die vertiefte mathema-
tisch-naturwissenschaftliche Ausbildung. Sie entwickeln sich recht früh-
zeitig zu kritischen sowie bewusst und selbstständig handelnden Schü-
lerpersönlichkeiten.
Hervorzuheben ist die aktive Beteiligung an Olympiaden, Wettbewerben
und anderen
Leistungsvergleichen:
Fach Mathematik:
Teilnahme aller Schülerinnen und Schüler an der Ma-
thematikolympiade und am Känguru-Wettbewerb / regelmäßige Arbeit
etlicher Schüler im Korrespondenzzirkel / seit 2015 Beteiligung der Klas-
senstufen 5 bis 10 am Bolyai-Teamwettbewerb,
Teilnahme an Olympiaden
in den Fächern Chemie, Physik, Biologie, In-
formatik und Geographie,
Besuch der
regionalen Spezialistenlager
dieser Fächer.
Erfolge:
In der 2. Stufe der Mathematikolympiade gehören immer wieder Teil-
nehmer des Geschwister-Scholl-Gymnasiums zu den Preisträgern und
Delegierten zur 3. Stufe. 2016 konnte sich eine Mannschaft aus der Klas-
senstufe 5 für die Endrunde des Bolyai-Wettbewerbs in Budapest quali-
fizieren.
Bei der Sächsischen Physikolympiade 2015 stellte das Geschwister-
Scholl-Gymnasium den Sieger in der Klassenstufe 7.
Auch in weniger bekannten Wettbewerben wie dem Bird-Race erreichte
ein Team unserer Schule deutschlandweit in der Nachwuchs-Wertung
den 3. Platz.
Seit 2015 gehen unsere Schülerinnen und Schüler in den Mannschafts-
wettbewerben der Vertiefungsgymnasien an den Start. Jüngster Erfolg ist
Platz 3 im Fach Biologie der Klassenstufe 9.
Siegerteam Deutschland Bolyai-Teamwettbewerb

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| 17
Eine Schule mit Verstand und Herz für Schüler mit Herz und Verstand
Das Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz (JKG) befindet sich im Re-
gierungsbezirk Chemnitz in einer dynamischen, industriell geprägten
Region. Anforderungen an einen leistungsfähigen, verantwortungsvol-
len und kreativen Absolventen mit breiter Allgemeinbildung werden bis
hin zur vertieften mathematisch – naturwissenschaftlichen Ausbildung
berücksichtigt. Die Existenz zweier paralleler Bildungsgänge an diesem
dreizügigen Gymnasium sichert eine breite Begabungsförderung mittels
vertiefter und regulärer Ausbildung mit horizontaler Durchlässigkeit in
allen Klassenstufen.
Leitbild
Das Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz ist eine begabungsfördernde
Schule.
Die Lern- und Arbeitsatmosphäre, das Schulklima am JKG kann durch ein
triadisches Modell des Alltags beschrieben werden (Abbildung).
Im Mittelpunkt der schulischen Aktivitäten stehen alle Schülerinnen und
Schüler (SuS).
Mit Orientierung auf ihre Stärken, Interessen und Begabungen beteiligen
sich Mädchen und Jungen an den Herausforderungen einer Ganztags-
schule. Sie entwickeln dabei tieferes Verständnis für ihre Stellung als SuS
in der Gemeinschaft mit ihren Lehrern und lernen diese zu reflektieren.
Der Heranwachsende entfaltet seine Begabung, wenn die individuellen
Potenziale, Fähigkeiten und motivationalen Faktoren auf anregende Um-
weltfaktoren treffen. Schule, Familie, externe Partner und Peergruppen
gestalten den Alltag des Jugendlichen am JKG zu einem pädagogischen
Prozess, der Impulse vermittelt, Hilfestellung leistet und die Selbstwirk-
samkeit des jungen Menschen entwickelt.
Somit kann der Heranwachsende seine Fähigkeiten und Begabungen als
Potenzial erkennen, wird er bereit sein, diese auch zu verwirklichen und
die Verantwortung übernehmen, für sich und seine Umgebung entspre-
chend zu wirken.
Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz
In der Gestaltung des Unterrichts aller Fächer werden die besonderen
Begabungen aller Schülerinnen und Schüler individuell berücksichtigt
und unterstützt. Dabei werden Arbeitsformen genutzt, welche einen
zunehmenden Grad an Selbstständigkeit der SuS ermöglichen. Vertie-
fungsspezifische Sozialformen im Lernprozess reichen von Klassen- über
Gruppen- bis hin zu Individualunterricht.
Die Unterrichtsziele und -strukturen werden von den Lernenden reflek-
tiert. Dadurch werden die SuS angeregt, Alternativen für sich zu finden
und anzuwenden. Die aktive Mitgestaltung des Unterrichtsgeschehens
durch die Schüler gewinnt damit an Intensität.
Das Zusammenspiel theoretischer und fachpraktischer Lernabschnitte
trägt dazu bei, dass SuS ihre individuelle Begabung hin zur Exzellenz ent-
wickeln können.
Der Unterricht bietet den SuS intensive Erfahrungen eigener Wirksamkeit.
Diese ermöglichen die Entwicklung von ausgeprägter Leistungsmotivati-
on, hohem Selbstwertgefühl, Stressresilienz und einer Bereitschaft zum
lösungsorientierten Umgang mit Herausforderungen.
Die Teilnahme an Wettbewerben eröffnet jedem Schüler vielfältige au-
ßerschulische Kontakte mit Gleichgesinnten.
Wissenschaftliche Einblicke, Ideenbörsen und soziale Kommunikation
unterstützen die individuelle Persönlichkeitsentwicklung. Naturwissen-
schaftliche Grundtugenden der SuS werden gefördert und entwickeln
sich zur Exzellenz.
Begabungsfördernde Lehrer sind eine »auswählende, ordnende, entschei-
dende und wertorientiert handelnde Instanz, die den Zusammenhang
zwischen beruflicher Erfahrung, Diagnosekompetenz, Handlungsreper-
toire und pädagogischen Werten und Zielen herstellt.« (BAUER/KOPKA/
BRINDT 1996) Ihnen kommt die Verantwortung zu, ihre Schüler so zu
stärken, dass sie den Mut haben, sich zu ihrer Begabung zu bekennen und
Wertschätzung
reversible
Kommuni-
kation
Tätigkeits-
orientierung

18 |
sie zu realisieren. Sie reflektierten kontinuierlich die Brücke der pädagogi-
schen Beziehung zwischen Schüler und Lehrer und gestalteten diese mit
dem Ziel der fachlichen und persönlichen Emanzipation des Schülers vom
Lehrer. Dabei nutzten sie ihr breites, pädagogisches und fachliches Hand-
lungsrepertoire, um Lehr- und Lernsituationen kompetent zu gestalten.
Die begabungsfördernden Lehrer am JKG sind bereit und fähig, diese
spezifischen Mechanismen der Lernprozesse besonders begabter SuS
hinsichtlich des eigenen pädagogischen Handelns zu reflektieren. Daher
nehmen diese Lehrer die individuellen Bedürfnisse und Verhaltensweisen
der Schülerinnen und Schüler differenziert wahr, fördern sie dementspre-
chend und ermöglichen individuelle Entwicklungsprozesse.
Die Eltern der SuS am JKG beteiligen sich aktiv an der Gestaltung schuli-
scher Prozesse. Dabei tragen sie eigene Projekte, die das Schulprogramm
akzentuieren und ergänzen. Schwerpunkte sind Berufs- und Studienori-
entierung sowie Soziale Dienste.
Durch die Zusammenarbeit mit externen Experten wird vertiefungs-
spezifisches Wissen und Können gesichert und erweitert, die Werteori-
entierung der SuS intensiviert. Projekte, die Arbeit an den Besonderen
Lernleistungen der Abiturienten sowie vielfältige Unterstützung von
wissenschaftlichen Mitarbeitern der innovativen Firmen der Region er-
möglichen den SuS den Lernzugang aus einer außerschulischen Perspek-
tive. Zentraler, langjähriger Kooperationspartner zur Förderung von SuS,
insbesondere der Sekundarstufe II am JKG, ist die Technische Universität
Chemnitz.
Aufnahme am Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz
Bewerber mit der Bildungsempfehlung für das Gymnasium werden in der
regulären Ausbildung aufgenommen. In den Klassenstufen 8 bis 10 wird
das naturwissenschaftliche Profil für diesen Bildungsgang angeboten.
Bewerber für die vertiefte mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbil-
dung mit der Bildungsempfehlung für das Gymnasium absolvieren eine
Aufnahmeprüfung. Diese Prüfung erfolgt nach den Regularien des SMK
zeitnah zur Anmeldung am Gymnasium mit der Bildungsempfehlung. Die
Prüfung besteht aus einer schriftlichen Arbeit und einem Gespräch.
Maßnahmen der Begabtenförderung am
Johannes-Kepler-Gymnasium
Das JKG ist eine Ganztagsschule mit einem breiten Angebot der Betä-
tigung für SuS im mathematisch-naturwissenschaftlichen, sportlichen
und musisch-künstlerischen Bereich.
Im Rahmen der zur Verfügung stehenden finanziellen, sachlichen und
personellen Ressourcen wird die Begabungsförderung umgesetzt. Als
Strukturmodell dient die Förderpyramide (Abbildung).
Das Modell liefert die Möglichkeit, Maßnahmen der allgemeinen Bega-
bungsförderung (Modell der Breite) mit der erforderlichen Individuali-
sierung von Fördermaßnahmen für hoch- und höchstleistungsfähige
Schüler (Modell der Tiefe) in übersichtlicher und durchlässiger Weise zu
vernetzen. Unter anderem ergeben sich positive Rückwirkungseffekte,
wenn Schüler aus der Spitzenförderung in die angestammte Lerngruppe
(Schulklasse; Arbeitsgemeinschaft) zurückkehren und dort über ihr indi-
viduell erlangtes Wissen und Können berichten, respektive es in Gedan-
kengänge, Lösungsstrategien etc. des Unterrichts einbringen.
(1) Begabungsgerechter Unterricht
Die SuS der vertieften Ausbildung erhalten auf der Grundlage einer zu-
gunsten des MINT-Bereiches modifizierten Stundentafel (siehe Abbil-
dung) einen qualitativ angereicherten Unterricht mit speziellem Lehrplan
MINT. Die sich dabei ergebenden Kürzungen im Nicht-MINT-Bereich wer-
den dort durch Akzeleration ausgeglichen.
Das Schülerpraktikum in Klassenstufe 10 ist ein weiterer Baustein der
breit angelegten Herausbildung individueller Begabungen. Alle SuS be-
kommen die Chance, aus einem Themenpool einen Bereich ihres beson-
deren Interesses zu wählen, um erste Praxiserfahrungen mit Forschung
und Entwicklung zu sammeln. In vielen Fällen entstehen auf diese Weise
Kontakte und Arbeitsansätze für die in den nächsten Jahrgangsstufen an-
gesiedelte Besondere Lernleistung. Für alle SuS der vertieften Ausbildung
ist diese komplexe wissenschaftspropädeutische Arbeit obligatorisch. Der
fächerverbindende Unterricht der Jahrgangsstufe 11 findet stets unter
einem Thema als Projekt mit und in der Technischen Universität Chemnitz
statt. Er verknüpft wissenschaftspropädeutisches Arbeiten mit Elementen
der Berufs- bzw. Studienorientierung.
(2) Arbeitsgemeinschaften
Die Interessenlage der SuS wird durch individuelle Angebote und Eigen-
initiative der SuS in Arbeitsgemeinschaften erfasst. Arbeitsgemeinschaf-
ten im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich (MINT) dienen
insbesondere dazu, die experimentellen Fähigkeiten zu vervollkommnen.
Damit sind die MINT-Arbeitsgemeinschaften Plattformen zur Vorberei-
Individuelle
Spitzenförderung
Arbeitsgemeinschaft MINT
im musischen Bereich,
Sport und Sprachen
Differenzierter, leistungsorientierter
Fachunterricht; Projekte für alle Schüler
Abbildung: Förderpyramide des JKG

| 19
tung der Schüler auf Wettbewerbe. Externe Partner unterstützen das JKG
nicht nur für MINT, sondern auch im musisch-künstlerischen Bereich.
Eine sportliche Lebensweise erleben SuS als Ergänzung zum Unterricht.
(3) Spitzenförderung MINT
Ab Klassenstufe 9 können die Begabtesten des jeweiligen MINT-Faches
einen Teil des regulären Unterrichts durch einen Enrichment Kurs erset-
zen, der parallel zum regulären Unterricht stattfindet (Drehtürmodell:
Renzulli/Reiss, 1998). Es können in diesen Drehtür-Kursen Ergänzungen
und Vertiefungen zum regulären Lehrplan in ganz besonders kreativer
Atmosphäre behandelt werden.
Modifizierte Stundentafel am JKG
BIO
CH
DE
EN
GE
GEO
GRW
MA
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PH
INF
PU
5
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2
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1
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v
3
2
3
3
2
2
2
5
1
3
1
Fächer:
Biologie, Chemie, Deutsch, Förderunterricht, Englisch, Geschichte,
Geographie, Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung/Wirtschaft,
Mathematik, Musik, Physik, naturwissenschaftlicher Profilunterricht,
Technik/Computer
Legende:
r: reguläre Ausbildung mit naturwissenschaftlichen Profil
v: vertiefte mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung
Freies Feld: Unterricht wird nicht erteilt.

20 |
Die Absolventen unserer Schule bewähren sich in besonderer Weise in
ihren Berufen. Sie sind u. a. kreative Forscher in der Industrie oder geben
ihr Wissen als Mentoren an Jüngere weiter.
In regionalen und überregionalen Wettbewerben (Jugend forscht, Mathe-
matik, Chemie, Biologie, IJSO, Robosax, ...) gehören die Teilnehmer des JKG
sehr häufig zu den Preisträgern.
«Jugend forscht«:
Bundessieg 2010 und 2012 im Fachgebiet Mathematik/Informatik
«Internationale Junior Science Olympiade«:
2012 gewinnt eine sächsische Mannschaft mit einem Schüler des JKG
Gold in Indien; der Schüler gewinnt dazu Silber im Einzelwettbewerb.
«Mathematik-Olympiade«:
Bundessieger 2011 und 2015
Ergebnisse
Am Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz arbeiten Schülerinnen und
Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und die Freunde und Förderer der
Schule mit Verstand und Herz gemeinsam am Erfolg:
Elternrat
Schülerrat
Schulclub
Mensa und Cafeteria
Internat
Verein der Freund und Förderer des
Johannes-Kepler-Gymnasiums e.V.
Technische Universität Chemnitz
Siemens Chemnitz
Komsa-AG Hartmannsdorf
Mathematikolympiade e.V.
Verein zur Förderung der Sächsischen
Physikolympiade e.V.
Kinder-, Jugend- und Familienhilfe e.V.
Freundeskreis TIME e.V.
Florian-Geyer-Ensemble
Kirchgemeinde St. Markus
Individualität von Förderung
und Unterstützung
MINT-Exzellenz
Soziale Dienste
Mathematik und Musik,
Physik und Sport,
Informatik und Kunst, Musical
und Debating
Interne
Partner
Johannes-
Kepler-
Gymnasium
Externe
Partner

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| 21
Das Julius-Motteler-Gymnasium liegt im Zentrum der Großen Kreisstadt
Crimmitschau und ist per Bahn, Bus, Pkw, aber auch zu Fuß gut zu er-
reichen.
Die Einrichtung hat seit 1897 ihren Sitz im Haus Lindenstraße, einem
altehrwürdigen Bau. Im Jahre 1992 kam das zweite Haus, das Haus West-
berg, als Neubau aus dem Jahr 1980 hinzu.
Neben der regulären Bildung bietet das Gymnasium seit dem Schuljahr
2005/2006 als eines von zurzeit sechs Gymnasien im Freistaat Sachsen
eine vertiefte mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung nach § 4
der Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung (SOGYA) an.
Die Schule fördert Begabte intensiv im MINT-Bereich, aber auch in allen
anderen Fachbereichen. Auch die Unterstützung von Schülern mit Teil-
leistungsschwächen und besonderen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt
der Arbeit.
Als Schule mit offenen Ganztagsangeboten werden im außerunterrichtli-
chen Bereich Möglichkeiten geschaffen, damit die Schüler ihren Interes-
sen auf unterschiedlichsten Gebieten nachgehen können.
Leitbild des JMG
Das sind wir
Das Julius-Motteler-Gymnasium ist eine Schule mit allgemeiner gym-
nasialer Ausbildung.
Zusätzlich bietet unser Gymnasium als einziges in Westsachsen eine
vertiefte mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung an.
Als zweite Fremdsprache wird Französisch, Russisch oder Latein er-
lernt.
Ab der Klassenstufe 8 werden das naturwissenschaftliche und das
gesellschaftswissenschaftliche Profilfach unterrichtet.
Dafür stehen wir
Jeder Schüler ist uns wichtig. Deshalb werden individuelle Fähigkeiten,
Stärken und Talente bestmöglich gefördert.
In unserem Schulleben legen wir Wert auf gegenseitige Achtung,
Wertschätzung und Toleranz.
Professionalität und Engagement zeichnen das Lehren und Lernen an
unserer Schule aus.
Zukunftsorientiert unterstützen wir selbstständiges Lernen und eigen-
verantwortliches Arbeiten.
Das bieten wir
Wir vermitteln anwendungsbereites Wissen und fördern soziale Kom-
petenzen als Basis für lebenslanges Lernen.
Durch differenzierte Angebote fördern wir Schüler entsprechend ihrem
Leistungsvermögen. Die Teilnahme an Wettbewerben und das Erlangen
von Zusatzqualifikationen sind ebenso selbstverständlich wie die Un-
terstützung von integrativen Schülern.
Julius-Motteler-Gymnasium Crimmitschau
Im Sinne von sächsischer Ingenieurstradition werden begabte Schüler
in den Fächern Mathematik, Biologie, Physik, Chemie und Informatik
vertieft unterrichtet und erhalten zusätzliche Förderangebote.
Für die Wahrnehmung individueller Interessen und Neigungen unserer
Schüler steht ein vielseitiges außerunterrichtliches Angebot bereit.
Unsere nationalen und internationalen Schulpartnerschaften erwei-
tern den Erfahrungshorizont und fördern Weltoffenheit und Neugier-
de in einer globalen Welt.
Kooperationspartner sind uns wichtig
Die Eltern sind in der Erziehungs- und Bildungsarbeit unser wichtigster
Partner.
Wir sehen uns als Teil des öffentlichen Lebens. Deshalb fühlen wir uns
der Geschichte unserer Schule und Kommune verpflichtet, bewahren
deren Traditionen und gestalten das aktuelle Leben mit.
Wir arbeiten mit Hochschulen und Universitäten, Unternehmen und
Institutionen der Region zusammen, um unseren Schülern Studienper-
spektiven aufzuzeigen bzw. Einblicke in die Berufswelt zu ermöglichen.
Wir schätzen und pflegen die Zusammenarbeit mit unserem Förderver-
ein.
Unsere Zukunft hat schon begonnen
Wir reagieren flexibel auf neue Herausforderungen der Gesellschaft
und bereiten die Schüler bestmöglich auf die Zukunft vor.
Aufgeschlossen gegenüber Neuem schreiben wir unser pädagogisches
Konzept beständig fort.
Kontinuierlich arbeiten wir daran, unser Gymnasium als Zentrum der
mathematisch-naturwissenschaftlichen Ausbildung in der Region wei-
ter zu entwickeln.
Haus Lindenstraße Klassen 9 bis 12

image
22 |
Haus Westberg Klassen 5 bis 8
Aufnahmeverfahren
Grundschüler der 4. Klasse bewerben sich mit der Bildungsempfehlung
für die Aufnahme in die vertiefte Klasse und werden zum zentral vor-
gegebenen Termin zur Aufnahmeprüfung eingeladen.
Geeignete Schüler der Klassenstufe 6 können nach erfolgreichem Be-
stehen der Aufnahmeprüfung zu Beginn des nächsten Schuljahres in
die vertiefte Ausbildung wechseln.
Ablauf der Aufnahmeprüfung:
schriftlicher Teil und Aufnahmegespräch
Klassen-
stufe
Schriftlicher Teil
Gespräch
Inhalte
Test
Klausur
4
15 min
45 min
15 min
Natur, Logik,
Technik
6
15 min
45 min
15 min
MA, BIO, TC, (PH)
Maßnahmen der Schule
(1) Modifizierte Stundentafel für die vertiefte Ausbildung am Julius-Mot-
teler-Gymnasium
Kürzung des Basisunterrichts in Stunden
Klasse 05
2 FöU
1 TC
1 KU
Klasse 06
1 FöU
1 SPO
1 GEO
Klasse 07
1 GE
1 DE
1 EN
Klasse 08
3 Profil
1 MU
Klasse 09
3 Profil
1 BIO
Klasse 10
3 Profil
1 GRW
Verwendung zur Vertiefung in Stunden
Klasse 05
1 MA
1 BIO
1 INF
1 LL
Klasse 06
1 PH
1 MA
1 BIO
Klasse 07
1 PH
1 BIO
1 CH
Klasse 08
1 PH
1 MA
1 BIO
1 CH
Klasse 09
1 PH
1 MA
1 BIO
1 INF
Klasse 10
1 PH
1 MA
1 BIO
1 CH
1 INF
PH, CH, BIO: Teilung der Klassen in »Vertieferstunden« in zwei Gruppen
Erhöhung der
Fähigkeiten und Fertigkeiten beim selbstständigen Planen, Durchführen und Auswerten
von Experimenten
(2) Sekundarstufe 2
Kursbildung:
Leistungskurse
(LK)
1. LK
2. LK
3. LK
MA
EN oder GE oder PH
BIO oder CH
Besondere
Grundkurse
AST, BIN, INF
Besondere Leistung:
Jeder Schüler der Sek 2 erbringt im MINT-Bereich eine besondere Leis-
tung. Möglichkeiten der besonderen Leistung:
Erfolgreiche Olympiade- und Wettbewerbsteilnahme
Verantwortungsvolle Aufgaben als Mitarbeiter im Spezialistenlager
Physik
Organisation und Durchführung der Pfiffikusakademie (Experimente
mit Grundschülern)
Grundschulprojekt (Experimentalvortrag in Grundschulen)
BeLL
Erfolgreiche Teilnahme an »Jugend forscht«
Leiter einer AG
(3) Begabtenförderung
Integrative Förderung (Förderung aller Schüler)
Modifizierter Lehrplan in MINT-Fächern
Binnendifferenzierung
Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten
(Exkursionen und Praktika an Hochschulen)

| 23
Separative Förderung
Forschendes Lernen:
Zielgruppe
Leistungswillige, interessierte und experimentier-
freudige Schüler
Ziele
Teilnahme bei »Jugend forscht« oder »Schüler expe-
rimentieren«
Förderung wissenschaftlicher Arbeitsweisen
Erwerb von Kompetenzen beim Projektmanagement
Umsetzung
Bearbeiten selbst gewählter Forschungsaufträge
Betreuung von Einzelschülern oder Kleingruppen
durch Mentoren
Intensivkurse:
Zielgruppe
Schüler mit überdurchschnittlichen Lernerfolgen
und gefestigtem Interesse in MINT-Fächern
Ziele
Entwicklung und Förderung spezieller fachlicher
Begabungen
Förderung sozialer und methodischer Kompetenzen
Persönlichkeitsentwicklung
Angebote
Kl. 06
MA/PH und BIO/CH
Kl. 07
MA, PH, BIO/CH
Kl. 08
MA, PH, BIO, CH
Kl. 09/10
MA, PH, BIO, CH, INF
Sek 2
nach Absprache
Drehtür:
Zielgruppe
Kinder ab Klassenstufe 8 mit besonderen Bega-
bungen (herausragende schulische Leistungen,
Unterforderung im Unterricht, auffallende Origi-
nalität beim Lösen von Problemen, extrem schnelle
Auffassungsgabe, hoher Wissensstand, Interesse)
Ziele
Individuelle Spitzenförderung
Umsetzung
Auswahl der Schüler durch anerkannte diagnosti-
sche Tests
Schüler verlassen in einem MINT-Fach den Regelun-
terricht (1 Std. pro Woche)
Betreuung einzeln oder in Kleinstgruppen durch
einen Fachlehrer
Auseinandersetzung mit über den Lehrplan hinaus-
reichenden Problemstellungen
Grundlage: Lernvertrag
Vielfältige Möglichkeiten der Betätigung in Arbeitsgemeinschaften
und GTA
(4) Das JMG ist Mitglied des nationalen Excellence-Netzwerkes MINT-EC,
woraus sich besondere Fördermöglichkeiten für Schüler und Lehrer er-
geben.
exklusive Teilnahme an MINT-Veranstaltungen auf höchstem Niveau
Individuelle Förderung von Schülern in ihren MINT-Begabungen durch
MINT-Camps und Begabten-Förderprogramme
Fortbildungen für Lehrkräfte im MINT-Bereich
Vernetzung mit Partnern und Förderern aus Wirtschaft und Wissen-
schaft
(5) Ausgewählte Schüler der Klassen mit vertiefter Ausbildung erhalten
die Möglichkeit der Teilnahme am jährlich stattfindenden Spezialistenla-
ger Physik oder an den Expertentagen Biologie/Chemie.
Spezialistenlager PH
Entwicklung von Problemlösestrategien, Erkennen und Ausschöpfen
des eigenen Leistungspotentials durch individuelle Betreuung unter
Einbeziehung externer Fachkräfte
Bearbeitung verschiedener physikalischer Problemstellungen mit ho-
hem experimentellem Anteil in Projektgruppen
Zusammenarbeit mit der WHZ oder Firmen der Region
Interessante Fachvorträge von Wissenschaftlern
Expertentage CH/BIO
Exkursion zu einem Hochtechnologie-Standort
Arbeit im Schülerlabor einer Hochschule

24 |
(6) Alle Schüler der Klassen mit vertiefter Ausbildung arbeiten einmal pro
Schuljahr an einem Projekt aus dem Gebiet der Astronomie. Die Projekt-
vorbereitung erfolgt durch die Mitarbeiter der Interessengemeinschaft
Astronomie an der Sternwarte Crimmitschau in enger Zusammenarbeit
mit den Physiklehrern des JMG.
Klasse 6: Mondnacht
Klasse 7: Sonnentag
Klasse 8: Planetenabend
Klasse 9: Sterne, Nebel, Galaxien
Klasse 10: Himmelsbeobachtung (zwei Beobachtungsabende)
Wettbewerbe
Die Schüler der vertieften Ausbildung nehmen sowohl an zahlreichen
Wettbewerben im MINT-Bereich, als auch an Wettbewerben aus anderen
Bereichen teil.
Olympiaden:
1. Stufe verpflichtend
Klasse 5
MA
Klasse 6
MA und PH
Klasse 7
MA oder PH und CH
Klasse 8
Klasse 9
MA oder PH oder CH
Klasse 10
Mannschaftswettbewerbe der Klassen mit vertiefter Ausbildung
(Klassenstufe 9 bis Jahrgangsstufe12 / MA, PH, CH, BIO, INF)
Jugend forscht / Schüler experimentieren
Adam Ries (Klassenstufe 5 / MA)
Känguru (Klassenstufe 5 bis Jahrgangsstufe 12 / MA)
Chemkids (Klassenstufe 5 bis 8 / CH)
Stöckhardt-Wettbewerb (Klassenstufe 10, Jahrgangsstufe 11 / CH)
Junior Science Olympiade (Klassenstufe 7, 8 / Naturwissenschaft)
FIRST LEGO leage (Klassenstufe 5 bis Jahrgangsstufe 12 / INF)
Biber-Wettbewerb (Klassenstufe 5 bis Jahrgangsstufe 12 / INF)
Die erzielten Erfolge auf Landes- und Bundesebene belegen, dass die
Schüler hohes Engagement zeigen und in der Begabtenförderung bzw.
speziellen Arbeitsgemeinschaften optimal auf die Wettbewerbe vorberei-
tet werden.

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| 25
Mathematisch-naturwissenschaftliche Begabtenförderung in der
Region Dresden: Die MANOS
Nichts ist beständiger als der Wechsel. Das trifft auch auf eine Schule zu.
Mit ihren Schülern und Lehrern, ihrem Gebäude, ihrer inhaltlichen und
organisatorischen Ausrichtung ändert und entwickelt sie sich im Laufe
der Zeit - immer im Zusammenhang mit den jeweiligen gesellschaftli-
chen Verhältnissen.
Das Schulleben der Schule begann 1908 im damals neu erbauten Ge-
bäude auf der Kretschmerstraße. Da hieß die Schule »Realgymnasium
Blasewitz«, wurde in den 30er Jahren »Schillerschule«, nach dem Zweiten
Weltkrieg »Oberschule Dresden-Ost« und dann 1954 auf Antrag der da-
maligen Schulleitung »Martin-Andersen-Nexö-Oberschule«.
Das erfolgte auch im Zusammenhang mit vielen Umbenennungen von
Straßen und Plätzen in der damaligen DDR. Im Jahre 1965 spezialisierte
sich die Schule auf eine verstärkte Ausbildung in Mathematik und den
Naturwissenschaften, verbunden mit einer Berufsausbildung zum Funk-
mechaniker. Sie erhielt den Namen »Spezialschule für elektronische In-
dustrie Martin-Andersen-Nexö«. Ab 1986 hieß sie dann »Spezialschule
Martin-Andersen-Nexö mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer
Richtung«.
Mit der erneuten Gründung von Gymnasien nach der Wende wurde die
Schule 1992 zunächst zum »Gymnasium Dresden-Blasewitz«. Auf Antrag
verlieh ihr die Stadt Dresden 2001 den (derzeitigen) Namen »Martin-An-
dersen-Nexö-Gymnasium«. Schließlich zog das Gymnasium im Sommer
2008 in den prächtig sanierten Erlweinbau auf der Haydnstraße.
Der Name »MANOS« war also nie offizieller Schulname. Er hat sich bei
Schülern, Lehrern und Eltern seit Mitte der 1950er Jahre als Abkürzung
für Martin-Andersen-Nexö-OberSchule (deshalb auch die MANOS) ein-
gebürgert und ebenso in der Dresdner Öffentlichkeit über all die Jahre
erhalten (sozusagen als Marke - die zahlreichen Wechsel überdauernd).
Leitbild
Die vertiefte Ausbildung des Martin-Andersen-Nexö-Gymnasiums eignet
sich für mathematisch-naturwissenschaftlich begabte und interessierte
Schüler.
Die veränderte Stundentafel, modifizierte Lehrpläne und unsere Wett-
bewerbskultur erfordern ihre besondere Leistungsbereitschaft in allen
Fächern. Die Aufnahme erfolgt nach einer zusätzlichen Prüfung.
Wir
bieten
unseren Schülern Raum zur Entfaltung individueller Fähigkeiten
und für soziale und kulturelle Erfahrungen.
befähigen
sie zum selbstorganisierten Lernen.
fordern
sie durch Leistungsorientierung.
Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium Dresden
fördern
ihre Talente durch zusätzliche Angebote im und außerhalb des
Unterrichts.
beobachten
ihre schulische Entwicklung und beraten sie zu ihrer
Schullaufbahn.
führen
sie zu einem hohen Grad an Studierfähigkeit.
Unsere Schüler
erwerben
anwendbares Wissen und können sich in Wissenschaft und
Wissensgesellschaft orientieren.
gewinnen
methodische und soziale Kompetenzen für ein lebenslanges
Lernen und sind in der Lage, mit ihren Fähigkeiten unsere Gesellschaft
mitzugestalten.
handeln
auf der Grundlage unserer gesellschaftlichen Werte und über-
nehmen Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen.
Aufnahmeverfahren
Mit der Bildungsempfehlung für das Gymnasium melden Eltern ihr Kind
zu einem Aufnahmeverfahren der Schule an. Jedes Jahr Mitte März sch-
reiben die Viertklässler dann eine Klausur und einen Test. Darüber hinaus
wird ihnen ein naturwissenschaftliches Experiment vorgeführt. Hier gilt
es, genau zu beobachten, zu protokollieren und Schlussfolgerungen zu
ziehen. Schließlich wird in einer Sachaufgabe Wissenschaft die Fähigkeit
getestet, aus einem altersgerechten Text zu einem naturwissenschaftli-
chen oder technischen Phänomen komplexe Informationen zu erfassen
und zu verarbeiten.
Maßnahmen
Der Unterricht erfolgt nach einer
veränderten Stundentafel
. Durch Kür-
zungen der Wochenstunden in den übrigen Fächern (einmal eine Wo-
chenstunde in den Klassenstufen fünf bis zehn) können in Mathematik,
Informatik und den Naturwissenschaften mehr Stunden angeboten wer-

image
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image
26 |
den. Selbstverständlich wird trotzdem großer Wert auf die Inhalte und
Bildungsziele in den anderen Fächern gelegt. Hier wird deutlich, dass die
Schüler auch in diesen Fächern über eine hohe Leistungsfähigkeit verfü-
gen müssen.
In Mathematik, Informatik und den Naturwissenschaften besteht die
Absicht, ein
vertieftes Verständnis
zu fördern und nicht, mehr Inhalte
zu vermitteln. Dazu werden unter anderem im
Abteilungsunterricht
die
Klassen geteilt, um in kleineren Lerngruppen die Schüler häufiger und
intensiver experimentieren zu lassen. Damit soll erreicht werden, dass die
Schüler die richtigen Fragen stellen und Problemlösungskompetenzen
entwickeln.
Dazu ist ein hohes Maß an
Selbstständigkeit
erforderlich. Das werden die
Schüler in den Klassenstufen fünf und sechs im
Themenkreis
geschult.
Hier werden die Schüler fächerverbindend, praktisch und spielerisch an
naturwissenschaftliches Arbeiten herangeführt. Auch soziale Kompeten-
zen und Lernmethoden werden hier im besonderen Maße eingeübt.
Ab der Klassenstufe sieben werden ausgesuchte Schüler in kleinen Grup-
pen in den
Leistungszentren
Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und
Informatik gezielt auf
Wettbewerbe
, wie z. B. die Mathematikolympiade,
vorbereitet. Wettbewerbsteilnahmen dienen der Bereicherung des schuli-
schen Angebots und sind fest im Schuljahresplan verankert.
Schülerin bei der sächsischen Physikolympiade 2015
Ein zentraler Baustein des Förderkonzepts sind die engen Kontakte zu
wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region. Die TU Dresden, die
Hochschule für Technik und Wirtschaft, Fraunhofer- und Leibnizinstitute
oder auch die BASF Schwarzheide gehören zu den Kooperationspartnern.
Bereits in den Klassenstufen sieben und acht bearbeiten die Schüler eine
Woche zu zweit oder zu dritt kleine »wissenschaftliche« Aufträge in Labo-
ren und Werkstätten der Partner. Diese
wissenschaftliche Projektwoche
dient den Schülern sowohl als erste wissenschaftspropädeutische wie
auch als studienorientierende Maßnahme.
Der Höhepunkt in der schulischen Laufbahn eines MANOS-Schülers ist
die
wissenschaftliche Jahresarbeit
, die er im Laufe der Jahrgangsstufe
11 anfertigt. Auch hier wird eng mit Wissenschaftlern zusammengearbei-
tet. Sie unterstützen die Schüler bei der Bearbeitung von Themen wie der
»Analyse der Restfehlerwahrscheinlichkeit zweier Decodierer von linearen
Blockcodes« oder »Die Immobilisierung von Grünalgen in einer Alginat/
Silikat-Matrix für die Anwendung als Biosensor«. Zusätzlich schulen Lehr-
amtsstudenten der TU Dresden die Schüler in der Methodik wissenschaft-
lichen Arbeitens und ermöglichen so, dass die Jahresarbeiten das Niveau
von Studienarbeiten erreichen.
Die meisten dieser Arbeiten werden von den Schülern als »Besondere
Lernleistung« ins Abitur eingebracht. Einige sind die Grundlage für Erfol-
ge bei »Jugend forscht«.
Ein Schüler präsentiert seine Jahresarbeit auf dem wissenschaftlichen Forum
Abgerundet wird das Konzept zur Begabtenförderung durch
Ganz-
tagsangebote
. Zum Teil ergänzen sie das Bildungsangebot horizontal,
etwa mit den Arbeitsgemeinschaften Robotik oder 3D-Druck, zum Teil
erweitern sie es, z. B. mit chinesischer Kalligraphie oder den sehr beliebten
Sportgruppen für Tischtennis, Floorball, Jonglieren und Tamburello.
Schülerinnen bei den »Alaska Natives Youth Olympics«, die ein amerikanischer Assistent
vor drei Jahren eingeführt hat
Trotz der Ausrichtung auf Mathematik, Informatik und Naturwissen-
schaften bildet die Schule keine einseitigen Spezialisten oder gar Nerds

image
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| 27
aus. Die Schüler engagieren sich freiwillig und häufig erfolgreich, z. B.
bei Sprach- und Rhetorikwettbewerben. Viele gute Musiker unter ihnen
bereichern die kulturellen Veranstaltungen der Schule. Der Schülerrat
zeigt regelmäßig gesellschaftliches Engagement und organisiert einmal
im Jahr den Workshoptag T.A.G - Toleranz. Ausland. Gesellschaft.
Workshop zu Afrika beim T.A.G. 2015
Ergebnisse
70 bis 80 Prozent der Abiturienten der Schule erzielen jedes Jahr einen
Notendurchschnitt von 1,9 und besser, ein Viertel bis ein Drittel sogar 1,4
und besser. Fast alle beginnen ein Studium, überwiegend an naturwissen-
schaftlichen und technischen Fakultäten.
Bei nationalen und internationalen Wettbewerben erringen MANOS-
Schüler regelmäßig vordere Plätze. Lisa Sauermann, Georg Krause, Se-
bastian Meyer, Sven Jandura und Christian Schmidt haben in den letzten
fünf Jahren Medaillen bei der Internationalen Mathematik-, Chemie-
oder Physikolympiade erreicht.
Beim Landeswettbewerb »Jugend forscht« 2016 siegten Sven Jandura,
Baibhab Ray und Felix Römisch in Mathematik, Physik und Biologie und
vertreten Sachsen beim Bundeswettbewerb.
Baibhab Ray, Felix Römisch und Sven Jandura: drei Landesssieger bei Jugend
forscht 2016

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28 |
Das Werner-Heisenberg-Gymnasium Riesa befindet sich in einem tradi-
tionsreichen Gebäude, welches, 1908 erbaut, als Volksschule gegründet
wurde und seit 1965 neben der Polytechnischen Oberschule Riesa-Gröba
auch Heimstätte der »Spezialschule physikalisch-technische Richtung«
wurde, die zum Abitur führte.
1992 wurde die Polytechnische Oberschule »Friedrich Engels« aufgelöst.
An ihre Stelle trat nun das »Werner-Heisenberg-Gymnasium« (WHG),
welches die Tradition der mathematisch-naturwissenschaftlichen Bil-
dung fortführte. Das WHG ist eine nach dem Schulgesetz des Freistaa-
tes Sachsen anerkannte Schule zur Förderung besonders begabter und
mathematisch-naturwissenschaftlich besonders interessierter Schüler.
Die Schule ist damit eines der sechs in Sachsen existierenden Gymna-
sien dieser Spezialisierungsrichtung, das in Mathematik, in den Natur-
wissenschaften Physik, Biologie, Chemie und in Informatik eine vertiefte
Ausbildung anbietet. Das WHG gehört von Beginn an als Mitglied zum
2000 gegründeten bundesweit wirkenden nationalen Excellence-Schul-
netzwerkes MINT-EC.
Leitbild
Über die allgemeinen Lehrplanziele einer vertieften Allgemeinbildung,
Wissenschaftspropädeutik und allgemeinen Studierfähigkeit hinausrei-
chend, stellt sich das WHG das Ziel, die Schülerinnen und Schüler, die
sich für die Aufnahme in eine Klasse mit vertiefter Ausbildung entschei-
den und die Aufnahmeprüfung bestanden haben, aber auch interessierte
Schülerinnen und Schüler aus den gymnasialen Regelklassen, entspre-
chend ihren Begabungen und Neigungen im MINT-Bereich vertieft zu
fördern. Auf diese Weise kann eine ihren Interessen und Neigungen fol-
gende berufliche und Studienlaufbahn unterstützt werden.
»Der Schüler muss Methode haben«, sagte einst der bekannte sächsi-
sche Arbeitsschul- und Persönlichkeitspädagoge Hugo Gaudig bereits
vor über 100 Jahren. Der Kern dieser Aussage meint eben nicht bloßes
»Vielwissen«. Er ist auf die aktuellen Bedürfnisse des Unterrichts am WHG
ausgerichtet: auf die Erlangung der Fähigkeit, Fertigkeit und Bereitschaft
der Schülerinnen und Schüler, sich fachlich hoch qualifiziert und sozial
engagiert den Anforderungen des Lebens im 21. Jahrhundert zu stellen.
Werner-Heisenberg-Gymnasium Riesa
Erstrebt werden Absolventen, die über ein hohes Maß an Sach-, Metho-
den-, Handlungs- und Sozialkompetenzen verfügen.
Der Landkreis Meißen bietet zahlreiche Möglichkeiten für eine engere
Kooperation der Schule mit Forschungs-, Bildungseinrichtungen und
Wirtschaftsunternehmen, wie den Elblandkliniken, FERALPI Stahl, BUS-
Elektronik, Wacker Chemie Nünchritz Riesa und die Berufsakademie
Riesa. Darüber hinaus gibt es Kooperationsverträge mit Fakultäten der
Technischen Universität Dresden, der Technischen Universität Bergaka-
demie Freiberg, der Universität Leipzig und der Hochschule Mittweida.
Somit versteht sich das WHG als eine sich im Landkreis Meißen befinden-
de unverzichtbare und zukunftsfähige gymnasiale Bildungseinrichtung,
die handlungsorientierte und anwendungsbereite Bildung anbietet. Dies
erfolgt sowohl im regulären Unterricht aller Fächer als auch in den ma-
thematisch-naturwissenschaftlich-technischen Vertiefungsrichtungen.
Auch vielfältige Ganztagsangebote unterstützen diesen Anspruch.
Bei der Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes vor unserem Schulhaus
kam die enge Verbindung zwischen der vertieften mathematisch-natur-
wissenschaftlichen Ausbildung und den künstlerischen Interessen der
Schüler zum Tragen. Die Arbeitsgemeinschaft Kunst entwarf ein Natur-
steinobjekt, das den Satz des Pythagoras darstellt und aus volumenglei-
chen Prismen besteht. Es prägt heute den Park vor dem Schulgebäude.
Vertiefter mathematisch-naturwissenschaftlicher
Unterricht am WHG
In der Klassenstufe 5 wird neben zwei regulären Gymnasialklassen eine
Klasse mit einer Vertiefung im MINT-Bereich gebildet, die bis zur 10. Klas-
senstufe geführt wird. Um in diese Spezialklasse aufgenommen zu wer-
den, ist bei Antrag der Eltern im vierten Schuljahr eine Aufnahmeprüfung
zu absolvieren.
Für diese Klassen wurden eine veränderte Stundentafel und ein modifi-
zierter Lehrplan in den MINT-Fächern (s. Tabelle) entwickelt. Darüber hin-
aus erfolgt eine gezielte Förderung über den regulären Unterricht hinaus
in Spitzenzirkeln des MINT-Bereiches. In diesen Spitzenzirkeln bereiten sich
die Schüler u. a. systematisch auf die Teilnahme an Wettbewerben vor.

| 29
Tabelle: Modifizierte Stundentafel (v: vertieft, nv: nicht vertieft; die Hervorhebung im Fettdruck zeigt die Veränderungen für Kürzungen
der Regelstundentafel kursiv und erhöhte Stundenzahlen zusätzlich zur Regelstundenzahl)
Klassenstufe
Fach
5
6
7
8
9
10
gesamt
v
nv
v
nv
v
nv
v
nv
v
nv
v
nv
v
nv
Deutsch
5
5
4
4
4
4
4
4
4
4
4
4
25
25
Religion/Ethik
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
12
12
Geografie
2
2
2
2
1,5
2
1
1
1
1
2
2
9,5
10
Geschichte
1
1
2
2
1,5
2
2
2
2
2
2
2
10,5
11
GK/R/W
-
-
-
-
-
-
-
-
1
2
2
2
3
4
Sport
3
3
3
3
2
3
2
2
2
2
2
2
14
15
Musik
2
2
1
1
1
1
1
2
1
1
1
1
7
8
Kunsterziehung
2
2
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
7
7
1. Fremdsprache
5
5
4
4
4
4
3
3
3
3
3
3
22
22
2. Fremdsprache
-
-
4
4
4
4
4
4
3
3
3
3
18
18
Mathematik
5
5
4
4
4
4
5
4
5
4
4
4
28
25
Biologie
2
2
2
2
2
2
2
1
2
2
3
2
13
11
Chemie
-
-
-
-
2
1
3
2
3
2
2
2
10
7
Physik
-
-
2
2
3
2
3
2
3
2
3
2
14
10
WOU/LL
2
-
1
-
-
-
-
-
-
-
-
-
4
-
Computer/Technik
2
2
1
1
-
-
-
-
-
-
-
-
3
3
Informatik
-
-
-
-
1
1
1
1
1
-
1
-
4
2
Profil
-
-
-
-
-
-
3
-
1+2
-
1+2
-
2+7
Summe
33
31
33
32
33
33
34
34
34
34
35
35
202
199
Förderunterricht
2
1
3
Fachspezifische Ergänzungen
und Vertiefungen (EB)
1
1
2
Beginnend mit der Klassenstufe 7 werden die Schüler der Klassen mit
vertiefter Ausbildung in Spitzenzirkeln individuell gefördert, d. h. in klei-
nen Gruppen erfolgt z. B. eine gezielte Vorbereitung auf die Teilnahme an
Wettbewerben und Olympiaden in den Naturwissenschaften, in Mathe-
matik und Informatik.
Die Erhöhung der Wochenstundenzahl wird u. a. dafür genutzt, Expe-
rimentalfächer, wie Physik und Chemie, als Gruppenunterricht durch-
zuführen und spezielle Lehrplaninhalte zu vertiefen bzw. weitere The-
men hinzuzufügen. Die Veränderung der Stundentafel beinhaltet in
der Spezialklasse der Jahrgangsstufe 5 je eine Unterrichtsstunde Grup-
penunterricht in Biologie und Mathematik an Stelle des vorgesehenen
Förderunterrichts, ebenso (hier jedoch in 14-tägigem Rhythmus) in der
Klassenstufe 6. Außerdem werden bis zur Klassenstufe 9 in Mathematik
5 Wochenstunden Fachunterricht erteilt. In den Klassenstufen 9 und 10
werden die Profilstunden genutzt, um Informatik als selbstständiges Fach
durchgehend zu unterrichten. In den naturwissenschaftlichen Fächern
wird in mindestens zwei Klassenstufen eine zusätzliche Wochenstunde
vertiefter Unterricht erteilt. Dafür ist es notwendig, einmalig, verteilt auf
verschiedene Jahrgangsstufen, eine Stunde in den Fächern Geschichte,
Geographie, Musik, Sport bzw. GRW zu kürzen.
Vertiefung in den MINT-Fächern
Chemie
Klassen-
stufe 7:
Fertigkeiten im Experimentieren
Grundlagen der anorganischen Chemie (Oxide, Säuren,
Basen, Salze)
Klassen-
stufe 8:
qualitative Analyse (Nachweisreaktionen)
chemisches Rechnen (Masse, Volumen)
Klassen-
stufe 9:
Grundlagen der organischen Chemie
(Kohlenwasserstoffe und deren Derivate, Aromaten)
Klassen-
stufe 10:
chemische Gleichgewichte (Ester-, Gas- und Löslich-
keitsgleichgewichte, Berechnungen)
Sekundar-
stufe 2:
Trainieren von Anwendungsaufgaben (allgemeine, anor-
ganische, organische, physikalische Chemie)

image
30 |
Biologie
In allen Klassenstufen werden die Schüler gezielt auf Wettbewerbe vor-
bereitet. In den Klassenstufen 8 bis 10 erfolgt eine vertiefte Behandlung
verschiedener Themen:
Klassen-
stufe 8:
Diversität und Nachhaltigkeit
Klassen-
stufe 9:
Humanbiologie (Morphologie, Anatomie, Physiologie)
Klassen-
stufe 10:
Genetik (Drosophila-Genetik, Humangenetik)
Teilnehmer an der Internationalen Biologie-Olympiade werden individuell
gefördert.
Mathematik
In allen Klassenstufen werden die Schüler gezielt auf Wettbewerbe vor-
bereitet. Dazu gehört das Olympiade-Training (vorrangig für die 2. bzw.
3. Stufe), die Vorbereitung auf den Adam-Ries-Wettbewerb in Klassen-
stufe 5 und in Klassenstufe 9 bis Jahrgangsstufe 11 die Vorbereitung auf
die Mannschaftswettkämpfe. Aufbauend, von Klassenstufe 5 bis 10, er-
folgt eine vertiefte Behandlung von Themen aus der Zahlentheorie, der
Geometrie und der Arithmetik. Dabei werden u. a. das Rechnen mit Kon-
gruenzen, das Lösen von Bestimmungsaufgaben und die Beweisführung
in den Mittelpunkt gestellt.
Physik
In allen Klassen- und Jahrgangsstufen werden die Schüler gezielt auf
Wettbewerbe vorbereitet.
Klassen-
stufe 6:
Entwickeln von Fertigkeiten im Experimentieren
Projekte (z. B. Bau einer Wasserrakete)
Klassen-
stufe 7:
Mechanik (Datenauswertung)
Wärmelehre (Thermopenfenster, Mischungsvorgänge)
Optik (Abbildungsgleichung, Abbildungsmaßstab, Bessel-
Verfahren)
Klassen-
stufe 8:
geradlinig gleichförmige Bewegungen
Grundlagen der Supraleitung
Kernfusion (Grundlagen)
Albert Einstein (Biografie, wissenschaftliche Bedeutung,
Quantenphysik und Relativitätstheorie)
Klassen-
stufe 9:
Elektrische Ladungen
mathematische Grundlagen zum Lösen physikalischer
Aufgaben
Elektrizitätslehre
Thermodynamik
Klassen-
stufe 10:
Wellenoptik (Eigenschaften von Licht als Welle)
Wechselstromkreis (Verhalten von Bauelementen im
Wechselstromkreis)
Mechanik (Bewegungen auf gekrümmter Bahn)
Sekundar-
stufe II:
Thermodynamik
Weiterführung der Wellenoptik
Vertiefung der Kenntnisse zur Wechselstromtechnik
Informatik
Unterricht nach einem modifizierten Lehrplan in den Klassenstufen 9
und 10 mit dem Schwerpunkt des algorithmischen Problemlösens
Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Partnern, z. B.
Hochschule für Telekommunikation Leipzig
TU Dresden, Fakultät Informatik und Schülerrechenzentrum: Förde-
rung talentierter Schüler
ITI GmbH Dresden: Erstellen von Unterrichtsbeispielen für Physik mit
Hilfe der Simulationssoftware »iti-Sim«
Erstellen und Nutzung einer Schulbibliotheks-Software. Diese wurde
im Rahmen einer Besonderen Lernleistung (BELL) von einem Schüler
entwickelt und beim Landesausscheid »Jugend forscht« im Jahr 2008
mit einem Sonderpreis des Kultusministers ausgezeichnet.
Teilnahme von Schülern an MINT-Camps
AG Gestaltung der Schul-Homepage
Aufbau und Programmierung von mit Sensoren ausgestatteten fah-
renden Robotern (Lego Mindstorms EV3) im Rahmen der Spitzenför-
derung
Die langfristige Förderung ab Klassenstufe 5 ermöglicht den Schülern
in der Sekundarstufe II nicht nur das Belegen eines zusätzlichen dritten
Leistungskurses (auch im Fach Biologie), sondern auch die Anfertigung
besonderer Lernleistungen in Zusammenarbeit mit externen Partnern
aus Wissenschaft und Wirtschaft. Vielfältige Angebote zur Teilnahme an
Camps erhalten die Schüler durch die Mitgliedschaft der Schule im Verein
MINT-EC.
Darüber hinaus führt das Gymnasium bereits für Grundschüler der Re-
gion ab Klassenstufe 4 einen Korrespondenzzirkel Mathematik durch. In
vier Serien erarbeiten Kollegen des Gymnasiums Aufgaben zu verschiede-
nen mathematischen Themen, welche die Schüler zu Hause lösen und die
dann an der Schule korrigiert werden. Am Ende des Schuljahres werden
die besten der ca. 100 Teilnehmer in einer Feierstunde, zu der auch die
Eltern eingeladen werden, ausgezeichnet. Ab Klassenstufe 5 können sich
die Schüler dann an einem überregionalen Korrespondenzzirkel Mathe-
matik beteiligen, an dessen Durchführung sich mehrere MINT-Schulen
beteiligen. Das WHG trägt seit vielen Jahren die Verantwortung für die
Ausarbeitung der Aufgaben der Jahrgangsstufe 7.

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| 31
Seit drei Jahren bietet das WHG im Rahmen einer »Samstagsakademie«
Schülern der dritten und vierten Klassen der Grundschulen der Region
Meißen an drei Samstagen verschiedene Programme an, in denen die
Ausbildung am Gymnasium vorgestellt wird. Dabei können die Schüle-
rinnen und Schüler selbst aktiv werden. Im Zentrum stehen dabei die
Naturwissenschaften, damit das Interesse an den MINT- Fächern geweckt
und gefördert, aber auch auftretende Vorbehalte und Ängste abgebaut
werden können. Ebenso werden die Grundschüler an das Lernen anderer
Unterrichtsfächer wie Deutsch, Kunst, Sport, Geschichte herangeführt.
An jedem einzelnen Samstag präsentieren sich, dank der Unterstützung
vieler Kollegen, abwechselnd vier verschiedene Fächer aller Fachbereiche.
Mit einem kleinen Abschiedsgeschenk am Ende der dritten Veranstaltung
werden die Mühen der Teilnehmer belohnt.
Während die kleinen Samstagsakademiker sich mit den bereit gestellten
Experimenten und Übungen beschäftigen, wird den sie begleitenden El-
tern oder Großeltern eine Führung durch das Schulhaus angeboten, ihnen
werden Schülerprojekte vorgestellt und Gelegenheit zu Fragen geboten.
Einen großen Anteil am Gelingen dieser Reihe haben vor allem auch die
Schüler der oberen Jahrgangsstufen, die sehr selbstständig die Grund-
schüler begleiten und Fragen der künftigen Gymnasiasten beantworten.
Das Werner-Heisenberg-Gymnasium bietet den Schülern ein breites
Spektrum, ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechend, Bildungs- so-
wie kulturelle und sportliche Angebote zu nutzen, um sich auf das Abitur
und die sich anschließende akademische Laufbahn vorzubereiten, und
eröffnet durch die vertiefte Ausbildung in den MINT-Fächern gleichzeitig
die Möglichkeit, sich zu spezialisieren und besonderes Wissen und Kön-
nen zu erwerben.

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32 |
Das Wilhelm-Ostwald-Gymnasium (WOG) in Leipzig wurde 1985 gegrün-
det, trägt seit 1989 den Namen Wilhelm Ostwalds und ist heute ein Gym-
nasium mit vertiefter mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausbildung
in Trägerschaft der Stadt Leipzig. Am WOG unterrichten ca. 55 Lehrer
etwa 510 Schüler in je drei parallelen Klassen der Klassenstufen 5-10 und
in Jahrgangsstufe 11 und 12, die alle die vertiefte Ausbildung besuchen.
Die Schule liegt in Lößnig, einem südlichen Stadtteil Leipzigs und ist gut
mit der Straßenbahn und der S-Bahn erreichbar. Das Einzugsgebiet um-
fasst die komplette Stadt Leipzig, in Einzelfällen reicht es auch deutlich
darüber hinaus.
Leitbild
In einem Lehrer, Schüler und Eltern umfassenden Prozess hat sich das
WOG ein Leitbild gegeben und sich ganz bewusst mit dem ausgewählten
Leitspruch auf Wilhelm Ostwald bezogen. Damit betont sie einerseits, dass
die entscheidende Aufgabe schulischer Bildung ihrer Ansicht nach ist, die
Schüler zu lebenslangem Lernen zu befähigen. Andererseits stellt sie sich
bewusst in die Tradition ihres Namensgebers. Wilhelm Ostwald war nicht
nur Nobelpreisträger für Chemie, sondern so vielseitig in seinem Wirken,
dass man ihn als einen der letzten Universalgelehrten bezeichnen kann.
Seine Interessen- und Arbeitsgebiete reichten von chemischer Katalyse
über Esperanto bis hin zu Malerei und Farbenlehre.
»Die Schule [...] soll [...] das Bewusstsein erwecken, wie unendlich viel es
noch zu lernen gibt, sowie die Fähigkeit ausbilden, solches Lernen her-
nach selbstständig und zweckmäßig zu betreiben.«
13
13 Wilhelm Ostwald: Zur Umgestaltung des höheren Schulunterrichts. In Börsenblatt
für den deutschen Buchhandel 6. Oktober 1909, Nr. 232
Wilhelm-Ostwald-Schule – Gymnasium der Stadt Leipzig
Unser Anspruch: Jeder einzelne Schüler zählt
Wir bieten eine Bildung und Erziehung, die auf den Erwerb von anwen-
dungsorientiertem Wissen sowie sozialen und methodischen Kompe-
tenzen ausgerichtet ist.
Wir setzen auf eine Lehr- und Lernkultur, die von Wertschätzung, To-
leranz und Kooperation geprägt ist und auf den Kenntnissen, Fähigkei-
ten und Fertigkeiten jedes Einzelnen aufbaut.
Unsere Rolle: Wir sind Wegbereiter und Wegbegleiter
Wir schaffen optimale Lernbedingungen und messen die Qualität un-
serer Arbeit vor allem am Erfolg unserer Schüler.
Wir nehmen bildungspolitische, gesellschaftliche und wissenschaftli-
che Entwicklungen auf und lassen sie in unsere Arbeit einfließen.
Unser Handeln: Wir arbeiten zielorientiert und transparent
Wir vereinbaren Ziele, reflektieren die Ergebnisse und suchen nach
Möglichkeiten der Verbesserung.
Wir erkennen das Potenzial unserer Schüler, fördern differenziert deren
Entwicklung und ermutigen sie zu eigenverantwortlichem Lernen.
Unsere Vision: Beste Zukunftschancen für unsere Abiturienten
Wir engagieren uns dafür, dass unsere besonders begabten Schüler
ihre individuellen Fähigkeiten, Stärken und Talente bestmöglich entwi-
ckeln.
Wir befähigen unsere Schüler zur Übernahme von Verantwortung für
sich, ihre Mitmenschen und ihre Umwelt.

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| 33
Aufnahmeverfahren
Jeder Schüler muss vor dem Besuch der vertieften Ausbildung eine Auf-
nahmeprüfung bestehen. Für die Klassenstufe 5 besteht die Prüfung aus
drei Komponenten:
Am Vortag der schriftlichen Prüfung findet ein Aufnahmegespräch
statt. Dieses hat den Zweck, sich gegenseitig kennen zu lernen und den
Schülern, die i. d. R. erstmals eine echte Prüfung erleben, die Nervosi-
tät zu nehmen, damit sie bei der eigentlichen Prüfung am Folgetag ihre
Leistung abrufen können. Diese besteht aus drei Komponenten: einem
schriftlichen Test mit 15 Minuten Bearbeitungszeit und einer Klausur mit
45 Minuten Bearbeitungszeit. Die schriftlichen Teile haben einen Schwer-
punkt auf Mathematik und Sachkunde, aber auch Anteile, die ein erhöh-
tes Sprachverständnis erfordern.
Ergänzt werden die schriftlichen Prüfungsbestandteile durch ein Semi-
nar: In Gruppen von 8 bis 10 Schülern wird eine experimentelle Aufgabe
bearbeitet. Dabei erfolgt die Bewertung im Seminar vorwiegend prozes-
sorientiert.
Die Dampflokomotive im WOU Physik
Aus den drei Einzelbewertungen wird eine Gesamtbewertung gebildet, in
die die Klausur mit einem Gewicht von 1/2, der Test mit 1/6 und das Se-
minar mit 1/3 eingehen. Wenn mehr Schüler die grundsätzliche Eignung
nachweisen, als Plätze vorhanden sind, entscheidet die Reihenfolge der
Ergebnisse über die Aufnahme. Im Rahmen freier Kapazitäten ist auch in
späteren Schuljahren ein Quereinstieg möglich, für den dann eine indivi-
duelle Aufnahmeprüfung erstellt wird.
Maßnahmen zur Begabungsförderung - Das Schulkonzept
Die drei Buchstaben WOG, die den offiziellen Namen, Wilhelm-Ostwald-
Schule, Gymnasium der Stadt Leipzig, abkürzen, stehen im Schulkonzept
für:
W
wie Wissenschaft: Die Schüler ha-
ben eine sehr hohe Studierneigung.
Das WOG sieht es als seine Aufgabe,
sie an Wissenschaft und Hochschulen
heranzuführen. Vorrangig in den MINT-
Fächern
14
, aber auch in anderen Fachbe-
reichen
O
wie Olympiaden: Als wesentliche Kom-
ponente der Spitzenförderung dient die
Teilnahme an Wettbewerben von Jugend
forscht über die Mathematikolympiade
bis zu Internationalen naturwissen-
schaftlichen Olympiadewettbewerben.
Experimente im WOU Chemie
G
wie Gymnasium: Auf dem Weg zum Abitur haben die Schüler erhöhte
Wahlmöglichkeiten im MINT-Bereich, eine modifizierte Stundentafel und
veränderte Unterrichtsinhalte in den MINT-Fächern.
Ein umfangreiches Ganztagesangebot ergänzt alle drei Bereiche.
14 MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

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34 |
G wie Gymnasium
Das moderne Schulgebäude bietet moderne, freundliche und gut aus-
gestattete Unterrichtsräume, eine Bibliothek, eine Mensa und einen
weitläufigen Campus. Die Schüler lernen nach einer modifizierten
Stundentafel, die verstärkten Unterricht in den MINT-Fächern beinhal-
tet, aber auch moderate Kürzungen in den nicht vertieften Fächern. So
werden beispielsweise die Naturwissenschaften jeweils im Schuljahr
ihrer Einführung mit einer zusätzlichen Stunde unterrichtet, auch um
damit dem Schwerpunkt Schülerexperiment als wesentliche Methode
der Erkenntnisgewinnung genügend Zeit zu verschaffen.
In den Klassenstufen 5 und 6 vermittelt das schuleigene Fach »Natur-
wissenschaftliche Arbeitstechniken« (NAT) Grundfertigkeiten im Ex-
perimentieren, bei der Präsentation von Ergebnissen und es vermittelt
Lerntechniken. In diesem Fach unterrichten jeweils ein Lehrer aus einem
naturwissenschaftlichen Fach und ein Lehrer aus einem sprachlichen
Fach im Team.
WOU Biologie: Anfertigen von Präparaten
Der wahlobligatorische Unterricht (WOU) bietet den Schülern bereits in
der Sekundarstufe I die Möglichkeit, sich nach ihren individuellen Vor-
lieben zu spezialisieren. In der 7. und 8. Klasse wählen die Schüler zwei
MINT-Fächer, die zusätzlich jeweils einstündig im WOU unterrichtet wer-
den. In der 9. und 10. Klasse wird dann ein Fach 2-stündig gewählt. Im
WOU werden nach einem hausinternen Lehrplan Unterrichtsinhalte ver-
mittelt, die über die sächsischen Lehrpläne hinausgehen.
In der Oberstufe sind für unsere Schüler Mathematik und eine Naturwis-
senschaft als Leistungskurse verbindlich. Dazu kommt ein dritter Leis-
tungskurs, der eine weitere Naturwissenschaft (auch Biologie) sein kann,
aber auch Englisch oder Geschichte.
O wie Olympiaden
Als wesentliches Element der Begabungsförderung werden die Schüler
systematisch an Wettbewerbsteilnahmen herangeführt. So ist die Teilnah-
me an der ersten Runde der Mathematikolympiade oder entsprechenden
Wettbewerben in der Chemie bzw. der Physik teilweise für die Schüler ob-
ligatorisch. In höheren Jahrgängen werden die Schüler von ihren Lehrern
motiviert, sich an Wettbewerben zu beteiligen. Der Nutzen besteht dabei
zum Teil darin, den Spieltrieb und den Anreiz des Wettkampfs zu nut-
zen, um Schüler noch mehr für die MINT-Fächer zu begeistern, vor allem
aber bieten Wettbewerbe die Möglichkeit, sehr guten Schülern weiteres
»geistiges Futter« zur Verfügung zu stellen, um sie ihren Möglichkeiten
entsprechend zu fördern. Ein weiterer Aspekt, der kaum wichtig genug
eingeschätzt werden kann, ist der Kontakt zu gleichaltrigen Gleichge-
sinnten. Insbesondere bei den höheren Stufen der naturwissenschaftli-
chen Olympiaden lernen sich bei mehrtägigen Veranstaltungen Schüler
kennen, die in ähnlichem Maße hochbegabt und interessiert sind.
Solche Möglichkeiten bieten die Sächsische Physikolympiade, der Sächsi-
sche Informatikwettbewerb, Känguru der Mathematik, Informatik-Biber,
Jugend forscht, aber auch der Bundesfremdsprachenwettbewerb und
natürlich die Auswahlwettbewerbe zu den internationalen naturwissen-
schaftlichen Olympiaden.
W wie Wissenschaft
Begegnungen mit herausragenden Persönlichkeiten prägen Lebensent-
scheidungen. Daher werden Kontaktmöglichkeiten mit Wissenschaftlern
organisiert. So werden an den Ostwaldtagen, traditionellen Projekttagen
vor den Sommerferien, Festvorträge von Wissenschaftlern gehalten. Am
»Traumberufetag« stellen (auch) Wissenschaftler ihren Beruf vor. Die
Schüler haben die Möglichkeit der Teilnahme an hochwertigen Schüler-
camps, z. B. des MINT-EC.
Der wichtigste Aspekt aber ist: In der Jahrgangsstufe 11 erarbeiten alle
Schüler eine Besondere Lernleistung (BeLL), die in das Abitur eingebracht
werden kann. Dafür ist jeder zweite Dienstag unterrichtsfrei, an diesem
Tag arbeiten die Schüler bei ihren externen Betreuern an den vielfältigen
Leipziger Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Diese Arbeiten sind
häufig der Anstoß für einen entsprechenden Studienwunsch.
Die Rhythmisierung des Schultages im Kontext des Ganztagsange-
bots (GTA)
Seit vielen Jahren findet der Unterricht am WOG in einem 90-Minuten-
Blockmodell statt. Neben den besseren Möglichkeiten gerade für experi-
mentellen Unterricht, ermöglicht das notwendige A-/B-Wochen-System
folgende Gestaltungsvariante: In den A-Wochen haben die Schüler regel-
mäßig bis zu 4 Blöcke Unterricht, aber in der B-Woche endet der reguläre
Unterricht für die Sekundarstufe I nach dem 3. Block. Im 4. Block finden
dann die Ganztagsangebote statt, die damit zu einer Zeit liegen, in der es
für die Schüler noch möglich ist, sich auch mit anspruchsvollen Themen
zu befassen. Diese Zeit nutzt das WOG für ein außergewöhnlich umfang-
reiches GTA.
Das GTA umfasst klassische Angebote von AGs wie Chor oder Theater,
aber auch vielfältige technische Angebote wie Roboter-Programmierung
oder Bumerang-Bau, aber auch Leistungszentren für besonders interes-
sierte und begabte Schüler. Hier werden besonders interessierte Schüler
in Kleingruppen gefördert, in denen Lehrer mit ihren Schülern besonders
anspruchsvolle Probleme bearbeiten und lösen. In den Leistungszentren
findet auch eine Vorbereitung auf die vielfältigen Wettbewerbe statt.

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GTA Roboter
Ergebnisse – schulische Leistungen und Wettbewerbserfolge
Die Qualität schulischer Arbeit lässt sich insbesondere an den Ergebnis-
sen ablesen. Einerseits können dazu einheitliche Klassenarbeiten und
Klausuren als Maßstab dienen: So sind die Ergebnisse der Besonderen
Leistungsfeststellung am Ende der Klassenstufe 10 stets überdurch-
schnittlich, im Fach Mathematik beträgt der Abstand zum sächsischen
Durchschnitt stets mehr als eine ganze Note und die Abiturergebnisse
sind regelmäßig die besten im Raum Leipzig.
Vorbereitungsseminar IPhO
Regelmäßig erreicht das WOG große Erfolge bei nationalen und internati-
onalen Wettbewerben. In den vergangenen beiden Schuljahren (2014/15
und 2015/16) wurden folgende Erfolge auf nationaler und internationa-
ler Ebene erzielt:
2014 Bronze bei der Internationalen Physikolympiade
für Maximilian Keitel
Silber bei der Internationalen Mathematikolympiade
für Vincent Grande
Silber bei der Internationalen Chemieolympiade
für Maximilian Keitel
2x Silber bei der International Junior Science Olympiade
für Pascal Reeck und Leo Gitin
Gold bei der European Science Olympiade für Vincent Grande
Bundessieger Bundeswettbewerb Mathematik (zum 2. Mal)
Leo Gitin
2015 Bronze bei der Internationalen Physikolympiade für Arne Wolf
Silber bei der Internationalen Physikolympiade
für Vincent Grande
2x Gold bei der European Science Olympiade
für Kai Gipp und Pascal Reeck
Silber bei der Mitteleuropäischen Mathematik Olympiade
für Arne Wolf
Bundessieger Bundeswettbewerb Mathematik (zum 3. Mal)
Leo Gitin
Sonderpreise beim Bundeswettbewerb Jugend forscht
für Sebastian Ronneberger und Willi Zschiebsch
2016 2x Gold bei der European Science Olympiade für Kai Gipp
und Leo Gitin
Bronze bei der Internationalen Chemieolympiade für Leo Gitin
2x Silber bei der Internationalen Physikolympiade für Arne Wolf
und Kai Gipp
Gold bei der Internationalen Chemieolympiade
für Maximilian Fritz

36 |
Absolventenbild
Die sächsischen Gymnasien mit vertiefter musischer Ausbildung haben
den Auftrag, Schüler entsprechend ihrer musikalischen Begabung/Hoch-
begabung gezielt zu fördern.
Der Absolvent ist in der Lage,
sowohl seine musikalische Ausbildung erfolgreich im Studium fortzu-
setzen
eine musikverwandte Ausbildungsrichtung zu wählen
als auch ein anderes Studium zu ergreifen, welches seinen Begabun-
gen und Leistungen entspricht.
Das von ihm verinnerlichte Menschenbild
befähigt ihn zur Teilhabe am gesellschaftlichen, insbesondere dem kul-
turellen Leben und
bewirkt, dass er sich selbst mit den in seiner Individualität entwickel-
ten Begabungspotenzen als »Kulturbotschafter« in die Entwicklung der
Gesellschaft prägend einzubringen vermag.
Vertiefte musische Ausbildung

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| 37
Clara-Wieck-Gymnasium Zwickau
Schloßplatz 1
08064 Zwickau
E-Mail: schulleitung@clara-wieck-gymnasium.eu
Homepage:
www.clara-wieck-gymnasium.eu
Telefon: 0375/780200
Schulträger: Stadt Zwickau
Schulleiterin: Frau Gudrun Wawerka
Lessing-Gymnasium Hoyerswerda
Pestalozzistraße 1
02977 Hoyerswerda
E-Mail: sek1@les-gym-hoy.de
Homepage:
www.lessinggymnasium-hoywoy.de
Telefon: 03571/6076560
Schulträger: Stadt Hoyerswerda
Schulleiterin: Frau OStDin Katharina Michelfeit
Rudolf-Hildebrand-Schule - Gymnasium Markkleeberg
Mehringstraße 8
04416 Markkleeberg
E-Mail: rhs.d.apel@gmx.de
Homepage:
www.rudolf-hildebrand-schule.de
Telefon: 0341/356890
Schulträger: Stadt Markkleeberg
Schulleiter:
Herr Ditmar Apel
Gymnasien mit vertiefter musischer Ausbildung

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38 |
Sächsisches Landesgymnasium für Musik
Carl Maria von Weber Dresden
Kretschmerstraße 27
01309 Dresden
E-Mail: info@musikgym.smk.sachsen.de
Homepage:
www.landesmusikgymnasium.de
Telefon:
Sekretariat Mendelssohnallee 34: 0351/3156050
Sekretariat Kretschmerstraße: 0351/31560540
Internat: 0351/31560521
Schulträger: Freistaat Sachsen - Staatsministerium für Kultus
Schulleiter:
Herr Mario Zecher
Thomasschule - Gymnasium der Stadt Leipzig
Hillerstraße 7
04109 Leipzig
E-Mail: kormann@thomasschule.de
Homepage:
www.thomasschule.de
Telefon: 0341/1246830
Schulträger: Stadt Leipzig
Schulleiterin: Frau Kathleen-Christina Kormann

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Darstellung von Maßnahmen an Gymnasien mit
vertiefter musischer Ausbildung
Musiklernen und die Ausprägung musikalischer Begabung vollziehen
sich in einem jahrelangen kontinuierlichen und intensiven Prozess des
Übens, des Aneignens musizierpraktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten,
ihrer künstlerischen Verfeinerung und breiten Anwendung bis hin zur
künstlerisch-bewussten Interpretation. Dieser Prozess geht einher mit
der ganzheitlichen Reifung der Persönlichkeit.
In den Schulen mit vertiefter musischer Ausbildung ist das Hauptanlie-
gen die Ausprägung dieser musizierpraktisch-künstlerischen Begabung.
Neben der Vermittlung einer fundierten gymnasialen Allgemeinbildung,
die zur
allgemeinen Hochschulreife
führt, erhalten die Schüler und
Schülerinnen in vielfältigen Formen Bewährungsmöglichkeiten ihrer
musizierpraktisch-künstlerischen Kompetenz und Begabung.
Vor Beginn der Schulzeit in den Gymnasien mit vertiefter musischer Aus-
bildung steht eine
Eignungsprüfung
, die aus mehreren Teilen bestehen
kann. Sie soll zeigen, ob die Begabung des Kindes die Aufnahme in die
spezifische Vertiefung des jeweiligen Gymnasiums rechtfertigt. Wurde
diese Prüfung mit Erfolg durchlaufen, ist der weitere Schulweg in der
Vertiefungsrichtung durch den
vertiefungsspezifischen Lehrplan
der
jeweiligen Schule festgelegt. Dieser ergänzt den allgemeinen Lehrplan
des Freistaates Sachsen im Fach Musik. Es werden musiktheoretische,
musikwissenschaftliche und musizierpraktische Tätigkeiten miteinander
verknüpft.
Ziele
der vertieften Erziehungs- und Bildungsarbeit sind die individuelle
Förderung der Begabung, die Entwicklung von Teamfähigkeit sowie so-
zialer Kompetenz im Sinne der Einbindung des Ichs in Kammermusiken-
sembles, Chöre und Orchester. Weiterhin wird ein Verständnis für Ästhe-
tik, ein musikalisch-künstlerisches Wertebewusstsein und eine eigene
Feedbackkultur ausgeprägt und entwickelt. Der Erwerb eines effektiven
Zeitmanagements verbunden mit hoher Selbstständigkeit, unterstützt die
Befähigung des Absolventen zu einem Musikstudium.
Grundlage der alltäglichen Unterrichtsplanung ist das Ineinandergreifen
der gymnasialen sowie musikalischen Struktur der Schule und des Schul-
jahresablaufs. Demnach ist der
Unterricht im Vertiefungsbereich
auf
die musikalische Betätigung der Schüler ausgerichtet und beinhaltet:
Ausprägen musizierpraktischer Grundlagen im Singen oder Musizieren
Einbringen der Fähigkeiten in Chöre, Orchester oder Kammermusiken-
sembles
Allgemeine Musikkunde: Musikgeschichte, Musikanalyse, Musikhören
Anwendung musiktheoretischer Grundlagen
Fächerübergreifendes Lernen und Projektorientierung
Der Unterricht findet sowohl im Klassenverband, als auch in Gruppen und
Kleinstgruppen statt.
Schüler in der vertieften musischen Ausbildung erhalten des Weiteren die
Möglichkeit,
außerschulische Entwicklungsfelder
zu nutzen. So stehen
je nach Vertiefungsrichtung und Schulspezifik u. a. folgende Angebote
zur Verfügung:
Wahrnehmen interessenbezogener Zusatzangebote, z. B. Theater, Tanz,
Kunst, Sport
Nutzen der Angebote des Sächsischen Musikrates, des Sächsischen
Chorverbandes und des Arbeitskreises Musik in der Jugend
Einbinden der Universitäten und Hochschulen in die musikalische
Ausbildung.
Besonders hervorzuheben sind die
Präsentationsmöglichkeiten
der
vokalen und instrumentalen Ensembles einer Schule mit vertiefter
musischer Ausbildung, welche durch öffentliche Konzerte und Auftritte
das kulturelle Leben einer Stadt und/oder Region maßgeblich bestimmen
und prägen.
Die
schulspezifische Vertiefungsrichtung
des Lessing-Gymnasiums in
Hoyerswerda, der Thomasschule zu Leipzig, der Rudolf-Hildebrand-Schule
in Markkleeberg sowie des Clara-Wieck-Gymnasiums in Zwickau liegt im
Bereich der chorischen Ausbildung. Im Sächsischen Landesgymnasium
für Musik »Carl Maria von Weber« Dresden liegt die Ausprägung im
Bereich der instrumentalen Ausbildung.
Die Umsetzung der jeweiligen Schulspezifik erfolgt u. a. durch die
Modifizierung der Wochenstundenzahl für den Schüler zugunsten der
musikalischen Fächer, der Rhythmisierung des Schulalltages sowie der
entsprechenden Strukturierung des Schuljahres.

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40 |
Die vertiefte musische Ausbildung am Clara-Wieck-Gymnasium wendet
sich an die musikalisch interessierten, eventuell bereits vorgebildeten
Schüler und ermöglicht ihnen im Zusammenhang mit dem Erwerb der
allgemeinen Hochschulreife eine Fortführung und Vertiefung ihrer Mu-
sikausbildung.
Die Förderung musikalischer Begabungen erfolgt im Kontext der musi-
schen Bildung und sichert den Schülern eine ergänzende Ausbildung
und individuelle Förderung auf hohem Niveau. Aufgrund der engen Ko-
operation mit dem städtischen Robert-Schumann-Konservatorium und
den regionalen Musikschulen kann in praktisch allen Vokal- und Instru-
mentalfächern ein hoher Ausbildungsgrad gewährleistet werden. Diese
Zusammenarbeit mit den außerschulischen Einrichtungen wird gefördert
und dokumentiert. Als Gradmesser für die Qualität der Ausbildung gilt
auch der Erfolg der Schüler bei öffentlichen Konzerten und Wettbe-
werben.
Die in der Regel frühzeitige instrumentale und musiktheoretische Ausbil-
dung durch die Musikschulen ermöglicht Bewerbern eine optimale Vor-
bereitung auf die inhaltlichen Anforderungen, die instrumentale Vielfalt
spiegelt die Vielfalt der vertieften Ausbildung wider. Die Musikschüler
fühlen sich in ihren Interessen und Neigungen bestätigt und erhalten
jede mögliche Förderung und Anerkennung ihrer Leistungen.
Im Mittelpunkt der vertieften musischen Ausbildung steht die Vernet-
zung der musikalischen Fachdisziplinen. Dies bedeutet konkret die effi-
ziente Verbindung von Wissensvermittlung mit vielfältiger musikalischer
Tätigkeit durch die Verknüpfung musiktheoretisch-wissenschaftlicher Ar-
beit mit musizierpraktisch-künstlerischer Tätigkeit. Die Schüler erhalten
individuell und im Ensemble eine intensive stimmlich-sängerische und/
oder instrumentale Ausbildung.
Wohnheimplätze für Internatsschüler ermöglichen nicht ortsansässigen
Schülern sowohl die Aufnahme der Ausbildung am Clara-Wieck-Gymna-
sium als auch bei Bedarf am Robert-Schumann-Konservatorium.
Das Clara-Wieck-Gymnasium ist eine Schule, in der
neben der Vermittlung fachlicher Inhalte die eigenverantwortliche Ar-
beitsweise der Schüler unter Berücksichtigung ihrer besonderen Bega-
bung gefördert wird,
die Kinder und Jugendlichen nach ihren Begabungen und den Mög-
lichkeiten des Gymnasiums individuell gefördert werden,
guter Unterricht sowie künstlerisch-ästhetische Angebote gleicherma-
ßen zur Entwicklung fachlicher und persönlichkeitsbildender Kompe-
tenzen beitragen,
ein soziales Miteinander, Respekt vor dem Leben und der Gesundheit
sowie Gewaltfreiheit den Schulalltag prägen.
Voraussetzung für die Aufnahme in die Klasse mit vertiefter musischer
Ausbildung ist neben der Bildungsempfehlung für das Gymnasium das
Bestehen der Aufnahmeprüfung im musikalischen Bereich. Es werden ne-
ben der allgemeinen musikalischen Eignung die grundlegenden stimm-
lichen und musizierpraktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten festgestellt.
Instrumentale und musiktheoretische Kenntnisse sind keine Vorbedin-
gung.
Die Sichtung und Förderung der Begabungen erfolgt ab Klassenstufe 5
durch das Erfassen der Talente und Begabungsanlagen jedes Kindes, das
Organisieren einer differenzierten Förderung und die Sicherung der Ein-
bettung der Begabungsförderung in die gesamte schulische Ausbildung.
Das Fach Musik ist in allen Klassenstufen mit einem Volumen von fünf
Stunden im Wochenstundenplan solide ausgestattet.
In den Klassenstufen 5 bis 7 finden zwei Stunden im Klassenverband
statt, wobei das Musizieren - gemeinsam und in Gruppen - im Vorder-
grund steht. Darüber hinaus werden musikalisches Grundwissen und Fer-
tigkeiten in Musiklehre sowie Gehörbildung vermittelt. Der Schwerpunkt
der musikalischen Ausbildung liegt im vokalen Bereich im Chorgesang,
mit dem Ziel, Erfahrungen im Ensemblemusizieren zu erwerben bzw.
zu vervollkommnen. Die Mitwirkung im Kinderchor ist deshalb obliga-
torisch mit zwei Wochenstunden als Bestandteil der Stundentafel aus-
gewiesen. Die chorische Stimmbildung umfasst vor allem das Erlernen
einer altersgerechten Stimmtechnik und adäquaten Sprechtechnik. Der
Instrumentalunterricht ist von den Eltern außerhalb der Schule selbst zu
organisieren.
Kinderchor
Als besonderes Angebot in der Klassenstufe 5 ist das Fach KuS Bestandteil
der Stundentafel. Das Kürzel steht für Kommunikation und Sozialkom-
petenz. KuS bedient in besonderem Maße den Aspekt des fächerverbin-
denden und fachübergreifenden Unterrichts. Inhaltlich handelt es sich
um die Ausprägung bewusster, selbstbewusster und verantwortungs-
bewusster Entscheidungen für sich und die Gruppe. Aufmerksamkeit,
Rücksicht, Verständnis, Geduld, Toleranz, Kreativität, Strategie, Spielfreu-
de und Selbstbewusstsein, sprachliche und zwischenmenschliche soziale
Kompetenzen sowie Verantwortungsbewusstsein werden entwickelt und
gefördert.
Clara-Wieck-Gymnasium Zwickau

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| 41
Am Ende der Klassenstufe 6, 7 und 10 erfolgt die Bestandsaufnahme der
erreichten musikalischen Fähigkeiten und Fertigkeiten jedes Kindes so-
wie eine umfassende Beratung der Eltern über die empfohlene weitere
Schullaufbahn.
Ab Klassenstufe 8 trägt die vertiefte Ausbildung dem Reifungsprozess
der Schülerinnen und Schüler Rechnung und orientiert sich zunehmend
sowohl auf die Entwicklung solider musikalischer Kenntnisse in den
Bereichen Musikgeschichte/Musiklehre als auch auf die weitere Diffe-
renzierung der fachpraktischen Begabtenförderung im Bereich Stimm-
bildung.
Das Fach Klavier als Basisinstrument wird ab Klassenstufe 9 zum Pflicht-
fach. Die Bereiche Stimmbildung und Musiktheorie/Gehörbildung wer-
den akzentuiert und in Halbklassen unterrichtet, um die kreativen Poten-
zen zu stärken.
Streichquartett
Die Ensembleausbildung erfolgt in den Klassenstufen 8 bis 10 wahlweise
obligatorisch mit drei Wochenstunden entweder in den Chören des CWG
oder im Jugendsinfonieorchester des Robert-Schumann-Konservatori-
ums. Zur Vorbereitung öffentlicher Konzerte werden in allen Ensembles
intensive Probenphasen durchgeführt. Darüber hinaus finden sich die
Schüler immer wieder zu kammermusikalischen Besetzungen zusammen
und musizieren gemeinsam mit viel Engagement und Eigenverantwort-
lichkeit. Die regelmäßig stattfindenden öffentlichen Musizierstunden
bieten nicht nur ein Podium zum Erwerb von Auftrittserfahrungen son-
dern auch zur eigenen Standortbestimmung. Dabei entsteht die Fähigkeit
zur kritischen und selbstkritischen Reflexion künstlerischer Leistungen.
Für die Klassenstufen 9 bis 12 ist die Differenzierung in der fachprakti-
schen Ausbildung durch verschiedene Modelle des Gruppenunterrichts
bis zum Einzelunterricht als besonderer Form der Begabtenförderung
kennzeichnend. Im Rahmen des Ganztagsangebotes kann aus verschie-
denen Angeboten gewählt werden (Schulpraktisches Spiel, Tontechnik
oder Liedbegleitung).
Für die Sekundarstufe II wählen die Schüler drei Leistungskurse; der breit
gefächerten musischen Ausbildung am CWG entsprechend können z. B.
die Fächer Musik und Kunst belegt werden. Darüber hinaus ist bei Bedarf
die Erweiterung des musikalischen Fächerkanons durch die Belegung ei-
nes zweistündigen Grundkurses Chorleitung und/oder Medien möglich.
Die Ensembleausbildung wird durch einen obligatorischen dreistündigen
Grundkurs Chor oder Orchester fortgesetzt.
Neben der musizierpraktischen Ausbildung gewinnt in der Oberstufe im
Fach Musikgeschichte die Vermittlung von musikgeschichtlichen Kennt-
nissen, musikalischen Gestaltungsmitteln sowie Analysemethoden an
Bedeutung. Der Unterricht im Fach Musiktheorie/Gehörbildung findet
in leistungsdifferenzierten Gruppen statt. Zur Vorbereitung auf die Ab-
iturprüfung und auf den Übergang zur Universität wird in Fortführung
des Förder- und Methodenprogramms der Sekundarstufe I ein hausinter-
ner Hochschultag für die Jahrgangsstufen 11 und 12 durchgeführt. Die
Angebote sind dabei vielfältig und breit gefächert - vom schulexternen
Lernfeld (wie Archiv, Universität, Hochschule) bis hin zu Vorlesungen und
Seminaren mit eingeladenen Dozenten. Der an musikalischer Vertiefung
orientierte Unterricht ermöglicht den Schülerinnen und Schülern den
Erwerb von Kompetenzen wie die Fähigkeit zum interdisziplinären Ar-
beiten, zum mehrdimensionalen Erschließen von Musik (Musik erfinden,
verstehen und deuten) und zur Präsentation der eigenen künstlerischen
Leistung.
Zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern gehört
insbesondere die Kooperation mit Musikschulen und anderen außer-
schulischen Musikinstitutionen. Deshalb sind es nicht nur die Namen
von Clara Wieck und Robert Schumann, die das Gymnasium mit dem
Robert-Schumann-Konservatorium Zwickau und der Kreismusikschule
»Clara-Wieck« des Kreises Zwickauer Land verbinden. Vielmehr zeigt die
Zusammenarbeit mit beiden Institutionen, dass diese als Bestandteil in
der musikalischen Konzeption der Schule verankert sind. Ein wichtiger
Partner ist das Robert-Schumann-Haus. Die fachliche Unterstützung bei
der Anfertigung von Facharbeiten oder bei der wissenschaftlichen Beglei-
tung von Projekten bilden wesentliche Bereiche der Zusammenarbeit ab.
Die enge Zusammenarbeit mit dem Theater Plauen/Zwickau ist ein un-
verzichtbarer Bestandteil der musischen Förderung. Das Projekt Premie-
renklasse, bei dem die Schüler der Klassenstufen 9 und 10 eine Oper vom
Probenbeginn bis zur Premiere hautnah miterleben dürfen (Vorstellung
konzeptioneller Ideen durch Regisseur und Operndirektor in der Klasse,
Besuch von Einzel-, Chor-, Orchester- und szenischen Proben) ist ein un-
schätzbares künstlerisches Erlebnis. Auf diese Weise erhalten die Schüler
sehr konkrete Einblicke in künstlerische Entwicklungsprozesse, dürfen
teilweise sogar an Inszenierungen mitwirken und werden nicht selten für
ihre eigene künstlerische Laufbahn zusätzlich motiviert.
Die Teilhabe am kulturellen Leben nicht nur als Rezipienten sondern auch
als Akteure gehört für die Schülerinnen und Schüler zur Selbstverständ-
lichkeit. Sie nutzen die Chancen, sich bei Wettbewerben und Projekten zu
profilieren, in Landes- und Bundesensembles ihre Leistungsfähigkeit zu
vergleichen und unter Beweis zu stellen. Im außerunterrichtlichen Be-
reich erhalten sie vielfältige Präsentationsmöglichkeiten innerhalb von
öffentlichen, von der Schule veranstalteten Konzerten (Musizierstunde,
Herbstkonzert, Weihnachtskonzert, Sommerkonzert); darüber hinaus sind
die Chöre gefragte Partner in chorsinfonischen Konzerten der Region.

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42 |
Gemischter Chor
Frauenchor

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| 43
Naturnah gestalteter Schulhof
Das Lessing-Gymnasium Hoyerswerda bietet im Rahmen der Begabten-
förderung des Freistaates Sachsen die vertiefte musische Ausbildung als
einzige Schule im ostsächsischen Raum an.
Der Unterricht erfolgt in allen Klassenstufen nach modifizierten Lehrplä-
nen. Mit einem erfolgreichen Abschluss erlangen die Schüler die allge-
meine Hochschulreife.
Schwerpunkte der vertieften musischen Ausbildung
Der Unterricht in den
Klassenstufen 5 bis 7
erfolgt als integrativer Un-
terricht innerhalb von 3 oder 4 Wochenstunden im Klassen- bzw. Halb-
klassenverband. Entsprechend des sächsischen Lehrplanes liegt dabei der
besondere Fokus auf dem gemeinsamen Singen und Musizieren.
Die Schüler können zusätzlich in Ganztagsangeboten instrumentale Fä-
higkeiten erwerben und vertiefen. Gitarre, Keyboard und Schlagwerk sind
dabei die meistgenutzten Angebote.
Zur Ausbildung in den Klassenstufen 6 und 7 gehört das Singen im Kinder-
chor oder alternativ die instrumentale Entfaltung in kleineren Ensembles.
Die vokale Ausrichtung beinhaltet die chorische Stimmbildung, Stimm-
gruppen- und Gesamtproben. Die Einbindung instrumentaler Fähigkeiten
der Schüler in die Gestaltung von Konzerten gewinnt dabei zunehmend an
Bedeutung und kann ab Klassenstufe 8 im Orchester fortgesetzt werden.
In den
Klassenstufen 8 bis 10
wird die musikalische Ausbildung zu-
nehmend differenzierter. Die Erweiterung des Fächerkanons durch den
fachpraktischen Anteil des Unterrichtes erfolgt unter der Nutzung der
Stunden des Profilunterrichts.
Der integrative Unterricht in Musikgeschichte und Musiktheorie findet
überwiegend im Klassenverband statt. Die praktische Umsetzung der
musiktheoretischen Kenntnisse erfolgt im Stimmbildungs- und Instru-
mentalunterricht.
Lessing-Gymnasium Hoyerswerda
Klavierunterricht
Ab Klassenstufe 9 werden die Schüler entsprechend ihrer Begabung und
Stimmqualität in Kleingruppen unterrichtet.
Neben dem Klavierunterricht steht bei vielen Schülern der Unterricht
auf einem anderen Instrument im Stundenplan. Damit besteht für die
Schüler weiterhin die Möglichkeit, neben der Chorarbeit im Orchester des
Gymnasiums zu spielen und/oder dafür auch nach verschiedenen Zeit-
modellen in beiden Ensembles zu musizieren, ohne dabei den zeitlichen
Aufwand für den einzelnen Schüler zu erhöhen.
In den
Jahrgangsstufen 11 und 12
nimmt der Anteil der wissenschaftli-
chen Arbeit als Vorbereitung auf das Abitur an Umfang zu. Die musizier-
praktischen Anteile innerhalb der Ausbildung werden individuell an die
Entwicklung des Einzelnen angepasst.
Der Leistungskurs umfasst 5 Wochenstunden, in denen Musikgeschichte,
Analyse, Harmonielehre neben Improvisieren, Komponieren und Musizie-
ren nur einige Schwerpunkte bilden. Die Chor- und/oder Orchesterarbeit
wird entsprechend der Struktur in Klassenstufe 8 bis 10 fortgeführt und
vervollständigt die musikalische Komplexität der Ausbildung.
Die Ergebnisse werden u. a. in der Jahrgangsstufe 12 in einem eigenstän-
digen Musikprojekt einem breiten Publikum dargestellt.

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44 |
Auftritt des Jugendchores beim Benefizkonzert 2016
Bewährungs- und Präsentationsmöglichkeiten
zahlreiche Auftritte mit den Chören und Ensembles in Hoyerswerda
und in der Region (u. a. jährliches Benefizkonzert in der Lausitzhalle,
Weihnachtskonzerte, Oma-Opa-Konzert)
Teilnahme an Workshops und Wettbewerben (z. B. Internationales
Bachfest Leipzig, Sächsischer Chorwettbewerb)
internationale Projekte des Arbeitskreises Musik in der Jugend (u. a.
Kammerchortreffen Usedom, Eurotreff Wolfenbüttel)
eigenständige Konzertprojekte, Jugend musiziert usw.
Projekte im Rahmen polnisch-deutscher Zusammenarbeit
(Mit-)Gestaltung unterschiedlicher Kulturevents in der Region bzw. der
Stadt Hoyerswerda
Ensembles
Kinder-, Mädchen- und Jugendchor
Schulbands
Instrumentalgruppen (z. B. Streicher, Percussion, Blasinstrumente,
Gitarren)
Jazzdancer
Kinderchor
Mädchenchor
Probe einer Schulband

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Instrumentalgruppe im Keyboardkabinett
Kooperationen und Synergien
Musik - und Kunstschule Bischof
Musikschule Hoyerswerda
Grundschulen der Stadt Hoyerswerda und Umgebung
Kulturfabrik Hoyerswerda e. V.
Arbeitskreis Musik in der Jugend (AMJ)
Sächsischer Musikrat e. V.
Sächsischer Chorverband e. V.
Orchester Lausitzer Braunkohle
Europera-Orchester
Ensembles der Stadt Hoyerswerda, wie z. B. das Sinfonische Orchester
Hoyerswerda, das Gitarrenorchester »Iuventa musica«, das Long Street
Orchestra (Big Band) und zahlreiche Chöre
Faszination Musik
Abschlussbild aller am Benefizkonzert 2016 Beteiligten
Es ist beeindruckend zu erleben, wie Schülerinnen und Schüler in der
achtjährigen Schullaufbahn im Bereich der vertieften musischen Aus-
bildung zu sensiblen und charakterfesten Persönlichkeiten reifen. Im
Spannungsfeld des eigenen Handelns und dem Wir beim Wirken in einem
oder verschiedenen Ensembles wird dieser Prozess forciert. Dabei wird
die Freude am Tätigsein jederzeit sichtbar. Leistungsbereitschaft und Leis-
tungsstreben sind dabei selbstverständlich für den Erfolg. Für die Absol-
venten gehören Lernen und Kultur zu einem erfüllten Leben, sind Mittel
und Ergebnis kontinuierlicher Arbeit. Das Gymnasium ist stolz, jedes Jahr
eine Vielzahl selbstbewusster, kluger und emotionaler junger Menschen
ins Leben gehen zu sehen, die sich aktiv in die Gesellschaft einbringen
werden.
Jazzdancer

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Die Rudolf-Hildebrand-Schule Markkleeberg ist ein Gymnasium mit ver-
tiefter musischer Ausbildung gemäß § 7 Absatz 4 des Schulgesetzes für
den Freistaat Sachsen.
Diese verläuft in drei Ausbildungsstufen. In den Klassenstufen 5-8 als
verstärkter Klassenunterricht, ab Klassenstufe 9 in deutlich ausdifferen-
zierter Form auch als Einzel- und Gruppenunterricht und in der Sekun-
darstufe II ergänzt durch weitere Unterrichtsangebote nach besonderer
Begabung und Neigung der Schülerinnen und Schüler.
Im Zentrum der Ausbildung steht die vokale Förderung.
Voraussetzung für die Aufnahme ist neben der Bildungsempfehlung für
das Gymnasium das Bestehen einer Eignungsprüfung. In dieser werden
die stimmliche und die allgemeine musikalische Eignung festgestellt. In-
strumentale und musiktheoretische Kenntnisse sind keine Vorbedingung.
Die Schülerinnen und Schüler erlangen nach erfolgreicher Ausbildung ein
vollwertiges Abitur, das die allgemeine Hochschulreife beinhaltet.
Für Schülerinnen und Schüler mit langen Anfahrtswegen besteht die
Möglichkeit der Aufnahme in das schuleigene Internat auf dem Schul-
gelände.
Rudolf-Hildebrand-Schule - Gymnasium Markkleeberg
Die Ausbildung in der musischen Vertiefung beinhaltet
folgendes Fächerangebot
Musikpraktische Fächer
Chorgesang
Chorische Stimmbildung
Einzelstimmbildung
Klavier
Musiktheoretische Fächer
Musiklehre
(Musiktheorie / Gehörbildung)
Musikgeschichte / Musikanalyse
Zusätzliche Angebote (v.a. in der Sekundarstufe II) *
Vokalensemble
Instrumentalensemble
Klavier vierhändig
Schulpraktisches Klavierspiel
Chorleitung
Band
* Die Angebote sind beispielhaft und variieren.

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| 47
Ausdruck der zentralen Rolle des Chorsingens ist das gestufte Modell der
Chorstruktur.
In der Klasse 5 beginnt die Chorausbildung in der sogenannten Chor-
klasse, die auch zeitweise in den Kinderchor der Klassenstufen 6 und 7
mit einbezogen wird. Im Gleichstimmigen Chor der Klassenstufen 8 und
9 singen alle Mädchen dieser Klassen und die Jungen, die noch nicht im
Stimmwechsel sind. Im Gemischten Jugendchor singen alle Schülerinnen
und Schüler der Klassen 10-12 und die Jungen, die den Stimmwechsel
bereits durchlaufen haben.
Für die gegebenenfalls notwendige fachärztliche Begutachtung und Be-
gleitung bei Störungen der Entwicklung der Kinder- und Jugendstimme
besteht eine Partnerschaft mit der
Sektion für Phoniatrie und Audio-
logie
am Universitätsklinikum Leipzig.
In den Klassenstufen 5-8 erhalten die Schüler der vertieften musischen
Ausbildung Unterricht in den Fächern chorische Stimmbildung sowie
Musiklehre. Inhalte der Fächer sind vor allem das Singen vielfältigen
Liedgutes, das Erlernen einer altersgerechten Stimmtechnik und adäqua-
ten Sprechtechnik und die Vermittlung musikalischen Grundwissens und
Fertigkeiten in Musiklehre, Gehörbildung und Formenlehre.
Ab Klassenstufe 9 beginnt eine differenziertere musikalische Ausbildung.
Zum bisherigen Fächerkanon kommen nun Stimmbildung und Klavier im
Einzelunterricht, sowie Musikgeschichte/Musikanalyse hinzu. Musiklehre,
die Theorie und Gehörbildung umfasst, wird nun in Halbklassen unter-
richtet.
In der Sekundarstufe II bilden neben den musizier-praktischen Fächern
die Vermittlung von musikgeschichtlichen Kenntnissen und Fähigkeiten
zur Musikanalyse einen wesentlichen Schwerpunkt. Im Fach Musikge-
schichte/Musikanalyse soll mit der Vermittlung vertiefter Kenntnisse zu
Epochen, Komponisten, Gattungen und Formen sowie zu musikalischen
Gestaltungsmitteln und Analysemethoden gezielt auf wissenschaftliche
Arbeitsweisen vorbereitet werden. Die Inhalte des Faches Musiklehre,
welches durchgehend von der Klassenstufe 5 bis zur Jahrgangsstufe12
unterrichtet wird, unterstützen dabei dieses Ziel zusätzlich durch die wei-
terführende Vermittlung von Rhythmus-, Melodie- und Harmonielehre
sowie Grundlagen der Satztechnik, ergänzt durch Generalbass-Spiel und
Improvisieren und Erfinden von Musik.
Einen weiteren Baustein der Begabtenförderung der vertieften musi-
schen Ausbildung stellen die zusätzlichen Angebote in der Sekundarstufe
II (s. Übersicht Fächerangebot) dar.
In allen Klassenstufen erhalten die Schüler vielfältige Möglichkeiten, ihre
Unterrichtsergebnisse aus den musikpraktischen Fächern vor Publikum
zu präsentieren. Dazu finden mehrfach im Schuljahr verschiedene Vor-
singen, Vorspiele und Konzerte statt.

48 |
Bereits durch die inhaltliche Vernetzung der Fächer (z. B. Chorgesang,
chorische Stimmbildung, Einzelstimmbildung, Vokalensemble) lassen sich
zahlreiche fächerverbindende Aspekte im Unterricht realisieren.
Unterricht in der vertieften musischen Ausbildung
Musikpraktischer Schwerpunkt /
Klassenstufe
5
6
7
8
9
10
11
12
Unterrichtsform
Chorgesang
x
x
x
x
x
x
x
x
Großgruppe
(mindestens 2 Klassenstufen)
Musikpraktische Fächer/
Klassenstufe
5
6
7
8
9
10
11
12
Unterrichtsform
Chorische Stimmbildung
x
x
x
x
Klassenverband
Einzelstimmbildung
x
x
x
x
Einzelunterricht
Klavier
x
x
x
x
Einzelunterricht
Musiktheoretische Fächer /
Klassenstufe
5
6
7
8
9
10
11
12
Unterrichtsform
Musiklehre
(Musiktheorie / Gehörbildung)
x
x
x
x
x
x
x
x
Klasse 5-8: Klassenverband
ab Klasse 9: Halbklassen
Musikgeschichte
Musikanalyse
x
x
x
x
ab Klasse 9:
Halbklassen Klassenverband
Präsentationsmöglichkeiten der Schüler der vertieften
musischen Ausbildung
1. Auftrittsmöglichkeiten im Rahmen der Schulöffentlichkeit
Konzerte (Weihnachtskonzerte, Benefizkonzerte, Frühlingskonzerte,
Konzerte im Rahmen von Veranstaltungen der SBAL, Verabschiedung
der Abiturienten)
Hauskonzerte der Klassenstufen
schulinterner Wettbewerb (Hildebrand-Wettbewerb)
2. Auftrittsmöglichkeiten im Rahmen der außerschulischen Öffentlich-
keit/Kooperation mit außerschulischen Partnern
musikalische Begleitung kommunaler Veranstaltungen, Teilnahme an
Konzerten der Region (z. B. Internationales Bachfest Leipzig)
internationale Konzertreisen (z. B. Rumänien, Polen, Österreich, Japan,
Israel, Italien)
Sächsischer Chorwettbewerb und Deutscher Chorwettbewerb, interna-
tionale Chorwettbewerbe
3. Synergie
Zusammenarbeit mit namhaften Orchestern, Chören, Solisten und Di-
rigenten auf Bundesebene, auf Landes- und teilweise auf internationa-
ler Ebene
städtepartnerschaftlicher Schul- und Kulturaustausch
institutionelle Zusammenarbeit mit Rundfunkanstalten (z. B. MDR)
und Musikhäusern (z. B. Oper Leipzig, Musikalische Komödie Leipzig,
Gewandhaus Leipzig) und Museen (z. B. Bachmuseum Leipzig, Museum
der Bildenden Künste Leipzig)

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| 49

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Verbindung von Musikhochschule und Gymnasium
Am sächsischen Landesgymnasium für Musik Carl Maria von Weber er-
halten ca. 150 Schüler neben der gymnasialen Bildung eine professionelle
künstlerische Ausbildung an ihrem Musikinstrument durch Professoren
und Dozenten der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.
Für auswärtige Schüler steht ein Internat mit 75 Plätzen zur Verfügung.
Mittagspause in der Mensa
Villa Rothermundt – Musikalische Ausbildung
Sächsisches Landesgymnasium für Musik
Carl Maria von Weber Dresden
Die Aufnahme an das Landesmusikgymnasium erfolgt nach bestandener
Eignungsprüfung im musikalischen Hauptfach, Musiklehre und gemäß
der gymnasialen Eignung in Klassenstufe 5 oder später.
Um ausreichend Freiraum für die künstlerische Ausbildung zu schaffen,
wird der Lehrplan für die gymnasialen Fächer in der Sekundarstufe I um
ein Jahr gestreckt, sodass alle Schüler das
Abitur nach 13 Schuljahren
ablegen, mit dem sie alle Fächer studieren können. Ein Teil der Schüler
besucht schon in der Sekundastufe II einen Frühstudierenden-Kurs in
den musiktheoretischen Fächern und absolviert so einige Module dieses
Fachbereichs aus dem ersten Studienjahr an der Hochschule für Musik
Dresden.
Die künstlerische Ausbildung umfasst die drei Grundbereiche:
Musikalische Praxis
Hauptfach
Nebenfach Klavier
Ensemblespiel
Orchester
Chor
Korrepetition
Übe-Coaching (nach Bedarf)
Klavierunterricht
Musikalische Theorie
Musiklehre (Gehörbildung, Tonsatz, Analyse)
Musikgeschichte
Musiktheorie (Module aus den Bachelor »Orchestermusik,
Musikpädagogik«)
Kompositionsunterricht (Sonderförderung für Einzelne)
Gesundheit
an die Besonderheiten angepasster Sportunterricht
spezielle Kurse (Lampenfiebertraining, Rhythmik, Tank, Feldenkrais,
Yoga, Beratung in der Musikerambulanz der HfM)
Zertifikat »Bewegte Schule« (Bewegungsförderung im Unterricht und
Alltag)

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| 51
Alle Planungen wie z. B. die Schuljahresplanung oder der Stundenplan
berücksichtigen die besonderen Belange der musikalischen Ausbildung.
So finden sich im Jahresplan Orchester- oder Chorwochen, in denen
ausschließlich Probenarbeit und Konzerte stattfinden. Die Planung der
Klassenarbeiten berücksichtigt die wichtigsten musikalischen Wettbe-
werbe und die Lage der Prüfungen im instrumentalen Hauptfach. Der
Stundenplan lässt auch am Vormittag Raum für Einzelunterricht oder
individuelles Üben.
Chorprobe
Musikalische Ausbildungsfächer im Überblick
Klasse 12
Klasse 11
Klasse 10 II
Klasse 10 I
Klasse 9
Klasse 8
Klasse 7
Klasse 6
Klasse 5
Kretschmerstraße – Gymnasium und musikalische Ausbildung
Die Ausbildung umfasst die gezielte Vorbereitung auf das Konzertieren.
Daher finden neben regelmäßigen Musizierstunden, also kleinen Vor-
spielen, in denen Schüler Werke vorstellen, die sie momentan erarbeiten,
zahlreiche Konzerte in Dresden und Umgebung statt. Kooperationen mit
dem Kreuzchor Dresden, den Dresdner Musikfestspielen, den Dresdner
Instrumentales Hauptfach/Gesang
Nebenfach
Klavier Hauptfach/Gesang
Musikgeschichte
Musiklehre
M.-kunde
Orchester/ Band
Instrumentalensembles
Kammerchor
Chor 7 - 9
Chor/GB
Kammermusik
Rhythmik/Körperarbeit/Lampenfieber

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Schulkonzerten, verschiedenen Jazzclubs, der Dresden Bigband sowie
Partnerschulen im europäischen Ausland ermöglichen immer wieder
spannende Begegnungen und lohnende Auftrittsmöglichkeiten. Da die
musikalische Ausbildung durch die Hochschule für Musik getragen wird,
stehen den Schülern auch dort viele Angebote offen. Diese reichen von
der Bibliothek, über das Zentrum für Musikermedizin, die Teilnahme an
ausgewählten Meisterkursen bis hin zu gemeinsam veranstalteten Kon-
zerten.
Konzert des Sinfonieorchesters in der Semperoper

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Die Thomasschule ist ein humanistisch-altsprachliches und musisch ge-
prägtes Gymnasium im Leipziger Bachviertel. Sie gilt als die älteste öf-
fentliche Schule Deutschlands. Gemeinsam mit der Thomaskirche und
dem Thomanerchor bildet die Thomasschule eine 800-jährige Einheit.
a) Ensembles
Thomanerchor
Knaben- und Männerstimmen der Klassen 4 bis 12
(Thomanerchor Leipzig, Thomaskirche 2015)
(Thomanerchor Leipzig, 2012)
Thomasschulchöre
Kammerchöre (vertiefte Ausbildung)
Kinderstimmen (Klassenstufen 5/6)
Gleiche Stimmen (Klassenstufen 7/8)
Gemischte Stimmen (Klassenstufen 9/10 und 11/12)
(Kammerchöre, Museum der bildenden Künste 2016)
Thomasschule - Gymnasium der Stadt Leipzig
Thomasschulchor (Klassenstufe 9 – Jahrgangsstufe 12)
Kammerchöre 9 – 12
Grundkurse Chor 11/12
weitere Schüler über Eignungsprüfung
(Thomasschulchor und Thomasschulorchester, Lutherkirche Leipzig 2015)
Thomasschulorchester
Kleines Thomasschulorchester (Klassenstufen 5 – 8, fakultativ)
Großes Thomasschulorchester (Klassenstufe 6 – Jahrgangsstufe 12,
je nach musikalischer Eignung, fakultativ)
(Thomasschulorchester, Peterskirche Heidelberg 2015)

54 |
b) Umfang der vertieften musischen Ausbildung
Thomanerchor
Grundlagen der Ausbildung bietet zum Beispiel seit 25 Jahren die
Anna-Magdalena-Bach-Grundschule der Stadt Leipzig mit ihrem ver-
stärkt musikalischen Konzept in der gezielten Vorbereitung der Thoma-
neranwärter. Sie singen im Thomanernachwuchschor.
Ab der 3. Klasse findet der Schulunterricht in den Räumen der Thomas-
schule und der musikalische Unterricht im Alumnat statt.
Die musikalische Ausbildung der Sänger findet nach dem Unterricht
im Alumnat statt. Das Repertoire für die Motetten, Gottesdienste und
die im Kirchenjahr stattfindenden Aufführungen, zum Beispiel des
»Weihnachtsoratoriums« und der »Matthäuspassion«, werden täglich in
Stimmgruppenproben und einer Gesamtprobe erarbeitet. Die Knaben
der Klassenstufen 4 und 5 erhalten je nach Bedarf zusätzliche Proben.
Parallel dazu findet Einzelunterricht in Stimmbildung, Klavier und ei-
nem weiteren Instrument (fakultativ) statt.
Umfang der Ausbildung, Probenzeiten und Programme werden durch
den Thomaskantor festgelegt.
Musikalische Vertiefung an der Thomasschule
Klassenstufe 5 – 7: Im Mittelpunkt des Unterrichts stehen die Grund-
lagen und das Grundwissen über Musik. Neben dem gesetzlich vor-
geschriebenen Musikunterricht ermöglicht eine modifizierte Stun-
dentafel die Integration von zwei Chorstunden pro Jahrgang in die
Unterrichtszeit.
Klassenstufe 8 – 10: Inhaltlich wird der Unterricht um die Bereiche Mu-
sikgeschichte und den analytischen Umgang mit musikalischen Wer-
ken ergänzt. An die Stelle des Profilunterrichts im allgemeinbildenden
Gymnasium tritt die vertiefte Ausbildung. Die regulären Musikstunden
ergeben sich aus der gesetzlichen Stundentafel. In der Klassenstufe
10 werden erstmals mit dem Schreiben einer Komplexen Lernleistung
(KoLL) komplexe Gebiete der Musik zu einer wissenschaftlichen Haus-
arbeit zusammengefügt.
Der Unterricht in der gymnasialen Oberstufe ist geprägt von der in-
tensiven Vorbereitung auf das schriftliche und praktische Abitur im
Leistungskurs Musik. Des Weiteren hat der Schüler die Möglichkeit,
neben der chorischen Ausbildung seinen musikalischen Beitrag auf
das Orchester zu erweitern. Ebenfalls ist es möglich, eine Besondere
Lernleistung (BeLL) als komplexe wissenschaftliche Arbeit in den Fä-
cherkanon aufzunehmen.
Die Lernziele der Vertiefung sind im Curriculum eines modifizierten
Lehrplans zusammengeführt worden. Die Proben- und Konzertpla-
nung wird in den Schuljahresablauf integriert.
Die gesamte Ausbildung lebt nicht zuletzt von dem Bestreben der
Schüler, in ihrer Freizeit ein Instrument zu lernen und eines der zahl-
reichen Musikensembles Leipzigs zu besuchen. Dazu zählen u. a. die
bekannten Kinder- und Jugendchöre der Stadt sowie die Ensembles der
Musikschule »Johann Sebastian Bach«.
c) Präsentationsmöglichkeiten, Kooperationen und Synergien
Präsentationsmöglichkeiten
Konzerte des Thomanerchores mit dem Gewandhausorchester im In-
und Ausland
wöchentliche Motetten und Gottesdienste des Thomanerchores und
des Gewandhausorchesters in der Thomaskirche
Konzerte (Schuljahreseröffnung, Weihnachten, Benefiz, Frühjahr,
Schuljahresabschluss u. a.)
gemeinsame Auftritte von Thomanerchor, Thomasschulchor und Or-
chester
Abschlussprojekt Jahrgangsstufe 12
Klassenprojekte
öffentliche (bewertete) Musizierstunden
musikalische Begleitung außerschulischer Veranstaltungen
Mitwirkung in chorsinfonischen Werken mit Ensembles der Region
Konzerte ausgewählter Ensembles überregional und weltweit
Kooperationen mit außerschulischen Partnern
Grundschule »Anna-Magdalena-Bach« Leipzig
Chor- und Orchesterkooperationen mit dem Thomanerchor und dem
Vokalensemble »Gotthold Schwarz«
Besuch von Vorbereitungsklassen der Hochschule für Musik und Thea-
ter »Felix Mendelssohn-Bartholdy«
Nutzung von Angeboten des Arbeitskreises Musik in der Jugend (AMJ),
des Sächsischen Chorverbandes und des Sächsischen Musikrates
Synergien
Beteiligung am »Jungen Musikpodium Dresden-Venedig«
Jugendsinfonieorchester der Musikschule »Johann Sebastian Bach«
Jugendmusiziergruppe »Michael Praetorius«
«Amici musicae«
«Schola cantorum«
Gewandhaus Kinderchor, Gewandhaus Jugendchor
Kinderchor der Oper Leipzig
Kinderchor des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR)
A-Cappella-Ensembles «Amarcord», «Nobiles», «Fimadur», «Sjaella»
Wettbewerbe: »Jugend musiziert« u. a.

| 55
Absolventenbild
Einleitung
Schulen mit vertiefter sportlicher Ausbildung » … sind Zentren der schu-
lischen und sportlichen Förderung für leistungssportlich ambitionierte
und besonders begabte Kinder und Jugendliche. In enger Abstimmung
und Kooperation mit den Olympiastützpunkten bzw. Sportfachverbänden
koordinieren und optimieren sie schulische Bildung, leistungssportliches
Training, pädagogische Betreuung in Internat oder Teilinternat …«
15
Was bedeutet das für das ganzheitliche Bild eines Sportschülers?
Körperliche, soziale und geistige Leistungsfähigkeit sind in der Gesamt-
heit überdurchschnittlich entwickelt. Auch wenn der Fokus immer auf
die körperliche Leistungsfähigkeit gerichtet scheint, werden die anderen
Komponenten nicht als Randerscheinungen betrachtet, sondern in glei-
chem Maße entwickelt.
15 Erklärung der Kultusministerkonferenz zur zukünftigen Stellung der Eliteschulen
des Sports (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.02.2011), S. 2
Vertiefte sportliche Ausbildung
Der junge Sportler wird in die Lage versetzt, im Erwachsenenalter sportli-
che Spitzenleistungen zu erreichen. Die Förderung steht im Einklang mit
einer hochwertigen schulischen Ausbildung, der Schüler erreicht einen
für ihn optimalen Schulabschluss. Seine charakterliche Entwicklung er-
möglicht es ihm, mit dieser Doppelbelastung positiv umzugehen und da-
raus einen Gewinn an sozialer Kompetenz zu erzielen.
Ergebnis der Begabtenförderung sind neben internationalen und natio-
nalen Erfolgen im Sport auch bleibende Gewinne sowohl für den einzel-
nen Schüler als auch für die Gesellschaft.
Die Absolventen erwerben eine Vielzahl von Kompetenzen, die sie mehr
als andere befähigen den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu
werden.
Perspektive
Merkmale
Kriterien
Wissen und
Leistungsfähigkeit
A) des Sportlers
körperliche Leistungsfähigkeit gezielt steigern bis zur indivi-
duellen Höchstleistung, die oft erst nach Beendigung der ak-
tiven Schulzeit eintritt
besondere sportartenspezifische physische Fähigkei-
ten und Fertigkeiten
messbare sportartspezifische Ergebnisse
bewusste praktische Umsetzung des sporttheoretischen Wis-
sens
Eigenanalyse und Selbstkorrektur
Qualitätsverbesserung bei der Ausführung sportli-
cher Handlungen
B) des Schülers und der Gesamtpersönlichkeit
Erreichen der allgemeinen Hochschulreife
individuelle Höchstleistung bedeutet bestmögliches
Abitur trotz erheblicher zeitlicher Einschränkungen
durch den Leistungssport
sporttheoretische Kenntnisse
anwendungsbereit (vgl. o.)
Wissen im Verbundsystem Schule und Sport
aktive Inanspruchnahme externer Hilfe in diesem
Verbundsystem
Wissen um Anforderungen im persönlichen Management
und im Verhalten sowie der Erwerb und die ständige Erweite-
rung von Kenntnissen in den Bereichen:
sportgerechte Ernährung und Lebensweise
Zeitmanagement
Auftreten in der Öffentlichkeit, Kommunikation
Umgang mit Medien
gruppendynamische Prozesse in Team- und Konkurrenzsitua-
tionen
Psychologie, Motivationsstrategien in Erfolgs- und Misser-
folgssituationen
zunehmend professionelles Verhalten als Leistungs-
sportler in Alltags- und Ausnahmesituationen

56 |
Kompetenzen
Sachkompetenz
besondere sportartenspezifische physische Fähigkei-
ten und Fertigkeiten
leistungssportgerechte psychisch-kognitive Fähig-
keiten (z. B.: Motivation, Durchhaltevermögen,
Zielorientierung, volitive Fähigkeiten)
Fähigkeit zur Erkennung und Nutzung sächlicher und
personeller systemischer Ressourcen
Methodenkompetenz
mediale Kommunikationsfähigkeit
multimediale Informationsgewinnung
Planungs- und Strukturierungsfähigkeit (z. B: eigene
Leistung strategisch und taktisch planen)
besondere Effizienz bei der Wissensaneignung
Sozialkompetenz
Teamfähigkeit
Toleranz gegenüber Mitstreitern
Anerkennung von Leistungen anderer
Akzeptanz von Autorität
Besondere Kontakt- und Integrationsfähigkeit
personelle Wertschätzung
Konfliktfähigkeit
Selbstkompetenz
Leistungsbereitschaft
Selbstorganisation und Zeitmanagement
körperliche Wahrnehmungsfähigkeit
Selbstdisziplin
Kritikoffenheit und -fähigkeit
Fähigkeit zum gewinnbringenden Umgang mit Erfolg
und Misserfolg
Stressresistenz und Stressbewältigung
Umgang mit Leistungsdruck, psychische Belastbar-
keit
Selbstwertmanagement
Werte
Fair Play/Fairness:
»Fair Play bezeichnet nicht nur das Einhalten der Spielregeln,
Fair Play umschreibt vielmehr eine Haltung des Sportlers: der
Respekt vor dem sportlichen Gegner und die Wahrung seiner
physischen und psychischen Unversehrtheit. Fair verhält sich
derjenige Sportler, der vom anderen her denkt.«
Fair Play für alle. Deklaration des Internationalen Fair Play-Komitees
(http://www.sportunterricht.de/fairplay/fairdekla.html)
unverzichtbarer Ethos des Sports
Bemühen des Einzelnen, vom Anderen her zu denken
und zu handeln
Tragen von Verantwortung gegenüber dem Gegner
Einhaltung von Regeln ist ein Grundbedürfnis und
eigener Wille
Umgang als Sieger oder Verlierer auf ethisch saube-
rer Grundlage
der wertvolle Sieg ist der Sieg mit gutem Gewissen

| 57
Werte
Werte des olympischen Gedankens:
Die moderne Olympische Idee war für ihren Begründer Couber-
tin in erster Linie eine pädagogische Idee. Das Wichtigste an
ihr waren für ihn weniger sportliche Rekorde als erzieherische
Ziele.
(http://www.sportunterricht.de/lksport/olym1.html)
Sporttreiben soll dem Ideal einer ganzheitlichen
Erziehung folgen, dabei steht die harmonische Aus-
bildung des Menschen im Vordergrund
auch wenn der Sport mittlerweile ein wirtschaft-
licher Faktor geworden ist, sollen die Ideale bewahrt
bleiben und gelebt werden
Toleranz
Sport ist nicht nur besonders gut geeignet, um das Prinzip des
Fairplay auch auf andere Bereiche des Lebens zu übertragen
und damit insgesamt ein tolerantes Miteinander in unserer
Gesellschaft zu fördern – er besitzt auch eine enorme Integra-
tionskraft.
(http://www.buendnis-toleranz.de/themen/toleranz/162789/toleranz-
im-sport)
Sport verbindet Generationen und stiftet Gemein-
samkeit
die Probleme Rassismus und Diskriminierung anzu-
sprechen und dagegen einzutreten
Integration ist die Herausforderung im Sport, dieser
bietet hervorragende Möglichkeiten zu ihrer Umset-
zung
Der Wert des Sports in Wirtschaft und Gesellschaft
Eine Gesellschaft profitiert in hohem Maße von Menschen, die
Leistungssportideale und -werte in sich tragen und diese leben.
die gesellschaftlichen Werte des Sports entscheiden
über das Maß und die Qualität des Engagements der
Wirtschaft für Vereine, Verbände, Clubs und Sportar-
ten
der Leistungsbegriff des Sports ist vorbildlich für den
Leistungsbegriff von Wirtschaft und Gesellschaft
das Streben nach Höchstleistungen eines Sportlers
zeichnet ihn auch im späteren Arbeitsprozess aus
sportliche Aktivität ist im übertragenen Sinne eine
Art Idealfall oder Prototyp der Eigenleistung, die
auch für den Erfolg von Wirtschaftsunternehmen
oder gesellschaftlichen Initiativen notwendig ist
junge Menschen, die sich durch diese Werte aus-
zeichnen, beflügeln die Wirtschaft und Gesellschaft
eines Landes

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58 |
Gymnasien mit vertiefter sportlicher Ausbildung
»Glückauf«-Gymnasium Dippoldiswalde/Altenberg
Am Gymnasium 1
01744 Dippoldiswalde
E-Mail: mail@gagym.de
Homepage:
www.gagym.de
Telefon:
Sekretariat 1: 03504/612501
Sekretariat 2: 03504/612430
Schulträger: Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Schulleiter:
Herr Volker Hegewald
Außenstelle Altenberg
Schellerhauer Weg 10
01773 Altenberg
E-Mail: bergstadtgymnasium@t-online.de
Homepage:
www.gagym.de
Telefon:
Sekretariat 035056/ 35032
Schulträger: Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Schulleiterin: Frau Benita Junghans
in Kooperation mit Oberschule Geising

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| 59
Julius-Mosen-Gymnasium Oelsnitz
Melanchthonstraße 11
08606 Oelsnitz/ Vogtl.
E-Mail: mosengymsek@t-online.de
Homepage:
www.mosen-gymnasium.de
Telefon: 037421/22572
Schulträger: Landkreis Vogtlandkreis
Schulleiter:
Herr Frank-Rainer Richter
Außenstelle Klingenthal
Amtsberg 20
08248 Klingenthal
E-Mail: info@schulemachtsport.de
Homepage:
www.schulemachtsport.de
Telefon: 037467/697710
Schulträger: Landkreis Vogtlandkreis
Schulleiter:
Herr Steffen Wahl
in Kooperation mit Seminar-Oberschule Auerbach/Vogtl.

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60 |
Landkreis-Gymnasium St. Annen
Pestalozzistraße 9
09456 Annaberg-Buchholz
E-Mail: sekretariat.lkg@gmx.de
Homepage:
www.landkreis-gymnasium.de/
Telefon: 03733/22617
Schulträger: Landkreis Erzgebirgskreis
Schulleiter:
Herr Lothar Dickert
Außenstelle Oberwiesenthal
Dr.-Jaeger-Straße 2
09484 Kurort Oberwiesenthal
E-Mail: LKG_Oberwiesenthal@t-online.de
Homepage:
www.eliteschule-wintersport-oberwiesenthal.de
Telefon: 037348/8316
Schulträger: Landkreis Erzgebirgskreis
Schulleiterin: Frau Ute Ebell
in Kooperation mit Oberschule Jöhstadt

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Sächsisches Landesgymnasium für Sport Leipzig
Marschnerstraße 30
04109 Leipzig
E-Mail: info@sportgym.smk.sachsen.de
Homepage:
www.sportgymnasium-leipzig.de
Telefon: 0341/9857511
Schulträger: Freistaat Sachsen - Staatsministerium für Kultus
Schulleiter:
Herr Dieter Rädler
in Kooperation mit Sportoberschule Leipzig
Sportgymnasium Chemnitz
Reichenhainer Straße 210
09125 Chemnitz OT Reichenhain
E-Mail: sportgymnasium.chemnitz@web.de
Homepage:
www.sportgymnasium-chemnitz.de
Telefon: 0371/4884601
Schulträger: Stadt Chemnitz
Schulleiter:
Herr Steffen Kamprad
in Kooperation mit Sportoberschule Chemnitz
Sportgymnasium Dresden
Messering 2a
01067 Dresden
E-Mail: info@sportgymnasium.de
Homepage:
www.sportgymnasium.de
Telefon: 0351/491630
Schulträger: Stadt Dresden
Schulleiterin: Frau Ulrike Becker
in Kooperation mit Sportoberschule Dresden

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62 |
Schwerpunktsportarten der Gymnasien mit vertiefter
sportlicher Ausbildung
Außenstelle Altenberg
Biathlon
Bob/Skeleton
Radrennsport/Mountainbiking (MTB)
Rennrodel
Curling
Außenstelle Oberwiesenthal
Rennrodel
Ski-Nordisch: Skilanglauf, Skispringen, Nordische Kombination (NK)
Ski-Alpin
Biathlon
Außenstelle Klingenthal
Ski-Nordisch: Nordische Kombination, Langlauf, Skispringen
Sächsisches Landesgymnasium für Sport Leipzig
Judo
Kanu-Rennsport/Kanu-Slalom
Rudern
Schwimmen
Wasserspringen
Handball
Hockey
Kunstturnen (weiblich)
Rhythmische Sportgymnastik
Leichtathletik
Radrennsport
Ringen
Volleyball (männlich)
Flossenschwimmen
Fußball
Triathlon
Fechten
Sportgymnasium Chemnitz
Eiskunstlauf
Eisschnelllauf
Gewichtheben
Basketball
Fußball
Leichtathletik
Radrennsport
Schwimmen
Turnen
Boxen
Eishockey
Ringen
Wasserball
Sportgymnasium Dresden
Rudern
Short Track
Wasserspringen
Eiskunstlauf
Eisschnelllauf
Eishockey
Fußball
Kanu-Rennsport
Leichtathletik
Schwimmen
Turnen
Volleyball (weiblich)
Fechten
Tennis
Tischtennis
Maßnahmen der Begabtenförderung
Zielstellung
Dem Schüler in der vertieften sportlichen Ausbildung soll ermöglicht
werden, den für ihn optimalen gymnasialen Schulabschluss und eine
leistungssportliche Entwicklung mit internationaler Perspektive im Spit-
zensport erfolgreich zu verbinden. Trotz der hohen Doppelbelastung von
Schule und Sport legen die sportbetonten Schulen großen Wert darauf,
dass der Sportler positiv mit dieser Herausforderung umzugehen lernt.
Die Umsetzung dieser Zielstellung erfordert Maßnahmen an den sport-
betonten Schulen, die es dem Schüler möglich machen, trotz dauerhaft
hoher wöchentlicher Belastung durch Schule und Sport und zum Teil um-
fangreicher Abwesenheitszeiten während der Schulzeit schulische und
sportliche Ziele gleichermaßen erfolgreich zu verfolgen. Dazu sind wirk-
same organisatorische Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Unterricht und
Training sowie individuelle und flexible Unterstützungs- und Fördermög-
lichkeiten notwendig. Zudem erfordert diese Zielstellung intensive Bera-
tung und umfassende Betreuung der jungen Sportlerinnen und Sportler

| 63
zur Unterstützung ihrer charakterlichen Entwicklung und der Ausbildung
der für eine solche duale Karriere unverzichtbaren Kompetenzen.
Maßnahmen
Beschreibung
Aufnahme und Schwerpunktsportarten
Die Aufnahme erfolgt vorrangig in den Klassenstufen 5 und 7. Dazu ist die Bildungs-
empfehlung für das Gymnasium und die Empfehlung des Landesverbandes der jeweili-
gen Sportart Voraussetzung. Die Einschulung kann nur an Schulen mit den entsprechen-
den Schwerpunktsportarten vorgenommen werden.
Systematische Talentförderung in Sportschulzentren
Die vertiefte sportliche Ausbildung wird schulartübergreifend durchgeführt. Dazu bilden
Sportoberschule und Sportgymnasium am jeweiligen Standort ein Sportschulzent-
rum und verbinden somit die schulische Ausbildung mit der gleichzeitigen Förderung
besonderer sportlicher Begabungen. Die Inhalte der leistungssportlichen Ausbildung und
die Organisation der schulischen Abläufe werden konsequent auf eine systematische
Talentförderung abgestimmt.
Trainingsförderliche Klassen-, Kurs- und
Gruppenbildung
Zur Stützung sportartspezifischer Trainingsbedingungen sowie die Gewährleistung
des Vormittagstrainings werden im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen
klassen- bzw. kursübergreifende Gruppenbildungen vorgenommen.
Schulzeitdehnung in Sekundarstufe I und
Sekundarstufe II
Für besonders hoch belastete Schüler besteht die Möglichkeit, die Klassenstufen 9 und
10 bzw. die Jahrgangsstufen 11 und 12 auf jeweils drei Schuljahre zu dehnen. Damit
werden zusätzliche Trainingseinheiten am Vormittag bei gleichzeitiger Wahrung der
Bildungschancen gewährleistet.
Sportliche Ausbildung
In der Sekundarstufe I absolviert der Schüler sechs Stunden Profilsport (Spezialsportart
und allgemeine sportliche Ausbildung) am Vormittag im Rahmen der Stundentafel. In
der Sekundarstufe II ist der Leistungskurs Sport (Sporttheorie und Sportpraxis) verpflich-
tend zu belegen. In Zusammenarbeit und Abstimmung mit den jeweiligen Sportfach-
verbänden werden weitere Trainingseinheiten am Nachmittag durchgeführt. Neben der
leistungssportlichen Ausbildung vor Ort werden Trainings- und Wettkampfaufenthalte
während der Unterrichtszeit durch die Schule unterstützt.
Unterstützungs- und Förderunterricht
Schulspezifische, individuelle Fördermaßnahmen ermöglichen dem Schüler, sportlich
bedingten Unterrichtsausfall zu kompensieren. Dazu werden auch unterrichtsfreie Zeiten
(Ferien) einbezogen.
Schullaufbahnberatung durch die
Schule und den Sport
Auf der Basis der schulischen Leistungsentwicklung und der Bewertung der sportartspe-
zifischen Leistungsfähigkeit und Belastung erfolgt eine regelmäßige Schullaufbahnbera-
tung im Zusammenwirken der Vertreter von Schule und Sport. Individuelle Förderpläne
für besonders belastete Schüler gewährleisten die schulische Ausbildung und die
Erlangung der allgemeinen Hochschulreife.

64 |
Absolventenbild
Das Gymnasium mit vertiefter sprachlicher und vertiefter binationaler-
bilingualer Ausbildung bildet soziale, weltoffene und kreative Menschen
aus. Sie sollen Gestalter und Botschafter einer demokratischen und le-
benswerten Gesellschaft sein und somit ein Garant für progressive Ent-
wicklung.
Ausgehend von einem ganzheitlichen und humanistischen Menschen-
bild strebt das Gymnasium mit vertiefter sprachlicher und vertiefter
binationaler-bilingualer Ausbildung insbesondere die Entfaltung der
Persönlichkeit und die Förderung von Begabungen an. Es ist Träger und
Beförderer von gelebter Interkulturalität und Mehrsprachigkeit. Es ent-
wickelt in besonderem Maße kognitive, soziale und psychomotorische
Handlungskompetenzen, indem fachliches und soziokulturelles Wissen,
Werteorientierung und Anwendungsstrategien vermittelt werden.
Schüler dieser Gymnasien erwerben während ihrer Ausbildung eine Kom-
munikationsfähigkeit, die kulturelle Besonderheiten berücksichtigt. Sie
zeichnen sich durch ausgeprägte Verantwortungsbereitschaft, aktive Le-
benshaltung, ästhetisches Empfinden und altruistisches Engagement aus.
Die Absolventen sind in der Lage, auf allen Ebenen erworbene Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertigkeiten multiperspektivisch anzuwenden. Aufgrund
ihrer kommunikativen und sozialen Kompetenzen stellen sie potenzielle
Leistungsträger in einer Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit erfor-
dernden globalisierten Welt dar.
Aus diesem gemeinsamen Absolventenbild leiten die verschiedenen Gym-
nasien mit vertiefter sprachlicher und vertiefter binationaler-bilingualer
Ausbildung je spezifische, inhaltsbezogene Maßnahmen, Aktivitäten und
Schritte ab. Deren gemeinsame Typik besteht darin, dass sie
neugierig machen auf das zunächst näher, danach immer weiter weg
liegende Fremde,
die Vernetzung von Sprachen auf vielfältige Weise voranbringen,
Analyse-, Synthese- und so auch Kommunikationsfähigkeit in ver-
schiedenen Sprachen entwickeln und weiterentwickeln sowie auf diese
Weise Mehrsprachigkeit entstehen lassen und ausbauen,
Wissen über Sprachen und Literaturen als Ausformungen von Kulturen
vermitteln und vertiefen,
eine Denkweise fundieren, die Geschichte, Traditionen und Werte der
eigenen Kultur zu Geschichte, Traditionen und Werten anderer Kul-
turen in Beziehung setzt und dabei die anderen Kulturen zunehmend
zum Bestandteil der eigenen Kultur werden lässt, sowie
dazu beitragen, dass das Bildungs- und Erziehungsziel einer hand-
lungsfähigen Selbstbestimmung in sozialer Verantwortung auch in
kultureller Hinsicht erreicht wird.
Jenseits dieser gemeinsamen Typik spiegeln die Maßnahmen, Aktivitäten
und Schritte dieser Gymnasien deren individuelle Programmatik.
Vertiefte sprachliche und vertiefte binationale-bilinguale Ausbildung

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Anton-Philipp-Reclam-Schule - Gymnasium der Stadt Leipzig
Tarostr. 4
04103 Leipzig
E-Mail: info@reclamgymnasium.de
Homepage:
www.reclamgymnasium.de
Telefon: 0341/2245790
Schulträger: Stadt Leipzig
Schulleiterin: Frau Dr. Petra Seipel
Christoph-Graupner-Gymnasium Kirchberg
Christoph-Graupner-Straße 1
08107 Kirchberg
E-Mail: Chr.-Graupner-Gymnasium@t-online.de
Homepage:
www.graupnergym.de
Telefon: 037602/64336
Schulträger: Landkreis Zwickau
Schulleiter:
Herr Günter Bachmann
Georgius-Agricola-Gymnasium Chemnitz
Park der Opfer des Faschismus 2
09111 Chemnitz
E-Mail: leitung@agricola-gymnasium.de
Homepage:
www.agricola-gymnasium.de
Telefon: 0371/381320
Schulträger: Stadt Chemnitz
Schulleiter:
Frau Silvia Fehlberg
Gymnasien mit vertiefter sprachlicher Ausbildung

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66 |
Gymnasium St. Augustin zu Grimma
Klosterstraße 1
04668 Grimma
E-Mail: schule@staugustin.de
Homepage:
www.staugustin.de
Telefon: 03437/911309
Schulträger: Stadt Grimma
Schulleiter:
HHerr Dr. Wolf-Dieter Goecke
Romain-Rolland-Gymnasium Dresden
Weintraubenstraße 3
01099 Dresden
E-Mail: gym_roro@dresdner-schulen.de
Homepage:
www.romain-rolland-gymnasium.de
Telefon: 0351/8030656
Schulträger: Stadt Dresden
Schulleiter:
OStD Herr Alfred Hoffmann

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| 67
Foto Corwin von Kuhwede
Die Anton-Philipp-Reclam-Schule bietet sprachlich begabten Schülerin-
nen und Schülern eine vertiefte sprachliche Ausbildung mit folgenden
allgemeinen Zielen:
Erwerb außergewöhnlicher sprachlicher Kompetenzen in Französisch
und einer weiteren romanischen Sprache (Spanisch oder Italienisch)
Befähigung der Schülerinnen und Schüler zur Vernetzung fremd-
sprachlicher Kompetenz mit natur- und gesellschaftswissenschaftli-
chen Inhalten
Erwerb hoher interkultureller Kompetenzen
Grundlage sind die spezifischen Lehrpläne des Freistaates Sachsen für
diesen Ausbildungszweig.
Klassenstufen 5/6
Der Schwerpunkt in den Eingangsklassenstufen liegt auf der Entwick-
lung der fremdsprachigen Kommunikationsfähigkeit in der Fremdsprache
(mündlich/schriftlich), der Fähigkeit zur Sprach- und Textreflexion un-
ter Nutzung und deren altersgemäßer, punktueller Vernetzung mit na-
turwissenschaftlichen bzw. kreativen Lerngegenständen (
kognitive Di-
mension
). Die Schülerinnen und Schüler bekommen einen Zugang zum
zunächst weiter weg liegenden Fremden und entdecken das Potential
nicht-sprachlicher Mittel zur Unterstützung der Kommunikation (
affek-
tive/psycho-motorische Dimension
).
Maßnahmen:
strukturierter Französisch-Unterricht
Sachfachunterricht bzw. Sachfach-Sequenzen, z. B. Biologie, Kunst/im
Differenzierungsbereich
Cinéfête
Arbeit in der Médiathèque des Institut Français Leipzig
Theater in französischer Sprache (innerhalb und außerhalb des regulä-
ren Unterrichts)
Lions Quest
Klassenstufen 7/8
Die fremdsprachige Kommunikationsfähigkeit der Schülerinnen und
Schüler wie auch deren Fähigkeit zur Sprach- und Textreflexion unter
verstärkter Nutzung von Synergien mit anderen (Fremd)Sprachen wer-
den weiter entwickelt und zunehmend differenzierter. Die Vernetzung
der sprachlichen mit natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Kompe-
tenzen erfährt Regelmäßigkeit und Strukturiertheit (
kognitive Dimen-
sion
). Die Schülerinnen und Schüler zeigen bzw. erlernen interkulturelle
Handlungsfähigkeit und erleben das Potential von Spiel, Bewegung und
weiteren sensomotorischen Komponenten als Mittel zur Initiierung und
Unterstützung der Kommunikation (
affektive/psycho-motorische Di-
mension
).
Maßnahmen:
strukturierter Französisch-Unterricht
Geographie-Unterricht in französischer Sprache
Schüleraustausch mit Frankreich bzw. einem anderen europäischen,
frankophonen Land mit Schwerpunkt »Mit allen Sinnen«
Cinéfête
Arbeit in der Médiathèque des Institut Français Leipzig
Theater in französischer Sprache - im Differenzierungsbereich
Lerncamp - im Differenzierungsbereich
Teilnahme am Bundeswettbewerb Fremdsprachen/ab Klassenstufe 8 -
im Differenzierungsbereich
DELF – im Differenzierungsbereich
Klassenstufen 9/10
Die fremdsprachige Kommunikationsfähigkeit der Schülerinnen und
Schüler wie auch deren Fähigkeit zur Sprach- und Textreflexion unter
verstärkter Nutzung von Synergien mit anderen (Fremd)Sprachen werden
weiter entwickelt und erreichen ein angemessenes Differenzierungsni-
veau. Die regelmäßige und strukturierte Vernetzung der Sprachen un-
tereinander (Mehrsprachigkeit) und die Verknüpfung der sprachlichen
mit den natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Kompetenzen wird
zu einem selbstverständlichen und immanenten Bestandteil des Alltages
der Lernenden (
kognitive Dimension
). Die Schülerinnen und Schüler be-
weisen interkulturelle Handlungsfähigkeit im Alltag und in der Reflexion
über kulturstiftende Inhalte wie Traditionen, Geschichte, Literatur, Wer-
teverständnis und Werte-Erleben (
affektive Dimension
) sowie – nach
Möglichkeit – in der Arbeits- und Freizeitwelt (
psycho-motorische Di-
mension
).
Anton-Philipp-Reclam-Schule
Gymnasium des Deutsch-Französischen
Bildungszentrums der Stadt Leipzig

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Maßnahmen:
strukturierter, zunehmend themenzentrierter Französisch-Unterricht
Geographie- und Geschichtsunterricht in französischer Sprache
Schüleraustausch mit Frankreich bzw. einem anderen europäischen,
frankophonen Land mit einem Projekt-Thema aus dem natur- und/
oder gesellschaftswissenschaftlichen Bereich
Cinéfête
projektorientiertes Lernen in der Médiathèque des Institut Français
Leipzig
Prix des lycéens
Teilnahme am Bundeswettbewerb Fremdsprachen – im Differenzie-
rungsbereich
individueller Schüleraustausch (Brigitte-Sauzay-Programm) – im Dif-
ferenzierungsbereich
Studium generale – im Differenzierungsbereich
Betriebspraktikum/ggf. in französischen Einrichtungen vor Ort
DELF – im Differenzierungsbereich
Abibac ab Klassenstufe 10 – im Differenzierungsbereich
MEP – im Differenzierungsbereich
Jahrgangsstufen 11/12
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über eine differenzierte, mündli-
che und schriftliche Kommunikationsfähigkeit in der Fremdsprache und
über eine angemessen abstrakte Fähigkeit zur Sprach- und Textreflexion.
Sie erwerben und fundieren ihr Kulturwissen wie auch ihre Handlungs-
fähigkeit in interkulturellen Begegnungen und im bilingualen Sachfach-
unterricht. Sie verwenden die Fremdsprache sicher in allen Lebens- und
Erfahrungsbereichen, auch außerhalb des Unterrichts. Sie organisieren
ihre Lern- und Arbeitsprozesse selbstständig und souverän und begreifen
die erworbenen Kompetenzen als Grundlage für die individuelle Erschlie-
ßung neuer Sprachen und Kulturen. (
kognitive, affektive und psycho-
motorische Dimension
)
Maßnahmen :
themen- und textzentrierter Französischunterricht
Geschichtsunterricht in französischer Sprache
Geographieunterricht in französischer Sprache – im Differenzierungs-
bereich des Abibac
Studienreise an Orte mit historischer und kultureller Symbolik in
Frankreich
Cinéfête
projektorientiertes Lernen in der Médiathèque des Institut Français
Leipzig
Teilnahme am Bundeswettbewerb Fremdsprachen – im Differenzie-
rungsbereich
DELF/DALF/Cambridge – im Differenzierungsbereich
Abibac als eigener Differenzierungsbereich
Certilingua – im Differenzierungsbereich
2-wöchiges Praktikum in Frankreich – im Differenzierungsbereich

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Die Ausbildung nach § 4 der Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung
als eigenständiger Bildungsgang ab Klassenstufe 5 erfolgt am Christoph-
Graupner-Gymnasium Kirchberg nach den Grundprinzipien der Begab-
tenförderung: Anreicherung, Beschleunigung und Förderung der Selbst-
ständigkeit.
Ziel des Gymnasiums mit vertiefter sprachlicher Ausbildung ist insbe-
sondere die Förderung von Begabungen im Bereich der Fremdsprachen.
Die Fremdsprache der Vertiefung ist Englisch. Die Sachfächer Geographie
und Geschichte werden ab Klassenstufe 7 bzw. Klassenstufe 9 in engli-
scher Sprache (bilingual) unterrichtet.
Anliegen ist es, Schüler mit besonderen Begabungen zu erkennen und
diese anschließend gezielt zu fördern. Hierfür werden mit den Schülern
individuelle Bildungsvereinbarungen abgeschlossen.
Begabte Schüler werden individuell oder in Kleingruppen auf Sprachen-
tage, Sprachenseminare, Olympiaden sowie auf den Bundeswettbewerb
Fremdsprachen vorbereitet.
Die Schule ist vom Sächsischen Kultusministerium akkreditiert, das Ex-
zellenzlabel CertiLingua zu verleihen. Schüler der vertieften sprachlichen
Ausbildung können mit Erreichen der allgemeinen Hochschulreife für
hervorragende Leistungen in den modernen Fremdsprachen, den bilin-
gual unterrichteten Sachfächern sowie für ein Praktikum im Ausland das
CertiLingua erwerben.
Allen leistungsbereiten Schülern steht die Möglichkeit offen, in den mo-
dernen Fremdsprachen international anerkannte Sprachzertifikate abzu-
legen. Diese umfassen in Englisch die Cambridge Zertifikate (FCE, CAE), in
Französisch das Sprachdiplom DELF, in Russisch das Zertifikat TRKI und in
Spanisch das Diplom DELE.
Die Förderung begabter Schüler gilt ebenso für die naturwissenschaftli-
chen, gesellschaftswissenschaftlichen, musischen und sportlichen Berei-
che. Talentierte Schüler nehmen an Wettbewerben, Olympiaden, Projek-
ten und Wettkämpfen teil.
Muttersprachler unterstützen das Gymnasium in der Vermittlung von
Sprachen und interkulturellem Wissen und in der Schaffung authenti-
scher Kommunikationssituationen. Gastlehrer und Fremdsprachenassis-
tenten gestalten Unterrichtssequenzen und leiten Ganztagesangebote.
Regelmäßig findet am Christoph-Graupner-Gymnasium ein Tag der
Fremdsprachen »Languages are our future« statt. An interkulturellen Pro-
jekten kann innerhalb der jährlich stattfindenden Projektwoche teilge-
nommen werden.
Christoph-Graupner-Gymnasium Kirchberg
Spezifikation der vertieften sprachlichen Ausbildung
Klassenstufe 5 und 6
Allgemeine Maßnahmen
Kurs Kommunikation und soziale Kompetenz
«Lernen lernen« – methodische Grundlagen
Zertifikatskurse Cambridge Flyers
Kognitive Maßnahmen
Beherrschen von Strategien zum Erwerb und zur Reflexion sprachlicher
Mittel
Beherrschen erster Verstehens- und Texterschließungsstrategien
Beherrschen einfacher Strukturen zum Ausdruck von räumlichen Be-
ziehungen, geografischen Lagen, Zahlen, Mengenangaben
Beherrschen eines elementaren Fachwortschatzes zur Vorbereitung
eines englischsprachigen Sachfaches
Beherrschen von grundlegendem Sprach- und Sachwissen zu ver-
schiedenen Themen
Geografische Analyse einer Region in GB oder den USA
Lesen einer Ganzschrift
Insgesamt: Akzeptanz von Fremdartigkeit zeigen, Perspektivenwechsel
vornehmen
Internetprojekt - Entwicklung von Fertigkeiten im Umgang mit dem
Internet/Recherche, Ausführung selektiver Handlungen und Festigung
des Handlungsablaufs
Präsentation der Ergebnisse im Plenum
Produktiver Umgang mit Literatur
Erkennen von Wechselbeziehungen zwischen 1. und 2. Fremdsprache
Organisatorische Maßnahmen
Schulinterne Evaluierung (schriftlich und mündlich in Englisch) zur
Vorbereitung der Schullaufbahnberatung
Besondere Stundentafel bilingualer Bildungsgang
Zwei zusätzliche Wochenstunden Englisch pro Schuljahr
Reduzierung der Wochenstundenzahl um eine Stunde Physik Klasse 6
Förderunterricht Mathematik, um einseitig Sprachbegabte im natur-
wissenschaftlichen Bereich zum Lernerfolg zu führen
Klassenstufe 7 und 8
Allgemeine Maßnahmen
Bilingualer Sachfachunterricht Geografie in englischer Sprache
Einführung eines bilingualen Wortschatzes (geografische Fachtermini)
Bilinguale Module in Biologie, Chemie
Dritte Fremdsprache Spanisch ab Klasse 8
Kognitive Maßnahmen
Aufstellen fremdsprachiger Hypothesen
Beherrschen von Erschließungsstrategien
Deuten und Auswerten von Grafiken, Schautafeln, Statistiken
Beherrschen komplexer Strukturen zum Ausdruck von räumlichen
Beziehungen
Bewertung, Einschätzung, Schlussfolgerung

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Anwenden von Strukturen zum Ausdruck von räumlichen Beziehungen,
geografischen Lagen, Himmelsrichtungen, Zahlen, Mengenangaben
Anwenden erweiterten Sprach- und Sachwissens zu diversen Themen
Lesen einer Ganzschrift
Anwenden eines Fachwortschatzes
Zustimmung bzw. Ablehnung äußern, diese begründen, erklären und
verallgemeinern können; Äußerung von Wertvorstellungen
Sich positionieren zum Themenbereich Social Studies: Übertragen von
Wissen zu Vor- und Nachteilen und den sozialen Problemen des Groß-
stadtlebens, insbesondere in Metropolen wie New York
Beherrschen der Anwendung des einsprachigen Wörterbuchs
Erfassen der Wechselbeziehungen zwischen den 3 Fremdsprachen
Vergleiche zwischen Muttersprache und den 3 Fremdsprachen führen
Organisatorische Maßnahmen
Besondere Stundentafel bilingualer Bildungsgang
je eine zusätzliche Wochenstunde Englisch und Geografie in Klasse 7
eine zusätzliche Wochenstunde Geografie in Klasse 8
Reduzierung der Wochenstundenzahl um eine Stunde in Biologie und
Sport in Klasse 7
Reduzierung der Wochenstundenzahl um eine Stunde Musik in Klasse 8
Förderunterricht Mathematik, um einseitig Sprachbegabte im natur-
wissenschaftlichen Bereich zum Lernerfolg zu führen
Klassenstufe 9 und 10
Allgemeine Maßnahmen
Bilingualer Sachfachunterricht Geografie in englischer Sprache
Erweiterung Fachwortschatz Geografie
Modularer bilingualer Sachfachunterricht Geschichte in englischer
Sprache
Erarbeitung Fachwortschatz Geschichte sowie Arbeitsschritte zur eng-
lisch-sprachigen Quellenanalyse
Bilinguale Module in Biologie, Mathematik
Anfertigen und Präsentation einer Facharbeit
Sprachreise Großbritannien
Teilnahme an internationalen Projekten
Aufnahme und Betreuung von Gastschülern in der Familie und im
Schulalltag
Individuelle Aufenthalte in den Ländern gemäß unseres Fremdspra-
chenangebotes
Durchführung eines Betriebspraktikums
Kennenlernen moderner wissenschaftspropädeutischer Arbeitstechni-
ken sowie Formen der Organisation von internationalen Forschungs-
projekten durch den Status MINT-freundliche Schule
Kognitive Maßnahmen
Anwenden von Fachwortschatz des bilingualen Sachfaches
Anwenden von Verstehens- und Texterschließungsstrategien
Deuten und Auswerten von Grafiken, Schaubildern, Statistiken
Anwenden komplexer Strukturen zum Ausdruck von Bewertung, Ein-
schätzung, Schlussfolgerung
Beherrschen von Wissen zu altersspezifischen Gebrauchstexten
Beherrschen von Wissen zu literarischen Texten
Lesen einer Ganzschrift
Anwenden erweiterten Sprach- und Sachwissens zum Thema Intercul-
tural Studies bezogen auf die Themen Multiculturalism in Britain/the
USA und the American Dream
Einüben von Perspektivenwechsel, Erkennen und Überwinden von Eth-
nozentrismus, Reflektieren von Situationen des interkulturellen Um-
gangs
Entwickeln von Toleranz, Akzeptanz, Respekt, Offenheit
Weiterentwicklung von Interkulturalität und Empathie
Produktiver Umgang mit Literatur
Organisatorische Maßnahmen
Besondere Stundentafel bilingualer Bildungsgang
eine zusätzliche Wochenstunde Geschichte pro Schuljahr
Reduzierung der Wochenstundenzahl um eine Stunde Deutsch in Klas-
se 9
Reduzierung der Wochenstundenzahl um eine Stunde GRW in Klasse 10
Förderunterricht Mathematik, um einseitig Sprachbegabte im natur-
wissenschaftlichen Bereich zum Lernerfolg zu führen
Sekundarstufe II (Jahrgangsstufen 11 und 12)
Allgemeine Maßnahmen
Bilingualer Grundkurs Geografie
Fächerübergreifende Wahlgrundkurse »Transjob« (Wirtschaft und Busi-
ness English) sowie »TOK-Theory of Knowledge« (Ethik, Philosophie,
Englisch)
Bilinguale Module im Fach Geschichte
Zertifikatskurse FCE, CAE, DELE, DELF, TRIKI (Englisch, Spanisch, Franzö-
sisch, Russisch)
Kooperation mit Westsächsischer Hochschule Zwickau (Vorlesungen,
Seminare)
CertiLingua (Exzellenzlabel für mehrsprachige, europäische und inter-
nationale Kompetenzen)
Zusammenarbeit mit Firmen im Rahmen der Berufsberatung und Stu-
dienberatung
Wahl von drei Leistungskursen (1. Leistungskurs Englisch; 2. Leistungs-
kurs Deutsch oder Mathematik; 3. Leistungskurs Spanisch oder Physik)
Kurswahl des 3. Leistungskurses Physik für bilinguale Schüler bietet
beste Möglichkeiten der Vernetzung von Sprache und Naturwissen-
schaft sowie Technik und Voraussetzungen für Studierfähigkeit im eu-
ropäischen Raum
Kognitive Maßnahmen
Umsetzung der Lehrplaninhalte Englisch hinsichtlich der Lernbereiche
(1: Fachbezogene Strategien; 2: Linguistische Grundlagen; 3: Texte und
Themenbereiche)
Intensivierung der Lernbereiche mit Wahlpflichtcharakter in der The-
menbehandlung (Filmanalyse, Lektüre, Debattieren und Präsentations-
techniken)
Anwenden eines erweiterten Fachwortschatzes in Abstimmung mit
den Fachlehrern des englischsprachigen Sachfaches

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Das Georgius-Agricola-Gymnasium zu Chemnitz:
Verbindung von Tradition und Moderne
Das Gymnasium ist die älteste gymnasiale Bildungseinrichtung der Stadt
Chemnitz. Seit 1857 werden hier Schülerinnen und Schüler zur Hoch-
schulreife geführt. Im Jahre 1994 wurde das Zertifikat zur Führung ver-
tiefter sprachlicher/bilingualer Bildungsgänge erteilt. Die Partnersprache
für die CLIL-Ausbildung (
Content and Language Integrated Learning
) ist
Englisch.
Getragen vom Prinzip der gelebten Mehrsprachigkeit werden sprachliche
Begabungen gezielt gefördert. Dabei sind die Grundsätze Anreicherung,
Progression und Lernautonomie tragende Säulen.
Die Talentförderung beginnt bereits in der Klassenstufe 4 der Grundschu-
len. Das Gymnasium bietet ein Frühförderprojekt unter dem Titel »Primary
School Goes International« an, in dem begabte Schüler gezielt unterstützt
werden und häufig daraus ein Bedürfnis erwächst, den vertieften sprach-
lichen Bildungsgang zu wählen.
Die vertiefte sprachliche Ausbildung in der Fremdsprache Englisch befä-
higt die Schülerinnen und Schüler, schon sehr früh Englisch als Arbeits-
sprache zu nutzen, um sich so nachhaltig auf ein sich anschließendes
Studium vorzubereiten und ein hohes Niveau der Studierfähigkeit zu er-
reichen. So erhalten sie zusätzlich zu einer erhöhten Anzahl an Englisch-
Georgius-Agricola-Gymnasium zu Chemnitz
stunden in den Klassenstufen 5 und 6 ab Klassenstufe 7 Unterricht im
Fach Geographie in der Fremdsprache. Es schließen sich ab Klassenstufe
8 englischsprachige Module in den Fächern Geschichte, Ethik, Physik und
Informatik an. Darüber hinaus werden zusätzlich zum Unterricht Impulse
der intensivierten Auseinandersetzung mit der Fremdsprache geschaffen,
sei es durch den Besuch von Lesungen, die Teilnahme am jährlich statt-
findenden Filmfestival »Schlingel«, den Austausch in Videokonferenzen
mit der Partnerschule in Tullamore/Irland, das Rezipieren von Theater-
aufführungen oder die Teilnahme an Wettbewerben in der Fremdsprache
Englisch.
Parallel dazu bildet die naturwissenschaftliche Ausbildung ein wichtiges
Standbein, ebenso wie Kunst, Musik, Sport oder Gesellschaftswissen-
schaften. Alle Fachbereiche bilden das Fundament der Ausbildung zur
Erlangung der allgemeinen Hochschulreife, wobei die sprachliche Ver-
tiefung eine wichtige Spezialisierung darstellt. Neben der erfolgreichen
Teilnahme an sprachlichen Wettbewerben zeigen sich die Qualitäten der
Schülerinnen und Schüler auch in Erfolgen in sportlichen Wettkämpfen,
dem Erringen von Preisen bei musischen Wettbewerben oder der erfolg-
reichen Bewältigung naturwissenschaftlicher Herausforderungen.
Insgesamt bietet das Georgius-Agricola-Gymnasium fünf Fremdspra-
chen als Unterrichtsfächer an. Erste Fremdsprache ist Englisch, als zwei-
te Fremdsprache werden Spanisch und Latein angeboten und als dritte

72 |
Fremdsprache ab Klassenstufe 8 Russisch oder Französisch im vertieften
sprachlichen Profil. Erweitert wird dies durch Arbeitsgemeinschaften wie
Chinesisch, Hebräisch, Italienisch oder Vietnamesisch, welche vor allem
als Voraussetzung für eine verstärkte interkulturelle Kompetenz der
Schülerinnen und Schüler betrachtet werden.
Die langjährige schulinterne Ausbildung von Moderatoren, Mediatoren
und Coaches vermittelt den Schülern Sozialkompetenz und stärkt ihre
Persönlichkeit.
Als Instrument der Förderung besonders begabter Schüler werden Bil-
dungsvereinbarungen eingesetzt. Diese Schüler werden systematisch auf
Wettbewerbe orientiert und zur Teilnahme motiviert. Erfolge bei Olympi-
aden, Sprachenseminaren und beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen
sind Anreiz und Ansporn zugleich.
Eine besondere Förderung in der vertieften sprachlichen Ausbildung ist
in der ersten Fremdsprache der Unterricht in kleinen Sprachgruppen
(Teamteaching). Fremdsprachenassistenten erweitern jährlich den native
speaker Aspekt an der Schule.
Die Schule gehörte zu den ersten vom Sächsischen Staatsministerium
für Kultus akkreditierten Schulen, die das Exzellenzlabel CertiLingua
verleihen dürfen. Absolventen der vertieften sprachlichen Ausbildung
können mit Erreichen der allgemeinen Hochschulreife für hervorragende
Leistungen in den neuen Fremdsprachen, dem CLIL-Sachfach Geographie
sowie für die Teilnahme an einem internationalen Projekt das CertiLingua
verliehen bekommen.
Interessante Synergien entstehen durch die vernetzte CLIL-Arbeit zwi-
schen den Profilen.
Den besonders leistungsbereiten Schülern stehen Möglichkeiten des Er-
werbs von international anerkannten Fremdsprachenzertifikaten wie FCE
und CAE offen. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit dem Local
Cambridge Examination Centre in Markkleeberg, in dessen Auftrag die
Schule als »Examination Venue« fungiert. Bei entsprechenden Vorausset-
zungen werden die Schüler auch auf andere fremdsprachliche Zertifikate
(DELF) orientiert.
Im Bereich der Ganztagsangebote offeriert das Gymnasium in Koope-
ration mit dem Konfuzius-Institut Leipzig auch Chinesisch. Komplettiert
wird das Sprachenangebot durch einen Ergänzungskurs Hebräisch, der
schulübergreifend am Georgius-Agricola-Gymnasium erteilt wird.
Spezifikation der vertieften sprachlichen Ausbildung
Klassenstufe 5 und 6
Allgemeine Maßnahmen
qualifizierte Eingangsphase (Vorarbeit)
zweite Fremdsprache Latein oder Spanisch ab Klassenstufe 6
Kognitive Maßnahmen
Grundlage: Lehrplan Englisch in der CLIL Ausbildung, Sachsen, Gymna-
sium
Stärkere Festigung von Sprachrezeption, -produktion und -interaktion
(Fachlehrer, Fachkonferenz En)
erweiterte Auseinandersetzung mit stufenadäquater Lektüre in beson-
derem Maße
Vertiefung kulturgeographischen Wissens im Rahmen des Lehrplanes
mündliche Kommunikation und Eintauchen in die Zielsprache
Unterrichtssprache Englisch
fremdsprachenspezifische Arbeitstechniken (Wörterbuchnutzung, ei-
genständiges Führen eines Vokabelheftes) werden gefestigt
Affektive Maßnahmen
Entwickeln einer interkulturellen Handlungs-, Sozial- und Kommuni-
kationskompetenz
Entwickeln einer Affinität zur englischen Sprache und zum englisch-
sprachigen Kulturkreis
Erziehung zu Toleranz und Verständnis für Völkerverständigung
Organisatorische Maßnahmen
Einstufungstest am Gymnasium (Fachkonferenz En/De), CLIL Beratung
(Fachkonferenz Geo CLIL /Ph CLIL/Ge CLIL )
Evaluationsprüfung im zweiten Schulhalbjahr für die sechsten Klas-
sen des vertieften sprachlichen Profils
besondere Stundentafel in sprachlicher Vertiefung:
zwei zusätzliche Wochenstunden Englisch in Klassenstufe 5 (Reduzie-
rung um zwei Wochenstunden Förderunterricht) und Klassenstufe 6
(Reduzierung jeweils um eine Wochenstunde Sport und Förderunter-
richt)
Wertung einer Klassenarbeit als komplexe Leistung in Klassenstufe 5
und 6
Perspektivisch: KET Kurs
Klassenstufe 7 und 8
Allgemeine Maßnahmen
Grundlage: Geographie in englischer Sprache nach Lehrplan Geogra-
phie, Sachsen, Gymnasium
Stärkere Festigung von Sprachrezeption, -produktion und -interaktion
(Fachlehrer, Fachkonferenz En)
Cinéfête: div. Wort-/Handlungsfelder je nach Filmthema (Fachlehrer Fr/
Eth/Ku/Mu)
dritte Fremdsprache Französisch oder Russisch ab Klassenstufe 8
Kognitive Maßnahmen
Versuch der erweiterten Auseinandersetzung mit stufenadäquater Lek-
türe
Anfertigen von Dossiers zur Cinéfête mit unterschiedlichen Sehaufträ-
gen (Fachlehrer Fr)
Vertiefung kulturgeographischen Wissens im Rahmen des Lehrplanes,
d. h. Verknüpfung der Inhalte aus dem Lehrplan Geographie (Klassen-
stufe 6/7) mit den Inhalten in Englisch

| 73
Erhöhung der Komplexität der Aufgabenstellung und fächerübergrei-
fendes Arbeiten
Entwicklung der Fähigkeit der Selbstevaluation durch Methodentrai-
ning
Heranführung an debating (sich positionieren innerhalb des Themen-
bereichs Social Studies)
Ausprägung der Fähigkeit der Arbeit mit dem Wörterbuch
Affektive Maßnahmen
Entwickeln einer interkulturellen Handlungs-, Sozial- und Kommuni-
kationskompetenz
Förderung einer Affinität zur englischen Sprache und zum englisch-
sprachigen Kulturkreis
Einsatz von »Smalltalk« zur Förderung der Motivation und der Sprach-
begeisterung
Organisatorische Maßnahmen
Wertung einer Klassenarbeit als komplexe Leistung in Klassenstufe 7
und 8
Sprachbegabtenseminar Rabenberg
besondere Stundentafel in sprachlicher Vertiefung:
eine zusätzliche Wochenstunde dritte Fremdsprache in Klassenstufe 8
(Reduzierung um eine Wochenstunde Musik)
Perspektivisch: PET Kurs
Klassenstufe 9 und 10
Allgemeine Maßnahmen
Möglichkeit der Zusammenarbeit und Austausch mit unserer Partner-
schule in Tullamore/Irland
Sprachprofilreise
Kognitive Maßnahmen
Beherrschen grundlegenden Sprach- und Sachwissens zu unterschied-
lichen
Themenbereichen u. a. Personal Identity; Media and Communication;
Social Studies; Cultural and Intercultural Studies; Science and Technol-
ogy
Kennen wichtiger Zusammenhänge aus der britischen Geschichte
Simulierung eines Bewerberverfahrens/Interview in der Fremdsprache
Organisatorische Maßnahmen
Wertung einer Klassenarbeit als komplexe Leistung in Klassenstufe 9
und 10
Möglichkeit des Schreibens der Facharbeit in der Fremdsprache
besondere Stundentafel in sprachlicher Vertiefung:
eine zusätzliche Wochenstunde dritte Fremdsprache in Klassenstufe 9
(Reduzierung um eine Wochenstunde Deutsch) und eine zusätzliche
Wochenstunde dritte Fremdsprache in Klassenstufe 10 (Reduzierung
um eine Wochenstunde Biologie)
Angebot Informatik als Arbeitsgemeinschaft
Perspektivisch: FCE Kurs
Sekundarstufe II (Jahrgangsstufen 11 und 12)
Allgemeine Maßnahmen
CertiLingua: Verleihung als Anerkennung der überdurchschnittlichen
Leistungen in den Kompetenzbereichen moderne Fremdsprache, CLIL
und Interkultur auf der Basis der Kernarbeit ab Klassenstufe 10 unter
folgenden Aspekten:
weitere Verschmelzung der drei Bereiche
Analyse und Umsetzung komplexer Aufgaben unter Berücksichtigung
der drei Bereiche
Vervollkommnung der Taxomonie des kognitiven Bereiches: Wissen,
Verstehen, Anwenden, Analyse, Synthese, Evaluation
Organisatorische Maßnahmen
Wahl des Leistungskurses Englisch für Schüler des vertieften sprachli-
chen Profils verpflichtend
Dritter Leistungskurs in einer weiteren Fremdsprache oder Physik oder
Chemie
FCE und CAE Kurse
Fortführung debating
Besondere Lernleistung in der ersten Fremdsprache

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Im Jahr 1550 als eine der drei sächsischen Landes- und Fürstenschulen
gegründet, widmet sich das Gymnasium St. Augustin zu Grimma in vor-
erst einer Klasse pro Jahrgangsstufe der vertieften Sprachausbildung
und der Förderung von begabten Schülerinnen und Schülern. Bis zum
Schuljahr 2010/11 geschah dies in der Vertiefungssprache Latein und
nach einer kompletten Umstrukturierung und Neukonzeption ab Schul-
jahr 2014/15 nunmehr erfolgreich in der Vertiefungssprache Englisch.
Neben dem Unterricht als Kernstück der Ausbildung ergänzt ein breites
Spektrum an Arbeitsgemeinschaften, Exkursionen, Begabungsförderung
(z. B. individuelle Talentförderung, Mentoring, Schließen von Bildungs-
vereinbarungen, Potenzialanalysen), Kooperationen mit außerschulischen
Partnern bei der Anfertigung von Facharbeiten und Besonderen Lernleis-
tungen, Teilnahmeoptionen an vielfältigen Projekten sowie die Motivati-
on, Vorbereitung und Unterstützung von Schülerinnen und Schülern für
und bei der Teilnahme an regionalen, landes- und bundesweiten, aber
auch internationalen Wettbewerben die schulische Ausbildung.
Ausbildungsziele
Die vertiefte Ausbildung ermöglicht den Schülerinnen und Schülern
den Erwerb hoher sprachlicher Kompetenzen durch das Erlernen der
drei Fremdsprachen Englisch (in Vertiefung), Französisch und Spanisch
und schließt die Option der besonderen Anerkennung durch den Erhalt
allgemein anerkannter Sprachzertifikate ein. Die Ausbildung gibt den
Schülerinnen und Schülern die Perspektive einer breit gefächerten Studi-
en- und Berufswahl und gewährt ihnen den Zugang zu internationalen
Studiengängen an exzellenten deutschen Universitäten. Darüber hinaus
entwickeln die Schülerinnen und Schüler durch vielfältige unterrichtliche
und außerunterrichtliche Einblicke in die Kulturen der Zielländer der von
ihnen gelernten Fremdsprachen, insbesondere durch die Beteiligung an
Kooperationsprojekten mit europäischen Partnern und Auslandsaufent-
Gymnasium St. Augustin zu Grimma
halte, eine besonders weltoffene Haltung und umfassende interkulturelle
Kompetenzen in einer globalisierten Welt. Auf Grund der Verbindung der
naturwissenschaftlich-technischen und gesellschaftswissenschaftlichen
Perspektive der fremdsprachig unterrichteten Sachfächer sind die Schü-
lerinnen und Schüler in der Lage, ihre Kenntnisse und Kompetenzen
multiperspektivisch und ganzheitlich auf aktuelle Problemstellungen
anzuwenden.
Grundsätze für das Lernen am Gymnasium St. Augustin
Gestaltung des Unterrichts und des Schullebens:
Erlernen von Englisch, Französisch und Spanisch auf hohem Niveau
entsprechend der Prinzipien von Akzeleration und Anreicherung
Projekt zum begleiteten Übergang von der Grundschule zum Gym-
nasium, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Grundschulen,
Schullandheimaufenthalt zum Kennenlernen, Fächer verbindender
Unterricht zum Kennenlernen der Schule und deren viele Jahrhunderte
alte Geschichte
Anwendung interkultureller Kenntnisse in Erfahrungssituationen (PAD)
Teilnahme an projektbezogenen Schüleraustauschen oder längeren In-
dividualaustauschen mit den USA, Frankreich, Spanien
Propädeutische Hinführung zum selbstständigen Forschen und wis-
senschaftlichen Arbeiten
Vielfältige und multikulturelle Aktivitäten zur Erweiterung der Perspek-
tiven: »Language Farm«, mehrsprachige Theater- und Geschichtspro-
jekte, Zeitzeugen
Theateranrecht seit über 55 Jahren

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| 75
Förderung von Begabungen:
Von 2009 bis 2016 Mitglied im Netzwerk für Begabtenförderung »GIF-
ted« und ein vom SMK bestätigtes Kompetenzzentrum für Begabten-
förderung
Teilnahme an regionalen und nationalen Wettbewerben verschiedener
Fachrichtungen: Bundeswettbewerb Fremdsprachen, Geschichtswett-
bewerb um den Preis des Bundespräsidenten, naturwissenschaftliche
Wettbewerbe
Begleitung bei komplexen Leistungen und Erstellung von BeLL auch
mit externen Spezialisten
Erwerb zusätzlicher Zertfikate über besonders ausgeprägte Sprachbe-
herrschung: DELF (Französisches Sprachzertifikat)
Teilnahme am Ferienkurs »English in Action« mit Muttersprachlern
Verschiedene Arbeitsgemeinschaften in unterschiedlichen Bereichen
Zusammenarbeit mit verschiedenen externen Partnern: TU Bergaka-
demie Freiberg, Universität Leipzig, SAEK, Partnerschulen, regionale
Presse und Stiftungen
Allgemeine Regelungen zur Stundentafel
Der Vertiefungsbereich wird durch folgende Ergänzungen und Substitu-
tionen in der Stundentafel umgesetzt. In Ergänzung und Erweiterung der
zur Förderung vorgesehenen Unterrichtsstunden in den Klassenstufen 5
und 6, die dort zur Vertiefung des Englischunterrichts verwendet werden,
wird zur stärkeren Betonung der Vertiefungsrichtung in den Klassenstu-
fen 5 bis 7 ein zusätzliches und an das Schulmotto angelehntes Fach Pi-
etati, Virtuti, Doctrinae (PVD), auch zu definieren als praktisch vernetztes
Denken, jeweils mit einer Wochenstunde unterrichtet. »Zusätzlich« erklärt
sich dabei nicht als Stundenaufschlag, sondern als inhaltliche Bereiche-
rung. Ein Schwerpunkt der Ausbildung in diesem schulspezifischen Un-
terrichtsfach stellt in der Klassenstufe 5 die Entwicklung informatorisch-
medialer Kompetenzen dar, in Klassenstufe 6 liegt das Hauptaugenmerk
auf »Natur und Empirie« und in der Klassenstufe 7 werden unter dem
Stichwort »Literalität« die Kompetenzen im Umgang mit Textsorten und
den verschiedensten Nachschlagewerken geschult. Die Stundentafel wird
durch vertretbare halbjährige oder ganzjährige Minderungen in anderen
Fächern analog den Regelklassen gehalten, wobei die naturwissenschaft-
liche Orientierung der sprachlichen Vertiefung fester Bestandteil ist. Bis
zum Beginn der bilingualen Sachfachausbildung ab Klassenstufe 7 und
darüber hinaus wird bei geeigneten Themen weiterhin unter Nutzung der
vorhandenen mehrjährigen Erfahrungen von der Option der bilingualen
Module Gebrauch gemacht.
Besonderheiten der vertieften sprachlichen Ausbildung
Jahrgangsübergreifend
intensive sprachliche Bildung mit nachhaltiger naturwissenschaftli-
cher Komponente
besondere Kompetenzentwicklung in weiteren Bereichen
bilinguale Sequenzen auf Englisch
Gestaltung von Unterrichtssequenzen durch Fremdsprachenassisten-
ten
Projektwochen am Ende jedes Schuljahres
virtuelle Kooperationen mit Schülern aus ganz Europa über die e-Twin-
ning-Plattform
Teilnahme an Comenius-Projekten
finanzielle Unterstützung des Gymnasiums St. Augustin und des Inter-
nats durch den
Augustiner-Verein e. V.
Klassenstufe 5 und 6
Vertiefungssprache Englisch mit 7 Wochenstunden
zweite Fremdsprache Französisch ab Klasse 6
Theatervorführung in englischer Sprache durch »White Horse Theater«

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Klassenstufe 7 und 8
bilingualer Sachfachunterricht Geografie auf Englisch
Schullandheimaufenthalt auf der »Language Farm«, Freienorla/Thürin-
gen in Klasse 7
dritte Fremdsprache Spanisch ab Klasse 8
Schulwanderungen mit bildungsgangrelevanter Ausrichtung in Klasse 8
Klassenstufe 9 und 10
bilingualer Sachfachunterricht Geografie auf Englisch
bilingualer Sachfachunterricht Biologie auf Englisch
wissenschaftspropädeutische Ausbildung
Anfertigen der Facharbeit, nach Möglichkeit im Fach Englisch oder
fachwissenschaftlich auf Englisch
Fächerverbindender Unterricht Klasse 10: Kommunikation »Mutter-
sprache – Mutter Sprache«
Teilnahme an Zertifikatskursen und Fremdsprachenwettbewerben
Austausch mit Partnerschulen im Ausland (Frankreich, Spanien)
Studien- & Berufsorientierung / Programm der Freien Akademie der
Wirtschaft
Kooperationen mit Universitäten und Hochschulen in Sachsen
Praktikum bei Betrieben in der Region in Klasse 9
Abschlussklassenfahrt in Klasse 10
Möglichkeit des Wohnens im Internat
In der über 465-jährigen Geschichte war St. Augustin immer Internats-
schule. Das Internat des St. Augustin Gymnasiums in Grimma ist das ein-
zige einem Regelgymnasium angegliederte Internat im Freistaat Sachsen.
Das Internat ist auf Grund seiner familienähnlichen Organisation sehr
beliebt. Es bietet einen strukturierten Tagesablauf, einschließlich der Zei-
ten für kontinuierliches Lernen. Die Internatserzieherinnen achten auf die
Erfüllung altersorientierter Pflichten, die Einhaltung vereinbarter Regeln
sowie die Schaffung individueller Freiräume, um den Heranwachsenden
optimale Entwicklungsmöglichkeiten auf schulischem und außerschuli-
schem Gebiet zu geben. In der Gemeinschaft lernen die Internatsschüler
Teamfähigkeit, Rücksichtnahme und das Übernehmen sozialer Verant-
wortung, finden und pflegen Freundschaften. Zum Angebot gehört dar-
über hinaus ein vielfältiges Freizeitangebot, das musische, künstlerische
und sportliche Neigungen weckt und fördert. Eine Betreuung im Internat
an Wochenenden und Feiertagen und in den Ferien findet nicht statt.
Die Möglichkeit einer finanziellen Förderung des Internatsplatzes besteht
durch die Melanchthon-Stiftung bzw. durch den Freistaat Sachsen.

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Das Romain-Rolland-Gymnasium ist das Dresdner Gymnasium mit
sprachlichem Profil und vertiefter sprachlicher Ausbildung. Der Namens-
geber der Schule, der Literaturnobelpreisträger Romain Rolland, steht mit
seinem Schaffen für Weltoffenheit, Friedensliebe und Toleranz, die auch
Maximen für das Handeln des Gymnasiums sind. Der Sprache Französisch
kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.
Das Gymnasium bietet den Schülern drei verschiedene Bildungsgänge,
die zur allgemeinen Hochschulreife führen:
das sächsische Abitur
das sächsische Abitur mit Zertifikat über die bilinguale Ausbildung
das sächsische Abitur und das französische Baccalauréat ( Doppelabitur
AbiBac)
Alle Schüler erlernen drei Fremdsprachen, alle können an Schüleraustau-
schen teilnehmen, alle können ihre Talente bei schulinternen, regionalen,
landesweiten oder internationalen Wettbewerben entwickeln. Sie sind
Teil einer Schule, deren Alltag und kulturelles Leben durch internationale
Kontakte geprägt ist.
Schüler, Lehrer, Eltern, Förderverein und Personal verstehen sich als eine
Schulgemeinschaft, die von einer kulturvollen und wohlwollenden Lern-,
Arbeits- und Lebensatmosphäre geprägt ist und bekennen sich zu Leis-
tungsanspruch und Mitmenschlichkeit.
Zielstellung
Die intensive Beschäftigung mit Sprachen und Kulturen sowie mit Ge-
schichte und Landeskunde am Romain-Rolland-Gymnasium befördert
Offenheit, Toleranz, Selbstbewusstsein, Einsatzbereitschaft und Lebens-
freude.
Das Romain-Rolland-Gymnasium steht für eine Bildung, die die jungen
Menschen erkennen und erfahren lässt, was sie ausmacht.
Sie verstehen sich als leistungsbereite Persönlichkeit mit Freude an der
eigenen Wirksamkeit.
Sie binden sich an die gemeinsamen Werte unserer Gesellschaft.
Sie zeigen im Umgang miteinander eine hohe soziale Kompetenz.
Sie begreifen Weltoffenheit und interkulturellen Dialog als Chance für
ihre Entwicklung.
Sie sind bereit, in der Gesellschaft auf verschiedenen Feldern Verant-
wortung zu übernehmen.
Sie sind befähigt, die globalisierte Arbeitswelt mitzugestalten.
Grundsätze des Lernens
Gestaltung des Unterrichts und des Schullebens:
Erlernen von Französisch, Englisch und einer dritten
Fremdsprache
(entweder Spanisch oder Latein)
auf hohem Niveau
nach den Prinzi-
pien Akzeleration und Enrichment
Französisch und Englisch im
Gruppenunterricht
(bilinguale Klassen 5
bis 8)
Maßnahmen zum erleichterten Übergang von der Grundschule auf das
Gymnasium: partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Grundschulen
Romain-Rolland-Gymnasium Dresden
mit frühem Fremdsprachenlernen Französisch, Grundschultag, fächer-
verbindender Unterricht «Meine neue Schule»
Schaffung
authentischer
Sprechsituationen sowie Einsatz ausländi-
scher Lehrwerke, Lektüren und audiovisueller Medien
Anwendung der
interkulturellen
Kenntnisse in Erfahrungssituationen
im In- und Ausland
Teilnahme an
projektbezogenen Schüleraustauschen
oder längeren
Individualaustauschen
mit Frankreich, Tschechien, Argentinien und
Peru
Förderung des
selbstorganisierten Lernens
: Selbstständigkeit im Zeit-
management/Strukturierung des Arbeitsprozesses, Hinführung zum
wissenschaftlichen Arbeiten, eigenständiges Forschen
Entwicklung des Reflexionsvermögens, das die Lernenden zur aktiven
Teilnahme an
geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Diskur-
sen
befähigt
Bereicherung des Schulalltags durch vielfältige und multikulturelle
Aktivitäten
: Deutsch-Französischer Tag, Lesungen, Foren mit Zeitzeu-
gen, AG Courage, »Fête de la musique«, mehrsprachige Theaterprojekte
Förderung von Begabungen:
regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an nationalen und inter-
nationalen Wettbewerben, u. a. Bundeswettbewerb Fremdsprachen,
Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, Deutsch-Französische
Literaturwettbewerbe (u. a. Prix Goncourt des lycéens allemands),
naturwissenschaftliche Olympiaden und Wettbewerbe
Erwerb zusätzlicher Zertifikate, die eine besonders ausgeprägte Sprach-
beherrschung nachweisen: DELF (Französisches Sprachzertifikat),
CertiLingua (Europäisches Exzellenzlabel für Sprachen)
Angebot zusätzlicher Konsultationen in Geographie, Französisch und
Geschichte im AbiBac-Bildungsgang
intensive Partnerarbeit mit verschiedenen Schulen in Frankreich
vielfältiges Angebot von Arbeitsgemeinschaften
regelmäßige Bildungsberatung zu Schullaufbahn und Berufswahl
muttersprachliche Lehrkräfte und Fremdsprachenassistenten
Zusammenarbeit mit externen Partnern: Institut Français,
Partnerschulen im In- und Ausland, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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»Jugend schreibt«, Dresdner Kinos, Staatliche Kunstsammlungen
Dresden, Staatsschauspiel u. a.
Das Besondere der bilingualen Ausbildung
Das Wort
bilingual
meint in seiner Grundbedeutung zweisprachig. Inner-
halb der vertieften sprachlichen Ausbildung bedeutet bilingual:
in Klassenstufe 5 und 6
verstärkter Französischunterricht ab Klasse 5
Unterricht in Sprachgruppen
Vorbereitung auf den bilingualen Unterricht in Geographie
ab Klassenstufe 7
bilingualer Unterricht im Fach Geographie
Vermittlung der Unterrichtsinhalte zunehmend auf Französisch
ab Klassenstufe 9
bilingualer Unterricht im Fach Geschichte
ab Klassenstufe 10
Wahl des Bildungsganges bilingual oder AbiBac
in der Sekundarstufe II
bilingualer Bildungsgang: Leistungskurs Französisch und ein bilingualer
Grundkurs
AbiBac: Leistungskurs Französisch und bikultureller Unterricht in
Geschichte und Geographie in französischer Sprache
Zunächst steht in Klassenstufe 5 und 6 ein verstärkter Französischun-
terricht auf dem Programm. Die Schüler werden so auf den bilingualen
Unterricht im Fach Geographie ab der Klassenstufe 7 vorbereitet.
Der
bilinguale Sachfachunterricht Geographie
vermittelt ausgehend
vom sächsischen Lehrplan Unterrichtsinhalte zunehmend auf Franzö-
sisch. Er führt schrittweise auf fachsprachliches und fachmethodisches
Arbeiten in der Fremdsprache hin.
Im
bikulturellen Sachfachunterricht Geschichte
wird Wissen über
deutsche und französische Geschichte durch vergleichende und analy-
sierende Methoden vermittelt. Die Betrachtung von Unterschieden und
Gemeinsamkeiten beider Kulturen, die Sichtweisen, Verhalten und Iden-
titäten ihrer Bewohner prägen, bilden neben Varianten der nationalen
Selbst- und Fremdwahrnehmung den Schwerpunkt des Unterrichts.

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Stundentafel und Spezifik der Bildungsgänge
Sowohl die regulären als auch die bilingualen Klassen profitieren von der
Begabtenförderung und werden nach einer veränderten Stundentafel
unterrichtet.
Stundentafel Sekundarstufe I
Fach
5 reg
16
5 bil
17
6 reg
6 bil
7 reg
7 bil
8 reg
8 bil
9 reg
9 bil
10 reg
10 bil
10 AbiBac
DE
5
5
4
4
4
4
4
4
4
4
4
4
3
RE/ETH
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2
GEO
2
2
2
2
2
2
1
2
1
1
2
2
2
GE
1
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2
2
2
2
2