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Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz
(
CC-BY-SA
).
Dies ist
eine
Free-Culture-Lizenz
.
TachyGIS – Eine Idee zur archäologischen
Grabungsvermessung mit Tachymeter und GIS
Reiner Göldner
(Landesamt für Archäologie Sachsen)
mit Unterstützung von Christof Schubert
1
und Jörg Räther
2
Kurzfassung
Entwurf: Februar 2017, Überarbeitung: April 2018
1
Landesamt für Archäologie Sachsen
2
Archäologisches Museum Hamburg

 
Landesamt für Archäologie Sachsen
Dresden, den 01.06.2018
TachyGIS_Anforderungen_Kurzfassung.docx
Seite 2
Kurzfassung
TachyGIS
ist eine
Idee zur archäologischen Grabungsvermessung mit Tachymeter und GIS
, die den
bisherigen CAD-zentrierten Ansatz
3
auf GIS überträgt. Die
aktuellen Herausforderungen
bei der
tachymetrischen Vermessung bestehen in hohen bzw. gestiegenen Lizenzkosten (z.B. für AutoCAD), in einer
mangelhaften Integration von Attributen und in mangelhafter Nachhaltigkeit (Archivfähigkeit).
Die hier vorgestellte Projektidee „TachyGIS“ besteht darin, die Möglichkeiten des CAD-zentrierten Ansatzes
(insbes. Visualisierung) auf GIS zu übertragen und zugleich die o.a. Herausforderungen zu meistern. Dazu
lassen sich die Kosten durch kooperative FOSS
4
-Entwicklung begrenzen, die Attributierung wird durch GIS
bzw. GIS-Daten realisiert und Nachhaltigkeit lässt sich durch eine Geodatenbank mit Standardformat
erreichen. Die Erfahrungen aus dem „survey2gis“-Projekt
5
sind dabei eine wertvolle Hilfe.
FOSS
(Free and Open Source Software, freie und quelloffene Software) bietet viel Potenzial, Kosten zu
begrenzen. Dies gilt nicht nur für die freie Nutzung vorhandener Software, sondern auch für die freie
(Weiter-)Entwicklung von nutzerspezifischer Software. Kosten entstehen also immer nur für die Entwicklung
neuer, hinzukommender Softwarekomponenten. Dieser positive Effekt kann durch gezielte Kooperation
vervielfacht werden!
Modularität
und
Standardisierung
sind Eckpunkte erfolgreicher IT-Verfahren, weil sie
Flexibilität und Nachhaltigkeit bewirken. Im Zusammenspiel mit gezielter
Kooperation
bilden sie ein FOSS-
Erfolgsdreieck, mit dessen Hilfe sich Kosten dauerhaft senken lassen.
Das vorgestellte
Grobkonzept
bietet eine
Systemübersicht
, ein
Funktionsmodell
und ein
Datenmodell
. Das
TachyGIS-System besteht aus Tachymeter und Feldbuch/Notebook mit Datenverbindung. Die TachyGIS-
Softwaremodule übernehmen die3D-Vermessungsdaten über die Tachymeter-Schnittstelle und
kommunizieren mit entsprechenden (GIS-)Komponenten zur Erfassung und Visualisierung. Die
Vermessungsdaten werden in einem standardisierten und nachhaltigen Format in einer Geodatenbank
gespeichert und können so jederzeit umfänglich per GIS analysiert werden.
TachyGIS besteht aus drei unvermeidlichen
funktionellen Kernkomponenten
: Tachymeter-Schnittstelle,
Vermessung/Attributierung und Visualisierung. Die Tachymeter-Schnittstelle ermöglicht eine direkte
Übernahme der Messdaten vom Tachymeter in die TachyGIS-Module. Die Vermessung/Attributierung
erlaubt das Editieren von Geo-Objekten (Punkte, Linien, Polygone) anhand von gemessenen Koordinaten
und die Zuordnung von Attributen wie Objekt-ID oder Objekttyp aus kontrolliertem Vokabular. Die 3D-
Visualisierung unterstützt die Vermessung und das Editieren. Daneben ist eine Vielzahl von Funktionen
wünschenswert, die die alltägliche Arbeit unterstützen, vereinfachen und absichern. Außerdem gibt es im
GIS üblicherweise schon viele nützliche Funktionen, die nicht neu entwickelt werden müssen.
Das
Geodaten-Modell
erlaubt die 3D-Erfassung von Punkten, Linien und Polygonen, dazu wird der OGC-
Standard „Simple Features Access“ in der Ausprägung von WKT empfohlen. Als Attribute kommen a priori in
Frage: Aktivitätskode (oder Grabungskode), Objekttyp (grob), Objekt-ID (z.B. Fund-Nr.), Objektart,
Beschriftung und Bemerkung. Weitere Attribute und Verknüpfungen werden üblicherweise über eine
separate Datenbankstruktur (Grabungsdatenbank) erfasst und können über die Objekt-ID verlinkt werden.
Die
Umsetzung
erfordert zunächst eine weitere
Evaluation
, in der z.B. die existierenden FOSS-GIS auf ihre
Tauglichkeit hin (insbesondere bzgl. 3D-Editieren und 3D-Visualisierung) untersucht werden. Daneben sind
die Anforderungen des Grobkonzepts mit potentiellen Kooperationspartnern abzustimmen. Mit den
Ergebnissen der Evaluation kann ein
Feinkonzept
erstellt werden, dem die
Implementierung
folgt.
Ausführlich unter:
http://www.landesarchaeologen.de/fileadmin/Dokumente/Dokumente_Kommissionen/
Dokumente_Archaeologie-Informationssysteme/Dokumente_DGD-WS/V_Goeldner1_TachyGIS_Artikel.pdf
3
mit Feldbuch und 3D-Visualisierung (unter Nutzung von Software wie z.B. AutoCAD, TachyCAD, Fotoplan, …)
4
Free and Open Source Software (freie und quelloffene Software)
5
FOSS-Tool zur Übernahme von manuell kodierten und nicht visualisierten 3D-Vermessungsdaten ins GIS