»Pack dein Studium«
mit der Webseite pack-dein-studium.de
ist das offizielle Infoportal zur Studienorientierung in Sachsen.
Hier findest du überschaubare Informationen zur Hochschul-
landschaft Sachsen, alle 14 staatlichen Hochschulen, die
Berufsakademie Sachsen und die Studienstandorte im
Porträt, Erfahrungsberichte von Studierenden und Lehrenden
der sächsischen Hochschulen sowie Termine zu Tagen der
offenen Tür, Schnupperstudien, Ferienhochschulen, Messen
und Veranstaltungen.
In einer Datenbank mit über 1.000 Studiengängen kannst du
nicht nur nach ausgewählten Studiengängen suchen, sondern
gezielt z. B. nach Hochschultypen oder Studienstädten.
»Pack dein Studium. Am besten in Sachsen.«
wurde als erste
gemeinsame Kampagne des Sächsischen Wissenschaftsminis-
teriums und der sächsischen Hochschulen 2008 initiiert.
Alle Infos und Termine unter:
www.pack-dein-studium.de

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Liebe Schülerinnen
und Schüler,
für Sie steht bald der nächste Schritt an: das Studieren. Das
Was
und
Wo
ist für die Wenigs-
ten eine leichte Entscheidung. Mit der Initiative des sächsischen Wissenschaftsministeriums
»Pack dein Studium. Am besten in Sachsen.«
wollen wir Ihnen die Orientierung erleichtern.
Unsere vier staatlichen Universitäten, fünf Kunsthochschulen, fünf Hochschulen für ange-
wandte Wissenschaften im Freistaat und das duale Studienangebot der Berufsakademie
Sachsen bieten ein so vielseitiges Fächerspektrum von den Geisteswissenschaften bis zu
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, dass für jede und jeden das
passende Studienfach dabei ist. Eine übersichtliche und zugleich detaillierte Studiengang-
suche auf
www.pack-dein-studium.de
hilft Ihnen hoffentlich weiter. Außerdem finden Sie
auf der Webseite alles Wichtige zu den sächsischen Hochschulen und den Studienstand-
orten kompakt im Überblick: Hochschulen im Porträt, Erfahrungsberichte von Studieren-
den, nützliche Informationen zum Studieren mit Beeinträchtigung und eine umfangreiche
Terminübersicht zu anstehenden Messen, Seminaren, Veranstaltungen und Tagen der of-
fenen Tür.
Ich möchte Sie herzlich ins Hochschulland Sachsen einladen: Die hervorragende Quali-
tät der Ausbildung, der effiziente Studienaufbau, verbunden mit guter Begleitung und
Unterstützung durch die Lehrenden, die sehr gute Ausstattung der Hochschulen – das
sind überzeugende Argumente für junge Menschen aus aller Welt, sich für ein Studium in
Sachsen zu entscheiden. Nicht zuletzt sprechen vielfältige Möglichkeiten für Praktika und
Jobs nach dem Studium in über 50 Forschungseinrichtungen und in der Wirtschaft oder
auch hervorragende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder dafür, ein Studium in Sachsen
zu beginnen und hier beruflich anzukommen.
Studieren ist ein spannender neuer Lebensabschnitt, verbunden mit vielen Herausforde-
rungen und Freude am Neuen! Wie andere ihren Weg gefunden haben und wie sie ihr Stu-
dium packen, können Sie in dieser Broschüre nachlesen.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Entdecken und viel Erfolg bei Ihrer Studienwahl!
SEBASTIAN GEMKOW
Sächsischer Staatsminister
für Wissenschaft,
Kultur und Tourismus
3

 
GUT ZU WISSEN
Vorwort
3
Richtig informieren – besser starten
6
Argumente für ein Studium in Sachsen
30
Die sächsischen Studentenwerke
91
Studieren mit Beeinträchtigung
92
Anhang
94
Impressum
100
HOCHSCHULSTÄDTE
IM PORTRÄT
Dresden
34
Leipzig
36
Chemnitz
38
Freiberg
40
Mittweida
42
Zwickau
44
Zittau
46
Görlitz
48
UNIVERSITÄTEN
Technische Universität Dresden
16
Mark:
Forstwissenschaft
12
Alona:
Verkehrsingenieurwesen
14
Universität Leipzig
17
Denise:
Informatik
18
Stefanie:
Sportwissenschaft
20
Technische Universität Chemnitz
26
Luise:
Medienkommunikation
22
Patrick:
Automobilproduktion
und -technik
24
Technische Universität
Bergakademie
Freiberg
27
Benita:
Geophysik
28
4

KUNSTHOCHSCHULEN
Hochschule für Musik und
Theater »Felix Mendelssohn
Bartholdy« Leipzig
54
Mareike:
Lehramt Schulmusik
52
Hochschule für Musik
Carl Maria von Weber Dresden
55
Antonin:
Gitarre
56
Hochschule für Bildende
Künste Dresden
60
Prof. Anne Neuser:
Theaterdesign/Kostümdesign
58
Hochschule für Grafik und
Buchkunst Leipzig
61
Victoria:
Malerei mit
medienübergreifender Ausrichtung
62
Palucca
Hochschule
für Tanz Dresden
66
Anthony:
Tanz
64
HOCHSCHULEN
FÜR ANGEWANDTE
WISSENSCHAFTEN
Hochschule Mittweida
72
Jennifer und Erik:
Allgemeine und
Digitale Forensik
70
Hochschule für Technik,
Wirtschaft und Kultur Leipzig
73
Alaa:
Bauingenieurwesen
74
Hochschule für Technik
und
Wirtschaft
Dresden
78
Nico:
Produktionsmanagement/
Agrarwirtschaft
76
Westsächsische
Hochschule
Zwickau
79
Alexander:
Informations- und
Kommunikationstechnik
80
Hochschule Zittau/Görlitz
84
Ezzat:
Molekulare Biotechnologie
82
Evangelische Hochschule Dresden
85
Prof. Thomas Fischer:
Pflege
86
BERUFSAKADEMIE
SACHSEN
90
Florian:
Digital Engineering
88
5

 
Richtig
informieren —
besser starten
Das Abi geschafft, die Welt zu Füßen –
jetzt geht es los! Aber was eigentlich?
Studieren an einer Uni? Oder lieber
praxisorientierter an einer Hochschule
für angewandte Wissenschaften oder
dual an der Berufsakademie Sachsen
starten?
Du verfolgst schon einen Plan? Klasse!
Wenn nicht: auch gut. Das Selbster-
kundungs-Tool der Bundesagentur für
Arbeit zeigt dir passende Studiengän-
ge. Auch das unabhängige OSA-Portal
(für Online-Self-Assessments) hilft dir,
so wie auch Interessentests von Hoch-
schulkompass bzw. der ZEIT – und na-
türlich das Gespräch mit Studierenden,
Absolventinnen und Absolventen oder
den Studienberaterinnen und -beratern
an deiner Wunschhochschule. Wichtig
auch zu hinterfragen: Welche Anforde-
rung stellt das jeweilige Studium?
arbeitsagentur.de/bildung/
studium/welches-studium-
passt
osa-portal.de
studium-interessentest.de
zeit.de/interessentest
Was passt zu dir?
Uni oder Hochschule für
angewandte Wissenschaften?
Wer an der Universität studiert, arbeitet eher wis-
senschaftlich, die Hochschulen für angewandte
Wissenschaften (HAW) bieten mehr Praxis. Das
ist, vereinfacht, das Grundprinzip. Beide Hoch-
schultypen bilden den wissenschaftlichen Nach-
wuchs aus. Hochschulen für angewandte Wissen-
schaften sind anwendungsnäher. Viele von ihnen
kooperieren mit Unternehmen, auch die Forschung
wird immer wichtiger.
An die Kunsthochschule?
Wer künstlerisches Talent in einer Eignungsprü-
fung nachweisen kann, hat teils auch ohne Abi-
tur eine Chance auf ein künstlerisches Studium.
Kunst- und Musikhochschulen sind den Univer-
stäten gleichgestellte Hochschulen und bieten dir
eine Ausbildung in den bildenden, gestalterischen
und darstellenden Künsten und in musikalischen
Fächern an. Eine Besonderheit ist die Zusammen-
arbeit mit namhaften Orchestern oder Theatern
und der Austausch mit erfolgreichen Künstlerin-
nen und Künstlern.
An die Berufsakademie Sachsen?
Hier die Praxis, dort die Theorie – und beides ganz
eng verknüpft: Das bietet die Berufsakademie
Sachsen. An sieben sächsischen Standorten wirst
du optimal für deinen Beruf vorbereitet: im Un-
ternehmen als Praxis-Lernort, in der Berufsaka-
demie Sachsen als Theorie-Lernort. Und das mit
monatlichem Gehalt. Nach drei Jahren machst du
deinen anerkannten Bachelor- bzw. Diplomab-
schluss.
6

Numerus Clausus
Wenn es mehr Bewerber als Studienplätze in einem
Fach gibt, greift der NC als Zulassungsgrenze.
Aus-
schlaggebend ist die Abiturnote.
Diese Notengrenze
kann bundesweit einheitlich geregelt sein oder hoch-
schulspezifisch gelten. Sie variiert von Jahr zu Jahr,
weil sie von der Anzahl und dem Notendurch-
schnitt der Bewerberinnen und Bewerber
abhängt.
Zulassung
Ordnung im Bewerbungswirrwarr bieten bundesweit
einheitliche Zulassungsverfahren für bestimmte Studien-
gänge, beispielsweise Medizin. Bewerbungen sind nur
über ein bestimmtes Online-Verfahren möglich:
www.hochschulstart.de
. Es gibt aber auch viele zulassungs-
freie Studiengänge – leicht zu finden über die Suche
auf
www.pack-dein-studium.de
.
Alle Möglichkeiten:
die Abschlüsse
Der Bachelor
Dein Ticket für mehr: Die Abschlüsse Bachelor und
Master sind international anerkannt und es gibt
sie an allen Hochschulen. Der Bachelor ist die
Basis – mit einem ersten akademischen Grad nach
drei oder vier Jahren. Danach ist ein Masterstudi-
um möglich – oder eine Pause. Du kannst mit dem
Bachelor also auch erst einmal ins Berufsleben
starten. Den Bachelor kannst du an Universitäten,
Kunsthochschulen, Hochschulen für angewand-
te Wissenschaften und an der Berufsakademie
Sachsen erlangen.
Der Master
Du hast Lust auf mehr Wissenschaft, willst dich
spezialisieren oder möchtest dein berufliches
Wissen auf ein neues Level bringen? Dann ist das
Masterstudium an einer Universität, Kunsthoch-
schule oder an einer Hochschule für angewandte
Wissenschaften deine Wahl.
Die Staatsprüfung
Einige Studiengänge schließen immer mit der
Staatsprüfung (auch Staatsexamen genannt) ab:
Human-, Tier- und Zahnmedizin, Pharmazie, Le-
bensmittelchemie und Rechtswissenschaften –
und in Sachsen auch die Lehramtsstudiengänge:
Nach der ersten Staatsprüfung leistest du hier ei-
nen mehrmonatigen Vorbereitungsdienst (Refe-
rendariat), den du mit der zweiten – praktischen
– Staatsprüfung abschließt.
Das Diplom
Klassiker mit gutem Ruf: In Sachsen kannst du
dein Studium an fast allen Hochschulen mit ei-
nem Diplom abschließen. Ein echter Vorteil der
Diplom-Abschlüsse gegenüber den Bachelor- und
Master-Abschlüssen liegt weiterhin in den tech-
nischen Bereichen. Das Diplom genießt hier seit
je einen hervorragenden Ruf. Alle Diplomstudi-
engänge sind kompatibel im europäischen Hoch-
schulraum und mit der Bologna-Erklärung.
pack-dein-studium.de
studieren.sachsen.de
7

Staatliche
Studienakademie
Riesa
Hamburg 4 h
Frankfurt 4 h
Leipzig
Plauen
Glauchau
Breitenbrunn
Riesa
A 4
A 4
A 14
A 14
A 72
A 38
Chemnitz
Zwickau
Mittweida
München 3 h
Elbe
Göttingen 2 h
Mulde
Freiber
Universität Leipzig
Hochschule für Musik und Theater Leipzig
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Staatliche Studienakademie Leipzig
Technische Universität
Chemnitz
Staatliche Studienakademie Glauchau
Hochschule Mittweida
Staatliche Studienakademie
Staatliche Studienakademie
Westsächsische Hochschule
Zwickau
Plauen
Breitenbrunn
8

200 km
300 km
400 km
500 km
Berlin
Hamburg
Hannover
Frankfurt
Köln
Stuttgart
Nürnberg
100 km
Mün hen
Technische Universität
Dresden
Hochschule für Bildende Künste Dresden
Hochschule für Musik Dresden
Palucca Hochschule für Tanz Dresden
Hochschule
für
Technik
und
Wirtschaft
Dresden
Berlin 2 h
Evangelische Hochschule Dresden
Dresden
Prag 2 h
Breslau 2 h
Zittau
Görlitz/Zgorzelec
Bautzen
A13
A 4
A 17
Elbe
eiberg
D 8
Technische Universität
Bergakademie
Freiberg
Staatliche Studienakademie Dresden
Hochschule
Zittau/ Görlitz
Staatliche
Studienakademie
Bautzen
9

 
UNIVERSITÄTEN
16
TU Dresden
17
Universität Leipzig
26
TU Chemnitz
27
TU Bergakademie Freiberg

 
Technische Universität Dresden
Mark liebt und
lebt für den Wald
»Ich bin im Wald groß geworden, gehe jagen oder einfach nur spazieren. Es wurde
Zeit für mich zu wissen, wo Holz eigentlich herkommt.« Heute studiert Mark Forst-
wissenschaften an der TU Dresden.
Holz als Leidenschaft
Nach Abitur, Wehrdienst und kurzer Auszeit in
Schweden hat Mark eine Ausbildung zum Tisch-
ler begonnen und als Innungsbester abgeschlos-
sen. Sein Interesse am Rohstoff Holz war mitt-
lerweile so groß, dass ihm das Wissen um dessen
Verarbeitung nicht mehr ausreichte.
»Bei Forst-
wissenschaften machst du wirklich alles, von
biologischen Prozessen, Grundlagenchemie, Bo-
denkunde, Insekten- und Waldwachstumsleh-
re, Mathematik, Statistik bis hin zu Inventur, Be-
triebsführung, Management und Forstpolitik.
Ich kann nur jedem empfehlen, das zu machen,
was man will und sich davon nicht abbringen
zu lassen.«
Von Dresden geflasht
Auf Dresden aufmerksam wurde Mark durch die
Broschüre »Pack dein Studium«. »Das Interesse,
junge Leute für ihre Studiengänge zu begeistern,
hat mir imponiert. Ich musste hier kein Vorprakti-
kum machen. Außerdem wollte ich nach 23 Jah-
ren in meinem Heimatort Celle irgendwohin, wo
ich noch nie war und keinen kannte.
Der Anblick
der Elbpromenade hat mich dann auch gleich ge-
flasht. Ich war erstaunt, wie groß das alles ist.
Also zumindest für mich, der da irgendwo aus der
Heide kommt.«
Familiär und feierfreudig
Obwohl zur TU Dresden gehörend, wird die Fach-
richtung Forstwissenschaft 20 km außerhalb ge-
lehrt. »Tharandt ist ein kleiner Ort. Dennoch gibt
es hier alles, was man braucht. Es ist sehr familiär
und ich habe schnell Anschluss gefunden. Die Pro-
fessorinnen und Professoren können sehr ernst
sein, sind aber auch Kumpeltypen. Sie lassen dich
niemals alleine. Und wir haben hier den Laufsteg
für Forstmode. Der einzige Nachteil: Der Campus
hat keine Kneipe. Dafür schätze ich die Nähe zur
Dresdner Neustadt sehr, denn
als Förster sollte
man definitiv feiern können.«
Mark Norman Wrede
Forstwissenschaft
Erlebe Mark und seine
Waldleidenschaft!
12

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Zum Glück Diplom
Alona Chesnok
Verkehrsingenieurwesen
Ballett tanzen und den Verkehr der Zukunft planen? Für die
21-jährige Alona sind das keine Gegensätze. Die gebürtige Ukrainerin
lebt seit zehn Jahren in Deutschland und studiert im 7. Semester
Verkehrsingenieurwesen an der TU Dresden.
14

Technische Universität Dresden
Erinnerst
du dich noch an deinen
ersten Gedanken an ein Studium?
Schon in der Grundschule, aber nur, weil alle Erwach-
senen gesagt haben, dass Studieren so unglaublich
schwer sei. Zweifel wecken meinen Ehrgeiz. Natur-
wissenschaften sind für Jungs? Na, dann probie-
re ich das! Mathe und Physik sind voll schwer? Will
ich wissen! Ich möchte anderen zeigen: Man kann
das schaffen und Ingenieurwesen studieren, auch
ohne 24 Stunden pro Tag nonstop zu lernen.
Verkehr, Mobilität und Transportlo-
gistik – es gibt viele Optionen,
Verkehrsingenieurwesen zu studieren.
Warum hast du dich für die TU
Dresden entschieden?
Nach dem Abitur war ich ziemlich planlos. Ich hat-
te Mathe und Physik als Leistungskurse
belegt
und wollte ein Studium im Ingenieurbereich pro-
bieren. Ich wusste, dass die TU Dresden einen gu-
ten Ruf hat und habe auf der Webseite geschaut,
was es für Studiengänge gibt. Verkehrsingenieur-
wesen klang facettenreich, interessant und zu-
kunftsrelevant. Erst im Nachhinein habe ich be-
griffen, was ich für ein Glück hatte.
Inwiefern?
Überall sonst wird Verkehrsingenieurwesen im
Bachelor- oder Masterstudiengang angeboten.
Nur an der TU Dresden gibt es den Studiengang
mit Diplom-Abschluss und das auch noch beson-
ders umfangreich.
Das war mir anfangs nicht klar
und jetzt bin ich froh über diesen Weg.
Nimm uns mal ein bisschen mit ins
Studium des Verkehrswesens!
Das breite Spektrum an Möglichkeiten reizt mich.
Im Grundstudium blickt man in alle Bereiche hin-
ein: Straßen-, Schienen-, Luft-
und sogar Wasser-
verkehr. Abgesehen davon muss man Ingenieur-
Fächer wie Mathe, Physik, Technische Mechanik,
Informatik etc. besuchen, aber sie sind nur ein
Bruchteil des Studiums. In Vorlesungen wie »Um-
welt und Verkehr«, »Telematik«, »Verkehrswirt-
schaft« und sogar »Verkehrspsychologie« lernt
man viel über den modernen Verkehr. Was einem
gefällt, kann man im Hauptstudium ab dem 5. Se-
mester individuell vertiefen. Und das 9. Semester
ist für alle ein Praxissemester.
Brauchtest du spezielle Vor-
kenntnisse für dein Studium?
Mathe und Physik als Leistungskurse besucht
zu haben, war schon von
Vorteil. Darüber hinaus
habe ich nur die Brückenkurse besucht. Aber da
das Abi bei mir sehr frisch war, habe ich die Zeit
eher genutzt, andere Erstis kennenzulernen. Kon-
takte sind wirklich wichtig.
Was machst du als Ausgleich zum
Lernen?
Ich tanze Ballett, nähe und interessiere mich für
Mode-Design und Kunst. Das ist ein krasser
Ge-
gensatz zu meinem Studium. Wenn man mich
sieht, kommt vielleicht niemand darauf, was ich
studiere. Mit diesem Klischee möchte ich aufräu-
men.
Ich kann mich für Mode interessieren, Bal-
lett tanzen und Ingenieurin sein.
15

 
Exzellent:
Technische Universität
Dresden
»Wissen schafft Vielfalt« sagt die TU Dresden über sich. Noch dazu ist sie seit
2012 ganz offiziell mit zehn anderen deutschen Unis exzellent.
Mit ihren 17 Fakultäten bietet sie auf jeden Fall ein sehr breites Fächerspektrum:
Du kannst hier Natur-, Ingenieur- und Verkehrswissenschaften, Sprach-, Literatur-
und Kulturwissenschaften, Wirtschafts-, Erziehungs- und Bildungswissenschaften,
Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften sowie Informatik und Medizin studieren.
Mehr als 30.000 Studierende aus 125 Ländern
nutzen die vielen Möglichkeiten einer der größten
technischen Unis Deutschlands, die mit 11.000
Beschäftigten auch einer der größten regionalen
Arbeitgeber ist.
Dresden ist Zukunft:
Mit ihren Schwerpunkten
Biomedizin und Bioengineering, Materialwissen-
schaften, Informationstechnik und Mikroelektro-
nik, Energie und Umwelt sowie Kultur und gesell-
schaftlicher Wandel ist die TUD bundes- und
europaweit bestens aufgestellt. Auch internatio-
nal hat die Uni einen klasse Ruf. Fast jeder achte
Studierende kommt aus einem anderen Land.
Noch eine Besonderheit:
Du kannst hier eine gro-
ße Auswahl an Diplomstudiengängen absolvie-
ren. Gut für deine Zukunft: Weltweit gilt der Dipl.-
Ing. als Qualitätsabschluss »made in Germany«.
Die klassischen Diplom-Studiengänge gibt es vor
allem in den Ingenieur- und Wirtschaftswissen-
schaften.
Übrigens:
Schon seit 2007 ist die TUD als familiengerech-
te Hochschule zertifiziert – da klappt auch das
Studieren mit Kind. Seit 2020 gibt es sogar einen
extra Bereich für Universitätskultur an der TUD: Parti-
zipation, Diversität und Nachhaltigkeit, damit Teilhabe
und Kreativität noch besser gelingen. Die Green Office-
Initiative sorgt beispielsweise dafür, dass Klima- und
Umweltschutz fest im Uni-Alltag verankert und vor
allem sichtbar sind. Ein logischer Schritt. Seit 2003
bekommt die TUD jährlich ein Zertifikat für ihr
Engagement verliehen, Umweltbewusstsein in
Forschung und Lehre zu vermitteln sowie
in der täglichen Arbeit umzusetzen.
tu-dresden.de
16

Seit 1409 anziehend:
Universität Leipzig
Über 150 Studiengänge von A wie Afrikastudien bis Z wie Zahn-
medizin, 14 Fakultäten, knapp 30.000 Studierende, von denen
rund 3.400 aus dem Ausland kommen: Seit über 600 Jahren ist
die Universität ein großartiger Ort der Bildung – von den Geistes-
und Sozialwissenschaften bis zu den Natur- und Lebenswissen-
schaften.
Y es!
Sí!
Ja!
Da!
Haj!
Du interessierst dich für Rechtswissenschaft, Medizin, Lehramt oder Phar-
mazie?
Mehr als ein Drittel aller Studierenden sind inzwischen in diesen Fä-
chern immatrikuliert. Aber auch Hebammenkunde, Digital Humanities und
viele andere Studiengänge kannst du hier studieren.
#LeipzigStudieren
– das bedeutet höchstwahrscheinlich: sich Hals über
Kopf verlieben in eine ganz besondere Stadt mit einer unvergleichlichen At-
mosphäre. Die Eventkalender sind voll mit Konzerten, Partys, sportlichen
Aktivitäten, Lesungen, Ausstellungen oder Programmkino. Und was viele
nicht wissen: Leipzig ist eine Wasserstadt!
Die 14 Fakultäten der Universität begegnen dir an vielen verschiedenen Or-
ten in der Stadt.
Mitten im Stadtzentrum funkelt die gläserne Fassade des
Neuen Augusteums – hier befindet sich unter anderem der größte Hörsaal
der Universität, der Audimax. Eine Besonderheit entdeckst du im Inneren:
zwei Kabinen zum Teledolmetschen und eine Trainingsanlage für angehende
Dolmetscherinnen und Dolmetscher. Direkt daneben findest du das Hörsaal-
gebäude. Hierher zieht es die Studierenden nicht nur zu den Vorlesungen,
sondern auch wegen der modernen Mensa sowie der einladenden Campus-
Bibliothek. Auch die altehrwürdige Bibliotheca Albertina in der Beethoven-
straße ist ein charismatischer Ort zum Lernen und Austauschen.
»Und was
macht man
dann damit?«
…ist eine häufige Frage zum Thema Studieren. An der
Universität Leipzig gibt es — wie an allen Hochschulen
— einen Career Service, der dich bei allen Fragen zum
Berufseinstieg und Bewerben, zum Ausbau deiner
Schlüsselkompetenzen, zum Thema Praktikum
und bei der Stellensuche unterstützt
uni-leipzig.de
leipzig-studieren.de
.
17

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Liebe ganz
rational
Wie man von einer Digitalisierungsidee zur Umsetzung gelangt,
treibt Denise an. Deshalb studiert sie Informatik an der Universität
Leipzig – mit viel Kalkül und noch mehr Liebe zu ihrem Fach.
Analytisch vorgehen
Analyse, Weitblick, Genauigkeit – das ist das Handwerkszeug
von Denise. Null oder eins, ja oder nein. Ohne strategische
Abwägung keine Entscheidung. Analytische Entscheidungen
sind das Erfolgsrezept der gebürtigen Bambergerin, die nicht
ahnte, dass sie einmal der komplexen Informatik ihr Herz
schenken würde. »Ob ich überhaupt studieren würde, war mir
lange nicht klar«, erzählt die 28-Jährige und erinnert sich, dass
sie vor zehn Jahren noch von Sozialer Arbeit geträumt hatte.
»Dafür habe ich extra eine Fachoberschule im Sozialzweig be-
sucht.« Denise machte das Abi – um bei einem langen USA-
Aufenthalt zu dem Entschluss zu kommen, es wenigstens an
einer Hochschule zu probieren. Und wenn das nicht klappen
würde? »Dann wollte ich als Alternative eine Ausbildung zur
Goldschmiedin machen.«.
In sich hineinhören und dann
entscheiden
Das Digitale zog mehr. Denise, die sich selbst als sehr emo-
tional einschätzt, liebt rationale Entscheidungen.
Was kann
ich später mit meinem Studium beruflich machen? Was
wird im Studium von mir verlangt? Und kann ich mir das
Studium überhaupt leisten?
Das sind die Fragen, die sie
allen ans Herz legt, die nach dem richtigen Studium suchen.
»In der Findung stellte ich mir zwei elementare Studientätigkei-
ten vor: viel lesen und schreiben oder viel rechnen und durch-
denken. Da wurde mir bewusst, dass ich zwar zu Schulzeiten
z. B. sehr gut in Englisch war, mir aber langfristig am ehesten
vorstellen konnte, Matheaufgaben zu lösen«, erinnert sich
Denise.
»Für mich ist eine Volluniversität mit ihrem breiten
Spektrum perfekt, späterwird es schwieriger und kostspieliger,
18

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Universität Leipzig
noch einmal auf solche Ressourcen zurückgrei-
fen zu können.«
Mit der Informatik ist es ähnlich.
Es sind seine breiten Anwendungsmöglichkeiten,
die das Fach für sie so spannend machen.
»In bei-
nahe jedem Gegenstand unseres Alltags steckt
heutzutage ein Chip. Diese Technologien zu ver-
stehen und ihre Funktionsweisen durchblicken zu
können, treibt mich an.«
Über den Tellerrand blicken
Mittlerweile liegen das Bachelorstudium und vie-
le Auslandserfahrungen hinter ihr. Ihre Entschei-
dung für die Uni Leipzig hat sich bewährt. »Im
Ergänzungsbereich lernte ich
Norwegisch
und
belegte Kurse in der
Amerikanistik
. Man
kann
ständig über seinen eigenen fachlichen Tellerrand
hinausblicken.« Das 2. Semester ihres Master-
Studiums verbrachte sie an der Universität
Zag-
reb
. Demnächst steht der Master-Abschluss an –
mit Baby und Familientrubel. Vor einem Jahr ist
Denise Mutter geworden. Und später? »Ich möch-
te in Leipzig bleiben und gerne in die API-Entwick-
lung mit Fokus aufs Backend gehen«, blickt De-
nise in die Zukunft. »Logiken zu implementieren,
auf denen dann Schnittstellen aufbauen, gefällt
mir gut.
Zusätzlich möchte ich weiterhin in Infor-
matikerinnen-Netzwerken aktiv sein und Frauen
Mut machen, mit Stereotypen aufzuräumen.«
Denise Arnold
Informatik

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Von der Loipe
an die Uni
Stefanie Wild
Sportwissenschaft

Universität Leipzig
Berge und Skier: eine traumhafte Verbindung und für die gebürtige Vogtländerin
von Anfang an die perfekte Basis für ein richtig sportliches Leben. Die ersten
Langlaufskier hat Stefanie mit fünf Jahren unter den Füßen, später wächst
daraus eine echte Leidenschaft für den Biathlon – auf Wettkampfniveau.
Nur logisch, dass ihr Weg direkt von der Sportschule an die Uni geführt hat.
»Auf meinen Studiengang bin ich erst über den
Leistungssport – ich komme aus der Nähe von
Klingenthal – und dann über das Sport-Abi gesto-
ßen. Man bekommt dort einen ersten sportwis-
senschaftlichen Überblick, lernt vieles über den
eigenen Körper. Das macht neugierig! Ich bin je-
mand, der gern mehr wissen möchte – auch, um
zum Beispiel beim Training besser zu verstehen,
warum man was macht und welche Übungen
wirklich was bringen.«
Eine klare Entscheidung
Während manche auch mal eher zufällig in ihrem
Studienfach landen, war für Stefanie von Anfang
an klar: Ich will Sport machen! Bei der Wahl des
Studienortes hat die Nähe zu Familie und Freun-
den durchaus eine große Rolle gespielt, aber auch
die vielen Eindrücke von Trainingslagern und Be-
suchen bei Freunden, die sich schon für Leipzig
entschieden hatten. Mit ihrer Wahl ist sie nach
einem Jahr Studium rundum zufrieden: Das Leip-
ziger Umland mit seinen vielen neuen Seen ist
perfekt für Rennrad, Inline-Skates und Roller-
ski oder zur Entspannung. Auch die Bedingun-
gen auf dem kompakten Campus passen perfekt
zum Studi-Alltag. Alles ist an einem Ort, sämtliche
Sportstätten und -hallen liegen in Laufweite, die
Dozentinnen und Dozenten sind schnell erreich-
bar. Bei der Frage zum Studium selbst strahlt die
22-jährige. Sie liebt die viele Praxis, das ständi-
ge Ausprobieren verschiedenster Sportarten. Die
für ihr Fach so typische Mischung aus themati-
scher Tiefe und handfester Praxis begeistert sie.
»Im Sportstudium befasst man sich noch einmal
ganz anders mit dem Thema Bewegung und al-
lem, was damit zusammenhängt. Die Inhalte, die
wir in der Theorie lernen, wenden wir auch di-
rekt praktisch an, das macht mir unheimlich viel
Spaß.«
Ein Herz für den Leistungssport
Auch wenn noch einiges an Strecke vor ihr liegt:
Für die Zeit nach dem Bachelor läuft sich Stefanie
schon heute gedanklich warm und liebäugelt mit
dem vertiefenden Master. Ihre Fachrichtung bietet
dafür auch besonders viele Möglichkeiten: Ernäh-
rungswissenschaften, Psychologie, Trainingswis-
senschaften oder Rehabilitation sind nur ein paar
Beispiele. Je nach Interesse und späterem Berufs-
wunsch gibt es viele attraktive Masterstudiengän-
ge, die zur eigenen Zukunftsplanung passen, und
der Jobmarkt für Absolventinnen und Absolventen
ist äußerst vielfältig. Aktuell arbeitet Stefanie üb-
rigens nebenbei dort als Trainerin, wo sie sich vor
kurzem noch selber auf Wettkämpfe vorbereitet
hat – und merkt immer mehr, wie spannend das
Thema Leistungssport auch im Studium ist. Gut
möglich also, dass Stefanie irgendwann als bes-
tens ausgebildete Trainerin an der Loipe steht und
ihr Team anfeuert.
21

 
Technische Universität Chemnitz
Einzigartig, grün
und familiär
Medienkommunikation als Bachelorstudiengang, dazu noch günstige Mieten und
einen Garten beinahe vor der Haustür. Damit hat die TU Chemnitz Luise überzeugt.
Luise, was genau machst
du in deinem Studium?
Wir schnuppern in viele Bereiche der Medien
hinein. Von Journalismus über Fotobearbeitung,
Medienpsychologie, Werbung, Videografie und
Informatik ist alles dabei. Es gibt vier Schwerpunkt-
module: Psychologie digitaler Lehrmedien, Medien-
psychologie, Kommunikation und Visuelle Kommu-
nikation. Aber auch Kurse zu den Arten der Kom-
munikation mit Medien sind Teil des Studiums. Wer
mag, kann zusätzlich Vorlesungen in Politik, Mar-
keting oder Psychologie besuchen.
Warum hast du dich für dieses
Studium entschieden?
Eine Freundin brachte mich auf diese Fächerkom-
bination, weil sie das selbst studierte. Dass ich
studieren möchte,
wusste ich. Ich bin die Jüngste
in der Familie. Viele meiner sechs Geschwister ha-
ben studiert.
Dieses Lebensgefühl wollte ich auch
erleben
.
Du kommst aus Thüringen.
Deine Wahl ist auf Chemnitz
gefallen,weil …?
… die TU Chemnitz mir als erste eine Zusage ge-
schickt hat. Die Bewerbung war hier einfacher. An
anderen Hochschulen muss man sich in beide Fä-
cher getrennt einschreiben. Darüber, dass es so
gelaufen ist, bin ich jetzt super froh, weil ich zu
große Städte nicht mag.
Würdest du wieder in Chemnitz
studieren, wenn du dich noch
einmal entscheiden müsstest?
Ich bin zufrieden. Vor Studienbeginn war ich et-
was kritisch, ob es mir hier gefallen würde,
aber
als ich das vegane Angebot in der Mensa gesehen
habe, war ich überzeugt. Ich lebe vegan und freue
mich, dass hier so gut auf meine Bedürfnisse ein-
gegangen wird. Die Hochschule ist familiär und
super ausgestattet. Dozentinnen und Dozenten
kennen die Studierenden beim Namen und ma-
chen schon mal eine Ausnahme, wenn man einen
Termin verschlafen hat. Als Medienfanatikerin
oder Medienfanatiker kann man sich beim Uni-
Radio und beim Uni-TV ausprobieren. Außerdem
gibt es viel wissenschaftliches Equipment und
gute Kameras.
22

image
Und wenn du mal nicht
an der Uni bist?
Dann grabe ich am liebsten in meinem Garten. Ich
denke, Chemnitz ist bestimmt nicht die schönste
Stadt Deutschlands, aber ich finde sie
genau
richtig für mich und mein Studium
. Mit meinem
Freund habe ich einen Kleingarten nicht weit von
unserer Wohnung entfernt. Auch die Mieten sind
in Chemnitz günstig, so dass wir uns eine gemein-
same Wohnung leisten können. Es ist ein friedli-
ches und grünes Wohngebiet mit viel Platz, nahe
der Uni und mit guten Verkehrsanbindungen.
Luise Staudt
Medienkommunikation
23

image
image
 
Technische Universität Chemnitz
Ein ideales
Spielfeld
Patrick Schönknecht
Automobilproduktion
und -technik
Von Chemnitz nach Berlin und zurück:
Manchmal muss man ein paar Umwege
gehen, bevor es richtig passt.
Im Gespräch mit dem 25-jährigen
gebürtigen Leipziger Patrick, der
in Chemnitz sein ideales Spielfeld
gefunden hat.
24

Automobilproduktion und -technik
an der TU Chemnitz: Wie bist du
auf dieses Studium gekommen?
Ich war ganz am Anfang meines Studiums in
Chemnitz, bin dann aber wegen eines attrakti-
ven Angebots – ein duales Studium bei Mercedes
Benz – erst einmal nach Berlin gewechselt. Als
ich dort meinen Bachelor im Fach Maschinenbau-
Konstruktion und Fertigung in der Tasche hatte,
gab es einen konzernweiten Einstellungsstopp in
der Transportersparte. Für mich war klar: Dann
machst du deinen Master, um fachlich noch weiter-
zukommen. Und weil ich in Berlin das Thema Pro-
duktion für mich entdeckt hatte,
passte Chemnitz
mit seinem Studiengang Automobilproduktion
und -technik perfekt! Vor allem der Fokus auf
Fabrikplanung und Logistik hat mich gereizt, das
gibt es so kaum woanders.
Wolltest du schon immer etwas
Technisches studieren – und wie
lief die Orientierung im Vorfeld?
Etwas mit MINT, das war mir schon früh klar,
so in der 10.,
11. Klasse. Aber was genau?
Bionik, Meeresbiologie oder Physik waren erste
Ideen. Die Berufsorientierung in der 9. und 10.
Klasse war so… (lacht) naja! Dann gab es 2013
beim Tag der offenen Tür an der TU Chemnitz
einen spannenden Einführungsvortrag von Pro-
fessor von Unwerth zum Thema »Alternative
Fahrzeugantriebe«. Das hat mich dann schon in
meine Richtung gebracht. 2014/15 habe ich mit
Maschinenbau in Chemnitz angefangen und woll-
te das auch zur Vertiefungsrichtung machen – bis
ich dann eben gemerkt habe, was mich noch viel
mehr interessiert.
Welche Tipps hast du für Schüler-
innen und Schüler, die gerade schau-
en, was sie studieren könnten?
Erstens einen ganz langweiligen:
Lest die Studien-
ordnung des Wunschstudiengangs.
Die Inhaltsan-
gaben der einzelnen Fächer zeigen gut, was wirk-
lich gelehrt wird. Und zweitens sollte man sich als
18-19-Jährige oder Jähriger
nicht unnötig unter
Druck setzen
. Es ist keine Schande, sich nach ein,
zwei Semestern noch einmal umzuentscheiden
und den Studiengang oder auch den -ort zu wech-
seln. Und noch ein dritter Tipp:
Achtet auch auf
den Campus und die Stadt. Wer sich wohlfühlt,
studiert auch leichter.
Wie war dein Start in Chemnitz
und was gefällt dir besonders
am Studium und in der Stadt?
Die Orientierungsveranstaltungen am Anfang ha-
ben mir die Uni und die Stadt schnell nahegebracht.
Klar, die klassischen Kneipentouren gehören dazu,
aber man lernt in der ersten Zeit auch die Gebäude,
die ganze Technik kennen und bekommt jede Men-
ge Informationen auf den Weg. Mir ist sofort
dieses
echte Campusleben
aufgefallen. Alles ist nah bei-
einander und man trifft seine Leute immer wie-
der zwischendurch. Besonders gefällt mir die Be-
treuung und Vernetzung an der Uni. Ich bin sehr
aktiv im T.U.C. Racing Team – das ist der Formula
Student Rennstall der TU. Dadurch habe ich vie-
le zusätzliche Uni-Kontakte und bin im Austausch
mit Professorinnen und Professoren und anderen
wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitar-
beitern. Das nutzt man automatisch auch im Stu-
dium. Ich mache jetzt meine Masterarbeit, und da
hat man immer jemanden, wenn mal eine Frage
schnell geklärt werden muss. Diese kurzen Wege,
das Persönliche, Familiäre von Chemnitz ist ganz
sicher auch ein Vorteil.
Was ist dein Traum für die Zukunft?
Bis vor einem Jahr dachte ich, vielleicht wieder nach
Berlin zu gehen, z. B. in die Produktion in einem
neuen Automobilwerk.
Aber inzwischen möchte
ich mich mit einer eigenen Produktidee selbststän-
dig machen. Auch dafür ist Chemnitz und allge-
mein Sachsen großartig: 90% der Gründungen in
Sachsen gibt es auch nach fünf Jahren noch, da
sind wir bundesweit ganz vorn. Ich möchte noch
nichts verraten, aber die Pläne werden konkreter.
Ich bekomme schon jetzt super Fördermöglichkei-
ten vom Land und durch die EU, das sind einfach
klasse Voraussetzungen.
25

 
Was Erfol g hat:
Techni sche Universität
Chemnitz
Als 1836 die »Königliche Gewerbschule« an den Start ging, war die heutige
TU Chemnitz noch lange nicht so groß. Knapp 9.800 Studierende aus über 90 Ländern
lernen und forschen jetzt hier. Für die Region ist die Uni ein echtes Kraftzentrum.
An der drittgrößten Hochschule in Sachsen
kreist
alles um drei große Kernkompetenzen: »Materia-
lien und Intelligente Systeme«, »Ressourceneffi-
ziente Produktion und Leichtbau« sowie »Mensch
und Technik«. Gefragt sind fortschrittliche, nach-
haltige Lösungen mit großem Nutzen für viele.
Manche der knapp 100 Studiengänge gibt es nur
hier.
Deutschlandweit einmalig ist zum Beispiel
der junge Masterstudiengang »Semiotik und Mul-
timodale Kommunikation«: Wie hängen Sprechen
und Gestikulieren im Alltag zusammen? Wie sind
Sprache und Bild in den Medien, im Web, in Com-
puterspielen und in der virtuellen Realität mitein-
ander verknüpft? Lauter Fragen, auf die an der TU
Chemnitz Antworten gesucht werden.
Ganz praktisch geht es beim Gründernetzwerk
SAXEED an der TU und am Technologie Centrum
Chemnitz zu:
Wer sich nach dem Studium selbst-
Schon gewusst, dass der kleinste mikro-
elektronische Roboter der Welt von einem inter-
nationalen Forschungsteam unter Leitung von Prof.
Dr. Oliver G. Schmidt, Professur Materialsysteme der
Nanoelektronik an der TU Chemnitz, entwickelt wurde?
Der
winzige Roboter ist 0,8 mm lang, 0,8 mm breit und 0,14 mm
hoch
. Zum Vergleich: Ein 1-Cent-Stück hat einen Durchmes-
ser von rund 16 mm. In den Nanokosmos tauchen auch
die Studierenden des
Masterstudiengangs »Micro and
Nano Systems«
ein.
ständig machen will, bekommt hier Tipps, Förder-
möglichkeiten und erstklassige Kontakte mit auf
den Weg. Um die 200 Ausgründungen und über
900 initiierte Jobs seit 2002 zeigen: Es funktio-
niert! Ihren Ruf als Gründerhochschule hat die TU
Chemnitz nicht umsonst. Übrigens: Die TU arbei-
tet mit mehr als 160 Partnerhochschulen auf allen
Kontinenten zusammen.
tu-chemnitz.de
studium-in-chemnitz.de
26

Die Zukunfts-Uni:
Technische Universität
Bergakademie Freiberg
Der Weg zu einer klima- und umweltgerechteren Welt braucht viel Veränderung —
und jede Menge globale Visionen. Darum hat die TU Bergakademie Freiberg vor allem
ein Kernthema: Transformation. Hier dreht sich alles um Energie, Materialien,
Werkstoffe – und dringend notwendige Rohstoffe sowie umweltschonendes Recycling.
Damit ist die historisch gewachsene TU Bergaka-
demie Freiberg so modern wie nur wenige. Und
bleibt bei rund 4.000 Studierenden überschau-
bar und persönlich. Ganz konkret wird hier ent-
lang der gesamten Wertschöpfungskette gelehrt
und geforscht. Fächerübergreifend und praxisnah
geht es um eine moderne Kreislaufwirtschaft mit
weniger Abfall, um umweltschonende Ressour-
cengewinnung und -verarbeitung, kluges Recyc-
ling und eine sauberere Industrie. Und natürlich
auch um nachhaltige Energie, Materialien und die
Werkstoffe der Zukunft.
Moderne Lehr- und
Lernmöglichkeiten mit viel Platz – das erwartet Stu-
dierende auf dem Freiberger Lerncampus. Dort bieten
beispielsweise das Hörsaalgebäude am Schlossplatzquar-
tier und die neue Universitätsbibliothek mit Hörsaalzentrum
nicht nur
moderne Räume für Vorlesungen und Seminare
,
sondern auch viele attraktive Lernorte,
die vor allem das gemeinsame,
barrierefreie Lernen und Entwickeln von Ideen und
Projekten fördern sollen – optimale
Bedingungen also für das
Studieren in Freiberg!
Das alles bedeutet viel Stoff – und fast grenzen-
lose Möglichkeiten. Mit über 70 spannenden, zu-
kunftsorientierten Studiengängen stehen dir vie-
le Wege offen. Du hast die Wahl aus Ingenieur-,
Natur-, Geo-, Material- / Werkstoff- und Wirt-
schaftswissenschaften: 21 Bachelor- und 36 Mas-
terstudiengänge (12 davon englischsprachig) und
16 Diplomstudiengänge machen aus Studieren-
den gefragte Zukunftsexpertinnen und -exper-
ten. Freu dich auf intensive Betreuung und auf
modernste Labore und Forschungsanlagen. Übri-
gens, mit einem Anteil von fast 40 % internatio-
nalen Studierenden gibt es an der TU Bergakade-
mie Freiberg besonders viel Austausch und neue
Perspektiven.
tu-freiberg.de
studieren-in-freiberg.de
27

 
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Benita schaut ins
Innere der Erde
Ohne die Umwelt zu beschädigen, können Geophysikerinnen und Geophysi-
ker heute Informationen über das Erdinnere gewinnen. Hunderte Kilometer
tief schauen sie ins Innere der Erde. Spezielle Messverfahren machen das
möglich. An der TU Bergakademie Freiberg studiert Benita Geophysik in der
besonderen Kombination mit Geoinformatik.
Einzigartige Kombination
Immer dann, wenn irgendwo eine Autobahn ge-
baut, natürliche Ressourcen erschlossen oder
geothermale Reservoire erkundet werden sollen,
sind Geophysikerinnen und Geophysiker wie die
25-Jährige zur Stelle. Dann schicken sie aktiv er-
zeugte elastische Wellen in den Boden oder nut-
zen die natürlichen elektromagnetischen Felder
der Erde, um damit ein Abbild des Untergrundes
zu erhalten ohne auch nur ein einziges Loch gra-
ben zu müssen. Geoinformatik und Geophysik ge-
hen dabei Hand in Hand, vor allem in Freiberg.
Als
einzige Hochschule in Deutschland bietet die TU
Bergakademie Freiberg bereits im Bachelorstu-
dium die Kombination aus Geophysik und Geoin-
formatik an.
Für Benita war das einer der Haupt-
gründe für die traditionsreiche Hochschule in
Mittelsachsen. Die gebürtige Baden-Württember-
gerin ist durch Erzählungen ihrer Schwester auf
die Hochschulen in Mitteldeutschland aufmerk-
sam geworden.
Mit Unterstützung ist alles machbar
Der
Bachelorstudiengang
Geophysik / Geoinfor-
matik in Freiberg setzt sich aus sechs Semestern
zusammen. »In den ersten beiden Semestern
geht es um Grundlagen. Da stehen viel Mathe-
matik, Physik und Informatik, aber auch Geo-
wissenschaften auf dem Plan und die Kurse sind
noch recht groß.« Individueller wird es ab dem 3.
und 4. Semester. Dann kommen die Grundlagen
der Geophysik dazu, mit einem umfangreichen
Wahlpflichtbereich, in dem die Studierenden ihre
Schwerpunkte freier gestalten können. Wer sei-
nen Fokus statt auf die Geoinformatik z. B. lieber
auf die Geophysik verschieben möchte, könne das
tun, erzählt Benita von ihrem Weg. Tatsächlich
sei das Geophysik-Studium viel mathematiklasti-
ger als sie angenommen habe. Besonders die Nu-
merik hat sie anfangs vor eine Herausforderung
gestellt. Mit der Unterstützung der Dozentinnen
und Dozenten sei aber alles machbar.
Benita schätzt vor allem den
familiären Umgang
an der Hochschule.
Und dann sei da ja auch noch
die
Motivation durch praktische Forschungen
.
Schon früh werden die Studierenden in die Wis-
senschaft eingebunden – auch im Ausland.
Wertvolle Auslandserfahrungen
Das Wissen aus den Lehrveranstaltungen hat
Benita praktisch in
Finnland
umgesetzt. Fünf Wo-
chen steckte sie gemeinsam mit Kommilitoninnen
und Kommilitonen sowie Professorinnen und
Professoren Geophone für eine seismische Mess-
kampagne. Noch tiefer in ihr zukünftiges Arbeits-
28

image
image
umfeld blickte sie für die Abschlussarbeit ihres
Masterstudiums. Gemeinsam mit einer Dozentin
nahm sie in
Nepal
geoelektrische Messungen in
einem hydrothermalen Gebiet vor.
Beruflich Abenteuer erleben
Ihr Wissen möchte sie auch nach dem Masterab-
schluss anwenden. »Ich fände eine Kombination
mit Umweltschutz spannend oder eine lehrende
Tätigkeit in einer wissenschaftlichen Einrichtung.
Im Idealfall kann ich, wie auch in meinem Studi-
um das ein oder andere Mal, im Rahmen meiner
Tätigkeiten als Geophysikerin weltweit Abenteuer
erleben.« Ganz klassisch in einem Ingenieurbüro
zu arbeiten, zieht Benita erst mal nicht an. Lieber
schaut sie ganz praktisch ins Innere der Erde.
Benita Wagner
Geophysik

 
Ergebnisse der
3. Sächsischen
Absolventenstudie
Argumente, die überzeugen!
Hier findest auch du dein Studium
Über
107.000 Studierende
aus allen Regionen Deutschlands und aus aller Welt studieren
in Sachsen. Vier Universitäten (darunter die Exzellenz-Uni TU Dresden), fünf Kunsthoch-
schulen, fünf Hochschulen für angewandte Wissenschaften und das besondere Angebot
der Berufsakademie Sachsen mit ihren sieben Studienakademien bieten ein riesiges Spek-
trum von über 1.000 Studienmöglichkeiten von
A wie Afrikastudien bis Z wie Zahnme-
dizin
. Alle Studiengänge der 14 staatlichen Hochschulen, der Berufsakademie Sachsen
und der Evangelischen Hochschule Dresden findest du auf pack-dein-studium.de. Über
weitere Hochschulen in Sachsen (staatlich anerkannt bzw. Hochschulen der Verwaltung)
kannst du dich hier informieren:
studieren.sachsen.de
.
Hier trifft Tradition auf Moderne
Bei Tagen der offenen Tür kannst du dir schon einmal die modernen Hochschulen, Labore,
Werkstätten oder Bibliotheken ansehen. In Hochschulgebäuden wie dem Leipziger Pauli-
num oder den mathematisch- und naturwissenschaftlichen Instituten der TU Dresden tref-
fen Tradition auf fortschrittlichste Architektur. Das modernste akademische Medienzent-
rum Deutschlands steht zum Beispiel in Mittweida.
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Studieren mit Kind
Fast alle Hochschulen in Sachsen sind als
familien-
gerechte Hochschule zertifiziert
. Die Studentenwerke
stehen den Eltern zusätzlich zur Seite, indem sie z. B.
an vielen Hochschulorten
eigene Kinderbetreuungs-
einrichtungen
unterhalten, deren Angebote speziell
auf den studentischen Alltag
abgestimmt sind.
Studieren mit
Beeinträchtigung
Bei 11 % der rund 2,8 Millionen Studierenden
in Deutschland erschwert eine Behinderung oder
chronische Krankheit das Studium.
Wie es sich mit Beeinträchtigung studiert und wie
wichtig eine gute Beratung ist, erfährst du auf
S. 92/93 und auf
www.pack-dein-studium.de.

Hier kannst du dein Studium gut packen
Studierende helfen sich untereinander – klar. Und auch die Lehrenden haben ein offenes Ohr bei Fra-
gen und Problemen. Zusätzlich haben die sächsischen Hochschulen sogenannte Studienerfolgspro-
gramme aufgelegt:
Online-Vorbereitungskurse, Übungen und Einführungsvorlesungen
oder Tutorien
durch Studierende höheren Semesters. Durch die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung an den
Hochschulen einen starken Schub bekommen. Neue digitale Angebote oder auch hybride Lehrformate
sind entstanden. Aktuelle Infos zum Umgang der Hochschulen mit der Pandemie findest du unter
coronavirus.sachsen.de
.
Hier haben es schon andere gepackt
Absolventinnen und Absolventen werden in Sachsen regelmäßig zu ihrem Studium befragt. Auch in
der letzten Untersuchung haben sie angegeben, dass sie mit der Qualität und den Studienbedingun-
gen
in Sachsen sehr zufrieden
sind. Sie bewerten die Studienorganisation, Lehre, Prüfungsorganisa-
tion, fachliche Betreuung und Beratung, räumliche und technische Ausstattung und soziales Klima
sogar noch höher als die Vorgängerjahrgänge. So sagen 78 % der Alumni,dass die Studienorganisati-
on sehr gut oder gut ist. Und über 87 % meinen, dass das soziale Klima bezogen auf das Miteinander
der Studierenden untereinander und der Studierenden und Lehrenden (sehr) gut ist.
Hier kannst du günstig leben
Das Studium ist bis auf sehr wenige Ausnahmen kostenfrei und das Leben in Sachsen ziemlich günstig.
Das Studentenwerk Chemnitz-Zwickau bietet zum Beispiel Inklusiv- Mietpreise für studentische Einzel-
zimmer (inkl. Heizung, Strom, Wasser, Internet und TV- Anschluss) ab 179,50 € pro Monat an. Aber auch
günstige WG-Zimmer lassen sich finden.
Hier kannst du dich wohlfühlen
Natürlich spielt beim Studieren auch das Drumherum eine große Rolle. Für alle, die neben dem Studium
einen
Ausgleich in der Natur
suchen, ist die Landschaft Sachsens wie geschaffen. Das Erz- und das Elb-
sandsteingebirge liegen an beinahe jedem Hochschulstandort fast vor der Haustür. Auch für Kunst- und
Kulturinteressierte ist alles dabei.
Über 400 Museen
, darunter die legendären Staatlichen Kunst-
sammlungen Dresden mit dem Grünen Gewölbe, Theater und Opernhäuser wie die Semperoper Dres-
den oder das Leipziger Gewandhaus machen Sachsens Kulturlandschaft einzigartig. Ganz frische Kunst
servieren dagegen z. B. die Leipziger Baumwollspinnerei oder die internationale Kunstschau Ostrale in
Dresden.
Hier kannst du bleiben
Für Hochschulabsolventinnen und -absolventen sind die Berufsaussichten in Sachsen bestens.
Vielfäl-
tige Möglichkeiten für Praktika und Jobs nach dem Studium in über 50 Forschungseinrichtungen oder
in der Wirtschaft
– von Automobilindustrie über Biotechnologie bis zu Umwelt- und Energietechnik
oder im Software-Sektor – sprechen dafür, ein Studium in Sachsen zu beginnen und hier beruflich an-
zukommen.
31

 
HOCHSCHUL-
STÄDTE
34
Dresden
36
Leipzig
38
Chemnitz
40
Freiberg
42
Mittweida
44
Zwickau
46
Zittau
48
Görlitz
33

image
 
Mehr als prächtig.
Dresden.
Wer in Dresden studiert, erlebt es irgendwann.
Der Besuch ist da – und bekommt den Mund
nicht mehr zu.
»Wahnsinnskulisse«, »unglaub-
lich schön«, »total grün« gibt es dann zu hören
– und da ist was dran. Die über 560.000 Dresd-
nerinnen und Dresdner haben es gut: Herrliche
Elblage, prächtige Altstadt, unbändige Neustadt
und außergewöhnlich viel Grün machen Sachsens
Hauptstadt zu einer der lebenswertesten Metro-
polen Deutschlands.
Und ja, auch die Wissenschaft ist exzellent
. Ers-
tens, weil die TU Dresden schon seit 2012 zu den
deutschen Exzellenz-Unis gehört. Zweitens we-
gen des riesigen Studienangebots bei bester Be-
treuung. Mit neun weiteren Hochschulen und der
Staatlichen Studienakademie Dresden findest du
problemlos deine Studienrichtung – und kannst
später vielleicht sogar direkt weitermachen.
Fraunhofer, Helmholtz, Leibniz und Max Planck:
In Dresden sind sie alle.
34

image
Entsprechend bunt ist das Dresdner Stadt- und
Nachtleben
. Um die 45.000 Studierende sor-
gen für viel frischen Wind, unzählige Clubs, Büh-
nen, Bars, Kneipen, Theater und Kinos lassen kei-
ne Langeweile aufkommen. Unbedingt erleben:
»Kraftwerk Mitte« – das kulturelle Zentrum der
Altstadt mitten in einem grandiosen Industrie-
denkmal des 19. Jahrhunderts.
Überhaupt, die Kultur:
Mit seinen weltberühmten
Museen, Sammlungen und Galerien, mit Sächsi-
scher Staatskapelle und Dresdner Philharmonie,
Semperoper und Jazztagen, Kreuzchor und Pop,
Tanz und Literatur, Kino und Filmnächten am El-
bufer hat Dresden alles, was dir deine Studienzeit
ganz nebenbei noch schöner macht. So viel, dass
nicht wenige nach ihrer Studienzeit einfach an der
Elbe bleiben. Wie wär's?
35

image
 
Studitraum.
Leipzig.
Leipzig gehört zu Deutschlands
Städten mit dem größten Bevöl-
kerungs-Plus
. Gut 600.000 Leip-
zigerinnen und Leipziger, darunter
knapp 37.000 Studierende wohnen
in der extrem lebendigen Großstadt.
Was schon Größen wie Goethe, Bach,
Mendelssohn Bartholdy, Leibniz,
Nietzsche wussten: Leipzig ist
die Stadt der fast unbegrenzten
Möglichkeiten.
Schon das Leipziger Umland ist mehr als anzie-
hend
: In einer guten Viertelstunde geht’s mit dem
Rad ins Leipziger
»Neuseenland«: Die riesigen
Löcher des früheren Tagebaus wurden hier nach
und nach geflutet, mittlerweile ist eine grandiose
Seenlandschaft entstanden. Ein echtes Freizeit-
und Erholungsparadies!
Leipzig heißt Umbruch
. Im politischen Wandel
Ende der 80er Jahre standen hier die Menschen
gegen Unrecht und Willkür in der DDR auf. 1989
dann zogen sie bei Großdemos über den Innen-
stadtring. Nach friedlicher Revolution und deut-
scher Wiedervereinigung wurde Leipzig zu ei-
ner modernen europäischen Großstadt – und sie
bleibt bis heute nicht stehen.
36

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Leipzig heißt auch: Kultur ohne Ende
. Kunst, Mu-
sik, Konzerte, Festivals, Theater, Off-Produktio-
nen, Kindertheater, dazu viele fantastische Kinos,
in der neben großen Produktionen auch jede Men-
ge OmU, Independent-Filme und tolle Filmreihen
zu sehen sind. Tipp: das Internationale Festival für
Dokumentar- und Animationsfilm DoK – mit 300
Filmen jedes Jahr eines der größten Europas.
Noch ein Kulturtipp
:
Die Leipziger Buchmesse
und »Leipzig liest« mit hunderten von Veranstal-
tungsorten in der Stadt – Partys inklusive. Klassik
in Oper und Gewandhaus, alles andere überall in
der Stadt. Dazu eine unschlagbare Kneipen- und
Bardichte – hier lebst du deinen Studitraum!
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image
 
In der kleinen großen Stadt geht
kulturell einiges – Europäische Kul-
turhauptstadt 2025 wird man nicht
einfach so.
Und du kannst sie mit-
gestalten! Chemnitz und Kultur: Das
war auch vorher schon eine starke
Verbindung. Mit jeder Menge Clubs,
Theater, Kinos, Kunst und Festivals
hat die Stadt am Erzgebirge viel für
dich übrig – und bringt dir auch ganz
viel einmalige Industriekultur näher.
In den Kunstsammlungen
zum Beispiel kann man sich so richtig
im Expressionismus Karl Schmidt-Rotluffs verlieren. Oder wie
wäre es mit dem Design von Henry van de Velde im gleichna-
migen Museum? Im Schlossbergmuseum lernst du Chemnitz’
Geschichte kennen, und das Museum Gunzenhauser zeigt klas-
sische Moderne und Kunst des 20. Jahrhunderts.
Ein echter Tipp ist das Off-Kultur-Event »Bege-
hungen«
: Jedes Jahr bekommt die Kunstausstel-
lung mit Performances, Lesungen und Konzerten
einen neuen Ort – in leerstehenden Gebäuden,
auf Brachen, sogar schon einmal in einem ehema-
ligen Gefängnis und einer Kleingarten-Kolonie.
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C wie Culture.
Chemnitz.
Alles ist überschaubar und schnell erreichbar
,
was Chemnitz schnell zu deinem neuen Zuhause
macht, ohne dabei eng zu werden: Der zentrale
Campus ist so international wie nur ganz wenige
in Deutschland. Jede bzw. jeder vierte Studieren-
de kommt aus einem anderen Land, immer mehr
der knapp 100 Studiengänge gibt es komplett auf
Englisch.
International können auch die ganz Kleinen schon
starten
: Die Kita »Campulino« des Studenten-
werks Chemnitz-Zwickau auf dem Uni-Campus
lässt Kinder bis zu sechs Jahren aus mehreren Na-
tionen nach Herzenslust forschen und entdecken
– 100 Plätze stehen für den neugierigen Nach-
wuchs von Studierenden, Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftlern zur Verfügung. Noch ein
Grund mehr, warum ein Studium in Chemnitz viel
Zukunft hat.
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Tradition und
Zukunft vereint.
Freiberg.
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»Familiär« trifft es: Man kennt sich
in der Unistadt Freiberg mit ih-
ren 40.000 Einwohnern und knapp
4.000 Studierenden.
Damit gehört
Freiberg zwar zur Kategorie Klein-
stadt, gerade das beschert ihr aber
ein ganz besonderes Flair. Kurze
Wege zu den Hörsälen, günstige
Mieten sowie vielzählige Kultur- und
Freizeitangebote machen das Leben
in der Universitätsstadt attraktiv.
Es gibt so viel zu entdecken!
Zum
Beispiel die Meißner Gasse mit dem
Konzert- und Ballhaus Tivoli, dem
Erdalchemistenclub und dem Klub-
haus Alte Mensa. Oder das Stadt-
theater mit Schauspiel, Musikthe-
ater und Philharmonie – in seiner
Art das älteste der Welt. Tipp: die
fantastische Mineralien-Ausstellung
terra mineralia und das Forschungs-
und Lehrbergwerk/Silberbergwerk
»Reiche Zeche«. Das Studien-Info-
Zentrum (SIZ) im neuen Schloß-
platzquartier bietet nicht nur kulina-
rische Highlights, sondern ist auch
Treffpunkt für Vorträge, Lesungen,
Livemusik und inspirierende Gesprä-
che – Wohlfühlatmosphäre direkt in
der Innenstadt.
Großstadtatmosphäre ist auch nicht
weit entfernt,
denn wer doch einmal
mehr Trubel sucht, fährt nur 30 Kilo-
meter bis Dresden oder Chemnitz,
80 bis Leipzig – oder ist nach nur
120 Kilometern in Prag.
Freiberg bietet
mit der Universität,
dem Helmholtz-Institut Freiberg
für Ressourcentechnologie und als
Technologie- sowie Geomontan-
Standort im Bereich der Halbleiter-
fertigung und der Solartechnik at-
traktive Berufsmöglichkeiten und
Karrierechancen für Absolventinnen
und Absolventen.
Als Teil der Montanregion Erzgebir-
ge/Krušnohoří
trägt Freiberg seit
2019 den Welterbetitel und vereint
damit Tradition und Zukunft glei-
chermaßen. Diese Mischung aus
Alt und Neu und ihre landschaftlich
reizvolle Lage am Erzgebirge ma-
chen Freiberg attraktiv. Bergbau,
Silber und Handel prägten die Stadt
über die Jahrhunderte und sind bis
heute an verschiedenen Orten sicht-
bar. Auch heute noch werden die
Traditionen und Wurzeln der Stadt
gefeiert – beispielsweise beim Berg-
stadtfest Ende Juni und natürlich in
der erzgebirgischen Weihnachtszeit.
Dann sorgen Bergparaden, leucht-
ende Bergmänner und Engel in den
Fenstern und der wunderschöne
Weihnachtsmarkt für eine festliche
Stimmung.
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image
 
Die Studistadt.
Mittweida.
Fast wirkt es, als wäre der ganze Ort
ein Campus
: In Mittweida gibt es um die
6.900 Studierende – und das bei 15.000
Einwohnern. Hier, im Herzen Sachsens,
geht es tatsächlich so familiär wie welt-
offen zu. Man läuft sich garantiert über
den Weg, im Seminar, beim Sport, in
der Freizeit.
Diese studentische Stimmung macht
Laune
: täglich im Studentenclub, immer
wieder in der studentisch betriebenen
»Schwemme« oder jährlich beim House
on the Hill-Festival im Mai. Einmal im
Jahr geht es auch beim Campusfesti-
val richtig ab – dann kommen Liveacts,
jede Menge Show und sogar talentierte
Lehrkräfte auf die Bühne.
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Mittweida bietet allen, die etwas be-
wegen wollen, viel Raum
. Die alte Tuch-
weber- und Baumwollspinnereistadt
wird heute durch Start-ups und Men-
schen mit Ideen geprägt. »Machen statt
reden« gibt es hier viel häufiger als in
mancher Boomtown. Ein guter Grund,
warum sich Absolventen wie Audi-
Gründer August Horch, Farbfernseh-
Erfinder Walter Bruch oder auch die
Gründungs-Köpfe des Crowdfunding-
Pioniers startnext in Mittweida so wohl
gefühlt haben.
Überhaupt, der Wohlfühlfaktor
! Mitt-
weida bietet dir ziemlich viel Annehm-
lichkeiten. Die meisten Wege sind fix zu
Fuß zu erreichen. Die Zeit, die andere
zum Beispiel in öffentlichen Verkehrs-
mitteln verbringen, kann man hier für
ein längeres Frühstück nutzen – und
die bezahlbaren Mieten in den moder-
nen Wohnheimen oder einer der vielen
Altstadt-WGs lassen genug für die eine
oder andere Reise übrig. Klingt super?
Ist Mittweida!
43

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Ganz im Südwesten Sachsens
, das
Erzgebirge und das Vogtland direkt
vor der Tür, Bayern und Thüringen um
die Ecke: Zwickau liegt ziemlich be-
quem. Viele denken erstmal an »Auto-
stadt« – das Ur-Werk von Audi, August
Horch, steht hier, und Volkswagen
treibt in seinem Zwickauer Werk die
Elektromobilität voran. Industriekultur
prägt die Stadt bis heute.
Zwickau steht auch für Musik und
Kunst
. 1810 kam hier Robert Schu-
mann zur Welt, und das Schumann-
Haus widmet ihm und seiner am Kla-
vier hochbegabten Frau Clara eine fan-
tastische Dauerausstellung. Seit 2014
betreibt die Stadt für ihren berühm-
ten Expressionisten Max Pechstein –
der Mitglied der 1905 in Dresden ge-
gründeten Künstlergruppe »Brücke«
war – in den KUNSTSAMMLUNGEN
ZWICKAU ein eigenes Museum. Neben
klassischer Musik und Brücke-Kunst
bieten Jugendstil, wunderschöne alte
Gründerzeitarchitektur und eine gut
erhaltene historische Altstadt deinem
Studium die perfekte Bühne.
Was auch auffällt: die vielen Parks
und noch mehr Wasserspiele!
Über-
all sieht man Wasser aus Tierköpfen
und Springbrunnen sprudeln – was
der Stadt eine ganz eigene Frische
gibt. Das Mulde-Ufer sowie viele Parks
in und Seen rings um die Stadt sorgen
für die nötige Entspannung zwischen
anstrengenden Lernphasen.
In »Zwigge« geht alles ganz schnell
: Kurze Wege
machen dir das Studium angenehm und geben dir
mehr Zeit für die vielen schönen Dinge des Studi-Le-
bens. Kneipen, Clubs und Bars erreichst du einfach
zu Fuß oder mit dem Rad. Unbedingt vorbeigucken
solltest du im Alten Gasometer, einem großartigen
Veranstaltungsort für Konzerte, Theater, Lesungen
und feines Programmkino.
44

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Zwigge ist
Sächsisch für:
Zwickau.
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Hallo, Ahoj,
Dziękuję!
Zittau.
Mitten in Europa, im Dreiländereck Deutschland,
Polen und Tschechien
gibt es mit Zittau einen
Studienort-Geheimtipp. Die 27.000-Einwohner-
Stadt am Zittauer Gebirge ist gemütlich – und
schon durch die Lage richtig international. Im All-
tag geht es in ein paar Minuten zu den Nachbarn
– und nach 130 km bist du in Prag bzw. nach 200
km in Breslau.
Die alte Tuchmacherstadt Zittau hat viel reiche
Geschichte
. Imposant ragt das Rathaus in den
Himmel, das siebenstöckige Salzhaus, das ehe-
malige Franziskanerkloster, die Fleischerbastei
und viele alte Kirchen bilden den »Zittauer Kul-
turpfad« – eine Entdeckungsreise selbst für Ein-
heimische.
Feiern lässt es sich hier
zum Beispiel in der Dezi-Bar
und im Star Club – und das mit so ziemlich jedem
Musikstil. Biere kleiner Brauereien bei den Nach-
barn gibt es im Vinyl, und schnell entdeckst du
auch die kleinen, netten Läden in Tschechien und
Polen.
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Natürlich geht hier auch Klassik
, zum Beispiel im
akademischen Chor der Hochschule Zittau/Görlitz
und des Internationalen Hochschulinstitutes. Kul-
tur bekommt man hier sogar zum Mittagessen:
Die Mensa verkauft auch Theaterkarten!
Deutschlands einziges Dreiländer-Festival
dieser
Art ist das jährliche Neiße-Filmfestival – Kunst
und Kultur verbindet einfach, und (nicht nur) die
Theater haben mit tollen Ideen wie einem trinati-
onalen Theaterabo für Zittau, Liberec und Jelenia
Góra die Grenzen längst hinter sich gelassen. Das
kannst du jetzt auch: Willkommen in Zittau!
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Sie ist die östlichste Stadt Deutschlands – und
hat mit Zgorzelec sogar eine Schwester
! Die Eu-
ropastadt Görlitz führt ein attraktives Doppelle-
ben. Immer etwas bunter, anders, internationa-
ler ist hier der Alltag, und Deutschland und Polen
sind hier auf alle Fälle viel mehr als bloße Nach-
barn.
Görlitz ist ländlich, idyllisch, wunderschön
.
59.000 Menschen wohnen hier im Dreiländereck
Polen-Tschechien-Deutschland zwischen dem
nördlichen Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet
und dem südlichen Lausitzer Bergland. Dicht an
dicht stehen spätgotische, Renaissance- und Ba-
rockbürgerhäuser, und über 4.000 Kultur- und
Baudenkmäler strahlen um die Wette. Kein Wun-
der, dass sich viele gleich beim ersten Besuch in
diese alte Stadt verlieben.
Die vom Zweiten Weltkrieg fast unversehrte
Stadt ist so gut erhalten
, dass sie ganz offiziell
als
Europas beste Filmlocation des Jahrzehnts
gilt – ein Titel, den ihr das Europäische Parlament
2017 im Rahmen seiner Filmförderung verliehen
hat. Gedreht wurden hier schon über 100 Produk-
tionen: »Die Vermessung der Welt«, »The Grand
Budapest Hotel«, »Inglourious Basterds«, »Der
Hauptmann«, »The Monuments Men« – die Liste
wächst und wächst.
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Starke Filme gibt es auch beim jährlichen Neiße-
Filmfestival
mit seinem Dreiländer-Programm in
Polen, Tschechien und Deutschland. Oder lieber
klein und fein? Ganze 34 Sessel hat das anspruchs-
volle Couch- und Kneipenkino Camillo, während
im Filmpalast-Theater die großen Blockbuster
laufen. Musik, Theater, dazu noch die »RABRY-
KA« als Basis-Station mit Gemeinschaftsgarten,
offener Werkstatt, Tonlabor und Repair-Café – in
dieser Stadt ist einfach kein Raum für Langeweile.
Östliche Schönheit.
Görlitz.
49

 
KUNST-
HOCHSCHULEN
54
Hochschule für Musik und
Theater »Felix Mendelssohn
Bartholdy« Leipzig
55
Hochschule für Musik
Carl Maria von Weber Dresden
60
Hochschule für Bildende
Künste Dresden
61
Hochschule für Grafik
und Buchkunst
66
Palucca Hochschule
für Tanz Dresden

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Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig
»Machen Sie
lieber Musik!«
Als die im Schleswig-Holsteinischen Eckernförde geborene junge Frau das beim Auf-
nahmegespräch für ein Medizinstudium in Hannover hört, ist der Knoten geplatzt —
weil man dort merkt, welches Talent in der jungen Frau steckt.
Mareike, du wolltest erst Medizin
studieren?
Ja, ich wollte lieber nicht mein Hobby zum Beruf
machen – und habe mich für Medizin beworben.
Beim Aufnahmegespräch hat man mir gesagt:
»Warum wollen Sie das denn bei Ihrem Lebens-
lauf machen, der sich total um Musik dreht?« Den
Platz habe ich nicht bekommen und erstmal in
Greifswald Skandinavistik angefangen, weil ich
Schweden liebe. Nach einem Semester war mir
klar: Das ist es nicht. Aber ich hatte sehr viel Kon-
takt mit Lehrämtlern, die Musik studiert haben –
und war sowas von neidisch.
… und dann?
Bin ich zurück zu meinen Eltern gezogen und
habe mich auf die Aufnahmeprüfung vorbereitet.
Das alles war wohl die ganze Zeit in mir, ich wollte
es nur nicht wahrhaben. Mit 19 begann ich dann
mein Musikstudium. Da waren sogar 17-Jährige in
meinem Jahrgang, aber ich bin mir nicht so sicher,
ob es nicht besser ist, erstmal etwas Abstand zwi-
schen Schule und Studium zu lassen.
Was hat sich dadurch
für dich verändert?
Ich bin rausgekommen aus meiner Schul-Bubble,
habe schnell neue Leute kennengelernt und mich,
glaube ich, auch charakterlich extrem weiterentwi-
ckelt. Und ich wollte unbedingt auch noch richtig
raus. Das hat dann geklappt, als ich für eine Zeit in
Liverpool an einer Schule als Fremdsprachenassis-
tentin gearbeitet habe.
Und Leipzig?
Wie ist es dort für dich?
Eine fantastische Stadt! Ich hatte ja auch noch die
Möglichkeit, in Hannover zu studieren. Aber dann
kam der erste Aufnahmeprüfungs-Termin in Leip-
zig. Es war sonnig, überall Straßenmusik, die Bau-
substanz, es hat mich echt sofort gepackt. Leipzig
ist wirklich eine Traumstadt. Viel Kultur mit Ge-
wandhaus, Schauspiel … (überlegt, lacht) … und es
gibt günstiges Bier und viele nette Bars hier.
Und dein Studium an der Hochschule
für Musik und Theater?
Genauso großartig! Du kannst hier einfach ganz
viel machen. Wir bekommen eine extrem
breitgefächerte Ausbildung. Und wer
mag, kann sogar noch ein neues Ins-
trument lernen. Im Lehramt ist das
Fagott auch eher unüblich – da ist
der passende Lehrinhalt immens
wichtig. Ich hatte aber das große
Glück, Unterricht vom Solofagot-
tisten des MDR zu bekommen. An
der HMT sind die Lehrenden sehr
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gut qualifiziert und wirklich für einen da. Und in
der Pandemie haben sie super Möglichkeiten ge-
schaffen, damit es für uns weiter geht – bis hin zu
Präsenzveranstaltungen.
Was ist dein Tipp für Abiturientinnen
und Abiturienten?
Nutzt die Zeit, solange ihr jung seid – und viel-
leicht auch das Jahr nach dem Abi. Leistet einen
gesellschaftlichen oder kulturellen Beitrag, viel-
leicht entdeckt ihr ja auch ein noch verborgenes
Interesse. Guckt ruhig auch mal in einen Job rein,
auf den viele herabschauen. Es ist ganz gut, erst-
mal selber was zu geben. Wenn man dann Bock
hat, was zu studieren, dann los!
Mareike Benz
Lehramt Schulmusik

 
Klingt genial:
Hochschule für Musik und
Theater »Felix Mendelssohn
Bartholdy« Leipzig
So viel Musiktradition gibt es in Deutschland nur hier: Felix Mendelssohn Bartholdy
hat das erste deutsche Konservatorium 1843 gegründet. Heute ist die Hochschule für
Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig (HMT) eine der renommier-
testen Institutionen ihrer Art in Europa. Die Absolventinnen und Absolventen spielen
oft in erstklassigen Orchestern und Ensembles oder sind als namhafte Schauspielerin-
nen und Schauspieler engagiert.
Jazz / Pop, Streichinstrumente, Blasinstrumente,
Klavier, Kirchenmusik, Alte Musik, Komposition,
Dirigieren, Dramaturgie, Musikwissenschaft,
Schauspiel, Gesang, Musikpädagogik:
In Leipzig
haben diese Studienfächer ein gemeinsames Dach.
Die HMT unterrichtet auf höchstem internationa-
len Niveau, mit großer Professionalität und per-
sönlicher Nähe.
Eng und persönlich ist der Kontakt zwischen den
rund 1.100 Studierenden,
erstklassig die Betreu-
ung durch die Lehrenden. Meist findet Einzelun-
terricht statt oder es wird in kleinen Gruppen
gearbeitet. In den vier Gebäuden im grünen »Mu-
sikviertel« gibt es drei Fakultäten, bestens ausge-
stattet und in der Nähe des Stadtzentrums.
In direkter Nachbarschaft befinden sich die Hoch-
schule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) und
die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur
Leipzig (HTWK). Die Studierenden haben die Mög-
lichkeit, sich in ca. 600 öffentlichen Veranstaltun-
gen dem Publikum auf der Bühne zu präsentieren.
Übrigens, an der HMT kannst du dich bei beson-
derer Eignung auch ohne Abitur bewerben.
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hmt-leipzig.de

Von den Besten lernen:
Hochschule für Musik
Carl Maria von Weber Dresden
Bekannt ist sie vor allem für ihre Ausbildung in Orchestermusik, Gesang und, schon
seit 1962, in Jazz /Rock / Pop. Dabei reichen die Wurzeln zurück bis 1856.
730 Studierende sind aktuell dabei. Ihre Lehrenden: international bekannte
(Berufs)Musikerinnen und -Musiker traditionsreicher Orchester.
In den zwei Fakultäten profitierst du zum Bei-
spiel vom Können des ersten Konzertmeisters
der Dresdner Philharmonie und Geigenvirtuosen
Wolfgang Hentrich. Du lernst beim international
angesehenen Komponisten Mark André. Oder bei
dem Jazztrompeter Till Brönner.
Die HfM steht für außergewöhnlich viele Studien-
möglichkeiten und ein Top-Niveau.
Neben künst-
lerischen Bachelor- und Master-Studiengängen
sind auch besondere Lehramtsstudiengänge im
Angebot. Du kannst entweder das klassische
Schulfach Musik mit einem weiteren Fach kom-
binieren oder studierst das »Doppelfach Musik«.
Meisterklassen und weiterbildende Master-Stu-
diengänge im Teilzeitstudium ergänzen das breite
Angebot.
In Musikwissenschaften, Musikpädago-
gik und Musiktheorie kann man auch promovieren.
Übrigens: Jedes Jahr zeigt das Staatsschauspiel
Dresden eine Inszenierung der Opernklasse. Bei der
Zusammenarbeit mit weiteren Kunsthochschulen
kommen Bühnenbild, Maske, Kostüm und die Auf-
führung allein von den Studierenden – die perfekte
Generalprobe für später.
hfmdd.de
55
Schon gewusst?
Die Dresdner Musikhochschule gehört
mit über 400 Veranstaltungen pro Jahr zum
größten Konzertveranstalter in der Region.
Hierbei sammelt ihr Praxiserfahrungen im
modernen Konzertsaal, in Probebühnen
und in verschiedenen externen Veran-
staltungsorten.

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Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Eine musikalische
Persönlichkeit
Bei Daniel Hope war er schon auf arte zu sehen, den Sponsorenpreis des
European Guitar Award hat er in der Tasche – und noch einige mehr. Dabei
ist der junge Tscheche so angenehm bescheiden, dass es einen regelrecht
umhaut, wenn er in die Saiten greift.
Antonin, seit wann spielst du
Gitarre?
Mit sechs Jahren habe ich angefangen. Die Gi-
tarre hat mich schon immer begleitet – die Basis
stimmt also. Als Schüler wusste ich länger nicht,
was ich will. Das hat sich dann aber am Konser-
vatorium schnell geändert. Ich hatte auch mal
überlegt, Fotografie zu machen, also auch etwas
Künstlerisches …
Wie bist du nach Dresden
gekommen?
Meine letzte tschechische Schule, das Konserva-
torium in Pardubice, hat uns ermuntert, auch mal
ins Ausland zu schauen – und die haben sehr aktiv
bei internationalen Wettbewerben mitgemacht.
Dabei habe ich zum ersten Mal von Dresden ge-
hört. Außerdem war ein sehr guter Freund von
mir drei Jahre vor mir dort. Der hat perfekte Wer-
bung gemacht. Ich hab’ dann eine E-Mail an mei-
nen heutigen Professor geschrieben, den bekann-
ten Gitarristen Thomas Fellow, ob ich mal für eine
Stunde vorbeigucken kann – Bingo! Dann habe ich
noch ein Konzert von Studierenden gesehen, und
es hat einfach gepasst.
Was macht die Hochschule für
Musik Dresden besonders?
Ich finde hier meine Studienrichtung so vielfältig.
Ich komme ja
von der klassischen Gitarre – mit
klassischer Musik. Dresden gibt dir aber sehr vie-
le Freiheiten, alles zu spielen, was in der Gitarre
steckt: Jazz, Tango, brasilianische Musik, Folklo-
re, eben wirklich Weltmusik. Ich komponiere viel,
habe viele Freiheiten. Und mit großen Musikern
wie Daniel Hope zusammenzuarbeiten, macht
einfach Spaß.
… anstelle typischer (deutscher)
Stil-Schubladen?
Genau! Jeder Gitarrist hier soll so viel wie möglich
komponieren, arrangieren und ein eigenes Reper-
toire aufbauen. Das bringt dich wirklich vorwärts,
du entwickelst eine musikalische Persönlichkeit.
Gleichzeitig beseitigst du mit deiner Musik auch
Grenzen.
Du klingst sehr happy!
Ja, ich bin mit meinem Studium
sehr, sehr glücklich. Wir ler-
nen alle voneinander.
Was ich liebe und
wofür ich dank-
bar bin: Wir sind
menschlich alle
sehr eng ver-
bunden. Erst-
mal als Gitar-
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ristinnen und Gitarristen, dann aber auch zum
Beispiel
mit den anderen Jazz-Leuten und auch
mit den klassischen Musikerinnen und Musikern.
Das ist extrem inspirierend. Da ist auch kein gro-
ßer Graben zwischen Studierenden und Lehren-
den, es gibt einfach viel Nähe.
Wie hat es mit der deutschen
Sprache geklappt?
Ich habe Deutsch am Konservatorium gelernt.
Auf dem Papier hatte ich sogar B2-
Niveau, aber ehrlich, ich konnte
über 12 vorbereitete Themen
super sprechen, mehr nicht. Dann der Schock in
Dresden:
Ich habe nichts verstanden! Nach einem
halben Jahr konnte ich mich sprachlich zurechtfin-
den. Das meiste habe ich im Dresdner Alltagsle-
ben gelernt, nicht aus Büchern. Als ausländischer
Student habe ich den Vorteil, aus allen Seminaren
auch viel Sprachpraxis mitzunehmen.
Du scheinst dich sehr wohl
zu fühlen in Dresden …
Ja, es ist schön an der Elbe! Ich komme ja selber
aus einer Stadt
an der Elbe, Hradec Králové, so
100 km von Prag entfernt, bis Dresden sind es
250 km. Dresden ist toll gelegen und eben auch
eine Stadt am Fluss, das mag ich sehr. Man kommt
überall schnell hin, auch nach Tschechien. Für mich
liegt Dresden im Herzen Europas: Dieser Dreilän-
derbereich ist superlebendig und spannend.
Antonin Pevala
Gitarre
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Große Bühne
fürs Design
Prof. Anne Neuser
Theaterdesign/Kostümdesign

Hochschule für Bildende Künste Dresden
Szenische Malerei, Theaterplastik, Kostümdesign, Maskenbild: Nirgendwo sonst in
Europa ist die Theaterausstattung so stark vertreten wie an der HfBK Dresden.
Und kaum an einem anderen Studienort gibt es so viel Schönheit und tolle
Atmosphäre. Man spürt die Theaterbegeisterung von Prof. Anne Neuser, die hier
Kostümdesign lehrt.
Theaterdesignerinnen und -designer schaffen
neue Räume, ganze Welten. Dahinter steht eine
ganz eigene Mischung aus künstlerischer Vorstel-
lungskraft und Handwerk. Die stärkste Idee nützt
wenig, wenn sie sich nicht auf der Bühne umset-
zen lässt. »Dresden bietet die ganze künstlerische
Bandbreite: Malerei, Plastik, ganz konkrete The-
aterberufe, zu denen ich als Kostümdesignerin
auch gehöre – und natürlich das Maskenbild. Und
dann gibt es das Kostüm- und Bühnenbild, beides
etwas theoretischer, mehr auf der Entwurfsseite.
Wenn man super zeichnet, gleichzeitig aber lieber
etwas mit den Händen machen und mit Materialien
umgehen will, sollte man sich bei uns im Theater-
design umschauen. Wer zum Beispiel in richtig
großen Dimensionen etwas umsetzen will und ein
gutes Raumgefühl hat, findet in der Theatermale-
rei großartige Möglichkeiten.«
Aber wie kommt man an die Kunsthochschule?
Wer das Abi hat, kann sich mit einer Mappe be-
werben, am besten nach einer Beratung. Chan-
cen hat auch, wer außerordentliche künstlerische
Fähigkeiten, aber kein Abi hat. Immer gibt es eine
Eignungsprüfung. Auch ein Praktikum gehört vor-
ab dazu. Die Studienrichtung Kostümdesign ver-
langt noch etwas mehr: Wer hier einsteigen will,
muss schon echtes Handwerk mitbringen – als
Schneiderin oder Schneider oder mit einer ähnli-
chen Qualifikation.
Unendliche Möglichkeiten,
sich auszutoben
»Wir haben hier viel Spaß. Einmal, weil hier wirk-
lich alle Disziplinen an einem Ort sind, sodass man
immer wieder spannende neue Projekte mitei-
nander machen kann – nicht zuletzt im eigenen
Labortheater. Dann gibt es sehr enge Kooperatio-
nen mit Theatern, Museen, der Oper, Musikhoch-
schulen, davon profitieren die Studierenden sehr.
Nicht zu vergessen: die digitalen Techniken, La-
sercut, 3D, aber auch Analoges wie Siebdruck und
die Stofffärberei. Es gibt hier unendliche Möglich-
keiten, sich auszutoben.«
Weltweit einmalig in ihrer Form ist die Studien-
richtung Kostümdesign.
Die Studierenden ar-
beiten und forschen hier mit praktisch allen ver-
fügbaren und auch innovativen Materialien, um
später als Gewandmeister oder Kostümchefin
beim Film, im Theater, an der Oper oder im Muse-
um zu arbeiten.
»Kostümdesign in Dresden ist ein
Studium plus Kunststudium plus Schneiderhand-
werk. Wir unterrichten hier sämtliche Schnitt-
techniken, ein Best-of, bis hin zum Drapieren.
Unsere Studierenden fertigen auch historische
Kostüme an. Als Spezialität gibt es die Kostüm-
plastik, wie wir sie aus Fantasyfilmen kennen.
Da bauen wir riesige Äpfel oder Insekten Es gibt
nichts, was es nicht gibt. Man schneidert Tanz-
kostüme, lernt das Patinieren, befasst sich mit
Drucktechniken oder Färben und auch mit dem
Entwerfen, was ich lehre.«
International gefragt
Absolventinnen und Absolventen sitzen weltweit
in den Cheftagen aller möglichen Kultureinrich-
tungen, andere haben sich erfolgreich selbststän-
dig gemacht. Internationalität wird übrigens an
der Hochschule groß geschrieben: Mit dem Pro-
gramm EU4ART arbeitet die HfBK Dresden ge-
meinsam mit den Kunsthochschulen in Riga, Bu-
dapest und Rom an einer stärkeren Vernetzung
europäischer Kunstakademien.
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Goldene Aussichten:
Hochschule für Bildende Künste
Dresden
1764 ging sie als »Haupt-Kunst-Akademie« ans Werk: Die HfBK Dresden ist eine der
ältesten europäischen Ausbildungsstätten für Bildende Kunst. Künstler wie Canaletto,
Giovanni Casanova, Caspar David Friedrich, Gottfried Semper, Oskar Kokoschka und
Otto Dix arbeiteten hier als Professoren, und auch heute unterrichten hier international
bekannte Künstlerinnen und Künstler die ca. 550 Studierenden.
Die goldene Göttin Fama grüßt vom Glasdach des
Hauptgebäudes
an der berühmten Brühlschen
Terrasse. In der nördlichen Johannstadt in Dresden
findest du die Ateliers und Werkstätten fürs
Dreidimensionale, während die Studiengänge
Restaurierung, Bühnen- und Kostümbild sowie
Theaterdesign in der früheren Staatlichen Hoch-
schule für Werkkunst in der südlichen Johann-
stadt zuhause sind. An allen Standorten, vor allem
im faszinierenden Hauptgebäude, gibt es regel-
mäßig öffentlich zugängliche Ausstellungen —
darunter im Sommer die Diplom- und Jahresaus-
stellungen.
Bildende Kunst, Restaurierung sowie Bühnen-
und Kostümbild enden nach fünf Jahren mit dem
Diplom
. Bis dahin lernst du neben dem eigentli-
chen Handwerk auch viel Kunsttheorie, Theater-
geschichte und Philosophie kennen. Internationa-
le Kollaboration wird ganz groß geschrieben: Die
HfBK Dresden zählt zu den 41 »Europäischen Uni-
versitäten«. Studierende und Lehrende können
durch die Allianz EU4ART intensive Erfahrungen
mit anderen Lehransätzen und Kulturen sammeln.
Außerdem im Angebot: der vier Jahre dauernde
europaweit einzigartige Hochschulstudiengang
Theaterdesign.
Hier kannst du dich auf Szeni-
sche Malerei, Theaterplastik, Maskenbild oder
Kostümdesign spezialisieren. Der Aufbaustudien-
gang KunstTherapie knüpft an deine künstlerische
Vorbildung mit wissenschaftlichen Kompetenzen
wie künstlerischer Forschung und therapeutischer
Reflexion an.
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hfbk-dresden.de
eu4art.eu

Auf höchstem Niveau:
Hochschule für Grafik und
Buchkunst Leipzig
Sie ist eine der ältesten und bedeutendsten Kunsthochschulen Europas:
Seit über 250 Jahren vermittelt die heutige Hochschule für Grafik und Buchkunst
Leipzig künstlerische und gestalterische Ausbildung auf höchstem Niveau.
Viele Absolventinnen und Absolventen prägen
die zeitgenössische bildende Kunst und das Gra-
fik-Design,
nicht wenige bekannte Namen waren
als Lehrende an der HGB. Und international geht
es zu – zum Beispiel mit 100 Kooperationspart-
nern aus Kunst, Grafikdesign, Wissenschaft und
Wirtschaft. Ein dicht gewobenes Netzwerk, das
für viel Qualität und Nachhaltigkeit in Lehre und
Praxis sorgt.
Im wunderschönen Hauptgebäude lässt es sich
bestens studieren:
Die Studiengruppen sind klein,
die Ausstattung erstklassig – inklusive hervor-
ragender Werkstätten für Buchdruck, Künstleri-
schen Offsetdruck, Lithografie und vielem mehr.
Um die 500 Studierende entwickeln hier ihre
künstlerische Persönlichkeit: im engen Kontakt
zu den Lehrenden, aber voller Individualität. So-
wohl im jeweils eigenen Fach als auch interdiszip-
linär kannst du dich zwischen unterschiedlichsten
Lehrangeboten bewegen.
Du hast die Wahl zwischen vier Diplomstudien-
gängen:
Malerei / Grafik, Buchkunst / Grafik-De-
sign, Fotografie und Medienkunst. Außerdem gibt
es das »Meisterschülerinnen- und Meisterschü-
lerstudium« (Graduiertenstudium für Künstlerin-
nen und Künstler) in allen Studiengängen und das
weiterbildende Masterprogramm »Kulturen des
Kuratorischen«.
hgb-leipzig.de
Einblicke in das
künstlerische Schaffen an der HGB
bietet u.a. der jährliche Rundgang:
Jeweils am zweiten Februar-Wochenende
zeigen die Studierenden aktuelle
Arbeitsergebnisse im gesamten Akademiegebäude.
Beim Diplom-Rundgang im Juli stellen die
Diplomandinnen und Diplomanden ihre
Abschlussarbeiten aus. Parallel werden alle
Diplomprojekte im digitalen »Absolventinnen
und Absolventen-Archiv« präsentiert:
www.hgb-leipzig.de/studium/
absolvent-innen-archiv
61

 
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
AUF ALLE FÄLLE
WAS MIT KUNST
Aus zwei Richtungen nähert sich Victoria der Malerei an: klassisch, mit allen
Techniken, die diese Kunstform seit Jahrhunderten prägen. Und medienüber-
greifend, unter anderem auch skulptural. Die Ausbildung an der HGB Leipzig ist
anspruchsvoll, vielfältig und individuell. Schließlich sollen die Studierenden die
eigene Persönlichkeit als Künstlerin oder Künstler finden.
Dass es auf alle Fälle »was mit Kunst« werden soll,
hat die Berlinerin schon in ihrer Schulzeit gewusst:
Künstlerisches und musisches Talent sind da, nach
und nach tastet sie sich hinein in ganz neue, ma-
gische Welten.
»Ich hatte Feuer gefangen, fing an,
zu recherchieren, was man für ein Kunststudium
braucht – ein Abi! Da habe ich mir gesagt, prima,
dann mach mal dein Abi. Und ich hab’ mich fest-
gebissen, gerade, weil viele in meinem Umfeld
meinten, dass ich das eh nicht packe.«
Wertschätzung als
Entscheidungskriterium
Vielleicht wäre es bei den Anlagen sogar ohne Abi
gegangen, aber Victoria bleibt dran. Und weil der
Kunstunterricht sie nicht so recht weiterbringt, be-
legt sie parallel zur Schule Kunstkurse. Dort holt
sie sich Feedback, verbessert ihre Technik und be-
sucht nach dem Abi noch eine Malschule. Hier kann
sie auch ihre Mappe auf vorzeigbaren Stand brin-
gen, setzt Prioritäten, präsentiert und bespricht
ihre Ideen. Und dann kommt doch erstmal ein Ba-
chelorstudium an der TU Dresden: Politikwissen-
schaften; gar nichts mit Kunst, aber ein spannen-
des Feld, um erst einmal, wie sie sagt, »die Welt zu
verstehen«. Sie zieht die drei Jahre durch und weiß
auch danach, was sie will: Kunst. Vor der Bewer-
bung schaut sie sich einige Kunsthochschulen an
– mit Berlin und Halle zwei ebenso renommierte
Adressen wie die HGB Leipzig. Warum es Leipzig
wurde? Schon bei der Mappenberatung sei ihr hier
eine Wertschätzung entgegengebracht worden,
die sie so noch nicht erlebt hatte – verbunden mit
der klaren Empfehlung für eine Bewerbung. Übri-
gens: Dass man wie Victoria direkt danach einstei-
gen kann, ist nicht immer so. Einige ihrer Mitstu-
dierenden haben sich zwei oder sogar drei Jahre
um einen der begehrten Plätze bemüht – eine Zeit,
die man nutzen sollte, um sich weiterzuentwickeln
oder z. B. auch ein erstes Studium zu absolvieren.
Den Anfang selbst hat sie noch gut in Erinnerung:
»Das war wahnsinnig intensiv, Montag bis Frei-
tag 9 bis 16 Uhr – und das war gut so! Viele kom-
men im Studium an und wollen vor allem erstmal
cool sein. Seid gerne cool, aber nutzt diese Zeit,
lernt was, hängt euch rein, es lohnt sich so sehr!«
Vermittlung grundlegender
Techniken
Jetzt, mittlerweile im Malerei-Hauptstudium, ge-
nießt sie vor
allem das Nebeneinander von gegen-
ständlicher und medienübergreifender Malerei.
Ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner
an der Hochschule sind immer zu erreichen, und
auch die Tatsache, dass es keine zu starren Struktu-
ren gibt, sieht sie als echtes Plus in Leipzig. Künst-
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lerisch setze man hier ohnehin keine Grenzen. Es
geht um das Ausprobieren, Machen und kritische
Hinterfragen. Und um ausgefeiltes Handwerk. Bis
heute legt die HGB Leipzig größten Wert auf die
Vermittlung grundlegender Techniken.
»Es klingt
vielleicht schräg, aber Maltechnik gibt es an ganz
vielen Kunsthochschulen nicht mehr. Und wenn,
dann sind dort Pflichtveranstaltungen meist auch
nicht mehr üblich. Aber auch im digitalen Raum,
letztlich bei allem, was man macht, braucht man
selber aber eine gute Technik, eben auch Maltech-
nik. Für mich war gerade das ein ganz wichtiges
Argument für Leipzig.«
Teil der Kunstszene
Bestens ausgestattete Werkstätten, hoch enga-
gierte Lehrende – für Victoria passt es einfach in
den lichtdurchfluteten Ateliers in Zentrumsnähe,
auch, weil man schnell zum ganz natürlichen Teil
der Kunstszene in der Stadt wird. Man sieht sich,
erkennt sich wieder und läuft sich auch außerhalb
von Galerien über den Weg, neue Kontakte ent-
stehen schnell und direkt. Was kommt als nächs-
tes? Wir sind gespannt, in welcher Ausstellung
wir Victoria entdecken werden.
Victoria Welsh
Malerei mit
medienübergreifender
Ausrichtung
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Anthony Bachelier
Tanz
Sei dabei, wenn
Anthony auf
der Bühne der
Semperoper
Dresden tanzt!

Palucca Hochschule für Tanz Dresden
Ein französisches
Ausnahmetalent …
…tanzt in der Semperoper Dresden —
und auch auf anderen großen Bühnen der Welt.
»Tanzen ist mein Beruf«
»Meine Mutter sagt immer: Der Junge wollte
schon tanzen, bevor er richtig laufen konnte«,
erinnert sich Anthony, der in Bordeaux geboren
wurde. Seine Mutter entschied sich jedoch erst
einmal fürs Schwimmen. Tanzen wollte Antho-
ny aber weiter. Seit seinem sechsten Lebensjahr
nahm er Tanzunterricht – bis ihm später klar war:
»Tanzen ist mein Beruf« und sein Vater ihn an der
École Supérieure de Danse in Marseille anmelde-
te. Mit 16 Jahren erhielt Anthony seine erste pro-
fessionelle Tanzausbildung. Eine große Tänzerkar-
riere schien damit aussichtslos – aber nicht für
Anthony. Er trainierte in Marseille regelmäßig bis
zu 40 Stunden pro Woche und ordnete alles sei-
nem Ziel unter: gesunde Ernährung, ausreichend
Schlaf, körperlicher und mentaler Ausgleich. Im
Frühjahr 2012 beteiligte er sich in Mailand an ei-
ner Eignungsprüfung der Palucca Hochschule, die
regelmäßig in europäischen Tanzmetropolen wie
Barcelona, Düsseldorf, Madrid oder Rom statt-
finden. Anthony konnte wegen einer Verletzung
zwar nicht vortanzen, überzeugte aber so mit sei-
ner Videobewerbung auf DVD, dass er zur Auf-
nahmeprüfung nach Dresden eingeladen wurde.
Er setzte sich dort gegen insgesamt 400 Bewer-
berinnen und Bewerbern durch und erhielt einen
der begehrten 20 Plätze im Bachelor of the Arts –
Dance programme.
Hier und nirgendwo anders
An seinen ersten Abend in Dresden erinnert sich
Anthony immer noch gut: »In der Semperoper
wurde das Ballett ›La Bayadère‹ gegeben. Mir
war sofort klar, dass ich hier und nirgendwo an-
ders tanzen will.« Von Anfang an gefiel Anthony
die internationale Atmosphäre und Ausrichtung
der Palucca Hochschule für Tanz. Zwei Drittel des
Lehrpersonals und gut die Hälfte der knapp 200
Studierenden kommen aus dem Ausland. Auf dem
Campus sind 25 Nationen vertreten. »Von Profes-
sorinnen und Professoren sowie Choreografinnen
und Choreografen aus der ganzen Welt ausgebil-
det zu werden, ist eine außergewöhnliche Chan-
ce«, sagt Anthony.
Erstmaliger Erfolg
In Dresden fand er beste Voraussetzungen, um
sich seinen Lebenstraum zu erfüllen. »Die gleich-
zeitige Ausbildung in klassischem, modernem und
Improvisationstanz ist in dieser Kombination ein-
malig. Sie eröffnet uns Palucca-Absolventinnen
und Absolventen nach der Ausbildung breitere
Einsatzmöglichkeiten und größere Chancen für
ein festes Engagement.« Im August 2015 been-
dete Anthony sein dreijähriges Studium an der
Hochschule und wechselte in die Ballettcompany
der Dresdner Semperoper.
Er ist der erste Paluc-
ca-Absolvent, dem dieser Schritt nach nur fünf
Jahren professioneller Tanzausbildung direkt von
der Hochschule aus gelang.
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Was euch bewegt.
Palucca Hochschule
für Tanz Dresden
International und erfolgreich:
Deutschlands einzige eigenständige
Hochschule für Tanz, die Palucca
Hochschule für Tanz Dresden —
1925 gegründet von der Tänzerin
Gret Palucca. Bis 1991 unterrichtete
die Gründerin sogar noch selbst.
Die Ausbildung ist anspruchsvoll, exzellent und
vielseitig,
die Betreuung der etwa 180 Studieren-
den intensiv. Mehr als 60 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter aus Lehre und Verwaltung sind jeder-
zeit für dich da.
Im Bachelor-Studiengang Tanz werden Zeitge-
nössischer und Klassischer Tanz sowie Improvisa-
tion, außerdem Tanz- und Kunstgeschichte, Tanz-
medizin und Körperbewusstsein gelehrt.
Und es
geht auf die Bühne. Deutschlandweit einzigartig
ist die Kooperation mit der Semperoper Dresden
und der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
Gemeinsam gestalten die Studierenden ganze In-
szenierungen – mit kompletter Verantwortung
für Bühnenbild, Maske oder Kostüm.
Die Palucca Hochschule für Tanz Dresden ist auf-
grund der Vielzahl ihrer Partnerschaften Teil ei-
nes großen künstlerischen Netzwerkes
in der
Region, innerhalb Deutschlands, aber auch inter-
national. Dadurch haben die Studierenden die be-
sondere Möglichkeit, national und international
künstlerisch zu arbeiten und Kontakte zu knüp-
fen.
Palucca Hochschule für Tanz Dresden heißt auch
Nachwuchsförderstufe:
Hier gibt es für derzeit
80 Schülerinnen und Schüler eine vollwertige
Schulausbildung dank eigener Oberschule ab der
fünften Klasse. Wer den Realschulabschluss ab-
solviert hat und das eigene tänzerische Können
unter Beweis stellt, kann das Bachelorstudium im
Fach Tanz beginnen.
palucca.eu
66

 
Was
macht eigentlich
eine Künstlerin oder ein Künstler?
Berufsbeschreibung – was macht eine Künstlerin
oder ein Künstler?
»Künstler zu sein, ist kein Beruf im herkömmlichen Sinn. Künstler zu werden
ist ein spannender Lebensentwurf. Voraussetzung ist das fundamentale Be-
dürfnis, sich in seinem ganzen Sein schöpferisch zu verwirklichen. Künstler
erleben und beschreiben die Welt auf ganz persönliche Weise. Sie bedienen
sich dafür vielfältiger Ausdrucksformen wie Malerei, Grafik, Plastik, Foto-
grafie, Musik, Literatur, Theater, Tanz oder Film. Künstler zu sein, heißt frei
und selbstbestimmt zu leben und zu arbeiten und bietet die Möglichkeit,
Einzigartiges und Innovatives zu schaffen.«
Anforderungen – welche
Voraussetzungen
solltest du mitbringen?
»Kreativität, Talent, Sensibilität, unabhängiges Denken, Experimentierfreu-
de, Eigenmotivation, Risikobereitschaft, Durchhaltevermögen und Selbst-
verantwortung. Mit Interesse für Kunst, Geschichte und Ethik/Philosophie
bringst du gute Voraussetzungen mit. Um herauszufinden, ob du für eine
Künstlerlaufbahn geeignet bist, kannst du Beratungs- und Infotage, Vorbe-
reitungskurse, Workshops, Mappenkonsultationen und fachspezifische Stu-
dienberatungen an den Kunsthochschulen besuchen.«
Ausbildungsweg – wie kannst du diesen Beruf
erlernen?
»In Sachsen kannst du an fünf Kunsthochschulen verschiedene Bachelor-,
Master und Diplomstudiengänge studieren. Das Abitur ist dafür nicht im-
mer zwingend notwendig, wenn du in einem Eignungstest eine besondere
künstlerische Eignung nachweisen kannst.«
Einsatzmöglichkeiten – wo kannst du nach
deinem Studium arbeiten?
»Mit einer künstlerischen Ausbildung kann man den Weg sowohl als frei-
schaffender Künstler wählen, aber auch als feste(r) oder freie(r) Mitarbeite-
rin oder Mitarbeiter in Museen, Galerien, Orchestern, Theatern, Kunstverei-
nen oder in Bildungseinrichtungen, im Kunsthandel und in Werbeagenturen
angestellt sein. Für Kunsttherapeutinnen und -therapeuten gibt es zudem
Einsatzmöglichkeiten im Gesundheitsbereich, z. B. in Krankenhäusern, Kur-
zentren oder Einrichtungen für Senioren.«
67

 
HOCHSCHULEN
FÜR ANGEWANDTE
WISSENSCHAFTEN
72
Hochschule Mittweida
73
Hochschule für Technik,
Wirtschaft und Kultur Leipzig
78
Hochschule für Technik,
Wirtschaft Dresden
79
Westsächsische Hochschule
Zwickau
84
Hochschule Zittau/Görlitz

image
 
Hochschule Mittweida
Straftäterinnen
und Straftätern
auf der Spur
Erik Hippmann und Jennifer Vogel
Allgemeine und Digitale Forensik
Fingerabdrücke im Internet aufspüren? Für die angehenden IT-Experten Erik
und Jennifer ist das eine ihrer leichtesten Übungen.
Polizei, Kriminalamt und Gerichte brauchen sie, um Straftaten aufzudecken.
70

Was fasziniert euch an der
Forensik?
Jennifer:
Forensikerinnen und Forensiker unter-
suchen Kriminalfälle systematisch. Gerade
die
Kombination aus den verschiedenen Themen-
komplexen der Informatik, Kriminologie und
Kriminalistik
zusammen mit den biologischen
Grundlagen macht für mich den Reiz aus.
Erik:
Ich war auf der Suche nach einem Studien-
gang, der Zukunft hat und mir ein spannendes Be-
rufsfeld eröffnet. So bin ich auf Forensik an der
Hochschule Mittweida gestoßen. Am meisten in-
teressiert mich der digitale Bereich. Gerade jetzt,
wo die Digitalisierung eine immer größere Rolle
spielt, bin ich einfach nur erstaunt, was wir alles
lernen und was alles möglich ist.
Brauchtet ihr spezielle Vorkennt-
nisse und wie habt ihr euch auf das
Studium vorbereitet?
Jennifer:
Theoretisch sind kaum Vorkenntnisse
nötig, wir lernen ja so gut wie alles in Mathematik,
Physik und Informatik von Grund auf. Allerdings
werden die Themen schnell komplexer. Deshalb
bietet die Hochschule vor dem ersten Semester
Vorkurse
an, die die nötigen Kenntnisse vermit-
teln. Für Mathe und Physik haben wir uns wäh-
rend des Semesters in Lerngruppen zusammen-
gefunden, um uns gegenseitig zu helfen.
Erik:
Wer an ein Forensik-Studium denkt, sollte
einen PC bedienen können. Der Rest wird einem
beigebracht.
Welche Herausforderungen im Studi-
um gab es oder gibt es?
Erik:
Ich muss gestehen, das Studium fällt mir
nicht immer so leicht, wie ich es mir wünschen
würde, aber mit etwas Mühe und viel Lernen ist
das zu schaffen. Ich habe bisher alles überstan-
den. Meine größte Herausforderung ist und war
die Mathematik.
Jennifer:
So geht es den meisten aus unserem
Jahrgang, Mathe im ersten Semester und Physik
im zweiten Semester ist für viele eine Hürde.
Aber mit viel Fleiß und Hilfe untereinander ist-
das Pensum machbar. Man muss sich eben etwas
reinhängen, aber das ist ja bei den meisten MINT-
Studiengängen so.
Forensik als Studiengang bieten
deutschlandweit nur vier Hochschu-
len an, warum habt ihr euch für
Mittweida entschieden?
Jennifer:
Für mich war die
Kombination »Allge-
meine und Digitale Forensik«
ausschlaggebend.
Und die
gibt es tatsächlich nur in Mittweida
. Au-
ßerdem liegt Mittweida nur 1,5 Stunden Fahrt-
zeit von meiner Heimatstadt Hof entfernt. Per-
fekt, um meine Freundschaften zu Hause weiter
zu pflegen.
Erik:
Durch meine Nachbarin zuhause in Thürin-
gen und eine Mitbewohnerin bin ich auf Mittwei-
da gestoßen und dann auf den Studiengang Fo-
rensik. Andere Hochschulen wären für mich nur
in Frage gekommen, wenn ich etwas anderes stu-
diert hätte.
Mittweida als Stadt …
Erik:
… ist recht klein. Alles ist sehr nah zusammen
und schnell zu erreichen. Es fühlt sich familiär an
hier.
Zum Studieren ist Mittweida völlig ausrei-
chend, vielleicht sogar besser als andere Städte
.
Jennifer:
…gefällt mir sehr, weil es hier wenig ano-
nym ist. Man trifft die Lehrenden beim Einkaufen
oder im Studentenclub – das gibt es in Dresden
oder Leipzig wohl eher nicht. Wir sind viel drau-
ßen, verbringen die Zeit mit Freundinnen und
Freunden im Park oder an der Torfgrube. Und für
Musikliebende egal welcher Richtung werden re-
gelmäßig Konzerte von den Studierenden organi-
siert.
71

 
Stark und familiär:
Hochschule Mittweida
Sachsens größte Hochschule für angewandte Wissenschaften bietet dir anwendungsnahe
Studiengänge in Informatik, Medien und Sozialer Arbeit sowie Wirtschafts- und
Ingenieurwissenschaften. In vielen Studienangeboten kombiniert sie spannende Fächer
und setzt auch auf besondere Themen: »Allgemeine und Digitale Forensik« sowie
»Medienmanagement« und »Global Communication in Business and Culture« als
Bachelorstudiengänge sowie »Blockchain & Distributed Ledger Technologies« als Master-
studiengang sind in ihrer Form einmalig.
Die rund 7.000 Studierenden lernen, arbeiten
(und leben) in schicken historischen Gebäuden
und großartigen Neubauten.
Das Zentrum für
Medien und Soziale Arbeit ist zum Beispiel eines
der modernsten Ausbildungszentren Europas:
5.700 Quadratmeter mit Hörsälen, Seminarräu-
men, hochmodernem Fernsehstudio, Tonstudi-
os und »99drei Radio Mittweida«, Deutschlands
einzigem studentisch betriebenem Lokalsender.
Bei aller Größe bleibt es angenehm familiär, und
Wege sind schnell erledigt.
Richtig stark ist die Hochschule Mittweida auch
in der Forschung.
Die IT-Forensikerinnen und Fo-
rensiker arbeiten mit dem Fraunhofer-Institut für
Sichere Informationstechnologie für mehr Cyber-
sicherheit, und das Laserinstitut Hochschule Mitt-
weida bietet erstklassige Arbeitsbedingungen.
Auch klasse: In dieser »Hochschule für alle Le-
benslagen« findest du spezielle Angebote, um Be-
ruf, Familie und Studium stressfrei(er) zu kombi-
nieren.
72
www.hs-mittweida.de
Jedes Jahr im Januar und April öffnet die Hochschule
Mittweida ihre Türen, damit du dir selbst einen Eindruck
verschaffen kannst. Bei den Studieninformationstagen
kannst du erleben, wie es ist, in Mittweida zu studieren und
deine Fragen direkt an die Professorinnen und Professo-
ren stellen.

Beste Verbindungen:
Hochschule für Technik,
Wirtschaft und Kultur Leipzig
Mit ihrem breiten ingenieurwissenschaftlich-technischem Profil führt die Hochschule
für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) Studium, Praxis und
anwendungsnahe Forschung zusammen. Mit mehr als 40 Studiengängen von
»Architektur« über »Bauwesen« und »Informatik« bis »Soziale Arbeit« bietet sie
rund 6.300 Studierenden die Chance auf umfassendes Wissen und Können.
1992 neu gegründet,
reichen die Ursprünge der
HTWK Leipzig mit der früheren Technischen
Hochschule, der Bauhochschule, den Lehrstät-
ten für die Bereiche Bibliothekswesen, Buchhan-
del und Museologie bis 1838 zurück. 1992 kamen
noch die Wirtschaftswissenschaften und das So-
zialwesen dazu. Zuletzt wurde 2018 die Fakultät
Digitale Transformation gegründet.
Mit ihren Profillinien »Bau & Energie«, »Ingenieur
& Wirtschaft«, »Life Science & Engineering« und
»Medien & Information« ist die HTWK Leipzig
breit aufgestellt
– und bestens vernetzt. Sie ar-
beitet eng mit Unternehmen aus der Region,
Deutschland und Europa zusammen. Mit mehr als
200 laufenden Forschungsprojekten und einem
Drittmittelaufkommen von aktuell über 15 Millio-
nen Euro ist die HTWK Leipzig zudem eine der
forschungsstärksten Hochschulen für angewand-
te Wissenschaften Deutschlands.
Dank kurzer Wege am Campus und kleiner
Seminargruppen lernen sich die Studieren-
den schnell kennen.
Und es geht interna-
tional zu an der HTWK: Mehr als 800 der
Studierenden kommen aus knapp 60 Län-
dern an die Hochschule – man lernt mit-
und voneinander. Umgekehrt eröffnen
rund 130 Partnerhochschulen im Ausland
den Studierenden spannende Möglichkeiten
für eine Zeit außerhalb Deutschlands.
73
www.htwk-leipzig.de
An der HTWK wird die enge Verknüpfung von
Studium, Lehre und Forschung überall sichtbar. Bei-
spiele? Das Team der HTWK Robots, der Roboter-Fuß-
ballmannschaft, spielt ganz vorn mit und war 2018 sogar
Weltmeister. KI am Ball! Und das BetonkanuTeam baut aus
dem neuen Verbundstoff Carbonbeton eigene Kanus und
ist damit erfolgreich internationale Regatten gefahren.
Mitmachen erwünscht!

image
 
Alaa Hami Aousi
Bauingenieurwesen

image
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Alaa baut
an ihrer
Zukunft
Bauwerke, errichtet nach ihren Plänen,
davon träumt Alaa. Für diese Zukunft
studiert sie Bauingenieurwesen an der
Hochschule für Technik, Wirtschaft und
Kultur Leipzig (HTWK Leipzig).
Aufgeben ist nicht ihr Ding
Immer einen Stein auf den anderen setzen. Mit
Augenmaß und Wissen um die Details des Bau-
ens. Solange, bis der Turm jedem Wetter stand-
hält. Alaa hat das bereits als Kind fasziniert.
Schon damals stand für sie fest, dass sie später
nicht nur Bauklötzchen-Türme in die Höhe wach-
sen lassen möchte. Die 24-Jährige träumt von
großen Bauwerken. An der HTWK Leipzig baut sie
inzwischen ganz real an ihrer Zukunft. Die ange-
hende Bauingenieurin blickt auf viele Herausfor-
derungen, wenn sie an den Beginn ihres Studiums
zurückdenkt. Während ihre Kommilitoninnen und
Kommilitonen das Wissen aus dem Abitur wie-
der auffrischten, paukte Alaa Deutschvokabeln.
Die Kurdin kommt aus Syrien, dort hat sie auch
das Abitur gemacht. Seit 2015 lebt sie in Deutsch-
land. In nur einem Jahr eine fremde Sprache ler-
nen, sich in eine neue Umgebung und ein ande-
res Lernsystem einleben – die Liste an Dingen, die
sie bewältigen musste, ist lang. Und dann sei da
ja auch noch ihre Familie, die sie unbedingt unter-
stützen möchte, erzählt Alaa. Doch Aufgeben ist
nicht Alaas Ding, ihr Studiengang dagegen schon.
Praktisch und familiär
Das Bauingenieurstudium an der HTWK Leipzig
vereint praktische und theoretische Studien-
schwerpunkte. Handfest geht es in den
Labor-
Praktika
zu, an die sich Alaa gern erinnert. »Beim
Praktikum zum Thema Bodenarten konnten wir
die einzelnen Bodenarten berühren, riechen und
auswerten. Wir haben die einzelnen Bestand-
teile herausgesiebt, getrennt und in chemischen
Versuchen analysiert.« Dass sie heute mit Freude
lernen kann, ist für Alaa nicht selbstverständlich.
Gerade am Anfang sei das Studium sehr schwer
für sie gewesen. »Ich kam oft durcheinander
wegen der fachlichen Sprache.« Geholfen hat ihr
die
Unterstützung der Dozentinnen und Dozen-
ten
. Mit etwas mehr als 6.000 eingeschriebenen
Studierenden herrscht an der Leipziger Hoch-
schule für angewandte Wissenschaften ein famili-
äres Klima.
Im Grünen tankt Alaa Kraft
Neben der Sprache hat Alaa die
Vorkurse
be-
sucht, um sich auf ihr Studium vorzubereiten.
Die Kurse werden
für alle Studierenden
angebo-
ten und helfen, das Abitur-Wissen in Fächern wie
Mathe und Chemie aufzufrischen. Zudem ver-
mitteln sie erste Fachkenntnisse wie etwa Bau-
stoffkunde. Gerade zu Beginn habe ihr das sehr
geholfen, genauso wie die Ausflüge ins Grüne. Da-
bei tankt sie Kraft. Nicht allein wegen des vielen
Grüns hat sie die Stadt lieben gelernt.
»Leipzig ist
international und so reich an Kultur und Natur,
genauso wie eine lebendige Stadt für mich sein
muss«
, schwärmt Alaa. Nach dem Bachelorstudi-
um möchte sie ihren Master machen, ihre Grund-
mauern weiter bauen und später Bauwerke be-
staunen, die sie als Ingenieurin Stein für Stein für
Leipzig mitgeplant hat.
75

 
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
Als wir das Zoom-Gespräch mit Nico starten, wollen wir zuerst
wissen, wann er denn heute aufgestanden sei und da kommt die
erste Überraschung: »Irgendwann so gegen 6:30 Uhr, das liegt aber
an der Arbeit meiner Freundin, da stehe ich dann eben mit auf. Ich
bin sonst kein wirklicher Frühaufsteher. Darum sind meine Hühner
so ein bisschen die Luxusvariante, die muss man nicht mitten in der
Nacht versorgen.«
Nico ist 23, Student – und Bauer aus Leiden-
schaft. Schon früh begeistert sich der gebürti-
ge Thüringer aus der Nähe von Magdala für das
Leben auf dem bäuerlichen Familienbetrieb, von
klein auf lässt er sich auf dem Traktor durchschüt-
teln. Und weil ihm ebenfalls schon damals klar ist,
dass er selber Landwirt werden möchte, macht
er eine duale Ausbildung zum Landwirt und holt
dabei gleich auch sein Abitur nach. Viel Praxis,
die ihm jetzt im Studium zugute kommt. Bei Nico
sitzt jeder Handgriff. Und er macht vieles selbst:
Den ausgefeilten Hühnerwagen hat er selbst ge-
baut, seine Freundin hilft ihm bei der Instagram-
Präsenz, um mit Kunden in Kontakt zu bleiben
und neue zu gewinnen.
»Klar, wir könnten auch
einen Eierautomaten im nahen Jena aufstellen.
Aber ich finde es besser, wenn die Leute auch mal
selbst aufs Land kommen, damit sie sehen, wie
wir hier arbeiten.«
Ideale Lernbedingungen in Pillnitz
Parallel zu seinem kleinen Betrieb, den er vor ei-
nigen Jahren von seinem Großvater übernommen
hat, läuft Nicos Studium, das immer wieder neuen
Input bringt: viel frisches Wissen, das er direkt im
Betrieb anwenden kann. Er freut sich auch heute
noch über seine Entscheidung für Dresden, mag
die Stadt und die Hochschule - und profitiert nicht
zuletzt auch von kleinen, familiären Studiengrup-
pen. Mit jeweils erst 40, und jetzt im Masterstu-
dium sogar nur 15 Studierenden im Jahrgang bie-
tet der Standort Pillnitz ideale Lernbedingungen.
In seinem Master-Studium steht Produktions-
management im Mittelpunkt – anspruchsvolle
und spannende Inhalte, die praktisch überall ge-
braucht werden. Damit kann es für Nico danach
auch erst einmal in einem größeren Betrieb wei-
tergehen, wo neben allem landwirtschaftlichen
Fachwissen auch fundiertes betriebswirtschaft-
liches Know-how gefragt ist. Mit seinem Mas-
ter-Abschluss wird Nico über ein breites Wissen
in Ökonomie, Controlling, Verfahrensanalyse und
Personalmanagement verfügen und kann die
Landwirtschaft der Zukunft ganz praktisch mit-
gestalten.
Stallgeruch macht Lust auf mehr
Mehr Direktvermarktung, vielleicht auch etwas
Tourismus: Nico träumt davon, seinen Betrieb
später so umzubauen, dass die eigene wirtschaft-
liche Zukunft gesichert ist. Sein Wissen dafür
wächst immer weiter, die Energie, Motivation und
den Spaß daran, etwas Eigenes umzusetzen hat
er auf alle Fälle. Und wer selber darüber nach-
denkt, Landwirtschaft zu studieren?
»Ich würde
jedem vorab eine Ausbildung empfehlen – aber
klar, viele wollen auch direkt ins Studium. Dann
macht ein Praktikum, arbeitet in den Ferien auf
einem Hof, das bringt im wahrsten Sinne des
Wortes Stallgeruch, und es macht normalerwei-
se auch Lust auf mehr!«
Und er hat noch einen
Tipp auf Lager. Wer Landwirtschaft in Dresden
studiert, solle sich unbedingt um einen Platz im
Studentenwohnheim Neuberinstraße bewerben.
Vor allem für die Landwirtschaft- und Gartenbau-
studierenden der HTW Dresden ist das idyllisch
an der Elbe gelegene Haus mit seinem herrlichen
Garten die familiäre Homebase.
76

image
image
Bauer
aus Leidenschaft
Nico Müller
Produktionsmanagement
Agrarwirtschaft
Nico und seine Hühner auf Instagram: @goetterliche_landwirtschaft

 
Starke Kombination:
Hochschu le für Technik und
Wirtschaft Dresden
»Praktisch mehr erreichen« — die HTW Dresden bringt ihr Profil auf den Punkt.
Da ist was dran: Hier gibt es viel Praxis und kleine Gruppen. Moderne Labore,
Werkstätten, Versuchsflächen und Gewächshausanlagen bieten beste Bedingungen
für Lehre und Forschung. Und für ein richtig individuelles Studium.
Die HTW Dresden ist bei den deutschen Hoch-
schulen für angewandte Wissenschaften ganz
vorn dabei.
Die Kombination aus Technik, Wirt-
schaft, Design und Umwelt ist einzigartig. Zwei
Standorte am Campus Friedrich-List-Platz nahe
des Stadtzentrums und am »grünen« Campus
Pillnitz bieten 42 Studiengänge. Die Bereiche:
Bauingenieurwesen, Elektrotechnik, Maschinen-
bau, Informatik, Geoinformatik, Wirtschafts-
wissenschaften, Landbau, Umwelt, Chemie und
Design.
Es gibt Bachelor-, Master- und Diplom-Studien-
gänge,
darunter auch Agrarwirtschaft, Garten-
bau, Umweltmonitoring und Geomatik-Vermes-
sung/Kartographie/Geoinformatik. Dabei ist die
HTW Dresden mit acht Fakultäten, 170 Professo-
rinnen und Professoren sowie ca. 4.800 Studie-
renden Dresdens zweitgrößte Hochschule. Gleich-
zeitig ist sie überschaubar genug für eine enge,
persönliche Betreuung – man kennt sich.
Gute Ideen haben hier Zukunft:
Mit der Grün-
dungsschmiede unterstützt die HTW Dresden
studentische Gründerinnen und Gründer umfas-
send beim Umsetzen ihrer Geschäftsideen. Und
wer das Schulwissen auffrischen will (oder noch
unsicher ist), wird hier mit speziellen Intensivkur-
sen fit gemacht fürs Studium.
www.htw-dresden.de
78
Auf dem Innenstadt Campus ent-
steht ein neues Lehr- und Laborgebäude.
Ab dem Wintersemester 2023/24 können
sich die Studierenden auf moderne Labore,
Lehrräume und Werkstätten sowie viel Raum
für interdisziplinäres Arbeiten und für die Um-
setzung von Gründungsvorhaben freuen.

 
Naheliegend gut.
Westsächsische Hochschule
Zwickau
Studieren für die Praxis, Forschen für die Zukunft, Netzwerken fürs Leben:
drei Kernbotschaften, mit denen sich die WHZ selbst beschreibt. Mit hohem
Praxisanteil, modernen Laboren und einem familiär-persönlichen Miteinander
ist sie für etwa 3.300 Studierende aus 50 Ländern eine gute Adresse.
Die WHZ bietet dir ein gut strukturiertes Studium, das dich in überschaubarer
Zeit optimal auf den Beruf vorbereitet.
Technik, Wirtschaft, Gesundheit, Sprachen oder
Angewandte Kunst? Du hast die Wahl:
Acht Fa-
kultäten an den Standorten in Zwickau, Schnee-
berg, Reichenbach und Markneukirchen bieten dir
rund 50 Studiengänge mit Bachelor- und Master-
abschluss, aber auch mit dem weltweit gefrag-
ten deutschen Diplom – je nach Interesse und
Zukunftsplänen. Oder wie wäre eine duale Aus-
bildung mit IHK-Berufsabschluss? Alle Studien-
gänge haben Praktikumsphasen, in denen du Er-
fahrungen in Unternehmen im In- und Ausland
sammeln und Kontakte knüpfen kannst.
Klar, dass sich an einem der ältesten Automobil-
standorte Deutschlands – Horch, Audi und Trabant
kommen von hier – viel ums Auto dreht:
Kraft-
fahrzeugtechnik oder Automobilproduktion wird
hier aber auch durch Studiengänge zur KFZ-Elek-
tronik, Verkehrsinfrastruktur und Verkehrslogis-
tik ergänzt. Umfassende Studienangebote in den
Bereichen Technik, Umwelt, Digitalisierung, Wirt-
schaft, Naturwissenschaften,
Gesundheit, Spra-
chen, Angewandte Kunst und Textil machen das
Bild komplett. Einige Fächer wie Gebärdensprach-
dolmetschen oder Musikinstrumentenbau gibt es
nur selten in Deutschland.
www.fh-zwickau.de
79
Mit einem Betreuungsverhältnis von 1:30
zwischen Professorinnen/Professoren und
Studierenden erreicht die WHZ unter den
deutschen Hochschulen einen Spitzenwert.

image
 
Alexander Pässler
Informations- und
Kommunikationstechnik
Einfach
selber
machen
Später selbst als Dozent an einer Hochschule zu lehren, das hat
sich Alexander vorgenommen. Der Traum vom eigenen Lehrstuhl
treibt ihn an. Dafür engagiert sich der 21-Jährige im Studentenrat,
leitet bereits die ersten Lehrveranstaltungen und gestaltet das
Studium an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) mit.
Du studierst Informations- und Kom-
munikationstechnik im 7. Fachse-
mester. Weshalb dieser Studiengang?
Angefangen habe ich mit Elektrotechnik. Im 3. Se-
mester steht da allerdings zu einem großen Teil
Mechanik auf dem Stundenplan. Ich interessiere
mich aber mehr für Programmierung und Signal-
übertragung. Deshalb bin ich zum 4. Semester in
die Informations- und Kommunikationstechnik
gewechselt, eine gute Entscheidung. Die Inhalte
zwischen Informatik und Elektrotechnik sind sehr
ausgewogen.
Wie sieht das Ingenieurstudium an
der WHZ aus?
Also speziell in der Informations- und Kommuni-
kationstechnik ist das Studium dreigeteilt, begin-
nend mit drei Semestern Grundstudium. Da geht
es um die Grundlagen wie Ingenieursmathematik,
Physik, Grundlagen der Elektrotechnik und tech-
nischen Informatik. Nach den ersten drei Semes-
tern, in denen alle zusammen lernen, kann man
sich im vertiefenden Studium für Wahlmodule
einschreiben.
80

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Westsächsische Hochschule Zwickau
Gibt es im Studium auch
Praxisteile?
Am Ende des Studiums stehen ein Praxissemes-
ter, das Diplomprojekt oder die Bachelorarbeit.
Die Regelstudienzeiten sind beim Bachelor sieben
Semester, beim Diplom acht Semester.
Du engagierst dich sehr für die Hoch-
schule und bist im Studentenrat.
Wie bist du dazu gekommen?
Ich hatte mich an einem
Hochschulinformations-
tag
mit einem damaligen Vertreter aus meiner
Fakultät unterhalten. Das hat mich für die Gre-
mienarbeit motiviert. Im Mai 2018 wurde ich in
meine erste Amtszeit gewählt. Seitdem betreue
ich das Referat Technik. Wir verleihen z. B. Licht-
und Beschallungstechnik an die drei Zwickauer
Studentenclubs.
Du kommst aus dem Erzgebirge, bis
Zwickau ist es aus deinem Heimatort
Schwarzenberg nicht weit. Wären für
dich auch andere Hochschulen als die
WHZ infrage gekommen?
Für meine Entscheidung gab es verschiedene Fak-
toren:
Nähe zu Heimat und Familie, Umgebung
und auch die Sympathie des Lehrpersonals
. Ich
hatte die WHZ vor Beginn meines Studiums an
Hochschulinformationstagen und bei Schulexkur-
sionen besucht. Damals stand bereits fest, dass,
wenn ich nach dem Abi studiere, ich auf jeden Fall
nach Zwickau gehe.
Hast du einen Tipp für die Erstis, die
gerade mittendrin stecken?
Bleibt ruhig, behaltet einen klaren Kopf und lasst
das frisch Aufgenommene erst mal wirken. Und
ganz wichtig: Versucht, gleich in den ersten Tagen,
Kontakt zu euren Kommilitoninnen und Kommili-
tonen und zu Studierenden höherer Semester zu
bekommen und setzt euch in Lerngruppen zu-
sammen. Jeder steht zu Studienbeginn vor den-
selben Herausforderungen.
Hast du schon Pläne, was du nach
deinem Abschluss machen willst?
So ganz konkret noch nicht. Was mir aber vor-
schwebt, ist ein Lehrstuhl an einer deutschen
Hochschule. Das ist mein Antrieb im Studium.
Seit zwei Jahren leite ich Übungstutorien an mei-
ner Fakultät für Studierende im 1. bzw. 2. Semester.
Da gab es viel positives Feedback, dass es sich
lohnt, in die Übungsseminare zu kommen und
dass ich das Wissen gut vermitteln kann. Meine
Tutorenarbeit
mache ich in erster Linie aus
Leidenschaft
, nicht wegen der Vergütung.
81

 
Hochschule Zittau/Görlitz
Angekommen
Der 27-Jährige kommt aus Aleppo und erzählt von seinem Studium,
seinem Leben — und warum man seinen Träumen folgen soll.
Ezzat, wolltest du schon immer das
studieren, was du in Zittau machst?
In Aleppo habe ich ungefähr vier Semester Che-
mie studiert – und dann ging es wegen des Krie-
ges nicht mehr. In Deutschland musste ich erst
einmal die Sprache lernen, das war am Anfang
nicht leicht.
Wie bist du in Zittau gelandet?
Meine Deutschlehrerin – eine pensionierte Lehre-
rin – hatte mich im Aufnahmelager in Löbau be-
sucht. Sie hat mich ermutigt, mit dem Studium
weiterzumachen – ich hätte ja auch arbeiten kön-
nen. Von ihr habe ich die Telefonnummer vom In-
ternational Office im nahen Zittau bekommen.
Das war der Anfang! Dann gab es die Zulassung
für Chemie in Zittau. Man sagte mir aber auch,
dass es das Fach bald nicht mehr gäbe und dass
»Molekulare Biotechnologie« vielleicht auch et-
was für mich wäre. Hier werden die Studieren-
den für den Einsatz in der Molekulargenetik, der
Zellbiologie, der Immunologie, der Biochemie, der
Bioanalytik, der Toxikologie, der Mikrobiologie
und der Bioverfahrenstechnik ausgebildet. Das
passt gut zu Chemie und man hat später sehr gute
Berufschancen in der Wissenschaft genauso wie
in der Wirtschaft.
Wann in deinem Leben wusstest du,
in welche Richtung es gehen sollte?
Ich habe schon als Kind davon geträumt, Wissen-
schaftler zu werden. In Syrien entscheidet dein
Abitur, was du studieren kannst. Ich hätte Ökono-
mie, Chemie oder Maschinenbau machen können.
Meine Eltern wussten ganz gut, dass Chemie was
für mich ist. In Syrien wäre ich nach dem Studium
wohl in die Pharmazie gegangen.
Wie ist es hier für dich?
Ich lebe jetzt seit über vier Jahren hier und füh-
le mich sehr wohl. Inzwischen klappt es auch gut
mit der Sprache. Außerdem bin ich relativ nah an
meinen Eltern und meinem Bruder in Dänemark.
An der Hochschule Zittau/Görlitz mag ich die tol-
le Atmosphäre. Das Studium ist echt meins, und
die meisten Leute sind supernett. Man kann die
Professorinnen und Professoren alles fragen. Da
gibt es außerdem ein echtes Interesse an Syrien
und dem Leben dort. Dieses Persönliche kenne
ich von Professorinnen und Professoren in Syrien
nicht. Ich finde auch den Austausch mit anderen
Studierenden toll. Ingenieure fragen mich zum
Beispiel, wie das Immunsystem oder die PCR-
Tests für Corona funktionieren
.
Und die Stadt?
Perfekt für Studierende! Man hat genug Ausgleich,
es gibt super Sportmöglichkeiten, der Olbersdorfer
See ist um die Ecke, man kann immer was Schönes
machen. Und die Leute sind einfach nett.
Wie findet man den richtigen
Studiengang?
Das Wichtigste: Mach, was dich wirklich interes-
siert, worauf du Lust hast. Schau auch, was du
damit später anfangen kannst. Je besser du aus-
gebildet bist, umso besser und sinnvoller ist dein
Leben!
82

image
image
Ezzat Manaa
Molekulare Biotechnologie

 
Grenzenlose
Möglichkeiten:
Hochschule Zittau/Görlitz
Zwei Städte, zwei Standorte — und eine europäische Region voller Chancen:
Mitten im Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Polen bietet dir die
Hochschule Zittau/Görlitz viel Praxis. Du wirst intensiv betreut, nutzt eine
moderne Ausstattung und knüpfst wertvolle Kontakte. Optimale Bedingungen
für ein effizientes Studium mit besten Berufsaussichten.
Es gibt Diplom-, Bachelor- und Masterstudiengän-
ge — und ausgewählte Studiengänge lassen sich
zudem mit einer Berufsausbildung verbinden.
Für die 2.800 Studierenden sind 110 Professorin-
nen und Professoren da, und die sechs Fakultäten
bieten dir 47 Studiengänge der Ingenieur-, Natur-,
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Was im-
mer dabei ist? Viel Internationalität! Mit Partner-
schaften zu 100 Hochschulen in über 40 Ländern
kann dein Studium an der HSZG das Sprungbrett
in die weite Welt sein. Aber auch direkt vor dei-
ner Haustür geht es international zu. Die HSZG
liegt im Herzen Europas: perfekt zum Beispiel, um
im neuen Bachelor-Studiengang »Internationale
Wirtschaftskommunikation« nicht nur zu lernen,
sondern auch zu erleben.
An der HSZG kannst du auch »Kommunikations-
psychologie«
studieren — ein deutschlandweit
einmaliger Bachelorstudiengang.
Oder wie wäre
es mit »Soziale Gerontologie«? Auch »Wohnungs-
und Immobilienwirtschaft« oder »Ökologie und
Umweltschutz« gibt so fächerübergreifend nur
hier. Noch ein Tipp ist der internationale Doppel-
abschluss im einzigartigen Masterstudiengang
»Mechatronik« in Zittau/Görlitz und an der Tech-
nischen Universität in Liberec.
www.hszg.de
84
Die HSZG entwickelt sich in den Bereichen
Energie- und Transformationsforschung, Green
Engineering, Gesundheitscampus und Fort- und
Weiterbildungscampus immer weiter und unterstützt
stark den Aufbau der Filmakademie Görlitz.
Ob Strukturwandel, Klimakrise oder Studiengestaltung
in Pandemiezeiten: Die Studierenden dürfen und
sollen bei der Gestaltung ihrer »Hochschule der
Zukunft« mitwirken.

Nah am Menschen:
Evangelische Hochschule
Dresden
Wer gern mit Menschen arbeiten möchte, findet an der Evangelischen Hochschule
Dresden (ehs) attraktive Möglichkeiten. Rund 850 Studierende nutzen das Angebot am
Campus in Dresden-Johannstadt und seit 2020 auch auf dem Campus in Moritzburg.
Du hast die Wahl zwischen 13 interdisziplinären,
praxisbezogenen Bachelor- und Masterstudien-
gängen
aus den Bereichen Soziale Arbeit, Pflege,
Kindheitspädagogik, Evangelische Religions- und
Gemeindepädagogik, Beratung und Sozialma-
nagement. Kleine Studiengruppen, moderne Räu-
me und ein lebendiges Miteinander prägen das
Studium, und mit vielen berufsbegleitenden An-
geboten kannst du Studium und Beruf richtig gut
verbinden.
Ganz neu gibt es ab Wintersemester 2021/22 den
Bachelorstudiengang »Pflege«:
Intensiv, ganz
nah an der Praxis und mit ausgeprägtem Simu-
lationslernen bereitet er umfassend auf unter-
schiedlichste Tätigkeiten im Gesundheitswesen
vor.
Die ehs steht für eine sozial verantwortliche,
kritische und werteorientierte Lehre und For-
schung, sie ist weltoffen und international.
Die
Hochschule ist staatlich anerkannt und wird
vom Freistaat Sachsen und von der Evangelisch-
Lutherischen Landeskirche Sachsens finanziert.
Die ehs ist für alle Bewerberinnen und Bewerber
offen – unabhängig von Religion oder Glauben.
www.ehs-dresden.de
85
Du möchtest ein Semester im
Ausland studieren? Die Evangelische
Hochschule Dresden unterstützt ihre
Studierenden beim Studium oder Praktikum
im Ausland. Außerdem bietet die ehs
Sonderstudienplätze für geflüchtete
Menschen und für Menschen aus
Mittel- und Osteuropa an.

image
 
Viel Nähe,
alle Möglichkeiten
Professor
Thomas Fischer
Pf lege
Wer »Pflege« hört, hat oft bestimmte Bilder vor Augen: aufopfernde Arbeit, zu wenig
Personal, der Balkon-Beifall für Pflegerinnen und Pfleger während der ersten großen
Corona-Welle. Prof. Thomas Fischer kennt sich wirklich aus mit dem Thema und will die
Pflege mit einem neuen Studiengang weiter nach vorn bringen.
86

Evangelische Hochschule Dresden
Pflege ist weltweit ein Studienfach
Zum Wintersemester 2021/22 startet an der
Evangelischen Hochschule Dresden ein neuer Ba-
chelorstudiengang. Bisher wissen viele schlicht-
weg nicht, dass man »Pflege« überhaupt an einer
Hochschule studieren kann. Was noch weniger
bekannt ist: In Europa ist Deutschland das einzige
Land, in dem dieses wichtige Thema (noch) keinen
Platz an den Hochschulen hat. International ist
das Studienfach »Pflege« – im englischen Sprach-
raum »Nursing« – fest an Hochschulen veran-
kert. Für Prof. Fischer ist es höchste Zeit, auch in
Deutschland die Pflege auf ein neues Niveau zu
bringen.
»Viele Ärztinnen und Ärzte wünschen
sich eine Zusammenarbeit mit Pflegenden auf
Augenhöhe, auch um fachlich gemeinsam gute
Entscheidungen zu treffen, und Dinge kritisch zu
hinterfragen. Genau dazu befähigt dieses Studi-
um.«
Perfekte Basis für spätere Arbeit
Die sieben Semester sind extrem vielseitig,
anspruchsvoll und praxisnah. Bis zum Bachelor-
abschluss müssen 2.300 Praxisstunden absolviert
werden, bei denen die Studierenden in Partner-
einrichtungen am Menschen arbeiten und im-
mer wieder frisch Gelerntes direkt umsetzen.
In der Theorie gehören Naturwissenschaften wie
Biologie, Physik und medizinische Grundlagen
dazu, genau wie Psychologie, Soziologie und
Philosophie – ein umfassendes Rüstzeug, um z. B.
schwierige Gespräche mit Patientinnen und
Patienten gut zu meistern.
Im geschützten Rahmen eine
Lösung finden
In kleinen Gruppen mit viel persönlicher Betreu-
ung vermittelt das Studium fundiertes Wissen
zu Pflege, Selbstbestimmung und seelischer Ge-
sundheit, zu Prävention, Gesundheitsförderung
und Kommunikation. Wichtiger Bestandteil ist
das »Simulationslernen«. Ähnlich wie bei einem
Flugsimulator werden unterschiedlichste Prob-
leme miteinander kombiniert und trainiert, um
im Ernstfall das richtige Handeln sicher abrufen
zu können. So werden Studierende mit realisti-
schen Notfallsituationen konfrontiert und müs-
sen im geschützten Rahmen allein und im Team
eine Lösung finden. Eine andere Variante ist die
Arbeit mit Schauspielerinnen und Schauspielern,
die extrem realitätsnah das (für Außenstehende
oft unerklärliche) Verhalten dementer Menschen
darstellen.
»Das Schöne an dem Studium ist, dass
man fordernde Wissensarbeit mit ganz prakti-
schem Tun kombiniert, um im Arbeitsalltag für je-
den pflegebedürftigen Menschen eine neue, pas-
sende Lösung zu erarbeiten. Gleichzeitig geht es
uns auch darum, wirklich als Mensch für einen an-
deren Menschen da zu sein.«
Beste Perspektiven
Die Berufsperspektiven sind vielseitig und indivi-
duell: Kinderstation, Altenpflege und ambulante
Pflege sind nur drei Beispiele. Wer entspre-
chendes wissenschaftliche Interesse mitbringt,
kann auch mit einer Forschungskarriere durch-
starten. Oder wie wäre es mit einer Zeit im
europäischen Ausland? In vielen Ländern können
Absolventinnen und Absolventen mit dem inter-
national anerkannten Abschluss problemlos
arbeiten. Spannend ist der Studiengang auch für
alle mit Interesse an High Tech – Digitalisierung,
e-health und Apps erreichen mit großer Geschwin-
digkeit auch den Pflegebereich. Wer jetzt Lust hat,
ein kleiner Tipp: Ein Pflegepraktikum vorab bringt
klare Vorteile bei der Auswahl für die Studien-
platzvergabe.
87

 
Berufsakademie Sachsen
Florian studiert
die Zukunft
Klassischen Maschinenbau mit der digitalen Technik von morgen zu verbinden, das
Wissen von Beginn an praktisch anzuwenden und dabei schon Geld verdienen —
im Studiengang »Digital Engineering« an der Staatlichen Studienakademie Glauchau
hat der 20-jährige Florian eine zukunftsweisende Kombination gefunden.
Roboter, die uns die Arbeit abnehmen
oder selbstfahrende Autos klingen
für viele immer noch nach Zukunfts-
musik. Für dich auch?
Klar ist, dass wir lernen müssen, klassisches Wis-
sen neu zu kombinieren. Durch die steigende Di-
gitalisierung von nahezu allem wird man um
Informatikwissen nicht mehr drum herumkom-
men. Diese Zukunftsorientierung reizt mich an
der Verbindung eines Ingenieurstudiengangs mit
der Informatik. Bestes Beispiel sind Autos. For-
scherinnen und Forscher arbeiten daran, dass
selbstfahrende Autos bald auch auf öffentlichen
Straßen unterwegs sein werden. Um so etwas
realisieren zu können, benötigt es viel informati-
sches Wissen. Trotzdem hat ein Auto immer noch
vier Räder. Damit will ich sagen, dass man in Zu-
kunft bei steigendem Bedarf an Informatikerin-
nen und Informatikern immer noch Maschinen-
bauerinnen und Maschinenbauer benötigt. Digital
Engineering vereint diese beiden Felder.
Wie hast du dich vor deinem
Studium bei der Fülle an
Studiengängen orientiert?
Durch mein großes Interesse an Physik, Mathe-
matik und dem Wunsch eines dualen Studiums
hat sich von vornherein schon die Gesamtaus-
wahl an Studiengängen beschränkt. Demnach
musste ich mich nur noch auf Messen nach ver-
schiedenen Maschinenbau- und Informatik-
studiengängen umsehen.
Und so bist du auf »Digital
Engineering« gekommen?
Ja, ich bin auf einer Berufsmesse in Chemnitz da-
rauf gestoßen. Eigentlich wollte ich mich nach ei-
nem dualen Maschinenbaustudium erkundigen.
Erfahren habe ich aber, dass es diese Konstella-
tion so nicht gibt und wurde auf einen Stand ver-
wiesen, der etwas Ähnliches anbietet. Dort habe
ich meinen jetzigen Studiengangsleiter getroffen,
der mir den neuen und zukunftsweisenden Studi-
engang »Digital Engineering« erklärt hat.
88

image
Mittlerweile studierst du im
dritten Semester…
… und genieße die Vorteile des BA-Studiums,
nämlich die dichte Anlehnung an das Berufs-
leben. Während meine Freunde sagen können,
»Ach, heute habe ich keine Lust auf Uni«, muss
ich aufgrund meines Arbeitsvertrages an allen
Vorlesungen teilnehmen. Dies bereitet einen sehr
gut auf das Berufsleben vor. Ebenso erhalte ich
jeden Monat ein sehr gutes Gehalt (für einen Stu-
denten), ohne dass ich einen Nebenjob annehmen
müsste.
Lässt dir der Studienablauf auch
Freiräume, die du selbst gestalten
kannst?
Der Ablauf ist reguliert ähnlich wie ein »Stun-
denplan« in der Schule, weil die Lehrzeit ja stark
komprimiert ist. Drei Monate dauert eine Theo-
riephase an der Berufsakademie, danach folgen
drei Monate Praxisphase im Unternehmen, bei
mir im Institut Chemnitzer Maschinen- und An-
lagenbau e.V. (ICM). Ein bisschen Freiraum bleibt
dennoch. Man kann sich für Exkurse oder
andere Weiterbildungen freistellen
lassen. Auch Auslandssemester sind
möglich.
Würdest du wieder in Glauchau
studieren?
Je länger ich studiere, desto mehr merke ich, wie
richtig diese Entscheidung war. Ich würde auch
ein zweites Mal wieder in Glauchau studieren.
Manko: Die Stadt ist relativ klein, ihr fehlt ein le-
bendiges Nachtleben. Dagegen könnte man die
Studienakademie als kleine Stadt in einer Stadt
definieren. Sie ist bestrebt, stets die modernste
Technik zu verwenden. Das gesamte Laborgebäu-
de ist z. B. mit den neuesten Gerätschaften aus-
gestattet. Bei der Betreuung fühlt man sich auch
wohl. Offene Fragen werden in der Vorlesung
oder in einer separaten Konsultation beantwor-
tet. Ich bin voll und ganz zufrieden.
Florian Richter
Digital Engineering

 
Praktische Alternativen:
Die Berufsakademie Sachsen (BA)
Geregelte Arbeitszeiten, praktisches Lernen und ein monatliches Gehalt:
Das Studium an der Berufsakademie Sachsen (BA) ist anders —
und mit seiner klaren Struktur mitsamt Urlaubsanspruch auch eine echte
Alternative zum sonst üblichen Hochschul- oder Fachhochstudium.
Rund 4.500 Studierende nutzen das Angebot aus über 40 Studiengängen
in den Bereichen Technik, Wirtschaft sowie Sozial- und Gesundheitswesen.
Vorlesungen, Übungen und Seminare gibt es hier
natürlich auch, aber Theorie und Praxis werden
hier auf ganz eigene Weise miteinander verzahnt.
BA-Studierende arbeiten im Wechsel über mehre-
re Monate im Unternehmen, danach geht es wie-
der ebenso lange ans Studieren (vierteljährlicher
Wechsel). Im Unternehmen wendest du das im
Studium Gelernte direkt an. Statt Semesterferien
hast du Urlaubsanspruch innerhalb der Praxis-
phasen – und regelmäßig auch selbst verdientes
Geld und umfangreiche Praxiserfahrung.
Insgesamt sieben Standorte hat die Berufsaka-
demie Sachsen:
Bautzen, Breitenbrunn, Dresden,
Glauchau, Leipzig, Plauen und Riesa. Sie alle bie-
ten dir einen Zugang ohne Numerus Clausus, in-
dividuelle Betreuung in kleinen Seminargruppen
und eine kompakte Stundenplanung. Nach dem
dreijährigen BA-Studium kannst du dich auf beste
Aussichten freuen: Mit über 90 % Vermittlungs-
quote steigt der Großteil aller BA-Absolventinnen
und -Absolventen direkt im Anschluss voll ins Be-
rufsleben bei den Praxispartnern ein.
www.ba-sachsen.de
Die Dualen Studiengänge an der
Berufsakademie Sachsen haben sich seit
1991 in über 30 Jahren zum Erfolgsmodell
entwickelt: Über 25.000 Absolvierende
sind im Berufsleben gestartet.
90

Die sächsischen
Studentenwerke
Studentenwerke betreuen deutschlandweit mehr als 2,5 Millionen Studierende und sind nicht nur gute
Adressen für das Thema Wohnen, sondern sind auch für soziale, wirtschaftliche, kulturelle oder ge-
sundheitliche Belange da.
In Sachsen gibt es vier Studentenwerke für die über 100.000 Studierenden an Sachsens Hochschulen.
Sie sind Ansprechpartner, wenn es um das Finden eines
Wohnheimplatzes
oder den
Bafög-Antrag
geht. Wer eine
psychosoziale
oder
Rechtsberatung
benötigt oder mit Beeinträchtigungen studiert, fin-
det ebenfalls bei den Studentenwerken Gehör. Sie stehen auch studierenden Eltern zur Seite, indem sie
an vielen Hochschulorten
eigene Kinderbetreuungseinrichtungen
unterhalten. Deren Angebote sind
speziell auf den studentischen Alltag abgestimmt.
Studentenwerk Chemnitz-Zwickau
für die Hochschulstandorte Chemnitz,
Zwickau, Schneeberg
www.swcz.de
Studentenwerk Dresden
für die Hochschulstandorte Dresden,
Görlitz, Zittau, Tharandt
www.studentenwerk-dresden.de
Studentenwerk Freiberg
für die Hochschulstandorte Freiberg,
Mittweida, Roßwein
www.studentenwerk-freiberg.de
Studentenwerk Leipzig
für den Hochschulstandort Leipzig
www.studentenwerk-leipzig.de
91

image
image
 
Studieren mit
Beeinträchtigung
Bei 11 % der rund 2,8 Millionen Studierenden in Deutschland erschwert eine
Behinderung oder chronische Krankheit das Studium. Das sind bei über 100.000
Studierenden in Sachsen ca. 11.000 mit einem Handicap. Nur bei 4 % von ihnen ist die
gesundheitliche Beeinträchtigung allerdings auf Anhieb wahrnehmbar.
Für alle Betroffenen gibt es das kostenlose Beratungsangebot an jeder sächsischen
Hochschule und bei den vier Studentenwerken.
Seit 2017 koordiniert Dr. Daniela Menzel das Themen-
gebiet Inklusion an der TU Chemnitz und berät Schülerinnen
und Schüler, Studierende und Mitarbeitende rund um das
Studium mit Beeinträchtigung. Im Gespräch erklärt sie, warum
Ähnliche Ansprechpartnerinnen
es so wichtig ist, sich schon frühzeitig beraten zu lassen.
und Ansprechpartner gibt es an allen
Hochschulen in Sachsen. Die Beraterinnen und
Berater geben Tipps zu Ämtergängen,
informieren zu Chancengleichheit
und finden für beinahe jedes Problem
eine Lösung.
92

image
Frau Dr. Menzel, ein Studium stellt
nicht nur Menschen mit einem
Handicap vor Herausforderungen.
Wer kommt alles in die Beratung an
der TU Chemnitz?
Zielgruppe sind Studieninteressierte und Stu-
dierende mit Behinderungen, chronischen oder
psychischen Erkrankungen. Es geht also immer
um länger andauernde oder dauerhafte Beein-
trächtigungen. Studierende mit Behinderungen
wie Rollstuhlnutzende oder mit anderen Mobili-
tätsbeeinträchtigungen sowie Hör- oder Sehbe-
einträchtigte suchen die Beratung relativ selbst-
verständlich auf. Die meisten Beeinträchtigungen
oder Erkrankungen sind aber nicht ohne weiteres
von außen wahrnehmbar.
Welche Beeinträchtigungen
sind das zum Beispiel?
Das sind in der Regel psychische oder bestimmte
chronisch-somatische Erkrankungen. Studieren-
den, die davon betroffen sind, fällt es deutlich
schwerer sich zu öffnen, wobei diese beiden Be-
einträchtigungsarten gut drei Viertel aller Studie-
renden mit einer Beeinträchtigung umfasst. Sie
sind oft stärker Stigmatisierung ausgesetzt und
haben Angst, ihre Erkrankung in der Beratung
offen zu legen. Meist kommen Studierende sehr
spät oder gar nicht, weil sie nicht wissen, dass sie
gesetzlich verankerte Ansprüche haben und sie
besonders unterstützt werden können.
Welche Möglichkeiten gibt es,
beeinträchtigten Studierenden
ein chancengleiches Studium
zu ermöglichen?
Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Für zu-
lassungsbeschränkte Studiengänge können Stu-
dierende mit einer Beeinträchtigung einen Här-
tefallantrag stellen. In Phasen, in denen man
aufgrund der Erkrankung nicht studierfähig ist,
kann das Studium mit einer Beurlaubung aus
Krankheitsgründen pausieren. Falls Studierende
mit länger andauernden oder dauerhaften Beein-
trächtigungen Anpassungsbedarf in Prüfungen
haben, so können Nachteilsausgleiche wie Schreib-
zeitverlängerung in Klausuren oder eine längere
Bearbeitungsdauer für Hausarbeiten beantragt
werden.
Ab wann können Studierende solche
Nachteilsausgleiche wahrnehmen?
Mir wäre es das liebste, alle kommen so früh wie
möglich in die Beratung, es ist ja alles unverbind-
lich und vor allem vertraulich. Schon bei der Be-
werbung für zulassungsbeschränkte Studiengän-
ge gibt es zwei Sonderanträge: einmal den Antrag
auf Nachteilsausgleich in der Leistungsquote zur
Verbesserung der Durchschnittsnote und den An-
trag auf Nachteilsausgleich in der Wartezeitquote
zur Verbesserung der Wartezeit.
Kommunikation
ist das Wichtigste!
Die meisten Beeinträchtigun-
gen oder Erkrankungen sind nicht ohne weiteres
von außen wahrnehmbar. Umso wichtiger ist es,
frühzeitig aktiv Rat zu suchen.
93

 
Anhang
UNIVERSITÄTEN
Vier Universitäten in Sachsen – in Dresden, Leipzig, Chemnitz und
Freiberg – bieten ein breites Fächerangebot in den Ingenieur-,
Natur-, Geistes-, Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften an.
Technische Universität
Dresden
30.079
124
17
www.tu-dresden.de
Universität
Leipzig
29.870
>150
14
www.uni-leipzig.de
www.leipzig-studieren.de
Technische Universität
Chemnitz
9.752
97
8
www.tu-chemn
itz.de
www.studium-in-chemn
itz.de
Technische Universität
Bergakademie Freiberg
4.050
73
6
www.tu-freiberg.de
www.studieren-in-freiberg.de
94

KUNSTHOCHSCHULEN
Musik, Theater, Tanz, Bildende Künste, Grafik und Buchkunst — auf diesen
Gebieten gibt es in Sachsen hervorragende Studienmöglichkeiten an fünf
Kunsthochschulen. Fester Bestandteil ist die Zusammenarbeit mit namhaften
Orchestern, Theatern und Kunstsammlungen des Freistaates.
Hochschule für Musik und
Theater »Felix Mendelssohn
Bartholdy« Leipzig
1.091
13*
3
www.hmt-leipzig.de
Hochschule für Musik Carl
Maria von
Weber
Dresden
729
16
2
www.hfmdd.de
Hochschule für Bildende
Künste Dresden
557
5
2
www.hfbk-dresden.de
Hochschule für Grafik und
Buchkunst Leipzig
506
4 Diplom, 1 Master
www.hgb-leipzig.de
Palucca Hochschule für Tanz
Dresden
181
4
www.palucca.eu
Studierende
Studiengänge/*Fachrichtungen
Fakultäten
95

HOCHSCHULEN
FÜR ANGEWANDTE WISSENSCHAFTEN
Wer sich ein praxisnahes Studium wünscht, ist bei einer der fünf Hochschulen für
angewandte Wissenschaften richtig. Hier kann man einen Hochschulabschluss auf
dem Gebiet der Ingenieur-, Wirtschafts-, Medien- und Sozialwissenschaften oder
auch auf kulturellem und künstlerischem Gebiet erreichen.
Hochschule Mittweida
6.908
62
5
www.hs-mittweida.de
Hochschule für Technik,
Wirtschaft und Kultur Leipzig
6.343
>40
6
www.htwk-leipzig.de
Hochschule für Technik und
Wirtschaft Dresden
4.791
42
8
www.htw-dresden.de
Westsächsische
Hochschule Zwickau
3.290
55
8
www.fh-zwickau.de
www.studier-in-zwickau.de
Hochschule
Zittau/Görlitz
2.788
50
6
www.hszg.de
96

BERUFSAKADEMIE SACHSEN
Als Alternative zum Hochschulstudium winkt die Berufsakademie mit ihren sie-
ben Standorten in Sachsen mit der engst möglichen Verknüpfung von Theorie und
Praxis. Zwei Partner übernehmen hierbei die Aufgabe, die Studierenden für ihren
Beruf optimal zu qualifizieren: ein Unternehmen als Lernort für die Praxis und die
Berufsakademie Sachsen als Lernort für die Theorie.
Berufsakademie
Sachsen
4.500
>40
7
www.ba-sachsen.de
Zentrale Geschäftsstelle
www.ba-sachsen.de
Staatliche Studienakademie Bautzen
www.ba-bautzen.de
Staatliche Studienakademie Breitenbrunn
www.ba-breitenbrunn.de
Staatliche Studienakademie Dresden
www.ba-dresden.de
Staatliche Studienakademie Glauchau
www.ba-glauchau.de
Staatliche Studienakademie Leipzig
www.ba-leipzig.de
Staatliche Studienakademie Plauen
www.ba-plauen.de
Staatliche Studienakademie Riesa
www.ba-riesa.de
Studierende
Studiengänge
Fakultäten
Standorte
97

WEITERE HOCHSCHULEN
In Sachsen gibt es neben den 14 staatlichen Hochschulen und den sieben Stand-
orten der Berufsakademie staatlich anerkannte Hochschulen in privater oder
kirchlicher Trägerschaft sowie Hochschulen der Verwaltung. Sie ermöglichen ein
intensives Voll- oder Aufbaustudium in künstlerischer, sozialer, technischer oder
wirtschaftlicher Richtung.
STAATLICH ANERKANNTE HOCHSCHULEN
Evangelische Hochschule Dresden
www.ehs-dresden.de
Hochschule für Kirchenmusik der
Evangelisch-Lutherischen Landeskirche
Sachsens
www.kirchenmusik-dresden.de
DIU Dresden International University
www.di-uni.de
Hochschule für Telekommunikation Leipzig
(staatlich anerkannt bis 31.12.2022)
www.hft-leipzig.de
Fachhochschule Dresden
www.fh-dresden.eu
HHL Leipzig Graduate School of Management
www.hhl.de
98

HOCHSCHULEN DER VERWALTUNG
Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)
www.polizei.sachsen.de/de/polfh.htm
Hochschule Meißen (FH) und
Fortbildungszentrum
www.fhsv.sachsen.de
99

 
Impressum
Herausgeber und Redaktion
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
Pressestelle Wissenschaft, Wigardstraße 17, 01097 Dresden
Projektkoordinierung »Pack dein Studium«
Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH
Bautzner Str. 45-47, 01099 Dresden
Texte
Caroline Förster, Petra Hopke, Sabine Hülsmann, Franziska Lange, Thomas Scheufler, Björn Sievers
Fotos
S. 2/20/24/53/57/58/63/77/83/86 Martin Förster, S. 14/19/23/29/70/74/80/89 Amac Garbe,
S. 13 Stephan Floss, S. 34/35 Anja Upmeier S. 36/37 Andreas Schmidt, S. 38/39 Ernesto Uhlmann
S. 40/41 Silberstadt Freiberg/599media, Paul Schmidt, S. 42/43 Helmut Hammer
S. 44/45 Helge Gerischer, S. 46/47 Philipp Herfort S. 48/49 Europastadt Görlitz/Zgorzelec GmbH
S. 64 (c) onstagestudio.photopitscheider S. 92/93 Jacob Müller/TU Chemnitz
Filme
Produktionsbetreuung
Scheufler Förster Wissenskommunikation GbR
www.sf-wk.de
Produktion
adhoc Film & Fernsehproduktion GmbH
www.adhocfilm.de
Gestaltung
pingundpong
www.pingundpong.de
Druck
Druckerei Thieme
www.druckerei-thieme.de
Gedruckt auf 100% Recyclingpapier
erschienen im Oktober 2021