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LUA-Mitteilungen 02/2014
LANDESUNTERSUCHUNGS-
ANSTALT FÜR DAS GESUNDHEITS-
UND VETERINÄRWESEN

 
│1
Inhalt
Humanmedizin
Epidemiologische Information für den Freistaat Sachsen ......................................................................................................................................... 2
Der Eichenprozessionsspinner ........................................................................................................................................................................................... 7
Lebensmitteluntersuchungen
Untersuchungen von Bio-Lebensmitteln 2013 ...........................................................................................................................................................11
Untersuchung von Butter regionaler Kleinproduzenten ..........................................................................................................................................13
Cadmium- und Bleigehalte in sächsischem Weizen und anderen sächsischen Lebensmitteln –
Ergebnisse im Rahmen des LÜP 5 im Jahre 2013 ......................................................................................................................................................15
Veterinärmedizinische Tierseuchen- und Krankheitsdiagnostik
Typisierung sächsischer BVDV-Isolate – ein Beitrag zur molekularen Epidemiologie der BVD ....................................................................20
Neue Rechtsbestimmungen im Bereich des LFGB – Januar 2014 bis März 2014 ............................................................................................23
Neue Rechtsbestimmungen Veterinärmedizin Januar 2014 bis März 2014
......................................................................................................26
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel nichttierischer Herkunft und Bedarfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse
(1.
Quartal
2014) ........................................................................................................................................................................................................27
Beschwerdenreport für Lebensmittel tierischer Herkunft (1. Quartal 2014) .....................................................................................................28
BSE - Untersuchungen 1. Quartal 2014 .......................................................................................................................................................................29
Tollwutuntersuchungen 1. Quartal 2014 .....................................................................................................................................................................29
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen - 1. Quartal 2014 .............................................................................................................30

 
2 │
Epidemiologische Information für den Freistaat
Sachsen
1. Quartal 2014 (30.12.2013 – 30.03.2014)
Borreliose
: Wahrscheinlich aufgrund des milden Winters mit
teilweise frühlingshaften Temperaturen war die Aktivität der
Zecken fast ungebrochen.
Die Zahl der Borreliose-Infektionen lag mit 159 im Quartal über-
mittelten Erkrankungen deutlich höher als in den Vergleichs-
zeiträumen der letzten 5 Jahre, in denen jeweils zwischen 65
und 88 Fällen übermittelt wurden.
Die meisten der betroffenen Patienten wiesen ein Erythema
migrans auf. 12-mal wurde eine neurologische Symptomatik
angegeben, darunter 8-mal Hirnnervenlähmung und 4-mal Ra-
dikuloneuritis. In 2 weiteren Fällen wurde eine Lyme-Arthritis
diagnostiziert.
Brucellose
: Eine 23-jährige Frau erkrankte mit Gelenkschmer-
zen und Fieber und litt unter Erschöpfungszuständen. Aus Blut
konnte
Brucella melitensis
nachgewiesen werden. Die Patientin
besitzt einen Hund sowie ein Katze; Kontakte zu Schafen oder
Ziegen wurden verneint.
CJK
: Bei zwei Frauen (55 und 82 Jahre alt), die eine beginnende
Symptomatik zeigten, wurde die Diagnose einer klinischen CJK
gestellt.
Clostridium difficile
(schwerer Verlauf): Es kamen im Quartal 7
schwere Verläufe einer
Clostridium difficile
-Infektion zur Mel-
dung. Fünf Patienten im Alter zwischen 70 und 89 Jahren ver-
starben an den Folgen der Infektion.
Denguefieber
: Bei den im Berichtszeitraum erfassten Infektio-
nen handelte es sich um Reiserückkehrer aus der Dominikani-
schen Republik, Sri Lanka und Thailand. Symptomatisch traten
bei den Betroffenen Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagen-
heit auf.
Gasbrand
: Ein 88-Jähriger, der wegen Phlegmonen und fortge-
schrittener Nekrose an der linken Hand stationär behandelt wer-
den musste, zeigte nach dem operativen Eingriff eine typische
Gasbrandsymptomatik. Ein Wundabstrich sowie die Blutunter-
suchung erbrachten den Nachweis von
Clostridium perfringens
.
Mit massiver Gasbildung im rechten Bein und Tachykardie wur-
de eine 86-jährige Frau hospitalisiert. Die Patientin war kurz
zuvor schwer gestürzt und hatte sich eine Verletzung des Be-
ckens zugezogen. Ein Erregernachweis gelang nicht; aufgrund
der eindeutigen Symptomatik wird dieser Fall jedoch als klini-
scher Gasbrand gewertet.
Bei einer 84-jährigen Patientin, die wegen einer bestehenden
Grunderkrankung stationär behandelt wurde, erbrachten ein in-
traabdominaler Abstrich sowie die Blutuntersuchung den Nach-
weis von
Clostridium perfringens
. Weitere Angaben lagen zu
diesem Fall nicht vor.
Ein 82-jähriger Mann (Diabetiker) musste sich aufgrund einer
offenen Wunde am Unterschenkel (diabetische Gangrän) stati-
onär behandeln lassen. Ein Wundabstrich ergab den Nachweis
von
Clostridium perfringens
.
Gruppe-B-Streptokokken
-Infektion (
GBS
) (late onset): Etwa 4
Wochen nach seiner Geburt erkrankte ein weiblicher Säugling
mit Fieber und meningitischer Symptomatik. Aus Liquor und
Blut des Kindes wurde
Streptococcus agalactiae
nachgewiesen.
Es konnte nicht geklärt werden, ob eine GBS-Infektion der Mut-
ter vorlag.
Haemophilus influenzae
-Erkrankung: Ein einjähriges Mädchen
erkrankte mit Meningitis, Sepsis, Fieber und Erbrechen und
musste stationär behandelt werden. Der Nachweis von
Haemo-
philus influenzae
(non b) gelang aus Liquor.
5 weitere Fälle betrafen Erwachsene im Alter zwischen 53 und
84 Jahren. Bei den Patienten, die mit Sepsis, Pneumonie bzw.
Fieber erkrankten, konnte
Haemophilus influenzae
aus der Blut-
kultur nachgewiesen werden.
Hantavirus
-Erkrankung: Ein 60-jähriger Mitarbeiter eines kar-
toffelverarbeitenden Betriebes, der im dortigen Kartoffellager
beschäftigt ist, erkrankte mit Fieber und Nierenfunktionsstörun-
gen. Es erfolgte der serologische Nachweis einer Dobravavirus-
Infektion.
Influenza
: Von den im ersten Quartal des Jahres übermittelten
Erkrankungen entfielen 275 auf Influenza A, 21 auf Influenza
B und 8-mal lag eine Influenza ohne Typisierung vor. Bis auf 8
Fälle handelte es sich um ungeimpfte Patienten.
Die Neuerkrankungsrate von 7 Erkrankungen pro 100.000 Ein-
wohner lag weit unter der des vergleichbaren Vorjahreszeit-
raums (2013 = 221 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner). Dies
spricht für eine besonders schwach verlaufende Influenzawelle.
Betroffen waren hauptsächlich Erwachsene im Alter zwischen
25 und 50 Jahren, gefolgt von der Altersgruppe bis 70 Jahre
und den 1- bis 5-jährigen Kindern. Die höchste Fallzahl (n = 44)
wurde in der 12. Berichtswoche erreicht; von da an sank die Zahl
der registrierten Influenza-Infektionen.
Seit dem Beginn der Influenzasaison (40. BW 2013) kamen
in Sachsen kumulativ 316 Infektionen zur Übermittlung. Zum
Vergleich: Während der letzten Saison (2012/2013) wurden bis
einschließlich 13. Berichtswoche 2013 bereits 9.244 Influenza-
Fälle übermittelt; also fast das 30-Fache der in dieser Saison
gemeldeten Infektionen.
Ein 54-jähriger Mann wurde als krankheitsbedingt verstorben
registriert. Der bereits vorgeschädigte Patient (Lungenemphy-
sem, COPD) erkrankte Ende Februar mit respiratorischer Symp-
tomatik und wurde daraufhin stationär behandelt. Mittels PCR
gelang aus Nasenabstrich der Nachweis von Influenza A-Virus.
Eine Grippeschutzimpfung der aktuellen Saison hatte der Pati-
ent nicht erhalten. Er verstarb im April aufgrund einer respirato-
rischen Globalinsuffizienz.
Legionellose
: Betroffen waren Patienten zwischen 47 und 73
Jahren, die mit Fieber und Pneumonie erkrankten. Die Infekti-
onen wurden mittels
Legionella pneumophila
-Antigennachweis
aus Urin bzw. Nukleinsäurenachweis aus Sekreten des Respira-
tionstraktes bestätigt. Beim überwiegenden Teil der Fälle konnte
der häusliche Bereich als Infektionsursache angesehen werden.
Eine Infektion erfolgte während eines Urlaubaufenthaltes in Ita-
lien.
Eine schwer vorgeschädigte 73-Jährige erkrankte mit Pneumo-
nie und verstarb kurz darauf. Aus Sekreten des Respirationstrak-
tes gelang der Nachweis von
Legionella bozemanae
. Hinweise
auf die Infektionsquelle konnten nicht eruiert werden.
Listeriose
: Bei den im Quartal übermittelten Fällen handelte es
sich um Erwachsene im Alter zwischen 39 und 94 Jahren. Beim
Großteil der Patienten waren bestehende Vorerkrankungen be-

│3
kannt. Als Symptome wurden Fieber, Pneumonie, Sepsis und
Meningitis angegeben. Die Nachweise von
L. monozytogenes
gelangen aus der Blutkultur, bei zwei Betroffenen aus Liquor
und in einem Fall konnte der Erreger aus dem Abstich eines Ab-
szesses an der Wirbelsäule nachgewiesen werden.
Ein 64-jähriger Mann kam als krankheitsbedingt verstorben zur
Meldung.
Masern
: Eine 46-jährige ungeimpfte Frau, die in einer Praxis für
Ergotherapie beschäftigt ist, erkrankte mit typischer Masern-
symptomatik. Die Infektion wurde labordiagnostisch bestätigt.
Eine mögliche Infektionsquelle konnte nicht eruiert werden;
weitere Fälle im Umfeld der Patientin traten nicht auf.
Meningitiden
: Durch welche Erreger die im ersten Quartal über-
mittelten Erkrankungen verursacht waren, ist aus Tabelle 1 er-
sichtlich. Todesfälle kamen nicht zur Meldung.
Tabelle 1: Erkrankungen mit dem klinischen Bild
Meningi-
tis/Enzephalitis in Sachsen
(Vergleich 1. Quartal 2014 zu 2013)
Erreger
1. Quartal 2014
1. Quartal 2013
Erkran-
kung
Tod
Inzi-
denz
Erkran-
kung
Tod
Inzi-
denz
Bakt. Erreger gesamt
9
0,2
14
0,3
Borrelien
2
0,05
Haemophilus
influ-
enzae
1
0,02
Listerien
2
0,05
2
0,05
Meningokokken
1
0,02
5
0,1
Pneumokokken
3
0,07
3
0,07
Staphylokokken
1
0,02
1
0,02
Streptokokken
1
0,02
1
0,02
Virale Erreger gesamt
9
0,2
7
0,2
Enteroviren
3
0,07
3
0,07
Herpesviren
1
0,02
Varizella-Zoster-Virus
6
0,1
3
0,07
Insgesamt
18
0,4
21
0,5
Meningokokokken
(invasiv): Ein 59-Jähriger erkrankte mit
Kopfschmerzen, Fieber und meningitischer Symptomatik. Aus
Liquor gelang der Nachweis von Meningokokken der Serogrup-
pe B. Bei 29 Personen aus dem Umfeld des Mannes wurde eine
Chemoprophylaxe durchgeführt.
MRSA, invasive Erkrankung
: Die im Berichtszeitraum übermit-
telten Nachweise erfolgten jeweils aus der Blutkultur der Pati-
enten. Betroffen waren 34 männliche und 21 weibliche Patien-
ten im Alter zwischen 42 und 98 Jahren.
Zwei Männer und eine Frau (73, 74 bzw. 93 Jahre alt) kamen als
krankheitsbedingt verstorben zur Meldung.
cMRSA
: Aus Wundabstrichen (Furunkel) bei einem 10-jährigen
Jungen, einem 41-jährigen Mann sowie einer 49-jährigen Frau
erfolgte der Nachweis von cMRSA. Die Patienten stammten aus
unterschiedlichen Landkreisen; ein epidemiologischer Zusam-
menhang war nicht erkennbar.
Multiresistente Erreger (MRE) mit Carbapenem-Resistenz
: Im
Berichtszeitraum kamen 105 Nachweise zur Erfassung (Erreger-
aufschlüsselung in Tabelle 2).
Den größten Anteil (68 %) stellten
Pseudomonas aeruginosa
,
gefolgt von
Klebsiella pneumoniae
mit 12 %.
Zur Übermittlung kam ein Todesfall an
Pseudomonas aeruginosa
(4MRGN). Eine 73-jährige bereits vorgeschädigte Frau erkrankte
mit einer Pneumonie und verstarb trotz intensivmedizinischer
Behandlung 3 Wochen später. Der Erregernachweis gelang aus
Trachealsekret und Katheterurin der Patientin.
Tabelle 2: Multiresistente Erreger (MRE) mit erworbener
Carbapenemase/Carbapenem-Resistenz im
1. Quartal 2013
Erreger
Infektion
Kolonisation
Gesamt-
Fallzahl
dav. Tod
Acinetobacter spp.
5
2
7
-
Citrobacter spp.
-
1
1
-
Enterobacter spp.
2
6
8
-
Escherichia coli
-
1
1
-
Klebsiella pneumoniae
5
8
13
-
Proteus mirabilis
1
-
1
-
Pseudomonas aeruginosa
29
43
72
1
Serratia
-
2
2
-
Gesamtzahl
42
63
105
1
Norovirus
-Gastroenteritis: Bei den Norovirusinfektionen war ab
März ein Rückgang der Fallzahlen zu beobachten. Im 1. Quartal
wurden 3.692 Erkrankungen sowie 38 asymptomatische Fälle
übermittelt und damit etwas weniger (3 %), als im vorherigen
Quartal. Die Inzidenz betrug 90 Erkrankungen pro 100.000 Ein-
wohner. Verglichen mit dem 5-Jahres-Mittelwert (167 Erkran-
kungen pro 100.000 Einwohner) lag die erfasste Quartalsinzi-
denz deutlich darunter.
Es kamen im Berichtszeitraum 171 Erkrankungshäufungen zur
Meldung, darunter 10 mit 50 und mehr Erkrankungsfällen. Be-
troffen waren 65 Seniorenheime, 58 Kindertagesstätten, 41 me-
dizinische Einrichtungen, 3 Wohnheime und jeweils eine Fami-
lie, eine Gaststätte, ein Sportclub und eine Berufsschule.
Im Rahmen zweier Erkrankungsgeschehen in unterschiedlichen
Krankenhäusern wurden eine 78- und eine 93-Jährige als krank-
heitsbedingt verstorben übermittelt.
Nosokomiale Ausbrüche
: Es kamen 2 Ausbrüche zur Meldung,
bei denen sächsische Krankenhäuser betroffen waren (Auf-
schlüsselung in Tabelle 3).
Tabelle 3: Nosokomiale Ausbrüche gemäß § 6 (3) / §11 (2)
IfSG im 1. Quartal 2014
Erreger
Zahl der Ausbrüche
Gesamtfallzahl
MRSA
1
3
Krätzemilbe
1
6
Paratyphus
: Eine 24-jährige Studentin erkrankte nach der
Rückkehr von einer 5-monatigen Reise (Hongkong, Kambod-
scha, Philippinen, Vietnam) mit Kreislaufbeschwerden, Fieber
und Verdauungsstörungen und wurde daraufhin stationär be-
handelt. Aus der Blutkultur gelang der Nachweis von
Salmonella
Paratyphi A
.
Pertussis
: Im 1. Quartal des Jahres ergab sich aus den übermit-
telten Fällen mit einer Neuerkrankungsrate von 4 Erkrankungen
pro 100.000 Einwohner die gleiche Neuerkrankungsrate wie im
Vorquartal. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum (176) wurde
somit fast die gleiche Anzahl an Erkrankungen erfasst.
Rund 82 % aller betroffenen Personen verfügten über einen nur
unvollständigen bzw. keinen Impfschutz.
Es wurden 5 Erkrankungshäufungen registriert, bei denen bis zu

4 │
8 Personen betroffen waren sowie ein größerer Ausbruch in der
Stadt Leipzig:
]
An einer Grundschule mit anthroposophischer Ausrichtung
(Kapazität etwa 100 Schüler) erkrankten ab Februar bis zum
Ende des ersten Quartals 21 Personen, darunter hauptsäch-
lich Schulkinder. Weitere Infektionen traten in den Familien
der betroffenen Kinder auf. Fast alle Patienten waren unge-
impft. Das Geschehen setzt sich weiter fort.
Pneumokokkenerkrankung, invasiv
: Bei den im Quartal über-
mittelten Infektionen handelte es sich um einen Säugling, fünf
Kinder (1 bis 7 Jahre alt) sowie um Erwachsene im Alter zwi-
schen 19 und 98 Jahren (Altersmedian gesamt: 67,5 Jahre).
Bis auf drei Patienten, bei denen
Streptococcus pneumoniae
aus
Liquor nachgewiesen wurde, gelang der Erregernachweis aus
der Blutkultur.
Unter den verstorbenen Patienten waren fünf im Alter zwischen
55 und 86 Jahren sowie ein einjähriges Mädchen, bei dem respi-
ratorisches Versagen infolge einer Pleurapneumonie als Todes-
ursache diagnostiziert angegeben wurde.
Rotavirus
-Gastroenteritis: Gegenüber dem Vorzeitraum konn-
te ein Anstieg der Neuerkrankungsrate um 160 % verzeichnet
werden; mit 28 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner lag diese
jedoch deutlich unter der des Vorjahreszeitraums (51 Erkran-
kungen pro 100.000 Einwohner) und dem 5-Jahres-Mittelwert
(62 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner).
Zur Meldung kamen 13 Erkrankungshäufungen mit insgesamt
189 Fällen in 8 Seniorenheimen, 3 Kindereinrichtungen, einem
Krankenhaus sowie einem Wohnheim.
Im Rahmen eines Erkrankungsgeschehens in einem Senioren-
heim, bei dem 37 Bewohner betroffen waren, wurde ein 99-Jäh-
riger als krankheitsbedingt verstorben übermittelt.
Salmonellose
: Gegenüber dem 4. Quartal 2013 konnte ein mini-
maler Anstieg der Neuerkrankungsrate registriert werden (von 8
auf 9 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner).
Ein 74-jähriger Mann, der zunächst mit Erbrechen erkrankte,
verstarb an einer Sepsis durch
Salmonella Typhimurium
. Der Er-
regernachweis gelang aus Blut und Stuhl des Patienten. Eine
Infektionsquelle konnte nicht ermittelt werden.
Aus dem Landkreis Bautzen wurde über eine salmonellenbe-
dingte Häufung berichtet:
Nach einem Schlachtfest in einer Gaststätte erkrankten 9 Per-
sonen mit gastrointestinaler Symptomatik; 3 mussten stationär
behandelt werden. Die Ermittlungen ergaben, dass die Betrof-
fenen verschiedenste Wurst- und Fleischprodukte verzehrt hat-
ten (u. a. Hackepeter und Rohwurst). Bei 7 Patienten ergaben
Stuhluntersuchungen den Nachweis von
Salmonella Bovismor-
bificans
. Die durch das zuständige LÜVA eingeleiteten Untersu-
chungen von Lebensmitteln erbrachten ebenfalls den Nachweis
von
Salmonella Bovismorbificans
.
Shigellose
: Von den 5 im Berichtszeitraum erfassten Fällen
waren 3 durch
S. sonnei
und 2 durch
Shigella flexneri
bedingt.
Allen Infektionen konnten verschiedene Auslandsaufenthalte
zugeordnet werden.
Tuberkulose
: Von den 29 im Quartal übermittelten Fällen kam
einer mit Todesfolge zur Meldung. Hierbei handelte es sich um
eine 86-jährige deutsche Frau, bei der eine Tuberkulose der Lun-
ge diagnostiziert worden war. Die Patientin verstarb während
der Behandlung.
Virushepatitis A
: Die 4 Erkrankungen betrafen erwachsene Pa-
tienten im Alter zwischen 50 und 84 Jahren. Hinweise auf mög-
liche Infektionsquellen ergaben sich nicht.
Des Weiteren kamen 10 serologisch bestätigte Infektionen von
Virushepatitis E
ohne epidemiologischen Zusammenhang zur
Meldung. Betroffen waren 7 Männer (zwischen 43 und 77 Jahre
alt) sowie 3 Frauen im Alter von 54 und 67 Jahren. In keinem
Fall ergab sich ein Hinweis auf eine mögliche Exposition.
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
: Bei einer 75-Jährigen,
die mit Fieber und Pneumonie erkrankte, konnte aus Sputum
Klebsiella pneumoniae
(3MRGN) nachgewiesen werden. Die Frau
verstarb 3 Wochen später an einer infektionsbedingten Sepsis.
Eine 62-Jährige erlag den Folgen einer
Staphylococcus aureus
-
Infektion. Sie zeigte ein schweres septisches Krankheitsbild. Der
Nachweis gelang aus der Blutkultur. Ein 85-Jähriger, der mit
einem Harnwegsinfekt erkrankte verstarb kurz darauf an einem
septischen Schock. Aus Urin gelang ebenfalls der Nachweis von
Staphylococcus aureus
.
Ein 84-jähriger Mann, der wegen einer Darmperforation stati-
onär aufgenommen werden musste, wies ein septisches Krank-
heitsbild auf. Der Patient verstarb 10 Tage später. Aus einem
Wundabstrich der intraabdominalen Bauchwunde wurde
Esche-
richia coli
(ESBL) nachgewiesen.
Bei einem 57-jährigen, schwer vorgeschädigten Mann, der ein
septisches Krankheitsbild zeigte, konnte aus Blut
Pseudomonas
aeruginosa
(keine Multiresistenz) nachgewiesen werden. Trotz
intensivmedizinischer Behandlung verstarb der Patient an ei-
nem septischen Schock.
Zwei bereits schwer vorgeschädigte Männer im Alter von 68 und
69 Jahren erkrankten mit Sepsis und verstarben kurz darauf. Aus
Blut der Patienten gelang der Nachweis von
Escherichia coli
.
Ein epidemiologischer Zusammenhang bestand nicht. An einer
Escherichia coli
-bedingten Urosepsis verstarb eine 71-jährige
Frau. Der Erreger wurde im Urin der Patientin nachgewiesen.
Bei einem 55-jährigen, schwer vorgeschädigtem Mann, der zu-
sätzlich zu seiner Grunderkrankung an gastrointestinalen Be-
schwerden, einem Abszess und Sepsis litt, konnte aus Wundab-
strich und Drainageflüssigkeit
Enterococcus faecium
(VRE)
nachgewiesen werden. Trotz intensivmedizinischer Behandlung
verstarb der Patient.
Ein 3-jähriger Junge, der mit Fieber und Sepsis stationär auf-
genommen werden musste, verstarb noch am selben Tag unter
dem klinischen Bild eines toxischen Schocks. Labordiagnostisch
konnte eine Infektion mit Streptokokken der Gruppe A diagnos-
tiziert werden.
Verantwortlich:
Dr. med. Sophie-Susann Merbecks
und Mitarbeiter des FG Infektionsepidemiologie
LUA Chemnitz

│5
Übersicht über erfasste Infektionskrankheiten für den Freistaat Sachsen 1. Quartal 2014
(kumulativer Stand 01. - 13. MW)
2014 - Stand 08.05.2014
2013 - Stand 01.03.2014
1. Quartal 2014
kumulativ
1. - 13. MW 2014
kumulativ
1. - 13. MW 2013
Meldekategorie
Fälle
T
Fälle
T
Fälle
T
Adenovirus-Enteritis
611
611
677
Adenovirus-Infektion, respiratorisch
221
221
69
Adenovirus-Konjunktivitis
8
8
10
Amöbenruhr
13
13
10
Astrovirus-Enteritis
757
757
736
Borreliose
159
159
67
Brucellose
1
1
Campylobacter-Enteritis
898
898
747
Chlamydia trachomatis-Infektion
1.108
1.108
1.140
Clostridium difficile-Enteritis
1.417
1.417
1.649
8
Clostridium difficile-schwerer Verlauf*
7
5
7
5
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
2
1
2
Denguefieber
5
5
5
EHEC-Erkrankung
64
64
41
Enterovirusinfektion
56
56
32
Escherichia coli-Enteritis
217
213
183
Gasbrand
4
4
1
Giardiasis
68
68
97
Gonorrhoe
179
179
189
GBS-Infektion
549
549
536
Haemophilus influenzae-Erkrankung, invasiv
6
6
5
Hantavirus-Erkrankung
1
1
1
Hepatitis A
4
4
9
Hepatitis B
67
67
67
2
Hepatitis C
90
90
77
Hepatitis E
10
10
12
Herpes zoster
264
264
169
Influenza
304
1
304
1
9.149
21
Kryptosporidiose
34
34
41
Legionellose
8
1
8
1
11
2
Listeriose
11
1
11
1
10
1
Masern
1
1
Meningokokken-Erkrankung, invasiv
1
1
7
4MRGN-Nachweis
105
1
105
1
169
4
MRSA-Infektion, invasiv
56
3
56
3
83
3
cMRSA-Nachweis
3
3
1
Mumps
6
6
7
Mycoplasma hominis-Infektion
171
171
174
Mycoplasma-Infektion, respiratorisch
188
188
309
Norovirus-Enteritis
3.730
2
3.730
2
3.573
2
Parainfluenza-Infektion, respiratorisch
70
70
44
Paratyphus
1
1
Parvovirus B19-Infektion
62
62
73
Pertussis
204
204
178
Pneumokokken-Erkrankung, invasiv
83
6
83
6
82
5
Rotavirus-Erkrankung
1.173
1
1.173
1
2.099
Röteln
5
5
RS-Virus-Infektion, respiratorisch
575
575
902

6 │
1. Quartal 2014
kumulativ
1. - 13. MW 2014
kumulativ
1. - 13. MW 2013
Meldekategorie
Fälle
T
Fälle
T
Fälle
T
Salmonellose
362
1
362
1
291
Scharlach
751
751
819
Shigellose
5
5
5
Syphilis
75
75
41
Toxoplasmose
25
25
27
Tuberkulose
29
1
29
1
35
3
Windpocken
622
622
225
Yersiniose
72
72
94
Zytomegalievirus-Infektion
74
74
38
angebore Infektion
1
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
10
10
T Todesfälle
* ab 2014

image
image
 
│7
Der Eichenprozessionsspinner
Die massenhafte Ausbreitung des wärmeliebenden Nachtfalters - vom
Mittelmeer in die Mitte Europas - bringt neue gesundheitliche Risi-
ken nach Deutschland
Die globale Klimaerwärmung führt auch in den meisten Bundes-
ländern Deutschlands zu einer Ausbreitung von wärmeliebenden
Schadinsekten.
Die harmlosen Falter des Eichenprozessionsspinners werden
kaum gesichtet, doch die riesigen Gespinste mit einer Unzahl an
Raupen, die gefährliche Brennhaare absondern, können man-
chen Aufenthalt und Urlaub in Befallsregionen zum Albtraum
werden lassen. Auf dem Luftweg erfolgt die Verbreitung der
Raupenhaare als „Aeroallergene“, diese rufen durch den Kon-
takt mit den Augen, der Haut und den Atemwegen schwere Ent-
zündungen hervor und können zu erheblichen gesundheitlichen
Problemen führen.
Lebensraum und Verbreitung des Eichenprozessionsspin-
ners
Der mit 2 - 3,5 cm Flügelspannweite mittelgroße Eichenprozes-
sionsspinner (
Thaumetopoea processionea
) ist ein Nachtfalter,
der zur Ordnung der Schmetterlinge gehört und in die Familie
der Zahnspinner, Unterfamilie Prozessionsspinner, taxonomisch
eingeordnet ist. Weltweit gibt es knapp 100 Arten an Prozessi-
onsspinnern, drei davon sind in Mitteleuropa heimisch: Eichen-,
Kiefern- und Pinien-Prozessionsspinner. Charakteristisch für
alle Prozessionsspinner ist ihr Ruhen bei Tag und Wandern bzw.
Ausschwärmen bei Nacht.
Als Lebensraum dienen dem wärmeliebenden, nachtaktiven
Schmetterling sonnige, der Südseite zugewandte Baumwipfel,
meist an Waldrändern von Eichen-, Eichen-Hainbuchen- und
Kiefernwäldern mit Eichenbewuchs. Auch in Eichen-Ulmen-
auen, möglichst an trockenen lichten Orten bezieht der Falter
Quartier. Ebenso solitär stehende Eichen und mitunter auch
Hainbuchen in Parks und Wohnsiedlungen sind als Biotop und
Nahrungsquelle geeignet. Die Falter und Raupen sind genauso
an Alleebäumen sowie Einzelbäumen in der Nähe abendlicher
Straßenbeleuchtung zu finden.
Die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners in Deutschland
wird seit Mitte der 80/90iger Jahre zunehmend in einer etwa
10jährigen Gradationswelle wiederkehrend besonders in den
klimatisch günstigeren, wärmeren westlichen Bundesländern
beobachtet. Aber auch in Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind
bereits viele Regionen mit allen Entwicklungsstadien des Falters
befallen und gemeldet worden. Bisher wurden lediglich in Thü-
ringen, Saarland und Bremen noch keine Raupen und Gespinste
des Eichenprozessionsspinners beobachtet. Bei der gegenwärti-
gen Klimaentwicklung wird sich der Falterflug jedoch wohl auf
längere Sicht nicht an Landesgrenzen halten.
In Sachsen sind erst wenige Orte des Befalls bekannt gewor-
den, so 2012 und 2013 am Rand der Dresdener Heide, nahe dem
Waldbad Weixdorf und in der Radeberger Vorstadt von Dres-
den. Registriert wurden ca. 25 Fundstellen mit Gespinsten und
Raupen. Die Mitarbeiter des Sachsenforstes und der städtischen
Ämter von Dresden haben Vorkehrungen getroffen und auf die
gefährlichen Herde durch Achtungstafeln hingewiesen. Vorjäh-
rige Gespinste wurden durch Spezialfirmen entfernt. In den
Ar-
chiven sind Aufzeichnungen gefunden worden, die vor ca. 100
Abbildung. 1: Eichenprozessionsspinner am 23.07.2011 in der Dahlener Heide
nachts am Licht (Foto: Eva-Maria Bäßler-
www.insekten-sach-
sen.de/Pages/TaxonomyBrowser.aspx?id=446511)h
Abbildung 2:
Verbreitung des Eichenprozessionsspinners in Deutschland
Quelle:
www.jki.bund.de

image
image
8 │
Jahren von Vorkommen des Eichenprozessionsspinners im Ge-
biet um Dresden und Leipzig berichten. Im Jahr 2013 wurden im
Landkreis Nordsachsen im Forstbezirk Taura zwei Befallsstellen
gefunden. Weitere neue Fundorte in und um Leipzig und auch
in der Chemnitzer Region sind bisher nicht bekannt geworden.
Seit 2009 werden im Landkreis Nordsachsen, dicht zur Grenze
von Sachsen-Anhalt, jährlich Nachtfalter in den Lockstofffallen
gefangen, eine Raupenentwicklung wurde erstmals 2013 beob-
achtet.
Durch die milde Witterung von 2012 kam es zwar im Jahr 2013
vermehrt zu ausgeprägtem Kahlfraß und unästhetischem An-
blick von Sträuchern und Bäumen z. B. in Chemnitz auf dem
Sonnenberg, dies wurde aber nicht durch die Raupen des Ei-
chenprozessionsspinners verursacht, sondern durch Raupen der
Gespinstmotte. Auch im Naherholungsgebiet Ebersdorfer Wald
zeigten sich Fraßschäden durch den Appetit von Raupen des
Kleinen und Großen Frostspanners am frischen Blattgrün der
Laubbäume. Diese Schmetterlingslarven tragen keine nessel-
gifthaltigen Brennhaare, so dass keine gesundheitlichen Gefähr-
dungen für Mensch und Tier zu erwarten sind.
Entwicklung des Eichenprozessionsspinners
Der Falter ist unscheinbar, grau-braun mit dicht behaartem Tho-
rax und Hinterleib, einem kranzförmigen Afterbusch, hat aber in
seinem Entwicklungszyklus sehr markante Stadien, die ihn zu
einem auffallenden Schadinsekt für Menschen, Tiere und Bäume
werden lassen.
Die 100 bis 300 nur millimetergroßen, weißgrauen Eier werden
in Platten, zu 6 bis 7 Reihen mit jeweils 20 bis 30 Eiern, an der
glatten Rinde junger Sprosse abgelegt und mit einem Klebstoff
aus den Drüsen der Alttiere verkittet, geschützt und getarnt. Der
Eichenprozessionsspinner durchläuft fünf bis sechs Entwick-
lungsstadien. Noch im Herbst entwickeln sich in den Eigelegen
die ersten kleinen Raupen, die aber als Eiräupchen in ihrem Ei
im sogenannten Plattennest zum Überwintern verbleiben. Der
Schlupf beginnt erst im folgenden Frühjahr. Ab April/Mai - mit
dem Blattaustrieb - erfolgen die weiteren Häutungen der Lar-
ven, Gespinstbildungen und die ausgedehnten Prozessionen der
immer größer werdenden Raupen (diese können eine Größe von
4 bis 5 cm erreichen), zu den frischen Blättern hoch oben in den
Kronen der Bäume. Die jungen, grünen Blattspitzen der Eichen-
Abbildung 3:
Sachsen - Waldschutzmonitoring des Eichenprozessionsspin-
ners (EPS) mittels Pheromonfallen - Stand 2013
(Quelle: Otto, L.-F., Matschulla, F., SB Sachsenforst, SMUL)
Abb. 4: Entwicklungszyklus des Eichenprozessionsspinners (aus: FVA, Waldschutzinfo 01/2002 )

image
│9
bestände sind im Frühjahr und Sommer die Ernährungsgrund-
lage der Raupen in den verschiedenen Häutungsstadien ihrer
Larvenentwicklung. Es werden zuerst die Knospen und dann die
entfalteten Blättchen gefressen. Oft bleibt nach dem Fraß nur
die Mittelrippe der Blätter erhalten. Dabei kann eine Raupe bis
zu sieben, acht Blätter fressen. Ein zunehmender Kahlfraß der
Bäume wird sichtbar. Da die Eiablage im Vorjahr in den Kronen
der Eichen erfolgt, ist ein Erkennen des Schadens erst sehr spät
möglich.
Die namensgebenden Prozessionen sind mitunter über eine Län-
ge von bis zu 10 Metern von einem Baum über den Erdboden
zum Nachbarbaum zu beobachten. Die Kriechgeschwindigkeit
wird mit neun Zentimetern pro Minute angegeben. Die Raupen
formieren sich wie zu einer mehrgliedrigen Kette, in dem der
Zug der Tiere dicht hintereinander und zu mehreren nebenein-
ander entlang von selbst abgesonderten Spinnfäden und durch
Körperkontakt von einer Raupe zur anderen erfolgt. In der Mitte
des 19. Jahrhunderts wurde von dem französischen Entomo-
logen Fabre die Beobachtung gemacht, dass bei einer „kurz“
geschlossenen Ringprozession ohne Anfang und Ende die Tiere
bedingt durch den Körperkontakt mehrere Tage bis zur Erschöp-
fung im Kreis laufen, ohne auszubrechen.
Nach der Verpuppung, mit drei bis fünf Wochen Puppenruhe,
ist das Leben der saisonalen Raupen und Puppen beendet. Der
Schlupf der nächsten Generation an Faltern wird bei trockener,
warmer Witterung hauptsächlich im August/September beob-
achtet; kann aber bereits im Juni/Juli beginnen. In der Däm-
merung bis zum frühen Morgen schwärmen die Falter aus, die
Männchen mitunter kilometerweit. Nach Begattung und Eiabla-
ge ist innerhalb von 2 bis 3 Tagen dieses Falterleben des Eichen-
prozessionsspinners beendet.
Gesundheitsrisiken durch das Auftreten des Eichenprozes-
sionsspinners
Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln die Raupen des Ei-
chenprozessionsspinners zusätzlich gifthaltige Härchen, um sich
so vor Fressfeinden zu schützen. Neben längeren, borstenartigen
Haaren, die in Büscheln auf den Raupenwarzen stehen und kei-
ne reizende Wirkung besitzen, treten jetzt auf den rotbraunen
„Spiegelfeldern“ der acht Hinterleibsringe von Raupenstadium
zu Raupenstadium sich vergrößernde Flächen mit kurzen sam-
tigen Gifthaaren (Setae) auf. Diese sogenannten „Brennhaare“
sind mit Widerhaken besetzt, sehr kurz und klein sowie leicht
abbrechbar. Bereits eine Störung der Prozession oder andere
Erregungen der Raupen führen bei einer Wölbung der Spiegel-
felder zum Freisetzen tausender von Härchen (bis 600.000, mit
einer Länge von 0,1 - 0,2 mm und einem Durchmesser von 0,003
- 0,006 mm von nur einer Raupe), innerhalb und außerhalb des
Gespinstes. Mit dem Wind können diese Härchen bis zu 200 m
weit getragen werden und so in Berührung mit Wald- und
Forstarbeitern, den Wanderern, spielenden Kindern, Erholungs-
suchenden und auch Weide- und Haustieren kommen.
Die irritative, entzündliche und pseudoallergene Wirkung der
Brennhaare wird dem im Hohlraum der Härchen enthaltenen
Protein Thaumetopoein zugeschrieben. Dieses Toxin setzt Hista-
min frei und mit den mechanischen Reizungen durch die Wider-
haken der Härchen werden u. a. juckende Pusteln und Hautent-
zündungen an freien Körperstellen verursacht - die sogenannte
Raupenhaardermatitis. Die Augen und die oberen Luftwege
können sich durch diese Reizungen entzünden, selbst allergi-
sche Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock können die
Folge sein. Ein Abklingen des Juckreizes ist erst nach mehreren
Tagen bis Wochen zu bemerken. Abhilfe kann nur ein soforti-
ges Abduschen der betroffenen Körperstellen - ohne Abtrock-
nen oder Rubbeln - bringen. Die Wäsche sollte möglichst ohne
große Handberührung dem schnellstmöglichen Waschverfahren
(möglichst bei 60 °C) übereignet werden. Eine Vorstellung beim
Arzt kann je nach dem Beschwerdebild notwendig werden.
Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners
Natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners sind u. a.
Schlupfwespen, Puppenräuber und parasitäre
Raupenfliegen-
larven. Die Falter sind Nahrung für Fledermäuse und Vögel; die
Raupen mit ihren Gifthaaren werden nur von wenigen Vögeln
wie Kuckuck und Pirol, ohne Schaden zu nehmen, gefressen.
Bei einem begrenzten Befall ist der Ort des Geschehens den
Wald- oder Grundstücksbesitzern zu melden, so dass diese Fir-
men beauftragen, die die Gespinste fachgerecht entfernen kön-
nen. In enger Zusammenarbeit sollten eingehende Meldungen
von Bürgern sowohl bei den Gesundheits- und Ordnungsämtern
als auch bei forstwirtschaftlichen Einrichtungen zur Beauftra-
gung von fachlich geeigneten Entsorgern führen.
Ein
eigen-
mächtiges Handeln darf auf keinen Fall erfolgen; eine
voll-
ständige Einkleidung im Schutzanzug mit Atemschutzmaske
und weitere Sicherheitsvorkehrungen durch Spezialfirmen
sind unabdingbar.
Starker Befall kann eine vorübergehende
Sperrung von Straßen, Wegen und Park- und Erholungsplätzen
in den Wald- und Wohngebieten erforderlich machen.
Die Häute und Haare der Raupen und Puppen in den verlas-
senen Gespinsten sind nach wie vor extrem gefährdend für
Mensch und Tier. Da ein „altes“ Gespinst am Baum oder auf
dem Erdboden auch noch nach Jahren seine gesundheitsschädi-
gende Wirkung entfalten kann, müssen bei dessen Beseitigung
die obengenannten Reinigungs- und Schutzmaßnahmen zur
Schädlingsbekämpfung unbedingt beachtet werden.
Neben dem Absaugen, Abspülen bzw. Absammeln nach Fixie-
rung und in Ausnahmefällen Abbrennen der Gespinste von den
betroffenen Bäumen ist bei großflächigem Befall unter
Umstän-
den auch ein Besprühen von Waldabschnitten aus der Luft mit
zugelassenen Insektiziden und Bioziden angezeigt.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners in
Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg und anderen Bun-
desländern konnte im vergangenen Jahr 2013 nicht mehr nur
örtlich eingedämmt werden, sondern musste in genau zu pla-
nenden Bekämpfungsmaßnahmen aus der Luft über größeren
Waldgebieten erfolgen. In einem begrenzten Zeitrahmen ist
ein biologisches Insektizid (Biozid) zum Einsatz gekommen. Bei
Abbildung. 5: Raupe des Eichenprozessionsspinner, 11.07.2013
(Foto: Matschulla, Franz, SBS)

10 │
Temperaturen von ca. 20 °C, möglichst windstill, trüb, ohne
Sonnenschein wird dieses biologische Präparat mit dem Bak-
terium Bacillus thuringiensis in Flüssigkeit vor der Entwicklung
des dritten Larvenstadiums des Eichenprozessionsspinners auf
die Baumkronen von Spezialfirmen ausgebracht. Innerhalb von
zwei Tagen soll die Suspension mit den Blättern von den Raupen
verzehrt werden; mit bis zu 10 Tagen wird die Wirkungsdau-
er angegeben. Die tödliche Wirkung entsteht im Raupendarm
durch eine Freisetzung von Toxinen von
Bacillus thuringiensis
;
die Raupen stellen das Fressen ein. Ein Schaden oder Abtöten
von Nutzinsekten oder Vögeln soll dabei ausbleiben; Wirbeltiere
und Pflanzen sind nicht gefährdet.
Die Extrakte des Niembaumes (
Azadirachta indica
), auch Neem
oder Margosa genannt, der zur Familie der Mahagonigewächse
zählt, werden ebenfalls als Insektizid mit biologischer Wirkstoff-
basis zur Anwendung gebracht.
Ist der Baumbestand durch den Eichenprozessionsspinner und
zusätzlich durch die Bekämpfungsmaßnahmen geschwächt,
können in der Folgezeit auch weitere Schäden durch Sekundär-
befall mit Eichenwicklern und Schwammspinnern möglich sein.
Aber auch Prachtkäfer, Mehltau, Rübling und Hallimasch kön-
nen das Übrige zum Absterben der Eichenbestände beitragen.
Von diesem Szenario ist Sachsen bisher verschont geblieben.
Nichts desto trotz ist wohl in jedem Jahr die Aufmerksamkeit
Aller gefordert, in Wald und Flur drohende Befallsstellen und
etwaige Massenentwicklungen des Eichenprozessionsspinners
rechtzeitig zu bemerken und zuständige Behörden zu informie-
ren.
Literatur und Bildnachweis:
Bäßler, E.-M.,
http://www.insekten-sachsen.de/Pages/Taxono-
myBrowser.aspx?id=446511, (Abb. 1)
Delb, H., Schröter, H., Seemann, D. „Waldschutz-Info“, Forstliche
Versuchs- und Forschungsanstalt, Freiburg i. Br., 2005 (Abb. 4)
Fischer, O. W., Boppré, M., Burzlaff, T. „Reizende Raupen“, Forst-
zoologisches Institut, Albert-Ludwig-Universität Freiburg i. Br.,
2007
Honomichl, K., Bellmann, H. „Biologie und Ökologie der Insek-
ten“, CD-ROM, 1994-96
Jacobs, W., Renner, M. „Biologie und Ökologie der Insekten“,
2. Auflage, Taschenlexikon, 1989
Julius-Kühn-Institut,
www.jki-bund.de
(Abb. 2)
Otto, L.-F., Matschulla, F. „Waldschutzmonitoring – Überwa-
chung und Auftreten des EPS in Sachsen“, Staatsbetrieb Sach-
senforst, SMUL, 2013 (Abb. 3, 5)
Sperk, C. „Klimawandel und Gesundheit: Neue Gesundheitsrisi-
ken in der Luft“, UBA, 03/2009
Eine Fortbildungstagung wurde zu diesem Thema am 09.04.2014
im Bildungszentrum Meißen des SMS für das Fachpersonal
des öffentlichen Gesundheitsdienstes des Freistaates Sachsen
durchgeführt.
Bearbeiter: DB Karin Kalinich
LUA Chemnitz

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│11
Untersuchungen von Bio-Lebensmitteln 2013
In den letzten Jahren ist eine stetige Zunahme des Anteils an
Bio-Produkten am Markt zu verzeichnen. Längst werden sie
nicht nur in kleinen Naturkostläden angeboten, sondern sind
mittlerweile auch in den Lebensmitteldiscountern erhältlich.
Immer mehr Verbraucher entscheiden sich für Lebensmittel aus
ökologischem Anbau und nehmen dafür oft auch einen höheren
Preis in Kauf. Angesichts von Meldungen über
Pflanzenschutz-
mittel in Obst und Gemüse, über gentechnisch veränderte Orga-
nismen oder katastrophale Zustände in Mastbetrieben ist dies
auch nicht verwunderlich.
In der EU dürfen als Bio-Lebensmittel nur solche Produkte be-
zeichnet und gekennzeichnet werden, die entsprechend der
EG-Öko-Verordnung produziert und kontrolliert sind. Auch Öko-
Lebensmittel, die nicht aus Deutschland oder der EU stammen,
müssen die Anforderungen der EG-Öko-Verordnung erfüllen,
wenn sie auf den EU-Markt gelangen.
Im Juli 2010 wurde EU-weit ein verbindliches neues Bio-Siegel
eingeführt. Daran können Bio-Lebensmittel von den Verbrau-
chern leicht erkannt werden.
Abbildung 1:
Bio-Siegel
Im Jahr 2013 wurden an der LUA Sachsen 502 Lebensmittel-
Proben, welche als aus ökologischem Anbau stammend gekenn-
zeichnet waren, untersucht. Dabei handelte es sich sowohl um
Lebensmittel tierischen und pflanzlichen Ursprungs als auch um
verarbeitete Produkte. Bei dem überwiegenden Teil der Proben
(364 Proben) war als Herkunftsland Deutschland angegeben.
Von den BIO-Proben aus Deutschland waren 67 Proben zu be-
anstanden, was einem Anteil von 18,4 % entspricht.
Die weiteren Proben, welche als BIO oder ÖKO ausgelobt waren,
stammten aus den folgenden Ländern:
Land
Anzahl der Proben
davon beanstandet
Ägypten
1
0
Argentinien
1
0
Belgien
4
2
Bolivien
2
0
Brasilien
2
1
Bulgarien
1
0
Burkina Faso
1
0
China
7
2
Dominikanische
Republik
3
0
Ecuador
2
1
Europa (allg.)
9
0
Frankreich
6
1
Land
Anzahl der Proben
davon beanstandet
Griechenland
2
2
Israel
2
0
Italien
24
1
Kanada
5
0
Mexiko
2
0
Niederlande
5
0
Österreich
6
1
Peru
1
1
Rumänien
5
1
Singapur
1
0
Spanien
3
0
Sri Lanka
2
0
Südafrika
1
0
Türkei
1
0
Uruguay
1
0
Ungeklärt
18
3
Unbekanntes Ausland
20
2
Insgesamt waren 85 Proben (16,9 %) zu beanstanden. Die Be-
anstandungsquote liegt damit im Bereich der des vergangenen
Jahres (2012: 16,2 %).
Als Hauptbeanstandungsgrund ist mit 55 Beanstandungen auch
bei Lebensmitteln aus ökologischem Landbau der Verstoß gegen
Kennzeichnungsvorschriften zu nennen. Weitere 16 Proben wa-
ren irreführend gekennzeichnet.
Erfreulich ist, dass in diesem Berichtszeitraum nur eine Probe
aufgrund von Überschreitungen festgesetzter Höchstgehalte
an Pflanzenschutzmitteln beanstandet werden musste. Dabei
handelte es sich um eine Probe „Organic Black Tea“ aus China.
In dieser untersuchten Zollprobe wurden Rückstände an
Pflan-
zenschutzmitteln bestimmt, deren Gehalte die jeweiligen für
Tee geltenden Rückstandshöchstgehalte nach Artikel 18 Abs. 1
Buchstabe a in Verbindung mit den Anhängen II und III der Ver-
ordnung (EG) Nr. 396/2005 überschreiten.
Außerdem wurde in einer Probe Tee China Choice Oolong der
Wirkstoff Carbendazim nachgewiesen. Der festgestellte Gehalt
lag unterhalb des zulässigen Rückstandshöchstgehaltes von
0,1 mg/kg, überstieg jedoch den allgemeinen Orientierungswert
von 0,01 mg/kg für im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 834/2007
ökologisch produzierte Lebensmittel.
Abbildung 2:
Auswahl von Bio-Lebensmitteln

image
image
12 │
Des Weiteren wurde in einer als „Glück am Stiel“ bezeichneten
Probe Speiseeis, welche als „100% Bio“ ausgelobt war, der Kon-
servierungsstoff Benzoesäure nachgewiesen. Für Speiseeis mit
der Auslobung „100% Bio“ im Sinne eines Bio-Lebensmittels, ist
eine Konservierung nach VO (EG) 889/2008 in Verbindung mit
VO (EG) 834/2007 nicht zugelassen.
Ein als Süßware eingereichtes Produkt CYSTUS 052 BIO HALS-
TABLETTEN wurde als Arzneimittel eingestuft und beurteilt.
Drei Teeerzeugnisse, welche als Kräutertee mit Cistus inca-
nus einzustufen waren, enthielten jeweils einen Hinweis, dass
es sich um Produkte aus ökologischem Landbau handelte. Im
Novel-Food-Katalog der Europäischen Kommission wird Cistus
incanus als neuartiges Lebensmittel bzw. Lebensmittelzutat ein-
gestuft und fällt daher in den Anwendungsbereich der Verord-
nung (EG) Nr. 258/97. Die weiteren Beanstandungen bezogen
sich auf Auslobungen nach Artikel 8 HCV sowie fehlende Nähr-
wertkennzeichnungen.
Im Vergleich zum Vorjahr wurden deutlich weniger Proben (8
Proben = 9,4 %) mit Verstößen gegen unmittelbar geltendes
EG-Recht festgestellt.
Dabei handelte es sich im Einzelnen um die folgenden Proben:
Nr.
Probe
WOG
1
Vitalkost Obst
16
2
Erdmandel-Kokos-Thaler
18
3
Bio Nudeln Natur
22
4
gelbe Sojabohnen
23
5
Apfel-Bananenmark
30
6
Naturreiner Granatapfel-Muttersaft
51
7
Birnenessig
52
8
Himalaja Kräutersalz
52
Die Beanstandungen der Probe „Vitalkost Obst“ beziehen sich
auf gesundheits- und krankheitsbezogene Angaben.
Bei der Probe „Erdmandel-Kokos-Thaler“ war die Öko-Kenn-
zeichnung (Codenummer Kontrollstelle, Ort der Erzeugung) im
Sinne der Verordnungen (EG) 889/2008 in Verbindung mit (EG)
834/2007 vorhanden. Diese Probe wurde jedoch beanstandet,
weil diese Kennzeichnungselemente nicht, wie gefordert, unter-
einander angegeben waren.
Aufgrund der Auslobung „Bio“ wurde bei der Probe „Bio Nudeln
Natur“ das EU-Bio Logo in der Kennzeichnung angegeben, Grö-
ße und Farbe des Logos entsprachen jedoch nicht den Vorgaben
der VO (EG) 889/2008. Außerdem fehlten die Angaben zum Ort
der Erzeugung der landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe sowie
die Codenummer der Kontrollbehörde oder –stelle nach VO (EG)
889/2008 in Verbindung mit VO (EG) 834/2007.
Die Beanstandung der Probe gelbe Sojabohnen bezieht sich auf
eine unzulässige nährwertbezogene Angabe über Cholesterin-
freiheit.
Eine weitere Probe war als Bio-Apfel-Bananenmark bezeichnet,
obwohl nur 75 % der Zutaten aus ökologisch-biologischer Pro-
duktion stammten. Die Beanstandung erfolgte aufgrund von Art.
23 der VO (EG) Nr. 834/2007.
Die Probe „Naturreiner Granatapfel-Muttersaft“ wurde bean-
standet, weil die ausgelobten Wirkungen auf Verpackung und
Internetseite nach HCV nicht zulässig sind.
Nach Artikel 24 Abs.1 der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 ist in
Verbindung mit dem EU-Bio Logo auch der Ort der Erzeugung
anzugeben. Eine Probe Birnenessig und eine Probe Himalaja
Kräutersalz wurden u. a. auch deshalb beanstandet, weil diese
Angabe fehlte.
Von sächsischen Bio-Erzeugern wurden im Jahr 2013 insgesamt
11 Proben untersucht:
Nr.
Bezeichnung
WOG
Befund
1
Deutsches Rapsöl
13
nicht zu beanstanden
2
Roggen/BIO Champagner
15
nicht zu beanstanden
3
Biokartoffeln, Sorte Linda
24
nicht zu beanstanden
4
Möhren lose
25
nicht zu beanstanden
5
Basilikum im Topf
25
nicht zu beanstanden
6
Bio Möhren
25
nicht zu beanstanden
7
BIO-Basilikum erntefrisch
25
nicht zu beanstanden
8
Petersilie Mooskrause
25
nicht zu beanstanden
9
Bio Kräuterseitlinge
27
nicht zu beanstanden
10
Apfel Reanda Klasse II
29
nicht zu beanstanden
11
Klarapfel Bio Äpfel
29
nicht zu beanstanden
Von diesen 11 untersuchten sächsischen Proben war keine Pro-
be zu beanstanden.
Bearbeiter: DLC Heike Ansorge
LUA Chemnitz
Abbildung 3:
Kräutertee mit Cistus incanus

image
 
│13
Untersuchung von Butter regionaler Kleinproduzen-
ten
Im Laufe des Jahres 2013 gingen insgesamt 148 Butterproben
zur Untersuchung ein. Davon wurden neun Proben (6 %) be-
anstandet. Der überwiegende Anteil der eingesandten Proben
bestand hierbei aus Erzeugnissen größerer milchverarbeitender
Betriebe (128 Proben) und wurde zumeist im Einzelhandel ent-
nommen.
Im Rahmen der risikoorientierten Probenplanung wird seit meh-
reren Jahren gezielt Butter von in Sachsen ansässigen Kleinpro-
duzenten angefordert. Einige regionale Kleinhersteller, Ökobe-
triebe und kleinere landwirtschaftliche Milcherzeugerbetriebe
produzieren Butter in vergleichsweise geringen Mengen unter
Anwendung handwerklicher Produktionsverfahren. Die Ver-
marktung der Erzeugnisse erfolgt fast ausschließlich auf direk-
tem Weg über Hofläden, auf saisonalen oder ständigen Märkten
sowie ländlichen Festen (siehe auch „Qualität von Sachsens
Höfen 2013“; Hrsg. Direktvermarktung in Sachsen e. V.). Bei
derartigen Verkaufseinrichtungen finden sich durchaus auch
Raritäten wie beispielsweise Ziegenbutter; so wurde 2013 eine
derartige Probe untersucht. Vereinzelt werden auch Erzeugnisse
aus benachbarten Bundesländern auf Märkten in Sachsen an-
geboten.
Im Berichtszeitraum gelangten insgesamt 14 Proben solcher
Produzenten zur Untersuchung an die LUA, welche auf verschie-
dene Parameter routinemäßig geprüft wurden.
Für Butter aus handwerklicher Herstellung existieren keine ver-
bindlichen sensorischen Mindestanforderungen, wie dies bei
der Prüfung von Butter der Handelsklassen (Deutsche Marken-
butter, Deutsche Molkereibutter) gemäß Butterverordnung der
Fall ist. Die Beurteilung erfolgt durch mehrere Tester als einfach
beschreibende Prüfung. Hierbei muss entschieden werden, ob
eventuell auftretende abfällige Merkmale noch toleriert wer-
den können oder ob bereits eine Wertminderung vorliegt. Im
Extremfall müssen Erzeugnisse als nicht mehr zum Verzehr ge-
eignet beurteilt werden. So wurden eine gesalzene Landbutter
sowie eine Bauernbutter, gesalzen, jeweils aufgrund eines kä-
seartigen, unreinen Geruches und Geschmacks beanstandet.
Mikrobiologische Richtwerte für Butter sind in der Verordnung
(EG) Nr. 2073/2005 niedergeschrieben. Hierbei wird zwischen so
genannten Lebensmittelsicherheitskriterien (Grenzwerte für Lis-
teria monocytogenes sowie für Salmonella) und Prozesshygie-
nekriterien für aus Rohmilch oder aus unterhalb der Pasteurisie-
rung wärmebehandelter Milch hergestellter Butter (Grenzwerte
für E. coli) unterschieden.
Besonders mikrobielle Lipasen können zu Fettverderb führen.
Lipolytisch aktiv (Fett spaltend) sind z. B. Hefen, Pseudomona-
den und Enterobakterien. Diese können auch proteolytisch ak-
tiv (Eiweiß spaltend) sein und dadurch zu Geschmacksfehlern
führen. In Sauerrahmbutter stellen der niedrige pH-Wert sowie
zugesetzte Milchsäurebakterien eine natürliche Hürde für die
Vermehrung mikrobieller Fremdkeime dar.
Von 56 mikrobiologisch untersuchten Butterproben waren alle
industriell hergestellten Butterproben mikrobiologisch un-
auffällig. In den handwerklich produzierten Butterproben von
Kleinherstellern wurden in vier Proben Enterobakterien, in einer
zudem E. coli als Hygieneindikator nachgewiesen. Alle genann-
ten Proben waren jedoch sensorisch unauffällig. In drei Proben
konnten Hefen nachgewiesen werden, wobei zwei davon senso-
risch einen käseartigen, abweichenden Geschmack aufwiesen.
Aus einer Probe Bauernbutter gesalzen konnten 190 KbE Listeria
monocytogenes pro Gramm Butter neben 8300 KbE Enterobak-
terien isoliert werden. Diese Probe wurde als gesundheitsschäd-
lich gemäß Verordnung (EG) Nr. 178/2002 beurteilt.
Bei handelsüblicher Butter werden bis auf vereinzelte Sporen
die Mikroorganismen der Rohmilch bzw. des Zulieferungsrahms
bei der Rahmerhitzung (Pasteurisierung) abgetötet. Eine mik-
robielle Kontamination der Butter stellt somit in der Regel eine
Rekontamination dar.
Hinsichtlich der Anforderungen an die Zusammensetzung gal-
ten für derartige Erzeugnisse ausschließlich die Kriterien der
Verordnung (EG) Nr. 1234/2007 (ab 1. Januar 2014 Verord-
nung (EU) Nr. 1308/2013). Hiernach muss der Milchfettgehalt
mindestens 80 % und weniger als 90 %; der Wasseranteil darf
maximal 16 % und der Gehalt an fettfreier Trockenmasse 2 %
betragen. Drei Proben waren hierbei auffällig. Die Bauernbut-
ter einer Hofmolkerei erfüllte die Anforderungen aller drei o.g.
Parameter nicht; ebenso die Sauerrahmbutter eines Direktver-
markters. Die untersuchte Ziegenbutter wies einen über dem
Maximalwert liegenden Wassergehalt auf.
Für die Kennzeichnung gelten übergreifend die Anforderungen
des europäischen Rechts. So galt es zu prüfen, ob die Dekla-
ration von Sorte, Gesamtfettgehalt und dem Salzanteil (bei
Salzzugabe) ordnungsgemäß durchgeführt worden war. Butter
nimmt eine Ausnahmestellung in der deutschen Lebensmittel-
Kennzeichnungsverordnung (LMKV) ein. Hiernach unterliegt sie
nur in den Punkten der LMKV, wo Vorschriften der Butterverord-
nung diese ausdrücklich für anwendbar erklären. Dies hat zum
Beispiel zur Folge, dass auch Butter in der Angebotsform „lose“
oder „zum alsbaldigen Verbrauch“ ein Mindesthaltbarkeitsda-
tum aufweisen muss.
Abbildung 1:
Butter regionaler Kleinproduzenten (Quelle: LUA Sachsen)

14 │
Im vergangenen Jahr wurden bei vier Proben Kennzeichnungs-
mängel diesbezüglich festgestellt. In zwei Fällen wurde die
Pflichtangabe des Gesamtfettgehaltes nicht als der Gehalt
an-
gegeben, der zum Zeitpunkt der Herstellung vorhanden ist, son-
dern als Angabe „mindestens x % Fett“. Derartige Angaben sind
nach europäischem Recht nicht vorgesehen. In zwei gesalzenen
Buttern fehlte die quantitative Angabe des Salzgehaltes im Zu-
tatenverzeichnis. In einem Fall von einer im Hofladen als loser
Ware angebotenen Butter wurde das geforderte Mindesthalt-
barkeitsdatum nicht angegeben.
Im Ergebnis der Untersuchungen an den 14 Proben mussten
sieben Proben aus verschiedenen Gründen bemängelt werden.
Hiervon wiesen zwei Butterproben mehrere Beanstandungs-
gründe auf. Dies bedeutet eine Beanstandungsquote von 50 %
bzw. einen Anteil von 77 % an den Gesamtbeanstandungen. Im
Jahr 2012 waren von 13 eingegangenen Proben neun zu bean-
standen (69 %).
Regionale Kleinhersteller, Direktvermarkter und Ökobetriebe
müssen aufgrund dieser Untersuchungsergebnisse auch weiter-
hin im Rahmen einer risikoorientierten Probenahme im Fokus
stehen.
Bearbeiter: DLC Jens Nitzsche
LUA Chemnitz
Dr. Claudia Huwe-Klug
LUA Chemnitz

 
│15
Cadmium- und Bleigehalte in sächsischem Weizen
und anderen sächsischen Lebensmitteln –
Ergebnisse im Rahmen des LÜP 5 im Jahre 2013
Ausgangssituation
Cadmium
Sächsische Böden sind geogen bedingt bzw. infolge des Berg-
baus z. T. deutlich mit Cadmium (Cd) belastet. Zudem verteilt
sich Cadmium durch die mittlerweile regelmäßig kommenden
Hochwässer in den entsprechenden Auen. Hinzu kommt, dass
der Einsatz von Düngemitteln unterschiedlichster Art eine be-
deutende Quelle für Cadmiumeinträge in den Boden darstellt.
Hier wird eine europaweite Regelung angestrebt.
Das Problem der Cadmium-Kontamination ist seit längerer Zeit
bekannt und wird beobachtet. Die hier herausgegriffenen Pro-
dukte erschienen uns aufgrund der besonderen Affinität zur
Cadmium-Aufnahme aus dem Boden für diese Betrachtung be-
sonders geeignet. Cadmium reichert sich im Körper an und wird
über die Niere und den Darm nur sehr langsam wieder ausge-
schieden. Dauerhaft hohe Cadmium-Belastungen können daher
hauptsächlich Nierenschädigungen und auch Knochenschäden
hervorrufen. Aus diesen Beobachtungen leitete die EFSA im Ja-
nuar 2009 eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme (TWI) von
2,5 µg pro Kilogramm Körpergewicht ab. Diese liegt damit deut-
lich niedriger als die bis dahin geltende vorläufig tolerierbare
wöchentliche Aufnahme (PTWI) von 7 µg pro Kilogramm Kör-
pergewicht, welche die JECFA (Joint FAO/WHO Expert Commit-
tee on Food Additives) propagiert hatte und bisher zur Risikobe-
wertung herangezogen wurde [1] .
Die wöchentliche durchschnittliche Cadmium-Aufnahme durch
Lebensmittel liegt im Schnitt bei etwa 58 % Ausschöpfung des
TWI (entspricht etwa 1,5 µg/kg KG). Dabei ist zu beobachten,
dass bei jüngeren Menschen (14-18 Jahre) die Ausschöpfung
ca. 72 % (1,8 µg/kg KG) erreicht. Vielverzehrer können sogar bis
zu 94 % des TWI (2,4 µg/kg KG) ausschöpfen. Auch Vegetarier
erreichen eine mittlere TWI-Ausschöpfung von bis zu 73 %.
Cadmium besitzt möglicherweise eine höhere Toxizität, als bis-
lang angenommen. Die europäische Kommission hat diese deut-
liche Belastung ebenfalls erkannt und plant u. a. Absenkungen
bzw. die Festlegung verschiedener Höchstgehalte. So sollen
auch Höchstmengen für Kakao und Schokolade festgeschrieben
werden. Die Absenkung verschiedener Höchstgehalte geht je-
doch nicht wie ursprünglich geplant voran. Bei den beiden hier
betrachteten Erzeugnissen sehen besser sahen die Pläne wie
folgt aus:
Der Höchstgehalt für Hartweizen, Reis und Weizenkleie zum di-
rekten Verzehr soll demnach stufenweise von derzeit 0,2 mg/kg
über 0,175 mg/kg bis hin auf 0,15 mg/kg abgesenkt werden.
Für Weizen (mit Ausnahme von Hartweizen) wird ein Wert
von 0,10 mg/kg vorgesehen. Alle anderen Cerealien – derzeit
0,10 mg/kg – sollen mit 0,075 mg/kg festgelegt werden.
Bei Wurzel-, Knollen- und Stängelgemüse soll der derzeitige
Höchstgehalt von 0,10 mg/kg über 0,09 mg/kg auf 0,075 mg/kg
abgesenkt werden.
Auch im Bereich „Wild“ wurden aufgrund der geogenen Belas-
tung im Rahmen von Untersuchungen zum NRKP bzw. früheren
Datenerhebungen erhöhte Cadmium-Gehalte registriert.
Für Cadmium gibt es Höchstgehalte in der Verordnung (EG)
1881/2006 [8] für herkömmlich geschlachtete Nutztiere.
Fleisch (ausgenommen Nebenprodukte der Schlachtung) von …
Schweinen … 0,05 mg/kg Frischgewicht bzw.
Leber von … Schweinen … 0,5 mg/kg Frischgewicht
Diese Werte gelten jedoch nicht für geschossenes Wild. Sie kön-
nen deshalb nur zur Orientierung mit herangezogen werden und
bei den Betrachtungen als Vergleichswerte dienen.
Blei
Basierend auf einem von der EFSA im Jahre 2010 erstellten Gut-
achten zum gesundheitlichen Risiko von Blei für den Menschen
[6] ist hinsichtlich der nahrungsmittelbedingten (einschließlich
Trinkwasser) Aufnahme festzuhalten, dass keine Wirkungs-
schwelle ermittelt werden konnte, unterhalb derer gesundheit-
liche Schädigungen sicher ausgeschlossen werden können.
Als gesundheitlich kritische Effekte wurden für Säuglinge und
Kleinkinder insbesondere die Neurotoxizität und für Erwachse-
ne kardiovaskuläre Erkrankungen sowie Nierentoxizität identi-
fiziert. Vor allem Säuglinge, Kleinkinder und Schwangere sind
einem erhöhten Risiko hinsichtlich adverser neurotoxikologi-
scher Effekte infolge einer erhöhten nahrungsmittelbedingten
(einschließlich Trinkwasser) Bleiexposition ausgesetzt.
Aufgrund dessen wurde die vorläufige tolerierbare wöchentliche
Aufnahmemenge für Blei (Provisional Tolerable Weekly Intake,
PTWI) in Höhe von 25 µg/kg Körpergewicht und Woche zurück-
gezogen. Stattdessen wird empfohlen, die Benchmark-Dosis
(BMD) anzuwenden. Mit der BMDL wird dann die Dosis bezeich-
net, die der unteren Konfidenzgrenze entspricht. Für Blei hat die
EFSA solche Benchmark-Dosen für die erwachsene Bevölkerung
von 1,50 µg/kg KG und Tag für den Anstieg des systolischen
Bluthochdruck (BMDLSBP, 1/SBP = Systolic Blood Pressure) um
1 % betreffend und von 0,63 µg/kg KG und Tag hinsichtlich
der Zunahme der Prävalenz für chronische Nierenerkrankungen
(BMDLCKD, 10 /CKD = Chronic Kidney Disease) um 10 % abge-
leitet. Für Kinder und Frauen im gebärfähigen Alter liegen die
BMDL-Werte um etwa Faktor 3 niedriger [6].
Der BMDLSBP, 1 für einen Erwachsenen mit durchschnittlich
60 kg liegt bei 90 µg Blei pro Tag, für Kinder mit einem durch-
schnittlichen Gewicht von 16,15 kg bei 8,075 µg Blei pro Tag.
Der BMDLCKD, 10 für einen Erwachsenen liegt bei 37,8 µg Blei
pro Tag, für Kinder bei 3,39 µg Blei pro Tag.
2012 hat die EFSA einen Bericht zur Blei-Exposition durch die
Nahrung (einschließlich Trinkwasser) veröffentlicht [7]; die
hierbei gewonnenen Erkenntnisse basieren auf Verzehrstudien
sowie den von den Mitgliedstaaten übermittelten Daten zum
Vorkommen von Blei in Lebensmitteln (einschließlich Trink-
wasser), die zwecks Expositionsberechungen entsprechend dem
Standard-Klassifizierungssystem der EFSA (FoodEx-System)
gruppiert wurden. Im Ergebnis ist ein Anteil quantifizierbarer
Gehalte bei den auf Blei untersuchten Proben von rund 50 %
festzustellen. Als Lebensmittel mit hohen Bleibelastungen wur-
den Seetang (bis zu über 1000 µg/kg), Wild und Pilze genannt.

16 │
Bei Säuglingen und Kleinkindern (Mittelwert 1,3 bis
1,77 µg/kg/KG/Tag) ist aufgrund ihres geringeren Körperge-
wichtes eine im Vergleich zu Jugendlichen und Erwachsenen
(Mittelwert < 0,6 µg/kg/KG/Tag) deutlich höhere Blei-Expositi-
on zu verzeichnen. Als Lebensmittel mit den höchsten Beiträgen
zur Exposition wurden für Säuglinge bzw. Kleinkinder Leitungs-
wasser, Milchprodukte, Tee und Aufgussgetränke, Kartoffel-
Produkte, Brot, Backwaren und andere Getreideprodukte sowie
Kleinkindernahrungsmittel identifiziert. Leitungswasser,
Getrei-
deprodukte, Tee- und Aufgussprodukte sowie Kartoffelprodukte
sind zudem in den übrigen Altersgruppen als Hauptkontributo-
ren anzusehen.
Bei Wild besteht die Hauptproblematik in der bleihaltigen Mu-
nition, wodurch signifikant erhöhte Bleigehalte nachgewiesen
werden können.
Für Blei gibt es ebenfalls Höchstgehalte in der Verordnung (EG)
1881/2006 [8] für herkömmlich geschlachtete Nutztiere.
Fleisch (ausgenommen Nebenprodukte der Schlachtung) von …
Schweinen … 0,1 mg/kg Frischgewicht bzw.
Leber von … Schweinen … 0,5 mg/kg Frischgewicht
Für
Gemüse, ausgenommen Kohlgemüse, Blattgemüse, frische
Kräuter, Pilze und Seetang, sowie geschälte Kartoffeln
gilt ein
Höchstgehalt für Blei von 0,1 mg/kg Frischgewicht.
Ziel
Vor dem oben dargelegten Hintergrund wurde das vorliegende
Programm initiiert. So sollte die Belastungssituation der sächsi-
schen Bevölkerung infolge des Verzehrs einheimischer Erzeug-
nisse betrachtet werden.
Ergebnis
1. Weizen/Dinkel
Erzeug-
nis
Proben
Ele-
ment
Median
[mg/kg]
Mittel-
wert
[mg/kg]
Proben
> 0,1 mg/kg
Proben
> Höchst-
gehalt
Weizen
36
Cd
0,062
0,075
6
(17 %)
1
(3 %)
Dinkel
4
Cd
0,064
0,097
1
(25 %)
1
(25 %)
Im Folgenden wird die Ausschöpfung des TWI bei Cadmium
durch die sieben am stärksten belasteten Proben, sowie des Mit-
telwerts und des Medians aller Proben betrachtet. Dabei geht
man gemäß der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II) des Max-
Rubner-Institutes von einem Getreideverzehr von durchschnitt-
lich 34,5 g pro Tag aus. Als Körpergewicht nimmt man im Durch-
schnitt 60 kg an. Zusätzlich wird die Gruppe der 25-34-jährigen
Männer (46 g/d) und der 19-24-jährigen Frauen (41 g/d) be-
trachtet, da sie die jeweils Meistverzehrenden sind. Dabei gilt
es stets zu beachten, dass der durchschnittliche Verzehr in der
Gruppe Brot und Backwaren, Getreide und Getreideerzeugnissen
sowie daraus hergestellten Gerichten insgesamt bei Männern
etwa 300 g pro Tag und bei Frauen 240 g pro Tag beträgt. Dies
bedeutet, dass das Getreide an sich nur etwa 10-15 % davon
ausmachen und somit zusätzlich Cadmium über weitere Getrei-
deerzeugnisse und andere Lebensmittel aufgenommen wird [2].
Des Weiteren betrachten wir noch das Verzehrmodell des BfR für
Kinder, welches auf der so genannten VELS-Studie (
V
erzehrsstu-
die zur
E
rmittlung der
L
ebensmittelaufnahme von
S
äuglingen
und Kleinkindern für die Abschätzung eines akuten Toxizitätsri-
sikos durch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln) basiert. Das
Modell des BfR beruht auf Daten zum Verzehr von bleihaltigen
Lebensmitteln bei Kindern, die älter als zwei und jünger als fünf
Jahre sind. Das durchschnittliche Körpergewicht von Kindern
dieser Altersgruppe liegt bei 16,15 kg. Für jedes Lebensmittel
wird die verzehrte Menge zum einen als Durchschnittswert, zum
anderen als maximale Verzehrsmenge angegeben. Während die
durchschnittliche Verzehrsmenge für die Risikobewertung der
Langzeitaufnahme herangezogen wird, ist für die Bewertung ei-
nes akuten Risikos die Kurzzeitaufnahme ausschlaggebend. Für
Weizen (Vollkorn und Schälmühlenerzeugnisse) liegt die Lang-
zeitaufnahme bei 1,1 g pro Tag, die Kurzzeitaufnahme beträgt
31,8 g – hier als einmalige Aufnahmemenge betrachtet [3].
Blei lag bis auf eine Probe unterhalb der Nachweis- (0,014 mg/kg)
bzw. Bestimmungsgrenze (0,04 mg/kg). Bei einer Probe Winter-
weizen lag der Bleigehalt bei 0,083 mg/kg. Somit kann man be-
züglich Blei davon ausgehen, dass die Aufnahme über das säch-
sische Getreide nicht signifikant hoch ist.
Einzelbefunde
Betrachtet man nun diese Ergebnisse, wird sehr schnell deutlich,
dass durch sächsischen Weizen ein hoher Anteil der wöchent-
lich tolerierbaren Cadmium-Aufnahmemenge abgedeckt wird.
Im Mittel werden bereits mehr als 10 % des TWI ausgeschöpft.
Betrachtet man den Median, liegt man auch hier bei 10,0 %.
Berücksichtigt man nun weitere Lebensmittel als Cadmium-
Lieferanten und bedenkt auch andere Kontaminationsquellen,
wird sehr schnell ersichtlich, dass unser Körper einer hohen
Cadmium-Belastung ausgesetzt ist.
Probe
Cd-
Gehalt
[mg/kg]
Ausschöpfung TWI [%]
Ø
[2]
Männer
[2]
Frauen
[2]
Kind
Lang-
zeit
[3]
Kind
Kurz-
zeit
[3]
Winterweizen,
Sorte Tabasco
0,115
18,5
24,7
22,0
2,2
9,1
Weizen,
Sorte Tabasco
0,150
24,2
32,2
28,7
2,9
11,8
Weizen
Potenzial
0,190
30,6
40,8
36,4
3,6
15,0
Weizen
0,130
20,9
27,9
24,9
2,5
10,2
Qualitätsweizen
0,110
17,7
23,6
21,0
2,1
8,7
Weizen (> HG)
0,235
37,8
50,4
45,0
4,5
18,5
Dinkel (> HG)
0,220
35,4
47,2
42,1
4,2
17,3
Wz-Mittelwert
0,075
12,1
16,1
14,4
1,4
5,9
Wz-Median
0,062
10,0
13,3
11,9
1,2
4,9
2. Karotten/Kohlrabi/Radieschen-Rettich/Zwiebeln/Kar-
toffeln
Erzeugnis
Pro-
ben
Ele-
ment
Median
[mg/kg]
Mittel-
wert
[mg/kg]
Proben
> 0,075
mg/kg
Proben
> Höchst-
gehalt
Karotten
5
Cd
0,023
0,022
0
0
5
Pb
0,017
0,016
0
0
Kohlrabi
13
Cd
0,003
0,003
0
0
Radieschen-
Rettich
6
Cd
0,006
0,007
0
0
Zwiebeln
6
Cd
0,008
0,014
0
0
Kartoffeln
11
Cd
0,020
0,024
0
0

│17
Im Folgenden wird die Ausschöpfung des TWI bei Cadmium
durch die sechs am stärksten belasteten Kartoffelproben, so-
wie des Mittelwerts und des Medians aller Proben betrachtet.
Dabei geht man gemäß der NVS II von einem Kartoffelverzehr
von durchschnittlich 74 g pro Tag aus. Als Körpergewicht nimmt
man im Durchschnitt 60 kg an. Zusätzlich wird die Gruppe der
65-80-jährigen Männer (97 g/d) und der 65-80-jährigen Frauen
(78 g/d) betrachtet, da sie die jeweils Meistverzehrenden sind.
Dabei gilt es stets zu beachten, dass der durchschnittliche Ver-
zehr in der Gruppe
Kartoffeln und Kartoffelerzeugnisse sowie
Gerichte auf Basis von Kartoffeln
insgesamt bei Männern etwa
91 g pro Tag und bei Frauen 71 g pro Tag beträgt.
Auch das Verzehrmodell des BfR für Kinder wird zur Betrach-
tung mit herangezogen, da Kinder häufig Kartoffeln verzehren.
Für Kartoffeln liegt die Langzeitaufnahme insgesamt bei 41,4 g
pro Tag, bei der Kurzzeitaufnahme wurde bei verarbeiteten Kar-
toffeln bzw. bei Kartoffeln in Pulver eine Verzehrsmenge von
durchschnittlich 219,5 g festgestellt – auch hier wird die Kurz-
zeitaufnahme als einmalige Aufnahmemenge betrachtet [3].
Anschließend wird die Bleiaufnahme durch die fünf Karotten-
proben, sowie des Mittelwerts und des Medians betrachtet, da
hierbei signifikante Gehalte gefunden wurden. Gemäß BfR-
Modell geht man von einem Karottenverzehr von durchschnitt-
lich 19,02 g pro Tag aus [4]. Als Körpergewicht nimmt man im
Durchschnitt wieder 60 kg an. Zudem wird auch das Verzehrmo-
dell des BfR für Kinder zur Betrachtung mit herangezogen, da
Kinder häufig Karotten verzehren. Für Karotten liegt die
Lang-
zeitaufnahme insgesamt bei 16,6 g pro Tag, bei der Kurzzeit-
aufnahme wurde bei rohen Karotten eine Menge von 119,0 g
beobachtet und bei Karottensaft eine Menge von 692,8 g – auch
hier wird die Kurzzeitaufnahme als einmalige Aufnahmemenge
betrachtet [3].
Eine detailliertere Auswertung zu Blei in Kartoffeln, Cadmium in
Karotten bzw. Blei und Cadmium in Kohlrabi, Radieschen, Ret-
tich und Zwiebeln wird aufgrund der relativ geringen Gehalte
und/oder Aufnahmemengen als nicht notwendig erachtet.
Einzelbefunde
Probe
Cd-
Gehalt
[mg/kg]
Ausschöpfung TWI [%]
Ø
[2]
Männer
[2]
Frauen
[2]
Kind
Lang-
zeit
[3]
Kind
Kurz-
zeit
[3]
Biokartoffeln,
Sorte Linda
0,020
6,9
9,1
7,3
14,4
10,9
Kartoffeln
0,066
22,8
29,9
24,0
47,4
35,9
Speisekartof-
feln Gala
0,025
8,6
11,3
9,1
17,9
13,6
Kartoffeln
Laura
0,027
9,3
12,2
9,8
19,4
14,7
Kartoffeln Agila
0,028
9,7
12,7
10,2
20,1
15,2
Frühkartoffeln
Solist
0,022
7,6
10,0
8,0
15,8
12,0
Mittelwert
0,024
8,3
10,9
8,7
17,2
13,0
Median
0,020
6,9
9,1
7,3
14,4
10,9
Sieht man sich diese Ergebnisse an, kann man erkennen, dass
der Verzehr sächsischer Kartoffeln durchaus einen nennenswer-
ten Beitrag zur Cadmium-Belastung Jugendlicher und Erwach-
sener leistet. Deutlich gravierender sieht dies bei Kindern aus.
Durch den vergleichsweise hohen Verzehr an Kartoffeln in ver-
schiedenen Formen haben diese einen erheblichen Anteil an der
Gesamtexposition von Cadmium bei Kindern.
Probe
PB-
Gehalt
[mg/kg]
Blei-Exposition [µg/kg/KG/d]
Ø
[4]
Kind
Langzeit
[3]
Kurzzeit
„roh“
[3]
Kurzzeit
„Saft“
[3]
Möhren lose
0,017
0,005
0,017
0,122
0,708
Bio Möhren
0,023
0,007
0,024
0,169
0,987
Möhren
0,012
0,004
0,012
0,088
0,515
Bundmöhren
0,017
0,005
0,017
0,125
0,729
(knackige)
Möhren
0,009
0,003
0,010
0,069
0,403
Mittelwert
0,016
0,005
0,016
0,118
0,686
Median
0,017
0,005
0,017
0,125
0,729
Die Blei-Exposition durch sächsische Karotten/-erzeugnisse ist
bei Kindern deutlich zu erkennen. Bei Erwachsenen ist die Prob-
lematik nicht so gravierend. Sächsische Karotten tragen jedoch
enorm zur Gesamt-Bleiaufnahme bei Kindern bei.
Probe
PB-
Gehalt
[mg/kg]
Blei-Exposition [µg /d] – vgl. BMDL
Ø
[4]
Kind
Langzeit
[3]
Kurzzeit
„roh“
[3]
Kurzzeit
„Saft“
[3]
Möhren lose
0,017
0,314
0,274
1,964
11,431
Bio Möhren
0,023
0,437
0,382
2,737
15,934
Möhren
0,012
0,228
0,199
1,428
8,314
Bundmöhren
0,017
0,323
0,282
2,023
11,778
(knackige)
Möhren
0,009
0,179
0,156
1,119
6,512
Mittelwert
0,016
0,304
0,266
1,904
11,085
Median
0,017
0,323
0,282
2,023
11,778
Inwieweit die hohen Gehalte durch Saft relevant sind, müsste
gesondert betrachtet werden, da derzeit unklar ist, wie hoch der
Übergang von Blei in den gepressten Saft tatsächlich ist. Die
Brisanz insbesondere bei Kindern ist auch ersichtlich, wenn man
die Blei-Exposition mit den BMDL-Werten vergleicht.
3. Wildschwein
Erzeug-
nis
Pro-
ben
Ele-
ment
Median
[mg/kg]
Maximal-
wert
[mg/kg]
Proben
> Höchstgehalt
(Berücksichtigung der
Messunsicherheit)
Fleisch
14
Cd
0,005
0,034
0
14
Pb
0,021
102
2
(14%)
Leber
13
Cd
0,61
1,40
7
(54%)
13
Pb
0,081
0,83
1
(7,7%)
In den Jahren 1991/92 wurde an der LUA Sachsen bereits in
großem Umfang Schwarzwild aus Sachsen untersucht (640 Tie-
re) [9]. Der Vergleich der Ergebnisse dieser Untersuchungen mit
den vorliegenden Daten (14 Tiere) zeigt bei Fleisch keine Unter-
schiede der Medianwerte für Blei und Cadmium. Von den Le-
bern lagen 1991/92 etwa 11 % über der Blei-Konzentration von
0,50 mg/kg und etwa 15 % über der Cadmium-Konzentration
von 0,6 mg/kg. Um festzustellen, ob damit die Cadmium-Belas-
tung der Wildschweine in den letzten 20 Jahren tendenziell zu-
genommen hat, sind jedoch größere Probenzahlen erforderlich.

18 │
1991/92
2013/14
Median
[mg/kg]
Maximal-
wert
[mg/kg]
Median
[mg/kg]
Maximal-
wert
[mg/kg]
Fleisch
Cd
0,007
0,60
0,005
0,034
Pb
<0,06
9,2
0,021
102
Leber
Cd
0,25
3,5
0,610
1,40
Pb
0,18
2,6
0,081
0,83
Bei Interpretation der Ergebnisse muss berücksichtigt werden,
dass 8 der 14 untersuchten Tiere aus dem Großraum Freiberg
und dem angrenzenden Erzgebirge stammen, also aus Gebieten,
die durch Erzbergbau und Metallurgie relativ hoch mit Blei und
Cadmium belastet sind.
Cadmium
Das Fleisch von Schwarzwild kann bezüglich des Cadmiums be-
denkenlos verzehrt werden. Bei allen Tieren lag die Cadmium-
Konzentration unter dem EU-Höchstgehalt für Schweinefleisch.
Dagegen lagen bei den Lebern mehr als die Hälfte über dem
EU-Höchstgehalt für Lebern von Schlachtschweinen. Diese Tiere
stammten ausnahmslos aus den oben genannten Gebieten, die
hoch mit Cadmium und Blei belastetet sind.
Eine Risikoabschätzung der Cadmiumbelastung durch Wild-
schweinleber ist auf Grund unzureichender Angaben zu Ver-
zehrsmengen nur eingeschränkt möglich.
Das BfR stützt sich bei einer Expositionsschätzung bezüglich
Dioxine/PCB auf verschiedene Verzehrsstudien: Die Nationale
Verzehrsstudie II des Max Rubner-Instituts, die VELS-Studie zur
Ermittlung der Verzehrsmengen für Kinder sowie auf eine Studie
aus der Schweiz zum Verzehrsverhalten von Jägern beziehungs-
weise in Jägerhaushalten lebenden Personen. Im Durchschnitt
verzehrt die Gesamtbevölkerung 1 bis 2 Wildmahlzeiten im Jahr.
Männer verzehren mit durchschnittlich 0,9 g pro Tag tendenzi-
ell größere Mengen an Wild als Frauen mit 0,4 g pro Tag. Bei
den Vielverzehrern (95. Perzentil des Verzehrs der Gesamtbe-
völkerung) wird von einem täglichen Verzehr von 3,8 g Wildbret
ausgegangen. Besonders häufig wird Wild in Jägerhaushalten
verzehrt. Es wird hier von einem Verzehr von 50 g/Tag ausge-
gangen, der aus 91 Mahlzeiten á 200 g pro Jahr resultiert [10].
Bei Annahme, dass die Wildmahlzeit ausschließlich aus Wildle-
ber mit dem ermittelten Medianwert der Cadmium-Konzentra-
tion von 0,61 mg/kg besteht, ergeben sich folgende wöchentli-
che Aufnahmemengen.
Zudem betrachten wir das Verzehrmodell des BfR für Kinder
mit einem durchschnittlichen Körpergewicht von 16,15 kg. Die
Langzeitaufnahme von Wildschwein wird mit 0,1 g pro Tag an-
gegeben, die Kurzzeitaufnahme beträgt 12,0 g – hier als einma-
lige Aufnahmemenge betrachtet [3].
Probe
Cd-
Gehalt
[mg/kg]
Ausschöpfung TWI [%]
Viel-
verzeh-
rer
[10]
Män-
ner
[10]
Frau-
en
[10]
Jäger
[10]
Kind
Lang-
zeit
[3]
Kind
Kurz-
zeit
[3]
Me-
dian
0,610
10,8
2,6
1,1
142,3
1,1
18,1
Die Cadmium-Aufnahme durch Wildschweinfleisch ist nicht
besorgniserregend. Der Verzehr von Wildschweinlebern kann
jedoch bei Extremverzehrern (insbesondere bei Kindern in Jä-
gerfamilien) durchaus zu einer Ausschöpfung des Cadmium-TWI
führen.
Blei
Bei einer Schwarzwildleber lag die Bleikonzentration über dem
EU-Höchstgehalt für Schlachtschweine. Dieses Tier stammte aus
der belasteten Freiberger Region, eine Anreicherung in der Leber
ist daher nicht außergewöhnlich. Da die Anreicherung auch vom
Tieralter abhängt, dieses aber bei keinem der Tiere bekannt war,
können hierzu keine weiteren Aussagen getroffen werden.
Eine Anreicherung des Bleis in der Muskulatur, bedingt durch
die geogene Hintergrundbelastung, erfolgte nicht. Keines der
Wildschweine aus den belasteten Gebieten wies im Fleisch eine
Blei-Konzentration über dem EU-Höchstgehalt für Schlacht-
schweine auf.
Dagegen kam es in einem Fall zur Kontamination durch Ge-
schossrückstände, die im allgemeinen Blei enthalten. Der Ver-
zehr von derart kontaminiertem Wildbret kann bei Extremver-
zehrern sowie Kindern unter 7 Jahren und Schwangeren zu einer
gesundheitlichen Gefährdung führen.
Unter Zugrundelegung der bereits aufgeführten Verzehrsmen-
gen und der Maximalkonzentrationen im Fleisch (102 mg/kg)
und in der Leber (0,83 mg/kg) ergeben sich folgende Aufnah-
memengen.
Probe
Pb-
Gehalt
[mg/kg]
Blei-Exposition [µg /d] – vgl. BMDL
Viel-
verzeh-
rer
[10]
Män-
ner
[10]
Frau-
en
[10]
Jäger
[10]
Kind
Lang-
zeit
[3]
Kind
Kurz-
zeit
[3]
Fleisch
102
388
91,8
40,8
5100
10,2
1224
Leber
0,83
3,15
0,75
0,33
41,5
0,08
9,96
Zur Bleiproblematik sei auf eine Stellungnahme des BfR hinge-
wiesen, dass die Verwendung bleihaltiger Munition und Proben
aus der Schusskanalnähe signifikant erhöhte Gehalte aufweisen
[11]. In diesem Zusammenhang wird auch auf diverse Unter-
lagen des BfR (z. B. „Alle(s) Wild?“ BMELV-BfR-Symposium zu
Forschungsvorhaben zum Thema Wildbret – Tagungsband zum
Symposium am 18. und 19. März 2013 in Berlin bzw. BMEL-
BfR-Symposium „Wild – Gut erlegt?“ am 10. März 2014 in Ber-
lin) unter
www.bfr.bund.de
verwiesen.
Fazit
Die Cadmium-Belastung sächsischer Erzeugnisse tragen vor al-
len Dingen bei Getreide und Kartoffeln deutlich zur Gesamt-
exposition der Bevölkerung an Cadmium bei. Während es bei
Getreide mehr Jugendliche und Erwachsene betrifft, sind durch
Kartoffeln vor allem Kleinkinder einer deutlichen Cadmium-Be-
lastung ausgesetzt. Auch diskutierte Höchstgehaltsabsenkun-
gen werden nur punktuell zur Reduzierung der Gesamtexpositi-
on beitragen können.
Eine Blei-Belastung sächsischer Erzeugnisse ist vordergründig
bei Karotten zu verzeichnen. Gravierende Probleme gibt es hier-
bei jedoch nicht.
Die Ergebnisse bei den Wilduntersuchungen haben gezeigt, dass
ein Großteil der Lebern mit Cadmium (bedingt durch regionale
Besonderheiten) und eine Fleischprobe (bedingt durch Geschoß-
rückstände) mit Blei so stark kontaminiert waren, dass beson-
ders Extremverzehrer von Wild (z. B. Jägerfamilien) einer starken
Belastung ausgesetzt sein können.
Trotz der Unsicherheiten bei der Risikoabschätzung sollte Wild-
schweinleber nicht per se als unsicheres Lebensmittel im Sinne
Artikel 14 Abs. 2 Buchstabe a der VO (EG) 178/2002 [12] ein-

│19
gestuft werden, sondern deren Verzehr eingeschränkt und die
Verzehrsempfehlung des BfR (die auf Grund der Dioxin-/PCB-
Belastung veröffentlicht wurde) berücksichtigt werden [10]. Das
trifft besonders für Lebern von Wildschweinen aus schwerme-
tallbelasteten Gebieten zu.
Aufgrund einer möglichen Bleibelastung des Fleisches durch
Geschossrückstände empfiehlt das BfR, „in Haushalten mit
hohem Wildverzehr, dazu gehören in der Regel Jägerfamilien,
zum Schutz von Kindern und Frauen im gebärfähigen Alter nur
Wildbret zu verzehren, das mit bleifreier Munition erlegt wurde“
[11]. Ist dies nicht der Fall, sollte wenigstens der Schusskanal
großzügig ausgeschnitten und das Material vernichtet werden.
weiteres Vorgehen
In Anbetracht der deutlichen Cadmium-Belastung der Bevölke-
rung und der toxikologischen Erkenntnisse sollten diese Unter-
suchungen auch weiterhin durchgeführt und ausgewertet wer-
den. Zudem sollten weitere sächsische Lebensmittel/-gruppen
beobachtet werden.
Eine Beobachtung der Ergebnisse zu Wildbret sollte hierbei be-
sonderes Augenmerk erlangen.
Literatur:
[1] BfR-Verbraucherinfo „Cadmium in Lebensmitteln“, 2009
[2] Nationale Verzehrsstudie II des Max-Rubner-Institutes,
2008
[3] BfR-Verzehrsmodell für Kinder; Information Nr. 016/2005
des BfR vom 2. Mai 2005
[4] Neues BfR-Modell für die deutsche Bevölkerung im Alter
von 14 bis 80 Jahren zur Berechnung der Aufnahme von
Pflanzenschutzmittel-Rückständen mit der Nahrung;
Stel-
lungnahme Nr. 046/2011 des BfR vom 19. Oktober 2011
[5] Statement on tolerable weekly intake for cadmium; EFSA
Panel on Contaminants in the Food Chain (CONTAM); EFSA
Journal 2011;9(2):1975
[6] Scientific Opinion on Lead in Food; EFSA Panel on
Conta-
minants in the Food Chain (CONTAM); EFSA Journal 2010;
8(4):1570
[7] Lead dietary exposure in the European population; Euro-
pean Food Safety Authority; EFSA Journal 2012;10(7):2831
[8] Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 der Kommission vom
19.12.2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für be-
stimmte Kontaminanten in Lebensmitteln
[9] Launer, P.; Richter, O. u. Walther, M. (1996): Tierärztliche
Umschau (51), 375-381
[10] BfR (2011): Dioxin- und PCB-Gehalte in Wild stellen keine
Gesundheitsgefahr dar: Stellungnahme Nr. 048/2011 des
BfR vom 16. Mai 2011
[11] BfR (2013): Bleimunition führt zu höheren Bleigehalten im
Wildbret: 06/2013, 20.03.2013
[12] Verordnung (EG) Nr. 178/2002 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 28.1.2002 zur Festlegung der allgemei-
nen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts,
zur Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittel-
sicherheit und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmit-
telsicherheit
Bearbeiter: LC Thomas Böhm
LUA Chemnitz
DC Dr. Olf Richter
LUA Dresden

image
 
20 │
Typisierung sächsischer BVDV-Isolate – ein Beitrag
zur molekularen Epidemiologie der BVD
Das Bovine Virusdiarrhoe-Virus (BVDV) wird ebenso wie das Bor-
der Disease Virus (BDV) und das Schweinepestvirus (CSFV) dem
Genus Pestiviren zugeordnet. Gemeinsam mit den Hepaci- und
den Flavivirinae, denen tier- und humanmedizinisch bedeuten-
de Viren wie das Louping ill-, FSME- oder das Gelbfiebervirus
angehören, bilden sie die Familie der Flaviviridae. Wie aus Ab-
bildung 1 ersichtlich sind Pestiviren genetisch sehr heterogen.
Offiziell als Spezies anerkannt sind BVDV-1 und -2, Border
Di-
sease (BD)-Virus und Schweinepestvirus. Noch keiner Spezies
definitiv zugeordnet sind die Pestiviren der Giraffe (Hamblin und
Hedger, 1979), die Genotypen „Antilope“ und „Bungowannah“
(Kirkland et al., 2007), als auch die atypischen Pestiviren wie
Th/04_KhonKaen (Ståhl et al., 2007), HoBi (Schirrmeier et al.,
2004) oder CH-KaHo/cont (Stalder et al., 2005).
Bei den beiden BVDV-Genotypen lassen sich weitere Subtypen
differenzieren. Vergleichende Sequenzanalysen zeigten, dass
insbesondere die BVDV-1 Isolate ausgesprochen variabel sind
und somit in mindestens acht Subgruppen (1a bis 1h) unter-
teilt werden können. Im Hinblick auf ihre Eigenschaften bei der
Vermehrung in Zellkulturen werden bei BVDV zwei Biotypen
unterschieden: Nicht zytopathogene (ncp)Viren replizieren ohne
sichtbare Veränderungen der Zielzellen. Im Gegensatz dazu
führt die Infektion mit zytopathogenen (cp) BVDV aufgrund von
Apoptose zur Lyse infizierter Zellen.
Infektionen naiver nichttragender Tiere mit BVDV verlaufen in
der Regel klinisch inapparent bzw. mit milder Symptomatik.
Mucosal Disease tritt auf, wenn persistent infizierte Tiere (PI-
Tiere) mit einem passenden cp BVDV superinfiziert werden bzw.
das ncp Virus im Tier zum cp Biotyp mutiert.
Zu Beginn des Jahres 2013 wurde aus Nordrhein-Westfalen
über schwere klinische Erkrankungen berichtet einhergehend
mit pulmonaler Symptomatik, blutiger Diarrhoe, Hämorrhagi-
en und Schleimhautläsionen in Maulhöhle und Digestionstrakt.
Betroffen waren zunächst Kälber, später auch Jungrinder und
Milchkühe. Es wurden Mortalitäten bis zu 25 % erreicht. Ur-
sache dieser Erkrankungen war ein BVD-Virus vom Genotyp 2,
Subtyp 2c. Allen Fällen gemeinsam war, dass die erkrankten
Tiere einen unverdächtigen BVD-Status hatten, d. h. die Ohr-
stanzuntersuchung ein negatives Ergebnis erbracht hatte. Da-
mit schied die klassische pathogenetische Betrachtungsweise
der tödlich verlaufenden Mucosal Disease aus.
Solche hochvirulenten BVDV-Stämme, die nach horizontaler
Übertragung zu schweren Erkrankungen mit hämorrhagischem
Syndrom und beträchtlicher Letalität führen, stellen einen Son-
derfall dar. Solche Krankheitsbilder sind in den USA und Ka-
nada mehrfach beschrieben (Hessmann et al., 2008), allerdings
ausnahmslos verursacht durch BVDV-2a. Auch ein begrenztes,
klinisch ähnlich verlaufendes Geschehen in Bayern im Jahr 2002
wurde durch ein BVDV-2a verursacht (Martin et al., 2005). Die
meisten hoch virulenten BVDV-Stämme gehören zum Genotyp
2. BVDV Genotyp 2-Virusstämme machen in Deutschland einen
Anteil von ca. 6 % unter den in den letzten Jahren sequenzier-
ten BVDV aus (s. Abb.2 ). Auch BVDV-2c wurde bereits mehrfach
in Deutschland festgestellt (z. B. in Sachsen 2004, siehe Abb. 2,
grün markiert), ohne dass jedoch jemals vorberichtlich schwe-
re klinische Bestandsgeschehen bekannt waren. Der Ursprung
des Virus aus Nordrhein-Westfalen ist bisher unklar. Neben der
Entstehung durch molekulare Evolution aus den wenig virulen-
ten Stämmen ist eine Einschleppung über Tierimporte denkbar
(Schirrmeier, 2013).
Abbildung 1:
Phylogenetischer Baum der Pestiviren (Bachofen et al., 2013)
3%
42%
31%
4%
10%
3%
1%
3%
3%
Deutschland
1a
1b
1d
1e
1f
1h
1g
2a
2c
20%
61%
7%
7%
5%
Sachsen
Abbildung 2:
Genotypische Klassifizierung von BVD-Virusisolaten aus Sachsen (n=41) im Vergleich zu Isolaten aus ganz Deutschland

image
│21
Sächsische BVDV-Isolate (n=41) der vergangenen Jahre wurden
am Friedrich-Löffler-Institut sequenziert und die Subtypen
be-
stimmt. Tabelle 1 fasst die Ergebnisse der Typisierung zusam-
men. Es zeigte sich, dass in Sachsen der Subtyp 1d mit ca. 60 %
vorherrschend ist (s. Abb. 2). So konnten zwölf identische BVDV-
1d in vielen verschiedenen Beständen nachgewiesen werden
(s. Abb. 3), was auf einen regen Austausch unter den Beständen
bzw. auf eine gemeinsame Ansteckungsquelle schließen lässt.
In Beständen mit einer gemeinsamen Jungtieraufzucht (Betrieb
H) wurden dagegen viele verschiedene Subtypen gefunden, was
aus tierseuchenhygienischer Sicht das erhöhte Risiko eines Vi-
ruseintrags in eine solche Einrichtung mit hohem Viehverkehr
widerspiegelt. Auch die Anwesenheit von „bodenständigen“ Be-
standsviren über mehrere Jahre hinweg konnte in drei Betrieben
(Betrieb A, B und G) mit Hilfe der Sequenzierung der Isolate
und Subtypisierung nachgewiesen werden und so Lücken bei der
Überwachung ausgemacht werden. Im Vergleich zu den Wer-
ten für Gesamtdeutschland wurde der Genotyp 2 relativ häufig
nachgewiesen (7 % BVDV-2a und 5 % BVDV-2c). Die Isolate
sind genotypisch eng verwandt mit bayrischen und branden-
burgischen Isolaten, was einen Hinweis auf die Eintragsquelle
geben könnte.
Tabelle 1: Ergebnisse der Typisierung von 41 BVDV-Isolaten
aus Sachsen
Isolat
Biotyp
Genotyp
Betrieb
SAN 5008-1
ncp
2aGermany
A
SAN 5008-2
ncp
2aGermany
A
SAN 5008-3
ncp
2aGermany
A
SAN 5008-4
ncp
1d
B
SAN 5008-5
ncp
1d
B
SAN 5008-6
ncp
1d
B
SAN 5008-7
cp
1d
C
SAN 5008-8
ncp
1b
C
SAN 5008-9
ncp
1d
D
SAN 5008-10
ncp
1b
D
SAN 5008-11
ncp
1b
D
SAN 5008-12
cp
1d
E
SAN 5008-13
ncp
1d
E
SAN 5008-14
ncp
1d
E
SAN 5008-15
ncp
1d
E
SAN 5008-16
ncp
1d
F
SAN 5008-17
ncp
1f
G
SAN 5008-18
ncp
1f
G
SAN 5008-19
ncp
1f
G
SAN 5008-20
ncp
1d
H
SAN 5008-21
ncp
1d
H
SAN 5008-22
ncp
2c
H
SAN 5008-23
ncp
2c
H
SAN 5008-24
ncp
1d
H
SAN 5008-25
ncp
1d
I
SAN 5008-26
ncp
1d
K
SAN 5008-27
ncp
1d
K
SAN 5008-28
ncp
1d
L
SAN 5008-29
ncp
1b
M
SAN 5008-30
ncp
1b
M
SAN 5008-31
ncp
1d
M
SAN 5008-32
ncp
1d
N
Isolat
Biotyp
Genotyp
Betrieb
SAN 5008-33
ncp
1d
N
SAN 5008-34
ncp
1d
O
SAN 5008-35
ncp
1d
O
SAN 5008-36
ncp
1b
O
SAN 5008-37
ncp
1d
P
SAN 5008-38
ncp
1d
Q
SAN 5008-39
ncp
1b
R
SAN 5008-40
ncp
1b
S
SAN 5008-41
cp
1d
T
Abbildung 3:
phylogenetischer Stammbaum der sächsischen BVDV-Isolate
(Sequenzierung des 5´-UTR-Genomabschnitts)

22 │
Derartige molekularepidemiologische Untersuchungen bei Neu-
ausbrüchen, immer wiederkehrenden Ausbrüchen oder auch bei
klinischen Auffälligkeiten sind wichtig, um den Virustyp zu be-
stimmen und daraus z. B. weitere Anhaltspunkte zur Eintrags-
quelle oder Hinweise auf Lücken in der Überwachung herzu-
leiten. Zu bedenken ist, dass BVD-Viren nicht streng auf eine
Wirtsspezies fixiert sind. Unter natürlichen Bedingungen
kön-
nen neben Rindern auch Schafe, Ziegen, Wildwiederkäuer und
Schweine infiziert werden. In den vergangenen Jahren, als die
Rinderbestände einen hohen Durchseuchungsgrad aufwiesen,
wurde vermutlich BVDV häufiger vom Rind auf andere Tierarten
übertragen als umgekehrt. Bei einem Rückgang der BVDV-Infek-
tionen innerhalb der Rinderpopulation könnten infizierte
Scha-
fe, Ziegen und Wildwiederkäuer eine wichtige Ansteckungsquel-
le für Rinder darstellen und Programme zur Bekämpfung von
BVD/MD ernsthaft gefährden.
Danksagung: Dr. H. Schirrmeier, NRL BVDV, für die Sequenzie-
rung und Bereitstellung der Daten
Bearbeiter: Dr. Andrea Konrath
LUA Leipzig
Literatur
Bachofen, C., H. Stalder, H.-R. Vogt, M. Wegmüller, M. Schwei-
zer, R. Zanoni u. E. Peterhans (2013): Bovine Virusdiarrhoe
(BVD): Von der Viologie zur Bekämpfung. BMTW 126: 452-461.
Hessmann B. E., D. B. Sjeklocha, R. W. Fulton, J. F. Ridpath, B.
J. Johnson u. D. R. McElroa (2008): Acute bovine viral diarrhea
associates with extensive mucosal lesions, high morbidity, and
mortality in a commercial feedlot. J. Vet. Diagn. Invest. 24(2):
397-404.
Kirkland P. D., M. J. Frost, D. S. Finlaison, K. R. King, J. F. Ridpath
u. X. Gu (2007): Identification of a novel virus in pigs –
Bungo-
wannah virus: a possible new species of pestivirus. Virus Res.
129: 26-34.
Martin, R. u. S. Kuhne (2005): Course of BVDV-2 infection
in a dairy herd. A case study. Tierarztliche Praxis Ausgabe G,
Grosstiere/Nutztiere 33(4): 224-231.
Schirrmeier H., G. Strebelow, K. Depner, B. Hoffmann u. M. Beer
(2004): Genetic and antigenic characterization of an atypical
pestivirus isoltae, a putative member of a novel pestivirus spe-
cies. J. Gen. Virol. 85: 3647-3652.
Schirrmeier H. u. G. Strebelow (2013): Hämorrhagisches Syn-
drom und Mucosal Disease-like Erkrankungen durch akute In-
fektionen mit BVDV-2. LabLoeffler 7:14-15.
Ståhl K., J. Kampa, S. Alenius, A. P. Wadman, C. Baule, S. Ai-
umlamai u. S. Belák (2007): Natural infection of cattle with an
atypical „HoBi“-like pestivirus – Implications for BVD control
and for the safety of biological products. Vet. Res. 38: 517-523
Stalder H. P., P. Meier, G. Pfaffen, C. Wageck-Canal, J. Rüfe-
nacht, P. Schaller, C. Bachofen, S. Marti, H. R. Vogt u. E. Peter-
hans (2005): Genetic heterogeneity of pestiviruses of ruminant
in Switzerland. Prev Vet Med 72: 37-41.

 
│23
Neue Rechtsbestimmungen im Bereich des LFGB –
Januar 2014 bis März 2014
1. Europäisches Recht
1.1 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 19/2014 der Kom-
mission vom 10. Januar 2014 zur Änderung des Anhangs
der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 über pharmakologisch
wirksame Stoffe und ihre Einstufung hinsichtlich der
Rückstandshöchstmengen in Lebensmitteln tierischen Ur-
sprungs in Bezug auf Chloroform (ABl. Nr. L 8/18)
1.2 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 20/2014 der Kom-
mission vom 10. Januar 2014 zur Änderung des Anhangs
der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 über pharmakologisch
wirksame Stoffe und ihre Einstufung hinsichtlich der
Rückstandshöchstmengen in Lebensmitteln tierischen Ur-
sprungs betreffend Butafosfan (ABl. Nr. L 8/20)
1.3 Verordnung (EU) Nr. 40/2014 der Kommission vom 17. Ja-
nuar 2014 zur Zulassung einer anderen gesundheitsbe-
zogenen Angabe über Lebensmittel als Angaben über die
Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung
und die Gesundheit von Kindern und zur Änderung der Ver-
ordnung (EU) Nr. 432/2012 (ABl. Nr. L 14/8)
1.4 Verordnung (EU) Nr. 51/2014 der Kommission vom 20. Ja-
nuar 2014 zur Änderung von Anhang II der Verordnung
(EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments und des
Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an Rückständen von
Dimethomorph, Indoxacarb und Pyraclostrobin in oder auf
bestimmten Erzeugnissen (ABl. Nr. L 16/13)
1.5 Verordnung (EU) Nr. 36/2014 der Kommission vom 16. Ja-
nuar 2014 zur Änderung der Anhänge II und III der Verord-
nung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an Rückständen
von Aminopyralid, Chlorantraniliprol, Cyflufenamid,
Mepi-
quat, Metalaxyl-M, Propamocarb, Pyriofenon und Quinoxy-
fen in oder auf bestimmten Erzeugnissen (ABl. Nr. L 17/1)
1.6 Verordnung (EU) Nr. 59/2014 der Kommission vom 23. Ja-
nuar 2014 zur Änderung des Anhangs II der Verordnung
(EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des
Rates hinsichtlich der Verwendung von Schwefeldioxid
— Sulfiten (E 220-228) in aromatisierten Getränken auf
Weinbasis (ABl. Nr. L 21/9)
1.7 Verordnung (EU) Nr. 61/2014 der Kommission vom 24. Ja-
nuar 2014 zur Änderung der Anhänge II und III der Verord-
nung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an Rückständen
von Cyromazin, Fenpropidin, Formetanat, Oxamyl und Te-
buconazol in oder auf bestimmten Erzeugnissen (ABl. Nr.
L 22/1)
1.8 Beschluss des Rates vom 28. Januar 2014 (B 2014/44/EU)
über den Abschluss der überarbeiteten Vereinbarung mit
den Vereinigten Staaten von Amerika über die Einfuhr von
Rindfleisch von nicht mit bestimmten
Wachstumshormo-
nen behandelten Tieren und die erhöhten Zölle der Ver-
einigten Staaten auf bestimmte Erzeugnisse der Europäi-
schen Union (ABl. Nr. L 27/1)
1.9 Überarbeitete Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten
von Amerika über die Einfuhr von Rindfleisch von nicht mit
bestimmten Wachstumshormonen behandelten Tieren und
der erhöhten Zölle der Vereinigten Staaten auf bestimmte
Erzeugnisse der Europäischen Union (ABl. Nr. L 27/2)
1.10 Delegierte Verordnung (EU) Nr. 78/2014 der Kommission
vom 22. November 2013 zur Änderung der Anhänge II und
III der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011 betref-
fend die Information der Verbraucher über Lebensmittel
in Bezug auf bestimmte Getreidearten, die Allergien oder
Unverträglichkeiten auslösen, und Lebensmittel mit Phyto-
sterin-, Phytosterinester-, Phytostanol- oder Phytostano-
lesterzusatz (ABl. Nr. L 27/7)
1.11 Verordnung (EU) Nr. 79/2014 der Kommission vom 29. Ja-
nuar 2014 zur Änderung der Anhänge II, III und V der Ver-
ordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments
und des Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an Rückstän-
den von Bifenazat, Chlorpropham, Esfenvalerat, Fludioxo-
nil und Thiobencarb in oder auf bestimmten Erzeugnissen
(ABl. Nr. L 27/9)
1.12 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 85/2014 der Kommis-
sion vom 30. Januar 2014 zur Änderung der Durchfüh-
rungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 hinsichtlich der Ver-
längerung der Dauer der Genehmigung für den Wirkstoff
Kupferverbindungen (ABl. Nr. L 28/34)
1.13 Verordnung (EU) Nr. 97/2014 der Kommission vom 3. Fe-
bruar 2014 zur Änderung von Anhang III der Verordnung
(EG) Nr. 110/2008 des Europäischen Parlaments und des
Rates zur Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung
und Etikettierung von Spirituosen sowie zum Schutz geo-
grafischer Angaben für Spirituosen (ABl. Nr. L 33/1)
1.14 Verordnung (EU) Nr. 98/2014 der Kommission vom 3. Feb-
ruar 2014 zur Änderung der Anhänge II und III der Verord-
nung (EG) Nr. 110/2008 des Europäischen Parlaments und
des Rates zur Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufma-
chung und Etikettierung von Spirituosen sowie zum Schutz
geografischer Angaben für Spirituosen (ABl. Nr. L 33/3)
1.15 Verordnung (EU) Nr. 87/2014 der Kommission vom 31. Ja-
nuar 2014 zur Änderung der Anhänge II, III und V der Ver-
ordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments
und des Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an Rückstän-
den von Acetamiprid, Butralin, Chlortoluron, Daminozid,
Isoproturon, Picoxystrobin, Pyrimethanil und Trinexapac in
oder auf bestimmten Erzeugnissen (ABl. Nr. L 35/1)

24 │
1.16 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 108/2014 der Kommis-
sion vom 5. Februar 2014 über die Nichtgenehmigung des
Wirkstoffs Kaliumthiocyanat gemäß der Verordnung (EG)
Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (ABl.
Nr. L 36/9)
1.17 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 116/2014 der Kom-
mission vom 6. Februar 2014 über die Nichtgenehmigung
des Wirkstoffs Kaliumiodid gemäß der Verordnung (EG) Nr.
1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (ABl.
Nr. L 38/26)
1.18 Verordnung (EU) Nr. 119/2014 der Kommission vom 7. Fe-
bruar 2014 zur Änderung der Richtlinie 2002/46/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates und der Verord-
nung (EG) Nr. 1925/2006 des Europäischen Parlaments und
des Rates im Hinblick auf mit Chrom angereicherte Hefe
zur Verwendung bei der Herstellung von Nahrungsergän-
zungsmitteln sowie Lebensmitteln zugesetztes Chrom(III)-
lactattrihydrat (ABl. Nr. L 39/44)
1.19 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 120/2014 der Kommis-
sion vom 7. Februar 2014 zur Änderung der Verordnung
(EG) Nr. 1981/2006 mit Durchführungsbestimmungen zu
Artikel 32 der Verordnung (EG) Nr. 1829/2003 des Europä-
ischen Parlaments und des Rates über das gemeinschaft-
liche Referenzlaboratorium für gentechnisch veränderte
Organismen (ABl. Nr. L 39/46)
1.20 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 140/2014 der Kom-
mission vom 13. Februar 2014 zur Genehmigung des
Wirkstoffs Spinetoram gemäß der Verordnung (EG) Nr.
1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
über das Inverkehrbringen von Pflanzen-schutzmitteln und
zur Änderung des Anhangs der Durchführungsverordnung
(EU) Nr. 540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 44/35)
1.21 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 141/2014 der Kommis-
sion vom 13. Februar 2014 zur Änderung der Durchfüh-
rungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 hinsichtlich der Bedin-
gungen für die Genehmigung des Wirkstoffs Pflanzenöle/
Nelkenöl (ABl. Nr. L 44/40)
1.22 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 143/2014 der Kommis-
sion vom 14. Februar 2014 zur Genehmigung des Wirk-
stoffs Pyridalyl gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009
des Europäischen Parlaments und des Rates über das In-
verkehrbringen von Pflanzen-schutzmitteln und zur
Ände-
rung des Anhangs der Durchführungsverordnung (EU) Nr.
540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 45/1)
1.23 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 144/2014 der Kom-
mission vom 14. Februar 2014 zur Genehmigung des
Wirkstoffs Valifenalat gemäß der Verordnung (EG) Nr.
1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und
zur Änderung des Anhangs der Durchführungsverordnung
(EU) Nr. 540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 45/7)
1.24 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 145/2014 der Kom-
mission vom 14. Februar 2014 zur Genehmigung des
Wirkstoffs Thiencarbazon gemäß der Verordnung (EG) Nr.
1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und
zur Änderung des Anhangs der Durchführungsverordnung
(EU) Nr. 540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 45/12)
1.25 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 13. Februar
2014 (B 2014/88/EU) zur vorübergehenden Aussetzung der
Einfuhr von Lebensmitteln aus Bangladesch, die Betelblät-
ter („Piper betle“) enthalten oder aus ihnen bestehen (ABl.
Nr. L 45/34)
1.26 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 149/2014 der Kommis-
sion vom 17. Februar 2014 zur Genehmigung des Wirk-
stoffs L-Ascorbinsäure gemäß der Verordnung (EG) Nr.
1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und
zur Änderung des Anhangs der Durchführungsverordnung
(EU) Nr. 540/2011 (Abl. Nr. L 46/3)
1.27 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 151/2014 der Kommis-
sion vom 18. Februar 2014 zur Genehmigung des Wirk-
stoffs S-Abscisinsäure gemäß der Verordnung (EG) Nr.
1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und
zur Änderung des Anhangs der Durchführungsverordnung
(EU) Nr. 540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 48/1)
1.28 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 154/2014 der Kom-
mission vom 19. Februar 2014 zur Änderung der Durch-
führungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 hinsichtlich der
Bedingungen für die Genehmigung des Wirkstoffs Tee-
baumextrakt (ABl. Nr. L 50/7)
1.29 Verordnung (EU) Nr. 155/2014 der Kommission vom
19. Februar 2014 zur Nichtzulassung bestimmter anderer
gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als An-
gaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie
die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (ABl. Nr.
L 50/11)
1.30 Verordnung (EU) Nr. 175/2014 der Kommission vom
25. Februar 2014 zur Nichtzulassung bestimmter anderer
gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als An-
gaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie
die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (ABl. Nr.
L 56/7)
1.31 Verordnung (EU) Nr. 186/2014 der Kommission vom
26. Februar 2014 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr.
823/2012 hinsichtlich der Ablaufdaten der Genehmigung
der Wirkstoffe Ethoxysulfuron, Oxadiargyl und Warfarin
(ABl. Nr. L 57/22)
1.32 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 187/2014 der Kommis-
sion vom 26. Februar 2014 zur Änderung der Durchfüh-
rungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 hinsichtlich der Bedin-
gungen für die Genehmigung des Wirkstoffs Methiocarb
(ABl. Nr. L 57/24)

│25
1.33 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 192/2014 der Kommis-
sion vom 27. Februar 2014 zur Genehmigung des Wirk-
stoffs 1,4-Dimethylnaphthalin gemäß der Verordnung (EG)
Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und
zur Änderung des Anhangs der Durchführungsverordnung
(EU) Nr. 540/2011 (ABl. Nr. L 59/20)
1.34 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 193/2014 der Kom-
mission vom 27. Februar 2014 zur Genehmigung des
Wirkstoffs Amisulbrom gemäß der Verordnung (EG) Nr.
1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
über das Inverkehrbringen von Pflanzen-schutzmitteln und
zur Änderung des Anhangs der Durchführungsverordnung
(EU) Nr. 540/2011 der Kommission (ABl. Nr. L 59/25)
1.35 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 200/2014 der Kommis-
sion vom 3. März 2014 zur Änderung des Anhangs der Ver-
ordnung (EU) Nr. 37/2010 über pharmakologisch wirksame
Stoffe und ihre Einstufung hinsichtlich der Rückstands-
höchstmengen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs in
Bezug auf Triptorelinacetat (ABl. Nr. L 62/8)
1.36 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 201/2014 der Kommis-
sion vom 3. März 2014 zur Änderung des Anhangs der Ver-
ordnung (EU) Nr. 37/2010 über pharmakologisch wirksame
Stoffe und ihre Einstufung hinsichtlich der Rückstands-
höchstmengen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs be-
treffend Tildipirosin (ABl. Nr. L 62/10)
1.37 Verordnung (EU) Nr. 202/2014 der Kommission vom 3. März
2014 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 über
Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die dazu be-
stimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen
(ABl. Nr. L 62/13)
1.38 Empfehlung der Kommission vom 3. März 2014
(E 2014/118/EU) zur Überwachung auf Spuren bromierter
Flammschutzmittel in Lebensmitteln (ABl. Nr. L 65/39)
1.39 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 209/2014 der Kommis-
sion vom 5. März 2014 zur Änderung der Verordnung (EU)
Nr. 605/2010 hinsichtlich der Veterinärbedingungen und
Veterinärbescheinigungen für das Verbringen von Kolost-
rum und Erzeugnissen auf Kolostrumbasis zum menschli-
chen Verzehr in die Union (ABl. Nr. L 66/11)
1.40 Verordnung (EU) Nr. 212/2014 der Kommission vom 6. März
2014 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006
hinsichtlich des Höchstgehalts für den Kontaminanten Cit-
rinin in Nahrungsergänzungsmitteln auf Basis von Reis, der
durch den Schimmelpilz Monascus purpureus fermentiert
wurde (ABl. Nr. L 67/3)
1.41 Verordnung (EU) Nr. 216/2014 der Kommission vom 7. März
2014 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2075/2005 mit
spezifischen Vorschriften für die amtlichen
Fleischuntersu-
chungen auf Trichinen (ABl. Nr. L 69/85)
1.42 Verordnung (EU) Nr. 217/2014 der Kommission vom 7. März
2014 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2073/2005
hinsichtlich Salmonellen in Schweineschlachtkörpern (ABl.
Nr. L 69/93)
1.43 Verordnung (EU) Nr. 218/2014 der Kommission vom
7. März 2014 zur Änderung von Anhängen der Verordnun-
gen (EG) Nr. 853/2004 und (EG) Nr. 854/2004 des Europä-
ischen Parlaments und des Rates und der Verordnung (EG)
Nr. 2074/2005 der Kommission (ABl. Nr. L 69/95)
1.44 Verordnung (EU) Nr. 219/2014 der Kommission vom
7. März 2014 zur Änderung des Anhangs I der Verordnung
(EG) Nr. 854/2004 des Europäischen Parlaments und des
Rates hinsichtlich der spezifischen Anforderungen an die
Fleischuntersuchung bei Hausschweinen (ABl. Nr. L 69/99)
1.45 Verordnung (EU) Nr. 246/2014 der Kommission vom
13. März 2014 zur Änderung des Anhangs I der Verordnung
(EG) Nr. 1334/2008 des Europäischen Parlaments und des
Rates hinsichtlich der Streichung verschiedener Aroma-
stoffe aus der Unionsliste (ABl. Nr. L 74/58)
1.46 Verordnung (EU) Nr. 264/2014 der Kommission vom
14. März 2014 zur Änderung des Anhangs II der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und
des Rates im Hinblick auf die Verwendung von Polyvinyl-
pyrrolidon-Vinylacetat-Copolymer in festen Nahrungser-
gänzungsmitteln sowie des Anhangs der Verordnung (EU)
Nr. 231/2012 der Kommission im Hinblick auf die
Spezifi-
kationen dieses Stoffes (ABl. Nr. L 76/22)
1.47 Verordnung (EU) Nr. 251/2014 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 26. Februar 2014 über die Be-
griffsbestimmung, Beschreibung, Aufmachung und Etiket-
tierung von aromatisierten Weinerzeugnissen sowie den
Schutz geografischer Angaben für aromatisierte
Weiner-
zeugnisse und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr.
1601/91 des Rates (ABl. Nr. L 84/14)
1.48 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 19. März
2014 (B 2014/154/EU) zur Genehmigung des Inverkehr-
bringens von (6S)-5-Methyltetrahydrofolsäure,Glucosami
nsalz als neuartige Lebensmittelzutat gemäß der Verord-
nung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des
Rates (ABl. Nr. L 85/10)
1.49 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 19. März
2014 (B 2014/155/EU) zur Genehmigung des Inverkehr-
bringens von Koriandersamenöl als neuartige Lebensmit-
tel-zutat im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des
Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. Nr. L 85/13)
1.50 Verordnung (EU) Nr. 289/2014 der Kommission vom
21. März 2014 zur Änderung der Anhänge II, III und V
der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Par-
laments und des Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an
Rückständen von Foramsulfuron, Azimsulfuron, Iodosulfu-
ron, Oxasulfuron, Mesosulfuron, Flazasulfuron, Imazosul-
furon, Propamocarb, Bifenazat, Chlorpropham und Thio-
bencarb in oder auf bestimmten Erzeugnissen (ABl. Nr. L
87/49)
1.51 Verordnung (EU) Nr. 298/2014 der Kommission vom
21. März 2014 zur Änderung des Anhangs II der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments
und des Rates sowie des Anhangs der Verordnung (EU) Nr.

 
26 │
231/2012 der Kommission in Bezug auf Magnesiumdihyd-
rogendiphosphat zur Verwendung als Backtriebmittel und
Säureregulator (ABl. Nr. L 89/36)
1.52 Verordnung (EU) Nr. 318/2014 der Kommission vom
27. März 2014 zur Änderung der Anhänge II und III der Ver-
ordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments
und des Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an Rückstän-
den von Fenarimol, Metaflumizon und Teflubenzuron in
oder auf bestimmten Erzeugnissen (ABl. Nr. L 93/28)
1.53 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 322/2014 der Kommis-
sion vom 28. März 2014 zum Erlass von Sondervorschriften
für die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln, deren Ur-
sprung oder Herkunft Japan ist, nach dem Unfall im Kern-
kraftwerk Fukushima (ABl. Nr. L 95/1)
1.54 Durchführungsverordnung (EU) Nr. 323/2014 der Kom-
mission vom 28. März 2014 zur Änderung der Anhänge I
und II der Verordnung (EG) Nr. 669/2009 zur Durchführung
der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 des Europäischen Par-
laments und des Rates im Hinblick auf verstärkte amtliche
Kontrollen bei der Einfuhr bestimmter Futtermittel und
Lebensmittel nicht tierischen Ursprungs (ABl. Nr. L 95/12)
1.55 Empfehlung der Kommission vom 27. März 2014
(E 2014/180/EU) über einen zweiten koordinierten Kont-
rollplan zur Feststellung der Verbreitung betrügerischer
Praktiken bei der Vermarktung bestimmter Lebensmittel
(ABl. Nr. L 95/64)
2. Nationales Recht
2.1 Weinrechtliche Straf- und Bußgeldverordnung (WeinSBV)
vom 20. Februar 2014 (BGB Teil I Nr. 8, S. 143)
2.2 Verordnung zur Änderung der Diätverordnung und der
Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung vom 25. Februar
2014
1
(BGB Teil I Nr. 9, S. 218)
1
Diese
Verordnung dient der Umsetzung der Richtlinie
2013/46/EU der Kommission vom 28. August 2013 zur
Än-
derung der Richtlinie 2006/141/EG hinsichtlich der
Protei-
nanforderungen für Säuglingsanfangsnahrung und Folge-
nahrung (ABl. L 230 vom 28.8.2013, S. 16).
Bearbeiter: DLC Friedrich Gründig
LUA Dresden
Neue Rechtsbestimmungen Veterinärmedizin
Januar 2014 bis März 2014
1. Europäisches Recht
1.1 Durchführungsrichtlinie 2014/22/EU der Kommission vom
13. Februar 2014 zur Änderung von Anhang IV der Richtli-
nie 2006/88/EG des Rates in Bezug auf die infektiöse Anä-
mie der Lachse (ISA) (ABl. Nr. L 44/45)
1.2 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 12. Februar
2014 (B 2014/84/EU) zur Änderung des Durchführungsbe-
schlusses 2013/426/EU mit Schutzmaßnahmen gegen die
Einschleppung des Virus der Afrikanischen Schweinepest
aus bestimmten Drittländern oder Teilen des Hoheitsge-
biets von Drittländern, in denen diese Seuche bestätigt ist,
in die Europäische Union und zur Aufhebung des Beschlus-
ses 2011/78/EU (ABl. Nr. L 44/53)
1.3 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 14. Feb-
ruar 2014 (B 2014/91/EU) zur Änderung des Anhangs II
der Entscheidung 93/52/EWG hinsichtlich der Anerken-
nung bestimmter Gebiete Italiens und Spaniens als amt-
lich frei von Brucellose (B. melitensis) sowie zur Änderung
der Anhänge I, II und III der Entscheidung 2003/467/EG
hinsichtlich der Anerkennung Ungarns als amtlich frei von
Tuberkulose, Rumäniens und bestimmter Gebiete Italiens
als amtlich frei von Brucellose sowie bestimmter Gebie-
te Italiens als amtlich frei von enzootischer Rinderleukose
(ABl. Nr. L 46/12)
1.4 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 14. Febru-
ar 2014 (B 2014/92/EU) zur Änderung des Anhangs II der
Entscheidung 97/794/EG mit Durchführungs-bestimmun-
gen zur Richtlinie 91/496/EWG des Rates hinsichtlich der
Veterinär-kontrollen für aus Drittländern einzuführende
lebende Tiere (ABl. Nr. L 46/18)
1.5 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 27. März
2014 (B 2014/175/EU) zur Änderung der Entscheidung
2007/777/EG hinsichtlich der Einfuhr von Fleischerzeug-
nissen sowie behandelten Mägen, Blasen und Därmen aus
frischem Fleisch von Hausgeflügel, einschließlich Fleisch
von Zuchtfederwild und Wildgeflügel (ABl. Nr. L 95/31)
1.6 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 27. März
2014 (B 2014/178/EU) mit tierseuchenrechtlichen Maß-
nahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest
in bestimmten Mitgliedstaaten (ABl. Nr. L 95/47)
Bearbeiter: DLC Friedrich Gründig
LUA Dresden

 
│27
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel nicht-
tierischer Herkunft und Bedarfsgegenstände sowie
Tabakerzeugnisse (1. Quartal 2014)
Zahl der bearbeiteten Beschwerdeproben: 29
davon beanstandet: 15
Probenbezeichnung
Beschwerdegrund
Beurteilung
Aronianektar
heller und dünner als im Vorjahr
relativ geringe Werte für Fruchtsaftparameter nicht
beanstandet, weil repräsentative Vergleichsdaten
fehlen;
Beanstandung wegen unvollständigem Zutatenver-
zeichnis nach § 3 LMKV
LED Kopflampe mit Kopfband
chemischer Geruch
Beurteilung gemäß § 3 Abs. 2 Produktsicherheits-
gesetz aufgrund hoher Gehalte an polyzyklischen
aromatischen Kohlenwasserstoffen in Bestandteilen
mit nicht nur vorübergehendem Körperkontakt
Moringa Oleifera Nahrungsergänzungsmittel
Verdacht auf Verfälschung/Streckung
Verdacht nicht bestätigt;
Beanstandung wegen krankheitsbezogener Wer-
bung im Sinne § 12 Abs. 1 Nr. 1 LFGB, unzulässiger
nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben nach
Art. 3 HCV und diverser Kennzeichnungsmängel
nach § 4 NemV, § 3 LMKV, § 1 LKV, § 6 FPackV
Steigenwalder Zwetschgenbrand
gesundheitliche Beschwerden (Krämpfe)
Abweichung zwischen deklariertem und tatsächli-
chem Alkoholgehalt festgestellt;
Beurteilung nach § 3 LMKV; erhöhter Kupfergehalt,
entspricht nicht Verkehrsauffassung - Beurteilung
als wertgemindert im Sinne § 11 Abs. 2 Nr. 2b LFBG
Fränkischer Obstler
gesundheitliche Beschwerden (Krämpfe)
hoher Gehalt an schwefliger Säure und erhöhter
Gehalt an Acetoin;
Beurteilung als wertgemindert im Sinne § 11 Abs.
2 Nr. 2b LFGB
Fränkischer Apfelbrand
gesundheitliche Beschwerden (Krämpfe)
Ausfällungen (Calciumtartrat), erhöhter Gehalt an
Acetoin;
Beurteilung als wertgemindert im Sinne § 11 Abs.
2 Nr. 2b LFGB
Hamburger
Schimmelbefall
Nachweis verschiedener Schimmelpilze;
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs.1 der
VO (EG) Nr. 178/2002
Zimtstange
Im Innern der Zimtstange Zigarettenstummel
in einer Zimtstange weißer Zigarettenstummel;
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs.1 der
VO (EG) Nr. 178/2002
Gefülltes Brot
großer, weißer Fremdkörper im belegten Fladenbrot
ca. 3 cm langes, 0,5 cm breites, flaches
wei-
ßes Hartplastikteil (scharfkantig, spitz, hart);
Beurteilung als gesundheitsschädlich gemäß Art. 14
Abs. 2a in Verbindung mit Abs. 4 der VO (EG) Nr.
178/2002
Mischbrot geschnitten
Schädlingsbefall in Form eines eingebackenen
Insekts
unvollständig erhaltenes Insekt, wahrscheinlich
Motte, festgestellt;
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs.1 der
VO (EG) Nr. 178/2002
Choco & Crisp Weizenflakes
Schädlingsbefall im Müsli (Made separat einge-
reicht)
lebende Mottenlarve (Tineidae) in der Phase der
Verpuppung festgestellt;
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs.1 der
VO (EG) Nr. 178/2002
Traditioneller Basmatireis
Geruch nach Moder und Schimmelpilzen, Ge-
schmack ekelerregend, nach Verzehr Herz-Kreislauf
-Beschwerden, Übelkeit
Bei unzubereitetem Reis modriger Geruch bestätigt;
nach dem Kochen keine sensorischen Abweichun-
gen;
Beurteilung als nicht sicher nach Art.14 Abs.1 der
VO (EG) Nr. 178/2002
Waldhonig geöffnet am 22.02.2014
Verdacht auf einen Zusatz von „Kunsthonig/
Invertzucker“ aufgrund der kristallinen Konsistenz,
unkorrekte Angabe der Überwachungsnummer
Anforderungen an Honigtauhonig gemäß Anlage
1 Honigverordnung nicht erfüllt, Probe entspricht
einem Blütenhonig;
Beurteilung gemäß § 4 Nr. 1 HonigV

 
28 │
Probenbezeichnung
Beschwerdegrund
Beurteilung
Brotkrume mit ovalem, schwarzem Einschluss
Fremdkörpereinschluss
dunkler, ovaler Fremdkörper (pflanzliche Strukturen
und Sporen) festgestellt;
Beurteilung als wertgemindert im Sinne § 11 Abs.
2 Nr. 2b LFGB
Mischbrot
schwarze eingebackene Kügelchen mit dem Ver-
dacht auf Mäusekot
Identifizierung der bräunlichen bis schwarzen
Bestandteile als eingebackene Rosinen, die evtl.
über zulässigen Altbrotzusatz in das Erzeugnis
gelangten;
Beurteilung als wertgemindert im Sinne § 11 Abs.
2 Nr. 2b LFGB
Bearbeiter: DLC Claudia Schönfelder
LUA Chemnitz
Beschwerdenreport für Lebensmittel tierischer Her-
kunft (1. Quartal 2014)
Zahl der bearbeiteten Beschwerdeproben: 23
davon beanstandet: 5
Bezeichnung
Beschwerdegrund
Befund
Beurteilung
Original ungarische Salami
Geschmack schimmelig, alt, faulig,
bitter, optisch fraglich
oberflächlicher, stark durchbrochener,
weißer und grüner Schimmelbelag,
Geruch dumpf, schimmelig, Ge-
schmack beginnend ranzig
wertgemindert
Gouda gerieben 48 % Fett i. Tr.
sichtbarer Schimmel
grünblaue Herde, Geruch muffig,
un-
rein, Schimmelpilze 1,2 x 10
6
KbE/g,
Hefen 1,1 x 10
8
KbE/g
für den Verzehr ungeeignet
Salzburger Bauernkäse
Geschmack muffig, abweichend
Geruch/Geschmack: bitter, beißig,
seifig
für den Verzehr ungeeignet
Frische Milch 1,5 % Fett
metallischer Geschmack
Geruch sauer, verdorben
für den Verzehr ungeeignet
Frankfurter Würstchen
Geschmack sehr salzig, alt
Geruch säuerlich, abfallend, Ge-
schmack alt, ekelerregend
für den Verzehr ungeeignet
KbE: Koloniebildende Einheit
Bearbeiter: DVM Annette Lohmann
LUA Chemnitz

 
│29
BSE - Untersuchungen 1. Quartal 2014
Tierart
TKBA / ZNS / Kohorte *
Lebensmittel
Notschlachtung
Gesamt
Rehwild
2
0
0
2
Rind
2.128
131
44
2.303
Schaf
123
190
0
313
Wasserbüffel
1
0
0
1
Ziege
7
21
0
28
Gesamt
2.261
342
44
2.647
* Tierkörperbeseitigung, ZNS-Störungen, Kohortenschlachtungen
Tollwutuntersuchungen 1. Quartal 2014
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Leipzig
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen
Fuchs
17
19
7
43
Marderhund
0
0
0
0
Waschbär
0
0
0
0
Gesamtzahl der Proben
17
19
7
43
Untersuchungsergebnisse
negativ
17
19
7
43
ungeeignet
0
0
0
0
positiv
0
0
0
0
Die Aufstellung der positiven Tollwutbefunde entfällt.
Bearbeiter: Reinhard Seiler
LUA Leipzig

 
30 │
Salmonellenberichterstattung im Freistaat
Sachsen - 1. Quartal 2014
Tabelle 1: Untersuchungen und Nachweise im Überblick
Untersuchungen
untersuchte Anzahl
Salmonellennachweise
Serotypen
(geordnet nach Nachweishäufigkeit)
Kotproben
1.049
26
S. enterica ssp. IIIb, S. Typhimurium,
S. enterica ssp. IV, S. Tennessee, S. Serogr. B,
S. Typhimurium var. Cop., S. Enteritidis, S. Manhattan
S. enterica ssp. VI, S. enterica ssp. IIIa, S. Infantis
Sektionsmaterial
719
21
S. Typhimurium var. Cop., S. Typhimurium, S. Derby,
S. enterica ssp. IIIb, S. Infantis, S. Serogr. B,
S. Serogr. D1, S. Manhattan, S. Choleraes. var. Kun-
zendorf, S. sp., S. Enteritidis
Untersuchung nach Hühner-Salmonellen-VO
0
0
Umgebungstupfer
294
52
Futtermittel
28
4
Bakteriologische Fleischuntersuchungen
30
0
Lebensmittel tierischer Herkunft
1.852
30
S. Serogruppe B, S. Typhimurium, S. Typhimurium var.
Cop., S. Indiana, S. Paratyphi B, S. I-Rauhform
S. Bovismorbificans, S. Tennessee, S. Ohio, S. sp.,
S. Derby, S. Agona, S. Aberdeen, S. Infantis
Lebensmittel nicht-tierischer Herkunft
725
2
S. Weltevreden
Hygienekontrolltupfer - Lebensmittel
5.973
0
Kosmetische Mittel
0
0
Bedarfsgegenstände
3
0
Tabelle 2: Salmonellennachweise aus Kotproben und Sektionen
Tierart
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Leipzig
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Proben
1
Salm.-
Nw
2
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Rind
109
0
69
0
43
0
61
0
50
0
19
0
Schwein
12
2
46
5
16
0
82
5
43
2
26
0
Schaf
6
0
18
1
9
0
20
2
13
7
8
1
Ziege
0
0
4
0
1
0
6
0
0
0
1
0
Pferd
37
0
3
0
49
0
7
0
10
0
0
0
Huhn
1
0
17
0
19
0
13
0
2
0
3
0
Taube
3
1
6
3
104
3
5
1
2
0
5
1
Gans
0
0
1
0
0
0
2
0
0
0
0
0
Ente
0
0
0
0
1
0
3
0
0
0
0
0
Pute
0
0
0
0
0
0
10
0
0
0
64
0
Hund/Katze
65
1
14
0
129
0
25
0
92
1
5
0
sonstige Tierarten
24
2
51
1
74
6
106
0
135
1
19
1
Summe
257
6
229
10
445
9
340
8
347
11
150
3
1
= Anzahl der untersuchten Proben
2
= Anzahl der Salmonellennachweise

│31
Tabelle 3: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Landesdirektion/Kreis
Tier- / Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Erzgebirgskreis
Hund/Katze/Kot
1
S. enterica ssp. VI
Erzgebirgskreis
Hund/Katze/Kot
1
S. Typhimurium var. Cop.
Erzgebirgskreis
Schaf/Sektion
1
S. Typhimurium
Erzgebirgskreis
Schwein/Sektion
1
S. Choleraes. var. Kunzendorf
Erzgebirgskreis
Schwein/Sektion
1
S. sp.
Erzgebirgskreis
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. IIIa
Erzgebirgskreis
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Manhattan
Erzgebirgskreis
Taube/Sektion
3
S. Typhimurium var. Cop.
Mittelsachsen
Schwein/Sektion
2
S. Infantis
Mittelsachsen
Schwein/Sektion
1
S. Typhimurium
Mittelsachsen
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. IV
Vogtlandkreis
Schwein/Kot
2
S. Typhimurium
Vogtlandkreis
Taube/Kot
1
S. Typhimurium
Vogtlandkreis
Taube/Sektion
1
S. Typhimurium
Zwickau
sonstige Tierarten/Sektion
2
S. Serogr. D1
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Bautzen
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Bautzen
Schwein/Sektion
2
S. Derby
Bautzen
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. IV
Dresden, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
3
S. enterica ssp. IIIb
Dresden, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Enteritidis
Görlitz
Schwein/Sektion
1
S. Derby
Görlitz
Taube/Kot
1
S. Typhimurium
Meißen
Schwein/Sektion
1
S. Enteritidis
Meißen
Schwein/Sektion
2
S. Serogr. B
Meißen
Taube/Sektion
1
S. Typhimurium
Meißen
Taube/Kot
2
S. Typhimurium
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Tennessee
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Leipzig Land
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Manhattan
Leipzig Land
Taube/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.
Leipzig, Stadt
Hund/Katze/Kot
1
S. Infantis
Leipzig, Stadt
Schaf/Kot
7
S. enterica ssp. IIIb
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Serogr. B
Nordsachsen
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Nordsachsen
Schwein/Kot
2
S. Typhimurium

32 │
Tabelle 4: Salmonellennachweise
Warengruppe
Gesamtproben
davon Planproben
davon Verdachtsproben
davon Beschwerdeproben
Anzahl
Salm.-Nw.*
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Milch, Milchprodukte, Käse u. Butter
310
0
290
0
12
0
3
0
Eier u. Eiprodukte
101
0
98
0
3
0
0
0
Fleisch warmblütiger Tiere, auch tiefgefroren
374
16
317
10
18
1
4
0
Fleischerzeugnisse warmblütiger Tiere (außer
Wurstwaren)
475
14
438
12
35
2
2
0
Wurstwaren
410
0
387
0
16
0
6
0
Fisch- und Erzeugnisse
152
0
145
0
6
0
1
0
Krusten-, Schalen-, Weichtiere, sonst. Tiere u.
Erzeugnisse daraus
30
0
28
0
1
0
0
0
Fette, Öle, Margarine
5
0
3
0
1
0
1
0
Getreide, -produkte, Brot, Teig- und Backwaren
140
0
137
0
2
0
1
0
Mayonnaisen, emul. Soßen, kalte Fertigsoßen
u. Feinkostsalate
171
0
153
0
18
0
0
0
Puddinge, Desserts und Cremespeisen
9
0
9
0
0
0
0
0
Speiseeis u. -halberzeugnisse
85
0
78
0
7
0
0
0
Säuglings- u. Kleinkindernahrung
0
0
0
0
0
0
0
0
Diätetische Lebensmittel, Nährstoffkonzentrate
und Ergänzungsnahrung
1
0
0
0
1
0
0
0
Obst, Gemüse und -zubebereitungen
67
2
52
1
11
1
0
0
Getränke, inkl. Tafel- u. Trinkwasser, Spirituo-
sen und Bier
13
0
13
0
0
0
0
0
Gewürze, Würzmittel und Zusatzstoffe
16
0
16
0
0
0
0
0
Zucker, Süß- u. Schokoladenwaren, Honig,
Konfitüre, Kaffee, Kakao, Tee
1
0
1
0
0
0
0
0
Fertiggerichte, zubereitete Speisen, Suppen
und Soßen
217
0
142
0
71
0
4
0
Kosmetika
0
0
0
0
0
0
0
0
Bedarfsgegenstände ohne Kosmetika
3
0
0
0
3
0
0
0
Gesamt
2.580
32
2.307
23
205
4
22
0
* Salmonellennachweis

│33
Tabelle 5: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Landesdirektion/Kreis
Eingangsdatum
Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Mittelsachsen
16.01.2014
Schabefleisch
1
S. Serogruppe B
Chemnitz, Stadt
21.01.2014
Schweinezunge gepökelt
2
S. Typhimurium
Chemnitz, Stadt
11.03.2014
Kaninchenteile küchenfertig tiefgefroren aus
Bodenhaltung
1
S. Aberdeen
Erzgebirgskreis
10.02.2014
Gewiegtes vom Schwein
1
S. Serogruppe B
Erzgebirgskreis
11.02.2014
Hackepeter
1
S. Typhimurium var. Cop.
Erzgebirgskreis
10.02.2014
Hackfleisch Rind und Schwein gemischt
2
S. Serogruppe B
Mittelsachsen
16.01.2014
Schabefleisch
1
S. Typhimurium var. Cop.
Vogtlandkreis
18.03.2014
Hackepeter
1
S. Typhimurium
Vogtlandkreis
06.03.2014
Hackfleischmischung vom Rind, gewürzt,für
Dönerproduktion
2
S. Tennessee
Erzgebirgskreis
20.01.2014
Zunge, gepökelt
1
S. Typhimurium
Erzgebirgskreis
11.02.2014
Hackepeter
2
S. Serogruppe B
Erzgebirgskreis
10.02.2014
Gewiegtes vom Schwein
1
S. Typhimurium var. Cop.
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Görlitz
28.02.2014
Hackfleisch vom Schwein
1
S. Typhimurium
Bautzen
27.03.2014
Pökelzunge vom Schwein
2
S. Agona
Görlitz
23.01.2014
Hackfleisch vom Schwein
1
S. Typhimurium
Bautzen
12.02.2014
Spießrollbraten vom Schwein
1
S. Typhimurium
Görlitz
07.01.2014
China Muern-Pilz
1
S. Weltevreden
Meißen
19.03.2014
Schaschlik
2
S. Derby
Bautzen
12.02.2014
Hackepeter gewürzt
1
S. Serogruppe B
Meißen
06.03.2014
Hähnchenbrust mariniert
1
S. Serogruppe B
Bautzen
06.03.2014
Koteletts
1
S. Bovismorbificans
Bautzen
06.03.2014
Hackepeter
1
S. Bovismorbificans
Bautzen
17.03.2014
Schweinezunge gepökelt
1
S. sp.
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Leipzig, Stadt
13.03.2014
Schnitzelfleisch
2
S. Ohio
Leipzig, Stadt
30.01.2014
S 5, Schweinefleischabschnitte
2
S. I-Rauhform
Leipzig, Stadt
06.02.2014
Keule
1
S. Serogruppe B
Leipzig, Stadt
06.02.2014
Keule
1
S. Typhimurium var. Cop.
Nordsachsen
14.01.2014
5 Hälse mit Haut 10 Därme
1
S. Paratyphi B
Nordsachsen
04.02.2014
Masthähnchen Halshaut
1
S. Indiana
Leipzig, Stadt
17.03.2014
Hähnchenbrustfilet Italian mariniert
1
S. Infantis
Nordsachsen
11.02.2014
Masthähnchen 5 Hälse mit haut
1
S. Serogruppe B
Nordsachsen
11.02.2014
Masthähnchen 5 Hälse mit haut
2
S. Indiana
Nordsachsen
11.03.2014
Masthähnchen 5 Hälse mit Haut
2
S. Paratyphi B
Nordsachsen
25.03.2014
Masthähnchen 5 Hälse mit Haut
2
S. Indiana
Nordsachsen
13.02.2014
Hackepeter v. Schwein
1
S. I-Rauhform
Leipzig, Stadt
27.03.2014
Mettschulter Schwein
1
S. Typhimurium

34 │
Tabelle 6: Häufigkeit der nachgewiesenen Salmonellenserotypen (Anzahl)
Serotypen
Veterinärmedizinische
Diagnostik
Futtermittel
Lebensmittel /
Bedarfsgegenstände
BU
Hygienekontrolltupfer
(Lebensmittel)
S. Typhimurium
12
15
S. Serogruppe B
18
S. enterica ssp. IIIb
13
S. Typhimurium var. Cop.
5
8
S. Indiana
8
S. Derby
3
3
S. Infantis
3
2
S. Paratyphi B
5
S. I-Rauhform
5
S. Bovismorbificans
4
S. Tennessee
1
3
S. Ohio
3
S. Agona
3
S. sp.
1
2
S. Serogr. B
3
S. Enteritidis
2
S. Manhattan
2
S. Aberdeen
2
S. Serogr. D1
2
S. enterica ssp. IV
2
S. Weltevreden
2
S. enterica ssp. VI
1
S. Choleraes. var. Kunzen-
dorf
1
S. enterica ssp. IIIa
1
Bearbeiter: Reinhard Seiler
LUA Leipzig

image
Herausgeber:
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Jägerstr. 8/10, 01099 Dresden
Redaktion:
Dr. Hermann Nieper, LUA Sachsen, Standort Leipzig, Bahnhofstraße 58/60 , 04158 Leipzig
Tel.: 0351/8144 4100
Gestaltung und Satz:
SG IT, LUA Sachsen, Standort Dresden,
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Druck:
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Redaktionsschluss:
15. Mai 2014
Bezug:
Dieses offizielle Mitteilungsblatt der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwe-
sen des Freistaates Sachsen kann kostenfrei im Internet abgerufen werden:
www.lua.sachsen.de
und unter
www.publikationen.sachsen.de