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ZusammenGegenCorona.de
Corona-Schutzimpfung
für Kinder und Jugendliche
Eine Entscheidungshilfe für
Eltern und Sorgeberechtigte
ab 12+ und
zwischen
5-11 Jahren
Stand: Dezember 2021

Liebe Eltern und Sorgeberechtigte,
die Coronavirus-Pandemie war und ist auch für Familien eine große Herausforderung:
Durch Kita- und Schulschließungen fanden Kinderbetreuung und Lernen zu Hause zwi-
schen Homeoffice und Hausarbeit statt, notwendige Kontaktbeschränkungen haben das
soziale Miteinander in den Familien zusätzlich erschwert. Hinzu kommt die Sorge, dass
ein Familienmitglied schwer an COVID-19 erkranken könnte. In der aktuellen 4. Corona-
Welle hat sich die Situation leider wieder verschärft. Aber viele Erwachsene sind durch
die Corona-Schutzimpfung bereits vor schweren Krankheitsverläufen geschützt. Zudem
laufen mittlerweile die wichtigen Auffrischimpfungen bei den Erwachsenen. Mit der Zu-
lassung der Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und von Moderna ab 12 Jahren können seit
längerer Zeit auch Kinder und Jugendliche geimpft werden. Als Vorsichtsmaßnahme
empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut den Impf-
stoff Spikevax® von Moderna seit November 2021 nur noch für Menschen über 30 Jahre.
Die Europäische Kommission hat am 26. November 2021 den Kinder-Impfstoff von Bi-
oNTech/Pfizer für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren zugelassen. Die Impfung mit Comir-
naty® 10 µg von BioNTech/Pfizer ist für Kinder ab 5 Jahren durch die Zulassung möglich.
Die STIKO hat am 9. Dezember 2021 bereits mitgeteilt, dass sie insbesondere für Kinder,
die zwischen 5 und 11 Jahren alt sind und Vorerkrankungen haben, eine Grundimmuni-
sierung mit Comirnaty® 10 µg gemäß der Zulassung für diese Altersgruppe empfiehlt. Die
COVID-19-Impfung kann auch bei 5- bis 11-jährigen Kindern ohne Vorerkrankungen bei
individuellem Wunsch von Kindern und Eltern bzw. Sorgeberechtigten nach ärztlicher
Aufklärung erfolgen. Die offizielle STIKO-Empfehlung dazu wird zeitnah vorliegen.
Damit stellen sich wichtige Fragen: Warum sollte ich mein Kind impfen lassen? Was genau
empfiehlt die STIKO ab 12 Jahren, und wie ist der Sachstand bezüglich der Kinder zwischen
5 und 11 Jahren? Wie wirksam ist die Impfung? Wie sicher ist sie für Kinder? Welche Impf-
reaktionen können dabei auftreten? Auf Ihre Fragen und Sorgen möchten wir mit diesem
Familienleitfaden eingehen. Er gibt Ihnen grundlegende Informationen an die Hand, die
Ihnen dabei helfen sollen, Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden und gemein-
sam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt eine entsprechende Impfentscheidung zu treffen.
Wichtig: Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung liegt bei Ihnen und Ihrem Kind.
Nutzen Sie die Chance und sprechen Sie auch mit Ihrer behandelnden (Kinder- und Ju-
gend-)Ärztin oder Ihrem Arzt über die Möglichkeiten einer Corona-Schutzimpfung.
2

3
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
4
Was ist über die Ansteckung und Verbreitung von COVID-19 bei Kindern
und Jugendlichen bekannt?
5
So können Sie sich und Ihre Familie schützen
5
Wie verläuft eine COVID-19-Infektion bei Kindern und Jugendlichen?
6
Die EU-Zulassung und Impfempfehlung der STIKO für Kinder und Jugendliche
von 12 bis 17 Jahren auf einen Blick
7
Wissenswertes rund um die Corona-Schutzimpfung für Kinder zwischen 5 und
11 Jahren und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren
9
Die COVID-19-Impfstoffe, die auch für Kinder und Jugendliche zugelassen sind
9
Wirksamkeit der Corona-Schutzimpfung
10
So wirkt der Impfstoff im Körper
11
Was ist vor der Corona-Schutzimpfung zu beachten?
12
Die persönliche Impfberatung
12
Vorbereitung auf das Arztgespräch
12
Mit Kindern und Jugendlichen über die Corona-Schutzimpfung sprechen
13
Checkliste für die Impfentscheidung
13
Impftermin vereinbaren – so geht’s
14
Wie läuft die Corona-Schutzimpfung ab?
14
Was ist nach der Corona-Schutzimpfung zu beachten?
15
Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen
15
Alltag für Geimpfte
18
So können Sie die Impfung nachweisen
18
Antworten auf häufige Fragen (FAQs) von Eltern und Sorgeberechtigten
19
Weiterführende Informationen
24
Impressum 25

4
Das Wichtigste auf einen Blick
12+
Die Corona-Schutzimpfung ist für Kinder und Jugendliche
ab 5 Jahren möglich.
• Die Europäischen Kommission hat am 31. Mai 2021 den Impfstoff von BioN-
Tech/Pfizer auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen.
• Die STIKO empfiehlt seit dem 16. August 2021 eine Impfung mit dem Impfstoff
von BioNTech/Pfizer allgemein für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Mehr
dazu können Sie ab
Seite 7
unter „Die Impfempfehlung der STIKO für Kinder und
Jugendliche von 12 bis 17 Jahren auf einen Blick“ nachlesen.
• Laut den Zulassungsstudien zu Comirnaty® (BioNTech/Pfizer) bietet die Impfung
Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren einen sicheren und wirksamen Schutz
von etwa 100 Prozent vor einer COVID-19-Erkrankung.
5-11
• Die Europäischen Kommission hat am 26. November 2021 den neuen Kinder-
Impfstoff von BioNTech für die Fünf bis Elfjährigen zugelassen.
• Der in der Zulassungsstudie für den Kinderimpfstoff ab 5 Jahren ermittelte
Schutz lag bei über 90 Prozent.
• Die STIKO hat am 9. Dezember 2021 bereits mitgeteilt, dass sie insbesondere
für Kinder, die zwischen 5 und 11 Jahren alt sind und Vorerkrankungen haben,
eine Grundimmunisierung mit Comirnaty® 10 µg gemäß der Zulassung für
diese Altersgruppe empfiehlt.
• Die offizielle STIKO Empfehlung dazu wird zeitnah vorliegen.
Die Corona-Schutzimpfung ist ganz besonders für Kinder und Jugendliche
von 5 bis 11 Jahren wichtig, die
• bestimmte Vorerkrankungen haben.
engen Kontakt zu gefährdeten Personen, die nicht selbst geimpft werden
können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden
Schutz nach der Impfung besteht, haben.
Die COVID-19-Impfung kann auch bei 5- bis 11-jährigen Kindern ohne Vorer-
krankungen bei individuellem Wunsch von Kindern und Eltern bzw. Sorgeberech-
tigten nach ärztlicher Aufklärung erfolgen.
???
Die Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche kann vor allem durch-
geführt werden von Ärztinnen und Ärzten für Kinder- und Jugendmedizin
sowie von Haus- und Fachärztinnen und -ärzten und ggf. auch von Betriebs-
ärztinnen und -ärzten. Zudem sind die Impfungen durch Gesundheitsämter,
Impfzentren, mobile Impfteams und andere Impfstellen der Länder möglich.
Die Corona-Schutzimpfung ist kostenfrei. Die Kosten für den
Impfstoff übernimmt der Bund.

Gut zu wissen:
Aktuell geht man davon aus,
dass zwischen einer Anste-
ckung und dem Auftreten von
Krankheitssymptomen meis-
tens fünf bis sechs Tage liegen
– es können aber auch bis zu
14 Tage vergehen.
Infizierte
Personen können also be-
reits einige Tage, bevor sie
Krankheitsanzeichen
entwi-
ckeln, ansteckend sein.
Was ist über die Ansteckung
und Verbreitung von COVID-19
bei Kindern und Jugendlichen
bekannt?
Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist sehr ansteckend. Es wird vor allem
durch Aerosole (winzige Tröpfchen) übertragen, die z. B. beim Husten
und Niesen, aber auch beim Sprechen oder Singen freigesetzt wer-
den. Zwar ist die 7-Tagesinzidenz in der Altersgruppe sehr hoch, so
dass man davon ausgehen kann, dass ohne Impfung ein Großteil der
5- bis 11-Jährigen mittelfristig infiziert werden wird, allerdings ver-
laufen die meisten Infektionen asymptomatisch. Derzeit besteht für
Kinder ohne Vorerkrankungen in dieser Altersgruppe nur ein gerin-
ges Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung, Hospitalisierung
und Intensivbehandlung. Woran genau das liegt, wird noch weiter
untersucht werden. Grundsätzlich aber gilt, dass es auch im Kindes-
alter dazu kommen kann, wenn auch selten, dass schwere Krank-
heitsverläufe auftreten und sehr selten auch Todesfälle. Ebenso wird
auch bei Kindern und Jugendlichen von einer Vielzahl verschiedener
körperlicher, mentaler und psychischer Symptome berichtet, die
noch mehrere Monate nach der akuten Infektion bestehen können.
Dennoch: Das Coronavirus unterliegt einer kontinuierlichen Verän-
derung. So überträgt sich die sogenannte Delta-Variante beispiels-
weise leichter und schneller, die neue Omikron-Variante wird zur
Zeit untersucht und beobachtet.
Halten Sie im Alltag weiterhin die
AHA-
Formel
ein:
A
bstand halten, auf
H
ygiene achten und
im
A
lltag Maske tragen. Auch das regelmäßige
und richtige
L
üften von Innenräumen ist nach
wie vor wichtig, sowie in der laufenden 4. Welle
Kontaktreduzierungen. Und: Machen Sie auch
von dem kostenlosen Testangebot Gebrauch,
das für alle Bürgerinnen und Bürger gilt.
Nutzen Sie außerdem die Corona-Warn-
A
pp:
Die App benachrichtigt Sie, wenn Sie Begegnungen
mit Personen hatten, die mit dem Coronavirus
infiziert waren, und hilft, Infektionsketten zu
unterbrechen.
So können Sie sich und Ihre Familie zusätzlich zur Impfung schützen
A
bstand
1,5 m
A
lltag
mit Maske
H
ygiene
L
üften
Corona-Warn-
A
pp
Corona-
S
chutzimpfung
5

6
Wie verläuft eine COVID-19-
Infektion bei Kindern und
Jugendlichen?
Wie schwer Menschen an einer Infektion mit dem
Coronavirus erkranken, ist ganz unterschiedlich. Bei
Kindern und Jugendlichen verläuft eine Erkrankung
meist ohne Krankheitsanzeichen oder mild. Wenn
Symptome auftreten, haben Kinder – ebenso wie
erkrankte Erwachsene – am häufigsten Fieber und
Husten. Darüber hinaus können Kopfschmerzen,
Abgeschlagenheit, Geruchs- und Geschmacksstö-
rungen oder Magen-Darm-Beschwerden auftre-
ten. Kinder erkranken selten schwer, nur sehr we-
nige Kinder benötigten eine intensivmedizinische
Behandlung im Krankenhaus. Zu Todes fällen kam
es in Deutschland nur in Einzelfällen bei Kindern
mit sehr schweren Vorerkrankungen.
Was weiß man über Long-COVID (Lang-
zeitfolgen einer COVID-19-Infektion)
bei Kindern und Jugendlichen?
Das Auftreten und die Häufigkeit von Long-COVID
bei Kindern und Jugendlichen sind wissenschaftlich
noch nicht genau geklärt. Die Krankheitsanzeichen
von Long-
COVID können sehr unterschiedlich sein.
Bekannt sind Müdigkeit und Erschöpfungszustände,
Atembeschwerden, Konzentrationsschwierigkeiten,
Schlafstörungen, depressive Verstimmung und
Herzrhythmusstörungen. Diese Krankheitsan-
zeichen können über Wochen bis Monate anhalten.
Für stationär behandelte Kinder und Jugendliche
hatte etwa ein Viertel, insbesondere ältere Kinder
und Jugendliche, noch längerfristig mindestens ein
Symptom und rund 10 % mehrere Symptome.
Bevölkerungsbezogene oder Stichprobenuntersu-
chungen, die auch leichtere Krankheitsverläufe
einbeziehen, schätzen ein geringeres Vorkommen
von Langzeitsymptomen nach 12 oder mehr
Wochen: zwischen etwa 2-12 % bei Kindern und
Jugendlichen, wobei die Anteile für ältere Kinder
und Jugendliche und für Jungen höher ausfallen.
Die psycho
sozia
len Folgen der Pandemie, insbeson-
dere von Isolationsmaßnahmen, sind in dieser
Altersgruppe auch unabhängig von individuellen
Infektionen mit SARS-CoV-2 erheblich. Wenn-
gleich es schwer ist, das genaue Ausmaß zu
bestimmen und von Long-COVID abzugrenzen.
Gibt es sehr seltene, schwere COVID-19-
Folgen bei Kindern und Jugendlichen?
In sehr seltenen Fällen können an COVID-19 er-
krankte Kinder eine schwere Entzündungs reaktion
entwickeln. Mehrere Länder berichten von Fällen
eines sogenannten Pädiatrischen Inflammatorischen
Multisystemischen Syndroms (PIMS) – einer Entzün
-
dungskrankheit mit Fieber, Magen-Darm-Beschwer-
den und Herzproblemen – in Kombination mit einem
Schock syndrom (Toxic Shock Syndrome – TSS),
bei dem unter anderem ein Blutdruckabfall hinzu-
kommt. Nach aktuellem Kenntnisstand sind eher
ältere Kinder zwischen 7 und 10 Jahren betroffen.
Das Risiko für Kinder, an PIMS zu erkranken,
wird als gering eingeschätzt. Das Krankheitsbild
kann mittlerweile gut erkannt und in der Regel
medizinisch gut behandelt werden. In Deutschland
ist bisher kein Kind an PIMS verstorben. Oft ist
jedoch ein Aufenthalt im Krankenhaus, manchmal
auch auf Intensivstation nötig, was auch belastend
für Familien sein kann. Das PIMS kann auch nach
einer symptomlosen Infektion auftreten.Neuere
Untersuchungen zeigen bei einer COVID-19-Er-
krankungen auch ein Risiko für Herzmuskelent-
zündungen, sog. Myokarditis.
Häufige Symptome von COVID-19 bei
Kindern und Jugendlichen
1
Husten
3
Schnupfen
4
Allgemeine
Krankheitsanzeichen
5
Halsschmerzen
2
Fieber
Weitere Symptome:
Dyspnoe (Atembeschwerden / Atemnot), Magen-Darm-Beschwerden,
Pneumonie (Lungenentzündung), ARDS (akutes Lungenversagen).

7
Die EU-Zulassung und Impfemp-
fehlung der STIKO für Kinder und
Jugendliche auf einen Blick
Von 12 bis 17 Jahren
Seit Juni 2021 kann der COVID-19-Impfstoff
Comirnaty® von BioNTech/Pfizer bei Kindern und
Jugendlichen ab einem Alter von 12 Jahren
eingesetzt werden. Ebenso empfiehlt die STIKO
die Corona-Schutzimpfung mit Comirnaty®
für alle Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren.
Demnach soll die Impfung gegen COVID-19
allen Personen ab dem Alter von 12 Jahren
angeboten werden. Der Impfstoff Spikevax® von
Moderna, der zwischenzeitlich von Juli 2021 bis
November 2021 mit Empfehlung der STIKO auch
der Altersgruppe ab 12 Jahren verabreicht werden
konnte, wird seit 18. November 2021 nur noch für
Menschen ab über 30 Jahren empfohlen.
Sprechen Sie mit Ihrer behandelnden (Kinder- und
Jugend-)Ärztin oder Ihrem Arzt über die Corona-
Schutzimpfung.
Die Impfung erfordert außerdem
eine ärztliche Aufklärung unter Berücksichtigung
des Nutzens und des Risikos.
Bei Unsicherheiten zu Vorerkrankungen sprechen Sie bitte mit
Ihrer behandelnden (Kinder- und Jugend-)Ärztin oder Ihrem Arzt
Von 5 bis 11 Jahren
Gut zu wissen: Am 26. November 2021 hat die
Europäische Kommission den BioNTech-Kinder-
Impfstoff Comirnaty® 10 µg für Kinder von 5
bis 11 Jahren zugelassen. Mit Zulassung ist die
Impfung der Kinder dieser Altersgruppe nach
ärztlicher Beratung möglich. Die STIKO hat am
9. Dezember 2021 bereits mitgeteilt, dass sie
insbesondere für Kinder, die zwischen 5 und
11 Jahren alt sind und Vorerkrankungen haben,
eine Grundimmunisierung mit Comirnaty® 10
µg gemäß der Zulassung für diese Altersgruppe
empfiehlt. Die COVID-19-Impfung kann auch bei
5- bis 11-jährigen Kindern ohne Vorerkrankungen
bei individuellem Wunsch von Kindern und Eltern
bzw. Sorgeberechtigten nach ärztlicher Aufklärung
erfolgen. Die offizielle STIKO-Empfehlung dazu
wird zeitnah vorliegen.
Sprechen Sie mit
Ihrer behandelnden (Kinder- und
Jugend-)Ärztin oder Ihrem Arzt über die Corona-
Schutzimpfung. Die Impfung erfordert außerdem
eine ärztliche Aufklärung unter Berücksichtigung
des Nutzens und des Risikos.
Bei Unsicherheiten zu Vorerkrankungen sprechen Sie bitte mit
Ihrer behandelnden (Kinder- und Jugend-)Ärztin oder Ihrem Arzt

image
8
A)
Kinder und Jugendliche
im Alter von 12 bis 17 Jahren mit Grunderkrankungen, die ein erhöhtes Risiko
für schwere COVID-19-Verläufe
haben
• Starkes
Übergewicht
(> 97 Perzentile des Body-Mass-Index [BMI])
• Angeborene oder erworbene
Immundefizienz
(Schwäche des Immunsystems)
oder relevante
Immunsuppression
(Unterdrückung des Immunsystems)
• Angeborene
zyanotische Herzfehler
(Herzfehler mit Blaufärbung der Haut)
Chronische Lungenerkrankungen
mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion
Chronische Nierenerkrankungen
• Chronische
neurologische
(dauerhafte Erkrankungen des Nervensystems) oder
neuromuskuläre
Erkrankungen
(Erkrankungen der den Muskel aktivierenden Nervenfasern)
Nicht ausreichend eingestellter
Diabetes mellitus
• Schwere
Herzinsuffizienz
(Herzschwäche)
• Schwere
pulmonale Hypertonie
(Lungenhochdruck)
Syndromale Erkrankungen
(seltene Erkrankungen, die häufig mit einer Intelligenzminderung / geistigen
Behinderung und / oder angeborenen Fehlbildungen einhergehen) mit schwerer Beeinträchtigung
Trisomie 21
(Down-Syndrom)
• Bösartige
Tumorerkrankungen und maligne hämatologische Erkrankungen
Für Kinder und Jugendliche, auf die mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft, ist die Impfung
besonders empfohlen. Die Gruppen und Vorerkrankungen sind nicht nach Relevanz geordnet.
B)
Bewohnerinnen und Bewohner in
Gemeinschaftsunterkünften
(Alter: ≥ 12 Jahre)
C)
Enge
Kontaktpersonen von Schwangeren
oder Personen mit einem Risiko für schwere
COVID-19-Verläufe (Alter: ≥ 12 Jahre)
D)
Personen, die engen Kontakt zu
gefährdeten Personengruppen
haben oder
Personen in
Schlüsselpositionen
(Alter: ≥ 16 Jahre), z. B:
Personal mit
erhöhtem Ansteckungsrisiko in medizinischen Einrichtungen,
mit engem Kontakt zu
gefährdeten Personen in medizinischen Einrichtungen, sowie Pflegepersonal oder Auszubildende in
der ambulanten und stationären Altenpflege, in Gemeinschaftsunterkünften oder im Kontakt zu
Personen mit Demenz oder geistiger Behinderung
Personen, die als Erzieherinnen und Erzieher arbeiten oder ausgebildet werden, sowie auch Personen,
die im Einzelhandel tätig sind
Die STIKO wird neue Studiendaten fortlaufend auswerten und
ihre Empfehlung gegebenenfalls anpassen.
Mehr zum Thema:

9
Wissenswertes rund um die
Corona-Schutzimpfung für
Kinder und Jugendliche
Empfohlener
Impfabstand
Empfohlener
Impfabstand
Empfohlener
Impfabstand
3-6
Wochen
Firma /
Impfstoffname
Firma /
Impfstoffname
Impfstofftyp
STIKO-
Impfstofftyp
Empfehlung
mRNA
mRNA
Nötige
Impfungen
Nötige
Impfungen
EU-Zulassung
ab 12 Jahren
EU-Zulassung
5-11 Jahre
26.11.2021
Wirksamkeit
Wirksamkeit
Bis zu 90 %
Firma /
Impfstoffname
Spikevax®
(Vaccine
Moderna)
Moderna
Impfstofftyp
mRNA
Nötige
Impfungen
EU-Zulassung
ab 12 Jahren
Wirksamkeit
STIKO-
Empfehlung
STIKO-
Empfehlung
(jeweils 1/3
der Dosis)
BioNTech/Pfizer zwischen 5 und 11
BioNTech/Pfizer ab 12+
Moderna ab 12+
nur für über
30 Jährige
wird erwartet
Comirnaty®
10 µg
BioNTech/
Pfizer
Comirnaty®
30 µg
BioNTech/
Pfizer
31.05.2021
Bis zu 100 %
Bis zu 100 %
3-6
Wochen
10.06.2021
4-6
Wochen
23.07.2021
Die COVID-19-Impfstoffe, die auch für Kinder und Jugendliche
ab 12 Jahren zugelassen sind
Ab 12 Jahren
Aktuell sind zwei Impfstoffe für Kinder und
Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen: Comirnaty®
von BioNTech/Pfizer und Spikevax® von Moderna.
Am 19. August 2021 hatte dann auch die Ständige
Impfkommission (STIKO) ihre aktualisierte
Impfempfehlung für beide mRNA-Impfstoffe für
Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren veröffent-
licht. Doch seit dem 18. November 2021 empfiehlt
die STIKO aufgrund neuester Sicherheitsdaten
den Impfstoff Spikevax® (Vaccine Moderna) von
Moderna vorsorglich nur noch für die Altersgrup-
pe ab 30 Jahren. Für Personen über 30 Jahren gilt
weiterhin, dass Spikevax® (Vaccine Moderna) von
Moderna ein wirksamer, sicherer und ein für
die Pandemiebewältigung wichtiger Impfstoff ist.
Mehr dazu lesen Sie auf
Seite 8
und
9
.
Zwischen 5 und 11 Jahren
Seit dem 26. November 2021 gibt es auch eine
Zulassung für einen Kinderimpfstoff von BioNTech/
Pfizer für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren. Die
STIKO hat am 9. Dezember 2021 bereits mitge-
teilt, dass sie insbesondere für Kinder, die zwi-
schen 5 und 11 Jahren alt sind und Vorerkrankun-
gen haben, eine Grundimmunisierung mit
Comirnaty® 10 µg gemäß der Zulassung für diese
Altersgruppe empfiehlt. Dabei wird der Impfstoff
Comirnaty® 10 µg 2-mal im Abstand von 3 bis 6
Wochen verabreicht. Die COVID-19-Impfung
kann auch bei 5- bis 11-jährigen Kindern ohne
Vorerkrankungen bei individuellem Wunsch von
Kindern und Eltern bzw. Sorgeberechtigten nach
ärztlicher Aufklärung erfolgen. Die offizielle
STIKO-Empfehlung dazu wird zeitnah vorliegen.

10
Gut zu wissen:
Für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren und Kinder zwischen
5 und 11 Jahren sind – wie für Erwachsene auch – zwei Impfungen mit
dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer von der STIKO empfohlen:
im Abstand von drei bis sechs Wochen. Von einem vollständigen
Impfschutz spricht man 14 Tage nach der zweiten Impfung.
Ab 12 Jahren
Die Ergebnisse der Zulassungsstudie des Impfstoffs
von BioNTech/Pfizer mit rund 2.000 Kindern und
Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren zeigen:
Der Impfstoff ist in dieser Altersgruppe sehr
wirksam. Keines bzw. keiner der 1.005 geimpften
Kinder und Jugendlichen ist demnach innerhalb
von sieben oder mehr Tagen nach der zweiten
Impfung an COVID-19 erkrankt. Die anderen
Studienteilnehmenden (978 Kinder und Jugend-
liche zwischen 12 und 15 Jahren) erhielten statt der
Corona-Schutzimpfung eine Kochsalzlösung – von
ihnen sind 16 erkrankt.
Zwischen 5 und 11 Jahren
Die Zulassungsstudie vom Kinderimpfstoff von
BioNTech/Pfizer zeigt für die Kinder zwischen 5
und 11 Jahren: Der Impfstoff ist in dieser Alters-
gruppe sehr wirksam. Nur drei der 1.305 geimpf-
ten Kinder zwischen 5 und 11 Jahren ist demnach
innerhalb von sieben oder mehr Tagen nach der
zweiten Impfung an COVID-19 erkrankt. Die
anderen Studienteilnehmenden (663 Kinder
zwischen 5 und 11 Jahren) erhielten statt der
Corona-Schutzimpfung eine Kochsalzlösung – von
ihnen sind 16 erkrankt. Beobachtet wurden
Reaktionen wie Schmerzen an der Impfstelle,
gelegentlich Schwellung und Rötung an der
Impfstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskel-
schmerzen und Schüttelfrost. Die Impfung sei
sicher und effektiv, lautet das Fazit.
Demzufolge bieten beide Impfstoffe bei Kindern
und Jugendlichen einen sehr guten – circa 91 %
– Schutz vor einer COVID-19-Erkrankung.
Neben einer Impfung kommt es jedoch auch hier
weiterhin auf AHA+L+A+Kontaktreduzierung und
regelmäßiges Testen an, siehe unter: „So können
Sie Ihre Familie schützen.“
Wirksamkeit der Corona-Schutzimpfung

11
Hinweis:
Weitere Antworten auf Fragen
zur Corona-Schutzimpfung
finden Sie auf:
corona-schutzimpfung.de
i
So wirkt der Impfstoff im Körper
Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ist ein
sogenannter mRNA-Impfstoff (mRNA
steht für messenger-RNA, deutsch: Boten-
RNA). Die mRNA-Impfstoffe enthalten
kein vollständiges Coronavirus, sondern
nur den Bauplan eines Teils der nicht
ver mehrungsfähigen
Virushülle
(das
sogenannte
Spike-Protein
).
Durch die Impfung gelangt dieser Bau-
plan über kleinste Fettpartikel (
„Nano-
lipidpartikel“,
nicht mit Nanopartikeln
zu verwechseln) in die Körperzellen im
Armmuskel. Studien haben gezeigt, dass
diese Fettpartikel nicht zellschädigend
sind, vom Körper wieder abgebaut werden
und somit keine Gefahr für den mensch-
lichen Körper darstellen.
Mithilfe dieser Bauvorlage (der mRNA)
stellen die Körperzellen das
Spike-Protein
von der Oberfläche des Virus selbst her:
Das Immunsystem erkennt es als Fremd-
körper und entwickelt
Antikörper
und
Abwehrzellen
dagegen – so entsteht die
schützende Immunantwort.
mRNA des Virus
Bauplan für das
Spike-Protein
„Nanolipid-
partikel“
Körperzelle
Zellkern
mRNA-
IMPFSTOFF
Spike-Protein
Antikörper

Die persönliche Impfberatung
Vor der Impfung wird die Kinderärztin oder der Kinderarzt Sie in einem persönlichen Aufklärungs-
gespräch über die Impfung informieren. Falls Ihr Kind schon älter ist und nicht mehr in die
Kinderarztpraxis geht, können Sie sich auch bei der Hausärztin oder dem Hausarzt beraten lassen.
Vorbereitung auf das Arztgespräch
Folgende Fragen sollten Sie mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen:
Was bedeutet die allgemeine Impfempfehlung der STIKO für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre?
Welchen Nutzen hat die Corona-Schutzimpfung für mein Kind?
Ist mein Kind besonders gefährdet, schwer an COVID-19 zu erkranken?
Liegen Vorerkrankungen vor, bei denen die Impfung besonders von Vorteil ist?
Welche Impfreaktionen sind möglich? Was kann ich dagegen unternehmen?
Welche Impfkomplikationen wurden beobachtet?
Sollte sich mein Kind impfen lassen, um dadurch vorerkrankte oder jüngere Familienmitglieder
zu schützen?
Mein Kind ist 12 Jahre oder älter und möchte sich unbedingt impfen lassen. Ist das sinnvoll?
Mein Kind ist zwischen 5 und 11 Jahre alt - was gilt in diesem Fall?
Auf
corona-schutzimpfung.de/familie
erhalten Sie weitere wichtige Informationen rund um das
Coronavirus. Auch das sogenannte Aufklärungsmerkblatt mit allen relevanten Infos zur Impfung
und der Einwilligungsbogen stehen dort im Downloadbereich zur Verfügung.
Was ist vor der Corona-Schutzimpfung zu beachten?
Hier können Sie die aktuellen
Versionen des Einwilligungsbogens
zur Impfung und des Aufklärungs-
merkblatts herunterladen.
12

JA
NEIN
JA
NEIN
JA
NEIN
JA
NEIN
Mit Kindern und Jugendlichen über die
Corona-Schutzimpfung sprechen
Es geht bei einer Entscheidung für oder gegen
eine Impfung Ihres Kindes um eine ganz persön-
liche Abwägung der individuellen Vorteile oder
Nachteile einer Impfung. Die Gedanken rund um
das Coronavirus beschäftigen auch Kinder und
Jugendliche stark.
Ihr Kind hat bestimmt schon ganz eigene Einstel-
lungen zu dieser Frage, denn die Pandemie hat
auch sein Leben im letzten Jahr stark beeinflusst –
und vielleicht zu Einschränkungen und Verände-
rungen geführt, die es mehr oder weniger zu einer
Impfung motivieren. Ganz wichtig ist hier, in Ruhe
gemeinsam mit dem Kind zu besprechen, was sei-
ne Vorstellungen sind. Reden Sie über alles, was
Ihr Kind zum Thema Corona
virus und zur Corona-
Schutzimpfung bewegt. Zum Beispiel: Wie haben
die letzten Monate sich auf das Leben und Erle ben
Ihres Kindes ausgewirkt? Mit welchen Hoffnungen
oder auch Ängsten wäre eine Impfung verbunden?
Hat es Befürchtungen wegen der Impfung selbst
(Spritze) oder macht es sich eventuell Sorgen um
mögliche Impfreaktionen oder Nebenwirkungen?
Ist die Sorge um die Großeltern oder andere vor-
erkrankte Verwandte oder Freundinnen und
Freunde so groß, dass sich Ihr Kind vor allem zu
deren besserem Schutz impfen lassen möchte?
Solche gemeinsamen Überlegungen benötigen
eventuell auch mehrere Gespräche, um innere
Klarheit zu bekommen. Setzen Sie sich und Ihr
Kind dabei nicht unter Druck. Die Entscheidung
kann auch langsam wachsen. Lassen Sie sich
und Ihr Kind im Zweifel dazu auch (kinder-)
ärztlich beraten.
Auf Basis der aktuell vorliegenden Daten überwiegt nach Ansicht der STIKO bei
Kindern und Jugend-
lichen ab 12 Jahren, sowie Kindern von 5 bis 11 Jahren, mit und ohne Vorerkrankung
der Nutzen die
Risiken der Impfung. Die STIKO hat am 9. Dezember 2021 mitgeteilt, dass sie insbesondere für Kin-
der, die zwischen 5 und 11 Jahren alt sind und Vorerkrankungen haben, eine Grundimmunisierung mit
Comirnaty® 10 µg gemäß der Zulassung für diese Altersgruppe empfiehlt. Die COVID-19-Impfung kann
auch bei 5- bis 11-jährigen Kindern ohne Vorerkrankungen bei individuellem Wunsch von Kindern und
Eltern bzw. Sorgeberechtigten nach ärztlicher Aufklärung erfolgen. Die offizielle STIKO-Empfehlung
dazu wird zeitnah vorliegen.
*
Nicht alle Fragen können oder müssen mit JA bzw. NEIN beantwortet werden, um zu einer Impfentscheidung zu gelangen.
Checkliste für die Impfentscheidung
Folgende Punkte können Ihnen bei der Impfentscheidung helfen:
*
• Mein Kind hat mit mir / uns über die Möglichkeiten der Corona-Schutzimpfung
gesprochen, sich ärztlich beraten lassen und möchte sich impfen lassen.
• Mein Kind ist vorerkrankt oder besonders gefährdet und gehört damit zu einer
Gruppe, für die die STIKO die Corona-Schutzimpfung bevorzugt empfiehlt.
• Mein Kind hat häufig engen Kontakt zu gefährdeten Personen, die selbst nicht
geimpft werden oder keinen ausreichenden Impfschutz aufbauen können.
• Mein Kind hat aufgrund der Ausbildung bzw. des Berufes ein arbeitsbedingt
erhöhtes Ansteckungsrisiko.
13

14
Am besten informieren Sie sich unmittelbar bei
Ihrer behandelnden (Kinder-)Ärztin oder Ihrem
(Kinder-)Arzt, ob die Praxis Corona-Schutzimpfun-
gen durch
führt und wie das Impfen dort abläuft.
Wenn Ihr Kind von einer Vorerkrankung betroffen
ist, die die STIKO in ihrer Empfehlung nennt (
siehe
Seite 7 – 8
), melden Sie sich in Ihrer Arztpraxis.
Einige Praxen bieten vielleicht eine
separate
Sprechstunde für Corona-Schutzimpfungen an,
andere schauen, wann ein Termin frei ist oder
kommen direkt auf Sie zu. Nutzen Sie außerdem
Impftermin vereinbaren – so geht’s
...
?
Nach dem persönlichen Beratungs- und Auf-
klärungsgespräch mit der Ärztin bzw. dem Arzt
muss die zu impfende Person oder bei fehlender
Einwilligungsfähigkeit die sorgeberechtigte Person
das Aufklärungsmerkblatt und den Einwilligungs-
bogen unterzeichnen. Diese Unter
lagen sollten Sie
möglichst schon zu Hause gemeinsam mit Ihrem
Kind sorgfältig gelesen und sich gegebenenfalls
Fragen notiert haben – z. B. zu Risiken oder möglichen
Nebenwirkungen der Impfung. Im Anschluss führt
das Gesundheitspersonal die Impfung durch. Zur
Sicher heit muss Ihr Kind anschließend noch etwa
15 Minuten zur Nachbeobachtung in der Praxis
bleiben (bei bestimmten Vorerkrankungen kann
es auch etwas länger sein).
Bei getrennt lebenden Sorgeberechtigten sollten Sie
sich vor dem Impftermin von der anderen sorgebe-
rechtigten Person für die Einwilligung in die Impfung
des Kindes bevollmächtigen lassen.
Machen Sie sich schon beim Durchlesen des
Gesundheitsfragebogens (Anamnesebogen)
Gedanken zur Krankheitsgeschichte und zu
Wie läuft die Corona-Schutzimpfung ab?
etwaigen Impfreaktionen auf frühere Impfungen Ihres
Kindes (z. B. Allergien oder eventuelle Kreislaufreaktio-
nen wie Schwindel oder Ohnmacht nach vorangegange-
nen Impfungen), um diese mit der Impfärztin oder dem
Impfarzt besprechen zu können. Planen Sie zudem etwas
Zeit für die Nachbeobachtung ein.
Kinder- oder Personalausweis
des Kindes
(wenn vorhanden ,
alternativ geht beispielsweise auch
die Geburtsurkunde.)
Impfpass des Kindes
(wenn nicht vorhanden, erhalten
Sie eine Ersatzbescheinigung)
Medizinischer Mund-Nasen-
Schutz (OP-Masken) bzw.
FFP2-Maske zur Einhaltung
der Hygienemaßnahmen
Folgende Dokumente sollten Sie
beim Impftermin dabeihaben:
das Angebot von mobilen Impfteams und Impfak-
tionen in Ihrer Nähe und informieren Sie sich auf
zusammengegencorona.de.
Der Termin für die zweite Impfung mit den Impf-
stoffen von BioNTech/Pfizer (Altersgruppe ab 12
und Altersgruppe ab 5 bis 11 Jahren: drei bis sechs
Wochen) wird entweder sofort mit dem oder
beim ersten Impftermin vereinbart. So können
Sie den wichtigen Zweittermin schon einmal im
Kalender vormerken.

15
Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen
Was ist nach der Corona-Schutzimpfung zu beachten?
Wie bei anderen Impfungen können auch nach der
Corona-Schutzimpfung Impf reaktionen auftreten,
die in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder
abklingen. Dies ist normal, da das Immunsystem
auf die Impfung mit dem Aufbau des Immun-
schutzes reagiert. Doch auch ohne starke Impf-
reaktionen ist eine Impfung erfolgreich, das kann
von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein.
Ab 12 Jahren
Nach der Corona-Schutzimpfung von Kindern
und Jugendlichen ab 12 Jahren kam es sehr häufig
zu Schmerzen an der Einstichstelle sowie zu
Kopfschmerzen und Müdigkeit. Nach der Corona-
Schutzimpfung sind vorübergehende
Impfreaktionen bei Kindern und Jugendlichen
ähnlich häufig und ausgeprägt wie bei jungen
Erwachsenen.
Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden in
den Zulassungsstudien nicht beobachtet.
Fälle von Herzmuskel- oder Herzbeutelent-
zündungen (Myokarditis und Perikarditis) sind
sowohl bei Erwachsenen als auch Kindern und
Jugendlichen sehr selten aufgetreten: Betroffen
waren überwiegend männliche Jugendliche und
junge Männer in den ersten 14 Tagen nach der
2. Impfung. Die Melderate einer Myo-/Peri-
karditis bezogen auf 100.000 Impfungen be-
trägt bei Unter-30-Jährigen für den BioNTech/
Pfizer-Impfstoff etwa 11 Fälle und für den
Moderna-Impfstoff etwa 26 Fälle nach mehr als
92 Millionen verabreichten Impfungen bis ein-
schließlich 30.09.2021. Dabei ist die Melderate
bei Jungen und Männern höhere als bei Mädchen
und Frauen. Das heißt, das Risiko einer Herzmus-
kel- oder Herzbeutelentzündung in zeitlichem
Zusammenhang mit einer Impfung ist extrem
gering.
Der akute Verlauf der Herz muskelentzündungen
ist unter Behandlung im Krankenhaus meist mild.
Es gibt noch keine Erkenntnisse zu möglichen
Langzeitfolgen. Liegt die Impfung Ihres Kindes
mehr als 14 Tage zurück und es gab keinerlei
Symptome, die auf eine Herzmuskelentzündung
hindeuten. Um gekehrt weisen neuere Untersu-
chungen aus dem Ausland darauf hin, dass
Herzmuskelent zündun
gen durchaus auch bei
COVID-19-Erkrankungen auftreten. Dabei muss
ebenfalls darauf hingewiesen werden, dass eine
impfbezogene „Myokarditis-Reaktion“ nicht mit
einer Corona-Virus-Myokarditis gleichgesetzt
werden kann – die Myokarditis die durch COVID-19
entstehen kann ist weitaus schwerer und gefähr-
licher. Weitere schwerwiegende unerwünschte
Ereignisse sind bei 12- bis 17-Jährigen nach einer
COVID-19- Impfung bisher nicht nachgewiesen
worden, obwohl mittlerweile weltweit viele
Millionen in dieser Altersgruppe geimpft wurden.
Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Fachpersonal
sollten geimpfte Personen darauf hinweisen, bei
Brustschmerzen, Kurzatmigkeit oder Palpitationen
(Herzpochen) sofort medizinische Beratung und
Hilfe einzuholen.
Wie bei allen anderen Impfstoffen auch können
für COVID-19-Impfstoffe zum Zeitpunkt der
Zulassung nicht alle möglichen Nebenwirkungen
bekannt sein. Das gilt besonders für Nebenwir-
kungen, die z. B. bei einer von 10.000 Impfungen
auftreten. Jedoch erkennt man in dieser ver-
gleichsweise kleinen Studiengröße selbst häufige
Nebenwirkungen mitunter nicht zuverlässig.
Aus diesem Grund werden Impfstoffe auch nach
ihrer Zulassung weiter intensiv überwacht.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Nachbe obachtung
ist die Auswertung der gemeldeten Verdachts fälle
von Nebenwirkungen.
Nähere Informationen finden Sie auf den Web-
seiten des
Paul-Ehrlich-Instituts
.
Zwischen 5 und 11 Jahren
Die häufigsten Impfreaktionen bei Kindern im Al-
ter von 5 bis 11 Jahren waren Schmerzen, Schwel-
lungen und Rötungen an der Einstichstelle. Häufig
kam es auch zu Müdigkeit und Kopfschmerzen.
Fieber, Mukelschmerzen und Schüttelfrost traten
hingegen nur selten auf. Mehr dazu sehen Sie in
der Grafik auf der nächsten Seite.
Grundsätzlich ist es ratsam, in den ersten Tagen
nach einer Impfung außergewöhnliche körperliche
Belastungen und Leistungssport zu vermeiden.

Quelle: Comirnaty ® Produktinformation (Stand Oktober 2021) Comirnaty ®-Kinder-Impfstoff-Produktinformation
(Stand November 2021) auf
www.ema.europe.eu
Von der STIKO empfohlen wird für 12 bis 17
Jährige zur Zeit der Impfstoff von BioNTech. Der
Impfstoff von Moderna wird nur noch Menschen
über 30 empfohlen. Die Impfung für 5 bis 11 Jähri-
gen ist nach der erfolgten Zulassung bereits mög-
lich, sobald der Kinder-Impfstoff Mitte Dezember
verfügbar ist. Die STIKO hat am 9. Dezember
2021 bereits mitgeteilt, dass sie insbesondere für
Kinder, die zwischen 5 und 11 Jahren alt sind und
Vorerkrankungen haben, eine Grundimmunisie-
rung mit Comirnaty® 10 µg gemäß der Zulassung
für diese Altersgruppe empfiehlt. Die COVID-
19-Impfung kann auch bei 5- bis 11-jährigen
Kindern ohne Vorerkrankungen bei individuellem
Wunsch von Kindern und Eltern bzw. Sorgebe-
rechtigten nach ärztlicher Aufklärung erfolgen. Die
offizielle STIKO-Empfehlung dazu wird zeitnah
vorliegen.
20
40
60
80
0
> 90 %
> 90 %
Schmerz an der
Impfstelle
Müdigkeit und
Kopfschmerzen
Muskelschmerzen
und Schüttelfrost
Gelenkschmerzen
und Fieber
100
Typische Impfreaktionen bei Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren
(BioNTech/Pfizer) und dem Impfstoff von Moderna für Kinder und Jugendliche zwischen
12 und 17 Jahren und bei dem Kinderimpfstoff BioNTech bei Kindern zwischen 5 und 11
Jahren
*
Kinderimpfstoff BioNTech
Moderna
> 70 %
> 70 %
BioNTech/
Pfizer
Moderna
> 40 %
> 40 %
BioNTech/
Pfizer
Moderna
> 20 %
> 30 %
BioNTech/
Pfizer
BioNTech/
Moderna
Pfizer
> 80 %
Schmerz an der
Impfstelle
> 20 %
Schwellungen an
der Impfstelle
> 30 %
Kopfschmerzen
> 10 %
Glieder-
schmerzen
> 50 %
Müdigkeit und
Abgeschlagenheit
16

17
Gut zu wissen:
Sollten Sie nach der Schutzimpfung den Verdacht haben, dass Ihr Kind eine
unerwünschte schwerwiegende Nebenwirkung hat, wenden Sie sich bitte unverzüglich
an eine Ärztin oder einen Arzt. Melden können Sie den Verdacht auch dem örtlichen
Gesundheitsamt oder dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) über die Webseite
www.nebenwirkungen.bund.de
.
Um die Sicherheit der Impfstoffe bei der Corona-Schutzimpfung zu gewährleisten,
erfasst und bewertet das Paul-Ehrlich-Institut fortlaufend alle gemeldeten Verdachtsfälle
von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen. Gibt es Meldungen, die auf ein Risiko
hindeuten, reagieren die Expertinnen und Experten und gehen den Ursachen nach.
Über die
„SafeVac 2.0“-App
kann man an einer Beobachtungsstudie teilnehmen und
mitteilen, ob bzw. welche Impfreaktionen aufgetreten sind. Seit dem letzten Update ist es
nun auch möglich, die Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren sowie die
Booster Impfungen zu erfassen. Die App ist kostenlos im Apple App Store und im
Google Play Store erhältlich.
Die Sicherheitsberichte des Paul-Ehrlich-Instituts können Sie von der Website
des Instituts herunterladen unter:
www.pei.de/sicherheitsbericht

image
image
image
18
Alltag für Geimpfte
Die Impfungen werden wie andere Impfungen
auch in den gelben Impfpass Ihres Kindes einge-
tragen. So können Sie sie bei Bedarf nachweisen.
Sollten Sie noch keinen Impfpass besitzen oder
sollte dieser verloren gegangen sein, können Sie
einen neuen in der Arztpraxis oder beim Gesund-
heitsamt erhalten. Alternativ kann auch eine Impf-
bescheinigung als Nachweis ausgestellt werden.
So können Sie die Impfung nachweisen
Weitere Informationen zum digitalen
Impfnachweis finden Sie hier:
Zusätzlich besteht grundsätzlich die Möglichkeit,
Impfungen auf einem Smartphone als digitalen
Impfnachweis zu speichern. Damit können Geimpfte
ihren vollständigen Impfschutz jederzeit und belie-
big oft auf ihrem Smartphone nachweisen, bspw. in
der
Corona-Warn-App
oder in der
CovPass-App
.
Zur Zeit ist der digitale Impfnachweis grundsätz-
lich freiwillig und nur eine Ergänzung zum gelben
Impfausweis auf Papier. Bitte beachten Sie, dass
manche Bundesländer hierzu eigene Regelungen
getroffen haben. Informieren Sie sich daher in
Ihrem Bundesland zu den dort als gültig akzeptier-
ten Impfnachweisen.
Sofern Ihr Kind auch ein Smartphone hat, kann es
hier den eigenen Impfnachweis speichern. Sie als
Elternteil können aber auch einzelne oder gesam-
melt alle Impfnachweise der Familie auf einem
oder mehreren Smartphones speichern.
INTERNATIONALE BESCHEINIGUNGEN
ÜBER IMPFUNGEN
UND IMPFBUCH
CovPass-
App
Corona-
Warn-App
Download-Optionen finden Sie hier:
Corona-
Warn-App
CovPass-
App

19
Warum empfiehlt die STIKO die
Corona-Schutzimpfung mittlerweile für
alle Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren?
Auf Basis der aktuell vorliegenden Daten
überwiegt nach Ansicht der STIKO bei der Corona-
Schutzimpfung von Kindern und Jugendlichen
der Nutzen die Risiken der Impfung.
Die COVID-19-Impfstoffe haben sich bisher bei
Erwachsenen als sehr wirksam und sicher erwiesen.
Diese wissenschaftlichen Daten lassen sich jedoch
nicht einfach auf Kinder und Jugendliche übertragen.
Nach Bewertung aller zur Verfügung stehenden
Daten ist die STIKO zu dem Schluss gekommen,
dass es sinnvoll ist, die Impfung mit dem mRNA
Impfstoff von BioNTech/Pfizer für alle Kinder
und Jugendliche ab 12 Jahren zu empfehlen.
Bei Kindern und Jugendlichen ab 12 mit Vor-
erkrankung ist das Risiko für einen schweren
Krankheits verlauf erhöht – hier empfiehlt die
STIKO deshalb ganz besonders eine Impfung.
Die STIKO wird neue Studiendaten fortlaufend
auswerten und ihre Empfehlung entsprechend
anpassen.
Wohin kann ich mich wenden, wenn sich
mein Kind nicht impfen lassen möchte,
vor allem wenn es zu einer Risikogruppe
gehört?
Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Rat bei
Ihrer (Kinder-)Ärztin oder Ihrem (Kinder-)Arzt.
Auch auf
www.zusammengegencorona.de
und
www.infektionsschutz.de
finden Sie hilfreiche
Hinweise und weiterführende Informationen für
die ganze Familie.
Antworten auf häufige Fragen (FAQs)
von Eltern und Sorgeberechtigten
Muss ich mir Sorgen machen, wenn
mein Kind mit Spikevax® von Moderna
geimpft wurde?
Nein, einen Grund zur Sorge gibt es nicht. Die
Herzmuskelentzündung tritt nur sehr selten auf
und wenn, dann vor allem in den ersten 14 Tagen
nach der zweiten Impfung.
Was empfiehlt die STIKO für Kinder von
5 bis 11 Jahren?
Die STIKO hat am 9. Dezember 2021 mitgeteilt,
dass sie insbesondere für Kinder, die zwischen
5 und 11 Jahren alt sind und Vorerkrankungen
haben, eine Grundimmunisierung mit Comirnaty®
10 µg gemäß der Zulassung für diese Altersgruppe
empfiehlt. Die COVID-19-Impfung kann auch bei
5- bis 11-jährigen Kindern ohne Vorerkrankungen
bei individuellem Wunsch von Kindern und Eltern
bzw. Sorgeberechtigten nach ärztlicher Aufklä-
rung erfolgen. Die offizielle STIKO-Empfehlung
dazu wird zeitnah vorliegen. Es ist empfohlen die
Impfung mit 2 Impfstoffdosen im Abstand von
3-6 Wochen durchzuführen.

20
Was kann ich tun, wenn die Ärztin oder
der Arzt mein Kind nicht impfen möchte?
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt
über die Gründe, warum Ihr Kind aktuell nicht
geimpft werden soll bzw. kann. Ziehen Sie auch
die Möglichkeit in Betracht, sich an eine andere
Ärztin oder einen anderen Arzt, oder auch ein
Impfzentrum zu wenden. Für Kinder gibt es zu-
dem zum Teil besondere regionale Impfangebote.
In welchem Alter können Jugendliche
eine eigene Impf
entscheidung treffen?
Eine COVID-19-Impfung setzt eine sorgfältige
Aufklärung der zu impfenden Person bzw. des
Vorsorgebevollmächtigten oder Sorgeberechtigten
voraus. Bei Minderjährigen < 14 Jahren ist regel-
mäßig die Einwilligung der Eltern bzw. Sorge-
berechtigten einzuholen. Jugendliche können
selbst einwilligen, wenn sie die erforderliche
Einwilligungsfähigkeit besitzen.
Die Einwilligungsfähigkeit ist in der Regel dann ge-
geben, wenn die oder der Minderjährige aufgrund
ihrer oder seiner geistigen Reife in der Lage ist, die
Bedeutung und Tragweite der Behandlungsmaß-
nahme, nach vorheriger Aufklärung, selbst einzu-
schätzen.
Ob dies der Fall ist, ist von der impfenden Person
in jedem Einzelfall gesondert zu beurteilen. Je älter
die oder der betroffene Minderjährige ist, desto
eher ist von ihrer oder seiner Einwilligungsfähig-
keit auszugehen.
Verändert der Impfstoff nachhaltig etwas
im Körper oder in den Körperzellen?
Nein, denn die mRNA wird nach kurzer Zeit
wieder vom Körper abgebaut. Sie wird nicht in
das menschliche Erbmaterial eingebaut und
beeinflusst die menschlichen Gene auch nicht.
Warum ist die zweite Impfung wichtig?
Die zweite Impfung ist wichtig, um die Wir-
kung des Impfstoffs zu erhöhen. Zudem geht
man davon aus, dass der Impfschutz nach nur
einer Impfung weniger lange anhält. Der volle
Impfschutz wird nur nach einer voll ständigen
Impfserie (zwei Impfungen) erreicht. Gerade in
Bezug auf den Schutz vor der aktuell grassierenden
Delta-Variante weist die STIKO darauf hin, dass
die vollständige Impfserie wichtig ist.
Was kann ich tun, wenn mein Kind nach der
Impfung Kopfschmerzen oder Fieber hat?
Zur Linderung möglicher Beschwerden kann
nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem
Arzt ein schmerzlinderndes / fiebersenkendes
Medikament in der empfohlenen Dosierung
eingenommen werden.
Was sollte ich vor und nach der Impfung
meines Kindes beachten?
Vor der Impfung ist es nicht notwendig, einen
COVID-19-Test
zu machen, solange keine Krank-
heitszeichen bestehen.
Gemäß Empfehlung der STIKO muss zwischen der
Corona-Schutzimpfung und der Impfung mit sog.
Totimpftoffen, z.B. der Grippeschutzimpfung, kein
zeitlicher Abstand
eingehalten werden. Totimpf-
stoffe sind Impfstoffe, die abgetötete Erreger oder
auch nur Erregerbestandteile beinhalten, die sich
nicht vermehren und keine Erkrankung auslösen
können. Geplante
Operationen
sollten möglichst
mit einem Abstand von wenigen Tagen vor oder
nach einer Impfung durchgeführt werden. Drin-
gende Operationen können jederzeit unabhängig
von Impfungen durchgeführt werden.
Teilen Sie dem Fachpersonal vor der Impfung mit,
wenn Ihr Kind in der Vergangenheit nach Impfungen
schon einmal ohnmächtig geworden ist oder
wenn Ihr Kind
Allergien
hat. Die Ärztin oder der
Arzt wird mit Ihnen abklären, ob etwas gegen die
Impfung spricht.
Nach der Impfung hängt
Schonung
vom individu-
ellen Empfinden ab, generell ist es aber nach-
vollziehbar, dass das beschäftigte Immunsystem
etwas Ruhe gebrauchen kann. Übertreiben sollte
man es also nicht. Denn bei starker körperlicher
Belastung kann es vorkommen, dass eine Impf-
reaktion – z. B. Schmerzen an der Impfstelle –
verstärkt wird.

21
Sollte mein Kind weiter Maske tragen,
wenn es geimpft ist?
Auch wenn Ihr Kind geimpft ist, sollte es vorsichts-
halber die bekannten Schutzmaßnahmen wie
Abstandhalten, sorgfältige Händehygiene, Hust-
und Niesetikette und das Tragen einer (medizini-
schen) Mund-Nasen-Maske einhalten, an vielen
Schulen ist es auch bereits wieder verpflichtend ein-
geführt worden. Gründe dafür sind, dass der Schutz
nicht sofort nach der Impfung einsetzt und auch
nicht bei allen geimpf ten Personen gleichermaßen
vorhanden ist. Der Schutz durch die Impfung ist
gut, aber nicht hundertprozentig, so dass nicht
ausgeschlossen ist, dass Personen das Coronavirus
(SARS-CoV-2) trotz Impfung weiterverbreiten
können.

22
Ich habe von dem Gerücht gehört, dass die
Impfung zu Unfruchtbarkeit führen kann.
Stimmt das?
Es gibt keine Hinweise darauf, dass Frauen durch
die Impfung unfruchtbar werden könnten. In
Sozialen Medien findet man das Gerücht, dass
die Corona-Schutzimpfung unfruchtbar machen
könne, weil sich das Spike-Protein des Corona-
virus und ein Protein mit dem Namen Syncytin-1,
das für die Bildung der Plazenta verantwortlich
ist, ähneln. Daraus wurde von manchen fälsch-
licherweise geschlussfolgert, dass die nach der
Impfung im Körper gebildeten Antikörper die
Bildung einer Plazenta beeinträchtigten. Das
kann aber ausgeschlossen werden. Zudem
zeigen sich bei Frauen, die an COVID-19
erkrankt waren, auch keine Hinweise auf Un-
fruchtbarkeit nach einer COVID-19 Erkrankung.
Es gibt also keine Hinweise darauf, dass junge
Frauen wegen der Impfung unfruchtbar werden
könnten. Es kam jedoch bei Schwangeren mit
schweren Krankheitsverläufen häufiger zu
Frühgeburten als bei Schwangeren mit leichten
COVID-19-Erkrankungen.
Manche behaupten, in den Corona-
Schutzimpfungen wären Mikrochips.
Stimmt das?
Nein, bei der Corona-Schutzimpfung werden keine
Mikrochips verabreicht. Dementsprechend ist die
Impfstelle auch nicht magnetisch. Dass in einigen
Videos, die vermehrt in Sozialen Medien geteilt
werden, Magnete an der Einstichstelle haften, liegt
an der Anhangskraft (Adhäsion). Diese kann durch
Schweiß, Fett oder Öle auf der Haut verstärkt sein.
Können sich Schwangere impfen lassen?
Nach eingehender Beratung und Bewertung der
vorhandenen Datenlage empfiehlt die STIKO Frauen
ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, sich mit
Comirnaty ® von BioNTech/Pfizer gegen COVID-19
impfen zu lassen. Grund für diese Impfempfehlung
ist eine deutlich verbesserte Datenlage, die bisher
kein gehäuftes Auftreten von schweren unerwünsch-
ten Nebenwirkungen nach der Corona-Schutz-
impfung bei Schwangeren zeigt. Die vorliegenden
Daten zeigen auch keine Zunahme von Tot- oder
Frühgeburten. Die Impfung schützt Schwangere
wie Nicht-Schwangere sehr gut vor einer COVID-
19-Erkrankung und vor schweren Krankheitsver-
läufen. Allerdings liegen derzeit noch keine Studien
zum Schutz bei Infektionen mit der Delta-Variante
vor. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie
und Geburtshilfe e. V. (DGGG) hat sich gemeinsam
mit anderen Fachgesellschaften ebenfalls für eine
COVID-19-Impfung von schwangeren Frauen mit
einem mRNA-basierten Impfstoff ausgesprochen.
Aktuelle Studiendaten deuten darauf hin, dass eine
Infektion mit dem Coronavirus bei Schwangeren
häufiger schwer verläuft als bei anderen Infizierten.
An COVID-19 erkrankte Schwangere müssen mit
höherer Wahrscheinlichkeit im Krankenhaus
intensivmedizinisch behandelt werden. Insbeson-
dere die Virusvarianten Alpha und Delta stellen ein
erhöhtes Risiko für ungeimpfte Schwangere dar.
Eine Schwangerschaft ist schon allein aufgrund der
damit einhergehenden körperlichen Veränderungen
belastend für den Körper und stellt daher einen
relevanten Risikofaktor für schwere COVID-19-
Verläufe dar. Vor allem für Schwangere mit
Vorerkrankungen beziehungsweise vorbestehenden
Risikofaktoren wie starkem Übergewicht (Adipositas),
chronischem Bluthochdruck oder Diabetes besteht
ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von
COVID-19, welches mit steigendem Alter weiter
zunimmt. Daher sollten Schwangere sich bestmög-
lich vor einer Corona-Infektion schützen und die
empfohlenen Impfabstände zwischen Erst- und
Zweitimpfung einhalten (BioNTech/Pfizer: 3 bis 6
Wochen). Auch wird Schwangeren ab dem 2. Trime-
non eine Boosterimpfung nach 6 Monaten empfoh-
len. Auch nahe Kontaktpersonen (ab 12 Jahren) der
Schwangeren sollten sich impfen lassen.
?

23
Sollte ich mich gegen COVID-19
impfen lassen, wenn ich schwanger
werden möchte?
Die STIKO empfiehlt auch allen Frauen mit Kinder-
wunsch die Corona-Schutzimpfung, damit bereits zu
Beginn der Schwangerschaft und insbesondere im
ersten Schwangerschaftsdrittel ein guter Schutz vor
dem Coronavirus besteht.
Können sich Mütter in der Stillzeit
impfen lassen?
Die STIKO empfiehlt ungeimpften Stillenden
über 30 Jahre die Impfung mit zwei Dosen eines
mRNA-Impfstoffs im Abstand von drei bis sechs
(Comirnaty® von BioNTech/Pfizer) beziehungs-
weise vier bis sechs (COVID-19 Vaccine Moderna®
von Moderna) Wochen. Für ungeimpfte Stillende
unter 30 Jahre empfiehlt die STIKO nur Comirnaty®
von BioNTech/Pfizer. Auch die Nationale Stillkom-
mission und die Deutsche Gesellschaft für Gynäko-
logie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) sprechen sich
für ein Impfangebot mit einem mRNA-Impfstoff
für Stillende aus.
Nach der Corona-Schutzimpfung von Stillenden
finden sich Antikörper in der Muttermilch. Ob
diese auch Säuglinge vor einer COVID-19- Erkran-
kung Schutz bieten können, ist jedoch noch nicht
belegt. Die Impfung erfordert keine Stillpause und
keinen Stillverzicht. Die STIKO und die Fachver-
bände halten es für sehr unwahrscheinlich, dass
eine Impfung der Stillenden während der Stillzeit
ein Risiko für den Säugling darstellt.

24
Weiterführende Informationen
Das
Gesundheitsamt
an Ihrem Wohnort bietet Informationen und Unterstützung an.
Sie finden es unter:
www.rki.de/mein-gesundheitsamt
Das
Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
informiert über das Coronavirus
auf der Webseite
www.zusammengegencorona.de
und zur Corona-Schutzimpfung
auf der Webseite
www.corona-schutzimpfung.de
Bürgertelefon:
030 346465100
Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte:
Fax: 030 3406066-07,
info.deaf@bmg.bund.de
,
info.gehoerlos@bmg.bund.de
Gebärdentelefon (Videotelefonie):
www.gebaerdentelefon.de/bmg
Das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
klärt gezielt Eltern, Kinder und Jugendliche über die Corona-Schutzimpfung auf:
www.tmasgff.de/covid-19/impfen/kinder-und-jugendliche
Das
Robert Koch-Institut (RKI)
informiert über das Coronavirus auf seiner Webseite:
www.rki.de
(oder auch:
www.rki.de/covid-19-impfen
)
Die
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
hat Informationen zum Coronavirus
und zur Corona-Schutzimpfung zusammengestellt unter:
www.infektionsschutz.de/coronavirus
Das
Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
informiert über die COVID-19-Impfstoffe auf seiner
Webseite:
www.pei.de/coronavirus
Aktuelle
Informationen in mehreren Sprachen
finden Sie auch unter:
www.integrationsbeauftragte.de/corona-virus
und
www.eu-gleichbehandlungsstelle.de/corona-virus
Das Auswärtige Amt
informiert zur Sicherheit von Reisen in betroffene Regionen:
www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit
Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
informiert zur globalen Lage:
www.who.int

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image
ZusammenGegenCorona.de
Impressum:
Herausgeber
Bundesministerium für Gesundheit
Referat Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen
11055 Berlin
Gestaltung, Layout und Satz
Scholz & Friends GmbH, 10178 Berlin
Stand
Dezember 2021, 3. Auflage