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LUA-Mitteilungen 01/2019
LANDESUNTERSUCHUNGS-
ANSTALT FÜR DAS GESUNDHEITS-
UND VETERINÄRWESEN

│1
Inhaltsverzeichnis
Humanmedizin
Epidemiologische Information für den Freistaat Sachsen ......................................................................................................................................... 2
Hepatitis D – möglicherweise unterdiagnostiziert ...................................................................................................................................................... 7
Lebensmitteluntersuchungen
Untersuchung von Lebensmitteln auf humanpathogene Yersinia enterocolitica ............................................................................................11
Veterinärmedizinische Tierseuchen- und Krankheitsdiagnostik
Elektronenmikroskopischer Nachweis und molekularbiologische Bestätigung einer Herpesvirusinfektion beim Aal ...........................13
Neue Rechtsbestimmungen im Bereich des LFGB – Oktober 2018 bis Dezember 2018 ................................................................................16
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse ..............................................................19
BSE-Untersuchungen 4. Quartal 2018..........................................................................................................................................................................20
Tollwutuntersuchungen 4. Quartal 2018 .....................................................................................................................................................................20
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen 4. Quartal 2018 .................................................................................................................21
Jahresinhaltsverzeichnis 2018 ........................................................................................................................................................................................26

2 │
Epidemiologische Information für den Freistaat
Sachsen
4. Quartal 2018 (vom 01.10. – 30.12.2018)
Borreliose
Die Anzahl der gemeldeten Erkrankungsfälle (n = 431) lag ge-
ringfügig über dem 5-Jahres-Mittelwert. Im Vergleich zum
4. Quartal des Vorjahres gab es 12 % weniger Neuerkrankungen.
In den meisten Fällen wurde symptomatisch ein Erythem an-
gegeben. Weiterhin wurde 15-mal eine neurologische Sym-
ptomatik diagnostiziert, darunter 8-mal Hirnnervenlähmung
und 7-mal Radikuloneuritis. Zusätzlich kamen 13 arthritische
Verläufe zur Meldung; 7-mal wurde eine Mehrfachsymptomatik
angegeben.
Clostridium difficile-Infektion, schwerer Verlauf
Im letzten Quartal des Jahres 2018 wurden 50 schwere Verläufe
einer
Clostridium difficile
-Infektion übermittelt. Es verstarben
insgesamt 15 Patienten (8 Männer und 7 Frauen) im Alter zwi-
schen 57 und 89 Jahren an den Folgen der Infektion.
Creutzfeld-Jakob-Krankheit (CJK)
Im Berichtszeitraum kamen zwei klinische CJK-Todesfälle zur
Meldung. Betroffen waren Frauen im Alter von 68 und 75 Jah-
ren.
Denguefieber
6 Männer und 4 Frauen im Alter zwischen 27 und 67, eine
15-Jährige und ein 6 Jahre alter Junge erkrankten nach Aufent-
halten in Indien, Kambodscha, Kolumbien, Kuba, Laos, Thailand
bzw. auf den Malediven.
Diphtherie (Hautdiphtherie)
Eine 57-jährige Frau litt unter Hautläsionen. Aus Abstrich der
betroffenen Hautregion gelangen am Konsiliarlabor für Diph-
therie der Nachweis von
Corynebacterium ulcerans
sowie der
Toxin-Nachweis aus dem Isolat. Die Betroffene besitzt 3 Katzen.
Inwieweit diese als mögliche Infektionsquelle angesehen wer-
den können, wurde nicht bekannt.
Echinokokkose
Bei einem 35-jährigen Mann aus Afghanistan zeigten sich in
der Bildgebung charakteristische Zeichen einer Echinokokkose.
Aus Leberzysten gelang der direkte Nachweis von
Echinococcus
granulosus
.
Enterovirus-Infektion
Mit 172 Fällen lag die Zahl der im Berichtszeitraum übermit-
telten Infektionen im Vergleich zum 5-Jahres-Mittelwert (n =
164) um etwa 5 % höher. 95 betroffene Patienten wiesen eine
respiratorische, 41 eine gastroenteritische und 11 eine menin-
gitische Symptomatik (Nachweis aus Liquor) auf. Weitere 25 Er-
regernachweise wurden ohne bekanntes klinisches Bild erfasst.
FSME
Zwei Männer (20 bzw. 30 Jahre alt) und eine 68-jährige Frau
zeigten allgemeine Krankheitszeichen und mussten stationär
behandelt werden. Die Ermittlungen zum Infektionsort ergaben
bei zwei der Betroffenen, die im Landkreis Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge bzw. in der Stadt Dresden wohnhaft sind, keine
Aufenthalte außerhalb ihres Heimatkreises während der Inku-
bationszeit. Ein Patient hatte sich in Polen aufgehalten. Alle
Erkrankten waren nicht gegen FSME geimpft. Die Infektionen
wurden serologisch bestätigt.
Gasbrand
Eine 71-Jährige musste sich aufgrund einer bestehenden Grund-
erkrankung einer Hemikolektomie unterziehen. In der Folge ent-
wickelte die Frau eine schwere Sepsis, an der sie verstarb. In der
Sektion zeigte sich die deutliche Ausbildung von sogenannten
Schaumorganen. Aus Abstrichen von Milz und Leber gelang der
massenhafte Nachweis von
Clostridium perfringens
.
Haemophilus influenzae-Erkrankung, invasiv
Ein einjähriges Mädchen erkrankte mit meningitischer Symp-
tomatik und wurde stationär behandelt. Aus Liquor des Kindes
konnte
Haemophilus influenzae
Kapseltyp f nachgewiesen wer-
den.
Drei weitere Patienten im Alter zwischen 72 und 88 Jahren
wurden wegen Pneumonie bzw. septischem Verlauf stationär
behandelt. Aus Blut zweier Patienten konnte
Haemophilus
in-
fluenzae Kapseltyp
f nachgewiesen werden.
Hantavirus
Betroffen war ein 22 Jahre alter Mann, der mit Fieber, Nieren-
funktionsstörungen, Muskel- und Gliederschmerzen sowie einer
neu aufgetretenen Myopie erkrankte. Die Infektion konnten se-
rologisch (Puumalavirus) bestätigt werden. Als Expositionsort
gilt eine Scheune, die der Patient beräumt hatte.
Hepatitis A
Unter den 14 im Berichtsmonat übermittelten Fällen waren die
Todesfälle eines 82-Jahre alten, unter schweren Vorerkrankun-
gen leidenden Mannes sowie einer 93-jährigen Frau.
Influenza
Mit der 40. KW 2018 hat die Influenzasaison 2018/2019
begon-
nen. Bis Jahresende konnten in Sachsen kumulativ 326 Infek-
tionen registriert werden (Vorjahr 2017: 346): 289-mal
Influen-
za A (darunter 42-mal H1N1(pdm09)), 34-mal Influenza B sowie
3-mal nicht nach A oder B differenzierte Influenza.
Die am häufigsten betroffenen Altersgruppen waren die der
Er-
wachsenen (25 bis 44 Jahre), gefolgt von den Altersgruppen der
Kleinkinder (1 bis 4) und Grundschüler.
Es wurden zwei Influenza A-Erkrankungshäufungen aus einem
Seniorenheim (16 Fälle) und innerhalb einer Familie (3 Fälle)
übermittelt.
Ein 75 Jahre alter ungeimpfter Mann mit bestehenden Grunder-
krankungen verstarb nach mehrwöchiger intensivmedizinischer
Behandlung an einer akuten respiratorischen Insuffizienz
infol-
ge einer Pneumonie durch Influenza A.

│3
Keuchhusten
Im Berichtszeitraum errechnete sich aus den übermittelten 234
Erkrankungen eine Neuerkrankungsrate von 6 Erkrankungen pro
100.000 Einwohner, was gegenüber dem Vorquartal (5 Erkran-
kungen pro 100.000 Einwohner) einem leichten Anstieg der In-
zidenz entsprach. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (n = 243)
wurden weniger (- 4 %) Erkrankungen registriert.
Zusätzlich kamen 56 Keimträger zur Meldung, bei denen das
klinische Bild fehlte bzw. nicht vollständig ausgeprägt war.
Von den 209 erkrankten Betroffenen mit dem Nachweis von
Bordetella pertussis waren 78 % nicht bzw. nur unvollständig
gegen Pertussis geimpft.
Der Großteil der im Berichtszeitraum registrierten Infektio-
nen konnte verschiedenen Erkrankungshäufungen zugeordnet
werden. Betroffen waren unter anderem Kindertagesstätten,
Grundschulen sowie Familien mit zwischen 5 und 14 Fällen.
Auch hier waren die meisten der Betroffenen nicht bzw. unvoll-
ständig gegen Pertussis geimpft.
Legionellose
Die übermittelten Fälle betrafen 5 männliche Patienten im Al-
ter zwischen 28 und 84 Jahren, die mit Pneumonie erkrankten.
Die Erregernachweise gelangen mittels Antigen-Nachweis aus
Urin bzw. mittels PCR aus Sekret des Respirationstraktes. Bis
auf einen Fall (Hotelaufenthalt in Polen) lagen die Expositionen
wahrscheinlich im jeweiligen häuslichen Bereich.
Malaria
Ein 27-jähriger seit Mai 2018 in Deutschland lebender Kolum-
bianer erkrankte an einer Malaria tertiana. Ein weiterer Fall be-
traf einen 34-jährigen Sudanesen, der an einer Malaria tropica
erkrankte.
Ein 35-Jahre alter deutscher Mann erkrankte nach einem Auf-
enthalt in Burkina Faso an einer Malaria tropica. Der Patient
hatte die bereits begonnene Chemoprophylaxe aufgrund einer
Unverträglichkeit abgebrochen.
Masern
Ein knapp einjähriger ungeimpfter Junge erkrankte nach Kon-
takt zu einem wahrscheinlich infizierten Besucher aus der
Uk-
raine und musste stationär behandelt werden. Der Vater des
Kindes sowie die aus der Ukraine stammende Mutter konnten
selbst keinen Impfnachweis erbringen. Eine serologische Unter-
suchung der Eltern verlief mit negativen Ergebnissen.
Ein zweiter Fall betraf ein 3 Jahre altes, nicht gegen Masern
geimpftes Mädchen, welches sich wegen einer anderen Erkran-
kung kurz vor Weihnachten in einer Notaufnahme aufgehalten
hatte. Dort hatte es während dieser Zeit Kontakt zu einem an
Masern erkrankten Mann aus Bayern. Die Infektion des Kindes
wurde serologisch sowie mittels PCR bestätigt. Auch in diesem
Fall war eine stationäre Behandlung nötig.
Meningitiden
Im Quartal wurden 38 Erkrankungen übermittelt. Durch welche
Erreger diese verursacht waren, ist aus Tabelle 1 ersichtlich. Be-
rücksichtigt sind hier nur die Fälle, bei denen der Erregernach-
weis aus dem Liquor der Patienten erfolgte.
Tabelle 1: Erkrankungen mit dem klinischen Bild Meningi-
tis/Enzephalitis in Sachsen (Vergleich 4. Quartal
2018 zum 4. Quartal 2017)
Erreger
4. Quartal 2018
4. Quartal 2017
Erkran-
kung
Tod Inzi-
denz
Erkran-
kung
Tod Inzi-
denz
bakt. Erreger gesamt
10
-
0,2
13
-
0,3
Borrelien
3
-
0,07
5
-
0,1
Haemophilus influenzae
1
-
0,02
2
-
0,05
Listerien
-
-
-
2
-
0,05
Meningokokken
4
-
0,1
1
-
0,02
Pneumokokken
1
-
0,02
2
-
0,05
Staphylococcus aureus
-
-
-
1
-
0,02
sonstige Streptokokken
1
-
0,02
-
-
-
virale Erreger gesamt
28
-
0,7
20
1
0,5
Enterovirus
11
-
0,3
9
-
0,2
Herpesvirus
2
-
0,04
1
-
0,02
Varizella-Zoster-Virus
15
-
0,4
10
1
0,2
Gesamtzahl
38
-
0,9
33
1
0,8
Meningokokkenerkrankung, invasiv
Im 4. Quartal des Jahres wurden 6 Erkrankungen übermittelt.
Betroffen waren ein 20 Monate altes Mädchen, ein 2-Jähriger
sowie Erwachsene zwischen 20 und 80 Jahren, von denen 4 Per-
sonen, bei denen der Nachweis von
Neisseria meningitidis
Se-
rorogruppe B aus Liquor gelang, mit meningealer Symptomatik
behandelt werden mussten.
MRSA-Infektion (invasive Erkrankung)
Im Berichtszeitraum wurden 31 Infektionen übermittelt. Betrof-
fen war hauptsächlich die Altersgruppe der über 65-Jährigen.
Die MRSA-Nachweise wurden aus Blut geführt. 2 Männer im
Alter von 80 und 89 Jahren verstarben an den Folgen der In-
fektion.
CA-MRSA-Nachweis
Im 4. Quartal 2018 kamen 30 Nachweise (23 Infektionen und
7 Kolonisationen) zur Übermittlung. Betroffen waren bis auf
einen Säugling und zwei Kinder im Alter von 3 und 12 Jahren
Erwachsene zwischen 18 bis 90 Jahren, Median 27,5 Jahre).
11 Fälle waren vermutlich auslandsassoziiert.
Die Nachweise bei den Patienten erfolgten anhand von unter-
schiedlichen Abstrichen sowie bei zwei Betroffenen aus Blut.
Multiresistente Erreger (MRE) mit Carbapenem-Resistenz
Im Berichtszeitraum kamen 137 Nachweise zur Erfassung (Er-
regeraufschlüsselung in Tabelle 2). Den größten Anteil (37 %)
stellten
Pseudomonas aeruginosa
, gefolgt von
Klebsiella
spp.
mit 25 %.
Zwei Männer (53 bzw. 61 Jahre) sowie eine 54-jährige Frau ver-
starben an einer
Klebsiella
spp.-Infektion.
Kumulativ lag die Zahl der erfassten Nachweise 3 % über dem
Niveau des Vorjahres (526 gegenüber 510 Nachweise).

4 │
Tabelle 2: Gramnegative Bakterien mit erworbener Carba-
penemase/Carbapenem-Resistenz im 4. Quartal
2018
Erreger
Infektion Kolonisation Gesamt-
Fallzahl
dav. Tod
Acinetobacter spp.
7
5
12
-
Citrobacter spp.
2
3
5
-
Enterobacter spp.
7
12
19
-
Enterobakterium,
sonstige
-
1
1
-
E. coli
4
10
14
-
Klebsiella spp.
9
25
34
3
Proteus mirabilis
-
1
1
-
Pseudomonas aeruginosa
13
38
51
-
Gesamtzahl
42
95
137
3
Norovirus-Gastroenteritis
Gegenüber dem vorherigen Quartal wurde ein überaus deutli-
cher Anstieg (115 %) der Norovirus-Infektionen registriert. Die
Inzidenz lag mit 60 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner je-
doch unter dem 5-Jahresmittelwert von 79 Erkrankungen pro
100.000 Einwohner. Es kamen im Berichtszeitraum 113 Erkran-
kungshäufungen zur Meldung. Betroffen waren hauptsächlich
Kindertagesstätten und Seniorenheime.
Im Rahmen eines Erkrankungsausbruchs in einem Seniorenheim
wurde der Tod einer 94-jährigen Frau übermittelt.
Pneumokokken-Erkrankung (invasiv)
Insgesamt wurden 85 Fälle nach Referenzdefinition erfasst, was
gegenüber dem 3. Quartal des Jahres rund dem Doppelten an
gemeldeten Infektionen entsprach. Bei den Patienten handelte
es sich bis auf 2 Kinder (1 und 4 Jahre alt) um Erwachsene zwi-
schen 18 bis 95 Jahren.
5 Frauen und 2 Männer im Alter zwischen 68 und 94 Jahren
verstarben an den Folgen der Pneumokokken-Infektion.
Salmonellose
Es wurde eine etwas höhere Neuerkrankungsrate (7 Erkran-
kungen pro 100.000 Einwohner) erreicht als im Vorquartal. Die
Inzidenz lag somit auf dem Niveau des 5-Jahresmittelwertes.
Todesfälle kamen nicht zur Meldung. Es wurden lediglich 2 fa-
miliäre Häufungen mit jeweils 3 Fällen übermittelt.
Shigellose
Im Berichtszeitraum kamen 13
Shigella sonnei
-, 2
Shigella
flexneri
-, eine
Shigella boydii
- sowie 3
Shigella
spezies-Erkran-
kungen zur Meldung. 15 Betroffene machten Angaben zu ei-
ner möglichen Auslandsexposition (Ägypten, China, Jordanien,
Marokko, Peru, Thailand, Türkei, Vietnam), ein Patient konnte
der Risikogruppe der „Männer, die Sex mit Männern haben“ zu-
geordnet werden und in drei Fällen ergab sich kein konkreter
Hinweis auf die mögliche Infektionsquelle.
Tuberkulose
Von den 32 im Berichtsquartal übermittelten Infektionen wur-
den der Tod einer 81 Jahre alten deutschen Frau sowie eines
25-jährigen Mannes aus Eritrea registriert.
Zytomegalie, angeborene Infektion
Bei einem weiblichen Neugeborenen wurde eine konnatale Zy-
tomegalievirus-Infektion diagnostiziert. Weitere Angaben lagen
zu diesem Fall nicht vor.
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
Die im 4. Quartal des Jahres übermittelten Fälle betrafen 2
männliche Frühgeborene, ein 9-jähriges Mädchen mit schwerer
Grunderkrankung sowie 18 Frauen und 17 Männer im Alter zwi-
schen 49 bis 93 Jahren (Median: 78 Jahre).
Tabelle 3: Todesfälle gemäß IfSGMeldeVO § 1 (2) im
4. Quartal 2018
Erreger
Anzahl
Klinisches Bild
Clostridium perfringens
1
Sepsis
Candida spp.
1
Sepsis
Corynebacterium spp.
1
Sepsis
Enterococcus faecium
3
Sepsis
Escherichia coli
9
Sepsis
Klebsiella spp.
1
Sepsis
Morganella spp.
1
Sepsis
Proteus spp.
2
Sepsis, Multiorganversagen
Pseudomonas spp.
2
Sepsis
Serratia spp.
1
Sepsis
Staphylococcus spp.
15
Sepsis
Streptococcus spp.
1
Sepsis
Nosokomiale Ausbrüche
Tabelle 4: Nosokomiale Ausbrüche gemäß § 6 (3)/§11 (1)
IfSG im 4. Quartal 2018
Erreger
Zahl der Ausbrüche
Gesamtfallzahl
Klebsiella pneumoniae
1
7
Pseudomonas aeruginosa
1
5
Verantwortlich:
Dr. med. Sophie-Susann Merbecks
und Mitarbeiter des FG Infektionsepidemiologie
LUA Chemnitz

│5
4. Quartal
40. - 52. MW 2018
kumulativ (1. – 52. MW)
2018
2017
Fälle
T
Fälle
T
Fälle
T
Adenovirus-Enteritis
565
2.080
2.213
Adenovirus-Infektion, respiratorisch
241
1.101
1.130
1
Adenovirus-Konjunktivitis
11
62
82
Amöbenruhr
8
25
14
Astrovirus-Enteritis
372
1.667
1.860
1
Borreliose
431
2.146
1.882
Brucellose
2
2
Campylobacter-Enteritis
1.230
5.338
4.961
1
Chlamydia trachomatis-Infektion
890
3.940
3.959
Clostridium difficile-Enteritis
884
3.991
4.245
Clostridium difficile-Infektion - schwerer Verlauf
50
15
172
63
195
56
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
2
2
10
8
7
7
Denguefieber
12
26
30
Diphtherie
1
3
Echinokokkose
1
2
1
EHEC-Erkrankung
38
205
166
Enterovirus-Infektion
172
705
1
873
2
Escherichia coli-Enteritis
283
978
866
FSME
3
12
21
Gasbrand
1
1
8
3
2
1
Giardiasis
72
271
274
Gonorrhoe
149
681
865
Gruppe B-Streptokokken-Infektion
546
2.690
2.811
Haemophilus influenzae-Erkrankung, invasiv
4
47
3
49
4
Hantavirus-Erkrankung
1
2
5
Hepatitis A
14
2
27
3
32
Hepatitis B
47
233
278
1
Hepatitis C
42
198
197
Hepatitis D
2
2
2
Hepatitis E
56
257
2
289
1
Herpes zoster
457
1.774
3
1.564
2
HUS
3
1
Influenza
326
1
47.796
177
16.688
80
Keuchhusten
234
873
912
Kryptosporidiose
55
196
145
Legionellose
5
44
2
55
3
Leptospirose
5
6
Listeriose
8
54
1
77
7
Malaria
3
12
1
17
1
Masern
2
8
68
Meningokokken-Erkrankung, invasiv
6
18
1
9
2
MRE
1)
-Nachweis mit Carbapenem-Resistenz
137
3
526
6
510
7
MRSA
2)
-Infektion, invasiv
31
2
197
21
244
22
CA
3)
MRSA-Nachweis
30
99
64
Mumps
7
14
Mycoplasma hominis-Infektion
228
1.042
842
Mycoplasma-Infektion, respiratorisch
237
1.557
1
1.644
Norovirus-Enteritis
2.467
1
7.835
4
7.164
5
Ornithose
2
Übermittelte Infektionskrankheiten im Freistaat Sachsen
4. Quartal 2018 und kumulativer Stand 2017 und 2018

6 │
4. Quartal
40. - 52. MW 2018
kumulativ (1. – 52. MW)
2018
2017
Fälle
T
Fälle
T
Fälle
T
Parainfluenza-Infektion, respiratorisch
257
683
634
Paratyphus
2
Parvovirus B19-Infektion
8
112
196
Pneumokokken-Erkrankung, invasiv
85
7
376
24
334
15
Q-Fieber
4
3
Rotavirus-Erkrankung
470
5.089
6
4.611
4
Röteln
1
2
1
Respiratory-Syncytial-Virus-Infektion
244
3.810
2
2.442
3
Salmonellose
272
909
1
1.173
2
Scharlach
792
2.543
1.460
Shigellose
19
72
27
Syphilis
44
200
210
Toxoplasmose
5
36
62
Tuberkulose
32
2
165
5
215
3
Tularämie
1
Typhus abdominalis
1
3
Windpocken
459
1.764
1.657
Yersiniose
92
384
368
Zikavirus-Infektion
1
2
Zytomegalievirus-Infektion
102
442
365
2
angeborene Infektion
1
11
10
Tod an sonstiger Infektionskrankheit
38
169
121
T
Todesfälle
MW Meldewoche
1) multiresistente Erreger
2) Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
3) community-acquired
Veröffentlicht werden Fälle nach den Kriterien der RKI-Referenzdefinition (soweit vorhanden).

│7
Hepatitis D – möglicherweise unterdiagnostiziert
Die Hepatitis D (Delta) ist die seltenste, zugleich aber die am
schwersten verlaufende Form der chronischen Virushepatitis
beim Menschen. Der Erreger der Hepatitis D ist das Hepatitis-D
(Delta)-Virus (HDV).
In der aktuellen Fachliteratur wird vermehrt die Besorgnis geäu-
ßert, dass die Hepatitis D im klinischen Alltag trotz des schwe-
ren Krankheitsbildes eher ein unterrepräsentiertes Problem dar-
stellt. Verschiedene Studienergebnisse aus Europa und den USA
haben gezeigt, dass HDV-spezifische labordiagnostische
Unter-
suchungen in vielen Kliniken nicht zur Routinediagnostik zählen
und demzufolge auch nicht im ausreichenden Maße durchge-
führt werden [1-4]. Dabei wird gerade in Regionen mit niedrigen
HDV-Prävalenzen wie beispielsweise in Zentral- und Südeuropa
seit 2000 ein Aufwärtstrend der HDV-Infektionen beobachtet
[3, 4]. Diese Entwicklung in den Niedrig-Prävalenzgebieten wird
in erster Linie im Zusammenhang mit Immigration aus hochen-
demischen Gebieten gesehen.
Im Folgenden werden die Virologie und Epidemiologie, der na-
türliche Verlauf sowie Informationen zur Indikation und Labor-
diagnostik einer Hepatitis D-Infektion zusammenfassend dar-
gestellt.
Charakterisierung des Erregers
Das Hepatitis-D-Virus wurde erstmalig 1977 von einer italieni-
schen Arbeitsgruppe in Leberbiopsie-Proben von Patienten mit
einer fulminanten Hepatitis-B-Virus (HBV)-Infektion entdeckt
und zunächst als ein neues Antigen des HBV - als „Delta-Anti-
gen“ - beschrieben [5]. Die weitere Erforschung zeigte, dass es
sich bei dem Delta-Antigen um ein eigenständiges, subvirales
Agens, um ein sog. „defektes Virus“- handelt, das zur vollen Pa-
thogenität ein „Helfervirus“, das HBV, benötigt. In der Literatur
wird das HDV deshalb auch als „Satelliten-Virus des HBV“ be-
zeichnet.
Struktur und Genomaufbau
HD-Viren sind sphärische Partikel mit einer Größe von ca. 36-
43 nm und damit die kleinsten bekannten animalischen Viren,
die den Menschen infizieren können. Das HDV besitzt eine
vom HBV abgeleitete Außenhülle, die sich in ähnlicher Zusam-
mensetzung wie beim HBV aus großen, mittleren und kleinen
Hüllproteinen des Hepatitis-B-Oberflächen-Antigens, dem
„He-
patitis B surface antigen“ (HBsAg) zusammensetzt. Das HDV
benötigt die Anwesenheit der HBV-Hüllproteine zur Infektion
von Leberzellen. Insbesondere die große Molekülform des HBsAg
vermittelt die Adhäsion des HDV an Hepatozyten sowie deren
Penetration ins Zellinnere. In der infizierten Wirtszelle werden
die HBV-Hüllproteine abgelegt und das HDV kann in den Zell-
kern der infizierten Zelle eindringen, wo umgehend die viralen
Replikationsmechanismen in Gang gesetzt werden. Nähere An-
gaben zum Aufbau des HDV sind im Kasten 1 beschrieben.
Das HDV-Genom ist eine ca. 1.700 Basen lange, zirkuläre Ein-
zelstrang-RNA (ribonucleic acid) mit negativer Polarität (siehe
Kasten 2).
Das HDV bzw. HD-Virion (einzelnes Viruspartikel außerhalb
einer Zelle) ist ein funktionaler Komplex aus viraler Nukle-
insäure und einer Proteinkapsel, auch „Kapsid“ genannt. Das
Kapsid, das das HDV-Genom umschließt, wird vom einzigen,
viruseigenen Protein des HDV, dem basischen Hepatitis-
Delta-Antigen (HDAg), gebildet. Es setzt sich aus insgesamt
70 Bausteinen zusammen, die wiederum in zwei verschieden
großen Formen vorliegen. Es werden eine kleine (S-HDAg)
und eine große (L-HDAg) Form des HDAg, unterschieden. Das
S-HDAg wird für die Replikation des viralen Genoms, das L-
HDAg für Zusammenbau und Freisetzung neuer HD-Virionen
benötigt.
Kasten 1:
Struktur des HD-Virions
Die HDV-RNA ist bis zu 70 % selbstkomplementär und dem-
zufolge in Form eines Doppelstranges mit geschlossenen
Enden vorliegend. Es wird deshalb ein genomischer und an-
tigenomischer RNA-Strang unterschieden, wobei der anti-
genomische Strang für das HDAg codiert. Als eine weitere
Besonderheit unter den animalischen Viren enthält das HDV-
Genom ein Ribozym. Dabei handelt es sich um ein ca. 300
Basen langes RNA-Stück mit katalytischer Aktivität. Das Ri-
bozym ist das einzige eigene Enzym des HDV. In Anwesenheit
des Ribozyms und unter Verwendung weiterer Enzyme, die
von der infizierten Wirtszelle bereitgestellt werden, erfolgt in
einem einfachen viralen Zyklus die HDV-Replikation im Kern
der infizierten Leberzelle.
Kasten 2:
Struktur des HDV-Genoms
]
Immigration aus HDV-Endemiegebieten bzw. aus Ländern
mit einer hohen HDV-Prävalenz
]
intravenösen Drogengebrauch
]
Risiko-Sexualverhalten
]
unhygienische, medizinische Eingriffe
(z. B. beim Tätowieren oder Piercen)
]
Haushaltskontakte
Kasten 3:
Wesentliche Risikofaktoren für eine HDV-Infektion in Niedrig-
Prävalenzgebieten

8 │
Die Sequenz des HDV-Genoms wurde erstmals 1986 entschlüs-
selt. Aufgrund einer hohen genetischen Variabilität werden der-
zeit acht Genotypen des HDV unterschieden. Die typischen Ver-
breitungsgebiete der einzelnen HDV-Genotypen weltweit sind in
Tabelle 1 aufgezeigt.
Tabelle 1: Übersicht zu den Hauptverbreitungsgebieten der
HDV-Genotypen weltweit
HDV-Genotyp
typische Nachweisregionen/ weltweit
1
ubiquitär, aber vorwiegend in Europa, Mittlerer
Osten, USA, Nordafrika, Nordamerika, China
2 und 4
West-Pazifische WHO-Region
3
Süd-Amerika (insbesondere im Amazonas-Becken)
5 bis 8
Afrikanische WHO-Region
Übertragung
Die Übertragung des HDV erfolgt wie beim HBV in erster Linie
perkutan durch enge Körperkontakte (Haushaltskontakte) oder
durch kontaminiertes Blut bzw. kontaminierte Blutprodukte.
Dagegen werden sexuelle Kontakte, sowie der vertikale Infekti-
onsweg (perinatale Übertragung) eher selten als Ursache einer
HDV-Infektion beschrieben.
Epidemiologie
Da die Pathogenität des HDV im Wesentlichen auf die Anwesen-
heit der Hüllproteine des HBV beruht, kann eine HDV-Infektion
niemals isoliert auftreten. Die HDV-Infektion entwickelt sich
demnach immer nur auf dem Boden einer HBV-Infektion und
kann damit nur bei Trägern des HBsAg vorkommen. Nach aktu-
ellen Schätzungen der WHO (Global Hepatitis Plan von 2017)
wird davon ausgegangen, dass von den schätzungsweise 257
Millionen HBsAg-positiven Patienten weltweit ca. 2-8 %, also
ca. 15-20 Millionen Personen, mit HDV infiziert sind [2, 6].
Er-
wartungsgemäß sind die höchsten HDV-Prävalenzen vor allem
in Regionen mit einer hohen HBsAg-Trägerrate zu erwarten.
Studienergebnisse belegen dennoch große regionale Unter-
schiede [7, 8]. Vor allem in Zentral- und Westeuropa wurde in
den 1990er-Jahren dank effektiver Impfprogramme und verbes-
serter Hygienemaßnahmen eine Reduktion der HDV-Prävalenz
beobachtet, während in anderen Regionen der Welt eine stei-
gende HDV-Prävalenz von bis zu 30-40 % zu verzeichnen war.
Klassische Endemiegebiete des HDV liegen zum Beispiel im Mit-
telmeerraum, in Südosteuropa, in Ländern des Mittleren Ostens
und in Mittel- und Nordasien sowie in Zentralafrika, in Südame-
rika bzw. in der Westpazifischen WHO-Region [9]. Die weltweit
höchste HDV-Prävalenz weist die Mongolei auf, wo etwa zwei
Drittel aller HBsAg-Träger auch mit HDV infiziert sind. In Europa
findet man die höchste Rate an HDV-Erkrankungen in Rumänien.
In den letzten 10-20 Jahren werden steigende HDV-Prävalenzen
in Osteuropa und ebenso in südlichen Ländern der ehemaligen
Sowjetunion beobachtet [10]. Als mögliche Ursachen für die-
se Entwicklung werden sinkende Hygiene-Standards, erhöhte
Mobilität und die Zunahme des intravenösen Drogengebrauchs
diskutiert.
In den letzten 10 Jahren belegen verschiedene Studienergeb-
nisse auch einen Aufwärtstrend von HDV-Infektionen in nicht-
endemischen Ländern in Zentral- und Westeuropa. Es werden
HDV-Prävalenzen zwischen 8 und 12 % genannt [3, 4, 11]. Die
Studienlage zeigt, dass diese Entwicklung in erster Linie auf Im-
migration aus Regionen mit einer hohen HDV-Prävalenz zurück-
zuführen ist. So lag beispielsweise zwischen 2008 und 2014 in
Ländern wie England, Deutschland, Frankreich und Italien der
Anteil der Hepatitis D-Erkrankten mit einem Migrationshinter-
grund zwischen 40 bis 85 %. Dabei wurde die HDV-Transmission
in den meisten Fällen auf enge Kontakte im familiären Bereich
zurückgeführt [12].
HDV-Infektionen unter der einheimischen Bevölkerung in nicht-
endemischen Ländern werden in erster Linie bei Personen mit
einem intravenösen Drogengebrauch beobachtet. Eine Zusam-
menstellung der am häufigsten genannten Risikofaktoren für
eine HDV-Infektion in Niedrig-Prävalenzgebieten wird im Kas-
ten 3 gezeigt.
Pathogenese der HDV-Infektion
Das HDV repliziert ausschließlich in der Leber, wo direkte patho-
logische Veränderungen wie Leberzell-Nekrosen und Entzün-
dungsreaktionen auftreten. Bei einer Hepatitis D haben diese
Veränderungen im Vergleich zu anderen Formen viraler Hepati-
tiden eine weitaus stärkere Ausprägung.
Die zytotoxische Wirkung der HDV-Replikation in den Hepato-
zyten ist noch nicht eindeutig geklärt. Für die Viruselimination
trägt im Wesentlichen die zelluläre Immunreaktion gegen das
HD-Antigen bei [10].
Natürlicher Verlauf einer HDV-Infektion
Die HDV-Infektion tritt nur zusammen mit oder bei einer beste-
henden HBV-Infektion auf. Demzufolge werden zwei Verlaufs-
formen der HDV-Infektion beschrieben: die
HBV/HDV-Simulta-
ninfektion und die HDV-Superinfektion eines bereits mit HBV
infizierten Menschen. Beide Formen können sowohl akut als
auch chronisch verlaufen, wobei die höchsten
Chronifizierungs-
raten bei HDV-Superinfektionen beobachtet werden.
Bei der HBV/HDV-Simultaninfektion werden gleichzeitig HBV
und HDV übertragen. Nach Infektion existieren beide Virusar-
ten in den infizierten Leberzellen in einer Art labiler Koexistenz,
wobei der Gipfel der viralen Replikation für HBV und HDV mit-
unter zeitlich um einige Wochen versetzt eintreten kann. Das
Spektrum an klinischen Verläufen ist dementsprechend groß
- von asymptomatischer Infektion bis fulminanter Hepatitis.
In bis zu 95 % der Fälle kommt es zu einer akuten Form der
Hepatitis, die im Vergleich zu einer akuten HBV-Monoinfektion
klinisch schwerer verlaufen kann, in der Regel aber innerhalb
von drei bis zwölf Wochen ausheilt. Die klinischen Zeichen und
Symptome sind bei Ausheilung rückläufig und enden mit dem
Verschwinden beider Virusarten im Serum des Patienten sowie
mit der Bildung neutralisierender Antikörper gegen das HBsAg
(Serokonversion zu anti-HBs). Spezifische Antikörper gegen das
HD-Antigen sind bereits nach wenigen Monaten nicht mehr im
Serum nachweisbar. Eine fulminante Hepatitis wird bei einer
HBV/HDV-Simultaninfektion eher selten, insbesondere aber bei
Drogensüchtigen, beobachtet.
Man spricht von einer HDV-Superinfektion, wenn sich die HDV-
Infektion auf eine bereits bestehende HBV-Infektion „aufsetzt“.
Der Krankheitsverlauf ist in der Regel sehr ausgeprägt und mit
einer hohen HD-Virämie verbunden. Dagegen werden asympto-
matische Verläufe sowie eine spontane Ausheilung nur selten
beobachtet. In Abhängigkeit vom HDV-Genotyp werden in 70-
95 % der Fälle schwere chronische Verläufe mit Ausbildung einer

│9
Leberzirrhose beschrieben. Sehr häufig ist der chronische
Krank-
heitsverlauf progredient und aggressiver als bei einer chroni-
schen HBV-Monoinfektion. Vielfach sind eine schnell fortschrei-
tende Fibrose, eine frühe hepatische Dekompensationen sowie
eine gesteigerten Rate an hepatozellulären Karzinomen (HCC)
zu beobachten. Nicht selten entsteht im weiteren Verlauf einer
HDV-Superinfektion die Erfordernis einer Lebertransplantation.
Virologische und serologische Marker einer HDV-Infek-
tion
Das HD-Antigen (HDAg) ist in der Regel nur in den ersten beiden
Krankheitswochen im Patientenserum nachweisbar. Hingegen
wird bei einer chronischen HDV-Infektion eine Persistenz des
HDAg in den Leberzellen beobachtet.
Spezifische Antikörper gegen das HDAg werden wie bei HBV-
Infektionen mit Ausbruch der klinischen Symptome nachweisbar
und können hohe Konzentrationen im Serum erreichen. Labor-
diagnostisch von Bedeutung sind die Gesamtantikörper bzw.
spezifische IgG-Antikörper gegen HDAg (Anti-HDV-Gesamt
bzw. Anti-HDV-IgG). Der Nachweis von IgM-Antikörpern gegen
HDV gilt dagegen als wenig spezifisch und spielt deshalb in der
serologischen HDV-Diagnostik nur eine untergeordnete Rolle
[12]. Eine Übersicht zu den wesentlichen labordiagnostischen
Markern für eine akute HBV/HDV-Simultan- bzw. für eine
chro-
nische HDV-Superinfektion zeigt Tabelle 2.
Der entscheidende labordiagnostische Parameter zur Unter-
scheidung zwischen akuter oder chronischer HDV-Infektion ist
der direkte Nachweis erregerspezifischer Nukleinsäure. Man
spricht von einer chronischen HDV-Infektion, wenn HDV-RNA
länger als 6 Monate im Serum des Patienten nachweisbar ist.
Bei 70-90 % der Patienten mit einer HDV-Superinfektion wird
eine niedrige bzw. unterdrückte HBV-Replikation beobachtet
(HBV-DNA nicht bzw. mit geringer Viruslast nachweisbar). Im
Verlauf der Erkrankung können die viralen Dominanzen aber
auch variieren, so dass zeitweise auch erhöhte HBV-DNA-Werte
im Serum des Patienten nachweisbar sind. Ebenso können der
HBV-DNA- und der HDV-RNA-Spiegel im Serum des Patienten
zueinander invers proportional sein, da eine hohe Replikations-
rate des HDV einen suppressiven Effekt auf den HBV-DNA-Spie-
gel bewirken kann.
Tabelle 2: Wichtige labordiagnostische Marker der HDV-
Infektion
Serum-Marker
Nachweis bei einer
akuten HBV/HDV-
Simultaninfektion
Nachweis bei einer
chronischenHDV-
Superinfektion
HD-Antigen
früh und nur für kurze Zeit im Serum (meist nur in
ersten beiden Wochen nach Infektion)
HDV-RNA
früh und transient
früh und persistent
(Nachweis > 6 Monate)
Anti-HDV-Gesamt bzw.
Anti-HDV-IgG
in später akuter Phase,
oft niedrige Titer
Titer schnell anstei-
gend, oft hohe Titer
Algorithmus zum Labornachweis einer HDV-Infektion
Zum Ausschluss einer HDV-Infektion ist die Sicherung der Dia-
gnose der HBV-Infektion obligatorisch. Für die Labordiagnostik
der HDV-Infektion ist allgemein folgendes Stufenschema nach
den Empfehlungen in der aktuellen S3-Leitlinie zur „Prophyla-
xe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-B-(HBV)-Infektion“
anerkannt [13]: Das Patientenserum sollte zunächst in einem
serologischen Screening-Test (Immunoassay) auf HDV-Antikör-
per untersucht werden (Untersuchung auf Anti-HDV-Gesamt
bzw. Anti-HDV-IgG). Bei einem positiven Screening-Ergebnis ist
der direkte Erregernachweis, die Untersuchung auf HDV-RNA
mittels Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-
PCR), angezeigt, um Aussagen zum Krankheitsstadium (akute
oder persistierende Hepatitis D-Infektion) sowie zur Infektiosi-
tät des Patienten ableiten zu können.
Im Zusammenhang mit der hohen genomischen Variabiltät so-
wie den strukturellen Besonderheiten des HD-Virus kann der
PCR-Nachweis im Serum oder Plasma möglicherweise schwierig
sein. Daher sollte bei klinischem Verdacht auf eine HDV-Infek-
tion und fehlendem Erregernachweis ein zweiter, unabhängiger
PCR-Assay eingesetzt werden [13]. Ebenso kann eine Testwie-
derholung mit einer weiteren Patientenprobe sinnvoll sein, um
die Möglichkeit eines fluktuierenden Krankheitsverlaufes oder
einer initial „intermittierenden“ Virämie ausschließen zu kön-
nen.
Indikationen für eine HDV-Diagnostik
In oben genannter S3-Leitlinie wird eine HDV-Diagnostik gene-
rell für alle Hepatitis-B-Patienten empfohlen. Eine entsprechen-
de Untersuchung sollte mindestens einmalig sowohl bei einer
neu diagnostizierten HBV-Infektion als auch bei einer bisher
fehlenden Testung bei einer bekannten HBV-Infektion durchge-
führt werden [13].
Weitere Indikationsempfehlungen ergeben sich bei bestimmten
klinischen Phänomenen, die im Zusammenhang mit einer HDV-
Infektion auftreten können. In Tabelle 3 sind die vier wesentli-
chen Indikationen für eine HDV-Diagnostik zusammengestellt.
Tabelle 3: Übersicht zu den wesentlichen Indikationen für
eine HDV-Diagnostik nach S3-Leitlinie [13]
1
Hepatitis-B-Patient (sowohl bei einer neu diagnostizier-
ten HBV-Infektion als auch bei einer bisher fehlenden
Testung bei einer bekannten HBV-Infektion)
2
Exazerbation einer chronischen Hepatitis B
3
schwere oder fulminant akute Hepatitis B
4 sehr aktive Hepatitis B mit niedriger oder negativer
HBV-DNA
HDV-Diagnostik an der LUA Sachsen
An der LUA werden im Fachbereich Humanmedizin serologi-
sche Screening-Untersuchungen zum Nachweis von Gesamt-
Antikörper gegen HDAg (Anti-HDV-Gesamt) durch Einsatz eines
kommerziell verfügbaren Immunoassays durchgeführt. Eine La-
bormethode zum direkten Nachweis von HDV-RNA im Blut wird
aktuell aufgebaut.
Zusammenfassung und Perspektive
Die Hepatitis D hat bei uns in den letzten Jahren an Bedeutung
gewonnen und wird im klinischen Alltag oft nicht im ausrei-
chenden Maße berücksichtigt. Demzufolge gilt die HDV-Infek-
tion im Allgemeinen als „möglicherweise unterdiagnostiziert“.

10 │
In der S3-Leitlinie über „Prophylaxe, Diagnostik und Therapie
der Hepatitis-B-Virus (HBV)-Infektion“ werden auch Empfeh-
lungen zur Indikation und Diagnostik einer HDV-Infektion ge-
geben [13].
Durch ein leitlinienadäquates Handeln könnte die HDV-Infekti-
on in der Praxis die erforderliche Beachtung gewinnen.
]
Die Hepatitis D ist eine durch das Hepatitis-Delta-Virus
(HDV) hervorgerufene Infektionserkrankung und stellt die
schwerwiegendste Form der Virushepatitis dar.
]
Das HDV ist ein natürliches Satelliten-Virus des HBV.
]
Das HDV-Genom (kleine, zirkuläre Einzelstrang RNA) ist an
das Hepatitis-Delta-Antigen (HDAg) gebunden.
]
Das HDV-Genom kann zwar unabhängig von HBV replizieren,
für Infektiosität benötigt HDV aber die Hüllproteine des HBV.
]
HDV kann entweder simultan mit HBV übertragen werden
oder aber einen HBV-Träger im späteren Verlauf infizieren
(Superinfektion).
]
Bei einer neu diagnostizierten HBV-Infektion als auch bei
einer bisher fehlenden Testung bei einer bekannten HBV-
Infektion sollte auf eine HDV-Infektion untersucht werden
(insbesondere bei Immigration aus HDV-Endemiegebieten
bzw. bei intravenösen Drogengebrauch).
Literatur:
[1] Bonifer R. Hepatitis D in der Schweiz, Eine stille Epidemie.
ARS MEDICI DOSSIER II+III, 2011: 22
[2]
Wranke A et al.. Aktuelles Management der Hepatitis Delta.
J Gastroenterol Hepatol Erkr 2015; 13 (4): 11-17
[3] Wedemeyer H et al.. Hepatitis D Virus Infection-not a va-
nishing disease in Europe. Hepatology, 2007; 45 (5): 1331-
1332
[4] Gaeta GB et al.. Hepatitis Delta in europa: vanishing or re-
freshing?. Hepatology, 2007; 46 (4): 1312-1313
[5] Rizzetto M. The delta agent. Hepatology 1983; 3: 729-737
[6] WHO Global Hepatitis report 2017.
https://www.who.int/
hepatitis/publications/global-hepatitis-report2017/en/
(zugegriffen am 26.10.2018)
[7] Pascarella S, Negro F. Hepatitis D virus: an update. Liver
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[8] En-Lieng Leung Ki, Pache I, Moradpour D. Hepatitis D.
Schweiz; Med Forum 2009; 9 (9): 184-187
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reva-Vizule S. Virushepatitis B und D im Jahr 2016. Epid
Bull 2017, 31: 297-308
[10] Gerlich W et al.. Medizinische Mikrobiologie - Grundlagen,
Diagnostik, Prävention und Therapie viraler Erkrankungen.
Thieme-Verlag, 2. komplett überarbeitete und erweiterte
Auflage 2009
[11] Cross TJ et al.. The increasing prevalence of hepatitis delta
virus (HDV) infection in South London. J Med Virol 2008;
80: 277-282
[12] Rizzetto M. Hepatitis D Virus: Introduction and epidemio-
logy. Cold Spring Harb Perspect Med 2015; 5 (7): a021576
[13] Cornberg M et al.. Aktualisierung der S 3-Leitlinie zur Pro-
phylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-B-Virusin-
fektion. Z Gastroenterol 2011; 49: 871-930
Bearbeiter: DB Ursula Reif
LUA Dresden

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│11
Humanpathogene
Yersinia enterocolitica
stellen in der EU die
dritthäufigsten bakteriellen Lebensmittelinfektionserreger dar,
wobei Deutschland die höchsten Meldezahlen aufweist (EFSA
und ECDC 2017). Dabei ist eine hohe Dunkelziffer durch nicht ge-
meldete oder nicht diagnostizierte Yersiniosen sehr wahrschein-
lich (Nowak 2016). Die Inzidenz in Sachsen, Sachsen-Anhalt
und Thüringen (durchschnittlich 7-11 Erkrankungen/100.000
Einwohner) liegt überdurchschnittlich hoch gegenüber anderen
Bundesländern (Robert Koch-Intitut (RKI) 2017).
Die Übertragung erfolgt über kontaminiertes Trinkwasser oder
kontaminierte Lebensmittel tierischer Herkunft (RKI 2017), wo-
bei Schweinefleisch und daraus hergestellte Erzeugnisse als
Hauptinfektionsquelle angesehen werden.
Eine Infektion mit
Yersinia enterocolitica
äußert sich durch
wässrigen Durchfall, Erbrechen, krampfartige Bauchschmerzen
und grippeähnlichen Symptomen wie Fieber. Des Weiteren sind
Folgeerkrankungen wie Gelenksentzündungen und schmerzhaf-
te Entzündungen des Unterhautfettgewebes möglich.
Yersinien sind gramnegative, fakultativ anaerobe Stäbchenbak-
terien, welche der Familie der
Enterobacteriaceae
zugeordnet
werden. Insbesondere die Spezies
Yersinia enterocolitica
ist sehr
heterogen und wird in verschiedene Biovare und Serovare un-
tergliedert. Die vorkommenden Biotypen (1A, 1B, 2 – 5) gelten
mit Ausnahme von Biotyp 1A als humanpathogen.
Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen untersucht vor allem
Hackepeter, Schweinehackfleisch und Fleischstücke, die zur
Verarbeitung zum Hackepeter vorgesehen sind, auf humanpa-
thogene
Yersinia enterocolitica
. In den letzten 5 Jahren verlief
der Nachweis in 7,5 bis 15,3 % der untersuchten Proben positiv
(Tabelle 1).
Tabelle 1: Nachweise von humanpathogenen Yersinia en-
terocolitica in Lebensmitteln an der Landesunter-
suchungsanstalt Sachsen von 2014 bis 2018
Jahr
Anzahl der Unter-
suchungen
davon positiv
Nachweisrate in %
2018
625
47
7,5
2017
575
52
9,0
2016
537
82
15,3
2015
613
85
13,9
2014
592
48
8,1
Im Jahr 2018 wurde in 47 der 625 untersuchten Proben
Yersinia
enterocolitica
nachgewiesen (Tabelle 1), was einer Nachweisra-
te von 7,5 % entspricht.
Schwerpunkt der Untersuchung ist Hackepeter, ein gewürztes
Schweinehackfleisch, das zum Rohverzehr bestimmt ist. In
die-
sem Produkt lag die Nachweisrate bei 7,2 % (Tabelle 2).
Tabelle 2: Anzahl der Untersuchungen und Nachweise von
humanpathogenen Yersinia enterocolitica in aus-
gewählten Lebensmitteln im Jahr 2018 durch die
Landesuntersuchungsanstalt Sachsen
Produkt
Untersuchungen
gesamt
davon positiv
in %
Fleisch und Hackfleisch
67
7
10,4
Hackepeter/Mett
543
39
7,2
Wurstwaren
10
0
sonstige
5
1
Zudem sind auch ungewürzte Schweinehackfleischproben
so-
wie Fleischstücke, die zur Verarbeitung zu
Hackfleischproduk-
ten vorgesehen sind, umfänglich untersucht worden. In diesen
Produkten konnte eine Nachweisrate von 10,4 % festgestellt
werden (Tabelle 2).
Untersuchung von Lebensmitteln auf humanpatho-
gene Yersinia enterocolitica
Abbildung 1:
Yersinia enterocolitica auf einem Selektivlnährmedium
(CIN-Agar)
Abbildung 2:
Hackepeter, ein oft kontaminiertes Lebensmittel

12 │
Vereinzelt wurden auch kurz gereifte Rohwürste (z. B. Mett-
würste) auf diesen Erreger untersucht. In keiner dieser Proben
konnten Yersinien detektiert werden.
Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass Hackepeter und
Schweinehackfleisch ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit
Yersinia enterocolitica
darstellen. Insbesondere Risikogruppen
wie Kindern, Immungeschwächten und Schwangeren ist des-
halb vom Verzehr von Hackepeter abzuraten. Eine Erhitzung auf
mindestens 70 °C für zwei Minuten im Inneren des Lebensmit-
tels wird als ausreichend angesehen, um Yersinien abzutöten
(Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 2012). Der Verzehr
von durcherhitzten Produkten spielt somit keine Rolle für eine
Yersinien-Infektion.
Bearbeiter: Theresa Bartosch
LUA Chemnitz
Dr. med. vet. Regine Preißler
LUA Chemnitz
Mathias Ferl
LUA Chemnitz

image
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│13
Untersuchungsmaterial
Anfang August 2018 wurde durch den Fischgesundheitsdienst
ein in einer Talsperre verendet aufgefundener Aal in die LUA
Sachsen eingesandt. Da sich der Aal bereits im Stadium fortge-
schrittener Autolyse befand, erschienen die sonst üblicherweise
eingeleiteten pathomorphologischen, bakteriologischen, parasi-
tologischen und virologischen Untersuchungen von vorn herein
aussichtslos. Das Material wurde deshalb direkt zur elektronen-
mikroskopischen Untersuchung weitergeleitet, um eine eventu-
elle Viruserkrankung oder Virusbeteiligung nachzuweisen.
Elektronenmikroskopische Untersuchungen
Der elektronenmikroskopische Virusnachweis im Negativkont-
rastverfahren ist eine Nachweismethode, die auf der rein mor-
phologischen Beurteilung von Partikeln in der Größenordnung
von Viren beruht. Die gefundenen Partikel werden aufgrund ih-
rer Größe und Form sowie der Oberflächenstrukturen
bestimm-
ten Virusfamilien zugeordnet, deren Mitglieder (Unterfamilien,
Genera, Spezies) sich in der Regel morphologisch sehr ähneln
oder gleichen. Herpesviren von Fischen entsprechen morpho-
logisch im Negativkontrastverfahren prinzipiell denen der bei
Säuger vorkommenden Herpesviren. Erfahrungsgemäß zeigen
sie jedoch im Präparat häufig relativ stark variierende
Partikel-
größen. Außerdem werden, auch in frischem Untersuchungsma-
terial, immer wieder Virusdeformationen und Virusfragmente
beobachtet, so dass die bei Fischen gefundenen Herpesviren
nicht immer als solche zu erkennen bzw. zu identifizieren sind.
Die Detektion dieser Viren bedarf daher einiger Erfahrung.
Die elektronenmikroskopische Untersuchung wurde im Negativ-
kontrastverfahren mit 2 %iger Phosphorwolframsäure durchge-
führt. Im vorliegenden Fall konnten neben Virusfragmenten und
stark deformierten Virusstrukturen (Abbildung 1) auch morpho-
logisch intakte Herpesviruspartikel (Abbildung 2) nachgewiesen
werden, die den elektronenmikroskopischen Befund Herpesvira-
les zweifelsfrei zuließen.
Molekularbiologische Diagnostik
Nach gültiger Virustaxonomie sind Herpesviren verschiedener
Fischarten der Familie der Alloherpesviridae zugeordnet. Eine
detaillierte Übersicht ist in Abbildung 3 dargestellt...
Insofern war nach dem elektronenmikroskopischen Ergebnis,
also dem morphologischen Nachweis von Herpesviren bei dem
verendet aufgefundenen Aal, eine weiterführende Abklärung
notwendig. Hierbei kamen molekularbiologische Methoden zum
Nachweis spezifischer Erbgutanteile mittels Polymerase
Ket-
tenreaktion (PCR) zum Einsatz. Da an der LUA Sachsen keine
molekulare Methode für den spezifischen Nachweis für Aal-
Herpesvirus (Anguillid Herpesvirus 1, AngHV-1) zur Verfügung
stand, wurde zuerst eine Herpes Consensus PCR (Pan-Herpes-
Elektronenmikroskopischer Nachweis und moleku-
larbiologische Bestätigung einer Herpesvirusinfek-
tion beim Aal (Anguillid Herpesvirus - 1) in Sachsen
- Ein Fallbericht -
Abbildung 1:
Herpesvirales, Aal (deformierte Viruspartikel)
Abbildung. 2: Herpesvirales, Aal (intaktes Viruspartikel)
Virus Taxonomy: 2018 Release
EC 50, Washington, DC, July 2018 Email ratification October 2018 (MSL
#33)
order: Herpesvirales
family
: Alloherpesviridae
genus
: Batrachovirus
species
: Ranid herpesvirus 1 (Frösche)
genus
: Cyprinivirus
species: Anguillid herpesvirus 1 (Aale)
species
: Cyprinid herpesvirus 1 (Karpfen)
species
: Cyprinid herpesvirus 2 (Karpfen)
species
: Cyprinid herpesvirus 3 (Karpfen)
genus
: Ictalurivirus
species
: Acipenserid herpesvirus 2 (Störe)
species
: Ictalurid herpesvirus 1 (Katzenwelse)
species
: Ictalurid herpesvirus 2 (Katzenwelse)
genus
: Salmonivirus
species
: Salmonid herpesvirus 1 (Forellen, Lachsfische)
species
: Salmonid herpesvirus 2 (Forellen, Lachsfische)
species
: Salmonid herpesvirus 3 (Forellen, Lachsfische)
family
: Herpesviridae
subfamily
: Alphaherpesvirinae
subfamily
: Betaherpesvirinae
subfamily
: Gammaherpesvirinae
family
: Malacoherpesviridae
Abbildung 3: Auszug aus der aktuell gültigen Taxonomie der Herpesviren des
ICTV, ergänzt durch Wirtsspektren

image
image
image
14 │
PCR) durchgeführt. Die Pan-Herpes-PCR ist in der Lage, eine
Vielzahl von Herpesviren zu erkennen und die entsprechenden
Genomabschnitte zu amplifizieren.
Mit dieser eingesetzten PCR konnte bei den Organproben ein
für Herpesvirus spezifisches DNA-Fragment amplifizieren
(Ab-
bildung 4) und somit das Ergebnis des elektronmikroskopischen
Nachweises molekular bestätigt werden.
Darüber hinaus wurde das PCR-Produkt sequenziert. Diese
weitere molekulare Analyse zeigte, dass die aus dieser Unter-
suchung abgeleiteten Sequenzen sich mit denen von AngHV-1
gruppieren, die in der Datenbank GenBank hinterlegt sind (nicht
dargestellt). Damit wurde die Infektion des eingesandten Aals
mit dem Aal-Herpesvirus AngHV-1 lückenlos abgeklärt und be-
stätigt.
Infektionen mit dem Aal-Herpesvirus kommen in Aquakultur-
anlagen in Deutschland immer wieder vor (LfL 2013). Die kli-
nischen Erscheinungen beinhalten Apathie, Hämorrhagien und
Ulzerationen an Haut und Flossen (siehe Abbildung 5), Hämor-
rhagien und Epithelschwellungen der Kiemen sowie eine blasse
Leber. Unter bestimmten Umständen können Verluste von bis zu
60 % auftreten. Obwohl die Erkrankung grundsätzlich bekannt
ist und nunmehr der Nachweis auch vorliegt, ist die Bedeutung
bzw. die Ausbreitung dieser Virusinfektion in Sachsen bislang
nicht bekannt. Für weitere Abklärungsuntersuchungen wurde an
der LUA Sachsen die AngHV-1-spezifische PCR als zusätzliche
molekulare diagnostische Methode etabliert und steht zur wei-
teren Anwendung zur Verfügung (Abbildung 6).
Zusammenfassung
Die Bestände des europäischen Aals haben sich in den vergan-
genen Jahrzehnten drastisch reduziert und befinden sich
mitt-
lerweile in einem besorgniserregenden Zustand. Alle Stadien
(Glasaal, Gelbaal, Blankaal) sind hiervor betroffen (ICES, 2017).
Als Gründe für den Rückgang werden neben der Überfischung,
Schäden durch Kormorane sowie Turbinen von Wasserkraftwer-
ken auch Infektionen mit Parasitien (z. B. Schwimmblasenwurm)
vermutet. Auch das Aal-Herpesvirus wird zunehmend mit Ver-
lusten von Aalen in Verbindung gebracht; hiervon sind auch die
Wildfischbestände betroffen (Kempter et al 2014). Zur schnellen
Verbreitung von Krankheiten und Krankheitserregern trägt zu-
nehmend der weltweite Handel und Transport von Fischen bei.
So werden in einigen Ländern Glasaalfänge aus Wildbeständen
importiert, um den Besatz von Aquakulturanlagen und damit
die kommerzielle Mästung von Aale sicherzustellen. In diesen
Fällen wird obligatorisch eine Untersuchung zum Nachweis vi-
rulenter Aalviren durchgeführt. Gleiches sollte für die Aufzucht
von Aalen gelten, die für den Besatz von Freigewässern vorge-
sehen sind. Eine Freisetzung von Aalen in offene Gewässer ohne
eine virologische Kontrolle ist aus fachlicher Sicht nicht mehr
vertretbar. So wie im vorliegenden Beispiel dargestellt halten
sich der Aufwand und die Kosten für den elektronenmikroskopi-
schen Herpesvirusnachweis und die nachfolgende Bestätigung
von AngHV-1 mithilfe der PCR-Methode in einem vertretbaren
Rahmen.
Bislang liegen noch keine Daten zu möglichen anderen emp-
fänglichen Fischspezies für AngHV-1 in offenen Gewässern vor,
die bei der Übertragung und Verbreitung des Virus in der natür-
lichen Umgebung eine Rolle spielen könnten. Untersuchungen
zu Herpesvirusinfektionen bei Karpfen haben beispielsweise ge-
zeigt, dass 18 weitere Fischarten als Überträger in Frage kom-
men können (Kempter et al. 2014). In Anbetracht der Tatsache,
dass in den letzten Jahren eine vermehrte Aalsterblichkeit in Eu-
ropa beobachtet wurde und die Aalpopulation zurückgegangen
ist (WWF 2017), sollte die virologische Untersuchung sowohl bei
Verlustgeschehen als auch bei der Überwachung von Beständen
mit einbezogen werden.
Abbildung 4:
Nachweis von Herpesvirus-spezifischer DNA in der Organprobe,
Amplifikation der Verdünnungsreihe (10 -1 – 10 -7 )
Abbildung 5: Pockenartige Veränderungen der Haut, die vermutlich auf Aal-
Herpesvirus-Infektion zurückzuführen sind
(Quelle: Lehmann et. al. 2005)
Abbildung 6:
Nachweis Aal-Herpesvirus, AngHV-1-spezifische Nukleinsäure mittels Real-Time PCR, Amplifikation der Verdünnungsreihe (10 -1 – 10 -7 )

│15
Quellen
1.
Lehmann et. al. 2005: Umwelt und Krankheitsbelastungen
der Aale in Nordrhein-Westfalen, TÖBF-Mittteilung, Seite
36 – 40.
2. LfL (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft) 2013:
Die Situation des Europäischen Aals (Anguilla anguilla) in
Bayern, Schriftenreihe 3, Seite 1 – 34.
3. Kempter et al .2014: First detection of Anguillid Herpes-
virus 1 (AngHV-1) in European eel (Anguilla Anguilla) and
imported American eel (Anguilla rostrata) in Poland. Bull.
Eur. Ass. Fish Pathol., 34(3), 87-92.
4.
ICES 2017: Report of the Joint EIFAAC/ICES/GFCM Working
Group on Eels (WGEEL), Kavala, Greece. ICES CM ACOM,
15, 1 - 101.
5. WWF (World Wide Fund For Nature) 2017: Hintergrund:
Europäischer Aal- Status, Gefährdung, Schutz, Seite 1 - 12
Bearbeiter: Dr. med. vet. Aemero Muluneh LUA Dresden
Dr. med. vet. Kathrin Hoffmann LUA Dresden

16 │
Neue Rechtsbestimmungen im Bereich des LFGB –
Oktober 2018 bis Dezember 2018
1.8
Verordnung (EU) 2018/1515 der Kommission vom 10.
Ok-
tober 2018 zur Änderung der Anhänge III und V der Verord-
nung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an Rückständen
von Diphenylamin und Oxadixyl in oder auf bestimmten
Erzeugnissen (ABl. Nr. L 256/33)
1.9
Verordnung (EU) 2018/1516 der Kommission vom 10.
Ok-
tober 2018 zur Änderung der Anhänge II und III der Verord-
nung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments und
des Rates hinsichtlich der Höchstgehalte an Rückständen
von Penoxsulam, Triflumizol und Triflumuron in oder auf
bestimmten Erzeugnissen (ABl. Nr. L 256/45)
1.10
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1529 der
Kommis-
sion vom 8. Oktober 2018 zur Eintragung eines Namens
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben („Cioccolato
di Modica“ (g.g.A.)) (ABl. Nr. L 257/3)
1.11
Verordnung (EU) 2018/1555 der Kommission vom 17.
Ok-
tober 2018 über die Nichtzulassung bestimmter gesund-
heitsbezogener Angaben über Lebensmittel betreffend die
Verringerung eines Krankheitsrisikos (ABl. Nr. L 261/3)
1.12
Verordnung (EU) 2018/1556 der Kommission vom 17.
Ok-
tober 2018 über die Nichtzulassung bestimmter anderer
gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als An-
gaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie
die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (ABl. Nr.
L 261/6)
1.13
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1584 der
Kommissi-
on vom 22. Oktober 2018 zur Änderung der Verordnung
(EG) Nr. 889/2008 mit Durchführungsvorschriften zur
Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates über die
ökolo-
gische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von
ökologischen/biologischen Erzeugnissen hinsichtlich der
ökologischen/biologischen Produktion, Kennzeichnung und
Kontrolle (ABl. Nr. L 264/1)
1.14
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1594 der
Kommis-
sion vom 22. Oktober 2018 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation einer im Register
der garantiert traditionellen Spezialitäten eingetragenen
Bezeichnung (Bratislavský rožok/Pressburger
Kipfel/Pozso-
nyi kifli (g.t.S.)) (ABl. Nr. L 265/1)
1.15
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1615 der
Kommissi-
on vom 22. Oktober 2018 zur Eintragung eines Namens
in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen
und der geschützten geografischen Angaben „Lucanica di
Picerno“ (g.g.A.) (ABl. Nr. L 270/1)
1.16
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1630 der
Kommissi-
on vom 24. Oktober 2018 zur Eintragung eines Namens in
1. Europäisches Recht
1.1
Verordnung (EU) 2018/1461 der Kommission vom 28.
Sep-
tember 2018 zur Änderung des Anhangs II der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments
und des Rates sowie des Anhangs der Verordnung (EU) Nr.
231/2012 der Kommission in Bezug auf die Verwendung
von niedrig substituierter Hydroxypropylcellulose (L-HPC)
in Nahrungsergänzungsmitteln (ABl. Nr. L 245/1)
1.2
Verordnung (EU) 2018/1462 der Kommission vom 28.
Sep-
tember 2018 zur Änderung des Anhangs der Verordnung
(EU) Nr. 231/2012 mit Spezifikationen für die in den
An-
hängen II und III der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des
Europäischen Parlaments und des Rates aufgeführten Le-
bensmittelzusatzstoffe in Bezug auf die Spezifikationen
für bestimmte Sorbitanester (E 491 Sorbitanmonostearat,
E 492 Sorbitantristearat und E 495 Sorbitanmonopalmitat)
(ABl. Nr. L 245/6)
1.3
Verordnung (EU) 2018/1472 der Kommission vom 28.
Sep-
tember 2018 zur Änderung des Anhangs II der Verord-
nung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments
und des Rates sowie des Anhangs der Verordnung (EU) Nr.
231/2012 der Kommission in Bezug auf Echtes Karmin (E
120) (ABl. Nr. L 247/1)
1.4
Verordnung (EU) 2018/1481 der Kommission vom 4.
Ok-
tober 2018 zur Änderung der Anhänge II und III der Ver-
ordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments
und des Rates sowie des Anhangs der Verordnung (EU) Nr.
231/2012 der Kommission in Bezug auf Octylgallat (E 311)
und Dodecylgallat (E 312) (ABl. Nr. L 251/13)
1.5
Verordnung (EU) 2018/1482 der Kommission vom 4.
Okto-
ber 2018 zur Änderung des Anhangs I der Verordnung (EG)
Nr. 1334/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates
im Hinblick auf Coffein und Theobromin (ABl. Nr. L 251/19)
1.6
Verordnung (EU) 2018/1497 der Kommission vom 8.
Ok-
tober 2018 zur Änderung des Anhangs II der Verordnung
(EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des
Rates hinsichtlich der Lebensmittelkategorie 17 und der
Verwendung von Lebensmittelzusatzstoffen in Nahrungs-
ergänzungsmitteln (ABl. Nr. L 253/36)
1.7
Verordnung (EU) 2018/1514 der Kommission vom 10.
Ok-
tober 2018 zur Änderung der Anhänge II, III und IV der
Verordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen
Parla-
ments und des Rates hinsichtlich der Rückstandshöchst-
gehalte von Abamectin, Acibenzolar-S- methyl, Clopyra-
lid, Emamectin, Fenhexamid, Fenpyrazamin, Fluazifop-P,
Isofetamid, Pasteuria nishizawa Pn1, Talkum E 553b und
Tebuconazol in oder auf bestimmten Erzeugnissen (ABl. Nr.
L 256/8)

│17
das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen und
der geschützten geografischen Angaben
(„Lička janjetina“
(g.g.A.)) (ABl. Nr. L 272/16)
1.17
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1631 der
Kommissi-
on vom 30. Oktober 2018 zur Genehmigung des Inverkehr-
bringens von Pulver aus Cranberry-Extrakt als neuartiges
Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283 des
Europäischen Parlaments und des Rates sowie zur Ände-
rung der Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der
Kommission (ABl. Nr. L 272/17)
1.18
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1632 der
Kommissi-
on vom 30. Oktober 2018 zur Genehmigung des Inverkehr-
bringens von basischem Molkenprotein-Isolat aus Kuh-
milch als neuartiges Lebensmittel gemäß der Verordnung
(EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments und des
Ra-
tes sowie zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU)
2017/2470 der Kommission (ABl. Nr. L 272/23)
1.19
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1633 der
Kommis-
sion vom 30. Oktober 2018 zur Genehmigung des Inver-
kehrbringens von raffiniertem Shrimps-Peptid-Konzentrat
als neuartiges Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU)
2015/2283 des Europäischen Parlaments und des Rates
sowie zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU)
2017/2470 der Kommission (ABl. Nr. L 272/29)
1.20
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1647 der
Kommis-
sion vom 31. Oktober 2018 zur Genehmigung des Inver-
kehrbringens von Eimembran-Hydrolysat als neuartiges
Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283 des
Europäischen Parlaments und des Rates sowie zur Ände-
rung der Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der
Kommission (ABl. Nr. L 274/51)
1.21
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1648 der
Kommis-
sion vom 29. Oktober 2018 zur Genehmigung des Inver-
kehrbringens von Xylo-Oligosacchariden als neuartiges
Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283 des
Europäischen Parlaments und des Rates sowie zur Ände-
rung der Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der
Kommission (ABl. Nr. L 275/1)
1.22
Verordnung (EU) 2018/1649 der Kommission vom 5.
No-
vember 2018 zur Änderung des Anhangs I der Verordnung
(EG) Nr. 1334/2008 des Europäischen Parlaments und des
Rates hinsichtlich der Streichung bestimmter Aromastoffe
aus der Unionsliste (ABl. Nr. L 275/7)
1.23
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1658 der Kommission
vom 5. November 2018 zur Genehmigung einer Änderung
der Spezifikation einer geschützten Ursprungsbezeichnung
oder einer geschützten geografischen Angabe („Côtes de
Montravel“ (g.U.)) (ABl. Nr. L 278/1)
1.24
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1660 der
Kommissi-
on vom 7. November 2018 mit besonderen Bedingungen
für die Einfuhr bestimmter Lebensmittel nicht tierischen
Ursprungs aus bestimmten Drittländern wegen des Risikos
einer Kontamination durch Pestizidrückstände, zur Ände-
rung der Verordnung (EG) Nr. 669/2009 und zur Aufhebung
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 885/2014 (ABl. Nr.
L 278/7)
1.25
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1662 der Kommission
vom 5. November 2018 zur Genehmigung einer Änderung
der Spezifikation einer geschützten Ursprungsbezeichnung
oder einer geschützten geografischen Angabe („Tacoronte-
Acentejo (g.U.)“) (ABl. Nr. L 282/1)
1.26
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1693 der
Kommissi-
on vom 5. November 2018 über die Gewährung des Schut-
zes gemäß Artikel 99 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen
„Vijlen“ (g.U.) (ABl. Nr. L 282/3)
1.27
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1694 der
Kommissi-
on vom 7. November 2018 über die Gewährung des Schut-
zes gemäß Artikel 99 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen
„Oolde“ (g.U.) (ABl. Nr. L 282/4)
1.28
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1708 der Kommission
vom 13. November 2018 über die Gewährung des Schut-
zes gemäß Artikel 99 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen
„Însurăței“
(g.U.) (ABl. Nr. L 286/1)
1.29
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1721 der
Kommissi-
on vom 12. November 2018 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation einer im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen
Bezeich-
nung („Gailtaler Speck“ (g.g.A.)) (ABl. Nr. L 287/1)
1.30
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1786 der
Kommissi-
on vom 19. November 2018 zur Genehmigung einer Än-
derung der Spezifikation einer geschützten
Ursprungsbe-
zeichnung oder einer geschützten geografischen Angabe
(„Chianti Classico“ (g.U.)) (ABl. Nr. L 293/8)
1.31
Verordnung (EU) 2018/1793 der Kommission vom 20.
No-
vember 2018 zur Genehmigung einer Änderung der tech-
nischen Unterlage für die geografische Angabe einer in
An-
hang III der Verordnung (EG) Nr. 110/2008 eingetragenen
Spirituose, die zur Änderung der wichtigsten
Spezifikati-
onen geführt hat („Ron de Guatemala“ (g.A.)) (ABl. Nr. L
294/1)
1.32
Verordnung (EU) 2018/1847 der Kommission vom 26.
No-
vember 2018 zur Änderung des Anhangs V der Verordnung
(EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des
Rates über kosmetische Mittel (ABl. Nr. L 300/1)
1.33
Verordnung (EU) 2018/1850 der Kommission vom 21.
No-
vember 2018 zur Eintragung einer geografischen
Anga-
be für eine Spirituose in Anhang III der Verordnung (EG)
Nr. 110/2008 („Гроздова
ракия от Търговище“/„Grozdova
rakya ot Targovishte“ (g.A.)) (ABl. Nr. L 302/1)
1.34
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1851 der
Kommissi-
on vom 21. November 2018 zur Eintragung eines Namens
in das Verzeichnis der geschützten Ursprungsbezeichnun-

18 │
gen und der geschützten geografischen Angaben
(„Bay-
risch Blockmalz“/„Bayrischer Blockmalz“/„Echt Bayrisch
Blockmalz“/„Aecht Bayrischer Blockmalz“ (g.g.A.)) (ABl. Nr.
L 302/5)
1.35
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1852 der
Kommissi-
on vom 26. November 2018 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation einer im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen
Bezeich-
nung („Mahón-Menorca“ (g.U.)) (ABl. Nr. L 302/7)
1.36
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1878 der
Kommissi-
on vom 26. November 2018 zur Eintragung eines Namens
in das Verzeichnis der geschützten Ursprungsbezeichnun-
gen und der geschützten geografischen Angaben
(„Scrum-
bie de Dunăre afumată“
(g.g.A.)) (ABl. Nr. L 307/22)
1.37
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1924 der
Kommissi-
on vom 7. Dezember 2018 zur Löschung der Eintragung
der geschützten geografischen Angabe „Mostviertler
Birn-
most“ (g.g.A.) (ABl. Nr. L 313/4)
1.38
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1956 der Kommission
vom 6. Dezember 2018 zur Genehmigung einer Änderung
der Spezifikation einer geschützten Ursprungsbezeichnung
oder einer geschützten geografischen Angabe
(„Μαντινεία“
(Mantinia) (g.U.)) (ABl. Nr. L 315/22)
1.39
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1963 der
Kommissi-
on vom 6. Dezember 2018 über die Gewährung des Schut-
zes gemäß Artikel 99 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen
„Monzinger Niederberg“ (g.U.) (ABl. Nr. L 316/1)
1.40
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1964 der
Kommissi-
on vom 6. Dezember 2018 über die Gewährung des Schut-
zes gemäß Artikel 99 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen
„Uhlen Blaufüsser Lay“/„Uhlen Blaufüßer Lay“ (g.U.) (ABl.
Nr. L 316/3)
1.41
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1965 der
Kommissi-
on vom 6. Dezember 2018 über die Gewährung des Schut-
zes gemäß Artikel 99 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen
„Uhlen Roth Lay“ (g.U.) (ABl. Nr. L 316/4)
1.42
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1966 der
Kommissi-
on vom 6. Dezember 2018 über die Gewährung des Schut-
zes gemäß Artikel 99 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen
„Uhlen Laubach“ (g.U.) (ABl. Nr. L 316/5)
1.43
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1978 der
Kommissi-
on vom 10. Dezember 2018 zur Genehmigung einer nicht
geringfügigen Änderung der Spezifikation eines im
Regis-
ter der geschützten Ursprungsbezeichnungen und der ge-
schützten geografischen Angaben eingetragenen Namens
(„Cidre de Bretagne“/„Cidre breton“ (g.g.A.)) (ABl. Nr. L
317/9)
1.44
Durchführungsverordnung (EU) 2018/1991 der
Kommis-
sion vom 13. Dezember 2018 zur Genehmigung des In-
verkehrbringens von Beeren von Lonicera caerulea L. als
traditionelles Lebensmittel aus einem Drittland gemäß der
Verordnung (EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments
und des Rates sowie zur Änderung der Durchführungs-
verordnung (EU) 2017/2470 der Kommission (ABl. Nr. L
320/22)
1.45
Durchführungsverordnung (EU) 2018/2016 der
Kommis-
sion vom 18. Dezember 2018 zur Genehmigung des In-
verkehrbringens geschälter Körner von Digitaria exilis als
traditionelles Lebensmittel aus einem Drittland gemäß der
Verordnung (EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments
und des Rates sowie zur Änderung der Durchführungsver-
ordnung (EU) 2017/2470 der Kommission (ABl. Nr. L 323/1)
1.46
Durchführungsverordnung (EU) 2018/2017 der
Kommissi-
on vom 18. Dezember 2018 zur Genehmigung des Inver-
kehrbringens von Sirup aus Sorghum bicolor (L.) Moench
als traditionelles Lebensmittel aus einem Drittland gemäß
der Verordnung (EU) 2015/2283 des Europäischen
Parla-
ments und des Rates sowie zur Änderung der Durchfüh-
rungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission (ABl. Nr.
L 323/4)
1.47
Durchführungsverordnung (EU) 2018/2046 der
Kommissi-
on vom 19. Dezember 2018 über die Zulassung des Inver-
kehrbringens von Erzeugnissen, die genetisch veränderten
Mais der Sorte MON 87427 × MON 89034 × 1507 × MON
88017 × 59122 enthalten, aus ihm bestehen oder aus ihm
gewonnen werden, und von genetisch veränderten Mais-
sorten, in denen zwei, drei oder vier der Einzelereignisse
MON 87427, MON 89034, 1507, MON 88017 und 59122
kombiniert werden, und zur Aufhebung des Beschlus-
ses 2011/366/EU (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen
C(2018) 8238) (ABl. Nr. L 327/70)
2. Nationales Recht
keine Eintragungen
Bearbeiter: Dr. Thomas Frenzel
LUA Dresden

│19
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel und
Bedarfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse
4. Quartal 2018
Zahl der bearbeiteten Beschwerdeproben: 46
davon beanstandet: 13
Probenbezeichnung
Beschwerdegrund
Beurteilung
Semmelblutwurst
säuerlicher, unangenehmer Geruch bei
der Zubereitung, Verzehr abgelehnt
ekelerregende sensorische Beschaffenheit;
Beurteilung als für den Verzehr ungeeignet gemäß Artikel 14 Abs. 2 Buchsta-
be b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG) Nr. 178/2002
Kohlroulade mit Kartoffelbrei
abweichender Geruch
ekelerregende sensorische Beschaffenheit;
Beurteilung als für den Verzehr ungeeignet gemäß Artikel 14 Abs. 2 Buchsta-
be b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG) Nr. 178/2002
Shrimps mit Früchten
schwarze leblose Fäden an den Shrimps,
ekelerregend, Wurm?
schwarze Fäden als Darm der Garnelen identifiziert;
Beurteilung als abweichend von der Verkehrsauffassung gemäß § 11 Abs. 2
Nr. 2b LFGB
Pro Aqua Apfel Geschmack
nach der Einnahme Übelkeit und
Erbrechen
angezogener, abgestandener Geruch und hoher Gehalt an Schimmelpilzen
der Art Penicillium expansum;
Beurteilung als für den Verzehr ungeeignet gemäß Artikel 14 Abs. 2 Buchsta-
be b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG) Nr. 178/2002
Sauerkirsch Nektar
merkwürdige Farbe und Konsistenz,
Fremdbestandteile, abweichender Ge-
ruch, Übelkeit, Erbrechen
hoher Gehalt an Schimmelpilzen der Gattung Penicillium spp.;
Beurteilung als für den Verzehr ungeeignet gemäß Artikel 14 Abs. 2 Buchsta-
be b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG) Nr. 178/2002
gebrühte Schlesische Weißwurst
unangenehmer abweichender Geruch
schmierige Oberfläche, alter ekelerregender Geruch und hoher Gehalt an
aeroben mesophilen Keimen (>10
6
KbE/g);
Beurteilung als für den Verzehr ungeeignet gemäß Artikel 14 Abs. 2 Buchsta-
be b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG) Nr. 178/2002
Feldsalat
Gemeines Kreuzkraut enthalten
erhöhter Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden;
Beurteilung als für den Verzehr ungeeignet gemäß Artikel 14 Abs. 2 Buchsta-
be b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG) Nr. 178/2002
Grießpudding
chemischer Geruch, hefiger Geschmack,
brennendes Gefühl auf den Lippen,
Atemnot ca. fünf Minuten nach Verzehr
käsiger, gäriger, an eine „Biernote“ erinnernder Geruch in Kombination mit
einer rötlich gefärbten, wässrigen Flüssigkeit;
Beurteilung als für den Verzehr ungeeignet gemäß Artikel 14 Abs. 2 Buchsta-
be b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG) Nr. 178/2002
Dreikorn Toast
chemischer Geruch nach Lösungsmittel
(Terpentin)/Nagellackentferner
intensiver Lösungsmittelgeruch; Nachweis von Ethylacetat (Gärungsbegleit-
stoff von Hefen);
Beurteilung als für den Verzehr ungeeignet gemäß Artikel 14 Abs. 2 Buchsta-
be b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG) Nr. 178/2002
Glutenfreies Brot
extrem beißender Geruch (benzinähn-
lich)
intensiver Lösungsmittelgeruch; Nachweis von Ethylacetat, 3-Methyl-
1-Butanol (Isoamylalkohol), 3-Methylbutylacetat (Isoamylacetat), 2-Methyl-
1-Butanol und 2-Methylbutylacetat (Gärungsbegleitstoffe von Hefen);
Beurteilung als für den Verzehr ungeeignet gemäß Artikel 14 Abs. 2 Buchsta-
be b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG) Nr. 178/2002
Kräutertee
Gespinste, Befall mit Schädlingen
Nachweis einer lebenden Larve von Plodia interpunctella (Dörrobstmotte)
kurz vor der Verpuppung und geringgradig Gespinste sowie Larvenkot;
Beurteilung als für den Verzehr ungeeignet gemäß Artikel 14 Abs. 2 Buchsta-
be b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG) Nr. 178/2002
Bio-Roggen Korn
Gespinste, Befall mit Schädlingen
geringgradig Gespinste, Larvenkot und Fraßspuren sowie zwei lebende Larven
von Vorratsmotten (Tineidae) in einem frühen Entwicklungsstadium;
Beurteilung als für den Verzehr ungeeignet gemäß Artikel 14 Abs. 2 Buchsta-
be b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG) Nr. 178/2002
Pazifik Wildlachsfilets
abweichender Geruch beim Auftauen
unreiner, beißender, stechender Geruch;
Beurteilung als für den Verzehr ungeeignet gemäß Artikel 14 Abs. 2 Buchsta-
be b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 5 der VO (EG) Nr. 178/2002
Bearbeiter: Abteilung 5
LUA Chemnitz

20 │
BSE-Untersuchungen 4. Quartal 2018
Tierart
TKBA / ZNS / Kohorte *
Lebensmittel
Notschlachtung
Gesamt
Rind
2.434
0
15
2.449
Schaf
63
216
0
279
Ziege
8
6
0
14
Gesamt
2.505
222
15
2.742
* Tierkörperbeseitigung, ZNS-Störungen, Kohortenschlachtungen
Tollwutuntersuchungen 4. Quartal 2018
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Leipzig
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige
LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen
Fuchs
9
8
3
20
Marderhund
0
0
0
0
Waschbär
0
0
0
0
Gesamtzahl der Proben
9
8
3
20
Untersuchungsergebnisse
negativ
9
8
3
20
ungeeignet
0
0
0
0
positiv
0
0
0
0
Die Aufstellung der positiven Tollwutbefunde entfällt.
Bearbeiter: Reinhard Seiler
LUA Dresden

│21
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen
4. Quartal 2018
Tabelle 1: Untersuchungen und Nachweise im Überblick
Untersuchungen
untersuchte Anzahl
Salmonellennachweise
Serotypen
(geordnet nach Nachweishäufigkeit)
Kotproben
5.182
295
S. Typhimurium Impfstamm, S. Kottbus,
S. Typhimurium, S. Enteritidis, S. enterica ssp. IV,
S. enterica ssp. IIIb, S. Tennessee, S. Mbandaka,
S. Serogr. C1, S. Serogr. E1
Sektionsmaterial
830
69
S. Kottbus, S. Typhimurium, S. enterica ssp. IIIb,
S. Derby, S. Typhimurium var. Cop., S. Serogr. B,
S. Serogr. C1, S. enterica ssp. IIIa, S. Thompson,
S. Choleraesuis, S. bongori, S. Infantis, S. sp.
S. Newport, S. enterica ssp. IV
Untersuchung nach Hühner-Salmonellen-VO
0
0
Umgebungstupfer
15
0
Futtermittel
27
1
S. sp.
Bakteriologische Fleischuntersuchungen
13
1
S. sp.
Lebensmittel tierischer Herkunft
1.777
10
S. sp., S. Serogruppe B, S. Infantis, S. Indiana,
S. Heidelberg, S. Paratyphi B
Lebensmittel nichttierischer Herkunft
622
0
Hygienekontrolltupfer - Lebensmittel
3.239
0
Kosmetische Mittel
0
0
Bedarfsgegenstände
1
0
Tabelle 2: Salmonellennachweise aus Kotproben und Sektionen
Tierart
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Chemnitz
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Dresden
Landesdirektion Sachsen,
Bereich ehemalige LD Leipzig
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Kot
Sektionen
Proben
1
Salm.-
Nw
2
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Proben
Salm.-
Nw
Rind
327
0
43
1
3.869
279
68
22
205
0
33
0
Schwein
20
0
37
3
17
0
87
15
9
0
75
7
Schaf
1
0
9
3
6
1
2
2
0
0
4
2
Ziege
3
0
2
0
0
0
2
0
0
0
0
0
Pferd
56
0
5
0
29
2
6
0
59
0
5
0
Huhn
5
0
69
0
6
0
26
0
0
0
19
0
Taube
0
0
9
0
5
0
6
3
2
0
8
2
Gans
0
0
3
0
0
0
10
0
0
0
0
0
Ente
0
0
0
0
0
0
5
0
0
0
31
0
Pute
0
0
0
0
0
0
8
0
0
0
37
0
Hund/Katze
45
1
5
0
235
4
15
0
176
1
9
0
sonstige Tierarten
12
1
54
4
69
5
99
3
26
1
39
2
Summe
469
2
236
11
4.236
291
334
45
477
2
260
13
1
= Anzahl der untersuchten Proben
2
= Anzahl der Salmonellennachweise

22 │
Tabelle 3: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Sektionen und Kotproben
Landesdirektion/Kreis
Tier-/Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Chemnitz, Stadt
sonstige Tierarten/Sektion
2
S. enterica ssp. IIIa
Erzgebirgskreis
Schaf/Sektion
3
S. enterica ssp. IIIb
Erzgebirgskreis
sonstige Tierarten/Kot
1
S. enterica ssp. IV
Mittelsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Enteritidis
Mittelsachsen
Rind/Sektion
1
S. Newport
Mittelsachsen
Schaf/Sektion
2
S. enterica ssp. IIIb
Mittelsachsen
Schwein/Sektion
3
S. Derby
Mittelsachsen
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Thompson
Vogtlandkreis
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Choleraesuis
Vogtlandkreis
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Typhimurium var. Cop.
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Bautzen
Pferd/Kot
1
S. Kottbus
Bautzen
Schwein/Sektion
2
S. Derby
Bautzen
Schwein/Sektion
1
S. Infantis
Bautzen
Schwein/Sektion
1
S. Serogr. B
Bautzen
Schwein/Sektion
4
S. Serogr. C1
Bautzen
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. bongori
Bautzen
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Bautzen
Taube/Sektion
1
S. Typhimurium
Dresden, Stadt
Pferd/Kot
1
S. Typhimurium
Dresden, Stadt
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Enteritidis
Görlitz
Hund/Katze/Kot
1
S. Typhimurium
Görlitz
Rind/Sektion
1
S. enterica ssp. IV
Görlitz
Rind/Kot
35
S. Kottbus
Görlitz
Rind/Sektion
23
S. Kottbus
Görlitz
Rind/Kot
5
S. Typhimurium
Görlitz
Rind/Kot
9
S. Typhimurium Impfstamm
Görlitz
Schaf/Kot
1
S. enterica ssp. IIIb
Görlitz
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Tennessee
Görlitz
Taube/Sektion
2
S. Serogr. B
Meißen
Rind/Sektion
2
S. Typhimurium
Meißen
Rind/Kot
1
S. Typhimurium
Meißen
Rind/Kot
229
S. Typhimurium Impfstamm
Meißen
Schwein/Sektion
1
S. Derby
Meißen
Schwein/Sektion
6
S. Typhimurium
Meißen
sonstige Tierarten/Kot
3
S. Typhimurium
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Hund/Katze/Kot
1
S. Enteritidis
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Hund/Katze/Kot
1
S. Mbandaka
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Hund/Katze/Kot
1
S. Typhimurium
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Schaf/Sektion
1
S. enterica ssp. IIIb
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Schaf/Sektion
1
S. sp.
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
sonstige Tierarten/Sektion
1
S. Serogr. C1
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Leipzig Land
Schaf/Sektion
2
S. Typhimurium
Leipzig Land
Schwein/Sektion
2
S. Derby
Leipzig Land
sonstige Tierarten/Kot
1
S. Enteritidis
Leipzig, Stadt
Schaf/Sektion
2
S. enterica ssp. IIIb
Leipzig, Stadt
sonstige Tierarten/Sektion
2
S. Typhimurium var. Cop.
Leipzig, Stadt
Taube/Sektion
2
S. Typhimurium var. Cop.
Nordsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Serogr. C1
Nordsachsen
Hund/Katze/Kot
1
S. Serogr. E1
Nordsachsen
Schwein/Sektion
4
S. Serogr. B
Nordsachsen
Schwein/Sektion
3
S. Typhimurium var. Cop.

│23
Tabelle 4: Salmonellennachweise
Warengruppe
Gesamtproben
davon Planproben
davon Verdachtsproben
davon Beschwerdeproben
Anzahl
Salm.-Nw.*
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Anzahl
Salm.-Nw.
Milch, Milchprodukte, Käse und Butter
317
0
310
0
4
0
1
0
Eier und Eiprodukte
105
0
105
0
0
0
0
0
Fleisch warmblütiger Tiere, auch tiefgefroren
410
6
380
5
13
0
0
0
Fleischerzeugnisse warmblütiger Tiere (außer
Wurstwaren)
446
3
441
3
4
0
1
0
Wurstwaren
305
1
288
1
9
0
3
0
Fisch- und Erzeugnisse
164
0
162
0
1
0
1
0
Krusten-, Schalen-, Weichtiere, sonst. Tiere
und Erzeugnisse daraus
30
0
29
0
1
0
0
0
Fette, Öle, Margarine
1
0
1
0
0
0
0
0
Getreide, -produkte, Brot, Teig- und Backwaren
146
0
141
0
1
0
0
0
Mayonnaisen, emul. Soßen, kalte Fertigsoßen
und Feinkostsalate
154
0
147
0
6
0
1
0
Puddinge, Desserts und Cremespeisen
5
0
4
0
1
0
0
0
Speiseeis und -halberzeugnisse
87
0
87
0
0
0
0
0
Säuglings- und Kleinkindernahrung
0
0
0
0
0
0
0
0
Diätetische Lebensmittel, Nährstoffkonzentrate
und Ergänzungsnahrung
0
0
0
0
0
0
0
0
Obst, Gemüse und -zubereitungen
35
0
25
0
2
0
0
0
Getränke, inkl. Tafel- und Trinkwasser, Spiritu-
osen und Bier
9
0
5
0
2
0
2
0
Gewürze, Würzmittel und Zusatzstoffe
29
0
29
0
0
0
0
0
Zucker, Süß- und Schokoladenwaren, Honig,
Konfitüre, Kaffee, Kakao, Tee
9
0
9
0
0
0
0
0
Fertiggerichte, zubereitete Speisen, Suppen
und Soßen
147
0
126
0
19
0
2
0
Kosmetika
0
0
0
0
0
0
0
0
Bedarfsgegenstände ohne Kosmetika
1
0
1
0
0
0
0
0
Gesamt
2.400
10
2.290
9
63
0
11
0
* Salmonellennachweis

24 │
Tabelle 5: Regionale Zuordnung der Salmonellenfunde
Landesdirektion/Kreis
Eingangsdatum
Probenart
Nachgewiesene Serotypen
Anzahl
Serotyp
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Chemnitz
Mittelsachsen
13.11.2018
Hähnchenbrustfilet
1
S. Heidelberg
Vogtlandkreis
13.12.2018
Schälbraten
1
S. Serogruppe B
Zwickau
08.10.2018
Frische Hähnchenminutenschnitzel
1
S. Infantis
Chemnitz, Stadt
03.12.2018
Leber vom Schwein
1
S. sp.
Vogtlandkreis
04.12.2018
Schaschlick
1
S. sp.
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Dresden
Landesdirektion Sachsen, Bereich ehemalige LD Leipzig
Leipzig Land
05.12.2018
SW- Leber
1
S. Serogruppe B
Nordsachsen
05.11.2018
Halshaut vom Masthähnchen
1
S. Paratyphi B
Nordsachsen
23.10.2018
Hähnchenschenkel frisch
1
S. Indiana
Leipzig Land
13.12.2018
Hackepeter1
1
S. Serogruppe B
Leipzig Land
30.10.2018
Zwiebelmettwurst
1
S. sp.
Leipzig, Stadt
15.10.2018
Hähnchen Brustfilet Teilstück
2
S. Infantis

│25
Tabelle 6: Häufigkeit der nachgewiesenen Salmonellenserotypen (Anzahl)
Serotypen
Veterinärmedizinische
Diagnostik
Futtermittel
Lebensmittel/
Bedarfsgegenstände
BU
Hygienekontrolltupfer
(Lebensmittel)
S. Typhimurium Impfstamm
238
S. Kottbus
59
S. Typhimurium
23
S. enterica ssp. IIIb
10
S. Typhimurium var. Cop.
8
S. Derby
8
S. sp.
1
1
6
S. Serogr. B
7
S. Serogruppe B
6
S. Serogr. C1
6
S. Infantis
1
5
S. Enteritidis
4
S. enterica ssp. IV
2
S. Indiana
2
S. Paratyphi B
2
S. Heidelberg
2
S. enterica ssp. IIIa
2
S. Choleraesuis
1
S. Thompson
1
S. Tennessee
1
S. Mbandaka
1
S. Newport
1
S. bongori
1
S. Serogr. E1
1
Bearbeiter: Reinhard Seiler
LUA Dresden

26 │
Humanmedizin
Heft Seite
Epidemiologische Information für den Freistaat Sachsen
4. Quartal 2017 ............................................................................. 1 ....... 2
1. Quartal 2018 ............................................................................. 2 ....... 2
2. Quartal 2018 ............................................................................. 3 ....... 2
3. Quartal 2018 ............................................................................. 4 ....... 2
Ambulant operierende Arztpraxen ........................................................................................................................................................................ 1 ....... 7
Belastungen der Raumluft mit Naphthalin – immer noch ein Problem ..................................................................................................... 1 .....11
Aktuelles aus dem Bereich Infektionsepidemiologie........................................................................................................................................ 2 ....... 7
Hygieneschwerpunkte in Gemeinschaftseinrichtungen .................................................................................................................................. 3 ....... 7
Hygieneschwerpunkte im ambulanten Bereich ................................................................................................................................................. 4 ....... 8
Lebensmitteluntersuchungen
Rohmilch von der Tankstelle – alles super, oder was?!. .................................................................................................................................. 1 .....22
Bericht Bio-Lebensmittel 2017 .............................................................................................................................................................................. 2 .....11
Cannabinoide in Lebensmitteln ............................................................................................................................................................................. 2 .....14
Zwischen Warenvielfalt und Anforderungen : Die Untersuchung und Beurteilung von Feinkosterzeugnissen ............................. 3 .....10
Besondere Biere im Kreuzfeuer des Reinheitsgebots ....................................................................................................................................... 3 .....13
Die Weinkontrolleurstagung 2018 in Sachsen .................................................................................................................................................. 3 .....15
Manukahonig – Das Superfood aus Neuseeland? ........................................................................................................................................... 4 .....13
Veterinärmedizinische Tierseuchen- und Krankheitsdiagnostik
Schweinepest-Monitoring bei Wildschweinen in Sachsen – Hinweise zur Diagnostik ......................................................................... 1 .....25
Qualitätssichernde Maßnahmen bei selbsthergestellten und kommerziell erworbenen Nährmedien .............................................. 2 .....18
Nachweis von Mycobacterium genavense bei Ziervögeln – ein meldepflichtiger Erreger der Geflügeltuberkulose
..................... 3 .....18
Was verdirbt uns die serologische BHV1 – Diagnostik?.................................................................................................................................. 4 .....16
Neue Rechtsbestimmungen im Bereich des LFGB –
Oktober 2017 bis Dezember 2017 ............................................ 1 .....29
Januar 2018 bis März 2018 ....................................................... 2 .....21
April 2018 bis Juni 2018 ............................................................. 3 .....20
Juli 2018 bis September 2018 ................................................... 4 .....18
Beschwerdeproben-Report für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände sowie Tabakerzeugnisse
4. Quartal 2017 ............................................................................. 1 .....34
1. Quartal 2018 ............................................................................. 2 .....25
2. Quartal 2018 ............................................................................. 3 .....22
3. Quartal 2018 ............................................................................. 4 .....21
BSE-Untersuchungen
4. Quartal 2017 ............................................................................. 1 .....35
1. Quartal 2018 ............................................................................. 2 .....26
2. Quartal 2018 ............................................................................. 3 .....23
3. Quartal 2018 ............................................................................. 4 .....22
Tollwutuntersuchungen
4. Quartal 2017 ............................................................................. 1 .....35
1. Quartal 2018 ............................................................................. 2 .....26
2. Quartal 2018 ............................................................................. 3 .....23
3. Quartal 2018 ............................................................................. 4 .....22
Salmonellenberichterstattung im Freistaat Sachsen
4. Quartal 2017 ............................................................................. 1 .....36
1. Quartal 2018 ............................................................................. 2 .....27
2. Quartal 2018 ............................................................................. 3 .....24
3. Quartal 2018 ............................................................................. 4 .....23
Jahresinhaltsverzeichnis 2018

image
Herausgeber:
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Jägerstr. 8/10, 01099 Dresden
Redaktion:
Dr. Hermann Nieper, LUA Sachsen, Standort Dresden, Jägerstr. 8/10, 01099 Dresden,
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Gestaltung und Satz:
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Druck:
alinea Digitaldruck, Chemnitz |
www.alinea24.de
Redaktionsschluss:
15. Februar 2019
Bezug:
Dieses offizielle Mitteilungsblatt der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und
Veterinärwe-
sen des Freistaates Sachsen kann kostenfrei im Internet abgerufen werden:
www.lua.sachsen.de
und unter
www.publikationen.sachsen.de