Sachsen Digital
Digitalisierungsstrategie des Freistaates Sachsen
3., vollständig aktualisierte Auflage 2019

Sachsen Digital
Digitalisierungsstrategie des Freistaates Sachsen
3., vollständig aktualisierte Auflage 2019
Hauptteil
Stand: 12. Juni 2019

3
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 5
Erläuterungen 6
Einführung 7
Steckbrief Digitales Sachsen – Standort mit Zukunft
7
Die aktualisierte Digitalisierungsstrategie
15
Die Strukturen hinter „Sachsen Digital“
17
Schnittstellen auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene
18
1. Strategisches Ziel: Digitale Infrastruktur entwickeln
22
1.1. Handlungsfeld: Flächendeckender Breitbandausbau
24
1.2. Handlungsfeld: Konvergenz der Netze
25
1.3. Handlungsfeld: Vernetzung im Gesundheits- und Pflegebereich
26
2. Strategisches Ziel: Informations- und Cybersicherheit gewährleisten
28
2.1. Handlungsfeld: Sicherheit in der öffentlichen Verwaltung
30
2.2. Handlungsfeld: Sicherheit für Bürger und Unternehmen
31
2.3. Handlungsfeld: Bekämpfung der Cyberkriminalität
32
3. Strategisches Ziel: Kompetenz und „Gute Arbeit“ im digitalen Zeitalter gestalten
34
3.1. Handlungsfeld: Kompetenzen für die digital geprägte Gesellschaft
36
3.2. Handlungsfeld: Arbeitswelt im digitalen Zeitalter
38
4. Strategisches Ziel: Digitale Innovationskraft stärken
40
4.1. Handlungsfeld: Hard- und Software
42
4.2. Handlungsfeld: Wirtschaft 4.0
43
4.3. Handlungsfeld: Bedarfsorientierter Ausbau der FuE-Infrastruktur
45
4.4. Handlungsfeld: Innovative Ansätze in der Gesundheits- und Pflegewirtschaft sowie im Umweltbereich
45
5. Strategisches Ziel: Digitalisierung der Verwaltung und öffentlicher Institutionen vorantreiben
48
5.1. Handlungsfeld: Öffnung des Staates und der Verwaltung zu Bürgern und Unternehmen mit IT unterstützen 50
5.2. Handlungsfeld: Elektronische Kommunikation mit Verwaltung und öffentlichen Institutionen etablieren
50
5.3. Handlungsfeld: Den Einsatz von IT bei der Erledigung von Verwaltungstätigkeiten weiter vorantreiben
und wirtschaftlich gestalten
51
Abkürzungsverzeichnis 54
Bildnachweise und Hinweise
60

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4
Vorwort
Martin Dulig
Stefan Brangs

Vorwort
5
Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
die durch den technologischen Fortschritt angetriebene digitale Transformation
aller Lebensbereiche ist ein sehr dynamischer wie auch ein sich verstetigender
Prozess. Ein Stehenbleiben oder gar ein Zurück sind undenkbar. Einfach gesagt:
Digitalisierung geht nicht mehr weg – das bleibt!
Die Digitalisierung ist für die Sächsische Staatsregierung daher keine Einmal-,
sondern eine Daueraufgabe. Seitdem sich der Freistaat Sachsen im Januar 2016
als eines der ersten Bundesländer mit „Sachsen Digital“ eine ressortübergrei-
fende Digitalisierungsstrategie gab, konnten nicht nur viele Initiativen und Pro-
jekte erfolgreich gestartet und umsetzt werden. Es gelang zudem, den Freistaat
bei Zukunftsthemen strategisch in eine gute Ausgangslage zu bringen.
Sachsen verfügt heute in einzigartiger Weise über herausragende Kompe-
tenzen bei Schlüsseltechnologien der Digitalisierung.
Mikro- und Nanoelektronik, die Mobilfunktechnologie 5G, Big Data, künstliche
Intelligenz, das autonome Fahren, diese und viele andere Zukunftsthemen spie-
len in Sachsen in Forschung und Wirtschaft eine mindestens im nationalen oder
europäischen Maßstab bedeutende Rolle.
Mit der Digitalisierung wollen wir die Entwicklung Sachsens zu einer in
Deutschland, Europa und der Welt führenden Wirtschafts- und Wissen-
schaftsregion fortsetzen.
Mit der vorliegenden, nunmehr dritten, aktualisierten Fassung von „Sachsen
Digital“ legen wir erneut offen, welche Ziele und konkreten Maßnahmen wir für
das Gelingen der Digitalisierung in Sachsen verfolgen. Auch wenn noch viele
Aufgaben und Herausforderungen vor uns liegen – bei der Digitalisierung be-
wegt sich sehr viel Positives in unserer Region. Wir bedanken uns bei allen, die
Sachsen zu einem Digitalstandort mit Zukunft machen und laden jeden ein, sich
an der Erfolgsgeschichte zu beteiligen.
Gemeinsam machen wir „Sachsen Digital“!
Martin Dulig
Stellvertretender Ministerpräsident;
Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Stefan Brangs
Staatssekretär; Beauftragter der
Staatsregierung für Digitales (CDO)

6
Erläuterungen
Erläuterungen
Strategie
Strategische Ziele, operative Ziele und Handlungsfelder
Strategisches Ziel:
Übergeordnetes Ziel, für dessen Erreichung Einflussmöglichkeiten
des Freistaates Sachsen gesehen werden
Operatives Ziel:
Konkretes Ziel, das es im Rahmen der Verfolgung des übergeordneten,
strategischen Zieles zu erreichen gilt
Handlungsfeld:
Schwerpunktbereich, der für die Erreichung des jeweiligen strategischen Zieles
berücksichtigt werden muss
Die Strategie beschreibt die grundsätzliche, mittel- bis langfristige digitalpolitische Handlungsebene.
Anhang: Maßnahmen
Maßnahmenübersicht und Beschreibung der Maßnahmen zur Umsetzung
Maßnahme:
Konkrete Maßnahme, die einem strategischen Ziel
bzw. einem Handlungsfeld zugeordnet ist
Der Anhang beschreibt eine dynamische Handlungsebene, die stetigem Wandel unterliegt und seit 2016 einem
regelmäßigen Controlling zugeführt wird.

Einführung
7
Einführung
Steckbrief Digitales Sachsen – Standort mit Zukunft
Einwohner des Freistaates Sachsen im Vergleich
zur Bundesrepublik Deutschland
Deutschland:
82,9 Millionen
Sachsen:
4,1 Millionen
Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder,
Berechnungsstand Februar 2019.
Wirtschaftsleistung im Jahr 2018 in Mrd. Euro
Sachsen:
126,4 Mrd. Euro
Übrige „neue Länder“,
ohne Berlin:
245,9 Mrd. Euro
Sachsens Wirtschaftsleistung (126,4 Mrd. Euro)
ist fast so groß wie die des zehn Millionen Ein-
wohner zählenden EU-Mitgliedstaates Ungarn
(132 Mrd. Euro)
Quellen: Europäische Kommission 2019; Volkswirtschaftliche Gesamt-
rechnung der Länder, Berechnungsstand Februar 2019.
Schulden des Freistaates Sachsen und der sächsischen
Gemeinden je Einwohner in Euro
Mit 1.040 Euro je Einwohner hatte Sachsen im
Jahr 2018 mit Abstand die niedrigste Verschul-
dung aller Bundesländer (Länderschnitt: 10.895
Euro je Einwohner)
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, 2019.
1000
1200
1400
1600
1800
2000
2200
2400
2010
2011 2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018

8
Einführung
Digitalisierung und Start-ups in Sachsen im Deutschland-Vergleich
Verteilung der Hauptsitze von Startups in
den Bundesländern in Prozent in 2018:
1. Nordrhein-Westfalen: 19,0 %
2. Berlin: 15,8 %
3. Baden-Würtemberg: 12,6 %
4. Bayern: 12,3 %
5. Niedersachsen: 9,2 %
6. Hamburg: 7,2 %
7. Sachsen: 4,6 %
8. Bremen: 4,4 %
9. Hessen: 4,1 %
10. Mecklenburg-Vorpommern: 2,4 %
11. Schleswig-Holstein: 2,4 %
12. Rheinland-Pfalz: 2,1 %
13. Sachsen-Anhalt: 1,9 %
14. Thüringen: 1,3 %
15. Brandenburg: 1,0 %
16. Saarland: 1,0 %
Freistaat Sachsen auf Platz 4 im Bundesländer-
vergleich zum Stand der Entwicklung der Digita-
lisierung, als bestes Flächenland hinter den drei
Stadtstaaten
Sachsen punktet im Gesamtranking insbesondere
durch seine Stärken in den Bereichen Wirtschaft
und Forschung, digitales Leben sowie digitales
Angebot der Kommunalverwaltungen
4,6 Prozent der Start-ups in Deutschland haben
ihren Sitz in Sachsen (Platz 7 im Bundesländerver-
gleich)
Sachsen wird als zweitbestes Bundesland bei der
Förderung von Start-ups bewertet
Quellen: Kompetenzzentrum Öffentliche IT/Fraunhofer FOKUS, Deutsch-
land-Index der Digitalisierung 2019; KPMG, Deutscher Startup Monitor
2018.

Einführung
9
IKT-Standort Sachsen
Anzahl der Beschäftigten in der sächsischen IKT-Branche in 2017: 64.000
27.300
Software
16.800
IKT-Warenproduktion
8.350
Zulieferer und
Dienstleister
6.450
Restliche IKT-Dienst-
leistungen und Handel
5.000
Industrienahe Forschung
und Entwicklung
Über 2.400 Unternehmen bilden das Rückgrat der IKT-Branche in Sachsen
Umsatz der sächsischen IKT-Branche in 2016: über 15,1 Milliarden Euro
Sachsen ist Europas größter und bedeutendster Mikro- und Nanotechnologie-Standort
Jeder zweite in Europa gefertigte Mikrochip kommt aus „Silicon Saxony“
Digital-Hub-Standorte in Dresden (Smart Systems) und Leipzig (Smart Infrastructure) als Kristallisationspunk-
te der sächsischen Digitalwirtschaft
Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Berechnungsstand 2019 zur Datenerhebung 2018.
Beschäftige und Umsatz in der sächsischen Softwarebranche
1.500
2.500
3.500
4.500
15.000
20.000
25.000
30.000
2012
2014
2016
2018
Sachsens aufstrebende Softwarebranche hat
in den letzten Jahren eine beeindruckende
Entwicklung genommen
Von 2012 bis 2018: Anstieg der Beschäftigten-
zahlen von über 60 Prozent und Umsatzplus
von 140 Prozent
Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und
Verkehr, Berechnungsstand 2019 zur Datenerhebung 2018.

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10
Einführung
Absolventen an sächsischen Hochschulen
in IKT-Studienfächern
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
über 2.000 IKT-Absolventen in Sachsen in 2017
davon fast 1.300 Absolventen von Informatik-
studiengängen
über 11.000 Studierende in IKT-Studienfächern
in Sachsen in 2018
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen; 2019.
Bildungsstandort Sachsen
Platz 1 für Sachsen
im INSM Bildungsmonitor 2018
Besondere Stärken Sachsens sind die Förder-
infrastruktur, die Schulqualität, die geringe
Bildungsarmut, die Forschungsorientierung, die
MINT-Bereiche der Hochschulen und die Inter-
nationalisierung.
Quelle: INSM Bildungsmonitor 2018

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Einführung
11
Hochschul- und Forschungsstandort Sachsen
Leipzig
Dresden
Chemnitz
Zwickau
Freiberg
Riesa
Mittweida
Plauen
Görlitz
Zittau
Bautzen
Zwota
Breitenbrunn
Rothenburg / O.L.
Meißen
Glauchau
Oelsnitz
Waldheim
Heidenau
2 4
21
2
523
24
41
5
3134
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
2
1
1
2
1
4
4
2
3
1
1
7
3
1
1
1
1
1
1
Universitäten, Akademien und Fachhochschulen:
6 Universitäten
14 Fachhochschulen
6 Kunsthochschulen
7 Berufsakademien
Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen:
8 Helmholtz-Einrichtungen
8 Leibniz-Institute
20 Fraunhofer-Einrichtungen/ -Standorte
7 Max-Planck-Institute
3 Forschungseinrichtungen des Bundes
8 Landesfinanzierte Forschungseinrichtungen
22 Industrieforschungseinrichtungen

12
Einführung
KI-Standort Sachsen
49 Akteure aus dem Forschungsbereich an 53
Standorten (Universitäten, Hochschulen, außeruni-
versitäre Forschungseinrichtungen) und mindestens
60 Akteure aus der Wirtschaft treiben in Sachsen
die Entwicklung künstlicher Intelligenz voran
Ausbau des nationalen Big Data Kompetenzzent-
rums „ScaDS Dresden/Leipzig“ zum führenden deut-
schen KI- und Rechenzentrum „ScaDS.AI”
Sachsen bietet mit hervorragend aufgestellter For-
schungslandschaft als auch Innovationskraft und
Agilität kleiner und mittlerer Unternehmen eine gute
Ausgangsbasis um KI-Kompetenzen aufzubauen und
zu nutzen
Forschungseinrichtungen in Sachsen erforschen ins-
besondere folgende KI-Methoden: Supervised Learn-
ing (92 %), Künstliche Neuronale Netze (83 %),
Unsupervised Learning (75 %), Regression (67 %),
Probabilistische Methoden (67 %)
Unternehmen in Sachsen bieten bereits oder entwi-
ckeln aktuell KI-Lösungen vor allem in den Berei-
chen: (1) Erfassung/ Speicherung großer Datenbe-
stände, (2) Analyse von Daten, (3) Assistenzsysteme
Quelle: Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Institutsteil
Entwicklung Adaptiver Systeme EAS und Technische Universität Dresden,
Professur für Hochparallele VLSI-Systeme und Neuromikroelektronik; Pro-
jekt KIKiS: Künstliche Intelligenz – Kompetenzen und Innovationspotential
in Sachsen, Stand: 31. Mai 2019.

Einführung
13
Innovationsstandort Sachsen
Die sächsischen Regionen wurden 2017 im
Vergleich mit 220 europäischen Regionen als
„Strong Innovators“ eingestuft
Die Regionen Dresden und Leipzig lagen mit den
Rangplätzen 57 und 60 nur sehr knapp hinter
der Spitzengruppe der 53 Regionen, die als
Innovation Leaders klassifiziert wurden
2,7 Prozent des sächsischen Bruttoinland-
sproduktes wurden in 2016 für Forschung und
Entwicklung aufgewendet (im Bundesländerver-
gleich Platz 7)
Mit einem Anteil von 3,97 Prozent am BIP
gehört die Region Dresden zu den europäischen
Top-Regionen, die eine Forschungs- und Ent-
wicklungsintensität von mehr als drei Prozent
aufweisen
Quelle: Europäische Kommission, 2019;
Sächsischer Technologiebericht 2018.
Forschungsförderung für IKT-Projekte im Freistaat Sachsen im Jahr 2018
Fördersumme des Bundes an IKT-Projekten in Euro nach
Bundesländern (Verzerrung ergibt sich aus Gesamtförder-
summe des Bundes für IKT-Projekte mit Startdatum ab
dem Jahr 2017)
Sachsen hebt sich im Bundesländervergleich
durch die weit überdurchschnittlichen For-
schungsfördersummen des Bundes für IKT-Pro-
jekte deutlich ab
Im Jahr 2018 bewilligte der Freistaat Sachsen
für 265 IKT-Projekte Mittel aus seiner Techno-
logieförderung in Höhe von insgesamt fast 65
Mio. Euro
Quellen: Kompetenzzentrum Öffentliche IT/ Fraunhofer FOKUS,
Deutschland-Index der Digitalisierung 2019; Sächsisches Staatsminis-
terium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, 2019.

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14
Einführung
Ausgewählte Netzwerke und Projekte der Digitalisierung im Freistaat Sachsen

Einführung
15
Die aktualisierte Digitalisierungsstrategie
„Sachsen Digital“ ist die Digitalisierungsstrategie des Frei-
staates Sachsen. Sie fokussiert auf Bereiche, in denen der
Freistaat für sich einen Handlungsauftrag sieht und die
Gestaltungskompetenz zur Schaffung geeigneter Rah-
menbedingungen besitzt, sei es durch Rechtsnormen und
Förderprogramme oder die unterstützende Begleitung von
Vorhaben. Neue, wie auch schon bestehende Ansätze der
Staatsregierung werden durch die Digitalisierungsstrategie
in einen Gesamtzusammenhang gesetzt. Neben der stra-
tegischen Ausrichtung gibt „Sachsen Digital“ einen wert-
vollen Überblick zu den wesentlichen Aktivitäten des Frei-
staates Sachsen im Bereich der Digitalisierung.
In der sächsischen Digitalisierungsstrategie wird klar ab-
gegrenzt, in welchen Bereichen der Freistaat Sachsen den
digitalen Wandel aktiv gestalten kann und wo die Bürge-
rinnen und Bürger oder die Wirtschaft Entwicklungen effi-
zienter vorantreiben können. Die „Sachsen Digital“ zugrun-
de liegende Rollenaufteilung ist jedoch nicht als Dogma zu
verstehen. Das Verständnis der Aufgaben von staatlichen
und nichtstaatlichen Akteuren unterliegt vielmehr dem
breiten und stetigen Dialog mit den Bürgerinnen und Bür-
gern, den Kommunen, der Wirtschaft, der Wissenschaft,
den Kreativen und allen weiteren relevanten Gruppen.
Der strategische Ansatz in „Sachsen Digital“ basiert auf
dem Dreiklang einer flächendeckend verfügbaren, leis-
tungsfähigen und nachhaltigen digitalen Infrastruktur,
darüber angebotenen digitalen Diensten sowie einem
möglichst hohen Grad an Innovationen. Erst bei einem
gelungenen Zusammenspiel der drei Bereiche werden sich
hohe Qualität und Attraktivität eines digitalen Angebotes
für alle Lebensbereiche ergeben können. Die Staatsregie-
rung sieht in der Schaffung „passender“ Schnittstellen von
digitaler Infrastruktur, digitalen Diensten und Innovationen
den Schlüssel dafür, dass Sachsen von der Digitalisierung
profitiert.
Die sächsische Digitalisierungsstrategie umfasst fünf stra-
tegische Ziele, unter die sich 15 Handlungsfelder und mit
der Aktualisierung zum Stand 1. März 2019 138 konkrete
Maßnahmen zur Umsetzung einordnen.
Fakten zur Digitalisierungsstrategie des Freistaates Sachsen
Mit dem Beschluss zu „Sachsen Digital“ im Januar
2016 war der Freistaat Sachsen eines der ersten
Bundesländer mit einer ressortübergreifenden Digi-
talisierungsstrategie
Die (Weiter-)Entwicklung von „Sachsen Digital“
und das Controlling zur Umsetzung obliegt dem
Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für
Digitales (CDO)
Die Strategie umfasst fünf strategische Ziele und
15 untergeordnete Handlungsfelder
Die erste Fassung von „Sachsen Digital“ enthielt 91
konkrete Maßnahmen zur Umsetzung
Nach Überarbeitungen in den Jahren 2017 und
2018 enthält die nunmehr 3., aktualisierte Fassung
aus dem Jahr 2019 138 konkrete Maßnahmen zur
Umsetzung
Die Ausgaben für Maßnahmen im Rahmen von
„Sachsen Digital“ betrugen im Zeitraum 1. Januar
2017 bis 31. Dezember 2018 über 209 Millionen
Euro

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16
Einführung
Strategische Ziele und Handlungsfelder von „Sachsen Digital“
16
Einführung

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Einführung
17
Die Strukturen hinter „Sachsen Digital“
Der digitale Wandel ist ein komplexes Querschnittsthema.
Dadurch bestehen für die Sächsische Staatsregierung im
Zusammenhang mit der Digitalisierungsstrategie „Sachsen
Digital“ ressortübergreifende Fragestellungen und Zustän-
digkeiten. Dieser Herausforderung trägt die Staatsregierung
Rechnung. Die zentrale Koordinierung und das strategische
Controlling der Digitalisierungsstrategie obliegen seit dem
Jahr 2015 dem beim SMWA angesiedelten Beauftragten
der Sächsischen Staatsregierung für Digitales (CDO). Die
Koordinierung des Einsatzes der Informationstechnologie
in der Verwaltung, die für viele Maßnahmen der Digitalisie-
rungsstrategie von wesentlicher Bedeutung ist, liegt in der
Zuständigkeit des in der Sächsischen Staatskanzlei ange-
siedelten Beauftragten für Informationstechnologie (CIO)
des Freistaates Sachsen. Gemeinsam treiben der CDO und
der CIO die kontinuierliche Weiterentwicklung von „Sach-
sen Digital“ voran.
Ressortübergreifende Diskussionen und Abstimmungen zu
wesentlichen inhaltlichen Fragen der Digitalisierungsstra-
tegie finden in einer eigens für „Sachsen Digital“ geschaf-
fenen Lenkungsgruppe auf Staatssekretärsebene statt, die
durch den CDO geleitet wird. Ein weiteres wichtiges Gre-
mium für die Weiterentwicklung von „Sachsen Digital“ ist
der im Jahr 2015 gegründete Beirat „Digitale Wertschöp-
fung“, dem ausgewählte Vertreterinnen und Vertreter aus
Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft sowie Verwaltung
angehören. Unter der Leitung des CDO gibt der Beirat
wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Digitali-
sierungsstrategie.
Einführung
17

18
Einführung
Schnittstellen auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene
„Sachsen Digital“ als Digitalisierungsstrategie des Frei-
staates Sachsen nimmt auf Landesebene Bezug auf die
„Fachstrategien“ der einzelnen Staatsministerien, die ih-
rerseits das Thema Digitalisierung zunehmend adressie-
ren. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispiels-
weise der Masterplan „Digitale Verwaltung Sachsen“ der
SK, die Konzeption „Medienbildung und Digitalisierung
in der Schule“ des SMK, die Strategie für den ländlichen
Raum „Vielfalt leben – Zukunft sichern“ des SMUL oder
die Innovationsstrategie und die Fachkräftestrategie des
SMWA. Die “Fachstrategien“ der Ministerien vertiefen die
in „Sachsen Digital“ angesprochenen Fachthemen. Die
meisten Maßnahmen im Maßnahmenkatalog der Digita-
lisierungsstrategie enthalten daher auch Informationen zu
etwaigen Bezügen zu weiteren strategischen Ansätzen der
Staatsregierung. Die Abbildung auf Seite 19 stellt die wich-
tigsten Verknüpfungen von Strategien der Staatsregierung
mit „Sachsen Digital“ dar.
Derzeit wichtigster Bezugspunkt für „Sachsen Digital“ auf
der Bundesebene ist die Digitalstrategie der Bundesregie-
rung und die dazugehörige Umsetzungsstrategie „Digitali-
sierung gestalten“. Darüber hinaus gibt es ebenso wie auf
Landesebene zahlreiche „Fachstrategien“ der verschiede-
nen Bundesministerien, wie zum Beispiel die 5G-Strategie
für Deutschland, die Strategie Künstliche Intelligenz oder
die Hightech-Strategie 2025. Zusätzlich gibt es durch den
Bund getragene Initiativen, die auf der strategischen oder
der operativen Ebene zu verorten sind, wie beispielsweise
der Digital-Gipfel-Prozess, die Initiative Stadt.Land.Digi-
tal, die de:hub Initiative oder die Initiative Mittelstand 4.0.
Die Bundesregierung will durch ihr Engagement bei der
Digitalisierung die Rolle Deutschlands als innovative und
leistungsstarke Volkswirtschaft in der Europäischen Uni-
on und der Welt ausbauen beziehungsweise in wichtigen
Zukunftstechnologien wieder Anschluss an die Weltspitze
finden. Viele maßgebliche Rahmenbedingungen für die Di-
gitalisierung in Deutschland werden aufgrund einer breiten
Gesetzgebungskompetenz des Bundes durch diesen defi-
niert.
Auch die Europäische Union gestaltet die Digitalisierung
entscheidend mit. Der Freistaat Sachsen befürwortet die
Vollendung des digitalen Binnenmarktes für Europa und
begrüßt in diesem Zusammenhang grundsätzlich die dies-
bezüglichen Anstrengungen der Europäischen Kommission,
insbesondere die Strategie für einen digitalen Binnenmarkt
für Europa und die damit verbundenen Rechtsetzungspa-
kete.

Einführung
19

1. Strategisches Ziel:
Digitale Infrastruktur entwickeln

22
Digitale Infrastruktur entwickeln
1. Strategisches Ziel: Digitale Infrastruktur entwickeln
Telekommunikationsnetze stellen die wichtigste infra-
strukturelle Voraussetzung für die umfassende Vernetzung
im Zuge der Digitalisierung dar. Mit dem Begriff der di-
gitalen Infrastruktur sind aber auch solche Infrastruktu-
ren gemeint, die zunehmend durch digitale Technologien
geprägt sind, wie zum Beispiel im Verkehrs- oder Ener-
giebereich. Die Straßen-, Schienen- und Stromnetze ver-
schmelzen immer mehr mit den Telekommunikationsnetzen
und entwickeln sich zu sogenannten intelligenten Netzen.
Für die Nutzung dieser Infrastrukturen ergeben sich somit
Leistungssteigerungen und Effizienzgewinne.
Nur flächendeckende, leistungsfähige und nachhaltige
Breitbandnetze können die hohen Anforderungen an die
umfassende Vernetzung erfüllen. Das gilt sowohl für die
Fest- als auch für die Mobilfunknetze. Nach dem Grund-
gesetz werden Telekommunikationsdienstleistungen, wo-
runter auch die Breitbandversorgung fällt, als privatwirt-
schaftliche Tätigkeit erbracht. Da dieser marktgetriebene
Breitbandausbau durch die privaten Telekommunikations-
anbieter nicht überall in Sachsen im gewünschten Maße
erfolgt, ist die Sächsische Staatsregierung fest entschlos-
sen, die flächendeckende Erschließung des Freistaates mit
leistungsfähigen Infrastrukturen zu unterstützen.
Die Verfügbarkeit eines Breitbandanschlusses hat sich zu
einem harten Standortfaktor entwickelt – vergleichbar
mit einer guten Verkehrsanbindung, einer sicheren Ver-
sorgung mit Strom und Wasser oder einem ausreichenden
Fachkräfteangebot. Unzureichende Breitbandanbindungen
verhindern Investitionen, wirken sich negativ auf Neuan-
siedlungen von Unternehmen aus und hemmen das loka-
le Gründungspotenzial. Da nicht nur die Wirtschaft von
schnellen Internetverbindungen profitiert, sondern sich
zunehmend auch die gesellschaftliche, wirtschaftliche und
politische Teilhabe der Bevölkerung im Netz abspielt, ist
die Erschließung der privaten Haushalte mit leistungsfä-
higen Breitbandanschlüssen ebenso wichtig. Neben der
Wirtschaft und den privaten Haushalten müssen auch öf-
fentliche Einrichtungen, insbesondere Krankenhäuser und
Schulen, mit leistungsfähigen Breitbandanbindungen ver-
sorgt werden. Die Erschließung Letzterer ist die Vorausset-
zung für die Anwendung moderner digitaler Technologien
in der Lehre und stellt eine wichtige Voraussetzung dafür
dar, dass Sachsen seinen Spitzenplatz im Bildungsbereich
verteidigen kann.

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Digitale Infrastruktur entwickeln
23
Schwerpunktbetrachtung: Breitbandversorgung*
Sachsen war Mitte 2018 bei der Versorgung ≥ 50
Mbit/s mit 70,8 Prozent im Bundesländervergleich
an 12. Stelle (Bundesdurchschnitt: 82,9 Prozent)
Im Vergleich zum Stand Mitte 2017 betrug die
Steigerung bei ≥ 50 Mbit/s über zehn Prozent-
punkte (zweithöchste Ausbaudynamik im Bundes-
ländervergleich)
Sachsen war Mitte 2018 bei der Versorgung mit
Glasfaser (FTTH/B) mit acht Prozent im Bundes-
ländervergleich an vierter Stelle der Flächenländer
*Aktuellster durch den Bund veröffentlichter Stand ist Mitte 2018
1
Neben „Sachsen Digital“ tragen die folgenden strategischen Ansätze der Sächsischen Staatsregierung zur Erreichung der operativen Ziele bei:
- Strategie der Sächsischen Staatsregierung für den ländlichen Raum „Vielfalt leben – Zukunft sichern“
- Zukunftsinitiative simul+
- Energie- und Klimaprogramm Sachsen 2012
Operative Ziele
1
Sachsen ab 2019 unter den Top Bundesländern bei
der Breitbandausbaudynamik platzieren
Alle noch unterversorgten Gebiete in Sachsen, für
die keine privatwirtschaftliche Erschließung abseh-
bar ist, schnellstmöglich in Förderprojekten berück-
sichtigen
Digitale Pilot-Infrastrukturen in den Bereichen
Mobilität, Energie, Gesundheit und Landwirtschaft
in Sachsen unterstützen
Digitale Infrastruktur entwickeln
23

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24
Digitale Infrastruktur entwickeln
1.1.
Handlungsfeld: Flächendeckender Breitbandausbau
Um am stetigen digitalen Wandel teilhaben und dessen
Vorteile nutzen zu können, ist für Bürgerinnen und Bür-
ger, Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen die
Verfügbarkeit von schnellen Internetverbindungen uner-
lässlich. Der Ausbau mit leistungsfähigen Breitbandnetzen
in Sachsen durch die nach dem Grundgesetz zuständigen
privaten Telekommunikationsunternehmen kommt jedoch
nicht im gewünschten Maße voran. Insbesondere im länd-
lichen Raum gibt es daher noch Versorgungslücken. Damit
die betroffenen Gebiete die Möglichkeit zum Anschluss an
hochleistungsfähige Breitbandnetze erhalten, sind außer-
ordentliche Anstrengungen der privaten Telekommunikati-
onsunternehmen, der Staatsregierung und der Kommunen
notwendig.
Die Sächsische Staatsregierung treibt den flächendecken-
den Ausbau mit gigabitfähigen Infrastrukturen im Frei-
staat über verschiedene Förderrichtlinien voran. Kernele-
ment der Breitbandförderung des Freistaates Sachsen ist
das Förderprogramm „Digitale Offensive Sachsen“ (DiOS).
Die Staatsregierung stellt für dieses Förderprogramm über
den Breitbandfonds Sachsen Landesmittel in Höhe von
700 Millionen Euro zur Verfügung und flankiert damit das
Breitbandförderprogramm des Bundes. Der Freistaat Sach-
sen hat mit DiOS eines der höchstdotierten Breitbandför-
derprogramme in Deutschland in der Umsetzung. Mit Hil-
fe dieses Förderprogrammes ist es den Verantwortlichen
möglich, für den spezifischen Bedarf vor Ort die geeignete
Erschließungslösung zu finden. Unter Wahrung des sehr
strikten rechtlichen Rahmens für staatliche Beihilfen ist
es der Staatsregierung gelungen, in Bezug auf Technolo-
gien und Ausbaumodelle größtmögliche Freiheiten einzu-
räumen. Darüber hinaus unterstützt der Freistaat Sachsen
die sächsischen Kommunen mit pauschalen Zuweisungen
für die Digitalisierung und für Koordinierungs- und Steu-
erungsaufgaben der Landkreise über den kommunalen Fi-
nanzausgleich.
24
Digitale Infrastruktur entwickeln

image
Digitale Infrastruktur entwickeln
25
1.2. Handlungsfeld: Konvergenz der Netze
Klassische Infrastrukturen, wie zum Beispiel Verkehrswege
oder Stromnetze, werden im Freistaat Sachsen in immer
stärkerem Maße mit moderner Telekommunikationsinfra-
struktur ergänzt und somit noch leistungsfähiger gemacht.
Dadurch eröffnen sich bisher technisch unmögliche oder
unbekannte Nutzungsmöglichkeiten. Der Freistaat Sachsen
unterstützt die sich vollziehende „Vernetzung der Netze“,
um die dadurch entstehenden Synergien konsequent zu
nutzen.
Im Verkehrsbereich können vernetzte Infrastrukturen un-
ter anderem zu mehr Sicherheit und einem verbesserten
Verkehrsfluss beitragen. Mobilitätsketten können noch
besser aufeinander abgestimmt und dynamisiert werden.
Für die Nutzer der künftig noch stärker digital vernetzten
Verkehrsinfrastrukturen sind enorme Vorteile zu erwarten.
Der Freistaat Sachsen wird in diesem Zusammenhang die
Entwicklung und Anwendung von intelligenten Verkehrs-
systemen unterstützen. Der Energiebereich braucht die
digitale Vernetzung. Durch die mit der Energiewende ein-
hergehende Dezentralisierung der Stromerzeugung und
die damit verbundenen technischen Anforderungen an
die Stromnetze sowie durch die im Energie- und Klima-
programm Sachsen 2012 gesteckten Reduktionsziele für
den CO
2
-Ausstoß ist eine Flexibilisierung und Effizienz-
steigerung des Energiesystems unausweichlich. Diese Auf-
gabe kann technisch mit Hilfe der zunehmenden digitalen
Vernetzung von Stromerzeugern, Stromverbrauchern und
Transportnetzen, durch sogenannte intelligente Netze, er-
bracht werden.
Digitale Infrastruktur entwickeln
25

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26
Digitale Infrastruktur entwickeln
1.3. Handlungsfeld: Vernetzung im Gesundheits- und Pflegebereich
Innovative Produkte, Dienstleistungen und Modelle, er-
gänzt durch elektronische Gesundheitsdienste, können
die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Sachsen
unterstützen, sodass ältere und kranke Menschen so lan-
ge wie möglich ein selbstbestimmtes Leben im eigenen
häuslichen Umfeld führen können. Die Herausforderungen
bei der medizinischen Versorgung in Sachsen können nur
mit Hilfe der breiten Nutzung von Telematikinfrastruktur
und Telemedizin-Anwendungen gelingen. Insbesondere
mit Blick auf den demografischen Wandel und die Zukunft
der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum bietet
eine Telematikinfrastruktur vielversprechende Möglichkei-
ten für die Aufrechterhaltung des Zugangs zu medizini-
scher Versorgung sowie für eine effiziente Abstimmung
zwischen den beteiligten Akteuren. Auch neue Formen
der Betreuung der Patienten im häuslichen Umfeld können
verwirklicht werden.
Damit der durch die Telematikinfrastruktur in Deutschland
geschaffene technische Rahmen und die Chancen von
Telematik und Telemedizin für die Gesundheitsversorgung
in Sachsen besser genutzt werden können, müssen sek-
torenübergreifende Versorgungspfade entwickelt, erprobt
und evaluiert, Schnittstellen angepasst und in die Telema-
tikinfrastruktur eingebunden werden. Der Freistaat Sach-
sen möchte den Gesundheits- und Pflegebereich durch
entsprechende infrastrukturelle Maßnahmen weiterentwi-
ckeln. In diesem Zusammenhang wird die Einführung einer
bundeseinheitlichen Telematikinfrastruktur, der Aufbau
von Assistenzsystemen und integrativen Versorgungs- so-
wie Dienstleistungsnetzwerken und die telematische Ver-
netzung der Krankenhäuser unterstützt.
26
Digitale Infrastruktur entwickeln

2. Strategisches Ziel: Informations-
und Cybersicherheit gewährleisten

28
Informations- und Cybersicherheit gewährleisten
2. Strategisches Ziel: Informations-
und Cybersicherheit gewährleisten
Die Menschen nutzen heutzutage ganz selbstverständlich
zahlreiche Anwendungen auf ihren digitalen Endgeräten
und verbinden ihre Gebrauchsgegenstände zunehmend
mit dem Internet. Die Unternehmen produzieren nicht nur
immer mehr vernetzte Gebrauchsgegenstände, sondern
setzen auch bei ihrer internen Organisation auf eine neue
Dimension der Vernetzung, die ihren Ausdruck im Schlag-
wort „Wirtschaft 4.0“ findet. Und schließlich verwendet
auch die öffentliche Verwaltung zunehmend auf Informa-
tionstechnik (IT) gestützte Verfahren.
Aufgrund der zunehmenden digitalen Vernetzung aller Le-
bensbereiche gewinnt die Informations- und Cybersicher-
heit immens an Bedeutung. Ziel des Freistaates Sachsen ist
es, den Ursachen für Sicherheitsvorfälle entgegenzuwirken
und die Risiken durch angemessene Maßnahmen auf ein
tragbares Maß zu reduzieren. Grundlage dafür ist in Sach-
sen ab Sommer 2019 das Sächsische Informationssicher-
heitsgesetz (SächsISichG). Um in der IT der öffentlichen
Verwaltung mit ihren ständigen technischen Weiterent-
wicklungen einen Zustand der Informationssicherheit zu
gewährleisten, werden beständig personelle und finanzielle
Ressourcen benötigt und zwar nicht nur in der IT selbst.
Insbesondere organisatorische und auch bauliche Rahmen-
bedingungen müssen zielgerichtet mitgestaltet werden.
Informationssicherheit und deren Wahrnehmung ist nicht
an einer bestimmten Stelle in einer Organisation angesie-
delt. Da von jedem Computer, der Daten verarbeitet, po-
tenziell die Informationssicherheit gefährdet werden kann,
liegt die Verantwortung zur Gewährleistung der Informa-
tionssicherheit schlussendlich auch bei jeder Mitarbeiterin
und jedem Mitarbeiter selbst. Insbesondere wenn perso-
nenbezogene Daten verarbeitet werden, geht es neben der
Informationssicherheit auch um den Datenschutz. Diese
beiden Kernaspekte gilt es bei der Planung, Einführung,
Nutzung und der Aussonderung von IT stets zu berück-
sichtigen.
Die öffentliche Verwaltung des Freistaates Sachsen hat
für ihren Bereich mit der Inkraftsetzung des Sächsischen
E-Government-Gesetzes (SächsEGovG) im Jahr 2014 die
Grundlagen für das eigene Handeln geschaffen und wird
diese mit der geplanten Novellierung des SächsEGovG
im Sommer 2019 an die sich ändernden Rahmenbedin-
gungen anpassen. So bestimmt das Gesetz zum Beispiel
das Serviceportal Amt24 als sächsisches Online-Verwal-
tungsportal im deutschlandweiten Portalverbund nach
dem bundesweit gültigen Onlinezugangsgesetz (OZG) und
verpflichtet die Verwaltung, den Bürgerinnen und Bürgern
eine sichere elektronische Kommunikation anzubieten so-
wie Datenschutz- und Informationssicherheitskonzepte für
die IT-Verfahren der Verwaltung zu erstellen.
Auch die Unternehmen in Sachsen sollen im Cyberraum
sicher sein. Deswegen fördert der Freistaat den Ausbau des
Informationsschutzes finanziell und arbeitet vor allem mit
kleinen und mittleren Unternehmen in Projekten zur Erhö-
hung der Informationssicherheit zusammen, damit sächsi-
sches Knowhow nicht in die Hände von Cyberkriminellen
gerät. Für den Freistaat Sachsen von hoher strategischer
Bedeutung ist daneben auch der Schutz der Betreiber kri-
tischer Infrastrukturen (KRITIS), zum Beispiel Wasserwerke
oder Krankenhäuser. Da die IT für die Daseinsvorsorge eine
hohe Bedeutung hat, müssen geeignete Rahmenbedingun-
gen und Maßnahmen zur übergreifenden Förderung der
Informationssicherheit abgestimmt, etabliert und konti-
nuierlich weiterentwickelt werden. Grundlage dafür ist in
erster Linie das IT-Sicherheitsgesetz des Bundes.

Informations- und Cybersicherheit gewährleisten
29
Schwerpunktbetrachtung: Informations- und Cy-
bersicherheitseinrichtungen im Freistaat Sachsen
Cybercrime Competence Center Sachsen (SN4C)
des Landeskriminalamtes Sachsen mit der Zent-
ralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) für Unter-
nehmen, Behörden und Verbände des Freistaates
Sachsen
Zentralstelle Cybercrime Sachsen (ZCS) der Gene-
ralstaatsanwaltschaft Dresden
Lernlabore für IT-Sicherheit der Fraunhofer Gesell-
schaft an den Hochschulen Zittau/Görlitz sowie
Mittweida zur Qualifikation von Fachleuten aus
Wirtschaft und Behörden
Beauftragter für Informationssicherheit des
Landes (BfIS) als zentrale Instanz für die strategi-
schen und koordinierenden Belange der Informati-
onssicherheit in der Staatsverwaltung
Computer Emergency Response Team für die Lan-
desverwaltung Sachsen (SAX.CERT) beim Staats-
betrieb Sächsische Informatik Dienste (SID)
Operative Ziele
2
2
Neben „Sachsen Digital“ trägt der Masterplan „Digitale Verwaltung Sachsen“ als weiterer strategischer Ansatz der Sächsischen Staatsregierung zur
Erreichung der operativen Ziele bei.
Den Schutz der IT-Systeme, Anwendungen und
damit verbundener Datenbestände des Freistaates
Sachsen ausbauen, zum Beispiel mit dem Projekt
HoneySense
Personalkapazitäten des Freistaates Sachsen im
Bereich Informations- und Cybersicherheit sowie
zur Bekämpfung von Cyberkriminalität verstärken
Die Bevölkerung, Unternehmen und Angehörige
der öffentlichen Verwaltung für Informations-
und Cybersicherheit durch Informationsangebote
und Veranstaltungen sensibilisieren, zum Beispiel
mit der Roadshow „Die Hacker kommen“
Kinder und Jugendliche in den Schulen zu Infor-
mations- und Cybersicherheit sensibilisieren
Kleine und mittlere Unternehmen bei Maß-
nahmen zur IT Sicherheit unterstützen
Jährlich mindestens 3.000 Angehörige von Be-
hörden des Freistaates Sachsen im Bereich Infor-
mations- und Cybersicherheit fortbilden

image
30
Informations- und Cybersicherheit gewährleisten
2.1. Handlungsfeld: Sicherheit in der öffentlichen Verwaltung
Der Freistaat Sachsen will bei der Informations- und Cy-
bersicherheit bezogen auf seine Verwaltungen als Vorbild
für andere gesellschaftliche Bereiche vorangehen. Dazu
gehört es unter anderem, die eigenen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sowie Leitungsebenen ausreichend für das
Thema zu sensibilisieren, bei der internen und externen
Kommunikation sowie der Verarbeitung von Daten hohen
Sicherheitsstandards zu entsprechen und geeignete Orga-
nisationsstrukturen aufzubauen sowie zu etablieren. Mit
der Verwaltungsvorschrift zur Gewährleistung der Infor-
mationssicherheit in der Landesverwaltung (VwV IS) wur-
den bereits 2011 die Grundelemente für den Aufbau einer
leistungsfähigen Organisation der Informationssicherheit
in der Landesverwaltung geschaffen und sollen mit dem
Sächsischen Informationssicherheitsgesetz (SächsISichG)
im Sommer 2019 fortentwickelt werden:
1)
der Beauftragte für Informationssicherheit des Landes
(BfIS Land) als zentrale Sicherheitsinstanz,
2)
die Arbeitsgruppe Informationssicherheit (AG IS) als
Plattform der ressortübergreifenden Zusammenarbeit,
3)
die Beauftragten für Informationssicherheit (BfIS) der
Ressorts, der Polizei und des Staatsbetriebs Sächsische
Informatik Dienste (SID) und
4)
das Sicherheitsnotfallteam („Computer Emergency Res-
ponse Team“ – SAX.CERT) im SID.
Auf Basis dieser Organisationsstruktur werden die Vorga-
ben und Maßnahmen zur Informationssicherheit im Frei-
staat Sachsen abgestimmt und ausgebaut. Ziel ist es, die
Informationssicherheit in den staatlichen und nichtstaatli-
chen Stellen im Freistaat Sachsen zu erhöhen und Gefah-
ren für ihre informationstechnischen Systeme abzuwehren.
Dafür sind kontinuierliche Anstrengungen notwendig, die
beständig personelle und finanzielle Ressourcen binden.

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Informations- und Cybersicherheit gewährleisten
31
2.2. Handlungsfeld: Sicherheit für
Bürger und Unternehmen
Damit sowohl die Bürgerinnen und Bürger als private Nut-
zer von IT als auch Unternehmen die Potenziale der Digitali-
sierung vollständig ausschöpfen können, müssen sie besser
als bislang über Risiken, Gefahren und Sicherheitsmaßnah-
men informiert sein. Der zentrale Sicherheitsfaktor für die
IT ist nicht eine technische Lösung, sondern der Mensch in
seinem Umgang mit der Technik. Das Hauptaugenmerk des
Freistaates liegt daher darauf, Wissensdefiziten und daraus
resultierendem fahrlässigen Handeln entgegenzuwirken.
Die Landesverwaltung hat dabei je nach Zuständigkeits-
bereich der jeweiligen Behörde die Möglichkeit, in einem
geeigneten Rahmen bestimmte Zielgruppen aus der allge-
meinen Öffentlichkeit mit spezifischen Maßnahmen für das
Thema Cybersicherheit zu sensibilisieren. Informations-
veranstaltungen, Schulungen und Fortbildungen für alle
Altersgruppen der Bevölkerung sind im Sinne staatlichen
Handelns unverzichtbar und unter anderem in den Berei-
chen Verbraucherschutz, schul- und ausbildungsergänzen-
der Unterricht sowie berufsbegleitendes und lebenslanges
Lernen denkbar.
Unternehmen sind grundsätzlich selbst für die Verbes-
serung der eigenen IT-Sicherheit verantwortlich. Jedoch
stellt diese Aufgabe insbesondere für kleine und mittlere
Unternehmen eine große Herausforderung dar. Der Frei-
staat Sachsen bietet ihnen daher bei entsprechenden Pro-
jekten Unterstützung an (Handlungsfeld 4.2). Im Bereich
der kritischen Infrastrukturen (KRITIS) hat die IT-Sicherheit
von Unternehmen, wie beispielsweise von Wasser- und
Stromversorgern, neben der wirtschaftlichen auch eine
hohe strategische Bedeutung für den Freistaat Sachsen.
Hier setzen Maßnahmen direkt bei den Leitungsebenen
der Unternehmen an und gehen weit darüber hinaus. So
müssen zum Beispiel gemeinsame Strukturen für die Über-
wachung der IT-Sicherheit und für etwaige Notfallmaß-
nahmen geschaffen werden. Daher ist es das Ziel der Lan-
desverwaltung, mit Institutionen und Einrichtungen, die zu
den KRITIS gezählt werden, eng zusammenzuarbeiten.
Informations- und Cybersicherheit gewährleisten
31

32
Informations- und Cybersicherheit gewährleisten
2.3. Handlungsfeld: Bekämpfung der Cyberkriminalität
Die Angriffe auf die Integrität und Sicherheit von Daten-
systemen bergen ein sehr hohes Gefahrenpotenzial für die
Funktionsfähigkeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Straftaten im Bereich der Cyberkriminalität werden
weiter ansteigen und eine Vielzahl von Deliktbereichen
umfassen. Die Cyberkriminalität nimmt dabei Ausmaße an,
die weit über die amtlich registrierten Fälle hinausgehen.
Nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes (LKA) wird
im Bereich Cyberkriminalität nur ein geringer Anteil der
Straftaten angezeigt. Dennoch steigt die Zahl der ange-
zeigten Straftaten im Bereich Cyberkriminalität bislang
immer weiter an.
Das Internet als Tatort bietet eine Vielzahl von Tatgelegen-
heiten, bleibt auf Dauer nur begrenzt kontrollierbar und
kennt keine Staats- und Verwaltungsgrenzen. Cyberkrimi-
nelle nutzen stets die neuen technischen Entwicklungen,
unterlaufen permanent technische Sicherheitsvorkehrun-
gen und erschweren so Ermittlungen und Beweissicherun-
gen. Die Täter bleiben zudem regelmäßig anonym, agieren
schnell und oft arbeitsteilig. Dennoch muss das Strafver-
folgungsmonopol des Staates durchsetzbar bleiben. Die
mit der Digitalisierung einhergehende Verlagerung der Kri-
minalität ins Internet muss durch geeignete Verfolgungs-
maßnahmen von staatlicher Seite aus bekämpft werden.
Aufgrund des rasanten technologischen Wandels bindet
die Bekämpfung der Cyberkriminalität zunehmend Fortbil-
dungsressourcen. Methoden der Ermittlungs- und Beweis-
führung müssen dem technologischen Fortschritt entspre-
chen und sind kostenintensiv. Nationale und internationale
polizeiliche Zusammenarbeit sowie die Kooperation mit
Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft sind zu intensi-
vieren.

3. Strategisches Ziel: Kompetenz und
„Gute Arbeit“ im digitalen Zeitalter gestalten

34
Kompetenz und „Gute Arbeit“ im digitalen Zeitalter gestalten
3. Strategisches Ziel: Kompetenz und
„Gute Arbeit“ im digitalen Zeitalter gestalten
Kompetenzen im Bereich digitaler Technologien und der
Nutzung digitaler Medien sind nicht erst in der Zukunft,
sondern schon heute wichtige Voraussetzungen für ein
selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben. Diese
„digitale Souveränität“ eines jeden Einzelnen ist darüber
hinaus eine wichtige Voraussetzung für eine freiheitliche,
demokratische, moderne und leistungsfähige Gesellschaft
im digitalen Zeitalter. Anknüpfend an den lebensbeglei-
tenden laufenden Erwerb von Kompetenzen ist es die
Umsetzung des Leitmotives der „Guten Arbeit“, durch die
den Menschen über ihr Erwerbsleben hinweg eine größt-
mögliche Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortlichkeit
gesichert wird. Damit dies auch in einer zunehmend dyna-
mischen, digitalen (Arbeits-)Welt der Fall ist, muss „Gute
Arbeit“ weiterhin die Grundlage der sächsischen Wirt-
schafts-, Arbeits- und Standortpolitik sein.
Wichtige Bestandteile digitaler Kompetenzen werden in
der Medienbildung wie auch der informatischen Bildung
vereint. Diese sind im akademischen, beruflichen und im
außerschulischen Kontext relevant. Im Freistaat Sachsen
haben diese im schulischen Bereich erneut eine verstärkte
Aufmerksamkeit erfahren. Kinder und Jugendliche nutzen
digitale Medien je nach Alter in verschiedener Intensität,
viele erstellen sogar selbst Inhalte. Daher benötigen sie
fundierte Kenntnisse zum verantwortungsvollen Umgang
und zu den Chancen sowie Risiken, die mit der Nutzung
digitaler Medien einhergehen. Kompetenzen für die digital
geprägte Gesellschaft gehen jedoch über Medienbildung
und informatische Bildung hinaus. Sie umfassen neben ei-
nem Mindestmaß an technologischen Grundkenntnissen
zur Digitalisierung vor allem soziale, ethische und kreative
Aspekte, die zunehmend erforderlich sind und unabhängig
vom eingeschlagenen Ausbildungsweg oder Beruf beste-
hen. Gleichzeitig muss es Sachsen gelingen, eine hinrei-
chende Anzahl gut ausgebildeter IT-Fachkräfte, insbeson-
dere Informatikerinnen und Informatiker, für die Nachfrage
aus der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung si-
cherzustellen. Hier setzen die vorschulische, schulische
und außerschulische Bildung, aber auch Maßnahmen zur
Berufsorientierung und generell zur Förderung der infor-
matischen Bildung an. Ebenso muss sich die duale Berufs-
ausbildung diesen Herausforderungen stellen.
Die Förderung „Guter Arbeit“ betrifft vor allem drei politi-
sche Felder: Erstens geht es darum, die Rahmenbedingun-
gen für attraktive Arbeitsplätze für Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer zu verbessern und auf einen weiteren Rück-
gang der Arbeitslosigkeit hinzuwirken. Zweitens werden
Maßnahmen zur Fachkräftesicherung im Freistaat unter-
stützt. Ziele sind unter anderem eine bessere Berücksich-
tigung individueller Lebensentwürfe oder bedarfsgerechte
Qualifizierung und Weiterbildung. Das dritte Feld beinhal-
tet die qualitative Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Für die Durchsetzung des Prinzips der „Guten Arbeit“ in der
digitalen Welt müssen die Rahmenbedingungen der Digi-
talisierung und ihre Auswirkungen in einem engen Dialog-
prozess mit allen relevanten Arbeitsmarktakteuren disku-
tiert und gegebenenfalls verändert werden. Im Mittelpunkt
dieser Diskussion stehen die Themen Verbesserung des Ar-
beits- und Gesundheitsschutzes, moderne Personalpolitik,
Weiterentwicklung der betrieblichen Mitbestimmung, neue
Modelle und Ansätze zur Arbeitsflexibilität, aber auch Fra-
gen zur Aufrechterhaltung beziehungsweise Neudefinie-
rung von Arbeits- und Sozialstandards. Insbesondere wenn
es zu einer Transformation von Arbeitsaufgaben durch die
Digitalisierung und Automatisierung kommt, beabsichtigt
der Freistaat Sachsen sowohl den Unternehmen als auch
den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dabei zu helfen,
sich auf den Wandel vorzubereiten. Hier sind insbesonde-
re zielgruppenspezifische Bedürfnisse zu berücksichtigen.
Der Mittelstand und die öffentliche Verwaltung in Sachsen
sollen gleichermaßen bei der Qualifizierung ihrer Beschäf-
tigten unterstützt werden. Neben dem Aspekt der Qua-
lifizierung zielt „Gute Arbeit“ auf den vielseitigen Schutz
von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ab, der sich im
Zuge des digitalen Wandels der Arbeitswelt ebenfalls an-
passen muss.

Kompetenz und „Gute Arbeit“ im digitalen Zeitalter gestalten
35
Schwerpunktbetrachtung:
MINT-Fokus und Weiterbildung
MINT-Fächer haben mit einem Anteil von über 30
Prozent am Gesamtunterricht in allen Schularten
eine herausragende Stellung im sächsischen Bil-
dungssystem
44 Prozent aller sächsischen Studierenden sind in
MINT-Fächern eingeschrieben
Laut INSM-Bildungsmonitor 2018 liegt Sachsen
insgesamt zwar auf dem ersten Platz des Bundes-
ländervergleichs, weist jedoch u. a. Schwächen
bei IT-Ausstattung der Schulen, medienbezogenen
Kompetenzen der Lehrkräfte und Nutzung digita-
ler Medien auf
Im Bundesländervergleich weist Sachsen die
höchste Ingenieurdichte auf und liegt über dem
OECD-Durchschnitt
Die Weiterbildungsbeteiligung liegt in Sachsen
über dem Bundesdurchschnitt
Operative Ziele
3
3
Neben „Sachsen Digital“ tragen die folgenden strategischen Ansätze der Sächsischen Staatsregierung zur Erreichung der operativen Ziele bei:
- Landesstrategie Medienbildung in Sachsen
- SMK-Konzeption „Medienbildung und Digitalisierung in der Schule“
- Fachkräftestrategie 2030
Medienbildung im Jahr 2019 in den Lehrplänen aller
Fächer verankern (allgemeinbildende Schulen)
Den DigitalPakt Schule des Bundes in Sachsen
zügig umsetzen, um möglichst schnell digitale
Lernumgebungen für Schülerinnen und Schüler
bereitzustellen
Spitzenstellung der MINT-Förderung innerhalb
Deutschlands erhalten und partiell weiter aus-
bauen
Die deutschlandweit höchste Quote an MINT-
Absolventen an den sächsischen Hochschulen
halten
Kontinuierliche Anpassung und Bewertung der
Fachkräftesituation sowie der Ziele und Maß-
nahmen zur Fachkräftesicherung im Rahmen der
Fachkräftestrategie 2030
Ressortübergreifende Anstrengungen in der aka-
demischen als auch in der beruflichen Ausbildung
im IT- und Software-Bereich verstärken, um eine
auskömmliche Basis an Fachkräften hervorzu-
bringen
Die stärkere Nutzung der Digitalisierung durch
sächsische Arbeitgeber bei der Personalgewinnung
und zur Ausrichtung der Personalarbeit an den An-
sätzen des lebensphasenorientierten Personal-
managements unterstützen
Die Angebote zur Stärkung der IT- und Medien-
kompetenz sowohl in der Ausbildung als auch bei
der Qualifizierung und Weiterbildung durch den
Einsatz innovativer digitaler Lehr- und Lern-
konzepte stärken
An die Herausforderungen von Arbeit 4.0 ange-
passte Maßnahmen des Arbeitsschutzes und ad-
äquate Verfahren zu deren Überwachung ent-
wickeln

36
Kompetenz und „Gute Arbeit“ im digitalen Zeitalter gestalten
3.1. Handlungsfeld: Kompetenzen für die digital geprägte Gesellschaft
Das Handlungsfeld „Kompetenzen für die digital geprägte
Gesellschaft“ umfasst zwei Bereiche, die eng miteinander
zusammenhängen. Einerseits ist dies die informatische Bil-
dung zur Sicherung kompetenter, spezialisierter Fachkräf-
te, deren Grundstein in der schulischen Bildung gelegt und
bis hin zu den sächsischen Hochschulen fortgesetzt wird.
Andererseits ist es die umfassende und zeitgemäße Ermög-
lichung von Medienbildung für alle sächsischen Kinder und
Jugendlichen, Auszubildenden, Studierenden, Arbeitskräfte
sowie Menschen im Ruhestand als Schlüsselkompetenz für
ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben.
Das sächsische Bildungssystem nimmt im bundesweiten
Vergleich in vielen Bereichen seit Jahren eine führende Po-
sition ein, so auch bei der MINT-Förderung. Schon in der
frühkindlichen Bildung in Kindertageseinrichtungen wird
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Tech-
nik eine hohe Priorität eingeräumt. Informatische Bildung
ist immanenter Bestandteil der Bildungs- und Erziehungs-
arbeit in allen Schulen. Um den Stellenwert der Informa-
tik weiter zu stärken und das Interesse der Schülerinnen
und Schüler an informationstechnischer und informati-
scher Ausbildung zu wecken und zu fördern, wird unter
der Schirmherrschaft des Sächsischen Staatsministers für
Kultus regelmäßig der Sächsische Informatikwettbewerb
durchgeführt.
Im Hinblick auf die Medienbildung möchte der Freistaat
Sachsen dazu beitragen, die emotional geführte öffentli-
che Debatte zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht
durch valide Forschungsergebnisse zu versachlichen. In-
ternationale Erkenntnisse zum Einsatz digitaler Medien in
Schulen fließen ständig in die strategischen Überlegungen
ein. So wird der Europäische Referenzrahmen für digitale
Kompetenzen über die Kompetenzrahmen der Kultusmi-
nisterkonferenz und des SMK in die sächsischen Lehrpläne
aufgenommen. Um auf das Leben in einer Gesellschaft, die
zunehmend von der Durchdringung digitaler Medien ge-
prägt ist, vorbereitet zu werden und damit den Bildungs-
auftrag an allgemein- und berufsbildenden Schulen zu
verwirklichen, entwickeln Schülerinnen und Schüler damit
umfassende Kompetenzen im souveränen Umgang mit di-
gitalen Medien. Medienbildung beinhaltet dabei das Ler-
nen über und das Lernen mit Medien. Das erfordert Fort-
schritte in vielfältigen Bereichen, die das SMK in sieben
Handlungsfelder gegliedert hat: (1) Aus-, Fort- und Wei-
terbildung; (2) Bildungsmedien und -inhalte; (3) Curricula
und Schulentwicklung; (4) Infrastruktur und Ausstattung;
(5) Kooperationen; (6) Rechtliche Rahmenbedingungen
sowie (7) Verwaltung und Bildungsorganisation. Entspre-
chend müssen die Lehrkräfte auf die stärkere Einbeziehung
von und für die Auseinandersetzung mit digitalen Medien
vorbereitet sein. Über ein umfassendes Fortbildungsange-
bot setzt sich der Freistaat Sachsen daher dafür ein, dass
alle Lehrkräfte im Einsatz digitaler Medien ausreichend
geschult werden. Dies gilt ebenso für Unternehmen, denen
entsprechende Förderprogramme des Freistaates und der
Bundesagentur für Arbeit zur beruflichen Weiterbildung
offen stehen. Die Staatsregierung unterstützt die Schul-
träger mit Leitfäden, gemeinsamen Arbeitsgruppen und
Publikationen sowie Kooperationsvorhaben.

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Kompetenz und „Gute Arbeit“ im digitalen Zeitalter gestalten
37

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38
Kompetenz und „Gute Arbeit“ im digitalen Zeitalter gestalten
3.2. Handlungsfeld: Arbeitswelt im digitalen Zeitalter
Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt
sind vielseitig und komplex und begründen eine Arbeitsge-
sellschaft, die sich in vielerlei Hinsicht im Wandel befindet.
Der Arbeitsmarkt ist zunehmend globalisiert und virtuell
vernetzt und wird zukünftig heterogener als heute sein.
Infolge des digitalen Strukturwandels werden sich Berufs-
bilder verändern und neue entstehen. Diesen Wandel der
Arbeit aktiv zu begleiten und zu gestalten, ist eine zentrale
arbeitsmarktpolitische Herausforderung für die Staatsre-
gierung, die sich am Leitbild für „Gute Arbeit“ orientiert.
Demnach muss Arbeit auch im digitalen Zeitalter Mitbe-
stimmung, ein gerechtes Entgelt, einen nachhaltigen Ar-
beits- und Gesundheitsschutz, soziale Sicherheit sowie den
Schutz vor Diskriminierung bieten.
Die Möglichkeit, Arbeiten von überall aus und jederzeit
zu erledigen, bietet einerseits neue Chancen für die Ver-
einbarkeit von beruflichen und privaten Verpflichtungen,
birgt andererseits aber auch die Gefahr einer zunehmen-
den Entgrenzung von Arbeit und Privatleben. Der bishe-
rige Arbeitszeitschutz, geprägt durch die Begrenzung der
täglichen Arbeitszeitlänge und Vorgabe von sogenannten
Mindestruhezeiten zwischen zwei Arbeitsschichten, gerät
in den Fokus der Diskussion. Die Digitalisierung verändert
auch die Anforderungen an die arbeitenden Menschen.
Überwiegend körperlich anstrengende Tätigkeiten werden
weniger. Mit Blick auf die physische Gesundheit ist dies
zunächst positiv zu bewerten. Dafür nimmt jedoch die psy-
chische Belastung zu. Risikofaktoren dafür sind beispiels-
weise die Entkopplung von Arbeitsort und Arbeitstätigkeit,
die massive Zunahme der Beschleunigung der Arbeitspro-
zesse, ständige Erreichbarkeit, flexible und unkontrollier-
bare Arbeitszeiten, zunehmende Überwachungstätigkeiten
sowie eine Verdichtung der Arbeit.
Gegenwärtig lässt sich nur schwer abschätzen, in welche
Richtung der digitale Wandel geht und welche beschäfti-
gungspolitischen Veränderungen in den kommenden Jah-
ren generell und im Freistaat Sachsen speziell eintreten
werden. Die Staatsregierung hat eine verstärkte Arbeits-
forschung zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die
Arbeitswelt initiiert. Aufbauend auf diesen Forschungsbe-
funden wird die Staatsregierung geeignete Maßnahmen
entwickeln und unterstützen, vor allem im Bereich der
Fachkräftesicherung. Dies wird im Dialog mit relevanten
Akteuren des Arbeitsmarktes vollzogen. Auf Arbeitneh-
merseite sind dies zum Beispiel die im Rahmen der regi-
onalen Fachkräfteallianzen vorhandenen beziehungsweise
noch zu schaffenden Betriebsrätenetzwerke.
Der digitale Wandel stellt die bisher europaweit geltenden
Arbeits- und Sozialstandards in Frage. Dies betrifft neben
den Themen Arbeitszeit, Arbeits- und Gesundheitsschutz
vor allem auch den Arbeitnehmerdatenschutz. Da der Frei-
staat Sachsen für diese Themen nicht über Gesetzgebungs-
kompetenzen verfügt, will die Staatsregierung vor allem
einen breiten Dialog fördern, um den Wandel im Sinne von
guter digitaler Arbeit aktiv zu begleiten und zu gestalten.
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Kompetenz und „Gute Arbeit“ im digitalen Zeitalter gestalten

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4. Strategisches Ziel:
Digitale Innovationskraft stärken

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Digitale Innovationskraft stärken
4. Strategisches Ziel: Digitale Innovationskraft stärken
Im globalen Wettbewerb der Standorte und Unternehmen
zählen Innovationen zu den wichtigsten Voraussetzungen
für Wachstum, Beschäftigung und sozialen Zusammenhalt.
Die Innovationskraft eines regionalen Wirtschaftssystems
zeigt sich daran, wie schnell und wie effizient es gelingt,
neues Wissen zu generieren und in erfolgreiche Produk-
te, Verfahren und Dienstleistungen zu überführen. In ei-
nem Industrieland wie Sachsen gilt dies umso mehr für
Innovationen im Zusammenhang mit der Digitalisierung.
Die Innovationen umfassen die Entwicklung von digita-
len Technologien, darauf basierenden neuen Produkten,
Dienstleistungen und Geschäftsmodellen sowie die Ver-
änderung oder sogar die Revolutionierung von bisherigen
Wertschöpfungsketten und Arbeitsprozessen. Im wirt-
schaftlichen Kernbereich der Digitalisierung, der Infor-
mations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Branche,
werden einerseits digitale Innovationen entwickelt und
andererseits die Voraussetzungen für die Nutzung digitaler
Innovationen in allen Wirtschaftsbereichen geschaffen.
Durch seine zukunftsorientierte Technologie- und Innova-
tionspolitik setzt sich der Freistaat Sachsen dafür ein, dass
Unternehmen aller Branchen die besten Voraussetzungen
vorfinden. Das innovationsfreudige Klima in Sachsen soll
weiter ausgebaut werden und vor allem Wegbereiter für
Unternehmen sein, die digitale Innovationen vorantrei-
ben. Mit der IKT-Branche, aber auch im Maschinen- und
Anlagenbau verfügt Sachsen hierfür über entscheidende
Zukunftstechnologien beziehungsweise Kompetenzen.
Gerade diese Branchen stehen jedoch stark unter interna-
tionalem Wettbewerbsdruck. Die Begleitung von Dialog-
prozessen und die Unterstützung bestehender Strukturen
durch den Freistaat Sachsen wird dazu beitragen, die vor
Ort existierenden beachtlichen Stärken weiter auszubauen.
Ziel der Staatsregierung ist es, dass alle Bereiche der säch-
sischen Wirtschaft für den Prozess der Digitalisierung sen-
sibilisiert werden und die Unternehmen – dort wo notwen-
dig – beim Anpassungsprozess ausreichend Unterstützung
erhalten. Letzteres gilt insbesondere für die Entwicklung
neuer Geschäftsmodelle. Deren Einführung und Anwen-
dung wird durch den Freistaat Sachsen mit allen Maßnah-
men der Innovations-, Technologie- und Gründungsför-
derung vorangebracht. Dabei stehen vor allem kleine und
mittlere Unternehmen (KMU) sowie Ausgründungen aus
Hochschulen im Fokus. Unterstützung benötigen dabei alle
Branchen.
Digitale Innovationskraft ist von den Ergebnissen erfolg-
reicher Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten abhän-
gig. Sachsen besitzt eine exzellente Forschungslandschaft
auf Seiten der Hochschulen und außeruniversitären For-
schungseinrichtungen. Außerdem verfügt der sächsische
Mittelstand über überdurchschnittlich innovative KMU
und eine ausgeprägte Kooperationsneigung. Letztere
kommt etwa in der besonders erfolgreichen Partizipation
sächsischer Akteure an forschungs- sowie technologiepo-
litischen Programmen und Wettbewerben des Bundes
zum Ausdruck. Bei der wirtschaftlichen Verwertung von
Forschungsergebnissen besteht allerdings – wie überall in
Deutschland – noch Potenzial. Durch einen gezielten und
bedarfsgerechten Ausbau der Forschungsinfrastruktur
wird der Freistaat Sachsen die Wettbewerbsfähigkeit der
sächsischen Einrichtungen und ihre Kooperationsfähigkeit
mit der Industrie auf hohem Niveau erhalten und ausbauen.

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Digitale Innovationskraft stärken
41
Schwerpunktbetrachtung: Ausgewählte Akteure
aus dem Bereich digitaler Innovationen
Smart Systems Hub Dresden und Smart Infra-
structure Hub Leipzig als Kristallisationspunkte
der Digitalisierung in Sachsen
Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Chemnitz als
Unterstützer mittelständischer Unternehmen bei
der Erschließung der technologischen und wirt-
schaftlichen Potenziale der Digitalisierung
Kompetenzzentrum Digitales Handwerk Dresden
als Begleiter von Handwerksbetrieben bei der Er-
weiterung ihrer Dienstleistungen und der Entwick-
lung neuer Service-Ideen
futureSAX als Innovationsplattform des Freistaa-
tes Sachsen zur branchenübergreifenden Ver-
netzung von Innovatoren aus Wissenschaft und
Wirtschaft
Operative Ziele
4
4
Neben „Sachsen Digital“ tragen die folgenden strategischen Ansätze der Sächsischen Staatsregierung zur Erreichung der operativen Ziele bei:
- Innovationsstrategie des Freistaates Sachsen
- Industriepolitische Gesamtstrategie „Industrie der Zukunft“ für den Freistaat Sachsen
- Außenwirtschaftsstrategie des Freistaates Sachsen
- Strategie der Sächsischen Staatsregierung für den ländlichen Raum „Vielfalt leben – Zukunft sichern“
- Zukunftsinitiative simul
+
de:hubs in Dresden und Leipzig weiter ausbauen
Aufbau eines gesamt-sächsischen IT- und Soft-
wareclusters unterstützen
Venture Capital-Landschaft stärken und Business
Angels für mehr Aktivitäten in Sachsen gewinnen
Sachsen bis 2025 zu einem führenden deutschen
Forschungs- und Innovationsstandort für Künst-
liche Intelligenz entwickeln
Die Entwicklung Sachsens zu einem Leuchtturm
für die Blockchain-Technologie in Deutschland bis
2029 unterstützen
Sachsen zum Vorreiter für automatisiertes Fahren
in Ballungsräumen und zum Leitmarkt für ver-
netzte Mobilität entwickeln
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in
Sachsen bis 2020 auf drei Prozent des Brutto-
inlandsproduktes steigern

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42
Digitale Innovationskraft stärken
4.1. Handlungsfeld: Hard- und Software
Im digitalen Zeitalter hängt der wirtschaftliche Erfolg von
Regionen in zunehmendem Maße vom Vorhandensein ei-
nes leistungsfähigen Hard- und Software-Sektors ab. Nur
durch die Nutzung moderner Hard- und Software-Lösun-
gen kann es den Anwenderbranchen vor Ort gelingen, den
Anschluss an die globalen Megatrends zu behalten und
diese mitzugestalten. Sachsen bietet dafür ausgezeich-
nete Voraussetzungen. Der Freistaat ist der bedeutendste
Mikroelektronik-Produktionsstandort Europas und Heimat
einer aufstrebenden IT- und Softwarebranche. Diese trägt
wesentlich zur Wertschöpfung im Freistaat bei. Eine wich-
tige sachsenspezifische Grundlage für den Erfolg der Bran-
che ist die ausgezeichnete Arbeit der sächsischen Schulen
und Hochschulen, die für hochqualifizierten Nachwuchs
für die Unternehmen hierzulande sorgen. Qualitativ und
quantitativ bewegt sich die Ausbildung von Fachkräften
für die IKT-Branche in Sachsen auf anerkannt exzellentem
Niveau und wird auch weiterhin zum Wachstum beitragen.
Zur Lösung globaler Herausforderungen und bei wichtigen
Zukunftsthemen wie Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz
oder Distributed Ledger-Technologie ist Software das kriti-
sche Innovationselement. Noch wichtiger für die Gesamt-
wirtschaft ist die Wirkung, die sich aus dem Querschnitts-
charakter der Schlüsseltechnologien Mikroelektronik und
Software ergibt. Um die sächsischen Stärken weiter aus-
zubauen und die bislang noch existierenden strukturellen
Nachteile zu beseitigen, unterstützt der Freistaat mit sei-
nem Förderinstrumentarium auch weiterhin vielverspre-
chende IKT-Vorhaben.
42
Digitale Innovationskraft stärken

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Digitale Innovationskraft stärken
43
4.2. Handlungsfeld: Wirtschaft 4.0
Ziel der Staatsregierung ist es, sicherzustellen, dass Unter-
nehmen aller Branchen noch stärker für die Potenziale der
Digitalisierung sensibilisiert werden. Mit dem Anspruch zur
Entwicklung einer ganzheitlichen sächsischen „Wirtschaft
4.0“ hat sich die Staatsregierung bewusst für einen sehr
breiten Ansatz zur Begleitung und Unterstützung neuer
Formen des Wirtschaftens entschieden. Denn nicht nur
für die Industrie, sondern auch für die Dienstleistungen,
den Handel, das Handwerk, die Gesundheitswirtschaft,
den Tourismus, die Kultur- und Kreativwirtschaft sowie für
die Landwirtschaft eröffnen sich durch neue Technologi-
en, Produktions- und Arbeitsprozesse neue Markt- sowie
Wachstumschancen.
Die im Freistaat Sachsen bestehenden Kompetenzen und
Ressourcen im Bereich Digitales sollen stärker verbunden
werden. Die Potenziale, die sich nicht nur in betriebsin-
ternen Veränderungsprozessen, sondern auch im Zusam-
menwirken der oft kleinen und mittleren Betriebe und der
Gewerbe untereinander ergeben, müssen gehoben werden.
Branchen, die bisher eher weniger Berührungspunkte hat-
ten, werden künftig öfter zusammenarbeiten. So sind zum
Beispiel die Fähigkeiten der Kunst- und Kreativwirtschaft
zunehmend im produzierenden Gewerbe gefragt. Ein wei-
terer wichtiger Bestandteil einer sich transformierenden
und digitalisierenden Wirtschaft sind neue Geschäftsmo-
delle. Diese werden oft durch Start-ups an den Markt ge-
bracht und geben wichtige Impulse für die wirtschaftliche
Entwicklung. Der Freistaat Sachsen unterstützt die Ent-
wicklung neuer Geschäftsmodelle.
Digitale Innovationskraft stärken
43

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44
Digitale Innovationskraft stärken

image
Digitale Innovationskraft stärken
45
4.3. Handlungsfeld: Bedarfsorientierter Ausbau der FuE-Infrastruktur
Öffentliche und private Ausgaben für Forschung und Ent-
wicklung (FuE) gelten als wichtiger Innovationsindikator.
Die Steigerung der FuE-Aufwendungen auf drei Prozent
des Bruttoinlandsprodukts ist ein Kernziel der Strategie
Europa-2020. Im europäischen und weltweiten Vergleich
zeigt sich, dass die Anteile der Wirtschaft für Forschungs-
aufwendungen in vielen Staaten ansteigen. Einige die-
ser Standorte sind direkte Wettbewerber Sachsens, bei-
spielsweise in der Mikroelektronik. Um im internationalen
Standortwettbewerb bestehen zu können, unterstützt der
Freistaat die sächsische Wirtschaft mit der Technologie-
und Innovationsförderung dabei, den Anteil der privaten
Ausgaben für Forschung und Entwicklung weiter zu stei-
gern. Darüber hinaus ist es ein erklärtes Ziel der Staatsre-
gierung, den Transfer von Forschungsergebnissen weiter zu
verbessern.
Der Freistaat Sachsen verfügt über eine herausragende
Hochschullandschaft auch und gerade im Hard- und Soft-
warebereich. Auch die außeruniversitäre Forschung um-
fasst ein breites Spektrum an Einrichtungen, Instituten und
Akademien. Vertreten sind alle großen Forschungsorgani-
sationen Deutschlands. Komplettiert wird die außeruniver-
sitäre Forschungslandschaft durch weitere Bundes- und
Landeseinrichtungen. Über die institutionelle Förderung
der Einrichtungen hinaus stehen zur investiven bezie-
hungsweise projektbezogenen Forschungsförderung in al-
len Fachgebieten im Freistaat Sachsen Strukturfondsmit-
tel der Europäischen Union (EFRE, ESF) und Landesmittel
zur Verfügung. Dort wo Bedarf besteht, wird der Freistaat
Sachsen gezielt auf den Ausbau der FuE-Infrastruktur hin-
wirken.
4.4. Handlungsfeld: Innovative Ansätze
in der Gesundheits- und Pflegewirtschaft sowie im Umweltbereich
Die Digitalisierung der Patientenversorgung hat sich bis-
lang vor allem in der Diagnostik etabliert. Darüber hinaus
werden digitale Dienste der Patientenversorgung unter an-
derem auch bei Telemedizinanwendungen eingesetzt. Für
Nutzerinnen und Nutzer von Smartphones stehen zahlrei-
che Anwendungen zur Verfügung. Trotz der Möglichkeiten
dieser digitalen Dienste, ihres Nutzens und der technischen
Reife ihrer Anwendungen werden sie im professionellen
medizinischen Bereich noch verhältnismäßig wenig in An-
spruch genommen. Das Potenzial der digitalen Dienste im
Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft in Sach-
sen ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Sie können
Patienten und deren Angehörige weit mehr als bisher da-
bei unterstützen, Krankheiten besser zu überwachen und
rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Insgesamt
können digitale Dienste dabei helfen, die Fähigkeiten von
Patienten und deren Angehörigen zur Gestaltung ihres Le-
bens und ihrer sozialen Lebenswelt zu entwickeln und zu
verbessern. Der Zugang zu fachärztlicher Versorgung in
Gebieten mit Fachärztemangel oder mit schwer zugängli-
cher medizinischer Versorgung kann durch digitale Dienste
ebenfalls erleichtert werden Eine durchgängig digital ge-
stützte und patientenorientierte Versorgung lässt insge-
samt eine erhebliche Verbesserung der Patientenversor-
gung erwarten. Die Weiterentwicklung digitaler Dienste im
Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft in Sachsen
soll vor diesem Hintergrund systematisch gefördert wer-
den.
Auch im Umweltbereich gibt es ein vielversprechendes
Potenzial für die Anwendung digitaler Technologien. So
können über neue Plattformen beispielsweise Menschen
für freiwilliges Engagement in der Naturschutzarbeit in-
formiert und gewonnen werden. Der Freistaat Sachsen un-
terstützt dies.

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46
Digitale Innovationskraft stärken

5. Strategisches Ziel: Digitalisierung der Verwaltung
und öffentlicher Institutionen vorantreiben

48
Digitalisierung der Verwaltung und öffentlicher Institutionen vorantreiben
5. Strategisches Ziel: Digitalisierung der Verwaltung
und öffentlicher Institutionen vorantreiben
Anspruch an Verwaltung und öffentliche Institutionen sind
bürgernahe, leistungsfähige, aber auch wirtschaftliche
Strukturen. Der Freistaat Sachsen wird die Potenziale der
IT umfassend nutzen, sowohl zur Steigerung der Effizienz
innerhalb der Verwaltung und öffentlicher Institutionen als
auch zur Verbesserung des Services für Bürgerinnen und
Bürger sowie Unternehmen. IT ist heute unverzichtbares
Arbeitsmittel und kritische Infrastruktur für die Funktions-
fähigkeit der Behörden. Im Freistaat Sachsen wurde bereits
eine leistungsfähige IT-Infrastruktur aufgebaut und zahl-
reiche IT-Verfahren eingeführt. Das erreichte Niveau wird
gesichert, weiterentwickelt und erhöht.
Eine zusätzliche Herausforderung erwächst aus dem po-
litischen Anspruch einer weiteren Öffnung des Staates
gegenüber Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen
(„Open Government“). Die hier gewünschte Erhöhung von
Transparenz, Erweiterung von Teilhabe und Intensivierung
von Zusammenarbeit zur Stärkung der Gemeinschaft kann
durch den Einsatz der IT wirksam gefördert werden. Daraus
ergeben sich neue Anforderungen an die IT des Freistaates.
Ebenso bringt der technische Fortschritt neue Anforderun-
gen, aber auch neue Möglichkeiten mit sich. Die Durch-
dringung vieler Lebensbereiche mit digitalen Technologien
stärkt die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger, auch
mit der Verwaltung und öffentlichen Institutionen elektro-
nisch kommunizieren zu können. Für die Unternehmen ist
dies schon heute ein wichtiger Aspekt der Standortattrak-
tivität. Zugleich können Verwaltung und öffentliche Insti-
tutionen die Durchgängigkeit der elektronischen Bearbei-
tung auf die Interaktion mit den Bürgerinnen und Bürgern
sowie den Unternehmen ausdehnen. Dabei ist die Verbind-
lichkeit der elektronischen Kommunikation ebenso sicher-
zustellen wie Zugänge für diejenigen, die IT nicht nutzen
können oder wollen.
Alles in allem kann IT ein wesentliches Instrument für Ver-
waltung und öffentliche Institutionen sein, um die an sie
gestellten Anforderungen zu erfüllen und ihre Tätigkeit
kundenfreundlicher, effizienter und verlässlicher auszuge-
stalten. Dieses Potenzial wird der Freistaat Sachsen konse-
quent nutzen. Dafür sind teilweise erhebliche Investitionen
nötig. Der Bedarf an Ressourcen für IT wird perspektivisch
steigen. Um für diesen Weg eine klare Richtung zu haben,
wurde der Masterplan „Digitale Verwaltung Sachsen“ erar-
beitet. Er ist der verbindende und verbindliche Leitfaden im
Prozess der Stärkung und des Ausbaus der elektronischen
Verwaltung in Sachsen und wurde in enger Abstimmung
mit allen Ressorts, den kommunalen Landesverbänden und
weiteren Akteuren aus dem kommunalen Raum erarbeitet.
Leitprinzip ist dabei eine konsequente Ausrichtung auf die
Nutzer, also die Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unter-
nehmen, sonstige Organisationen sowie die Beschäftigten
in den Behörden selbst. In diesem Sinne sind beide Seiten
– die Außen- und die Innenperspektive – in den Blick zu
nehmen. Der Masterplan bildet damit auch den grundle-
genden sächsischen Fahrplan für die Umsetzung des On-
linezugangsgesetzes (OZG) des Bundes. Dieses verpflichtet
alle Bundesländer, alle geeigneten Verwaltungsleistungen
bis zum 31. Dezember 2022 elektronisch anzubieten.
Akzeptanz wird der Aufwand für den Einsatz der IT dann
finden, wenn geeignete Wege beschritten werden, um die
Bereitstellung der Leistungen der IT noch wirtschaftlicher
zu gestalten. Kosten sind zu sparen, indem die Auslas-
tung der IT erhöht wird. Dabei kommt dem Einsatz von
Virtualisierungstechnik, der Zentralisierung von Betriebs-
standorten und einem leistungsfähigen Kommunikations-
netzwerk eine hohe Bedeutung zu. Darüber hinaus müssen
die Einsparpotenziale genutzt werden, die sich durch die
Intensivierung der Kooperation zwischen Fachbereichen
innerhalb und außerhalb des Freistaates Sachsen bei sog.
„shared services“ bieten.

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Digitalisierung der Verwaltung und öffentlicher Institutionen vorantreiben
49
Digitalisierung der Verwaltung und öffentlicher Institutionen vorantreiben
49
Schwerpunktbetrachtung: Ausgewählte digitale
Angebote der Staatsverwaltung
Amt24 als zentrales Online-Service-Portal der
sächsischen Verwaltungen für Bürgerinnen und
Bürger sowie Unternehmen
Online-Bürgerbeteiligungen über das Beteiligungs-
portal Sachsen
Geoportal Sachsenatlas als Online-Instrument zur
Recherche und Nutzung von Geoinformationen
staatlicher und kommunaler Behörden
ROHSA-Suchmaschine zur Recherche nach Roh-
stoffdaten für Sachsen
Aktuelle Informationen zu Aktivitäten im Rahmen
von „Sachsen Digital“ über den Auftritt in sozialen
Netzwerken
Operative Ziele (Auswahl aus dem Masterplan
„Digitale Verwaltung Sachsen“)
5
5
Neben „Sachsen Digital“ und dem Masterplan „Digitale Verwaltung Sachsen“ tragen die folgenden strategischen Ansätze der Sächsischen Staatsregierung
zur Erreichung der operativen Ziele bei:
- SMK-Konzeption Medienbildung und Digitalisierung in der Schule
- Rohstoffstrategie für Sachsen – Rohstoffwirtschaft – eine Chance für den Freistaat Sachsen
Alle Verwaltungsdienstleistungen des Freistaates
Sachsen und der sächsischen Kommunen bis zum
31. Dezember 2022 online verfügbar machen
Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen bis
2020 verschiedene elektronische Zugangswege zur
verschlüsselten und rechtssicheren Kommunikation
mit Behörden bereitstellen
Bis 2020 bei allen geeigneten Vorhaben (insbeson-
dere Planung und Rechtssetzung) eine Online-Be-
teiligung durchführen
Alle Verwaltungsverfahren innerhalb der Verwal-
tung bis 2025 durchgängig elektronisch gestalten
Das sächsische Open Data-Portal bis 2020 in
Betrieb nehmen und bis 2021 Befüllung mit offen-
en, maschinenlesbaren Datenformaten sowie Meta-
daten
Den Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste
zum zentralen IT-Dienstleister des Freistaates
Sachsen entwickeln

50
Digitalisierung der Verwaltung und öffentlicher Institutionen vorantreiben
5.1. Handlungsfeld: Öffnung des Staates und der Verwaltung
zu Bürgern und Unternehmen mit IT unterstützen
Die Öffnung des Staates gegenüber Bürgerinnen und Bür-
ger sowie Unternehmen (Open Government) beinhaltet die
Transparenz von und die Beteiligung an Entscheidungen
von Regierung und Verwaltung. Anspruch ist eine weitge-
hende und beständige inhaltliche Öffnung politischer so-
wie administrativer Prozesse und Inhalte gegenüber Bür-
gerinnen und Bürgern, Unternehmen, Wissenschaft sowie
weiteren gesellschaftlichen Gruppen. Das gesellschaftliche
Bedürfnis nach einem neuen Stellenwert von Offenheit
und Kooperation der Verwaltung zeichnet sich deutlich ab.
Diese Erwartungshaltung wird durch die niedrigen Beteili-
gungshürden insbesondere der sozialen Medien verstärkt.
Dieser Erwartungshaltung stellt sich der Freistaat Sachsen.
Sie richtet sich auf alle drei Teilaspekte von Open Govern-
ment: Transparenz, Teilhabe und Zusammenarbeit.
Die technische Dimension ist weder alleiniger noch be-
deutendster Erfolgsfaktor für die weitere Öffnung von Re-
gierung und Verwaltung. Ebenso wichtig ist ein Verände-
rungsmanagement, das auf organisatorisch und rechtlich
förderliche Rahmenbedingungen abzielt. Nicht zuletzt wird
das Sächsische E-Government-Gesetz, das auch Regelun-
gen für veröffentlichte Verwaltungsdaten trifft, hierfür
weiterentwickelt.
5.2. Handlungsfeld: Elektronische Kommunikation mit Verwaltung
und öffentlichen Institutionen etablieren
Die neuen technischen Möglichkeiten, die Bürgerinnen und
Bürger und Unternehmen für die Kommunikation unterei-
nander schätzen, werden auch für die Kommunikation mit
der Verwaltung und öffentlichen Institutionen erwartet.
Informationen zu Abläufen, Kosten, benötigten Dokumen-
ten und zuständigen Behörden müssen im Internet leicht
zu finden und verständlich sein. Online-Angebote sollen
auch auf mobilen Endgeräten funktionieren. Mitteilungen
und Dokumente sollen rund um die Uhr, einfach und sicher
elektronisch übermittelt werden können. Die Verwaltung
und öffentliche Institutionen können die Effizienz der eige-
nen Prozesse steigern, wenn die elektronische Bearbeitung
von Aufgaben auf die Interaktion mit den Bürgerinnen und
Bürgern und Unternehmen ausgedehnt wird. Nicht zuletzt
sind elektronische Kommunikationswege auch im Kontext
des demografischen Wandels zu betrachten. Traditionelle
Standorte der Verwaltung und von öffentlichen Institutio-
nen sollen deswegen durch moderne Kommunikationswe-
ge ergänzt und gegebenenfalls in Teilen abgelöst werden.
Insgesamt will der Freistaat Sachsen die Bürgernähe
durch das Angebot, mit moderner, mittlerweile als selbst-
verständlich empfundener IT kommunizieren zu können,
stärken, die erstrebte Durchgängigkeit der elektronischen
Bearbeitung von Aufgaben auf die Interaktion mit Bür-
gerinnen und Bürgern sowie Unternehmen ausdehnen
und die Erreichbarkeit der Verwaltung und öffentlicher
Institutionen auch dort gewährleisten, wo eine physische
Präsenz vor Ort nicht oder nur eingeschränkt möglich ist.
Gleichzeitig ist die elektronische Kommunikation mit der
Verwaltung und öffentlichen Institutionen weder für alle
Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen noch für jedes
Anliegen geeignet. Dem persönlichen Besuch „auf dem
Amt“ und dem telefonischen Kontakt kommen nicht we-
niger Bedeutung zu als der elektronischen Kommunikation.
Der Freistaat Sachsen will IT daher auch zur Verbesserung
herkömmlicher Kommunikationswege einsetzen.

image
Digitalisierung der Verwaltung und öffentlicher Institutionen vorantreiben
51
5.3. Handlungsfeld: Den Einsatz von IT bei der Erledigung von Ver-
waltungstätigkeiten weiter vorantreiben und wirtschaftlich gestalten
Bereits heute wird IT umfänglich für die Bearbeitung von
Aufgaben in Verwaltung und öffentlichen Institutionen
des Freistaates Sachsen eingesetzt. Gleichzeitig gehören
die manuelle Eingabe von Daten, das Ausdrucken von Do-
kumenten und die papiergebundene Aktenarbeit noch im-
mer zum Arbeitsalltag der Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter. Auch das händische Übertragen von Daten aus einem
IT-Verfahren in ein anderes beansprucht nennenswerte
Zeitanteile. Sind mehrere Behörden beteiligt, wird die An-
zahl an Medienbrüchen und manuellen Tätigkeiten mitun-
ter vervielfacht. Strategischer Anspruch des Freistaates
Sachsen ist, dass Verwaltung und öffentliche Institutio-
nen Abläufe durchgängig medienbruchfrei elektronisch
bearbeiten und dafür auch untereinander effizient Daten
austauschen können. Für einfache und komplexe, seltene
und häufige Aufgaben gilt gleichermaßen: Soll die IT ihre
maßgebliche Rolle für die Modernisierung erfüllen, müssen
Medienbrüche und unnötige manuelle Tätigkeiten vermie-
den werden. Der Freistaat Sachsen wird daher die Informa-
tionslage durch zeit- und ortsunabhängige Verfügbarkeit
von Informationen und Schriftgut, insbesondere unabhän-
gig von der Arbeitszeit oder Anwesenheit von Mitarbeite-
rinnen und Mitarbeitern verbessern, den Datenaustausch
zwischen Behörden durch die Nutzung eines einheitlichen
IT-Verfahrens oder durch standardisierte Schnittstellen er-
leichtern und die Effizienz, insbesondere durch die Vermei-
dung von Druckkosten, die Reduzierung von Transportzei-
ten und die Verringerung von Rechercheaufwand, erhöhen.

52

Abkürzungsverzeichnis

54
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
AAL
Ambient Assisted Living
AG
Arbeitsgruppe
AG IS
Arbeitsgruppe Informationssicherheit
AG WISNA
Arbeitsgruppe Wissenschaftlicher Nachwuchs
AK
Arbeitskreis
ASMK
Arbeits- und Sozialministerkonferenz
BaK
Basiskomponente
BBK
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
BDBOS
Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben
BfIS-Land
Beauftragter für Informationssicherheit Land
BfUL
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
BGBl
Bundesgesetzblatt
BGR
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
BIP
Bruttoinlandsprodukt
BKM
Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien
BKZ
Breitbandkompetenzzentrum Sachsen
BLK
Bund-Länder-Kommission
BMAS
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
BMBF
Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMI
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
BMJV
Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz
BMVI
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
BMWi
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
BNetzA
Bundesnetzagentur
BOS
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben
BSI
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
CAG
Citrix Access Gateway
CCV
Kompetenzzentrum Vorgangsbearbeitung
CD
Compact Disc

Abkürzungsverzeichnis
55
CDO
Chief Digital Officer
CIO
Chief Information Officer
DFG
Deutsche Forschungsgemeinschaft
DFÜ
Datenfernübertragung
DGB
Deutscher Gewerkschaftsbund
DIANA
Digitale Antragstellung Agrar
DiWO
Digitales Wohngeldverfahren
DiOS
Digitale Offensive Sachsen
DLR
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
DV
Dienstvereinbarung
DZB
Deutsche Zentralbücherei für Blinde
E-Akte
Elektronische Akte
ECSEL
Electronic Components and Systems for European Leadership
ECSM
European Cyber Security Month
EFRE
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
EGVP
Elektronisches Gerichts- und Verwaltungspostfach
ENISA
European Network and Information Security Agency
ERV
Elektronischer Rechtsverkehr
ESF
Europäischer Sozialfonds
EU
Europäische Union
eVA SAX
Elektronische Vorgangsbearbeitung und Aktenführung in der sächsischen Staatsverwaltung
E-Vergabe
Elektronische Vergabe
eVvD
Elektronischer Versand von Dokumenten
FFA
Filmförderanstalt
FhG
Fraunhofer-Gesellschaft
FISmobil
Forstinformationssystem zur mobilen und effizienten Gestaltung forstlicher Aufgaben
im sächsischen Landeswald
FuE
Forschung und Entwicklung
GAK
Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes

56
Abkürzungsverzeichnis
GeoBAK
Basiskomponente Geodaten
GeoSN
Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen
GIS
Geoinformationssystem
GRW-Infra
Richtlinie zur Förderung der wirtschaftsnahen Infrastruktur
im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“
GRW-RIGA
Richtlinie zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft einschließlich der Tourismuswirtschaft
im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“
GWB
Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen
GWK
Gemeinsame Wissenschaftskonferenz
HDS
Hochschuldidaktisches Zentrum Sachsen
HHL
Handelshochschule Leipzig
HPC
High-Performance Computing
HRSK
Hochleistungsrechner-/ Speicherkomplex
HTW
Hochschule für Technik und Wirtschaft
HWIMS
Hochwasserinformationssystem
IAB
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit
IHK
Industrie- und Handelskammer
IIS/ EAS
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen/ Institutsteil Entwicklung Adaptiver Systeme
IKT
Informations- und Kommunikationstechnologie
IMAG
Interministerielle Arbeitsgruppe
IMK
Innenministerkonferenz
INSPIRE
Infrastructure for Spatial Information in Europe
IP
Internet Protocol
IPMS
Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme
ISMS
Informationssicherheits-Managementsystem
IT
Informationstechnik
IVS
Intelligente Verkehrssysteme
Kfz
Kraftfahrzeug
KISA
Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen
KKwi
Kultur- und Kreativwirtschaft

Abkürzungsverzeichnis
57
KMK
Kultusministerkonferenz
KMU
Kleine und mittlere Unternehmen
KONSENS
Koordinierte neue Software-Entwicklung der Steuerverwaltung
KRITIS
Kritische Infrastrukturen
LEADER
Liaison Entre Actions de Développement de l‘Économie Rurale
LES
LEADER-Entwicklungsstrategie
LFS
Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Sachsen
LfULG
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
LHWZ
Landeshochwasserzentrum
LKA
Landeskriminalamt
LTE
Long Term Evolution
LTV
Landestourismusverband Sachsen e. V.
Mbit/s
Megabit pro Sekunde
MINT
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik
MHz
Megahertz
NGA
Next Generation Access
OBA
Sächsisches Oberbergamt
OP
Operationelles Programm
OPAL
Online-Plattform für Akademisches Lehren
ÖPNV
Öffentlicher Personennahverkehr
PC
Personal Computer
PflKartV
Pflanzkartoffelverordnung
PolFH
Hochschule der Sächsischen Polizei
PPS-System
Produktionsplanungs- und Steuerungssystem
PVA
Polizeiverwaltungsamt
RL
Richtlinie
RL eHealth Sax 2017/18
Richtlinie zur nachhaltigen Förderung der Digitalisierung im Gesundheitswesen
im Freistaat Sachsen
RL LE
Richtlinie Ländliche Entwicklung

58
Abkürzungsverzeichnis
RL LIW/2014
Richtlinie „Landwirtschaft, Innovation, Wissenstransfer“
RL WuF
Richtlinie Wald- und Forstwirtschaft
ROHSA
Rohstoffe in Sachsen
SaatG
Saatgutverkehrsgesetz
SaatgutV
Saatgutverordnung
SAB
Sächsische Aufbaubank - Förderbank
SächsABl
Sächsisches Amtsblatt
SächsDSB
Sächsischer Datenschutzbeauftragter
SächsEGovG
Sächsisches E-Government-Gesetz
SächsEGovDVO
Sächsische E-Government-Gesetz-Durchführungsverordnung
SächsEJustizVO
Verordnung über den elektronischen Rechtsverkehr
SächsGDIG
Sächsisches Geodateninfrastrukturgesetz
SächsISichG
Sächsisches Informationssicherheitsgesetz
SächsJagdG
Sächsisches Jagdgesetz
SächsJagdVO
Sächsische Jagdverordnung
SächsSchulG
Sächsisches Schulgesetz
SAENA
Sächsische Energieagentur
SAKD
Sächsische Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung
SAX.CERT
Computer Emergency Response Team für die Landesverwaltung des Freistaates Sachsen
SESAM
Steuererklärungen Scannen, Archivieren und Maschinell bearbeiten
SID
Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste
SIH
Smart Infrastructure Hub Leipzig
S
+
IH
Simul
+
InnovationHub
SK
Sächsische Staatskanzlei
SLKT
Sächsischer Landkreistag e. V.
SLM
Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien
SLpB
Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
SLUB
Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
SMF
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen

Abkürzungsverzeichnis
59
SMI
Sächsisches Staatsministerium des Innern
SMJus
Sächsisches Staatsministerium der Justiz
SMK
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
SMS
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
SMUL
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
SMWA
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
SMWK
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
SN4C
CyberCrime Competence Center Sachsen
SSG
Sächsischer Städte- und Gemeindetag e. V.
SSH
Smart Systems Hub Dresden
SteuBel
Steuerliche Beleglesung
SVN
Sächsisches Verwaltungsnetz
SWOT
Strenghts, Weaknesses, Opportunities, Threats
TED
Tenders Electronic Daily
TI
Touristinformation
TU
Technische Universität
VgV
Vergabeverordnung
VHS
Volkshochschule
VoIP
Voice over Internet Protocol
VwV IS
Verwaltungsvorschrift zur Gewährleistung der Informationssicherheit
in der Landesverwaltung
WLAN
Wireless Local Area Network
ZCMS
Zentrales Content-Management-System
ZIH
Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen
ZIWD
Zentrale Informations- und Wissensdatenbank
ZPO
Zivilprozessordnung
ZSSR
Zentrales Schutzschriftenregister der Länder

60
Bildnachweise und Hinweise
Bildnachweise
Seite Bildurheber
16
Tierney, Adobe Stock
17
ipopba, Adobe Stock
24/25
crevis, Fotolia
26
everythingpossible, Fotolia
30
typographyimages, Pixabay
31
adam121, Fotolia
37
luckybusiness, Fotolia
38
gpointstudio, Fotolia
41
sek_gt, Fotolia
42/43
ColiN00B, Pixabay
44
ALDECAstudio, Fotolia
46
PublicDomainPictures, Pixabay
49
vegefox.com, Adobe Stock
51
Andreas Liebhart, Pixelio
Icons
Freepik / Flaticons
Grafiken
K&C Advertising KG
Cover
K&C Advertising KG
Kapitelcover
K&C Advertising KG
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen
Landtags beschlossenen Haushaltes.
Inhalte und Maßnahmen der Digitalisierungsstrategie stellen kein Präjudiz für die Bereitstellung von Haushaltsmitteln
des Freistaates Sachsen dar. Ein Anspruch auf Realisierung, Finanzierung oder finanzielle Förderung kann daraus nicht
abgeleitet werden.
Hinweise

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Impressum
Herausgeber
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Wilhelm-Buck-Straße 2 | 01097 Dresden
Telefon: 0351 564-80600
Telefax: 0351 564-80680
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|
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Redaktionsschluss
12. Juni 2019
Redaktion
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr,
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