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Bericht der Geschäftsstelle
des Gemeinsamen Landesgremiums
nach § 90a Absatz 1 Fünftes Buch Sozial-
gesetzbuch im Freistaat Sachsen
Notärztliche Versorgung in Sachsen
an der Schnittstelle von Kassenärztlichem Bereitschaftsdienst –
Notfallambulanz – Rettungsdienst
Sächsisches Staatsministerium
für Soziales und Verbraucherschutz
Referat Krankenversicherung, Vertragsarztrecht
Stand: Oktober 2015

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2 |
Das Gemeinsame Landesgremium nach § 90a Absatz 1 des Fünften Buches Sozialgesetz-
buch im Freistaat Sachsen setzt sich aus Mitgliedern und Patientenvertretern zusammen.
Dem Gemeinsamen Landesgremium gehören insgesamt 13 Mitglieder an. Jedes Mitglied hat
eine Stimme.
Dazu gehören drei Vertreter des Freistaates Sachsen, vertreten durch das Sächsische
Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, mit der Staatsministerin als Vor-
sitzende des Gremiums, der Leiterin der Abteilung 3 (gleichzeitig als Stellvertreterin der Vor-
sitzenden) und der Leiterin des Referats 31. Durch die Staatsministerin wurden
Frau Wilma Jessen bzw. Herr Michael Bockting und Frau Andrea Keßler als Mitglieder für die
1. Amtsperiode ernannt.
Dazu gehören fünf Vertreter der im Freistaat Sachsen vertretenen Verbände der
Kranken- und Ersatzkassen. Das sind die AOK PLUS, der BKK Landesverband Mitte, die
IKK classic, die Knappschaft-Bahn-See und der vdek. Durch die Staatsministerin wurden
Herr Rainer Striebel, Herr Bernd Spitzhofer, Frau Dr. Petra Kurze, Herr Thorsten Zöfeld und
Frau Silke Heinke als Mitglieder für die 1. Amtsperiode ernannt.
Dazu gehören zwei Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Durch die Staats-
ministerin wurden Herr Dr. Klaus Heckemann und Herr Prof. Dr. Heiner Porst bzw. Herr
Dr. Claus Vogel als Mitglieder für die 1. Amtsperiode ernannt.
Dazu gehören zwei Vertreter der Krankenhausgesellschaft Sachsen e. V. Durch die Staats-
ministerin wurden Herr Dr. Sven Langner und Herr Prof Dr. Wolfgang Fleig als Mitglieder für
die 1. Amtsperiode ernannt.

Dazu gehört ein Vertreter der Sächsischen Landesärztekammer. Durch die Staatsministerin
wurde Herr Prof. Dr. Jan Schulze als Mitglied für die 1. Amtsperiode ernannt.
Dem Gemeinsamen Landesgremium gehören neben den Mitgliedern auch zwei Patienten-
vertreter an. Diese haben ein Mitberatungsrecht und kein Stimmrecht.
Dem Gemeinsamen Landesgremium können Dritte als beratende Teilnehmer angehören.
Hierzu zählen insbesondere die Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer, die Sächsische
Apothekenkammer, die Sächsische Landeszahnärztekammer, die Kassenzahnärztliche Ver-
einigung Sachsen, der Sächsische Städte- und Gemeindetag, der Sächsische Landkreistag,
die Ersatzkassen und die Pflegekassen.

4 |
Inhaltsverzeichnis
Vorwort der Vorsitzenden des Gemeinsamen Landesgremiums..................................... 6
Abkürzungsverzeichnis ...................................................................................................... 8
A.
Zusammenfassung der Feststellungen aus den Berichten ..................................... 9
B.
Beschlüsse des Gemeinsamen Landesgremiums ..................................................16
1.
Beschluss zur Ausgangssituation ................................................................................16
2.
Beschluss für die Beauftragung einer Expertengruppe ................................................16
3.
Beschluss zum weiteren Vorgehen .............................................................................17
4.
Beschluss zur Auswertung der Leistungsdaten der drei Notfallbereiche ......................17
Hinweise zum Bericht ........................................................................................................19

Anlagen
1. Experten der Arbeitsgruppe Datenstruktur
2. Zeit-Maßnahme-Plan
3. Sachsenkarte mit Standorten der Notarzt-Einsatz-Wagen
4. Sachsenkarte mit allgemeinen Bereitschaftsdienstbereichen
5. Sachsenkarte mit Krankenhausstandorten 2010 und 2014
6. Sachsenkarte mit Krankenhausstandorten, Notarzteinsatzwagenstandorten, Bereit-
schaftsdienstbereichen
7. Ergänzung des Berichts durch die Auswertung der Sächsischen Landesärztekammer zur
Befragung Sächsischer Notärzte in 2014: Präsentation der Sächsischen Landesärzte-
kammer zur „Befragung Sächsischer Notärzte – Ergebnisse der Vollevaluation vom
26.11.2014“
8. Ergänzung des Berichts durch die Auswertung der Patientenvertretung zur Befragung zur
Notfallversorgung in Sachsen: Präsentation der Patientenvertretung zur „Umfrage zur Not-
fallversorgung in Sachsen“

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Vorwort der Vorsitzenden des Gemeinsamen Landesgremiums
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz haben die Länder
die Möglichkeit erhalten, ein gemeinsames Gremium aus Ver-
tretern des Landes, der Kassenärztlichen Vereinigung, der
Landesverbände der Krankenkassen sowie der Ersatzkassen
und der Landeskrankenhausgesellschaft sowie weiteren Be-
teiligten zu bilden. Im Freistaat Sachsen haben wir diese
Möglichkeit genutzt. Im Jahr 2013 wurde ein Gemeinsames
Landesgremium nach Maßgabe des § 90a Absatz 1 SGB V
eingerichtet.
Ziel ist die Optimierung der medizinischen Versorgung an der
Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Das Gemeinsame Landes-
gremium kann Empfehlungen zu sektorenübergreifenden Versorgungsfragen abgeben. Die-
se richten sich insbesondere an die Landesausschüsse, den Krankenhausplanungsaus-
schuss sowie die Staatsregierung.
Das Gemeinsame Landesgremium im Freistaat Sachsen hat sich in seiner ersten Amtsperi-
ode dem Thema „Notärztliche Versorgung in Sachsen an der Schnittstelle von Kassenärztli-
chem Bereitschaftsdienst – Notfallambulanz – Rettungsdienst“ gewidmet.
Das Thema hat sich in der Bearbeitung als sehr komplex und vielschichtig erwiesen. Des-
halb hat sich das Gemeinsame Landesgremium für seine Ableitungen eine Datengrundlage
geschaffen. Im Vorfeld der Empfehlungen wurde eine Arbeitsgruppe beauftragt, auf der
Grundlage anonymisierter Arzt-Patienten-Kontakte sowie deren Diagnosen, eine Beschrei-
bung der aktuellen Gesamtversorgungssituation bei Notfällen in ausgewählten Regionen
durchzuführen, um Vergleiche des Versorgungsgeschehens und der Strukturen zu ermögli-
chen. Die Daten wurden aus drei Regionen vergleichbar aufbereitet, um Unterschiede zwi-
schen der Notfallversorgung in ländlichen Regionen und in großstädtischen Regionen her-
auszuarbeiten.
Der vorliegende Bericht enthält eine Auswertung der rund 105.000 Datensätze zu den Be-
handlungen im Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst und in den Notfallambulanzen an Kran-
kenhäusern sowie der notärztlichen Versorgung im Rettungsdienst in ausgewählten Zeitin-
tervallen und Regionen. Anhand der Häufigkeit der Arzt-Patienten-Kontakte in den Regionen,
deren Aufteilung auf die drei Dienst-Arten in den Notfallbereichen sowie deren Aufteilung
nach vier Altersgruppen – bis 15 Jahre, 16 bis 40 Jahre, 41 bis 65 Jahre und über 65 Jahre –
wurde eine Beschreibung des Notfallgeschehens durchgeführt. Diese wurde ergänzt durch
eine weitere Detaillierung dieser Merkmale für die Diagnosegruppen nach ICD-10-GM 2014.
Die Sichtweise der Patienten wurde über eine Befragung, die die Patientenvertretung durch-
geführt hat, berücksichtigt. Die Auswertung ist dem Bericht der Arbeitsgruppe angefügt.
Die Sächsische Landesärztekammer hat ihre Auswertung der Befragung der Notärzte im
Freistaat Sachsen dem Gemeinsamen Landesgremium zur Verfügung gestellt.
Als Vorsitzende des Gemeinsamen Landesgremiums bin ich stolz darauf, dass es uns im
Ergebnis der ersten Amtsperiode gelungen ist, dass das Gemeinsame Landesgremium zu
dem wichtigen Thema „Notärztliche Versorgung in Sachsen an der Schnittstelle von Kassen-

ärztlichem Bereitschaftsdienst – Notfallambulanz – Rettungsdienst“ gemeinsam begründete
Empfehlungen entwickeln konnte, wie die Optimierungs- und Effizienzpotentiale an den
Schnittstellen der drei Bereiche der Notfallversorgung identifiziert und behoben werden kön-
nen. Die Beschlüsse wurden einstimmig gefasst. Sie sind der Internetseite des Gemeinsa-
men Landesgremiums zu entnehmen.
http://www.gesunde.sachsen.de/landesgremium.html
http://www.gesunde.sachsen.de/download/Download_Gesundheit/Beschluesse.pdf.
Mit den Empfehlungen sehen wir einen Schwerpunkt zum einen in der Stärkung einer qualifi-
zierten Disponie, damit behandlungsbedürftige Patienten in Sachsen im Notfall zielgerichtet
diejenige Versorgungsstruktur erreichen, die medizinisch notwendig und ausreichend ist.
Zum anderen komme es darauf an, dass die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen das geeig-
nete Notfallsystem jeweils über die Rufnummern 116117 und 112 rufen bzw. ansprechen,
damit ihnen die Versorgungsstruktur zur Verfügung gestellt werden kann, die sie im Notfall
auch tatsächlich benötigen. Beschlüsse wurden auch für die kooperative Notfallversorgung,
zu Möglichkeiten der Entlastung der Notärzte sowie zu weiteren Prüfaufträgen gefasst.
In seiner zweiten Amtsperiode wird das Gemeinsame Landesgremium überprüfen, inwieweit
die beschlossenen Empfehlungen zum Thema „Notärztliche Versorgung in Sachsen an der
Schnittstelle von Kassenärztlichem Bereitschaftsdienst – Notfallambulanz – Rettungsdienst“
umgesetzt werden konnten. Daneben wird auch der eingebrachte Vorschlag für die „Entwick-
lung eines sektorenübergreifenden Behandlungspfades Schmerztherapeutische Versorgung“
zu prüfen sein.
Ich danke den Mitgliedern und Patientenvertretern für ihre engagierte und aktive Mitwirkung
in unserem Gemeinsamen Landesgremium und eine ergebnisreiche erste Amtszeit. Die Er-
gebnisse können sich sehen lassen. Für die zweite Amtsperiode wünsche ich den neu be-
nannten Mitgliedern und Patientenvertretern viel Erfolg.
Mitglieder der 2. Amtsperiode siehe auch:
http://www.gesunde.sachsen.de/download/Download_Gesundheit/Uebersicht_Mitglieder.pdf
Barbara Klepsch
Sächsische Staatsministerin
für Soziales und Verbraucherschutz

 
8 |
Abkürzungsverzeichnis
Im Bericht werden die nachfolgenden Abkürzungen verwendet.
Ag
Altersgruppe
APK
Arzt-Patienten-Kontakte
ARGE NÄV
Arbeitsgemeinschaft Sächsischer Krankenkassen und Verbände der Kranken-
kassen für die notärztliche Versorgung
EBM-GOP
Einheitlicher Bewertungsmaßstab der Gebührenordnungsposition
GemLG
Gemeinsames Landesgremium
GKV
Gesetzliche Krankenversicherung
ICD-10 GM
International Statistical Classification of Diseases and Related Health Prob-
lems–German Modification (Internationale Klassifikation für Diagnosen und
andere Behandlungsanlässe–Deutsche Verzeichnis)
Kap.
Kapitel
KBD
Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst
KGS
Krankenhausgesellschaft Sachsen e. V.
KVS
Kassenärztliche Vereinigung Sachsen
NAE
Notarzteinsatz/notärztliche Versorgung
NEF
Notarzteinsatzfahrzeug
NFA
Notfallambulanz am Krankenhaus
NFB
Notfallbereich
PLZ
Postleitzahl
RW
Rettungswache
SGB V
Fünftes Buch Sozialgesetzbuch
SLÄK
Sächsische Landesärztekammer
TU
Technische Universität
VwV
Verwaltungsvorschrift

 
A. Zusammenfassung der Feststellungen aus den Berichten
1.
Das Gemeinsame Landesgremium (GemLG) nach § 90a Absatz 1 SGB V im Freistaat
Sachsen befasst sich mit Beschluss vom 8. Juli 2013 mit dem Thema „Notärztliche
Versorgung in Sachsen an der Schnittstelle von Kassenärztlichem Bereitschaftsdienst
– Notfallambulanz – Rettungsdienst“. Beschlüsse im Einzelnen siehe Teil B.
2.
Das GemLG hat dafür eine Arbeitsgruppe eingerichtet, deren Experten eine Daten-
struktur für die Beschreibung der aktuellen Gesamtversorgungssituation bei Notfällen
in Sachsen erarbeitet und Merkmale für die Aufbereitung der Daten und die Erstellung
der Auswertung vorgeschlagen haben.
Konkret sollten anonymisierte GKV-Daten regionalspezifisch und in der Entwicklung
der letzten Jahre für eine sektorenübergreifende Analyse aufbereitet werden, um ein
Gesamtbild der Notfallversorgung im Freistaat Sachsen zu erhalten.
Im Ergebnis sollte eine hinreichend valide Datengrundlage zur Beschreibung des Not-
fallgeschehens und dessen Entwicklungstendenzen aufgezeigt werden, damit das
GemLG auf dieser Grundlage begründete Empfehlungen entwickeln kann, wie die Op-
timierungs- und Effizienzpotentiale an den Schnittstellen der drei Bereiche der Notfall-
versorgung, das sind der Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst, die Notfallambulanzen
sowie die notärztliche Versorgung im Rettungsdienst, identifiziert und gehoben werden
können (siehe auch Bericht der Arbeitsgruppe Datenstruktur vom 16.06.2014 im
Teil C).
Die Sächsische Landesärztekammer wurde gebeten, die vollständige Auswertung der
Befragung der Notärzte im Freistaat Sachsen dem GemLG zur Verfügung zu stellen
(siehe Auswertung der Befragung der Notärzte – Anlage 7).
Die Sichtweise der Patienten sollte über eine Befragung, die die Patientenvertretung
durchführt, berücksichtigt werden (siehe auch Auswertung der Befragung der Patien-
tenvertretung – Anlage 8).
3.
Die Geschäftsstelle des GemLG hat die ihr durch die Datenhalter, die Kassenärztliche
Vereinigung Sachsen und die AOK PLUS übermittelten Daten, insgesamt 105.008
anonymisierte Arzt-Patienten-Kontakte sowie deren Diagnosen, ausgewertet.
Die Daten wurden aus vier Regionen vergleichbar aufbereitet, um Unterschiede zwi-
schen der Notfallversorgung in ländlichen Regionen und in großstädtischen Regionen
herauszuarbeiten, für Bautzen, Region des Altkreises bis 2008, Döbeln, Region des
Altkreises bis 2008, für Leipzig, Stadt und als Besonderheit die Daten des Kassenärzt-
lichen Bereitschaftsdienstes Dresden für die Kassenärztliche Bereitschaftsdienstpraxis
am Standort des Uniklinikums Dresden.
Anhand der Häufigkeit der Arzt-Patienten-Kontakte in den vier Regionen, deren Auftei-
lung auf die drei Dienst-Arten in den Notfallbereichen sowie deren Aufteilung nach vier
Altersgruppen – 0 bis 15 Jahre, 16 bis 40 Jahre, 41 bis 65 Jahre und über 65 Jahre –
wurde eine Beschreibung des Notfallgeschehens durchgeführt.
Diese wurde ergänzt durch eine weitere Detaillierung dieser Merkmale für die Diagno-
segruppen der Kapitel I bis XXII nach ICD-10-GM 2014.

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Im Einzelnen wurden folgende Feststellungen erzielt:
4.
Auswertungsebene Regionaldaten - Vergleich der Inanspruchnahmen in den Jahren
2012 und 2013
Bei der Inanspruchnahme der drei Notfallbereiche im 3. Quartal 2013 gegenüber dem
3. Quartal 2012 sind in den drei Dienstarten Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst, Not-
fallambulanzen an Krankenhäusern und notärztliche Versorgung im Rettungsdienst
folgende Tendenzen ablesbar (siehe insbesondere die Tabellen 1, 2, 23 bis 26):
Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst:
Zunahmen der Inanspruchnahme sind in der Region Döbeln, in der Region Leipzig
Stadt und bei der Kassenärztlichen Bereitschaftspraxis am Uniklinikum Dresden zu
verzeichnen. In der Region Bautzen gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen
den Inanspruchnahmen der Jahre 2012 und 2013.
Eine Zunahme der Arzt-Patienten-Kontakte ist im Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst
in der Region Leipzig, Stadt (+876 bzw. 5 %) und bei der Kassenärztlichen Bereit-
schaftspraxis am Uniklinikum Dresden (+414 bzw. 7 %) zu verzeichnen.
Der Anstieg der Inanspruchnahmen in dieser Dienstart ist in der Region Döbeln der Al-
tersgruppe der 0- bis 15-Jährigen, in der Region Leipzig Stadt den zwei Altersgruppen
der 16- bis 65-Jährigen zuzurechnen. In der Kassenärztlichen Bereitschaftspraxis am
Uniklinikum Dresden ist der Anstieg in den Altersgruppen der 0- bis 15-Jährige und der
16- bis 40-Jährige zuzurechnen.
In der Region Bautzen verzeichnen die Altersgruppen der 41- bis 65-Jährigen und der
über 65-Jährigen eine Verringerung der Inanspruchnahme in dieser Dienstart, in der
Region Döbeln die Altersgruppe der über 65-Jährigen. In der Region Leipzig, Stadt ist
eine Verringerung der Inanspruchnahme in der Altersgruppe der 0- bis 15-Jährigen zu
verzeichnen.
Der Schwerpunkt der Zunahmen liegt bei der Altersgruppe der 16- bis 40-Jährigen.
Notfallambulanzen am Krankenhaus:
Die Arzt-Patienten-Kontakte an den Notfallambulanzen am Krankenhaus haben in der
Region Döbeln einen Anstieg um +148 bzw. 7 % und in der Region Leipzig, Stadt um
+843 bzw. 5 % (insgesamt ca. +1.000) zu verzeichnen. Der Anstieg wird in der Region
Döbeln durch die Altersgruppe der 16- bis 40-Jährigen verursacht, in der Region
Leipzig, Stadt durch alle Altersgruppen gleichermaßen.
Notärztliche Versorgung im Rettungsdienst:
Die Zahl der Notarzteinsätze ist in allen vier Regionen insgesamt nahezu konstant ge-
blieben (- 65).
Das Notfallgeschehen in der Region Bautzen ist in allen drei Notfallbereichen nahezu
konstant geblieben, auch in der Altersgruppe der 16- bis 40-Jährigen.

Über alle weiteren Merkmale, also sowohl hinsichtlich der Altersgruppen der
Arzt-Patienten-Kontakte als auch der befundeten Diagnosen, sind die Inanspruchnah-
men annähernd vergleichbar konstant, so dass sich von 2013 zu 2012 keine spürbar
qualitativen Änderungen feststellen lassen.
Weitere ausführliche Auswertungen, Übersichten und Diagramme sind im Teil D dar-
gestellt.
5.
Mehrfachinanspruchnahmen
Die Mehrfachinanspruchnahme der Notfallbehandlung durch Patienten an einem Be-
handlungstag kann in der Gesamtbetrachtung im Ergebnis der Auswertung fast ver-
nachlässigt werden (Tabelle 3).
Sie beschränkt sich z. B. im Jahr 2012 auf 311 Fälle (< 1 %) bei insgesamt 49.721
Arzt-Patienten-Kontakten. Sie ist zudem auf die Personengruppen der 0- bis 3-
Jährigen und der Hochbetagten konzentriert.
Arzt-Patienten-Kontakte, die 3, 4 und 5-mal am Behandlungstag stattgefunden haben,
sind auf einzelne Ausnahmefälle beschränkt und konnten in der weiteren Betrachtung
ganz vernachlässigt werden. Diese sind nahezu ausschließlich auf den Kassenärztli-
chen Bereitschaftsdienst konzentriert.
6.
Tagesspezifische Inanspruchnahmen
In über 70 % der Fälle (37.185 von 51.999 Arzt-Patienten-Kontakte) nehmen Patienten
den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst an den Tagen Freitag bis Sonntag in An-
spruch (Tabellen 16 bis 19).
An Notfallambulanzen an Krankenhäusern liegt dieser Wert ebenfalls bei 70 % (30.009
von 42.760 Arzt-Patienten-Kontakten).
Die Notärztliche Versorgung findet zu mehr als 60 % (6.235 von 10.249 Arzt-Patienten-
Kontakte) an den Tagen Freitag bis Sonntag statt. Durch die Altersgruppe der 0- bis
15-Jährigen wird dieser Notfallbereich auch an diesen Tagen nur gering, und auch fast
nur durch 0- bis 3-Jährige (92 %), in Anspruch genommen.
In der Personengruppe der über 80-Jährigen spielt die Frage des Wochentags keine
Rolle.
7.
Unterscheidung der Inanspruchnahmen nach Dienstarten im Kassenärztlichen Bereit-
schaftsdienst
Sofern im Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst eine Unterscheidung zwischen Fahr-
dienst und Sitzdienst gemacht wird, wird der Fahrdienst in der Altersgruppe der 0- bis
15-Jährigen fast ausschließlich an den Tagen Freitag bis Sonntag genutzt. In den Al-
tersgruppen der 16- bis 40-Jährigen und 41- bis 65-Jährigen in rund 65 % der Fälle
und in der Altersgruppe der über 65-Jährigen wird der Fahrdienst ebenfalls überwie-
gend am Wochenende beansprucht (Tabellen, 7, 11, 12, 15)

12 |
8.
Altersgruppenspezifische Feststellungen
In den drei Notfallbereichen sind folgende Unterschiede in der Inanspruchnahme durch
die Patienten der vier Altersgruppen festzustellen (Tabellen 23 bis 26, 34 bis 41):
Die Altersgruppe der 0- bis 15-Jährigen nimmt in allen untersuchten Regionen vorwie-
gend Leistungen des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes und der Notfallambulan-
zen in Anspruch.
Die Altersgruppe der 16- bis 40-Jährigen nimmt vorwiegend Leistungen der Notfallam-
bulanzen in Anspruch, insbesondere in den Regionen Bautzen (73 % der Altersgruppe)
und Döbeln 64 bis 70 % der Altersgruppe).
Die Altersgruppe der 41- bis 65-Jährigen nimmt in den Regionen Bautzen und Döbeln
vorwiegend Leistungen der Notfallambulanzen in Anspruch, in der Region Leipzig,
Stadt im Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst und in Notfallambulanzen im gleichen
Maße.
Die Altersgruppe der über 65-Jährigen nimmt überwiegend Leistungen des Kassen-
ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Anspruch. Insgesamt ragt damit diese Gruppe bei
den Arzt-Patienten-Kontakten bei der Inanspruchnahme der Leistungen im Kassenärzt-
lichen Bereitschaftsdienst und an den Notfallambulanzen heraus.
Auch wenn die absolute Zahl der Arzt-Patienten-Kontakte eine hohe Inanspruchnahme
durch die Altersgruppe der 16- bis 40-Jährigen nahe legt, so wird dies durch das Ver-
hältnis Arzt-Patienten-Kontakte je 1.000 Einwohner nicht bestätigt. Der höchste Anteil
an Notfallleistungen je 1.000 Einwohner erfolgt durch Patienten der Altersgruppe der 0-
bis 15-Jährigen, der niedrigste durch Patienten der Altersgruppe der 41- bis 65-
Jährigen (Tabellen 29 bis 33).
Im Bereich der Notfallambulanzen am Krankenhaus hat die Altersgruppe der 16- bis
40-Jährigen einen überdurchschnittlichen Anteil an der Inanspruchnahme von Patien-
ten aller Altersgruppen. Die Altersgruppe der über 65-Jährigen ist eher unterdurch-
schnittlich in der Inanspruchnahme zu verzeichnen.
In der Kassenärztlichen Bereitschaftspraxis in Dresden nehmen die 0- bis 15-Jährigen
nahezu die Hälfte (46 %) aller Arzt-Patienten-Kontakte in Anspruch.
Leistungen der notärztlichen Versorgung nehmen zur Hälfte die über 65-Jährigen in
An-spruch, hingegen nehmen diese Leistung die 0- bis 15-Jährigen nur marginal in An-
spruch (Tabellen 38 bis 41).
Sofern ein Anstieg der Arzt-Patienten-Kontakte im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr
2012 festzustellen ist, ist er zumeist der Altersgruppe der 16- bis 40-Jährigen zuzu-
rechnen.
9.
Einpendler
Als Einpendler werden die Patienten bezeichnet, deren Wohnort nicht in der betrachte-
ten Region liegt.
Insgesamt ist zu verzeichnen, dass z. B. in der Region Döbeln die Zahl der
Arzt-Patienten-Kontakte durch Einpendler im Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst et-

wa 35 % beträgt, in der Region Leipzig, Stadt 44 % und die Zahl der Einpendler in den
Notfallambulanzen am Krankenhaus bei 50 % und in der Region Leipzig, Stadt rund
42 %, davon 14 mehr als einmal am Behandlungstag.
10.
Besonderheit Kassenärztliche Bereitschaftspraxis am Uniklinikum Dresden
Die Kassenärztliche Bereitschaftspraxis am Uniklinikum Dresden (Tabellen 21, 22, 26
und 33) wird überwiegend von (Eltern mit) Kindern (46 %) und von Patienten der Al-
tersgruppe der 16- bis 40-Jährigen (30 %) in Anspruch genommen.
In der Gruppe der 0- bis 15-Jährigen erfolgt die Inanspruchnahme zu 56 % durch Kin-
der von 0 bis 3 Jahren, davon ein Drittel Kinder bis zu einem Jahr.
In dieser Praxis spielen die Arzt-Patienten-Kontakte der Altersgruppe der über
65-Jährigen eine zahlenmäßig geringere Rolle. Patienten über 79 Jahre haben einen
Anteil von weniger als 3 %.
11.
Auswertungsebene Diagnosedaten
Siehe Tabellen 4, 42 bis 69
Aus den Abrechnungsdaten zu den Notfallbehandlungen ist ablesbar, welche Diagno-
se(n) durch den behandelnden Arzt gestellt worden ist/sind, und ob diese gesichert o-
der Verdachtsdiagnose(n) ist/sind.
Es ist nicht ablesbar, ob im konkreten Fall der „richtige“ Leistungserbringer in Anspruch
genommen worden ist. Dies kann nicht belegt, sondern allenfalls vermutet werden.
Damit lässt sich die These, dass 37 % aller Notarzteinsätze nicht notarztindiziert seien,
aus den abgerechneten Behandlungen mit den vorliegenden Diagnosedaten nicht be-
legen.
Die Altersgruppe der 0- bis 15-Jährigen nimmt einen der Notfallbereiche überwiegend
in folgenden Diagnosegruppen in Anspruch:
A, B: bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten
H: Krankheiten des Auges und der Augenanhangsgebilde
H: Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes
J: Krankheiten des Atmungssystems
S, T: Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen.
Schwerpunkt in den Gruppen A, B, H und J ist der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst,
Schwerpunkt in den Gruppen S und T die Notfallambulanz.
Die Altersgruppe der 16- bis 40-Jährigen nimmt einen der Notfallbereiche überwiegend
in folgenden Diagnosegruppen in Anspruch:
A: bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten
J: Krankheiten des Atmungssystems
K: Krankheiten des Verdauungssystems
L: Krankheiten der Haut und der Unterhaut
M: Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes
N: Krankheiten des Urogenitalsystems, Krankheiten des Verdauungssystems
S, T: Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen.

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Die Altersgruppe der 41- bis 65-Jährigen nimmt einen der Notfallbereiche überwiegend
in folgenden Diagnosegruppen in Anspruch:
F: psychische und Verhaltensstörungen
I: Krankheiten des Kreislaufsystems
M: Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes
S, T:Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen.
Die Altersgruppe der über 65-Jährigen nimmt einen der Notfallbereiche überwiegend in
folgenden Diagnosegruppen in Anspruch:
E: Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten
F: psychische und Verhaltensstörungen
I: Krankheiten des Kreislaufsystems
M: Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes
S, T: Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen.
12.
Arzt-Patienten-Kontakte Pflegeheimbewohner
Für die von der AOK PLUS bereitgestellten Daten zu den Arzt-Patienten-Kontakten für
Pflegeheimbewohner ist festzustellen, dass Mehrfachinanspruchnahmen an einem Tag
nur in einer einstelligen Zahl der Fälle festzustellen sind (Tabellen 70 und 71).
In der Region Bautzen sowie in der Region Döbeln (> 40 %) und in der Region Leipzig
Stadt (> 33 %), wird überwiegend der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst in Anspruch
genommen. In Dresden, Stadt wird überwiegend durch die Patienten die notärztliche
Versorgung in Anspruch genommen.
13.
Auswertung der Befragung der Notärzte – Anlage 7
Im Ergebnis der Vollevaluation der Sächsischen Landesärztekammer bei der Befra-
gung sächsischer Notärzte führen diese als Hemmnisse einer Notarzttätigkeit die hohe
Arbeitsbelastung im Hauptamt sowie familiäre Gründe an.
Sie fordern eine Verbesserung der Indikationsstellung und Disponie von Notfalleinsät-
zen, die Verbesserung der Vergütungslogistik sowie höhere Vergütung, eine Verbesse-
rung der haftungs- und versicherungsrechtlichen Bedingungen, die Verringerung des
bürokratischen Aufwands bei Zulassung und Abrechnung, Maßnahmen an der Schnitt-
stelle zu anderen Hilfssystemen und Leistungsträgern, arbeitsorganisatorische Maß-
nahmen zur Besserung der Vereinbarkeit von hauptberuflicher Arzttätigkeit und neben-
beruflicher Notarzttätigkeit, Freistellung bzw. Entlastung vom Kassenärztlichen Bereit-
schaftsdienst, die Einrichtung von integrierten Rettungsleitstellen, regulative Maßnah-
men, bundeseinheitliche Regelungen zur Sicherstellung und Vergütung der notärztli-
chen Versorgung (einheitliches Notarztdienstmodell) und die Verankerung einer not-
ärztlichen Tätigkeit als eigenständige Leistung im SGB V (Herausnahme des Ret-
tungsdienstes aus dem Bereich „Fahrtkosten“, § 60 SGB V).
14.
Auswertung der Umfrage zur Notfallversorgung in Sachsen in Zusammenarbeit mit den
Patientenvertretern im Gemeinsamen Landesgremium – Anlage 8
Die Patientenvertreter im Gemeinsamen Landesgremium, Elke Bühligen und
Horst Wehner, haben eine Umfrage zu Erfahrungen mit und Kenntnissen über die Not-
fallversorgung in Sachsen durchgeführt.

Die Befragten wünschen sich, dass die Notfallversorgung vor allem für den Bürger
schnell und unkompliziert erreichbar sein muss. Daher sollten die Erfahrungen und
Wünsche sächsischer Bürger in die Diskussion einbezogen werden. Der „Abschlussbe-
richt - Version (1.1) des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung an der
Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden“ hat im Ergebnis der
durchgeführten „Umfrage zur Notfallversorgung in Sachsen in Zusammenarbeit mit den
Patientenvertretern im Gemeinsamen Landesgremium“ festgestellt, dass sich eine
Mehrzahl von Patienten und deren Angehörigen mehr Informationen zu den Notfallbe-
reichen Rettungsdienst und Notfallambulanz an Krankenhäusern wünschen. Unklare
Vorstellungen gaben die Befragten vor allem zu den Notfallrufen des Kassenärztlichen
Bereitschaftsdienstes an. Nur 33 % der Befragten kannten die bundeseinheitliche Ruf-
nummer 116117.

 
16 |
B. Beschlüsse des Gemeinsamen Landesgremiums
1.
Beschluss zur Ausgangssituation
Die Mitglieder des GemLG nach § 90a Absatz 1 SGB V im Freistaat Sachsen haben am
8. Juli 2013 in ihrer 2. Sitzung das Thema „Notärztliche Versorgung in Sachsen an der
Schnittstelle von Kassenärztlichem Bereitschaftsdienst – Notfallambulanz – Rettungsdienst“
beraten. Im Ergebnis der ausführlichen Diskussion wurde folgender Beschluss einstimmig
gefasst:
„Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums stellen fest, dass es keine flächende-
ckenden Probleme in der Notfallversorgung im Freistaat Sachsen gibt. Es besteht jedoch
Optimierungsbedarf an den Schnittstellenbereichen zwischen
KV-Bereitschaftsdienst und Rettungsdienst (notärztliche Versorgung),
KV-Bereitschaftsdienst und Notfallambulanzen sowie
Notfallambulanzen und Rettungsdienst
in Bezug auf
1. die effiziente und effektive Koordination der verschiedenen Hilfesysteme für die Notfall-
versorgung der Bürgerinnen und Bürger,
2. die zielgerichtete Kommunikation der Hilfesysteme für die Bürgerinnen und Bürger,
3. die Interaktion der verschiedenen Notfallbereiche in bestimmten Regionen.“
Im Verlauf der dortigen Diskussion waren sich die Mitglieder darin einig, dass in jedem Be-
reich bestimmte Daten für eine Analyse der Notfallversorgung der Bürgerinnen und Bürger
vorrätig sind. Die Daten sind möglicherweise nicht kompatibel. Diese Daten sollten für Sach-
sen zusammengestellt und eine regionalspezifische Identifikation der Problemlagen an den
Schnittstellen der drei Notfallbereiche ermöglicht werden. Sie könnten zu einem späteren
Zeitpunkt auch für vergleichende Betrachtungen verschiedener Regionen oder für die Erpro-
bung von Lösungsvorschlägen in Modellregionen herangezogen werden. Gegebenenfalls
würden sich diese Modellregionen für eine Umsetzung der Empfehlungen des GemLG eig-
nen.
2.
Beschluss für die Beauftragung einer Expertengruppe
Eine Expertengruppe sollte feststellen, welche speziellen Daten für eine solche Analyse in
Betracht kommen und von den Mitgliedern bereitgestellt werden können. Diese sollen es
dem GemLG ermöglichen, geeignete Vorschläge und Empfehlungen zur Verbesserung zu
machen.
Mit folgendem Beschluss wurde die Expertengruppe beauftragt:
„Für eine umfassende Prüfung der Versorgungssituation außerhalb der Sprechzeiten/für Not-
fälle ist in einem ersten Schritt die aktuelle Versorgungssituation in Sachsen GKV-weit zu
analysieren und auf bestehende Effizienzpotenziale zu prüfen. Dabei sollte sowohl die Inan-
spruchnahme des richtigen Leistungserbringers, die unerwünschte Mehrfachinanspruch-
nahme bis zur Gestaltung einer optimalen Struktur der Leistungserbringer in den Regionen
geprüft und bewertet werden.

 
Konkret sind dazu GKV-Daten regionalspezifisch und in der Entwicklung der letzten Jahre für
eine sektorenübergreifende Analyse aufzubereiten, um ein Gesamtbild dieser Versorgung zu
erhalten.
Die konkrete Datenstruktur sowie ein Zeit-Maßnahme-Plan soll eine Expertengruppe bis zum
30. September 2013 erarbeiten, die das Gemeinsame Landesgremium einsetzt. Die Ge-
schäftsstelle lädt dazu ein. Die Mitglieder des Gemeinsamen Landesgremiums benennen bis
zum 15. Juli 2013 ihre Vertreter gegenüber der Geschäftsstelle.
Die Sichtweise der Patienten ist zu berücksichtigen.“
3.
Beschluss zum weiteren Vorgehen
„Im zweiten Schritt sollen nach einer Analyse anschließend Maßnahmen entwickelt und
Empfehlungen zur Umsetzung abgegeben werden, die dafür Sorge tragen, dass in Sachsen
behandlungsbedürftige Patienten zielgerichtet die Versorgungsstruktur erreichen, die medi-
zinisch notwendig und ausreichend sowie wirtschaftlich ist. Außerdem ist durch das Erarbei-
ten und Nutzen von Synergien eine flächendeckende Sicherstellung einer adäquaten Ver-
sorgungsstruktur in Sachsen zu gewährleisten. Für die einzelnen Regionen sollen dabei
passgenaue Lösungsvorschläge erarbeitet werden, die auch bei der weiteren Diskussion im
Rahmen der Gestaltung der integrierten Leitstellen in Sachsen Eingang finden sollten.“
4.
Beschluss zur Auswertung der Leistungsdaten der drei Notfallbereiche
Die Mitglieder haben in ihrer 3. Sitzung am 4. Juli 2014 den Bericht über die beabsichtigte
Datenstruktur zur Kenntnis genommen und einen Beschluss zum aktualisierten
Zeit-Maßnahme-Plan gefasst.
Die KV Sachsen, die Krankenkassen im Freistaat Sachsen und die Krankenhausgesellschaft
wurden beauftragt, unter Beachtung der Besonderheiten der Datenhaltung und im Rahmen
ihrer Möglichkeiten das Leistungsgeschehen
der Notfallambulanzen an den Krankenhausstandorten,
in der notärztliche Versorgung nach Notarztstandorten und
des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes auf der Ebene der Landkreise und Kreisfreien
Städte
nach den unter Punkt 4.8 des Berichts der Expertengruppe aufgeführten Merkmalen zu er-
heben, gegebenenfalls aggregiert auszuwerten, um eine GKV-weite Abbildung der drei Not-
fallbereiche zu erhalten.
Sie wurden beauftragt, dabei zu prüfen und festzustellen, ob sich typische Fallkonstellatio-
nen ergeben. Als Bezugsjahr wird das Jahr 2012 sowie zu Vergleichszwecken das Jahr 2013
(jeweils das 3. Quartal) vorgeschlagen, weil dann auch eine Entwicklung bzw. Tendenzen
sichtbar gemacht werden könnten.
Eine Vollauswertung aller Merkmalle für ganz Sachsen war dabei für nicht erforderlich gehal-
ten worden. Vielmehr ist eine Auswertung hinreichend, die sich auf eine Auswahl von cha-
rakteristischen Merkmalen und Bezugszeiträumen stützt. Für die Typisierung von Leistungs-
fällen wird

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eine Auswahl von GOP/EBM-Ziffern im Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst und an Not-
fallambulanzen,
eine Auswahl von Diagnosen (ICD-10-GM 2014) für den Kassenärztlichen Bereitschafts-
dienst und an Notfallambulanzen,
eine Auswahl von Diagnosen (ICD-10-GM 2014) für die notärztliche Versorgung im Ret-
tungsdienst,
eine Auswahl von repräsentativen Regionen vorgenommen. Die Expertengruppe wird
beauftragt, eine Auswahl vorzunehmen.
Die Expertengruppe wurde darüber hinaus bevollmächtigt, die Machbarkeit und die Prozes-
sierung der Daten zu prüfen und in geeigneter Form umzusetzen.
Die Expertengruppe sollte aus den im Bericht aufgeführten Daten eine auswertungsfähige
Datenstruktur erarbeiten, die dann bei den Datenhaltern ausgewertet werden kann.
Die Expertengruppe sollte dann im Weiteren feststellen, wie und in welcher Form die Daten
anschließend verdichtet und ausgewertet werden können.
Auch die Arbeitsgemeinschaft Sächsischer Krankenkassen und Verbände der Krankenkas-
sen für die notärztliche Versorgung wurde gebeten, exemplarisch die händische Auswertung
der notärztlichen Tätigkeit aus dem Raum Leipzig dem GemLG zur Verfügung zu stellen.
Die Patientenvertretung wurde gebeten, ihre Befragung wie vorgeschlagen durchzuführen.
Über die noch durch die Patientenvertretung zu beziffernden Kosten der Patientenbefragung
wurde im Umlaufverfahren ein Beschluss gefasst. Diese Kosten trägt das GemLG
nach Ziffer III der VwV GemLG in Verbindung mit § 9 der Geschäftsordnung des GemLG.
Die Sächsische Landesärztekammer wurde gebeten, die vollständige Auswertung der Befra-
gung der Notärzte im Freistaat Sachsen dem GemLG zur Verfügung zu stellen.

 
Hinweise zum Bericht
Der ausführliche Bericht beinhaltet weitere Ausführungen in Textform mit Zahlenangaben,
Diagrammen, Tabellen und Kartenansichten und ist in die Abschnitte C, D und E unterglie-
dert.
Die Abschnitte C bis E beinhalten den Tätigkeitsbericht der Experten der Arbeitsgruppe Da-
tenstruktur, den Bericht der Geschäftsstelle des Gemeinsamen Landesgremiums über die
Ergebnisse der Datenauswertung und die Arzt-Patienten-Kontakte im ärztlichen Notfalldienst
und Notarzteinsatz für Pflegeheimbewohner für den Bereich der AOK PLUS.
Dem ausführlichen Bericht sind insgesamt 8 Anlagen mit folgendem Inhalt beigefügt:
Experten der Arbeitsgruppe Datenstruktur
Zeit-Maßnahme-Plan
Sachsenkarte mit Standorten der Notarzt-Einsatz-Wagen
Sachsenkarte mit allgemeinen Bereitschaftsdienstbereichen
Sachsenkarte mit Krankenhausstandorten 2010 und 2014
Sachsenkarte mit Krankenhausstandorten, Notarzteinsatzwagenstandorten und Bereit-
schaftsdienstbereichen
Ergänzung des Berichts durch die Auswertung der Sächsischen Landesärztekammer zur
Befragung Sächsischer Notärzte in 2014 - Präsentation der Sächsischen Landesärzte-
kammer vom 26.11.2014
Ergänzung des Berichts durch die Auswertung der Patientenvertretung zur Befragung zur
Notfallversorgung in Sachsen.
Der ausführliche Bericht kann als Druckfassung beim Sächsischen Staatsministerium für
Soziales und Verbraucherschutz, Albertstraße 10, 01097 Dresden angefordert werden.