image
Ingo Kraft/Wolfgang Ender/Gabriele Wagner, Der Schmuckfund von
Pratzschwitz. Eine keltische Prunkausstattung vom Elbübergang bei Pirna in
Sachsen
112 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, 21 x 28 cm, gebunden (Dresden 2020)
ISBN 978-3-943770-54-4 / € 16,50
Gut zwei Jahre nach der Entdeckung des einzigartigen keltischen Schmuckfundes
von Pirna-Pratzschwitz erscheint eine erste wissenschaftliche Veröffentlichung zu
diesem archäologischen Highlight auf sächsischen Boden!
Bei Ausgrabungen auf dem Kiesabbaufeld bei Pirna-Pratzschwitz stieß das Landes-
amt für Archäologie Sachsen auf zahlreiche Spuren einer früheisenzeitlichen Sied-
lung. Neben Spuren von Häusern, Abfallgruben und Wirtschaftsbereichen konnten
die Archäologen im Oktober 2018, den letzten Tagen der Grabung, einen sehr unge-
wöhnlichen Fund bergen: eine Schmuckausstattung aus der frühen Laténezeit (ca.
450 v. Chr.), die am Rande des Grabungsfeldes entdeckt wurde. Der Schmuck war
in einem kleinen Gefäß niedergelegt worden. Die Preziosen stammen aus der „kelti-
schen Welt“, wahrscheinlich aus dem angrenzenden Böhmen. Die drei Gewand-
schließen (Fibeln) gehören zum Besten was das damalige Kunsthandwerk zu bieten
hatte. Vor allem die Maskenfibel mit dem menschlichen Antlitz und dem Tierkopf
zeigt die vollendete Beherrschung des Metallhandwerks. Ein üppiges bronzenes
Kettencollier ist bisher einzigartig! Daneben befanden sich in dem kleinen Keramik-
gefäß noch 485 Perlen aus Bernstein und Glas einer Halskette.
Das ganze Ensemble erinnert an die Niederlegung einer reichen Schmuckausstat-
tung, wie wir sie aus dem zeitgleichen Fürstengräberhorizont der keltischen Ober-
schicht kennen.
Das prächtig gestaltete Buch enthält QR-Codes direkt bei den Bildern von 3D-Scans
der Schmuckgegenstände. Mit diesen können die zugehörigen 3D-Modelle auf der
Webseite archaeo | 3D aufgerufen werden:
https://archaeo3d.de/2019-11-21_tr_0001/