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Unterrichtsmodul zur Unterstützung
der Demokratieerziehung an
sächsischen Oberschulen
Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit

S. 1 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Inhaltsverzeichnis
1 Vorbemerkungen
Seite
2
:
2
Hinweise zur Umsetzung im Unterricht
Seite
3
:
2.1
Aufbau der Module und Einbindung in die Lehrpläne
Seite
3
:
2.2
Organisatorische Aspekte
Seite
3
:
3
Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Seite
4
:
3.1
Ziele und Inhalte
Seite
4
:
3.2
Planungsbeispiel: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Seite
5
:
3.3
Materialien
Seite
6 – 9
:
Arbeitsblatt 1: Bei Gericht
Seite
10 –11
:
Lösungsblatt zu Arbeitsblatt 1: Bei Gericht
Seite
12 –13
:
Fallbeispiel: „Was geschah in der Klasse 6?“
Seite
14
:
Rollenkarten zum Fallbeispiel
Seite
15 –16
:
Anklageschrift
Seite
17
:
Leitfaden für die juristische
Seite
18 – 20
:
Fallbeispiel: „Ein Streit mit Folgen“
Seite
21
:
Rollenkarten zum Fallbeispiel
Seite
22
:
Anklageschrift
Seite
23
:
Informationsblatt: Leitfaden zum Ablauf der strafrechtlichen Hauptverhandlung
Seite
24 – 25
:
Arbeitsblatt 2: Beobachtungsaufträge für „Zeugen des Rollenspieles“ und „Öffentlichkeit“
Seite
26
:
Reflexionsbogen
Seite
27
:
Anhang
Legende zu den Icons
Seite
28
:
Weiterführende Links
Seite
29
:
Abrechnung
Seite
30 – 32
:
Kapitel
Kapitel
Kapitel
Kapitel
Kapitel
Kapitel
Kapitel
Kapitel
Unterpunkt
Unterpunkt
Unterpunkt
Unterpunkt
Unterpunkt
Unterpunkt
Unterpunkt
Unterpunkt
Unterpunkt
Unterpunkt
Unterpunkt
Unterpunkt
Kapitel
Unterpunkt
Unterpunkt
Unterpunkt

S. 2 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
1
Vorbemerkungen
:
Schule ist ein Ort, an dem die demokratische, recht-
liche und politische Bildung intensiv gefördert werden
muss. Demokratieerziehung ist eine grundlegende
Bildungsaufgabe in unseren Schulen
1
. Das Einbrin-
gen aktueller politischer Themen im Unterricht und
das aktive Erleben einer demokratischen Schulkultur
machen für die Schüler Demokratie nachhaltig erfahr-
bar.
Durch Werteerziehung, das Erfahren von Wertschät-
zung und das Reflektieren verschiedener Weltan-
schauungen und Wertesysteme entwickeln die Schü-
ler auf der Grundlage der freiheitlich-demokratischen
Ordnung individuelle Wert- und Normvorstellungen.
Das vorliegende pädagogische Unterstützungsmate-
rial entstand im Rahmen des „Maßnahme-Paketes für
ein starkes Sachsen“, das am 4. März 2016 durch die
Sächsische Staatsregierung zur Förderung der politi-
schen Bildung und Demokratie beschlossen wurde.
1 vgl. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 4. März 2009
Zur Umsetzung des Maßnahme-Paketes haben das
Sächsische Staatsministerium für Kultus und das
Sächsische Staatsministerium der Justiz eine Arbeits-
gruppe unter Beteiligung der Rechtsanwaltskammer
Sachsen und unter Federführung des Landesamtes
für Schule und Bildung, Standort Radebeul eingerich-
tet. In dieser Arbeitsgruppe erstellten Fachberaterin-
nen und Fachberater der Oberschulen in Zusammen-
arbeit mit Vertreterinnen und Vertretern der Justiz und
der Anwaltschaft ein pädagogisches Unterstützungs-
material, das die Orientierung an demokratischen
Grundwerten hervorhebt und zum Verständnis rechts-
staatlicher Prinzipien und politischer Prozesse bei-
trägt. Das Unterstützungsmaterial wird in drei Modu-
len entwickelt. Neben den ersten Modulen „Umgang
mit Wahrnehmung und Wahrheit“ sowie „Menschen-
rechte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“
wird bis zum Schuljahr 2021/2022 ein weiteres Modul
entwickelt, das die Themenbereiche wehrhafte Demo-
kratie und Zivilcourage fokussiert. Die Module sind in
den Lehrplänen der Unterrichtsfächer Evangelische
Religion, Katholische Religion, Ethik, Geschichte und
Gemeinschaftskunde/Rechtskundeerziehung verortet.

S. 3 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
2
2.1
Aufbau der Module und
Einbindung in die Lehrpläne
:
Die Struktur der Module orientiert sich an den Pla-
nungsbeispielen zum kompetenzorientierten Unter-
richt
2
und unterstützt Lehrkräfte bei der Planung,
Durchführung und Reflexion ihres Unterrichts. Am
Ende jedes Moduls wenden die Schülerinnen und
Schüler die Kenntnisse und Fähigkeiten in Problem-
situationen an und können so Kompetenzen im jewei-
ligen Lernbereich entwickeln. Das Modul 1 ist den
Fächern Evangelische Religion, Katholische Religion
und Ethik in der Klassenstufe 6, das Modul 2 dem
Fach Geschichte in der Klassenstufe 8 zugeordnet.
Das Modul 3 „Wehrhafte Demokratie“ kann im Fach
Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung in der Klas-
senstufe 9 umgesetzt werden. Die Ziele und Inhalte
der Module stimmen mit dem Lehrplan überein und
verstehen sich als Angebot. Mit Durchführung des Mo-
duls in den entsprechend im Lehrplan ausgewiesenen
Wochenstunden wird der Lehrplan umgesetzt. Sämt-
liche Materialien sind exemplarisch und können bin-
nendifferenzierend eingesetzt werden.
2 vgl. Landesamt für Schule und Bildung (2012): Kompetenzorientierter Unterricht
2.2
Organisatorische Aspekte
:
Demokratieerziehung und die Entwicklung einer de-
mokratischen Schulkultur sind wesentliche Aufgaben
der Schule. In diesem Kontext sollten die Module in
Absprache mit der Schulleitung umgesetzt werden
und die Einbindung in den Schuljahresablaufplan er-
folgen. Zu Fragen der Planung, Umsetzung und
Durch führung kann Kontakt mit den zuständigen
Fachberaterinnen und Fachberatern der entsprechen-
den Fächer aufgenommen werden. Bei Einbindung
von externen Kooperationspartnerinnen und Koopera-
tionspartnern muss die Umsetzung entsprechend
langfristig geplant werden. Den Lehrkräften der betref-
fenden Klassenstufen wird empfohlen, die Planung im
Team zu realisieren, diese zu dokumentieren und aus-
zuwerten. Für die externen Kooperationspartnerinnen
und Kooperationspartner befinden sich die Formulare
zur Abrechnung im Anhang und sind im Original an
das Landesamt für Schule und Bildung, Standort Ra-
debeul zu schicken.
Hinweise zur Umsetzung für den Unterricht
:

S. 4 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
3
Das Modul 1 kann den Fächern Katholische Religion
und Ethik im Lernbereich 1 sowie dem Fach Evange-
lische Religion im Lernbereich 4 der Klassenstufe 6
zugeordnet werden. Die Ziele und Inhalte der betref-
fenden Lernbereiche fokussieren den eigenen Um-
gang mit Sinneswahrnehmungen, Wahrheit und Lüge.
Die Schülerinnen und Schüler werden mit ihrer sub-
jektiven Wahrnehmung konfrontiert und übertragen
diese auf soziale Kontexte, wie die Begegnungen mit
anderen Menschen und deren Wahrnehmungen.
Das Modul 1 legt die Basis für die Entwicklung des
Demokratieverständnisses, ausgehend von der Alters-
spezifik und der Lebenswelt der Schülerinnen und
Schüler. Die Wahrheitsfindung wird anhand einer fikti-
ven Gerichtsverhandlung auf der Grundlage der eige-
nen Wahrnehmungen durch die Schülerinnen und
Schüler erlebt. Zur Wahrheitsfindung werden die
Grundsätze der geltenden Gesetze angewandt. Die
Schülerinnen und Schüler gewinnen somit einen Ein-
blick in rechtliche Prozesse, die das Zusammenleben
der Menschen im Sinne der freiheitlich-demokrati-
schen Grundordnung und den damit verbundenen
Werten prägen. Die Umsetzung des Moduls 1 gewährt
eine aktive Auseinandersetzung mit demokratischen
Werten wie Gerechtigkeit, Freiheit, Respekt und
Gleichheit in unserer Gesellschaft. Schülerinnen und
Schüler sind aufgefordert sich auf Grundlage humani-
tärer, emotionaler, aber auch rechtlicher und rationaler
Überlegungen eine eigene Meinung zu bilden und die-
se zu vertreten. Diese Auseinandersetzung fördert
den Erwerb und die Weiterentwicklung der sozialen
Kompetenz, um für sich und andere Verantwortung
übernehmen zu können und damit die Zivilgesell-
schaft zu stärken.
Das Modul 1 wird in Kooperation mit Vertreterinnen
und Vertretern der Justiz und der Anwaltschaft durch-
geführt. Im vorliegenden Modul werden die Schülerin-
nen und Schüler anhand von zwei Fallbeispielen zur
Auswahl während einer Gerichtsverhandlung mit ver-
schiedenen Zeugenaussagen konfrontiert und erle-
ben den Ablauf einer simulierten Gerichtsverhandlung
mit Unterstützung der Vertreterinnen und Vertretern
der Justiz und der Anwaltschaft. Die Fallbeispiele
knüpfen an die Lebens- und Erfahrungswelt von Kin-
dern und Jugendlichen an.
In der Vorbereitung ist zu beachten, dass eine früh-
zeitige Kontaktaufnahme, mindestens drei Monate vor
dem geplanten Termin, mit den Vertreterinnen und
Vertretern der Justiz und der Anwaltschaft erfolgt. Die
Vertreterinnen und Vertreter der Justiz und der An-
waltschaft benötigen Informationen zur Lerngruppe,
bezogen auf die Anzahl und Lernvoraussetzungen der
Schülerinnen und Schüler, sowie zur medialen und
räumlichen Ausstattung der Schule. Das Erwartungs-
profil für die Kooperationspartner ist unter Punkt 6 im
Planungsbeispiel differenziert aufgeführt und sollte in-
haltlich vorab besprochen werden. Eine Liste von Ver-
treterinnen und Vertretern der Justiz und der Anwalt-
schaft ist in der Lehrplandatenbank in den entspre-
chenden Fächern in einer separaten Übersicht abruf-
bar.
3.1
Ziele und Inhalte
:
Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
:

S. 5 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
3
3.2
Planungsbeispiel:
Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
:
Oberschule, Klassenstufe 6
:
Lehrplaneinordnung:
ETH, Lernbereich 1: Wahrnehmung und Wahrheit
:
RE/e, Lernbereich 4: Das eigene Leben und unsere Welt
:
RE/k, Lernbereich 1: Das eigene Leben und unsere Welt
:
Unterrichtseinheit:
Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
:
Umfang:
6 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten
:
Personelle Ressourcen:
Lehrkräfte für das Fach Ethik, Evangelische Religion, Katholische Religion
3
,
1 Vertreterin oder Vertreter der Justiz oder der Anwaltschaft
:
Räumliche Voraussetzung:
2 Räume
:
Hinweis:
Das Planungsbeispiel ist als Anregung zu verstehen, das an die jeweilige
Klassensituation in Abstimmung mit den Juristinnen und den Juristen
angepasst werden kann.
3 Abstimmung mit Lehrkräften der Fächer Ethik, Evangelische Religion und Katholische Religion erforderlich
Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
:

S. 6 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
3
Allgemeine Planungsschritte
1. Thema bzw. Lerninhalte aus dem Lehrplan/aus
den Lehrplänen auswählen
:
Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
2. Ziele für die Unterrichtseinheit
:
Kennen der Bedeutung von Wahrnehmungen für das eigene Handeln als Grundlage des respektvollen Umgangs
miteinander
Übertragen der Kenntnisse eigener Sinneswahrnehmungen auf die Begriffe Wahrheit und Lüge
Beurteilen des eigenen Umgangs mit Wahrnehmung und Wahrheit am Beispiel der Beweisaufnahme vor Gericht
Einblick gewinnen in Grundzüge des Ablaufes einer strafrechtlichen Hauptverhandlung und in die Aufgaben
von Beteiligten am Gerichtsprozess
3.
Lernvoraussetzungen/Vorwissen
beschreiben
:
• Was bringt die/der Lernende bereits mit?
• Über welche Kenntnisse verfügt
die/der Lernende zum aktuellen Zeitpunkt?
• Über welche Fähigkeiten und Fertigkeiten/
Arbeitstechniken verfügt die/der Lernende
zum aktuellen Zeitpunkt?
Schülerinnen und Schüler kennen
die Begriffe Wahrnehmung, Wahrheit, Lüge, Normen, Werte
die Methode des Rollenspieles (Ablauf, Regeln)
die Regeln zur Diskussion
unterschiedlicheReflexionsmethoden
4. Material zur Verfügung stellen
:
(unterschiedliche mediale Darstellung
desInhaltes,z. B. Texte,Filme, Ausstellungen,
Statistiken, Bilder etc.)
Materialien für die Lehrkraft:
Informationsblatt 1: Leitfaden zum Ablauf der strafrechtlichen Hauptverhandlung: Variante Schülerinnen und Schüler
Informationsblatt 2: Leitfaden zum Ablauf der strafrechtlichen Hauptverhandlung: Variante Lehrerinnen und Lehrer
2 Fallbeispiele mit Rollenkarten
Arbeitsblatt 2: Beobachtungsaufträge für die „Zeugen des Rollenspieles“ und der „Öffentlichkeit“
Reflexionsbogen
Einverständniserklärung zu Bild-/Tonaufnahmen, s. weiterführende Links
Broschüre „Ein Schulbesuch bei Gericht“
4
Namensschilder mit Rollenbezeichnung für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Vertreterinnen/Vertreter der Justiz
und der Anwaltschaft vorbereiten
:
4 Staatsministerium der Justiz. Hrsg. (2018): Ein Schulbesuch bei Gericht
Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
:

S. 7 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
3
Allgemeine Planungsschritte
Materialien für die Vertreterin/den Vertreter der Justiz und der Anwaltschaft
Arbeitsblatt 1: Bei Gericht
Lösungsblatt Arbeitsblatt 1: Bei Gericht
Fallbeispiel 1: „Was geschah in der Klasse 6b?“
Anklageschrift
Fallbeispiel 2: „Ein Streit mit Folgen“
Anklageschrift
Informationsblatt: Leitfaden zum Ablauf der strafrechtlichen Hauptverhandlung: Schülerinnen und Schüler
Informationsblatt: Leitfaden zum Ablauf der strafrechtlichen Hauptverhandlung: Lehrerinnen und Lehrer
Informationsblatt: Leitfaden für die juristische Fragetechnik
5. geeignete Methoden und Sozialformen
auswählen
:
• Welche Inhalte sollen erarbeitend,
welche instruktiv erschlossen werden?
• Welche kooperativen Lernformen bieten
sich an welcher Stelle an?
Einführung und Abschluss des Moduls in frontaler Arbeitsphase
Rollenspiel in Kleingruppen
Einzel- und Partnerarbeit mit Rollenkarten
6. Kooperation mit der Vertreterin/dem Vertreter
der Justiz und der Anwaltschaft
:
Erwartungen an die Vertreterin/den Vertreter
der Justiz und der Anwaltschaft
:
Vorabsprache mit der zuständigen Lehrkraft:
Verständigung zur Auswahl und zum Inhalt des Fallbeispiels, zum Zeitfenster, zum inhaltlichen und methodischen Ablauf,
zur AltersspezifikundzumLernstandderLerngruppe,adressaten
gerechtesVokabular,WürdigungvonWortbeiträgen
Input zu grundlegenden rechtlichen Zusammenhängen
Rolle von Juristeninnen und Juristen in der freiheitlich-demokratischen Grund ordnung sowie Beteiligte bei Gericht und
deren Aufgaben (insbesondere Einordnung des Geschädigten als Zeugen)
Ablauf einer Gerichtsverhandlung und Verhalten bei Gericht
Rechte
des
Angeklagten
Begleitung der Gruppe „Juristen“
inhaltliche Absprache zu den Aufgaben der jeweiligen Rollen treffen
einüben von Fragetechniken, s. „Leitfaden für die juristische Fragetechnik“ für die Rollen „Staatsanwälte“, „Richter“
sowie für „Verteidiger“
zu den Schritten im Strafprozessablauf orientieren
Anklageschrift zum gewählten Fallbeispiel verwenden
den Verhandlungsraum mit den Schülerinnen und Schülern
gestalten (Anordnung der Tische und Sitzmöglichkeiten)
Offene Fragen klären
Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
:

3
S. 8 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Allgemeine Planungsschritte
7.
Unterrichtsschritte planen
(einzelne Stunden)
:
1. Stunde:
Wiederholung zu den Begriffen Wahrnehmung und
Wahrheit durch Lehrkraft
ZielstellungdesModulsmitSchülerinnenundSchülernbesprechen→Mehrperspektivität→Werteorientierung
:
Vorwissen der Schülerinnen und Schüler zu den Begriffen Wahrnehmung, Wahrheit, Lüge mit unterschiedlichen Methoden
eruierenundaufverschiedeneKontexteübertragen(siehe3.Planungsschritt)
2. Stunde:
Hinführung zum Thema: Beteiligte und
Aufgaben bei Gericht (durch die Vertreterin/den
Vertreter der Justiz und der Anwaltschaft)
Vorstellung der Vertreterin/des Vertreters der Justiz und der Anwaltschaft
:
Vortrag und Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern zu Aufgaben der Juristen in Verbindung mit den Begriffen
Wahrheit, Lüge, Gesetz, Gerechtigkeit
:
Vorstellung der Beteiligten an einer Gerichtsverhandlung (Ablauf einer Gerichtsverhandlung, Rechte des Angeklagten
(z. B. zu schweigen, sich nicht selbst zu belasten, Zeugen zu benennen), Grundsätze (z. B. im Zweifel für den Angeklagten),
Verhalten bei Gericht
:
Schülerinnen und Schüler bearbeiten Arbeitsblatt 1: Bei Gericht, evtl. mit Unterstützung der Vertreterin / des Vertreters
der Justiz und der Anwaltschaft (s. Lösungsblatt zu Arbeitsblatt 1: Bei Gericht)
Informationsblatt 1: Leitfaden zum Ablauf der strafrechtlichen Haupt verhandlung besprechen: Variante Schülerinnen
und Schüler
:
3./4. Stunde:
Arbeit in den Gruppen
und Vorbereitung auf
die Gerichtsverhandlung
Gruppe 1: „Rollenspieler“
Gruppe 3: „Zeugen des Rollenspieles“
Gruppe 2: „Juristen“
Gruppe 4: „Öffentlichkeit“ (Besucher einer Gerichtsverhandlung)
3. Stunde: 1 Lehrkraft mit Vertreterin/Vertreter der Justiz
:
Gruppe 1 mit Lehrkraft: Lesen und Besprechen des Fallbeispiels, Erarbeitung des Rollenspieles nach Rollenkarten
Gruppe 2, 3, 4 mit Vertreterin/Vertreter der Justiz: Zuordnen der jeweiligen Aufgaben zu Richter, Staatsanwalt, Verteidiger,
Wiederholen des Ablaufes einer Gerichtsverhandlung, Einüben von Fragetechniken (Informationsblätter 1–3)
4. Stunde: 2 Lehrkräfte mit Vertreterin/Vertreter der Justiz
:
Gruppe 1 mit Lehrkraft: Üben des Rollenspieles nach Rollenkarten, anschließend Aufführung des Rollenspieles unter
Beobachtung der Zeugen (Gruppe 3)
Gruppe 2 mit Vertreterin/Vertreter der Justiz: Üben von Fragetech niken und Ablauf der Gerichtsverhandlung
(Informationsblätter 1–3), Besprechen der Anklageschrift
:
Gruppe 3 und Gruppe 4 mit Lehrkraft:
Gruppe 3: Vorbereitung der Beobachtung des Rollenspieles (Arbeitsblatt 2), anschließend beobachten
des Rollenspieles aus verschiedenen räumlichen Perspektiven
:
Gruppe 4: Vorbereitung auf die Beobachtung der Gerichtsverhandlung (Arbeitsblatt 2), anschließend Einräumen
des Verhandlungsraums
:
Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
:

3
S. 9 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Allgemeine Planungsschritte
5. Stunde:
„Gerichtsverhandlung“
Die Gruppe 4 „Öffentlichkeit“ positioniert sich im Raum mit Blick auf die Gruppe 3 „Zeugen des Rollenspieles“.
Die Mitglieder der Gruppe 3 sagen in der Gerichtsverhandlung aus.
Außerdem können auch Rollenspieler (Gruppe 1) als Zeugen vernommen werden.
Simulation einer Gerichtsverhandlung, s. Informationsblätter: Leitfaden zum Ablauf einer strafrechtlichen
Hauptverhandlung
:
Die Gerichtsverhandlung wird nach dem Schließen der Beweisaufnahme beendet.
6. Stunde:
AuswertungundReflexion
DieSchülerinnenundSchülerderGruppe4reflektierenanhandihresBeobachtungsbogensdieGerichtsverhandlung,
s. Arbeitsblatt 2: Beobachtungsaufträge für die „Zeugen des Rollenspieles“ und der „Öffentlichkeit“.
Im AnschlussreflektierendieVertreterin/derVertreterderJustizundder
AnwaltschaftmitdenSchülerinnenundSchülern
dieVerhandlungunddenWegderWahrheitsfindungaufgrundderverschiedenenWahrnehmungen.
MöglicheReflexionsfragen:(Vertreterin/VertreterderJustizundder
AnwaltschaftmitderLehrkraft)
WiefindeichdieWahrheitheraus?Warumkanndasschwierigsein?
Welche Rolle spielen Wahrnehmung und Wahrheit?
Entspricht meine Wahrnehmung der Wahrheit? Welche Folgen haben Lügen?
Ergebnisse werden in den Zusammenhang der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und deren Werte mit Bezug zu
Wahrnehmung und Wahrheit eingeordnet.
Evtl.:VideomitschnittdesRollenspielesmitanschließenderReflexionimHinblickaufdieBedeutungvonWahrnehmung
und Wahrheit oder nochmalige Aufführung des Rollenspieles unter dem Aspekt: Was geschah wirklich? Evtl.: Besuch
einer Gerichtsverhandlung (altersangemessene Umsetzung beachten)
8. Schülerinnen und Schüler Lernerfolg zeigen
und reflektieren lassen
:
• Lernstandermittelnundreflektieren
• Abgleich von Zielen und Lernstand
• Lernwegreflektierenlassen
SchülerinnenundSchülerreflektierendenLernprozessunderreichteLernziele.
Lehrkraft und Vertreterin bzw. Vertreter
der Justiz und der Anwaltschaft schätzen ein, inwieweit die Lernziele der Unterrichtseinheit erreicht wurden
:
Zusatz: Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihren Lernerfolg im
Reflexionsbogen
.
Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
:

S. 10 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Welche Aufgaben haben Juristinnen/Juristen bei einem Strafverfahren?
Aufgaben …
als Richterin/Richter
als Staatsanwältin/Staatsanwalt
als Verteidigerin/Verteidiger
Wer sitzt wo bei Gericht?
Ordne die Nummerierungen aus dem nebenstehenden Kästchen den Personen zu.
Richter
Staatsanwalt
Angeklagter
Verteidiger
Zeuge
1
2
3
4
5
Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung. Hrsg. (2018): Ein Schulbesuch bei Gericht. S. 9
URL: https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/11160 v. 21.1.2022
Arbeitsblatt 1
Bei Gericht

S. 11 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Arbeitsblatt 1
Wie läuft eine Gerichtsverhandlung ab?
Eine Gerichtsverhandlung hat einen festgelegten Ablauf.
Finde die richtige Reihenfolge und nummeriere diese.
Beweisaufnahme
Urteilsberatung und Verkündung
Rechtsbehelfsbelehrung
Vernehmu
ng
der/des
Angeklagten zur Sache
Feststellen der Anwesenheit
Plädoyer
der Staatsanwaltschaft
und der Verteidigung
Verlesen der Anklageschrift
Belehrung der/des Angeklagten
Feststellen der Personalien
der/des Angeklagten
Aufruf der Sache
Letztes Wort der/des Angeklagten
Rechtsbehelfsbelehrung: Wie wehre ich mich gegen das Urteil?
Plädoyer: Schlussvortrag
Wie verhält man sich richtig bei einer Gerichtsverhandlung?
Entscheide, welche Antworten richtig oder falsch sind. Kreuze an.
richtig
falsch
Die Zuschauer tragen im Gerichtssaal eine angemessene Kleidung.
Die Zuschauer dürfen im Sitzungssaal essen und trinken.
Die Zuschauer bleiben während der Verhandlung auf dem Platz.
Video- und Tonaufnahmen sind verboten. Es dürfen nur schriftliche
Aufzeichnungen angefertigt werden.
Die Zuschauer dürfen laut reden, wenn sie nicht einverstanden sind.
Die Zuschauer dürfen im Gerichtssaal während der Verhandlung
telefonieren.
Wenn die Richter den Gerichtsraum betreten oder verlassen, stehen
alle Beteiligten und Zuschauer auf.
Bei Gericht

S. 12 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Lösung Arbeitsblatt 1
Welche Aufgaben haben Juristinnen/Juristen bei einem Strafverfahren?
Aufgaben …
als Richterin/Richter
:
als Staatsanwältin/Staatsanwalt
als Verteidigerin/Verteidiger
:
leitet die Hauptverhandlung.
hört Zeugen in der Haupt-
verhandlung.
entscheidet über den streitgegen-
ständlichen Fall, entweder durch
ein Urteil oder durch einen Be-
schluss.
führt die strafrechtlichen Ermittlungen
zu allen be- und entlastenden Um-
ständen und entscheidet nach deren
Abschluss, ob eine Anklage erfolgt
oder das Ermittlungsverfahren ein-
gestellt wird.
kann neue Beweise in die Verhandlung
mit einbringen.
vertritt die Anklage in der Hauptver-
handlung.
verteidigt den Angeklagten gegen
die Anklage des Staatsanwaltes.
kann neue Beweise in die Verhand-
lung mit einbringen.
Wer sitzt wo bei Gericht?
Ordne die Nummerierungen aus dem nebenstehenden Kästchen den Personen zu.
Richter
Staatsanwalt
Angeklagter
Verteidiger
Zeuge
1
2
3
4
5
2
5
1
4
3
vgl. https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/11160 angelehnt an: Staatsministerium der Justiz. Hrsg. (2018): Ein Schulbesuch bei Gericht, S. 9
Bei Gericht

S. 13 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Lösung Arbeitsblatt 1
Wie läuft eine Gerichtsverhandlung ab?
Eine Gerichtsverhandlung hat einen festgelegten Ablauf.
Finde die richtige Reihenfolge und nummeriere diese.
7
Beweisaufnahme
10
Urteilsberatung und Verkündung
11
Rechtsbehelfsbelehrung
6
Vernehmung
der/des
Angeklagten zur Sache
2
Feststellen der Anwesenheit
8
Plädoyer
der Staatsanwaltschaft
und der Verteidigung
4
Verlesen der Anklageschrift
5
Belehrung der/des Angeklagten
3
Feststellen der Personalien
der/des Angeklagten
1
Aufruf der Sache
9
Letztes Wort der/des Angeklagten
Rechtsbehelfsbelehrung: Wie wehre ich mich gegen das Urteil?
Plädoyer: Schlussvortrag
Wie verhält man sich richtig bei einer Gerichtsverhandlung?
Entscheide, welche Antworten richtig oder falsch sind. Kreuze an.
richtig
falsch
Die Zuschauer tragen im Gerichtssaal eine angemessene Kleidung.
x
Die Zuschauer dürfen im Sitzungssaal essen und trinken.
x
Die Zuschauer bleiben während der Verhandlung auf dem Platz.
x
Video- und Tonaufnahmen sind verboten. Es dürfen nur schriftliche
Aufzeichnungen angefertigt werden.
x
Die Zuschauer dürfen laut reden, wenn sie nicht einverstanden sind.
x
Die Zuschauer dürfen im Gerichtssaal während der Verhandlung
telefonieren.
x
Wenn die Richter den Gerichtsraum betreten oder verlassen, stehen
alle Beteiligten und Zuschauer auf.
x
Bei Gericht

S. 14 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Fallbeispiel:
„Was geschah in der Klasse 6b?“
Lukas ist in der Klasse bekannt dafür, dass er sich gern mit dem Verstecken der Federmäppchen seiner Mit-
schüler einen Spaß macht, die anderen aber dafür Ärger bekommen. Heute war es das Federmäppchen von
Toni, das versteckt war. In der Mathestunde hatte Toni deshalb mächtig Ärger mit seinem Lehrer.
Was geschah in der Klasse 6b?
Weil es draußen regnet, verbringen die Kinder der Klasse 6b ihre Frühstückspause im Klassenzimmer. In dieser
Zeit geschieht folgendes:
Toni und Willi sind in ein Gespräch vertieft. Toni erzählt seinem Kumpel Willi, wie sehr er sich über Lukas ärgert
und dass er dessen ständige Sticheleien und das Ärgern satthat.
Max sitzt traurig in seiner Bank. Hannes geht zu Max und spricht mit ihm über den Grund seiner Traurigkeit.
DassLukasinderNähestolpert,nimmtMaxnurausden
Augenwinkelnwahr.
Celina und Paula sitzen in der Nähe von Lukas. Während sie frühstücken sehen sie, dass Lukas an ihrer Bank
vorbeirennt und stolpert.
Lukas stößt sich beim Stolpern am Arm.
Jakob und Kevin bemerken das schmerzverzerrte Gesicht von Lukas und eilen zu ihm. Von Lukas erfahren sie,
dass Toni ihm ein Bein gestellt haben soll.
In der anderen Ecke des Zimmers stehen Lara und Marie. Sie haben gesehen, dass Lukas gestolpert ist. Lara
und Marie vermuten, dass Toni aus Rache Lukas ein Bein gestellt haben könnte. Die Beiden haben mitbekom-
men, dass Lukas vor der ersten Stunde die Federtasche von Toni versteckt hat und er deshalb großen Ärger
hatte.
Es klingelt. Die Klasse muss in die Turnhalle zum Sport. Toni, Max und Hannes sind die letzten Schüler im
Klassenzimmer. Sie gehen gemeinsam zur Tür und unterhalten sich …
„Habt ihr gesehen, warum Lukas gestürzt ist?“, fragt Toni.
„Nein,daswissenwirnicht.“,antwortetMax.
Am nächsten Tag: Lukas kommt mit verbundenem Arm in die Schule.
Arbeitsauftrag:
• Lest und besprecht das Fallbeispiel.
• Entwickelt ein Rollenspiel mit Hilfe der Rollenkarten.
• Führt das Rollenspiel unter Beobachtung der Gruppe 3 auf.
Arbeitsblatt für
Gruppe 1
:

S. 15 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Rollenkarten zum Fallbeispiel
1. Szene: Toni und Willi
:
Versetze dich in die Lage von Toni, der Willi von
seinem Problem erzählt.
Übt eure Rollen mit folgenden Inhalten:
Du ärgerst dich sehr darüber, dass Lukas deine
Federtasche vor der 1. Stunde versteckt hat.
Du kannst aber nicht beweisen, dass er es war.
Du hast Ärger mit dem Lehrer bekommen,
weil du nicht mitschreiben konntest.
Du kannst Lukas nicht leiden. Ständig ärgert
er dich.
Du würdest dich eigentlich gern mal dagegen
wehren. Aber du traust dich das nicht.
Außerdem möchtest du niemandem wirklich
wehtun, auch nicht dem Lukas.
Später, am Ende des gesamten Rollenspieles:
Toni,MaxundHannessinddieletztenSchüler
imKlassenzimmer:
TonifragtMaxund
Hannes, ob sie gesehen haben, wie es zu
dem Sturz von Lukas gekommen ist.
3. Szene: Celina und Paula
:
Versetzt euch in die Lage von Celina und Paula.
Überlegt euch ein kurzes Gespräch über den
Vorfall und übt dieses gemeinsam ein.
Folgende Inhalte müssen in eurem Rollenspiel
enthalten sein:
• Ihr seht, wie Lukas stolpert.
• Ihr seht, dass Toni nur so zufällig daneben-
steht. Es sieht nur so aus, als ob Toni dem
Lukas ein Bein stellt.
• Ihr seid der Meinung, dass Lukas sich das mit
dem „Bein stellen“ nur ausdenkt, um Toni zu
ärgern.
2. Szene: Max und Hannes
:
VersetzedichindieLagevonMax,derHannes
von seinem Problem erzählt. Überlegt euch ein
kurzes Gespräch und übt dieses gemeinsam ein.
Folgende Inhalte müssen in eurem Rollenspiel
enthalten sei:
Hannes kommt zu dir und fragt dich, warum
du so traurig bist?
Du denkst darüber nach, wie du deinen Eltern
die „4“ in der Mathearbeit beichtest.
Du bist traurig, weil du doch gut dafür gelernt
hast.
Du fragst Hannes, ob deine Eltern das
verstehen werden.
Hannes tröstet dich und bietet seine Hilfe an.
Ihr seht Lukas nur nebenbei und aus dem
Augenwinkel, ohne auf ihn zu achten.
Später, am Ende des gesamten Rollenspieles:
Toni kommt zu euch und fragt, ob ihr gesehen
habt, wie es zum Sturz von Lukas kam.
Die Frage von Toni könnt ihr nicht beantworten.
4. Szene: Lukas
:
Versetze dich in die Lage von Lukas.
Übe deine Rolle mit folgenden Inhalten:
Du stolperst aus Unachtsamkeit und stößt dir
dabei den Arm an der Tischplatte.
Du hältst dir den Arm, weil er so weh tut.
Jakob und Kevin kommen zu dir und fragen
dich, was passiert ist.
Du erzählst ihnen, dass Toni dir – einfach so
ohne Grund – ein Bein gestellt hat.
Arbeitsblatt für
Gruppe 1
:

S. 16 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Rollenkarten zum Fallbeispiel
5. Szene: Jakob und Kevin
:
Versetzt euch in die Lage von Jakob und Kevin.
Überlegt euch ein kurzes Gespräch über Lukas
und übt dieses gemeinsam ein.
Folgende Inhalte müssen in eurem Rollenspiel
enthalten sein:
Ihr habt gehört,
wie Toni gestern zu Lara
gesagt hat: „An dem Lukas möchte ich mich
gern mal rächen. Dem Lukas zeig ich‘s aber
mal. Den kann ich echt nicht leiden. Ständig
ärgert er mich!“
Ihr seht, wie Lukas stolpert und sich dann den
Arm hält.
Ihr erschreckt, geht zu ihm hin und fragt
Lukas, was geschehen ist.
Lukas erzählt euch, dass Toni ihm – einfach
so ohne Grund – ein Bein gestellt hat.
Ihr seht euch an und fragt euch: Sagt er die
Wahrheit?
6. Szene: Lara und Marie
:
Versetzt euch in die Lage von Lara und Marie.
Überlegt euch ein kurzes Gespräch über Lukas
und übt dieses gemeinsam ein.
Folgende Inhalte müssen in eurem Rollenspiel
enthalten sein:
Ihr habt gesehen, dass Lukas vor der 1. Stunde
die Federmappe von Toni versteckt hat und
Toni deshalb Ärger mit dem Lehrer bekommen
hat.
Ihr wisst, dass Lukas das öfters macht, auch
bei anderen in der Klasse.
Ihr habt gesehen,
dass Lukas gestolpert ist
und sich den Arm hält.
Ihr vermutet, dass Lukas gestolpert ist, weil
Toni ihm ein Bein gestellt hat.
Arbeitsblatt für
Gruppe 1
:

S. 17 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Arbeitsblatt für
Gruppe 2
:
Anklageschrift
Staatsanwaltschaft
:
Aktenzeichen: 443 Js 244/20
:
A n k l a g e s c h r i f t
:
in der Strafsache gegen Toni
geboren in Dresden
Familienstand: ledig
Beruf: Schüler
Die Staatsanwaltschaft legt aufgrund ihrer Ermittlungen dem Angeschuldigten folgenden
Sachverhalt zur Last:
Der Angeschuldigte stellte seinem Mitschüler Lukas im Klassenzimmer der Klasse 6 in der
Frühstückspause ein Bein. Wie vom Angeschuldigten bezweckt, verlor Lukas das Gleichgewicht,
fielzuBodenundtatsichdadurchweh.
Der Angeklagte wird daher beschuldigt,
eine andere Person körperlich misshandelt oder in ihrer Gesundheit geschädigt zu haben,
strafbar als
vorsätzliche Körperverletzung gemäß § 223 Abs. 1 des Strafgesetzbuches

S. 18 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Leitfaden für die juristische
Fragetechnik
zum Fallbeispiel „Was geschah in der Klasse 6b?“
Hinweis: Die Fragen stellen jeweils nur Anregungen dar.
1. Allgemeine Hinweise zur Fragetechnik
Die Fragen werden zu Beginn der Befragung offen gestellt und im Laufe der Befragung immer genauer.
Offene Fragen müssen so formuliert werden, dass sie nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden können.
Beispiel: „Was hast du am Freitag gemacht?“
Generell: Die Fragen werden als W-Fragen formuliert.
• Wer?
• Was?
• Wann?
• Wo?
• Warum?
• Wie?
• Wozu?
– Suggestivfragen vermeiden. Suggestivfragen sind Fragen, die so gestellt werden, dass eine bestimmte
Antwort besonders naheliegt und dem Befragten eine Antwort in den Mund legt.
Beispiel: „Du hast doch gesehen, dass Peter den Sebastian geschlagen hat, oder?“
Diese Frage ist nicht offen gestellt und verleitet dazu, sie mit „Ja“ zu beantworten.
2. Anhörung des Angeklagten Toni
a) Wollen Sie sich zu den Vorwürfen äußern?
Belehren über sein
Aussageverweigerungsrecht
b) Wenn ja:
Schildern Sie den Vorfall aus Ihrer Sicht.
Mögliche Fragen:
– Wo waren Sie in der Frühstückspause?
– Was haben Sie in der Frühstückspause gemacht?
– Wer war in Ihrer Nähe?
– Wie ist Ihr Verhältnis zu Lukas?
– Wie haben Sie sich gegenüber Lukas verhalten?
Informationsblatt für
Gruppe 2
:

S. 19 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Leitfaden für die juristische
Fragetechnik
zum Fallbeispiel „Was geschah in der Klasse 6b?“
Hinweis: Die Fragen stellen jeweils nur Anregungen dar.
3. Zeugenvernehmung
Gruppe 3: „Zeugen des Rollenspieles“
Gruppe1:Rollenspieler(Lara/Marie,Max/Hannes,Jakob/Kevin,Lukas,Celina/Paula,Willi)
Beweismittel: Zeugenaussage
Befragung der Zeugen zum Sachverhalt zuerst durch den Richter, anschließend durch den Staatsanwalt
und abschließend durch den Verteidiger und ggf. den Angeklagten.
Befragung des Zeugen zu Max und Hannes
– WashabenMaxundHannesinderPausegemacht?
– Wo waren die beiden?
– Wo befand sich Lukas?
– WiehabenMaxundHannesaufdenSturzvonLukasreagiert?
Befragung der Rollenspieler Max und/oder Hannes
– Kennen Sie den Angeklagten Toni?
– Was können Sie zu dem Vorfall sagen, dass Toni dem Lukas ein Bein gestellt haben soll?
– Wo haben Sie sich aufgehalten?
– Was haben Sie genau gesehen?
– Haben Sie mit Toni über den Sturz von Lukas gesprochen?
Befragung des Zeugen zu Celina und Paula
– Wo waren Celina und Paula in der Frühstückspause?
– Was haben sie gemacht?
– Was hat Lukas gemacht?
– Wo hielt sich Toni auf?
Befragung der Rollenspieler Celina und/oder Paula
– Wo waren Sie in der Frühstückspause?
– Was haben Sie genau gesehen?
– Wann kam Lukas an Ihrer Bank vorbei? Wie lief Lukas?
– Wie verstehen Sie sich mit Lukas?
– Hat sich Lukas verletzt?
– Wo hielt sich Toni auf?
Befragung des Zeugen zu Jakob und Kevin
– Wo haben sich Jakob und Kevin aufgehalten?
– Was haben Jakob und Kevin gemacht?
– Wie haben die beiden reagiert, als Lukas stolperte?
Informationsblatt für
Gruppe 2
:

S. 20 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Informationsblatt für
Gruppe 2
:
Leitfaden für die juristische
Fragetechnik
:
zum Fallbeispiel „Was geschah in der Klasse 6b?“
Hinweis: Die Fragen stellen jeweils nur Anregungen dar.
Befragung der Rollenspieler Jakob und/oder Kevin
– Was können Sie zum Geschehen in der Frühstückspause sagen?
– Wann haben Sie den Vorfall gesehen?
– Wo haben Sie sich aufgehalten?
– Was haben Sie gedacht, als sich Lukas den Arm hielt?
– Warum ist Lukas gestolpert?
– Wie verstehen sich Lukas und Toni?
Befragung des Zeugen zu Lara und Marie
– Wo haben sich Lara und Marie aufgehalten?
– Konnten die beiden Lukas beobachten?
– Wenn ja, was haben Lara und Marie gesehen?
Befragung der Rollenspieler Lara und/oder Marie
– Was können Sie zum Geschehen in der Frühstückspause sagen?
– Wann und wo haben Sie das gesehen?
– Warum konnten Sie das genau sehen?
– Waren andere in der Nähe oder dabei?
– Wie verstehen Sie sich mit Toni?
– Wie verstehen Sie sich mit Lukas?
Befragung des Zeugen zu Willi
– Was hat Willi in der Frühstückspause gemacht?
– Worüber hat sich Willi mit Toni unterhalten?
Befragung des Rollenspielers Willi
– Was haben Sie in der Frühstückspause gemacht?
– Worüber haben Sie sich unterhalten?
– Was haben Sie erfahren?
– Wie verstehen Sie sich mit Lukas?
– Wie verstehen Sie sich mit Toni?

S. 21 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Arbeitsblatt
:
Fallbeispiel „Ein Streit mit Folgen“
Helena und Emily gehen in die 7a. Die beiden Mädchen verstehen sich überhaupt nicht.
Helena steht gern im Mittelpunkt.
Ein Streit mit Folgen
:
Helena und Emily gehen in die 7a. Die beiden Mädchen verstehen sich überhaupt nicht. Helena steht gern im
Mittelpunkt.
Sie hat einen TikTok Account auf dem sie regelmäßig Videos hochlädt.
In der Pause führt sie eine kleine Show auf, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dabei stolpert sie über
eine Tasche, tut sich weh und weint.
Emily macht davon heimlich ein Video. Anschließend stellt sie es in den WhatsApp-Status und bei TikTok ein.
Das Video geht viral.
Emily zeigt das Video vor der ersten Stunde ihrer Freundin Maria. Beide kichern. Auch Helena weiß inzwischen
von dem Video. Sie geht zu Emily, stellt sie zur Rede und fordert sie auf das Video zu löschen.
Klassensprecher Paul unterstützt Helena.
Zwischen Helena und Emily kommt es zu einem Streit. Helena will Emily das Handy aus der Hand reißen, um
das Video zu löschen. Daraufhin schlägt Emily zu und trifft Helena im Gesicht und das Handy von Helena fällt
herunter.
Helena bekommt von dem Schlag ein blaues Auge und ihr neues Handy, welches 400 € gekostet hat, geht kaputt.
Lucas und Moritz stehen in der Nähe und hören den Knall. Sie drehen sich sofort zu den beiden um.
Arbeitsauftrag:
• Lest und besprecht das Fallbeispiel.
• Entwickelt ein Rollenspiel mit Hilfe der Rollenkarten.
• Führt das Rollenspiel unter Beobachtung der Gruppe auf.

S. 22 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Rollenkarten zum Fallbeispiel
Emily und Maria
:
Versetzt euch in die Lage von Emily und Maria.
Überlegt euch ein kurzes Gespräch.
Übt euer Gespräch gemeinsam ein.
Folgende Inhalte muss euer Rollenspiel enthalten:
Emily zeigt Maria das Video von Helena.
Emily erklärt Marie, wann sie das Video
aufgenommen und bei TikTok/WhatsApp
eingestellt hat.
Ihr macht euch über das Video lustig.
Lucas und Moritz
:
Versetzt euch in die Lage von Lucas und Moritz.
Überlegt euch ein kurzes Gespräch über Emily.
Übt euer Gespräch gemeinsam ein.
Folgende Inhalte muss euer Rollenspiel enthalten.
Ihrhabtgesehen,wieEmilyHelenagefilmthat.
• Ihr habt das Video von Helena bei TikTok
gesehen.
• Ihr habt ein dumpfes Geräusch gehört und
euch deshalb zu Emily und Helena gedreht.
• Ihr habt gesehen, dass das Handy von Helena
am Boden lag.
Helena und Paul
:
Versetzt euch in die Lage von Helena und Paul.
Überlegt euch ein kurzes Gespräch.
Übt euer Gespräch gemeinsam ein.
Folgende Inhalte muss euer Rollenspiel enthalten:
Paul hat in Emilys WhatsApp Status das Video
von Helena gesehen.
Ihr sprecht gemeinsam über das Video.
Ihr beschließt zu Emily zu gehen und sie
aufzufordern, das Video zu löschen.
Arbeitsblatt
:

S. 23 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Anklageschrift
Staatsanwaltschaft
:
Aktenzeichen: 443 Js 321/21
:
A n k l a g e s c h r i f t
:
in der Strafsache gegen Emily
:
geboren in Dresden
:
Familienstand: ledig
:
Beruf: Schüler
Die Staatsanwaltschaft legt aufgrund ihrer Ermittlungen dem Angeschuldigten folgenden
:
Sachverhalt zur Last:
1. Die Angeschuldigte veröffentlichte sowohl über den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp als auch über
das Portal TikTok ohne Helenas Einwilligung ein Video, das sie von ihrer Mitschülerin Helena aufgenom-
men hatte. Auf dem Video war insbesondere zu sehen, wie Helena über eine Tasche stopferte, sich dabei
Schmerzen zuzog und weinte.
2. Emily schlug mit ihrer Faust in Helenas Gesicht, wodurch Helena wie von Emily erwartet Schmerzen
und ein blaues Auge erlitt.
Die Angeschuldigte wird daher beschuldigt,
unbefugt ein Bildnis verbreitet zu haben (Tat 1) und eine andere Person körperlich misshandelt oder an
der Gesundheit geschädigt zu haben (Tat 2).
strafbar als
Körperverletzung in Tateinheit mit unbefugtem Verbreiten eines Bildnisses gemäß den
§§ 22, 23, 33 Kunsturhebergesetz, §§ 223 Abs. 1, 230 Absatz 1 S. 1, 53 Strafgesetzbuch.
Beweismittel:
Zeugen: Helena, Maria, Paul, Lucas, Moritz
Arbeitsblatt
:

S. 24 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Informationsblatt für
Schülerinnen und Schüler
:
Leitfaden zum Ablauf der
strafrechtlichen Hauptverhandlung
nach § 243 ff. Strafprozessordnung (StPO)
:
Ablauf der strafrechtlichen Hauptverhandlung
Beteiligte
1.
Aufruf der Sache
:
Richter
:
2.
Feststellung der Anwesenheit
:
→ beiZeugen:VerlassendesSitzungssaalsbiszumZeugenaufruf
:
Richter
:
3.
Feststellung der Personalien des Angeklagten,
z.B. Name, Geburtstag und -ort, Anschrift, Familienstand
:
Richter und Angeklagter
:
4.
Verlesung der Anklageschrift
:
→ dem Angeklagtenwirdbekanntgegeben,wasihmzurLastgelegtwird
:
Staatsanwalt
:
5.
Belehrung des Anklagten
:
→ der Angeklagtemusskeine AngabenzurSachemachen,erhatein
Recht auf Schweigen
:
→ der Angeklagtemusssichnichtselbstbelasten
:
Richter und Angeklagter
:
6.
Vernehmung des Angeklagten zur Sache
:
Angeklagter, Richter,
evtl. Staatsanwalt und Verteidiger
:
7.
Beweisaufnahme
:
→ BeweismittelsindabschließendinderStrafprozessordnungaufgeführt:
Zeugen, Sachverständige, Augenschein, Urkunde
:
Richter und Zeugen
:
→ z.B.BefragungvonZeugenundSachverständigen
(jeweils nach Belehrung)
:
→ FeststellungderVorstrafendes Angeklagten
:
evtl. Staatsanwalt, Verteidiger
und Angeklagter
:
8.
Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung
:
Staatsanwalt und Verteidiger
:
9.
Letztes Wort des Angeklagten
:
Angeklagter
:
10.
Urteilsberatung und Urteilsverkündung
:
→ Urteilwird„ImNamendesVolkes“gesprochen
:
Richter
:
11.
Rechtsbehelfsbelehrung
:
→ Rechtsmittel:Berufung,Revision,evtl.Beschwerde
:
Angeklagter und Richter
:
Platz für Notizen
:

S. 25 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Informationsblatt für
Lehrerinnen und Lehrer
:
Leitfaden zum Ablauf der
strafrechtlichen Hauptverhandlung
nach § 243 ff. Strafprozessordnung (StPO)
:
Ablauf der strafrechtlichen Hauptverhandlung
:
Hinweise
:
1.
Aufruf der Sache
:
Der Richter informiert die Anwesenden darüber, welche
VerhandlungstattfindenwirdundruftalleBeteiligtenin
den Verhandlungssaal.
2.
Feststellung der Anwesenheit
:
→ beiZeugen:VerlassendesSitzungssaalsbis
zum Zeugenaufruf
:
Der Richter überprüft, ob der Angeklagte, der Ver-
teidiger, der Staatsanwalt und die geladenen Zeugen
anwesend sind.
3.
Feststellung der Personalien des Angeklagten,
z.B. Name, Geburtstag und -ort, Anschrift,
Familienstand
:
Der Angeklagte wird vom Richter nach seinem Namen,
Geburtstag, Adresse sowie Familienstand gefragt und
muss alles wahrheitsgemäß angeben.
4.
Verlesung der Anklageschrift
:
→ dem Angeklagtenwirdbekanntgegeben,
was ihm zur Last gelegt wird
:
Der Staatsanwalt liest die Anklage vor. Darin wird auf-
gelistet, was der Angeklagte gemacht haben soll.
5.
Belehrung des Anklagten
:
→ der Angeklagtemusskeine AngabenzurSache
machen, er hat ein Recht auf Schweigen
:
→ der Angeklagtemusssichnichtselbstbelasten
:
Der Richter erklärt dem Angeklagten seine Rechte.
Er kann etwas zur Anklage sagen, muss es aber nicht.
Er muss vor allem die ihm vorgeworfene Tat nicht zu-
geben. Er kann auch einfach nichts dazu sagen.
6.
Vernehmung des Angeklagten zur Sache
:
Der Angeklagte kann erzählen, wie sich die Sache aus
seiner Sicht ereignet hat. Der Richter und evtl. auch
der Staatsanwalt und der Verteidiger stellen Fragen.
7.
Beweisaufnahme
:
→ BeweismittelsindabschließendinderStraf­
prozessordnung aufgeführt: Zeugen,
Sachverständige, Augenschein, Urkunde
:
→ z.B.BefragungvonZeugenundSachver­
ständigen (jeweils nach Belehrung)
:
→ FeststellungderVorstrafendes Angeklagten
:
Der Richter befragt nacheinander die Zeugen zum
Sachverhalt. Der Staatsanwalt, der Verteidiger und der
Angeklagte dürfen auch Fragen an die Zeugen stellen.
Die Zeugen müssen alles, was sie zur Sache wissen
bzw. an was sie sich erinnern, wahrheitsgemäß an-
geben.
8.
Plädoyers der Staatsanwaltschaft und
der Verteidigung
:
Der Staatsanwalt und der Verteidiger fassen zusam-
men, welche Ergebnisse die Verhandlung gebracht
hat, ob sich der Angeklagte strafbar gemacht hat und
welche Strafe beantragt wird.
9.
Letztes Wort des Angeklagten
:
Bevor der Richter das Urteil spricht, darf zuletzt der
Angeklagte noch einmal etwas sagen.
10.
Urteilsberatung und Urteilsverkündung
:
→ Urteilwird„ImNamendesVolkes“gesprochen
:
Der Richter sagt, ob der Angeklagte schuldig ist oder
freigesprochen wird und zu welcher Strafe er ver-
urteilt wird. Hierzu müssen alle im Verhandlungssaal
(auch die Zuschauerinnen und Zuschauer) aufstehen.
Danach dürfen sich alle wieder setzen und der Richter
begründet kurz das Urteil.
11.
Rechtsbehelfsbelehrung
:
→ Rechtsmittel:Berufung,Revision,
evtl. Beschwerde
:
Wenn der Angeklagte mit dem Urteil nicht einver-
standen ist, kann er beantragen, dass es durch eine
nächsthöhere Instanz überprüft wird. Das nennt man
Rechtsmittel einlegen. Der Richter muss den Angeklag-
ten am Ende der Verhandlung erklären, dass er das
Recht dazu hat.

S. 26 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Arbeitsblatt 2
Beobachtungsaufträge für
„Zeugen des Rollenspieles“ und
„Öffentlichkeit“
1. Beobachtung des Rollenspieles durch die „Zeugen des Rollenspieles“
Aufgabenstellung für die „Zeugen des Rollenspieles“
– Verteilt euch beliebig so im Raum, dass ihr das Rollenspiel beobachten könnt.
– Beobachtet das Rollenspiel. Was seht ihr? Was hört ihr?
2. Beobachtung der Gerichtsverhandlung durch die „Öffentlichkeit“
Aufgabenstellung für die „Öffentlichkeit“ während der Gerichtsverhandlung:
Beobachte die Zeugin/
den Zeugen.
Achte auf die Aussagen.
Schreibe auf, was du gehört hast.
Achte auf das Verhalten.
Beobachte Verhalten und
Körpersprache.
Schreibe auf, was du gesehen
hast.

S. 27 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Schreibe kurz deine Gedanken auf.
Das möchte ich außerdem noch sagen oder fragen:
Ich habe zum Thema Wahrnehmung und
Wahrheit folgendes gelernt …
Ich fand an diesem Unterricht gut …
Ich habe auch gelernt …
Mir hat folgendes nicht gefallen …
Reflexionsbogen

S. 28 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Legende zu den Icons
Thema Recht
Lösung
Links
Information
das möchte ich sagen
Gruppenarbeit
Aufgaben lösen
Aufgaben/Materialien

S. 29 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Weiterführende Links
• VwV Schuldatenschutz vom 11. Juli 2018
https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/17794­VwV­Schuldatenschutz#xanl
• Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung.
Hrsg. (2018): Ein Schulbesuch bei Gericht. S. 9
URL: https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/11160 v. 21.1.2022
• Beschluss der Kultusministerkonferenz (2009): Stärkung der Demokratieerziehung.
http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2009/2009_03_06­Staerkung_
Demokratieerziehung.pdf vom 21.1.2022

S. 30 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
– Teilnahmebestätigung –
Im Rahmen der Umsetzung eines Moduls zu Projekt „Demokratieerziehung an sächsischen Oberschulen“
wurde in der
(Name der Schule und Bezeichnung der Klasse)
am
(Datum)
eine Veranstaltung zum Thema Modul 1 „Wahrnehmung und Wahrheit“ durchgeführt.
An der Durchführung dieser Veranstaltung hat auf Anfrage der Schule
Frau/Herr
(ggf. Titel, Vorname, Name)
(Adresse)
(Dienst-/Amtsbezeichnung)
(Dienststelle oder Rechtsanwaltskanzlei)
im Umfang von insgesamt
Unterrichtsstunden zu je 45 Minuten vereinbarungsgemäß mitgewirkt.
Datum, Unterschrift
Datum, Unterschrift
Auftraggeber
Schulleitung/Schulstempel
Kooperationspartnerin/Kooperationspartner
Abrechnung Seite 1/3
Abrechnung

S. 31 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Abrechnung
An das Landesamt für Schule und Bildung
Standort Radebeul
Demokratieerziehung an sächsischen Oberschulen
Postfach 10 08 15
01078 Dresden
Für die Mitwirkung bei „Demokratieerziehung an sächsischen Oberschulen“ wird die Auszahlung
der Aufwandsentschädigung nebst Fahrtkosten wie folgt beantragt.
Grau unterlegte Beträge sind vom Landesamt für Schule und Bildung auszufüllen.
1. Aufwandsentschädigung
Anzahl der geleisteten Unterrichtsstunden (zu je 45 Minuten):
Vergütungssatz je Unterrichtsstunde:
31,25 €
Gesamtbetrag 1:
2. Fahrtkosten
2.1 Fahrtkosten bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel unter Berücksichtigung möglicher Ermäßigungen
(Originalbelege sind beizufügen)
Hinreise:
Verkehrsmittel:
Kosten für Fahrkarte(n):
Rückreise:
Verkehrsmittel:
Kosten für Fahrkarte(n):
Gesamtbetrag 2.1:
2.2 Fahrtkosten bei Benutzung eines privaten PKW
Hinreise:
Strecke: von
nach
Länge:
km
Rückreise:
Strecke: von
nach
Länge:
km
Abrechnung Seite 2/3

S. 32 • Modul 1: Umgang mit Wahrnehmung und Wahrheit
Abrechnung
Die Nutzung des privaten PKW war aus den folgenden Gründen erforderlich:
Das Reiseziel konnte mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht/nicht rechtzeitig erreicht werden oder
die Rückreise konnte nicht zeitgerecht durchgeführt werden.
Es trat ein erheblicher Arbeitszeitgewinn ein.
In der Dienststätte mussten dringende Dienstgeschäfte erledigt werden.
Es waren umfangreiche Akten, Gegenstände mit größerem Gewicht oder sperrige Gegenstände
mitzuführen.
Es wurden folgende weitere Teilnehmer der Veranstaltung mitgenommen:
Name(n):
Mitgenommene Strecke:
km
Sonstige Gründe (bitte angeben):
Wegstreckenentschädigung (Anzahl km x 0,17 € / 0,30 €)
Erstattung für mitgenommene Personen (Anzahl km x 0,02 € pro Person)
Gesamtbetrag 2.2:
Gesamtbetrag Vergütung (Summe 1 + 2.1 oder 2.2)
Ich bitte um Auszahlung des Gesamtbetrages auf folgendes Konto:
Kontoinhaber:
IBAN:
DE
BIC:
(nur bei Konten außerhalb Deutschlands)
Bank:
Ich versichere die Richtigkeit und Vollständigkeit der vorstehenden Angaben.
Datum, Unterschrift
Abrechnung Seite 3/3

image
Impressum
Herausgeber und Redaktion
Landesamt für Schule und Bildung
Reichenhainer Straße 29a
09126 Chemnitz
Telefon: +49 371 5366-0
E-Mail: poststelle@lasub.smk.sachsen.de
www.lasub.smk.sachsen.de
Gestaltung und Satz:
www.kleinundhalm.de
Digitalfassung
Redaktionsschluss:
März 2022
Titelgrafik:
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