Stand: 06.04.2020
FAQ zur Ausbildung und zum Prüfungswesen nach BBiG im
Kontext Corona, Zuständigkeitsbereich LfULG, Grüne Berufe
Sachsen
Keine oder nur unvollständige Zwischenprüfung.
Was passiert mit den aktuell abgesagten/nicht durchgeführten Zwischenprüfungen?
Die aktuell angesetzten Zwischenprüfungen entfallen bis zum Ende des laufenden
Ausbildungsjahres ersatzlos. Es wird für diese Zwischenprüfungen keine neu angesetzten
Termine geben. Die Zwischenprüfung gilt als abgelegt bzw. teilgenommen. Diese
Zulassungsvoraussetzung zur Abschlussprüfung ist trotzdem erfüllt.
Wie erhalte ich Rückmeldung über meinen Leistungsstand?
Die bereits absolvierte schriftliche Zwischenprüfung wird selbstverständlich durch die
Prüfungsausschüsse korrigiert. Der jeweilige Bildungsberater/die jeweilige Bildungsberaterin
gibt jedem hierzu Rückmeldung. Zu den praktischen Fähigkeiten können die Ausbilder
befragt
werden,
gegebenenfalls
werden
auch
Möglichkeiten
einer
besonderen
Leistungsfeststellung unter prüfungsähnlichen Bedingungen gefunden, vorbehaltlich der
Zulässigkeit sozialer Kontakte gem. Allgemeinverfügung Sachsen.
Ende der Ausbildungszeit und noch keine Abschlussprüfung.
Muss ich um meine Abschlussprüfungen bangen?
Abschlussprüfungen werden auf jedem Fall durchgeführt. Ob die bisher geplanten Termine
gehalten werden können, kann derzeit nicht beantwortet werden. Seitens der Zuständigen
Stelle werden die Zulassungen zur Prüfung wie geplant vorbereitet. Einladungen werden
unter Vorbehalt versendet. Rechtzeitig vor dem jeweiligen Termin gibt es eine verbindliche
Aussage, ob die Prüfung termingemäß stattfindet.
Für alle Auszubildenden, die die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen und sich zur
Abschlussprüfung angemeldet haben, werden die Zulassungsbescheide in den nächsten
Wochen versendet.
Was passiert mit meinem Ausbildungsverhältnis, sollte die Abschlussprüfung nicht in
der Vertragslaufzeit abgenommen werden können?
Zunächst endet das Ausbildungsverhältnis mit dem Datum, das im Ausbildungsvertrag
vereinbart ist. Prüfungstermine können auch nach Beendigung des Ausbildungsverhältnisses
stattfinden,
d.h.
die
Teilnahme
an
der
Abschlussprüfung
ist
nicht
von
einer
Vertragsverlängerung abhängig. Wichtig ist hier, dass die Zulassung während der
Ausbildungszeit erfolgt ist.
Eine Verpflichtung zur Verlängerung des Ausbildungsvertrages besteht für beide
Vertragspartner nicht. Allerdings dürfte es in vielen Fällen nicht sinnvoll sein, das
Ausbildungsverhältnis vor der Prüfungsabnahme zu beenden.
Beide Vertragspartner (der Ausbildende für den Betrieb und der Auszubildende) können im
gegenseitigen Einvernehmen eine Verlängerung des Ausbildungsvertrages vereinbaren.
Damit besteht das Ausbildungsverhältnis für das 3. Ausbildungsjahr bis zum Ablegen der
Abschlussprüfung weiter. Alle Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsverhältnis bestehen

Stand: 06.04.2020
fort. Die Ausbildungsvergütung für das 3. Ausbildungsjahr ist in diesem Fall durch den
Betrieb monatlich weiter zu zahlen. Der Auszubildende ist wie gewohnt versichert (Lernort
Betrieb durch Betrieb, Lernort Schule durch Unfallkasse Sachsen).
Eine Verlängerung der Ausbildungszeit wie auch anderweitige Veränderungen im
Ausbildungsvertrag sind rechtzeitig über die jeweiligen Bildungsberater/-innen der
Zuständigen Stelle zur Registrierung mitzuteilen.
Der Auszubildende hätte bei Bestehen der Prüfung zum regulären Zeitpunkt ab
Bestehen der Prüfung die Möglichkeit, Facharbeitergehalt zu bekommen, ist nun aber
länger Auszubildender mit niedrigerem Gehalt. Wie wird da vorgegangen?
Da der Betrieb das Ausbildungsverhältnis nicht zwingend verlängern muss, kann er auch mit
dem dann ehemaligen bzw. zu verlängerndem
Auszubildenden einen Arbeitsvertrag
abschließen und ihn entsprechend entlohnen. Dies wäre zudem der Sicherung von eigenem
Berufsnachwuchs zuträglich, insbesondere dann, wenn ohnehin die Absicht zur Übernahme
in ein reguläres Arbeitsverhältnis bestünde.
Aktuell findet kein Berufsschulunterricht statt.
Muss ich für Online-Angebote der Berufsschullehrer/innen von der Arbeit freigestellt
werden?
Wie wird mit versäumten Lehrinhalten durch das Aussetzen der Präsenzpflicht in der
Berufsschule umgegangen?
Die Vermittlung von Inhalten seitens der Berufsschule ist weiterhin wichtiger und
unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildung.
Die Berufsschullehrer/innen stellen den Auszubildenden im Rahmen aller verfügbaren
Möglichkeiten Unterrichtsmaterial und Übungsaufgaben zur Verfügung. Für die Bearbeitung
von zur Verfügung gestellten Aufgaben (Online-Angebote, Lernplattformen, Videotelefonie,
…) muss dem Auszubildenden durch den Ausbilder entsprechend Zeit eingeräumt werden.
Hier gilt die Pflicht zur Freistellung für den Berufsschulunterricht fort. Auszubildende sind
also in den Berufsschulzeiten nicht von ihren Pflichten freigestellt, entweder sie bearbeiten
„Schulstoff“ zu Hause oder sie arbeiten im Betrieb und werden dort planmäßig ausgebildet.
Insofern entstehen keine Fehlzeiten. Die Balance zwischen Freistellung für die Berufsschule
in Form der Online-Beschulung und Anwesenheit im Betrieb müssen die beiden beteiligten
Vertragspartner Betrieb/Ausbilder und Auszubildender im gegenseitigen Austausch finden.
Die Auszubildenden im 3. Ausbildungsjahr sollten weitgehend alle Inhalte des Lehrplanes
vermittelt bekommen haben, zum Festigen und Üben sind sie dieses Jahr in besonderer
Weise selbst gefordert. Für die Auszubildenden des 1. und 2. Ausbildungsjahres werden
Lösungen gefunden, jetzt nicht in Präsenzunterricht vermittelten Lehrstoff bis zum Ende der
Ausbildungszeit vermittelt zu bekommen.
Die Abschlussprüfungen werden im Inhalt und Niveau an den Anforderungen der
Ausbildungsordnungen orientiert, so dass inhaltliche Anpassungen nicht vorgesehen sind.

Stand: 06.04.2020
ÜbA-Kurse finden derzeit gleichfalls nicht statt. Welche Möglichkeiten habe ich hier?
Es ist angestrebt, jedem Auszubildenden die vereinbarten ÜbA-Lehrgänge anzubieten.
Sobald die Durchführung der Kurse wieder möglich ist, finden geplante Lehrgänge statt und
die Azubis werden entsprechend eingeladen. Über Lehrgänge im 3. Ausbildungsjahr, die vor
Ausbildungsende nicht mehr angeboten werden können, erfolgt eine entsprechende
Information an die Ausbildungsbetriebe.
Mein Unternehmen musste Kurzarbeit beantragen. Was passiert mit mir als
Auszubildenden?
Der Ausbildungsbetrieb steht in der Pflicht, Ausbildung so lange als möglich durchzuführen.
Hierfür ist auch abzuwägen, ob und in welchen Bereichen doch noch Inhalte der
Ausbildungsordnung vermittelt werden können. Hier können auch Möglichkeiten von
Kooperationen genutzt werden. Für einen Zeitraum von 4-6 Wochen ist dies auch in Form
eines Praktikums in nicht selbst anerkannten Ausbildungsstätten möglich. Informieren Sie
Ihren Ausbildungsberater/Ihre Ausbildungsberaterin bei Nutzung dieser Möglichkeit.
Auszubildende können nicht einfach in Kurzarbeit geschickt werden. Auszubildende erhalten
auch bei unvermeidlicher Kurzarbeit für 6 Wochen ihre Ausbildungsvergütung.
Veröffentlichung von Ansprechpartner/innen und Telefonnummern
Bildungsberatung
Referat 91 – Berufliche Bildung, Zuständige Stelle
Henrik Fichtner
0351/89283400
Katja Zschaage
0351/89283406