1
Anlage 2
Zielvereinbarung 2021 bis 2024 mit der Medizinischen Fakultät
Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden
Die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus (MFD) der Technischen Universität Dresden (TU
Dresden) wurde am 1. Oktober 1993 unter Auflösung der damaligen Medizinischen Akademie
„Carl Gustav Carus“ gegründet. Sie gehört mit ihren inzwischen 28 Jahren zwar zu den
jüngsten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland. Ihre Wurzeln reichen allerdings bis 1748
zurück. In diesem Jahr wurde das Königlich-Polnische und Kurfürstlich-Sächsische Collegium
Medico-Chirurgicum eröffnet. 1815 folgte die Gründung der von König Friedrich August I.
gestifteten Chirurgisch-medicinischen Akademie zu Dresden.
Mit ihren über 110 Professorinnen und Professoren zählt die MFD inzwischen zu den größten
Fakultäten und ist profilbildender Bestandteil der Exzellenz-Universität TU Dresden. Hier
werden rund 3000 Studierende in den Regelstudiengängen Human- und Zahnmedizin sowie
den Masterstudiengängen „Gesundheitswissenschaften/Public Health“ und „Medical Radiation
Sciences“ ausgebildet. Zudem hat die MFD im WS 2020/21 in Kooperation mit dem Klinikum
Chemnitz am Standort Chemnitz den Modellstudiengang Humanmedizin eingerichtet.
Die Dresdner Hochschulmedizin vereint innovative, patientennahe Lehre und international
sichtbare Spitzenforschung.
1
Fakultätsspezifische Ziele
Die MFD bekennt sich zu den übergeordneten Zielen des Hochschulentwicklungsplans (HEP
2025) und wird die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Ziele der staatlichen
Hochschulentwicklungsplanung in Bezug auf die Universitätsmedizin zu erfüllen. Zur
Untersetzung und in analoger Anwendung von § 10 Absatz 2 SächsHSFG werden zwischen
dem Rektorat der TU Dresden, der MFD und dem SMWK folgende fakultätsspezifische Ziele
vereinbart:
1.1
Übergreifende Ziele
1.1.1 Profil
Profilbildung erfolgt durch Schwerpunktsetzung, vgl. § 10 Absatz 2 Satz 2 Nr. 1 SächsHSFG,
und bezeichnet das Ziel und den Prozess einer Hochschule, fachliche Schwerpunkte in ihrem
Leistungsangebot zu setzen und diese mit entsprechenden Studienangeboten, Forschungs-
tätigkeiten sowie Ressourcen transparent zu untersetzen.
Die erfolgreiche Profilbildung verdeutlicht Stärken und Prioritäten der Universität und ihrer
Fakultäten sowohl nach innen als auch nach außen. Im Einklang mit dem hochschulinternen
Entwicklungsplan der TU Dresden besteht Einigkeit, dass sich das aktuelle Profil der MFD wie
folgt darstellt:
Die Forschungsschwerpunkte der MFD und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus
konzentrieren sich auf die drei Säulen Onkologische, Metabolische sowie Neurologisch-
Psychiatrische Erkrankungen. Diese werden mit den Querschnittsprofilen „Degeneration und

2
Regeneration“, „Technologieentwicklung und Digital Health“, „Immunologie und Inflammation“
sowie „Prävention und Versorgungforschung“ vernetzt.
Im Verbund mit der Helmholtz-Gemeinschaft und weiteren außeruniversitären Forschungs-
einrichtungen fungiert die Dresdner Hochschulmedizin als Partner in den Gesundheitszentren
„Deutsches Zentrum für Diabetesforschung“ (DZD), „Deutsches Zentrum für
Neurodegenerative Erkrankungen“ (DZNE) sowie „Deutsches Konsortium für Translationale
Krebsforschung“ (DKTK), zusammen mit dem 2014 zusätzlich etablierten „Nationalen Centrum
für Tumorerkrankungen“ (NCT). Darüber hinaus manifestiert sich die positive Entwicklung der
Dresdner
Hochschulmedizin
durch
die
zahlreichen
Partnerschaften
mit
anderen
internationalen Einrichtungen in Forschung und Lehre. So hat sich in den letzten Jahren ein
reger Wissensaustausch unter Studierenden, Lehrenden und Wissenschaftlern etabliert. Hier
sind insbesondere die Vernetzung mit den Ingenieurwissenschaften, die Gründung des Else-
Kröner-Forschungszentrums (EKFZ) sowie die Entwicklung des neuen Studiengangs
Biomedizintechnik als gemeinsamer Studiengang der MFD mit der Fakultät für Elektrotechnik
hervorzuheben.
Im Rahmen der BMBF-Ausschreibung für Deutsche Gesundheitszentren, konkret für ein
Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit, konnte sich im März 2021 der
gemeinsame Antrag SaxoChiLD aus Dresden und Leipzig erfolgreich durchsetzen.
SaxoChiLD vereint als regionales Netzwerk die Expertise der Universitäten Dresden und
Leipzig, lokaler Helmholtz- und Max-Planck-Forschungsinstitute sowie des Robert Koch-
Instituts, und kombiniert in seinem Forschungsansatz das umfassende epidemiologische
Monitoring der Gesundheit und Entwicklung von Kindern in einer sich verändernden Umwelt
mit Untersuchung zugrundeliegender Mechanismen unter besonderer Berücksichtigung der
Psyche-Soma-Interaktion. SaxoChiLD bietet hierfür die gesamte interdisziplinäre Bandbreite
von der mechanistischen bis zur angewandten klinischen Forschung zu den Themen Umwelt,
Adipositas, pädiatrische Epidemiologie, Immunologie und Infektiologie sowie integrierter
Psycho-Soma-Forschung; SaxoChiLD stützt sich auf eine exzellente Infrastruktur und
international einzigartige Kohorten.
Im Bereich des Regestudiengangs Humanmedizin sowie der Studiengänge Zahnmedizin,
Public Health und Medical Radiation Sciences ist die MFD bestrebt, die führende Rolle
hinsichtlich der Ausbildungsqualität weiter auszubauen.
Mit ihrem Modellstudiengang Humanmedizin am Standort Chemnitz in Kooperation mit dem
Klinikum Chemnitz schärft die MFD ihr integratives Lehrprofil. Durch die kompetenzbasierte,
versorgungsorientierte, patientenzentrierte intersektorale und teamorientierte Lehre, die
frühzeitige Verzahnung medizinisch theoretischen mit klinisch praktischen Inhalten, den
didaktisch gezielten Einsatz digitaler Lehrtechnologien und die Schwerpunktsetzung auf
„Digital Health“ und „Value Based Medizine“ werden neu Wege in der Ausbildung von
Medizinern beschritten.
Im Bachelorstudiengang Hebammenkunde liegt ein wissenschaftlicher Fokus auf klinisch
orientierten Fragestellungen, z. B. Schwangerschaft mit und nach Tumorerkrankungen und
anderen
schweren
Begleiterkrankungen
(nach
Transplantation,
tiefinfiltrierender
Endometriose). Ein weiterer Fokus wird auf psychosomatisch relevanten Fragestellungen
liegen, z. B. der Umgang mit fetalen Auffälligkeiten oder das Erleben von Schwangerschaft
und Geburt von Frauen mit traumatischen Geburtserlebnis, Suchterkrankungen, sozialen
Konfliktsituationen oder psychischen Erkrankungen.
1.1.2 Personalentwicklung
Die
TU
Dresden
hat
sich
verpflichtet,
als
Teil
einer
flächendeckenden
Personalentwicklungsplanung den „Rahmenkodex über den Umgang mit befristeter
Beschäftigung und die Förderung von Karriereperspektiven an den Hochschulen im Freistaat
Sachsen“ umzusetzen.

3
Die MFD strebt in diesem Rahmen einen Anteil der unbefristeten wissenschaftlichen
Mitarbeiter (§ 71 SächsHSFG) an der Gesamtzahl ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiter, die aus
dem Stellenplan und aus sonstigen Haushaltsmitteln finanziert werden, bis zum Ende der
Zielvereinbarungsperiode von 40 % an.
1.1.3 Anteil von Frauen an Habilitationsverfahren
Aufgrund des im Jahr 2010 gestarteten Habilitationsförderprogramms für Frauen ist es der
MFD gelungen, den Anteil von Frauen an Habilitationsverfahren seit 2012 kontinuierlich über
den Bundesdurchschnitt anzuheben. Die MFD strebt daher zur weiteren Verstetigung dieser
Entwicklung im Zielvereinbarungszeitraum einen Anteil von Frauen an erfolgreich
abgeschlossenen Habilitationsverfahren von 40 % an.
1.1.4 Internationalisierung
Ausländische Studierende und Wissenschaftler bereichern die Forschung und Lehre und
tragen auf allen Ebenen zur Internationalisierung der Hochschullandschaft bei. Die TU
Dresden setzt die in ihrer Internationalisierungsstrategie beschriebenen Maßnahmen
kontinuierlich um. In diesem Rahmen strebt die MFD eine Teilnahme von Studierenden an
Austauschprogrammen und eine Förderung internationaler Projekte durch die EU an.
Im Vergleich zu anderen Hochschulstandorten bestand vor der Corona-Pandemie ein sehr
intensiver Studierendenaustausch mit anderen Ländern (Erasmus, Kanada, Australien). Die
Pandemie limitiert jedoch in diesem Jahr und vermutlich auch noch im Jahr 2022 die
Durchführung dieser Projekte im bisherigen Umfang.
Die MFD beabsichtigt vor dem Hintergrund der Corona-bedingten Reisebeschränkungen –
auch im wissenschaftlichen Bereich – gleichwohl bis zum Ende des Zielvereinbarungs-
zeitraums mindestens 100 Erasmus-Studenten (incomings) auszubilden. Zur weiteren
Internationalisierung der Forschung strebt die MFD an, 35 im Zielvereinbarungszeitraum
laufende EU-geförderte Projekte durchzuführen (ohne EFRE-Förderungen).
Punktwertrechnung Übergreifende Ziele:
(1) Bei Erreichen der folgenden Werte für den
Anteil der unbefristeten wissenschaftlichen
Mitarbeiter
(amtliche Personal- und Stellenstatistik 2024) an der Gesamtzahl der wissenschaft-
lichen Mitarbeiter, die aus dem Stellenplan und aus sonstigen Haushaltsmitteln finanziert
werden, werden der MFD Punkte wie folgt angerechnet:
Anteil
Punkte
Ab 40 %
10
Von 39 % bis unter 40 %
9
Von 38 % bis unter 39 %
8
Von 37 % bis unter 38 %
7
Von 36 % bis unter 37 %
6
(2) Bei Erreichen der folgenden Werte für den
Anteil von Frauen an Habilitationsverfahren
(Mittelwert 2021 bis 2024) werden der MFD Punkte wie folgt angerechnet:
Anteil
Punkte
Ab 40 %
8
Von 39 % bis unter 40 %
7
Von 38 % bis unter 39 %
6
Von 37 % bis unter 38 %
5
Von 36 % bis unter 37 %
4

4
(3) Bei Erreichen der folgenden Werte für die
Maßnahmen zur Internationalisierung
kumuliert
für den Zielvereinbarungszeitraum werden der MFD Punkte wie folgt angerechnet:
Anzahl
Punkte
Ab 100 Stud. + 35 Projekte
10
Ab 97 Stud. + 34 Projekte
9
Ab 94 Stud. + 33 Projekte
8
Ab 91 Stud. + 32 Projekte
7
Ab 88 Stud. + 31 Projekte
6
Der Punktwert für die Übergreifenden Ziele
(3 Ziele)
ergibt sich aus der Summe der Punktwerte
für die einzelnen Indikatoren; anrechenbar sind in diesem Zielbereich höchstens 25 Punkte.
1.2
Lehre und Studium
1.2.1 Anzahl der Studienanfänger (1. Fachsemester)
In den Staatsexamen-Studiengängen Human- und Zahnmedizin, dem Modellstudiengang
Humanmedizin sowie dem Bachelor-Studiengang Hebammenkunde verpflichtet sich die MFD
im Zielvereinbarungszeitraum die nachfolgenden Planungsgrößen zu erreichen und die dafür
notwendigen Kapazitäten für immatrikulierte Studienanfänger vorzuhalten:
Jahr
Anzahl der
Studienanfänger
Humanmedizin
Modell-
studiengang
Chemnitz
Anzahl der
Studienanfänger
Zahnmedizin
Studiengang
Hebammen-
kunde
Gesamt
2021
225
50
56
25
356
2022
225
50
56
25
356
2023
225
50
56
25
356
2024
225
50
56
25
356
1.2.2 Einhaltung der Regelstudienzeit
Die MFD strebt im Zielvereinbarungszeitraum einen Anteil der Studierenden im Winter-
semester innerhalb der Regelstudienzeit zuzüglich zwei Semester (Mittelwert 2021 bis 2024)
in den Studiengängen Humanmedizin und Zahnmedizin von 93 % an.
1.2.3 Qualitätssteigerung in der Lehre
Zum Zweck der Sicherung und Verbesserung der Qualität in der Lehre verfügt die MFD über
ein „Konzept zur Steigerung des Studienerfolges“ bis 2020, fortgeschrieben bis 2024.
Das modifizierte Konzept berücksichtigt die Herausforderungen durch die projektierte neue
Ärztliche Approbationsordnung (ÄApprO 2025) und die bereits beschlossene Zahnärztliche
Approbationsordnung (ZApprO 2019) ebenso wie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf
die Lehre in den Studiengängen der MFD.
Die Pandemie ist für die Studiengänge Human- und Zahnmedizin im Vergleich zu anderen
Fächern eine ganz besondere Herausforderung. Es ist ein hoher personeller, logistischer und
finanzieller Aufwand erforderlich, um neben der theoretischen Lehre in digitalen Formaten
praktische Kurse und Lehre am Patienten in Präsenz erfolgreich zu realisieren. Intensive
klinische Lehre trotz der Einschränkungen der Pandemie ist elementar zur Aufrechterhaltung
des Ausbildungsniveaus unserer Absolventen.

5
Mit dem qualitativen Schwerpunkt auf dem
Aufbau einer digital gestützten individuellen
Lehr-/ Lernorganisationsstruktur
soll dem heterogenen Wissens- und Kompetenzspektrum
der Studierenden Rechnung getragen werden. Folgende Teilprojekte sind vorgesehen:
1.
Digitale Assessment- und Feedbackinstrumente zur Steigerung von Qualität und
Effizienz des Lernprozesses
in Medizin und Zahnmedizin (z.B. Progresstest, tablet-
basierte Prüfungsformate und Tutorien, Videoaufzeichnungen in praktischen Übungen,
Digitalisierung in der zahnmedizinischen Lehre, Tele-Tutorien für Studierende im letzten
Studienjahr, online-Self-Assessment-Tests zur Reflexion der Lerninhalte) – verbunden
mit der Erfassung des individuellen Lernfortschritts und der Generierung eines gezielten
Feedbacks auf der Wissens-, Fähigkeits- und Anwendungsebene
2.
Zentral gesteuerte digitale Infrastruktur zur individuellen Lernfortschrittskontrolle
und übergreifendes Management des gesamten StudentLifeCycle
(u. a. durch
individualisierte Stundenpläne, digitale Anwesenheitserfassung und Raumbuchungs-
systeme zur motivierenden Selbstorganisation und für einen transparenten,
umfangreichen Überblick über den Studienverlauf; Zurverfügungstellung von
Prüfungsergebnissen und Meilensteinen innerhalb der (E-Learning)-Lehreinheiten und
Self-Assessments zur individuellen Lernfortschrittskontrolle - Studienverlaufsmonitoring
lässt kritische Phasen im Studienverlauf frühzeitig erkennen und strukturelle
Verbesserungen seitens der Studienadministration anregen - Lehrkoordinatoren
erhalten durch die strukturiert gesammelten Lernergebnisse und veranstaltungs-
bezogenen Evaluationsergebnisse die Möglichkeit zur Reflexion und zielgesteuerten
Anpassung der Lehre
Geplant ist auch eine
Erweiterung des medizindidaktischen Fortbildungs- und
Schulungsangebotes durch gezielte Modularisierung
. Im Mittelpunkt stehen dabei die
Digitalisierung und Einführung von Blended Learning-Konzepten, die Transfersicherung durch
Begleitung der Lehrprojekte sowie die Einbeziehung von studentischen Tutoren in das
Programm.
Die medizindidaktischen Angebote der Fakultät sollen noch mehr Lehrende erreichen. Damit
einhergehend
soll
ein
zeitflexibleres
Angebot
erarbeitet
werden,
um
die
Zugangsvoraussetzungen zu den medizindidaktischen Angeboten zu erleichtern. Momentan
finden 2x jährlich Workshops über einen Zeitraum von je 3 Tagen statt. Hierbei sind die
begrenzten Möglichkeiten der Freistellung des medizinischen Personals für viele
Interessenten eine Hürde. Zudem reichen die zur Verfügung stehenden Plätze in den
Workshops nicht aus, um den hohen Bedarf zu decken. Durch eine Modularisierung der
Workshop-Bausteine soll erreicht werden, dass Lehrende zeitflexibler an den Angeboten
teilnehmen können und ihre Workshopbausteine bedarfsorientiert planen können. Durch
Digitale Workshop-Bausteine soll eine noch höhere Flexibilität erreicht werden, indem die
Angebote zeitunabhängig in Anspruch genommen werden können. Durch Erhöhung der e-
Learning-Anteile in den Workshops kann die Lehrmethode im Sinne des Modelllernens
vorgestellt und gefördert werden. Der Transfer in die eigene Lehrtätigkeit soll stärker begleitet
werden, um die Nachhaltigkeit der Fortbildungsmaßnahmen zu erhöhen. Dazu sind die
Etablierung eines Programms zur Begleitung von Lehrprojekten sowie Verbesserungen der
Feedbackschleife von den Projekten zu Folgeprojekten vorgesehen. Mit transparenten Best
Practice Beispielen sollen andere Lehrende zu Projekten motiviert werden.
Studentische Tutoren sollen zukünftig regelhaft Zugang zu medizindidaktischen Schulungen
erhalten. Hierfür sollen speziell auf Studierende zugeschnittene Angebote entstehen. Der
Aufbau von Schulungsbausteinen für studentische Tutoren und eine Verstetigung dieser
Schulungen durch Sicherung der Ressourcen stehen dabei im Fokus.
Das an der MFD seit vielen Jahren implementierte hochstandardisierte tabletbasierte
Auswahlverfahren der Hochschule (AdH – ausgesetzt für einen Übergangszeitraum bis

6
2022/23) bedarf aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben einer Neukonzeption und Weiter-
entwicklung. Durch die wissenschaftliche Begleitforschung können wichtige Daten erhoben
werden, die den AdH-Effekt beim Studienerfolg sowie Studienverlauf konkret einschätzen
lassen.
Der Studienerfolg wird weiterhin maßgeblich durch die Entwicklung von modernen E-
Teaching-Formaten, eine enge fachliche Betreuung in den jeweiligen Fachgebietens sowie ein
breitgefächertes Beratungsangebot zu technischen, organisatorischen und psychosozialen
Themen im neu etablierten Carus Lehrzentrum, welches das Referat Lehre, die (ebenfalls neu
etablierte) Stabsstelle Didaktik und Lehrforschung sowie das Medizinisch-Interprofessionelle
Trainingszentrum (MITZ) umfasst, gewährleistet. Die Studienorganisation orientiert sich in
Zusammenarbeit mit dem Fachschaftsrat sowie Carus Campus nach Möglichkeit an den
Bedürfnissen der Studierenden, u. a. im Sinne einer familienfreundlichen Hochschule.
Der Bereich Lehre wurde nach DIN EN ISO 9001:2008 erfolgreich zertifiziert und arbeitet
seitdem mit einem Qualitätsmanagementsystem. Die Qualitätsziele orientieren sich an den
Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogen (NKLM/NKLZ), den Approbations-
ordnungen sowie an fakultätsinternen Leitlinien für die Lehre. Im Rahmen des Qualitäts-
managements kommen zahlreiche Verfahren zum Einsatz, die Rückschlüsse auf
Studienerfolgsbedingungsfaktoren zulassen, u. a.
Lehrveranstaltungsevaluation: Evaluation durch Studierende zur Qualität der Lehre für
jede Lehrveranstaltungsreihe an der MFD
Beschwerdemanagement: Erkennung und Behebung (akuter) Probleme im Studiengang
außerhalb des Evaluationszyklus über QMS, Nutzung einer Clearingstelle für
konfliktträchtige eskalierte Probleme
Lehrbericht: fortlaufende Berichterstattung über den Stand der Umsetzung des
vereinbarten Maßnahmenkataloges und über den Umgang mit Beschwerden
Um die Qualität der Lehre sichtbar weiter zu steigern, sind Präsentation und Auszeichnung
von Beispielen guter Lehre förderlich. An der MFD verleihen seit 2014 Absolventen den
Lehrpreis „Goldener Carus“ an Institute/Kliniken und einzelne Lehrende. 2019 wurde durch die
Studiendekane zudem der „Goldene CarL“ für besonderes Engagement in der Lehre initiiert
und jährlich vergeben. Auf Ausschreibungen wie den Ars legendi-Fakultätenpreis oder den
Sächsischen Lehrpreis wird regelmäßig aufmerksam gemacht. Die MFD hat zudem eine
wichtige Förderlinie zur Entwicklung innovativer Lehre gestärkt: MeDDrive-Projekte bzw.
übergreifende Projekte von zentraler Bedeutung (koordiniert vom Carus Lehrzentrum) werden
gefördert. Der Umfang dieser Förderung betrug im letzten Jahr insgesamt 125.000 € und soll
mind. in gleicher Größenordnung auch zukünftig umgesetzt werden. Studentische Initiativen
wie das Dresdner Vorklinik-Repetitorium unterstützen Projekte des Studienerfolges.
Der Studienerfolg wird weiterhin maßgeblich durch folgende Maßnahmen gewährleistet:
A) Carus Lehrzentrum (CarL)
- Technische und didaktische Unterstützung zur Entwicklung und Implementierung
digitaler und hybrider Lehrangebote sowie zu Lehrsimulationen
- Entwicklung
und
Verankerung
elektronischer
Lehr-
und
Prüfformate
(Tabletprüfungen, e-Assessement, u. a.)
- Implementierung des neuen NKLM, Vorbereitung und Umsetzung des Masterplanes
Medizin 2020 und der neuen ÄApprO (z. B. Konzeption und Einführung fakultativer
Vertiefungskomplexe (fVK) zur Erweiterung des Lehrangebots und Neigungs-
förderung, Curriculumsmapping mittels LOOP u. v. m.)
- Konzeption und Implementierung interprofessioneller Lehrformate in die Curricula
(IPL)

7
B) Kontrolle des Lernfortschrittes und bessere Prüfungsvorbereitung durch Durchführung
eines Progresstests für jeden Studierenden
C) Weiterentwicklung und Implementierung eines longitudinalen Curriculums zur
Wissenschaftskompetenz „LC
wiss
D) Verstetigung des Projektes „Kooperationspraxen“ zur Steigerung der Berufsfähigkeit im
Studiengang Zahnmedizin, Fortführung und Anpassung an die Vorgaben der neuen
ZApprO 2019
E) Sicherung der niedrigen Quote an Studienabbrechern durch engmaschiges Beratungs-
und Betreuungsnetz der MFD zu fachlichen, studienorganisatorischen und psycho-
sozialen Themen.
Punktwertrechnung Lehre und Studium:
(1) Bei Erreichen der folgenden Werte für die
Anzahl der Studienanfänger im 1. Fachsemester
(amtliche Studierendenstatistik zum WS 2024/2025) werden der MFD Punkte wie folgt
angerechnet:
Anzahl
Punkte
Ab 356
11
Von 347 bis 355
10
Von 338 bis 346
9
Von 329 bis 337
8
Von 320 bis 328
7
(2) Bei Erreichen der folgenden Werte für den
Anteil der Studierenden im Wintersemester
innerhalb der Regelstudienzeit zuzüglich zwei Semester
(Mittelwert der amtlichen Statistik der
Jahre 2021 bis 2024) werden der MFD Punkte wie folgt angerechnet:
Quote
Punkte
Ab 93 %
11
Von 91,5 % bis unter 93 %
10
Von 90 % bis unter 91,5 %
9
Von 88,5 % bis unter 90 %
8
Von 87 % bis unter 88,5 %
7
(3) Bei Erreichen der folgenden Kriterien für die
Bemessung des Studienerfolgs
innerhalb des
Zielvereinbarungszeitraumes werden der MFD Punkte wie folgt angerechnet:
Maßnahmen A bis E
Punkte
Umsetzung aller 5 Maßnahmen
11
Umsetzung von 4 Maßnahmen
10
Umsetzung von 3 Maßnahmen
9
Umsetzung von 2 Maßnahmen
8
Umsetzung von 1 Maßnahme
7
Der Punktwert für die Ziele in Lehre und Studium
(3 Ziele)
ergibt sich aus der Summe der
Punktwerte für die einzelnen Indikatoren; anrechenbar sind in diesem Zielbereich höchstens
30 Punkte.

8
1.3
Forschung
1.3.1 Forschungsleistung
Die MFD stellt sich der besonderen Herausforderung von wettbewerblichen, wissenschafts-
geleiteten Verfahren (DFG, Bund, EU). Hierbei ist das Ziel, im Zielvereinbarungszeitraum
Mittel im Umfang von 39.000 TEUR jährlich (Mittelwert 2021 bis 2024) einzuwerben.
1.3.2 Drittmittel aus der Wirtschaft
Die MFD strebt im Zielvereinbarungszeitraum Drittmitteleinnahmen aus der Wirtschaft in Höhe
von 11.000 TEUR jährlich (Mittelwert 2021 bis 2024) an.
1.3.3 Promotionen
Die MFD strebt im Zielvereinbarungszeitraum insgesamt 800 erfolgreich abgeschlossene
Promotionsverfahren an. Zusätzlich strebt die MFD einen Anteil an Promotionsabschlüssen
mit dem Prädikat „Summa cum laude“ in Höhe von 14 % pro Jahr an.
Im Bereich der Nachwuchsförderung soll im nächsten Zielvereinbarungszeitraum die Anzahl
durchgeführter TAC meetings (Treffen des Thesis Advisory Committees) aufgenommen
werden.
1.3.4 Rechtsmedizin
Das Institut für Rechtsmedizin an der MFD gewährleistet die Durchführung der im Auftrag der
Staatsanwaltschaft oder richterlich angeordneten rechtsmedizinischen Dienstleistungen
(Obduktionen etc.) sowie der sonstigen Pflichtaufgaben in Forschung und Lehre. Die MFD
verpflichtet sich, über die Verwendung dieser Mittel im Rahmen der regelmäßigen
Quartalsberichte in einer Ergebnisrechnung zu berichten.
1.3.5 Kinder-Diabetes-Register
Im Rahmen des sächsischen Kinder-Diabetes-Registers werden alle Neuerkrankungen von
Patienten unter 14 Jahren mit Wohnsitz in Sachsen erfasst. Die nötigen Daten werden anhand
eines einheitlichen Meldebogens bei allen 34 Kinderkliniken im Freistaat erfragt. Erhoben und
erfasst werden Daten zu den Diabetes Typen 1 bis 3. Die Erfassungsrate beträgt über 97
Prozent. Das Register hilft auch, um besonders bei dem bisher noch wenig erforschten
Diabetes Typ 1 Erkenntnisse über Krankheitsursachen, den Einfluss von genetischen und
immunologischen Faktoren sowie Umweltbedingungen zu gewinnen. Daraus können die
nötigen Schlüsse für Heilung und Prävention gezogen werden. Die MFD und die Medizinische
Fakultät Leipzig haben sich im Jahr 2019 auf eine dauerhafte gemeinsame Finanzierung
dieses an der MFD geführten landesweiten Kinder-Diabetes-Registers verständigt.
Punktwertrechnung Forschung:
(1) Bei Erreichen der folgenden Werte für die
im wettbewerblichen, wissenschaftsgeleiteten
Verfahren eingeworbenen Mittel
(Mittelwert 2021 bis 2024) werden der MFD Punkte wie folgt
angerechnet:
In TEUR
Punkte
Ab 39.000
11
Von 38.000 bis unter 39.000
10
Von 37.000 bis unter 38.000
9
Von 36.000 bis unter 37.000
8
Von 35.000 bis unter 36.000
7
(2) Bei Erreichen der folgenden Werte für die
Drittmitteleinnahmen aus der Wirtschaft
(Mittelwert 2021 bis 2024) werden der MFD Punkte wie folgt angerechnet:

9
In TEUR
Punkte
Ab 11.000
11
Von 10.725 bis unter 11.000
10
Von 10.450 bis unter 10.725
9
Von 10.175 bis unter 10.450
8
Von 9.900 bis unter 10.175
7
(3) Bei Erreichen der folgenden Werte für die
Anzahl der Absolventen der erfolgreich
abgeschlossenen Promotionsverfahren
(Summe 2021 bis 2024) werden der MFD Punkte wie
folgt angerechnet:
Anzahl
Punkte
800 + mind. 14 % Summa cum laude 11
790 + mind. 13 % Summa cum laude 10
780 + mind. 12 % Summa cum laude 9
770 + mind. 11 % Summa cum laude 8
760 + mind. 10 % Summa cum laude 7
Der Punktwert für die Ziele in der Forschung
(3 Ziele)
ergibt sich aus der Summe der
Punktwerte für die einzelnen Indikatoren; anrechenbar sind in diesem Zielbereich höchstens
30 Punkte.
1.4
Dritte Mission – Gesellschaftliche Rolle und soziale Verantwortung
Einleitende Erläuterung:
Dem Transfer-Audit des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft folgend wird hier ein
breites Verständnis der Handlungsfelder Dritte Mission und Transfer zu Grunde gelegt. Dritte
Mission und Transfer werden als beidseitiger Austausch von Wissen, Dienstleistungen,
Technologien und Personen verstanden. Dies umfasst alle Formen der Kooperations-
beziehungen in den Bereichen der Forschung und Lehre zwischen Hochschulen und externen
Partnern in Wirtschaft, Politik, Kultur und öffentlichem Sektor. Beispiele dieser Kooperations-
beziehungen sind:
- in der Forschung: Auftragsforschung, Forschungskooperationen, Gründungen, Patent-
und Lizenzvereinbarungen, Co-Publikationen, Gutachten und Mitwirkung in Beratungs-
gremien, Politikberatung, kooperative Professuren, Stiftungsprofessuren
- in der Lehre: duale Studiengänge, kooperative Promotionen, Kooperationen in der
Weiterbildung, Mitwirkung in der Lehre, Praktika und Stipendien, Service-Learning,
Betreuung von Abschlussarbeiten und Promotionen, Mentoring und Coaching,
Modellstudiengang Humanmedizin MEDiC und Kooperationen im Rahmen des
Bachelorstudiengangs Hebammenkunde.
1.4.1 Stärkung der Innovationskraft
Die MFD entwickelt ihre Transferstrategie unter Beachtung aktueller wirtschaftlicher und
gesellschaftlicher Entwicklungen weiter und setzt die darin beschriebenen Maßnahmen
kontinuierlich um.
Die MFD strebt im Zielvereinbarungszeitraum insgesamt 40 erteilte Patente an.

10
1.4.2 Transfer in das Land und die Zivilgesellschaft
Die MFD strebt im Zielvereinbarungszeitraum die Umsetzung der folgenden drei Maßnahmen
an:
A. Ausbau der Zusammenarbeit mit Schulen
Die MFD wird Schulklassen verstärkt über deren Arbeit informieren. Die bestehende
Kooperation mit dem Gymnasium Bürgerwiese soll verstetigt und die gesammelten
Erfahrungen auf weitere Schulen als potentielle Partner übertragen werden. Das
Hauptaugenmerk soll dabei auf der Vermittlung eines grundlegenden Verständnisses für
medizinische Fragen, wissenschaftlichen Knowhows sowie der Methoden und Arbeits-
weise von Medizinern liegen. Die MFD strebt an, diese Kooperation im
Zielvereinbarungszeitraum auf vier weitere Gymnasien auszudehnen, z. B. in Form von
individualisierten Informationsveranstaltungen.
B. Beteiligung an der „Langen Nacht der Wissenschaften“
Im Rahmen der „Langen Nacht der Wissenschaften“ sollen neue Formate etabliert
werden – Wissenschaft zum Anfassen und Mitmachen. Das Teddykrankenhaus als
nieder-schwelliges Angebot für Kinder soll beibehalten und ausgebaut werden. Es wird
Veranstaltungen für „Junior Doktoren“ geben und die Kinderuni mitgestaltet werden. Die
MFD wird sich an dieser Veranstaltungsreihe in jedem Jahr mit drei Formaten beteiligen.
C. Förderung des Dialogs zwischen Gesellschaft, Kultur und internationaler Forschung
Um das gegenseitige Verständnis füreinander und einen respektvollen Umgang
miteinander zu fördern, wird die MFD Begegnungen zwischen internationalen
Wissenschaftlern, Kulturschaffenden und Bürgern, insbesondere in Ostsachsen und im
Raum Chemnitz, zu wissenschaftsrelevanten Themen in allgemeinverständlicher Form
ermöglichen. Die MFD verpflichtet sich, künftig mindestens ein solches Veranstaltungs-
format jährlich durchzuführen, entweder im Rahmen der Interkulturellen Tage Dresden,
als Veranstaltungsreihe z. B. im Deutschen Hygiene-Museum Dresden oder auf dem
Campus der Universitätsmedizin Dresden.
Punktwertrechnung Dritte Mission:
(1) Bei Erreichen der folgenden Werte für
die Erteilung von Patenten
(Summe 2021 bis 2024)
werden der MFD Punkte wie folgt angerechnet:
Anzahl
Punkte
Ab 40
10
39
9
38
8
37
7
36
6
(2) Bei Erreichen der folgenden Werte für den
Transfer in das Land und die Zivilgesellschaft
(Summe 2019 bis 2020) werden der MFD Punkte wie folgt angerechnet:
Maßnahmen A bis C
Punkte
Umsetzung aller 3 Maßnahmen
7
Umsetzung von 2 Maßnahmen
5
Umsetzung von 1 Maßnahmen
4
Der Punktwert für die Ziele in der Dritten Mission
(2 Ziele)
ergibt sich aus der Summe der
Punktwerte für die einzelnen Indikatoren; anrechenbar sind in diesem Zielbereich höchstens
15 Punkte.

11
2 Mittelzuweisungen, Berichterstattung und Abrechnung
2.1
Mittelzuweisung
Auf Grundlage der im Einzelplan 12 des Haushaltsplans 2021/2022 verfügbaren Mittel stellt
das SMWK über die Grundausstattung der MFD (im Rahmen des Zuschusses zum laufenden
Betrieb) hinaus eine
Ergänzungsausstattung
im Jahr 2021 in Höhe von 7.611,6 TEUR und
im Jahr 2022 in Höhe von 7.912,4 TEUR bereit.
Diese Ergänzungsausstattung wird jährlich während der Laufzeit der Zielvereinbarungs-
periode vollständig der MFD zugewiesen. Nach Ablauf der Zielvereinbarungsperiode erfolgt
durch das SMWK eine Abrechnung der Zielerreichung unter Berücksichtigung des Grades der
Zielerreichung und der Gewichtung der Ziele, vgl. Nummer 2.3.
Zusätzlich zur Grund- und Ergänzungsausstattung erhält die MFD die folgenden weiteren
Mittel als Zuschuss zum laufenden Betrieb nach Maßgabe der Mittelzuweisung:
- für die rechtsmedizinischen Dienstleistungen in 2021 einen Betrag von 517,1 TEUR und
in 2022 einen Betrag von 535,2 TEUR sowie
- zur Kofinanzierung des Modellstudiengangs Humanmedizin in 2021 einen Betrag von
2.709,3 TEUR und in 2022 einen Betrag von 3.173,9 TEUR.
Ergänzend zu den Zuschüssen zum laufenden Betrieb und für Investitionen kann die MFD
auch in den Haushaltsjahren 2021 bis 2024 weitere Zuschüsse für laufende Zwecke und für
Investitionen an medizinischen Fakultäten aus verfügbaren Haushaltsmitteln beantragen.
Finanzplanung 2023/2024
Für die Haushaltsjahre 2023 und 2024 stellt das SMWK vorbehaltlich der Entscheidung des
Haushaltsgesetzgebers folgende
Landesmittel
in Aussicht:
1. Ausfinanzierung der Mehrkosten für den Studiengang Zahnmedizin (670,8 TEUR in 2023
und 988,3 TEUR in 2024),
2. Finanzierung des Modellstudiengangs Humanmedizin (2.634,9 TEUR in 2023 und 9.800,0
TEUR in 2024) und
3. Dynamisierung des Zuschusses zum laufenden Betrieb von mindestens 2 % p. a.
Zudem stellt das SMWK unter Haushaltsvorbehalt eine Fortführung der Ergänzungs-
ausstattung in Höhe von mindestens 12 % der jeweiligen Grundausstattung (= Zuschuss zum
laufenden Betrieb ohne Rechtsmedizin, Modellstudiengang und Bundesmittel) in Aussicht.
Die Ressourcen aus den
Bundesmitteln
des Zukunftsvertrags Studium und Lehre stärken
und des auslaufenden Hochschulpakts werden der MFD wie folgt zugewiesen:
- Der MFD werden Mittel aus dem Zukunftsvertrag und dem auslaufenden Hochschulpakt
in Summe wie folgt zugewiesen:
2021
600,0 TEUR
2022
956,3 TEUR
2023
975,0 TEUR
2024
995,0 TEUR

12
Die Zuweisung und die Budgethöhe für die Jahre 2022, 2023 und 2024 stehen unter dem
Vorbehalt der Entscheidung der Haushaltsgesetzgeber.
- Aus dem Zukunftsvertrag werden der MFD in den Jahren 2021 bis 2024 (unbefristete)
Stellen wie folgt zugewiesen:
2021
6 Stellen
2022
6 Stellen
2023
6 Stellen
2024
6 Stellen
Die Zuweisung der Stellen für die Jahre 2023/2024 erfolgt vorbehaltlich der Entscheidung des
sächsischen Haushaltsgesetzgebers zum Doppelhaushalt 2023/2024.
Diese Bundesmittel sind zur Finanzierung des Bachelor-Studiengangs Hebammenkunde
einzusetzen.
2.2
Berichterstattung
Die MFD berichtet dem SWMK auf der Grundlage dieser Zielvereinbarung über den Stand der
Umsetzung der vereinbarten Ziele. Das SMWK übermittelt der MFD eine Vorlage zur
Berichterstattung über die Zielerreichung.
Die MFD berichtet ab Beginn der Zielvereinbarungsperiode alle zwei Jahre über den Stand
der Umsetzung der vereinbarten Ziele. Stichtage sind der 31.12.2022 und der 31.12.2024.
Bei Abweichungen von den vereinbarten Zielen erläutert die MFD die Ursachen. Beim
Eintreffen von Ereignissen mit schwerwiegendem Einfluss auf das sächsische bzw.
bundesdeutsche Hochschulsystem, die die Erfüllung vereinbarter Ziele verhindern, setzen sich
die Vereinbarungspartner gegenseitig unverzüglich darüber in Kenntnis (ad-hoc Berichte).
Daraus resultierende Abweichungen im Rahmen der Zielerfüllung sind zwischen dem SMWK
und der MFD festzuhalten. Grundsätzlich sind Abweichungen in den Zielvereinbarungs-
berichten darzulegen.
Zusätzlich zu dem schriftlichen Bericht über die Zielerreichung werden die MFD und das
SMWK zum Stand der Umsetzung der vereinbarten Ziele in kontinuierlichem Austausch
miteinander stehen. Dazu findet mindestens einmal jährlich ein gemeinsames Gespräch
zwischen der MFD und dem SMWK statt.

13
2.3
Abrechnung
Auf Basis der Auswertungsberichte zur Zielvereinbarung ermittelt das SMWK nach Ablauf der
Zielvereinbarungsperiode den Grad der Zielerreichung nach dem in den einzelnen
Zielbereichen definierten Punktesystem.
Bleiben bei der Addition der Punkte eines Zielbereiches (Nummern 1.1 bis 1.4) – durch die
Definition des Höchstwertes – Punkte unberücksichtigt, können diese zum Erreichen des
Höchstwertes in anderen Zielbereichen angerechnet werden. Dies gilt nicht, wenn ein oder
mehrere Ziele dieses Zielbereiches gänzlich verfehlt werden (keine Punkte). Erreicht die MFD
nach der Aufsummierung der Punkte aller Zielbereiche weniger als 100 % – das entspricht
einem Wert von 100 Punkten – so führt dies zu einem prozentualen Abzug in der Ergänzungs-
ausstattung. Dieser Abzug wird mit der Ergänzungsausstattung der nächsten Zielverein-
barungsperiode verrechnet.
3 Unterzeichnung und Inkrafttreten
Diese Zielvereinbarung tritt mit Wirkung vom 1. Januar 2021 in Kraft.
Dresden, den 4. Juni 2021
Prof. Dr. Ursula M. Staudinger
Prof. Dr. med. Heinz Reichmann
Rektorin
Dekan
Sebastian Gemkow
Staatsminister