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Nummer 58, seit 1999
Der neue offene Vollzug außerhalb
der JVA Chemnitz
Mutter- und Kindbereich
Mutter- und Kindbereich
Gemeinsamer Bereich,
Männer und Frauen
Haftraum
Gemeinsamer Bereich,
Männer und Frauen

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Alle Fotos, JVA-C, Susanne Koch, Dipl. Kunsttherapeutin
(HL/GR)
Schon gehört?
…Endlich ist unser kleines
Buch im Besucherzentrum ausgelegt.
Im Rahmen eines Kunstprojektes konnten wir – vier
Gefangene – mit Unterstützung zweier Kunsttherapie-
studentinnen und Frau Koch – ein kleines Buch selber
gestalten und gemeinsam wachsen lassen. Bis zum
fertigen Entwurf war es ein etwas längerer Weg: es
wurden immer wieder neue Ideen aufgenommen und
alte verworfen – das Buch wuchs also in einem Prozess
des gemeinsamen Gestaltens. Diesen Prozess und
einen fertigen "Dummie" haben wir im September 2017
im Rahmen einer kleinen Ausstellung hier in der JVA
gezeigt. Danach ging unser Entwurf in den Druck und
anschließend übernahmen Auszubildende des Lern-
centers Druck- und Medientechnik der JVA Waldheim
die weitere Verarbeitung.
Jedes einzelne Exemplar wurde in Handarbeit her-
gestellt.
Seit Juli dieses Jahres liegt das Buch im Besuch aus.
Wir haben uns bemüht, so viele Infos als möglich in
dem Buch unterzubringen. Dafür waren wir in der
ganzen JVA unterwegs zum Fotografieren und um Infos
zu sammeln.
Wichtig war uns vor allem, ein kindgerechtes Buch zu
gestalten. Ein Buch, das zum Fragen anregt und
unseren Kleinen hoffentlich die Angst nimmt über
Einrichtungen wie diese! Deshalb haben wir uns ganz
bewusst für punktuelle Einblicke in unser Leben in der
JVA entschieden und diese in bunte Bilder umgesetzt.
Mag sein, dass es dem einen oder anderen "zu" bunt,
zu unvollständig oder zu positiv ist – bitte nicht
vergessen, dass das Zielpublikum vor allem unsere
Kleinen sind! Bei den Besuchen mit euren Kleinen
Mäusen seid ihr doch sicher auch stets bemüht, ihnen
ein gutes Gefühl zu vermitteln, auch an Tagen, wo es
euch vielleicht gar nicht so gut geht! (Alles, was im Buch
abgebildet ist, ist real und von hier!)
Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass eure/unsere
Kleinen das Buch gerne mit euch/uns zusammen
anschauen und dass es euch auch gefällt!
Wollt ihr euch dieses Buch mit euren Kleinen
anschauen, bitte bei Herr Rosenbrock/Besucherzentrum
nachfragen.
Das etwas andere Buch für die Kinder der inhaftierten
Frauen in Chemnitz
Ich sehe was, was Du nicht siehst

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Haft Leben
3
„Ellis“ Kaffeekränzchen
……..…..……..…...……..
4
Unser Treffen mit der Redaktion
„Der Riegel“
…………..………………………………...
5
Was mir wichtig ist
…..………………....……
6 bis 9
Neuer offener Vollzug
.……….…...…..…
10 und 11
Lisa und Wolle in der JVA Chemnitz
..…....
12
Eine Geschichte zum Festnageln
…..………..
13
Wäscherei-Wünsche
…………….…..…………….
14
Mutter-Kind-Tag in der JVA
………..……...…....
15
Offener Vollzug für
die Thüringerinnen
…………………..…....
16 und 17
Die HL-Mädels-Seiten
.....……..…………
18 und 19
HL - Bastelseite
…………………..….……...
20 und 21
HL - Songtext
…………………..….……………...…...
22
Post an die Redaktion „Haft Leben“
....…....
23
HL-Preisrätsel
...….…...…..………………...
24 und 25
Kirche 2018
………...…………..……………………….
26
Nach(t)gedanken
.……..……………………….……..
27
HL-Gedicht
………...…...……..…..…………………….
28
Impressum
….………...………..…………………….....
29
HL-Rezepte
…….………...……..……………………….
31
HL-Rätsel
…….…………… ………...
30 und 32 bis 34
Der „HaftLeben“-Spruch des Quartals
stammt diesmal aus der Feder von
Ina Deter, einer ehemaligen deutschen
Sängerin aus den Bereichen
Liedermacher, NDW, Pop und Rock
Vergangenheit
ist Geschichte,
Zukunft ein Geheimnis
und jeder Augenblick
ein Geschenk.
Inhaltsverzeichnis
Wir wünschen Andrea alles
Gute für die Zukunft!
Danke für deine Mitarbeit in
der Redaktion „HaftLeben“.
Die ersten Damen haben den
Umzug in den offen Vollzug
inzwischen geschafft -
in nicht mal zwei Monaten!

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
4
„Ellis“ Kaffeekränzchen
Halli hallo und ein kräftiges Miau,
hier geht’s ja zu wie in einem Bienenhaus. Ich habe
keine Ruhe mehr – ihr nervt mich!
Schon gehört? Nachdem der Neubau für den
offenen Vollzug am 28.06.2018 feierlich „eröffnet“
wurde und sogar der Justizminister Herr Gemkow
anwesend war, um sich dies anzuschauen…steht
das Ding nun noch immer leer. Warum? Dazu gibt
es immer mal wieder alte und neue Gerüchte. Mal
sind es Baumängel, mal ist es der Mangel an
Personal, mal sind es die Feinarbeiten…und das im
Wechsel! ;) So ganz genau weiß das hier keiner.
Nun steht mal wieder ein neuer Termin (Sept.) und
dieses Mal - ja - dieses Mal klappt es! Ganz
bestimmt! Mir ist das ja so egal, denn ich kann ja
rein und raus, wie ich will.
Letztens quatscht doch eine von denen mit der, ach
wie heißt die doch gleich? Jedenfalls ging's um das
neue Besucherzentrum…alles chic und toll, die
Terrasse seit Juli auch nutzbar…das ist schön!
Nach sieben Monaten, meinste, sagte die andere.
Dennoch seit dem Neubau des Besucherzentrums
haben sich die Plätze für Besuchszusammen-
führungen halbiert! Von zuvor acht verfügbaren
Plätzen gibt es nun nur noch vier! Warum?
Personalmangel? Bestimmt, sagt die Namenlose.
Normalerweise verbessern sich doch regulär die
Bedingungen bei Neuerungen/Neubauten?! oder es
sollte wenigstens bei den zuvor bestehenden
besseren Bedingungen bleiben. Irgendwie haben
die Menschen hier richtige Probleme, wie soll ich
denn als Kätzchen sowas verstehen? Und nun zu
den Katern, naja ist so eine Geschichte für sich.
Meiner darf auch nicht rein - hinter die Mauer!
Bleibt sauber mit euren Gedanken! Jedenfalls habe
ich gehört, dass die Frauen von hier nicht
woanders kuscheln dürfen. Die Auserwählten
jungen Herrn müssen zur
Besuchszusammen-
führung hierher gefahren werden (warum auch
immer). Eine von denen meint, dass sie das nicht
so gut findet. Mein Kater würde mich hier drinnen ja
auch nicht finden! Die zwei sind sauer, denn vier
verfügbare
Besucherplätze
bei
fast
300
Gefangenen ist doch echt wenig. Das leuchtet
sogar mir ein, deshalb müssen die ewig auf einen
Besuchstermin im Rahmen der Besuchszusammen
-führung warten. Ach ja, so richtig kuscheln mit
ihrem Kater sollten die ja jetzt auch schon können,
eine von 300, die darf das. Eine!!! Ob da
Bestechungsgelder geflossen sind?
Ich muss da mal Nachmaunzen und meine
Öhrchen steiler stellen.
Ah…und hey! Vorige Woche beim Rumlaufen hörte
ich, wie mehrere beim Hofgang übers Essen und
ums Geld diskutierten, ich hatte das lange nicht
mehr gehört.
Bezüglich des Haftessens und
begründet wird so manches Manko dann auch oft
mit dem täglich verfügbaren Betrag dafür. Meines
Wissens sind das aktuell ca. 2,85 €/Tag/Frau hier,
sagte eine von den
Damen.
Umso
wichtiger
wäre es, also bei der
Bestellung
des
Gefangenenessens
mal etwas kreativer
zu
werden,
um
etwas Abwechslung hereinzubringen - trotz Spar-
Budget! Und wenn die Zubereitung dann auch noch
etwas professioneller und gesünder (weniger
fetthaltig) wäre meint die, dann kann man auch mit
wenig Geld ein gutes Essen zubereiten! Ab und zu
gelingt das auch richtig gut! Danke!!! Nach einiger
Zeit Haft kann ich inzwischen meist erkennen, wer
die Bestellung gemacht hat. ;) Ist auch nicht
schwer, denn wenn es eine Woche lang nur Äpfel
oder nur Orangen gibt - weiß ich Bescheid!
Sagte eine der Frauen und die anderen lachten,
warum?
Auch wenn Du Frau mich nicht hören kannst, ich
liebe Fisch und dann noch mit Butter und Rotkraut -
der Katzenhimmel! Ich muss ja zugeben, bei euch
hängt der Himmel etwas tiefer, stimmt schon, miau.
Es gibt noch viel was ich noch erzählen kann, noch
Zeit?
Gestern sagte die Rothaarige zur Schwarzhaarigen
von der x-ten Station, dass sie schon ewig
(mehrere Monate) auf einen Termin bei der
externen Suchtberatung warten müsse - durch den
Wechsel von Frau M. zu Frau H.. Das ist
besonders ärgerlich für Gefangene, die auf den
Sozialbericht der SB angewiesen sind, um beim
Rententräger eine Kostenzusage/-zusicherung für
die Therapie zu bekommen.
Ich muss auch auf die Mäuse warten, ist halt so,
von allein klettern die nicht in mein Maul und Zeit
hamse ja die Frauen - Recht, aber auch und
Monate kann und will ich nicht warten!
Vorhin
schrie
die
Blondhaarige
zur
Schwarzhaarigen, von vor paar Tagen, „Ich hab
auch
wieder
vermehrt
gehört,
dass
die
Wechselsprechanlage als „NOTKLINGEL“ von
Beamten bezeichnet wurde - mit dem Hinweis,
dass die „Notklingel“ nur im Notfall zu betätigen sei.
FALSCH!, sagte sie, da wir den Großteil des Tages
in der Zelle eingeschlossen sind und nur die
WECHSELSPRECHANLAGE als Kommunikations-
mittel bei Einschluss haben - können wir diese
auch als Kommunikationsmittel nutzen.
Oft sind manche Beamte chronisch genervt von
dem „Geklingel“ - bringt aber der Job mit sich bzw.
das Eingeschlossen sein. Je mehr Einschluss -
desto mehr Geläute!
Mehr durfte die Elli hier nicht mehr schreiben. Der
Kaffee ist nun alle!
Miau und ciao,
Eure Elli

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Haft Leben
5
Unser Treffen mit der Redaktion „Der Riegel“
Treffen der Redaktionen
„Der Riegel“ JVA Dresden und
„Haftleben“ JVA Chemnitz
(HL-AL) Am 21.06.2018 traf sich wieder einmal ein
kleiner Kreis der Mitglieder beider Redaktionen
„Riegel“ (Dresden) und „Haftleben“ (Chemnitz) in
der JVA Chemnitz zum alljährlichen Gedanken-
austauch.
Wir haben uns natürlich auch diesmal mit viel
Freude und Elan auf dieses Treffen vorbereitet.
Jedes Redaktionsmitglied hatte zum gestellten
Thema einen eigenen Artikel verfasst. Das Treffen
fand im Mehrzweckraum des Hauses III statt,
welchen wir Frauen kurz zuvor gemeinsam hübsch
herrichteten.
Bei den Männern der Redaktion "Riegel" gestaltete
sich allein schon die Anfahrt schwierig. Irgendwie
war in Dresden was fehlgelaufen und die Namen
der „Jungs“ standen nicht auf der Schubliste, und
wer da nicht draufsteht, fährt nirgendwo hin. So
mussten sie am Tag ihrer Fahrt feststellen, dass
der beste Antrag nichts nützt, wenn irgendwo im
Haus die Kommunikationskette unterbrochen wird.
Glücklicherweise gelang es den beiden JVA‘s doch
noch, eine geeignete Lösung zu finden und ihre
Namen auf die Liste zu setzen. Somit konnten wir
die vier Riegel-Redakteure, Cuba, Sascha, Cao
und Peter sowie Frau Concannon, Prof. Kleinert
und Herrn Jaeckel kurz darauf in Chemnitz einen
herzlichen Empfang bereiten.
Nach einem kurzen Vorstellen der einzelnen
Redaktionsmitglieder fand
auch schnell eine
Diskussion über das gegenwärtige Thema statt. Wir
lasen uns zum Thema „Was ist für mich (Lebens-)
wichtig?“ gegenseitig unsere Artikel vor und
diskutierten gleich im Anschluss daran darüber,
sprachen aber auch andere uns gemeinsam
interessierende Themen an. Dies geschah in einer
wirklich lockeren Gesprächsrunde und brachte uns
gegenseitig ein gutes Stück voran. Die Zeit flog nur
so dahin.
Zwischendurch kam unsere Anstaltsleiterin Frau
König-Bender zum Meeting, um alle Redaktions-
mitglieder herzlich zu begrüßen. Mit einer kurzen
Ansprache wünschte sie uns weiterhin viel Erfolg in
unserer Zusammenarbeit und brachte zum Aus-
druck, dass sie diese Treffen weiterhin unterstützen
werde.
Alles in allem war es ein schöner Tag mit
interessanten Gesprächen in angenehmer Atmos-
phäre. Für die Zukunft wünschen wir uns, dass wir
unsere
gemeinsame
Zusammenarbeit
weiter
vertiefen können und dass unser aller Arbeit von
Erfolg gekrönt ist.
Wir bedanken uns herzlich bei den Jungs Cuba,
Sascha, Cao und Peter, bei Frau Concannon, Prof.
Kleinert und Herrn Jaeckel für ihre Teilnahme am
Redaktionstreffen und ihr Arrangement, bei Frau
König-Bender und Herrn Goeckenjan, welche
dieses Treffen ermöglicht haben, bei unserem
ehrenamtlichen Mitglied Lutz Richter und bei der
Freizeitbeauftragten unseres Hauses Frau Böttcher
sowie bei Herrn Heinze, der die morgendlichen
Probleme „allein aus der Welt“ geschafft hat.
Es bedanken sich die Mädels der Redaktion
„Haftleben“: Andrea, Dany, Marie, Denise und
Astrid.
Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen im
nächsten Jahr!
Foto: HL/LR-2018, aus rechtlichen Gründen leider „bearbeitet“

Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
6
Was mir wichtig ist
Was ist denn eigentlich wichtig im
Leben für uns, für mich hier und
außerhalb dieser Mauern?
(HL / DA) Dieses Thema ist sehr schwierig. Ein
schmaler Grad zwischen Träumen, Haftalltag und
Realität. Klaren Gedanken und Kopf-fick. Denn
wenn wir ehrlich sind, geht es vielen so, dass sie es
gar nicht genau wissen. Ok! Man hört Dinge wie
Freiheit, sein Leben zurück, Familie und ein Job.
Aber selbst diese Vorstellungen sind sehr breit
gefächert. Der eine möchte sein Leben zurück!?
Der andere einfach nur erstmal raus, weg von den
Mauern oder zu Freunden gehen, erstmal Party,
vielleicht sich endlich mal wieder die Nase pudern.
Viele dieser Gedanken sind schon erschreckend.
Zumal es auch sehr unsichere Gefangene gibt, die
sich fragen, ob sie wirklich das " Alte Leben", was
sie hierher gebracht hat, zurück wollen, zu den
vermeintlichen
Freunden bzw. dem geliebten
Umfeld. Was aber alle wollen, den Mauern ent-
fliehen. Der Willkür und den stetigen Ermessens-
entscheidungen, bei denen auch oft zweierlei Maß
genommen wird, den Rücken zu kehren.
Genau diese Dinge gehen enorm an die Psyche.
Dazu fehlen die wenigen ganz normalen qualitativ
sinnvollen Gespräche, da es hier oft nur um
Gesetze, Recht, Unmut bis hin zum allseits
beliebten Thema Drogen geht.
Aber was ist mit dem wirklichen Leben draußen?
Für mich ist der Alltag hier sehr erschreckend! Mag
sein, dass das Wort Resozialisierung eher wie ein
Phantomwort klingt. Aber genau das würde ich mir
hier eher wünschen, "Resozialisierung!" Das man
hier mehr auf das Leben, wie es wirklich ist,
vorbereitet wird. Mehr auf die eigentliche Proble-
matik eingegangen wird.
Denn wie soll ich mit einem Vermögensdelikt, was
der Ursprung ist, dass ich nicht mit Geld umgehen
konnte, den Umgang mit Finanzen, Einnahmen und
Ausgaben sozialverträglich lernen, wenn ich bei
Masaak über eine Einkaufsliste bestelle. Dogen-
delikte, wie sollen diese hier weg kommen, wenn
die Anstalt bzw. Med.-Dienst selber die Leute bis
zur Entlassung mit Ersatzdrogen zupumpen, ohne
sie Schritt für Schritt langsam zu entwöhnen und
demzufolge der Drogenhandel hier floriert, was
mehr als unverantwortlich ist, da viele wegen
Besitz, Eigenbedarf oder Handel von Drogen
verurteilt wurden. Gerade für Langzeitstraffällige ist
dies noch schwieriger hier. Ich für mich finde, man
sollte ein Tagesablauf mit gewisser Eigenver-
antwortung den Häftlingen ermöglichen, um die
Eigenständigkeit und die Eigenverantwortung zu
fördern.
Aber
nicht
im
Tagesablauf
alles
Notwendige vorgesetzt zu bekommen wie z. B. drei
Mahlzeiten, Wäsche wird gewaschen uvm.
Dass jeder auf eine Entlassung vorbereitet wird,
wie es laut unserem VollzG vorgesehen ist. Gerade
wenn jemand keine Wohnung hat, erstreckt auch
die Förderung der sozialen Kontakte. Denn dies ist
auch ein Punkt, bei der Reststrafenaussetzung
einem zum Vorwurf gemacht wird. Klar wünsche
ich mir auch endlich ein Leben ganz in Freiheit.
Ein Leben, das ich mir schon immer gewünscht
habe vor der Inhaftierung, was ich aber nie wirklich
ganz selbst auf die Reihe bekommen habe.
Welches ich mir selber während der Haft und im
Offenen Vollzug erarbeitet und aufgebaut habe.
Dieses Familienleben, gerade auch zu Lasten
meiner Kinder, mir erneut, ohne Eigenverschul-
dung, vorsätzlich kaputt gemacht wurde durch
blanke Willkür.
Schon alleine dafür wünsche ich mir, dass in
diesem Staat bzw. Rechtssystem mal was geändert
wird. Nichts willkürlich entschieden wird, weder
nach Lust und Laune oder Gesicht. Wie auch
immer der Maßstab der Entscheidungen gesetzt ist.
"Das Recht bleibt was Recht ist!"
Und nicht das einmal gesagt wird, laut dem und
dem Gesetz ist das so, aber wenn man selbst
damit anfängt, will keiner mehr etwas davon
wissen.
Ich wünsche mir, dass mal mehr die Augen auf
gemacht werden. Menschlichkeit in vielen Situatio-
nen zurückkehrt und nicht nach Laune. Viele Dinge
sorgfältiger, aber schnell geprüft werden. Klar,
Fehler machen wir alle, es ist menschlich! Außer
wenn es um Recht geht bzw. Gerechtigkeit. Neben
Menschlichkeit fehlt mir auch noch der Zusammen-
halt, den man auch mit vielen Dingen, wie der
Ehrlichkeit, verbinden kann. Wo ist das geblieben?
Gerade hier drin!
Jetzt sagen welche „Hallooo“ wir sind im Knast!!!
Ehrlichkeit???
Ja und???
Gerade hier braucht man sich doch nicht mehr
belügen. Gerade unter den „sogenannten“
Freunden. Denn jeder weiß, Freunde findet man
hier NICHT! Vielleicht vereinzelt. Man lässt wenn
man geht alles hinter sich, was die Mauern
verbergen.
Ich möchte genau das auch tun, die schönen Dinge
erleben und das wirkliche Leben endlich beginnen.
Denn man sollte sich immer vor Augen halten, dass
das Leben viel zu kurz ist und schneller vorbei sein
kann, als man denkt. Ich möchte, gerade weil ich
diese schmerzhafte Erfahrung mit den Tod meines
besten Freundes machen musste, jede Sekunde
nutzen und genießen mit den Menschen, die mir
wichtig sind in meinem Leben! Nicht hinter Mauern,
getrennt, mit der Angst, dass ich genau diese
Menschen nicht mehr wiedersehe.
Quelle: Unicode Emoji

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Haft Leben
7
Was mir wichtig ist
Weiter von Seite 6:
Da ich jeden Tag, den ich hier bin mit allen
Problemen und der Hilflosigkeit vieler Mitgefan-
genen konfrontiert werde, möchte ich gerne danach
etwas dafür tun, um vielleicht zu helfen, zu
unterstützen, eventuell über einen Verein oder
ähnliches. Damit gerade diejenigen, die der
endlosen Willkür bzw. Schikane oder Ermessens-
entscheidungen der JVA nicht alleine ausgesetzt
sind. Gerade auch bei Jugendlichen aus Brenn-
punkten oder zur allgemeinen Vorsorge schon viel
eher die Augen geöffnet werden über unser
Rechtssystem und die zu erwartenden Folgen ihrer
Taten.
(HL/PP) Als Kind war mir wichtig, Geborgenheit
und Liebe von meinen Eltern zu bekommen, dass
sie mir zuhören und einfach für mich da sind. Klar,
habe ich mich auch als Kind gefreut, wenn ich
Wünsche hatte, die mir erfüllt wurden. Ob Spiel-
zeug - was ich unbedingt haben wollte, aber auch
in den Urlaub fahren waren einfach wunderschöne
Ereignisse, wo ich sehr dankbar darüber war,
denn es ist ja nicht selbstverständlich.
Später waren Freunde und Freizeit (Kampfsport;
Klavier Unterricht; etc.) für mich wichtig. Ein paar
Jahre später wollte ich meinen Realschul-
abschluss absolvieren und eine vernünftige
Ausbildung finden, aber auch eigenständige
Entscheidungen treffen, die im Nachhinein nicht
immer richtig waren. Doch wie sagt man so schön,
aus Fehlern lernt man!
Da Mobbing eine große Rolle in meinem Leben
spielte, war es für mich lebenswichtig, akzeptiert
zu werden, denn es ist egal, wer man ist, wie man
aussieht
oder
woher
man
kommt,
denn
akzeptieren und respektieren kann man eine
Person ja trotzdem, damit ein Miteinander möglich
ist. Denn man muss ja nicht "best friend" werden,
aber man möchte wenigstens respektiert werden,
wäre meine Meinung.
Weiter im nächsten Kasten:
...
Da diese Zeit mich sehr geprägt hat, ist es nicht
immer leicht gewesen, dadurch war es für mich
lebenswichtig, selbstbewusster und stärker zu
werden, um darüber zu stehen, was mir im
Nachhinein auch gut gelungen ist, durch wahre
Freunde, die zu mir gestanden haben, aber auch
durch meine Familie, die mir mit Rat und Tat zur
Seite standen, egal in welcher Situation, somit
stand Dankbarkeit bei mir an erster Stelle.
Doch dann kam ein großer Wendepunkt in meinem
Leben, wo ich die Neugier bzw. Lust auf Drogen
gefunden habe. Damit war mir meine Familie
erstmal egal und das Wichtigste waren die Drogen.
Dann lernte ich meinen Mann kennen, der dann
das Wichtigste in meinem Leben wurde und auch
noch ist. Er schenkte mir dann einen Hund und von
da an waren mir beide sehr wichtig. Für die beiden
da zu sein und sie zu lieben wie meine eigene
Familie, ist auch für mich sehr schön und gibt mir
immer noch Hoffnung.
Später bin ich in den Knast gekommen und lernte
das Leben zu schätzen, was man draußen hatte,
da ich hier drin ja komplett von null wieder
angefangen habe. Auch fehlt mir total die Freiheit,
deswegen ist mir lebenswichtig, wieder Freunde zu
haben und einfach das zu machen, worauf man
gerade Lust hat. Trotz dessen möchte ich hier drin
gern meine Ausbildung beenden, um mir dann
draußen einen Job zu suchen, um mich später mit
meinem Mann selbstständig machen zu können.
Denn wer möchte nicht ein halbwegs ordentliches
Leben führen, ohne auf's Geld achten zu müssen?
Fazit:
Was für mich (lebens-) wichtig ist:
Akzeptanz
Toleranz
Respekt
Ehrlichkeit
Familie
das Leben - bzw. was man hat zu schätzen
weiß
Offenheit
Freiheit
Liebe
Freundschaft
Vertrauen
Geborgenheit
Dankbarkeit

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
8
(HL-GR) Was ist mir wichtig? Hm…doofe Frage!
Alles… und nichts!
Okay…mal überlegen. Momentan beschäftige ich
mich sehr oft und intensiv mit der vorzeitigen
Haftentlassung nach § 57 auf Therapie. Der ganze
Schreibkram, zig Stellungnahmen, Gegendarstel-
lungen, Kostenzusicherung beantragen und ver-
längern, Therapieplatz zum x-ten mal verschieben,
Landgericht, Oberlandesgericht…usw.
Damit bin ich relativ gut beschäftigt. ;)
Im Grunde ist das auch tagesformabhängig…
manchmal ist mir alles nur noch rille…komplett egal
alles. Das sind die Tage der Resignation und
Frustration, wenn mal wieder alles abgelehnt
wurde. An anderen Tagen bin ich optimistischer
und damit auch motivierter und agiler. Dann
beantworte ich Briefe, schreibe Anträge und/oder
Stellungnahmen etc. Wichtig ist mir - bezogen auf
die Haft - dass ich nicht komplett abstumpfe und
irgendwann
nicht mehr
aus dem Tief
der
Resignation herauskomme. Die Haft bringt gewisse
Verhaltensweisen mit sich…und ich bin bemüht,
mir nur die wichtigsten anzunehmen. Und diese
auch nur bedingt bzw. temporär—draußen möchte
ich
ganz
gern
wieder
open
minded
und
unbeschwert durchs Leben gehen können. Hier bin
ich lieber verschlossen und misstrauisch. Nervt
extrem auf Dauer….
Die wichtigsten Dinge kann ich eh nicht kaufen und
derzeit nicht einmal sonderlich beeinflussen oder
daran mitwirken.
Meine Familie und meine Freunde sind mir sehr
wichtig und ich wünsche mir sehr, dass es allen gut
geht und sie alle gesund bleiben. Auch ich gebe mir
hier Mühe, mit den minimalen Mitteln hier an
meiner Gesundheit zu arbeiten, physisch und
psychisch.
Ich weiß nicht, ob man im Knast von Freund-
schaften sprechen kann. Liegt sicher auch an
jedem selbst, wie er Freundschaft definiert und was
für Ansprüche man hat an sich und an sein
Gegenüber. Draußen wie drinnen sind meine
Ansprüche daran relativ hoch; hier drinnen fast
noch höher als draußen. Ich hab lieber nur einen
Freund als viele, von denen dann, wenn es brenzlig
wird, nicht einer zu mir steht.
Ist aber-laut Gutachter-eh ein Übungsfeld bei mir. ;)
Fällt mir jedoch noch schwer, meine Ansprüche an
mich und andere herunterzusetzen. Denn gerade
hier ist ein echter Freund doch GOLD wert.
Also:
Ich brauch die richtigen Leute bei mir, etwas zu
essen und zu trinken, bissl Sonne wär ganz nett,
eine sinnvolle Beschäftigung, die möglichst auch
noch Spaß macht…thats it!
Alles andere sind Zugaben, ich hätte natürlich auch
nix gegen etwas Luxus und Wohlstand, coolen Job
usw. Aber das sind nicht die essentiellen Dinge, die
sowas wie Freundschaft, Nähe, Liebe und Gebor-
genheit/Sicherheit ersetzen können.
Und an größeren Projekten wie nachhaltig leben
usw. kann ich leider in Haft null teilhaben/mitwirken.
Aber das ist mir auch wichtig-für draußen dann.
Was mir wichtig ist
(HL – HD) Als ich vor fast 11 Monaten hierher kam,
war ich zwar darauf gefasst, dass dieser Tag
kommt, aber zugleich noch nicht bereit.
Im Nachhinein bin ich ganz froh, dass es
geschehen ist, auch wenn das jetzt vielleicht
unsinnig für den einen oder anderen klingt. Im
Grunde
habe
ich
jetzt
eine
relativ
gute
Ausgangsbedingung, um meine Zukunft wieder so
zu gestalten, wie ich es ohne Drogen schon mal
fast geschafft hatte.
Man muss Gefühle, Tränen, Angst, Vergangen-
heitsgefühle einfach zulassen und bewältigen,
damit man mit allen ganzen Sch… hier drinnen
fertig wird und abschließen kann.
Ein wirklich erfolgreiches Leben zu leben heißt,
Erfolg und Erfüllung zu finden.
Das kann ich z. B. nur erreichen, in dem ich diesen
jetzigen
Lebensabschnitt
vergesse
und
eine
Lebensabsicht daraus mache, die besser ist.
Ich will und ich kann müssen als Lebensaufgabe
erkannt und erfüllt werden. In dem ich auch endlich
mein wahres ICH selbst verwirkliche.
Also:
Lebe deinen Traum und
träume nicht dein Leben.
Das heißt: Erst wenn man sich Veränderungen
vorstellen kann, wird eine Veränderung bis hin zum
Ziel erst möglich werden. Mein Ziel sind, meine
Kinder wieder bei mir zu haben und endlich wieder
als Mutter und Ehefrau zu agieren. Mehr möchte
und brauche ich nicht für meine Zukunft.
Das wichtigste im Leben ist nicht das Geld,
sondern Familie und Liebe.
Denn beides ist unbezahlbar.

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Haft Leben
9
Was mir wichtig ist
Alle Fotos: free, Pixabay
(HL-AL) Nun ja, das ist ja schon wieder so ein
Thema, dass sehr in persönliches Terrain geht…
Also ich spule ganz einfach mal zurück und stelle
mir selbst die Frage: „Was war in meinem Leben
bisher so, dass ich es lieber nicht hätte tun sollen?“
Also quasi so, warum habe ich nur? … Hätte ich
mich nicht auf Stefan eingelassen, wäre mir der
ganze Trennungsschmerz erspart geblieben. Wäre
ich nicht nach Erfurt gegangen, hätte ich jetzt einen
coolen Job in Berlin. Hätte ich nie mit den Drogen
angefangen, dann wäre mir die Haft erspart
geblieben… Nun ja, Stefan habe ich mal für meine
große Liebe gehalten. Und weil mir mein Geburtsort
zu klein wurde und es dort nach meinem Studium
bessere Job-Möglichkeiten gab, bin ich nach Erfurt
gezogen. Der Rest ist halt dumm gelaufen und ich
bin nicht stolz drauf. Wenn man mit vergangenen
Entscheidungen hadert, will man damit nur seine
Unzufriedenheit erklären. Mittlerweile ist mir aber
klar, dass die Vergangenheit lieber ruhen sollte,
denn die Zukunft will erobert werden.
Und das geht mit hadern ganz schlecht. Es ist ein
Blick aufs Leben, der ausschließlich rückwärts
gerichtet ist, der alles, was positiv war, ausblendet
und den Fokus nur auf das lenkt, was nicht so gut
gelaufen ist und negative Energie produziert,
positive Energie blockiert. Dieses „Hätte“ ist immer
falsch: Denn es ist nie zu spät, unsere Zeit ist jetzt
und von Erfurt (bzw. Chemnitz) kann man jederzeit
nach Berlin, Dresden oder Arnstadt wechseln. Seid
also gnädig mit eurer Vergangenheit, eure Zukunft
wird es euch danken!
Also wichtig für mich momentan wäre es, wieder im
Kreis meiner Familie und engsten Freunde zu
sein… also quasi so: ich will mein Leben zurück!
Denn es vergeht kein Tag, kein Augenblick, an dem
ich nicht an das Elend hier denke. Ja, Freiheit ist für
mich lebenswichtig, eben gerade aus meiner
jetzigen Situation heraus. Aber zum Glück können
die uns ja nicht ewig wegsperren und im Hinblick
auf mein Leben nach der Haft ist mir auf jeden Fall
wichtig, weiter persönlich zu wachsen (auch auf
geistiger und spiritueller Ebene)... klingt komisch, ist
aber so.
Den folgenden Text hat uns die Redaktion der
Dresdener Gefangenenzeitung „Der Riegel“ zur
Verfügung gestellt. Vielen Dank!
Woran fühle ich mich in meinem
Leben gebunden?
[SK-DD] Mich bindet die Tatsache, dass ich fürs
Leben atmen muss. So wie ich lebe und schon
gelebt habe, muss ich ganz klar zugeben, dass ich
einen großen Bund mit der Gesundheit abge-
schlossen habe. Ohne diese Gesundheit wäre ich,
so glaube ich, nicht so stark an mein Leben
gebunden.
Genauso ist es mit der Liebe! Würde mich keiner
lieben oder könnte ich nicht lieben, so wäre die
Bindung, zu egal was, eher schwach.
Dann gibt es da noch die Zwänge und auch noch
die Naturgesetze, an die ich mich sehr stark
gebunden fühle. Rein physisch befinde ich mich
zwar immer in der Gegenwart, im Hier und Jetzt, in
dieser Sekunde, doch wie oft vom immer ist das
auch meine Wahrnehmung? Oft wird mir bewusst,
dass ich mich der Gegenwart entbinde, physisch
nicht möglich, doch geistig sieht es anders aus.
Wieso auch immer?!?
Ich würde sagen, fast ständig bewegen sich meine
Gedanken in der Zukunft oder in der Ver-
gangenheit. Bewusst sowie auch unbewusst! Was
für eine dumme Angelegenheit, sich im Ver-
gangenen zu bewegen oder sich ständig um etwas
zu sorgen, was noch gar nicht passiert ist.
Fakt ist, alles kommt aus der Gegenwart! Tag ein,
Tag aus, bis es dann mal aus ist. Mit diesem
Wissen kann ich ganz sicher behaupten, aber
auch nur mit diesem Wissen, dass ich an die
Gegenwart am festesten gebunden bin, auch wenn
ich nicht so oft das Gefühl habe.
Die Gegenwart ist der Schlüssel zum Glück!

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
10
Neuer offener Vollzug
(HL/JVA-C) Im offenen Vollzug werden Gefangene
untergebracht, bei denen eine Fluchtgefahr oder
die Gefahr der Begehung von Straftaten nicht zu
befürchten ist. Insofern eröffnet der offene Vollzug
geeigneten Gefangenen die Möglichkeit, sich durch
ein weitgehend normales Leben schon vor der
Haftentlassung auf die Freiheit vorzubereiten. Die
Gefangenen gehen tagsüber einer Ausbildung oder
einer geregelten Arbeit nach. Des Weiteren können
sie auch außerhalb des offenen Vollzuges unter
anderem eigenständig Einkäufe erledigen, die
externen Suchtberatungsstellen aufsuchen oder
sich mit der Agentur für Arbeit in Verbindung
setzen.
Der Neubau des offenen Vollzuges ist ent-
sprechend seiner Nutzung in drei Flügel unterteilt.
Der östliche Flügel sieht im Erdgeschoss den
Mutter-Kind-Bereich und im Obergeschoss den
Bereich des Jugendarrestes vor. Dieser Haft-
bereich hat einen kleinen Innenhof, der von einer
Fluraufweitung umfasst wird. Diese Fluraufweitung
dient als Spielbereich für die Kleinkinder. Im
nördlichen Flügel sind die Frauen und im
westlichen Flügel die Männer auf jeweils zwei
Stationen untergebracht.
Die Besonderheit am Neubau besteht auch darin,
dass die baulich-technischen Sicherheits-anforde-
rungen geringer sind als im geschlossenen Vollzug.
So können sich die Gefangenen innerhalb ihrer
Haftflügel frei bewegen und den Außenbereich für
Sport oder Gartenarbeit aufsuchen. Auf Grund der
Struktur des Gebäudes untergliedern sich die
Freiflächen in drei große Bereiche; den Garten für
Mutter und Kind, die Freianlage des Jugend-
arrestes für junge Frauen und die Freifläche des
offenen Vollzuges für Männer und Frauen. Die
Gefangenen sollen beim Aufenthalt im Freien die
Möglichkeit erhalten, neben sportlicher Betätigung
auch Natur erleben zu können. Das Grundstück ist
mit Zaun eingefriedet. Im Bereich Mutter und Kind
verhindert ein Sichtschutz ungewollte Einblicke.
Diese Freifläche ist mit Spielgeräten, Sitzbereichen
und Hochbeeten ausgestattet. Angrenzend befindet
sich die Freianlage Jugendarrest, eingefriedet
ebenfalls mit einem Zaun. Der Bereich Jugend-
arrest beinhaltet einen Volleyballplatz, Tischtennis-
platten und Sitzgelegenheiten. Die Freifläche für
Männer und Frauen ist in verschiedene Bereiche
gegliedert. Es sieht ein Kleinspielfeld für Volleyball
und Basketball sowie Tischtennisplatten vor.
Sitzgelegenheiten am Ausgang des Sportraumes
mit befestigter Fläche und individuellen Sitz-
gelegenheiten im modellierten Gelände runden die
Aufenthaltsqualität ab. Außerdem gibt es einen
Therapiegarten. Die Verkehrserschließung erfolgt
auf nordwestlicher Richtung durch die Zufahrt von
der Thalheimer Straße aus.
Impressionen vom neuen
offenen Vollzug:

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Haft Leben
11
Neuer offener Vollzug
- Mutter-Kind-Bereich, Küche
- Obergeschoss, Bereich des Jugendarrestes
- Flur „Offener Vollzug“, links Zugang für die
Frauen, rechts für die Männer
- Eine der Küchen
- Den Sportbereich nutzen Frauen und Männer
- Der Außenbereich
Fotos: HL/LR, 08/2018
Diese Haftraum-
Fotos entsprechen
in etwa auch denen
des offenen
Vollzuges auf der
gleichen Etage

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
12
Lisa und Wolle in der JVA Chemnitz
Liebe HaftLeben-Leser*innen,
am 31. Mai 2018 durften mein Mitmusiker Wolle
und ich bei euch auftreten. Sehr gern möchten wir
eure Fragen beantworten und unsere Eindrücke
wiedergeben. Tut mir leid, dass es ein paar Tage
gedauert hat, dafür wird der Text jetzt ordentlich
und etwas länger.
Als ich die erste E-Mail des Kunst- und
Literaturvereins für Gefangene e.V. erhielt, habe
ich sie glatt übersehen, weil mir der Absender nicht
bekannt war. Zwei Wochen später erhielt ich vom
gleichen Absender eine weitere E-Mail mit der
Nachfrage, ob ich schon eine Antwort geben
könne. Nun sah ich mir die Nachricht genauer an
und war ziemlich überrascht: Eine Anfrage, ob wir
in der JVA Chemnitz auftreten könnten. Ich habe
mich dabei überhaupt nicht komisch gefühlt und
hatte auch keine großen Bedenken – ich war
einfach nur etwas verdutzt, denn ich wusste offen
gestanden überhaupt nichts über das Leben in der
Haft und war positiv überrascht, dass Konzerte für
die Inhaftierten überhaupt möglich sind.
Also kontaktierte ich Wolle und fragte ihn, was er
davon halte. Wolle und ich lernten uns 2014 über
eine Online-Ausschreibung am „Schwarzen Brett
für Musiker“ kennen. Der Altersunterschied störte
uns überhaupt nicht und von der ersten Probe an
hatten wir einen guten Draht zueinander. Wir sind
herrlich unkompliziert zusammen und werden uns
auch recht schnell einig.
Der Name 2Lines-in steht für diese Unkompli-
ziertheit; an einem Mischpult benötigen wir nur
2 Eingangskanäle – der technische Aufwand hält
sich also auch in Grenzen.
Schnell war klar: Wir sind einfach nur neugierig! Da
wir beide noch nicht einmal zu einem Tag der
offenen Tür eine Haftanstalt von innen gesehen
hatten, war uns beiden klar, dass wir hier eine völlig
neue Erfahrung sammeln werden.
Im Vorfeld machten wir uns einige Gedanken:
Welche Musik die Frauen wohl gerne hören? Was,
wenn wir mit unserer Songauswahl vollkommen
daneben liegen? Ob die Zuhörerinnen wohl gute
Laune haben werden? Ich hätte ja auch Ver-
ständnis, wenn man in dieser Situation keine so
gute Laune hat…
Schlussendlich suchten wir die Titel so zusammen,
dass wir glaubten, dass für jeden Geschmack wohl
etwas dabei sein wird.
Am Tag des Auftritts war es brütend heiß und ein
Gewitter braute sich gerade zusammen. Während
ich knapp zwei Stunden aus Bayreuth anreiste,
hatte Wolle es mit der Anfahrt aus Leipzig mit einer
Stunde Anfahrt zwar kürzer, hatte aber das Auto
bis unters Dach allein mit der ganzen Technik
beladen müssen. Mit seinem Auto fuhren wir in die
Schleuse ein. Wir witzelten ein wenig, wahr-
scheinlich weil wir beide ein etwas mulmiges
Gefühl hatten, vor allem nachdem wir die Handys
und unseren Personalausweis abgegeben hatten.
Das mulmige Gefühl lichtete sich aber schnell, als
wir von einer sehr netten Mitarbeiterin (Frau
Böttcher) in Empfang genommen und zum
Auftrittsgebäude gebracht wurden. Im Hof spielten
einige Frauen gerade Volleyball, die Stimmung bei
ihnen schien gut zu sein.
Der Aufbau verlief reibungslos und dann ging es
auch schon los. Von der Resonanz waren wir
vollkommen baff. Von allen Auftritten, die wir bisher
hatten, war dieses Publikum auf jeden Fall das
Bestgelaunteste und Aktivste, das wir je hatten.
Das Musizieren hat uns riesigen Spaß gemacht,
vor allem, da so viele Frauen auch mitsangen und
sich offensichtlich über die Lieder freuten.
Wir haben großen Respekt davor, wenn Menschen
auch in schwierigen Situationen ihren Humor und
ihre Freude nicht verlieren und wünschen allen
Inhaftierten weiterhin viel Durchhaltevermögen und
die Fähigkeit, den Spaß nicht zu verlieren und die
schönen Momente richtig zu genießen.
Für uns war es eine tolle Erfahrung, über die wir
aber auch ganz schön viel nachgedacht haben. Wir
alle machen jeden Tag Fehler, kleine und größere,
doch die meisten haben nicht so weitreichende
Konsequenzen. Eine Dummheit und schon ist das
Leben nicht mehr selbstbestimmt – von außen
betrachtet schwer vorstellbar. Wir haben an dem
Tag auf jeden Fall keine Straftäterinnen gesehen,
sondern sympathische, fröhliche Frauen und dieses
Bild wird uns auch so im Gedächtnis bleiben.
Liebe Grüße
Wolle & Lisa
Foto: Lisa-2018

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Haft Leben
13
Eine Geschichte zum Festnageln...
Rentenversicherungsbeiträge
für die Knastarbeit 1.0
(HL/StrAnd) Keine Rentenversicherungsbeiträge für
Knastarbeit zu zahlen ist ein Skandal!
Und es versetzt der Ideologie von „Resozialisie-
rung“ durch Haft zumindest einen heftigen Knacks.
Wer heutzutage jemanden wegsperren will, der
muss sagen, er wolle ihn / sie „resozialisieren“.
Denn in demokratischen Staaten gilt es als falsch,
Menschen in ein dunkles Loch zu werfen, um Ruhe
zu haben.
Und weil sie es immer und überall erzählen, weiß
heute jedes Schulkind, was Resozialisierung
bedeutet - nämlich, jemanden in die Gesellschaft
zurückzuführen.
Doch was heißt schon Gesellschaft? Draußen
meint das neben Familie - vielleicht - und ein paar
netten Stunden am Wochenende vor allem eins:
ARBEIT!
Und das ist kein Spaß, sondern eine ziemliche
Quälerei. Für das Alter genug vorzulegen, um dann
mit der Rente wenigstens so halbwegs über die
Runden zu kommen, ist für viele tatsächlich ein
wichtiger
Grund,
sich
einen
so
genannten
geregelten Job überhaupt langfristig anzutun.
Ja, es könnte schlimmer sein. Soziale Errungen-
schaften wie die Rentenversicherung oder der
(„kürzlich“) eingeführte Mindestlohn haben die
Arbeitswelt ein bisschen zivilisierter gemacht. Doch
beides
gibt
es
eben
im
Gefängnis
nicht!
Ausgerechnet da also, wo man in jedes zweite
„Konzeptpapier“ schreibt, was draußen kaum noch
einer glaubt: Das Lohnarbeit einfach gut tut und
Selbstverwirklichung bedeutet. Arbeit soll eine
Perspektive
schaffen,
damit
man eben nicht abrutscht.
Das ist auch der Grund, warum
in „einigen“ der neuen Landes-
strafvollzugsgesetze an einem
Arbeitszwang festgehalten wird,
den man nicht Zwangsarbeit
nennen darf. Dass nun die CDU
immer
wieder
sagt,
wegen
dieser Unfreiwilligkeit könnten
keine Rentenbeiträge für Knast-
arbeit bezahlt werden, ist nicht
nur
zynisch,
sondern
auch
unlogisch.
Den Gefangenen ausgerechnet
die
Alterssicherung
zu
ver-
weigern, tritt die Idee mit Füßen,
sie durch Arbeit in geregelte
Bahnen zu führen.
Quatsch und Schmarrn ist das mit der Resozia-
lisierung eh: Knast bringt niemanden Arbeit,
sondern macht es schwerer. Wer mit erzwungener
Lebenslücke und Vorstrafe einen vernünftigen Job
bekommt, der hat das TROTZ und nicht WEGEN
der Haft geschafft.
Der Staat wird auf Haftstrafen nicht verzichten, weil
er keine bessere Idee hat.
Die Behauptung, man täte das zum Besten der
Gefangenen, ist zwar mehr als unwahr, hat aber
doch wenigstens ein Gutes: Wer im System
arbeitet - ob als Politiker oder Polizist - der muss
selbst an das Märchen von der Resozialisierung
glauben, um den morgendlichen Blick in den
Spiegel ertragen zu können. Und darum kann man
ihn auch darauf festnageln, wenn man nur hart-
näckig genug bleibt.
Rentenversicherungsbeiträge
für
Knastarbeit
stehen schon seit 1976 im Strafvollzugsgesetz. Im
Herbst vorletzten Jahres lag diese Forderung auch
mal wieder auf dem Tisch der Justizminister-
konferenz. Und denen muss man das alte Ver-
sprechen des "Rechtsstaates" genau so unter die
Nase reiben, wie des die Gefangenengewerk-
schaften und ihre Unterstützer heute tun. Das
zwingt die Gesellschaft endlich zu handeln, wenn
sie nicht am Ende doch noch zugeben will, dass
Knast in erster Linie bedeutet, Menschen in ein
dunkles Loch zu sperren, um Ruhe vor ihnen zu
haben.
Beispiel für einen Arbeitsplatz , „Wäscherei“, JVA Chemnitz
Foto: , Archiv HL

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
14
Wäscherei-Wünsche
Auf Wunsch der Mitarbeiter der Wäscherei und für euch zum Verständnis drucken wir hier
nochmal die Verfahrungsweise und den Umgang mit den Kabelbindern ab.
Anleitung für die Verwendung von Kabelbindern für Wäschenetze
Die Kabelbinder für die Wäschenetze sind für den
einmaligen
Gebrauch bestimmt.
Der Kabelbinder ist eine Handbreite unterhalb der der Öffnung des Wäschenetzes fest
anzubringen.
Das Ende des Kabelbinders ist auf ca. 3 cm (Entfernung vom Kabelkopf) zu kürzen.
Folgende Fehler treten bei der Verwendung der Kabelbinder auf:
die Kabelbinder werden mehrmals verwendet
(Anm. der Redaktion: Kein Wunder bei
dem Preis!)
die Kabelbinder sind nicht fest genug angezogen
die Verzahnung der Kabelbinder zeigt nicht zum Kabelkopf mit Haltezunge, sondern die
unverzahnte glatte Seite
die Kabelbinder sind verdreht
die Kabelbinder sind nur um das Netz gelegt
abgeschnittene Kabelbinder ohne Kabelkopf werden verwendet
Das hat u. a. den Verlust und die Beschädigung der Wäsche zur Folge!
Foto: JVA Chemnitz

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Haft Leben
15
(HL/HD) Es war einmal wieder so weit. Der zweite
Mukki-Tag in der JVA-Chemnitz fand statt. Für uns
Mütter war es das schönste Erlebnis in der ganzen
Zeit. Es wurde gelacht, vor Freude geweint und
gespielt. Die Freude und die funkelnden Kinder-
augen, wo sie auf ihre Mütter trafen, war ein sehr
schönes und bewegendes Gefühl. Ich selbst hatte
auch an diesem wundervollen Tag teilgenommen
und deshalb weiß ich, welche bewegenden
Emotionen bei diesem Ereignis, nach Monate
langem Wartens auf diesen Tag, in den Müttern
emporsteigt. In diesen Stunden vergisst man die
Mauern und das ganze drum herum. Alle Mütter
konnten sich auf das Wichtigste konzentrieren, was
es auf der Welt gibt, UNSERE KINDER.
Ich möchte euch natürlich nicht nur meine Version
von diesem Tag nahe bringen und befragte eine
teilnehmende Mutti. Frau S.
HaftLeben:
War das dein erster Mutter-Kind-Tag?
Frau S.:
Nein war er nicht, es war der 7. Mutter-
Kind-Tag, den ich mitgemacht habe.
HaftLeben:
War einer besonders schön?
Frau S.:
Alle Mukki-Tage waren schön, da die Zeit
mit meinen Kindern mir sehr wichtig ist und sie
genießen es genau so wie ich.
HaftLeben:
Wie empfand die Begleitperson dies?
Frau S.:
Da ich mit allen Bezugspersonen gut zu
recht komme, empfinden es beide Seiten für nicht
unangenehm, sondern, man kann sich auch dann
gut austauschen, wie es mit den Kindern weiter
geht.
HaftLeben:
Gefiel es dir vom Ambiente?
Frau S.:
Es ist besonders schön, dass man jetzt im
Sommer auf der Terrasse seine Zeit verbringen
kann, da fühlt man sich doch etwas freier.
HaftLeben:
Könnte der Mukki-Tag zeitlich länger
gehen?
Frau S.:
Natürlich könnte es viel länger gehen, da
jede Minute wichtig ist, die ich mit meinen Kindern
verbringen kann. Aber drei Stunden sind schon zu
den vorherigen (da waren es vier) zu wenig. Es
sollte schon wieder auf vier Stunden hoch gesetzt
werden.
HaftLeben:
Bitte schildere dein Resümee zu
diesem Tag!
Frau S.:
Für mich sind die Mutter-Kind-Tage immer
sehr wichtig. Es ist die Zeit, die ich ausschließlich
und explizit mit meinen Kindern verbringen und
genießen kann. Wären diese Tage nicht, hätte ich
nur in den Schulferien Besuch von meinen Kindern.
Deswegen bin ich sehr dankbar, dass die JVA
solche Projekte überhaupt möglich macht.
Ein ganz großes DANKESCHÖN möchte ich an
unsere gute JVA-FEE Frau Köhler senden. Dies ist
unsere ehrenamtliche Helferin, die nicht nur beim
Mukki-Tag eine große Rolle spielt, sondern auch
jeden Dienstag und Mittwoch zum Basteln und
Stricken für uns da ist.
Ein DANKESCHÖN auch an unsere Organisa-
torinnen und Begleitpersonen Frau Bauer und Frau
Parthum.
DANKESCHÖN, dass sie uns diesen wunder-
schönen Tag ermöglicht haben und ich bzw. wir
Mütter freuen uns schon auf den nächsten
MUTTER-KIND-TAG in der JVA-Chemnitz.
Mutter-Kind-Tag in der JVA
Deine Kinder
sind nicht Deine Kinder.
Sie sind die Söhne und
Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch Dich,
aber nicht von Dir,
und obwohl sie bei Dir sind,
gehören sie Dir nicht.
Du kannst ihnen Deine Liebe geben,
aber nicht Deine Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Du kannst ihrem Körper ein Heim geben,
aber nicht ihrer Seele.
Denn ihre Seele wohnt im
Haus von morgen,
das du nicht besuchen kannst,
nicht einmal in Deinen Träumen.
Du kannst versuchen ihnen gleich zu sein,
aber suche nicht, sie Dir gleich zu machen.
Denn das Leben geht nicht rückwärts und
verweilt nicht beim gestern.
Du bist der Bogen von dem Deine Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Lass Deine Bogenrundung in der Hand
des Schützen Freude bedeuten.
- Khalil Gibran -
(* 1883 - † 1931 libanesisch-amerikanischer Maler, Philosoph und
Dichter)

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
16
Offener Vollzug für die Thüringerinnen
OVA Tonna
(HL/DA) Viele von uns streben eine heimatnahe
Verlegung in den Offenen Vollzug an, um sich
Schritt für Schritt wieder in das ganz normale
Leben einzugliedern. Jedoch stellen sich uns viele
Fragen: darf ich draußen arbeiten? Wie ist es mit
Lockerungen? Darf mich meine Familie besuchen?
Und vieles mehr.
Diese Fragen stellten sich mir auch, als meine
Verlegung anstand. Als ich in Tonna ankam, ging
es in einen kleinen Flachbau, der sich gegenüber
dem geschlossenen Vollzug befand. Dieser erhebt
sich über zwei Etagen. Als erstes wurde mir meine
Habe ausgehändigt wie mein Schmuck und
natürlich
mein
Handy
nach
Angabe
der
Telefonnummer. Meine ganzen privaten Sachen
erhielt ich natürlich auch sowie alle Elektrogeräte.
Davon darf man fünf Stück haben ohne Handy.
Als nächstes erfolgte ein kurzer Rundgang, wo ich
von der Kammer einen Korb erhielt mit Bettwäsche,
Matratzenschoner und Geschirr. Was man nicht
benötigt, kann man abgeben. Im Erdgeschoss
befindet
sich
eine
Gemeinschaftsküche
mit
Speiseraum, welcher eine Mikrowelle beinhaltet,
einen Waschmaschinenraum, wo die Wäsche von
einer
Hausarbeiterin
gewaschen
wird.
Auf
genehmigten Antrag ist es möglich, mit eigenem
Waschmittel die eigene Wäsche waschen zu
lassen, vorausgesetzt, man geht nicht übers
Wochenende nach Hause. In der Kammer ist es
zweimal wöchentlich möglich, Arbeitskleidung,
Handtücher usw. sowie diverse Hygiene- bzw.
Putzmittel
getauscht
oder
ausgehändigt
zu
bekommen.
In dem offenen Vollzug befinden sich drei Gänge.
Zwei für Frauen unterteilt in Rentner, junge Leute,
Arbeiter und einen Mittelgang für Männer. Auf der
oberen Etage befinden sich nur zwei Gänge mit
Männern, die Büros vom ADL, Sozialarbeiterin
sowie
des
Leiters
und
ein
sehr
schöner
Kraftsportraum. Ich wurde auf den ersten Frauen-
gang gelegt, der neun Einzelzimmer beinhaltet,
einen Sanitärbereich mit Toiletten und drei
Duschkabinen sowie einer Küche mit Speiseraum.
Mein Zimmer war durch die Sichtschutzfolie am
Fenster relativ dunkel, dazu gibt es an jedem
Fenster Gitter. Ansonsten kann man sich sein
Zimmer, was ein Bett, einen Schreibtisch, ein
langes
Wandregal,
einen
Schrank
und
ein
Waschbecken mit leider nur kaltem Wasser
gestalten wie man möchte, sogar auch malern. Der
Außenbereich erstreckt sich über die ganze Länge
des Gebäudes. Hier hat man die Möglichkeit,
Tischtennis zu spielen oder in den Beeten
gärtnerisch tätig zu werden. Hier finden sich unter
anderem Obstbäume und Gewächshäuser, ein
Teich mit Goldfischen und ein Steinofengrill, wo
man gemeinsam grillen kann, wann man möchte.
Am nächsten Tag hatte ich eine Art Zugangs-
gespräch, in dem noch einmal alle Regeln erklärt
wurden und die Lockerung, die sich hier in Stufen
aufteilt, besprochen. Hierbei ist es wichtig, was
man schon für Lockerungen im Vornherein hatte.
Wobei man oft erst einmal eine Stufe niedriger
eingestuft wird und nach zwei Wochen schon in die
nächst höhere kommt. Was sich danach natürlich
schwieriger gestaltet, da die nächste Stufe
mindestens erst nach sechs Wochen möglich ist.
Für mich wurden für die ersten zwei Wochen
Stufe 2 angesehen, dass bedeutete für mich zwei
Samstage im Monat von 7:30 Uhr bis 18:00 Uhr
ohne Bezugsperson in der Stadt oder wo auch
immer unterwegs sein zu können. Danach erhielt
ich Stufe 3, wo ich jeden Samstag von 7:30 Uhr bis
18:00 Uhr ohne Bezugsperson raus konnte. Nach
sechs Wochen erhielt ich Stufe 4 mit zwei
Samstagen 7:30 Uhr bis 18:00 Uhr und zwei
Samstage 7.30 Uhr bis Sonntag 18:00 Uhr. Die
einzelnen Fristsetzungen für die Zuweisung der
nächsten Lockerungsstufe entscheidet jeder OV
allein.
Da Männer und Frauen dort gemeinsam sind, sollte
Frau es tunlichst vermeiden, mit zu kurzen Sachen
oder gar bauchfrei herumzulaufen. Dies ist auch so
vorgeschrieben. Auch die Männer dürfen nicht
oberkörperfrei herumlaufen, noch dazu besteht ein
Abstand zu den Männern von 20 cm. Ab 21:00 Uhr
wurde jeder Gang zugeschlossen. Dennoch konnte
man sich auf seinen Gang weiterhin frei bewegen
oder gemeinsam mit den anderen Frauen sich die
Nacht um die Ohren schlagen.
Besuch darf man natürlich auch erhalten und das
"OHNE ANTRAG". Hierzu muss man nur kurz in
der Pforte Bescheid geben, dass man Besuch in
zum Beispiel einer Stunde erhält. Weiterhin kann
man auch da sich weitere Sachen bringen lassen
wie zum Beispiel privates Bettzeug, Töpfe, Besteck
bis hin zu den benötigten Elektrogeräten (Laptop,
Tablet, Mixer, Glätteisen usw.) welche in einer von
der OVA vorgefertigten und nur auf dich bezogenen
Liste vermerkt werden.

Haft Leben
17
Offener Vollzug für die Thüringerinnen
Auch Geld kann man sich bringen lassen oder
selbst mitbringen, ohne dass man dieses abgeben
muss oder dies gezählt wird. Da ich natürlich
erstmal keine Arbeit hatte, habe ich erstmal den
Hausarbeiterin-Posten bekommen. Natürlich wollte
auch ich einem richtigen Job nachgehen.
Dazu musste ich immer wieder Anträge für
Ausgänge zum Arbeitsamt sowie für Vorstellungs-
gespräche stellen. Die Fahrtkosten mit dem Zug
bezahlt man selbst, was auf Dauer sehr teuer wird,
da der Lohn als Hausarbeiterin gar nicht ausreicht,
denn man benötigt ja auch noch Hygieneartikel,
Lebensmittel uvm. Für diese Dinge konnte man
einmal in der Woche für zwei Stunden zum
Einkaufen
raus.
Als
Arbeiter
ohne
freies
Beschäftigungsverhältnis darf man nur in Tonna
oder in Bad Langensalza einkaufen. Mein erster
Einkauf im Netto in Tonna war sehr anstrengend,
um nicht zu sagen, ich habe eine Stunde benötigt,
da man ja nur die Bestellliste von Masaak kannte
und nun stand ich vor den Kühlregalen und konnte
mich nicht entscheiden, was ich will und was ich
brauchte. Dazu hatte ich immer das Gefühl, dass
die Leute mich anstarren und genau wissen, woher
ich komme.
Nachdem ich schon Unmengen an Fahrtkosten für
Jobsuche, Vorstellungsgespräche (22,00 € pro
Tag) ausgegeben hatte, kaufte ich mir ein Auto, da
dies für die Heimfahrt zu meinen Kindern zeit- und
kostenersparender war, auch für alle anderen
Termine. Mit Vorweisen der Fahrerlaubnis sowie
einer Kfz.-Haftpflicht darf man dieses auch im
Ausgang und für die Arbeit nutzen. Außerdem hatte
ich endlich einen Job als Kundenbetreuerin. Wenn
man endlich einen Job hat, heißt dies noch nicht,
dass man diesem auch nachgehen darf. Die Anstalt
muss
diesen
genehmigen,
dafür
muss
der
Arbeitgeber bescheid wissen, woher man kommt,
da der Arbeitgeber vorher durch einen Besuch der
Beamten geprüft wird. Keine Angst, natürlich in Zivil
und diskret, dass kein anderer dies mitbekommt.
Danach wird der Arbeitsvertrag geprüft, ob dieser in
Ordnung ist. Weiterhin muss der Arbeitgeber den
Lohn an die Anstalt überweisen und für weitere
Stichproben in Bezug auf Besuche durch die
Beamten einverstanden sein. Wer wie ich bei einer
Zeitarbeitsfirma anfängt, was natürlich unproble-
matischer, da die Anstalt diese oft schon kennt,
dazu wird auch nur denen der Besuch abgestattet
und nicht dein Arbeitgeber, bei dem man eingesetzt
ist. Schichtsystem ist natürlich auch möglich. Den
Lohn bekommt man auf Antrag jeden Monat
komplett ausgezahlt von der Anstalt, abzüglich der
Haftkosten, die man eventuell tragen muss. Diese
errechnen sie aus den angegebenen Fixkosten
d. h. Fahrtkosten, Unterhaltszahlungen, Miete und
Selbstverpflegung. Leider interessiert es keinen,
wie du auf Arbeit kommst obwohl dein Lohn
pünktlich eingegangen ist, wird dieser jedoch erst
eine Woche später ausgezahlt. In meinem Fall
brauchte ich keine Haftkosten zahlen und mir
wurde alles ausgezahlt. Wenn man einen richtigen
Job oder gar eine Ausbildung hat, kann man seinen
Einkauf natürlich auch nach der Arbeitszeit direkt
tätigen bzw. hintendran hängen. Dazu hatte ich
mittlerweile Stufe 5,
jedes Wochenende von
Freitag nach der Arbeit bis Sonntag 19:00 Uhr
daheim sein zu können. Alles in allem war ich nur
noch zum Schlafen in Tonna. Wenn man mehrere
Tage am Stück zu Hause bleiben will, muss man
sich diese Tage zusammen sparen. Dies geht nur
mit Freistellungstagen, die man alle zwei Monate
bei freier Arbeit erhält oder wenn man einen
Übernachtungstag nicht nimmt bzw. ein Wochen-
ende da bleibt, je nach Stufe ein bis zweiTage.
Das Überbrückungsgeld wird nicht ausgezahlt,
man kann dies auch nicht als Entlassungs-
vorbereitung nehmen, aber als Vorschuss, falls es
mal sehr knapp wird. Ansonsten ist es unantastbar
und wird erst bei Entlassung ausgezahlt. An was
sich jeder gewöhnen muss, ist der oftmals etwas
forsche Ton, wenn man über die Sprechanlage zur
Pforte gerufen wird. Eine Vollzugsplanung gibt es in
Tonna nicht mehr. Natürlich kann man bei
Problemen auch jederzeit
ohne Antrag
zur
Sozialarbeiterin, ADL oder zum Leiter gehen. Viele
Entscheidungen werden nach zweierlei Maß
berechnet und stimmungsabhängig getroffen. Auch
da gibt es hauseigene Regeln, die nicht immer dem
Gesetz entsprechen. Gewöhnungsbedürftig ist
natürlich auch, dass die Diskretion sehr klein
geschrieben ist, um nicht zu sagen „Datenschutz ist
ein Fremdwort“. Vieles wird in der sogenannten
Pforte geklärt. Dort ist oft der diensthabende
Beamte, die Sozialarbeiterin usw. mit dabei. Oder
man erfährt über andere Häftlinge etwas, das direkt
vom Personal. Stellungsnahmen werden unge-
wöhnlich, dazu sehr lang und nicht auf den
eigentlichen wesentlichen Inhalt bezogen, ge-
schrieben. Was des Öfteren schon vom Gericht
bemängelt wurde, dazu kommt das viele grundlos
abgelehnt werden auf Grund der Aufenthaltskürze
im OVA. Alles im allem ist es sehr gewöhnungs-
bedürftig, da dieser offene Vollzug sich stark
unterscheidet zwischen Zwickau, Leipzig und
Goldlauter (Thüringen).
Nicht zu vergessen, egal in welchen offenen
Vollzug ihr kommt, es ist teuer, da ihr alle
Kosten selber tragt!!!

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
18
Heute mal wieder Zöpfe…
Der Fischgrätenzopf
Schritt 1:
Haare in zwei Partien teilen
Tipp:
Achtet darauf, dass beide
Strähnen wirklich gleich dick sind – das
ist eine der wichtigsten Grundregeln
beim Flechten!
Schritt 2:
Seite wechseln
Nehmt jetzt einige Haare von der
äußeren Seite der linken Strähne und
fügt sie der rechten Strähne auf der
Innenseite hinzu.
Das ist auch schon das Grundprinzip
dieser Flechttechnik: Ein Teil der Haare
der beiden Stränge wechseln von links
nach rechts und umgekehrt und von
jeweils innen nach außen – und
umgekehrt.
Tipp:
Schaut dabei nicht in den Spiegel,
sondern verlasst euch lieber auf euren
Tastsinn – das ist am Anfang
ungewohnt, bringt aber am meisten
Erfolg.
Schritt 3:
Immer wieder straffziehen
Wechselt jetzt am besten von der
rechten zur linken Hand und teilt die
Strähnen mit dem linken Zeigefinger.
Nehmt nun ein paar Haare von der
äußeren Seite der rechten Strähne und
fügt sie der Innenseite der linken
Strähne hinzu.
Zieht dann die beiden Stränge straff.
Schritt 4:
Zopf bis unten flechten
Neu bei uns!
Die HL-Mädels-Seiten

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Haft Leben
19
Der Zopf im Zopf
Schritt 1:
Breite Partie vom Oberkopf abteilen und
einen Zopf rein machen.
Schritt 2:
Danach nächste untere Partie nehmen
und dort auch einen Zopf rein machen.
Schritt 3:
Den 1. Zopf in zwei Stränge teilen, auch
hier sollten beide Strähnen gleich dick
sein.
Schritt 4:
Nun legt man die beiden Strähnen links
und rechts herum um den unteren Zopf
(2. Zopf).
Schritt 5:
Nun nimmt man wieder eine Strähne
von der linken sowie rechten Seite dazu
– ähnlich wie bei einem Französischen
Zopf – und macht wieder einen Zopf.
Schritt 6:
Dann nimmt man wieder den oberen
Zopf und teilt ihn in 2 Stränge, und legt
die Stränge rechts und links herum um
den unteren Zopf.
Schritt 7:
Das macht man nun bis runter zur
Nackenpartie.
Neu bei uns!
Die HL-Mädels-Seiten
Alle Fotos: HL/LR 08/2018
Danke an die Frisörin und an das Frisör-Model!

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
20
HL - Bastelseite - Origami (
Ersatzseite)
Tasche
Nach Bedarf
wiederholen bzw.
abwandeln
Der HL - Tipp
Mit entsprechendem Papier ist diese
Tasche Wasserdicht.
Sie kann mit und ohne Spitze an der
Unterseite gefaltet werden.
Um die Spitze an der Unterseite zu
erhalten, einfach bei Arbeitsschritt 3 die
beiden Ecken schräg nach unten bis an die
Mittellinie falten.
Aus 24 Taschen kann auch ein hübscher
Adventkalender für ihre Kinder gestaltet
werden.
Die Redaktion wünscht ihnen dabei viel
Erfolg!
1
2
3
4 bis 5

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Haft Leben
21
HL - Bastelseite - Origami (
Ersatzseite)
So könnte der von
ihnen gebastelte
Adventskalender für
ihre Kinder aussehen.

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
22
HL - Songtext
Zusammen
Wir sind zusammen groß
Wir sind zusammen alt
Komm lass 'n bisschen noch zusammen bleiben
Nehmt die Flossen hoch
Und die Tassen auch
Wir feiern heute bis zum Morgengrauen
Wenn ich sag', so wie Topf und Deckel
Wenn ich sag', so wie Rotz und Löffel
Wenn ich sage, wie Blitz und Donner
Sozusagen ohne Punkt und Komma
Wenn ich sag', so wie Pech und Schwefel
Wenn ich sag', so wie Herz und Seele
Wenn ich sag', für den Rest des Lebens
Ist jedem klar über was wir reden
Ja, Mann, denn allein sein ist out
Vorbei ist die Zeit in der man keinem mehr traut
Falls sie dich fragen „Bist du allein hier?“
Sag ihnen: „Nein, denn ich bin mit allen hier“
Wir, wir sind unzertrennbar
Wir, wir sind unverkennbar
Wir setzen uns 'n Denkmal
Wir sind zusammen groß
Wir sind zusammen alt
Komm lass 'n bisschen noch zusammen bleiben
Nehmt die Flossen hoch
Und die Tassen auch
Wir feiern heute bis zum Morgengrauen
Denn nur zusammen ist man nicht allein
Komm lass uns alles miteinander teilen
Denn nur zusammen ist man nicht allein
Komm lass 'n bisschen noch zusammen bleiben
Wenn ich sag', so wie Mann und Frau
Zusammen, so wie „ja genau“
Zusammen, so wie alt und grau
So wie ups and downs, wie nicht abgehauen
Zusammen, so wie Arsch auf Eimer
Zusammen, so wie Fahrgemeinschaft
Sozusagen maßgeschneidert
So zusammen war noch keiner
Zusammen, so wie wahre Freundschaft
Zusammen, wie Clueso und Fantas
Der ganzen Mannschaft 'n Heiratsantrag
Das mit uns geht weit zurück
Wir sind unzertrennbar
Wir, wir sind unverkennbar
Wir setzen uns 'n Denkmal
Wir sind zusammen groß
Wir sind zusammen alt
Komm lass 'n bisschen noch zusammen bleiben
Nehmt die Flossen hoch
Und die Tassen auch
Wir feiern heute bis zum Morgengrauen
Denn nur zusammen ist man nicht allein
Komm lass uns alles miteinander teilen
Denn nur zusammen ist man nicht allein
Komm lass 'n bisschen noch zusammen bleiben
Denn wir sind hier im Platz
Stets zusammen wie Beats und Bass
Up-The-Shut-Fuck-You-Must
Weil nichts dazwischen passt
Hier gibts kein zu tief, zu flach
Zu dies, zu das
Zu nah, zu lang
Denn wir bleiben zusammen
An alle troyen Liebespaare
Gute Freunde, viele Jahre
Es gibt kein Ich in diesem Wir
Doch du siehst dich in diesen vier
La familia
Das Gefühl ist da
Mach die Nacht zum Tag
Bis zum Nachmittag, yeah
Komm wir feiern heut Zusammstag, yeah
Wir sind zusammen groß
Wir sind zusammen alt
Komm lass 'n bisschen noch zusammen bleiben
Nehmt die Flossen hoch
Und die Tassen auch
Wir feiern heute bis zum Morgengrauen
Denn nur zusammen ist man nicht allein
Komm lass uns alles miteinander teilen
Denn nur zusammen ist man nicht allein
Komm lass 'n bisschen noch zusammen bleiben
Bisschen noch, bisschen noch
Bisschen noch, bisschen noch
Songwriter: Thomas Duerr / Andreas Rieke / Conrad Hensel /
Florian Renner / Michael Kurth / Michael B. Schmidt / Michael
DJ Beck / Ricco Schoenebeck / Samy Sorge / Thomas
Burchia / Toni Schoenebeck
Songtext von Zusammen © Budde Music Publishing GmbH

Haft Leben
23
Post an die Redaktion „HaftLeben“
Problem Telio
Wie bei den meisten meiner Mitgefangenen habe
ich Familie draußen. Die einzige Art, den Kontakt
zu ihnen zuhalten, abgesehen von Briefe schreiben
ist nun mal telefonieren. Denn Telefonate mit
meinen Töchtern mehrmals die Woche ist schon
ein großer Unterschied zum Briefe schreiben, da
sie mir über alle Erlebnisse und Probleme, zum
Beispiel in der Schule erzählen können. Auch ein
guter Rat ist oft von Nöten. Dazu gibt es gerade
den Kindern etwas das Gefühl, dass sie nicht ganz
alleine sind bzw. ganz weg ist. Was mich dabei am
meisten ärgert, dass ich für ein Telefonat soviel
bezahle wie vor 10 Jahren, das heißt für mich
pro
Woche 40 bis 50 €.
Dazu kommt, wenn man direkt
über Telio auflädt, zahlt man noch extra 1,50 €
Gebühren für die Online-Aufladung. Das in der
heutigen Zeit, wo Flatrates den Markt beherrschen
und die Preise mit vielen Extras enorm sinken.,
soziale Bindungen gerade zu Kindern unheimlich
wichtig sind. Dies ist auf Grund der unverschämten
Preise fast nicht bezahlbar, mein Mann zu Hause
für Flatrate in alle Netze, ob Mobil- oder Festnetz
und Internet-Flat dazu Fernsehen 30,00 € im Monat
bezahlt. Mir stellt sich nun die Frage, aufgrund
unserer Telio-Preise, ob es vielleicht nicht gewollt
ist, stetigen Kontakt zur Familie zu haben bzw. zur
Außenwelt oder geht es einfach nur ums Geld, da
wahrscheinlich die Anstalt und Telio auf unsere
Kosten was dran verdienen wollen?
Liebe Redaktion könnt ihr uns das eventuell
erklären???
(HL/Red.) Nein, können wir nicht, aber wir
werden bei der Anstaltsleitung nachfragen.
Thema: Suchtberatung
Schon wieder einmal Probleme mit der SB!
Frau
M.
ist
nun
seit
Ende
Juni
im
Beschäftigungsverbot und ich wünsche ihr alles
Gute für die Schwangerschaft!
Ich kann auch nachvollziehen, dass es sicher
etwas mehr Zeit bedarf, um die für die neuen
Mitarbeiter der Suchtberatung nun neuen Klienten
zu übernehmen und kennenzulernen.
Was ich jedoch nicht nachvollziehen kann, dass es
für manch Gefangene mehrere Monate dauert, um
überhaupt erst einmal einen Gesprächstermin bei
der SB zu bekommen. Selbst Klienten, die bereits
bei Frau M. in Beratung waren, mussten warten
oder wurden einfach komplett ignoriert. Ich hatte
einen Antrag auf Gesprächstermin bei Frau H.
gestellt und ihr das Schreiben von Frau M. mit
gesandt - da kam leider erst nach Intervention der
RA‘in ein Feedback von Frau H.. Viele werden
vertröstet mit einem Platz auf einer imaginären
Warteliste!
Interessant bzw. verwirrend dabei ist, dass als
Begründung für die langen Wartezeiten nicht nur
der Mitarbeiterwechsel herangezogen wird, nein -
auch die Stellenbesetzung von 1,75 Stellen wird
gern und oft genutzt. Versteh ich nicht - das war
doch schon vorher so! Dürfte also für akute
Missstände nicht verantwortlich sein - jedenfalls
nicht allein.
Vielmehr möglich, dass 1,75 Mitarbeiter nicht
ausreichend sind für ca. 280 Häftlinge, von denen
sicher bis zu 80 % die Betreuung durch Sucht-
beratung nutzen/benötigen.
Umso weniger verständlich für mich, weil doch zu
jeder VZB der Nachweis über den Besuch bei der
Suchtberatung von der Leitung eingefordert wird
und nicht unwesentlichen Einfluss auf den Ausgang
der VZB hat.
Und die Gefangenen, die für ihren Therapieantrag
dem Rententräger zwingend einen Sozialbericht
benötigen, um eine Kostenzusicherung bewilligt zu
bekommen bzw. überhaupt über den Antrag
entschieden werden kann… ist es umso
frustrierender, wenn sie dann wieder über Wochen
oder gar Monate vertröstet werden.
Ich habe mal bei den Jungs nachgefragt, in L und
DD und den alten Bundesländern, bei denen gibt
es überhaupt keinen Stress mit so etwas.
Ich wünschte mir statt der schönen Neubauten
lieber mehr qualifiziertes Personal - nicht nur bei
der Suchtberatung.
(Red. HL) Die Namen der Schreiberinnen
sind uns bekannt
.
Wir verweisen zudem auf unser Impressum,
s. Seite 29.
Wir tun täglich unser Bestes, damit Schutzbefohlene
nicht den Anschluss verlieren. Genauso wie Sie.
Kommunikation und Information sind menschliche
Grundbedürfnisse, die auch im Vollzug nicht mehr als
Privileg gelten sollten, sondern vielmehr als wichtiger
Beitrag zum Anstaltsfrieden und zur Resozialisierung.
Telio entwickelt, installiert und betreibt Kommunikations-
und Mediensysteme, die eben diesen Beitrag leisten.
Jedes System zeichnet sich durch höchste Sicherheits-
standards, spürbare Arbeitserleichterung und reso-
zialisierende Effekte aus.
Und in der Zusammenarbeit profitieren Sie von unserer
weitreichenden Erfahrung:
Schon seit 1998 konzentriert sich Telio ganz auf dieses
Spezialgebiet und ist hier der wohl kompetenteste
Ansprechpartner in ganz Europa.
Quelle:
http://www.tel.io/de/ueber-telio/philosophie/

Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
24
Haft Leben-Preisrätsel
1. Womit segelte schon Christoph Columbus
über die Weltmeere?
A: Salmonelle
B: Bagatelle
C: Schattenmorelle
D: Karavelle
2. Wie kann man umgangssprachlich
miteinander verwandt sein?
A: um fünf Ecken
B: an vier Geraden
C: über sechs Kanten
D: durch drei Kurven
3. Bei der Zubereitung welchen Desserts
benutzen viele Köche einen Gasbrenner?
A: Crème brulée
B: Tiramisu
C: Zabaione
D: Panacotta
4. Welcher Zeichentrickfigur weicht der Hund
Gastone als treuer Begleiter nicht von der Seite?
A: Obelix
B: Charlie Brown
C: Lucky Luke
D: Herr Rossi
5. Wobei handelt es sich um ein fragwürdiges
Geschäftsmodell mit dem Ziel Steuern zu
sparen?
A: Päckchenfabrik
B: Briefkastenfirma
C: Paketshop
D: Postkartenladen
6. Wer äußert sich immer wieder in so
genannten Enzykliken?
A: Bundespräsident
B: britisches Königshaus
C: Papst
D: Jogi Löw
7. Welches dieser einheimischen Tiere legt keine
Eier, sondern ist lebendgebärend?
A: Weinbergschnecke
B: Teichmolch
C: Kreuzotter
D: Libelle
8. Kleine Kinder, die ihren Willen mit aller Macht
durchsetzen wollen, schreien oft wie ...?
A: in der Pfanne
B: am Spieß
C: auf dem Grill
D: in der Fritteuse
9. Was wird traditionell mit einem Glas
Federweißer genossen?
A: Vanille-Eis
B: Honigmelone
C: Laugenbrezel
D: Zwiebelkuchen
10. Was ist das Gegenteil von "schwierig"?
A: einfach
B: zweischubladen
C: dreiregale
D: vierkästen
11. Was ist gemeint, wenn der Sportreporter von
einem Boliden spricht?
A: Motorboot
B: Rennwagen
C: Springpferd
D: Mountainbike
12. Was war in den 90-er Jahren ziemlich
angesagt?
A: Franzosrock
B: Portugiespunk
C: Britpop
D: Bulgarjazz
13. Was gibt‘s manchmal bei veränderlichem
Wetter?
A: Lämmernebel
B: Hammelföhn
C: Schäfchenwolken
D: Zickendunst

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Haft Leben
25
14. Was ist jedem Chemiker ein Begriff?
A: durchgebrannte Tücher
B: getürmte Gewebe
C: flüchtige Stoffe
D: verschwundene Stickereien
15. Ein bekannter Fernsehkoch mit
ausgeprägtem Schnauzer ist ...?
A: Horst Lichter
B: Ernst Leuchter
C: Fritz Funzel
D: Heinz Lampe
Verschiedene Preise u. a.
(Produktbeispiele)
Aus allen Einsendungen mit mindestens
acht richtigen Antworten werden die
Gewinnerinnen gezogen. Meistens eine
Gewinnerin pro Station. Es gilt dabei der
Zeitpunkt der Abgabe.
Leider nur für die JVA Chemnitz!
Wie mache ich mit?
Die Lösungen bitte auf dem Lösungsbogen
ankreuzen und mit Name, Haftraumnummer,
Alter sowie ob Raucher oder Nichtraucher
angeben.
Lösungsblatt
ausschneiden
und
in
den
Briefkasten der Redaktion (z. B. Ausgang zum
Hof) bis zum
15.11.2018
einwerfen.
Name, Vorname:
________________________________________
Haftraum: __________
Haus:__________
Alter:
__________
Nichtraucher
Raucher
Sep
2018
A
B
C
D
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
Die Redaktion dankt dem Sponsor Rudolf H.
für die zur Verfügung gestellten Preise!
HaftLeben-Preisrätsel

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
26
Kirche 2018
Foto: Straßberger
Kein Leichtgewicht
Trotz des Sommers denke ich in diesen Tagen an
eine Wintergeschichte: „Was gibt es Neues im
Wald?“, fragt die Wildtaube die Tannenmeise, als
sie sich treffen. „Die ganze Welt schneit ein. Es
kommen einem die seltsamsten Gedanken und
Fragen bei diesem Wetter. Was meinst du, was
wiegt eine Schneeflocke?“ Die Wildtaube verfolgt
eine Schneeflocke nach der anderen, wie sie
langsam und leise zu Boden fallen. „Eine
Schneeflocke ist so leicht, dass sie gar nichts
wiegt“, antwortet sie. „Das habe ich auch gedacht“,
sagt die Tannenmeise. „Aber es stimmt nicht. Stell
dir vor, was ich neulich erlebt habe: Ich saß auf dem
Ast einer Fichte, als es zu schneien begann. Lautlos
und leicht fielen die Schneeflocken auf die Erde. Ich
zählte die Flocken, die auf die Zweige des Astes
fielen und daran hängen blieben. Es waren über
3 Millionen Schneeflocken. Als die nächste Flocke
niederfiel - nicht mehr als ein Nichts -, brach der Ast
ab. Die Schneelast war ihm zu schwer geworden.“
Die Wildtaube dachte nach und da sie ein kluger
Vogel war, den die Menschen zum Friedensvogel
erklärt hatten, begriff sie, was diese Geschichte
bedeutete. „Vielleicht fehlt nur die Stimme eines
einzelnen Menschen zum Frieden in der Welt“,
sagte sie. „Jeder einzelne Mensch und seine
Stimme sind wichtig, damit am Ende Frieden wird.“
Als Christin lese ich in der Bibel: „Selig sind, die
Frieden stiften, denn sie werden Töchter und Söhne
Gottes heißen.“ Jesus redete vor fast 2000 Jahren
so zu Menschen, die verunsichert, gekränkt,
verärgert und zornig waren über die Situation in
ihrem Land. Manche konnten ihn nicht akzeptieren,
weil er auf Gewalt verzichtete. Dennoch sind seine
Worte bis heute aktuell. Sehr sogar.
Anne Straßberger,
evangelische Seelsorgerin in der JVA Chemnitz

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Haft Leben
27
Nach(t)-gedanken
Fast allein unter Frauen
So erlebte ich (als einer von drei Männern) die
Bundeskonferenz
für
Interessierte
sowie
ehrenamtliche und berufliche Mitarbeiter*innen
im Bereich Straffälligenhilfe für Frauen
, Ende
Juli
2018,
hier
in
der
Justizvollzugsanstalt
Chemnitz.
Das Thema
„Frauen als Täterinnen und Opfer“
interessierte uns als Redaktion „HaftLeben“ auch.
Auf Einladung des Sozialdienstes katholischer
Frauen, Landesverband Bayern e.V., durfte ich als
Ehrenamtlicher teilnehmen – vielen Dank dafür!
Nach dem wirklich leckeren Mittagessen (2x), uns
wurde versichert, dass Sie das gleiche Essen
bekommen
haben,
begann
unser
Tagungs-
programm.
„Hintergründe und Zusammenhänge von
Mädchengewalt“
war das Thema, über das Anja
Steingen einen sehr interessanten Vortrag mit
Beispielen aus ihrem Buch:
„Mädchengewalt:
Verstehen und Handeln“
hielt. Auch hier wurde
verdeutlicht, dass die Frauen meist Täter und Opfer
zugleich sind und als Gefangene im Bundes-
durchschnitt keine große Rolle spielen – umso
mehr bei dieser Konferenz.
Im Anschluss wurden uns Erfahrungen mit
Psychodrama im sächsischen Justizvollzug und die
konkrete Umsetzung im Frauenvollzug der JVA
Chemnitz anhand eines Kompetenztrainings zur
Erarbeitung von Lebensperspektiven von Ina Wolf
und Anke Blinne-von der Crone (JVA-C) dargelegt.
Ich war erstaunt, was alles in dieser Chemnitzer
JVA möglich ist. Eigentlich schade, denn der
Bedarf bei zurzeit durchschnittlich 230 inhaftierten
Frauen sollte meiner Meinung nach größer als bei
fünf bis acht Frauen pro Behandlungsgruppe sein.
Später wurden wir noch über einzelne Maßnahmen
wie Kompetenztraining, tiergestützte Maßnahmen
uvm. in der JVA Chemnitz informiert.
Toll, was alles möglich ist, doch auch hier leider nur
für wenige Inhaftierte (hat die paar eigentlich schon
einmal einer/eine gezählt?).
Es wurde auch über jährlich vier Mutter-Kind-Tage
und über viele begleitete Ausgänge nach Thüringen
berichtet, da die JVA Chemnitz für inhaftierte
Frauen aus den Ländern Sachsen und Thüringen
zuständig ist.
Eigentlich schade, da auch die sehr gut
aus-
gebildeten mehr eingesetzt werden könnten.
Am Abend wurde die interessante Gesprächsrunde
im Hotel der meisten Teilnehmerinnen fortgesetzt.
Die
gegenseitig
berichteten
Erlebnisse
und
Erfahrungen aus dem Umfeld des Vollzuges in
Deutschland waren, nicht nur für mich, äußerst
interessant. Im Übrigen wird ganz vieles in den
Ländern unterschiedlich gehandhabt, auch in der
ehrenamtlichen Arbeit.
Einen sehr informativen Vortrag, in die auch mir
leider noch verschlossene Welt des Islam, durfte
ich mit den etwa 40 Teilnehmer*Innen aus ganz
Deutschland am folgenden Tag erleben. Ergreifend
und erschreckend, wie Frauen dort behandelt
werden. „Du bist Muslima und sonst nichts“, das
war einer der harmlosen Sprüche, die Männer
gegenüber Frauen im Video geäußert haben.
Im z. B. Salafismus gibt es sogar ein eigenes
Mädchennetzwerk, zur Werbung der Mädchen, um
später Zweitfrau von Kämpfern zu werden, für mich
als Vater einer Tochter ist das unvorstellbar.
Muslimische Männer bekommen im Paradies
72 Jungfrauen - kein Kommentar!
Frau Dantschke zeigte uns in ihrem mit Videos
untersetzten Vortrag und an Hand vieler Beispiele
nur einen kleinen Ausschnitt aus „ihrer Welt“ des
Islam - ich möchte jetzt jedenfalls mehr wissen!
Dankeschön.
Bei der anschließenden Führung durch einen Teil
der JVA Chemnitz wurde noch gaaanz viel
berichtet, manches kannte ich auch noch
nicht, und ich gehe hier schon lange, als
Ehrenamtlicher, ein und aus.
Aktionstage Gefängnis 2018, mit
anschließender Aktionswoche
Es ist soweit: Ende September finden die
„Aktionstage Gefängnis“ 2018 statt. Das diesjährige
Motto lautet
„HINGESEHEN! Gefängnis | Gesundheit |
Gesellschaft“.
Die
Aktionswoche
wird
mit
einer
zentralen
Veranstaltung in Berlin starten und findet bis Ende
September statt.
Es werden zahlreiche Aktionen in verschiedenen
Bundesländern zum Thema
„Gefängnis und
Gesundheit“
von unterschiedlichen Akteuren
organisiert. Für mehr Informationen können Sie
den Flyer herunterladen:
https://bag-s.de/fileadmin/
user_upload/2018-07-30-flyer-1.pdf
oder
die
Webseite
https://www.aktionstage-gefaengnis.de/
abrufen. Die BAGs freut sich über eine rege
Beteiligung! Ob die JVA Chemnitz sich daran
beteiligt weiß ich nicht.
Mit lieben Grüßen, Ihr manchmal schlafloser,
Lutz Richter

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
28
Das HL-Gedicht
Foto: free Pixabay
Ein – Blick
Kennst Du den Ort der tausend Gedanken
An dem Dein Glaube beginnt zu wanken
Wahre Werte zählen hier nicht
So zeigt das Unglaubliche sein Gesicht
Die Gesetze sind verschoben
Der Abschaum von draußen regiert ganz
oben
Ekelhaft und unbeschreiblich
Boshaftigkeit, ich kenn kein Gleichnis
Durch ein Geflecht von Täuschungen und
Intriegen
Bringen die Wahrheit der
Rechtschaffenden zum erliegen
Respekt und Ehrlichkeit erstickt im Keim
Fresse alles in mich hinein.
Die Tage sind finster, es gibt hier kein
Glück
Ziehe mich in meinen Panzer zurück
Ich bin verwundert, doch nicht erschlagen
So werde ich geh’n
Um in der wirklichen Welt einen neuen
Kampf zu wagen
Ulrike S.
Für alle die mir hier das Leben leichter und nicht schwerer
machten.
Steffi, Sandra, Caro, Madi, Jule + Vivian
Danke Mädels! Bleibt Tapfer Ulrike S.

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Haft Leben
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HL - Impressum
Auflösung des Rätsels aus „HaftLeben“ 01-2018
1 - C, 2 - D, 3 - A,
4 - A, 5 - C, 6 - D,
7 - D, 8 - A, 9 - B,
10 - B, 11 - C, 12 - B,
13 - A, 14 - B, 15 - C
Gewonnen haben diesmal:
EG: Marieu B.
Stat. 1: Sandy F.
Stat. 2: Stefanie S.
Stat. 3: Stefanie H.
Stat. 4: Manuela B.
Stat. 5: Sandy R.
Stat. 6: Sandra T.
Stat. 7: Doreen R.
Haus III: Sophie P.
Haus IV: Keine Beteiligung
(Alle Stationsangaben gültig zum Zeitpunkt der
Abgabe)
Herzlichen Glückwunsch!
Reproduktionen von Artikeln, auch nur auszugs-
weise, nur mit schriftlicher Genehmigung der
Redaktion „HaftLeben“ und gegen kostenfreie
Zusendung eines Belegexemplars.
Für namentlich gekennzeichnete Beiträge (alle
angegebenen Kürzel sind mit Klarnamen hinter-
legt), übernimmt die Redaktion lediglich die
presserechtliche Verantwortung, diese müssen
nicht unbedingt die Meinung der Redaktion
wiedergeben.
Bei eingesandten Manuskripten und
Leserbriefen setzen wir das Einverständnis zum
honorarfreien Abdruck und zur sinnwahrenden
Kürzung voraus.
Für eingesandte Manuskripte, Briefe und Unter-
lagen jeglicher Art wird keine Haftung über-
nommen.
Herausgeberin:
Frau König-Bender,
Anstaltsleiterin der JVA Chemnitz (V. i. S. d. P.)
HL-Redaktionsteam: AL, DA, GR, HD, KG,
StrAnd, WoM
Betreuer:
Herr Richter
ehrenamtlicher Betreuer
Frau Gläser
ehrenamtliche Betreuerin
Frau Böttcher
Bedienstete, JVA-Chemnitz
E-Mail:
HaftLeben@T-Online.de oder
HaftLeben@Live.de
Redaktionsschluss für die Ausgabe 04/2018:
15.11.2018
Bild: Lizenzfrei Pixelio.de
Anschrift der JVA und der Redaktion:
Justizvollzugsanstalt Chemnitz
Redaktion der Gefangenenzeitung „HaftLeben“
Thalheimer Straße 29
09125 Chemnitz

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
30
HL - Rätsel
HL -
Rätsel

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Haft Leben
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HL - Rezepte
Bilder ähnlich, Quelle:
www.Chefkoch.de
Blitzschneller Pflaumen-Streuselkuchen
Zutaten:
375 g Mehl
250 g Butter
150 g Zucker
1 Prise Salz
1 Päckchen Vanillin-Zucker
150 g Himbeerkonfitüre
Pflaumen nach Bedarf
evtl. Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung:
Mehl, Butter in Flöckchen, Zucker, Salz und Vanillin-
Zucker in eine große Rührschüssel geben. Zutaten mit dem Knethaken des Handrührgerätes vermengen.
Anschließend mit den Händen zu Streusel verarbeiten.
Gut 2/3 der Streusel in eine gefettete Tarteform mit Lift-off-Boden oder normaler Rundform (ca.
26 cm) verteilen und mit den Händen zu einem glatten Boden andrücken. Konfitüre auf dem Streusel-
boden verstreichen und Pflaumen darauf verteilen. Restliche Streusel gleichmäßig darüberstreuen.
im vorgeizten Backofen bei 175°C (Umluft 150°C) auf der mittleren Schiene ca. 45 Minuten backen.
Herausnehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Nach Belieben mit Puderzucker bestäuben
und mit halbsteif geschlagener Sahne servieren.
Zubereitungszeit:
ca. 1 Stunde
- falls es mal wieder länger Äpfel geben sollte, könnt ihr die Pflaumen auch durch Äpfel ersetzen. Statt
Konfitüre kann man dann ein klein wenig Apfelmus mixen unter Zugabe von etwas Zucker und Zimt und
diesen dann statt Konfitüre verwenden
- auch die Streusel für den Kuchen können dann noch mit etwas Zucker und Zimt abgeschmeckt werden
Kürbissuppe mit Ingwer
Zutaten für 2 Personen:
ca. 350 g Hokkaido-Kürbis
2 Zehen Knoblauch
2 mittelgroße Zwiebeln
1 Stück Ingwer (ca. 5 cm)
½ TL gekörnte Gemüsebrühe
1 EL Rapsöl
Currypulver
1-2 EL saure Sahne
Pfeffer
Kürbis waschen, halbieren und Kerne und Fasern mit einem Löffel entfernen. Das Kürbisfleisch mit der
Schale in feine Würfel schneiden. Den Ingwer schälen und fein hacken. Die Brühe mit 600 ml kochendem
Wasser verrühren.
Das Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebel darin andünsten. Knoblauch und Ingwer
dazugeben und kurz mitdünsten. Mit Currypulver nach Geschmack bestäuben und kurz umrühren. Dann
die Kürbiswürfel hinzufügen und unter Rühren rundum anbräunen. Mit der Brühe ablöschen und alles
zugedeckt bei schwacher Hitze 15-20 Minuten köcheln.
Danach die saure Sahne und 100 ml Wasser unterrühren. Alles mit Stabmixer fein pürieren und nochmals
aufkochen. Zum Servieren mit frischem Pfeffer abschmecken.

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
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HL - Rätsel
HL -
Rätsel

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Haft Leben
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HL - Rätsel

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Gefangenenzeitung „Haft Leben“, JVA Chemnitz
Nr. 58, September 2018
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HL - Rätsel

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© HaftLeben 03-2018
© HaftLeben 03-2018 (Foto: Domino_pixelio.de, powerd by HaftLeben)
© HaftLeben 03-2018 (Foto: Hautumm_pixelio.de, powerd by HaftLeben)
© HaftLeben 03-2018 (Foto: Warhol, powerd bei HaftLeben)

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Leben:
Coole Grafik!
Scheiß Handlung!
„Das Lächeln ist die Kurve, die alles wieder gerade biegt.“
Phyllis Diller