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Geschäftsbericht 2019
Messen · Analysieren · Beobachten

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Vorwort
……………………………………………………………………
02
03
Struktur der BfUL
……………………………………………………………………………
05
Highlights aus dem Jahr 2019
……………………………………………………………………
06
07
Stabstellen
……………………………………………………………………
08
09
Geschäftsbereich 1
Verwaltung
……………………………………………………………………
10
11
Geschäftsbereich 2
Immissions- und Strahlenschutz
……………………………………………………………………
12
19
Geschäftsbereich 3
Messnetzbetrieb Wasser und Meteorologie
……………………………………………………………………
20
27
Geschäftsbereich 4
Landwirtschaftliches Untersuchungswesen
……………………………………………………………………
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Geschäftsbereich 5
Umweltanalytik und Naturschutzmonitoring
……………………………………………………………………
36
49
Auszug aus Lagebericht und Jahresabschluss 2019
……………………………………………………………………
50
53
Bilanz; Gewinn- und Verlustrechnung
……………………………………………………………………
54
56
Inhaltsverzeichnis

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02
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Mit dem vorliegenden Geschäftsbericht informieren wir Sie über
Schwerpunkte unserer Arbeit im Jahr 2019. Wie Sie den folgen-
den Seiten entnehmen können, war unsere Arbeit wieder von
einem Mix aus routinierten Arbeiten einerseits und besonderen
Herausforderungen auf der anderen Seite geprägt.
Mit der Bestätigung unseres neuen Betriebskonzeptes können
wir nunmehr den vielfältigen Herausforderungen der nächsten
Jahre bis zum Jahr 2023 unter Berücksichtigung des Haus-
haltes der Staatsregierung für die Jahre 2019/2020 sowie der
mittelfristigen Finanzplanung Rechnung tragen. Damit werden
die Vorgaben der Sächsischen Haushaltordnung erfüllt, wonach
die Staatsbetriebe u.a. eine wirksame betriebswirtschaftliche
Ergebnissteuerung und -kontrolle mittels Produkthaushalt,
Zielvereinbarungen und kennzahlengestütztem Berichtswesen
sicherzustellen haben. Die intensiven Abstimmungen mit den
fachaufsichtsführenden Stellen erfolgten dabei auf der Grund-
lage von 50 Produkten, mit denen das Aufgabenspektrum der
BfUL abgebildet wird.
Wir als BfUL werden stets an unserer Zuverlässigkeit gemessen.
Für alle dem Integrierten Managementsystem (IMS) zugrun-
deliegenden Normen des Qualitätsmanagements nach ISO/IEC
17025 sowie des Umweltmanagements nach ISO 14001 waren
Überprüfungen turnusgemäß fällig und wurden erfolgreich ab-
geschlossen.
In den Geschäftsbereichen gab es wieder eine Vielzahl komplexer
Aufgaben, die nur durch ein hohes Engagement der Mitarbeite-
rinnen und Mitarbeiter bewältigt werden konnten. Dabei ist die
geschäftsbereichsübergreifende Zusammenarbeit inzwischen
fest etabliert. Somit spiegeln die gemeinsame Anwendung und
Weiterentwicklung moderner Mess- und Analysetechnik sowie
–verfahren die Innovationskraft unserer Einrichtung wider.
Die jährlich rund 2.400 Beschaffungsvorgänge gewährleisten
dafür einen reibungslosen Ablauf.
Stellvertretend für die große Aufgabenvielfalt stehen die folgen-
den Beispiele:
Die Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen arbeiten bei der
Bewirtschaftung der Flussgebiete Spree und Schwarze Elster
eng zusammen. Aufgrund der Trockenheit und des niedrigen
Dargebots in 2018 und 2019 hatte eine Ad-hoc-Arbeitsgrup-
pe Spree/Schwarze Elster die außergewöhnliche Situation nä-
her untersucht und bewertet. In ihrem Auftrag wurde im Juli
2019 eine Messkampagne an der Spree und im Spreewald unter
Mitwirkung der BfUL (2 Messteams) initiiert. Ziel war es, die
Aufteilung der Durchflüsse im stark verzweigten und regulier-
ten Gewässersystem des Spreewalds zu analysieren, um daraus
Schlüsse für die Bewirtschaftung ziehen zu können.
Am Standort in Radebeul-Wahnsdorf fanden meteorologische
Vergleichsmessungen zwischen dem Deutschen Wetterdienst
und der BfUL statt. Es wurde geprüft, ob die meteorologischen
Messungen an den sächsischen Luftgütemessstationen auch für
die Beurteilung des Stadtklimas in sächsischen Städten verwen-
det werden können. Von Seiten der BfUL wurden hier mehrere
meteorologische Größen parallel sowohl in Höhe des Contai-
nerdaches als auch in Höhe der DWD-Messstelle im Gelände
erfasst. Abschließend wurde festgestellt, dass meteorologische
Stationen des Luftmessnetzes für die Beurteilung des Stadtkli-
mas genutzt werden können.
2019 erfolgte in Nossen die Installation des neuen CFA-Sys-
tems zur Bestimmung von Cyanid und Phenol. Durch die Aus-
stattung des Cyanidmoduls mit einer Lichtleiterkuvette konnte
die Empfindlichkeit der Messung deutlich verbessert und damit
die Bestimmungsgrenze um ein Drittel auf 0,002 mg/l gesenkt
werden. Im Gewassergütelabor Bad Düben wurde an der Ab-
senkung der Bestimmungsgrenze für die fotometrische Be-
stimmung von Chrom-VI gearbeitet. Nach der Anpassung des
Kalibrierbereiches konnte diese von 0,025 mg/l auf 0,010 mg/l
vermindert werden.
Das Jahr 2019 war in der Radonberatung wie im Jahr 2018 durch
ein deutlich gestiegenes Interesse am Thema gekennzeichnet.
Darüber hinaus gab es wieder eine umfangreiche Referenten-
tätigkeit z. B. bei der Ausbildung von Radonfachpersonen, beim
Sächsischen Radontag oder in der Fortbildungsstätte Reinhard-
tsgrimma) sowie ein starkes Medieninteresse. Auch die Mess-
programme wurden weiterentwickelt. Neben der Weiterführung
des im Sommer 2015 begonnenen Messprogrammes zu Radon
in Schulen wurden Messprogramme an Arbeitsplätzen von BfUL,
LTV, SBS und LfULG und das Messprogramm „Radon in Gebäu-
den über unterirdischen Hohlräumen“ weitergeführt.
Auf der Grundlage von Gewächshausversuchen wird alljährlich
die sortenabhängige Cadmiumaufnahme bei Getreide ermittelt.
Ziel ist es, Landwirten in geogen mit Schwermetallen belasteten
Gebieten eine Hilfestellung bei der Sortenwahl zugeben, damit
der Höchstgehalt nach EG (VO) 1881 eingehalten werden kann.
Es wurden die Aufnahmeraten von je fünf aktuellen Hafer- und
Sommergerstesorten geprüft. Die Minimierung des Eintrags
unerwünschter Stoffe nach EG (VO) 1881 in die Nahrungsket-
te wird dadurch erreicht. Somit hat der Landwirt bereits zum
Erntezeitpunkt eine belastbare Information zur Qualität seines
Getreides und kann entscheiden, ob eine Partie als Nahrungs-
oder nur als Futtergetreide vermarktet werden kann.
Im Rahmen des SPA-Monitorings wurden auf einer Fläche von
insgesamt etwa 90.000 ha, verteilt auf 32 Gebiete, ausgewählte
Brutvogelarten kartiert. In drei Gebieten mit zusammen ca.
5.500 ha konnte das Monitoring durch Mitarbeiter der Vogel-
schutzwarte abgesichert werden. Für die anderen Gebiete wurden
Ornithologen aus dem ehrenamtlichen Kartierernetz der orni-
thologischen Fachverbande Sachsens sowie Fachbüros beauf-
tragt.
Ich möchte mich abschließend bei allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern der BfUL für die fortlaufend sehr erfolgreiche Ar-
beit bedanken. Die positiven Rückmeldungen unserer Kunden
sind uns auch weiterhin Ansporn für unsere vielfältigen Mess-
und Analyseaufgaben.
Dr. Mathias Böttger
Geschäftsführer
Radebeul, im Juni 2020
Hinweis: Infolge der Landtagswahl 2019 kam es zu neuen Zuständigkeiten in-
nerhalb der Sächsischen Staatsregierung. Die BfUL gehört nunmehr zum Ge-
schäftsbereich des Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz,
Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL). Da im vorliegenden Geschäftsbericht
aber über das Jahr 2019 berichtet wird, wurde an der damals gültigen Bezeich-
nung für das Ministerium – Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
(SMUL) festgehalten.
Vorwort

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Radebeul
Geschäftsführer
Verwaltung
Fachbereich 11
Allgemeine
Ver waltung/
Bau und Liegenschaften
Fachbereich 12
Personal/Information
und Kommunikation
Fachbereich 13
Kaufmännischer Bereich
Geschäfts bereich
1
Immissions- und
Strahlenschutz
Fachbereich 21
1. Landesmessstelle
Fachbereich 22
2. Landesmessstelle
Fachbereich 23
Immissionsmessungen
Geschäfts bereich
2
Messnetzbetrieb
Wasser und
Mete orologie
Fachbereich 31
Messnetzbetrieb Wasser,
Meteorologie und
Lysimeterstation
Fachbereich 32
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie
Fachbereich 33
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie
Geschäfts bereich
3
Umweltanalytik und
Naturschutzmonitoring
Fachbereich 55
Messnetz
Naturschutz
Sachgebiet
Qualitäts-
management
Fachbereich 51
Feststoffanalytik
Fachbereich 52
Spezielle
Wasser analytik
Fachbereich 53
Gewässergütelabore
Fachbereich 54
Gewässerökologie
Geschäfts bereich
5
Landwirtschaftliches
Untersuchungswesen
Fachbereich 41
Boden, Düngemittel
Fachbereich 42
Pflanzen, Futtermittel
Geschäfts bereich
4
Stabstellen
• Controlling/NSM
• Justitiariat, Innenrevision, Informationssicherheit
• Integriertes Managementsystem (IMS)
Fachbereich 24
Emmissionsmessungen,
Referenz- und
Kalibrierlabor
Fachbereich 43
Saatgut,
Landwirtschaftliche
Erzeugnisse
Fachbereich 44
Phytopathologie
Fachbereich 56
Gewässergütemess-
stationen, Probenlogistik,
LIMS
• Datenschutzbeauftragter
04 |
Struktur der Staatlichen Betriebsgesellschaft
für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL)
Standorte
Bad Düben
Brandis
Chemnitz
Görlitz
Neschwitz
Nossen
Radebeul

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Vogelschutzwarte Neschwitz. Foto: Maik Richter, BfUL
Highlights aus dem Jahr 2019
JANUAR BIS MÄRZ
Erste Tiefen-Probenahme an der Grundwasser messstelle
Gersdorf-Kaisergrube
Teilnahme der Radonberatungsstelle an den Baumessen
Chemnitz, Dresden und Zwickau
simul+ - Veranstaltung im KSI Meinsberg; Abschluss einer
Kooperationsvereinbarung
Audits nach EMAS und DIN ISO 14001
APRIL BIS JUNI
Teilnahme am 2. Sächsischen Hochwasser-Schutztag in
Frankenberg
Fusion der Fachbereiche 31 und 34 zum neuen Fachbereich
„Messnetzbetrieb Wasser, Meteorologie und Lysimeter
Brandis (FB 31)“
Neuer Leiter des Geschäftsbereichs 3 in sein Amt eingeführt
Erfolgreiche Re-Akkreditierung des Saatgutlabors im
Rahmen des ISTA-Audits
Feierliche Eröffnung der Gewässergütemess station Schmilka
durch Herrn Staatsminister Thomas Schmidt im Rahmen
eines Tages der offenen Tür
Festveranstaltung „20 Jahre wiedereingerichtete
Sächsische Vogelschutzwarte und 25 Jahre Naturschutz-
station Neschwitz“
Sitzung des Verwaltungsrates; u. a. Jahresabschluss des
Wirtschaftsprüfers
erfolgreiche Überwachung der Akkreditierung nach
DIN EN ISO/IEC 17025 in allen Fachrichtungen des GB 2
JULI BIS SEPTEMBER
Niedrigwasser-Stichtagsmessung an der Spree und im
Spreewald als Amtshilfe für die länder übergreifende
Arbeitsgruppe (Berlin, Brandenburg, Sachsen)
Teilnahme am Tag der Flüsse in Frankenberg
Beteiligung am Internationalen Workshop Hydrometrie
in Szczyrk/Polen
Meteorologische Vergleichsmessung mit dem DWD
Abschluss des Projektes EmiDaT (Emissionsdatenbank
Tierhaltung)
OKTOBER BIS DEZEMBER
IMS-Übung (IMS: Integriertes Mess- und Informations-
system zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt)
Organisation der nationalen Vergleichsmessung
Grundwasser des AK „Grundwasserüberwachung“
Abschluss der Untersuchungen für den Quarantäneschad-
erreger Xylella fastidiosa – Befall mit diesem Quarantäne-
schaderreger ist in Sachsen getilgt
Besuch einer internationalen Gruppe von Boden spezialisten
im Rahmen des UNEP/UNESCO/BMU Programmes
„International Short Course on Soil and Land Ressources for
Substainable Development“ am LUZ Nossen
Teilnahme am DWA Gewässernachbarschaftstag
in Nossen
Inhouse-Schulung „Gesundes Sehen“

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Justitiariat / Innenrevision / Datenschutz
Der Stabsstelle Justitiariat / Innenrevision / Datenschutz obliegt
die Leitung der internen Revision sowie die Durchführung der
erforderlichen Prüfungen und Untersuchungen, die juristische
Beratung der Geschäftsführung und der Geschäftsbereiche, die
Erstellung von Rechtsgutachten, die juristische Stellungnahme
an andere Behörden, die eigenständige Bearbeitung von Ver-
tragsangelegenheiten, die rechtliche Prüfung und Begleitung
der Vergabeverfahren, die Führung von Vertragsverhandlungen
und die Prozessvertretung der BfUL. Außerdem werden die je-
weiligen Aufgaben des Beauftragten für Datenschutz und Infor-
mationssicherheit sowie des Ansprechpartners für Antikorruption
wahrgenommen.
Ansprechpartner für Antikorruption
Der Ansprechpartner für Antikorruption ist für die Umsetzung
von Instrumenten in der Korruptionsbekämpfung zuständig. In
diesem Zusammenhang wurden im Jahr 2019 erneut Sensibi-
lisierungsmaßnahmen durchgeführt. So absolvierten im Jahr
2019 die mit der zentralen Vergabe befassten Mitarbeiter Fort-
bildungen zu Antikorruption und Vergabeverfahren. Gemäß § 3
Absatz 2 VwV Anti-Korruption ist in der BfUL eine Gefährdungs-
analyse durchgeführt worden. In den Geschäftsbereichen sind
potentiell korruptionsgefährdete Arbeitsplätze identifiziert und
nach Abwägung mit den eingerichteten Sicherungssystemen die
tatsächliche Korruptionsgefahr ermittelt worden. Im Ergebnis
wurden keine Bereiche mit einem höheren Grad der Korrupti-
onsgefahr als „gering“ ermittelt. Im Jahr 2019 sind keine Vor-
kommnisse mit Verdacht auf Korruption bekannt geworden.
Innenrevision
Im Bereich der Innenrevision bestand 2019 die Aufgabe, eine
Risikoanalyse für die BfUL im Sinne des § 7.1 der Empfehlungen
über Standards für Innenrevisionen in der Sächsischen Landes-
verwaltung des SMI zu erstellen. Die Innenrevision beabsichtigt
dabei, nicht ausschließlich finanzielle Risiken abzubilden und
die zeitgleich seitens des IMS der BfUL durchgeführte Risiko-
analyse im Rahmen der DIN 17025 mit ihren Ergebnissen zu im-
plementieren. Die Fertigstellung dieser erweiterten Risikoanalyse
ist für 2020 vorgesehen.
Datenschutz
Die EU-Datenschutz-Grundverordnung wurde weiter in den
Alltag der BfUL integriert. Für neue Verfahren wurden Verar-
beitungsverzeichnisse erstellt. Zudem wurden zahlreiche Ein-
zelanfragen von Beschäftigten, insbesondere zur Einholung von
Genehmigungen zur Datenverarbeitung sowie zur Vertrags-
gestaltung, beantwortet. Im Jahr 2019 entwickelte sich die
Einführung eines Dokumentenmanagementsystems zu einem
Schwerpunkt auch für datenschutzrechtliche Fragestellungen.
Informationssicherheit
Im Jahr 2019 wurde unter Federführung des Umweltministe-
riums eine das Grundschutztool des BSI ersetzende Software
beschafft. Im Jahr 2020 soll die Migration des vorhandenen
Datenbestandes in die neue Software abgeschlossen sein. Im
Übrigen sind im Jahr 2019 mit Ausnahme der bereits als üblich
zu bezeichnenden Angriffe per E-Mail (phishing und Schadcode)
in der BfUL keine relevanten Sicherheitsvorfälle in Bezug auf
die Informationssicherheit aufgetreten. Die stetig erweiterten
Sicherheitsmaßnahmen in der BfUL und durch das SID haben
die aufgetretenen Bedrohungen eliminieren können. Es erfolg-
ten mehrere Sensibilisierungen aller Mitarbeiter zur Erkennung
und Abwehr von Phishing-Versuchen, insbesondere in Bezug auf
Verschlüsselungstrojaner.
Integriertes Umwelt- und Qualitätsmanagementsystem
Zur Überprüfung der Einhaltung von EMAS und der DIN ISO
14001 fanden im März an fünf Standorten Audits statt:
GB 4 in Nossen;
GB 5 in Bad Düben, GB 3 in Leipzig und Brandis;
GB 1 und GB 3 in Radebeul.
Schwerpunkt der insgesamt 18 Empfehlungen war die Einhaltung
der Pflichten nach Gefahrstoff- und Gewerbeabfallrecht.
Für den neuen Überwachungszeitraum zur Akkreditierung nach
DIN EN ISO/IEC 17025 wurden die insgesamt 11 Fachbegutach-
tungen sowie die Systembegutachtung an allen 8 Standorten
auf die Jahre 2019 bis 2021 verteilt. Im Mai 2019 erfolgte dazu
die erste Überwachung für die beiden Fachrichtungen des GB 2:
Ermittlung von Emission (und Immission) in Radebeul;
Radionuklidbestimmungen in Flüssigkeiten und Feststoffen
sowie Bestimmung von Strahlungsfeldmessgrößen in den
Landesmessstellen Radebeul und Chemnitz.
Die 10 erteilten Abweichungen waren nicht kritischer Natur und
wurden fristgerecht abgestellt. Im Ergebnis der Fachbegutach-
tungen wurde die Aufrechterhaltung der Akkreditierung ohne
Auflagen bestätigt.
Die Arbeitsgruppe IMS hat sich in den Beratungen im April und
im November hauptsächlich mit den Anforderungen der neuen
DIN EN ISO/IEC 17025:2018 beschäftigt und einen Maßnah-
meplan für die Umstellung erarbeitet. Zu den Schwerpunkten
mit übergreifender Bedeutung gehören die normgerechte Be-
schreibung der Personalkompetenz und die Risikoanalyse. Als
Grundlage für die Durchführung der Risikoanalyse in jedem Ge-
schäftsbereich wurde die Methode abgestimmt und eine Vorlage
erarbeitet.
Arbeitssicherheit
Die Betreuung durch die neuen Dienstleister in den Bereichen
Arbeitssicherheit und arbeitsmedizinische Betreuung umfasste
2019 erstmalig ein komplettes Kalenderjahr. Leider war durch
das Ausscheiden der zugeordneten Betriebsärztin beim Dienst-
leister die arbeitsmedizinische Vorsorge nicht in dem gewünsch-
ten Umfang möglich. Die Aktualisierung der Gefährdungsbeur-
teilung hinsichtlich erforderlicher Pflicht- und Angebotsvorsorge
musste ebenfalls verschoben werden.
Die arbeitssicherheitstechnische Betreuung funktioniert grund-
sätzlich. Aufgrund des zweijährigen Begehungsturnus waren nur
wenige Begehungen erforderlich. Positiv ist hervorzuheben, dass
auch kurzfristige Termine vom Dienstleister abgesichert wurden.
Inhaltlich gibt es jedoch noch Verbesserungsbedarf.
In den vier Beratungen des Arbeitssicherheitsausschusses wur-
den zahlreiche Fragestellungen aus den Dienststellen erörtert.
Daneben dienten die Beratungen wie in den Vorjahren auch der
Vermittlung von Kenntnissen des sich stetig entwickelnden Re-
gelwerkes und aktuellen Forschungsergebnissen.
Im November nutzen 19 Beschäftigte des Standortes Nossen die
Möglichkeit einer Inhouse-Schulung „Gesundes Sehen“ – ein
Fortbildungsangebot der AVS, organisert vom GB 4 in Zusam-
menarbeit mit der Forbildungsbeauftragten.
Zusätzlich zu den Ersthelferschulungen wurden für die Beschäf-
tigten, die häufig Dienstkraftfahrzeuge nutzen, Erste-Hilfe-Auf-
frischungskurse organisiert.
Das Massageangebot in Wahnsdorf und Chemnitz außerhalb der
Dienstzeit als Möglichkeit der Individualprophylaxe wurde von
den Beschäftigten wie im Vorjahr gut angenommen und deshalb
fortgeführt.
Insgesamt zeigte sich im Berichtsjahr erneut ein insgesamt ho-
hes arbeitssicherheitstechnisches Niveau. Gegenüber dem Vor-
jahr ist ein Rückgang der Unfallzahlen zu verzeichnen.
Integriertes Umwelt- und Qualitätsmanage-
mentsystem / Arbeitssicherheit / Justitiariat /
Innenrevision / Datenschutz

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VERWALTUNG
Geschäftsbereich 1 (GB 1)
PERSONAL-
MANAGEMENT
FÜR CA. 250
BESCHÄFTIGTE
DAS ANLAGE-
VERMÖGEN
BESTEHT AUS
14.000 ANLAGE-
GÜTERN
RUND
5,3 MIO. EURO FÜR
INVESTITIONEN
VERAUSGABT
Partner in allen Verwaltungs-
angelegenheiten
Allgemeine Verwaltung /
Bau und Liegenschaften
Dem Fachbereich 11 sind vielfältige Ver-
waltungsaufgaben übertragen, mit deren
Erledigung wichtige organisatorische
und bauliche Randbedingungen für die
Erfüllung des Unternehmensprogramms
der Geschäftsbereiche 2 bis 5 geschaffen
werden. Dabei handelt es sich insbeson-
dere um:
das nutzerseitige Objektmanagement
für Dienstliegenschaften und
Betriebsanlagen der BfUL;
die Betreuung von Baumaßnahmen;
den Registraturbetrieb;
die Verwaltung des gesamten
Fuhrparks;
die zentrale Bearbeitung von
Dienstreiseangelegenheiten.
Personal / I. u. K. / Organisation
Der Fachbereich 12 verantwortet ins-
besondere die Stellenplanung und -be-
wirtschaftung, Angelegenheiten der
Geschäftsverteilung, das Personalma-
nagement für die ca. 250 Beschäftigten
der BfUL sowie die Durchführung von
jährlich durchschnittlich 30 Einstellungs-
verfahren.
Daneben liegt die Sicherstellung des IT-
Betriebes ebenso in der Verantwortung
des Fachbereichs wie die Planung und
Organisation von Fort- und Weiterbil-
dungsmaßnahmen sowie die Wahrneh-
mung der Öffentlichkeitsarbeit.
Kaufmännischer Bereich
Der Fachbereich 13 führt verschiedene
Aufgaben in der Finanzverwaltung ein-
schließlich der Haushaltplanung und der
Jahresabschlussrechnung aus.
So waren im Rahmen der Finanzbuchhal-
tung im Jahr 2019 Ausgaben von rund
20,0 Mio. € für Personal- und Sachauf-
wand und rund 5,3 Mio. € für Investitio-
nen ordnungsgemäß zu verbuchen.
Die Anlagenbuchhaltung beinhaltet
ca. 27,4 Mio. € an Anlagevermögen,
das in ca. 14.000 Anlagengütern ver-
gegenständlicht ist. Der täglich anfal-
lende Zahlungsverkehr bestimmt das
„Tagesgeschäft“ der Buchhaltung.
Da ab dem Jahresabschluss 2019 die Prü-
fung durch eine andere Wirtschaftsprü-
fungsgesellschaft nötig ist, erfolgte eine
Ausschreibung und nach Zustimmung
durch den Verwaltungsrat die Neuvergabe
der Leistung.
Die Aufgabe des Beschaffungs- und
Vertragswesens mit jährlich rund 2.400
Beschaffungsvorgängen, die mittels ver-
schiedener Vergabeverfahren durchge-
führt werden, nimmt der Fachbereich in
enger Abstimmung mit den jeweiligen
Bedarfsstellen wahr, um die notwendigen
Bedarfe zu decken und möglichst kosten-
sparend zu realisieren.

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Allgemeine Umweltradioaktivität
(Überwachung); Notfallschutz;
Kerntechnische Anlagen (Rossendorf)
Durchführung des Routinemess-
programms;
Vorbereitung für den nuklearen
Notfall;
Unabhängige Messstelle am
Forschungsstandort Rossendorf.
Sanierungsstandorte der Wismut
GmbH; Altstandorte des Uranbergbaus
(besonders ehem. Absetzanlagen);
Unterstützung der Aufsicht und
Nuklearspezifische Gefahrenabwehr
Unabhängige Messstelle an Stand-
orten des ehemaligen Uranbergbaus;
Vorhaltung von Messkapazität und
Rufbereitschaft „Nukleare Vorkomm-
nisse“.
Lebensmittelüberwachung
(Amtshilfe und Eigenkontrolle)
Trink-, Mineral-, Heil- und
Rohwässer;
Wildfleisch und Wildpilze.
Radonberatung
Beratung und Information von
Bürgern, Kommunen, SIB und SMUL;
Messprogramme.
Überwachung der Luftqualität
in Sachsen
Erfassung an 29 Stationen des Luft-
messnetzes (regionaler Hintergrund,
städtischer Hintergrund, Hotspot);
Betriebseigenes Referenz- und
Kalibrierlabor;
Automatisierte Staubwägung;
Erfassung der nassen Deposition an
zehn Stationen.
Untersuchung von Emissionen aus
besonderem Anlass
Aufträge im besonderen behörd-
lichen/ öffentlichen Interesse;
Aufträge aus Forschungsprojekten
des LfULG.
IMMISSIONS-
UND STRAHLENSCHUTZ
Geschäftsbereich 2 (GB 2)
FAST 3.000
DOSIMETER UND
EXPOSIMETER
97,6 % DATEN-
VERFÜGBARKEIT IM
LUFTMESSNETZ
FAST 600
BERATUNGEN ZUM
THEMA RADON AUF
BAUMESSEN
Strahlung und saubere Luft –
Messen hilft schützen

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Mess-und Informationssystems zur Überwachung der Radioak-
tivität in der Umwelt (IMIS) statt, die das Bundesamt für Strah-
lenschutz organisiert hat (Messaufgaben nach § 162 StrlSchG).
Die sächsischen Landesmessstellen in Radebeul und Chemnitz
waren mit der Bearbeitung zahlreicher Proben beteiligt. Dazu
zählten Hof- und Rohmilch, Blatt-, Spross-, Frucht- und Wur-
zelgemüse, Grünfutter und Gras, Kartoffeln und Futterkartoffeln,
Wasser in Fließgewässern und Seen sowie Abwasser (Klarwas-
ser) und Klärschlamm (Abb. 2). Die Probeentnahmen erfolgten
durch Probenehmer des LfULG, der LTV, der Landesdirektion und
der BfUL. In den Landesmessstellen wurden zum überwiegenden
Teil gammaspektrometrische Messungen durchgeführt. Zusätz-
lich kamen alphaspektrometrische Analysen an Oberflächen-
wässern und die Schnellbestimmung von Sr-89/90 in Milch,
Oberflächenwasser und Gras zum Einsatz. Zwei Messfahrzeuge
waren zu mehreren in-situ-Messpunkten unterwegs (Abb. 3).
Der Routinebetrieb verlief unproblematisch. Die Umstellung des
IMIS-System von IMIS2 auf IMIS3 wurde für den Jahreswechsel
2018/19 vorbereitet und im Jahr 2019 abgeschlossen.
Es wurde ein Kontrollprogramm zur abschließenden Freigabe des
Geländes des ehemaligen Forschungsreaktors am Forschungs-
standort Rossendorf durchgeführt.
Die Bachelorarbeit eines Studenten der BA Riesa zu „Tritium und
gammastrahlende Radionuklide im Oberflächenwasser sächsi-
scher Flussgebiete“ wurde als Zweitgutachter begleitet. Der GB
2 lieferte Beiträge zu mehreren Fortbildungsveranstaltungen
zum Nuklearen Notfallschutz.
Das Jahr 2019 war im Geschäftsbereich „Immissions- und
Strahlenschutz“ vor allem geprägt durch eine anhaltend hohe
Nachfrage der Radonberatung als Folge der Einführung des
Strahlenschutzgesetzes sowie durch eine weitere, vertiefte
Qualitätssicherung im Bereich der Luftgütemessungen.
Allgemeine Umweltradioaktivität (Teil 5 Kapitel 1 StrlSchG);
Notfallschutz; Kerntechnische Anlagen (Rossendorf)
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht des SMUL und be-
inhaltet als Schwerpunkte die Messaufgaben nach dem Teil 5
Kapitel 1 Strahlenschutzgesetz, die Unterstützung des SMUL am
Forschungsstandort Rossendorf und die Vorbereitung für den
nuklearen Notfall. Ergänzend kommen kleinere Messaufträge zu
besonderen Aspekten hinzu. Die Abb. 1 gibt den geleisteten Um-
fang an Probenentnahmen, Feldmessungen und Laboranalysen
von allen Bereichen des Strahlenschutzes wieder.
Im Juni 2017 wurde das Gesetz zur Neuordnung des Rechts zum
Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung
beschlossen. Das darin enthaltene Gesetz zum Schutz vor der
schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutz-
gesetz – StrlSchG) trat in Teilen am 01.10.2017 in Kraft. Damit
wurde das bisherige Strahlenschutzvorsorgegesetz aufgehoben
und bezüglich der Routineaufgaben in den „Teil 5 Expositionssi-
tuationsübergreifende Vorschriften Kapitel 1 Überwachung der
Umweltradioaktivität“ überführt.
Anfang Oktober fand eine zweitägige Übung des Integrierten
Sanierungsstandorte der Wismut GmbH; Altstandorte des
Uranbergbaus (besonders ehem. Absetzanlagen); Unterstüt-
zung der Aufsicht und Nuklearspezifische Gefahrenabwehr
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht des LfULG und beinhal-
tet unter anderem Messprogramme an insgesamt zwölf Stand-
orten des ehemaligen Uranbergbaus sowie die Vorhaltung von
Messtechnik und Personal zur Umsetzung der VwV Nukleare
Vorkommnisse.
Am 18.06.2019 führte der GB 2 gemeinsam mit der Wismut
GmbH die jährliche Stichtagsbeprobung an der Messstelle Zinn-
born 1158A am Standort Crossen durch. Zur Unterstützung der
Aufsicht waren Mitarbeiter des GB 2 in sieben Fällen tätig (Mög-
licher Fund auf einem Privatgelände; Funde auf einem Übungs-
platz der Bundespolizei; Fund auf einem Gewässerrandstreifen;
Fund in einem Privathaus; ODL-Messungen in einer Wohnung;
ODL-Messungen auf einem als Parkplatz genutzten Flurstück;
Untersuchung einer historischen Zahnpasta). Für verschiedene
Messaufgaben der Aufsicht wurde Messtechnik zur Verfügung
gestellt und gewartet.
Der Landkreis Mittelsachsen führte am 13.07.2019 eine Einsatz-
übung (A-Lage) in einem Gewerbegebiet durch. Das Referat 54/
SMUL wurde in die Vorbereitung der Übung eingebunden und
hat sowohl beratend und organisatorisch als auch gegenständ-
lich zu der Übung beigetragen. Ebenfalls haben an der Übung
die Rufbereitschaft Nukleare Vorkommnisse des LfULG und die
Messbereitschaft der BfUL teilgenommen. Das Szenario be-
inhaltete einen Verkehrsunfall eines Transportes von radioak-
tiven Pharmaka, bei dem ein Behälter beschädigt wird und das
Radiopharmakon austritt. Die Bereitschaften des Strahlenschut-
zes berieten die vor Ort tätigen Einsatzkräfte (Abb. 4). Die bei
der Übung gewonnenen Erkenntnisse stellen wertvolle Beiträge
zur Verbesserung der Vorbereitungen der Rufbereitschaft des
LfULG und der Messbereitschaft der BfUL auf derartige oder
ähnlich geartete nukleare Vorkommnisse dar. Bei der Auswer-
tung der Übung konnten Arbeitsaufgaben identifiziert werden,
über deren Verteilung in nachgelagerten Beratungen noch zu
entscheiden sein wird.
Abb. 3: In-situ-gammaspektrometrische
Messung in Bad Schlema während der
IMIS-Übung im Oktober 2019
Abb. 2: Probenvorbereitung während der
IMIS-Übung im Oktober 2019
Probenentnahmen
und Feldmessungen
Anzahl
Bemerkungen
In-situ-Gammaspektrometrie
86
Rückgang nach Abschluss des
Rückbaus am Forschungsstandort
Rossendorf
Feldmessungen
773
Dosimeter / Exposimeter
2.971
Steigerung durch das Messpro-
gramm an Arbeitsplätzen und in
Polizeirevieren
Probenentnahmen
(ohne Abholungen)
258
Laboranalytik Radioaktivität
Anzahl
Bemerkungen
Gammaspektrometrie
1.587
Alphaspektrometrie
186
Fraktionen
Radiochemie, künstlich
215
Radiochemie, natürlich
696
Abb. 1 Gesamte Anzahl von Probenentnahmen, Feldmessungen und Laboranalysen in den
Fachbereichen 21 und 22
Lebensmittelüberwachung (Amtshilfe und Eigenkontrolle)
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht des SMUL und bein-
haltet Amtshilfen für Einrichtungen des Staatsministeriums für
Soziales und Verbraucherschutz (SMS) und zur Durchführung
der Eigenkontrolle für Einrichtungen des SMUL. Für das SMS
werden vor allem Schwarzwild und Trinkwässer untersucht, für
die Landestalsperrenverwaltung (LTV) Rohwässer und für den
Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) wiederum Schwarzwild.
Das ab Herbst 2016 laufende Screeningmessprogramm zur Er-
mittlung von Richtdosis und Radon in dezentralen kleinen Was-
serwerken nach § 3 Nr. 2 b TrinkwV2001 wurde fortgeführt. Es
gab keine weiteren Änderungen.
Abb. 4: Einsatzbesprechung von Mitarbeitern des
LfULG und der BfUL mit der Feuerwehr im Rahmen
der Übung am 13.07.2019

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| 17
|
Das Jahr 2019 war in der Radonberatung wie im Jahr 2018
durch ein deutlich gestiegenes Interesse am Thema gekenn-
zeichnet. Darüber hinaus gab es wieder eine umfangreiche Re-
ferententätigkeit (z. B. bei der Ausbildung von Radonfachperso-
nen, beim Sächsischen Radontag oder in der Fortbildungsstätte
Reinhardtsgrimma), ein starkes Medieninteresse (Anfragen von
mehreren Regionalzeitungen und von Fernsehen) und Anfragen
zu Grundstücken oder Baugebieten. Die Radonberatungsstelle
unterstützte die Entwürfe für einen nationalen Radonmaßnah-
menplan und die Ausweisung von Radonvorsorgegebieten.
Auch die Messprogramme wurden weiterentwickelt. Neben
der Weiterführung des im Sommer 2015 begonnenen Mess-
programmes zu Radon in Schulen wurden Messprogramme an
Arbeitsplätzen von BfUL, LTV, SBS und LfULG und das Messpro-
gramm „Radon in Gebäuden über unterirdischen Hohlräumen“
weitergeführt. In Abstimmung mit dem Innenministerium wurde
ein Messprogramm in Polizeirevieren gestartet. Diese Messpro-
gramme beinhalten zunächst den Versand von Exposimetern
und sollen sowohl der Datensammlung als auch der Sammlung
von Erfahrungen in der Beurteilung großer Gebäude dienen.
Speziell beim Messprogramm zu Radon in Schulen wurden nach
Radonberatung
Der Bereich untersteht der Fachaufsicht des LfULG und umfasst
neben Messprogrammen vor allem die Beratung und Informa-
tion von Bürgern und öffentlichen Einrichtungen zum Thema
„Was ist Radon und wie kann ich mich davor schützen?“. Die
Radonberatungsstelle hat mit einem Stand auf den größeren re-
gionalen Baumessen in Chemnitz, Dresden und Zwickau teilge-
nommen. Das Beratungsangebot wurde auf den Messen gut an-
genommen, insbesondere in Dresden und in Zwickau wurde ein
deutlicher Anstieg an Beratungen gezählt. Auf den Baumessen
in Dresden und Chemnitz wird das Fachprogramm der Messen
durch Vorträge der Mitarbeiter der Radonberatungsstelle auch
als Plattform genutzt, um interessierte Messebesucher zum The-
ma Radon und Radonschutz zu informieren. Insgesamt wurden
auf den Baumessen fast 600 Gespräche geführt, was einem An-
stieg von 14 % im Vergleich zum Jahr 2018 entspricht.
Um dem spürbar gestiegenen Bedarf an Informationen zum
Thema Radon und Radonschutz gerecht zu werden, werden seit
2019 durch die Radonberatungsstelle neue Wege der Beratung
beschritten. In vier Städten wurden an fünf Terminen „Mobile
Radonberatungen“ angeboten, d. h. die Mitarbeiter der Radon-
beratungsstelle waren vor Ort in den Rathäusern bzw. Bauäm-
tern, um von 10–18 Uhr persönliche Radonberatungen anzubie-
ten. Diese Informationsveranstaltungen wurden im Vorfeld über
die Amtsblätter der Städte bzw. den Web-Sites angekündigt. Die
Resonanz fiel sehr unterschiedlich aus und reichte von 7 Bera-
tungen bis zu über 100 Besuchern. Diese Vor-Ort-Präsenz der
Radonberatungsstelle in verschiedenen Städten und Gemeinden
im Freistaat Sachsen soll auch im Jahr 2020 weiter fortgeführt
werden.
den Ergebnissen der Langzeitmessungen in Gebäuden mit Über-
schreitungen des Referenzwertes teilweise auch Kurzzeitmes-
sungen durchgeführt, um mehr Erkenntnisse über Zeitverläufe
und Ursachen ermitteln zu können. Die Abb. 6 gibt den Stand
der Untersuchungsergebnisse in Schulen, Kindertagesstätten
und Dienstgebäuden wieder.
Überwachung der Luftqualität in Sachsen
Der FB 23 und das Referenz- und Kalibrierlabor im FB 24 sind
vom LfULG mit Messungen und Analysen von Luftschadstoffen
im stationären Luftgüte- und Depositionsmessnetz beauftragt.
Hierzu betreibt die BfUL 29 Luftmesscontainer für die konti-
nuierliche Überwachung der Luftqualität und 10 Depositions-
messstellen zur Überwachung der nassen Deposition (davon vier
an Standorten von Luftmesscontainern). An den Messstatio-
nen werden hauptsächlich folgende Parameter überwacht: die
Schadstoffkomponenten Schwefeldioxid (SO
2
), Stickstoffoxid
(NOX), Ozon (O
3
), Benzol, Toluol und Xylole (BTX), Feinstaub
(PM
10
, PM
2,5
) und die meteorologischen Parameter Windrich-
tung, Windgeschwindigkeit, Lufttemperatur, Luftfeuchte, Luft-
druck und Sonnenstrahlung. Die Abb. 7 zeigt die Verteilung
der Containerstandorte. Das Luftmessnetz übertraf mit einer
Gesamtverfügbarkeit von fast 98 % die gesetzlich geforderte
Verfügbarkeit von 90 % erheblich. Die Abb. 8 gibt die Einzelver-
fügbarkeiten wieder.
Aus Anlass von Bürgerbeschwerden in einer Ortslage im Land-
kreis Bautzen über Staubbelästigungen durch den Betrieb eines
nahegelegenen Steinbruches startete Anfang Oktober 2019 eine
weitere Sondermessung der BfUL. Der Schwerpunkt liegt hier
auf der Bestimmung des Schwebstaubes PM
10
und des Staub-
niederschlages. Neben der gravimetrischen Methode zur PM
10
-
Bestimmung können die Tagesgänge des PM
10
-Konzentrations-
verlaufes mit einem automatischen Staubmesssystem erfasst
werden. Die geringe zeitliche Auflösung des automatischen
Messverfahrens lässt bei Gegenüberstellung der meteorologi-
schen Parameter Windrichtung und Windgeschwindigkeit eine
sichere Quellenzuordnung erwarten. Die Messungen umfassen
den Zeitraum eines Jahres. Es soll geprüft werden, ob Grenz-
und Immissionswerte durch den Betrieb des Steinbruches ver-
letzt werden. Die Messung stößt bei den Bürgern der Ortslage
auf reges Interesse. Gleichzeitig ist die Sondermessung der erste
Einsatzort des neuen flexibel einsetzbaren Containers, der 2019
gebaut wurde (Abb. 9).
Die Abfragemöglichkeiten über TCP/IP–MSR (Erneuerung der
Messnetzkommunikation zwischen Zentrale und Stationsrech-
nern, unter anderem mit direkter IP-Kommunikation) sind er-
Abb. 5: Mobile Radonberatung in Freital
Klassifizierung nach
der Geologie
Gebäude
davon
über 300
Bq/m³
in
Prozent
Unauffällig
245
41
17 %
Auffällig
74
29
39 %
Erhöht
14
10
71 %
noch nicht klassifiziert
6
1
17 %
Alle
339
81
24 %
Abb. 6: Überschreitungshäufigkeiten in Schulen, Kindertagesstätten und
Dienstgebäuden, klassifiziert nach Geologie.
Abb. 7: Standorte der Luftmessstationen in Sachsen
Parameter
Ziel
Verfügbar-
keit 2019
Stationäres Immissionsmessnetz
90,00 %
97,60 %
HVS-Daten PM
10
92,80 %
99,60 %
HVS-Daten PM
2,5
92,80 %
99,50 %
Staubautomaten
92,80 %
97,20 %
Gravimetrie
99,90 %
99,975 %
Benzol / Toluol / Xylol
90,00 %
93,80 %
Schwefeldioxid
92,80 %
99,10 %
Ozon
92,80 %
97,40 %
Stickoxide
92,80 %
99,30 %
Meteorologiedaten
92,80 %
98,00 %
Einhaltung der Temperatur-
korridore der Messcontainer
92,80 %
99,30 %
Abb. 8: Gesamt- und Einzelverfügbarkeiten im Luftmessnetz 2019

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| 19
|
Im Oktober 2019 führte der FB 24 im Zusammenhang mit einem
laufenden Gerichtsverfahren Emissionsmessungen an einem
Blockheizkraftwerk (BHKW) durch (Abb. 11). Dieses BHKW er-
zeugt Strom und Warmwasser in einer Verbrennungsmotoranla-
ge und wird mit Pflanzenöl (Palmöl) betrieben. Seit Jahren gibt
es Anwohnerbeschwerden wegen Staub- bzw. Rußniederschlag
und Geruchsbelästigung. Gemessen wurden Staub und Staubin-
haltsstoffe, gasförmige Komponenten im Abgas und Ruß. Mit
analytischen Leistungen waren auch unser Labor in Nossen und
Fremdfirmen beteiligt. Die Ergebnisse der kontinuierlichen und
diskontinuierlichen Messungen über 14 Tage wurden dem LfULG
weitert und fortentwickelt worden. Auf dieser Grundlage wer-
den nun sukzessive die Umrüstung bzw. die Weiterentwicklung
der Containeranbindung vorangebracht.
Über den Zeitraum eines Jahres fanden am Standort in Rade-
beul-Wahnsdorf meteorologische Vergleichsmessungen zwi-
schen dem Deutschen Wetterdienst und der BfUL statt (Abb. 10).
Ziel dieser Untersuchungen war es zu prüfen, ob die meteorolo-
gischen Messungen an den sächsischen Luftgütemessstationen
auch für die Beurteilung des Stadtklimas in sächsischen Städten
verwendet werden können. Die Besonderheit der Luftmessstati-
onen besteht darin, dass sie bedingt durch orographische Fak-
toren, wie z. B. des Standortes in Straßenschluchten und dessen
Abschattung durch Gebäude nicht den üblichen Bedingungen
der DWD-Messungen entsprechen. Von Seiten der BfUL wurden
hier mehrere meteorologische Größen parallel sowohl in Höhe
des Containerdaches als auch in Höhe der DWD-Messstelle im
Gelände erfasst. Nach Auswertung der Ergebnisse durch das
LfULG wurde festgestellt, dass meteorologische Stationen des
Luftmessnetzes unter Beachtung der Standortbedingungen für
die Beurteilung des Stadtklimas genutzt werden können.
Untersuchung von Emissionen aus besonderem Anlass
Der FB 24 ist vom LfULG mit Messungen und Analysen von Luft-
schadstoffen aus besonderem Anlass beauftragt. Die Aufträge
resultieren z. B. aus Bürgerbeschwerden oder Forschungsprojek-
ten des LfULG zur Schaffung von Verfahrens-know-how oder zur
Schaffung von Datengrundlagen. Neben Emissionsmessungen
werden hierbei – auch in enger Abstimmung mit dem FB 23 –
kontinuierlich anlagenbezogene Immissionsmessungen durch-
geführt. Im Jahr 2019 erfolgten Messungen an einem Sprühtro-
ckenturm, in einer Großbäckerei und in einem Gießereiinstitut.
zur weiteren Verwendung übergeben. Bis April 2020 laufen
noch Bestimmungen des Staubniederschlages (Monatswerte) in
unmittelbarer Nähe der Anwohner (Vorgärten, Balkone, Hinter-
grund).
Im Sommer 2019 wurde das Projekt EmiDaT (Emissionsdaten-
bank Tierhaltung) nach einjähriger Laufzeit abgeschlossen, in
dessen Rahmen im Auftrag des KTBL (Kuratorium für Technik
und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V.) deutschlandweit
Emissionsdaten der modernen Tierhaltung erhoben wurden. Der
FB 24 war daran mit Stallinstallationen bezüglich der Mess-
technik und der kontinuierlichen Messung von NH
3
, CH
4
, N
2
O,
CO
2
und Meteorologiedaten in einem Milchviehstall sowie der
Qualitätssicherung mit Standardreferenzverfahren beteiligt. Das
Projekt erstreckte sich über 6 Messperioden (2 Sommer-, 2 Win-
ter- 2 Übergangsperioden). In Auswertung der Daten ergaben
sich aussagekräftige Tagesprofile der Komponenten und auf-
grund der Datenqualität sichere Möglichkeiten zur Berechnung
der Emissionsmassenströme. Die deutlich verbesserte Qualität
der Daten konnte durch den Einsatz eines 2018 erworbenen und
validierten FTIR-Messgerätes und Optimierung der Standard-
referenzverfahren erreicht werden.
Maßnahmen der Qualitätssicherung
Zur Qualitätssicherung ihrer Probenentnahmen und Feldmess-
verfahren sowie der Laborverfahren nahmen die Fachbereiche
an folgenden Eignungsprüfungen oder Tests teil (in Klammern
jeweils der teilnehmende Fachbereich und der Veranstalter oder
Partner): Vergleichsmessungen an ODL-Messgeräten in Reust
(21; BfS); Vergleichsmessung zur in-situ-Gammaspektrometrie
(21; BfS); „Rohmilch 2019“ (21 und 22; MRI); „Boden 2019“ (21
und 22; MRI); „Bestimmung von Po-210, U-238, U-234, Ra-
226, Ra-228 und der Gesamt-Alpha-Aktivität in Trinkwasser RV
4/2019“ (21 und 22; BfS); „Bestimmung von Alpha- und Beta-
strahlern in Wasser RV 2/2019“ (21 und 22; BfS); „Bestimmung
des Radionuklidgehaltes im Abwasser aus kerntechnischen An-
lagen“ (21; BfS); „40. Ringversuch Fortluft“ (21; BfS); „Ill inter-
national radon in-the-field intercomparison exercise for passive
detection systems in various work and residential environments“
(22; AIRP); „Ringversuche der staatlichen Immissionsmessstel-
len (STIMES)“ (24; LANUV NRW); „Ringversuch Staub - Emissi-
on“ (24; HLNUG); „Anschlussmessung“ (24; UBA); „Gravimetrie“
(24; NN); „Ringversuch Gase - Emission“ (24; HLNUG) (Abb. 12).
Bis ins Jahr 2019 fand darüber hinaus eine meteorologische Ver-
gleichsmessung mit dem DWD am Containerstandort Radebeul-
Wahnsdorf statt.
Abb. 11: Staubmessung am
Schornstein eines BHKW
Abb. 12: Ringversuch zum Staub an der ESA
(Emissions-Simulations-Anlage) des
Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt
und Geologie in Kassel
Abb. 9: Messcontainer am Ortsrand einer Gemeinde
im Landkreis Bautzen
Abb. 10: Meteorologische Vergleichsmessung am Standort des Messcontainers
Radebeul-Wahnsdorf

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20 |
| 21
Oberflächenwasser Stand und Menge:
Betrieb von 208 Pegeln, davon
95 Hochwassermeldepegel;
Hydrologische Betreuung von
48 Pegeln des Kontroll- und Steuer-
messnetzes der LTV;
Durchführung von 1.296 Durchfluss-
messungen und 142 nivellitische
Pegelprüfungen;
Fachliche Begleitung von 26 Pegel-
baumaßnahmen, davon 2 Fertig-
stellungen;
Betreuung von ca. 200 ehrenamt-
lichen Pegelbeobachtern.
Grundwasser Stand und Menge:
Betrieb von sechs Messnetzen mit
insgesamt ca. 1.050 Messstellen;
Betrieb von ca. 200 Datensammlern
mit Datenfernübertragung (DFÜ);
Ungefähr 95.000 Grundwasser-
Standmessungen pro Jahr;
Betreuung von ca. 650 ehrenamt-
lichen Beobachtern.
Grundwasser Beschaffenheit:
Betrieb von fünf Messnetzen mit
insgesamt 593 Messstellen;
Durchführung von 676 Grundwasser-
probenahmen;
Neubau von 5 Messstellen.
Niederschlagsmessnetz:
Betrieb von 29 automatischen
Niederschlags messgeräten
(Ombrometer) mit DFÜ;
Betreuung von 21 ehrenamtlichen
Beobachtern.
Bodenwassermessnetz,
Teil Lysimeterstation Brandis:
Betrieb von 30 Lysimetern und
19 Versickerungsmessern, tägliche
Erfassung und Auswertung aller
relevanten Daten zur Witterung sowie
zum Wasser- und Stoffhaushalt.
Bodenwassermessnetz,
Teil Bodendauerbeobachtung:
Betrieb von vier Bodendauerbeo-
bachtungsflächen (-stationen) Level 2
(BDF-II) und zusätzlich drei boden-
hydrologischen Messplätzen.
Agrarmeteorologisches Messnetz
(AMN):
Betrieb von 34 Messstellen und
Datenabruf von drei weiteren
Messstellen externer Betreiber;
Kontinuierliche
Datenbereit stellung
für das LfULG und Externe zur
Schaderreger-Prognose.
MESSNETZBETRIEB WASSER
UND METEOROLOGIE
Geschäftsbereich 3 (GB 3)
676
GRUNDWASSER-
PROBENAHMEN
1.296
DURCHFLUSS-
MESSUNGEN
BETREUUNG
VON 26
PEGELBAUMASS-
NAHMEN
Wasser – ein kostbares Gut

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| 23
|
Die hydrologische Trockenheit der vorangegangen Jahre setzte
sich auch im Jahr 2019 deutlich fort. Das gesamte Jahr prägten
lange Zeiträume der Niedrigwasserführungen an allen sächsi-
schen Flüssen, weshalb ausschließlich Niedrigwassermessungen
durchgeführt werden konnten (Abb. 3). Insgesamt erfolgten
1.046 Durchflussmessungen für das LfULG und 250 Durchfluss-
messungen für Dritte, wie beispielsweise LTV und LMBV. Außer-
dem wurden 142 nivellitische Höhenprüfungen realisiert.
Die fachtechnische Begleitung der Pegelbaumaßnahmen im
Rahmen des turnusmäßigen Pegelbauprogramms und zusätz-
lich die Umsetzung der Vorschläge der Expertenkommission der
Sächsischen Staatsregierung (sog. „Jeschke-Kommission“) er-
fordern weiterhin erhebliche finanzielle Mittel und personelle
Kapazitäten.
2019 wurden zwei Pegelbaumaßnahmen erfolgreich abge-
schlossen. Zu nennen ist hier der Neubau des Pegel Sebnitz 3
(Abb. S. 20). Zudem wurde der zweite Bauabschnitt des Pegels
Olbernhau 3 beendet, nachdem die Hochwasserschutzan lage
Oberflächenwassermessnetz
Das Oberflächenwassermessnetz setzt sich aus Pegeln unter-
schiedlicher Messnetze und Messnetzkategorien zusammen.
Das Basismessnetz dient dem Hochwassermeldedienst sowie
der langjährigen Erfassung der Variabilität des Wasserdarge-
botes. Außerdem betreibt der GB 3 vier Sondermessnetze für
spezifische Aufgabenstellungen des LfULG. Das Kontroll- und
Steuermessnetz dient der Steuerung von Anlagen der LTV und
von Energieversorgungsunternehmen. In deren Auftrag über-
nimmt der GB 3 territorial und zeitlich begrenzte Messaufgaben
an ausgewählten Pegeln, die jährlich neu vereinbart werden. An
allen Pegeln sind mindestens vier Durchflussmessungen pro Jahr
bei möglichst unterschiedlichen Wasserständen durchzuführen.
In den Messnetzen „Oberflächenwasser“ sind
insbesondere folgende Aufgaben zu erfüllen:
Messung von Wasserständen und Durchflüssen an
Fließgewässern;
Überprüfung der geografischen Höhenlage der Pegelstaffeln
(nivellitische Pegelprüfung);
Erstellung, Kontrolle und Korrektur der Wasserstands-
Durchflussbeziehungen (WQB);
Prüfung und statistische Aufbereitung der gewonnenen
hydrologischen Daten und Übergabe an die Auftraggeber;
Erfassung und Pflege der Pegelstammdaten;
Betrieb, Wartung und Instandhaltung der Pegel,
Beseitigung von Hochwasserschäden;
Beauftragung und Betreuung von Bau- und Ausrüstungs-
maßnahmen einschließlich Energieversorgung und
Datenfernübertragung (DFÜ);
Schulung und Betreuung von ca. 200 ehrenamtlichen
Pegelbeobachtern.
der LTV fertiggestellt worden ist (Abb. 4). Zusätzlich wurden
teils umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen abgeschlossen.
Am Pegel Ammelsdorf wurde der Messsteg samt Flügelmauern
neu errichtet und am Pegel Großbardau 1 am Schnellbach das
komplette Pegelhaus ausgetauscht (Abb. 5).
Der 2. Sächsische Hochwasserschutztag fand am 15.06.2019
auf dem Gelände der Landesgartenausstellung in Frankenberg
statt. Der FB 33 präsentierte Durchflussmesstechnik und deren
praktische Anwendung im Einsatz. Der Stand der BfUL wurde
vorrangig von Fachbesuchern frequentiert. Herr Staatsminister
Schmidt übernahm kurzzeitig das Steuer des ADCP-Messboots
(Abb. 6). Ebenfalls in Frankenberg fand im September die Ver-
anstaltung „Tag der Flüsse“ der Sächsischen Landesstiftung Natur
und Umwelt statt. Der GB 3 unterstützte auch diese Veranstaltung
durch die Betreuung einer Lernstation. Schülerinnen und Schü-
ler der 9. und 10. Klassen von Schulen aus der Umgebung von
Frankenberg und Chemnitz wurde die Funktion von Pegeln und
deren Bedeutung für das Hochwassermeldesystem sowie die
Durchführung von Durchflussmessungen am praktischen Beispiel
erläutert (Abb. 7).
Im Rahmen des 100. Jubiläums des polnischen Instituts für Me-
teorologie und Wassermanagement (IMGW) fand ein Internati-
onaler Workshop „Hydrometrie“ im September 2019 in Szczyrk/
Polen statt. Die Veranstaltung diente dem länderübergreifenden
Wissens- und Erfahrungsaustausch im hydrologischen Mess-
wesen der Länder Polen, Tschechien, Slowakei, Ukraine und
Deutschland. Das Team aus Sachsen bildete ein voll ausgerüs-
teter Messtrupp mit Kollegen aus unterschiedlichen Fachberei-
chen der BfUL. Es wurden an verschiedenen Messstellen Ver-
Abb. 6: Besuch des Staatsminister Schmidt am Stand der BfUL beim
2. Hochwasserschutztag
Abb. 2: Messtechniker bei einer Durchflussmessung mit mobilem Seilkran und ADCP
Abb. 4: Luftbild des neu gebauten Pegels Olbernhau 3
Abb. 3: Niedriger Wasserstand am Pegel Görnitz
Abb. 5: Anlieferung des neuen Pegelhauses am Pegel Großbardau
gleichsmessungen durchgeführt (Abb. 8) und praktische Details
der täglichen Arbeit besprochen. Die Auswertung der Messer-
gebnisse zeigte den guten Standard der Hydrometrie in den Län-
dern und auch den hohen Ausrüstungs- und Wissensstand der
Beschäftigten der BfUL.
Abb. 7: Schülerinnen und Schüler an der Station der BfUL beim Tag der Flüsse
Abb. 8: Internationaler Workshop Hydrometrie in Szczyrk (Polen)

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24
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|
sische Schweiz die Bauarbeiten für die Messstelle Nasser Grund
weitergeführt. Im Februar wurde durch den FB 33 die erste Tie-
fen-Grundwasserprobenahme aus der Grubenwassermessstelle
Gersdorf-Kaisergrube beauftragt. Dabei musste Wasser aus dem
Grubengebäude des ehemaligen Steinkohlenabbaus des Lugauer
Reviers aus etwa 640 m Teufe gewonnen werden. Die Arbei-
ten wurden von einem Spezialbohrunternehmen ausgeführt, bei
dem die für die Ausführung solcher Arbeiten notwendige Tech-
nik vorliegt (Abb. 9).
Messnetz Bodenwasserhaushalt / Bodenwasserbeschaffenheit,
Teilbereich Lysimeterstation Brandis
Das Messnetz Lysimeter wurde im Routinebetrieb wie in den
vergangenen Jahren unverändert fortgeführt. Die Hauptfrucht
der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung war im 1. Halbjahr
2019 Winterweizen gefolgt von Winterraps, der im August aus-
gesät wurde. Der Winterweizen erzielte trotz defizitärer Nieder-
schläge in der Vegetationsperiode nur leicht unterdurchschnitt-
liche bodentypische Erträge. Der Aufgang des Winterrapses war
aufgrund der sehr trockenen Oberböden recht ungenügend. Um
einen repräsentativen Bestand zu etablieren musste mehrmals
nachgesät werden.
Die klimatischen und bodenhydrologischen Messungen sollen im
Hinblick auf klimatische Veränderungen, ressourcenschonende
Bewirtschaftung und technische Fortschritte auch weiterhin auf
einem hohen Niveau stattfinden, daher sind Neuerungen bzw.
Erweiterungen des Tätigkeitsfeldes notwendig. Dazu wurden
Vorhaben zu folgenden Themenschwerpunkten 2019 umgesetzt:
1. Analyse der stabilen Isotope 15N und 18O im Nitrat
des Sickerwassers
Mittels der Isotopenuntersuchung können wertvolle Informa-
tionen für die Bewertung der Wasser- und Stoffflüsse in den
Grundwassermessnetz
Das landesweite Messnetz dient der Überwachung des Grund-
wasserhaushaltes und besteht derzeit aus etwa 1.050 Grund-
wasserstandsmessstellen sowie 593 Grundwasserbeschaffen-
heitsmessstellen. Da einige Messstellen zeitgleich Bestandteil
beider Messnetze waren, wurden insgesamt 1.522 Messstellen
durch die BfUL betreut. Auch das Grundwassermessnetz ist in
unterschiedliche Messnetze mit verschiedenen Aufgabenstel-
lungen gegliedert. Im Bereich der „Messnetzgruppe Menge/
Stand“ sind es die Messnetze „Menge/WRRL“ und „Hochwasser
im Grundwasser“. Hinzu kommen die „Messnetze zu Ermitt-
lungszwecken“ sowie „Verdichtete Messnetze in risikobehaf-
teten Grundwasserkörpern“. Zum Bereich der Messnetzgruppe
„Beschaffenheit/chemischer Zustand des Grundwassers“ zählen
das Messnetz „Überblicksweise Überwachung“, das „Operative
Messnetz zur Überwachung diffuser Quellen und Stoffeinträge“,
das Messnetz „Braunkohlebergbau bedingte Belastungen“, ein
Messnetz zur „Operativen Überwachung punktueller Belastun-
gen“ und das „Ermittlungsmessnetz SchAVO“ (Messnetzkonzep-
tion des LfULG, Stand 2015).
Es wurden durch die Mitarbeiter des GB 3, die etwa 650 eh-
renamtlichen Beobachter, beauftragte Fremdfirmen und durch
die digitalen Datensammler insgesamt ca. 95.000 Grundwas-
serstandswerte erhoben, die mittels Fachinformationssystem
GW an das LfULG übergeben worden sind. Parallel dazu erfolg-
te an den 593 Gütemessstellen ein- oder zweimal jährlich eine
Grundwasserprobenahme und die Dateneingabe in das Laborin-
formations- und Managementsystem (LIMS).
Es besteht weiterhin hoher Sanierungs- und Neubaubedarf von
Grundwassermessstellen. Im Jahr 2019 konnten 5 Messstellen
neu gebaut werden. Eine Besonderheit stellten auch in 2019
wieder die Tiefbohrungen dar. So wurden im Nationalpark Säch-
Lysimetern und Erkenntnisse über die Herkunft des Nitrats im
Sickerwassers geliefert werden. Lassen sich spezifische Isoto-
pensignaturen der potentiellen Quellen eines Stoffes identi-
fizieren, kann aufgrund eines beobachteten Verhältnisses im
Analyse produkt auf dessen Ursprung zurückgeschlossen werden.
Mit diesen Untersuchungen können auch die Umsetzungspro-
zesse des Stickstoffs in den „roten Gebieten“ und verschiede-
ne Düngungsvarianten bewertet werden. Die Beprobung fand
sowohl an den Sickerwässern als auch im Boden ausgewählter
Lysimeter statt und wird in den nächsten Jahren fortgesetzt.
2. Korrektur der Evapotranspirationsdaten mittels
Filterfunktion
Bei der Bestimmung der Evapotranspiration mittels Lysimeter
steht die genaue Erfassung der Lysimetergewichte im Vorder-
grund. Die Gewichtszeitreihe ist allerdings durch ein Messrau-
schen (insbesondere aufgrund von Winddruckkräften) überlagert.
Zur Minimierung des Rauschens und damit einer fehlerarmen
Ermittlung der signifikanten Gewichtsänderungen wurde eine
Filterfunktion auf mathematischer Basis programmiert. Die nun
gefilterten und korrigierten Gewichtsänderungen verbessern die
Qualität der Daten bei der Zuordnung zur Evotranspiration oder
dem Niederschlag. Mit den Daten des Januars ist diese Korrek-
turmethode erstmalig in Brandis zum Einsatz gekommen.
3. Erweiterung des Klimagartens um ein Gerätetestfeld
Das Testfeld dient dem Vergleich der unterschiedlichen Mess-
methoden und –geräte zur Niederschlagserfassung (Abb. 10).
Ziel ist es, die Niederschlagsmessung sehr genau, wartungsarm,
wirtschaftlich und flexibel in den unterschiedlichen Einsatz-
gebieten der Messnetze zu gestalten. Mittlerweile werden in
Brandis fünf verschiedene Messmethoden mit fünf verschiede-
nen Messgeräten getestet. 2020 sollen noch weitere Messgeräte
hinzukommen.
BodendauerbeobachtungsflächenLevel 2 (BDF-II)
und bodenhydrologische Messplätze
Nach der Einstellung von Ehrenfriedersdorf wurden noch vier
BDF-II-Flächen mit jeweils einer Klimastation und einem boden-
hydrologischen Messplatz entsprechend ihrer territorialen Lage
von den zuständigen Fachbereichen des GB 3 betrieben. Zum
Auslesen der Klima- und Bodenfeuchtedaten, zur Entnahme von
Bodenwasser und zur Ermittlung der Deposition ist bislang eine
Befahrung der BDF-II-Flächen im 14-tägigen Rhythmus erfor-
derlich. Durch eine geplante Modernisierung und Teilautoma-
tisierung der Messstellen soll der Befahrungsrhythmus auf 28
Tage verlängert werden, unter Beibehaltung einer 14-tägigen
Probengewinnung. Dazu wurde im GB 3 ein neuartiges Probe-
nahmesystem entwickelt und ein Prototyp gebaut, welcher nun
ausgiebig getestet und verbessert wird (Abb. 11).
Zusätzlich zu den BDF-II-Flächen betreibt der GB 3 boden-
hydrologische Messplätze in Diehsa, der Jahnaaue und in
Schleinitz.
Niederschlagsmessnetz
Auch die 29 Stationen des landeseigenen automatischen Nie-
derschlagsmessnetzes (Ombrometermessnetz) werden entspre-
chend ihrer territorialen Lage von den Fachbereichen betreut.
Die Ombrometer liegen in den Hochwasserentstehungsgebieten
und verdichten das Niederschlagsmessnetz des Deutschen Wet-
terdienstes (DWD). Die Daten werden kontinuierlich dem Lan-
deshochwasserzentrum des LfULG bereitgestellt. Entsprechend
einer Empfehlung der „Jeschke-Kommission“ nach dem August-
hochwasser 2010 wird weiter an der Verdichtung des Ombrome-
termessnetzes gearbeitet.
Abb. 10: Niederschlagsmesser Pluvio² L
auf dem Testfeld Brandis
Abb. 11: Montage des Prototyp für die
automatische Probennahme an BDF-II-Flächen
Abb. 9: Einbau der Probenahmetechnik an der
GW-Messstelle Gersdorf-Kaisergrube

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AUFGABENSCHWERPUNKTE
UND BESONDERHEITEN 2019
Unterstützung einer Stichtagsmessung im Spreewald
Die Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen arbeiten bei der
Bewirtschaftung der Flussgebiete Spree und Schwarze Elster
eng zusammen. Aufgrund der Trockenheit und des niedrigen
Dargebots in 2018 und 2019 hatte eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe
Spree/Schwarze Elster die Arbeit aufgenommen, um die außer-
gewöhnliche Situation effektiv zu managen. Im Auftrag dieser
Ad-hoc-Arbeitsgruppe wurde im Juli 2019 eine Messkampagne
(Stichtagsmessung) an der Spree und im Spreewald initiiert
(Abb. 12). Ziel war es, die Aufteilung der Durchflüsse im stark
verzweigten und regulierten Gewässersystem des Spreewalds zu
analysieren. Aufgrund der Vielzahl der Messstellen wurde die
BfUL um Amtshilfe gebeten und beteiligte sich mit 2 Messteams.
Modernisierung der Datenfernübertragung durch Umstellung
auf internetbasierte Übertragungswege
Bedingt durch den digitalen Fortschritt mit Umstellung der bis-
herigen ISDN- und Analog-Anschlüsse der Deutschen Telekom
AG im Rahmen der All-IP-Strategie wurde auch eine Moder-
nisierung der Datenübertragungstechnik im GB 3 erforderlich.
Die Arbeitsgruppe „IP-DFÜ“ des Geschäftsbereiches begann im
September 2018 mit der Umrüstung der redundant ausgerüs-
teten Hochwassermeldepegel auf internetbasierte Datenüber-
tragungswege (ALL-IP). Es handelt sich hierbei um eine grund-
legende technische Neuausrichtung des Datenabrufes bzw. der
Datenanbindung an das Landeshochwasserzentrum im LfULG.
Das Projekt wurde ausrüstungsseitig im 1. Halbjahr 2019 für
alle Stationsmanager (Logger) durch die BfUL abgeschlossen.
Eine vollständige Umrüstung der Telekommunikationstechnik
Agrarmeteorologisches Messnetz (AMN)
Dieses Messnetz mit seinen 34 Stationen liefert die meteoro-
logischen Eingangsdaten für Berechnungen von Schaderreger-
prognosen durch das LfULG. Aufgrund der Lage der Stationen
ist es möglich, bei der Erstellung der Empfehlungen und Prog-
nosen für die Landwirte die realen Anbaubedingungen vor Ort
zu berücksichtigen. Die erfassten Daten werden aktiv via Inter-
netprotokoll gesendet (Push-Modell) und können stündlich oder
häufiger übertragen und bereitgestellt werden.
Qualitätssicherung
In den externen und internen Audits im Rahmen der Zertifizie-
rung nach EMAS und der Reakkreditierung nach DIN EN ISO
17025 wurden auch 2019 keine Systemabweichungen festge-
stellt. Die Probenahmen und Messungen entsprechen dem ak-
tuellen Stand der Normung. Die Begutachtungsberichte bestä-
tigten die guten Ergebnisse der vorangegangenen Bewertungen.
In den Bereichen Grundwasser, Oberflächenwasser, Agrarmeteo-
rologie und Ombrometer konnte bei den automatisch erfassen-
den Messnetzen mit Datenfernübertragung wie in den Vorjahren
eine überdurchschnittlich hohe Datenverfügbarkeit von jeweils
mehr als 98 % (Zielstellung ist 97 %) erreicht werden. Dies ist
vor dem Hintergrund einer grundlegenden Umrüstung der Pegel
im Oberflächenwasser auf IP-basierte Datenübertragung und
der teilweisen plötzlichen Abschaltung von bestehenden An-
schlüssen durch die Deutsche Telekom AG ein herausragendes
Ergebnis. Bei der Grundwasserprobenahme wurde die Zielgröße
von 97 % ebenfalls überschritten (676 durchgeführt von 687
beauftragten Probenahmen).
konnte aufgrund des Fehlens von DSL-Anschlüssen seitens
der Deutschen Telekom allerdings noch nicht erreicht werden.
Dies erfolgt nach und nach unter Berücksichtigung der jeweils
vorliegenden örtlichen Anschlussbedingungen. Mit Hilfe von
technischen Sonderlösungen der Techniker des GB 3 gelang es
dennoch, redundante Datenübertragungswege an allen Pegeln
sicher zu stellen.
Länderübergreifende Vergleichsprobenahme Grundwasser
An der Grundwassermessstelle Kleinhessen bei Crimmitschau
fand am 17.10.2019 eine länderübergreifende Vergleichsprobe-
nahme für Grundwasser des nationalen Arbeitskreises „Grund-
wasserüberwachung“ statt, die durch den Geschäftsbereich 3
organisiert wurde (Abb. 13). Unter Beteiligung des Umwelt-
forschungszentrums Leipzig, von Landesbehörden aus Bayern,
Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie der BfUL wurde
die qualitätsgerechte Grundwasserprobenahme überprüft und
auditiert. Alle Teilnehmer schlossen mit Erfolg ab.
Strukturänderung und Wechsel des Geschäftsbereichsleiters
Mit dem altersbedingten Ausscheiden des bisherigen Geschäfts-
bereichsleiters wurde eine geplante Strukturänderung im Ge-
schäftsbereich 3 vollzogen. Die Fachbereiche 31 (Lysimetersta-
tion Brandis) und 34 (Messnetzbetrieb Wasser und Meteorologie
Leipzig) fusionierten am 01.06.2019 zum neuen Fachbereich 31,
welcher sich jetzt „Messnetzbetrieb Wasser, Meteorologie und
Lysimeter Brandis” nennt. Eine örtliche Zusammenlegung ist
erst nach dem Abschluss der Neubaumaßnahmen in Brandis ab
2022 möglich.
Abb. 13: Länderübergreifende Vergleichsprobenahme
an einer Grundwassermessstelle bei Crimmitschau
Abb. 12: Durchflussmessung der Hauptspree im
Spreewald im Rahmen einer Stichtagsmessung

image
Untersuchung landwirtschaftlicher
Produktionsmittel und Erzeugnisse
sowie phytopathologische
Diagnostik
Amtliche Düngemittelverkehrs-
kontrolle;
Untersuchungen von Böden auf
Humus-, Nährstoff-, Schwermetall-
gehalte;
Analyse von Futtermitteln, Pflanzen,
Fleisch und Fisch auf Schwermetalle;
Amtliche Futtermittelanalytik
(Inhalts-, Zusatz-, unerwünschte und
verbotene Stoffe);
Untersuchung verschiedenster
landwirtschaftlicher Produktionsmit-
tel und Erzeugnisse auf organische
Schadstoffe (z. B. Pflanzenschutz-
mittel, PCB);
Begleitung von Monitoring-
Programmen (z. B. Mykotoxine in
sächsischem Getreide);
Grundfutterqualitätsprogramm;
Analytik im Rahmen der EU- und
Landes sortenprüfung;
Analytik auf gentechnisch veränderte
Organismen bei Futtermitteln und
Saatgut;
Beschaffenheitsprüfung von Saatgut
(Anerkennung und Saatgut-Verkehrs-
kontrolle);
Besondere Ernteermittlung (BEE) zur
Ertrags abschätzung für das Statisti-
sche Landesamt (StaLA) Kamenz;
Mikrobiologische Untersuchungen
von Futtermitteln, Düngemitteln
und Bioaerosolen;
Untersuchung von pflanzlichen
Warensendungen (Export, Import,
innergemeinschaftliches Verbringen),
Zuchtmaterial, Pflanzen und
Böden aus Bestandskontrollen auf
Quaran täne-Schadorganismen;
Gesundheitsprüfungen an Saat- und
Pflanzgut im Rahmen von Anerken-
nungsverfahren und Saatgutverkehrs-
kontrollen;
Diagnostik von Schaderregern an
Pflanzen im Rahmen der
Schader reger überwachung
sowie
bei Versuchs- und Monitoring-
Programmen.
Akkreditiertes Laboratorium
Nach DIN EN ISO/IEC 17025 (seit
1997), der International Seed Testing
Association (ISTA) und für die Kon-
trolle von EG-Düngemitteln.
Nationales Referenzlabor
Für die Zulassung von Zusatzstoffen
zur Verwendung in der Tierernährung
und für gentechnisch veränderte
Organismen.
28 |
| 29
LANDWIRTSCHAFTLICHES
UNTER SUCHUNGSWESEN
Geschäftsbereich 4 (GB 4)
14.784
PFLANZEN- UND
FUTTERMITTEL-
PROBEN
8.681
PROBEN MIT
34.058 BESTIMM-
TEN PARAMETERN
IM BEREICH DER
PHYTO PATHO-
LOGIE
295 DÜNGE-
MITTELPROBEN
IM BEREICH DER
AMTLICHEN DÜNGE-
MITTELVERKEHRS-
KONTROLLE
Moderne Landwirtschaft –
umweltgerecht und sicher

30
| 31
|
Erarbeitung von Empfehlungen zum Umgang mit
schwermetallbelasteten landwirtschaftlich genutzten Flächen
Im FB 41 wird auf der Grundlage von Gewächshausversuchen
die sortenabhängige Cadmiumaufnahme bei Getreide ermittelt
(Abb. 10, S. 35). Ziel ist es, Landwirten in geogen mit Cadmium
belasteten Gebieten eine Hilfestellung bei der Sortenwahl zu
geben, damit der Höchstgehalt nach EG (VO) 1881 eingehalten
werden kann. Es wurden die Aufnahmeraten von je fünf aktuel-
len Hafer- und Sommergerstesorten geprüft.
Die Minimierung des Eintrags unerwünschter Stoffe nach EG
(VO) 1881 in die Nahrungskette wird durch die vom FB 41 ent-
wickelte und überwachte Vor-Ernte-Untersuchung angestrebt.
Hierbei ist es das Ziel, dem Landwirt bereits zum Erntezeitpunkt
eine belastbare Information zum Cadmium- und Bleigehalt sei-
nes Getreides zu geben. Darauf gründet seine Entscheidung, ob
eine Partie als Nahrungs- oder nur als Futtergetreide vermarktet
werden kann.
Untersuchungen im Rahmen der amtlichen
Futtermittelüberwachung
Der GB 4 ist vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales
und Verbraucherschutz (SMS) mit den Untersuchungen im Rah-
men der amtlichen Futtermittelüberwachung beauftragt.
Das Kontrollprogramm Futtermittel ist bundesweit koordiniert
und als Bestandteil des Mehrjährigen Nationalen Kontrollplans
2017-2021 (MNKP) unter dem Stichwort „Futtermittelüberwa-
chung“ beschrieben. Damit wird der Forderung gemäß Artikel
109 der Verordnung (EG) Nr. 625/2017 des Europäischen Parla-
mentes und des Rates vom 15.03.2017 über amtliche Kontrollen
zur Überprüfung der Einhaltung des Lebensmittel- und Futter-
mittelrechts sowie der Bestimmungen über Tiergesundheit und
Tierschutz, wonach jeder Mitgliedstaat einen solchen Kontroll-
plan erstellen soll, Rechnung getragen.
Mit dem Ziel der Überprüfung der Deklaration und der Einhal-
tung der gesetzlichen Vorgaben können über 90 verschiedene
Parameter in Futtermitteln untersucht werden.
Düngemittelverkehrskontrolle in Sachsen
Aufgabe der amtlichen Düngemittelverkehrskontrolle (DVK) ist
es, die Einhaltung der Vorschriften des Düngemittelrechts beim
Hersteller oder Händler (Inverkehrbringer) der Düngemittel, Bo-
denhilfsstoffe, Kultursubstrate oder Pflanzenhilfsmittel zu über-
wachen. Neben dem Schutz der Verbraucher vor Täuschungen
im Düngemittelhandel ist es vor allem eine Aufgabe der DVK
sicherzustellen, dass es bei sachgerechter Anwendung der Dün-
gemittel zu keiner Schädigung der Fruchtbarkeit des Bodens
oder der Gesundheit von Menschen, Haustieren und Nutzpflan-
zen kommt.
Der Geschäftsbereich übernimmt die Analytik der Düngemittel
für den Vollzug der DVK durch das LfULG (Abb. 5, S. 32).
Im Jahr 2019 wurden insgesamt 295 amtliche Beprobungen und
Untersuchungen durch die DVK vorgenommen (Abb. 1). Je nach
Düngemitteltyp sind Analysenmethoden nach nationalem oder
europäischem Recht anzuwenden.
Durch die Landesuntersuchungsanstalt (LUA) wurden im Jahr
2019 unangekündigt und stichprobenartig 778 Futtermittelpro-
ben bei Herstellern, Händlern und Landwirten gezogen (Abb. 3).
Wie in den Vorjahren lag der Schwerpunkt wieder bei der Unter-
suchung auf unerwünschte und verbotene Stoffe.
Sächsisches Messnetz Futtermittel
Das LfULG betreibt seit dem Jahr 2014 ein Messnetz „Futtermit-
tel“. Dieses Messnetz dient der sächsischen Agrarverwaltung als
ein Instrument zur vorausschauenden Risikobewertung in der
Lebensmittelkette und in der Umweltwirkung der Tierhaltung.
Durch ein Monitoring von Grundfuttermitteln soll die Situation
und die Qualität von wirtschaftseigenen Futtermitteln im Frei-
staat widergespiegelt werden, um gegebenenfalls rechtzeitig
Handlungsempfehlungen ableiten zu können.
Der FB 42 hat im Jahr 2019 im Rahmen des Messnetzes „Fut-
termittel“ 416 Grundfuttermittel, 25 Körnerleguminosen und
22 Getreideproben untersucht (Abb. 4). Neben der sensorischen
Bewertung und der Untersuchung auf den Futterwert bestim-
mende Inhaltsstoffe werden auch unerwünschte Stoffe wie
Schwermetalle oder Mykotoxine stichprobenhaft in den Grund-
futtermitteln analysiert. Aussagen zum Konserviererfolg und zur
mikrobiologischen Qualität von Silagen konnten ebenfalls aus
den Untersuchungen abgeleitet werden.
Die Ergebnisse dieser Futtermittelanalysen werden auch im
Rahmen der Ausbildung an den sächsischen Fachschulen für
Landwirtschaft genutzt, um theoretische Inhalte mit konkreten
praktischen Anwendungen zur Futterqualität in der regionalen
Landwirtschaft zu verbinden.
Pflanzenschutzmittel-Anwendungskontrolle
Die Einhaltung der Vorschriften der Verordnung (EG) 1107/2009
über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln, des
Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG) und der hierauf beruhenden
Verordnungen, wie z. B. der Pflanzenschutzanwendungsverord-
nung wird in Deutschland von den Bundesländern kontrolliert.
Die Kontrollen zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM)
erfolgen durch das LfULG in Form von:
Kontrollen in Betrieben (Betriebsprüfungen);
Kontrollen auf Flächen während der Anwendung
von Pflanzenschutzmitteln;
Kontrollen auf Flächen nach der Anwendung
von Pflanzenschutzmitteln.
Die für diese Kontrollen erforderliche Analytik erfolgt im FB 42.
Ein Schwerpunkt der Untersuchungen im Jahr 2019 betraf
die Kontrolle der Einhaltung von Abstandsauflagen nach dem
PflSchG sowie der Nichtbehandlung eines 5 m breiten Gewäs-
serrandstreifens nach SächsWG zum Schutz von Oberflächen-
gewässern vor dem Eintrag von PSM-Wirkstoffen. Insgesamt
wurden 16 Ackerschläge untersucht, wofür je Schlag die Ge-
halte der eingesetzten PSM in einer Bodenmischprobe aus dem
Randbereich mit den Gehalten einer Mischprobe aus dem Schlag-
inneren verglichen wurden. Nachgewiesene Verstöße gegen die
Einhaltung von Abstandsauflagen nach PflSchG werden vom
LfULG geahndet; Verstöße gegen das Gebot der Nichtbehand-
lung eines 5 m breiten Gewässerrandstreifens nach SächsWG
werden an die verantwortlichen Unteren Wasserbehörden zur
weiteren Verfolgung abgegeben.
Probenart
Anzahl analysierter
Proben 2019
EG-Düngemittel
90
Düngemittel nach VO (EG) 764/2008
(freier Warenverkehr)
5
Mineraldüngemittel (national)
36
Organisch und organisch-mineralische
Düngemittel (Kleinverpackungen,
Garten- und Baumarktprodukte)
41
Wirtschaftsdünger, Komposte,
Klärschlämme, Gärrückstände und dgl.
96
Kultursubstrate
22
Bodenhilfsstoffe
5
Summe
295
Abb. 1: Amtliche Probenahmen und Untersuchungen im Rahmen der DVK 2019
Bodenanalytik
Der Bereich Bodenanalytik untersucht landwirtschaftlich ge-
nutzte Böden auf Makro- und Mikronährstoffe, Humus sowie
auf Schwermetall- und Arsengehalte. Die Untersuchungsergeb-
nisse dienen dem LfULG zur Planung, Steuerung, Verbesserung
und Entwicklung von Düngestrategien, Fruchtfolgen, Bewirt-
schaftungsverfahren usw.. Der Umfang der Untersuchungen im
Jahr 2019 ist in Abb. 2 dargestellt.
Parameter
Anzahl Bestimmungen
(gerundet)
Phosphor+Kalium
(CAL + DL-Extrakt)
4.650
Nmin (Nitrat+Ammonium)
11.200
Humus
3.320
pH-Wert
4.050
Abb. 2: Anzahl Bestimmungen im Bereich der landwirtschaftlichen
Bodenuntersuchung (Humus und Makronährstoffe) im Jahr 2019
Abb. 3: Anzahl an Untersuchungen des GB 4 an Pflanzen und Futtermittel in den Jahren 2017 bis 2019
Matrix
Probenanzahl
Parameter
Probenanzahl
Parameter
Probenanzahl
Parameter
Pflanze / Futtermittel
gesamt
11.769
158.668
15.840
200.739
14.784
194.263
Amtliche Futtermittel gesamt
916
12.032
861
12.388
778
10.467
Grundfutter
gesamt
562
11.609
466
10.468
618
13.827
Pflanzen
gesamt
10.291
135.027
14.513
177.883
13.388
169.969
2017
2018
2019
Untersuchungsgegenstand
Probenanzahl
Grundfutter
416
Sensorik
416
Inhaltsstoffe - Futterwert
416
Mengen- und Spurenelemente
416
Konserviererfolg
205
Schwermetalle
17
Mykotoxine
31
Mikrobiologische Qualität
86
Körnerleguminosen
25
Getreide
22
Abb. 4: Probenumfang Messnetz „Futtermittel“ 2019

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| 33
|
GVO-Saatgutmonitoring 2019
Im Rahmen des sächsischen Saatgutmonitorings auf gentech-
nisch veränderte Organismen (GVO) kamen 2019 insgesamt 49
Saatgutproben der Fruchtarten Mais, Raps und Soja zur Unter-
suchung (Abb. 6).
Die Untersuchungen erfolgten nach dem in der amtlichen
Sammlung von Untersuchungsverfahren nach § 28b GenTG
beschriebenen Untersuchungsablauf zum Nachweis gentech-
nischer Veränderungen in Saatgut [Dokument G 30.00-2, Juli
2012]. Molekularbiologische Methoden, basierend auf der real-
time PCR, kamen zum Einsatz.
Im Berichtszeitraum hat der FB 43 auf Basis der Verordnung
(EG) Nr. 120/2014 an einer Validierungsstudie des Europäischen
Referenzlabors für gentechnisch veränderte Lebens- und Fut-
termittel für das gentechnisch veränderte Baumwolle-Event
GHB811 teilgenommen.
Beschaffenheitsprüfung - Saatgut
Bevor Saatgut in den Verkehr gebracht werden darf, wird es
vorab im Vermehrungsbestand geprüft (Feldprüfung) und nach
der Aufbereitung im Aufbereitungsbetrieb im Saatgutlabor auf
seine Beschaffenheit untersucht (Abb. 7).
Die Beschaffenheitsprüfung von Saatgut ist nach der Feldprü-
fung eine wichtige Voraussetzung für die amtliche Anerkennung
und Zertifizierung durch das LfULG. Die dafür notwendigen Un-
Die im Jahr 2016 aufgenommenen Kontrollen zur Anwendung
von Pflanzenschutzmitteln im sächsischen Weinbau wurden
2019 fortgeführt. Im Fokus der Untersuchungen im Jahr 2019
stand neben dem Wirkstoff Dimethoat die Nachkontrolle der
vorjährigen Procymidonbefunde. Im Jahr 2019 wurden im
Rahmen dieser Kontrollen insgesamt 22 Proben (1 Rinden-,
19 Blatt- und 2 Bodenproben) auf jeweils 261 Wirkstoffe un-
tersucht.
Weitergeführt wurden ebenso die Anwendungskontrollen beim
Beerenobst (8 Betriebe), die Untersuchung von Spritzbrühen
(27 Betriebe), die Nachverfolgung von aufgefallenen Proben im
Bereich der Lebensmitteluntersuchung sowie die Mitarbeit bei
der Aufklärung von Schadensfällen im Bereich Pflanzenschutz.
Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem LfULG im Rah-
men von Forschungsprojekten zur Vermeidung des Eintrags von
Pflanzenschutzmitteln in den Naturhaushalt wurde intensiviert
(Projekte BioBett und Dropleg-Düseneinsatz im Raps).
Kontrolle der Einhaltung von Vermarktungsnormen
Im Rahmen der Kontrolle der Einhaltung der Vermarktungsnor-
men für Geflügelfleisch nach Verordnung (EG) Nr. 543/2008
wurden im Jahr 2019 vom Kontrolldienst Agrarwirtschaft des
LfULG insgesamt 25 Geflügelproben (6 Proben tiefgefrorene
Geflügelschlachtkörper und 19 Proben Geflügelteilstücke) zur
Untersuchung eingesandt. Diese Untersuchungen beinhalten
bei tiefgefrorenen Geflügelschlachtkörpern die Bestimmung des
Auftauverlustes an jeweils 20 Schlachtkörpern pro Probe und
bei Geflügelteilstücken die Bestimmung des Fremdwassergehal-
tes anhand des Wasser/Rohprotein-Verhältnisses. In der Verord-
nung festgelegte Werte für den Auftauverlust bzw. das Wasser/
Rohprotein-Verhältnis dürfen nicht überschritten werden.
tersuchungen werden im FB 43 durchgeführt. Neben den Un-
tersuchungen für die Saatgutanerkennung werden Beschaf-
fenheitsprüfungen für die Saatgutverkehrskontrolle (SVK), für
die Kontrolle von Überlagerungsproben sowie für Projekte des
LfULG vorgenommen.
Nach dem Agrarstatistik-Gesetz (Agr-StaG) sind die Bundeslän-
der verpflichtet, Erhebungen über die Erntemengen (Besondere
Ernteermittlung) u. a. von Getreide vorzunehmen. Dafür wurden
404 Getreide- und Rapsproben im Saatgutlabor des FB 43 un-
tersucht.
Darüber hinaus werden im Saatgutlabor für das LfULG die
Fruchtinhaltsstoffe und Festigkeit von Äpfeln und Nitratgehalte
in Kartoffeln untersucht.
Das Saatgutlabor des GB 4 ist von der International Seed Tes-
ting Association (ISTA) akkreditiert und führt nach deren vor-
geschriebenen Methoden die geforderten Prüfungen durch. Die
Akkreditierung beinhaltet eine regelmäßige Teilnahme an Profi-
ciency Tests (Laboreignungstest) der ISTA. Der FB 43 (Saatgutla-
bor) hat 2019 an zwei ISTA-Proficiency Tests teilgenommen und
diese erfolgreich absolviert. Die ISTA-Akkreditierung ist Voraus-
setzung für die Erstellung von ISTA-Zertifikaten für den interna-
tionalen Saatguthandel. Im Berichtszeitraum wurden insgesamt
127 ISTA-Zertifikate ausgestellt.
Das Saatgutlabor des GB 4 hat 2019 das alle drei Jahre stattfin-
dende Akkreditierungsaudit der ISTA erfolgreich bestanden und
ist somit für weitere drei Jahre akkreditiert.
Der FB 43 ist Mitglied der Fachgruppe Saatgut des VDLUFA.
Hier werden gemeinsam Methoden entwickelt, in methodischen
Ringanalysen geprüft, bewertet und zur Validierung bei der ISTA
vorgeschlagen. 2019 hat das Saatgutlabor an fünf Ringanalysen
der Fachgruppe Saatgut teilgenommen.
Phytopathologische Untersuchungen
Im FB 44 werden Pflanzen und Bodenproben auf pflanzenpa-
thogene Schadorganismen wie Insekten, Nematoden, Phyto-
plasmen, Bakterien, Pilze, Viren und Viroide untersucht (Abb. 8).
Der größte Teil der Proben stammte auch 2019 aus der Kontroll-
tätigkeit des LfULG. Diese Leistungen umfassten die Diagnosen
von Quarantäne-Schaderregern in den Bereichen Virologie, Bak-
teriologie, Mykologie und Zoologie (Abb. 9). Spezielle Untersu-
chungen erfolgten im Rahmen von Ex- und Importen bzw. von
EU-Monitoring-Programmen. Gesundheitsprüfungen bei Pflanz-
gut gehörten ebenso zum Untersuchungsspektrum wie Unter-
suchungen hinsichtlich meldepflichtiger Schaderreger im Gar-
ten- und Obstbau (Feuerbrand, Apfeltriebsucht, Phytophthora
ramorum, Fusarium circinatum) sowie bei land- und forstwirt-
schaftlichen Kulturen (Kartoffelzystennematoden, Kiefernholz-
nematoden). Ein weiterer großer Teil der Diagnoseanforderun-
gen ergibt sich alljährlich aus den vielfältigen Anforderungen
der Schaderregerüberwachung des LfULG im Acker- und Gar-
tenbau sowie aus pflanzenbaulichen Versuchen. Hier standen
vor allem zoologische und mykologische Spezialdiagnosen, wie
z. B. ein umfangreiches Fusarium- / Toxin-Monitoring (DON)
und Untersuchungen auf Steinbrand (Tilletia caries / contro-
versa) für den ökologischen und konventionellen Anbau sowie
Zuarbeiten für die Datenerhebung für den Pflanzenschutzwarn-
dienst (ZEPP, ISIP) im Fokus. Darüber hinaus erfolgten zahlreiche
Gesundheitsprüfungen von Saat- und Pflanzgut im Rahmen des
amtlichen Anerkennungsverfahrens.
Abb. 7: Keimfähigkeitsprüfung an Saatgut
Abb. 5: Laboruntersuchungen in der Düngemittelanalytik
Fruchtart
Probenanzahl
Mais
42
Winterraps
5
Soja
2
Abb. 6: Probenumfang der Saatgutuntersuchungen auf GVO 2019
Untersuchungsjahr
2016
2017
2018
2019
Gesamtproben
im FB 44
8.760
11.219
9.152
8.681
Parameter im FB 44
30.557
36.654
33.160
34.058
Abb. 8: Proben- und Parameterumfang in der Phytopathologie
in den Jahren 2016 bis 2019

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34
| 35
|
Untersuchungen von Kartoffelproben und
Vermehrungsflächen auf Quarantäneschaderreger
Pflanz- und Speisekartoffeln wurden auf die im Anerkennungs-
verfahren geforderten Quarantänebakteriosen Clavibacter
michiganensis ssp. sepedonicus und Ralstonia solanacearum
mit Hilfe molekularbiologischer Methoden (PCR-Analytik) un-
tersucht. Es wurden 512 Pflanz- und Speisekartoffel-Proben
mittels real-time PCR auf beide Quarantänebakteriosen im
Simultanverfahren untersucht. Im Bedarfsfall wurden die Un-
tersuchungen durch die konventionelle PCR ergänzt. Im Be-
richtszeitraum traten keine Fälle eines Befallsverdachtes mit
Bakterieller Ringfäule oder Schleimkrankheit auf. Ergänzt wur-
den diese Untersuchungen durch die Bonitur hinsichtlich weite-
rer quarantänerelevanter Schaderreger wie dem Kartoffelkrebs
(Synchytrium endobioticum), Amerikanischer Kartoffelerdflöhe
(Epitrix spp.) und Candidatus Liberibacter solanacearum.
Die Bodenuntersuchungen von Pflanzkartoffelschlägen hin-
sichtlich Kartoffelzysten-Nematoden (Globodera rostochiensis
und G. pallida) beliefen sich für das Anbaujahr 2019 auf 1.821
Proben von 885 ha Anbaufläche. Von Speisekartoffelflächen
wurden für die Saison 2019 30 Proben auf Kartoffelnematoden
untersucht, die 792 ha repräsentieren. Bei keiner Untersuchung
wurden relevante Nematoden nachgewiesen.
Kooperationsvereinbarung im Landwirtschaftlichen
Untersuchungswesen Sachsen – Thüringen – Sachsen-Anhalt
Seit November 2005 besteht eine Kooperationsvereinbarung
zwischen der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau
Sachsen-Anhalt (LLG), dem Thüringer Landesamt für Landwirt-
schaft und ländlichen Raum (TLLLR) und der BfUL im Bereich des
Landwirtschaftlichen Untersuchungswesens.
Wichtige sächsische gartenbauliche Spezial- und Pflanzen-
zuchtbetriebe sowie Forschungs- und Prüfinstitutionen nahmen
gleichfalls Diagnoseleistungen in Anspruch.
Die im FB 44 untersuchte Gesamtprobenzahl war im Jahr 2019
etwas geringer als im Vorjahr (Abb. 8). Die Ursachen dafür liegen
im geringeren Probenaufkommen aus pflanzengesundheitlichen
Kontrollen und witterungsbedingt geringeren Einsendungen von
Pflanzen mit Erkrankungen.
Trotz leicht gesunkener Probenzahlen befanden sich die An-
forderungen an die phytopathologische Diagnostik wieder auf
einem sehr hohen Niveau, welches sich in der Zunahme der Un-
tersuchungsparameter widerspiegelt. Dieser Anstieg begründet
sich beispielsweise durch zunehmend speziellere Auftraggeber-
Anforderungen zur Differentialdiagnostik von Schadorganismen
bis auf Artebene bzw. durch den zunehmenden verpflichtenden
Einsatz molekularbiologischer Diagnosetechniken zur Absiche-
rung bzw. den Ausschluss von Quarantäne-Schaderregern. Da-
rüber hinaus mussten im Rahmen von EU-weiten Monitoring-
Erhebungen bzw. durch das Auftreten neuer Schadorganismen
in der EU das Untersuchungsspektrum erneut erweitert und zu-
sätzliche Diagnosemethoden etabliert werden. Im Rahmen der
Qualitätssicherung nahm der FB 44 im Jahr 2019 insgesamt an
fünf Laborvergleichsuntersuchungen erfolgreich teil.
Untersuchungen zum Quarantäne-Schaderreger
Xylella fastidiosa
Anlässlich des Monitorings von Quarantäne-Schaderregern er-
folgte im Jahr 2016 bei einer Betriebskontrolle in einer Gärt-
nerei im sächsischen Vogtland der Nachweis des Bakteriums
Xylella fastidiosa an einer Oleander-Pflanze.
Aufgrund der Bestimmung des EU-Durchführungsbeschlusses
2015/789 wurden 2016 infolge des Nachweises des Bakteriums
in Sachsen eine Befallszone (100 m Radius) und eine Pufferzone
(10 km Radius) abgegrenzt. Sowohl Befalls- als auch Pufferzone
unterliegen einem mehrjährigen regelmäßigen intensiven Mo-
nitoring, um einer möglichen Ausbreitung des Bakteriums vor-
zubeugen. Da 2017 kein weiterer Befall durch Xylella fastidiosa
nachgewiesen wurde, konnten die abgegrenzten Zonen im Be-
fallsgebiet im Frühjahr 2018 aufgehoben werden. Die Aufhebung
der Zonen enthob Sachsen jedoch nicht von der Kontrollpflicht.
Bis zum Dezember 2019 mussten weiterhin Verdachtspflanzen
und potentielle Vektoren auf das Quarantäne-Bakterium unter-
sucht werden.
Im Jahr 2019 wurden im FB 44 über 675 Pflanzen- und Vek-
torenproben auf Xylella fastidiosa untersucht. Es erfolgte 2019
weder im Freiland noch in Gewächshäusern ein Nachweis des
Bakteriums an den eingesandten Proben. Der Quarantänefall
Xylella fastidiosa kann für Sachsen damit als getilgt gelten.
Die arbeitsteilige Zusammenarbeit ermöglicht es, die vorhan-
denen personellen und materiell-technischen Kapazitäten im
jeweiligen Bundesland noch effektiver zu nutzen und auch im
Havariefall uneingeschränkt handlungsfähig zu bleiben. Der Si-
cherstellung der im gesetzlich geregelten Bereich vorgegebenen
Untersuchungs-, Bewertungs- und Kontrollaufgaben kommt da-
bei besondere Beachtung zu. Im Jahr 2019 konzentrierte sich die
Zusammenarbeit auf nachfolgende Schwerpunkte.
Durchführung von Kontrollanalysen
Die Durchführung von Kontrollanalysen bei Grenzwertüber-
schreitungen und Beanstandungen sowie gegenseitige Hilfe zur
Absicherung der Termineinhaltung in der Amtlichen Futtermit-
telüberwachung, Düngemittel- sowie Saatgutverkehrskontrolle
im Havariefall stellen einen Schwerpunkt der Kooperation dar.
Im Ereignisfall sichert mindestens einer der Kooperationspartner
verbindlich eine kurzfristige Gegenuntersuchung des Analysen-
wertes ab.
Auch im Jahr 2019 ergab sich die Notwendigkeit einer Absi-
cherung von Untersuchungsdaten zu amtlichen Kontrollunter-
suchungen. Es wurden kurzfristige Kontrollanalysen (Gegenpro-
ben) in brisanten Ereignisfällen / Havarien bei Beanstandungen
zu den gesetzlich geregelten Untersuchungsaufträgen (Amtliche
Futtermittelüberwachung, Düngemittelverkehrskontrolle und
PSM-Kontrollprogramme) durchgeführt.
Arbeitsteilige Übernahme von Spezialanalysen
Zur Erhöhung der Effizienz von Analysen, die entweder metho-
disch aufwändig bzw. gerätetechnisch sehr kostenintensiv sind
oder aber nur in sehr geringer Probenanzahl beauftragt werden,
ist eine arbeitsteilige Übernahme dieser Spezialuntersuchungen
durch eine Untersuchungsstelle für die jeweils anderen beiden
vereinbart worden.
Die rechtliche Verbindlichkeit der Untersuchungsergebnisse ist
in jedem Fall gleichzusetzen. Dabei gilt das Prinzip einer aus-
geglichenen Bilanz für die gegenseitig erbrachten Leistungen.
Ohne die Kooperation hätten viele dieser speziellen analytischen
Aufträge nicht bearbeitet werden können oder wären nur durch
erheblichen Kostenaufwand für die jeweilige Dienststelle zu
rea lisieren
gewesen.
Kompetenzprüfung privater Untersuchungsstellen
nach AbfKlärV, BioAbfV und DüV
Die enge Kooperation zwischen TLLLR und BfUL wurde mit der
arbeitsteiligen Organisation, Durchführung und Auswertung
des Länderübergreifenden Ringversuchs nach Fachmodul Abfall
(LÜRV-A) 2019 fortgesetzt. Die Ausrichtung des sehr aufwändi-
gen Teilringversuchs Bioabfall 2019 erfolgte wie in den Vorjah-
ren gemeinsam durch BfUL und TLLLR. Hier sind zusätzlich das
Hessische Landeslabor (LHL) und die Universität Hohenheim an
der Organisation und Durchführung beteiligt.
Die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse der Teilring-
versuche Boden, Klärschlamm und Bioabfall des LÜRV-A 2019
erfolgt auf dem gemeinsamen Labortag Sachsen/Thüringen am
23.01.2020 in Nossen.
Saatgutprüfung und -anerkennung
Schwerpunkt der Zusammenarbeit im Bereich der Saatgutprü-
fung und -anerkennung war und ist die Anwendung und Er-
weiterung des webbasierten Fachanwenderprogrammes zur
Anerkennung von Saatgut und Pflanzkartoffeln (SaproKapro
2012). LLG und BfUL betreiben seit 2014 das Programm im Rou-
tinebetrieb. Seit 01.07.2015 hat auch das TLLLR SaproKapro in
die Routinenutzung überführt. Das Programm wird mittlerweile
bundesweit von 10 Anerkennungs- bzw. Prüfstellen genutzt. Die
LLG arbeitet derzeit am Modul „Beschaffenheitsprüfung“, mit
dem die Labordaten eingebunden werden können.
Methodenentwicklung in der landwirtschaftlichen Analytik
Die kosten- und arbeitsintensive Entwicklung, Adaption und
Validierung neuer amtlicher Untersuchungsverfahren sowie de-
ren Umsetzung in die Routineanalytik gehören zu den Schwer-
punktaufgaben der staatlichen Untersuchungslabore. Im Jahr
2019 wurden wiederum verschiedene gemeinsame Methoden-
validierungen durchgeführt bzw. konzeptionelle Arbeiten wei-
tergeführt.
Abb. 10: Lösungen zur Bestimmung der Schwermetallgehalte
Abb. 9: Isolation von pflanzenpathogenen Mikroorganismen

image
Probenahme von Wasser und Sediment
aus Fließ- und Standgewässern
Laborstandorte Nossen, Bad Düben,
Chemnitz, Görlitz.
Monitoring gemäß Wasserrahmen-
richtlinie 2000/60/EG
Laboranalytik von Nährstoffen, Ionen,
Summenparametern, Schwermetal-
len, organische Verbindungen sowie
mikrobiologische Untersuchungen;
Ständige Anpassung des Parameter-
und Methodenspektrums;
Ermittlung des ökologischen
Zustands.
Gewässerüberwachung im Havarie- und
Hochwasserfall
Fünf Gewässergütemessstationen mit
chemischen und biologischen Online-
Monitoren sowie automatischen
Probenehmern;
Internetpräsentation;
Rufbereitschaft (Diensthabender,
Laborbereitschaft).
Chemische und physikalische
Boden-, Sediment- und Gesteinsunter-
suchungen
Umfassende Bodenanalytik für Bo-
denmonitoring und Kartierung;
Bestimmung organischer Schadstoffe
in Böden, Sedimenten und Biota;
Gesteinsvollanalysen.
Analytik Luftmessnetz
Bestimmung von Schwermetallen,
PAK und Ruß an Staubfiltern;
Untersuchung des Staubnieder-
schlags;
Analyse von Proben der nassen
Deposition.
Durchführung von Ringversuchen
im Bereich Wasser
Überwachung von Privatlaboren
(Sächs. Eigenkontrollverordnung);
Länderübergreifende Ringversuche
im Rahmen der LAWA.
Vogelmonitoring
Sächsische Vogelschutzwarte
Neschwitz;
SPA-Monitoring, bundesweite und
sonstige Monitoringprogramme;
Mitarbeit Todesursachenanalyse
geschützter Arten (z. B. Seeadler).
Naturschutzmonitoring nach
FFH-Richtlinie
Erfassung von Lebensraumtypen und
Biotopen (Grob- und Feinmonitoring);
Arten-Monitoring (mehr als
60 Tier- und Pflanzenarten);
Bearbeitung von Naturschutz-
Projekten.
36 |
| 37
UMWELTANALYTIK UND
NATURSCHUTZ MONITORING
Geschäftsbereich 5 (GB 5)
90.000 ha
IM SPA-MONITO-
RING KARTIERT
920.000
EINZELWERTE
ORGANISCHER
STOFFE IM WASSER
ERMITTELT
1.629
STAUBFILTER
AUF PAK
ANALYSIERT
Natur und Umwelt –
beobachten, um zu schützen

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image
image
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38
| 39
|
Gleichzeitig wurden aber hohe Sauerstoffkonzentrationen ge-
messen, weshalb es auch in den Nachtstunden nicht zu fischkri-
tischen Zuständen in Elbe und Neiße kam. Zweimal erfolgte eine
Alarmauslösung über den internationalen Warn- und Alarmplan
„SOS-Elbe“, wobei durch die tschechischen Kollegen mitgeteilt
wurde, dass keine Auswirkungen für Sachsen zu erwarten sind.
Diese Einschätzungen konnten durch den Biotest und die phy-
siko-chemischen Messsysteme der Gewässergütemessstation
Schmilka sowie die zeitnahen Untersuchungen von Tages- bzw.
6-Stunden-Mischproben bestätigt werden. Für die Verfärbungen
am Elbkilometer 8, die zur Auslösung eines „SOS-Elbe“ durch die
uWB Sächsische Schweiz – Osterzgebirge führten, konnte leider
keine Ursache ermittelt werden.
Neubau Gewässergütemessstation Schmilka
Nachdem im November 2018 schrittweise der Messbetrieb im
Neubau der Gewässergütemessstation Schmilka wieder aufge-
nommen worden war, fand am 18.05.2019 die feierliche Eröff-
nung durch Herrn Staatsminister Thomas Schmidt im Rahmen
Im Mittelpunkt der Arbeiten 2019 standen erneut die Daten-
erhebung im Rahmen der überblicksmäßigen und operativen
Überwachung nach EU-WRRL, das FFH- und SPA-Monitoring
sowie die Analytik für das Luftmessnetz. Sämtliche Anforderun-
gen des LfULG konnten erfüllt werden.
Gewässergütemessstationen und Probenahme
Durch die Online-Monitore der sächsischen Gewässergütemess-
stationen werden diverse Parameter überwacht (siehe
www.um-
welt.sachsen.de/umwelt/wasser/3883.htm). Überschreitungen
festgelegter Schwellenwerte gab es vor allem beim pH-Wert
und bei der Trübung (Abb. 1). Gegenüber den Vorjahren war
festzustellen, dass aufgrund der langanhaltenden Niedrigwas-
serphase weniger Trübungsereignisse auftraten, andererseits
wurden besonders durch die Messstationen der Elbe mehrere
Wochen mit Überschreitungen des pH-Wertes > 9 im Tages-
gang dokumentiert. In Dommitzsch erhöhte sich die Anzahl der
Überschreitungen gegenüber dem Vorjahr trotz längerer Unter-
brechungen des Stationsbetriebs sogar. Ursache dafür waren die
hohen Plankton-Aktivitäten bei anhaltender starker Sonnenein-
strahlung und erhöhten Wassertemperaturen. Dadurch kommt
es zur „biogenen Entkalkung“ des Wassers und damit Verschie-
bung des pH-Wertes in den alkalischen Bereich.
eines Tages der offenen Tür statt. Gemeinsam mit dem Vertre-
ter der tschechischen Partner Petr Kubala (Vorsitzender der In-
ternationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE)) und Dr.
Mathias Böttger (Geschäftsführer BfUL) wurde symbolisch das
Eröffnungsband durchschnitten (Abb. 2 und 3). Im weiteren Ver-
lauf des Tages der offenen Tür kamen mehr als 70 Besucher, um
sich über den Neubau, die Technik und die Funktionsweise der
Gewässergütemessstation zu informieren, darunter Einwohner
von Schmilka und auch ehemalige Kolleginnen und Kollegen.
Probenahme Oberflächenwasser – Niedrigwasser
Die langanhaltende Trockenperiode führte auch 2019 zu extre-
men Niedrigwasserständen bis zum Trockenfallen von Gewäs-
sern. Dadurch konnte an 75 Fließgewässermessstellen mindes-
tens einmal keine Probenahme durchgeführt werden. Mit 290
entfallenen Probenahmen stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr
(222) nochmal deutlich an.
Gewässergütelabore
An den vier Standorten der Gewässergütelabore erfolgt die Analytik
von Oberflächen- und Grundwasser, Bodenwasser, BULK-De-
positionswasser, nasser Deposition und Sediment auf physika-
lisch-chemische Parameter, Nährstoff- und Summenparameter
sowie Anionen und Kationen.
2019 lag die Probenanzahl mit 9.659 Proben etwas unter der
des Vorjahres. Ursache dafür war ein leichter Rückgang der Bo-
denwasser- und Depositionsproben, der im Zusammenhang mit
der weiter anhaltenden Trockenheit 2019 stand.
Die Gewässergütelabore sicherten auch 2019 durch zahlreiche
Qualitätssicherungsmaßnahmen die hohe Qualität ihrer Analy-
tik. So wurden im zweimonatigen Rhythmus Vergleichsuntersu-
chungen ausgewählter Parameter (FB 53-Test) aller vier Stand-
orte durchgeführt, die bereits eine langjährige Tradition haben.
Abb. 4: Trocken gefallene
Messstellen des Messprogramms
2019 (Karte: LfULG)
Abb. 5: Prozentualer Anteil der Probenarten an der Gesamtprobenanzahl der Gewässergütelabore
Abb. 1: Überschreitung von Schwellenwerten in sächsischen
Gewässergütemessstationen 2017-2019
Schwellenwerte
Daph-Tox
> = 10 (Index)
Trübung
> 300 TE (Formazin)
Leitfähigkeit* > 1500 μS/cm
ph-Wert*
< 5 oder > 9 (-)
* mehrfach in einer KW
Abb. 2: Eröffnung der Station durch Staatsminister Schmidt, Herrn Kubala und
Herrn Dr. Böttger (Foto: Bianca Schulz, SMUL)
Abb. 3: Während der Eröffnungsrede von StM Schmidt
(Foto: Bianca Schulz, SMUL)
Fließgewässer
Bodenwässer,
Depositions proben
Grundwasser
Standgewässer
Wochenmischproben
Abwasser
Sediment/Schwebstoff
Sediment Standgewässer
60,10 %
17,40 %
9,60 %
3,80 %
2,20 %
0,50 %
5,70 %
0,80 %
Proben
5.806
1.677
928
369
210
45
548
76

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40
| 41
|
Die Anzahl der zeitnah an die zuständigen Wasserbehörden und
das LfULG gemeldeten Schwellenwertüberschreitungen hielt
sich 2019 auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Die Parame-
ter mit Bezug zur landwirtschaftlichen Nutzung (Ammonium-N,
Gesamt-P, TOC) standen dabei weiterhin im Fokus. Ein weiterer
Anstieg der Schwellenwertüberschreitungen war bei den bei der
Probenahme ermittelten Vor-Ort-Parametern (pH-Wert, elek-
trische Leitfähigkeit, Sauerstoffgehalt) zu verzeichnen, der im
Zusammenhang mit der andauernden Niedrigwassersituation
vieler Gewässer stand.
Spezielle Wasseranalytik
Wie in den Vorjahren wurden 2019 weit mehr als eine Million Kon-
zentrationen von organischen Spurenstoffen sowie im Wasser
An der Vergleichsuntersuchung im August 2019 beteiligten sich
auch Labore der LTV. Darüber hinaus nahmen die Gewässergüte-
labore 2019 erfolgreich an Ringversuchen teil, die auf den ana-
lytischen Schwerpunkt des jeweiligen Standortes ausgerichtet
sind (55.LÜRV Summenparameter in Wasser, LÜRV Summenpa-
rameter in Klärschlamm, Stichtagsbeprobung des GB 2, Ringver-
such des Norwegian Institute for Water Research).
2019 erfolgte am Standort Nossen die Installation des neuen
CFA-Systems zur Bestimmung von Cyanid und Phenol. Durch
die Ausstattung des Cyanidmoduls mit einer Lichtleiterküvet-
te konnte die Empfindlichkeit der Messung deutlich verbessert
und damit die Bestimmungsgrenze um ein Drittel auf 0,002 mg/l
gesenkt werden. Auch die Bestimmungsgrenze des Phenolindex
konnte im Zuge der Neuinstallation deutlich gesenkt werden.
Im Gewässergütelabor Bad Düben wurde an der Absenkung der
Bestimmungsgrenze für die fotometrische Bestimmung von
Chrom-VI gearbeitet. Nach der Anpassung des Kalibrierbereiches
konnte diese von 0,025 mg/l auf 0,010 mg/l gesenkt werden.
gelöst oder partikulär vorliegenden Kationen und Schwermetal-
len ermittelt. Im Bereich der Organik lag die durchschnittliche
Probenzahl bei 228 pro Monat und damit über der des Vorjah-
res. Die Zahl der an diesen Proben analysierten Einzelparameter
lag bei 920.363.
Der Bereich Metallanalytik lag mit durchschnittlich 520 Proben
im Monat wieder im Bereich der Vorjahre.
Die Arbeit an der weiteren Anpassung des Parameter- und
Methodenspektrums entsprechend der Anforderungen der EU-
Wasserrahmenrichtlinie wurde fortgesetzt.
So wurden auch 2019 neue Organikparameter in bestehende
Methoden integriert bzw. neue Methoden erarbeitet (z. B. eine
Methode zur Bestimmung von Heptachlor und Heptachlorep-
oxid mittels GC/MS/MS im Ultraspurenbereich von 1 pg/l). Da-
rüber hinaus wurden zahlreiche Bestimmungsgrenzen an die
gestiegenen Anforderungen angepasst (Polyflourierte Verbin-
dungen und Schwermetalle).
Unterstützt wurden diese Anstrengungen durch die Beschaffung
und Inbetriebnahme eines dritten, hochsensitiven GC/MS/MS
(Tripelquadrupol Massenspektrometers).
Untersuchung von Standgewässern
Zu den 2019 untersuchten Gewässern zählte der Berzdorfer See
(ca. 975 ha). Es handelt sich um einen oligotrophen See, der in
den vergangenen Untersuchungsjahren eine durchschnittliche
Sichttiefe von ca. 7,0 m aufwies. Im Mai 2019 sank die Sicht-
tiefe mit 1,5 m aber auf den niedrigsten Stand seit Beginn der
Untersuchungen. Woran lag das?
Für einen Großteil der chemischen Untersuchungen muss das
Wasser des Sees filtriert werden. Dabei verfärbt sich der Filter
nur selten, von März bis Juni zeigte sich jedoch eine rosa-rote
Färbung. Diese Färbung wurde durch ein Cyanobakterium (L=
3 µm) verursacht.
Abb. 9: Ermittelte Einzelparameter
Organik 2009-2019
Abb. 6: CFA-System zur Bestimmung von
Cyanid und Phenol
Abb. 7: Fotometrische Bestimmung von Chrom (VI)
Abb. 8: Ermittelte Einzelparameter FB 52 2009-2019
Abb. 10: Sichttiefen 2019 im Berzdorfer See
2009
2011
2013
2015
2017
2019
0
200.000
400.000
600.000
800.000
1.000000
1.200.000
2009
2011
2013
2015
2017
2019
0
200000
400000
600000
800000
1000000
Abb. 11: links: 0,45 µm Filter nach der Filtration am 27.03.2019, rechts: verur-
sachende Cyanobakterien, vermutlich Synechococcus rhodobaktron
Diese starke Algenentwicklung hatte jedoch keinen negativen
Einfluss auf die ausgedehnten Makrophytenbestände (z. B. Cha-
raceen) im Berzdorfer See. Veränderungen in der chemischen
Zusammensetzung der An- und Kationen konnten auch nicht
nachgewiesen werden.
Ein weiterer Schwerpunkt 2019 lag in der Verbesserung der
Gewinnung von Sedimentmaterial für die Untersuchung nach
Wasserrahmenrichtlinie. Das Material wird mittels Sediment-
stecher entnommen und dann nach Horizonten beprobt.
Sichttiefe (m)

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| 43
|
Die Sulfat-Ionen verbleiben in der Regel gelöst im Gewässer und
tragen zur Erhöhung der spezifischen Leitfähigkeit bei (Abb. 14).
Um genauere Aussagen zu zeitlichen Verläufen bergbaubeding-
ter Einträge in Fließgewässer machen zu können, werden soge-
nannte Datenlogger genutzt. Durch diese ist eine kontinuierliche
Aufnahme von Parametern wie Wasserstand, Temperatur und
Leitfähigkeit möglich. Perspektivisch sollen mittels Messboot-
Befahrung auch Längsprofile der beeinträchtigten Fließgewäs-
ser aufgenommen werden.
Gewässerökologie
Der Bereich Gewässerökologie befasst sich vorrangig mit dem
Wasserrahmenrichtlinien-Monitoring (WRRL) und somit mit
der ökologischen Untersuchung, der dieser Richtlinie unter-
liegenden Gewässer. Dabei wird der ökologische Zustand von
Durch die Verwendung von vorgeschnittenen (halbierten) Sedi-
mentrohren war das Aufbereiten der Sedimentkerne einfacher. So
sind auch kleinste Details verschiedener Ablagerungen erkennbar.
Projekt „Braune Spree“
2019 konnten die Arbeiten für das Projekt „Braune Spree“ auf-
genommen werden, in dem zusätzliche chemisch-physikalische
Untersuchungen an den bergbaubeeinflussten Fließgewässern in
der sächsischen Lausitz durchgeführt werden. Zu diesen Fließ-
gewässern zählen die Spree, die Kleine Spree, die Struga und der
Vincenzgraben/Schwarze Elster. Durch den Bergbau wurden u. a.
Eisensulfide des Untergrundgesteins freigelegt, die mit Sauer-
stoff und Wasser reagieren. Als Reaktionsprodukte werden Ei-
sen-, Sulfat- und Hydroniumionen freigesetzt. Die freigesetzten
Eisen(II)-Ionen können beim Eintritt in neutrale Gewässer weiter
zu Eisen(III) reagieren und als Eisenhydroxid ausfallen (Abb. 15).
fließenden und stehenden Gewässern mittels biologischer Qua-
litätskomponenten (Makrozoobenthos, Makrophyten und Phy-
tobenthos, Phytoplankton) ermittelt. Neben dem Einsatz taxo-
nomischer Verfahren werden bakteriologische Untersuchungen
und Biotests mittels Daphnien und Leuchtbakterien zur Unter-
suchung von Toxizität und mikrobieller Belastung in Gewässern
durchgeführt.
Im Jahr 2019 erfolgten an insgesamt 315 Messstellen in Stand-
sowie Fließgewässern Beprobungen und Analysen von 513
planktischen und 446 benthischen Biozönosen. Hinzu kommen
813 über das Jahr verteilte Chlorophyllanalysen an Stand- und
Fließgewässern (303 photometrische und 510 fluorometrische
Messungen), 288 Grundwasserproben, die auf ihre mikrobielle
Belastung (Gesamtkoloniezahl, E. coli, Coliforme Keime) ge-
testet wurden, 48 Fließgewässerproben mit gleichem Untersu-
chungsspektrum zzgl. intestinale Enterokokken sowie weitere
154 toxikologische Untersuchungen (Bestimmung der Giftigkeit
gegen Daphnien und Leuchtbakterien) an Fließgewässern.
Die im Frühjahr vorgenommenen Makrozoobenthos-Untersu-
chungen wurden nach der AQEM-Methode an 197 angeforder-
ten Messstellen durchgeführt. Dabei fielen sechs Beprobungen
wegen Trockenheit aus. Wie auch in den vergangenen Jahren
wurde an der Elbe das PTI-Verfahren an 24 Stellen angewendet.
Überdies fanden an sechs Versauerungsstellen und an 14 Sapro-
biestellen Probenahmen statt. Das Kleingewässermonitoring
wurde ebenfalls wieder durchgeführt. Es prüft die Pestizidbe-
lastung in Gewässern mittels SPEAR-Index. An Standgewässern
sind 2019 insgesamt 12 Probenahmen in der Region Oberlausitz
sowie im Leipziger Raum durchgeführt worden.
Abb. 12: halbierter Sedimentkern – Neuhauser See
(Westbecken) – Skalierung in cm
Abb. 13: Einleitung Eisen(III)-haltigen
Grubenwassers in die Spree
Abb. 14: Korrelation zwischen Jahresmittelwerten der spezifischen elektrischen Leitfähigkeit und
der Sulfatkonzentration in der Spree an der Probenahmestelle Zerre
Abb. 15: Eisenverkrusteter Datenlogger
Abb. 16: Datenlogger Schwarze Elster, oh. Neuwiese. Spezifische elektrische Leitfähigkeit
in Abhängigkeit vom Wasserstand (und somit vom Durchfluss).
relativer Wasserstand (cm)
spezifische Leitfähigkeit (µS/cm)
Leitfähigkeit (µS/cm)
Sulfatkonzentration (mg/l)
Wasserstand
Leitfähigkeit
Mittelwert Leitfähigkeit (µS/cm)
Mittelwert Sulfat(mg/l)

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LAWA-Typwechsel und 65 Typwechsel in Bezug auf die Makro-
phyten- und Phytobenthos-Subtypen vorgenommen werden.
Um stets eine einwandfreie und methodisch korrekte Arbeit
gewährleisten zu können, müssen regelmäßig QS-Maßnahmen
erfolgen. 2019 wurden verschiedene interne Audits erfolgreich
abgeschlossen. Hinzu kommen mehrere erfolgreiche Ringver-
suche mit externen, auch internationalen Institutionen. Im De-
zember 2019 konnte die 2013 begonnene Arbeit eines Kollegen
als Leiter des DIN-Arbeitskreises „Chlorophyll“ mit der Veröf-
fentlichung der DIN 38409-H60 „Photometrische Bestimmung
der Chlorophyll-a-Konzentration in Wasser“ erfolgreich abge-
schlossen werden. Der für Mai 2020 geplante, gemeinsam mit
dem Sachgebiet QM ausgerichtete länderübergreifende Chlo-
rophyll-Ringversuch wird zeigen, ob durch die Anwendung der
stark überarbeiteten Norm die Präzision der Chlorophyllanalytik
weiter verbessert werden kann.
Die Weiterentwicklung wichtiger und essentieller Bewertungs-
verfahren geht stetig voran. Aktiv beteiligt waren unsere Kolle-
gen an der Weiterentwicklung der Software PHYLIB (Bewertung
von Makrophyten und Phytobenthos) und des Berechnungspro-
gramms ASTERICS (Bewertung des Makrozoobenthos), welches
ab Januar 2020 als PERLODES online zur Verfügung steht.
Auf dem Gebiet der Methodenentwicklung haben auch gene-
tische Verfahren Einzug gehalten - so arbeitet der Bereich Ge-
wässerökologie seit 2018 fortlaufend an der Testung des DNA-
Metabarcoding mit der Universität Duisburg-Essen zusammen
und ist in ein bundesweites UBA-Projekt eingebunden.
Außerdem wurde im Herbst 2019 im Auftrag des LfULG ein
Strategiepapier zur Durchführbarkeit von einzelnen Methoden
des Effektbasierten Monitorings (EBM) in der BfUL erarbeitet.
Größeren Raum nahm wie jedes Jahr die Öffentlichkeitsarbeit
ein. Beispielhaft seien drei Veranstaltungen genannt. Im Mai
besuchte die untere Wasserbehörde des Landratsamtes Meißen
den GB 5 im Rahmen einer Fortbildung. Die Kollegen erhielten
neben einem Einblick in die Labore und die Probenahme einen
umfassenden Überblick über die gewässerökologische Arbeit.
Bei einem Abendseminar der Schutzgebietsverwaltung Königs-
brücker Heide referierte ein Mitarbeiter über die gewässeröko-
logische Besonderheit dieses Gebietes. Des Weiteren fand im
November 2019 der DWA Gewässernachbarschaftstag in Nossen
statt, an dem unsere Kollegen den gewässerökologischen Teil
mit Vortrag und Demonstration am Pitzschebach gestalteten.
Feststoffanalytik
Im Jahr 2019 wurde die Neuausrichtung der Feststoffanalytik
deutlich. Der Rückgang der Anforderungen im Bereich anorgani-
scher Bodenuntersuchungen wurde u. a. durch die Umwandlung
einer Laborantenstelle kompensiert. Bodenphysikalische und
Das Fließgewässermonitoring der Komponente Phytobenthos
im Sommer 2019 stand ganz im Zeichen der langanhaltenden
Trockenheit: von 204 beauftragten Messstellen waren 22 tro-
cken – so viele wie noch nie. Selbst in größeren Flüssen waren
Temperatur, Salz- und Nährstoffgehalte erhöht und die Fließge-
schwindigkeit stark verringert, was die Ausprägung der Algen-
und Makrophytengemeinschaft beeinflusst hat. In einigen klei-
neren Bächen war auf Grund starken Niedrigwassers kaum eine
repräsentative Probenahme möglich, da große Teile der sonst
besiedelten Substrate trocken lagen (Abb. 18).
bodenchemische Untersuchungen erfolgten u. a. für die Bo-
denkundliche Landesaufnahme (Weinbergskartierung), die Bo-
dendauerbeobachtungsflächen (BDF) und vor allem das Projekt
„Vereinigte Mulde“. Auch Gesteinsvollanalysen wurden wieder
ins Untersuchungsprogramm aufgenommen, wobei nun auch
die Bestimmung der Seltenerdelemente und Seltenen Metalle
zum Standard gehören. Nicht zu vergessen sind die Untersu-
chungen an BDF-Sickerwasser- und Depositionsproben.
Auf der anderen Seite war ein qualitativer und quantitativer
Zuwachs von Untersuchungen auf organische Verbindungen zu
verzeichnen. So wurden beim Projekt „Vereinigte Mulde“ erst-
mals Böden auf Polybromierte Diphenylether (BDE), Perfluorierte
Verbindungen (PFOS, PFOA) und zinnorganische Verbindungen
untersucht.
Eine weitere analytische Herausforderung war die Absenkung
der Bestimmungsgrenzen für verschiedene chlororganische Ver-
bindungen (10 bis 30fach im Vergleich zu den Standardverfah-
ren, z. B. DDT von 3 auf 0,1 µg/kg), um Aussagen hinsichtlich der
Hintergrundbelastung sächsischer Böden zu ermöglichen.
Im Bereich der organischen Analytik von Sediment und Biota
waren ebenfalls methodische Arbeiten zur Anpassung an die
gestiegenen Anforderungen der WRRL erforderlich. So wur-
de eine Multimethode entwickelt, die die Verbindungsgruppen
Alkylphenole, PSM und Pyrethroide zusammen erfasst. Damit
wurde die Analysenkapazität für diese Parametergruppen ver-
dreifacht.
Des Weiteren wurden 2019 die methodischen Arbeiten für die
Analytik von Böden und Sedimenten auf Dioxine/Dibenzofurane
und dl-PCB geleistet. Mit der Beschaffung eines hochempfind-
lichen GC/MS/MS sowie der Erweiterung des hochauflösenden
GC/MS-Systems mit einem Injektormodul wurden auch die
apparativen Voraussetzungen geschaffen, diese Analytik selbst
durchzuführen.
Analytik Luftmessnetz
Zur Analytik für das Sächsische Luftmessnetz gehören Unter-
suchungen an Schwebstaub (Filter: Schwermetalle, PAK, Ruß),
Staubniederschlag (Bergerhoff: Masse, Schwermetalle) sowie
der Nassen Deposition. Die Proben der Nassen Deposition wer-
den im FB 53 in Nossen analysiert. Im FB 51 erfolgt die Analytik
am Schwebstaub und Staubniederschlag.
Abb. 17: Sächsische Fließgewässerpegelstände am 09.08.2019,
braun = Niedrigwasser
Eine weitere große Aufgabe des vergangenen Jahres bestand
in Zuarbeiten für die Überprüfung der Typzugehörigkeit aus-
gewählter Fließgewässer. Gemäß WRRL werden Fließgewässer
anhand ihrer morphologischen, physikalisch-chemischen, hy-
drologischen und biozönotischen Merkmale in Typen eingeteilt,
wobei es naturgemäß Gewässer gibt, die sich nur schwer ein-
ordnen lassen und demzufolge auf Plausibilität geprüft werden
müssen. In enger Zusammenarbeit mit dem LfULG konnten 45
Abb. 18: Holzbach bei Frankenberg am 12.08.2019
Abb. 19: Gaschromatograph mit Tripelquadrupol Massenspektrometer (GC/MS/MS)
Abb. 21: Rührgefäß
für Probenvorbereitung
LÜRV55 (BSB)
Proben
Anzahl
Bemerkung
Nasse Deposition
570
pH, Lf, Kationen,
Anionen
Schwermetalle Staubfilter
1.162
PAK Staubfilter
1.629
Ruß (TC, EC, OC) Staubfilter
1.331
Staubniederschlag
166
Menge,
Schwermetalle
Abb. 20: Im Jahr 2019 durchgeführte Analysen für das Luftmessnetz
Ringversuche
Das Sachgebiet Qualitätsmanagement ist über die LAWA-Ar-
beitsgruppen in das System der Länderübergreifenden Ringver-
suche (LÜRV) nach Fachmodul Wasser eingebunden.
Aller zwei Jahre werden Ringversuche für Summenparameter
und Elemente in Abwasser durchgeführt, bei denen sich die BfUL
2019 wieder als Ausrichter beteiligt hat. Dadurch konnten 53
bzw. 73 Teilnehmern Ringversuchsproben zur Verfügung gestellt
werden. Die erfolgreiche Teilnahme ist nicht nur Voraussetzung

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am Umbau des LfULG Informationssystems Sächsische Natura
2000-Datenbank (IS SaND) mit 151 LRT-Flächen (4,2 %) recht
gering. Der Anteil erfasster und bewerteter LRT-Flächen lag bei
ca. 2.100 Flächen (58,6 %). Die restlichen begutachteten Probe-
flächen erfüllten nicht die Kriterien des Monitoringverfahrens.
Im Feinmonitoring der LRT wurden 11 Flächen als Testlauf nach
einem konsolidierten Verfahren erfasst.
Im FFH-Feinmonitoring-Arten wurden 2019 fünf neue Arbeits-
pakete gestartet und in einem ersten Untersuchungsdurchgang
bearbeitet:
Reptilien-Feinmonitoring mit 36 Untersuchungsgebieten
(21 UG Glattnatter, 15 UG Zauneidechse) in Zusammenar-
beit mit dem Kartiernetzwerk des NABU-Landesverbandes
Sachsen;
Haselmaus-Feinmonitoring mit 17 Untersuchungsgebieten
in Zusammenarbeit mit dem Kartierernetzwerk des NABU-
Landesverbandes Sachsen;
Biber-Feinmonitoring 1. Kartierdurchgang 2019/20 in 6
Untersuchungsgebieten mit insgesamt ca. 191 Biberrevieren
in Zusammenarbeit mit dem Biber-Revierbetreuernetzwerk
im Bibermanagement des Naturpark Dübener Heide e. V.;
Fledermaus- Feinmonitoring 2018-2020 in 14 Winterquar-
tieren sowie 23 Sommerquartieren der Kleinen Hufeisennase
in Zusammenarbeit mit dem Kartierernetz des NABU-
Landesverbandes Sachsen;
Pflanzen-Feinmonitoring – Teil - Büchsenkraut 7 bekannte
und 9 potentielle Standorte – davon nur 4 Vorkommen
aktuell bestätigt/ Scheidenblütgras 8 Standorte – laufende
Bearbeitung durch die Biosphärenreservats-Verwaltung).
für die Notifizierung in anderen Bundesländern, sondern wird
auch zur Bestätigung nach Sächsischer Eigenkontroll-Verord-
nung genutzt. Die entsprechenden Listen sächsischer Teilneh-
mer werden dem LfULG zur Verfügung gestellt.
Bei der Organisation von vier weiteren Ringversuchen wurden
die Ringversuchsveranstalter der anderen Bundesländer un-
terstützt. Das betraf die LÜRVe 52-54 und B10 mit folgendem
Parameterspektrum: Kohlenwasserstoff-Index, Organochlorpes-
tizide und Fischeitest in Abwasser und Polyaromatische Koh-
lenwasserstoffe in Grundwasser. Alle Einzelergebnisse sind in
der deutschlandweit genutzten Datenbank NORA vom LfULG
einsehbar.
Messnetz Naturschutz
Zur Erfüllung der FFH-Berichtspflicht des Freistaates Sachsen
für den Zeitraum 2019 bis 2024 wurden im Jahr 2019 die tur-
nusmäßigen Untersuchungen im Grob- und Feinmonitoring
fortgeführt. Intensiviert wurde zugleich die Überarbeitung der
Methoden und Kartierunterlagen des LRT-Monitorings.
Das zum neuen Berichtszeitraum (2019-2024) zählende FFH-
Grobmonitoring 2019 beinhaltete die Ersterfassung von FFH-
Lebensraumtypen (LRT) im Bereich von 13 Topographischen
Karten (Maßstab 1:25.000) und die Wiederholungskartierung
(Änderungsdetektion) in 33 FFH-Gebieten. Wie in den vergan-
genen Jahren wurde angesichts des enormen Kartierungsum-
fanges von ca. 3.600 LRT- und Erwartungsflächen ein Großteil
der Kartierung an Auftragnehmer vergeben (95,8 %). Der Ei-
genkartieranteil unserer Kollegen war 2019 aufgrund intensi-
ver Überarbeitungen des Kartier- und Bewertungsschlüssels der
Offenland-Lebensraumtypen und der konzeptionellen Mitarbeit
Als Auftakt zum Reptilien-Feinmonitoring 2019-2020 fand
am 16.03.2019 in Nossen eine Kartiererschulung statt, an der
insgesamt 17 Kartierer und Koordinatoren teilgenommen ha-
ben. Darüber hinaus wurden die regionalen Herbstberatungen
der Biber-Revierbetreuer in Pressel (26.10.2019) und Torgau
(12.11.2019) als Auftaktveranstaltungen für den anstehenden
1. Winterkartierdurchgang 2019/20 zur Einweisung der beteilig-
ten Revierbetreuer und Koordinatoren genutzt.
Zur weiteren Absicherung des Feinmonitorings zur Haselmaus
war zu Ersatzzwecken die Beschaffung bzw. Anfertigung von
insgesamt 1.000 Standard-Haselmauskästen erforderlich. Zu-
dem wurde als Ersatz für ein verwaistes ehemaliges Haselmaus-
Kastenrevier in der Sächsischen Schweiz im Oktober ein neues
standardgerechtes Haselmaus-Kastenrevier bei Sebnitz im NSG
Gimpelfang eingerichtet, für dessen Betreuung ein ortsansässi-
ger neuer Kastenrevierbetreuer gewonnen werden konnte.
Im Vorgriff auf die 2021-22 geplante Monitoringkampagne zum
Kammmolch wurde zum Zwecke der Qualitätssicherung bei der
künftigen Kammmolcherfassung zudem ein Auftrag zur Anferti-
gung von 120 standardgerechten Eimer-Reusenfallen realisiert.
Im Rahmen des SPA-Monitorings wurden auf einer Fläche von
insgesamt etwa 90.000 ha, verteilt auf 32 Gebiete, ausgewähl-
te Brutvogelarten kartiert. In drei Gebieten mit zusammen ca.
5.500 ha konnte das Monitoring durch Mitarbeiter der Vogel-
schutzwarte abgesichert werden. Für die anderen Gebiete wur-
den Ornithologen aus dem ehrenamtlichen Kartierernetz der
ornithologischen Fachverbände Sachsens sowie Fachbüros be-
auftragt.
An der internationalen Wasservogelzählung in Sachsen, die von
der Vogelschutzwarte koordiniert und ausgewertet wird, betei-
ligten sich im Winterhalbjahr 2018/2019 etwa 160 Ornithologen.
Diese führten an mehreren festgelegten Terminen 1.101 Zäh-
lungen durch, mit denen eine Erfassung von 192 Zählgebieten
Abb. 22: Grobmonitoringkulisse 2019
der FFH-Lebensraumtypen
Abb. 23: Nachts vergleichsweise
einfach zu fangende Grünfrösche
werden vor Ort an einem
Feldarbeitsplatz vermessen um die
Art genauer zu bestimmen
Mittels Fotofallen-Lichtschranken-Anlagen wurden zudem in
3 Fledermaus-Winterquartieren zusätzlich während des Früh-
jahrsausflugs die Überwinterungsbestände überwacht. Im
Winterquartier Fischendorf führte ein Technikausfall leider zu
signifikanten Datenlücken, so dass die durch standardmäßige
Sichtzählung ermittelten Bestandszahlen überwinternder Fle-
dermausarten dort nicht zusätzlich mittels der Fotofallen/
Lichtschranken-basierten Bestandszahlen überprüft und Fehler
bewertet werden konnten.
Das Amphibien-Feinmonitoring Artenpaket 2 2018-2019 wurde
im Rahmen des Werkvertrages mit dem NABU-Landesverband
Sachsen in 51 Untersuchungsgebieten wiederholt (2. Kartier-
jahr) und mit einem Abschlussbericht im Dezember 2019 abge-
schlossen (12 UG Moorfrosch, 15 UG Springfrosch, 9 UG Kleiner
Wasserfrosch, 16 UG Knoblauchkröte). Im Zusammenhang mit
dem Feinmonitoring zum Kleinen Wasserfrosch wurde ein Ver-
fahren zur morphometrischen Absicherung der Artansprache in
3 mutmaßlichen Vorkommen des Kleinen Wasserfrosches erfolg-
reich getestet. In den noch verbleibenden Jahren der laufenden
Monitoringperiode 2018-23 soll dieses Verfahren zur Qualitäts-
sicherung in allen 9 Feinmonitoring-Untersuchungsgebieten des
Kleinen Wasserfrosches zum Einsatz kommen, um den Status
quo der Zusammensetzung der Grünfrosch-Mischpopulationen
in der Feinmonitoring-Gebietskulisse gesicherter abklären zu
können. Für morphometrisch nicht eindeutig zuordenbare In-
dividuen sollen darüber hinaus zusätzlich molekularbiologische
Methoden zur Aufklärung zum Einsatz kommen.
Das Entomofauna-Feinmonitoring Artenpaket 2 2018-2019
wurde im Rahmen des Werkvertrages mit der Entomofaunis-
tischen Gesellschaft e. V. in 66 Untersuchungsgebieten fort-
gesetzt und mit einem Abschlussbericht im Dezember 2019
abgeschlossen (2 UG Menetries Laufkäfer, 15 UG Heldbock, 24
UG Hirschkäfer, 4 UG Eremit, 21 UG Schmalbindiger Breitflügel-
Tauchkäfer, 32 UG Spanische Flagge).

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48
| 49
|
sung der häufigen Brutvogelarten auf den Probeflächen lieferte
einschließlich der Einzelnachweise seltener Arten insgesamt ca.
4.900 Datensätze mit ca. 16.000 Revieren zu über 135 Vogel-
arten.
Im Rahmen der Erfassung und Betreuung ausgewählter be-
standsgefährdeter Arten in Sachsen, als Bestandteil des Mo-
nitorings seltener Brutvögel, wurden im Jahr 2019 durch die
Artspezialisten und ihre Mitarbeiter insgesamt 960 Vorkommen
von zehn Vogelarten dokumentiert.
Wie in den vergangenen Jahren führte die Vogelschutzwarte die
Erfassung des Wiedehopfes im Gebiet Bergbaufolgelandschaft
Lohsa fort. Es wurden 47 Nisthilfen untersucht. Die 8–9 festge-
stellten Brutpaare zogen im Jahr 2019 insgesamt 34 Jungvögel
auf.
Projekt „Fernerkundung im Naturschutzmonitoring“
Das Monitoring von Schutzgütern in unzugänglichem Gelände
(Moore, munitionsbelastete Heide usw.) stellt eine große Her-
ausforderung für die terrestrische Kartierung dar. Auch die Be-
wertung von Bedeckungsanteilen ist oft schwer objektiv einzu-
schätzen. Hier setzt das Potenzial der kostenfrei zur Verfügung
stehenden Satellitendaten der Sentinel-Mission von Copernicus
an. Sie ermöglichen kontinuierliche und flächendeckende Be-
obachtungen, füllen damit die Lücken zwischen punktuellen
Vor-Ort-Aufnahmen und liefern eine Grundlage für quantitative
Gebietsbeschreibungen. Wo räumlich höchstauflösende Auf-
nahmen nötig sind, können Drohnen eingesetzt werden.
Entsprechend der Zielstellung des Fernerkundungsprojektes
2019/20 („FenaMo“ - Implementierung von Fernerkundungsme-
thoden in das naturschutzfachliche Monitoring) wurde 2019 ein
Fernerkundungsarbeitsplatz in der BfUL eingerichtet.
Im zweiten Schritt sollen routinefähige Methoden für ausge-
wählte Anwendungsfälle in die Kartierarbeit eingebunden wer-
den – beispielsweise bei der Zustandsbewertung von Heide-Le-
in ganz Sachsen gelang. Die monatlich von September bis Ap-
ril erfolgten Zählungen erbrachten Gesamtzahlen zwischen
19.000 (April 2019, 78 gezählte Gebiete) und 103.000 (Januar
2019, 183 gezählte Gebiete) Wasservögeln. Ergänzend wurden
an 18 potenziellen Gänse-Übernachtungsgewässern an je vier
Terminen Sonderzählungen durchgeführt, bei denen insgesamt
zwischen 1.900 (März 2019) und 28.000 (Januar 2019) Vögel
festgestellt wurden.
Im Jahr 2019 wurde der Bericht über die Ergebnisse des Moni-
torings von Kormoran, Graureiher und Silberreiher in Sachsen
2018 fertiggestellt. An diesen Zählungen beteiligten sich 81
Personen.
Mit 71 ehrenamtlichen Kartierern konnten 2019 im Monitoring
häufiger Brutvogelarten, einem nationalen Monitoringpro-
gramm des Bundes, 103 Flächen bearbeitet werden. Die Erfas-
bensraumtypen. Damit wurde bereits 2019 begonnen. Mit Hilfe
der klassifizierten Satellitendaten lassen sich die Heide-Lebens-
räume sehr gut quantitativ und mit gewissen Abstufungen auch
qualitativ (z. B. Verteilung von Altersphasen) darstellen. Damit
ist eine Basis vorhanden, um künftig sehr schnell und kosten-
günstig durch den Vergleich mit neueren Satellitendaten Hin-
weise über maßgebliche Änderungen der Zustände von Heide-
Lebensräumen zu erhalten.
Die Radarbilder des Satelliten Sentinel-1 liegen in besonders
dichten Zeitreihen vor. Diese ermöglichen den Blick in die Ver-
gangenheit und helfen bei der Rekonstruktion von Geschehnis-
sen. Das von einem Objekt zurückgestreute Radarsignal stellt
ein Maß für dessen Oberflächenrauigkeit dar und liefert damit
z. B. Hinweise auf Austrocknungsereignisse von Gewässern.
Abb. 25: Erdbeobachtungssatellit Sentinel-2
des Copernicus-Programms der EU
(Foto: © ESA/ATG medialab)
Abb. 24: Eimer-Reusenfalle nach ORTMANN
(Modell und Fotos: Wolfgang Hellinger)
Abb. 26: Sentinel-2-Aufnahme ei-
nes Ausschnitts der Königsbrücker
Heide vom 25.09.2018 (links) und
das Ergebnis einer automatisierten
Landbedeckungsklassifikation für
selbiges Gebiet (rechts)
Abb. 27: Drei-Jahres-Zeitreihe
von Radaraufnahmen (Sentinel-1)
für das Waldmoor südl. Neuliebel
(Testergebnis für die rechts blau
gekennzeichnete Fläche). Geglät-
tete Daten sind rot dargestellt,
Pfeile weisen auf Indizien für Aus-
trocknung hin. Grafik erstellt via
GEE [Referenz: Gorelick, N., Han-
cher, M., Dixon, M., Ilyushchenko,
S., Thau, D., & Moore, R. (2017).
Google Earth Engine: Planetary-
scale geospatial analysis for every-
one. Remote Sensing of Environ-
ment]
2017 M A M J J A S O N 2018 M A M J J A S O N 2019 M A M J J A S O N 2020
Datum
-6
-10
-14
-18
-22
Rückstreuung

50
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Power-Nutzer begonnen werden, die anschließend zeitnah in
den Produktivbetrieb wechseln sollten.
Wegen der Corona-Pandemie muss die Terminplanung um einige
Monate verschoben werden.
Die Umsetzung des gesetzlich vorgeschriebenen Empfangs von
eRechnungen ab dem 18. April 2020 wurde zentral für den Frei-
staat Sachsen realisiert und die BfUL hat die internen techni-
schen Möglichkeiten dafür geschaffen. Der weitere Verlauf ist
abhängig von dem tatsächlichen Rechnungseingang auf diesem
Wege.
Die mit den Kontingentmitteilungen übermittelten Vorgaben
des SMEKUL werden umgesetzt. Dabei wird insbesondere auf
die besondere Verantwortung des Leiters der Verwaltung in sei-
ner Funktion als Beauftragter für den Haushalt hingewiesen.
Für 2020 stehen der BfUL gemäß Haushaltsplan TEUR 4.500 für
Investitionen und TEUR 19.839,0 für laufende Zwecke zur Ver-
fügung, die bereits als Kontingent für das Haushaltsjahr 2020
frei gegeben wurden. Damit ist der Dienstbetrieb für dieses Jahr
gesichert.
Die Ersatzbeschaffungen im investiven Bereich bewirken ein
weiterhin mögliches Arbeiten auf hohem technischen Niveau,
so dass die stetig wachsenden fachlichen Anforderungen erfüllt
werden können.
Damit im Einklang stehen die nicht nur angebotenen, sondern
auch finanzierten Qualifizierungs- und Fortbildungsmöglichkei-
ten für jeden unserer Mitarbeiter im Bedarfsfall. Es wird einge-
schätzt, dass die Fluktuationsrate weiterhin gering bleibt.
Im Bereich Immissionsschutz des GB 2 ist ein wichtiges Krite-
rium zur Beurteilung des Luftmessnetzes die Verfügbarkeit der
Messdaten. Die Anforderung des LfULG an das gesamte Mess-
netz ist eine Verfügbarkeit von mehr als 90%. Diese Anforde-
rung soll mit ca. 98% gut erfüllt werden.
Die geplanten Neu- oder Ersatzbauten von Containern werden
planmäßig fortgeführt.
Die Verbesserung der Datenfernabfrage der Luftgütemessstatio-
nen soll 2020 abgeschlossen werden.
Im Bereich Strahlenschutz werden alle Probennahmen und La-
boranalysen anforderungsgemäß in einem vergleichbaren Um-
fang wie 2019 realisiert werden.
Prognosebericht
Der der folgenden Berichterstattung zugrunde gelegte Prognose-
zeitraum beträgt ein Jahr.
Die BfUL wird auch in den nächsten Jahren nahezu ausschließ-
lich mittels Zuführungen des Freistaates Sachsen sowie Erträgen
finanziert, die z. B. im Rahmen von Projekten im geringen Um-
fang entstehen. Der Fortbestand und die Geschäftstätigkeit
der BfUL als Staatsbetrieb sind dauerhaft von der Gewährung
ausreichender Zuschüsse des Freistaates Sachsen abhängig.
Die BfUL geht davon aus, dass auch in den Folgejahren aus-
reichend Mittel für die Deckung des laufenden Aufwandes zur
Verfügung gestellt werden. Mit dem für den Freistaat Sachsen
bestätigten Doppelhaushalt 2019/2020 und der bereits erfolgten
Kontingentfreigabe ist das bereits für 2020 gesichert.
Aufgrund der vorgegebenen Geschäftstätigkeit und der Aufga-
benstellung des Staatsbetriebes ist ein kostendeckendes Wirt-
schaften durch vollständig eigene Einnahmen nicht möglich. In
geringem Umfang werden noch eigene Erlöse u. a. durch Arbeiten
für Dritte erzielt.
Es bleibt jedoch den derzeit laufenden Haushaltsverhandlungen
für den Doppelhaushalt 2021/2022 sowie der mittelfristigen
Planung bis 2025 vorbehalten, die künftige finanzielle und per-
sonelle Ausstattung der BfUL festzulegen.
Mit dem Ausbrechen des Coronavirus und der weltweit ausge-
rufenen Pandemie kann derzeit nicht verlässlich eingeschätzt
werden, welche direkten und indirekten Auswirkungen dies für
die BfUL haben wird.
Für das Jahr 2020 gibt es für die jeweiligen Geschäftsbereiche
folgende Ziele bzw. Vorgaben:
Ein Ziel des GB 1 für 2019 war es, verwaltungsinterne Abläufe
zu optimieren bzw. entsprechende DV-Programme weiterzuent-
wickeln und einzuführen. Hier sind insbesondere die eVergabe
und die eRechnung zu nennen, da hier gesetzliche Pflichten um-
zusetzen und Termine einzuhalten sind.
Bis spätestens Ende 2020 soll die elektronische Vorgangsver-
waltung vollständig eingeführt sein. Die Projektgruppe hat im
Jahr 2019 das entsprechende Umsetzungskonzept erstellt. In
den Monaten Mai und Juni 2020 sollte mit den Schulungen der
Auszug aus Lagebericht und
Jahresabschluss 2019
In der Radonberatungsstelle wurden im ersten Halbjahr 2019
zwei neue Mitarbeiter eingestellt. Durch diese Verstärkung kön-
nen sowohl alle Beratungsaufträge als auch alle laufenden und
neuen Messprogramme voll umfänglich erfüllt werden.
In der Aufgabenerfüllung und Datenbereitstellung erreichte der
GB 3 in fast allen Messnetzen eine Quote von über 98 %. Aus-
nahme bildet das von uns betriebene Niederschlagsmessnetz,
wo auf Grund der Einstellung der Ersatzteillieferung des Her-
stellers der genutzten Ombrometer in 2019 nur eine Quote von
86,9 % erreicht werden konnte. Für das laufende Jahr ist wieder
eine Sicherstellung der Datenlieferung mit über 98% vorgese-
hen.
2020 und in den darauffolgenden Jahren werden im GB 3 neben
den turnusmäßigen Messprogrammen folgende Arbeitsschwer-
punkte erwartet:
Weitere Realisierung der geplanten Pegelbau- und
Grundwassermessstellen-Neubaumaßnahmen;
Umstellung des Datenbanksystems von WISKI 6 auf WISKI 7
und Migration aller Datensätze im laufenden Betrieb in
Zusammenarbeit mit dem LfULG;
Umsetzung des Automatisierungskonzepts zur Verbesserung
der Bodenwassermessung der Lysimeter in Brandis;
Umsetzung des Automatisierungskonzepts zur Verbesserung
der Bodenwassermessung der Bodendauerbeobachtungs-
flächen Typ II.
Die Anforderungen an den GB 4 sind im Fachaufsichtspapier des
LfULG und für den Bereich amtliche Futtermittelkontrolle im
mehrjährigen nationalen Kontrollprogramm (MNKP) formuliert.
Im Betriebskonzept der BfUL wurden diese Anforderungen in
Abstimmung mit der Fachaufsicht quantifiziert und deren Um-
setzungsmöglichkeit prognostiziert.
Kurzfristig steigende Anforderungen des LfULG umfassen ins-
besondere zusätzliche Messungen im Bereich der organischen
Rückstandsanalytik und der Phytopathologie. Letztere basieren
größtenteils auf rechtlichen Änderungen durch die Implemen-
tierung der EU-Kontrollverordnung 2017/625 und der EU-Pflan-
zengesundheitsverordnung 2016/2031.
Von einem zunächst für die kommenden Jahre geplanten erwei-
terten Monitoring an Bodenproben wurde Abstand genommen,
da die in 2019 durchgeführten Untersuchungen auf Sporen des
Kartoffelkrebses keinen Nachweis des Erregers erbrachten.
Auch das Jahr 2020 wird für den GB 5 durch die Umsetzung des
Überblicks-, operativen und vor allem Ermittlungsmessnetzes
nach EU-Wasserrahmenrichtlinie im Rahmen des Monitorings
zu den Bewirtschaftungsplänen/Maßnahmenprogrammen ge-
prägt sein. Der kontinuierliche Prozess der Anpassung des Un-
tersuchungsumfangs und einzelner Verfahren wird fortgesetzt.
Im Bereich Analytik Luftstaub werden sämtliche Anforderungen
erfüllt werden.
Dagegen werden im Bereich Boden die Probenzahlen auf Grund
verringerter Anforderungen der Fachaufsicht weiter sinken. Die
Analytik organischer Parameter wird anteilmäßig zunehmen.
Im Verlauf des Jahres 2020 ist die Inbetriebnahme des neuen
WinLIMS vorgesehen, die eigentlich bereits in 2019 erfolgen
sollte, aber aufgrund diverser offener Probleme in der Program-
mierung nicht vorgenommen werden konnte.
Außerdem soll die Qualifizierte Bedarfsanforderung (QBedAn)
für den Laborneubau Görlitz bis Mitte 2020 fertiggestellt werden.
Risiko- und Chancenbericht
In der BfUL scheiden bis zum Jahr 2030 altersbedingt noch
insgesamt 72 Beschäftigte aus, dies entspricht 31,9 % der
derzeitigen Belegschaft. Vor dem Hintergrund der schon jetzt
erkennbaren Tendenzen eines in Deutschland zunehmenden
Fachkräftemangels kann sich dies bei einer adäquaten Nach-
besetzung der für die BfUL benötigten Spezialkräfte negativ
auswirken. Die deutlich gesunkene Anzahl von Bewerbungen
bei durchgeführten Ausschreibungen ist ein erstes Indiz. Zur
Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern werden erweiterte
Formen der zielgruppenorientierten Kommunikation zunehmend
angewandt. Auch die eigene Ausbildung rückt im Rahmen der
Möglichkeiten wieder in den Fokus.
Im Rahmen der Haushaltsaufstellung für die Jahre 2021
und 2022 hatte die BfUL die Möglichkeit Stellenbedarfe anzu-
melden, die sich im Wesentlichen auf zusätzliche Aufgaben aus
dem Koalitionsvertrag oder neuen gesetzlichen Anforderungen
ergeben. Die BfUL hat diesbezüglich acht Dauerstellen und fünf
Projektstellen angemeldet. Inwieweit dies durch die Haushalts-
verhandlungen bestätigt wird bleibt abzuwarten.
Sollten im Ergebnis der Haushaltsverhandlungen die Stellen-
bedarfe nur teilweise gedeckt werden können, ist mit dem Be-
triebskonzept in der BfUL ein Instrument vorhanden, mit dem
die Priorisierung mit den jeweiligen Abteilungen des LfULG bzw.
SMEKUL transparent und zielgerichtet geführt werden kann.
Vor dem Hintergrund der weltweiten Ausbreitung von Covid-19
und den dadurch verursachten enormen Belastungen der öffent-
lichen Haushalte ist davon auszugehen, dass sich das auch auf
die Ergebnisse der Haushaltsverhandlungen für die Jahre 2021
und 2022 auswirken wird.

image
52
| 53
|
Der GB 4 ist sowohl technisch als auch in puncto der Qualifika-
tion der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr gut aufgestellt.
Die oben genannten personellen Defizite betreffen die Arbeits-
bereiche organische Rückstandsanalytik und Phytopathologie.
Insgesamt ist das Risiko für den GB 4 als gering einzustufen, da
mit der Fachaufsicht bei personellen Defiziten über eine Redu-
zierung der Anforderungen verhandelt werden kann.
Risiken ergeben sich im GB 5 beim derzeitigen Personalbestand
durch immer wieder auftretende, auch längere Ausfälle von
Mitarbeitern durch Erkrankungen oder Elternzeit. Gleiches gilt
für Stellenbesetzungsverfahren, bei denen durch interne Bewer-
ber erneute Besetzungsverfahren und damit Einarbeitungszei-
ten generiert werden.
Die geplante Umstellung auf das neue WinLIMS WL9 im Jah-
resverlauf erfordert noch enorme Anstrengungen bezüglich der
Testung aller Funktionalitäten. Diverse Arbeitsschritte werden
jedoch erst mit Übergang in den Routinebetrieb getestet wer-
den können. Das Risiko von Problemen im System und damit
verbundenen Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Messnetz-
anforderungen (Vorbereitung und Durchführung Probenahmen,
Datenhaltung) muss als hoch eingeschätzt werden.
Im Gewässergütelabor Görlitz startete im März 2019 das zwei-
jährige Projekt Braune Spree. Fragestellungen der Eisenbelas-
tung der Spree und weiterer Gewässer sowie die Analytik ei-
senbelasteter Wasserproben stehen im Fokus. Ein zweijähriges
Folgeprojekt wurde beantragt, um erste Ergebnisse zu vertiefen
und weitere Fragen beantworten zu können.
Im Messnetz Naturschutz startete am 28. Januar 2019 das
zweijährige Projekt Einrichtung eines Fernerkundungsmessplat-
zes. Aufbauend auf den vielversprechenden Testergebnissen aus
dem Jahr 2015 soll die Satellitenfernerkundung für spezielle
Fragestellungen im FFH-Monitoring nutzbar gemacht werden.
Auch hier wurde ein zweijähriges Folgeprojekt beantragt, um die
erfolgreiche Einrichtung des Fernerkundungsarbeitsplatzes für
die praktische Nutzung im Naturschutzmonitoring noch besser
nutzbar zu machen.
Für den Bereich des Strahlenschutzes im GB 2 werden im We-
sentlichen keine gesonderten Risiken gesehen, sofern die Nach-
besetzung der Stellen ausscheidender Mitarbeiter wie geplant
erfolgen kann.
Auch wenn bei den Projekten und Anforderungen derzeit noch
keine vollständige Klarheit vorhanden ist, ergeben sich mittler-
weile auch noch andere Randbedingungen; das UBA sieht eine
klare Tendenz dazu auch Partikelanzahlanalysen durchzuführen
und baut auf die in Sachsen vorhandene Kompetenz (verglei-
che Statuskolloquium Luft 2019). Andere Bundesländer bauen
diesbezüglich Messstellen und Kompetenz auf. Im Bereich der
Emission wurde bisher ein Teil der Aufgaben in Form von Un-
tersuchungen der Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft
vorgehalten. Derzeit ändert sich das Aufgabenspektrum von der
reinen Erfassung der Emission (Projekt EmiDAT) in Richtung der
Datengrundlage für die Bewertung emissionsmindernder Maß-
nahmen (Projekt EmiMin).
Die Umstellung des Datenbanksystems im GB 3 im Jahr 2020
von WISKI 6 auf WISKI 7 bringt ein verbessertes Datenhandling
und damit eine schnellere Bereitstellung der von der Fachauf-
sicht benötigten Daten mit sich.
Durch die geplante Automatisierung der Wägetechnik der Lysi-
meter Brandis kann die von der Fachaufsicht geforderte höhere
Datendichte erreicht werden. Zugleich führt die Umstellung zu
einer Aufwandsreduzierung.
Die Risiken für die Aufgabenerledigung des GB 4 bestehen ins-
besondere in personellen Engpässen bei Nichterfüllung der Per-
sonalbedarfsanmeldungen für den DHH 2021/2022 sowie bei
längerem Ausfall von Mitarbeitern.
Darüber hinaus können Risiken in neuen und nicht planbaren
Vollzugsaufgaben bestehen, die zwingend zu erledigen sind und
eine schnelle Anpassung der Arbeitsschwerpunkte erfordern.
Hier ist erfahrungsgemäß in erster Linie das mögliche Auftreten
von neuen Quarantäne-Schaderregern in Sachsen (vgl. Xylella
fastidiosa) zu nennen. Aber auch das plötzliche Auftreten von
Situationen, die aus Sicht des Verbraucherschutzes hohe Rele-
vanz haben, können zu einem schnellen Anstieg der Aufgaben in
einzelnen Arbeitsfeldern des GB 4 führen.
Aktuell wurde ein Risikobericht in Erfüllung der Akkreditie-
rungsanforderungen gemäß der DIN 17025 (neu) erstellt, auf
den an dieser Stelle verwiesen wird.

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| 55
|
AKTIVA
EUR
31.12.2019
EUR
Vorjahr
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software
613.117,05
244.865,05
II. Sachanlagen
1. Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
1.330.303,00
1.439.127,00
2. Technische Anlagen und Maschinen
22.211.533,23
22.642.667,12
davon Laborausstattung: EUR 5.745.833,72
davon Messnetzausstattung: EUR 3.524.403,47
davon Pegel und Messstellen: EUR 12.941.296,04
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
1.335.628,00
1.229.523,51
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
1.870.870,06
1.273.621,13
26.748.334,29
26.584.938,76
27.361.451,34 26.829.803,81
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
191.467,84
191.467,84
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
120.931,39
23.905,01
2. Forderungen gegen den Einrichtungsträger
41.296,36
93.968,28
3. Sonstige Vermögensgegenstände
13.080,50
4.662,23
175.308,25
122.535,52
III. Kassenbestand und Bundesbankguthaben
1.951.501,80
3.403.990,63
2.318.277,89
3.717.993,99
C. Rechnungsabgrenzungsposten
36.599,04
34.148,19
29.716.328,27 30.581.945,99
PASSIVA
EUR
31.12.2019
EUR
Vorjahr
EUR
A. Eigenkapital
Basiskapital (Nettoposition)
193.015,33
193.015,33
B. Sonderposten für Investitionen
1. Sonderposten aus Zuweisungen Kapitel 09 21
23.406.120,89
22.563.993,52
2. Sonderposten aus Zuweisungen anderer Kapitel
3.955.328,45
4.265.808,29
3. Sonderposten aus Zuweisungen Dritter
2,00
2,00
27.361.451,34 26.829.803,81
C. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen
891.918,05
727.152,91
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
980.449,81
1.698.451,90
2. Verbindlichkeiten gegenüber dem Einrichtungsträger
264.823,24
1.103.818,04
3. Sonstige Verbindlichkeiten
24.670,50
29.454,00
davon aus Steuern:
EUR 17.540,75 (Vj. EUR 15.484,79)
1.269.943,55
2.831.723,94
E. Rechnungsabgrenzungsposten
0,00
250,00
29.716.328,27 30.581.945,99
Bilanz zum 31. Dezember 2019

56
|
EUR
2019 EUR
Vorjahr EUR
1. Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen für laufende Zwecke
20.672.271,69 18.807.811,51
2. Umsatzerlöse
207.480,12
271.544,34
3. Sonstige Erträge
a) Erträge aus der Auflösung von Sonderposten
4.792.471,67
4.444.750,53
b) Sonstige betriebliche Erträge
109.605,14
140.192,51
4.902.076,81
4.584.943,04
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
-1.252.105,89
-1.052.244,94
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
-2.513.921,04
-2.215.363,79
-3.766.026,93
-3.267.608,73
5. Personalaufwand
a) Entgelte für Beschäftigte
-11.692.259,45
-11.126.071,10
b) Bezüge für Beamte
-452.687,53
-432.902,98
c) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersver sorgung
und für Unterstützung
davon für Altersversorgung: EUR 342.457,00 (Vj. EUR 331.170,36)
-2.509.559,07
-14.654.506,05
-2.362.422,29
-13.921.396,37
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
-4.780.020,92
-4.434.055,66
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Sonstige Personalaufwendungen
-190.149,49
-175.176,07
b) Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Rechten und Diensten
-1.413.234,31
-1.246.895,25
c) Verluste aus Wertminderungen und dem Abgang von
Vermögensgegenständen und übrige Aufwendungen
-957.146,57
-598.502,75
-2.560.530,37
-2.020.574,07
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-138,33
-997,97
9. Ergebnis nach Steuern
20.606,02
19.666,09
10. Sonstige Steuern
-20.606,02
-19.666,09
11. Jahresergebnis
0,00
0,00
Gewinn- und Verlustrechnung für das
Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis 31.12.2019

image
Herausgeber:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL)
Altwahnsdorf 12, 01445 Radebeul
Bürgertelefon: +49 351 85474-100
E-Mail: poststelle.bful@smul.sachsen.de
www.bful.sachsen.de
Die BfUL ist eine nachgeordnete Behörde des Sächsischen Staatsministeriums
für Umwelt und Landwirtschaft.
Diese Veröffentlichung wird finanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den
Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.
Ansprechpartner:
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Telefon: +49 351 85474-123
Telefax: +49 351 85474-129
Redaktion:
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Gestaltung und Satz:
MEDIENPALAIS, Michael Weidler,
www.medienpalais.de
Fotos:
Titelbild: pixstock, Harald07 – fotolia.com; BfUL; Steffen Junghans
Druck:
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Redaktionsschluss:
30.06.2020
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