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Geschäftsbericht
20
16
Messen. Analysieren. Beobachten.

| 01
Inhalt
Vorwort
02
Struktur der
BfUL
03
Highlights
2016
04–05
Stabstellen
06–07
Geschäfts-
bereich 1
Verwaltung
08–09
Geschäfts-
bereich 2
Umweltradioaktivität
10–17
Geschäfts-
bereich 3
Messnetzbetrieb Wasser und
Meteorologie
18–25
Geschäfts-
bereich 4
Messnetzbetrieb Luft
26–31
Geschäfts-
bereich 5
Umweltanalytik und
Naturschutzmonitoring
32–43
Geschäfts-
bereich 6
Landwirtschaftliches
Untersuchungswesen
44–51
Auszug
Lagebericht
2016
52–53
Bilanz;
Gewinn- und
Verlustrechnung
54–56

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02
|
| 03
Struktur der Staatlichen
Betriebsgesellschaft für Umwelt und
Landwirtschaft (BfUL)
Verwaltung
Radebeul
Umwelt-
radioaktivität
Radebeul
Messnetzbetrieb
Wasser und
Mete orologie
Radebeul
Landwirtschaftliches
Untersuchungs-
wesen
Nossen
Labore
Umwelt
Nossen
Messnetzbetrieb
Luft
Radebeul
Radebeul
Fachbereich 55
Messnetz
Naturschutz
Nossen, Neschwitz
Fachbereich 11
Allgemeine
Ver waltung/
Bau und Liegen-
schaften
Fachbereich 20
Zentrale
Fachaufgaben
Fachbereich 31
Lysimeterstation
Brandis
Fachbereich 41
Immissions-
messungen
Sachgebiet
Qualitäts-
management
Fachbereich 61
Produktionsmittel
Fachbereich 12
Personal/
Information und
Kommunikation
Fachbereich 21
1. Landesmessstelle
Fachbereich 32
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Radebeul, Görlitz
Fachbereich 42
Emissions -
messungen
Fachbereich 51
Bodenanalytik
Fachbereich 62
Pflanzen,
Futtermittel
Fachbereich 13
Kaufmännischer
Bereich
Fachbereich 22
2. Landesmessstelle
Chemnitz
Fachbereich 33
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Chemnitz
Fachbereich 52
Spezielle
Wasser analytik
Fachbereich 63
Landwirtschaftliche
Erzeugnisse,
Veredlungsprodukte
Fachbereich 34
Messnetzbetrieb
Wasser und
Meteorologie
Leipzig
Fachbereich 53
Allgemeine
Wasseranalytik
Bad Düben, Chemnitz,
Görlitz, Nossen
Fachbereich 64
Saatgut
Fachbereich 54
Gewässerökologie
Bad Düben, Chemnitz,
Görlitz, Nossen
Fachbereich 65
Phytopathologie
Geschäftsführer
Geschäfts bereich
1
Geschäfts bereich
2
Geschäfts bereich
3
Geschäfts bereich
4
Geschäfts bereich
5
Geschäfts bereich
6
Stabstellen
Mit dem Geschäftsbericht 2016 haben wir zum ersten Mal ein
neues Format gewählt und damit unsere langjährigen Tätig-
keitsberichte abgelöst. Ziel ist es, Ihnen unser Wirken noch
pointierter darzustellen. Auf den kommenden Seiten informie-
ren wir Sie über Schwerpunkte unserer Arbeit und besondere
Herausforderungen im Jahr 2016.
Wir als BfUL werden in erster Linie an unserer Zuverlässigkeit
gemessen. Unser umfangreiches integriertes Managementsys-
tem garantiert fortlaufend die geforderte hohe Qualität unserer
Mess- und Analysewerte. So war die externe Prüfung und Be-
stätigung zur Erfüllung der Anforderungen an das Umweltma-
nagementsystem und an die Kompetenz als Prüflabor wieder er-
folgreich. Die dritte Überwachung zur Akkreditierung nach ISO/
IEC 17025 fand im Zeitraum von Mai bis Juni statt. Neben der
Systembegutachtung erfolgte in neun von insgesamt 14 Fach-
gebieten eine Überprüfung der Verfahren.
In den Geschäftsbereichen gab es eine Vielzahl komplexer Auf-
gaben, die nur durch ein hohes Engagement der Mitarbeiterin-
nen und Mitarbeiter bewältigt werden konnten. Dabei hat die
geschäftsbereichsübergreifende Arbeit weiter zugenommen.
Die Anwendung und Weiterentwicklung moderner Mess- und
Analysetechnik sowie -verfahren spiegelt die Innovationskraft
in unserer Einrichtung wider. So hat sich in den letzten Jahren
das Anlagevermögen auf knapp 26 Mio. Euro erhöht.
Stellvertretend für die große Vielfalt stehen die folgenden
Beispiele der Aufgabenerfüllung:
Viele der vorbereitenden Arbeiten zur Umsetzung der neu-
en EU-Strahlenschutzgesetzgebung in nationales Recht, so zu
Entwürfen für einen nationalen Radonmaßnahmenplan und
zur Ausweisung von Radonvorsorgebieten, wurden unterstützt.
Weiterhin war die Radonberatungsstelle an drei Baumessen ver-
treten und war aktiver Begleiter des Projektes „Erfassung von
Fallbeispielen in der Radondatenbank“.
Im Rahmen der Rekonstruktion des Grundwasserstandsmess-
netzes zeigte sich, dass die Ergebnisse der geophysikalischen
Untersuchungen der Vorjahre weiterhin einen erheblichen Sa-
nierungs- und Neubaubedarf von Grundwassermessstellen
erfordern. So erfolgten im Jahr 2016 an 169 Messstellen In-
standhaltungsmaßnahmen, 11 Messstellen wurden neu gebaut,
22 weitere Messstellen mit Datenfernübertragung und Daten-
sammlern ausgerüstet.
Das Projekt „Bestimmung geruchsintensiver Stoffe im Erzgebirge“
wurde mit dem Ziel fortgeführt, einen Nachweis von geruchs-
intensiven, schwefelhaltigen Verbindungen im Erzgebirge zu
erbringen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Mercaptanen
und Sulfiden, die sich aufgrund ihrer Flüchtigkeit leicht in der
Luft verteilen können und sehr niedrige Geruchsschwellenwerte
haben. Durch Konzentrationsbestimmungen soll zudem festge-
stellt werden, ob diese Substanzen, die allenfalls in Spuren in
der Luft vorliegen, als Auslöser für die Geruchsphänomene im
Erzgebirge infrage kommen könnten. Die analytischen Laborar-
beiten wurden maßgeblich vom Fachbereich 62 unterstützt.
Der Fachbereich Spezielle Wasseranalytik arbeitete methodisch
weiter an der weiteren Anpassung des Parameter- und Metho-
denspektrums an die Anforderungen der EU-Wasserrahmen-
richtlinie. Es wurden 15 neue Organikparameter in bestehende
Methoden integriert bzw. neue Methoden erarbeitet (z. B. eine
Methode zur Bestimmung von Chloressigsäuren).
Mit dem 01.01.2016 übernahm der Fachbereich 51 die Analytik
für das sächsische Luftmessnetz. Dazu gehören Untersuchungen
an Schwebstaub (Filter: Schwermetalle, PAK, Ruß), Staubnie-
derschlag (Bergerhoff: Masse, Schwermetalle) sowie der Nassen
Deposition.
Das Saatgutlabor ist von der International Seed Testing Associ-
ation (ISTA) akkreditiert und führt nach deren vorgeschriebenen
Methoden die geforderten Prüfungen durch. Dies beinhaltet eine
regelmäßige Teilnahme an Proficiency Tests (Laboreignungstest)
der ISTA und ist Voraussetzung für die Erstellung von ISTA-Zerti-
fikaten für den internationalen Saatguthandel. Im Berichtszeit-
raum wurden insgesamt 102 ISTA-Zertifikate ausgestellt.
Ich möchte mich abschließend bei allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern der BfUL für die fortlaufend sehr engagierte Arbeit
bedanken.
Dr. Mathias Böttger
Geschäftsführer
Radebeul, im August 2017
Vorwort
Stand: 31.12.2016
• Arbeitssicherheit
• Justitiariat,
Innenrevision, Datenschutz,
Informationssicherheit
• Controlling/NSM
• Integriertes
Management-
system (IMS)

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04 |
| 05
Januar
Der Labortag Sachsen-Thüringen
am 27.01.2016 war erfolgreich.
Geschäftsbereich 5 übernimmt
die chemische Analythik für das
Sächsische Luftmessnetz.
Februar
Die ersten verwertbaren
Ergebnisse der Mercaptane-
Messungen im Erzgebirge
liegen vor.
März
Beteiligung der Radonbera-
tungsstelle an Baumessen in
Chemnitz, Dresden und Zwickau.
Eine von vier Sonderzählungen
im Rahmen der internationalen
Wasservogelzählung.
Die Akkreditierung der Saatgut-
versuche wurde abgeschlossen
(ISTA).
April
Umbenennung des Geschäfts-
bereichs 6 in „Landwirtschaft-
liches Untersuchungswesen“.
Die Straße am Standort Brandis
erhält den Namen „Lysimeter-
weg“.
Der Luftmesscontainer in
Chemnitz ist wieder in Betrieb.
Mai
Der Geschäftsbereich 3 hat
erfolgreich an einem Ringver-
such zur Durchflussmessung in
der Schweiz teilgenommen und
damit die Zusammenarbeit mit
der Schweiz gefestigt.
Wirtschaftsprüfer bestätigt
Jahresabschluss 2015.
Juni
Richtfest für den Neubau in
Chemnitz, Dresdner Straße.
Akkreditierungsverfahren der
DAkkS wurde erfolgreich abge-
schlossen (Systemakkreditierung
und Akkreditierung der Labore).
Erstmaliger Einsatz eines Tauch-
roboters bei der Makrophyten-
kartierung
Juli
Erstmaliger Nachweis des
Quarantäneschaderreger „Xylella
fastidiosa“ in Deutschland durch
die BfUL.
August
Pressefahrt des Staatsministers
Thomas Schmidt mit Besichti-
gung einzelner Messstellen und
Labore.
Wesentliche Messergebnisse
der Lysimeterstation werden
auf einem Kongress in Peking
vorgestellt.
September
Tag der offenen Tür anläss-
lich des Jubiläums „100 Jahre
Wetter warte
Wahnsdorf“.
Herausgabe der Broschüre
„Der Standort Wahnsdorf“.
Veröffentlichung des
Informationsfilms.
Teilnahme am „Tag der Flüsse“.
Oktober
Neubau der BDF-II-Station in
Lippen.
Beginn der kontinuierlichen
Mercaptane-Messungen auf
dem Schwartenberg.
November
Staatssekretär Herbert Wolff
informiert sich über aktuelle
Arbeitsschwerpunkte.
Installation des ersten hoch-
auflösenden GC-MS-Systems
zur Erfüllung der wachsenden
Anforderungen der EU-WRRL.
Dezember
Das Forschungszentrum Jülich
nutzt Daten der Lysimeterstation
Brandis für das Forschungspro-
jekt „Langzeitveränderungen der
Evapotranspiration durch den
Klimawandel“.
Foto: BfUL, Gewässergütelabor Görlitz

06
| 07
|
Molekularbiologische Untersuchun-
gen von Futtermitteln/Pflanzen/Saat-
gut und die Phytopathologie (GB 6);
Physikalisch/chemische/mikrobiolo-
gische Untersuchungen von land-
wirtschaftlichen Primärprodukten/
Futtermitteln und Rückstandsanalytik
(GB 6) mit der Erstbegutachtung für
drei neue Verfahren: Bestimmung von
Blausäure, von Fluor und von extra-
hierbarem Jod in Futtermitteln.
Die Begutachtung ergab insgesamt 25 Ab-
weichungen, davon 2 kritische. Infolge der
Systembegutachtung wurde die Nach-
weisführung zur Einarbeitung und Be-
fugniserteilung umfassend überarbeitet.
Die AG IMS hat im Oktober zum zweck-
mäßigen Umgang mit den erteilten Ab-
weichungen, Empfehlungen und Hinwei-
sen sowie zur notwendigen Vorbereitung
der Arbeiten für die nächste Reakkredi-
tierung 2017/2018 beraten.
Die umfangreiche Überarbeitung der
Geschäftsordnung wurde fortgeführt,
dringend erforderliche Einzelregelungen
in Kraft gesetzt, aber in der Gesamtheit
noch nicht abgeschlossen.
Arbeitssicherheit
Im Berichtsjahr nimmt die arbeitssicher-
heitstechnische Betreuung aller Stand-
orte der zuvor bereits für einen Teil der
Dienststellen verantwortlichen externen
Fachkraft für Arbeitssicherheit wahr.
Organisatorisch wurde die arbeitssicher-
heitstechnische Betreuung durch diesen
Schritt gestärkt. Zum einen, da die zuvor
nur mit einem Stellenanteil wirksame in-
terne Fachkraft für Arbeitssicherheit stets
mit Priorisierungskonflikten belastet war,
zum anderen durch den für alle Bereiche
einheitlichen Ansprechpartner.
Integriertes Umwelt- und
Qualitätsmanagementsystem
In der Systembewertung für 2016 konnten
die Maßnahmen des Unternehmenspro-
gramms umfassend positiv abgerechnet
werden, wobei als wichtige übergreifen-
de Herausforderungen der Arbeitsschutz
und die Informationssicherheit identifi-
ziert wurden.
An insgesamt 14,5 Gutachtertagen er-
folgte die externe Prüfung und Bestäti-
gung zur Erfüllung der Anforderungen an
das Umweltmanagementsystem und an
die Kompetenz als Prüflabor.
Das Überprüfungsaudit für EMAS und ISO
14001 fand im April 2016 an vier Stand-
orten statt:
GB 6 in Nossen;
GB 3 und GB 5 in Görlitz sowie GB 5
in Neschwitz;
GB 2 und GB 1 in Radebeul.
Dort erfolgte eine Bewertung der Syste-
matisierung von Risiken, Fehlerquellen
und entsprechender Gegenmaßnahmen
in den Prozessen. Die Betrachtung des
Arbeitsschutzes zeigte Verbesserungspo-
tential auf.
Die dritte Überwachung zur Akkredi-
tierung nach ISO/IEC 17025 fand im
Zeitraum von Mai bis Juni an 11,5 Gut-
achtertagen statt. Neben der Systembe-
gutachtung für GB 1 und 4, GB 2 und 3 in
Chemnitz sowie für GB 5 und 6 in Nossen
erfolgte in 9 von insgesamt 14 Fachge-
bieten eine Überprüfung der Verfahren:
Emission und Immission (GB 4);
Gewässerökologie (GB 5);
Physikalisch/chemische Untersuchun-
gen von Wasser/Feststoffen/ Dünge-
mitteln mit den Fachmodulen Wasser
und Abfall (GB 5 und 6);
Auch bei der arbeitsmedizinischen Be-
treuung gab es Veränderungen, da aufgrund
vergaberechtlicher Vorgaben die Leistung
neu ausgeschrieben werden musste. Der
Wechsel des Vertragspartners war leider
mit Anlaufschwierigkeiten verbunden, so
dass der im Integrierten Managementsys-
tem festgeschriebene Zwei jahresturnus
für gemeinsame Arbeitsplatzbegehungen
durch Betriebsarzt und Fachkraft für Ar-
beitssicherheit 2016 nicht eingehalten
werden konnte.
Trotzdem zeigte sich im Berichtsjahr er-
neut ein insgesamt hohes arbeitssicher-
heitstechnisches Niveau. Das spiegelt
sich auch im Unfallgeschehen wider.
Zwar ist 2016 die Gesamtzahl der Unfälle
gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen
(von 5 auf 7), die Zahl unfallbedingter
AU-Tage ist aber zurückgegangen (von
31 auf 29). 2016 ist damit seit 2005 das
Jahr mit der drittniedrigsten Zahl an AU-
Tagen. Weniger Unfälle gab es nur 2015
und 2011. Sicherheitstechnische Mängel
oder Verstöße waren in keinem Fall als
Unfallursache erkennbar.
Zur Verbesserung von Arbeits- und Ge-
sundheitsschutz wurden an den Haupt-
standorten Gesundheitstage durchgeführt.
Justitiariat / Innenrevision /
Datenschutz
Der Stabsstelle Justitiariat/Innenrevision/
Datenschutz obliegt die Leitung der in-
ternen Revision sowie die Durchführung
der erforderlichen Prüfungen und Unter-
suchungen, die juristische Beratung der
Geschäftsführung und der Geschäftsbe-
reiche, die Erstellung von Rechtsgutach-
ten, die juristischen Stellungnahmen an
andere Behörden, die eigenständige Be-
arbeitung von Vertragsangelegenheiten,
die rechtliche Prüfung und Begleitung
der Vergabeverfahren, die Führung von
Vertragsverhandlungen und die Prozess-
vertretung der BfUL. Gemäß Erlass des
SMUL vom 09.05.2012 zum Verfahren in
Haftungsfällen gehört zu dem Justizia-
riat auch die Regressprüfung über eine
Inanspruchnahme auf Schadensersatz
der in der BfUL Bediensteten bis zu einer
Schadenshöhe von 10.000 Euro. Außer-
dem werden noch in Union die jeweiligen
Aufgaben der Beauftragten für Daten-
schutz und Informationssicherheit sowie
des Ansprechpartners für Antikorruption
wahrgenommen.
Prüfungsschwerpunkte des aufgezeigten
Aufgabenspektrums des Justiziariats im
Jahr 2016 waren:
Vertragsangelegenheiten: Gestaltung
einer Leistungsvereinbarung zwischen
SID und BfUL; Domainlöschungen für
verstorbene Mitarbeiter; Auflösung
von Lieferverträgen;
Recht von Internetportalen auf
Überlassung von Informationen über
Vergabeverfahren;
Haushaltsrechtliche Belange: Zuläs-
sigkeit der elektronischen Versendung
von Rechnungen, Erhebung von
Gebühren bei Entgeltforderungen der
BfUL, Verstreichen von Abrechnungs-
fristen für Nebenkosten;
Umsetzung von EU-Recht: Bereit-
stellung von Geo-Daten und Geo-
Datendiensten zur Umsetzung von
INSPIRE-Aufgaben;
Rund um den Arbeitsplatz: Zivilrecht-
liche Haftung von Beschäftigten der
BfUL bei Ausübung ihrer Dienstauf-
gaben;
Regressprüfungen von Bediensteten:
Schäden an Dienstkraftfahrzeugen
wegen Fehlbetankung bzw. unsach-
gemäßem Fahrverhalten;
Allgemeine Verwaltung: Ermäßigung
von Rundfunkbeiträgen für Betriebs-
stätten der BfUL;
Strafrechtliche Ermittlungsverfahren
und Dienstaufsichtsbeschwerden:
Stellungnahme zu Rügen wegen
negativer Ergebnisse bei Beprobungen
von landwirtschaftlichen Erzeugnis-
sen.
Der Ansprechpartner für Antikorruption
ist für die Umsetzung von präventiven
und repressiven Instrumenten in der Kor-
ruptionsbekämpfung zuständig. So war er
im Jahr 2016 maßgeblich an der Auswei-
tung des elektronischen Lernprogramms
zur Antikorruption auf alle in der BfUL
mit Beschaffungen befassten Beschäftig-
ten beteiligt.
Verdachtsfälle sind im Jahr 2016 nicht
bekannt geworden.
Innenrevision
Die im Vorjahr begonnene Prüfung der
rechtlichen Basis und der Organisation
der Gremienarbeit durch Beschäftigte
der BfUL konnte im Jahr 2016 erfolgreich
abgeschlossen werden. Die empfohlenen
Maßnahmen wurden alle vollständig um-
gesetzt.
Die Innenrevision führte eine System-
prüfung der „freihändigen Vergaben“
und entsprechende Einzelfallprüfungen
anhand stichprobenartig ausgewählter
Vergabeakten durch.
Die Nachprüfung der Umsetzung der im
Bericht der Innenrevision von 2015 fest-
gelegten Maßnahmen zur Aufbewahrung
von Edelmetallen ergab, dass alle zwi-
schenzeitlich erledigt worden sind.
Datenschutz
Der Datenschutzbeauftragte wurde im
Jahr 2016 in die Dienstvereinbarung über
die Anwendung des Personalvertretungs-
systems, in das IT-Sicherheitskonzept zur
Arbeit außerhalb der Dienststelle und in
den Mustergestattungsvertrag zur Betre-
tung von Grundstücken mit Grundwas-
sermessstellen eingebunden.
Im Übrigen gab es eine Beschwerde ei-
nes Mitarbeiters wegen unangemeldeter
Wartung seines Dienst-PC durch die I. u.
K. des Hauses. Ein Verstoß gegen daten-
schutzrechtliche Bestimmungen konnte
nicht festgestellt werden.
Informationssicherheit
Im Jahr 2016 bildeten die von einem
externen Dienstleister in den Vorjahren
festgestellte Qualität des im Aufbau be-
griffenen Informationssicherheits-Mana-
gement-System (ISMS) in der BfUL sowie
neue Erkenntnisse, die im SMUL im Zuge
der Zertifizierung der EU-Zahlstelle nach
ISO 27001 auf Basis des IT-Grundschut-
zes zwischenzeitlich gewonnen worden
waren, die Grundlage für die weiteren
vom Beauftragten für Informationssi-
cherheit organisierten Aktivitäten in der
BfUL. So mussten die im GS-TOOL bereits
vorhandenen Stammdaten neu struktu-
riert bzw. aufgenommen und die Nomen-
klatur mit der des SMUL und den anderen
nachgeordneten Einrichtungen konsoli-
diert werden. Die von Seiten der BfUL zur
Verfügung stehenden begrenzten perso-
nellen Ressourcen aus den Fachbereichen
und Neufokussierung auf die Notwendig-
keiten des Landeshochwasserzentrums
führten im Jahr 2016 zur Abkehr von der
zunächst geplanten gesamtheitlichen zu
einer jetzt beispielhaften Betrachtung
des Geschäftsbereiches 3 der BfUL. Die
Methodik des BSI IT-Grundschutzes wur-
de in mehreren Workshops mit Mitarbei-
tern des Geschäftsbereiches 1 (Informa-
tionstechnik und Infrastruktur) und des
Geschäftsbereiches 3 durchgeführt. Die
erhobenen Daten wurden kategorisiert
und deren Schutzbedarf betrachtet, um
die nach dem BSI IT-Grundschutz er-
forderlichen Schutzmaßnahmen im GS-
TOOL auf ihre Erheblichkeit hin bewerten
zu können.
Unabhängig vom Aufbau eines ISMS in
der BfUL wurde außerdem der Beauf-
tragte für Informationssicherheit im
Jahr 2016 zur Berücksichtigung des BSI-
Grundschutzes bei der Erstellung eines
neuen Druckerkonzeptes eingebunden.
Relevante Sicherheitsvorfälle in Bezug
auf die Informationssicherheit sind in der
BfUL im Jahr 2016 nicht aufgetreten.
Integriertes Umwelt- und Qualitätsmanagementsystem
Arbeitssicherheit Justitiariat / Innen revision / Datenschutz

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Geschäftsbereich 1
Verwaltung
Allgemeine Verwaltung /
Bau und Liegenschaften
Dem Fachbereich 11 – Allgemeine Ver-
waltung / Bau und Liegenschaften obliegt
als Hauptaufgabe die Betreuung der zehn
Dienstliegenschaften der BfUL sowie der
ca. 1.800 verschiedenen Betriebsanlagen,
einschließlich der dafür in Anspruch ge-
nommenen Grundstücksflächen.
Die Aufgabenkomplexe „Betreuung von
Baumaßnahmen“, „Fuhrparkverwaltung“
und „Reisekostenstelle“ fallen ebenso in
den Verantwortungsbereich des Fachbe-
reichs 11.
Personal / I. u. K. / Organisation
Der Fachbereich 12 – Personal / I. u. K.
verantwortet insbesondere die Stellen-
planung und –bewirtschaftung von ca.
235 Stellen, Angelegenheiten der Ge-
schäftsverteilung, das Personalmanage-
ment für die ca. 260 Bediensteten der
BfUL sowie die Durchführung von jähr-
lich durchschnittlich 30 Einstellungsver-
fahren (überwiegend befristete Einstel-
lungen).
Daneben liegt die Sicherstellung des
IT-Betriebs ebenso im Verantwortungs-
bereich des Fachbereiches 12 wie die
Planung und Organisation von Fort- und
Weiterbildungsmaßnahmen sowie die
Wahrnehmung der Öffentlichkeitsarbeit.
Kaufmännischer Bereich
Der Fachbereich 13 – Kaufmännischer
Bereich führt verschiedene Aufgaben in
der Finanzverwaltung einschließlich der
Haushaltplanung und der Jahresabschluss-
rechnung aus.
So waren im Rahmen der Finanzbuchhal-
tung im Jahr 2016 Ausgaben von rund
18,1 Mio. € für Personal- und Sachauf-
wand und rund 4,8 Mio. € für Investiti-
onen ordnungsgemäß zu verbuchen. Die
Anlagenbuchhaltung mit ca. 25,7 Mio. € an
Anlagevermögen, welches in ca. 14.000
Anlagengüter vergegenständlicht ist, so-
wie der täglich anfallende Zahlungsver-
kehr bestimmen das „Tagesgeschäft“ des
Kaufmännischen Bereiches.
Die Aufgabe des Beschaffungs- und Ver-
tragswesens mit jährlich u. a. rund 2.500
Beschaffungsvorgängen, die mittels ver-
schiedener Vergabeverfahren durchge-
führt werden, nimmt der Fachbereich mit
größter Fachkompetenz und in enger Ab-
stimmung mit den Bedarfsstellen wahr.
08
| 09
|
Partner
In allen Verwaltungsangelegenheiten
25,7 Mio. Euro
betrug das Anlagevermögen
im Jahr 2016
7,66 %
der Beschäftigten
sind in der
Verwaltung tätig
Lediglich

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10 |
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Geschäftsbereich 2
Umweltradio aktivität
Allgemeine Umweltradioaktivität
(Strahlenschutzvorsorge);
Notfallschutz; Kerntechnische
Anlagen (Rossendorf)
Durchführung des Routinemess-
programms;
Vorbereitung für den nuklearen
Notfall;
Kontrolle der Emissions- und Immis-
sionsüberwachung am Forschungs-
standort Rossendorf;
Kontrolle und Begutachtung von
Freigaben am Forschungsstandort
Rossendorf.
Sanierungsstandorte der Wismut
GmbH; Altstandorte des Uranbergbaus
(besonders ehem. Absetzanlagen);
Unterstützung der Aufsicht und
Nuklearspezifische Gefahrenabwehr
Kontrolle der Emissions- und Immis-
sionsüberwachung der Sanierungs-
betriebe der Wismut GmbH;
Stichtagsbeprobung;
Monitoring des Wasserpfades an
den Altstandorten;
Überwachung des Luftpfades an
den Altstandorten;
Vorhaltung von Labor-, Mess- und
Probenahmekapazität;
Rufbereitschaft
„Nukleare Vorkommnisse“.
Lebensmittelüberwachung (Amtshilfe
und Eigenkontrolle)
Trink-, Mineral-, Heil- und
Roh wässer;
Wildfleisch und Wildpilze.
Radonberatung
Beratung von Bürgern, Kommunen,
SIB und SMUL;
Messprogramme;
Information von Bürgern und
Fachleuten.
Strahlung
Messen hilft schützen
20–25 %
der Strontiumanalysen
als sogenannte
Schnellmethoden
durchgeführt
1.521
Gammaspektometrie-
Messungen
1.206
Dosimeter
und Exposimeter

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12
| 13
|
Abb. 1: In-situ-
Gamma spektrometrie
im Freigelände am
Forschungsstandort
Rossendorf.
tet als Schwerpunkte die Messaufgaben
nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz,
die Unterstützung des SMUL am For-
schungsstandort Rossendorf und die Vor-
bereitung für den nuklearen Notfall. Er-
gänzend kommen kleinere Messaufträge
zu besonderen Aspekten hinzu.
Zum Jahreswechsel 2015/16 wurde
das Messprogramm zur Überwachung
der Radioaktivität entlang der Weißen
Allgemeine Umweltradioaktivität
(Strahlenschutzvorsorge);
Notfallschutz; Kerntechnische
Anlagen (Rossendorf)
Der Bereich „Allgemeine Umweltradio-
aktivität (Strahlenschutzvorsorge); Not-
fallschutz; Kerntechnische Anlagen (Ros-
sendorf)“ untersteht der Fachaufsicht
des Sächsischen Staatsministeriums für
Umwelt und Landwirtschaft und beinhal-
Elster beendet. Mit Beginn des Jahres
2016 wurde die Vorgabe des BMUB-
Rundschreiben RS II 5 – 15011/7 vom
23.06.2015 umgesetzt, nachdem ab 2016
ca. 20-25 % der Strontiumanalysen als
sogenannte Schnellmethoden durchge-
führt werden sollen. Der GB 2 war ferner
an zwei Alarmierungsübungen innerhalb
des IMIS-Systems beteiligt.
Anfang Januar 2016 fand gemeinsam
mit SMUL und VKTA eine Begehung der
Fortluftemissionsmessstellen statt. Ende
März / Anfang April wurden Kontrollmes-
sungen im Freigelände am Forschungs-
standort Rossendorf in den Teilbereichen
12a und 13 durchgeführt. Dieses Frei-
gelände gehört zum Rückbaukomplex 3
(Stilllegung der Altanlagen zur Behand-
lung fester und flüssiger radioaktiver Ab-
fälle). Rückbaubegleitend wurden zwei
Fachanweisungen und drei Freimesspro-
gramme bzw. Ergebnisberichte begutach-
tet.
Die Standorte der vom GB 2 bei Schulen
betreuten Philion-Experimentiersets wur-
den den Anforderungen der beteiligten
Schulen angepasst.
Sanierungsstandorte der Wismut
GmbH; Altstandorte des Uranbergbaus
(besonders ehem. Absetzanlagen);
Unterstützung der Aufsicht und
Nuklearspezifische Gefahrenabwehr
Der Bereich „Sanierungsstandorte der
Wismut GmbH; Altstandorte des Uran-
bergbaus (besonders ehem. Absetzan-
lagen); Unterstützung der Aufsicht und
Nuklearspezifische Gefahrenabwehr“
untersteht der Fachaufsicht des Säch-
sischen Landesamtes für Umwelt und
Geologie und beinhaltet u. a. Messpro-
gramme an insgesamt zwölf Standorten
des ehemaligen Uranbergbaus sowie die
Vorhaltung von Messtechnik und Per-
sonal zur Umsetzung der VwV Nukleare
Vorkommnisse.
Im Jahr 2016 gab es gegenüber den Vor-
jahren keine wesentlichen Veränderun-
gen der Messprogramme. Zur Unterstüt-
zung der Aufsicht waren Mitarbeiter des
GB 2 in vier Fällen tätig (Überprüfung
eines möglicherweise kontaminierten
Fahrzeugwracks; zweimal messtechni-
sche Aufklärung bei Funden radioaktiver
Stoffe; Radonmessungen an einem spezi-
ellen Arbeitsplatz).
Zusammen mit dem LfULG wurden je eine
Befahrung der Standorte Schneckenstein
und Zobes durchgeführt. Für verschie-
dene Messaufgaben der Aufsicht wurde
Messtechnik zur Verfügung gestellt und
gewartet.
Zur Umsetzung der VwV Nukleare Vor-
kommnisse wurden Mitarbeiter von
LfULG und BfUL in der Handhabung von
Strahlenmesstechnik geschult. Es wur-
de an einer Informationsveranstaltung
des Bundesamtes für Strahlenschutz zur
Nuklearspezifischen Gefahrenabwehr
und an einer Inhouse-Schulung des BfS
zur Bedienung eines Ausbreitungsrech-
nungsprogrammes teilgenommen. Der
GB 2 war an einer Notfallübung der DHL
beteiligt. Schwerpunkt der Übung war
die Rettung radioaktiv kontaminierter,
verletzter Personen. In Zusammenarbeit
mit dem Landeskriminalamt wurde eine
Anpassung von Strahlenmesstechnik der
BfUL an den Fernlenkmanipulator des
LKA entwickelt.
Abb. 4: Untersuchung eines Fundes radioaktiver
Stoffe mit einem kombinierten Gammastrahlungs-
und Neutronenmessgerät.
»
Zusammen mit dem
LfULG wurden je eine
Befahrung der Standorte
Schneckenstein und
Zobes durchgeführt.
«
Probenentnahmen
und Feldmessungen
Anzahl
Bemerkungen
In-situ-Gammaspektrometrie
44
Feldmessungen
151
Kontinuierliche Radonmessungen
in einem Luftmesscontainer; Ra-
don in der Bodenluft in Wahns-
dorf; Ortdosisleistungsmessungen
beim Störfalltraining; rückbau-
begleitende Dosisleistungs- oder
Kontaminationsdirektmessungen
Dosimeter
40
Probenentnahmen
inkl. Abholung
456
ca. die Hälfte Abholungen
Laboranalytik Radioaktivität
Anzahl
Bemerkungen
Gammaspektrometrie
808
Alphaspektrometrie
105
Fraktionen
Radiochemie,
künstliche Radionuklide
214
Vor allem
90
Sr bzw.
89
Sr/
90
Sr
Abb. 2: Im Jahr 2016 durchgeführte Probenentnahmen und Feldmessungen sowie Laboranalysen
im Bereich „Allgemeine Umweltradioaktivität (Strahlenschutzvorsorge); Notfallschutz; Kerntechnische
Anlagen (Rossendorf)“
Probenentnahmen
und Feldmessungen
Anzahl
Bemerkungen
In-situ-Gammaspektrometrie
2
Feldmessungen
613
Radon in der Bodenluft; Grund-
wasserstandbeobachtung;
Abschätzung des Abflusses
Exposimeter
342
Radon in der bodennahen Luft
und in Gebäuden
Probenentnahmen
inkl. Abholung
127
Überwiegend Grund- und
Fließgewässer
Laboranalytik Radioaktivität
Anzahl
Bemerkungen
Gammaspektrometrie
109
Alphaspektrometrie
32
Fraktionen
Radiochemie,
künstliche Radionuklide
8
Nur
3
H
Radiochemie,
natürliche Radionuklide
522
Überwiegend Bestimmung von
226
Ra und
nat
U
Abb. 3: Im Jahr 2016 durchgeführte Probenentnahmen und Feldmessungen sowie Laboranalysen
im Bereich „Sanierungsstandorte der Wismut GmbH; Altstandorte des Uranbergbaus (besonders ehem.
Absetzanlagen); Unterstützung der Aufsicht und Nuklearspezifische Gefahrenabwehr“

image
image
14
| 15
|
Lebensmittelüberwachung
(Amtshilfe und Eigenkontrolle)
Der Bereich „Lebensmittelüberwachung
(Amtshilfe und Eigenkontrolle)“ unter-
steht der Fachaufsicht des Staatsminis-
teriums für Umwelt und Landwirtschaft
und beinhaltet Amtshilfen für Einrich-
tungen des Staatsministeriums für Sozi-
ales und zur Durchführung der Eigenkon-
trolle für Einrichtungen des SMUL. Für
das SMS werden vor allem Schwarzwild
und Trinkwässer untersucht, für die Lan-
destalsperrenverwaltung Rohwässer und
für den Staatsbetrieb Sachsenforst wie-
derum Schwarzwild.
Zum Jahreswechsel 2015/16 wurde mit
Erweiterung des so genannten Pflichtun-
tersuchungsgebietes für Schwarzwild das
Monitoring durch die BfUL in ausgewähl-
ten Gemeinden des Vogtlandkreises und
des Landkreises Zwickau eingestellt. Im
Landkreis Zwickau wurde eine Messstelle
mit einfacher Messtechnik zur Untersu-
chung von Schwarzwild ausgestattet und
deren Betrieb durch qualitätssichern-
de Maßnahmen unterstützt. Seit Herbst
2016 ist die BfUL so genannte zuständige
Stelle für die Bestätigung von Anträgen
des Sachsenforstes auf Ausgleichszah-
lung nach dem Atomgesetz.
In der ersten Jahreshälfte wurde ein Mess-
programm zur Ermittlung von Radon in
Trinkwässern beendet. Ab Herbst 2016
lem die Beratung und Information von
Bürgern und öffentlichen Einrichtungen
zum Thema „Was ist Radon und wie kann
ich mich davor schützen?“.
Zum Jahreswechsel 2015/16 wurde das
Messprogramm zur Erweiterung der
Datengrundlage zur Radonsituation in
Sachsen erfolgreich abgeschlossen. Eine
Zusammenfassung der dabei entstande-
nen Daten wird auf Seite 15 vorgestellt.
Neben der Durchführung des im Sommer
2015 begonnenen Messprogrammes zu
Radon in Schulen wurden Messprogram-
me in Gebäuden des SIB und der BImA
sowie an Arbeitsplätzen von BfUL, LTV,
hat ein neues Screeningmessprogramm
zur Ermittlung von Richtdosis und Ra-
don in dezentralen kleinen Wasserwerken
nach § 3 Nr. 2 b TrinkwV2001 begonnen.
Außerdem gab es diverse Aktivitäten zur
Begleitung der Novellierung der Trink-
wasserverordnung vom 18.07.2016 (ins-
besondere zur Aufnahme und Konkretisie-
rung von Parametern zur Radioaktivität).
Radonberatung
Der Bereich „Radonberatung“ untersteht
der Fachaufsicht des Sächsischen Lan-
desamtes für Umwelt und Geologie und
umfasst neben Messprogrammen vor al-
SBS und LfULG vorbereitet. Diese Mess-
programme beinhalten zunächst den Ver-
sand von Exposimetern und sollen sowohl
der Datensammlung als auch der Samm-
lung von Erfahrung in der Beurteilung
großer Gebäude dienen. Diese Erkennt-
nisse sollen unter anderem der Umset-
zung des neuen Strahlenschutzgesetzes
vom 12.05.2017 dienen.
Die Radonberatungsstelle unterstützte
hierbei auch das SMUL in Beratungen zu
Entwürfen für einen nationalen Radon-
maßnahmenplan und zur Ausweisung
von Radonvorsorgegebieten.
Wie bereits in den Vorjahren wurden die
Weiterbildungen zur Radonfachperson
unterstützt. Die Radonberatungsstelle
war an drei Baumessen mit einem ei-
genen Messestand vertreten. SMUL und
LfULG wurden beim Projekt „Erfassung
von Fallbeispielen in der Radondaten-
bank“, bei der Erstellung einer Broschüre
zu Radonschutzmaßnahmen und bei der
Konzeption des interaktiven Radonhau-
ses unterstützt. Das interaktive Radon-
haus steht öffentlichen Einrichtungen
seit Herbst 2016 als Ausstellung zur In-
formation über Radon zur Verfügung. Es
wird auch von der BfUL im Rahmen der
Messestände verwendet.
Probenentnahmen und
Feldmessungen
Zur Qualitätssicherung seiner Probenent-
nahmen und Feldmessverfahren nahm der
Fachbereich 20 an folgenden Eignungs-
prüfungen oder Tests teil (in Klammern
jeweils der Veranstalter oder Partner):
Vergleichsmessungen an ODL-Messgerä-
ten in Reust (BfS); Messvergleich zu Vor-
ortparametern bei der Grundwasserpro-
benentnahme (GB 3); Vergleichsmessung
zur in-situ-Gammaspektrometrie (BfS)
und zur Neutronenmesstechnik (VKTA).
Für die Grundwasserprobenentnahme
wurde die Messtechnik auf digitale Ge-
räte umgestellt. Die Entwicklung eines
Probenentnahmeverfahrens von Schweb-
stoffen aus Standgewässern wurde ge-
meinsam mit der LTV weiterentwickelt
und auf seine Eignung zur Gewinnung
von Proben zur Bestimmung der Radioak-
tivität geprüft. Zur Radonentgasung von
Wässern wurde ein einfach handhabba-
res Vorort-Verfahren entwickelt. Dieses
Verfahren kommt bei Probenentnahmen
durch Dritte mit dem Ziel der Bestim-
mung von
210
Pb und
210
Po zum Einsatz.
Allgemeine Laboranalytik
Zur Qualitätssicherung ihrer Laborver-
fahren nahmen die Fachbereiche 21 und
22 an folgenden Eignungsprüfungen oder
Tests teil (in Klammern jeweils der Ver-
anstalter oder Partner): „Rohmilch 2016“
(MRI); „Radionuklide in Wasser, Klee und
Fichtennadeln“ (IAEA); „Bestimmung von
natürlichen Radionukliden in Trinkwas-
ser“ (BfS); „Bestimmung von Gamma-
strahlern in Wasser“ (BfS). Darüber hi-
naus nahm der Fachbereich 21 noch an
folgenden Eignungsprüfungen oder Tests
teil: „Tritium in Wasser“ (BfG); „Abwas-
ser kerntechnischer Anlagen“ (BfS); „38.
Ringversuch Fortluft“ (BfS); „2016-Po
210
-
Notfall“ (BfS) und „Radon in Wasser
(ZInstSanBw).
Die in beiden Fachbereichen verwendeten
Arbeitsanweisungen zur Bestimmung von
Radon,
226
Ra und
226
Ra/
228
Ra in Wässern
wurden angepasst. Die Einführung der
Probenentnahmen
und Feldmessungen
Anzahl
Bemerkungen
Probenentnahmen
inkl. Abholung
209
Überwiegend Abholung von Trink-
wässern oder Vergleichsproben an
Schwarzwild
Laboranalytik Radioaktivität
Anzahl
Bemerkungen
Gammaspektrometrie
604
Überwiegend Schwarzwild
Radiochemie,
künstliche Radionuklide
1
Radiochemie,
natürliche Radionuklide
522
Überwiegend Bestimmung von
Radon und von Parametern zur
Ermittlung der Richtdosis
Abb. 6: Im Jahr 2016 durchgeführte Probenentnahmen und Feldmessungen sowie Laboranalysen im Bereich
„Lebensmittelüberwachung (Amtshilfe und Eigenkontrolle)“
Probenentnahmen
und Feldmessungen
Anzahl
Bemerkungen
Feldmessungen
18
Zeitaufgelöste Radonmessungen
als Restarbeiten des Messpro-
gramms zur Erweiterung der Da-
tengrundlage zur Radonsituation
in Sachsen
Exposimeter
824
Abb. 8: Im Jahr 2016 durchgeführte Probenentnahmen und Feldmessungen im Bereich „Radonberatung“
Abb. 7: Das interaktive Radonhaus am
Messestand der Radonberatungsstelle auf der
Baumesse Chemnitz.
Abb. 5: Radonaktivitäts-
konzentration in Trinkwässern –
Ergebnisse von verschiedenen
Messprogrammen.

image
image
image
tätskonzentration durch Langzeit-inte-
grierende Messungen mittels Kernspurde-
tektoren durchgeführt. Die Erstbewertung
der Gebäude erfolgte nach der DIN ISO
11665-8:2012. Nach der Erfassung der
Gebäudedaten sowie der Nutzungsge-
wohnheiten wurden die Messpunkte
festgelegt, um in den Konformitätsbe-
reichen der untersuchten Gebäude re-
präsentative Messungen durchführen zu
können. Bei der Auswertung wurden nur
Aufenthaltsräume berücksichtigt, d. h.
Räume, in denen ein regelmäßiger Auf-
enthalt die Betrachtung des Radonrisikos
rechtfertigt (Wohn- und Schlafzimmer,
Büro, Hobbyräume). Radon-Aktivitäts-
konzentrationen in Keller- und Lagerräu-
men sowie Hauswirtschaftsräumen wur-
den bei der Bewertung eines Gebäudes
nicht einbezogen. Somit bezieht sich die
Erstbewertung auf die vom Teilnehmer
zum Zeitpunkt der Messungen angege-
benen Nutzungsverhältnisse der Räume.
Änderungen würden eine Neubewertung
erfordern.
Als Konformitätsbereiche wurden Berei-
che angesehen, die Räume mit identi-
schen oder ähnlichen baulichen Eigen-
schaften umfassen, in Einfamilienhäusern
bildet meist jede Gebäudeebene einen
Konformitätsbereich. Unterschieden sich
die Messergebnisse innerhalb eines Kon-
formitätsbereiches um weniger als die
Messunsicherheiten, wurde der Durch-
schnittswert der Radonaktivitätskonzen-
tration berechnet, und dieser ohne Mess-
unsicherheit dem Konformitätsbereich
zugeordnet. Wenn dagegen im selben
Konformitätsbereich die Streuung der
Messergebnisse höher war als die Mess-
unsicherheiten, wurde nach Ausschluss
von Messfehlern der höchste gemessene
Wert ohne Berücksichtigung der Mess-
unsicherheit dem Konformitätsbereich
zugeordnet. Die Bewertung der Gebäude
erfolgte anschließend durch Vergleich der
maximalen Radonaktivitätskonzentratio-
nen der Konformitätsbereiche eines Ge-
bäudes mit dem in der Richtlinie 013/59/
EURATOM genannten Referenzwert von
300 Bq/m³. Die Auswertung ergab in 11
der untersuchten 42 Gebäude eine Über-
schreitung dieses Referenzwertes (26 %).
In den untersuchten Häusern konnten
zeitaufgelöste Kurzzeitmessungen (ca.
14–28 Tage) durch ein Aktivmessgerät
(RadonScout, Sarad) zu je zwei unter-
schiedlichen Jahreszeiten vorgenommen
werden. Die Messungen erfolgten jeweils
von November bis März (Heizperiode)
bzw. Juni bis August (Sommerperiode),
die Messungen in den Monaten Septem-
ber/Oktober und April/Mai wurden der
Übergangsperiode zugeordnet.
Das Ziel dieser Untersuchung war die
Ab schätzung der Eignung von Kurz zeit-
messungen zur Prognose der durchschnitt-
lichen Radonkonzentration im Verlauf
eines Jahres. Insgesamt konnten 83 Kurz-
zeitmesswerte gewonnen werden, davon
prognostizierten 89 % die Bewertung
der Gebäude mit dem Referenzwert von
300 Bq/m³ korrekt. Die beste Vorhersage
der Bewertung eines Gebäudes scheint
durch Kurzzeitmessungen in der Über-
gangsperiode (September/Oktober bzw.
April/Mai) zu gelingen. Bei Jahresmittel-
werten, die deutlich vom Referenzwert
verschieden sind, sind die Kurzzeitmes-
sungen auch in anderen Zeiträumen sicher.
Zur umfassenden Beurteilung der Radon-
situation von Häusern wurden Messun-
gen von Radonaktivitätskonzentrationen
in der Bodenluft der Grundstücke der
untersuchten Gebäude vorgenommen.
Typischerweise erfolgte die Bestimmung
an vier Messpunkten um das Haus ver-
teilt, es wurden Bodensonden in 1 m Tiefe
gebracht, über mindestens 20 Minuten
die Bodenluft entnommen und mittels
eines Radonmonitors die Aktivitätskon-
zentration des Radongases erfasst. Die
Bewertung des Radonpotentials in der
Bodenluft erfolgte nach Abschluss der
Messungen an den Messpunkten der
untersuchten Häuser zu jeweils zwei
verschiedenen Zeitpunkten anhand des
Maximums der ermittelten Radonaktivi-
tätskonzentration innerhalb eines Grund-
stückes.
Den untersuchten Häusern wurde die Ra-
donaktivitätskonzentration in der Boden-
luft, die Radonaktivitätskonzentration
im Aufenthaltsbereich und nach Eigen-
tümerangaben das Baujahr zugeordnet.
Um eine aussagekräftige Auswertung
durchführen zu können, wurden folgen-
de Klassen gebildet: Radonaktivitätskon-
zentration in der Bodenluft größer oder
kleiner 100 kBq/m³; Radonaktivitätskon-
zentration im Aufenthaltsbereich größer
oder kleiner 300 Bq/m³; Baujahr vor dem
ersten Weltkrieg („Altbauten“) oder nach
der Wiedervereinigung Deutschlands
(„Neubauten“) oder dazwischen.
Zusammenfassend ergibt sich das fol-
gende Bild: Altbauten zeigen gehäuft
und nahezu unabhängig von der Boden-
radonaktivitätskonzentration Überschrei-
tungen des Referenzwertes (ca. die Hälfte
der untersuchten Altbauten). Die anderen
Bauten weisen unterhalb einer Bodenra-
donaktivitätskonzentration von 100 kBq/m³
keine Überschreitung des Referenzwertes
auf und auch oberhalb nur in einer ge-
ringeren Häufigkeit (ca. ein Viertel der
untersuchten Bauten). Diese Aussagen
decken sich grundsätzlich mit Literatur-
angaben. Es ist jedoch zu beachten, dass
die Anzahl der untersuchten Häuser noch
sehr gering ist.
Schnellmethode zur
89
Sr/
90
Sr-Bestim-
mung wurde insbesondere für nicht-
wässrige Medien weiterentwickelt. Die
Schnittstelle der Messsoftware Interwin-
ner wurde den geänderten Anforderun-
gen des BMUB angepasst (Datentransfer
im so genannten Labordatenaustausch-
format LAF).
Kurzauswertung des Messprogramms
zur Erweiterung der Datengrundlage
zur Radonsituation in Sachsen
Das Messprogramm wurde u. a. zur Erst-
bewertung von Gebäuden hinsichtlich der
Radonsituation durchgeführt. Kurzzeit-
messungen wurden mit Jahresmittelwer-
ten verglichen und auf ihre Eignung zur
Prognose der Jahresdurchschnittswerte
überprüft. In 89 % der untersuchten Fäl-
le konnten die Jahresmittelwerte durch
Kurzzeitmessungen sicher prognostiziert
werden, wobei Unterschiede in Abhän-
gigkeit vom Zeitpunkt der Kurzzeitmes-
sung beobachtet wurden. Die erhaltenen
Daten zeigten, dass das geogene Radon-
potential und das Baujahr des Hauses
Einflussfaktoren auf die Überschreitungs-
wahrscheinlichkeit des Referenzwertes
von 300 Bq/m³ darstellen.
Es wurden in 42 Häusern Bestimmungen
der Jahresmittelwerte der Radonaktivi-
16
| 17
|
unter 100 kBq/m³
ab 100 kBq/m³
Gesamt
vor dem ersten Weltkrieg
4/10
3/5
7/15
nach Beginn des ersten Weltkrieges und vor der
Wiedervereinigung
0/7
1/4
1/11
nach der Wiedervereinigung
0/4
3/12
3/16
Gesamt
4/21
7/21
11/42
Abb. 11: Anzahl von Häusern mit einer Überschreitung des Referenzwertes und Gesamtanzahl der untersuchten Häuser in Abhängigkeit
von Baujahr und Bodenradonaktivitätskonzentration
Abb. 10: Messprogramm „Radon in Schulen“
Anzahl und Häufigkeit der Bewertung mit einem Referenzwert von 300 Bq/m³
Abb. 9: Häufigkeits-
verteilung der Bewertung
der Radonaktivitätskonzen-
tration in Schulen
Überblick über die versandten Exposimeter

image
18 |
| 19
Geschäftsbereich 3
Messnetzbetrieb Wasser
und Meteorologie
Oberflächenwasser Stand und Menge
Betrieb von 196 Landespegeln, davon
94 Hochwassermesspegel;
Durchführung von ca. 1.212 Durch-
flussmessungen/Jahr;
Erstellung und Prüfung Wasserstands-
Durchflussbeziehungen;
Hochwassermessungen und
Hoch wasserschadensbeseitigung.
Grundwasser Stand, Menge
und Beschaffenheit
Aktuell 1.100 Grundwasser-
Standmessstellen, davon 140 mit DS/
DFÜ, davon 85 Messstellen Hoch-
wasser im Grundwasser.
ca. 46.000 Grundwasser-
Standmessungen pro Jahr;
554 Grundwasser-Beschaffenheits-
messstellen, ca. 700 Probenahmen/
Jahr;
3 bodenhydrologische Messplätze.
Messnetz Bodenwasser
28 Lysimeter mit unterschiedlichen
Böden und Bewirtschaftung, 2 boden-
hydrologische Messplätze, 3 Klima-
stationen;
5 Bodendauerbeobachtungsflächen
Level II (BDF II).
Meteorologische Messnetze
22 automatische Niederschlagsmesser
in den Hochwasserentstehungs-
gebieten als Verdichtungsmessnetz
zum DWD;
34 Messstationen zur Bereitstellung
von Wetterdaten für die Pflanzen-
schutzvorhersage.
Wasser
Ein kostbares Gut
1.212
Durchflussmessungen
realisiert
99 %
Datenverfügbarkeit
28
Wägbare Lysimeter

image
image
image
image
20
| 21
|
Erfassung und Pflege der Pegelstamm-
daten;
Betrieb, Wartung und Instandhaltung
der Pegel, Beseitigung von Hochwas-
serschäden;
Beauftragung und Betreuung von
Bau- und Ausrüstungsmaßnahmen
einschließlich Energieversorgung und
Datenfernübertragung (DFÜ);
Schulung und Betreuung von ca. 200
ehrenamtlichen Pegelbeobachtern.
Im Jahr 2016 wurden im Auftrag des
LfULG 1.212 Durchflussmessungen rea-
lisiert, davon insgesamt 248 für die LTV
und die LMBV. Parallel dazu erfolgten
131 nivellitische Höhenüberprüfungen.
Aufgrund der ausgeprägten Niedrigwas-
sersituation konnten im Jahr 2016 wie-
derum nur Messungen im NW- und MW-
Bereich durchgeführt werden.
Aktuelle Aufgaben und
Routineaufgaben 2016
Oberflächenwassermessnetz
Das Oberflächenwassermessnetz setzt
sich aus Pegeln unterschiedlicher Mess-
netze und Messnetzkategorien zusam-
men:
Das Basismessnetz dient dem Hochwas-
sermeldedienst sowie der langjährigen
Erfassung der Variabilität des Wasser-
dargebotes. Außerdem betreibt der GB 3
vier Sondermessnetze für spezifische
Aufgabenstellungen des LfULG. Das
Kontroll- und Steuermessnetz dient zur
Steuerung von Anlagen der LTV und von
Energieversorgungsunternehmen. In de-
ren Auftrag übernimmt der GB 3 territo-
rial und zeitlich begrenzte Messaufgaben
an ausgewählten Pegeln, die jährlich neu
vereinbart werden. An allen Pegeln sind
mindestens vier Durchflussmessungen
pro Jahr bei möglichst unterschiedlichen
Wasserständen durchzuführen.
Die Anzahl der Pegel aus vorgenannten
Messnetzen, die im Berichtszeitraum
durch den GB 3 betrieben wurden, ist
nachfolgend zusammengestellt (Abb. 2).
In den Messnetzen „Oberflächenwasser“
sind insbesondere folgende Aufgaben zu
erfüllen:
Messung von Wasserständen und
Durchflüssen an Fließgewässern;
Erstellung, Kontrolle und Korrektur der
Wasserstands-Durchflussbeziehungen
(WQB);
Prüfung und statistische Aufbereitung
der gewonnenen hydrologischen Daten
und Übergabe an die Auftraggeber;
Der GB 3 verfügt zur Durchflussermitt-
lung über eine sehr komplexe Mess-
technik. Diese besteht u. a. aus mobilen
Messgeräten und stationären Messanla-
gen zur Durchfluss(Q-)messung mittels
Radarsensoren. In diesem Jahr wurde sie
durch die Beschaffung eines weiteren
ADCP-Bootes (Abb. 1) und den Bau von
fünf Seilkrananlagen (Abb. 3) ergänzt. Die
Installation von 40 zusätzlichen Daten-
fernübertragungen und die Ausrüstung
von neun Pegeln mit neuen Elektroan-
schlüssen sind Maßnahmen zur Verbes-
serung der Ausstattung des Pegelmess-
netzes, die aus den Vorschlägen der
Expertenkommission der Sächsischen
Staatsregierung (sog. „Jeschke-Kommis-
sion“) resultieren.
Grundwassermessnetz
Das landesweite Messnetz dient der
Überwachung des Grundwasserhaushal-
tes und besteht derzeit aus 1.112 Grund-
wasserstandsmessstellen.
554
Mess
stellen
dienten im Berichtsjahr der Untersu-
chung der Grundwasserbeschaffenheit.
Auch das Grundwassermessnetz ist in
unterschiedliche Messnetze mit verschie-
denen Aufgabenstellungen gegliedert.
Im Bereich der „Messnetzgruppe Menge/
Stand“ sind es die Messnetze „Menge/
WRRL“ und „Hochwasser im Grund-
wasser“. Hinzu kommen die „Messnetze
zu Ermittlungszwecken“ sowie „Ver-
dichtete Messnetze in risikobehafte-
ten Grundwasserkörpern“. Zum Bereich
der Messnetzgruppe „Beschaffenheit/
chemischer Zustand des Grundwassers“
zählen das Messnetz „Überblicksweise
Überwachung“, das „Operative Messnetz
zur Überwachung diffuser Quellen und
Stoffeinträge“, das Messnetz „Braunkoh-
lebergbau bedingte Belastungen“, ein
Messnetz zur „Operativen Überwachung
punktueller Belastungen“ und das „Er-
mittlungsmessnetz SchAVO“ (Messnetz-
konzeption des LfULG, Stand 2015).
Es wurden durch die Mitarbeiter des GB 3
an 1.112 Messstellen 2.689 Grundwas-
serstandsmessungen durchgeführt. Hinzu
kommen die Messungen der ehrenamtli-
chen Beobachter sowie Daten, die digital
mittels Datensammler (Abb. 5) erhoben
werden. Parallel dazu erfolgte an den 554
Gütemessstellen teils 2mal jährlich eine
Grundwasserprobennahme (insgesamt
667 Probennahmen).
Messnetz Bodenwasserhaushalt /
Bodenwasserbeschaffenheit, Teilbereich
Lysimeterstation Brandis und Sonder-
messnetz Parthe
Bestandteil dieser Messnetze sind 21
Lysimeter mit natürlichen Ackerböden,
sieben Lysimeter mit Böden von Kippen
der ehemaligen Tagebaue Espenhain
und Witznitz sowie zwei Lysimeter im
Forst Naunhof. Ergänzend dazu werden
zwei bodenhydrologische Messplätze
in Brandis und Naunhof betrieben. Ne-
ben verschiedenen Bewirtschaftungs-
daten werden täglich die Messwerte für
Verdunstung, Sickerwasserbildung und
Bodenwasservorrat erhoben. Die Sicker-
wassergüte wird monatlich analysiert.
Darüberhinaus werden auf den Lysime-
terfeldern in Brandis und Witznitz die
Daten einer Klimastation (Abb. 4) und
im Einzugsgebiet der Parthe Wasser-
haushalts- und Beschaffenheitsdaten
(Sondermessnetz „Parthe“) erfasst. Be-
standteil des Sondermessnetzes sind so-
wohl Niederschlags- als auch Grund- und
Oberflächenwassermessstellen.
Die gewonnenen Langzeitdatenreihen
helfen bei der Lösung wichtiger fachli-
cher Fragestellungen, die sich ergeben
aus
den Anforderungen der Europäischen
Wasserrahmenrichtlinie (WRRL;
Messnetz
durch BfUL betriebene Pegel
Basismessnetz
davon Hochwassermeldepegel
176
94
5 Sondermessnetze
12
Kontroll- und Steuermessnetz
51
Grenzgewässerpegel
8
Summe
247
Abb. 2: Messnetze im Oberflächenwasser
Abb. 1: ADCP-Messung am Pegel Aue (Flöha)
Abb. 3: Seilkrananlage am Pegel Buschmühle
Abb. 5: Grundwassermessstelle mit DFÜ im Moor Phillipphaide
Abb. 4: Klimagarten und Lysimeterfeld in Brandis

image
image
image
image
image
Abb. 6: Ombrometer am Standort Hirschfeld
22
| 23
|
wird weiter an der Verdichtung des Om-
brometermessnetzes gearbeitet. So konn-
ten 2016 der Aufbau und die Ausstattung
von insgesamt sechs zusätzlichen Om-
brometern abgeschlossen werden (Abb. 6,
Beispiel Hirschfeld).
Agrarmeteorologisches Messnetz
(AMN)
Dieses Messnetz mit seinen 34 Stationen
liefert die meteorologischen Eingangsda-
ten für Berechnungen von Schaderreger-
prognosen. Aufgrund der Lage der Sta-
tionen ist es möglich, bei der Erstellung
der Empfehlungen und Prognosen für die
Landwirte die realen Anbaubedingungen
vor Ort zu berücksichtigen. Von sieben
den Auswirkungen des Klimawandels
auf die Land- und Wasserwirtschaft;
der Entwicklung zukunftsfähiger Kon-
zepte für die Landwirtschaft;
der Sanierung ehemaliger Braunkohle-
tagebauflächen und;
der Parametrisierung entsprechender
Bodenwasserhaushalts- und Gütemo-
delle.
Bodendauerbeobachtungsflächen
(BDF II) und bodenhydrologische
Messplätze
Die fünf BDF II-Flächen mit jeweils einer
Klimastation und einem bodenhydrolo-
gischen Messplatz werden entsprechend
ihrer territorialen Lage von den zustän-
digen Fachbereichen in Leipzig, Chemnitz
und Dresden betrieben. Zum Auslesen der
Klima- und Bodenfeuchtedaten, zur Ent-
nahme von Bodenwasser und zur Ermitt-
lung der Deposition ist eine Befahrung
der BDF II-Flächen im 14tägigen Rhyth-
mus erforderlich. Zusätzlich dazu betreibt
der GB 3 bodenhydrologische Messplätze
in Diehsa, der Jahnaaue und in Schleinitz.
Ombrometermessnetz
Auch die 22 Stationen des landeseigenen
automatischen Niederschlagsmessnetzes
(Ombrometermessnetz) werden entspre-
chend ihrer territorialen Lage von mehre-
ren Fachbereichen betreut. Entsprechend
einer Empfehlung der Jeschke-Kommis-
sion nach dem Augusthochwasser 2010
weiteren Stationen externer Betreiber
werden nur Daten abgerufen. Der Ausbau
und die Ertüchtigung dieses Messnetzes
wurde mit der Umrüstung von fünf wei-
teren Standorten auf den Stationstyp UK
Vario planmäßig fortgeführt. Dies ermög-
lichte eine stündliche Bereitstellung der
Daten (Abb. 7).
Qualitätssicherung
Der GB 3 stellte sich 2016 sowohl sieben
internen Audits (EMAS, ISO 17025), wozu
auch eine gemeinsame Grundwasserpro-
benahme von Mitarbeitern des GB 2 und
GB 3 zählte, als auch externen Audits
(EMAS, ISO 14001 und Systemaudit nach
ISO 17025). Festgestellte Abweichungen,
erteilte Maßnahmen und Empfehlungen
wurden inzwischen weitestgehend um-
gesetzt. Prinzipiell bestätigten die Audits
dem GB 3 erneut die guten Ergebnisse der
Vorjahre. Dazu gehören insbesondere die
umfassende Dokumentation der Beglei-
tung von Baumaßnahmen und des Prüf-
zustandes von Betriebsmitteln, aber auch
die geplanten Verbesserungsmaßnahmen
zur Optimierung des Messnetzbetriebes.
Bewährt hat sich neben den Vergleichs-
messungen auch der jährliche Mess-
technikertag. So liefern Vorträge aus den
Fachbereichen und Fachvorträge externer
Firmen zu spezieller Messtechnik, eine
hervorragende Plattform zur Weiterbil-
dung und zum Erfahrungsaustausch der
Mitarbeiter.
Ferner beteiligt sich der GB 3 am Wissens-
transfer über die Landesgrenzen hinaus.
So war der Fachbereichsleiter 33 als
Referent an einem 3-tägigen Lehrgang
des Landesamtes für Natur, Umwelt und
Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
beteiligt. Die Fachbereichsleiter 31 und
34 vertraten die BfUL mit Vorträgen beim
diesjährigen Tag der Hydrologie in Trier.
Hervorzuheben ist auch die Teilnahme
von zwei Kollegen an einem Ringver-
such „Durchflussmessung“ im Amt für
Umwelt des Kantons Thurgau (Schweiz),
Abteilung Wasserwirtschaft/Wasserbau
(Abb. 9).
meter-Messnetz) eine überdurchschnitt-
lich hohe Datenverfügbarkeit von 99 %
(Zielstellung ist 95 %) erreicht werden.
Die Erarbeitung von Konzepten zur au-
tarken Energieversorgung von Pegeln mit
Seilkrananlagen sowie zur Entstörung
von DSL-Anschlüssen bei der Nutzung äl-
terer Frequenzumrichter für Seilkranan-
lagen trugen wesentlich zur Optimierung
des Messnetzbetriebes im FB 33 bei.
Aufgabenschwerpunkte 2016
Bau, Ausrüstung und Betrieb der
Oberflächenwasserpegel
Die fachtechnische Begleitung der Pegel-
baumaßnahmen im Rahmen des turnus-
mäßigen Pegelbauprogramms und die
Umsetzung der Vorschläge der Exper-
tenkommission der Sächsischen Staats-
regierung (sog. „Jeschke-Kommission“)
erfordern weiterhin erhebliche finanzielle
Mittel und personelle Kapazitäten.
Zu nennen ist der Neubau der Pegel Her-
zogswalde 2, Großschönau 2, Wolken-
burg und Rittersgrün 1 (Abb. 8) sowie
der Jeschke-Pegel Bienenmühle (Abb. 10),
Wolkenburg und Oberneuschönberg. Zur
Realisierung von Durchflussmessungen
bei höheren Wasserständen wurden die
Pegel Bienenmühle, Großschönau 2 und
Oberneuschönberg mit Seilkrananlagen
ausgerüstet.
Abb. 7: Neu errichtete Agrarmeteorologische
Station Methau
Ziele der Vergleichsmessung waren:
der Abgleich der Messverfahren, vor
allem bei neuentwickelten Geräten;
eine Einflussnahme auf die Weiterent-
wicklung und Verbesserung von Mess-
geräten;
ein fachlicher Austausch zu den Quali-
tätsnormen über die Grenzen der eige-
nen Organisationseinheit hinaus und
Absprachen zur konzeptionellen Ge-
staltung von Weiterbildungsmaßnah-
men.
Auch 2016 konnte bei allen Messnetzen
(DFÜ-OW-Pegel, Erfüllungsquote Grund-
wasserprobenahme, Datenbereitstellung
im Messnetz „HW im GW“, im agrarme-
teorologischen Messnetz und im Ombro-
Abb. 9: Ringversuch „Durchflussmessung“
in Thurgau (Schweiz)
Abb. 8: Neubau Pegel Rittersgrün
Abb. 10: Böschungsbau am Pegel Bienenmühle
»
Aufgrund der Lage der
AMN-Stationen ist es
möglich, bei der Erstellung
der Empfehlungen und
Prognosen für die
Landwirte die realen
Anbaubedingungen vor Ort
zu berücksichtigen.
«

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24
| 25
|
Aber auch die Öffentlichkeitsarbeit ist
Bestandteil des Messnetzbetriebes. Am
26.09.2016 organisierten LANU, SMUL,
LfULG und LTV in Dresden an der Elbe den
Tag der Flüsse, an dem sich der Fachbe-
reich 32 Radebeul mit der Vorstellung
und Demonstration seiner Messtechnik
beteiligte (Abb. 15). Auch am Tag der of-
fenen Tür aus Anlass „100 Jahre Standort
Wahnsdorf“ konnte der Fachbereich 32
den Besuchern Werkstatt, Garagen und
seine vielfältige Messtechnik erläutern.
Rekonstruktion des
Grundwasserstandsmessnetzes
Die Ergebnisse der geophysikalischen Un-
tersuchungen der Vorjahre erfordern wei-
terhin einen erheblichen Sanierungs- und
Neubaubedarf von Grundwassermess-
stellen. Im Jahr 2016 erfolgten an 169
Messstellen Instandhaltungsmaßnahmen,
Des Weiteren wurden an neun Jeschke-
Standorten solar betriebene Kompakt-
stationen errichtet: Pegel Schlößchen,
Pegel Hainichen (Abb. 11), Pegel Schlet-
tau, Pegel Hammerleubsdorf, Pegel Straß-
berg 2, Pegel Uhlsdorf, Pegel Stollberg,
Pegel Kleinvogtsberg und Pegel Görnitz.
Im Raum Leipzig stellte die LMBV an der
Weißen Elster den Bau des Pegels Zitz-
schen fertig und übergab diesen an die
BfUL (Abb. 13 und 14). Damit wurde, er-
gänzend zum Pegel Kleindalzig und dem
Hochwasserentlastungsbauwerk Zitz-
schen, dem Hochwasserschutz der Stadt
Leipzig eine wesentliche Komponente
hinzugefügt. Der Fachbereich 34, als zu-
künftiger Betreiber des Pegels, war mit
seinen Erfahrungen wesentlich an der
Planung des Baus und der Ausrüstung
beteiligt.
11 Messstellen wurden neu gebaut, 22
weitere Messstellen mit Datenfernüber-
tragung und Datensammlern ausgerüstet.
Im Zuge angrenzender Straßenbaumaß-
nahmen im Raum Aue erhielt die Hugo-
Ament-Quelle in Oberpfannenstiel für die
Quellschüttungsmessung einen batterie-
betriebenen Wasserzähler und eine DFÜ
(Abb. 16).
Bereits im Vorjahr beteiligte sich der
GB 3 an der vom LfULG organisierten
sachsenweiten Stichtagsmessung. Da der
Messzeitraum im April 2015 in eine
Niedrigwasserperiode fiel, wurden die
umfangreichen Grundwasserstandsmes-
sungen im Frühjahr 2016 wiederholt.
Auch für das Sachgebiet Grundwasser-
stand und -beschaffenheit boten sich im
Jahr 2016 Möglichkeiten, das technische
know-how des GB 3 vorzustellen. So wa-
ren die Fachbereiche 32 und 34 im Okto-
ber an der Durchführung des aller zwei
Jahre stattfindenden Lehrgangs „GW-
Probenahme und GW-Monitoring“ be-
teiligt. Der 2-tägige Lehrgang diente der
Weiterbildung der betreffenden Mitar-
beiter in den Umweltbehörden der Bun-
desländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg
und Sachsen.
Ersatzneubau der BDF-II-Messstellen
in Lippen und Köllitzsch
Die bestehende Ausstattung der BDF-II
Station Lippen erforderte einen nahezu
kompletten Neubau der Station. So wur-
de das Messgerätehaus (Abb. 17) erneu-
ert und es erfolgte ein Austausch aller
Sensoren.
Nachdem das Hochwasser der Mulde im
Juni 2013 den Messplatz Colditz voll-
ständig zerstörte, konnte im vergangenen
Jahr im Versuchsgut Köllitsch, auf einem
Standort mit vergleichbaren bodenhy-
drologischen Eigenschaften, der Ersatz-
neubau fertig gestellt werden. Nach
Abschluss des Probebetriebes ist für Mai
2017 im Rahmen einer ALK die feierliche
Einweihung der Station geplant.
Lysimeterstation Brandis
Im Berichtsjahr 2016 wurde Winterraps
angebaut, dessen Ernte termingerecht am
21.07. nach einem morgendlichen Schau-
er und bei schwülwarmen Temperaturen
erfolgte. Die Erntemengen variierten da-
bei zwischen 31,8 Dezitonnen je Hektar
auf dem ertragsärmsten und 69,3 Dezi-
tonnen je Hektar auf dem ertragsreichs-
ten Boden. Nach der Ernte wurden die
Lysimeter und das Feld umgebrochen, der
Rapsstrohrest in den Boden eingearbeitet
und am 19.10.2016 erfolgte die Aussaat
von Winterweizen der Sorte Akteur.
Aufgrund der hohen Niederschläge im
November 2015 und Januar 2016 wa-
ren die Bodenwasservorräte in den Ge-
schiebelehmböden von Januar bis März
2016, zum ersten Mal seit Mai 2014
wieder aufgefüllt. So begann im Januar
die Grundwasserneubildung. Infolge des
Niederschlagsdefizits und mit einset-
zendem Pflanzenwachstum begann die
Zehrung der Bodenspeicher, die bis Au-
gust anhielt. Zum Ende des Berichtsjahres
2016 bestand noch immer ein erhebliches
Bodenwasserdefizit. Im Jahr 2013 lag die
Grundwasserneubildung letztmalig deut-
lich über dem langjährigen Mittelwert.
Nachdem 2015 so gut wie keine Grund-
wasserneubildung zu verzeichnen war,
beträgt sie im Berichtsjahr auch nur die
Hälfte des Erwartungswertes. So kommt
es bei der Grundwasserstandsentwick-
lung auch im Jahr 2016 zu keiner Trend-
wende. Der seit dem Hochwasserjahr
2013 beobachtete kontinuierliche Rück-
gang hält weiter an.
Im April hat der Stadtrat Brandis ent-
schieden, die neue Straße im Baugebiet
Kleinsteinberger Straße Lysimeterweg
zu nennen. Seit Oktober erläutert eine
Schautafel auf dem Gelände der BfUL
den Anwohnern die Aufgaben und die
Funktionsweise der Lysimeterstation. Das
Brandiser Stadtjournal dokumentierte
die feierliche Enthüllung der Schautafel
(Abb. 18), und berichtete über den ge-
planten Neubau auf dem benachbarten
Grundstück. Der Neubau ist notwendig,
um die Fusion des Fachbereiches Lysime-
terstation und des Fachbereiches Mess-
netzbetrieb Wasser und Meteorologie
Leipzig am Standort Brandis realisieren
zu können.
Vom 14.-16.08.2016 fand an der Bei-
jing Normal Universität in China ein in-
ternationaler Lysimeter-Workshop zum
Prozess der Verdunstung als wichtiger
Abb. 11: Pegel Hainichen
mit Kompaktstation
Abb. 12: Spülung des Zulaufrohres
am Pegel Adorf 1
Abb. 13: Wiederherstellung der Dichtung
am Pegel Zitzschen
Abb. 14: Bau der Pegeltreppe am
Pegel Zitzschen
Abb. 15: Demonstration der BfUL-Messtechnik zum
Tag der Flüsse in Dresden
Abb. 16: Hugo-Ament-Quelle in Oberpfannenstiel
mit Wasserzähler und DFÜ
Bestandteil des terrestrischen Wasser-
kreislaufs statt. Auf Einladung des For-
schungszentrum Jülich, Institut für Bio-
und Geowissenschaften, konnte sich die
Lysimeterstation Brandis auf der Veran-
staltung vorstellen und ihre Messergeb-
nisse zur Höhe der realen Verdunstung,
einem internationalem Gremium reprä-
sentieren. Im Verlauf der Diskussion fand
die Station Brandis mit ihrer komplexen
Ausstattung und Bewirtschaftung sei-
tens der Fachkollegen große Beachtung
und Wertschätzung. Den Datenreihen
käme insbesondere deshalb eine beson-
dere Bedeutung zu, da es im Verlauf der
35 Beobachtungsjahre gelungen ist, eine
kontinuierliche Betreuung der Anlage mit
gleichbleibend hohem Qualitätsstandard
und unverändertem, wissenschaftlichem
und technischem Konzept, aufrecht zu
erhalten.
Abb. 18: Enthüllung der Schautafel
am Lysimeterweg in Brandis
Abb. 17: Neubau der BDF-II
Station Lippen

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Geschäftsbereich 4
Messnetzbetrieb Luft
Überwachung der Luftqualität
in Sachsen
Probenahme in der Außenluft und in
Abgasen;
Konzentrationsbestimmung in unter-
schiedlicher zeitlicher Auflösung;
Bestimmung der meteorologischen
Bedingungen;
Erfassung der Deposition von Staub
und im Niederschlag gelöster Stoffe;
Erfassung der nassen Deposition zur
Ermittlung des Stoffeintrags in den
Boden;
Untersuchung von Emissionen
aus besonderem Anlass;
Datenkommunikation und Daten-
transfer innerhalb der Stationen und
zur Zentrale;
Technische und naturwissenschaft-
liche Validierung der erhobenen
Werte.
Veröffentlichung von Luftgütedaten
in Sachsen: LfULG
Betrieb eines Referenz- und Kalibrier-
labors;
Betrieb eines Gravimetrielabors zur
Ermittlung von Feinstaubkonzen-
trationen;
Planmäßige und operative Wartung,
Instandhaltung und Qualitätssiche-
rung;
Bedienung der Schnittstellen zu
externen Dienstleistern;
Dokumentation der Bedingungen
an den Messstellen;
Aufrechterhaltung der Akkreditierung
nach dem internationalen Standard
ISO 17025;
Überwachung des sparsamen und
effektiven Einsatzes der bereitgestell-
ten Mittel.
26
| 27
|
Saubere Luft
Ein gemeinsames Ziel
98 %
Datenverfügbarkeit
29
Messstationen
72.356,10 Euro
kostete der Neubau des
Messcontainers in Chemnitz

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28
| 29
|
Routineaufgaben 2016
Die Aufgabenstellungen und zugehörige
Ausstattung des stationären Immissions-
netzes sind in der nachfolgenden Tabelle
zusammengefasst:
Alle beschriebenen Leistungen gehen aus
den Anforderungen in den Fachaufsichts-
papieren des LfULG hervor. Eine Anpas-
sung erfolgt im Rahmen der jährlichen
Arbeit an Schwerpunktthemen und neuen
Aufgabenstellungen.
Aufgabenschwerpunkte 2016
Da sich der überwiegende Teil unserer
Messcontainer seit Inbetriebnahme des
Sächsischen Immissionsmessnetzes im
Einsatz befindet, einige Stationen da-
von schon in den 80er Jahren in anderen
Bundesländern betrieben wurden, ist die
systematische Erneuerung der Container-
infrastruktur seit 2014 eine wichtige
Aufgabe im Fachbereich 41. Es ist ge-
plant, jährlich ein bis zwei Stationen zu
erneuern. Dabei werden prinzipiell zwei
Wege beschritten:
1. Messcontainer, die nicht mehr ertüch-
tigt werden können, werden ausgesondert
und durch einen einheitlich konstruierten
und mit Reserven für den Einbau weite-
rer Geräte versehenen Bautyp ersetzt. Ein
Beispiel dafür ist der Neubau am Stand-
ort Borna, der seit 2015 in Betrieb ist.
2. Container, die sich durch eine werthal-
tige Konstruktion auszeichnen und einen
Weiterbetrieb für weitere Jahre erwarten
lassen, werden unter fachlicher Anleitung
von ortsansässigen Metallbaufirmen so-
wohl unter energetischen Gesichtspunk-
ten, als auch auf neue messtechnische
Erfordernisse angepasst, ertüchtigt.
Im Jahr 2016 stellte der Neubau von zwei
unserer verkehrsnah gelegenen Mess-
stationen ein Schwerpunktthema dar. Es
handelt sich dabei um die Stationen Dres-
den-Bergstraße und Chemnitz-Leipziger
Straße. Neben dem zunächst geplanten
Neubau der Station Dresden-Bergstraße
war es aufgrund eines Verkehrsunfalles,
bei der die Station in Chemnitz auf der
Leipziger Straße einen Totalschaden er-
litt, parallel notwendig, auch diese Sta-
tion zu erneuern.
Die folgenden Abbildungen zeigen den
Messcontainer Dresden-Bergstraße im
ursprünglichen Zustand:
Die Station Dresden-Bergstraße befindet
sich in stadtauswärtiger Richtung an der
Bundesstraße B170. Zur Ausführung von
Wartungsarbeiten war es z. T. erforder-
lich, die Station straßenseitig zu öffnen,
so dass die Wartungstechniker den Ver-
kehrsraum betreten mussten, was ein
hohes Gefährdungspotential beinhaltete.
Abb. 1: Messgrößen und Spezifikationen des Immissionsmessnetzes
Für die in der Tabelle grün hinterlegten Methoden ist die BfUL akkreditiert.
Abb. 2: Parameter der Emissionsmessung durch den Fachbereich 42
»
2016 stellte der Neubau
von zwei verkehrsnah
gelegenen Messstationen
ein Schwerpunktthema dar.
«
Messobjekt
Bezeichnung, Norm bzw.
Richtlinie
Fremd-
labor
staubförmige Stoffe (Gesamtstaub,
Feinstaub, partikelförmige und
filtergängige Stoffe)
Gesamtstaub
Gravimetrie; VDI 2066/1;
DIN EN 13284-1
Schwermetalle (partikelförmig
und filtergängig)
Gravimetrie, Absorption, AAS,
ICP; DIN EN 14385, VDI 3868/1,
2268/1-4
X
Quecksilber
Absorption AAS; DIN EN 13211
X
Asbest/ künstliche Mineralfasern
REM; VDI 3861/ 2
X
Bioaerosole
VDI 4257 Bl. 1-2
Gerüche
Olfaktometrie; VDI 3881/1-4,
DIN EN 13725
X
gas- und aerosolförmige
anorganische Stoffe
Schwefeldioxid
UV-Analysator
Schwefeloxide
Absorption, IC; DIN EN 14791
X
Kohlenmonoxid
IR-Analysator, DIN EN 15058
Stickstoffmonoxid
IR-Analysator, DIN EN 14792
Stickstoffdioxid
UV-Analysator
Kohlendioxid
IR-Analysator
Sauerstoff
Paramagnetisch, DIN EN 14789
Fluorwasserstoff
Absorption, IC; VDI 2452/1
X
Chlorwasserstoff
Absorption, IC; DIN EN 1911
X
Ammoniak
Absorption, VDI 2461/1+2
X
basische Stickstoffverbindungen
Absorption, VDI 3496/1+2
X
Schwefelwasserstoff
V 3486/1+2
X
Cyanwasserstoff, Cyanide
Absorption, Photometrie;
VDI 2452/1
X
gas- und aerosolförmige
organische Stoffe
Ges-C - mit und ohne Methan
FID; DIN EN 12619,
VDI 3481/3+4
aliphatische
Kohlenwasserstoffe
Adsorption, GC; VDI 2457/1
X
aromatische
Kohlenwasserstoffe
Adsorption, GC;
VDI 2457/1
X
Amine
Ad-/ Absorption, GC; VDI 2467/2
X
Phenole
Ad-/ Absorption, GC, IC;
VDI 3485/1, 2457/4
X
Formaldehyd, Aldehyde
FTIR, Ad-/ Absorption, VDI 3862/3
X
PAK
Ad-/ Absorption,
DIN ISO 12884
X
PCDD/F
Ad-/ Absorption, HR/LRMS;
DIN EN 1948
X

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| 31
|
Bei der Planung für Neukonstruktion und
Aufstellung der verkehrsnahen Stationen
waren folgende Anforderungen zu be-
rücksichtigen:
die vollständige Aufstellung notwen-
diger Prüftechnik zur messtechnischen
Rückführung der Analysatoren im
Containerinneren und damit die wit-
terungsunabhängige Ausführung von
Prüf- und Wartungsarbeiten, die Mini-
mierung von Sicherheitsrisiken für die
Wartungstechniker, die durch Arbeiten
im Verkehrsraum entstehen können;
die Möglichkeit, künftig neue Geräte-
technik installieren zu können;
Wartungsarbeiten konnten an der Ver-
kehrsstation nur im geöffneten Zustand
ausgeführt werden. Die Prüftechnik stand
überwiegend im Freien, was die erforder-
liche Taktung von Prüfzyklen aufgrund
der bestehenden Witterungsabhängigkeit
erschwerte.
Im vorhandenen Stationstyp befanden
sich keine Reserven für gerätetechnische
Neuausrüstungen. So zeigt die Aufnahme,
dass für den Einbau neuer Gerätetechnik
wie dem automatisch und kontinuierlich
messenden Staubmessgerät TEOM-FDMS
keine geeigneten Aufstellmöglichkeiten
vorhanden waren. Kühl- und Trockner-
einheit des Gerätes werden direkt vom
Klimainnengerät angeblasen, so dass eine
notwendige gleichmäßige Temperierung
des Gerätes nicht erreicht werden kann.
die Notwendigkeit einer gleichmäßigen
Klimatisierung des Container innen-
raumes;
die Nutzung der vorhandenen Auf-
stellfläche und Fundamentkonstruktion,
so dass die vertraglich notwendigen
Änderungen überschaubar bleiben
und die Umbauarbeiten in Eigenregie
des Fachbereiches realisierbar sind;
die detaillierte Vorplanung für Anlie-
ferung, Geräteeinbau und Neuinbe-
triebnahme, um die Ausfallzeiten für
die Datenlieferung auf das unbedingt
notwendige Maß beschränkt zu halten.
Die nun seit einem Jahr vorliegenden
Betriebserfahrungen zeigen, dass die ge-
nannten Anforderungen umgesetzt wer-
den konnten.
Für den Containerneubau Dresden-Berg-
straße, hier in stadteinwärtiger Richtung
gesehen, wurde das vorhandene Fun-
dament genutzt. Das Containerdach ist
durch Installation eines Geländers sicher
begehbar. Ein- und Auslass der Klimaan-
lage sind standortspezifisch angepasst.
Durch Installation von zwei Türen können
alle Messgeräte gut erreicht und gewar-
tet werden. Ein Betreten des Verkehrsrau-
mes ist nicht mehr erforderlich.
Die Station ist so gestaltet, dass alle Prüf-
arbeiten auch im geschlossenen Zustand
ausgeführt werden können. Im Rack sind
Aufstellmöglichkeiten für die Prüftech-
nik der Wartungstechniker vorhanden.
Die abgebildeten Bänke gestatten eine
erhöhte Aufstellung der HVS-Geräte, wo-
mit die Luftzirkulation im Container auch
längsseitig gewährleistet ist.
Für beide Verkehrsstationen zeigen 2016
die monatlichen Äquivalenzauswertun-
gen zur Rückführung der automatischen
Staubmessungen mittels TEOM-FDMS
auf das gravimetrische Verfahren einen
deutliche Qualitätsverbesserung, welcher
durch den Einsatz der neuen Gerätegene-
ration und eine insgesamt bessere Klima-
tisierung der straßennahen Messstatio-
nen erreicht werden konnte (Abb. 8).
Projekt Bestimmung geruchsintensiver
Stoffe im Erzgebirge 2016 / 2017
Ziel des Projektes ist der Nachweis von
geruchsintensiven, schwefelhaltigen Ver-
bindungen im Erzgebirge. Das Hauptaugen-
merk liegt auf Mercaptanen und Sulfiden,
die sich aufgrund ihrer Flüchtigkeit leicht
in der Luft verteilen können und sehr
niedrige Geruchsschwellenwerte haben.
Durch Konzentrationsbestimmungen soll
zudem festgestellt werden, ob diese Sub-
stanzen, die allenfalls in Spuren in der
Luft vorliegen, als Auslöser für die Ge-
ruchsphänomene im Erzgebirge infrage
kommen könnten.
Aufbauend auf den Erfahrungen zur Pro-
benahme, Anreicherung und Analyse ge-
ruchsintensiver Schwefelverbindungen
aus Projekten in den letzten Jahren wurde
ein System entwickelt, das die chemisch
sehr reaktiven, feuchte- und oxidati-
onsempfindlichen Stoffe sammelt, unter
Ausschluss von Sauerstoff unmittelbar
anschließend an das analytische System
übergibt, dort mit Hilfe der Gaschromato-
graphie die Einzelkomponenten vonein-
ander trennt und abschließend mit einem
massenselektiven Detektor identifiziert.
Zur Bildung einer Probe können bis zu
1.500 ml Außenluft gesammelt werden.
Das bedeutet im Vergleich zur bislang
eingesetzten Technik eine Steigerung um
den Faktor 5. Für bereits identifizierte
Verbindungen kann die Nachweisgrenze
des Systems erheblich gesteigert werden,
indem ein zweiter Betriebsmodus des Ge-
rätes benutzt wird. Nach umfangreichen
Vorbereitungsarbeiten im Referenz- und
Kalibrierlabor wurde das Equipment am
23.12.2016 in der Station Am Schwar-
tenberg in Betrieb genommen. Seitdem
läuft es zur Ermittlung geruchsintensiver
Stoffe im kontinuierlichen Betrieb.
Abb. 3: Außenansicht der Messstation
Dresden-Bergstraße
Abb. 4: Einbau eines automatischen Staubmess-
gerätes vom Typ TEOM-FDMS in der Station
Chemnitz-Leipziger Straße
Abb. 8: Äquivalenzauswertung TEOM zu HVS
für 2016 Dresden-Bergstraße
Abb. 7: Innenansicht der Messstation Dresden-Bergstraße
in der Ausbauphase
Abb. 5: Außenansicht der neuen Messstation
Dresden-Bergstraße
Abb. 6: Messstationen des stationären
Immissionsmessnetzes des Freistaates Sachsen
Schkeuditz
Leipzig
Borna
Collmberg
Oschatz
Glauchau
Chemnitz
Zwickau
Brockau
Plauen
Klingenthal
Carlsfeld Fichtelberg
Annaberg-Buchholz
Schwartenberg
Freiberg
Radebeul
Dresden
Zinnwald
Bautzen
Niesky
Görlitz
Zittau
mehrere Messstationen pro Erhebungseinheit
eine Messstation pro Standort

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Geschäftsbereich 5
Umweltanalytik und
Naturschutzmonitoring
Probenahme von Wasser und Sediment
aus Fließ- und Standgewässern
Laborstandorte Nossen, Bad Düben,
Chemnitz, Görlitz.
Monitoring gemäß Wasserrahmenricht-
linie 2000/60/EG
Laboranalytik von Nährstoffen, Ionen,
Summenparametern, Schwermetal-
len, organischen Verbindungen sowie
mikrobiologische Untersuchungen;
ständige Anpassung des Parameter-
und Methodenspektrums;
Ermittlung des ökologischen Zustands.
Gewässerüberwachung im
Havarie- und Hochwasserfall
5 Gewässergütemessstationen mit
chemischen und biologischen Online-
Monitoren sowie automatischen
Probennehmern;
Internetpräsentation;
Rufbereitschaft (Diensthabender,
Laborbereitschaft).
Chemische und physikalische
Boden-, Sediment- und Gesteins-
untersuchungen
Umfassende Bodenanalytik für Bo-
denmonitoring und Kartierung;
Bestimmung organischer Schadstoffe
in Böden, Sedimenten und Biota;
Gesteinsvollanalysen.
Analytik Luftmessnetz
Bestimmung von Schwermetallen,
PAK und Ruß an Staubfiltern;
Untersuchung des Staubniederschlags;
Analyse von Proben der nassen
Deposition.
Durchführung von Ringversuchen im
Bereich Wasser
Überwachung von Privatlaboren
(Sächs. Eigenkontrollverordnung);
länderübergreifende Ringversuche
im Rahmen der LAWA.
Vogelmonitoring
Sächsische Vogelschutzwarte
Neschwitz;
SPA-Monitoring, bundesweite und
sonstige Monitoringprogramme;
Mitarbeit Todesursachenanalyse
geschützter Arten (Seeadler).
Naturschutzmonitoring
nach FFH-Richtlinie
Erfassung von Lebensraumtypen und
Biotopen (Grob- und Feinmonitoring);
Arten-Monitoring (mehr als
60 Tier- und Pflanzenarten);
Bearbeitung von Naturschutz-
Projekten.
32 |
| 33
Natur und Umwelt
Beobachten, um zu schützen
1 Mio.
Einzelparameter in der
speziellen Wasseranalytik
ermittelt
10.000
Wasserproben
untersucht
750
Messstellen an Fließ- und
Standgewässern überwacht

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34
| 35
|
Auswirkungen für Sachsen zu erwarten
sind. Diese Einschätzungen können durch
die Biotests und physiko-chemischen
Messsysteme der Gewässergütemesssta-
tion Schmilka indirekt bestätigt werden.
In den Gewässergütemessstationen an
Elbe und Vereinigter Mulde wurden im
Zeitraum April bis Mai und in der Mulde
nochmals von Juli bis Anfang September
deutliche Tagesgänge bei pH-Werten in-
klusive des Überschreitens des Schwel-
lenwerts von 9 registriert. Zu Überschrei-
tungen des Schwellenwerts der Trübung
kam es nach Starkniederschlagsereignis-
sen in den Einzugsgebieten von Elbe und
Lausitzer Neiße.
Der Betrieb der Multiparametersonde
Böhlen an der Pleiße wurde wegen Van-
Routineaufgaben 2016
Die Arbeiten konzentrierten sich auch
2016 auf die Datenerhebung im Rahmen
der überblicksmäßigen und operativen
Überwachung nach EU-WRRL, das FFH-
und SPA-Monitoring sowie die Bearbei-
tung von Bodenproben für die Generalle-
gende. Des Weiteren wurde die Analytik
des Luftmessnetzes übernommen. Diese
neue Aufgabe konnte wie alle ande-
ren Aufgaben des LfULG durch den Ge-
schäftsbereich erfüllt werden.
Allgemeine Wasseranalytik
Die Analyse der Hauptinhaltsstoffe, Verun-
reinigungen und Nebenbestandteile sowie
der wichtigsten Summen- und Einzelpa-
rameter erfolgte 2016 an 10.260 Wasser-
proben (Abb. 1).
Die zuständigen Wasserbehörden und das
LfULG wurden zeitnah über Schwellen-
wertüberschreitungen informiert. Deren
Zahl lag 2016 mit 608 erneut über der
des Vorjahres (522). Hintergrund dieser
Zunahme ist wiederum die Ausrichtung
der Messnetze auf kleinere Gewässer mit
starker landwirtschaftlicher Nutzung im
Einzugsgebiet sowie Belastungsschwer-
punkte des bisherigen Monitorings.
Mehrfach erfolgte eine Alarmauslösung
über den internationalen Warnplan „SOS-
Elbe“, wobei durch die tschechischen
Kollegen stets mitgeteilt wurde, dass
aufgrund getroffener Maßnahmen oder
Geringfügigkeit der Kontamination keine
dalismus Ende Januar 2016 eingestellt.
2016 erfolgte durch die Projektgruppe die
Untersuchung von Standgewässern nach
EU-WRRL und EU-Badegewässerverord-
nung. Neben den normalen Routinearbei-
ten mussten wieder verschiedene metho-
dische Arbeiten angegangen werden wie
die Einführung der Phosphat-Messung
mit Lichtleiterküvette (50 cm), der Auf-
bau einer Seeplattform für methodische
Fragestellungen zum Schichtungsverhal-
ten und den Einfluss von Sonnenlicht auf
die Chlorophyllmessung sowie die Verfei-
nerung von Untersuchungsmethoden zu
Makrophytenverödungen.
Vertreter der Projektgruppe Standgewäs-
ser leisteten außerdem einen wesentli-
chen Beitrag zur Normung mehrerer Me-
thoden (z. B. ISO-Entwurf zur Sichttiefe).
Spezielle Wasseranalytik
Bei der Analyse organischer Spurenstoffe
sowie der Konzentrationen von im Was-
ser gelöst oder partikulär vorliegenden
Kationen und Schwermetallen lag die
Gesamtanzahl der 2016 im Fachbereich
ermittelten Einzelparameter wie im Vor-
jahr bei deutlich über einer Million (Abb.
5). Neben der Aufnahme zahlreicher neu-
er Einzelparameter (Pharmawirkstoffe,
PSM) in das Messprogramm ist auch die
beträchtlich gesteigerte Analysenzahl im
Bereich LC/MS/MS dafür verantwortlich.
Die durchschnittliche Probenzahl im Be-
reich der Organik lag bei 320 pro Monat
und damit auf konstant hohem Niveau.
Die Zahl der an diesen Proben analysier-
ten Einzelparameter lag bei 839.661 und
damit leicht über dem Niveau des Vor-
jahres (Abb. 4).
Der Bereich Metallanalytik lag mit durch-
schnittlich 545 Proben im Monat wieder
im üblichen Bereich.
Der Fachbereich Spezielle Wasseranaly-
tik arbeitete methodisch weiter an der
weiteren Anpassung des Parameter- und
Methodenspektrums an die Anforderun-
gen der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Wie
im Vorjahr wurden 15 neue Organikpara-
meter in bestehende Methoden integriert
bzw. es wurden neue Methoden erarbei-
tet (z. B. eine Methode zur Bestimmung
von Chloressigsäuren mittels LC/MS/MS).
Darüber hinaus wurden zahlreiche Be-
stimmungsgrenzen an die gestiegenen
Anforderungen angepasst.
Das Fließinjektionssystem zur Analyse
von Quecksilber wurde durch ein moder-
nes System ersetzt (Abb. 6). Dieses ist mit
einer Goldfalle ausgerüstet und ermög-
licht deutlich niedrigere Bestimmungs-
grenzen.
Proben
Anzahl
Bemerkungen
In-situ-Gammaspektrometrie
44
Wasserproben insgesamt
10.260
Fließgewässer
6.319
Wochenmischproben
266
aus fünf Gewässergüte-
messstationen
Grundwasser
914
Standgewässer
311
mit chemischen Untersuchungen
Sonstige
1.913
BDF, Sonderproben, Luftmessnetz
Sedimente
497
TOC, AOX
Standgewässer (Tiefenprofil)
10.052
Sondenparameter
0
2000
4000
6000
8000
10000
12000
Sonstige
GW
OW
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Abb. 2: Entwicklung
Probendurchsatz
Allgemeine
Wasseranalytik
Abb. 3: Seeplattform mit Profiler
0
200000
400000
600000
800000
1000000
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Anzahl Einzelparameter Organik
Abb. 4: Ermittelte
Einzelparameter Organik
2005-2016
0
200000
400000
600000
800000
1000000
1200000
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Abb. 5: Ermittelte
Einzelparameter
Abb. 1: Allgemeine Wasseranalytik
FB 52 2009-2016

image
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36
| 37
|
Abb. 6: Hg-Analysator AULA – 254 Gold
Zustandsklasse an. Die Bestimmung und
Bewertung benthischer Algen erfordert
nach wie vor viel Arbeit zur Verbesserung
der Methodik und der taxonomischen
Grundkenntnisse. Dazu wurde 2013 ein
Forschungs- und Entwicklungsprojekt zur
Erstellung einer Check- und Roten Liste
der Zieralgen (einer wichtigen Gruppe
teils seltener, für die Gewässerqualität
indikativer Algen) in Zusammenarbeit
mit externen Experten begonnen, das
2016 mit der Veröffentlichung der Liste
erfolgreich abgeschlossen wurde.
Das Messprogramm für Phytoplankton
in Fließgewässern im Jahr 2016 umfass-
te 105 Proben an 13 Messstellen in acht
Flüssen. Diese Analysen werden durch
ebenso viele fluorometrische und nass-
Gewässerökologie
Wie in den Vorjahren erfolgte das Moni-
toring 2016 entsprechend den Anforde-
rungen des Messprogramms des LfULG
mit dem Ziel der Zustandsermittlung/-
bewertung von Oberflächenwasserkör-
pern und des Grundwassers nach den
Verfahren der EU-WRRL.
An Fließgewässern erfolgten an 222 Mess-
stellen Makrozoobenthosuntersuchungen
und -bewertung nach der AQEM-Me-
thode. Die Erfassung und Bewertung des
Makrozoobenthos dreier Oberflächen-
wasserkörper der Elbe erfolgte anhand
der PTI-Methode. 14 Fließgewässerun-
tersuchungen (Saprobienindex) fanden
im Rahmen des Flussperlmuschelmoni-
torings im Weiße Elster-Einzugsgebiet
sowie an Badegewässerzuläufen und auf
Anforderung von Kommunen in Ortschaf-
ten statt. Im Rahmen des Monitorings
an versauerten Bächen des Erzgebirges
wurde in acht Gewässern das Artenin-
ventar quantitativ erfasst und die daraus
resultierenden Säurezustandsklassen be-
rechnet. Erste Untersuchungen gab es im
Rahmen des Kleingewässer-Monitorings
des LfULG.
An 203 Fließgewässer-Messstellen wur-
den benthische Diatomeen und andere
Algen sowie Makrophyten erfasst und
bewertet (davon 110 durch Vergaben an
Dritte). Die Bewertungsergebnisse zeig-
ten für einige Fließgewässer erstmals ei-
nen Übergang von der mäßigen zur guten
chemische Chlorophyllbestimmungen er-
gänzt. Als Besonderheit im Jahr 2016 wie
auch schon in 2015 ist der ungewöhn-
liche Rückgang der Chlorophyll-Konzen-
tration und der Phytoplanktonbiomasse
in der Elbe im Sommer zu erwähnen. Die
fortgesetzte positive Entwicklung des
PhytoFluss-Bewertungsindex in der Elbe
spricht für eine tatsächliche Verbesse-
rung der Wasserqualität und gegen die im
Vorjahr geäußerte Vermutung, dass das
Algenwachstum möglicherweise durch
Schadstoffe beeinträchtigt sein könnte.
Auch Ergebnisse der Phytobenthosunter-
suchungen – erstmaliges nennenswertes
Auftreten von Makrophyten in der Elbe -
unterstützen diese Annahme.
An 17 Standgewässern mit 25 Messstel-
len wurden insgesamt 166 Phytoplank-
tonproben untersucht. Außerdem wurden
138 Diatomeenpräparate hergestellt und
138 Picoplanktonproben ausgewertet.
Zusätzlich erfolgte die Bearbeitung von
168 nasschemischen und 396 fluorome-
trischen Chlorophyllproben.
An einigen Standgewässern zeigte sich
in 2016 deutlich, dass die Phytoplank-
tondynamik u. a. stark von der fischerei-
lichen Bewirtschaftung beeinflusst wird.
So treten häufig größere Phytoplank-
tonentwicklungen gleichzeitig mit Be-
satzmaßnahmen von Maränen, die das
Zooplankton dezimieren auf, was wie-
derum zu verringertem Fraßdruck auf
das Phytoplankton führt. Inwieweit dies
zu Verschlechterungen der Bewertungen
nach WRRL führen kann, muss im weite-
ren Monitoring untersucht werden. Hier-
für sind insbesondere Untersuchungen
des Zooplanktons unerlässlich.
Bei den Makrophytenkartierungen (Was-
serpflanzen) an Standgewässern wurde
2016 erstmalig zusätzlich zur üblichen
Methodik ein Tauchroboter (ROV - Re-
motely Operated Vehicle) eingesetzt, um
die festgelegten Transekte per Video do-
kumentieren zu können. Dies ermöglicht
z. B. ohne den Einsatz von Tauchern eine
deutlich bessere Kenntnis der Makro-
phytenbedeckung, als dies mit der bisher
angewendeten Rechenmethode der Fall
ist. Sichtbar werden hierdurch auch die
Auswirkungen bzw. Schäden von zu ho-
hen Fischbeständen, die sonst unter der
Wasseroberfläche verborgen bleiben.
Abb. 7: Staurastrum brachiatoides: Erstfund einer
seltenen moortypischen Zieralge in Sachsen
»
Das Messprogramm für
Phytoplankton in
Fließgewässern im Jahr 2016
umfasste 105 Proben an
13 Messstellen in acht
Flüssen.
«
Abb. 9: Ausgedehnter Makrophytenbestand
im Berzdorfer See
Proben
Anzahl
Bemerkungen
Aufbereitung analysenfein
1.125
Stechzylinder
536
Kornverteilung
931
Bodenchemie komplett
750
pH, C, N, KAK, Nährstoffe,
oxalat und dith.
Elementtotalgehalte
903
Königswasserextrakt
1.076
Ammoniumnitratextrakt
1.010
Sedimente
470
Schwermetalle und Organik
BDF
956
Bodenwasser und Deposition
Den Schwerpunkt der bakteriologischen
Analytik bildeten in 2016 wieder die
Grundwasseruntersuchungen. Dabei zeig-
ten sich an 243 der 300 untersuchten
Messstellen auffällige Keimbelastungen
aus dem oberflächennahen Bereich. Bei
ca. einem Zehntel dieser Stellen kann
man wahrscheinlich von einem dau-
erhaften Einfluss von fäkal belastetem
Oberflächenwasser auf den GW-Leiter
ausgehen.
Bodenanalytik
Der Umfang der durchgeführten Fest-
stoffuntersuchungen 2016 ist in Abb. 11
dargestellt.
Gegenüber dem Vorjahr sind die Proben-
zahlen der Bodenanalytik gesunken, was
einerseits mit der Beendigung des Projek-
tes Generallegende und der Nichtbepro-
bung von BDF zusammenhängt, anderer-
seits mit der planmäßigen Absenkung der
Kapazität in diesem Bereich aufgrund der
Übernahme der Luftstaubanalytik. Be-
merkenswert ist die große Anzahl analy-
sierter BDF-Bodenwässer. Diese steht im
Zusammenhang mit der Erweiterung der
Anzahl von Saugkerzen bei der Sanierung
bestehender BDF II und der Inbetrieb-
nahme der Intensivmessfläche Köllitsch,
wo erstmals vier Horizonte mit Saugkerzen
bestückt wurden.
Abb. 10: Hochauflösendes GC-MS-System
Abb. 8: ROV - Remotely Operated Vehicle
Abb. 11: Feststoffuntersuchungen 2016

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38
| 39
|
Die Proben der Nassen Deposition wur-
den im Fachbereich 53 in Nossen ana-
lysiert. Der Ionenchromatograph zur si-
multanen Bestimmung der Kationen und
Anionen im sehr niedrigen Bereich hat
sich bewährt. Mit ihm sind Bestimmun-
gen aus einem Probenaliquot von nur 10
ml möglich. Der Ausschluss von Blind-
werteinflüssen wurde durch Einrichtung
einer separaten Filtrations- und Proben-
vorbereitungseinheit gewährleistet. Mit
dem umgerüsteten System zur Serien-
bestimmung von pH-Werten und der
elektrischen Leitfähigkeit in ionenarmen
Wässern konnte der störende Einfluss
von CO
2
aus der Umgebungsluft durch
automatisierte Zugabe von KCl und da-
Im Bereich Organik Feststoffe stellte die
Installation des ersten hochauflösenden
GC-MS-Systems (Abb. 10), verbunden
mit der Erarbeitung entsprechend neuer
Messmethoden eine große Herausforde-
rung dar. Mit dieser Beschaffung werden
die wachsenden Qualitätsanforderungen
hinsichtlich Empfindlichkeit und siche-
rer Identifizierung/Absicherung (bspw.
in der Biotaanalytik nach EU-Wasser-
rahmenrichtlinie) sichergestellt. Durch
die Aufnahme ganzer hochauflösender
Massenspektren wird auch das Nontar-
get-Screening möglich - ein neues Auf-
gabengebiet, das immer stärker in den
Fokus gerückt ist.
Analytik Luftmessnetz
Mit dem 01.01.2016 übernahm der Ge-
schäftsbereich 5 die Analytik für das
sächsische Luftmessnetz. Dazu gehören
Untersuchungen an Schwebstaub (Filter:
Schwermetalle, PAK, Ruß), Staubnieder-
schlag (Bergerhoff: Masse, Schwermetal-
le) sowie der Nassen Deposition.
Es kann festgehalten werden, dass diese
Übernahme gelungen ist. Auftragsüber-
nahme, Probenlogistik, Probenvorberei-
tung, Analytik und Datenhandling funkti-
onierten von Beginn an. Hinsichtlich der
Qualität der Analytik bescheinigte der
Geschäftsbereichsleiter 4 im Mai 2016
den nahtlosen Anschluss an die langjäh-
rigen Datenreihen.
Der Umfang der untersuchten Proben ist
in Abb. 12 dargestellt.
mit Erhöhung der Ionenstärke der Proben
verhindert werden.
Im Fachbereich 51 erfolgt die Analytik
am Schwebstaub und Staubniederschlag.
Eine große Herausforderung stellt nach
wie vor der OCEC-Analysator zur Rußbe-
stimmung dar. Als Nachteil erweist sich
das Fehlen zertifizierter Referenzmateri-
alien in diesem Bereich.
Messnetz Naturschutz
Das FFH-Grobmonitoring umfasste 2016
die Ersterfassung von FFH-Lebensraum-
typen (LRT) im Bereich von 11 Topogra-
phischen Karten (Maßstab 1:25.000)
und die Wiederholungskartierung (Ände-
rungsdetektion) in 16 FFH-Gebieten. Wie
in den vergangenen Jahren wurde – an-
gesichts des enormen Kartierungsumfan-
ges mit einer Anzahl von 2.945 LRT- und
Erwartungsflächen (ohne Überhänge aus
Vorjahr) - ein Großteil der Kartierung an
Auftragnehmer vergeben. Der Eigenanteil
des Fachbereichs 55 am Kartierumfang
betrug 275 Flächen und damit knapp 10 %.
Der Anteil erfasster und bewerteter LRT-
Flächen lag mit ca. 1.800 weit über dem
der Vorjahre, was v. a. auf die Lage der
Mehrzahl der Erwartungsflächen in den
extensivierten Hochlagen des Vogtlandes
und des Osterzgebirges zurückzuführen
ist.
Im FFH-Feinmonitoring der Lebensraum-
typen waren 2016 auf insgesamt 254
sachsenweit verteilten Probeflächen un-
terschiedlicher Lebensraumtypen Daten
zu erheben, insbesondere zur Vegetation
und im Fall der dystrophen Gewässer teil-
weise auch zu den Libellen (7 Flächen).
Die Eigenkartierung umfasste 74 Flächen
(ca. 30 % der Gesamtzahl an Probeflä-
chen). Gegenüber weit verbreiteten Le-
bensraumtypen wie „Flachland-Mähwie-
sen“ hatten seltene und hoch gefährdete
Lebensraumtypen wie „Feuchte Heiden“,
„Kalktuff-Quellen“ und „Kalkreiche Nie-
dermoore“ einen hohen Anteil am Un-
tersuchungsprogramm. Nachdem in den
letzten Jahren im Bereich der Moor-LRT
die Einbindung hydromorphologischer
Analysen mit Erfolg etabliert wurde,
konnte 2016 erstmals die Einbindung von
Grundwasserpegeldaten getestet wer-
den. Auch hier ließen sich Qualität und
Belastbarkeit der Daten verbessern. Posi-
tiv wirkte sich zudem die versuchsweise
Einbindung von laserbasierten, digitalen
Höheninformationen (DGM2) bei der Ab-
grenzung von LRT-Flächen aus.
Im FFH-Feinmonitoring-Arten wurden
2016 drei neue Arbeitspakete begonnen:
Entomofauna-Feinmonitoring Arten-
paket 2 mit 63 Untersuchungsgebieten
zum Eremit und Datenkonsolidierung
aus Erfassungen 2012/2013 in Zusam-
menarbeit mit dem Kartierernetz der
Entomofaunistischen Gesellschaft e. V.;
Biber-Feinmonitoring
Winterhalb-
jahr 2016/17 2. Kartierdurchgang in
sechs Untersuchungsgebieten mit ca.
192 Revieren in Zusammenarbeit mit
dem Biber-Revierbetreuernetzwerk im
Bibe r management
des
Naturpark
Dü-
bener Heide e. V.;
Fledermaus-Winterquartier-Feinmo-
nitoring 2016-2018 in 15 Winterquar-
tieren (25 Erfassungseinheiten) in Zu-
sammenarbeit mit dem Kartierernetz
des NABU-Landesverbandes Sachsen.
Das in Zusammenarbeit mit dem Kar-
tierernetz der Entomofaunistischen
Gesellschaft e. V. seit 2014 laufen-
de Feinmonitoringprogramm zu vier
Schmetterlings- und sieben Libellenar-
ten wurde 2016 in insgesamt 169 Un-
tersuchungsgebieten fortgesetzt und
im Februar 2016 eine Kartiererschulung
durchgeführt. Die bereits seit dem Win-
terhalbjahr 2014/2015 laufenden Sicht-
zählungen in 14 Fledermaus-Winter-
quartieren wurden im Rahmen des für
2014-2016 geschlossenen Werkvertrages
mit dem NABU-Landesverband Sachsen
im Winterhalbjahr 2015/16 wiederholt
durchgeführt. Mittels Fotofallen-Licht-
schranken-Anlagen wurden zudem in
vier Fledermaus-Winterquartieren zu-
sätzlich während des Frühjahrsausflugs
die Überwinterungsbestände ermittelt.
In zwei dieser Winterquartiere führte
Technikausfall (Blankenstein) bzw. Ka-
meradiebstahl und Vandalismus (Linda,
Thelersberger Stolln) leider zu signifi-
Proben
Anzahl
Bemerkungen
Nasse Deposition
650
pH, Lf, Kationen, Anionen
Schwermetalle Staubfilter
1.146
PAK Staubfilter
1.298
Ruß (TC, EC, OC) Staubfilter
1.222
Staubniederschlag
161
Menge, Schwermetalle
Abb. 13: Ionenchromatograph zur Bestimmung von Anionen und Kationen in Proben der Nassen Deposition
Abb. 14: Kartierkulisse 2016 für das
Grobmonitoring der FFH-Lebens-
raumtypen und Bearbeitungsstand
insgesamt
Abb. 15: Borstgrasrasen mit Arnika bei Satzung (Foto: Archiv BfUL; M. Jedrzejewska-Lange 2016)
Abb. 12: Durchgeführte Analysen im Luftmessnetz

image
image
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40
| 41
|
Abb. 16: Infrarot-Videotechnik zur Qualitätssicherung
von Ausflugzählungen in Fledermaus-Sommerquartieren
(Foto: Archiv BfUL; S. Malt 2016)
bandes Sachsen konnte das bereits seit
2015 laufende Feinmonitoringprogramm
in 141 Fledermaus-Sommerquartieren
auch 2016 wieder durchgeführt werden.
Des weiteren wurden im Rahmen ei-
nes seit 2015 laufenden Werkvertrages
2016 abschließend insgesamt 16 Unter-
suchungsgebiete (UG) zu Schmaler und
Bauchiger Windelschnecke untersucht
und bewertet.
Im Rahmen des SPA-Monitorings wur-
den auf einer Fläche von insgesamt etwa
52.000 ha, verteilt auf 14 Gebiete, aus-
gewählte Brutvogelarten kartiert. In ei-
kanten Datenlücken, so dass die durch
standardmäßige Sichtzählung ermit-
telten Bestandszahlen überwinternder
Fledermausarten dort nicht zusätzlich
mittels der Fotofallen/Lichtschranken-
basierten Bestandszahlen überprüft und
fehlerbewertet werden konnten. Mittels
HOBO-Mikroklima-Datenloggern wur-
den zudem in zwei Winterquartieren
Verlaufsmessungen von Luft-Temperatur
und relativer Luftfeuchtigkeit über die
Wintersaison 2016/17 aufgezeichnet und
zur Einschätzung der Quartierqualitäten
herangezogen. In Zusammenarbeit mit
dem Kartierernetz des NABU-Landesver-
nem Gebiet mit ca. 3.700 ha konnte das
Monitoring durch Mitarbeiter der Vogel-
schutzwarte abgesichert werden. Für die
anderen Gebiete wurden Ornithologen
aus dem ehrenamtlichen Kartierernetz
der ornithologischen Fachverbände Sach-
sens sowie Fachbüros beauftragt.
Darüber hinaus wurden in 10 Gebieten
mit insgesamt 2.487 ha mit einem neuen
Durchgang des Wasservogelbrutmonito-
rings begonnen bzw. die Erfassungen des
Vorjahres fortgeführt. In drei dieser Gebiete
(1.092 ha) erfolgten die Erfassungen durch
die Mitarbeiter der Vogelschutzwarte.
An der internationalen Wasservogel-
zählung in Sachsen, die von der Vogel-
schutzwarte koordiniert und ausgewertet
wird, beteiligten sich im Winterhalbjahr
2015/2016 etwa 165 Ornithologen. Die-
se führten an mehreren festgelegten Ter-
minen 962 Zählungen durch, mit denen
eine Erfassung von 170 Zählgebieten in
ganz Sachsen gelang. Die monatlich von
September bis April erfolgten Zählun-
gen erbrachten Gesamtzahlen zwischen
23.000 (April 2016, 62 gezählte Gebiete)
und 120.000 (November 2015, 159 ge-
zählte Gebiete) Wasservögeln. Ergänzend
wurden an 19 potenziellen Gänse-Über-
nachtungsgewässern an je vier Termi-
nen Sonderzählungen durchgeführt, bei
denen insgesamt zwischen 9.000 (März
2016) und 67.000 (November 2015) Vö-
gel festgestellt wurden.
Im Jahr 2016 wurde der Bericht über die
Ergebnisse des Monitorings von Kormo-
ran, Graureiher und Silberreiher in Sach-
sen 2015 fertiggestellt. An diesen Zäh-
lungen beteiligten sich 81 Personen.
Mit 74 ehrenamtlichen Kartierern konn-
ten 2016 im Monitoring häufiger Brut-
vogelarten, einem nationalen Monito-
ringprogramm des Bundes, 102 Flächen
bearbeitet werden. Die Erfassung der
häufigen Brutvogelarten auf den Probe-
flächen lieferte einschließlich der Einzel-
nachweise seltener Arten insgesamt ca.
4.600 Datensätze mit ca. 16.000 Revieren
zu über 135 Vogelarten.
Wie in den vergangenen Jahren führ-
te die Vogelschutzwarte auch 2016 die
Erfassung des Wiedehopfes im Gebiet
Bergbaufolgelandschaft Lohsa fort. Es
wurden 43 Nisthilfen untersucht. Die 13
festgestellten Brutpaare zogen im Jahr
2016 insgesamt 46 Jungvögel auf.
Ringversuche
Das Sachgebiet Qualitätsmanagement
ist über die LAWA-Arbeitsgruppen in das
System der Länderübergreifenden Ring-
versuche nach Fachmodul Wasser ein-
gebunden. 2016 wurde der Ringversuch
Chlorophyll in Oberflächenwasser ausge-
richtet und bei der Durchführung von drei
weiteren Ringversuchen Unterstützung
geleistet (Abb. 19).
Außerhalb des Systems der länder-
übergreifenden Ringversuche wurde im
September 2016 gemeinsam mit dem
Fachbereich „Gewässerökologie“ der Va-
lidierungs-Ringversuch zur Analytik von
Abb. 17: Im Jahr 2016 kartierte SPA-Gebiete und Wasservogelbrutmonitoring in Sachsen
Ringversuch
Ausgabe-
datum
Matrix
Parameter
Ausrichter
Bundesland
für sächs.
Labore
Teilnehmer
bei der BfUL
Anzahl
sächsischer
Teilnehmer
41. LÜRV
12.04.16
Grund- und
Rohwasser
Polyzyklische
Aromatische
Kohlenwasserstoffe
Hamburg
-
17
LÜRV B 8
12.05.16
Oberflächen-
wasser
Chlorophylla Phaeophytin
Sachsen
81
4
42. LÜRV
14.09.16
Abwasser
LHKW
BTEX
Baden-
Württemberg
-
19
43. LÜRV
08.11.16
Abwasser
Ammonium-Stickstoff
Nitrat-Stickstoff
Nitrit-Stickstoff
Gesamt-Phosphor
Cyanid, gesamt Cyanid,
leicht freisetzbar
Chrom (VI)
Nieder-
sachsen
-
28
Abb. 18: Uhu (Bubo bubo) mit Jungvogel
(Foto: Mario Keitel/
Archiv Vogelschutzwarte Neschwitz)
Abb. 19: Ringversuche 2016

image
image
42
| 43
|
Die Sauerstoffsättigungsverteilung 2016
ist in Abb. 22 für die Messstelle im Ba-
debereich dargestellt. Innerhalb der
Sommerstagnation bildet sich am Grund
zeitweitweise ein sauerstofffreies Hypo-
limnion aus, das für relativ flache Kies-
gruben nicht untypisch ist. Im Bereich
der Sprungschicht treten im Juni höhere
Sauerstoffsättigungen auf. Ein metalim-
nisches Sauerstoffdefizit, wie bei Ge-
Chlorophyll in Oberflächenwasser wie-
derholt. Nach erfolgreichem Abschluss
der Überarbeitung dieses photometri-
schen Verfahrens wird die Norm dem-
nächst als DIN 38409-H60 in der Samm-
lung „Deutsche Einheitsverfahren zur
Wasser-, Abwasser- und Schlammunter-
suchung - Summarische Wirkungs- und
Stoffkenngrößen“ veröffentlicht.
Im Rahmen der Qualitätssichungsmaß-
nahmen der Arbeitsgruppe „Qualitäts-
sicherung-Elbemonitoring“ der Flussge-
bietsgemeinschaft (FGG) Elbe wurde in
Zusammenarbeit mit dem Fachbereich
„Spezielle Wasseranalytik“ im November
2016 eine Vergleichsuntersuchung zu
den Watch-List-Parametern der Wasser-
rahmenrichtlinie Triclosan, Diflufenican,
Bentazon und ausgewählten Neonicoti-
noiden durchgeführt. Teilnehmer waren
acht staatliche Labore und ein Privatla-
bor, das als Unterauftragnehmer an der
Analytik beteiligt ist. Die Ergebnisse wur-
den in der Arbeitsgruppe der FGG Elbe
bewertet und ermöglichen Rückschlüsse
für die weitere Analytik der Länderlabore.
Ausgewählte Schwerpunkte 2016
Untersuchungen an der Kiesgrube
Birkwitz-Pratzschwitz
2016 bildete die Kiesgrube Birkwitz-
Pratzschwitz einen Schwerpunkt der
Standgewässer-Untersuchungen. Dabei
stand die Frage nach dem Einfluss der
Kiesgewinnung (Einleitung von Wasch-
wasser) auf eine mögliche Eutrophierung
des Gewässers im Vordergrund. Neben
der bekannten Messstelle im Badebereich
(OBS06400) wurde eine weitere im Berg-
bauschutzgebiet (OBS06410) beprobt.
Erwartungsgemäß sind Unterschiede bei
den Sichttiefen zu beobachten (Abb. 20).
Die Gehalte an Gesamtphosphor in der
Frühjahrszirkulationsprobe und den
nachfolgenden epilimnischen Mischpro-
ben entsprechen im Wesentlichen den
Gehalten von 2014 (Abb. 21).
wässern mit höherer Biomasseproduk-
tion (tote Algen sinken erstmal bis zur
Sprungschicht ab, verbleiben dort etwas
länger und werden teilweise abgebaut,
so dass sie damit ein „Sauerstoffdefizit“
verursachen) konnte nicht nachgewiesen
werden. Das steht auch im Einklang mit
dem ermittelten geringen Biovolumen
(BV) an Algen.
Bei den Untersuchungen der Zusammen-
setzung der Algen zeigte sich, dass bei den
Probenahmen 12 Gruppen (die z. T. nur aus
einzelnen Arten bestehen) mehr als 80 %
des Biovolumens repräsentieren (mit
einer Ausnahme: 12.09.2016 bergbau-
beeinflusste Messstelle – nur ca. 65 %).
Während der Badesaison dominieren
Rhodomonas lacustris var. nannoplanctica
und Ceratium hirundinella. Eine etwas
geringere Häufigkeit (ca. 10-20 % vom
Biovolumen (BV)) weisen die Arten Gym-
nodinium helveticum (hetrotroph), Chry-
sochromulina parva, Dinobryon divergens
(nur im Juni) und Anabaena lemmermannii
(nur im Juli) auf. Im August ändert sich
die Phytoplankton-Zusammensetzung
extrem. Diatomeen (Centrales + Fragila-
ria) dominieren mit fast bzw. über 50 %
des Biovolumens. Anabaena lemmermannii
erreicht maximal 0,1 % des Biovolumens.
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
MKZOBS06400
MKZOBS06410
14.4.
19.5.
16.6.
11.7.
8.8
12.9.
12.10.
10
Probenahmedatum
Sichttiefe (m)
Abb. 20 Gegenüberstellung der Sichttiefen der beiden Messstellen – OBS06400
befindet sich im Badebereich – OBS06410 im Bergbaubereich
0,000
0,005
0,010
0,015
0,020
0,025
0,030
1.3.
1.4.
1.5.
1.6.
1.7.
1.8.
1.9.
1.10.
Probenahmedatum
TP (mg/l)
2014
2016
Abb. 21: TP (mg/l) im Epilimnion, bei der ersten Probenahme (Zirkulation) wurde der Bereich
von 0-10 m beprobt - Messstelle OBS06400 (Badebereich) 2014 und 2016
Abb. 22: Graphische Darstellung (Xcat) der Sauer-
stoffsättigungen (%) an der OBS06400 (Badebe-
reich) 2016 – Daten zwischen den Probenahmen
wurden interpoliert
Abb. 23: Anteil des Biovolumens der 12 wichtigsten gebildeten Algen-Gruppen – die Summe
der einzelnen Biovolumenanteile der Gruppen ist größer 80 % (Messstelle im Badebereich)
Eine deutliche Verschlechterung der
Wasserqualität, d. h. Eutrophierung ist
anhand der dargestellten Untersuchungs-
ergebnisse nicht ableitbar.

image
Geschäftsbereich 6
Landwirtschaftliches
Untersuchungswesen
Untersuchung landwirtschaftlicher Pro-
duktionsmittel und Erzeugnisse sowie
phytopathologische Diagnostik
Amtliche Düngemittelverkehrs-
kontrolle;
Untersuchungen von Böden auf
Humus-, Nährstoff-, Schwermetall-
gehalte;
Analyse von Futtermitteln, Pflanzen,
Fleisch und Fisch auf Schwermetalle;
Amtliche Futtermittelanalytik
(Inhalts- , Zusatz- , unerwünschte
und verbotene Stoffe);
Untersuchung verschiedenster
landwirtschaftlicher Produktions-
mittel und Erzeugnisse auf organische
Schadstoffe (z. B. Pflanzenschutz-
mittel, PCB);
Begleitung von Monitoring-Program-
men (z. B. Mykotoxine in sächsischem
Getreide);
Grundfutterqualitätsprogramm;
Analytik im Rahmen der EU- und
Landessortenprüfung;
Analytik auf gentechnisch veränderte
Organismen bei Futtermitteln und
Saatgut;
Beschaffenheitsprüfung von Saatgut
(Anerkennung und Saatgut-Verkehrs-
kontrolle);
Besondere Ernteermittlung (BEE)
zur Ertragsabschätzung für StaLA
Kamenz;
Mikrobiologische Untersuchungen
von Futtermitteln, Düngemitteln und
Bioaerosolen;
Untersuchung von pflanzlichen
Warensendungen (Export, Import,
innergemeinschaftliches Verbringen,)
Zuchtmaterial, Pflanzen und Böden
aus Bestandskontrollen auf
Quaran täne-Schadorganismen;
Gesundheitsprüfungen an Saat- und
Pflanzgut im Rahmen von Anerken-
nungsverfahren und Saatgutverkehrs-
kontrollen;
Diagnostik von Schaderregern an
Pflanzen im Rahmen der Schad-
erregerüberwachung sowie bei Ver-
suchs- und Monitoring-Programmen.
Akkreditiertes Laboratorium
Nach DIN EN ISO/IEC 17025 (seit
1997), der International Seed Testing
Association ISTA und für die Kontrolle
von EG-Düngemitteln.
Nationales Referenzlabor
Für die Zulassung von Zusatzstoffen
zur Verwendung in der Tierernährung
und für gentechnisch veränderte
Organismen.
44 |
| 45
Moderne Landwirtschaft
Umweltgerecht und sicher
27 %
Steigerung der untersuchten
Pflanzen- und Futtermittel-
proben zum Vorjahr
332.753
Parameter an ca. 50.000 Proben gemessen

image
46
| 47
|
Untersuchungen im Rahmen der
amtlichen Futtermittelüberwachung
Der Geschäftsbereich 6 ist vom Sächsi­
schen Staatsministerium für Soziales und
Verbraucherschutz mit den Untersuchun­
gen im Rahmen der amtlichen Futtermit­
telüberwachung beauftragt.
Das Kontrollprogramm Futtermittel ist
bundesweit koordiniert und als Bestand­
teil des Mehrjährigen Nationalen Kon­
trollplans 2012­2016 (MNKP) unter dem
Stichwort „Futtermittelüberwachung“
Aufgaben im Jahr 2016
Düngemittelverkehrskontrolle in Sachsen
Aufgabe der amtlichen Düngemittelver­
kehrskontrolle (DVK) ist es, die Einhaltung
der Vorschriften des Düngemittelrechts
beim Hersteller oder Händler (Inverkehr­
bringer) der Düngemittel, Bodenhilfsstof­
fe, Kultursubstrate oder Pflanzenhilfsmit­
tel zu überwachen. Neben dem Schutz
der Verbraucher vor Täuschungen im
Düngemittelhandel ist es vor allem eine
Aufgabe der DVK sicherzustellen, dass
es bei sachgerechter Anwendung der
Düngemittel zu keiner Schädigung der
Fruchtbarkeit des Bodens oder der Ge­
sundheit von Menschen, Haustieren und
Nutzpflanzen kommt.
Der Geschäftsbereich Landwirtschaftli­
ches Untersuchungswesen übernimmt
die Analytik der Düngemittel für den Voll­
zug der DVK durch das LfULG.
Im Jahr 2016 wurden insgesamt 340 amt­
liche Beprobungen und Untersuchungen
durch die Düngemittelverkehrskontrolle
vorgenommen (Abb. 2). Je nach Dünge­
mitteltyp sind Analysenmethoden nach
nationalem oder europäischem Recht
anzuwenden. Die am häufigsten kontrol­
lierten Düngemittel waren mineralische
NP­, NPK­Düngemittel (Abb. 1) und or­
ganische sowie organisch­mineralische
Dünge mittel.
be schrieben. Damit wird der Forderung
gemäß Artikel 41 der Verordnung (EG) Nr.
882/2004 des Europäischen Parlamen­
tes und des Rates vom 29.04.2004 über
amtliche Kontrollen zur Überprüfung der
Einhaltung des Lebensmittel­ und Fut­
termittelrechts sowie der Bestimmungen
über Tiergesundheit und Tierschutz, wo­
nach jeder Mitgliedstaat einen solchen
Kontrollplan erstellen soll, Rechnung ge­
tragen.
Mit dem Ziel der Überprüfung der De­
klaration und der Einhaltung der ge­
setzlichen Vorgaben können über 90
verschiedene Parameter in Futtermitteln
untersucht werden.
Im Jahr 2016 wurden unangekündigt und
stichprobenartig 849 Proben (Abb. 3) bei
Herstellern, Händlern und Landwirten
gezogen. Wie in den Vorjahren lag der
Schwerpunkt wieder bei der Untersu­
chung auf unerwünschte und verbotene
Stoffe. Im Durchschnitt wurde auf 6,7
Parameter pro Probe untersucht.
Sächsisches Messnetz Futtermittel
Das LfULG betreibt seit 2014 ein Messnetz
„Futtermittel“. Dieses Messnetz dient der
sächsischen Agrarverwaltung als ein In­
strument zur vorausschauenden Risiko­
bewertung in der Lebensmittelkette und
in der Umweltwirkung der Tierhaltung.
Durch ein Monitoring von Grundfutter­
mitteln soll die Situation und die Qualität
dieser wirtschaftseigenen Futtermittel im
Freistaat widergespiegelt werden, um ge­
gebenenfalls rechtzeitig Handlungsemp­
fehlungen ableiten zu können.
Der Fachbereich 62 hat im vergangenen
Jahr im Rahmen des Messnetzes „Fut­
termittel“ 520 Grundfuttermittel unter­
sucht (Abb. 4). Neben der sensorischen
Bewertung und der Untersuchung auf
den Futterwert bestimmende Inhaltsstof­
fe wurden auch unerwünschte Stoffe wie
Schwermetalle oder Mykotoxine stich­
probenhaft in den Grundfuttermitteln
analysiert. Aussagen zum Konservierer­
folg und zur mikrobiologischen Qualität
von Silagen konnten ebenfalls aus den
Untersuchungen abgeleitet werden. Seit
2015 wird auch der Futterwert von hei­
mischen Körnerleguminosen bestimmt.
Die Ergebnisse dieser Futtermittelanaly­
sen wurden im Rahmen der Ausbildung
an den sächsischen Fachschulen für
Landwirtschaft genutzt, um theoreti­
sche Inhalte mit konkreten praktischen
Anwendungen zur Futterqualität in der
regionalen Landwirtschaft zu verbinden.
Pflanzenschutzmittel-
Anwendungskontrolle
Die Einhaltung der Vorschriften der Ver­
ordnung (EG) 1107/2009 über das Inver­
kehrbringen von Pflanzenschutzmitteln,
das Pflanzenschutzgesetz und der hierauf
beruhenden Verordnungen, wie z. B. der
Pflanzenschutzanwendungsverordnung
wird in Deutschland von den Bundeslän­
dern kontrolliert.
Die Kontrollen zur Anwendung von Pflan­
zenschutzmitteln erfolgen durch das
LfULG in Form von:
Kontrollen in Betrieben (Betriebs­
prüfungen);
Kontrollen auf Flächen während der
Anwendung von Pflanzenschutzmit­
teln;
Kontrollen auf Flächen nach der An­
wendung von Pflanzenschutzmitteln.
Die für diese Kontrollen erforderliche
Analytik erfolgt im Fachbereich 62.
Ein Schwerpunkt der Kontrollen im Jahr
2016 betraf die Anwendung von Pflan­
zenschutzmitteln im sächsischen Wein­
bau, aufgrund von Funden eines im
Weinbau nicht zugelassenen insektiziden
Wirkstoffes (Dimethoat) in beprobten
Weinen durch die LUA.
Abb. 1: Vielfältige mineralische Düngemittel
zur Untersuchung im Rahmen
der Düngemittelverkehrskontrolle
Proben
Anzahl analysierter Proben
EG­Düngemittel
156
Düngemittel nach VO (EG) Nr. 764/2008
(freier Warenverkehr)
7
Mineraldüngemittel (national)
34
Organisch und organisch­mineralische
Düngemittel (Kleinverpackungen, Garten­ und
Baumarktprodukte)
23
Organische Düngemittel (u. a. Komposte,
Klärschlämme, Gärrückstände, tierische
Nebenprodukte)
59
Kultursubstrate
26
Bodenhilfsstoffe
1
Wirtschaftsdünger
34
Abb. 2: Amtliche Probenahmen und Untersuchungen im Rahmen der DVK 2016
Abb. 4: Probenumfang Messnetz „Futtermittel“ für 2016
Abb. 3: Anzahl der Untersuchungen des GB 6 an
Pflanzen­ und Futtermittelproben
2014
2015
2016
Matrix
Proben-
anzahl
Para-
meter
Proben-
anzahl
Para-
meter
Proben-
anzahl
Para-
meter
Pflanze /
Futter­
mittel
gesamt
13.881
113.415
11.047
94.473
14.019
126.795
davon:
Amt­
liche
Futter­
mittel
gesamt
1.082
7.176
963
6.542
849
5.663
Grund­
futter
gesamt
491
9.820
453
10.419
520
11.960
Pflanzen gesamt
12.308
96.419
9.631
77.512
12.650
109.172
davon:
Dritte
210
210
209
210
166
166
DLG/VFT
23
109
24
93
6
40
Abt.
­LfULG
12.075
96.100
9.398
77.209
12.478
108.966
Untersuchungsgegenstand
Probenanzahl
Sensorik
520
Inhaltsstoffe – Futterwert
520
Mineralstoffe
520
Spurenelemente
520
Schwermetalle
54
Mykotoxine
39
Konserviererfolg
­ davon Gärsäuren und Ethanol
333
156
Mikrobiologische Qualität
79
Körnerleguminosen
46

48
| 49
|
GVO-Saatgutmonitoring 2016
Im Rahmen des sächsischen Saatgutmo-
nitorings auf gentechnisch veränderte
Organismen (GVO) kamen insgesamt 43
Saatgutproben der Fruchtarten Mais und
Raps zur Untersuchung (Abb. 5).
Die Untersuchungen erfolgten nach dem
in der amtlichen Sammlung von Unter-
suchungsverfahren nach § 28b GenTG
beschriebenen Untersuchungsablauf zum
Nachweis gentechnischer Veränderungen
in Saatgut [Dokument G 30.00-2, Juli
2012]. Zum Nachweis gentechnischer
Veränderungen kamen molekularbiologi-
sche Methoden, basierend auf der real-
time PCR, zum Einsatz.
Die Probenahme und Analytik hatte das
Ziel aufzuklären, ob für den Wirkstoff-
nachweis im Wein eine unsachgemäße
Anwendung oder eine Abdrift von Nach-
barflächen verantwortlich war.
Problematisch war in diesem Zusammen-
hang der lange Zeitraum zwischen der
vermuteten Anwendung (7/2015) und der
Probenahme (2/2016) bei einem Wirkstoff
mit relativ schneller Metabolisierung.
Im Laufe der Beprobungen zeigte sich,
dass die untersuchte Rinde der Weinstö-
cke für eine retrospektive Untersuchung
der Anwendung einzelner Wirkstoffe sehr
gut geeignet ist.
Im Jahr 2016 wurden im Rahmen der
Kontrollen insgesamt 110 Rindenproben
auf jeweils 154 Wirkstoffe untersucht.
42 der untersuchten Wirkstoffe konnten
nachgewiesen und quantifiziert werden.
Neben dem im Weinbau nicht zugelasse-
nen Dimethoat wurden im Jahr 2016 drei
weitere im Weinbau nicht zugelassene
Wirkstoffe in den Rindenproben nachge-
wiesen.
Ferner konnte gezeigt werden, dass kein
Übergang von Dimethoat von der Rinde
in Blatt oder Traube erfolgt und somit
nachfolgende Lesen durch die vorjährige
Anwendung nicht gefährdet sind.
Kontrolle der Einhaltung
von Vermarktungsnormen
Im Rahmen der Kontrolle der Einhal-
tung der Vermarktungsnormen für Ge-
flügelfleisch nach Verordnung (EG) Nr.
543/2008 wurden im Jahr 2016 vom
Kontrolldienst Agrarwirtschaft des LfULG
insgesamt 39 Geflügelproben (6 Pro-
ben tiefgefrorene Geflügelschlachtkör-
per und 33 Proben Geflügelteilstücke)
zur Untersuchung eingesandt. Diese
Untersuchungen beinhalten bei tiefge-
frorenen Geflügelschlachtkörpern die
Bestimmung des Auftauverlustes an je-
weils 20 Schlachtkörpern pro Probe und
bei Geflügelteilstücken die Bestimmung
des Fremdwassergehaltes anhand des
Wasser/Rohprotein-Verhältnisses. In der
Verordnung festgelegte Werte für den
Auftauverlust bzw. das Wasser/Rohprote-
in-Verhältnis dürfen nicht überschritten
werden.
In Abb. 6 ist der Probenumfang der Saat-
gutprüfung im Jahr 2016 zusammenge-
stellt.
Weitere Aufgaben im Saatgutlabor sind
versuchsbegleitende Untersuchungen für
das LfULG:
Fruchtinhaltsstoffe und Festigkeit von
Äpfeln und Tomaten sowie
Nitratgehalte in Kartoffeln.
Der Probenumfang für diese Untersu-
chungen betrug 2016 insgesamt 514 Pro-
ben.
Das Saatgutlabor im Fachbereich 64 ist
von der International Seed Testing As-
sociation (ISTA) akkreditiert und führt
nach deren vorgeschriebenen Metho-
den die geforderten Prüfungen durch.
Das letzte Audit im Rahmen der ISTA-
Akkreditierung erfolgte im März 2016
und wurde erfolgreich abgeschlossen.
Damit gilt die ISTA-Akkreditierung wei-
tere drei Jahre. Die Akkreditierung be-
inhaltet eine regelmäßige Teilnahme an
Proficiency Tests (Laboreignungstest) der
ISTA. Der Fachbereich 64 hat 2016 an
drei ISTA-Proficiency Tests teilgenommen
und diese erfolgreich absolviert. Die IS-
TA-Akkreditierung ist Voraussetzung für
die Erstellung von ISTA-Zertifikaten für
den internationalen Saatguthandel. Im
Berichtszeitraum wurden insgesamt 102
ISTA-Zertifikate ausgestellt.
Der Fachbereich 64 ist Mitglied der Fach-
gruppe Saatgut des VDLUFA. Hier wer-
den gemeinsam Methoden entwickelt,
in methodischen Ringanalysen geprüft,
bewertet und zur Validierung bei der ISTA
vorgeschlagen.
Phytopathologische Untersuchungen
Im Fachbereich 65 werden Pflanzen und
Bodenproben auf pflanzenpathogene
Schadorganismen wie Insekten, Nema-
toden, Phytoplasmen, Bakterien, Pilze,
Viren und Viroide untersucht. Der größte
Teil der Proben stammte auch 2016 aus
der Kontrolltätigkeit des LfULG. Diese
Leistungen umfassten die Diagnosen von
Quarantäne-Schaderregern in den Berei-
chen Virologie, Bakteriologie, Mykologie
und Zoologie. Spezielle Untersuchun-
gen erfolgten im Rahmen von Ex- und
Importen bzw. von EU-Monitoring-Pro-
grammen. Gesundheitsprüfungen bei
Pflanzgut gehörten ebenso zum Unter-
suchungsspektrum wie Untersuchungen
hinsichtlich meldepflichtiger Schaderre-
ger im Garten- und Obstbau (Feuerbrand,
Apfeltriebsucht, Phytophthora ramorum)
sowie bei land- und forstwirtschaftlichen
Kulturen (Kartoffelzystennematoden,
Kiefernholznematoden).
Ein weiterer großer Teil der Diagnose-
anforderungen ergibt sich alljährlich
aus den vielfältigen Anforderungen der
Schaderregerüberwachung des LfULG im
Acker- und Gartenbau sowie aus pflan-
zenbaulichen Versuchen. Hier standen
vor allem zoologische und mykologische
Spezialdiagnosen, wie z. B. ein umfang-
reiches Fusarium- / DON-Monitoring und
Untersuchungen auf Steinbrand (Tilletia
caries / controversa) für den ökologischen
und konventionellen Anbau sowie Zu-
arbeiten für die Datenerhebung für den
Pflanzenschutzwarndienst (ZEPP, ISIP) im
Fokus. Darüber hinaus erfolgten zahlrei-
che Gesundheitsprüfungen von Saatgut
im Rahmen des amtlichen Anerken-
nungsverfahrens.
Wichtige gartenbauliche Spezial- und
Pflanzenzuchtbetriebe nahmen gleich-
falls Diagnoseleistungen in Anspruch.
Die im Fachbereich 65 untersuchte Ge-
samtprobenzahl war im Jahr 2016 etwas
niedriger als im Vorjahr (Abb. 7). Die Ur-
sache liegt im Auftreten des Quarantä-
neschaderregers Xylella fastidiosa, der
ein sofortiges Umschalten der Analytik
erforderte, so dass im Zeitraum Juni bis
Oktober 2016 viele Proben des LfULG ins-
besondere aus der Schaderregerüberwa-
chung kurzfristig zurückgestellt werden
mussten.
Im Rahmen der Qualitätssicherung nah-
men die Mitarbeiter/innen des Fachbe-
reiches 2016 insgesamt an vier Laborver-
gleichsuntersuchungen erfolgreich teil.
Untersuchungen zum Quarantäne-
Schaderreger Xylella fastidiosa
Anlässlich Monitorings von Quarantäne-
schaderregern erfolgte im Jahr 2016 bei
einer Betriebskontrolle in einer Gärtnerei
im sächsischen Vogtland der Nachweis
des Bakteriums Xylella fastidiosa an einer
Oleander-Pflanze. Es handelte sich um
einen Erstnachweis dieses Bakteriums für
Deutschland. In Südeuropa tritt Xylella
fastidiosa bereits seit einigen Jahren auf
und richtet insbesondere im italienischen
Olivenanbau große Schäden an.
Aufgrund der Bestimmung des EU-
Durchführungsbeschlusses 2015/789
wurden nach dem Nachweis des Bakte-
riums in Sachsen eine Befallszone (100
m Radius) und eine Pufferzone (10 km
Radius) abgegrenzt. Sowohl Befalls- als
auch Pufferzone unterliegen einem regel-
mäßigen intensiven Monitoring, um einer
möglichen Ausbreitung des Bakteriums
vorzubeugen.
Das Bakterium wird durch Zikaden (ins-
besondere der Wiesenschaumzikade) von
einer Pflanze auf die andere übertragen.
Der Nachweis von Xylella fastidiosa er-
folgt mit molekularbiologischen Verfah-
ren (real-time PCR und konventionelle
PCR).
Im Jahr 2016 wurden im Fachbereich
Phytopathologie insgesamt 369 sächsi-
sche Pflanzenproben auf Xylella fastidiosa
untersucht. An insgesamt fünf Proben,
die alle aus den Gewächshäusern be-
sagter Gärtnerei stammten, erfolgte ein
Nachweis des Erregers. Ein Nachweis an
einer Pflanze aus dem Freiland erfolgte
bisher nicht.
Untersuchungen von Kartoffelproben
und Vermehrungsflächen auf Quaran-
täneschaderreger
Pflanz- und Speisekartoffeln wurden auf
die Quarantänebakteriosen Clavibacter
michiganensis ssp. sepedonicus und Ral-
stonia solanacearum mit Hilfe moleku-
larbiologischer Methoden (PCR-Analytik)
untersucht. Es wurden 320 Pflanz- und
168 Speisekartoffel-Proben mittels real-
time PCR auf beide Quarantänebakterio-
sen im Simultanverfahren untersucht. Im
Bedarfsfall wurden die Untersuchungen
Fruchtart
Probenanzahl
Mais
35
Winterraps
8
Beschaffenheitsprüfung - Saatgut
Bevor Saatgut in den Verkehr gebracht
werden kann, wird es vorab im Vermeh-
rungsbestand geprüft (Feldprüfung) und
nach der Aufbereitung im Labor auf seine
Beschaffenheit untersucht. Die Beschaf-
fenheitsprüfung von Saatgut ist nach der
Feldprüfung eine wichtige Voraussetzung
für die amtliche Anerkennung und Zer-
tifizierung durch das LfULG. Die dafür
notwendigen Untersuchungen werden im
Fachbereich 64 (Saatgut) durchgeführt.
Neben den Untersuchungen für die Saat-
gutanerkennung werden Beschaffen-
heitsprüfungen für die Saatgutverkehrs-
kontrolle (SVK), für die Produktions-,
Prozess-, Liefer- und Überlagerungskon-
trolle (PPLÜ) sowie für Projekte des LfULG
vorgenommen.
Nach dem AgrStaG sind die Bundesländer
verpflichtet, Erhebungen über die Ernte-
mengen (Besondere Ernteermittlung) u. a.
von Getreide vorzunehmen. Dafür werden
Proben von Getreideschnitten bearbeitet;
die Ertragsabschätzung erfolgt durch das
StaLA in Kamenz.
Abb. 5: Untersuchungsumfang GVO
Saatgutmonitoring 2016
Art der
Saatgutprüfung
Probenanzahl
Saatgutanerkennung
3.096
Saatgutverkehrs-
kontrolle
300
Produktions-,
Prozess-, Liefer- und
Überlagerungs-
kontrolle (PPLÜ)
693
Besondere Ernte-
ermittlung (BEE)
405
Sonstige
458
Abb. 6: Probenumfang der
Saatgutprüfung 2016
Untersuchungsjahr
2013
2014
2015
2016
Probenanzahl FB 65 gesamt:
5.395
8.571
9.742
8.760*
Abb. 7: Im Fachbereich Phytopathologie untersuchte Probenanzahl
*Aufgrund des Erstnachweises von Xylella fastidiosa in Sachsen mussten in den Monaten
Juni bis Oktober 2016 Routineproben aus den Abteilungen 7 und 9 des LfULG zurückge-
stellt oder gestrichen werden
»
Gesundheitsprüfungen
bei Pflanzgut gehör-
ten ebenso zum Unter-
suchungsspektrum wie Un-
tersuchungen hinsichtlich
meldepflichtiger
Schaderreger im Garten-
und Obstbau.
«

image
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Auch im Jahr 2016 ergab sich die Not-
wendigkeit einer Absicherung von Un-
tersuchungsdaten zu amtlichen Kontroll-
untersuchungen. Es wurden kurzfristige
Kontrollanalysen (Gegenproben) in bri-
santen Ereignisfällen / Havarien bei Be-
anstandungen zu den gesetzlich geregel-
ten Untersuchungsaufträgen (Amtliche
Futtermittelüberwachung, Düngemittel-
verkehrskontrolle und PSM-Kontrollpro-
gramme) durchgeführt.
Arbeitsteilige Übernahme
von Spezialanalysen
Zur Erhöhung der Effizienz von Analysen,
die entweder methodisch aufwendig bzw.
gerätetechnisch sehr kostenintensiv sind
oder aber nur in geringer Probenanzahl
beauftragt werden, ist eine arbeitsteilige
Übernahme dieser Spezialuntersuchun-
gen durch eine Untersuchungsstelle für
die jeweils anderen beiden vereinbart
worden.
So findet beispielsweise die sehr auf-
wendige Analyse der perfluorierten Ten-
side (PFT) in Klärschlämmen im Rahmen
der Düngemittelverkehrskontrolle aus-
schließlich in der BfUL statt (Abb. 8). In
2016 wurden dort 14 Klärschlammpro-
ben aus dem Kontrollprogramm des Lan-
des Thüringen (TLL) untersucht. Ebenso
wurden durch die BfUL Glyphosat-Rück-
standsuntersuchungen an 18 Futter-
mittel- und Getreideproben für die TLL
durchgeführt.
durch die konventionelle PCR und durch
den Immunfluoreszenztest ergänzt. Im
Berichtszeitraum traten keine Fälle eines
Befallsverdachtes mit Bakterieller Ring-
fäule oder Schleimkrankheit auf.
In der Saison 2015/2016 wurden 1.725
Bodenproben von 888,6 ha Pflanzkartof-
fel-Vermehrungsflächen auf zystenbil-
dende Kartoffelnematoden untersucht.
Im Berichtszeitraum gab es keinen Be-
fallsverdacht mit Kartoffelzystennemato-
den (Globodera pallida /G. rostochiensis).
30 Bodenproben wurden zusätzlich von
insgesamt ca. 100 ha Speisekartoffel-
anbauflächen untersucht. Bei allen Un-
tersuchungen wurden keine Nematoden
nachgewiesen.
Kooperationsvereinbarung im Land-
wirtschaftlichen Untersuchungswesen
Sachsen – Thüringen – Sachsen-Anhalt
Durchführung von Kontrollanalysen
Die Durchführung von Kontrollanalysen
bei Grenzwertüberschreitungen und Be-
anstandungen sowie gegenseitige Hilfe
zur Absicherung der Termineinhaltung in
der Amtlichen Futtermittelüberwachung,
Düngemittel- sowie Saatgutverkehrs-
kontrolle im Havariefall stellen einen
Schwerpunkt der Kooperation dar.
Im Ereignisfall sichert mindestens einer
der Kooperationspartner verbindlich eine
kurzfristige Gegenuntersuchung des Ana-
lysenwertes ab.
Die TLL führt für beide Partner bodenche-
mische und bodenphysikalische Spezial-
untersuchungen durch.
Traditionsgemäß ist das Labor der LLG
in Bernburg auf die Analyse von wichti-
gen Qualitätsparametern der Back- und
Malz eigenschaften von Getreide spezia-
lisiert. Der Untersuchungsumfang für die
beiden Partner betrug 2016 insgesamt
235 Proben.
Mit der arbeitsteiligen Durchführung von
Analysen wurden 2016 von den drei Ko-
operationspartnern insgesamt 558 Pro-
ben abgesichert.
Kompetenzprüfung privater
Untersuchungsstellen nach AbfKlärV,
BioAbfV und DüV
Die enge Kooperation zwischen der TLL
und der BfUL wurde mit der arbeitstei-
ligen Organisation, Durchführung und
Auswertung des Länderübergreifenden
Ringversuchs nach Fachmodul Abfall
(LÜRV-A) 2016 fortgesetzt. Die Ausrich-
tung des sehr aufwendigen Teilringver-
suchs Bioabfall 2016 erfolgte wie in den
Vorjahren gemeinsam durch die BfUL
und die TLL (Probenvorbereitung: BfUL
und TLL; Durchführung und Auswertung:
BfUL). Hier sind zusätzlich das LHL Hes-
sen und die Universität Hohenheim an
der Organisation und Durchführung be-
teiligt.
Der Teilringversuch Boden 2016 wurde
ebenfalls durch BfUL und TLL durchge-
führt (Probenvorbereitung: TLL; Durch-
führung und Auswertung: BfUL).
Die Präsentation und Diskussion der Er-
gebnisse der Teilringversuche Boden,
Klärschlamm und Bioabfall des LÜRV-A
2016 wird auf dem gemeinsamen Labor-
tag Sachsen/Thüringen am Anfang 2017
in Jena erfolgen.
Saatgutprüfung und -anerkennung
Schwerpunkt der Zusammenarbeit im
Bereich der Saatgutprüfung und -aner-
kennung war und ist die Einführung des
neuen webbasierten Fachanwenderpro-
grammes zur Anerkennung von Saatgut
und Pflanzkartoffeln (SaproKapro 2012).
LLG und BfUL haben seit 2014 das neue
Programm in den Routinebetrieb über-
führt. Seit 01.01.2016 hat auch die TLL
SaproKapro in die Routinenutzung über-
führt. Das Programm wird mittlerweile
bundesweit von 10 Anerkennungs- bzw.
Prüfstellen genutzt. Die LLG arbeitet der-
zeit am Modul „Beschaffenheitsprüfung“,
mit dem die Labordaten eingebunden
werden können.
Methodenentwicklung in der
landwirtschaftlichen Analytik
Die kosten- und arbeitsintensive Entwick-
lung, Adaption und Validierung neuer
amtlicher Untersuchungsverfahren sowie
deren Umsetzung in die Routineanalytik
gehören zu den Schwerpunktaufgaben
der staatlichen Untersuchungslabore. Im
Jahr 2016 wurden wiederum gemeinsame
Methodenvalidierungen durchgeführt bzw.
konzeptionelle Arbeiten weitergeführt.
Schwerpunkte 2016 mit maßgeblicher
Beteiligung der Kooperationspartner waren
dabei:
Bestimmung von Fluor in Pflanzen
und Futtermitteln mit Ionenselektiver
Elektrode (Federführung: TLL);
Bestimmung von Schwermetallen in
silikatischen Kalken (Federführung:
LTZ Augustenberg);
Nasschemische Analyse des Glu-
cosinolatgehaltes von Raps zur
Kalibrierung und Validierung der
NIRS-Netzwerkkalibrierung für Raps
(Federführung TLL);
Weiterentwicklung und Validierung
des Systems der Analysenspielräume
für die Futtermitteluntersuchung
unter Beteiligung der drei Koopera-
tionseinrichtungen; Publikation der
Version 10 (2016) (Federführung: BfUL);
Methodenentwicklung zur Bestim-
mung der Phytaseaktivität in Ergän-
zungsfuttermitteln (Federführung:
AGES Wien);
Bestimmung von sulfitreduzierenden
Clostridien und Bestimmung von Ente-
rokokken und intestinalen Enterokok-
ken in Futtermitteln (BfUL und TLL).
Abb. 8: Analytik Perfluorierter Tenside (PFT)
im Labor der BfUL

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Angesichts der aktuellen Wirtschafts-
und Finanzlage bleibt es den Haushalts-
verhandlungen für die kommenden Dop-
pelhaushalte vorbehalten, die künftige
finanzielle Ausstattung der BfUL festzu-
legen.
Zukünftige Personalentwicklung
Der von der Staatsregierung beschlossene
Stellenabbau betrifft seit 2011 auch un-
mittelbar die BfUL.
Gemäß Erlass des SMUL vom 7. Januar
2016 wären in den Jahren 2017 bis 2020
noch insgesamt 27 kw-Vermerke zu er-
wirtschaften gewesen.
Im Ergebnis der Haushaltsverhandlungen
für die Jahre 2017/2018 konnte jedoch
erreicht werden, dass einige kw-Vermer-
ke in die Jahre 2021 ff. verschoben wur-
den. Für die BfUL bedeutet dies konkret,
dass im Jahr 2017 statt sechs nur noch
zwei kw-Vermerke erwirtschaftet wer-
den müssen. Für das Jahr 2018 wurde ein
kw-Vermerk verschoben (statt wie bisher
neun nur noch acht kw-Vermerke). Diese
fünf Stellen eines vom SMF zugestande-
nen Einstellungskorridors stehen der BfUL
ab dem Jahr 2018 unbefristet zur Verfü-
gung. Jedoch sind die fünf kw-Vermerke
dann entsprechend in den Jahren 2026
bis 2029 zu erwirtschaften.
Prognosebericht
Die BfUL wird auch in den nächsten Jah-
ren nahezu ausschließlich mittels Zufüh-
rungen des Freistaates Sachsen sowie Er-
trägen finanziert, die z. B. im Rahmen von
Projekten im geringen Umfang entstehen.
Der Fortbestand und die Geschäftstätig-
keit der BfUL als Staatsbetrieb sind dau-
erhaft von der Gewährung ausreichender
Zuschüsse des Freistaates Sachsen ab-
hängig. Für den laufenden Betrieb (Per-
sonal- und Sachkosten) erhält die BfUL
2017 voraussichtlich rd. EUR 18,9 Mio.,
die im Doppelhaushalt 2017/2018 ver-
anschlagt sind. Die BfUL geht davon aus,
dass auch in den Folgejahren ausreichend
Mittel für die Deckung des laufenden
Aufwandes zur Verfügung gestellt wer-
den.
In geringem Umfang werden noch eige-
ne Erlöse u. a. durch Arbeiten für Dritte
erzielt. Aufgrund der Geschäftstätigkeit
und der Aufgabenstellung des Staats-
betriebes ist ein kostendeckendes Wirt-
schaften durch vollständig eigene Ein-
nahmen nicht möglich.
Daneben sind im Haushaltsgesetz
2017/2018 für das Jahr 2017 Zuschüsse
für Investitionen von EUR 3,7 Mio. vor-
gesehen.
Insgesamt wird das Jahresergebnis 2017
der BfUL wieder ausgeglichen sein.
Das bedeutet zunächst eine gewisse Ent-
spannung, gleichwohl sind noch immer
22 kw-Vermerke bis 31. Dezember 2020
zu erbringen. Ob es für die Jahre 2019
und 2020 eine weitere Verschiebung von
kw-Vermerken geben wird, bleibt den
Haushaltsverhandlungen vorbehalten.
Insgesamt wird sich die Anzahl der Per-
sonalstellen der BfUL bis zum 1. Januar
2021 auf ca. 210 Stellen reduzieren.
Der bisherige Stellen- und Personalabbau
wurde teilweise durch die Reduzierung
von Auszubildenden-Stellen erbracht,
sodass die Folgen für die Geschäftspro-
zesse der BfUL etwas abgemildert werden
konnten. Im Jahr 2017 werden die letzten
zur Verfügung stehenden zwei Azubi-
Stellen abgebaut werden. Die übrigen
20 zu erwirtschaftenden kw-Vermerke
gehen dann ausschließlich zu Lasten der
Dauerstellen. Wie bereits im KOEK IV dar-
gestellt, wird diese Reduzierung der Be-
schäftigten dazu führen, dass teilweise
Aufgaben perspektivisch nicht mehr bzw.
nicht mehr vollständig erledigt werden
können.
Durch interne Festlegungen zur Steue-
rung von Wegfall, Nachbesetzung und
Weiterbeschäftigung kann vorerst si-
chergestellt werden, dass zumindest alle
gesetzlichen Pflichtaufgaben weiterhin
erfüllt werden. Vor diesem Hintergrund
wird es im Jahr 2017 intensive Gespräche
mit den jeweiligen Fachaufsichten geben,
um den künftigen Aufgabenumfang ab-
zustimmen und den dann vorhandenen
Personalressourcen anzupassen.
Darüber hinaus sind schon jetzt Tenden-
zen erkennbar, dass sich der in Deutsch-
land zunehmende Fachkräftemangel bei
einer adäquaten Nachbesetzung der für
die BfUL benötigten Spezialkräfte aus-
wirkt. Die deutlich gesunkene Anzahl
von Bewerbungen bei durchgeführten
Ausschreibungen ist ein entsprechendes
Indiz.
Chancen- und Risikobericht
Der von der Staatsregierung beschlossene
Personalabbau wird direkte Auswirkun-
gen auf die Leistungsfähigkeit der BfUL
haben. Die Erwirtschaftung der noch
22 kw-Vermerke bis zum Jahr 2020 wird
zeitnah ein Priorisieren der künftigen
Aufgaben zusammen mit dem SMUL und
vor allem mit dem LfULG erfordern.
Angesichts dieser Personalreduzierung
werden Einschränkungen in den jewei-
ligen Aufgabenbereichen unvermeidbar
sein. Im Entwicklungskonzept der BfUL
für die Jahre 2012 bis 2020 - KOEK IV -
ist dies bereits konkret dargestellt. Der
Sächsische Staatsminister für Umwelt
und Landwirtschaft hat das Konzept im
Juli 2013 bestätigt. Die darin enthalte-
nen exakten Vorgaben des LfULG für die
Folgejahre unter Berücksichtigung der
Auswirkungen des dort vorzunehmenden
umfangreichen Stellenabbaus bilden eine
verlässliche Grundlage für die Vertei-
lung der in der BfUL künftig vorhande-
nen Ressourcen. Mit der Umstellung auf
die neue Produktstruktur wird zudem ein
Instrument in der BfUL vorhanden sein,
mit dem die Absprachen mit den jewei-
ligen Abteilungen des LfULG bzw. SMUL
transparenter und somit zielgerichteter
geführt werden können.
Aus diesem Grund wird es zukünftig
höchste Anstrengungen erfordern, die
gesetzlichen Aufgaben vollumfänglich,
termingerecht und mit dem bisherigen
Qualitätsstandard zu erfüllen. Sonderauf-
gaben bzw. zusätzliche Projekte können
daher nur noch realisiert werden, wenn
hierfür zusätzliche Personalressourcen
z. B. durch Forschungs- und Entwick-
lungs- oder EU-Projekte zur Verfügung
gestellt bzw. klare und eindeutige Aufga-
benreduzierungen durch die Fachaufsicht
vorgenommen werden.
Auch unter diesen sich verändernden
Rahmenbedingungen wird die BfUL wei-
terhin ein fachübergreifender, kompeten-
ter Partner und Dienstleister für die Um-
welt- und Landwirtschaftsbehörden des
Freistaats Sachsen sein und Ergebnisse in
gewohnt hoher Qualität bereitstellen.
Der Staatsbetrieb BfUL ist sich zudem
der Risiken, die sich aus behördlichen
Auflagen sowie aus umweltrechtlichen
Rahmenbedingungen ergeben können,
bewusst und hat in Anlehnung an die ge-
setzgeberische Zielsetzung des § 91 AktG
ein Risikomanagement in Form eines Ei-
genüberwachungssystems (Integriertes
Umwelt- und Managementsystem, IMS)
und ein Neues Steuerungsmodell (NSM)
mit der Zielrichtung eingerichtet, dass
durch einen kontrollierten Umgang mit
möglichen Risiken die Durchführung des
geplanten Aufgabenspektrums mit den
zur Verfügung gestellten Mitteln reali-
siert werden kann.
Auszug aus dem Lagebericht
des Jahresabschlusses 2016
Haushaltsjahr
2017
2018
2019
2020
2021
Stellensoll
232
230
222
215
210
davon Azubi-Stellen
2
0
0
0
0
Stellenzugänge
0
0
0
0
0
Stellenabgänge (sonsige)
0
0
0
0
0
Stellenabgänge (kw-Vermerke)
2
8
7
5
0
davon Azubi-Stellen
2
0
0
0
0
Die Stellenentwicklung bis zum Jahr 2021 stellt sich in der BfUL wie folgt dar:

54
| 55
|
Bilanz zum 31. Dezember 2016
AKTIVA
EUR
31.12.2016
EUR
Vorjahr
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software
307.414,56
249.567,53
II. Sachanlagen
1. Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
1.664.854,00
1.721.721,00
2. Technische Anlagen und Maschinen
19.233.310,72
19.330.700,70
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
986.977,61
1.090.671,68
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
3.550.353,98
1.437.234,56
25.435.496,31
23.580.327,94
25.742.910,87 23.829.895,47
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
186.051,22
186.051,22
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
82.551,27
41.425,56
2. Forderungen gegen den Einrichtungsträger
1.264.413,37
134.466,13
3. Sonstige Vermögensgegenstände
809,25
1.174,29
1.347.773,89
177.065,98
III. Kassenbestand und Bundesbankguthaben
430.860,57
2.020.187,52
1.964.685,68
2.383.304,72
C. Rechnungsabgrenzungsposten
46.573,03
34.582,60
27.754.169,58
26.247.782,79
PASSIVA
EUR
31.12.2016
EUR
Vorjahr
EUR
A. Eigenkapital
Nettoposition
193.015,33
193.015,33
B. Sonderposten für Investitionen
25.742.910,87 23.829.895,47
C. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen
632.040,44
694.454,96
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
1.168.495,41
1.171.138,34
2. Verbindlichkeiten gegenüber dem Einrichtungsträger
0,00
336.326,12
3. Sonstige Verbindlichkeiten
16.957,53
21.702,57
davon aus Steuern:
EUR 9.261,80 (Vj. EUR 12.838,05)
1.185.452,94
1.529.167,03
E. Rechnungsabgrenzungsposten
750,00
1.250,00
27.754.169,58
26.247.782,79

56
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Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016
EUR
2016 EUR
Vorjahr EUR
1. Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen
a) vom Freistaat Sachsen für laufende Zwecke
18.228.057,43
18.485.542.43
b) vom Freistaat Sachsen für Investitionen
4.805.820,55
3.124.642,91
c) Sonstige Transfererträge
172.876,10
200.305,68
d) Zweckgebundenen Zuweisungen für Projekte lfd. Aufwand
325.272,04
323.385,70
e) Zweckgebundenen Zuweisungen für Projekte für Investitionen
1.169.580,59
610.768,24
24.701.606,71
22.744.644,96
2. Umsatzerlöse
232.583,74
188.078,30
3. Sonstige Erträge
a) Erträge aus der Auflösung von Sonderposten
4.097.621,92
4.185.065,68
b) Sonstige betriebliche Erträge
113.850,12
86.034,38
4.211.472,04
4.271.100,06
4. Summe Erträge
29.145.662,49 27.203.823,32
5. Aufwendungen für Verwaltungstätigkeit
a) Aufwendungen für Material, Energie und bezogene Waren
-1.166.277,44
-1.146.129,80
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
-2.024.323,12
-2.327.378,07
c) Aufwendungen für bezogene Leistungen für Projekte
-172.979,92
-160.553,92
-3.363.580,48
-3.634.061,79
6. Personalaufwand
a) Entgelte
-10.848.928,96
-10.769.905,40
b) Bezüge
-503.284,83
-489.325,30
c) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersver sorgung
und für Unterstützung
davon für Altersversorgung: EUR 325.762,81 (Vj. EUR 330.182.63)
-2.316.923,42
-13.669.137,21
-2.303.341,78
-13.562.572,48
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
-4.042.198,11
-4.135.082,17
8. Sonstige Aufwendungen
a) Sonstige Personalaufwendungen
-191.101,60
-204.008,43
b) Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Rechten und Diensten
-1.133.304,51
-1.102.694,33
c) Verluste aus Wertminderungen und dem Abgang von
Vermögensgegenständen und übrige Aufwendungen
-665.791,98
-686.586,94
d) Aufwendungen für Projekte
-85.336,34
-122.750,38
e) Einstellungen in den Sonderposten für Investitionen
-5.975.401,14
-3.735.411,15
-8.050.935,57
-5.851.451,23
9. Summe Aufwendungen
-29.125.851,37 -27.183.167,67
10. Verwaltungsergebnis
19.811,12
20.655,65
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen/Finanzergebnis
-1.876,11
-1.120,99
12. Ergebnis der gewöhnlichen Verwaltungstätigkeit
17.935,00
19.534,66
13. Sonstige Steuern
-17.935,01
-19.534,66
14. Jahresergebnis
0,00
0,00

image
Herausgeber:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL)
Altwahnsdorf 12, 01445 Radebeul
Telefon: +49 351 8312-501
Telefax: +49 351 8312-509
E-Mail: poststelle.bful@smul.sachsen.de
(Kein Zugang für elektronisch signierte sowie für verschlüsselte elektronische Dokumente)
Internet:
www.smul.sachsen.de/bful
Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den
Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.
Redaktion:
Andrea Kowalski
BfUL / FB 12 / Öffentlichkeitsarbeit
Gestaltung und Satz:
MEDIENPALAIS, Michael Weidler,
www.medienpalais.de
Fotos:
Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
Druck:
print24 – eine Marke der unitedprint.com Deutschland GmbH
Redaktionsschluss:
31.08.2017
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