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Finanzamt Grimma
Sanierung und Erweiterungsneubau

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Auf der Grundlage des Sächsischen Standortegesetzes vom 27. Januar
2012 wurden vor dem Hintergrund der Staatsmodernisierung die Finanz-
ämter Grimma und Borna am Standort Grimma zusammengelegt. Zur
Deckung des dadurch in Grimma zusätzlich entstehenden Flächenbedarfs
erwies sich die Erweiterung des bestehenden Finanzamtes in Grimma als
die wirtschaftlichste Variante. Bereits 2002 wurde durch das Finanzamt
Grimma auf dem Gelände der einstigen Husarenkaserne ein ehemaliges
Mannschaftsgebäude, das heute als Haus A bezeichnet wird, bezogen.
Anlass, Standort und Nutzung
Haus Z
Nutzfläche 1-6
477 m², davon Archiv 290 m²
NGF
684 m²
Bruttogrundfläche
809 m²
Bruttorauminhalt
2.872 m³
Haus A (Bestandsgebäude)
Nutzfläche 1-6
3.402 m², davon Archiv 714 m²
Bruttogrundfläche
6.681 m²
Bruttorauminhalt
23.135 m³
Gesamtbaukosten: 11,2 Mio. Euro
Bauablauf
Planungsauftrag
03.04.2012
Bauauftrag
02.08.2013
Baubeginn
01.10.2013
Fertigstellung
31.05.2016
Übergabe
02.11.2016
Gebäudekenndaten
Haus B
Nutzfläche 1-6
2.213 m², davon Archiv 415 m²
NGF
3.784 m²
Bruttogrundfläche
4.797 m²
Bruttorauminhalt
16.084 m³
Im Rahmen einer Großen Baumaßnahme wurde nun das benachbarte
Mannschaftsgebäude (Haus B) saniert. Die beiden historischen Kasernen
wurden mit einem Zwischenbau (Haus Z) verbunden. Entstanden ist ein
Gebäudekomplex, der beispielhaft für die nachhaltige Weiternutzung
bestehender Gebäudesubstanz zur Unterbringung zukunftsfähiger Ver-
waltungsstrukturen steht. Mitte 2016 konnte im Finanzamt Grimma in
seiner erweiterten Form die Arbeit aufgenommen werden.
Haus A
Haus B
Haus Z
ehemaliges Hauptportal mit Löwenkopf
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Das denkmalgeschützte Haus B wurde 1903 für das 2. Königlich
Sächsische Husarenregiment Nr.19 als Mannschaftsgebäude errich-
tet. Wie auch alle übrigen Gebäude des Areals folgte eine Weiter-
nutzung zunächst durch die deutsche Reichswehr, später durch die
Wehrmacht und schließlich durch die Sowjetarmee. Seit 1993 stand
das Gebäude leer und war dem Verfall preisgegeben.
Der lange Leerstand hat zu schweren Schäden an der Bausubstanz
geführt. Deshalb und wegen der vorhergehenden fast neunzigjäh-
rigen Nutzung durch unterschiedliche Streitkräfte war eine Vielzahl
von Sanierungs- und Umbaumaßnahmen erforderlich. Die intensive
Nutzungsgeschichte belegen die bis zu 15 Farbschichten, welche bei
der restauratorischen Untersuchung zu Tage traten.
Im Haus B sind der große Versammlungssaal im 3. Obergeschoss
sowie der zentrale Pausenraum im Erdgeschoss die hervorzuheben-
den Räume. Der Pausenraum, hinter dem Portal mit dem Löwen-
kopf, zeichnet sich durch eine besondere räumliche Spannung aus,
Haus B
bedingt durch die partiell größere Raumhöhe und die im Raum be-
findliche Treppe.
Durch die Einrichtung eines eigenen Aktenraums jeweils zwischen
zwei Büros konnte eine deutliche Verbesserung der Arbeitsatmo-
sphäre erreicht werden.
Aus der großen Anzahl an arbeitsplatznah unterzubringenden Ak-
ten folgten stark erhöhte Anforderungen für die Deckentragfähig-
keit. Diese konnten durch die vorhandenen Stahl-Stein-Decken auch
durch Ertüchtigungen nicht erfüllt werden. Hinzu kamen Schäden
durch den langen Leerstand des Gebäudes. Die Decken wurden des-
halb vollständig durch elementierte Massivdecken ersetzt, so dass
gleichzeitig auch die Anforderungen an den Brandschutz erfüllt
sind. Um die Standsicherheit des Gebäudes während der Baudurch-
führung nicht zu gefährden, konnten die Decken nur raumweise von
oben nach unten abgebrochen und sofort danach mit den neuen
Decken wieder aufgebaut werden.
Deckenaustausch im Flurbereich
zentraler Pausenraum
Versammlungsraum
Haus Z
Anlagentechnik
Außenanlagen
Kunst am Bau
Der Zwischenbau dient als neuer Besuchereingang und hat für die öf-
fentliche Wahrnehmung des Finanzamtes eine große Bedeutung. Ein-
gefügt zwischen den beiden ehemaligen Kasernengebäuden, die mit
ihren Eingängen zum Inneren des Kasernenareals hin ausgerichtet sind,
bildet der Zwischenbau erstmals für das Finanzamt eine Adresse zur
Lausicker Straße hin. Außerdem ist darin die zentrale Informations-
und Annahmestelle untergebracht – somit ist das neu errichtete Haus
Z trotz seiner geringen Größe der zentrale Anlaufpunkt für die Steuer-
zahler im Landkreis Leipzig.
Die Unterbringung der Informations- und Annahmestelle, in einem
durch einen kontrollierten Zugang von den übrigen Büros des Fi-
nanzamtes getrennten Gebäudeteil, dient auch der Umsetzung des
Sicherheitskonzeptes für die Finanzverwaltung. Zudem konnte mit
dem Neubau ein unkomplizierter barrierefreier Zugang sowohl für
die Besucher als auch für die Bediensteten geschaffen werden.
Das Obergeschoss des Verbindungsbaus dient der Schaffung eines
Übergangs zwischen den beiden Altbauten für die Bediensteten. Der
Bereich für die Bürger im Erdgeschoss und der Weg der Bediensteten
sind dabei durch einen zweigeschossigen Luftraum visuell verknüpft.
Im Untergeschoss des neu errichteten Gebäudeteils ist ein Kompak-
tarchiv untergebracht.
Mit seiner sachlichen Fassade aus vorgehängten Sichtbetonelemen-
ten nimmt sich der neue Baukörper gestalterisch gegenüber seinen
denkmalgeschützten Nachbarn zurück. Eine gläserne Fuge bildet je-
weils den Übergang zu beiden Bestandsbauten, deren eigenständiger
Charakter so gewahrt ist.
Die Betondecken des Zwischenbaus wurden mit einer Betonkern-
aktivierung ausgestattet. Hierdurch kann das große und offene
Raumvolumen der Informations- und Annahmestelle gleichmäßig
temperiert werden. Zur Gewichtsreduzierung wurden in der Decke
in den mittigen spannungsfreien Bereichen Plastikhohlkörper ein-
gebaut. Hierdurch sind größere Spannweiten bei reduziertem Eigen-
gewicht und Materialaufwand möglich.
Durch die Verwendung von Hohldielenelementen konnten in den
Büroräumen die erforderlichen Elektroinstallationen reversibel im
Aufgrund des ländlichen Einzugsgebietes des Finanzamtes und der
Tatsache, dass wegen der Fusion mit dem Standort Borna ein Großteil
der Bediensteten nicht in Grimma wohnhaft ist, wurden zusätzlich zu
den vorhandenen 89 Stellplätzen weitere 115 Stellplätze errichtet. Da
das übrige Kasernenareal Privateigentum ist, wurde zur Erschließung
an der Leipziger Straße eine neue Linksabbiegerspur errichtet.
Die straßenseitige, denkmalgeschützte Zaunanlage vor Gebäude B
wurde saniert. Beidseitig des Zwischenbaus sind vor den einladen-
den Treppen neue Vorplätze entstanden.
Zur künstlerischen Ausstattung fand ein anonymer beschränkter
Wettbewerb statt. Zugelassen waren nur Künstler, die nicht älter
als 35 Jahre waren und deren letzter akademischer Abschluss nicht
mehr als 5 Jahre zurücklag. Aus sieben eingereichten Arbeiten wur-
de die Arbeit „Papier war gestern“ von Jenny Rempel, Halle (Saa-
le), ausgewählt. Es handelt sich dabei um ein Mobile aus eloxierten
Metallrohren und Papierblättern, die durch verformte weiße Kunst-
stoffplatten symbolisiert werden. Die Künstlerin äußert sich hierzu
wie folgt: „Angesichts des alltäglichen Anblicks papiergefüllter Ak-
tenordner ist ein in die Luft geworfener Papierstoß ein befreiender
und verlockender Anblick. Fallende Blätter strahlen Leichtigkeit, Frei-
heit und Eleganz aus, erinnern an den Flug weißer Tauben. Wie in
Zeitlupe kann man die individuellen Bewegungen und Formen von
Gemeinschaft beobachten. Ein poetisches Bild, das voller Unklarheit
zwischen Flug und freiem Fall entsteht. Es macht das Filigrane, Zer-
brechliche und Lebendige sichtbar, so wie hinter den vielen Zahlen
und Papieren Menschenleben stecken.“
Fußboden verlegt werden, und es konnte auf Brüstungskabelkanäle
verzichtet werden.
Die Kapazität des Gas-Heizkessels des Hauses A wurde erweitert,
so dass dieser nun den gesamten Gebäudekomplex versorgen kann.
Der große Besprechungssaal sowie die beiden größten Archivräume
sind mit raumlufttechnischen Anlagen, inklusive Wärmerückgewin-
nung, ausgestattet.
Informations- und Annahmestelle (Infotresen mit Wartebereich)
Informations- und Annahmestelle (Service-Arbeitsplatz)

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Bauherr
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Staatsminister der Finanzen, Prof.Dr. Georg Unland
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Technischer Geschäftsführer, Prof. Dieter Janosch
Kaufmännischer Geschäftsführer, Oliver Gaber
SIB, Niederlassung Leipzig I
Niederlassungsleiterin, Gerlind Berndt
Projetleitung PBA3
Gruppenleiter, Michael Mayer / Friedemann Rentsch
Sachbearbeiterin Birgit Hirschfeldt
Betriebstechnik PBT1
Gruppenleiter, Torsten Kirst,
Michael Schreiter, Reinhardt Böttcher
Ingenieurbau PBI
Gruppenleiter, Tim Rischpeter,
Karin Kirsch
Projektbeteiligte
Architektur- und Hochbauplanung
Fuchshuber Ar-
chitekten GmbH, Leipzig
Tragwerksplanung, Bauphy-
sik, Schallschutz
Ingenieurbüro Bauwesen GmbH Horn,
Leipzig
Prüfstatik
Dipl.-Ing. Andreas Forner, Leipzig
Heizung, Lüftung, Sanitär, Gebäudeautomation
In-
genieurbüro Hofmann GmbH, Grimma
Elektrotechnik
IB Rathenow BPS GmbH, Dresden
Aufzugsplanung
IB Petzold & Partner, Dresden
Ingenieurbauwerke,
Verkehrsanlagen, Freifläche
DELTA-Planungsgesell-
schaft mbH, Delitzsch
Brandschutz
IBB Ingenieurbü-
ro Bautechnischer Brandschutz Dipl.-Ing. (FH) Marco
Schmöller, Leipzig
Brandschutzprüfung
Dipl.-Ing. (FH)
Jens Benndorf Prüfing. Für Brandschutz. VPI, Böhlen
Vermessung
Kunze & Schmidt Partnerschaft, Leipzig
SiGeKo
Bauplanungsbüro W. Merker GmbH, Groß-
weitzschen
Entsorgung
Mull & Partner Ingenieurge-
sellschaft mbH, Leipzig
Raumakustik
Büro für Bau-
physik Dipl.-Physiker Manfred Weiße, Wansleben a.S.;
Bauphysik @ integrierte Planung, Kai Rentrop, Dresden
Baugrund
Buchholz & Partner GmbH, Schkeuditz, OT
Radefeld
Zustandsanalyse Mauerwerk, Holzschutz
VEBAU Ingenieurbüro für Baustoffprüfung, Leipzig
Ausführende Firmen
Erweiterter Rohbau Haus B
HTB Hoch- und Tief-
bau Rochlitz GmbH
Rohbau Haus Z
Hedi Bau GmbH,
Borsdorf
Elektroarbeiten
Elektro Mutzschen (ELMU),
Grimma-Mutzschen
Metallbau (Fenster Haus Z, alle
Metalltüren Haus B)
Grau Metallbau GmbH, Neun-
hofen
Vorhangfassade Haus Z
Hentschke Bau GmbH,
Bautzen
Zimmererarbeiten Haus B
Zimmerei Höfer
GmbH, Gera
Dach Haus B und Z
Schmidtchen & Brum-
me GmbH & Co.KG, Lucka/Thüringen
Fassadenarbei-
ten Haus B
Stuck- und Sanierungs- GmbH, Glauchau
(HAN); Scheunert Steinmetzwerkstatt, Stollberg (NAN)
Trockenbauarbeiten
Braun bau Leipzig GmbH, Leipzig
Estricharbeiten
Tittmann-Fußboden-Sprotta GmbH,
Sprotta
Putzarbeiten
Bauunternehmung cg gmbh,
Reichenbach
Fenster Haus B + Umrüstung Fenster
Haus A
Klinger Glas- und Fensterbau GmbH, Pegau-
Kitzen
Holztüren
Tischlermeister Ekkehard Landgraf,
Döbeln
Bodenbelagsarbeiten
Schandert GmbH Raum-
gestaltung, Jüterbog
Malerarbeiten
Malerwerkstätte
Günter Rothe, Hartha
Außenanlagen gesamt
Umwelt
2000 GmbH, Naunhof
Heizung, Sanitär
Wege & Sohn
GmbH, Torgau
Lüftungs- und Klimaanlage
Burkhard
Richter Installations GmbH, Döbeln
Aufzugsanlage
FB-
Aufzüge GmbH & Co. KG, Arnsdorf
Archivregale
AR-
BITEC-FORSTER GmbH, Neuss
Sonnenschutzarbeiten
G. Rink Sonnenschutzanlagen e. K., Leipzig
Abbruch
einschl. Altlastensanierung
CENTRO Umwelttechnik
& Logistik GmbH, Dreden; Frauenrath Recycling GmbH,
Bretnig
Abdichtung Haus B
Baugenossenschaft Grim-
ma e.G., Grimma
Metallbau (Absturzsicherungen)
P & B Metallbau GmbH, Jessen
Parkettarbeiten
Par-
kett- und Bodenleger Malke, Grimma
Fliesenarbeiten
FT Fliesenteam GmbH, Leipzig; Fliesen Witzig GmbH &
Co. KG, Mockrehna
Herausgeber
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion
SIB Niederlassung Leipzig I
Fotografie
Architekturfotografie Steffen Spitzner, Gera
Peter Eichler Fotografie, Leipzig
Gestaltung und Satz
Agentur
Grafikladen,
Dresden
Druck
Stoba-Druck GmbH
Auflage
1000 Exemplare
Redaktionsschluss
Oktober 2016
Bezug
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Niederlassung Leipzig I
Schongauerstraße 7, 04328 Leipzig
Telefon: +49 341 / 255-5000
Telefax: +49 341 / 255-5178
E-Mail: poststelle-l1@sib.smf.sachsen.de
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Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßi-
gen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit
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von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von
sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahl-
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