image
image
image
HTWK Leipzig
Kunst am Bau: „Salto Mentale“ – drei kinetische Skulpturen
In drei Lesesälen der Hochschulbibliothek reali-
sierte der Künstler Professor Rolf Lieberknecht
jeweils eine hängende Raumskulptur. Jede der
Skulpturen besteht aus vier Stäben gleicher
Länge aber unterschiedlicher Stärke. Drei Stäbe
bewegen sich immer auf sich schon bewegen-
den Stabelementen. Der vierte Stab bildet die
feststehende Basis und dient der Aufhängung
des Gesamtsystems.
Sitzen, Lesen, Stille, Konzentration – bisweilen
schweift der Blick vom Buch nach oben, su-
chend in das hohe Volumen eines Lesesaals.
Der Raum wird Gedankenraum. Nach oben ge-
richtet, dehnt sich der Blick offen und weit,
trifft auf die fließende, kontemplative Bewe-
gung einer hängenden Raumskulptur von
hoher Abstraktion, die leere weiße Decke als
Hintergrund auch für das Schattenspiel. Linien
verschieben sich gegeneinander, kreuzen sich
wie Gedankenstränge, unterstützen die Kon-
zentration ohne abzulenken.
Im statischen und dynamischen Wechsel von
Balance und Schwerkraft entsteht eine Cho-
reografie aus schwingenden, kreisenden und
pendelnden Bewegungen.
Neubau Hochschulbibliothek
und Medienzentrum
Bauablauf
Baubeginn: Juni 2007
Richtfest: Oktober 2008
Übergabe: Oktober 2009
Gebäudekenndaten
Grundstücksgröße: 2.872 m²
Hauptnutzfläche Hochschulbibliothek: 2.677 m²
Bruttorauminhalt Hochschulbibliothek: 18.080 m³
Hauptnutzfläche Medienzentrum: 1.702 m²
Bruttorauminhalt Medienzentrum: 14.640 m³
Gesamtbaukosten: 16.990 TEuro
Das Bauvorhaben wurde mit Mitteln
der Europäischen Union (EFRE) gefördert.
Nutzung
Hochschulbibliothek:
16 Bedienstete, 305.000 Bände, 195 Leseplätze
Medienzentrum:
Lehrgebiet Drucktechnik:
968 m² Hauptnutzfläche für Hausdruckerei,
Maschinensäle und Kabinette
Lehrgebiet Medientechnik:
734 m² Hauptnutzfläche für zwei Aufnahmestudios
und die dazugehörigen Regie- und Schnitträume
Bauherr
Freistaat Sachsen
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Staatsminister der Finanzen,
Prof. Dr. Georg Unland
Abteilungsleiter Landesvermögen und Staatshochbau,
Dr. Michael Antoni
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- u. Baumanagement
Geschäftsführer Prof. Dieter Janosch
Unternehmensbereich Planungs- und Baumanagement
Unternehmensbereichsleiter Volker Kylau
SIB Niederlassung Leipzig II
Niederlassungsleiterin Petra Förster
Projektleitung und Koordinierung
Thomas Herzog, Berthold Rostock
Planungsbeteiligte
Architektur und Bauleitung
Léon Wohlhage Wernik Architekten, Berlin
Tragwerksplanung
Erfurth + Mathes Beratende Ingenieure GmbH, Chemnitz
Prüfstatik
Ingenieurbüro Prof. Dr. Schubert, Leipzig
Heizung, Lüftung, Sanitär
Ingenieurbüro Erabi, Dresden
Elektro- und Datentechnik
IBG Ingenieurbüro für Gesamtplanung GmbH, Leipzig
Studiotechnik
Gerling + Arendt Planungsgesellschaft mbH, Berlin
Fördertechnik
Ingenieurbüro Petzold & Partner, Dresden
Außenanlagen
EGL Entwicklung und Gestaltung von Landschaft GmbH,
Leipzig
Brandschutz
Brandschutzbüro Dr. Rönn, Leipzig
Schall- und Raumakustik
Akustik- Ingenieurbüro Moll GmbH, Berlin
Thermische Bauphysik
MF Dr. Flohrer Beratende Ingenieure GmbH, Berlin
Baugrundgutachten
Geotechnisches Ingenieurbüro Pampel GmbH, Leipzig
SIGE
Bürogemeinschaft Baukomplex, Büro Wiesenmüller,
Leipzig
Altlastenuntersuchung
Dr. Petzke GmbH, Leipzig
Vermessung
Vermessungsbüro Hohl, Leipzig
Herausgeber
Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- u. Baumanagement
Wilhelm-Buck-Straße 4, 01097 Dresden
www.sib.sachsen.de
im Auftrag des Freistaates Sachsen,
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
Redaktion
Berthold Rostock
Léon Wohlhage Wernik Architekten
Prof. Rolf Lieberknecht
Fotografie
Christian Richters, Münster
Gestaltung und Satz
Sabine Klemm, Leipzig
Druck
MEDIEN PROFIS grafische produktionen, Leipzig
Redaktionsschluss
Januar 2010
Auflagenhöhe
1000 Stück
Bezug
Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen
werden bei:
SIB Niederlassung Leipzig II
Tieckstraße 2
04275 Leipzig
Telefon: +49 341 21750
Telefax: +49 341 2175222
E-Mail: poststelle@sib-l2.smf.sachsen.de
Verteilerhinweis
Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen
Staatsregierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßi-
gen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit
herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch
von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von
sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der
Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle
Wahlen.
Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf
Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der
Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkle-
ben parteipolitischer Informationen oder Werbemittel.
Untersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zur Ver-
wendung bei der Wahlwerbung.
Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden
Wahl darf die vorliegende Druckschrift nicht so ver-
wendet werden, dass dies als Parteinahme des Her-
ausgebers zu Gunsten einzelner politischer Gruppen
verstanden werden könnte.
Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Ver-
triebsweg, also unabhängig davon, auf welchem Wege
und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem
Empfänger zugegangen ist. Erlaubt ist jedoch den
Parteien, diese Informationsschrift zur Unterrichtung
ihrer Mitglieder zu verwenden.
Copyright
Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt.
Alle Rechte, auch die des Nachdruckes von Auszügen
und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem
Herausgeber vorbehalten.
Dieses Projekt wird von der
Europäischen Union im Rahmen des
Europäischen Fonds für regionale
Entwicklung (EFRE) kofinanziert.
„Investition in Ihre Zukunft“
Faltblatt HTWK_04 final.indd 2
19.03.2010 16:43:16 Uhr

image
image
image
image
image
image
image
Städtebau
Das Baugrundstück liegt im Süden von Leipzig
im Stadtteil Connewitz auf einem landeseigenen
Gelände. Die langfristige Konzeption der Hoch-
schule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
sieht eine Konzentration der Fachbereiche an der
Karl-Liebknecht-Straße vor.
Im Norden wird das Baufeld durch die Gustav-
Freytag-Straße und im Westen durch die Karl-
Liebknecht-Straße begrenzt. Beide Gebäude
schließen die bestehenden Baufluchten und er-
gänzen den Standort städtebaulich. Der Neubau
der Hochschulbibliothek als Eckbebauung grenzt
an der Karl-Liebknecht-Straße an ein bestehen-
des Wohngebäude. Das Medienzentrum entsteht
in Verlängerung zum Altbau Gustav-Freytag-
Straße 42 und wird im Erdgeschoss und ersten
Obergeschoss an diesen angebunden.
Im Süden schließt sich bis zur Scheffelstraße
eine Freifläche an. Hier entstehen PKW-Stell-
plätze und Grünflächen für die HTWK Leipzig.
Innenraumgestaltung
Die großen Panoramafenster lassen von außen
klar die besondere Nutzung erkennen und
gewährleisten Blicke ins Innere der zweige-
schossigen, farbigen Lesesäle.
Über den Eingangsbereich mit Zeitschriften-
Lounge, Rechercheplätzen, Ausleihtheke und
Kontrolle gelangt man zur breiten, einläufigen
Treppe, die zu den Leseplätzen und der Hand-
bibliothek führt. Die zweigeschossigen Räume
schaffen Sichtbeziehungen zwischen den ein-
zelnen Ebenen und sorgen für räumliche Groß-
zügigkeit. Auf allen Ebenen sind die Leseplätze
mit den Stellflächen für die Handbibliothek
verbunden.
Die Lesesäle der Bibliothek sind in unterschied-
lichen Farben gestaltet. Das viergeschossige
Medienzentrum ist funktional organisiert und
nach Fachgebieten gegliedert. In den unteren
Geschossen befinden sich die Räume der Print-
medien. Die Maschinensäle sind im höheren
Erdgeschoss, die Hausdruckerei im Unterge-
schoss angeordnet. In den oberen Geschossen
befinden sich die Räume der elektronischen
Medien. Die Aufnahmestudios und Regieräume
sind im zweiten Obergeschoss, Seminarräume,
Labore und Büros sind im ersten und dritten
Obergeschoss unterge bracht.
Architektur
Das Bibliotheksgebäude akzentuiert in seiner
geometrischen Form die Ecksituation an der
Karl-Liebknecht-Straße / Ecke Gustav-Freytag-
Straße. Die spannungsvolle Aussparung der
beiden unteren Etagen gibt den Blick frei auf
das zurück gestaffelte neue Medienzentrum
und die anschließenden Hochschulbauten der
Gustav-Freytag-Straße. Die beiden Gebäude
bilden aufgrund ihrer skulpturalen Formen ein
markantes Ensemble. Die Fassaden mit einer
Oberfläche aus reflektierenden, weißen Glas-
mosaikfliesen betonen das Volumenhafte der
Gebäude. Das Zusammenspiel aus Fassaden-
material, Öffnungen und Tageslicht erzeugt
eine Oberfläche unterschiedlicher Intensität
und Tiefe. Der Charakter der Bibliothek wird
vor allem durch das offene Raumkonzept und
die Größe der Lesesäle geprägt, die zur Straße
hin wie große Erker wirken. Prinzipiell befinden
sich die Lesebereiche in den hellen doppelt ho-
hen Räumen und die Stellflächen der Regale in
den dunkleren eingeschossigen Bereichen.
Die Räume des Medienzentrums werden durch
einen breiten, innen liegenden Flur vom Altbau
erschlossen. Die hohen, im Erdgeschoss ange-
ordneten, Maschinensäle lassen den industriel-
len Charakter des Gebäudes auch außen
sichtbar werden. Roh belassene Oberflächen,
Kabeltrassen und Lüftungskanäle verstärken
den funktionalen Aspekt.
Baukonstruktion
Die Gründung wird durch unterschiedliche
Gründungshorizonte der stark variierenden
Lastkonzentrationen als Tiefgründung mit
Pfählen ausgeführt. Die Pfähle erhalten einen
Pfahl balken auf dem wiederum die Bodenplatte
aufgelagert wird.
Das Gebäude der Bibliothek ist geprägt durch
eine 11 ×28 m große Auskragung. Die Trag-
funktion wird durch die längs und quer verlau-
fenden Wandscheiben übernommen und an
den hinteren Baukörper angehangen und so-
mit ausgesteift.
Dieses statische Prinzip wird auch beim Ge-
bäude des Medienzentrums mit einer 9 ×18 m
großen Auskragung angewendet. Die Her-
stellung erfolgt in monolithischer Bauweise.
Zur Errichtung der Baugrube wurden entlang
der Karl-Liebknecht-Straße und im Bereich des
Anschlusses an die Nachbarbebauung Gustav-
Freytag-Straße 42 zur Gebäudesicherung Bohr-
pfähle eingebaut.
Faltblatt HTWK_04 final.indd 5
19.03.2010 16:46:47 Uhr