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____________________________________________________________________________________________________
Universität Bielefeld
■ Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung
■ Postfach 10 01 31
■ 33501 Bielefeld
proVal
■ Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Analyse, Beratung und Evaluation
■ Hildesheimer Str. 265-267
■ 30519 Hannover
Gutachten zu den
Wirkungen von Projektseminaren des Teilprojektes „Aussteiger
aus der rechtsextremen Szene berichten“ umgesetzt vom Verein
Projekt21 II e.V.
im Rahmen des Projektes „Vielfalt lieben – Toleranz leben“
(Träger: Bildungswerk Sachsen der Deutschen Gesellschaft e.V.)
im Rahmen der Evaluation des Landesprogramms
„Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“
im Auftrag
des Sächsischen Staatsministeriums des Inneren
bearbeitet von: Dr. Olaf Lobermeier
Bietergemeinschaft
proVal – Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Analyse, Beratung und Evaluation
&
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld
Hannover und Bielefeld, Juni 2014
IKG

pro al & IKG – Gutachten
2
Inhalt
1. Zur Einführung: Wirkungsanalysen zu Projekten des Landesprogramms „Weltoffenes
Sachsen für Demokratie und Toleranz“ ........................................................................... 3
2. Kurze Darstellung des Projektanliegens ........................................................................... 4
2.1 Problembeschreibung und Ursachenanalyse ........................................................... 4
2.2 Die Logik des Projektes und zu überprüfende Ziele des Projektes .............................. 5
3. Methodisches Vorgehen ................................................................................................. 7
4. Empirische Ergebnisse ................................................................................................. 10
4.1 Leistungen des Projekts ........................................................................................ 10
4.2 Wirkungen des Projekts ........................................................................................ 11
4.3 Zusammenfassung............................................................................................... 18
5. Literatur ...................................................................................................................... 20

pro al & IKG – Gutachten
3
1. Zur Einführung: Wirkungsanalysen zu Projekten des Landesprogramms
„Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“
Die geförderten Projekte des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und
Toleranz“ setzen an einem unbefriedigenden Ist-Zustand an und wollen vor diesem Hinter-
grund positive Veränderungen erreichen. Die von der Evaluation zu beantwortende Frage lau-
tet daher: Konnte mit dem, was getan wurde, eine Veränderung in die erwünschte Richtung
erreicht werden? Die Klärung der Wirksamkeit der eingesetzten Maßnahmen und Strategien ist
für die Projekte und für den Fördermittelgeber von großer Bedeutung. Darüber hinaus muss
aber auch analysiert werden, wie eine Veränderung in die erwünschte Richtung erreicht wurde.
Größere Veränderungen im Sinne von anspruchsvollen Zielen sind allerdings oft nur möglich,
wenn mit einer festen Zielgruppe über einen längeren Zeitraum gearbeitet wird. Wenn diese
Voraussetzung nicht erfüllt ist, führen Wirkungsevaluationen nach dem Black-Box-Prinzip häu-
fig zu unbefriedigenden und entmutigenden Resultaten, weil die Teilziele im Sinne von relativ
kurzfristig erreichbaren, konkreten Handlungszielen nicht spezifiziert und überprüft werden.
Unberücksichtigt bleiben oft auch förderliche und hinderliche Kontextbedingungen. Weil im
Prinzip jeder Fehler im Detail die Ablehnung des kompletten Projektansatzes zur Folge haben
kann, sind Black-Box-Evaluationen zur Identifizierung und Entwicklung wirksamer Einzelmaß-
nahmen in der Regel ungeeignet.
Um Erkenntnisse für die Weiterentwicklung und Optimierung der Projekte des Landespro-
gramms bereitstellen zu können, verwenden wir daher einen Evaluationsansatz, der auf der
Ebene konkreter Handlungsziele ansetzt und die Wirksamkeit der an dieser Stelle eingesetzten
Maßnahmen überprüft. So basieren die von uns durchgeführten Wirkungsanalysen auf den
Ergebnissen eines zweitägigen Workshops zu Beginn der Projektevaluation, in dem es sowohl
um eine genaue Zielklärung als auch um eine Einschätzung der mit den verschiedenen Maß-
nahmen erreichbaren unmittelbaren Wirkungen geht. Die Wirkungsevaluation konkreter Ein-
zelmaßnahmen gestattet es dann, einen Fundus an gut dokumentierten und wirksamen Maß-
nahmen und Handlungsstrategien aufzubauen. Die Identifikation und Dokumentation solcher
Maßnahmen und Strategien ist eine zentrale Voraussetzung für eine Effektivitäts- und Effizienz-
steigerung bei Projekten zur Förderung von Demokratie und Toleranz und trägt damit auch
zur Optimierung des Landesprogramms bei.

pro al & IKG – Gutachten
4
2. Kurze Darstellung des Projektanliegens
Das Teilprojekt „Aussteiger aus der rechtsextremen Szene berichten“ des Vereins Projekt 21 II
e.V. wird im Rahmen des Förderprojekts „Vielfalt lieben – Toleranz leben“ des Bildungswerks
Sachsen der deutschen Gesellschaft e.V. umgesetzt. Das Bildungswerk Sachsen übernimmt
dabei die Organisation für die Durchführung eintägiger Workshops in Schulen und Jugend-
gruppen. Es werden auch Workshops für Erwachsene und Multiplikator/innen angeboten, die-
se sind jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden Wirkungsevaluation.
Die Workshops sind so angelegt, dass sie mindestens drei Zeitstunden dauern. Sie werden
vom Projektleiter und jeweils mindestens einem Aussteiger aus der rechtsextremen Szene, der
vom Projektleiter betreut wird, durchgeführt. Der Workshop beinhaltet einen Informationsblock
über Erscheinungsweisen, Codes und Symbole der lokalen rechtsextremen Szene sowie die
Gelegenheit, mit dem Aussteiger über die Erfahrungen seines Ausstiegs zu diskutieren. Hierbei
werden auch Anwerbestrategien und Gefahren der rechtsextremen Szene in Erzählungen dar-
gestellt. Weiterhin wird mit den Teilnehmenden eine Aussteigergeschichte besprochen und es
gibt einen kurzen juristischen Exkurs zu den §§ 86 und 86a des Strafgesetzbuches. Während
der erste Teil vor allem vom Projektleiter gestaltet und durch den Aussteiger mit Erlebnissen
untermauert wird, ist der zweite Teil als Forum konzipiert, mit dem Aussteiger ins Gespräch zu
kommen.
2.1
Problembeschreibung und Ursachenanalyse
Das Projekt geht davon aus, dass das Thema Rechtsextremismus in vielen Schulen Sachsens
ein häufig unterschätztes Problem darstellt. Dabei treten nicht nur Aktivitäten der NPD, etwa
durch das Verteilen ihrer sogenannten „Schulhof-CD“ in den Fokus, sondern vor allem auch
Aktivitäten der freien Kräfte (z.B. von Kameradschaften) und ähnlichen Gruppierungen, die
geschickt um das Interesse und die Sympathie junger Menschen werben.
Das Erkennen rechtsextremistischer Erscheinungen durch die Lehrerschaft gestaltet sich im
Schulalltag meist schwierig, weil Symbole und Zeichen einem ständigen Veränderungsprozess
unterliegen bis hin zu der Tatsache, dass rechtsextreme Kader überhaupt nicht mehr ohne
einschlägiges Szenewissen erkannt werden können.
Nach Beobachtungen des Projekts werden fremdenfeindliche und diskriminierende Äußerun-
gen von Schülern vielfach als Spaß verstanden und verharmlost. Darüber hinaus besteht in
Schulen, in denen rechtsextreme Aktivitäten zur Tagesordnung gehören,
1
eine hohe Hemm-
schwelle, rechtsextremistische Anfeindungen und Übergriffe zu melden, da eine große Angst
vor Repressionen durch die Täter besteht. Zum Teil kennen Schüler/innen die Erscheinungs-
weisen, Codes und Symbole der rechtsextremen Szene nicht, zum Teil werden aber auch die
Gefahren, die mit einem rechtsextremen Lifestyle verbunden sind, unterschätzt. Wenig bekannt
1
Im Rahmen der teilnehmenden Beobachtungen wurde eine Schule besucht, in der ein vormaliger Schülerspre-
cher der rechtsextremen Szene zugeordnet werden konnte.

pro al & IKG – Gutachten
5
ist bei Lehrkräften, Multiplikator/innen aber auch Schüler/innen nach Ansicht des Projekts die
Tatsache, dass rechtsextreme Gruppierungen sich als Teil einer Bewegung verstehen, die mit-
unter gut vernetzt sind, sehr brutal agieren können und über vielfältige finanzielle Mittel verfü-
gen, um ihre Ziele zu verfolgen und in ihren Aktivitäten vielfach Strategiewechsel vornehmen.
Das Projekt „Aussteiger aus der rechtsextremen Szene berichten“ wird von zahlreichen Organi-
sationen im Themenfeld „Demokratieentwicklung“ sehr kritisch gesehen. So werden beispiels-
weise von der Demokratie-AG Ostsachsen als Kritikpunkte genannt, dass das Projekt mit „un-
gefestigten“ Aussteigern arbeite, die Workshops „reißerisch aufgemacht“ seien, eine Bereit-
schaft seitens der Projektleitung zur Selbstreflexion/Zusammenarbeit mit anderen Trägern feh-
le, eine sozialpädagogische Fachlichkeit nicht vorhanden sei und Aussteiger für ihre Auftritte in
den Schulen bezahlt würden.
2.2
Die Logik des Projektes und zu überprüfende Ziele des Projektes
Das Teilprojekt „Aussteiger aus der rechten Szene berichten“ ist als Aufklärungs- und Sensibili-
sierungsprojekt angelegt und wird in allen Schulformen ab der siebten Klassenstufe angebo-
ten. Die besten Erfahrungen in Bezug auf die Qualität von Nachfragen und die Relevanz des
Themas wurden nach Angaben des Projekts im achten Jahrgang gemacht. Dies entspricht
auch dem Alter, in dem politische Sozialisation in der Schule entwicklungspsychologisch ein
relevantes Thema darstellt. Der Fokus für die Durchführung der Workshops liegt auf Gymnasi-
en, Oberschulen und Berufsschulen im ländlichen Raum.
Die Workshops werden im Vorfeld zwischen Lehrkraft bzw. pädagogischer Fachkraft und dem
Projektleiter abgestimmt. Das pädagogische Programm verläuft aber nach einem klaren Ab-
laufschema und ist so standardisiert, dass eine Vergleichbarkeit der Workshops gut möglich
ist. Die Veranstaltung findet als Frontalunterricht mit einem hohen Maß an Teilneh-
mer/innenbeteiligung statt. Das heißt, dass die Teilnehmer/innen über die gesamte Dauer mit
einbezogen werden und es sehr viel Raum für Nachfragen oder kritische Anmerkungen gibt.
Leitziel des Projekts ist, dass Schüler, Lehrer und Multiplikatoren in Sachsen für die Gefahren
des Rechtsextremismus sensibilisiert und motiviert sind, diesen entgegenzutreten. Auf einer
mittleren Zielebene sollen Schülerinnen und Schüler einen groben Überblick über die rechts-
extreme Szene gewinnen, für das Thema „NS“ sensibilisiert sein sowie die Gefahren kennen,
die damit verbunden sind (MZ1). Ein zweites Mittlerziel besagt, dass Schülerinnen und Schüler
den menschenverachtenden Alltag in rechten Szenen kennen und wissen, wie schwierig es ist,
aus der rechtsextremen Szene wieder auszusteigen (MZ2). Diese zwei Mittlerziele sind auch
Gegenstand der Wirkungsevaluation. Das dritte, mit der wissenschaftlichen Begleitung im Feb-
ruar 2013 erarbeitete Mittlerziel bezieht sich auf Lehrkräfte und Multiplikatoren und lautet:
„Lehrkräfte und Multiplikatoren sind in der Lage, rechtsextreme Erscheinungsformen in ihrer
Einrichtung zu erkennen“ (MZ 3). Dieses dritte Mittlerziel wurde in der Wirkungsevaluation
nicht berücksichtigt.

pro al & IKG – Gutachten
6
Mittlerziel 1 lässt sich hinsichtlich der konkreteren Handlungszielebene folgendermaßen ope-
rationalisieren: Die Schülerinnen und Schüler sollen nach dem Workshop NS-typische Symbole
kennen (HZ1.1.), sie sollen wissen, welche rechtsextremen Symbole, Handlungen und Situatio-
nen rechtswidrig bzw. verboten und welche erlaubt sind (HZ1.2), sie sollen wissen, dass die
NS-Szene in Sachsen stark verankert und gut vernetzt ist und welche Gefahren davon ausge-
hen (HZ1.3), und sie sollen verschiedene Anwerbestrategien und Aktionsformen der NS-Szene
kennen (HZ1.4). Um das zweite Mittlerziel zu konkretisieren, wurde formuliert, dass Schüler
wissen sollen, warum junge Menschen aus der rechtsextremen Szene wieder aussteigen und
damit verbundene Schwierigkeiten benennen können (HZ2.1).
In dem folgenden Veränderungsmodell des Projektes sind die dargestellten Zusammenhänge
zwischen den Mittler- und Handlungszielen sowie den Maßnahmen anschaulich dargestellt.
Die verwendeten Symbole haben folgende Bedeutung:
Kausalbeziehung
Zusammenhang/
Beeinflussung
Noch nicht verfolgtes
Wirkungsziel
Vermutete
Kausalbeziehung
Vermuteter
Zusammenhang
Noch nicht
umgesetzte
Maßnahme
Noch nicht
berücksichtigter
Wirkfaktor
Vermuteter
Einflussfaktor
Beeinflussbarer
Wirkfaktor
(Handlungsziel)
Angestrebte Wirkung
aus Sicht der
Projektverantwortlichen
(Mittlerziel)
Maßnahme
Einflussfaktor
Abbildung 1:
Veränderungsmodell des Projektes „Aussteiger aus der rechtsextremen Szene
berichten“ (Bildungswerk Sachsen e.V. / Verein Projekt 21 II e.V.)
Schülerinnen und Schüler haben einen
groben Überblick über die rechtsextreme
Szene, sind für das Thema „NS"
sensibilisiert und kennen die Gefahren,
die damit verbunden sind.
Schülerinnen und Schüler kennen den
menschenverachtenden Alltag in rechten
Szenen und wissen, wie schwierig es ist,
aus der rechtsextremen Szene wieder
auszusteigen.
Schülerinnen und Schüler kennen NS-
typische Symbole.
Schülerinnen und Schüler wissen, welche
rechtsextremen Symbole, Handlungen und
Situationen rechtswidrig bzw. verboten
sind und welche erlaubt.
Schülerinnen und Schüler wissen, dass die
NS-Szene in Sachsen stark verankert und
gut vernetzt ist und welche Gefahren
davon ausgehen.
Schülerinnen und Schüler kennen
verschiedene Anwerbestrategien und
Aktionsformen der NS-Szene.
Schüler wissen, warum junge Menschen
aus der rechtsextremen Szene wieder
aussteigen und können damit verbundene
Schwierigkeiten benennen.
Erläuterung
Zeitungsartikel und
Bericht durch
Aussteiger
Erläuterungen
Projektleiter und
Aussteiger
Frontale
Erläuterungen des
Aussteigers
Bearbeitung und
Besprechung des
eingesetzten
Fragebogens
Flyer NS-Symbole

pro al & IKG – Gutachten
7
3. Methodisches Vorgehen
Die Wirkungsevaluation erfolgte durch eine Vorher-nachher-Befragung mit Kontrollgruppe
sowie durch drei teilnehmende Beobachtungen im Rahmen von jeweils dreistündigen Schul-
veranstaltungen. Der Fragebogen wurde auf der Grundlage der mit dem Projektleiter erstell-
ten Zieltabelle sowie ergänzenden Informationen durch eine erste teilnehmende Beobachtung
konstruiert. Nach Erstellung wurde der Fragebogen dem Projektleiter zurückgespiegelt, sodass
sichergestellt werden konnte, dass die erfragten Inhalte auch tatsächlich dem Seminarkonzept
entsprechen.
An den Befragungen der Teilnehmergruppe haben nach Bereinigung des Datensatzes 59
Schülerinnen und Schüler teilgenommen, die unmittelbar vor als auch direkt nach der Veran-
staltung befragt werden konnten. Nach vier bis sechs Monaten wurden diese Schüler/innen ein
weiteres Mal im Rahmen einer Follow-up-Erhebung befragt. In der Kontrollgruppe konnten 31
Schülerinnen und Schüler mit einem entsprechenden Zeitabstand von etwa 4-6 Monaten be-
fragt werden. Hierdurch konnten einerseits Unterschiede zwischen den beiden Gruppen sowie
die zeitliche Persistenz von Wirkungen des Projektunterrichts kontrolliert werden. Tabelle 1
veranschaulicht den Aufbau der Untersuchung.
Tabelle 1: Methodisches Design
November/Dezember 2013
April/Mai 2014
T0
Durchführung
der Maßnahme
T1
Teilnehmergruppe
X
O
X
Kontrollgruppe
X
X
Die Befragung erfolgte anonym. An persönlichen Merkmalen haben wir lediglich das Ge-
schlecht und das Alter der Schüler sowie die Schulform erfragt. Die Befragung wurde an zwei
Gymnasien und einer Oberschule in den Klassenstufen acht und zehn durchgeführt. Die be-
fragten Schüler/innen waren zwischen 12 und 17 Jahre alt. Das Durchschnittalter lag bei bei
der Teilnehmer- als auch bei der Kontrollgruppe bei 15 Jahren. In der Teilnehmergruppe wa-
ren 37,5% der Befragten männlich und 62,5% weiblich. In der Kontrollgruppe waren 29.0%
männlich und 70,9% weiblich.
Tabelle 2: Alter und Geschlecht der Befragten
Durchschnittsalter
männlich
weiblich
Teilnehmergruppe
15
37,5%
62,5%
Kontrollgruppe
15
29,0%
70,9%

pro al & IKG – Gutachten
8
Für die Auswertung wurden nur Schüler berücksichtigt, die an T0 und an mindestens einem
weiteren Erhebungszeitpunkt teilgenommen hatten. Die Zahl der Schüler kann jedoch von Er-
hebungszeitpunkt zu Erhebungszeitpunkt variieren.
Im Fragebogen wurden hauptsächlich Zustimmungsskalen (Likert-Skalen) verwendet (vgl.
Schnell, Hill, Esser 1999: 181). Hierbei wird den Befragten eine Aussage vorgestellt und auf
einer in diesem Fall vierstufigen Skala können sie ihre Zustimmung zu dieser Aussage ausdrü-
cken. Folgendes Beispiel veranschaulicht diesen Fragentypus:
Abbildung 2:
Beispiel für Viererskala
Stimme
voll zu
Stimme
eher zu
Stimme
eher
nicht zu
Stimme
gar
nicht zu
Ich bin mit meinem Leben im Großen und
Ganzen sehr zufrieden.
Mit meinen Noten in der Schule bin ich
sehr zufrieden.
In der Auswertung und Analyse der Antworten wurde die Skala so kodiert, dass die Zustim-
mung immer durch einen niedrigen und die Ablehnung durch einen hohen Wert repräsentiert
wird.
Des Weiteren wurden Fragen mit dichotomen Antwortvorgaben verwandt (siehe Abbildung 3).
Abbildung 3: Beispielfrage mit dichotomer Antwortvorgabe
Ich trage auf meiner Bomberjacke einen Aufnä-
her mit dem SA-Abzeichen.
□strafbar
□nicht strafbar
Die letzte Variante von Fragetypen waren offene Fragen. Hier konnten die Schüler freie Texte
in dafür vorgesehene Felder eintragen.
Abbildung 4: Beispiel für offene Fragen
Was machen rechtsextreme Gruppen, um neue Mitglieder anzuwerben?
__________________________________________
____________________________________________
Zum Nachweis von Veränderungen wurden Mittelwertvergleiche zwischen den einzelnen Be-
fragungszeitpunkten für die Teilnehmergruppe sowie zwischen den beiden Befragungszeit-
punkten für die Kontrollgruppe durchgeführt (t-Tests für abhängige Stichproben). Mit dem t-
Test für abhängige Stichproben wird überprüft, ob Unterschiede zwischen den Mittelwerten der
verschiedenen Erhebungszeitpunkte statistisch bedeutsam sind. Dabei untersuchen wir immer

pro al & IKG – Gutachten
9
die Hypothese, dass sich die Ergebnisse nach der Maßnahme im Sinne der Projektziele verbes-
sert haben (einseitige Alternativhypothese). Das Signifikanzniveau
α
bezeichnet nun die Wahr-
scheinlichkeit, dass die sogenannte Nullhypothese, nach der es keinen Unterschied zwischen
den Erhebungszeitpunkten gibt, zu Unrecht aufgegeben wird. In der sozialwissenschaftlichen
Forschung akzeptiert man üblicherweise eine Wahrscheinlichkeit von maximal 5% für diesen
Irrtum. Neben diesem 5%-Signifikanzniveau weisen wir auch das 1%-Signifikanzniveau aus.
Ferner wurde an relevanten Stellen die absolute Effektstärke durch einen Vergleich mit der
Kontrollgruppe berechnet: ES
(abs)
= ([M
TN2
– M
TN0
] – [M
Kon2
– M
Kon0
]). Die Veränderungen in der
Teilnehmergruppe (t
2
– t
0
) wurden außerdem mittels t-Tests für unabhängige Stichproben mit
den entsprechenden Veränderungen in der Kontrollgruppe (t
2
– t
0
) verglichen. Dies entspricht
einer zweifaktoriellen Varianzanalyse mit Messwiederholung. An dieser Stelle müssen wir da-
rauf hinweisen, dass die Frage der statistischen Signifikanz im vorliegenden Fall zu gewissen
Interpretationsproblemen führt, weil eigentlich keine für eine bestimmte Population repräsen-
tative Stichprobe gezogen wurde. Bortz und Döring (2003, S. 404) weisen jedoch darauf, dass
eine real existierende Population keine mathematisch-statistische Voraussetzung für die An-
wendbarkeit des inferenzstatistischen Formelapparates ist. Da in die Formel für die Signifikanz
die Stichprobengröße und die Standardabweichung einfließen, kann man die Inferenzstatisti-
sche Analyse auch als eine systematische Prüfung der Zuverlässigkeit der Ergebnisse betrach-
ten.
Gleichwohl ist die Bestimmung der Größe eines Effekts für die Praxis oft bedeutsamer als die
statistische Signifikanz. Zur Berechnung der Effektgröße beim Vergleich von Mittelwerten ver-
wenden wir die Formel von Cohen (1988).
2
| |
=
+
/ 2
Nach Cohen (1988) ist d=0,2 als ein kleiner, d=0,5 als ein mittlerer und d=0,8 als ein star-
ker Effekt anzusehen.
Bei allen eingesetzten Skalen handelt es sich um 4-er Skalen, so dass ein Wert von 4 in der
Regel maximale Zustimmung und ein Wert von 1 maximale Ablehnung bedeutet. Die offenen
Fragen, wie etwa „Was machen rechtsextreme Gruppen, um neue Mitglieder anzuwerben“,
wurden inhaltlich interpretiert und nachcodiert. Hierbei wurden die Antworten nach dem
Schema „0=nicht bekannt“, „1=im Ansatz bekannt“ und „2=bekannt“ codiert.
Im Rahmen der Wirkungsevaluation hat der Gutachter drei teilnehmende Beobachtungen
durchgeführt. Zwei Beobachtungen fanden in Gymnasien und eine Beobachtung in einer
Oberschule statt. Die Beobachtung erfolgte anhand eines qualitativen Beobachtungsbogens,
der es ermöglichte, ausgewählte Beobachtungen zu dokumentieren. Hierbei wurde folgendes
Schema zugrunde gelegt:
2
MW=Mittelwert, SD= Standardabweichung. Wir lassen keine negativen Effektstärken zu, sondern betrachten
jeweils den Betrag des Effekts.

pro al & IKG – Gutachten
10
Tabelle 3: Beispiel für den Beobachtungsbogen im Rahmen der teilnehmenden Beobachtung
Thema
Inhalte
Reaktionen der Schüler
Welche NS-typischen
Symbole werden vermit-
telt?
Welche Anwerbestrate-
gien und Aktionsformen
der rechten Szene ler-
nen die Schüler ken-
nen?
Was erfahren die Schü-
ler über die Gefahren
der rechten Szene?
Im Rahmen der teilnehmenden Beobachtungen konnten in vielen Zwischen- und Pausenge-
sprächen mit Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern Stimmungen in der Klasse in Bezug
auf das Thema „Umgang mit rechtsextremen Erscheinungen“ identifiziert werden. Einen wich-
tigen Indikator dafür, wie intensiv sich die Schüler/innen auf das Thema „Rechtsextremismus“
eingelassen haben, boten die Nachfragen, die jeweils im zweiten Block der Veranstaltung an
den Aussteiger gestellt wurden.
4. Empirische Ergebnisse
4.1
Leistungen des Projekts
Der Projektträger Projekt 21II e.V. hat mittlerweile insgesamt über 400 Veranstaltungen für
Schüler/innen und pädagogische Fachkräfte durchgeführt. Im Jahr 2013 wurden 62 Veran-
staltungen mit Schülerinnen und Schülern in Oberschulen, Berufsschulzentren, freien Ober-
schulen, freien Schulen und Gymnasien und Förderschulen realisiert. Im Rahmen der Koope-
ration mit dem Bildungswerk Sachsen wurden im Jahr 2013 25 Veranstaltungen durchgeführt.
Für eine Veranstaltung rechnet der Verein Projekt 21 II e.V. beim Bildungswerk Sachsen e.V.
180,00 Euro ab. Dies entspricht nur bedingt den tatsächlichen Kosten für die Durchführung
einer Maßnahme, wenn die Vor- und Nachbereitungszeit mit einbezogen wird. Nach eigenen
Berechnungen des Projekts kostet eine Schülerveranstaltung im Durchschnitt 300 Euro.
Neben der Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk Sachsen der deutschen Gesellschaft e.V.
kooperiert der Verein 21II e.V. mit dem Schulamt Bautzen, dem Bildungswerk der Deutschen
Gesellschaft in Berlin, dem Jugendweiheverein Dresden, dem militärhistorischen Museum der
Bundeswehr Dresden und reinit NRW. 16 Veranstaltungen wurden direkt von Auftraggebern
bezahlt. Eine Veranstaltung wurde ohne Vergütung durchgeführt.
Über die Veranstaltungen mit Schülerinnen und Schülern hinaus wurden 2013 auch Veranstal-
tungen für Lehrerkräfte und Eltern angeboten, sowie auch eine eintägige Schulung für Busfah-

pro al & IKG – Gutachten
11
rer. Darüber hinaus war das Projekt in Workshops des militärhistorischen Museums (MHM) im
Rahmen einer Rechtsextremismus-Ausstellung eingebunden.
4.2
Wirkungen des Projekts
Das Projekt „Aussteiger aus der rechtsextremen Szene berichten“ wird im Vorfeld zwischen
Projektleiter und Lehrkraft/pädagogischer Fachkraft abgesprochen. Eine Einbeziehung der
Schülerinnen und Schüler in die Gestaltung des Projekttages findet dabei nur bedingt statt. Aus
Gesprächen mit involvierten Lehrkräften konnte jedoch geschlossen werden, dass die Initiative
für die Durchführung des Projekttages zum Teil auf engagierte Schülerinnen und Schüler zu-
rückgeht. Der geringen Partizipation bei der Gestaltung des Seminars steht allerdings ein sehr
hoher Wert in Bezug auf die Akzeptanz der durchgeführten Projekttage gegenüber. Für die
Berechnung der Akzeptanz wurden die einzelnen Items (siehe Abbildung 5) zu einem Index
zusammengefasst. Dieser Wert liegt auf einer Skala von 1 bis 4 bei 3,64 (SD=0,42), was auf
eine hohe Zufriedenheit mit den Projekttagen hinweist. Die durchschnittlichen Akzeptanzwerte
zeigen auch bei den verschiedenen abgefragten Aspekten eine hohe Zufriedenheit an und
bewegen sich ausnahmslos in einem Bereich oberhalb des Wertes 3,5 (siehe Abbildung 5).
Aufgrund der hohen Akzeptanz der Maßnahme sind gute Wirkungsvoraussetzungen gegeben.
Abbildung 5:
Durchschnittliche Akzeptanz des Projektes „Aussteiger berichten“
(1=schlechtester Wert, 4=bester Wert)
Im Rahmen der quantitativen Befragung wurde zunächst erhoben, ob sich durch die Kurzzeit-
maßnahme auch auf der Einstellungsebene der Schülerinnen und Schüler etwas verändert hat.
Die Veränderung von Einstellungen im Hinblick auf die Themen Rechtsextremismus und De-
mokratie wurde mit den Handlungszielen nicht direkt angestrebt, sie wurden aber trotzdem mit
3,35
3,4
3,45
3,5
3,55
3,6
3,65
3,7
3,75
3,8
3,85
3,9
Für ich hat sich
dieser
Projekttag
gelohnt.
Der Projekttag
war interessant
und lebendig
gestaltet.
Herr Ankele
kannte sich
ausgezeichnet
im Thema aus.
Der Aussteiger
hat einen sehr
ehrlichen
Eindruck auf
mich gemacht.
Ich bin mit den
Ergebnissen des
Projekttages
zufrieden.
Mein
Gesamteindruck
vom Projekttag
ist positiv.

pro al & IKG – Gutachten
12
in die Befragung aufgenommen, weil sie sich im Leitziel „Schüler, Lehrer und Multiplikatoren
in Sachsen sind für die Gefahren des Rechtsextremismus sensibilisiert (und motiviert, ihnen
entgegenzutreten) wiederfinden. Die Einstellungen zu Rechtsextremismus und Demokratie
wurden mithilfe einer Skala ermittelt. Dabei wurden den Schülerinnen und Schülern folgende
Aussagen vorgelegt:
a) Rechtsextreme Parteien sprechen die Probleme an, von denen sonst keiner reden will.
b) Würden rechtsextreme Personen keine Gewalt anwenden, wären ihre Meinungen ganz O.K.
für mich.
c) Demokratische Parteien kümmern sich zu wenig um die Sorgen und Nöte der Bevölkerung.
d) In einem rechtsextremen Staat würde es mir persönlich besser gehen.
e) Die Demokratie schützt meine persönliche Freiheit.
f) Rechtsextreme schützen meine persönliche Sicherheit.
g) Meine Vorstellung von einem guten Leben kann ich am besten in einer Demokratie verwirk-
lichen.
h) Die Aktivitäten der rechten Szene finde ich interessant.
i) Ich hätte Interesse, mich mit Leuten aus der rechten Szene zu treffen
Durch eine Faktorenanalyse konnten die beiden Einstellungsdimensionen „Rechtsextremismus-
zustimmung“ und „Demokratiezustimmung“ identifiziert werden. Ein Vergleich zwischen den
verschiedenen Messpunkten ergibt, dass es zwischen dem Zeitpunkt vor der Maßnahme (t
0
)
und dem Zeitpunkt unmittelbar nach der Maßnahme (t
1
) keinen signifikanten Unterschied im
Hinblick auf die Einstellung zum Rechtsextremismus gibt (vorher M=3,03; SD=0,59; nachher:
M=2,96; SD=0,66). Entsprechend ließ sich auch kein messbarer Effekt nachweisen (d=0,03).
Die Follow-up-Befragung nach sechs Monaten ergab ebenfalls keine Veränderung zur Aus-
gangssituation (t
0
). Auch in der Dimension „Demokratiezustimmung“ konnte kein statistisch
bedeutsamer Unterschied zwischen t
0
und t
1
festgestellt werden (vorher M=2,82; SD=0,60;
nachher M=2,80, D=0,66). Eine Einstellungsveränderung ist nach einer dreistündigen Maß-
nahme allerdings auch nicht zu erwarten. Dennoch erhalten die Schülerinnen und Schüler, wie
in den teilnehmenden Beobachtungen festzustellen war, durch die authentische Person des
Aussteigers einen sehr emotionalen Eindruck von den antidemokratischen Stimmungen in der
Szene der freien Kräfte. Dies wird im Rahmen des Projekttages durch Sätze des Aussteigers
untermauert wie z.B. „Als Nationalsozialist willst du die Demokratie abschaffen“ oder „Ich
musste mich mit einem Demokraten treffen. Das war ein Feind. Den habe ich gehasst am An-
fang.“
Im Weiteren wurden die Schülerinnen und Schüler im Fragebogen gefragt, was ihnen zu dem
Begriff „Rechtsextreme Szene“ einfällt. Hier wurden Aspekte genannt wie „Menschen, die
glauben, dass die damalige Zeit gut war, und Ausländer und Juden hassen“, „Rechtsextreme
sind sehr auf Krawall aus“ oder „Menschen, die Probleme haben und ernsthaft denken, dass
z. B. Arbeitsplätzemangel an Ausländern liegt und nicht am kapitalistischen System, das nur
darauf bedacht ist, aus persönlicher Profitgier Arbeitsplätze abzuschaffen“. Es wurden aber
auch stichwortartige Antworten wie „Rumprügeln oder gegenseitig krankenhausreif prügeln“

pro al & IKG – Gutachten
13
gegeben. Hierbei ließ sich zwischen t
0
und t
1
sogar eine Abnahme sinnvoller Antworten be-
obachten, was zu einem großen Teil daran lag, dass die befragten Schülerinnen und Schüler
im zweiten Fragebogen darauf verwiesen, was sie hierzu bereits im ersten Fragebogen ge-
schrieben hatten. Ein Vergleich zwischen t
0
und t
1
ergab deshalb keinen statistisch nachweis-
baren Effekt (vorher M=1,45; SD=0,60; nachher M=1,43; SD=0,50). In den teilnehmenden
Beobachtungen konnte festgestellt werden, dass das Projekt immer wieder auch die Gefähr-
lichkeit der rechtsextremen Szene hinweist. Was diese Szene so gefährlich mache, so das Pro-
jekt, sei die Verschiedenartigkeit im Auftreten und die starke Wandelbarkeit. Dies mache es
zum Teil schwierig, Rechtsextreme auf den ersten Blick zu erkennen. So wird das durch die
Medien immer wieder kolportierte Bild der martialisch auftretenden Skinheads im Projektsemi-
nar differenziert betrachtet, weil diese Gruppierung nur einen Teil der Szene ausmache.
Handlungsziel HZ1.1 sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler NS-typische Symbole ken-
nen sollen. Hierzu wird ein Flyer mit den gängigen Codes und Symbolen verteilt und durch
Erzählungen über Kleidung und Outfits untermauert. Um dieses Handlungsziel zu überprüfen,
wurde den Teilnehmenden eine Liste mit rechtsextremen und nicht rechtsextremen Codes und
Symbolen vorgelegt. Hierbei konnten 18 Punkte für richtige Antworten erreicht werden. Vor
der Maßnahme lag der Durchschnitt der erreichten Punkte bei 11,66
3
und unmittelbar nach
der Maßnahme bei 13,42
4
. Ein t-Test für abhängige Stichproben ergab, dass diese Steigerung
auch statistisch bedeutsam ist (p<0,001). Vergleicht man die Punktzahl vor der Maßnahme
(M=11,77) mit der Punktzahl zum Zeitpunkt der Follow-up-Erhebung (t
2
), so zeigt sich, dass
diese Verbesserung auch nachhaltig ist. Lag der Mittelwert zum Zeitpunkt t
0
bei 11,77
5
, so
betrug er zum Zeitpunkt t
2
13,50
6
. Die Berechnung der Effektgröße nach Cohen (1988) ergibt
zunächst einen starken Effekt bei der Verbesserung des Wissens (d=1,19). Allerdings zeigt sich
auch in der Kontrollgruppe eine Verbesserung. Zieht man die Verbesserung in der Kontroll-
gruppe von der Verbesserung in der Teilnehmergruppe ab und berechnet so die absolute Ef-
fektstärke
7
, dann kommt man auf einen Nettoeffekt von 0,76. D.h., es gibt eine – relativ be-
scheidene – Nettoverbesserung von
3
/
4
Punkten. Ein Vergleich der Teilnehmer- und der Kon-
trollgruppe hinsichtlich der durchschnittlichen Veränderung bei diesem Wissenstest (t-Test für
unabhängige Stichproben) zeigt jedoch, dass es keinen signifikanten Unterschied zwischen der
Verbesserung in der Teilnehmergruppe und der Verbesserung in der Kontrollgruppe gibt. Es ist
folglich statistisch nicht nachweisbar, dass die Maßnahmen des Projekts zu der Verbesserung
in der Teilnehmergruppe geführt haben. Die Verbesserung könnte auch auf einen Lerneffekt
durch das mehrmalige Bearbeiten des Wissenstests zurückzuführen sein.
3
SD=3,68
4
SD=3,50
5
SD=3,61
6
SD=3,15

image
image
image
image
pro al & IKG – Gutachten
14
Abbildung 6:
Durchschnittliche Punktzahl bei der richtigen Beantwortung zu Codes und
Symbolen
Neben der Sensibilisierung für Codes und Symbole der rechtsextremen Szene sollten die Schü-
lerinnen und Schüler wissen, welche rechtsextremen Symbole, Handlungen und Situationen
rechtswidrig bzw. verboten und welche erlaubt sind. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde den
Schülerinnen und Schülern ein Fragebogen mit Aussagen ausgeteilt, den diese ausfüllen soll-
ten. Anschließend wurde der Fragebogen im Einzelnen besprochen. Die gleichen Fragen ha-
ben wir in unser Erhebungsinstrument aufgenommen, um zu sehen, ob die Schülerinnen und
Schüler nach dem Projekttag in der Lage sind, die Fragen richtig zu beantworten. Folgende
Sachverhalte wurden dabei zur Bestimmung strafbar/nicht strafbar vorgelegt:
Ich höre laut Musik von der Band „Landser“
Ich rufe mit Freunden: „Das sind Untermenschen!“ über den Schulhof
Ich dekoriere meine Zimmertür mit Plakaten auf der SS-Runen zu sehen sind.
Ich beteilige mich an einer Demonstration mit einer Reichskriegsfahne aus der Kaiser-
zeit.
Ich trage auf meiner Bomberjacke einen Aufnäher mit dem SA-Abzeichen.
Ich habe Adolf Hitler als Bild-SMS auf meinem Handy gespeichert.
Ich spiele zu Hause mit Freunden rassistische und antisemitische PC-Spiele.
Ich habe eine Rede von Josef Goebbels auf meinem Handy und lasse mithören.
Ich trage Sachen der Firma „Pit Bull“.
Ich feiere mit Freunden den Todestag von Rudolf Hess.
Abbildung 7 zeigt die unterschiedlichen Mittelwerte im zeitlichen Verlauf.
11,66
13,42
11,32
12,29
10
10,5
11
11,5
12
12,5
13
13,5
14
vorher
nachher
Teilnehmergruppe
Kontrollgruppe

image
image
image
image
image
pro al & IKG – Gutachten
15
Abbildung 7:
Durchschnittliche Punktzahl bei der richtigen Beantwortung strafbarer und
nichtstrafbarer Sachverhalte
Bei der Teilnehmergruppe verbessert sich die Punktzahl richtiger Antworten von M=5,02
8
vor
der Maßnahme auf M=5,54
9
in der Follow-up-Befragung. Der t-Test für unabhängige Stich-
proben zeigt, dass es sich hier um eine signifikante Verbesserung handelt.
10
Die Zunahme
zum Zeitpunkt t1 (direkt nach der Maßnahme) ist ebenfalls signifikant (p<0,001). Der Effekt
für die Verbesserung des Wissens kann mit einem Wert von d=0,98 zunächst als stark be-
zeichnet werden. Berechnet man auch hier wieder den absoluten Nettoeffekt, indem man die
Verbesserung in der Kontrollgruppe von der Verbesserung in der Teilnehmergruppe abzieht,
dann ergibt sich eine kleine Verbesserung um 0,20 Punkte. Ein Vergleich der Teilnehmer- und
der Kontrollgruppe hinsichtlich der durchschnittlichen Veränderung bei diesem Wissenstest (t-
Test für unabhängige Stichproben) zeigt allerdings auch hier, dass es keinen signifikanten
Unterschied zwischen der Verbesserung in der Teilnehmergruppe und der Verbesserung in der
Kontrollgruppe gibt. Die Verbesserung kann demnach auf bei diesem Test auf einen Lerneffekt
durch das mehrmalige Bearbeiten zurückzuführen sein
Handlungsziel HZ1.4 sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler verschiedene Anwerbestra-
tegien und Aktionsformen der rechtsextremen Szene kennen. Diese wurden im Seminar be-
sprochen. Im Fragebogen wurden die Schülerinnen und Schüler gebeten, aufzuschreiben, was
rechtsextreme Gruppen machen, um neue Mitglieder anzuwerben. Typische Antworten hierzu
waren etwa „Rechtsextreme Gruppen vermitteln ihr Gedankengut und zeigen, wie toll es ist, in
einer Gemeinschaft zu sein und zu wissen, man ist nicht allein“ oder „Sie versuchen ihnen mit
Musik entgegenzukommen: erst eher normale Texte, dann immer rechtere Texte“. Bei den
Antworten ergibt sich in der Teilnehmergruppe zunächst ein starker Effekt von d=0,92. Der
Vergleich der Mittelwerte zeigt statistisch signifikante Verbesserung von t
0
(M=0,94, SD=0,55)
8
SD=1,73
9
SD=1,24
10
t=-2,26, df=47, p<0,05
5,02
5,54
4,77
5,1
4,2
4,4
4,6
4,8
5
5,2
5,4
5,6
vorher
nachher
Teilnehmergruppe
Kontrollgruppe

image
image
image
image
pro al & IKG – Gutachten
16
zu t
2
(M=1,47, SD=0,61).
11
Berechnet man auch hier wieder den absoluten Nettoeffekt, in-
dem man die Verbesserung in der Kontrollgruppe von der Verbesserung in der Teilnehmer-
gruppe abzieht, dann ergibt sich ein nahezu mittlerer Effekt um 0,42 Punkte. Ein Vergleich der
Teilnehmer- und der Kontrollgruppe hinsichtlich der durchschnittlichen Veränderung bei die-
sem Wissenstest (t-Test für unabhängige Stichproben) zeigt, dass die Teilnehmergruppe einen
signifikant höheren Wissenszuwachs zu verzeichnen hat, als die Kontrollgruppe
12
. Damit kann
das Handlungsziel HZ 1.4 als erreicht angesehen werden.
Abbildung 8:
Durchschnittliche Verbesserung des Wissens zu rechtsextremen
Anwerbestrategien
Ein wichtiges Handlungsziel des Projekts ist HZ1.3. Schülerinnen und Schüler sollen wissen,
dass die NS-Szene in Sachsen stark verankert und gut vernetzt ist und welche Gefahren davon
ausgehen. Der Aspekt der Vernetzung wurde im Rahmen der Wirkungsevaluation nicht be-
rücksichtigt, weil vom Projekt diesbezüglich keine standardisierten Inhalte dargestellt werden
konnten. Auf die Vernetzung der jeweiligen Szene wurde immer ortsspezifisch eingegangen.
Dies ließ sich in einem standardisierten Instrument schwer abbilden. Die Gefahren der rechts-
extremen Szene wurden im Projektseminar durch verschiedene Erzählungen dargestellt. Insbe-
sondere die Erzählungen des Aussteigers über exzessive Gewalt machten einen starken Ein-
druck auf die Teilnehmenden. So berichtete der Aussteiger beispielsweise davon, dass die
Schwester eines Kameraden von Linken massiv attackiert wurde, woraufhin der Angreifer getö-
tet wurde.
Im Fragebogen wurden die Schülerinnen und Schüler gefragt, welche Gefahren sie kennen,
die die Mitgliedschaft in rechtsextremen Szenen mit sich bringt. Hierbei wurden Aspekte ge-
nannt, die auch im Seminar erwähnt wurden: „Nachteile im Job; Angst vor Gewalttaten von
Linken“, aber es wurden auch viele undifferenzierte Antworten gegeben wie „Gewalt, Aggres-
sivität“. Ein Vergleich der Antworten ergab keine signifikante Veränderung im Antwortverhal-
11
t=-4,66, df=33; p<0,001
12
T=2,41; df=58,0, p>0,05
0,94
1,47
0,62
0,73
0
0,2
0,4
0,6
0,8
1
1,2
1,4
1,6
vorher
nachher
Teilnehmergruppe
Kontrollgruppe

pro al & IKG – Gutachten
17
ten. Eine Veränderung ist weder zum Zeitpunkt t
1
noch zum Zeitpunkt t
2
festzustellen. Somit
kann das Handlungsziel HZ1.3 als nicht erreicht betrachtet werden.
Einen wesentlichen Teil des Projektseminars machen die Erzählungen des Aussteigers zu den
Gründen des Ausstiegs aus der rechtsextremen Szene aus (HZ2.1). Hier gibt es eine sehr aus-
führliche Möglichkeit, dem jeweils anwesenden Aussteiger alle Fragen bezüglich eines Aus-
stiegs zu stellen. Die Möglichkeit zur Formulierung von Fragen wurde von den Schülerinnen
und Schülern auch sehr intensiv genutzt. Um einen Eindruck hiervon zu erhalten, sollen einige
typische Fragen von Schülerinnen und Schülern kurz dargestellt werden:
„Was war das Schlimmste, was dir da passiert ist?“
„Wie hättest du damals auf die Frage geantwortet, warum du in der NS-Szene bist?“
„Gab es am Anfang bei dir Gründe, die dich davon abgehalten haben, auszusteigen?“
„Was du dort erlebt hast, trägst du das dein Leben lang mit dir rum?“
„Hattest du ein Problem mit irgendwelchen Rassen?“
Warum machst du nicht so richtig was gegen die rechtsextreme Szene?“
Im Fragebogen wurden die Schülerinnen und Schüler gebeten, aufzuschreiben, warum Men-
schen aus der rechtsextremen Szene wieder aussteigen. Die qualitativen Antworten wurden im
Sinne einer aufsteigenden Skala codiert
13
. Die codierten Antworten ergaben eine signifikante
Verbesserung bei der Anzahl sinnvoller Antworten.
14
Hierbei ist eine Steigerung von t
0
(M=0,97, SD=0,31) zu t
1
(M=1,31, SD=0,47) festzustellen. Der Effekt für die Verbesserung
sinnvoller Antwort kann mit einem Wert von d=0,87 zunächst als stark bezeichnet werden.
Berechnet man auch hier wieder den absoluten Nettoeffekt, indem man die Verbesserung in
der Kontrollgruppe von der Verbesserung in der Teilnehmergruppe abzieht, dann ergibt sich
eine kleine Verbesserung um 0,26 Punkte. Ein Vergleich der Teilnehmer- und der Kontroll-
gruppe hinsichtlich der durchschnittlichen Veränderung bei diesem Wissenstest (t-Test für un-
abhängige Stichproben) zeigt allerdings auch hier, dass es keinen signifikanten Unterschied
zwischen der Verbesserung in der Teilnehmergruppe und der Verbesserung in der Kontroll-
gruppe gibt. Die Verbesserung kann demnach auf bei diesem Test auf einen Lerneffekt durch
das mehrmalige Bearbeiten zurückzuführen sein.
13
Sinnvolle Ausstiegsgründe sind: 0=nicht bekannt, 1=im Ansatz bekannt, 2=bekannt
14
t=-3,54, df=31, p<0,001

image
image
image
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pro al & IKG – Gutachten
18
Abbildung 9:
Durchschnittliche Punktzahl bei der richtigen Beantwortung der Frage, welche
Gründe es für den Ausstieg aus der rechtsextremen Szene gibt.
In einer weiteren Frage wurden die Schülerinnen und Schüler gefragt, welche Probleme es auf
dem Weg zum Ausstieg geben kann. Hierbei wurden im Projektseminar verschiedene Prob-
lemlagen angesprochen, von denen hier exemplarisch einige genannt werden sollen:
Gewalt(androhung) durch Kameraden
Alkoholprobleme
Obdachlosigkeit
Die Probleme, die mit einem Ausstieg verbunden sind, konnten von den Schülerinnen und
Schülern nicht so differenziert wiedergegeben werden und hatten auch nur zum Teil mit dem,
was im Seminar besprochen wurde, zu tun. Hauptsächlich gingen die Befragten auf den As-
pekt der Bedrohung oder Gewaltanwendung ein: „Es könnte sein, dass die anderen Mitglieder
der Szene die Entscheidung nicht akzeptieren wollen und sie deshalb den Aussteiger oder so-
gar die Familie/Freunde bedrohen“. Eine stärkere Differenzierung im Antwortverhalten ist aber
weder direkt nach der Maßnahme noch in der Follow-up-Befragung zu verzeichnen.
4.3
Zusammenfassung
Das Projekt „Aussteiger aus der rechtsextremen Szene berichten“ ist als Sensibilisierungsprojekt
im Rahmen sachorientierter Demokratievermittlung anzusehen. Dabei ist das Projekt vor allem
auch in solchen Regionen und Institutionen tätig, die durch rechtsextreme Erscheinungen auf-
fällig geworden sind. Das Projekt hat im Jahr 2013 62 Veranstaltungen mit Jugendlichen und
Erwachsenen durchgeführt, die im Durchschnitt 300 Euro pro Veranstaltung kosten. 25 dieser
Veranstaltungen wurden über das Landesprogramm Weltoffenes Sachsen bezuschusst (An-
tragstellung über das Bildungswerk Sachsen der deutschen Gesellschaft e.V.).
0,97
1,31
0,96
1,04
0
0,2
0,4
0,6
0,8
1
1,2
1,4
vorher
nachher
Teilnehmergruppe
Kontrollgruppe

pro al & IKG – Gutachten
19
Die vom Projekt durchgeführten Projekttage werden jeweils vom Projektleiter und mindestens
einem von ihm betreuten Aussteiger aus der rechtsextremen Szene durchgeführt. Nach einer
standardisierten Unterrichtseinheit haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich ausführlich
mit dem jeweiligen Aussteiger über dessen Biografie zu unterhalten. Die Ziele des Projekts
liegen in erster Linie auf der Wissensebene. So soll zwar eine Sensibilisierung für die Gefahren
des Rechtsextremismus erfolgen, dies ist aber aufgrund der angebotenen Kurzzeitmaßnahme
nur auf der Wissensebene möglich. Einstellungen im Hinblick auf eine kritischere Betrachtung
des Rechtsextremismus oder eine positivere Einstellung zur Demokratie werden durch das Pro-
jekt nicht verändert, was aus lerntheoretischer Perspektive aber auch kaum möglich ist.
15
So
bleibt festzustellen, dass der Beitrag des Projektes im Hinblick auf eine präventive Bearbeitung
des Rechtsextremismus zunächst auf die Informationsvermittlung beschränkt ist. Idealerweise
sollten die emotionalen und kognitiven Impulse, die das Projekt setzt, nur der Auftakt einer
intensiveren Beschäftigung mit dem Thema Rechtsextremismus sein. Dies ist im Zeitraum der
wissenschaftlichen Begleitung in mindestens einem Fall auch geschehen. Das Projekt bildete
hier den Auftakt dafür, dass eine Schule sich für den Titel „Schule ohne Rassismus“ bewerben
wollte und diesen mittlerweile auch erworben hat. In einem solchen Zusammenhang bietet das
Projekt einen sinnvollen Anfangsimpuls
16
im Hinblick auf die Etablierung einer nachhaltigen
Präventionskultur in der entsprechenden Einrichtung. Die Unterstützung einer positiven Präven-
tionskultur erscheint uns von daher besonders relevant, als dass nach der Theorie des vernünf-
tigen Handelns nach Fishbein und Ajzen (1975) eine Handlungsabsicht nicht nur von der ei-
genen Einstellung, sondern auch von den Erwartungen und Wünschen anderer Personen ab-
hängt. Somit beeinflusst der etablierte Rahmen einer Organisation auch die Handlungsabsich-
ten und letztendlich auch die Handlungen der Akteure.
Neben dieser positiven unerwarteten Nebenerscheinung ist weiterhin herauszuheben, dass es
das Projekt schafft, bei den Teilnehmenden eine signifikant nachweisbare Steigerung im Hin-
blick auf das Wissen um Anwerbestrategien und Aktionsformen der NS-Szene zu bewirken
(HZ1.4). Dies ist für ein Präventionsprojekt im Themenfeld Rechtsextremismus eine wichtige
Funktion.
Die zum Teil sehr emotional untermauerte Vermittlung von Inhalten durch den Aussteiger ruft
bei den Schülerinnen und Schülern ein starkes Interesse an der Auseinandersetzung mit dem
Thema hervor. Dies lässt sich durch die aktive Mitarbeit im Rahmen der Projektseminare gut
belegen. Statistisch nachweisbare Wissensvermittlung durch das Projekt lässt sich – mit Aus-
nahme des Wissens um Anwerbestrategien und Aktionsformen- jedoch nicht nachweisen. So
bewirken die Maßnahmen des Projekts im Hinblick auf die Vermittlung NS-typischer Symbole
sowie rechtswidriger bzw. verbotener Handlungen und Situationen durchaus starke Effekte,
diese sind aber auch bei der Kontrollgruppe vorhanden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ef-
fekte sich nicht auf die Projektmaßnahmen zurückführen lassen. Auch lassen sich keine Unter-
schiede zwischen Teilnehmer- und Kontrollgruppe im Hinblick auf das Wissen um Ausstiegs-
15
Siehe hierzu: Winkel, Petermann, Petermann (2006).
16
Im Sinne des Stufenmodells der Veränderung nach Prochaska, Norcross, DiClemente (1994).

pro al & IKG – Gutachten
20
gründe und damit verbundene Schwierigkeiten nachweisen. Dieses Ergebnis überrascht etwas,
da die möglichen Gründe für einen Ausstieg, wie im Rahmen der teilnehmenden Beobachtung
feststellbar war, im Projektseminar sehr intensiv behandelt werden. Diesbezüglich wird emp-
fohlen, die wichtigsten Ausstiegsgründe systematischer aufzubereiten und den Schüler/innen
eine mehrfache Begegnung mit dem Lerninhalt zu ermöglichen. Hierfür ist zu empfehlen, die
Ausstiegsgründe im Rahmen des Projektseminars mehrfach zu wiederholen, um dadurch einen
nachhaltigeren Lerneffekt hervorzurufen
17
.
Kritisch ist anzumerken, dass es das Projekt nicht schafft, die Gefahren der NS-Szene deutlich
zu machen. Aus den teilnehmenden Beobachtungen ließ sich zwar erkennen, dass die Gefah-
ren sehr eindrücklich und mit klaren Botschaften versehen, im Seminar thematisiert wurden;
die Antworten der Schülerinnen und Schüler zeigen hier aber ein zu diffuses Bild im Hinblick
auf vorhandene Gefahren. Diesbezüglich empfehlen wir dem Projekt, die Vermittlung von Ge-
fahren, die von der rechtsextremen Szene ausgehen, nochmals methodisch-didaktisch aufzu-
bereiten.
Die Bedenken der eingangs geschilderten Demokratie-AG Ostsachsens werden vom Gutach-
ter nach den teilnehmenden Beobachtungen nicht geteilt werden.
5. Literatur
Bortz, J.; Döring, N. (2003): Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwis-
senschaftler. Berlin: Springer-Verlag.
Cohen, J. (1988): Statistical Power Analysis for the Behavioral Sciences. 2. Aufl. Hillsdale, N.J:
L. Erlbaum Associates.
Edelmann, W. (2000): Lernpsychologie. 6. vollständig überarbeitete Auflage. Beltz: Weinheim.
Fishbein, M.; Ajzen, I. (1975): Belief, Attitude, Intention, and Behavior: An Introduction to The-
ory and Research. Reading, Mass.: Addison-Wesley.
Prochaska, James O.; Norcross, John C.; DiClemente, Carlo C. (1994): Changing for Good.
New York: William Morrow.
Schnell, R.; Hill, P.B.; Esser, E. (1999): Methoden der empirischen Sozialforschung. Olden-
bourg. München.
Winkel, S.; Petermann, F.; Petermann, U. (2006): Lernpsychologie. Schöningh: Paderborn.
17
Vgl. Edelmann 2000, S. 282.