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Vereinbarung
zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung
und der
Regionaldirektion der
Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
für den Bereich der
Berufs- und Studienorientierung

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Präambel
Der Übergang von der Schule in die Ausbildung oder das Studium stellt Schülerinnen
und Schüler vor große Herausforderungen. In dieser Lebensphase müssen sie für
sich eine tragfähige und weit reichende Entscheidung treffen, die die Kenntnis eige-
ner Begabungen und Neigungen sowie das Wissen über die Anforderungen der Ar-
beitswelt voraussetzt.
Schule und Berufsberatung haben deshalb weiterhin die gemeinsame gesetzlich
verankerte Aufgabe, den Berufsfindungsprozess zu unterstützen und dabei die Be-
rufswahlkompetenz der Schüler und Schülerinnen zu entwickeln.
Im Sinne einer umfassenden Persönlichkeits- und Lebensweltorientierung muss Be-
rufs- und Studienorientierung die optimale Förderung der Berufswahlkompetenz und
die individuelle Vorbereitung jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers
auf den Eintritt in die Berufs- und Arbeitswelt leisten.
Veränderte und differenziertere Bedingungen des Arbeitsmarktes eröffnen neue
Möglichkeiten in der Arbeitswelt. Die Globalisierung erfordert zunehmend mehr Fle-
xibilität und Mobilität. Eine perspektivisch ausgerichtete Berufs- und Studienwahl um-
fasst deshalb sowohl die Notwendigkeit zu lebensbegleitendem Lernen als auch die
Einschätzung der damit verbundenen individuellen Chancen und Risiken. Benachtei-
ligte Schüler und Schülerinnen mit einem unzureichenden oder fehlenden Schulab-
schluss, aber auch Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder einem
Migrationshintergrund müssen besonders gefördert werden, um auf dem Ausbil-
dungs- und Arbeitsmarkt bestehen zu können.
Bei all diesen Aufgaben wird der Gleichstellung der Geschlechter eine hohe Bedeu-
tung zugemessen.
Zur Bewältigung dieser Aufgabenvielfalt werden in stärkerem Maße als bisher die
Wirtschaft und weitere regionale Akteure und Netzwerke in die Zusammenarbeit ein-
gebunden.
In der Rahmenvereinbarung vom 15.10.2004 haben sich die Ständige Konferenz der
Kultusminister und die Bundesagentur für Arbeit verpflichtet, allen jungen Menschen
einen erfolgreichen Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium und Berufsle-
ben zu ermöglichen. Durch die enge Verzahnung von Konzepten der Berufs- und
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Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Studienorientierung der Schulen mit denen der zuständigen Agenturen für Arbeit, die
Angebote der Orientierung und Beratung und den weiteren Aus- und Aufbau von Ko-
operationen zwischen Schule und Agenturen für Arbeit beinhalten, soll dieses ge-
meinsame Ziel erreicht werden. Die neue Vereinbarung trägt den aktuellen Anforde-
rungen der modernen Arbeitswelt Rechnung und löst die Vereinbarung zwischen
dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und der Regionaldirektion der Bun-
desagentur für Arbeit in Sachsen vom 08.09.2005 ab.
1. Zielsetzung
Auf der Grundlage der Rahmenvereinbarung zwischen der Ständigen Konferenz der
Kultusminister der Länder und der Bundesagentur für Arbeit vom 15.10.2004 schlie-
ßen die Sächsische Staatsregierung und die Regionaldirektion der Bundesagentur
für Arbeit in Sachsen eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit von Schule und Be-
rufsberatung.
Beide Partner sind sich darüber einig, dass sowohl die Orientierung und Beratung bei
der Berufs- und Studienwahl als auch die begleitende Unterstützung beim Übergang
von der Schule in die Ausbildung und in das Studium eine gemeinsame Aufgabe von
Schulen, Hochschulen, Berufsakademie und Agenturen für Arbeit in Sachsen darstel-
len. Der direkte Übergang nach der Schule in eine Ausbildung oder ein Studium
muss vorrangiges Ziel aller Bemühungen sein. Damit sollen die Ausbildungs- und
Studienabbrüche verringert und gleichzeitig die Zahl der Studierwilligen erhöht wer-
den.
Mit Abschluss der Vereinbarung setzen sich die Partner das gemeinsame Ziel, die für
den Übergang von Schule in Ausbildung oder Studium erforderlichen Kompetenzen
der Schüler und Schülerinnen zu entwickeln. Hierbei haben alle Beteiligten darauf
hinzuwirken, dass die Schülerinnen und Schüler sowie die Studierwilligen beim
Übergang die erforderliche Ausbildungsreife und Berufswahlkompetenz bzw. die
Studierfähigkeit erreicht haben.
Die Partner vereinbaren darüber hinaus, sich über aktuelle Entwicklungen zu infor-
mieren und auszutauschen sowie weitere gemeinsame Strategien zur Umsetzung
der bildungspolitischen und arbeitsmarktpolitischen Zielsetzungen im Freistaat Sach-
sen zu erarbeiten.
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Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Um den vorgenannten Zielen Rechnung zu tragen, wurde seitens des Sächsischen
Staatsministeriums für Kultus ein Strategiepapier zur Neuausrichtung der Berufs- und
Studienorientierung erarbeitet, dessen Weiterentwicklung und Umsetzung gemein-
samer Auftrag aller Partner ist.
2. Adressatenkreis
Projekte und Maßnahmen der Berufs- und Studienorientierung (BO/StO) sowie die
sonstigen Aufgabenschwerpunkte richten sich in erster Linie an alle Schülerinnen
und Schüler in den Sekundarstufen I und II aller allgemein bildenden Schularten, in-
teressierte Studienbewerberinnen und Studienbewerber sowie bei Bedarf Studieren-
de und Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen und der Berufsakademie
sowie an Eltern, Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen.
3. Sächsische Strategie der Berufs- und Studienorientierung
Gemeinsames Ziel der Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der
Bundesagentur für Arbeit in Sachsen ist es, die Berufswahlkompetenz und Ausbil-
dungsreife der Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu verbessern. Dazu gilt es die
gemeinsame Strategie umzusetzen, Akteure, Strukturen und Aktivitäten in der Be-
rufs- und Studienorientierung auf der Grundlage verbindlicher Elemente zu bündeln
und zu koordinieren.
Diese Elemente umfassen zum gegenwärtigen Zeitpunkt
-
die Kernziele der BO/StO für die Klassenstufen der Schularten,
-
die Lehrplanbezüge zur BO/StO,
-
den Standard für schuleigene Konzepte zur BO/StO,
-
Einbindung der Genderperspektive in die schuleigenen Konzepte,
-
den Berufswahlpass als Strukturgeber und zur Sicherung der Ergebnisse,
-
die Qualitätskriterien für Projekte der BO/StO,
-
das Qualitätssiegel für BO/StO als Instrument der Qualitätsentwicklung.
Mit wissenschaftlicher Unterstützung wurden Qualitätskriterien erarbeitet, um Projek-
te und Maßnahmen der Berufsorientierung auf einem hohen qualitativen Niveau
durchführen zu können. Diese bilden eine wesentliche Grundlage für die Bewertung,
3

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Umsetzung und Ergebnissicherung von Vorhaben aller Akteure und Netzwerkspart-
ner am regionalen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.
Die beteiligten Staatsministerien sind sich darüber einig, dass die Umsetzung dieser
Strategie federführend beim Sächsischen Staatsministerium für Kultus liegt. Dieses
tritt auch als erster Ansprechpartner gegenüber der Regionaldirektion der Bundes-
agentur für Arbeit in Sachsen und den zuständigen Agenturen für Arbeit auf.
Das Sächsische Staatsministerium für Kultus, Landesservicestelle Schule-Wirtschaft
(LSW), stellt sicher, dass notwendige Abstimmungen und regelmäßig durchzufüh-
rende Besprechungen zur Sicherstellung und Realisierung der gemeinsamen Aufga-
be zwischen den beteiligten Staatsministerien erfolgen.
4. Aufgabenschwerpunkte
Zur Weiterentwicklung und Umsetzung der Sächsischen Strategie der Berufs- und
Studienorientierung leisten die beteiligten Staatsministerien ihren ressortspezifischen
Beitrag wie folgt:
- SMK:
Umsetzung der Sächsischen Strategie in Schulen der Sekundarstufe I und II
- SMWK:
Koordinierung der Berufs- und Studienorientierung an den Hochschulen und
der Berufsakademie
- SMWA:
Fokussierung auf die Wirtschaft und Gewinnung dieser als zentralen Akteur im
Rahmen der Berufs- und Studienorientierung
- SMUL:
Fokussierung auf Arbeitgeber in den Grünen Berufen der Land-, Forst- und
Hauswirtschaft und Gewinnung dieser als Akteure der Berufs- und Studienori-
entierung
- SMS:
Maßnahmen zur Sensibilisierung für geschlechtssensible Ansätze aller Akteu-
rinnen und Akteure der Berufs- und Studienorientierung sowie Sicherstellung
und Umsetzung von ergänzenden Projekten der geschlechtersensiblen Be-
rufsorientierung, insbesondere im Freizeitbereich.
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Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie die zuständi-
gen Agenturen für Arbeit werden folgende Schwerpunkte sicherstellen:
- Durchführung von Angeboten der Berufsorientierung und der Berufsberatung
sowie der Vermittlung bzw. der Förderung, soweit dies vom Gesetzgeber den
Agenturen für Arbeit übertragen wurde,
- Verpflichtung zur Erstellung und Umsetzung von agenturspezifischen Berufs-
orientierungskonzepten und deren Abstimmung mit den zugeordneten Schu-
len und den Beratern Schule-Wirtschaft unter Einbindung der örtlichen Träger
der Grundsicherung,
- Sicherstellung des Mindestangebotes an Maßnahmen der Berufsorientierung
an den Schulen,
- Bereitstellung zusätzlicher Angebote von Maßnahmen der Berufsorientierung
an Schulen und von berufskundlichen Veranstaltungen für Schülerinnen und
Schüler, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer,
- Bereitstellung von umfangreichen Informations- und Arbeitsmaterialien zur Be-
rufs- und Studienorientierung für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehre-
rinnen und Lehrer,
- Koordinierung und Unterstützung bei der Bündelung und Abstimmung regio-
naler Angebote.
Die Sächsischen Staatsministerien und die Regionaldirektion der Bundesagentur für
Arbeit in Sachsen vereinbaren für ihre Zusammenarbeit folgende ressortübergreifen-
de Aufgabenschwerpunkte:
-
Berufs- und Studienorientierung (Anlage 1)
- Projekte der vertieften und erweiterten vertieften Berufsorientierung (Anla-
ge 2).
Des Weiteren werden folgende ressortbezogene Aufgabenschwerpunkte benannt:
- Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus,
der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den
sächsischen Agenturen für Arbeit (Anlage 3),
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Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
- Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Wissen-
schaft und Kunst und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in
Sachsen sowie den sächsischen Agenturen für Arbeit (Anlage 4),
- Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft
und Arbeit und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
sowie den sächsischen Agenturen für Arbeit (Anlage 5),
- Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt
und Landwirtschaft und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in
Sachsen sowie den sächsischen Agenturen für Arbeit (Anlage 6),
- Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales
und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den
sächsischen Agenturen für Arbeit und den Trägern der Grundsicherung (Anla-
ge 7).
Die genannten Aufgabenschwerpunkte werden inhaltlich auf Arbeitsebene umge-
setzt. Bei Veränderung der ressortbezogenen Aufgabenschwerpunkte erfolgt die er-
forderliche Modifikation bilateral zwischen den entsprechenden Partnern auf Arbeits-
ebene. Alle anderen Partner werden in geeigneter Form informiert.
5. Organisatorisches
Die Schulen der Sekundarstufen I und II ermöglichen den Schülerinnen und Schülern
sowie die Hochschulen und die Berufsakademie den Studierenden die Teilnahme an
individuellen Beratungsterminen und an Veranstaltungen zur Berufswahl während
der Unterrichts- und Studienzeit und schaffen die dafür notwendigen organisatori-
schen Voraussetzungen.
SMK und SMWK werden darauf hinwirken, dass
- aus jeder Schule und Hochschule sowie der Berufsakademie jeweils An-
sprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Berufs- und Studienorientierung
benannt werden. Die Agenturen für Arbeit benennen die für die jeweilige
Schule und Hochschule sowie die Berufsakademie zuständigen Berufsberate-
rinnen oder Berufsberater. Vergleichbares gilt für alle Partner.
- die Schulen sowie Hochschulen und die Berufsakademie den Berufsberate-
rinnen oder Berufsberatern der Agenturen für Arbeit dazu einen geeigneten
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Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Raum unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Erfordernisse zur
Verfügung stellen.
- die Schulen, die Hochschulen sowie die Berufsakademie unter Berücksichti-
gung des Datenschutzes die für die Beratung erforderlichen Informationen zur
Verfügung stellen, um den Zugang zur Beratung für Schülerinnen und Schüler
sowie Studierende zu ermöglichen.
- seitens der Schulen und Hochschulen sowie der Berufsakademie den Berufs-
beraterinnen und den Berufsberatern der Agenturen für Arbeit ein kostenloser
Internetzugang für die Beratungszeit eingerichtet wird, um eine hohe Bera-
tungsqualität zu ermöglichen. Die technische Beratungsausstattung wird sei-
tens der zuständigen Agenturen für Arbeit kostenlos sichergestellt.
6. Gültigkeit
Die bisherige Vereinbarung über die Zusammenarbeit von Schule und Berufsbera-
tung vom 08. September 2005 sowie die Rahmenvereinbarung über die Zusammen-
arbeit der Hochschulen des Freistaates Sachsen mit den sächsischen Agenturen für
Arbeit vom 02. November 1993 treten am Tage der Unterzeichnung dieser Vereinba-
rung außer Kraft.
Die Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen der Sächsischen
Staatsregieung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
tritt mit dem Datum der Unterzeichnung bis auf Widerruf in Kraft.
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Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 1
Berufs- und Studienorientierung
In dieser Anlage werden ergänzend zur Vereinbarung spezielle Inhalte der Zusam-
menarbeit geregelt.

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
1. Aufgaben der Schule
1.1 Zielsetzung
Ziel aller Schularten der Sekundarstufen I und II ist es, alle Jugendlichen zu Schul-
abschlüssen und damit zu notwendigen Qualifikationen für die Aufnahme einer Aus-
bildung, eines Studiums oder einer Arbeit zu führen. Gleichzeitig werden die An-
strengungen verstärkt, um die Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger oh-
ne Schulabschluss zu verringern.
1.2 Kernelemente der Berufs- und Studienorientierung
1.2.1 Ökonomische Bildung und Berufsorientierung im Unterricht
In der Sekundarstufe I der Mittelschule und der Förderschule sowie in den Sekun-
darstufen I und II des Gymnasiums sind Berufs- und Studienorientierung fester Be-
standteil des Unterrichts.
Grundlegende Kenntnisse über die Wirtschafts- und Arbeitswelt werden sowohl
fachübergreifend als auch in einzelnen Fächern vermittelt, so in Arbeitsleh-
re/Hauswirtschaft an der Förderschule, in Wirtschaft-Technik-Haushalt/Soziales an
der Mittelschule und in Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung-Wirtschaft am Gym-
nasium. In den Schulen zur Lernförderung werden Themen der Berufsorientierung
ebenfalls im Unterricht behandelt.
Die Vertiefung und Erweiterung der gewonnenen Kenntnisse und Kompetenzen so-
wie von berufsbezogenen Interessen und Neigungen erfolgen durch Schüler-
betriebspraktika und Praxistage, wie die Woche der offenen Unternehmen, den
Girls´Day sowie Studien- und Hochschultage.
1.2.2 Schuleigenes Konzept zur Berufs- und Studienorientierung
Als Grundlage für eine systematische Berufs- und Studienorientierung ist die Erarbei-
tung eines schuleigenen Konzeptes verpflichtend. Dieses ist Bestandteil des Schul-
programms jeder Schule. Das Konzept ist die Basis für die Zusammenarbeit mit allen
Partnern der Berufs- und Studienorientierung.
Die von den Schulen erstellten Konzepte müssen sich an den Kernzielen für die je-
weilige Schulart und Klassenstufe orientieren und mit den von den Agenturen für Ar-
beit erstellten Konzepten abgestimmt sein.
Anlage 1: Berufs- und Studienorientierung
1

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
1.2.3 Kooperation
Die Schule unterstützt die Schülerinnen und Schüler durch vielfältige betriebliche
Kontakte, reale Einblicke in die Arbeitswelt zu erhalten. Die Verpflichtung für die
Schulen zur Zusammenarbeit mit berufsbildenden Schulen und Partnern aus der
Wirtschaft ist im sächsischen Schulgesetz (§ 35 b) verankert.
Bei der Unterrichtung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist da-
rüber hinaus auf die Zusammenarbeit mit Trägern der Jugendhilfe und auf die Ver-
netzung mit Rehabilitationspartnern zu achten.
1.2.4 Berufswahlpass
Der Berufswahlpass unterstützt die Strukturierung des Berufsorientierungsprozesses
an der Schule und dient der Sicherung von Ergebnissen. Die erfolgreiche Teilnahme
an berufsorientierenden Maßnahmen kann auf Antrag als Beilage zum Zeugnis zerti-
fiziert werden.
1.2.5 Elternarbeit
Ein Schwerpunkt bei der Berufs- und Studienorientierung ist die Kommunikation mit
allen Elternhäusern. Die Eltern werden in geeigneter Weise in schulische Maßnah-
men der Berufswahlvorbereitung einbezogen.
1.2.6 Qualitätsentwicklung und –sicherung
Das Sächsische Qualitätssiegel ist ein Instrument für die Qualitätsentwicklung sowie
Qualitätssicherung und bewertet den erreichten Stand der Schule in der Berufs- und
Studienorientierung.
2. Aufgaben der Agentur für Arbeit
2.1 Grundsatz
Aufgabe der Agentur für Arbeit ist vor allem die Vorbereitung der individuellen Be-
rufs- und Ausbildungsentscheidungen. Sie ist Spezialistin für die Berufsorientierung,
individuelle berufliche Beratung, für berufskundliche Fragen und für aktuelle Informa-
tionen zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.
Die Angebote der Agentur für Arbeit unterstützen die konzeptionelle Arbeit der Schu-
le und orientieren sich an den Kernzielen der jeweiligen Jahrgangsstufe.
Anlage 1: Berufs- und Studienorientierung
2

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Bei der Berufswahlvorbereitung und Studienorientierung von Schülerinnen und Schü-
lern der Sekundarstufen I und II sowie weiteren Studieninteressierten wirken die
Agenturen für Arbeit als gesetzlich bestimmter Partner mit.
Dabei unterstützen sie die Schülerinnen und Schüler bei der Berufsfindung, helfen
ihnen, eigene Interessen und Fähigkeiten realistisch einzuschätzen sowie Entschei-
dungen und Handlungsstrategien zu erarbeiten und umzusetzen.
2.2 Agenturspezifisches Berufsorientierungskonzept
2.2.1 Inhalt
Die Agenturen für Arbeit sind verpflichtet, agenturspezifische berufsorientierende
Konzepte unter Einbeziehung der Träger der Grundsicherung mit folgenden Inhalten
je nach Schulart zu erarbeiten:
Mindestangebot
-
Festschreibung der unbedingt durchzuführenden Maßnahmen
- inhaltliche Schwerpunktsetzung in Anlehnung an die Umsetzung der Kernziele
in den einzelnen Schularten
optionale Angebote
- weitere Berufsorientierungsaktivitäten über das vereinbarte Mindestangebot
hinaus, innerhalb eines gesetzten zeitlichen Rahmens (vgl. Punkt 2.3)
zusätzliche Angebote
- zusätzliche Aktivitäten, die über den unter Punkt 2.3 aufgeführten Zeitrahmen
hinausgehen
- diese werden von den Agenturen für Arbeit ressourcenorientiert den Schulen
oder einzelnen Schülerinnen und Schülern sowie Eltern und Lehrerinnen und
Lehrern angeboten
Maßnahmen der vertieften und erweiterten vertieften Berufsorientierung (BO)
- Setzung der inhaltlichen Schwerpunkte der zu fördernden Maßnahmen der
vertieften und erweiterten vertieften BO anhand der arbeitsmarktpolitischen
Schwerpunktsetzung der Agentur für Arbeit.
Die agenturspezifischen Konzepte sowie die Schulkonzepte für Berufs- und Studien-
orientierung sind mit den Beraterinnen und Beratern Schule-Wirtschaft der Regional-
stellen der Sächsischen Bildungsagentur (SBA) abzustimmen.
Anlage 1: Berufs- und Studienorientierung
3

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
2.2.2 Realisierung
Die Agenturen für Arbeit setzen in den Schulen der Sekundarstufen I und II das sei-
tens der Bundesagentur für Arbeit formulierte Mindestangebot je Schulart verpflich-
tend um. Ergänzt wird dieses durch optionale und zusätzliche Angebote der Berufs-
orientierung durch die Agenturen für Arbeit und durch Beauftragung Dritter im Rah-
men der vertieften Berufsorientierung (§ 33 Satz 3-5 Drittes Buch Sozialgesetzbuch
(SGB III)) bzw. der erweiterten vertieften Berufsorientierung (§ 33 Satz 3-5 i.V.m. §
421 q SGB III).
2.3 Umsetzung der Berufs- und Studienorientierung
2.3.1 Sekundarstufe I (Mittelschulen)
Die Mittelschulen stellen den Agenturen für Arbeit zur Umsetzung der Berufs- und
Studienorientierung einen Umfang von mindestens
6
Unterrichtstunden pro Klasse
im Rahmen der Erfüllung des Mindestangebotes und für das agenturspezifische op-
tionale Angebot zur Verfügung.
Das Mindestangebot und die agenturspezifischen optionalen Angebote beginnen in
der Regel zwei Jahre vor Schulentlassung.
Die Berufsberaterinnen und Berufsberater legen in enger Absprache mit der Schule
den Zeitpunkt der Schulbesprechungen fest, stimmen zusätzliche Angebote ab und
koordinieren die Angebote zur Berufsorientierung.
Mindestangebot:
- Schulbesprechungen im Klassenverband in der Schule mit einem Gesamtum-
fang von 2 Unterrichtsstunden je Schülerin und Schüler
- Schulbesprechung im Berufsinformationszentrum (BIZ) mit einem Gesamtum-
fang von 2 Unterrichtsstunden
- mögliche Inhalte:
-
Vorstellung des Dienstleistungsangebot der Agentur für Arbeit einschließ-
lich der Selbstinformationseinrichtungen
-
Bildungswege nach der Schule
- allgemeine Informationen zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
-
wichtige Termine im Berufswahlprozess
-
Vorstellung der medialen Angebote
a) Online-/Digitale Medien z. B.
BERUFENET, KURSNET, planet-berufe, Regionalschrift online
Anlage 1: Berufs- und Studienorientierung
4

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
b) Printmedien z. B.
Medienkombination planet-berufe, BERUF AKTUELL, Regionalschrift
optionale Angebote:
- Elternabend
-
weitere Schulbesprechungen bis zu einem Rahmen von 2 Unterrichtsstunden
zusätzliche Angebote:
- weiterer Elternabend
-
Elternseminare und/oder Elternsprechstunden
- Bewerberseminare
- klassenübergreifende Gruppenveranstaltungen
- berufskundliche Vorträge im BIZ oder an Schulen
-
Beteiligung an Tagen der offenen Tür und Messen
mögliche Projekte der vertieften und erweiterten vertieften Berufsorientierung:
- Ausführungen zu den Projekten sind der Anlage 2 der Vereinbarung zu ent-
nehmen.
2.3.2 Sekundarstufe I (Förderschulen)
Die Förderschulen stellen den Agenturen für Arbeit zur Umsetzung der Berufs- und
Studienorientierung einen Zeitraum von mindestens
4
Unterrichtstunden pro Klasse
für Schulbesprechungen im Rahmen der Erfüllung des Mindestangebotes und für
das agenturspezifische optionale Angebot zur Verfügung.
Das Mindestangebot und die agenturspezifischen optionalen Angebote beginnen in
der Regel zwei Jahre vor Schulentlassung.
Die Berufsberaterinnen und Berufsberater legen in enger Absprache mit der Schule
den Zeitpunkt der Schulbesprechungen fest, stimmen zusätzliche Angebote ab und
koordinieren die Angebote zur Berufsorientierung.
Mindestangebot:
- Schulbesprechungen im Klassenverband in der Schule mit einem Gesamtum-
fang von 1 Unterrichtsstunde je Schülerin und Schüler
- mögliche Inhalte:
- Vorstellung des Dienstleistungsangebots der Agentur für Arbeit einschließ-
lich der Selbstinformationseinrichtungen
-
Bildungswege nach der Schule
Anlage 1: Berufs- und Studienorientierung
5

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
- allgemeine Informationen zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
-
wichtige Termine im Berufswahlprozess
-
ggf. Vorstellung der medialen Angebote
a) Online-/Digitale Medien, z. B.
BERUFENET, KURSNET, planet-berufe, Regionalschrift online
b) Print-Medien, z. B.
Medienkombination planet-berufe, BERUF AKTUELL, Regionalschrift
-
Elternabend mit einem Gesamtumfang von 1 Unterrichtsstunde
optionale Angebote:
- weitere Schulbesprechung im Berufsinformationszentrum (BIZ) mit einem Ge-
samtumfang von 1 bis 2 Unterrichtsstunden
zusätzliche Angebote:
- weiterer Elternabend
- weitere Schulbesprechungen
-
Elternseminare und/ oder Elternsprechstunden
- Bewerberseminare
- klassenübergreifende Gruppenveranstaltungen
- berufskundliche Vorträge im BIZ oder an Schulen
-
Beteiligung an Tagen der offenen Tür und Messen
mögliche Projekte der vertieften und erweiterten vertieften Berufsorientierung:
- Ausführungen zu den Projekten sind der Anlage 2 der Vereinbarung zu ent-
nehmen.
2.3.3 Sekundarstufe II
Die allgemein bildenden Gymnasien stellen den Agenturen für Arbeit zur Umsetzung
der Berufs- und Studienorientierung einen Umfang von mindestens
6
Unterrichtstun-
den pro Klasse im Rahmen der Erfüllung des Mindestangebotes und für das agen-
turspezifische optionale Angebot zur Verfügung.
Die Berufsberaterinnen und Berufberater für akademische Berufe legen in Absprache
mit der Schule den Zeitpunkt der Schulbesprechungen fest.
Die Fachoberschulen und beruflichen Gymnasien stellen den Agenturen für Arbeit
zur Umsetzung der Berufs- und Studienorientierung einen Umfang von mindestens
2
Unterrichtsstunden für Schulbesprechungen zur Verfügung.
Anlage 1: Berufs- und Studienorientierung
6

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 1: Berufs- und Studienorientierung
7
Mindestangebot:
- Schulbesprechungen in den Vorabgangskursen, möglichst in den Deutschkur-
sen, mit einem Gesamtumfang von 2 Unterrichtsstunden je Schülerin und
Schüler
- Schulbesprechung im Berufsinformationszentrum (BIZ) mit einem Gesamtum-
fang von 2 Unterrichtsstunden
- mögliche Inhalte:
-
Vorstellung des Dienstleistungsangebotes der Agentur für Arbeit einschließlich
der Selbstinformationseinrichtungen
-
Bildungswege nach der Schule
- Informationen zu Hochschularten, dualen Studienmöglichkeiten, Studienvo-
raussetzungen sowie Studienabschlüssen
- Studienbewerbungs- und -zulassungsverfahren
-
Informationen zu Ausbildungs- und Überbrückungsmöglichkeiten
-
Informationen zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
- Vorstellung der medialen Angebote der Bundesagentur für Arbeit und weiterer
Partner der Berufs- und Studienwahl
optionale Angebote:
- Elternabend
- weitere Schulbesprechungen bis zu einem Rahmen von 2 Unterrichtsstunden
für alle allgemein bildenden Gymnasien, Fachoberschulen und berufliche
Gymnasien
zusätzliche Angebote:
- weitere Elternveranstaltungen
- Seminare & Workshops, z. B. Zielorientierungsseminar sowie Bewerbersemi-
nar
-
berufs- und studienkundliche Vorträge im BIZ, an Schulen und Hochschulen
-
Beteiligung an Tagen der offenen Tür und Messen
mögliche Projekte der vertieften und erweiterten vertieften Berufsorientierung
- Ausführungen zu den Projekten können auf regionaler Ebene nachgefragt
werden (Anlage 2)

Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 2
Projekte der vertieften und erweiterten vertieften Berufsorientie-
rung
In dieser Anlage werden ergänzend zur Vereinbarung spezielle Inhalte zu den Pro-
jekten der vertieften und erweiterten vertieften Berufsorientierung in Sachsen gere-
gelt.

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
1. Zielgruppe und Definition
1.1 Zielgruppe
Projekte der vertieften und erweiterten vertieften Berufsorientierung richten sich
grundsätzlich an Schülerinnen und Schüler allgemein bildender Schulen.
1.2 Definition
Der Gesetzgeber sieht folgende Formen vor:
a)
vertiefte Berufsorientierung
(§ 33 Satz 3-5 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III)
Die Agentur für Arbeit kann Schüler allgemein bildender Schulen durch vertiefte
Berufsorientierung und Berufswahlvorbereitung fördern (Berufsorientierungs-
maßnahmen). Die Maßnahme kann bis zu vier Wochen dauern und soll regel-
mäßig in der unterrichtsfreien Zeit durchgeführt werden. Vorraussetzung ist,
dass sich Dritte mit mindestens 50 % an der Förderung beteiligen.
b)
erweiterte vertiefte Berufsorientierung
(gemäß § 33 Satz 3-5 i.V.m. § 421 q SGB III)
Abweichend von § 33 Satz 4 können Berufsorientierungsmaßnahmen über ei-
nen Zeitraum von vier Wochen hinaus und außerhalb der unterrichtsfreien Zeit
durchgeführt werden.
Diese Regelung ist bis zum 31.12.2010 befristet.
2. Grundsätze
Die Dauer der einzelnen Projekte sollte sich bedarfsorientiert an Ziel, Inhalt und Ziel-
gruppe ausrichten.
Die Projekte sollten
-
an die individuellen Bedarfe der Schülerinnen und Schülern angepasst sein,
- sich sinnvoll in den Schulalltag integrieren und auf das schuleigene Konzept
zur Berufs- und Studienorientierung abgestimmt sein,
- sich nach den Kernzielen zur Berufs- und Studienorientierung der jeweiligen
Schulart und Klassenstufe richten,
- die Arbeit mit dem Berufswahlpass einbeziehen und die Aktivitäten der Schü-
lerinnen und Schülern dokumentieren,
Anlage 2: Projekte der vertieften und erweiterten vertieften Berufsorientierung
1

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
- die Woche der offenen Unternehmen als Angebot zur Berufs- und Studienori-
entierung nutzen,
-
gebündelte regionale Aktivitäten berücksichtigen,
- praktische Erfahrungen der Schülerinnen und Schülern in der Arbeitswelt er-
möglichen.
3. Inhalte
Die Projekte sollen Schülerinnen und Schülern umfassende Informationen und einen
vertieften Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt geben. Nachfolgend genannte Inhal-
te stellen wesentliche Bausteine von Projekten im Rahmen der vertieften und erwei-
terten vertieften Berufsorientierung dar:
-
umfassende Informationen zu Berufsfeldern (allgemein und speziell)
- Interessenerkundungen
- vertiefte Eignungsfeststellung durch Einsatz von Kompetenzfeststellungsver-
fahren
-
Strategien zur Berufswahl- und Entscheidungsfindung
- fachpraktische Erfahrungen durch Einbindung des Lernortes Be-
trieb/betriebliche Praktika
- Reflexion von Eignung, Neigung und Fähigkeiten zur Verbesserung der
Selbsteinschätzung
- Realisierungsstrategien
- sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung.
Beispiele für entsprechende Bausteine sind unter Punkt 4 beigefügt.
Es sollten möglichst viele der dort genannten Bausteine in einem Projekt enthalten
und systematisch aufeinander abgestimmt sein.
Folgende Bausteine sind als Einzelmaßnahmen nicht förderfähig:
-
Coaching von Einzelpersonen
- Koordinierungsaktivitäten
- "reines" Bewerbungstraining
Anlage 2: Projekte der vertieften und erweiterten vertieften Berufsorientierung
2

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
4. Bausteine für Maßnahmen nach § 33 SGB III (Beispiele)
4.1 Baustein 1 „Interessenerkundung“
Die Vorbereitungsphase mit dem Ziel „Auswahl der Berufsfelder“ hat mindestens fol-
gende Aufgaben:
- Erstellen eines Stärken-Schwächen-Profils für jede Teilnehmerin und jeden
Teilnehmer
-
Abgleich mit den Inhalten/Anforderungen der Berufsfelder
Eine sich anschließende Übungsphase mit dem Ziel „praktisches Ausprobieren“ hat
mindestens folgende Aufgaben:
-
Interessenerkundung in bis zu 4 Berufsfeldern
-
Praktische Übungen in berufsfeldbezogenen Praxisräumen
Die Nachbereitungsphase mit dem Ziel „Auswertung und Kompetenzfeststellung“ hat
mindestens folgende Aufgaben:
-
Schüler- und Lehrerauswertungsgespräche
- Kompetenzfeststellung
4.2 Baustein 2 „Fachpraktischer Einblick“
Die Vorbereitungsphase mit dem Ziel „Praktikumsplatzsuche“ hat mindestens folgen-
de Aufgaben:
-
Akquise und Auswahl von Praktikumsbetrieben
- Festlegen von Praktikumszielen
In der Übungsphase mit dem Ziel „praktisches Ausprobieren“ sind wenigstens fol-
gende Aufgaben zu realisieren:
- mindestens 5-tägiges Betriebspraktikum – außerhalb des Regelangebotes der
Schule
- Begleitung und Unterstützung durch Sozialpädagogen
Die Nachbereitungsphase mit dem Ziel „Auswertung und Kompetenzfeststellung“ hat
mindestens folgende Aufgaben:
-
Schüler- und Lehrerauswertungsgespräche
- Kompetenzfeststellung
-
Empfehlung für weitere Praktika
Anlage 2: Projekte der vertieften und erweiterten vertieften Berufsorientierung
3

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 2: Projekte der vertieften und erweiterten vertieften Berufsorientierung
4
-
Empfehlung zur Berufsberatung
4.3 Baustein 3 „Vertiefte Eignungsfeststellung“
Hierunter fallen insbesondere Angebote, die der Einschätzung und der Erweiterung
der Kompetenzen und der Eignungsabklärung einer Schülerin bzw. eines Schülers
im Hinblick auf konkrete Ausbildungs- und Berufsalternativen bzw. betriebliche Aus-
bildungsplätze dienen, durch
- Anleitung und Beobachtung bei fachpraktischen Übungen und in theoreti-
schen Unterweisungen,
-
Beobachtung des allgemeinen Sozialverhaltens,
- evtl. Einsatz eignungsdiagnostischer und persönlichkeitsbezogener Testver-
fahren.

Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 3
Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium
für Kultus und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit
in Sachsen sowie den sächsischen Agenturen für Arbeit
In dieser Anlage werden ergänzend zur Vereinbarung spezielle Inhalte der Zusam-
menarbeit geregelt.

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 3: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und der Regio-
naldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den sächsischen Agenturen für
Arbeit
1
1. Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus
Das Sächsische Staatsministerium für Kultus übernimmt in Abstimmung und Zu-
sammenarbeit mit den Partnern innerhalb und außerhalb der Sächsischen Staatsre-
gierung die Aufgaben, eine geeignete Struktur für die Umsetzung der Berufs- und
Studienorientierung zu entwickeln, die konstruktive Zusammenarbeit aller Akteure
aus Schule und Wirtschaft zu fördern und die Systematisierung der Berufs- und Stu-
dienorientierung im Freistaat Sachsen zu verbessern.
Um die vorgenannten Ziele umzusetzen, sind durch das Sächsische Staatsministeri-
um für Kultus (LSW) folgende Aufgaben zu erfüllen:
- Entwicklung von zentralen Arbeitsschwerpunkten im Bereich Berufs- und Stu-
dienorientierung sowie in der Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirt-
schaft
- Entwicklung von Qualitätskriterien für Berufs- und Studienorientierungsprojek-
te einschließlich Projektbewertung
-
Identifizierung und Förderung erfolgreicher Projekte
- Beratung und Zusammenführung von Akteuren in der Berufs- und Studienori-
entierung
- Beratung bei der inhaltlichen Ausrichtung von Projekten unter Berücksichti-
gung des regionalen Bedarfs
- Unterstützung bei der Umsetzung bewährter Methoden und Instrumente zur
Qualitätsentwicklung und -sicherung (schuleigene Konzepte zur Berufs- und
Studienorientierung, Berufswahlpass, Qualitätssiegel für Berufs- und Studien-
orientierung)
- Mitwirkung beim regionalen und sachsenweiten Erfahrungsaustausch und
-transfer
2. Gesetzlicher Auftrag der Bundesagentur für Arbeit
Die Agentur für Arbeit hat Jugendlichen und Erwachsenen, die am Arbeitsleben teil-
nehmen oder teilnehmen wollen, Berufsberatung und Arbeitgebern Arbeitsmarktbera-
tung anzubieten (§ 29 SGB III Beratungsangebot).

Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 3: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und der Regio-
naldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den sächsischen Agenturen für
Arbeit
2
Des Weiteren hat die Agentur für Arbeit zur Vorbereitung der Jugendlichen und Er-
wachsenen auf die Berufswahl sowie zur Unterrichtung der Ausbildungssuchenden,
Arbeitsuchenden, Arbeitnehmer und Arbeitgeber Berufsorientierung zu betreiben.
Dabei soll sie über Fragen der Berufswahl, über die Berufe und ihre Anforderungen
und Aussichten, über Wege und Förderung der beruflichen Bildung sowie über beruf-
lich bedeutsame Entwicklungen in den Betrieben, Verwaltungen und auf dem Ar-
beitsmarkt umfassend unterrichten. Die Agentur für Arbeit kann Schülerinnen und
Schüler allgemein bildender Schulen durch vertiefte Berufsorientierung und Berufs-
wahlvorbereitung fördern (§ 33 SGB III).
Vor dem Hintergrund dieses gesetzlichen Auftrages hat die Zentrale der Bundes-
agentur für Arbeit (BA) in Nürnberg sich als eines der wesentlichen geschäftspoliti-
schen Ziele die Markterschließung für Berufseinsteiger gesetzt. Dies bedeutet im
Kern zwei Hauptansatzpunkte:
- Zum einen müssen möglichst alle jungen Menschen beim Übergang vom
Schulsystem in das Beschäftigungssystem im individuell erforderlichen Um-
fang unterstützt werden. Dies kann z. B. durch Beratung und Vermittlung ge-
schehen, häufig werden präventive berufsorientierende Maßnahmen erforder-
lich sein. In vielen Fällen genügen moderne und umfassende Selbstinformati-
ons- und Suchmöglichkeiten.
- Zum anderen bedarf es einer engen Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, die
bei ihrer Suche nach geeignetem Fachkräftenachwuchs gezielt unterstützt
werden sollen, um dauerhaft ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit – und damit
die Deutschlands – sichern zu können.
Um diese Ziele umzusetzen, wurden folgende Aufgabenschwerpunkte formuliert:
- rechzeitige Informationen an allgemein bildenden Schulen und präventiver
Ansatz bei der Berufsorientierung,
-
kompetente und individuelle Unterstützung bei der Berufswahl,
- Kundenbefragung als wesentliches Qualitätskriterium für die berufliche Bera-
tung,
-
gezielte Unterstützung bei der Ausbildungssuche und Nachwuchsgewinnung,
-
Fördermöglichkeiten für den Übergang von Schule in Ausbildung.

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 3: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und der Regio-
naldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den sächsischen Agenturen für
Arbeit
3
3. Zusammenarbeit des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus mit
der Bundesagentur für Arbeit
Um einerseits die bildungspolitischen Aufgaben des Freistaates Sachsen, insbeson-
dere die sächsische Strategie für Berufs- und Studienorientierung, umsetzen sowie
anderseits den arbeitsmarktpolitischen Auftrag der Bundesagentur für Arbeit erfüllen
zu können, bedarf es einer vertrauensvollen und zielführenden Zusammenarbeit von
beiden Seiten.
Daher werden aufgrund des strukturellen Aufbaus der Bundesagentur für Arbeit im
Freistaat Sachsen folgende Formen der Zusammenarbeit zwischen dem Sächsi-
schen Staatsministerium für Kultus
und der Regionaldirektion Sachsen (RD S)
sowie den zuständigen Agenturen für Arbeit vereinbart:
a) mit der RD S:
-
Abstimmung der sächsischen Strategie mit der Bundesstrategie der Bundes-
agentur für Arbeit für Berufs- und Studienorientierung
-
regelmäßige Abstimmung zu ausgewählten bildungs- und arbeitsmarktpoliti-
schen Schwerpunkten
-
Erstellen von gemeinsamen Arbeitspapieren und Informationsmaterialien
-
Initiierung, Planung und Erarbeitung von inhaltlichen Rahmenvorgaben für
Projekte der Berufs- und Studienorientierung
-
Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen
-
Durchführung von gemeinsamen Informationsveranstaltungen bzw. Work-
shops
-
Mitwirkung in der zentralen Jury für die Vergabe des Qualitätssiegels für Be-
rufs- und Studienorientierung
-
Erarbeitung und Abstimmung eines gemeinsamen Weiterbildungskonzeptes
für Lehrerinnen und Lehrer der Schulen und den Berufsberaterinnen und Be-
rufsberatern der Agenturen für Arbeit
-
Evaluation der Maßnahmen der Berufs- und Studienorientierung unter Be-
rücksichtigung und Erfassung der Auswirkungen auf Mädchen und Jungen

Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 3: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und der Regio-
naldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den sächsischen Agenturen für
Arbeit
4
b) mit den Agenturen für Arbeit:
-
Abstimmung der regionalen agenturspezifischen BO–Konzepte mit der säch-
sischen Strategie der Berufs- und Studienorientierung
-
regelmäßige Abstimmungen zu geplanten regionalen Projekten und Maßnah-
men zwischen den jeweiligen Beratern Schule-Wirtschaft und den zuständigen
Agenturen für Arbeit
-
Erstellen von Arbeitspapieren und Informationsmaterialien für die jeweilige
Region
-
Zusammenarbeit in regionalen Arbeitsgruppen
-
Durchführung von regionalen Informationsveranstaltungen bzw. Workshops
-
Mitwirkung in den regionalen Jurys für die Vergabe des Qualitätssiegels für
Berufs- und Studienorientierung

Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 4
Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für
Wissenschaft und Kunst und der Regionaldirektion der Bundes-
agentur für Arbeit in Sachsen sowie den sächsischen Agenturen
für Arbeit
In dieser Anlage werden ergänzend zur Vereinbarung spezielle Inhalte der Zusam-
menarbeit definiert.
Das SMWK wird darauf hinwirken, dass die Hochschulen und die Berufsakademie
diese Anlage umsetzen.

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 4: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft
und Kunst und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den
sächsischen Agenturen für Arbeit
1
1. Zielsetzung
(1) Grundsätzliche Zielsetzung der Kooperation ist es,
- Studieninteressierte für ein Studium zu motivieren und bei der Studienwahl zu
unterstützen,
- Studierenden in Fragen der Studiengestaltung orientierend und beratend zu
helfen,
-
Studienabbrüche zu vermeiden,
- Absolventinnen und Absolventen beim Berufseinstieg eine möglichst umfas-
sende Information und Beratung anzubieten sowie
- Absolventinnen und Absolventen beim Berufseinstieg eine möglichst umfas-
sende Vermittlung anzubieten, sofern diese Aufgabe den Agenturen für Arbeit
obliegt.
(2) Die enge Zusammenarbeit beider Einrichtungen soll die Studierneigung von Abi-
turientinnen und Abiturienten sowie Fachoberschülerinnen und -schülern erhöhen
sowie Studienabbrüche bzw. Studienwechsel vermeiden.
2. Geltungsbereich
(1) Sie regelt insbesondere die Zusammenarbeit der allgemeinen Studienberatung,
der Studienfachberatungen, der Beraterinnen und Berater für akademische Beru-
fe sowie der Vermittlungsdienste der Agenturen für Arbeit unter Mitwirkung im
Carrier-Service der Hochschule.
3. Aufgabenschwerpunkte (Kooperationsformen)
(1) Die Kooperation der Hochschulen sowie der Berufsakademie mit den Agenturen
für Arbeit erfolgt insbesondere in folgenden Bereichen:
a) Informationsaustausch
Der Austausch relevanter Informationen erfolgt aufgrund der Vereinbarung
zwischen der Hochschulrektorenkonferenz und der Bundesanstalt für Arbeit
(jetzt Bundesagentur für Arbeit) vom 30.10.1991.
Die Bundesagentur für Arbeit stellt den Hochschulen sowie der Berufsakade-
mie entsprechend der Anlage 1 mediale Angebote, Ergebnisse der Arbeits-

Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 4: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft
und Kunst und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den
sächsischen Agenturen für Arbeit
2
markt- und Berufsforschung und aktuelle Informationen zum Arbeitsmarkt zur Ver-
fügung.
Die Hochschulen, die Berufsakademie und die Agentur für Arbeit unterstützen
sich gegenseitig bei der Distribution ihrer Publikationen.
Die mediale Veröffentlichung der Angebote und Dienstleistungen erfolgt wechsel-
seitig auch auf den Websites der Hochschule, der Berufsakademie und der Agen-
tur für Arbeit. Für die Bereitstellung, Verteilung und Veröffentlichung werden ge-
genseitig keine Gebühren erhoben.
b) Orientierung
Zur Optimierung der Informationsveranstaltungen werden
-
die Planung und Durchführung von gemeinsamen Veranstaltungen,
-
die gegenseitige Abstimmung und Information über geplante Veranstaltungen,
-
die Klärung von Beteiligungen oder anderen Formen der gegenseitigen Unter-
stützung sichergestellt.
Um eine hohe Qualität der Orientierungsangebote unter der Prämisse eines opti-
malen Ressourceneinsatzes zu sichern, prüft die Regionaldirektion der Bundes-
agentur für Arbeit in Sachsen in enger Zusammenarbeit mit den Agenturen für
Arbeit Dresden, Leipzig und Chemnitz die Zusammenführung der Veranstal-
tungsangebote für Studierende und Absolventen mit dem Ziel, ab Wintersemester
2010/11 einen gemeinsamen Veranstaltungskalender aufzustellen. Die Vertrags-
partner beabsichtigen dieses Angebot der Bundesagentur für Arbeit perspekti-
visch mit den Angeboten der Hochschulen zu vernetzen.
Zur weiteren Studienorientierung und damit Erhöhung der Studierneigung erhal-
ten die Hochschulen sowie die Berufsakademie die Möglichkeit, sich in den Agen-
turen für Arbeit zu präsentieren.
Soweit sich die Orientierungs- und Informationsmaßnahmen auf die studienvorbe-
reitende Phase beziehen, ist das Übereinkommen von Kultusministerkonferenz,
Bundesagentur für Arbeit und Hochschulrektorenkonferenz über die Zusammen-
arbeit Schule, Beratungs- und Vermittlungsdienste der Bundesanstalt für Arbeit
und Studienberatung vom 20.02.1992 zu beachten.
Die Orientierungsaufgaben beinhalten die Übergänge von der Schule zum Studi-
um, zu weiterführenden Studien und vom Studium in das Berufsleben.

Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 4: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft
und Kunst und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den
sächsischen Agenturen für Arbeit
3
Die Hochschulen, Berufsakademie und die Agentur für Arbeit unterstützen im
Rahmen ihrer Möglichkeiten insbesondere die „Woche der offenen Unterneh-
men“, die „Woche der Studierneigung“ sowie die „Messe – Studieren in Mittel-
deutschland“ zur Erhöhung der Studierneigung durch gegenseitige Beteiligungen
an den Veranstaltungen, Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen und me-
diale Veröffentlichung der Angebote.
Die Agenturen für Arbeit wirken an den Rekrutingmessen der Hochschulen und
Berufsakademie mit.
c) Beratung
Bei der Beratung von Studienbewerberinnen und -bewerbern sowie Studierenden
ist eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen den Studienberatungen der
Hochschulen, der Berufsakademie und den Beratern und Beraterinnen für aka-
demische Berufe der Agenturen für Arbeit anzustreben. Die Zusammenarbeit be-
inhaltet auch die gegenseitige Empfehlung - im Einzelfall auch die Durchfüh-
rung - von gemeinsamen Beratungen. Der Agentur für Arbeit werden dafür im
Rahmen ihrer Möglichkeiten geeignete Räume kostenneutral zur Verfügung ge-
stellt. Diese Räume sollten möglichst nahe an den Räumen der Studienberatun-
gen liegen und über einen kostenlosen Internetzugang verfügen. Die Beratungs-
technik wird seitens der Agentur für Arbeit zur Verfügung gestellt.
Die Beratungsaufgaben beinhalten die Übergänge von der Schule zum Studium, vom
Studium zu weiterführendem Studium und vom Studium in das Berufsleben.
(2)
Bei allen kooperativen Formen ist darauf zu achten, dass die rechtlichen Zustän-
digkeiten und Kompetenzen der verschiedenen Beratungsdienste von Hochschulen, Be-
rufsakademie und Agenturen für Arbeit für die Ratsuchenden klar erkennbar bleiben.
Zur Sicherung der Zusammenarbeit in den verschiedenen Handlungsfeldern werden die
Jahrestagungen der Studienberater und Beraterinnen und Beratern für akademische
Berufe fortgesetzt und die 2006 initiierte regionale Netzwerkarbeit vertieft.

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 4: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft
und Kunst und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den
sächsischen Agenturen für Arbeit
4
4. Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus
(1) Die Regelungen der Vereinbarung, Punkt 3 „Sächsische Strategie für Berufs- und
Studienorientierung“ zur Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Staatsministeri-
um für Kultus (LSW) gelten entsprechend.
(2) Die Formen der Zusammenarbeit, die mit der Anlage 3 vereinbart wurden, sind
ebenfalls zu berücksichtigen.
5. Regionale Vereinbarungen
(1) Die Hochschulen, Berufsakademie und Agenturen für Arbeit regeln schriftlich auf
der Grundlage dieser Vereinbarung unter Berücksichtigung der örtlichen Gege-
benheiten die weitere Zusammenarbeit.
(2) Die Unterzeichnung der regionalen Vereinbarungen obliegt den Rektoren der
Hochschulen, den Direktoren der Studienakademien und den Vorsitzenden der
Geschäftsführung der jeweiligen Agentur für Arbeit.

Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 5
Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für
Wirtschaft und Arbeit und der Regionaldirektion der Bundesagen-
tur für Arbeit in Sachsen sowie den sächsischen Agenturen für Ar-
beit
Diese Anlage ergänzt die Vereinbarung und regelt spezielle Inhalte der Zusammen-
arbeit.

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 5: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit
und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den sächsischen
Agenturen für Arbeit
1
1. Organisation und Führung eines strukturierten Dialogs zwischen Ar-
beitsverwaltung, Staatsregierung und Wirtschafts- und Sozialpartnern
unter dem Dach des Kollegiums „Berufsbildung und Fachkräfte für
Sachsen“
Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit greift Anregungen aus
der Wirtschaft auf, bündelt diese und bringt sie in den Dialog ein, soweit dies nicht
bereits direkt durch die Wirtschafts- und Sozialpartner erfolgt.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung und Verbesserung vorstrukturierter
Projekte insbesondere für kleine und mittelständische Firmen, um diesen die Zu-
sammenarbeit mit Schulen zu ermöglichen, ohne selbst besonderen Aufwand für die
Vorbereitung und Organisation betreiben zu müssen.
Die Umsetzung der Projekte erfolgt im Rahmen der sächsischen Strategie der Be-
rufs- und Studienorientierung gemeinsam mit der Regionaldirektion Sachsen der
Bundesagentur für Arbeit, den sächsischen Agenturen für Arbeit sowie weiteren zu-
ständigen Partnern.
2. Förderung und Unterstützung von Projekten der Wirtschaft zur Be-
rufsorientierung mit dem Schwerpunkt des Auf- und Ausbaus von
Kooperationsmöglichkeiten und -strukturen vorrangig für Klein- und
Mittelständische Unternehmen
Zu den gemeinsamen Aufgaben des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft
und Arbeit und der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit zählen
insbesondere die Förderung von Berufsorientierungsprojekten direkt für Unterneh-
men, die Förderung von Fachkräftenetzwerken und die Unterstützung der Öffentlich-
keitsarbeit im weiteren Sinne für solche Projekte, wie z. B. „Woche der offenen Un-
ternehmen“ und „Bildungsmarkt Sachsen“.
3. Berücksichtigung einer vertieften Berufsorientierung in den Pro-
grammen der ESF-Benachteiligtenförderung
Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, die Regionaldirektion
Sachsen der Bundesagentur für Arbeit sowie die sächsischen Agenturen für Arbeit
arbeiten auch bei ergänzenden Projekten eng zusammen.
Dies betrifft insbesondere die Programme der Gemeinschaftsinitiative Sachsen
(GISA) einschließlich der ergänzenden Landesprogramme, das Programm QAB

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 5: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit
und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den sächsischen
Agenturen für Arbeit
2
(Qualifizierung für Langzeitarbeitslose ohne Berufsabschluss zu einem anerkannten
Berufsabschluss) sowie das Programm IAP (Individuelle Ausbildungspläne). Den Ju-
gendlichen wird im Vorfeld der Einmündung in die vorgenannten Programme eine
intensive Beratung und Begleitung unter Berücksichtigung der Anforderungen des
Arbeitsmarktes und ihrer persönlichen Stärken angeboten. Somit ist eine fundierte
Berufswahlentscheidung als Grundlage eines erfolgreichen Ausbildungsabschlusses
möglich.
4. Organisation und Koordinierung einer ständigen Evaluation und Ab-
stimmung zwischen allen für die Berufsbildung Verantwortlichen zur
Optimierung des Übergangssystems und zur Verbesserung der Be-
rufsorientierung
Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit organisiert und koordi-
niert Evaluations- und Abstimmungsprozesse zur Optimierung des Übergangssys-
tems und initiiert Untersuchungen und Studien zur Verbesserung der Berufsorientie-
rung.
Dies betrifft aktuell z. B. die „Untersuchung des Verbleibs und der Übergangsproble-
me von Absolventen vorberuflicher und beruflicher Bildungsgänge als Beitrag zur
Beurteilung der Wirksamkeit verschiedener Unterstützungs- und Ausbildungspro-
gramme im Freistaat Sachsen“ bzw. die Untersuchung „Professionalisierung des
Systems der Berufsorientierung“. Die sich daraus ergebenden Erkenntnisse und Er-
gebnisse werden seitens des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Ar-
beit ausgewertet, Schlussfolgerungen einschließlich ggf. erforderlicher Folgeuntersu-
chungen abgeleitet und Handlungsstrategien für den Freistaat Sachsen entwickelt.
Soweit die Ergebnisse und die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen für Hand-
lungsbedarfe auch die sächsischen Agenturen für Arbeit betreffen, ist das weitere
Vorgehen mit der Regionaldirektion Sachsen abzustimmen.
Beide Seiten sind sich darüber einig, dass die Ergebnisse solcher Untersuchungen
und Studien zur Verbesserung regionaler Strukturen und der sächsischen Strategien
der Berufs- und Studienorientierung dienen und Möglichkeiten der Umsetzung für
beide Seite abzustimmen sind.

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 5: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit
und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den sächsischen
Agenturen für Arbeit
3
5. Regelmäßige Abstimmung zu kofinanzierten Projekten der Berufsori-
entierung
Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit stimmt sich regelmäßig
mit der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit bei Projekten der
Berufsorientierung ab, die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und aus
Landesmitteln finanziert werden.

Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 6
Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für
Umwelt und Landwirtschaft und der Regionaldirektion der Bundes-
agentur für Arbeit in Sachsen sowie den sächsischen Agenturen
für Arbeit
In dieser Anlage werden ergänzend zur Vereinbarung spezielle Inhalte der Zusam-
menarbeit geregelt.

Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 5: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und
Landwirtschaft und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
sowie den zuständigen Agenturen für Arbeit
1
Im Rahmen der Zusammenarbeit werden folgende Schwerpunkte für die Unterstüt-
zung der Berufs- und Studienorientierung gesetzt:
1. Herstellen bzw. Intensivieren der Kontakte und der Zusammenarbeit zwischen
der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den sächsi-
schen Agenturen für Arbeit mit den Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsbe-
ratern für die land-, forst- und hauswirtschaftliche Berufsbildung in den Landrats-
ämtern.
2. Herstellen bzw. Intensivieren der Kontakte und der Zusammenarbeit zwischen
den Agenturen für Arbeit mit den Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsbera-
tern für die land-, forst- und hauswirtschaftliche Berufsbildung in den Landratsäm-
tern sowie der zuständigen Stelle nach BBiG, dem Sächsischen Landesamt für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG).
Die Agenturen für Arbeit erhalten Informationsmaterial zu den Ansprechpartnerinnen
und Ansprechpartnern, den Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberatern bei
den Landratsämtern durch die zuständige Stelle beim LfULG. Durch die Kontaktauf-
nahme der Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater mit den Agenturen für
Arbeit und den Austausch von Informationen zu Ausbildungsberufen und Ausbil-
dungsplätzen sowie Studienrichtungen und Studienplätzen in der Land-, Forst- und
Hauswirtschaft soll im Rahmen bestehender regionaler Netzwerke sichergestellt
werden, dass alle für die Berufs- und Studienberatung bzw. -orientierung notwendi-
gen Informationen zur Verfügung gestellt werden.
Das bereits initiiere Projekt in den Regionaldirektionen Dresden, Leipzig und Chem-
nitz „Landwirtschaft erleben – Lernen in Unternehmen der Land-, Forst- und Milch-
wirtschaft“ soll den Agenturen für Arbeit vorgestellt werden.
Soweit noch nicht initiiert, sollen in regelmäßigen Abständen in den Berufsinformati-
onszentren der Agenturen für Arbeit Informationsveranstaltungen für Eltern und
Schülerinnen und Schüler zur Berufs- und Studienorientierung in den grünen Berufen
stattfinden. Ausbildungsbetriebe, Hoch- und Fachschulen sollen in die Vorbereitung
und Durchführung der Informationsveranstaltungen einbezogen werden. Seitens der
Agentur für Arbeit und der Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater bei den
Landratsämtern soll ggf. durch gemeinsame Aktionen (Flyer, Plakate in den Schulen)
auf diese Informationsmöglichkeiten hingewiesen werden.

Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 5: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und
Landwirtschaft und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
sowie den zuständigen Agenturen für Arbeit
2
In regelmäßigen Abständen sollen Erfahrungsaustausche zwischen den Agenturen
für Arbeit, den Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberatern bei den Landrats-
ämtern, der zuständigen Stelle beim LfULG sowie dem SMUL (ggf. Ausbildungsbe-
trieben und Studieneinrichtungen) stattfinden, um die Zusammenarbeit effektiv und
zielführend zu gestalten.

Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 7
Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für
Soziales und der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für
Arbeit, den sächsischen Agenturen für Arbeit sowie den Trägern
der Grundsicherung für Arbeitsuchende
In dieser Anlage werden ergänzend zur Vereinbarung spezielle Inhalte der Zusam-
menarbeit geregelt.

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 7: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und
der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den zuständigen
Agenturen für Arbeit sowie den Trägern der Grundsicherung für Arbeitssuchende
1
1. Allgemeine Zielsetzung
Grundsätzliche Zielsetzung dieser Kooperation ist, Schülerinnen und Schülern Hilfe-
stellung bei der Wahl ihres Berufes zu geben. Studieninteressierte sollen für ein Stu-
dium motiviert und bei der Auswahl eines geeigneten Studienfaches unterstützt wer-
den.
Die Partner der Vereinbarung stimmen überein, dass durch eine ziel- und ergebnis-
orientierte Zusammenarbeit der nach dem SGB II und dem SGB III zuständigen Stel-
len im Bereich der Berufsorientierung und der (Erst-)Beratung die Erfolgsaussichten
von Schülerinnen und Schülern beim Übergang in Ausbildung und Arbeit verbessern
wird.
Besonderes Ziel ist jedoch die Aufweichung tradierter Geschlechterrollen. Dazu ist es
notwendig, eine geschlechtersensible Berufsorientierung aufgabenübergreifend zu
etablieren und mittels entsprechender Initiativen fortzuführen.
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales sowie die Regionaldirektion der Bun-
desagentur für Arbeit in Sachsen werden innerhalb ihrer Strukturen diese Zielsetzung
unterstützen und bei der Umsetzung nachfolgender Aufgaben aktiv und konstruktiv
zusammenwirken.
2. Aufgabenschwerpunkte
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und die Regionaldirektion der Bun-
desagentur für Arbeit in Sachsen stimmen folgende gemeinsame Aufgabenschwer-
punkte im Bereich der Berufsorientierung ab:
2.1 Zusammenarbeit im Bereich der Berufsorientierung und der
(Erst-)Beratung
2.1.1 Spezielle Ziele der Zusammenarbeit
- Alle Akteure bemühen sich um eine verantwortungsvolle und konstruktive Zu-
sammenarbeit auf regionaler Ebene
-
Verbesserung der Zusammenarbeit mit allen regionalen Akteuren zur weiteren
Optimierung der eigenverantwortlichen Aufgabenwahrnehmung nach dem
SGB II und dem SGB III

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 7: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und
der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den zuständigen
Agenturen für Arbeit sowie den Trägern der Grundsicherung für Arbeitssuchende
2
- Vermeidung einer offenen Differenzierung und Stigmatisierung von Jugendli-
chen
- Umsetzung von kundenfreundlichen Lösungsansätzen bei der Wahrnehmung
der gesetzlich übertragenen Aufgaben im Rahmen der Berufsorientierung, Be-
rufsberatung und Förderung nach dem SGB II und dem SGB III.
2.1.2 Inhalte der Zusammenarbeit im Bereich der Berufsorientierung und der
Erstberatung
Die nachfolgenden Inhalte können auf Initiative der Träger der Grundsicherung ein-
gefordert werden. Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und die Regional-
direktion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen bemühen sich bei Differenzen auf
regionaler Ebene um Herbeiführung eines schnellen und konstruktiven Konsens.
- Organisation und Durchführung von gemeinsamen Besprechungen zur Si-
cherstellung des fachlichen Informations- und Erfahrungsaustausches auf
Landesebene zwischen der Regionaldirektion in Sachsen und dem Sächsi-
schen Staatsministerium für Soziales (wie z. B. gemeinsame Auftritte bei be-
deutsamen bundesweiten Aktionen)
- Organisation und Durchführung von gemeinsamen Besprechungen zur Si-
cherstellung des fachlichen Informations- und Erfahrungsaustausches (wie
z. B. bei Elternveranstaltungen oder themenbezogene Schulbesprechungen)
auf regionaler Ebene mit allen betroffenen Institutionen (Agentur für Arbeit,
den Trägern der Grundsicherung usw.)
- Sicherstellung des Rechtsanspruches auf und die Inanspruchnahme von Be-
rufsorientierungsangeboten (z. B. berufsorientierende Veranstaltungen) und
Beratungsleistungen für alle Schüler und Schülerinnen der Sekundarbereiche
I und II sowie deren Eltern sowie im Rahmen der Hochschularbeit, unabhän-
gig von der Rechtskreiszugehörigkeit
- Abstimmung der Berufsorientierungsangebote mit allen regionalen Institutio-
nen durch die Agentur für Arbeit
- Beteiligung der Träger der Grundsicherung bei Maßnahmen der Berufs- und
Studienorientierung an allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen
- Beteiligung der Träger der Grundsicherung bei Informationsveranstaltungen in
den sächsischen Bildungsagenturen

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 7: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und
der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den zuständigen
Agenturen für Arbeit sowie den Trägern der Grundsicherung für Arbeitssuchende
3
- Sicherstellung von Formen der Zusammenarbeit sowie die Erarbeitung und
Umsetzung von Verfahrensregelungen auf regionaler Ebene und/oder Lan-
desebene bei der Inanspruchnahme von gesetzlichen Möglichkeiten nach
dem SGB III (insbesondere bei berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen)
für Jugendliche aus dem Rechtskreis des SGB II, insofern dies nicht bereits
durch die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit erfolgte
2.1.3 Grenzen der Zusammenarbeit
Die sich aus dem SGB II und SGB III ergebenden Pflichten der jeweiligen Institutio-
nen im eigenen Verantwortungsbereich sowie die sich daraus ergebenden Grenzen
der Zusammenarbeit bleiben von der Vereinbarung unberührt.
2.1.4 Regionale Vereinbarungen
(1) Die Agenturen für Arbeit und die Träger der Grundsicherung für Arbeitssuchende
sowie die regionalen Akteure am Ausbildungsmarkt können auf der Grundlage dieser
Vereinbarung unter Berücksichtigung der regionalen Gegebenheiten die weitere Zu-
sammenarbeit schriftlich regeln. Die Vereinbarung zur Zusammenarbeit auf dem ost-
sächsischen Ausbildungsmarkt bleibt hiervon unberührt.
(2) Die Unterzeichnung regionaler Vereinbarungen obliegt dem Vorsitzenden der
Geschäftsführung der jeweiligen Agentur für Arbeit und der zur Vertretung des jewei-
ligen Grundsicherungsträgers berechtigten Person.
2.2 Berücksichtigung der „Kooperationsvereinbarung zur beruflichen Einglie-
derung benachteiligter junger Menschen im Freistaat Sachsen“ vom
28. August 2006
Von der Sächsischen Staatsregierung, der Regionaldirektion Sachsen der Bundes-
agentur für Arbeit, dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag, dem Sächsischen
Landkreistag, den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern, dem
Deutschen Gewerkschaftsbund und der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft
wurde am 28. August 2006 die „Kooperationsvereinbarung zur beruflichen Eingliede-
rung benachteiligter junger Menschen im Freistaat Sachsen“ unterzeichnet.
Hinsichtlich der vorliegenden Vereinbarung zur Zusammenarbeit der Ministerien und
der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen bleibt diese Koopera-
tionsvereinbarung unberührt.

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 7: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und
der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den zuständigen
Agenturen für Arbeit sowie den Trägern der Grundsicherung für Arbeitssuchende
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2.3 Entwicklung und Stärkung der geschlechtersensiblen Berufs- und Studi-
enorientierungsmaßnahmen Girls’ Day und Boys’ Day
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Leitstelle für Gleichstellung von Frau
und Mann, unterstützt die Weiterentwicklung und Stärkung der geschlechtersensib-
len Berufs- und Studienorientierungsmaßnahmen Girls’ Day und Boys’ Day. Dies ist
notwendig, da die demografische Entwicklung und eine Abwanderung vor allem leis-
tungsstarker Mädchen aus Sachsen einen Mangel an qualifiziertem Nachwuchs er-
warten lassen. Durch den Girls’ Day sollen Schülerinnen frühzeitig dabei unterstützt
werden, stärker MINT-Berufe (Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissen-
schaft, Technik) bei ihrer Berufswahl zu berücksichtigen. Die Veranstaltungen des
Boys’ Day möchten Jungen, die sich nach wie vor häufig am traditionellen Männer-
bild orientieren, für Berufe im sozialen Bereich sensibilisieren.
Insbesondere die Aktionen des Girls’ Day sind speziell für Schülerinnen ab Klasse
fünf vorgesehen. Es wird jedoch geprüft, Aktionen von Girls’ Day und Boys’ Day auch
für Grundschülerinnen und Grundschüler zu öffnen. Eine solche Ausweitung erhöht
nicht nur den Bekanntheitsgrad der Initiativen, sondern trägt außerdem dazu bei, be-
reits frühzeitig dem Entstehen typisch weiblicher bzw. typisch männlicher Berufsbil-
der entgegenzuwirken.
2.3.1 Durchführung von Projekten zur geschlechtersensiblen Berufs- und Stu-
dienorientierung
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Leitstelle für Gleichstellung von Frau
und Mann, führt mit der Landesstelle für Frauenbildung und Projektberatung in Sach-
sen ein Projekt durch, welches ebenfalls den Focus auf die Geschlechtsspezifik rich-
tet. Unter dem Namen „Hiergeblieben! Neue Chancen für Mädchen und Jungen in
Sachsen“ werden dazu in zwei Modellregionen (Landkreis Bautzen, Landkreis Nord-
sachsen) Aktionen zur geschlechtersensiblen Berufs- und Studienorientierung statt-
finden. Dies erfolgt unter Einbeziehung der wichtigsten Partner wie der Agenturen für
Arbeit und z. B. der Institutionen der Wirtschaftsförderung, IHK, HWK, Gleichstel-
lungsbeauftragten, freien Träger der Jugendhilfe, Marketing Gesellschaften, Koordi-
natoren der Arbeitskreise Schule-Wirtschaft, Koordinierungskreise Girls’ Day, weite-
ren Vertreter der Kommunen. Das Projekt mündet 2009 in zwei Fachveranstaltun-
gen.

 
Vereinbarung zur Zusammenarbeit der
Sächsischen Staatsregierung und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen
Anlage 7: Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und
der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen sowie den zuständigen
Agenturen für Arbeit sowie den Trägern der Grundsicherung für Arbeitssuchende
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Das Sächsische Staatsministerium für Soziales wird dieses Projekt weiterentwickeln.
Soweit sich daraus zusätzlicher Handlungsbedarf hinsichtlich einer geschlechtersen-
siblen Berufsorientierung für die Agenturen für Arbeit ergibt, werden die Inhalte und
das weitere Vorgehen abgestimmt.
Die über den Bildungsplan vorgegebenen Aspekte hinsichtlich der Qualität der
durchzuführenden Veranstaltungen bleiben unberührt.
2.3.2 Sicherstellung und Umsetzung von ergänzenden Projekten der Berufs-
und Studienorientierung im Freizeitbereich: ESF-Förderung der Chan-
cengleichheit
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Leitstelle für Gleichstellung von Frau
und Mann, fördert nach der „Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für So-
ziales und des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft zur
Förderung von aus dem Europäischen Sozialfonds mitfinanzierten Vorhaben der
Förderperiode 2007-2013“ (ESF-Richtlinie SMS/SMUL) Maßnahmen zum Abbau ge-
schlechterspezifischer Benachteiligungen am Arbeitsmarkt. Gefördert werden Projek-
te mit der Zielsetzung der Verbesserung der geschlechtersensiblen Berufswahlkom-
petenz von Jungen und Mädchen im Hinblick auf die künftige Teilnahme am Ar-
beitsmarkt. Insbesondere werden Projekte zur Berufs- und Studienorientierung in
den Schulferien und der Freizeit über ESF- und Landesmittel gefördert.
Im Rahmen von zwei- bis vierwöchigen Praktika während der gesetzlichen Schulferi-
en, aber auch in der Freizeit sollen deshalb Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren
ihre Möglichkeit zur Berufswahlentscheidung entgegen dem tradierten Ausbildungs-
verhalten testen. Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, dass, anders als bei
Mädchen, die Öffentlichkeit für das Berufswahlverhalten von Jungen wenig sensibili-
siert ist. Folge ist eine Unterrepräsentanz von Männern in Dienstleistungsfeldern des
Gesundheits- und Sozialbereichs (z. B. Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen,
Krankenhäuser etc.).
Darüber hinaus ist auch die Förderung von Vorhaben für Mädchen möglich, soweit
sie dabei technische, technologische und naturwissenschaftliche Berufe kennen ler-
nen.
Die Praktika sollen dabei den Informationsimpulsen des Girls’ Day und Boys’ Day
Rechnung tragen.