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Das Sächsische Qualitätssiegel für
Berufliche Orientierung
Ziele und Qualitätsstandards
Das Verfahren Sächsisches Qualitätssiegel für Berufliche Orientierung (BO) wird seit 2007 jährlich im
Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus durchgeführt. Es ist in der Erstzertifizierung ein
zweistufiges Verfahren aus
schriftlicher Bewerbung (Fragebogen) und Vor-Ort-Besuch (Audit)
. Für
das Rezertifizierungsverfahren reichen die Schulen das schuleigene BO-Konzept ein und werden
auditiert. Mit dem Siegel wird die zielführende und systematische BO einer Schule und ihrer Partner
anerkannt. Die Fachinhalte und Angebote zur BO einer Siegelschule und ihrer Partner ergänzen sich im
Zeitverlauf zu einem umfassenden Gesamtkonzept. Damit wird der Orientierungsprozess der Schüler
kontinuierlich und zielführend unterstützt.
Das heißt,
Siegelschulen
-
setzen ein schuleigenes Konzept um, das an den Kernzielen der BO für die Klassenstufen
ausgerichtet ist und in dem alle Fachinhalte und Angebote zur BO abgestimmt
zusammengeführt sind.
ð
Qualitätsstandard Systematische Konzeptarbeit
-
ermöglichen damit die systematische Auseinandersetzung der Schüler mit ihren
Kompetenzen und Interessen in verschiedenen Fächern und Projekten.
ð
Qualitätsstandard Systematische Kompetenzförderung
-
ermöglichen in Zusammenarbeit mit Partnern vielfältige Praxiseinblicke und Praxis-
erfahrungen, die die Schüler systematisch in Bezug zu eigenen Kompetenzen, Interessen und
beruflichen Vorstellungen setzen.
Qualitätsstandard Systematische Praxisorientierung
-
unterstützen ihre Schüler systematisch im Prozess der BO bis hin zu einer begründeten
Entscheidung für einen weiterführenden Bildungsweg.
ð
Qualitätsstandard Zielführende Prozessbegleitung
Im Ergebnis sind Absolventen von Siegelschulen berufswahlkompetent und ausbildungsreif bzw.
studierfähig. Berufswahlkompetent heißt,
Absolventen einer Siegelschule
-
kennen Zugänge zu Ausbildung, Studium und Beruf,
-
haben sich praxisorientiert mit der Arbeitswelt auseinandergesetzt,
-
wissen, welche Fähigkeiten, Stärken und Interessen sie besitzen,
-
können eine begründete Entscheidung für eine weiterführende Bildungseinrichtung, einen
Ausbildungsberuf oder einen Studiengang treffen,
-
haben sich mit beruflichen Alternativen auseinandergesetzt.
ð
Qualitätsstandard Berufswahlkompetenz
Schulabgänger mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung verfügen über grundlegende
Kompetenzen für die Teilhabe am Arbeitsleben.
Sachsen ist Mitglied im bundesweiten Netzwerk BERUFSWAHLSIEGEL, das auf Grundlage eines
gemeinsamen Dachkonzepts agiert und dem Erfahrungstransfer sowie einer abgestimmten
Öffentlichkeitsarbeit dient.
www.netzwerk-berufswahlsiegel.de

LSW im SMK 2021
2
Jährlicher
Ablauf
Anfang Januar erfolgt die Veröffentlichung des aktuellen Fragebogens auf dem Bildungsserver. Bis
Ende März können sich Schulen schriftlich bewerben. Im April tritt die Zentrale Jury zur Bewertung
der Bewerbungen zusammen. In der Zentralen Jury arbeiten die Berater Schule-Wirtschaft
des Landesamtes für Schule und Bildung, ein Mitarbeiter der Agentur für Arbeit, ein
Wirtschaftsvertreter sowie von überregionalen Einrichtungen je ein Vertreter des Landeselternrats,
des Landesschülerrats, der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit sowie der
Landesarbeitsstelle Schule - Jugendhilfe e. V. mit. Die Zentrale Jury trifft im Ergebnis der
Bewertungsrunde die Entscheidung über die Zulassung einer Schule zum Audit.
Im Mai werden die Schulen über das Ergebnis ihrer Bewerbung informiert. Die Auditierung erfolgt im
Zeitraum von Schuljahresbeginn bis zu den Herbstferien durch regionale Jurys. Schließt eine Schule
auch das Audit erfolgreich ab, wird ihr das Qualitätssiegel verliehen. Im Rahmen einer zentralen
Festveranstaltung im November erhalten die Schulen die Verwertungsrechte für das Logo des
Qualitätssiegels für vier Jahre sowie eine am Schulgebäude anzubringende Plakette. Im letzten
Geltungsjahr
ihres
Siegels
können
sich
die
Schulen
für
die
Rezertifizierung
bewerben.
Das rezertifizierte Siegel ist fünf Jahre gültig.
Für die Durchführung der Audits in den Regionen sind die regionalen Juryleitungen verantwortlich. In
der regionalen Juryleitung arbeiten jeweils ein Berater Schule-Wirtschaft des Landesamtes für Schule
und Bildung, ein Mitarbeiter der Agentur für Arbeit sowie ein Wirtschaftsvertreter zusammen.
Die regionale Juryleitung stellt für die Audits in ihrer Region pro Schule eine Jury zusammen. Dafür
wurden Vertreter z. B. von Kammern, Unternehmen, Verbänden, Kommunen und Vereinen
gewonnen. Nach einer zentralen Schulung agieren diese als Juroren in den Audits. Durch die
Zusammenarbeit in den regionalen Jurys wird ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet, die Akteure in
der BO einander näher zu bringen und ein gemeinsames Qualitätsverständnis zu fördern. Vertreter
aus dem nichtschulischen Bereich erhalten einen umfassenden Einblick in die Arbeit der
Schulen. Die Schulen wiederum bekommen von Externen ein konstruktives Feedback zu ihrer
Arbeit.