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STADT WALDHEIM
OT MEINSBERG
LANDKREIS MITTELSACHSEN
BEBAUUNGSPLAN "SONNENHUFE TEIL II"
BEGRÜNDUNG
BEARBEITUNGSSTAND:
01/2019 mit redaktionellen Ergänzungen 05/2019
PLANVERFASSER:
Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
Leipziger Straße 207
09114 Chemnitz
Tel:. (0371) 36 74 170
E-Mail:
info@staedtebau-chemnitz.de
Fax: (0371) 36 74 177
Internet:
www.staedtebau-chemnitz.de

Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan "Sonnenhufe Teil II"
Stand:
01/2019 mit redaktionellen Ergänzungen 05/2019
Stadt :
Waldheim, Ortsteil Meinsberg
Landkreis:
Mittelsachsen
Region:
Chemnitz
Land:
Freistaat Sachsen
Der Bebauungsplan besteht aus:
-
Teil A - Planzeichnung, Maßstab 1 : 500
-
Teil B - Text
-
Teil C - Begründung mit Umweltbericht
Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
Leipziger Straße 207
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Fax.: 0371/ 3674 177
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Internet:
www.staedtebau-chemnitz.de
Geschäftsführer:
Stadtplaner Dipl.-Geograph Thomas Naumann
Leiterin Stadtplanung:
Architektin für Stadtplanung Dipl.-Ing. Christina Heinrich
Verantwortl. Bearbeiter:
M. Sc. Matthias Geißler
Thomas Naumann, Geschäftsführer
Chemnitz, Juni 2019

Urheberrecht
Das vorliegende Dokument (Städtebauliche Planung) ist urheberrechtlich geschützt ge-
mäß §2 Abs. 2 sowie §31 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutz der Urheberrechte. Eine (auch
auszugsweise) Vervielfältigung, Weitergabe oder Veröffentlichung ist nur nach vorheriger
schriftlicher Genehmigung der Büro für Städtebau GmbH Chemnitz sowie der planungs-
tragenden Kommune unter Angabe der Quelle zulässig.

Inhalt
1.
Planungserfordernis
5
1.1 Anlass und Ziel des Bebauungsplanes
5
1.2 Planungsalternativen
5
1.3 Bevölkerungsentwicklung
6
1.4 Wohnbaubedarf
8
1.5 Wohnbaureserven der Stadt Waldheim
9
1.6 Synthese aus Bevölkerungsentwicklung, Wohnbaubedarf und -reserven
11
2.
Übergeordnete Planungen
11
2.1 Raumordnung und Landesplanung
11
2.2 Regionalplan
13
2.3 Flächennutzungsplan
14
2.4 Fachplanungen
16
3.
Grundlagen
17
3.1 Räumlicher Geltungsbereich des Bebauungsplanes
17
3.2 Örtliche Situation, Bestand
18
3.3 Baugrund, Altbergbau, Altlasten
20
3.4 Plangrundlage
22
4.
Rechtsgrundlagen
22
5.
Städtebauliche Planung
24
5.1 Art der baulichen Nutzung
24
5.2 Maß der baulichen Nutzung
25
5.3 Überbaubare Grundstücksfläche, Bauweise
26
5.4 Artenschutz
27
5.5 Anpflanzung und Erhaltung von Bäumen und Sträuchern
27
5.6 Grünflächen
29
5.7 Bauordnungsrechtliche Festsetzungen
29
5.8 Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung von Boden, Natur und
Landschaft
30
5.9 Naturschutzrechtlicher Eingriffsausgleich
31
6.
Flächenbilanz
33
7.
Erschließung
34
7.1 Verkehr
34
7.2 Stadttechnische Ver- und Entsorgung
35
8.
Wesentliche Auswirkungen der Planung
40
8.1 Auswirkungen auf Natur und Landschaft
40

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
4
8.2 Immissionsschutz
42
9.
Umsetzung und Sicherung der Planung
42
10.
Verzeichnisse (Abbildungen, Tabellen, Quellen, Anlagen)
45
Umweltbericht (mit separatem Inhaltsverzeichnis)
47

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
5
1. Planungserfordernis
1.1 Anlass und Ziel des Bebauungsplanes
Der demographische Wandel geht in der Stadt Waldheim mit Bevölkerungsverlusten,
resultierend aus negativen natürlichen und räumlichen Bevölkerungsbewegungen,
wobei sich der Saldo aus Zu- und Abwanderung stabilisiert. Obwohl die Bevölkerungs-
zahl auch künftig, bei gleichzeitigem Anstieg des Altersdurchschnitts, kleiner wird, be-
steht ein Neubaubedarf im Sektor der Ein- und Zweifamilienhäuser, resultierend aus ei-
nem steigenden individuellen Wohnflächenbedarf und verstärktem Wunsch nach
eben diesen Wohnformen. Um der Wohnbaunachfrage bis zum Jahr 2030 angebots-
orientiert zu begegnen verfügt die Stadt jedoch nicht über genügend Wohnbaureser-
ven. Zurzeit sind lediglich Wohnbauflächen für 10 Wohneinheiten sicher am Markt ver-
fügbar. Deshalb muss die Stadt den Wohnbedürfnissen der Nachfrager entspre-
chende Baumöglichkeiten schaffen.
Die vorliegende Planung soll solche Möglichkeiten schaffen. In Erweiterung des Beste-
henden Siedlungskörpers wird im Anschluss an das ausgelastete Wohngebiet „Sonnen-
hufe Teil I“ im Gebiet „Sonnenhufe Teil II“ auf 1,5 ha Baufläche für rund 13 Eigenheime
Raum geschaffen. Damit wird der zukünftigen Wohnungsmarktentwicklung im Sinne
des örtlichen Bedarfs vorsorglich Rechnung getragen. Die Planung trägt zu einer ge-
ordneten städtebaulichen Entwicklung des Gebietes bei, indem sie eine maßvolle Er-
weiterung in Abrundung des bestehenden Siedlungskörpers vorsieht.
Planungsziel ist die Entwicklung eines attraktiven, hochwassersicheren Wohnstandortes
in ruhiger und doch zentrumsnaher Lage mit guten Anbindungen an die vorhandene
Infrastruktur. Der Standort ist aufgrund seiner Nähe zu infrastrukturellen Einrichtungen
(Verkehrsanbindung, ÖPNV-Erschließung, Versorgungseinrichtungen, Schule und Kin-
dertagesstätte) sowie zu Arbeitsplätzen (JVA, Gewerbegebiet Waldheim) für eine
wohnbauliche Entwicklung prädestiniert. Im genehmigten, nicht rechtskräftigen Teil-
Flächennutzungsplan Ziegra der ehemaligen Gemeinde Ziegra-Knobeldorf ist der Gel-
tungsbereich bereits als Wohnbaufläche dargestellt.
1.2 Planungsalternativen
Der Verzicht auf die Planung (Nullvariante) würde dazu führen, dass die Stadt Wald-
heim nicht in ausreichendem Maße Vorsorge für ihre wohnbauliche Eigenentwicklung
treffen könnte. Sie begegnet mit der Planung einem über die nächsten Jahre beste-
hendem Bedarf nach Wohnraum und Wohnform (Ein- und Zweifamilienhäuser).

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
6
Der Bedarf kann durch Baulücken und weiteres bestehendes Baurecht (Bebauungs-
pläne, städtebauliche Satzungen) nicht gedeckt werden.
Wie vom Regionalbauernverband Döbeln-Oschatz
1
angemerkt, würde die Nullvari-
ante auch bedeuten, dass die Landwirtschaftsfläche im Plangebiet erhalten bleibt.
Zur Vermeidung des Verlustes dieser, wird als Planungsalternative die Brachfläche des
Sitzmöbelwerkes Werk III in der Güterbahnhofstraße (Abriss 2011) vorgeschlagen.
Die Fläche unterliegt noch bis 2021 einer Sperrfrist und steht momentan daher nicht zur
Verfügung. Gleichzeitig gilt es zu beachten, dass der Standort „Sonnenhufe – Teil II“
lediglich einen Teil des Bedarfs abdeckt. Auch nach Ende der Sperrfrist 2021 können
die Standorte im besten Fall kumulativ zur Bedarfsdeckung beitragen. Eine Ausweich-
möglichkeit der Planung an diesen Standort besteht in diesem Sinne nicht. Gleichzeitig
unterscheiden sich die Standorte Lagebedingt voneinander. Die ruhige und hochwas-
sersichere Randlage des Standortes und die dennoch gute Anbindung an den Orts-
kern der Stadt Waldheim sowie die infrastrukturellen Voraussetzungen (Verkehrsanbin-
dung, ÖPNV-Erschließung, Schule, Kindertagesstätte und Versorgungseinrichtungen)
führten zur Auswahl dieses Standortes an der Sonnenhufe.
1.3 Bevölkerungsentwicklung
Seit dem Jahr 1990 ist die Bevölkerungszahl der Stadt Waldheim um rund 20,5% gesun-
ken
2
(Stand 2015). Inbegriffen ist dabei bereits der Bevölkerungszuwachs durch die Ein-
gemeindung von Knobelsdorf 2012 (rund 1.000 EW). Der Bevölkerungsverlust ist die
Folge eines langanhaltenden negativen Saldos von natürlicher (Geburten-Sterbefälle)
und räumlicher (Zuzüge-Fortzüge) Bevölkerungsbewegung (Ausnahme 2013) (Tabelle
1). Tendenziell geht die Entwicklung aber weg von den starken Verlusten der Jahre bis
2009, wobei sich insbesondere der Saldo aus Fortzügen und Zuzügen in Richtung Null
entwickelt.
1
Stellungnahme des Regionalbauernverbandes Döbeln-Oschatz e.V. zum Vorentwurf des vor-
liegenden Bebauungsplanes
2
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: GENESIS Online Datenbank

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
7
Tabelle 1: Entwicklung der Einwohnerzahl sowie der Salden von und aus natürlicher und räum-
licher Bevölkerungsbewegung von 2005 bis 2015
3
.
Jahr
EW
natürlicher Saldo räumlicher Saldo
Saldo gesamt
2005
8.989
-35
-57
-92
2006
8.884
-82
-24
-106
2007
8.711
-69
-106
-175
2008
8.606
-58
-47
-105
2009
8.496
-54
-55
-109
2010
8.427
-39
-31
-70
2011
8.261
-56
-23
-79
2012
9.235
-40
-41
-81
2013
9.239
-61
65
4
2014
9.143
-51
-47
-98
2015
9.082
-45
-12
-57
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: GENESIS Online Datenbank
In der Zukunft setzt sich der bereits ablaufende demographische Wandel fort. Wäh-
rend der Anteil der Unter-Zwanzigjährigen zunächst stabil bleibt und anschließend bis
2030 leicht abnimmt findet eine Verschiebung zwischen der mittleren Altersgruppe der
20- bis 65-jährigen hin zur älteren Gruppe ab 65 Jahren statt. Immer mehr Menschen
verlassen das arbeitsfähige Alter. Die Gruppe der älteren Bevölkerung wächst.
Tabelle 2: Die Entwicklung des Anteils der jüngeren, mittleren und älteren Altersgruppe bis zum
Jahr 2030
3
.
Jahr
EW
Anteil der Altersgruppe (Jahre) [%]
unter 20
20 bis 65
über 65
2020
9.119
15,5
55,1
29,4
2025
8.710
15,5
52,3
32,2
2030
8.293
15,3
49,3
35,4
Quelle: nach Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: 6. Regionalisierte Bevölkerungsvorausbe-
rechnung für den Freistaat Sachsen 2015 bis 2030.
3
Auffällig ist die trotz des Rückgangs der Bevölkerungszahl höhere Einwohnerzahl im Jahr 2020
(Tabelle 2) als im Jahr 2015 (Tabelle 1). Zur Erklärung: Die verwendete Variante 1der Bevölke-
rungsvorausberechnung überschätzt die Bevölkerungszahl. Zum Vergleich: Die prognostizierte
Einwohnerzahl für 2015 liegt bei 9.203. Die Gemeindestatistik weist zum 31.12.2015 9.082 Einwoh-
ner aus. Trotzdem passen beide Zahlenreihen in Größenordnung und Trend zueinander.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
8
1.4 Wohnbaubedarf
Parallel zur oben beschriebenen demographischen Entwicklung gibt es einen wach-
senden Bedarf nach Wohnraum. Die Wohnflächenprognose des BBSR
4
sieht einen
steigenden Bedarf nach individueller Wohnfläche. Die Pro-Kopf-Wohnfläche soll sich
allgemein in Ostdeutschland demnach bis 2030 um rund 10% für Eigentümerhaus-
halte bzw. rund 9% für Mieterhaushalte erhöhen (Tabelle 3). Dabei steigt die Eigentü-
merquote auf 42,7% an, was einen Anstieg um 21% gegenüber 2015 bedeutet. Für
den Landkreis Mittelsachsen wird im Zeitraum von 2015 bis 2030 ein Rückgang der Be-
völkerung um 8,4% prognostiziert. Gleichzeitig sinkt die Wohnflächennachfrage unter-
proportional dazu um nur 6%, was eben genannten Nachfrageparametern ent-
spricht. Dies hat auch einen Neubaubedarf zur Folge. Für Waldheim als Stadt in Mit-
telsachsen wird die Neubaurate des Landkreises angenommen. Entsprechend der
Bevölkerungsentwicklung der Stadt ergibt sich ein für Waldheim spezifischer Neubau-
bedarf an Wohneinheiten (WE). Bis zum Jahr 2030 liegt dieser bei 157 WE. In der Ver-
gangenheit war es bereits so, dass fast ausschließlich Wohngebäude mit ein oder
zwei Wohnungen errichtet wurden
5
.Von den 29 Baufertigstellungen neuer Wohnge-
bäude in den Jahren 2006 bis 2011 waren 28 Baufertigstellungen neuer Wohnge-
bäude mit ein oder zwei WE. In der Periode von 2011 bis 2015 waren es alle. Es wird
davon ausgegangen, dass sich die Situation in den nächsten Jahren ähnlich verhal-
ten wird. Ausgehend von einem Flächenbedarf von 15 WE/ha für Ein-und Zweifamili-
enhäuser folgt Flächenbedarf von 10,4 ha bis 2030. Dabei sinkt der Bedarf sukzessive
bis zum Ende der Periode (in der aktuellen Periode von 2015 bis 2020 insgesamt 4,8
ha, in der Periode 2026 bis 2030 2,2 ha).
4
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und
Raumordnung (BBR): Wohnflächennachfrage in Deutschland bis 2030 - Daten, Karten, Grafi-
ken.
5
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: GENESIS Online Datenbank

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
9
Tabelle 3: Entwicklung verschiedener Nachfrageparameter des Wohnungsmarktes und des
Flächenbedarfs für die Stadt Waldheimzwischen 2015 und 2030.
Quellen: nach Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: 6. Regionalisierte Bevölkerungsvorausbe-
rechnung für den Freistaat Sachsen 2015 bis 2030. / Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
(BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR): Wohnflächennachfrage in Deutschland bis
2030 - Daten, Karten, Grafiken.
1.5 Wohnbaureserven der Stadt Waldheim
Die potentiellen Wohnbaureserven der Stadt Waldheim setzen sich aus Baulücken im
Innenbereich, städtebaulichen Satzungen und rechtskräftigen Bebauungsplänen zu-
sammen. Gleichzeitig muss deren Verfügbarkeit am Markt beachtet werden. Die Stadt
Waldheim gibt Auskunft über potentielle Wohnbaureserven mit Stand vom 27.09.2018
und kommentiert diese (Tabelle 4). Zur Vollständigkeit wurden alle Pläne, Satzungen
und Lücken gelistet. Ergänzend sind zusätzlich die Pläne und Satzungen kommentiert,
über die vom Landratsamt Mittelsachsen und vom Planungsverband Region Chemnitz
Auskunft erwünscht wurde
6
. Wohnbaurelevante Posten sind hervorgehoben. Am
Markt verfügbar sind derzeit zehn Baugrundstücke des B-Planes Nr. 14. Zusätzlich gibt
es acht sonstige Bauplätze (Baulücken) in privatem Eigentum. Nicht am Markt verfüg-
bar sind derzeit zwei Grundstücke des B-Plans „Untere Dorfstraße“ sowie eine Restflä-
che von rund 0,25 ha des B-Plans Nr. 5. Die Brache des Sitzmöbelwerkes Werk III in der
Güterbahnhofstraße wurde unter Inanspruchnahme von Förderprogrammen beseitigt
6
Stellungnahmen zum Vorentwurf des vorliegenden Bebauungsplanes.
2015
35,3
44,8
37
314.993
11.142
490
16
9.203
14
1,0
2016
35,8
45,1
37,3
315.911
11.121
470
15
9.229
14
0,9
2017
36,4
45,5
37,5
316.203
11.093
440
14
9.229
13
0,9
2018
36,9
45,9
37,8
315.813
11.059
410
13
9.209
12
0,8
2019
37,5
46,2
38
314.943
11.021
390
12
9.169
11
0,8
2020
38
46,6
38,3
313.713
10.980
380
12
9.119
11
0,7
2021
38,5
46,9
38,5
312.168
10.937
370
12
9.062
11
0,7
2022
39
47,2
38,7
310.134
10.892
350
11
8.983
10
0,7
2023
39,5
47,5
38,9
307.645
10.845
340
11
8.899
10
0,7
2024
40
47,7
39,1
304.847
10.796
310
10
8.800
9
0,6
2025
40,4
48
39,3
301.832
10.745
290
10
8.710
8
0,6
2026
40,9
48,3
39,5
298.954
10.692
260
9
8.613
7
0,5
2027
41,4
48,6
39,7
296.212
10.636
240
8
8.528
7
0,5
2028
41,8
48,9
40
293.618
10.581
230
8
8.443
7
0,4
2029
42,3
49,2
40,2
291.054
10.525
220
8
8.372
6
0,4
2030
42,7
49,4
40,4
288.610
10.469
210
7
8.293
6
0,4
+21,0
+10,3
+9,2
-8,4
-6,0
-57,1
-53,2
-9,9
-57,9
-57,9
157
Summe Flächenbedarf bei 15 WE/ha
10,4
Jahr
Neue Länder
Mittelsachsen
Waldheim
Entwicklung von 2015 bis 2030 [%]
Summe Neubaubedarf 2015-2030
Neubau-
bedarf
[WE]
Wohnflächen-
nachfrage
[1.000 m²]
Bevölke-
rungsent-
wicklung
Eigentümer-
haushalte
Mieter-
haushalte
Neubau
bedarf
[WE]
Flächen-
bedarf bei
15 WE/ha
Bevölke-
rungsent-
wicklung
Neubaurate
[WE/10k
EW]
Eigentümer- Ø Pro-Kopf-WF [m²/Person]
quoten
[%]

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
10
und steht wegen der bestehenden Sperrfrist bis 2021 für eine Bebauung derzeit nicht
zur Verfügung.
Tabelle 4: Bebauungspläne, städtebauliche Satzungen und Baulücken der Stadt Waldheim so-
wie deren Verfügbarkeit (Stand 09/2018).
Bebauungsplan Nr. 1
„Gewerbegebiet Waldheim-Richzenhain“
Maßnahme bereits realisiert. Nicht als Wohnbau-
reserve relevant.
Bebauungsplan Nr. 1-1
„Änd. Gewerbegebiet Waldheim-Richzenhain“
Maßnahme bereits realisiert. Nicht als Wohnbau-
reserve relevant.
Bebauungsplan Nr. 2
„Ortsumgehung Waldheim Westtangente“
Maßnahme bereits realisiert. Nicht als Wohnbau-
reserve relevant.
Bebauungsplan Nr. 3
„Neuordung der Zubringerstraße“
Maßnahme bereits realisiert. Nicht als Wohnbau-
reserve relevant.
Bebauungsplan Nr. 4
„Auf der Goldenen Höhe“
B-Plan wird durch deklaratorischen Beschluss be-
seitigt (Beschluss-Nr. 17/6/491, SR 27.04.2017).
Bebauungsplan Nr. 5
„Wohnbebauung Pestalozzistraße“
Rechtskräftig am 24.08.1993. Geringe Restfläche
von 0,25 ha vorhanden, allerdings vermarket der
Eigentümer diese nicht.
Bebauungsplan Nr. 6
„Eigenheimstandort Schönberg“
Verfahrensabbruch (Beschluss-Nr. 17/6/503, SR
06.07.2017).
Bebauungsplan Nr. 7
„Verbindungsstraße Kriebsteiner Straße/Garten-
str.“
Maßnahme bereits realisiert. Nicht als Wohnbau-
reserve relevant.
Bebauungsplan Nr. 8
„Bildungszentrum AOK Wohn-, Sport- und Freizeit-
park“
Rechtskräftig am 23.05.1995. Maßnahme bereits
realisiert. Nicht als Wohnbaureserve relevant (voll-
ständig bebaut).
Bebauungsplan Nr. 9
„Sport- und Freizeitpark, Golfplatz“
Verfahrensabbruch (Beschluss-Nr. 17/6/503, SR
06.17.2017).
Bebauungsplan Nr. 10
„Eigenheimstandort Bergstraße“
Rechtskräftig am 12.04.1995. Maßnahme bereits
realisiert (vollständig bebaut).
Bebauungsplan Nr. 11
„Wohnbebauung Kurze Straße“
Rechtskräftig am 05.09.1994. Maßnahme bereits
realisiert (vollständig bebaut).
Bebauungsplan Nr. 12
„Gewerbegebiet am Eichberg“
Gewerbegebiet. Nicht als Wohnbaureserve rele-
vant.
Bebauungsplan Nr. 13
„Am alten Sägewerk“
Rechtskräftig am 19.03.2016. Maßnahme bereits
realisiert (vollständig bebaut).
Bebauungsplan Nr. 14
„Auf der Goldenen Höhe – Schöneberg“
Rechtskräftig am 19.05.2018. Aktuell ca. 10 Bau-
grundstücke frei.
Bebauungsplan Nr. 15
„Sonnenhufe Teil II – OT Meinsberg“
Im Verfahren: Es handelt sich um den vorliegen-
den Bebauungsplan.
Klarstellungs- und Ergänzungssatzung für die Orts-
lage der Stadt Waldheim „Baugebiet Schulstraße“
im Bereich der Schulstraße
Rechtskräftig am 15.10.2014. Alle Baugrundstücke
sind verkauft.
Bebauungsplan (Reinsdorf)
„Untere Dorfstraße“
Rechtskräftig am 06.12.1993. Zwei Grundstücke
sind unbebaut, jedoch nicht am Markt verfügbar.
Bebauungsplan Nr. 1 (Ziegra-Knobelsdorf)
„Sonnenhufe Meinsberg – Teil I“
Maßnahme bereits realisiert (vollständig bebaut).

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
11
Sonstige Bauplätze (Baulücken u.a. Vogtstraße,
Mittweidaer Straße und Am Breitenberg)
Rund 8 Bauplätze als Streuobjekte in privatem Ei-
gentum.
VEP Wohngebiet „Eigenheimstandort Heyda, Flstk.
1/1 Gemarkung Heyda“, OT Heyda
VEP nicht rechtskräftig.
Bebauungsplan Nr. 2 (OT Gebersbach)
„Wohngebiet Gebersbach“
B-Plan nicht rechtskräftig.
VEP Wohngebiet „Wohnpark Mittelberg, Flstk. 840,
Gemarkung Waldheim“, Waldheim
Die Brache des Sitzmöbelwerkes Werk III in der Gü-
terbahnhofstraße wurde unter Inanspruchnahme
von Förderprogrammen beseitigt und steht we-
gen der bestehenden Sperrfrist bis 2021 für eine
Bebauung derzeit nicht zur Verfügung.
Bebauungsplan „Wohngebiet Neumilkau“, OT
Neumilkau
B-Plan nicht rechtskräftig.
Quelle: Stadt Waldheim 09/2018.
1.6 Synthese aus Bevölkerungsentwicklung, Wohnbaubedarf und -reserven
Dem demographischen Wandel steht ein steigender Bedarf nach individueller Wohn-
fläche und Bedarf nach Wohnformen in Ein- und Zweifamilienhäusern gegenüber.
Dem Bedarf von 157 Wohneinheiten, größtenteils in diesen Wohnformen, auf rund 10,4
ha steht kein entsprechendes Angebot an Wohnbaureserven, insbesondere auch
nicht im Innenbereich, gegenüber. Es existiert ein Bedarf nach weiteren Wohnbauflä-
chen, dem begegnet werden sollte um weiterer Abwanderung der Bevölkerung ent-
gegenzuwirken.
2. Übergeordnete Planungen
2.1 Raumordnung und Landesplanung
Für Bauleitplanverfahren besteht eine Anpassungspflicht an die Ziele der Raumord-
nung und Landesplanung. Letztere sind auf Grundlage des Sächsischen Landespla-
nungsgesetzes SächsLPlG im Landesentwicklungsplan Sachsen vom 14.08.2013 (LEP
2013) enthalten.
Die Stadt Waldheim liegt im Landesentwicklungsplan Sachsen 2013 im verdichteten
Bereich des ländlichen Raumes unmittelbar neben dem Mittelzentrum Döbeln an den
überregionalen Verbindungsachsen Leipzig – Grimma – Döbeln – Dresden- Prag sowie
Chemnitz – Mittweida – Döbeln – Riesa – Berlin.
Die Grundsätze (
G
) nach §3 Abs.1 Nr.3 ROG sind zu berücksichtigen, die Ziele (
Z
) nach
§3 Abs.1 Nr.2 ROG bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen zu beachten,
d.h. es besteht eine Anpassungspflicht für die Gemeinden nach §1 Abs.4 BauGB.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
12
G 2.2.1.1 "
Die Neuinanspruchnahme von Freiflächen für Siedlungs- und Verkehrs-zwe-
cke soll in allen Teilräumen Sachsens vermindert werden. Bei der Neuinanspruch-
nahme von Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke soll bei Kompensationsmaß-
nahmen vorrangig auf eine Entsiegelung hingewirkt werden."
Die erschlossenen Baugebiete sind in hohem Maße ausgelastet, die Brachfläche
Mittelberg unterliegt einer Sperrfrist und weitere Bauflächen der Innenentwicklung
stehen derzeit nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Um den herrschenden
Wohnungsbedarf gerecht zu werden, ist die Aufstellung eines Bebauungsplanes er-
forderlich.
Zur Kompensation erfolgt eine Entsiegelungsmaßnahme.
Durch die Planung wird
Ziel 2.2.1.3
("Die Festsetzung neuer Wohnbaugebiete soll in zu-
mutbarer Entfernung zu den Versorgungs- und Siedlungskernen erfolgen.") berücksich-
tigt.
Das Plangebiet "Sonnenhufe Teil II" im OT Meinsberg stellt einen attraktiven Wohn-
standort im zentrumsnahen Bereich (ca. 1,5 km Entfernung) mit guten Anbindungen
an die vorhandene Infrastruktur dar. Die nah gelegene Bushaltestelle "Meinsberg"
(ca. 200 m Entfernung) ermöglicht eine Verbindung ins Stadtzentrum.
Durch die Planung wird
Ziel 2.2.1.4
("Die Festsetzung neuer Wohnbaugebiete außer-
halb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist nur in Ausnahmefällen zulässig,
wenn innerhalb dieser Ortsteile nicht ausreichend Flächen in geeigneter Form zur Ver-
fügung stehen. Solche neuen Baugebiete sollen in städtebaulicher Anbindung an vor-
handene im Zusammenhang bebaute Ortsteile festgesetzt werden.") berücksichtigt.
Auf Grund der hohen Auslastung der bereits erschlossenen Baugebiete, einer nur
langfristig erschließbaren Brachfläche und der aufgrund des privaten Bedarfs nicht
zur Verfügung stehenden Bauflächen der Innenentwicklung besteht in der Stadt
Waldheim ein Wohnungsbaubedarf. Deshalb ist die Aufstellung von Bebauungsplä-
nen zur moderaten Erweiterung des Siedlungskörpers erforderlich.
Die städtebauliche Anbindung an vorhandene im Zusammenhang bebaute Ort-
steile ist gegeben.
Durch die Planung wird
Ziel 2.2.1.9
("Eine Zersiedelung der Landschaft ist zu vermei-
den.") berücksichtigt.
Mit der geplanten Bebauung soll eine städtebauliche Entwicklung und Abrundung

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13
der Bebauung an der Straße Sonnenhufe erfolgen. Durch das nordöstlich angren-
zende Wohngebiet "Sonnenhufe Teil I" und die nordwestlich angrenzende Wohn-
bebauung der Waldheimer Straße findet eine geeignete Verknüpfung und Weiter-
entwicklung statt, so dass kein ungeregeltes Wachstum der Siedlung eintritt.
2.2 Regionalplan
Für die Stadt Waldheim ist der Regionalplan Westsachsen (in Kraft getreten am
25.07.2008) maßgebend.
In
Karte 1 – Raumstruktur
liegt Waldheim im verdichteten Bereich des ländlichen
Raums und an der regionalen Verbindungs- und Entwicklungsachse (im Zuge überre-
gionaler Verbindungsachsen) Chemnitz – Waldheim – Döbeln. Gemeinsam mit den
Städten Hartha und Leisnig gehört Waldheim zu einem grundzentralen Verbund.
In
Karte 3 – Mittelzentrale Verflechtungsbereiche
gehört die Stadt Waldheim zum mit-
telzentralen Verflechtungsbereich Döbeln.
In
Karte 9 – Schutzgebiete Natur und Landschaft
grenzt das Plangebiet an das Land-
schaftsschutzgebiet Freiberger Mulde – Zschopau an. Südlich des Ortsteils Meinberg
liegen ein FFH-Gebiet und ein SPA (europäisches Vogelschutzgebiet).

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14
Abbildung 1: Ausschnitt aus Karte 14 – Raumnutzung (Regionalplan Westsachsen 2008).
In
Karte 14 – Raumnutzung
ist das Plangebiet Bestandteil der Siedlungsfläche. Im Sü-
den grenzen an den räumlichen Geltungsbereich eine Grünzäsur und ein Vorrang-
gebiet der Natur und Landschaft an. Östlich des Plangebietes befindet sich ein Vor-
ranggebiet Wasserressourcen und ein Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft.
In Karte A-1 – Landschaftstypen gehört Waldheim der Lösshügellandschaft an.
2.3 Flächennutzungsplan
Der genehmigte Teil-Flächennutzungsplan Ziegra der ehemaligen Gemeinde Ziegra-
Knobelsdorf stellt das Plangebiet bereits als Wohnbaufläche (W) dar. Der Flächennut-
zungsplan ist nicht rechtskräftig. Entsprechend bedarf der Bebauungsplan der Geneh-
migung der höheren Verwaltungsbehörde (§10 Abs.2 BauGB).
Plangebiet

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15
Abbildung 2: Auszug aus dem FNP der ehemaligen Gemeinde Ziegra-Knobelsdorf.
Quelle: Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen 2013 (RAPIS 08/2015).
Geltungsbereich
Bebauungsplan

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16
2.4 Fachplanungen
Der Landschaftsplan (LP) der Gemeinde Ziegra-Knobelsdorf liegt mit Stand Juni 1999
vor. Darin befindet sich das Plangebiet im lößlehmbedecktem Hügelland. Schutzge-
biete und Objekte werden von der Planung nicht berührt. Jedoch sieht der LP südlich
des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes als Maßnahme zur Landschaftspflege
eine Anpflanzung eines Gehölzstreifens oder einer Hecke mit Saumhabitat vor. Mit der
festgesetzten Randeingrünung im Plangebiet wird dieser Maßnahme entsprochen.
Der Bebauungsplan steht der geplanten Ausdehnung der Gehölzpflanzung des Land-
schaftsplanes nicht entgegen.
Abbildung 3: Ausschnitt aus der Karte „Maßnahmen“ des LP Ziegra-Knobelsdorf.
Geltungsbereich
Bebauungsplan

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17
3. Grundlagen
3.1 Räumlicher Geltungsbereich des Bebauungsplanes
Der räumliche Geltungsbereich des Bebauungsplans "Sonnenhufe Teil II" befindet sich
im Ortsteil Meinsberg der Stadt Waldheim. Das Plangebiet erstreckt sich südwestlich
der Straße Sonnenhufe. Mit der geplanten Bebauung wird an das vorhandene Wohn-
gebiet Sonnenhufe Teil I und an die nutzungsgemischte Bebauung der Waldheimer
Straße angeschlossen. Aktuell wird der Standort überwiegend durch die Landwirt-
schaft als Ackerfläche genutzt.
Abbildung 4: Topographische Karte OT Meinsberg.
Quelle: Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen 2013 (RAPIS 08/2015)
Der Geltungsbereich des Bebauungsplans umfasst das Flurstück 187/1 der Gemarkung
Meinsberg. Das Flurstück befindet sich im Eigentum der Stadt Waldheim.
Die Größe des Plangebietes beträgt ca. 1,5 ha. Die Höhenlage liegt bei ca. 259 m –
252 m ü. NHN, dabei fällt das Plangebiet von Nordost nach Südwest leicht ab.
Der Geltungsbereich wird folgendermaßen begrenzt:
im Norden: Wohngebiet Sonnenhufe Teil I, Wohnbebauung
Geltungsbereich
Bebauungsplan

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18
im Osten:
Fläche für die Landwirtschaft
im Süden:
Fläche für die Landwirtschaft
im Westen: Wohnbebauung
Im nördlichen Bereich des Plangebietes nutzen die Eigentümer angrenzender Wohn-
grundstücke geringfügige Teile des Geltungsbereiches als Garten- und Freifläche
(siehe Anlage 1, Bestandserfassung). Als Abgrenzung zur angrenzenden landwirt-
schaftlichen Nutzfläche (Intensivgrünland, Ackerfläche) wurden von den Grundstück-
seigentümern Hecken angepflanzt.
3.2 Örtliche Situation, Bestand
Die sächsische Stadt Waldheim liegt im Landkreis Mittelsachsen und grenzt an die
Städte Döbeln, Roßwein, Geringswalde, Hartha und die Gemeinden Kriebstein und
Erlau. Beiderseits des Flusslaufes der Zschopau erstrecken sich die Ortsteile Reinsdorf,
Massanei, Rudelsdorf, Knobelsdorf, Gebersbach, Meinsberg, Heiligenborn, Heyda,
Neuhausen und Schönberg.
Das Plangebiet liegt nördlich der Stadt Waldheim im Ortsteil Meinsberg und ist ca. 1,5
km vom Stadtzentrum (Niedermarkt Waldheim) entfernt. Die Waldheimer Straße
(K 7532) verbindet Meinsberg mit Waldheim und der Bundesstraße B 169, welche über
die Anschlussstelle Hainichen auf die BAB 4 und die Anschlussstelle Döbeln-Nord auf
die BAB 14 führt. Die nah gelegene Bushaltestelle "Meinsberg" (ca. 200 m Entfernung)
ermöglicht eine Verbindung in Richtung Waldheim, Niedermarkt und Richtung Döbeln,
Busbahnhof. Anschluss an die Mittelzentren Döbeln und Mittweida sowie an das Ober-
zentrum Chemnitz besteht zudem in Waldheim durch die Bahntrasse Chemnitz – Elster-
werda.
Im Nordwesten wird der Geltungsbereich durch die straßenbegleitende, nutzungsge-
mischte Bebauung entlang der Waldheimer Straße begrenzt. Der Bereich nordöstlich
des Plangebietes wird durch ein in den 1990er Jahren entstandenes Wohngebiet, Son-
nenhufe Teil I, mit Einfamilienhäusern geprägt. Südöstlich bis südwestlich schließt sich
landwirtschaftliche Nutzfläche an den Standort an. Demzufolge sind keine Nutzungs-
konflikte mit den angrenzenden Nutzungen zu erwarten.

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Abbildung 5: Fotodokumentation des Standortes (eigene Aufnahmen).
Bebauung Waldheimer Straße
angrenzende Bebauung Sonnenhufe
und Wendeanlage
zukünftige Zufahrt Waldheimer Straße
Gehölzstreifen
Blick auf das Plangebiet Richtung Süden Plangebiet mit angrenzender Bebauung
Sonnenhufe Teil I
Das Plangebiet stellt mit seiner ruhigen, hochwassersicheren und doch zentrumsnahen
Lage sowie der Nachbarschaft zu den bereits bestehenden Einfamilienhäusern einen
attraktiven Wohnstandort dar. Die Anbindung an das Hauptstraßennetz sowie an den
ÖPNV ist in unmittelbarer Nähe gegeben. Des Weiteren sind Schulen, Kindertagesstät-

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20
ten, Versorgungseinrichtungen, Sportstätten und Spielplätze nur wenige Minuten ent-
fernt. Nähe zu Arbeitsplätzen bestehen durch das Gewerbegebiet Waldheim und die
JVA. Infolge dieser Standortfaktoren kann sich das Gebiet zu einem attraktiven nach-
gefragten Wohnstandort entwickeln.
3.3 Baugrund, Altbergbau, Altlasten
Gemäß der Bodenübersichtskarte 1:400.000 des Sächsischen Landesamtes für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie (LfULG), besteht die geologische Zusammensetzung des
Leitbodentyps der Fläche aus Löß-Staugley. Das Substrat des Leitbodentyps besteht
aus Löß und kommt über Geschiebelehm, Schmelzwassersand, Flussschotter oder Fest-
gestein vor. Dementsprechend weist das Löß im Oberboden vorwiegend lehmigen
Schluff bis schluffigen Lehm auf. Im Unterboden kann kiesig-steiniger, sandiger Lehm
bis Lehm, kiesiger Sand und verwittertes Gestein vorkommen. Als weitere Begleitböden
in der Fläche können Löß-Parabraunerde und Löß-Parabraunerde-Staugley auftreten.
Der grobporenarme Untergrund verstärkt den Wasserstau und führt zu einem ausge-
prägten Wechsel von Staunässe und Austrocknung. Die nutzbare Wasserkapazität im
Boden fällt mittel aus. Der pH-Wert des Bodens ist schwach sauer bis sauer bei mittle-
rem Nährstoffpotential.
Aufgrund der geologischen Verhältnisse können im Plangebiet geogen bedingt er-
höhte Radonkonzentrationen in der Bodenluft nicht grundsätzlich ausgeschlossen wer-
den. Zum vorsorgenden Schutz sollte die radiologische Situation im Grundstück vor
Baubeginn durch ein kompetentes Ingenieurbüro abgeklärt werden.
Voraussichtlich bis Ende 2020 werden spezielle Radonvorsorgegebiete ausgewiesen,
für die erwartet wird, dass die über das Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzent-
ration in der Luft in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen
oder Arbeitsplätzen den Referenzwert von 300 Bq/m³ überschreitet. In diesen ausge-
wiesenen Radonvorsorgegebieten werden dann weitergehende Regelungen in Be-
zug auf den Neubau von Gebäuden, der Ermittlung der Radonsituation an Arbeits-
plätzen in Kellern oder Erdgeschossräumen und zum Schutz vor Radon an Arbeitsplät-
zen zu beachten sein (§§ 153 – 154 StrlSchV).
Für die Neubebauung werden Baugrunduntersuchungen nach DIN 4020 und DIN
EN 1997-2 durch ein Baugrundingenieurbüro empfohlen. Diese sollen für die nachge-
ordnete Planung Aussagen zu den maßgebenden Baugrundschichten, zur Beurteilung

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21
der Tragfähigkeit des Untergrundes mit Gründungsempfehlungen, zu den hydrogeo-
logischen Verhältnissen und der Notwendigkeit der Gebäudeabdichtungen im Unter-
grund liefern.
Sofern im Rahmen von Baugrunduntersuchungen Bohrungen getätigt werden, ist die
geltende Bohranzeige- und Bohrergebnismitteilungspflicht gemäß Lagerstättengesetz
zu beachten.
Gebiete mit unterirdischen Hohlräumen (§8 Sächs.HOhlrVO), stillgelegte Grubenbaue
bzw. unterirdische Hohlräume nichtbergbaulichen Ursprungs liegen innerhalb des
Plangebietes nicht vor. Sollten bei Arbeiten im Plangebiet alte Grubenbaue bzw. in
nichtoffener Bauweise errichtete unterirdische Hohlräume nichtbergbaulichen Ur-
sprungs (Bergkeller, Luftschutzanlagen u.ä.) angetroffen werden bzw. Ereignisse ein-
treten, welche möglicherweise damit in Zusammenhang stehen (z.B. Tagebrüche, Sen-
kungen), so ist dies dem Sächsischen Oberbergamt gemäß §5 SächsHohlrVO zu mel-
den.
Die bauausführenden Firmen sind durch den Bauherren auf die Meldepflicht von Bo-
denfunden gemäß § 20 SächsDSchG hinzuweisen.
Sollten archäologische Funde auftreten, ist eine sachgerechte Bergung durch Aus-
grabung erforderlich. Die Bauherrenschaft kann entsprechend §14 Abs. 3
SächsDSchG an den Kosten der archäologischen Untersuchung beteiligt werden.
Laut des Referates Integrierte Ländliche Entwicklung und Geoinformation des Land-
ratsamtes Mittelsachsen können sich im Bereich des Plangebietes Vermessungs- und
Grenzmarken befinden, die entsprechend §6 Abs. 1 und 2 des Sächsischen Vermes-
sungs- und Katastergesetzes (SächsVermKatG) besonders zu schützen sind bzw. erhal-
ten werden müssen. Sollte eine Beeinträchtigung durch die Baumaßnahmen unum-
gänglich sein, ist das Erfordernis der Sicherung der Grenzmarken rechtzeitig vor Beginn
der Arbeiten von der zuständigen Vermessungsbehörde (Landratsamt Mittelsachsen,
Abt. 22- Kreisentwicklung und Bauen, Referat 22.3 - Integrierte Ländliche Entwicklung
u. Geoinformation) zu prüfen. Die Sicherung hat durch einen Öffentlich bestellten Ver-
messungsingenieur zu erfolgen.
Die Punkte der geodätischen Grundlagenetze (Lage, Höhe, Schwere) sind ebenfalls
nicht zu entfernen oder zu verändern. Entsprechende Stellungnahmen und Auskünfte
sind über den Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN)
erhältlich.

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22
In allen der vorliegenden Bauleitplanung nachgeordneten Verfahren ist das Merkblatt
„Allgemeine Hinweise zum Bodenschutz“ (Landratsamt Mittelsachsen, Stand 04/2019)
zu beachten. Das Merkblatt findet sich in Anlage 8“.
3.4 Plangrundlage
Plangrundlage sind ALKIS Daten der Stadt Waldheim (Stand Mai 2019) mit Gebäude-
nachtrag durch die Büro für Städtebau GmbH Chemnitz im Februar 2016 (Quelle:
Staatsbetrieb und Geobasisinformation und Vermessung Sachsen).
4. Rechtsgrundlagen
Bundesrecht
Baugesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. November 2017
(BGBl. I S. 3634)
Baunutzungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. Novem-
ber 2017 (BGBl. I S. 3786)
Planzeichenverordnung (PlanVZ) vom 18. Dezember 1990 (BGBl. 1991 I S. 58),
die zuletzt durch Artikel 3 des Gesetzes vom 4. Mai 2017 (BGBl. I S. 1057) geän-
dert worden ist
Raumordnungsgesetz (ROG) vom 22. Dezember 2008 (BGBl. I S. 2986), das zu-
letzt durch Artikel 2 Absatz 15 des Gesetzes vom 20. Juli 2017 (BGBl. I S. 2808)
geändert worden ist
Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), das zu-
letzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 15. September 2017 (BGBl. I S. 3434) ge-
ändert worden ist
Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) in der Fassung der Bekanntmachung
vom 17. Mai 2013 (BGBl. I S. 1274), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom
8. April 2019 (BGBl. I S. 432) geändert worden ist
Wasserhaushaltsgesetz (WHG) vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585), das zuletzt
durch Artikel 2 des Gesetzes vom 4. Dezember 2018 (BGBl. I S. 2254) geändert
worden ist
Landesrecht
Sächsische Bauordnung (SächsBO) in der Fassung der Bekanntmachung vom
11. Mai 2016 (SächsGVBl. S. 186), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom
11. Dezember 2018 (SächsGVBl. S. 706) geändert worden ist

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23
Sächsische Gemeindeordnung (SächsGemO) in der Fassung der Bekanntma-
chung vom 9. März 2018 (SächsGVBl. S. 62)
Sächsisches Denkmalschutzgesetz (SächsDSchG) vom 3. März 1993 (SächsGVBl.
S. 229), das zuletzt durch Artikel 12 des Gesetzes vom 15. Dezember 2016 (Sächs-
GVBl. S. 630) geändert worden ist
Sächsisches Naturschutzgesetz (SächsNatSchG) vom 6. Juni 2013 (SächsGVBl.
S. 451), das zuletzt durch Artikel 8 des Gesetzes vom 14. Dezember 2018 (Sächs-
GVBl. S. 782) geändert worden ist
Sächsisches Wassergesetz (SächsWG) vom 12. Juli 2013 (SächsGVBl. S. 503), das
zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 8. Juli 2016 (SächsGVBl. S. 287) geän-
dert worden ist
Waldgesetz für den Freistaat Sachsen (SächsWaldG) vom 10. April 1992 (Sächs-
GVBl. S. 137), das zuletzt durch Artikel 5 des Gesetzes vom 29. April 2015 (Sächs-
GVBl. S. 349) geändert worden ist
Sächsisches Landesplanungsgesetz (SächsLPlG) vom 11. Dezember 2018
(SächsGVBl. S. 706)
Sächsisches Nachbarrechtsgesetz vom 11. November 1997 (SächsGVBl. S. 582),
das durch Artikel 3 des Gesetzes vom 8. Dezember 2008 (SächsGVBl. S. 940)
geändert worden ist
Auf die Beachtlichkeit weiterer Gesetzlichkeiten wird hingewiesen.

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24
5. Städtebauliche Planung
5.1 Art der baulichen Nutzung
Das Plangebiet wird als Allgemeines Wohngebiet (WA) nach §4 BauNVO festgesetzt.
Nach §4 Abs. 2 BauNVO sind zulässig:
1. Wohngebäude,
2. die der Versorgung des Gebietes dienenden Läden, Schank- und Speisewirt-
schaften sowie nicht störende Handwerksbetriebe.
Um die Funktion des Siedlungs- und Versorgungskernes in den Gemeindeteilen des
Grundzentralen Verbundes zu sichern, werden die gemäß § 4 Abs. 2 Nr. 3 BauNVO
allgemein zulässige Nutzungen (Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitli-
che und sportliche Zwecke) ausgeschlossen.
Die Stadt Waldheim ist sowohl im Regionalplan Westsachsen als auch im Regionalpla-
nentwurf Region Chemnitz gemeinsam mit den Städten Leisnig und Hartha als Grund-
zentraler Verbund ausgewiesen. Nach Ziel 2.3.2 des Regionalplanes Westsachsen sol-
len „zentralörtliche Funktionen und dafür erforderliche Einrichtungen (…) in den Ver-
sorgungs- und Siedlungskernen der zentralen Orte gebündelt werden“. Die Versor-
gungs- und Siedlungskerne der Zentralen Orte sind dabei in der Siedlungsstrukturkarte
des Regionalplanes dargestellt. Der Regionalplanentwurf Region Chemnitz legt sie mit
Ziel 1.3.2.1 explizit fest. Als Versorgungs- und Siedlungskerne des grundzentralen Ver-
bundes Harha-Leisnig-Waldheim werden die jeweiligen Gemeindeteile Hartha, Leisnig
und Waldheim genannt. Das Plangebiet befindet sich folglich außerhalb eines Versor-
gungs- und Siedlungskernes. Der Landesentwicklungsplan 2013 nennt als grundzent-
rale Ausstattungsmerkmale unter anderem Versorgungseinrichtungen des täglichen
Bedarfs, ärztliche Versorgungsangebote, Apotheken, Betreuungsangebote für ältere
Menschen, Sport- und Freizeitanlagen, Finanzdienstleistungen und Postfilialen. Derar-
tige Ausstattungen sollen im Versorgungs- und Entwicklungskern (Gemeindeteil Wald-
heim) entwickelt und erhalten werden und werden deshalb im Plangebiet ausge-
schlossen.
Ausnahmsweise zulässige Nutzungen nach §4 Abs. 3 BauNVO (Betriebe des Beher-
bungsgewerbes, sonstige nicht störende Gewerbebetriebe, Anlagen für Verwaltun-
gen, Gartenbaubetriebe und Tankstellen) werden ebenfalls ausgeschlossen. Diese
Nutzungen ziehen zumeist starken Fahrverkehr sowohl durch ihre eigentliche Nutzung
als auch durch Besucher nach sich, der in den Wohngebieten zu Lärmbelastungen
führen kann und für den der vorhandene Straßenraum nicht ausgelegt ist.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
25
Entsprechend §13 BauNVO sind für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und sol-
cher Gewerbetreibender, die ihren Beruf in ähnlicher Art ausüben, in den Bau-gebie-
ten nach §§ 2 bis 4 BauNVO Räume zulässig.
Mit der Zulässigkeit von Wohngebäuden neben der Versorgung des Gebietes dienen-
den Läden, Schank- und Speisewirtschaften sowie nicht störenden Handwerksbetrie-
ben bleibt die allgemeine Zweckbestimmung des Allgemeinen Wohngebietes ge-
wahrt und die Art der baulichen Nutzung hinreichend von anderen baulichen Nutzun-
gen abgegrenzt.
5.2 Maß der baulichen Nutzung
Entsprechend §17 BauNVO zu den Obergrenzen für die Bestimmung des Maßes der
baulichen Nutzung wird in Anlehnung an die Umgebungsbebauung in den allgemei-
nen Wohngebieten die höchstzulässige Grundflächenzahl (GRZ) von 0,4 festgesetzt.
In den Baugebieten erfolgt gemäß §17 BauNVO eine Reduzierung der Geschossflä-
chenzahl (GFZ) auf 0,6, weil hier aufgrund der festgesetzten Geschossanzahl von max.
2 Vollgeschossen keine höhere Verdichtung möglich ist.
Die maximal zulässige Zahl der Vollgeschosse beträgt, der Umgebung entsprechend,
maximal zwei. Für das Baugebiet sind eine max. Traufhöhe von 6,30 m und eine max.
Firsthöhe von 10 m festgesetzt.
Gemäß §90 Abs. 2 SächsBO gelten Geschosse, deren Deckenoberfläche im Mittel
mehr als 1,40 m über die festgelegte Geländeoberfläche hinausragen und die über
mindestens zwei Drittel ihrer Grundfläche eine lichte Höhe von mindestens 2,30 m ha-
ben, als Vollgeschoss. In den bauordnungsrechtlichen Festsetzungen des Bebauungs-
plans ist geregelt, dass eine maximale Dachneigung von 45° zulässig ist. Die bestehen-
den Einfamilienhäuser der angrenzenden Straße „Sonnenhufe“ haben Kantenlängen
von rund zehn mal zehn Metern. Es wird davon ausgegangen, dass auch die Ge-
bäude, die bei der Durchführung des Bebauungsplanes entstehen ähnliche Dimensi-
onen haben werden. Ausgehend von zehn Meter langen Gebäudekanten kann bei
einem maximalen Dachneigungswinkel von 45° eine maximale Dachhöhe von fünf
Metern erreicht werden. Ein Gebäude mit zwei Vollgeschossen, von denen das untere
auf Höhe des festgesetzten unteren Bezugspunktes beginnt und die lediglich die Min-
destanforderungen an Vollgeschosse nach SächsBO erfüllen, also 2,30 m lichte Höhe

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
26
haben, kann mit einem Zehn-Mal-Zehn-Meter-Grundriss eine maximale Firsthöhe von
9,60 m erreichen. Damit können selbst bei maximaler Dachneigung die Mindestanfor-
derungen an Vollgeschosse um 20 cm überschritten werden. Übersteigt die Höhe aller
Vollgeschosse insgesamt fünf Meter, muss der Dachneigungswinkel entsprechend ab-
geflacht werden, wobei das festgesetzte Maximum der Traufhöhe zu beachten ist.
Als unterer Bezugspunkt für die Höhenfestsetzung im Abschnitt WA1 wird die mittlere
Höhe der Fahrbahnoberkante der Planstraße A festgesetzt. Als unterer Bezugspunkt für
die Höhenfestsetzung in den Abschnitten WA2 und WA3 wird die mittlere Höhe der
Fahrbahnoberkante der Planstraße B festgesetzt (§18 Abs. 1 BauNVO). Die Reglemen-
tierung der höchstzulässigen Zahl der Vollgeschosse, der Trauf- und Firsthöhe erfolgt
aus städtebaulichen Gründen, um einen möglichst harmonischen Übergang zwischen
der angrenzenden Bebauung an der Waldheimer Straße mit zwei bis drei Vollgeschos-
sen und der freien Landschaft sicherzustellen.
Die festgesetzten höchstzulässigen Gesamthöhen baulicher Anlagen dürfen von un-
tergeordneten Bauteilen der Gebäude, z.B. Dachlüftungsanlagen oder Fotovoltaikan-
lagen, ausnahmsweise geringfügig überschritten werden.
Nach §18 Abs.2 BauNVO können geringfügige Abweichungen zugelassen werden,
wenn die Höhe baulicher Anlagen zwingend festgesetzt ist. Die Vorschrift betrifft den
Einzelfall und wendet sich an die Baugenehmigungsbehörde. Diese hat im Rahmen
ihres pflichtgemäßen Ermessens über die Zulassung einer Abweichung zu entscheiden.
Mit der Zulässigkeit geringfügiger Abweichungen wird den Bauherren ein Spielraum zur
Verwirklichung ihrer individuellen Planungs- und Gestaltungsvorstellungen eröffnet.
5.3 Überbaubare Grundstücksfläche, Bauweise
Die Baugrenzen wurden so festgesetzt, dass die Häuser mind. 3,0 m zurückgesetzt vom
Straßenraum eingeordnet werden müssen aber dennoch eine ausreichende Flexibili-
tät gegenüber den späteren Bauherren gewährleistet wird.
In den Baufeldern sind zwischen Baugrenze und Straßenbegrenzungslinie keine Gara-
gen und Carports zulässig. Damit wird gewährleistet, dass eine Begrünung der Vorgär-
ten erfolgen kann. Garagen und Carports sind mind. 5 m von der öffentlichen Ver-
kehrsfläche entfernt im Grundstück einzuordnen, damit noch eine zweite Abstellmög-
lichkeit für PKW gegeben ist.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
27
Im gesamten Plangebiet wird eine offene Bauweise festgesetzt. Damit soll eine lockere
Bebauung entstehen. Im Baugebiet sind Einzelhäuser konzipiert, aber auch Doppel-
häuser sollen nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden.
5.4 Artenschutz
In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde wurde ein Artenschutzrechtlicher
Fachbeitrag (Anlage 2) erstellt, dessen Ergebnisse und Folgen im beiliegenden Um-
weltbericht dargestellt sind. Zur Vermeidung von Tatbeständen nach § 44 BNatSchG
sowie zur Minderung von Eingriffsfolgen sind Festsetzungen getroffen wurden, die den
Zeitpunkt sowie die Kontinuität von Baumaßnahmen im Sinne des Artenschutzes re-
geln. Zudem wurde die Einrichtung von drei Lerchenfenstern festgesetzt.
5.5 Anpflanzung und Erhaltung von Bäumen und Sträuchern
Die nicht überbaubaren Grundstücksflächen sind gärtnerisch zu gestalten und dauer-
haft zu pflegen und zu erhalten. Pro Grundstück ist je angefangene 400 m² Grund-
stücksfläche mindestens ein standortgerechter, heimischer Baum der Artenliste A in
der Pflanzqualität Hochstamm StU 12/14 cm oder ein Obstgehölz der Artenliste C zu
pflanzen. Damit wird die weitere Durchgrünung der Grundstücke gesichert. Die Fest-
setzung zur Pflanzung von Laub- und Obstbäumen fügt sich in die Struktur der umlie-
genden Grundstücke ein.
Die zeichnerisch festgesetzte Randeingrünung aus Sträuchern stellt eine Abgrenzung
der Wohnnutzung zu den umgebenden landwirtschaftlichen Flächen dar. Die Maß-
nahme dient gleichzeitig der Minimierung des Eingriffs in Natur und Landschaft. Mit der
geplanten Heckenpflanzung werden für den Landschaftsraum typische landschafts-
gliedernde Elemente aufgenommen. Mit der Randeingrünung wird dem Landschafts-
plan der ehemaligen Gemeinde Ziegra-Knobelsdorf entsprochen. Dort ist an dieser
Stelle als Maßnahme zur Landschaftspflege die Anpflanzung eines Gehölzstreifens o-
der Hecke mit Saumhabitat vorgesehen.
Die vollständige Pflanzfestsetzung für die Randeingrünung im Planteil B lautet:
„Die zeichnerisch festgesetzte Randeingrünung aus freiwachsenden Sträuchern ist un-
ter Beachtung des Sächsischen Nachbarrechtsgesetzes als zweireihige Pflanzung
standortgerechter, 1x verpflanzter Sträucher verschiedener Arten der Artenliste B im
Pflanzabstand von max. 1,5 m vorzusehen“.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
28
§10 SächsNRG regelt einen Mindestgrenzabstand von 0,75 m für Pflanzen an landwirt-
schaftlich
genutzten
Nachbargrundstücken.
Die
Hecke
ist
entsprechend
§10 SächsNRG im Falle einer sich eventuell ergebenden erheblichen Beeinträchtigung
der wirtschaftlichen Bestimmung des Nachbargrundstücks in Höhe auf zwei Meter zu
begrenzen. Ein beispielhaftes Pflanzschema, bei welchem der Mindestgrenzabstand
nach SächsNRG eingehalten wird und der maximale Pflanzabstand von 1,50 m ge-
nutzt wird, findet sich in Abbildung 6.
Abbildung 6: Beispielhaftes Pflanzschema für die festgesetzte Randeingrünung.
Bis zur vollständigen Entwicklung einer Heckenstruktur und der damit erfüllten ökologi-
schen Funktion vergehen mindestens 10 bis 15 Jahre. Im Sinne der Bestandspflege sol-
len aller 10 bis maximal 25 Jahre einzelne Heckenabschnitte auf den Stock gesetzt
werden, um die Entwicklung kräftiger Heckenpflanzen zu fördern. Langsam wach-
sende Gehölze mit geringem Ausschlagvermögen sind durch Rückschnitt der Außen-
äste schonend und behutsam zu pflegen. Eine Verjüngung sollte grundsätzlich nur Ab-
schnittsweise erfolgen, das heißt nur auf jeweils 20-30% der Hecke. Zwischen dem 1.
März und 30. September findet kein Gehölzschnitt statt (§ 39 Abs. 5 Nr. 2 BNatSchG).
Vögel und Säugetiere nutzen Früchte einzelner Gehölze als Nahrungsquelle. Deshalb
soll der Schnitt zu einem Zeitpunkt möglichst spät im Winter erfolgen. Wird der Hecken-
schnitt bei Frost vorgenommen, führt das zu schlecht heilenden Wunden und dies wie-
derum zu Krankheiten. Der Schnitt soll vor dem ersten Austrieb im Frühjahr stattfinden.
Ein Schnitt soll unter Beachtung dieser Hinweise bis Anfang März stattfinden. Nach §39
Abs.5 Nr.2 BNatSchG „sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des
Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen“ auch zwischen dem
SRi
1,125 m
SRa
1,125 m
SaZ
0,75 m
innere Strauchreihe
äußere Strauchreihe
SaZ
Saumzone
1 x verpflanzter Strauch der Artenliste B
Schlehe (Prunus spinosa)
Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna)
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
Hasel (Corylus avellana)
Pr
Cr
Sa
Co
3,00 m
SRi
SRa
1,50 m
Saumzone
Pr
Pr
Pr
Pr
Pr
Cr
Cr
Co
Sa
Sa
Co
Sa
Sa
Cr
Cr
Cr

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
29
1. März und 30. September zulässig. Der Heckensaum ist sporadisch aller 3-4 Jahre zu
mähen. So wird eine Verbuschung verhindert. Der Schnittzeitpunkt ist dabei Ende Sep-
tember, wobei nicht gemulcht wird, sondern das Mähgut abtransportiert. Weiterhin
sind die Hinweise des „Merkblattes zur Verwendung von Gehölzen in Natur und Land-
schaft“ des Landratsamtes Mittelsachsen (Anlage 3) zu verwenden.
Festgesetzte Anpflanzungen sind bis spätestens zum Ende der auf die Flächeninan-
spruchnahme folgenden Pflanzperiode auszuführen, dauerhaft zu pflegen und zu er-
halten. Als Flächeninanspruchnahme gilt die erste erdeingreifende Baumaßnahme in-
nerhalb des jeweiligen Baugrundstückes. Abgängige Gehölze und Pflanzen sind zu er-
setzen. Damit wird eine zeitnahe und fortwährende Umsetzung der Festsetzungen
nach Bebauung der Grundstücke gewährleistet.
5.6 Grünflächen
Im nördlichen Teil des Geltungsbereiches erfolgt eine zeichnerische Festsetzung einer
privaten Grünfläche. Die Fläche stellt den südlichen Rand eines Grundstückes dar,
welches sich im Norden des Plangebietes befindet und zum größten Teil außerhalb des
Geltungsbereiches liegt. Auf genanntem Grundstück befindet sich ein Einfamilien-
haus. Der Teil des Grundstücks innerhalb des Geltungsbereiches wird von den Bewoh-
nerinnen des Grundstücks als Garten genutzt. Ein Teil der Garage ragt in den Geltungs-
bereich. Aufgrund des begrenzten Nutzerkreises (überwiegend die das Grundstück Be-
wohnende Familie und deren Gäste) der Fläche wird die Fläche als „privat“ festge-
setzt.
5.7 Bauordnungsrechtliche Festsetzungen
Die Umgebung des Standortes ist durch Einfamilienhäuser mit Satteldach und regio-
naltypischen Hofanlagen geprägt. In den allgemeinen Wohngebieten ist eine maxi-
male Dachneigung von 45° zulässig. Neben traditionell geprägten Gebäuden mit Sat-
teldächern sollen im geplanten Wohngebiet auch moderne zeitgemäße Gebäude –
z.B. mit versetzten Pultdächern oder mit Flachdach – errichtet werden können. Da das
Plangebiet einen eigenständigen Siedlungsbestandteil darstellt und durch seine Lage
keine unmittelbare Sichtwirkung im Landschaftsraum entfaltet, soll ein großes Maß an
Freiheiten bezüglich der Dachneigung und Dachausbildung geboten werden.
Bei Dachneigungen unter 15° ist eine Begrünung der Dächer möglich und aus ökolo-
gischer und gestalterischer Sicht zu empfehlen.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
30
Im Plangebiet ist es zulässig elektrischen Strom und Wärme aus Sonnenenergie über
Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen zu gewinnen. Dies wird, wie auch die Nut-
zung von BHKW, explizit empfohlen. Damit werden ein hoher energetischer Gesamt-
nutzungsgrad erreicht und gegenüber anderen Methoden der Energiebereitstellung
relativ wenig atmosphärische Treibhausgasimmissionen erzeugt.
An Fassaden sind glänzende und spiegelnde Materialien unzulässig. Damit werden
Blendwirkungen und das Landschaftsbild störende übermäßige Lichtreflexe vermie-
den.
Die Festsetzungen zur Versiegelung von Stellplätzen und Wegen dienen dazu, den Ver-
siegelungsgrad der Flächen so gering wie möglich zu halten.
Durch die Festsetzung zur gärtnerischen Gestaltung der Vorgärten soll eine Begrünung
der Bereiche, die vom öffentlichen Straßenraum aus einsehbar sind, erreicht werden.
Die Firstrichtung der Hauptgebäude ist parallel zur an das Baugrundstück angrenzen-
den Planstraße auszurichten. Grenzt das Baugrundstück beide Planstraßen A und B, ist
die Firstrichtung parallel zur Planstraße A auszurichten. Dies dient der Fortführung des
charakterlichen Ortsbildes in das Plangebiet hinein.
5.8 Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung von Boden, Natur und Land-
schaft
Aus artenschutzfachlichen Überlegungen zu den Tatbeständen des § 44 Abs. 1 und in
Abstimmung mit dem Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag wurden folgende Festset-
zungen getroffen:
„Aus artenschutzrechtlichen Gründen – Schutz von Bodenbrütern (Feldlerche)
– sind sämtliche erdergreifenden baulichen und sonstigen Maßnahmen auf
Ackerflächen jeweils erst nach Abschluss des jährlichen Brutgeschehens (April –
Juli) durchzuführen. Anschließend ist der Baubetrieb innerhalb der Brutsaison
kontinuierlich fortzuführen.“
Gehölzfällungen, die Beseitigung der damit verzahnten Krautvegetation und
die Beseitigung von sonstigen Vegetationsbeständen sind außerhalb der Brut-
zeit, d.h. zwischen Oktober und Januar, vorzunehmen.
Der Abschluss der Vogelbrut ist durch anerkannte Gutachter bzw. Ornithologen fest-
zustellen. Bei von den Regelungen abweichendem Vorgehen, ist im Rahmen einer
ökologischen Baubegleitung der Nachweis zu erbringen, dass zum Eingriffszeitpunkt
keine besetzten Nester vorhanden sind.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
31
Damit findet kein Verlust besetzter Nester aufgrund plötzlich auftretender starker Stö-
rungen statt.
Ein Drosselabfluss bei Starkniederschlagsereignissen ist durch die Bauherren nachzu-
weisen. Erforderlichenfalls sind geeignete Regenrückhalteräum e, z.B. Zisternen, als pri-
vate Nebenanlagen vorzusehen. Damit wird das Gebot einer
Vor-Ort-Versickerung von Niederschlagswasser beachtet sowie die das bestehende
Abwassersystem und die Vorflut geschont.
5.9 Naturschutzrechtlicher Eingriffsausgleich
Bei dem Planvorhaben handelt es sich um einen geplanten Eingriff in Natur und Land-
schaft, der ausgleichspflichtig ist.
In Abstimmung mit den gutachterlichen Empfehlungen des Artenschutzrechtlichen
Fachbeitrages (Anlage 2) wurde festgesetzt:
„Als vorgezogene artenschutzrechtliche Ersatzmaßnahme (CEF-Maßnahme) sind in
der Umgebung des Plangebietes im Bereich der vorhandenen Ackerfläche 3 Lerchen-
fenster von je 20 bzw. 40 m² Fläche in gleichmäßiger Verteilung anzulegen. Die Ler-
chenfenster sollen einen Abstand von mindestens 25 m zum Feldrand und mindestens
50 m zu vertikalen Elementen haben. Sind sollen mit Beginn der Baumaßnahmen vor-
handen bzw. gesichert sein und so als Ausweichhabitat zu Beginn der Brutsaison zur
Verfügung stehen. Eine Rotation der zur Verfügung gestellten Flächen ist zulässig“.
Die für den Acker zugelassenen Herbizide beeinträchtigen dabei das Fortpflanzungs-
habitat der Feldlerche nicht, was die Ackerwirtschaft mit der üblichen Maschinentech-
nik (Sprühwagen) ermöglicht.
Ein Kooperationsvertrag (Anlage 4) der Stadt Waldheim mit dem befähigten Flächen-
bewirtschafter sichert die CEF-Maßnahme vor dem Satzungsbeschluss vertraglich ab.
Der Vertrag basiert auf der Einwilligung des Flächeneigentümers und erfolgt daher
ohne Grundbucheintrag. Dieser Vertrag soll der Unteren Naturschutzbehörde zur
Wahrnehmung der Überwachungsaufgaben in Kopie übergeben werden.
Dem Bebauungsplan zugeordnet sind Werteinheiten aus dem durchgeführten Vorha-
ben „Abbruch ehemalige Spindelfabrik, An der Zschopau 3, Fl. 905/2 und 906a“ (Lan-
desprogramm Brachflächenrevitalisierung / Brachflächenräumung). Dabei wurden

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32
auf dem Flurstück 906a 2270 m² Fläche entsiegelt. Davon waren 1.709 m² mit Gebäu-
deteilen bedeckt. 561 m² waren vollversiegelte Hoffläche. Auf dem Gelände wurde
flächendeckend Mutterboden aufgebracht und extensives Grünland angelegt. De-
taillierte Aussagen dazu erfolgen im Umweltbericht.
Die Fläche ist folgendermaßen zu pflegen: Rasenflächen sind extensiv durch eine zwei-
schürige Mahd nicht vor dem 15. Juni und 15. September, alternativ durch Extensivbe-
weidung mit weniger als 1 GVE/ha und anschließender Nachmahd zu bewirtschaften.
Unzulässig sind der Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln sowie eine Ver-
änderung des Bodenreliefs durch wendende oder lockernde Bodenbearbeitung. Zu-
lässig sind Pflegemaßnahmen wie Walzen, Schleppen oder Nachsaat.
Bei Ausfall soll eine Nachsaat zur nächstmöglichen Pflanzperiode erfolgen. Die Nach-
saat soll unter Verwendung einer Regel-Saatgut-Mischung (RSM) der Oberkategorie
RSM 7 – Landschaftsrasen durchgeführt werden.
Ein Monitoring soll durch eine jährliche Kontrolle durch die Stadt Waldheim erfolgen.

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33
6. Flächenbilanz
Gesamtfläche
(Geltungsbereich B-Plan)
15.229 m²
darunter:
Allgemeines Wohngebiet
(WA1,WA2 und WA3)
12.535 m²
darunter Randeingrünung
641 m²
Verkehrsfläche
(Planstraße A, Planstraße B)
2.616 m²
Grünfläche
(privat)
78 m²
Anzahl der Grundstücke: ca. 13
Grundstücksgröße:
ca. 600 bis 1.000 m²
Innerhalb des Baugebietes sind ca. 13 Einzelhäuser einordbar.
Bringt man zum Ansatz, dass sich in ca. 25% der Häuser Einliegerwohnungen befinden
könnten, wären am Standort rechnerisch ca. 16 WE möglich.

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34
7. Erschließung
7.1 Verkehr
Das Plangebiet wird von der Waldheimer Straße durch eine ringförmige Straßenfüh-
rung (Planstraße A), unter Einbeziehung der Straße Sonnenhufe, erschlossen. Darüber
hinaus erfolgt ausgehend von der Planstraße A eine weitere ringförmige Erschließung
im südöstlichen Bereich des Wohngebietes (Planstraße B). Im Bereich der Wendean-
lage des 1. Bauabschnittes entsteht eine Platzsituation.
Die Planstraße A wird als Mischverkehrsfläche mit einer Grundstücksbreite von 6,00 m
ausgebildet. Davon können 5,50 m befestigt und beidseitig 0,25 m bzw. 0,50 m (einsei-
tig Straßenbeleuchtung) als unbefestigter Randstreifen ausgebildet werden. Damit ist
der Begegnungsfall Pkw/Pkw entsprechend RAST06 gewährleistet. Der Begegnungsfall
Pkw/Lkw ist nur mit eingeschränkten Bewegungsspielraum möglich.
Die Planstraße B wird als Einbahnstraße und Mischverkehrsfläche mit einer Grund-
stücksbreite von 4,50 m hergestellt.
Durch die überwiegende Wohnnutzung ist mit sehr geringem Lkw-Verkehr zu rechnen.
Die erforderlichen Stellplätze sind innerhalb von privaten Grundstücksflächen nachzu-
weisen.
Die geplante Erschließung im Wohngebiet wird als öffentliche Verkehrsfläche gewid-
met. Die gewählte Ringerschließung verfügt über zahlreiche Vorteile, z.B. in Hinblick
auf Müllentsorgung, Winterdienst und Havariefälle.
Das Plangebiet wird in Anbindung an die Waldheimer Straße im Westen direkt, im Os-
ten indirekt über die bestehende Straße „Sonnenhufe“ verkehrstechnisch erschlossen.
Da der Bebauungsplan unmittelbar an die Kreisstraße 7532 grenzt, muss für den Be-
reich der Anbindung an diese im Zuge der Ausführungsplanung eine Abstimmung mit
der Straßenverwaltung stattfinden. Vor Baubeginn ist ein Besichtigungstermin mit dem
örtlich zuständigen Straßenmeister zu vereinbaren (Straßenmeisterei Döbeln), bei wel-
chem weitere Details zur Ausführung und zum Ablauf abgestimmt werden können (be-
trifft hier nur die Anbindebereiche). Nach Fertigstellung findet eine gemeinsame Ab-
nahme statt. Hierbei festgestellte oder nach 3 Jahren auftretende Mängel sind unver-
züglich zu beseitigen. Der Wasserabfluss von den straßeneigenen Grundstücken der
Kreisstraße darf durch die Maßnahme nicht zum negativen beeinflusst werden. Es darf

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
35
kein Niederschlagswasser von der geplanten Zufahrt zum Wohngebiet auf die Fahr-
bahn der Kreisstraße geleitet werden. Zu gegebener Zeit ist dem Referat 21.1 des Land-
ratsamtes Mittelsachsen ein Beschilderungs- und Markierungsplan für den Anbindebe-
reich zu der Kreisstraße zur Prüfung/Abstimmung und verkehrsrechtlichen Anordnung
vorzulegen. Für alle Arbeiten, die sich auf den öffentlichen Verkehrsraum von klassifi-
zierten Straßen auswirken können ist beim Referat 21.1 des Landratsamtes Mittelsach-
sen, ein Antrag auf Anordnung verkehrsregelnder Maßnahmen nach § 45 StVO zu stel-
len. Dieser Antrag ist rechtzeitig, jedoch mindestens 14 Tage vor Baubeginn (bei un-
umgänglichen Vollsperrungen in der Regel 4 Wochen) einschließlich eines Beschilde-
rungs- und Umleitungsplanes einzureichen. Entsprechend des Straßenverkehrszustän-
digkeitsgesetzes (StVZustG) ist für die Gemeinde- und sonstigen öffentlichen Straßen
die Stadt als örtliche Straßenverkehrsbehörde zuständig.
7.2 Stadttechnische Ver- und Entsorgung
Trinkwasser
Die Versorgung des Geltungsbereiches mit Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz kann
prinzipiell gesichert durch den Wasserverband Döbeln-Oschatz gesichert werden.
Dazu ist es notwendig, dass in den künftigen Planstraßen A und B eine neue Versor-
gungsleitung verlegt wird. Diese kann im Bereich des Hydranten im Flurstück 187/1 der
Gemarkung Meinsberg angeschlossen werden.
Für die Neuverlegung der Trinkwasserleitung ist durch den Erschließungsträger recht-
zeitig vor Baubeginn mit der Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft GmbH eine Erschlie-
ßungsvereinbarung abzuschließen, in der alle erforderlichen Modalitäten geregelt
werden. Die Trinkwassererschließung erfolgt zu Lasten des Erschließungsträgers.
Die bestehenden Leitungen sind zu erhalten und zu schützen. Jegliche Beschädigun-
gen sind auszuschließen. Bei Kreuzungen und Parallelläufen von Leitungen und Kabeln
anderer Ver- und Entsorgungsträger zu vorhandenen bzw. neu zu verlegenden Trink-
wasserleitungen sind die Mindestabstände nach DIN EN 805 einzuhalten. Innerhalb des
Schutzstreifens der Leitungen sind Bebauungen/Bepflanzungen nicht zulässig.
Die Zugänglichkeit zu den Anlagen der Trinkwasserversorgung muss während der Re-
alisierung von Baumaßnahmen ständig und ohne Einschränkungen gewährleistet sein.
Baustelleneinrichtungen sowie Lagerplätze für Baumaterialien dürfen nicht über Trink-
wasseranlagen errichtet werden. Eventuell vorgefundener Altleitungsbestand ist zur
Prüfung anzuzeigen. Notwendige Reparaturen können nur nach örtlicher und fachli-

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36
cher Prüfung durch den Betriebsführer, der OEWA Wasser und Abwasser GmbH, aner-
kannt werden. Bei allen vorgesehenen Pflanzmaßnahmen sind die "Technischen Mit-
teilungen Hinweis - Merkblatt GW 125 (M)" des DVGW-Regelwerkes zu beachten und
die darin enthaltenen Festlegungen umzusetzen. Der Pflanzabstand zu vorhandenen
Versorgungsleitungen einschließlich Zubehör muss mindestens 2,5 m betragen. Be-
pflanzungen innerhalb des Schutzstreifens sind nicht zulässig.
Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes befindet sich außerhalb von Trinkwasser-
schutzzonen. Trotzdem sind bei der Realisierung alle Vorkehrungen zu treffen, damit
keine wassergefährdenden Stoffe in den Untergrund gelangen.
Löschwasser
Die für die Wohnbebauung notwendige Wasserentnahmemenge zur Brandbekämp-
fung von 24 bis 47 m³/h (400 – 800 l/min) Durchflussmenge muss sichergestellt werden.
Die Ortslage Meinsberg verfügt hierfür über keine Hydranten ausreichender Kapazität.
Auf Höhe Dorfstraße 59a Meinsberg befindet sich ein Teich in 300 Metern Entfernung
vom Plangebiet. Dieser hat derzeit ein Füllvolumen von 50 m³, ist aber durch Ertüchti-
gung auf 80 m³ erweiterbar. Aufgrund der Distanz steht dieser im Brandfall für einen
ersten Löschangriff nicht zur Verfügung.
Deshalb soll die Bereitstellung von Löschwasser durch die Anlage einer mindestens 48
m³ Füllmenge umfassenden Zisterne nach DIN 14230 sichergestellt werden. Diese wird
im unterirdisch im Bereich der öffentlichen Verkehrsfläche (siehe Abbildung 7) errich-
tet, dort wo sich Planstraße A und B am Ausgang des Plangebietes treffen. An diesem
Ort entsteht eine Platzsituation. Die Aufstellfläche für ein Feuerwehreinsatzfahrzeug am
Ort der Zisterne ist damit sichergestellt.
Eine Befüllung der Zisterne mittels Oberflächenwassereinlauf aus dem Plangebiet ist
aufgrund der topologischen Verhältnisse nicht möglich (Höhenlage der Zisterne über
dem Plangebiet). Aufgrund des mangelnden Oberflächenwassers muss die Befüllung
mittels Löschfahrzeug sichergestellt werden. Eine Anbindung an das Trinkwasserversor-
gungssystem ist nicht geplant.
Bei fachgerechter Umsetzung vorgenannter Bedingungen (48 m³ Zisterne und Ertüch-
tigung Teich) im Zuge der Erschließung ist bei beginnender Wohnbebauung eine aus-
reichende Löschwasserversorgung gewährleistet.

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Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
37
Abbildung 7: Vorgesehener Standort der Löschwasserzisterne.
Abwasserentsorgung
Die Entwässerung des Plangebietes erfolgt im Trennsystem durch Leitungen DN 300 für
Niederschlagswasser und DN 250 für Schmutzwasser. Das Schmutzwasser wird über
eine Abwasserpumpstation im Bereich der Waldheimer Straße nach Waldheim geför-
dert und dort in die öffentliche Kanalisation eingeleitet. Das anfallende Niederschlags-
wasser wird über Leitungen in Richtung Meinsberg abgeleitet und mündet unterhalb
von Meinsberg in die Vorflut.
Weitere Details zum Anschluss einzelner Grundstücke an die Abwasserentsorgung sind
im Vollzug des Bebauungsplans abzustimmen. In diesem Zusammenhang sind dem
Abwasserzweckverband Berechnungen über die Menge des anfallenden Nieder-
schlagswassers zu übergeben, damit geprüft werden kann, ob die weiterführenden
vorhandenen Entwässerungsleitungen ausreichend dimensioniert sind. Ein Drosselab-
fluss bei Starkniederschlagsereignissen ist durch die Bauherren nachzuweisen. Erforder-
lichenfalls sind geeignete Regenrückhalteräume, z.B. Zisternen, als private Nebenan-
lagen vorzusehen. Eine Versickerung des Niederschlagswassers am Standort ist zuläs-
sig, wenn die Bodenverhältnisse es zulassen.
Der Abwasserzweckverband Untere Zschopau übergibt mit seiner Stellungnahme zum
Vorentwurf des Bebauungsplans Lagepläne der oben genannten Leitungen. Diese
sind in die Planzeichnung (Planteil A) übernommen. Die Leitungen verlaufen in der
Planstraße A und somit im öffentlichen Bereich. Die Leitungen werden nicht überbaut
und verlaufen nicht in privaten Grundstücken.
vorgesehener Standort Zisterne

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38
Gasversorgung
Im Planbereich befinden sich Anlagen der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Gas mbH
(MITNETZ GAS). Von der MITNETZ GAS wurden ein entsprechender Übersichtsplan und
ein Bestandsplan übergeben. Der Bestand wurde in den Planteil A übernommen. Die
gastechnische Erschließung ist damit möglich. Ein Erschließungsvertrag zwischen Er-
schließungsträger und MITNETZ GAS ist erforderlich. Die MITNETZ GAS führt Abstände
und Forderungen zum Schutz ihrer Anlagen im „Merkheft zum Schutz von Anlagen der
MITNETZ GAS“. Sollten Schutzstreifen und Sicherheitsabstände aus objektiven Gründen
nicht eingehalten werden können, ist zwingend eine Rücksprache mit der MITNETZ GAS
über dann erforderliche Maßnahmen zu führen.
Die Anlagen der MITNETZ GAS genießen Bestandsschutz. Notwendige Aufwendungen
für Änderungen sind grundsätzlich durch den Verursacher bzw. nach den gültigen ver-
traglichen Vereinbarungen zu finanzieren.
Elektroenergieversorgung
Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH (MITNETZ STROM) betreibt im Bebau-
ungsgebiet Verteilungsanlagen des Mittel- und Niederspannungsnetzes. Entspre-
chende Bestandspläne der MITNETZ STROM liegen vor. Der Bestand wurde in den Plan-
teil A übernommen. Werden durch Baumaßnahmen Umverlegungen der Anlagen
notwendig, so sind die Kosten dafür vom Veranlasser zu übernehmen, soweit keine
anderen Regelungen Anwendung finden. Ein entsprechender Antrag ist frühestmög-
lich an das Anlagenmanagement der MITMNETZ STROM zu stellen. Dies betrifft auch
erforderliche Veränderungen der Tiefenlagen der Kabel.
Für das neue Wohngebiet werden zur Versorgung neue Niederspannungskabel benö-
tigt. Ein Zeitraum für die Planung und Realisierung steht im Moment noch nicht fest.
Der Aufbau des inneren Versorgungsnetzes der envia Mitteldeutsche Energie AG (Mut-
terunternhemen der MITNETZ STROM) erfolgt auf Grundlage einer Bedarfsanmeldung.
Zur Einleitung von Maßnahmen hinsichtlich Planung und Errichtung des Versorgungs-
netzes muss ein offizieller Antrag auf Versorgung vorliegen. Dieser bewirkt, dass es zu
einem Angebot der vom Antragsteller zu übernehmenden Kosten kommt. Er ist an die
Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH Netzregion West-Sachsen zu richten.
Geplante Trassen sind im öffentlichen Verkehrsraum in den schwächer befestigten Flä-
chen (Fuß- und Radwege oder Grünstreifen) einzuordnen. Dabei ist die DIN 1998 "Un-
terbringung von Leitungen und Anlagen in öffentlichen Flächen" zu beachten. Die en-
via Mitteldeutsche Energie AG beansprucht eine Trassenbreite von 0,80 m. Dabei sind

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für Kabeltrassen 2,0 m, Niederspannungsfreileitungen 6,0 m und Mittelspannungsfrei-
leitungen 15,0 m Schutzstreifen in Ansatz zu bringen.
Telekommunikation
Im Planbereich befinden sich Telekommunikationslinien der Deutschen Telekom. Diese
wurden in die Planzeichnung übernommen. Bei der Bauausführung ist darauf zu ach-
ten, dass Beschädigungen der vorhandenen Telekommunikationslinien vermieden
werden und aus betrieblichen Gründen (z. B. im Falle von Störungen) der ungehinderte
Zugang zu den Telekommunikationslinien jederzeit möglich ist. Insbesondere müssen
Abdeckungen von Abzweigkästen und Kabelschächten sowie oberirdische Gehäuse
soweit frei gehalten werden, dass sie gefahrlos geöffnet und ggf. mit Kabelziehfahr-
zeugen angefahren werden können. Es ist deshalb erforderlich, dass sich die Bauaus-
führenden vor Beginn der Arbeiten über die Lage der zum Zeitpunkt der Bauausfüh-
rung vorhandenen Telekommunikationslinien der Telekom informieren. Die Kabel-
schutzanweisung der Telekom ist zu beachten.
Zur Versorgung des Planbereiches mit Telekommunikationsinfrastruktur durch die Tele-
kom ist die Verlegung neuer Telekommunikationslinien erforderlich. Für den rechtzeiti-
gen Ausbau des Telekommunikationsnetzes sowie für die Koordinierung mit dem Stra-
ßenbau und den Baumaßnahmen der anderen Leitungsträger ist es notwendig, dass
Beginn und Ablauf der Erschließungsmaßnahmen im Bebauungsplangebiet der Deut-
schen Telekom Technik GmbH schriftlich angezeigt werden. Die Versorgung der Bürger
im Plangebiet mit Universaldienstleistungen nach § 78 TKG wird sichergestellt.
Abfallentsorgung
Die Abfallentsorgung im Plangebiet erfolgt durch die Entsorgungsdienste Kreis Mit-
telsachsen GmbH (EKM). Es ist darauf zu achten dass während der Bauzeit die Ge-
währleistung der Abfallentsorgung für das betroffene bzw. anliegende Gebiet zu er-
folgen hat. Weiterhin ist beim Bau von Straßen, die zur Müllentsorgung genutzt werden,
auf die Beschaffenheit zu achten.
Bei der Umsetzung von Baumaßnahmen sind die Kriterien der Abfallwirtschaftssatzung
in der gültigen Fassung des Landkreises Mittelsachsen vom 26.09.2013 einzuhalten.
Während der Bauzeit ist zu gewährleisten, dass die Abfallentsorgung für das betroffene
Gebiet gewährleistet wird. Nach §13 der Abfallwirtschaftssatzung des Landkreises Mit-
telsachsen sind die Restmüllgefäße zur Entsorgung an eine für Müllsammelfahrzeuge
befahrbare Straße bereitzustellen. Wenn ein anschlussberechtigtes Grundstück mit

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40
dem im jeweiligen Sammelbereich verwendeten Fahrzeug nicht oder nur mit erhebli-
chen Schwierigkeiten, deren Überwindung unzumutbare Aufwendungen erfordern,
angefahren werden kann, haben die Anschlussverpflichteten die Abfallbehälter zur
nächsten vom Müllsammelfahrzeug erreichbaren Stelle zu bringen. Gleiches gilt auch
für vorübergehende Situationen wie Straßensperrungen, Schnee- und Eisglätte und so
weiter.
Hinsichtlich der von Müllfahrzeugen zu befahrenden Straßen ist darauf zu achten, dass
im Entsorgungsgebiet in der Regel dreiachsige Müllsammelfahrzeuge zum Einsatz kom-
men. Demzufolge müssen die Straßen im Plangebiet so beschaffen sein, dass ein si-
cheres Fahren der Sammelfahrzeuge möglich ist. Sie müssen u.a. entsprechend der
zum Einsatz kommenden Sammelfahrzeuge ausreichend tragfähig sein (§ 45 Abs. 1
Unfallverhütungsvorschrift - UVV " Fahrzeuge" - BGV D29). Standplätze für Müllbehälter
müssen so ausgeführt sein, dass die Durchfahrt für Müllentsorgungsfahr-zeuge (ent-
sprechend den Forderungen der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen/Müll-
beseitigung siehe GUV-V C27) gesichert ist.
Weiterhin ist das Merkblatt „Allgemeinde Hinweise zum Abfallrecht“ (Landratsamt Mit-
telsachsen, Stand 04/2019) bei der Durchführung des Bebauungsplanes zu beachten.
Das Merkblatt findet sich in Anlage 7.
8. Wesentliche Auswirkungen der Planung
8.1 Auswirkungen auf Natur und Landschaft
Am Standort selbst sind keine Schutzgebiete bzw. Schutzobjekte gemäß EU-Recht (FFH-
Gebiete, Vogelschutzgebiete), BNatSchG sowie SächsNatSchG vorhanden.

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Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
41
Abbildung 8: Topologische Beziehung des Plangebietes und des LSG.
Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
In der Umgebung des Ortsteils Meinsberg befinden sich jedoch das FFH-Gebiet "Unte-
res Zschopautal" und ein Vogelschutzgebiet gemäß der Richtlinie 79/409/EWG. Beide
Gebiete werden durch die Planung nicht berührt.
Das an die Ortslage angrenzende Landschaftsschutzgebiet Freiberger Mulde -
Zschopau wird durch die Planung nicht eingeschränkt.
Die Planung stellt jedoch infolge der teilweisen Inanspruchnahme von derzeitigen Au-
ßenbereichsflächen einen Eingriff in Natur und Landschaft dar. Diese Eingriffe sind ent-
sprechend §1a BauGB in Verbindung mit BNatSchG bzw. SächsNatSchG auszuglei-
chen.
Im Plangebiet wird durch die festgesetzten Maßnahmen (Heckenanpflanzung, Baum-
pflanzung in den Grundstücken) der Eingriff in Natur und Landschaft wesentlich mini-
miert. Bei einer im WA zulässigen GRZ von 0,4 bleiben 60% der Flächen unversiegelt, so
dass insbesondere bei den Schutzgütern Boden und Wasser gegenüber anderen Bau-
gebieten wesentliche Funktionen auch in den bebauten Bereichen erhalten bleiben.
Plangebiet

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
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Mit den festgesetzten grünordnerischen Maßnahmen erfolgt eine Abgrenzung zu den
umgebenden landwirtschaftlichen Flächen.
Weiterer Ausgleichsbedarf soll auf Flächen außerhalb des Plangebietes gesichert wer-
den. Detaillierte Aussagen dazu erfolgen im Umweltbericht.
8.2 Immissionsschutz
Nach §50 BImSchG sind für eine bestimmte Nutzung vorgesehene Flächen einander
so zuzuordnen, dass schädliche Umwelteinwirkungen auf die ausschließlich oder über-
wiegend dem Wohnen dienenden Gebiete sowie auf sonstige schutzbedürftige Ge-
biete (öffentlich genutzte Gebiete, Freizeitgebiete usw.) so weit wie möglich vermie-
den werden.
Das Bebauungsplangebiet ist als Allgemeines Wohngebiet (WA) festgesetzt. Damit
sind entsprechend Beiblatt 1 zur DIN 18005 Teil 1 folgende Orientierungswerte maßge-
bend:
Tag: 55 dB (A)
Nacht: 40 dB (A) (Industrie-, Gewerbe- und Freizeitlärm) bzw. 45 dB (A)
(Verkerhrslärm).
Durch Gewerbelärm bestehen keine schädlichen Lärmeinwirkungen. Gewerbebe-
triebe sind in der Nähe des Baugebietes nicht vorhanden. Durch Verkehrslärm beste-
hen keine schädlichen Lärmeinwirkungen. Durch das Plangebiet ist nur mit einer gerin-
gen Erhöhung des Verkehrsaufkommens in der Straße Sonnenhufe zu rechnen.
Die Nutzung durch ein Allgemeines Wohngebiet mit ca. 13 Wohngebäuden führt zu
keinen negativen Auswirkungen auf die Umgebung, zumal die Verkehrszunahme aus
der Wohnnutzung resultiert, die auch im benachbarten Wohngebiet zulässig ist.
9. Umsetzung und Sicherung der Planung
Nach den Festsetzungen des Bebauungsplanes wird die Höhe baulicher Anlagen be-
zogen auf die Planstraßen geregelt. Zur Sicherung der Planung wird deshalb darauf
hingewiesen, dass die Verkehrsflächen (Planstraße A und B) vor der Errichtung bauli-
cher Anlagen vorgehalten werden müssen. Nur durch diese zeitliche Abfolge können
die Reglungen zur Höhe baulicher Anlagen zum Tragen kommen.
Unter Beachtung der Vorgaben des §4c BauGB ist die Kontrollbehörde für die Um-
setzung der Festsetzungen des Bebauungsplanes immer die planende Kommune. Das
geht auch aus dem Hinweis im Planteil B – Text hervor: „Im Rahmen des Monitorings

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
43
gemäß §4c BauGB ist durch die Stadt Waldheim eine jährliche Kontrolle der Einhaltung
festgesetzter Maßnahmen zum Schutz, Pflege und Entwicklung von Bo-den, Natur und
Landschaft zum naturschutzrechtlichen Eingriffsausgleich sowie von Anpflanzungen
durchzuführen.“
Zur Absicherung der Umsetzung sämtlicher grünordnerischer Festsetzungen des Be-
bauungsplanes soll ein sich am biologischen Jahresrhythmus von Fauna und Flora,
landwirtschaftlichen Bewirtschaftungserfordernissen, z.B. Saattermine oder Gehölz-
pflegezeiten und dem tatsächlichen Entstehen der Kompensations- und Pflanzpflich-
ten orientierender Monitoringplan durch die Verwaltung, erforderlichenfalls unter Mit-
wirkung der örtlichen Naturschutzbeauftragten, aufgestellt werden. Sämtliche zu ver-
tretende Belange des Umweltschutzes und die Fragen der Umweltüberwachung
sind in das Monitoring einzubeziehen.
Eine ökologische Baubetreuung kann ein fachgerechtes Monitoring am besten garan-
tieren und ist daher für den Zeitraum bis zum Abschluss der Bauarbeiten naheliegend.
Bezüglich der Feldlerchenhabitate ist für den Fall von Bauunterbrechungen innerhalb
der Brutsaison eine ökologische Baubegleitung festgesetzt, um den Nachweis zu er-
bringen, dass zum Eingriffszeitpunkt keine besetzten Nester vorhanden sind.
Der Kooperationsvertrag der Stadt Waldheim mit einem dazu befähigten Flächenbe-
wirtschafter über die CEF-Maßnahme „Lerchenfenster“ soll der unteren Naturschutz-
behörde zur Wahrnehmung der Überwachungsaufgaben in Kopie übergeben wer-
den.
Es unterliegt der Stadt Waldheim eine jährliche Kontrolle der Maßnahmen zur Einrich-
tung von Lerchenfenstern durchzuführen. Diese Maßnahmen bezüglich des Nachwei-
ses der Funktionsfähigkeit der Lerchenfenster wird die Stadt Waldheim mit der Unteren
Naturschutzbehörde abstimmen. Der Stadt unterliegt es ebenfalls, zu entscheiden,
nach welcher Methodik das Monitoring durchgeführt wird. Die Stadt kann auch eine
sachverständige Person beauftragen, die in der Lage ist eine fachlich angemessene
Vorgehensweise zu bestimmen. In Hinsicht auf die PIK-Maßnahme wird diese Person in
§2 Abs.5 des PIK-Vertrages auch erwähnt. Die genaue Methodik wird im Rahmen des
Bebauungsplanverfahrens nicht festgesetzt.
Das Referat 23.4 Naturschutz des Landratsamtes Mittelsachsen macht in seiner Stel-
lungnahme vom 18.04.2019 einen Vorschlag zum Monitoring der Funktionsfähigkeit der
CEF-Maßnahme „Lerchenfenster“. Danach sollen die Lerchenfenster beginnend vom
1. Jahr der Umsetzung im Abstand von 3 Jahren mit einem artspezifischen Monitoring

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entsprechend SÜDBECK et al. (2005)
7
untersucht werden. Dabei sind je Untersuchungs-
jahr mindestens an vier Terminen von April bis Mai bei geeigneten Witterungsbedin-
gungen Begehungen zum Nachweis der Erstbrut durch fachlich geeignetes Personal
durchzuführen und zu dokumentieren. Das Ergebnis soll der unteren Naturschutzbe-
hörde entsprechend § 17 Abs. 7 BNatSchG bis Ende Oktober des jeweiligen Kalender-
jahres der Begehung übergeben werden.
7
Peter Südbeck (Hrsg.): Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands. DDA
Verlag, 2005.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
45
10. Verzeichnisse (Abbildungen, Tabellen, Quellen, Anlagen)
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Ausschnitt aus Karte 14 – Raumnutzung (Regionalplan Westsachsen
2008)........................................................................................................................................ 14
Abbildung 2: Auszug aus dem FNP der ehemaligen Gemeinde Ziegra-Knobelsdorf. 15
Abbildung 3: Ausschnitt aus der Karte „Maßnahmen“ des LP Ziegra-Knobelsdorf. ..... 16
Abbildung 4: Topographische Karte OT Meinsberg.......................................................... 17
Abbildung 5: Fotodokumentation des Standortes (eigene Aufnahmen)..................... 19
Abbildung 6: Beispielhaftes Pflanzschema für die festgesetzte Randeingrünung....... 28
Abbildung 7: Vorgesehener Standort der Löschwasserzisterne...................................... 37
Abbildung 8: Topologische Beziehung des Plangebietes und des LSG. ........................ 41
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Entwicklung der Einwohnerzahl sowie der Salden von und aus natürlicher
und räumlicher Bevölkerungsbewegung von 2005 bis 2015............................................. 7
Tabelle 2: Die Entwicklung des Anteils der jüngeren, mittleren und älteren Altersgruppe
bis zum Jahr 2030
3
.................................................................................................................... 7
Tabelle 3: Entwicklung verschiedener Nachfrageparameter des Wohnungsmarktes
und des Flächenbedarfs für die Stadt Waldheimzwischen 2015 und 2030..................... 9
Tabelle 4: Bebauungspläne, städtebauliche Satzungen und Baulücken der Stadt
Waldheim sowie deren Verfügbarkeit (Stand 09/2018)................................................... 10

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46
Quellenverzeichnis
Landesentwicklungsplan 2013, in Kraft getreten am 31.08.2013
Regionalplan Westsachsen, in Kraft getreten am 25.07.2008
Entwurf des Regionalplans Region Chemnitz, Stand der Freigabe des Entwurfs
vom 15.12.2015
Landschaftsplan Ziegra-Knobelsdorf (Planstand Juni 1999)
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (Hrsg.): GENESIS-Online.
https://www.statistik.sachsen.de/genonline/online.
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: 6. Regionalisierte Bevölke-
rungsvorausberechnung für den Freistaat Sachsen bis 2030 (veröffentlicht am
19.04.2016).
Landesdirektion Sachsen: RAPIS – Raumplanungsinformationssystem des Frei-
staates Sachsen.
https://rapis.sachsen.de.
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bau-
wesen und Raumordnung (BBR): Wohnflächennachfrage in Deutschland bis
2030 – Daten, Karten, Grafiken.
https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/WohnenImmobilien/Wohnungsmarkt-
prognosen/Fachbeitraege/Prognose2030/DatenKartenGrafiken.html.
Anlagen
Anlage 1: Bestanderfassung
Anlage 2: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag (igc, 04.01.2018)
Anlage 3: Merkblatt zur Verwendung von Gehölzen in Natur und Landschaft
(Landratsamt Mittelsachsen, Februar 2015)
Anlage 4: Vereinbarung zwischen der Stadt Waldheim und der Kobelsdorfer
Agrarprodukt GmbH & Co. KG über die Schaffung von drei Lerchenfenstern
Anlage 5: Liste ausgewählter einheimischer Gehölzarten mit Hinweisen zur Ge-
hölzauswahl (Landratsamt Mittelsachsen, Februar 2015)
Anlage 6: Liste alter Obstsorten für den Streuobstanbau
(Landratsamt Mittelsachsen, Februar 2015)
Anlage 7: Allgemeine Hinweise zum Abfallrecht
(Landratsamt Mittelsachsen, April 2019)
Anlage 8: Allgemeine Hinweise zum Bodenschutz
(Landratsamt Mittelsachsen, April 2019)

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47
Umweltbericht zum
Bebauungsplan „Sonnenhufe Teil II“
Stadt Waldheim, OT Meinsberg
Bearbeitungsstand: 01/2019 mit redaktionellen Ergänzungen 05/2019

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48
Inhalt
1.
Vorbemerkung und rechtliche Grundlagen
49
2.
Inhalt und Ziele des Bebauungsplanes
50
3.
Ziele des Umweltschutzes
51
3.1 Regionalplan Westsachsen
51
3.2 Flächennutzungsplan
52
3.3 Landschaftsplan
52
3.4 Sonstige Ziele und Programme des Umweltschutzes:
52
4.
Beschreibung der Umweltauswirkungen
55
4.1 Schutzgut Mensch
55
4.2 Schutzgut Sachgüter
56
4.3 Schutzgut Pflanzen
56
4.4 Schutzgut Tiere
58
4.5 Schutzgut Landschaft
63
4.6 Schutzgut Boden
64
4.7 Schutzgut Wasser
70
4.8 Schutzgut Klima
71
4.9 Schutzgut Kultur
72
5.
Bewertung des Eingriffs und Ausgleichsmaßnahmen
74
5.1 Eingriff und Ausgleich innerhalb des Plangebietes
74
5.2 Abriss und Entsiegelung außerhalb des Plangebietes
77
5.3 Gesamtbewertung
80
6.
Anderweitige Planungsmöglichkeiten und Standortalternativen
81
7.
Zusätzliche Angaben
81
7.1
Verwendete
Verfahren
und
Hinweise
auf
Schwierigkeiten
bei
der
Zusammenstellung der Angaben und Kenntnislücken
81
7.2 Maßnahmen zur Überwachung der Umweltauswirkungen
82
8.
Allgemein verständliche Zusammenfassung
84
9.
Erklärung
88
10.
Verzeichnisse (Abbildungen, Tabellen, Quellen, Anlagen)
89

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49
1. Vorbemerkung und rechtliche Grundlagen
Die Aufstellung des Bebauungsplans Sonnenhufe Teil II in Waldheim, OT Meinsberg,
wird nach dem Baugesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. Novem-
ber 2017 (BGBl. I S. 3634) durchgeführt. Die erforderliche Umweltprüfung ist in die Vor-
schriften als Regelverfahren für grundsätzlich alle Bauleitpläne eingeführt. Sie ist hier-
durch zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Planungsprozesses ausgestaltet,
der in das Aufstellungsverfahren integriert ist und eine rechtssichere und handhabbare
Anwendung ermöglichen soll.
Nach §2 Abs. 4 Satz 1 BauGB hat die Stadt die voraussichtlichen erheblichen Umwelt-
auswirkungen der Planung zu ermitteln. Es handelt sich dabei um ein selbstverständli-
ches planerisches Vorgehen bei der Zusammenstellung des Abwägungsmaterials.
Diese Belange sind in einem Umweltbericht zu beschreiben und zu bewerten. Maß-
geblich sind dabei die Vorgaben der Anlage zu §2 Abs. 4 und 2a BauGB. Der Umwelt-
bericht bildet dabei einen gesonderten Teil der Begründung.
Die Stadt legt für den Bauleitplan fest, in welchem Umfang und Detaillierungsgrad die
Ermittlung der Belange für die Abwägung (§1 BauGB) erforderlich ist. Das Ergebnis der
Umweltprüfung ist in der Abwägung zu berücksichtigen.
Bestandsaufnahmen und Bewertungen von Landschaftsplänen sowie sonstigen Plä-
nen mit umweltrelevanten Inhalten sind in der Umweltprüfung zu berücksichtigen.
Der zu erstellende Umweltbericht gemäß BauGB ist den Begründungen in der jeweili-
gen Bauleitplanung in den einzelnen Verfahrensschritten beizufügen.
Zu betrachten sind die erheblichen Auswirkungen des Vorhabens auf folgende Schutz-
güter und Umweltmedien:
1
Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima und das Wirkungsgefüge,
2
Landschaft und biologische Vielfalt,
3
den Menschen und seine Gesundheit sowie die Bevölkerung insgesamt und
4
Kultur- und sonstige Sachgüter.

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50
2. Inhalt und Ziele des Bebauungsplanes
Planungsabsicht
In der Stadt Waldheim besteht weiterer Bedarf zum Bau von Eigenheimen. Die bereits
erschlossenen Baugebiete sind in hohem Maße ausgelastet. Die Brache des Sitzmö-
belwerkes Werk III in der Güterbahnhofstraße wurde unter Inanspruchnahme von För-
derprogrammen beseitigt und steht wegen der bestehenden Sperrfrist bis 2021 für eine
Bebauung derzeit nicht zur Verfügung. Die 10 potenziellen Bauflächen der Innenent-
wicklung sind aufgrund des privaten Bedarfs nicht verfügbar. Somit sind für die kurzfris-
tige bauliche Entwicklung keine Bauflächen verfügbar. Die Stadt benötigt aber kurz-
fristig die Ausweisung von neuen Baugebieten, um den bestehenden Baubedarf im
Eigenheimsektor zu befriedigen und für Bauwillige, die nicht über eigene Grundstücke
verfügen, Bauland anbieten zu können.
Um dem Bedarf an Wohnbaufläche für die kommenden Jahre gerecht werden zu
können, muss die Stadt durch die Ausweisung neuer Wohnbauflächen Vorsorge tref-
fen. Deshalb plant die Stadt, in Anbindung an vorhandene Baustrukturen, die Erweite-
rung des Wohngebietes Sonnenhufe.
Angaben zum Standort
Der Geltungsbereich des Bebauungsplans umfasst das Flurstück 187/1 der Gemarkung
Meinsberg. Die Größe des Plangebietes beträgt ca. 1,5 ha.
Der Geltungsbereich wird folgendermaßen begrenzt:
im Norden: Wohngebiet Sonnenhufe Teil I, Wohnbebauung,
im Osten:
Fläche für die Landwirtschaft,
im Süden:
Fläche für die Landwirtschaft,
im Westen: Wohnbebauung.
Das Plangebiet wird ausgehend von der Waldheimer Straße durch eine ringförmige
Straßenführung (Planstraße A), unter Einbeziehung der Straße Sonnenhufe, erschlos-
sen. Darüber hinaus erfolgt ausgehend von der Planstraße A eine weitere ringförmige
Erschließung im südöstlichen Bereich des Wohngebietes (Planstraße B). Im Bereich der
Wendeanlage des 1. Bauabschnittes entsteht eine Platzsituation.
Art und Maß der baulichen Nutzung
Die Baufläche wird als Allgemeines Wohngebiet (WA) nach §4 BauNVO festgesetzt.
Der Bau von ca. 13 Wohngebäuden als Einzelhäuser ist vorgesehen.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
51
Entsprechend §17 BauNVO zu den Obergrenzen für die Bestimmung des Maßes der
baulichen Nutzung wird in den Wohngebieten eine Grundflächenzahl von 0,4 und
eine Geschossflächenzahl von 0,6 festgesetzt.
Die Zahl der Vollgeschosse wird auf maximal zwei Vollgeschosse festgesetzt.
3. Ziele des Umweltschutzes
3.1 Regionalplan Westsachsen
Für die Stadt Waldheim ist der Regionalplan "Westsachsen“ (in Kraft getreten am
25.07.2008) maßgebend.
In
Karte 1 – Raumstruktur
liegt Waldheim im verdichteten Bereich des ländlichen
Raums und an der regionalen Verbindungs- und Entwicklungsachse (im Zuge überre-
gionaler Verbindungsachsen) Chemnitz – Waldheim – Döbeln. Gemeinsam mit den
Städten Hartha und Leisnig gehört Waldheim zu einem grundzentralen Verbund.
In
Karte 3 – Mittelzentrale Verflechtungsbereiche
gehört die Stadt Waldheim zum mit-
telzentralen Verflechtungsbereich Döbeln.
In
Karte 9 – Schutzgebiete Natur und Landschaft
grenzt das Plangebiet an das Land-
schaftsschutzgebiet Freiberger Mulde - Zschopau. Südlich des Ortsteils Meinberg lie-
gen ein FFH-Gebiet und ein europäisches Vogelschutzgebiet (SPA).
In
Karte 14 – Raumnutzung
ist das Plangebiet Bestandteil der Siedlungsfläche. Im Sü-
den grenzen an den räumlichen Geltungsbereich eine Grünzäsur und ein Vorrang-
gebiet der Natur und Landschaft an. Östlich des Plangebietes befindet sich ein Vor-
ranggebiet Wasserressourcen und ein Vorbehaltsgebiet Natur und Landschaft.
In
Karte A-1 – Landschaftstypen
gehört Waldheim der Lösshügellandschaft an.

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52
3.2 Flächennutzungsplan
Der genehmigte Teil-Flächennutzungsplan Ziegra der ehemaligen Gemeinde Ziegra-
Knobelsdorf stellt das Plangebiet bereits als Wohnbaufläche (W) dar. Der Flächennut-
zungsplan ist nicht rechtskräftig. Entsprechend bedarf der Bebauungsplan der Geneh-
migung der höheren Verwaltungsbehörde.
3.3 Landschaftsplan
Der Landschaftsplan (LP) der Gemeinde Ziegra-Knobelsdorf liegt mit Stand Juni 1999
vor. Darin befindet sich das Plangebiet im lößlehmbedecktem Hügelland. Schutzge-
biete und Objekte werden von der Planung nicht berührt. Jedoch sieht der LP südlich
des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes als Maßnahme zur Landschaftspflege
eine Anpflanzung eines Gehölzstreifens oder einer Hecke mit Saumhabitat vor. Mit der
festgesetzten Randeingrünung im Plangebiet wird dieser Maßnahme entsprochen.
Der Bebauungsplan steht der geplanten Ausdehnung der Gehölzpflanzung des Land-
schaftsplanes nicht entgegen.
3.4 Sonstige Ziele und Programme des Umweltschutzes:
Immissionsschutz
Maßgebliche, anzuwendende gesetzliche Grundlagen bilden das Bundes-Immissions-
schutzgesetz (BImSchG), Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen
durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge so-
wie die DIN 18005, Teil 1 Schallschutz im Städtebau und die TA Lärm.
Zweck des BImSchG ist es, Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser, die
Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkun-
gen zu schützen und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorzubeugen.
Die gesetzlichen Vorgaben und Begriffsbestimmungen geben die maßgeblichen Um-
weltqualitätsziele aus der Sicht des Immissionsschutzes vor.
Entsprechend Beiblatt 1 zur DIN 18005 Teil 1 sind folgende schalltechnische Orientie-
rungs- und Richtwerte maßgebend:
Tabelle 1: Schalltechnische Orientierungs- und Richtwerte.
Baugebiet
tags
nachts 1)
nachts 2)
WA
55 dB (A)
40 dB (A)
45 dB (A)
1) Industrie-, Gewerbe- und Freizeitlärm
2) Verkehrslärm

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53
Bodenschutz und Altlasten
Maßgebliche, anzuwendende gesetzliche Grundlagen bilden das Bundes-Boden-
schutzgesetz (BBodSchG), Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen
und zur Sanierung von Altlasten sowie das Sächsische Kreislaufwirtschafts- und Boden-
schutzgesetz (SächsKrWBodSchG).
Zweck des BBodSchG ist es, nachhaltig die Funktionen des Bodens zu sichern oder
wiederherzustellen. Bei Einwirkungen auf den Boden sollen Beeinträchtigungen seiner
natürlichen Funktionen sowie seiner Funktion als Archiv der Natur- und Kulturge-
schichte so weit wie möglich vermieden werden.
In §1a BauGB wird ein sparsamer und schonender Umgang mit Grund und Boden ge-
fordert. Dabei wird auf die prioritäre Nutzung von Brachen, Nachverdichtung und In-
nenentwicklung verwiesen. Bodenversiegelungen sind auf das notwendige Maß zu
begrenzen. Landwirtschaftliche Flächen sollen nur im notwendigen Umfang umge-
nutzt werden.
Altlastverdächtige Flächen sind Altablagerungen und Altstandorte, bei denen der
Verdacht schädlicher Bodenveränderungen oder sonstiger Gefahren für den Einzel-
nen oder die Allgemeinheit besteht.
Im Plangebiet sind keine Altlastenverdachtsflächen bekannt. Trotzdem kann das Vor-
handensein von Altlasten nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Im Falle des Auf-
findens von umweltgefährdenden Stoffen ist das zuständige Umweltamt des LRA Mit-
telsachsen unverzüglich in Kenntnis zu setzen.
Wasserschutz
Maßgebliche, anzuwendende gesetzliche Grundlagen bilden das Wasserhaushalts-
gesetz (WHG), Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts sowie das Sächsische Wasser-
gesetz (SächsWG).
Die Gesetze gelten allgemein für oberirdische Gewässer und das Grundwasser. Für das
Planvorhaben sind Umweltqualitätsziele hinsichtlich Oberflächen- und Grundwasser
sowie Abwasserbeseitigung relevant.
Die Grundwasserneubildung darf durch Versiegelung und Beeinträchtigung der Versi-
ckerung nicht über das notwendige Maß hinaus behindert werden. Bei Erdaufschlüs-
sen ist das Grundwasser vor Verunreinigungen oder sonstigen nachteiligen Verände-
rungen zu schützen.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
54
Die Abwasserbeseitigung umfasst Schmutzwasser und Niederschlagswasser. Das
Schmutzwasser unterliegt der öffentlichen Abwasserbeseitigung. Niederschlagswasser
soll verwertet, versickert oder rückgehalten werden.
Eine weitere gesetzliche Grundlage bildet die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Entspre-
chend dem Artikel 4 lautet das generelle Bewirtschaftungsziel für alle Oberflächen-
wasserkörper, dass sie durch die Mitgliedsstaaten geschützt, verbessert und saniert
werden, um den guten ökologischen und guten chemischen Zustandes bis zum Jahr
2015 (bei Fristverlängerung bis 2021 oder 2027) zu erreichen. Beim Grundwasser führen
die Mitgliedsstaaten alle erforderlichen Maßnahmen durch, um die Einleitung von
Schadstoffen in das Grundwasser zu verhindern oder zu begrenzen und eine Ver-
schlechterung des Zustandes aller Grundwasserkörper zu verhindern.
Natur- und Landschaftsschutz
Maßgebliche, anzuwendende gesetzliche Grundlagen bilden das Bundesnatur-
schutzgesetz (BNatSchG) sowie das Sächsische Naturschutzgesetz (SächsNatSchG).
Entsprechend dem BNatSchG §1 sind Natur und Landschaft auf Grund ihres eigenen
Wertes und als Lebensgrundlagen des Menschen auch in Verantwortung für die zu-
künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich so zu schützen, zu
pflegen, zu entwickeln und, soweit erforderlich, wiederherzustellen, dass
die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts,
die Regenerationsfähigkeit und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter,
die Pflanzen- und Tierwelt einschließlich ihrer Lebensstätten und Lebensräume,
die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie
der Erholungswert von Natur und Landschaft auf Dauer gesichert sind.
Der Verursacher eines Eingriffs gemäß BNatSchG ist zu verpflichten, vermeidbare Be-
einträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen. Der Verursacher ist zu ver-
pflichten, unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen des Naturschutzes
und der Landschaftspflege vorrangig auszugleichen (Ausgleichsmaßnahmen) oder in
sonstiger Weise zu kompensieren (Ersatzmaßnahmen). Der Eingriff darf nicht zugelas-
sen oder durchgeführt werden, wenn die Beeinträchtigungen zu vermeiden oder nicht
in angemessener Frist auszugleichen oder in sonstiger Weise zu kompensieren sind und
die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege bei der Abwägung aller
Anforderungen an Natur und Landschaft anderen Belangen im Range vorgehen.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
55
4. Beschreibung der Umweltauswirkungen
4.1 Schutzgut Mensch
Bestandsaufnahme des Umweltzustandes:
Durch die Planung des Bebauungsplanes Sonnenhufe Teil II soll dem bestehenden
Wohnbedarf in der Stadt Waldheim entsprochen werden. Somit werden mit der Pla-
nung die Voraussetzungen geschaffen, dass sich die Wohnbedingungen der ortsan-
sässigen Bevölkerung durch die Bereitstellung von Wohnraum verbessern.
Der Bereich in Randlage des Siedlungskörpers ist derzeit weitgehend unbelastet von
Emissionen und dient überwiegend der landwirtschaftlichen Nutzung.
Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch bei Durchführung der Planung:
Bei Durchführung der Planung kommt es baubedingt zeitweise zu einer Immissions-be-
lastung (Lärm, Staub) für die Bewohner benachbarter Gebiete. Durch die vorgese-
hene Neuansiedlung von Wohnbauvorhaben kommt es zu einer Erhöhung des Anlie-
gerverkehrs der für Wohngebiete typisch ist. Mit erheblichen Auswirkungen ist nicht zu
rechnen.
Bei der Durchführung der Planung sind die schalltechnischen Orientierungswerte nach
DIN 18005 einzuhalten. Für dieses Planverfahren sind deshalb die innerhalb von Allge-
meinen Wohngebieten (WA) max. zulässigen Lärmpegel von tags 55 dB(A) und nachts
40 dB(A), wobei für Verkehrslärm nachts ein Aufschlag von 5 dB(A) eingeräumt wird,
zu gewährleisten.
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung:
Bei Nichtdurchführung der Planung würde die bisherige landwirtschaftliche Nutzung
fortbestehen.
Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, zur Verringerung und zum Ausgleich:
Durch den Ausschluss der ausnahmsweise zulässigen Nutzungen gemäß §4 Abs. 3
BauGB im Allgemeinen Wohngebiet soll die Geräuschbelästigung benachbarter Ge-
biete gering gehalten werden.
Während der Bauphase ist auf die Umsetzung eines dem Stand der Technik entspre-
chenden, zügigen und koordinierten Bauablaufs zu achten. Belastungen (Verkehrs-

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
56
lärm, Baulärm, Stäube) für die Bewohner angrenzender Bereiche sollen minimiert wer-
den. Es sind kontinuierliche Straßen- und Flächenreinigungen zur Staub- und Schmutz-
bindung sowie Baustellenbefeuchtungen während der Bauphase erforderlich.
Fazit:
Durch die Planung sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch zu
erwarten.
4.2 Schutzgut Sachgüter
Bestandsaufnahme des Umweltzustandes:
Das Plangebiet wird als Ackerfläche und Intensivgrünland landwirtschaftlich genutzt.
Im Plangebiet und der maßgeblichen Umgebung befinden sich keine Bau- und Kultur-
denkmale. Diesbezügliche Auswirkungen sind grundsätzlich ausgeschlossen.
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung:
Durch die Planung kommt es zum Entzug von landwirtschaftlicher Nutzfläche.
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung:
Bei Nichtdurchführung der Planung würde der Bereich weiterhin landwirtschaftlich ge-
nutzt.
Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, zur Verringerung und zum Ausgleich:
Eine Existenzbedrohung von Landwirtschaftsbetrieben in Folge der geplanten Auswei-
sungen von Wohnbaufläche ist nicht erkennbar. Der Entfall der landwirtschaftlichen
Nutzfläche hat keine erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen.
Fazit:
Durch die Planung sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Sachgüter
zu erwarten.
4.3 Schutzgut Pflanzen
Bestandsaufnahme des Umweltzustandes:
Die landwirtschaftlichen Flächen des Plangebietes werden überwiegend als Ackerflä-
che und Intensivgrünland genutzt (Tabelle 2). Die Artenausstattung ist entsprechend

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
57
im überwiegenden Teil des Geltungsbereiches geringwertig. Lediglich die Gehölze am
nördlichen Plangebietsrand weisen einen höheren Biotopwert auf.
Tabelle 2: Flächennutzung / Vegetationseinheiten.
Pos. Flächenart
Fläche
[m²]
Anteil
in %
1
Ackerfläche
10.234
67,3
2
Intensivgrünland
4.485
29,4
3
Gehölzstreifen
260
1,7
4
Gartennutzung
135
0,9
5
Hecke
20
0,1
6
Straße, vollversiegelt
95
0,6
Schutzgebiete bzw. Schutzobjekte gemäß EU-Recht, BNatSchG sowie SächsNatSchG
sind am Standort nicht vorhanden. Eine Beeinträchtigung von Schutzgebieten/ -ob-
jekten ist somit nicht gegeben.
Prognose des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung:
Ein Eingriff in schutzbedürftige Vegetationsbestände und Lebensraumfunktionen er-
folgt bei der Baufeldfreimachung des Gehölzstreifens. Die Ackerflächen, das Intensiv-
grünland und die vollversiegelten Flächen haben hingegen nur geringe Schutzwürdig-
keit.
Zur Minimierung des Eingriffs sind im Gebiet Heckenpflanzungen als Randeingrünung
und Einzelbaumpflanzungen anzulegen, um die Artenvielfalt sowie Lebensräume für
Tiere zu erhalten.
Bei einer im WA zulässigen GRZ von 0,4 bleiben mindestens 60% der Flächen unversie-
gelt, so dass sich nach Durchführung der Planung hier wieder neue Pflanzengesell-
schaften ansiedeln können.
Prognose des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung:
Bei Nichtdurchführung der Planung würde der Bereich weiterhin überwiegend land-
wirtschaftlich als Ackerfläche und Intensivgrünland genutzt. Die gegenwärtige Biotop-
und Artenausstattung würde sich nutzungsbedingt nicht wesentlich ändern.
Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, zur Verbesserung und zum Ausgleich:

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
58
Durch die vorgesehenen Heckenpflanzungen am Baugebietsrand wird eine standort-
gerechte Vegetation hergestellt. Darüber hinaus wird die Pflanzenvielfalt durch Baum-
pflanzungen in den Grundstücken sowie durch die Begrünung der nicht überbauba-
ren Grundstücksflächen wiederhergestellt und erhöht.
Fazit:
Durch die Planung sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Pflanzen
zu erwarten.
4.4 Schutzgut Tiere
Ein Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag (AFB) wurde durch die Ingenieursgruppe
Chemnitz GbR (igc) erstellt. Im Folgenden sind die wichtigsten Ergebnisse zusammen-
fassend dargestellt. Der ausführliche AFB befindet sich in Anlage 2.
Aufgrund des gesetzten Zeitrahmens im Planverfahren wurde es notwendig eine
Worst-Case-Betrachtung unter Berücksichtigung der vorhandenen Daten vorzuneh-
men. In den Fachbeitrag sind zudem die Beobachtungen einer Vorortbegehung am
24.02.2017 durch die Ingenieursgruppe Chemnitz GbR eingeflossen. In Abstimmung mit
der Unteren Naturschutzbehörde wurde der Untersuchungsrahmen räumlich auf das
Plangebiet zuzüglich 100-Meter-Puffer mit inhaltlichem Schwerpunkt auf das Vorkom-
men der Feldlerche festgelegt. Eingeflossene Datenquellen, bereitgestellt durch die
Untere Naturschutzbehörde, sind
eine Abfrage der aktuell vorhandenen Arten (MultibaseCS, Plangebiet mit
1.000-Meter-Puffer) und
der Auszug „Unteres Zschopautal (Tal-Lebensraum)“ aus der Kulisse zu „Gebie-
ten mit besonderer avifaunistischer Bedeutung“ im Landkreis Mittelsachsen
(Planungsverband Region Chemnitz).
Bestandaufnahme des Umweltzustandes:
Im AFB wird das Plangebiet als durch landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen
(überwiegend Ackerfläche sowie am unmittelbaren Ortsrand als Intensivgrünland ge-
nutzt) gekennzeichnet beschrieben. Die Vegetationsstruktur ist niedrig, bis auf einen
Gehölzstreifen im nördlichen Bereich. Während der Vorortbegehung wurden die Ge-
hölze auf Höhlungen kontrolliert. Es sind keine vorhanden.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
59
Es wurde eine Bestanderfassung und Relevanzprüfung durchgeführt, um zu prüfen, ob
Arten von einer vertiefenden Prüfung ausgeschlossen werden können. Ausgeschlos-
sen wurde nach den Kriterien „fehlende Gefährdung“, „fehlende Empfindlichkeit“ und
„fehlende Wirkung/Relevanz“.
Westlich des Plangebietes, in ca. 200 Meter Entfernung, liegt das Gebiet mit besonde-
rer avifaunistischer Bedeutung „Unteres Zschopautal (Tal-Lebensraum)“. Es wird damit
weder vom Plangebiet, noch vom angelegten 100-Meter-Puffer berührt. Für typische
Waldarten besitzt das Plangebiet keine Bedeutung, da es sich um einen intensiven
Agrarlebensraum in Ortsrandlage handelt. Greifvogelarten wie Rot- und Schwarzmilan
können das Gebiet gelegentlich als Nahrungsraum aufsuchen, nutzen das Plangebiet
aber nicht als Bruthabitat, da keine Großbäume oder Gehölzgruppen in störungsarmer
Lage zur Horstanlage vorhanden sind. Gewässer sind im Plangebiet und dessen unmit-
telbarer Nachbarschaft nicht vorhanden, sodass eine Bedeutung für Fließgewässerar-
ten und Wasservolgelarten auszuschließen ist. Es handelt sich beim Plangebiet um ei-
nen Offenlandbereich. Aufgrund der Nutzung (Intensivgrünland, Intensivacker, keine
offene extensiv genutzte Landschaft mit vertikal strukturierter Vegetation, keine dor-
nenreichen Gebüsche/Obstgehölze im Plangebiet, Störungen durch Ortsrandlage) ist
eine Eignung als Bruthabitat für anspruchsvolle Wiesen- und Offenlandarten nicht zu
erkennen.
Im Umkreis von einem Kilometer um das Plangebiet bestehen Artnachweise für Säu-
getiere, Vögel und Herpetofauna. Nach der Relevanzprüfung ergibt sich für folgende
Arten die Notwendigkeit einer Prüfung (relevante Arten sind ausschließlich Vögel):
eine überschlägige Prüfung für die relevanten Arten Amsel (Turdus merula), Ei-
chelhäher (Garrulus glandarius), Goldammer (Emberiza citrinella), Mönchsgras-
mücke (Sylvia atricapilla), Rotkehlchen (Erithacus rubecula), Schwanzmeise
(Aegithalos caudatus), Singdrossel (Turdus philomelos) und Zaunkönig (Tro-
glodytes troglodytes)
eine vertiefende Prüfung (Reviere von der Planung möglicherweise betroffen)
für die Feldlerche (Alauda arvensis)
Die Feldlerche brütet in offenen Landschaften unterschiedlicher Ausprägung, zumeist
in Agrarlebensräumen, wie Grünland- oder Ackergebieten. Der Bodenbrüter benötigt
als Neststandort offene Flächen mit niedriger Kraut- und Grasvegetation. Bäume, Häu-
ser und geschlossene Vertikalstrukturen (Wälder, Siedlungen etc.) werden gemieden.
Die Art ist aktuell noch nicht gefährdet, befindet sich jedoch auf der Vorwarnliste („Ge-

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
60
fährdung zukünftig zu befürchten“) für Deutschland und Sachsen. Gefährdungen er-
geben sich aus Versiegelung, Verbauung und intensiver Landwirtschaft. Als Bruthabi-
tat der Feldlerche ist der direkte Geltungsbereich aufgrund der Ortsrandlage aktuell
als eher unattraktiv einzuschätzen.
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung:
Bei Umsetzung der Planung werden im Wesentlichen intensiv genutzte Ackerfläche
und Intensivgrünland überprägt. Der Verlust an Gehölzstreifen bzw. Saumbiotopen ist
insgesamt kleinflächig. Konkrete Brutnachweise für die betroffenen Bestände existie-
ren aktuell nicht. Die Gehölze und Säume sind jedoch prinzipiell geeignete Nistplätze
für Arten der Gehölze und Säume. Damit kann eine Verletzung von Artenschutzbelan-
gen (insbesondere in Hinsicht auf das Tötungs- und Störungsverbot bei der Beseitigung
von Beständen) nicht ausgeschlossen werden. Mit der Planung und den damit einher-
gehenden grünordnerischen Festsetzungen wird erneut Lebensraum für verschiedene
Arten geboten. Neben der Randeingrünung nehmen Gartenflächen über die Hälfte
des Baugebietes ein. Baumpflanzungen sind je 400 m² Grundstücksfläche vorzuneh-
men. Damit ist bei Durchführung der Planung ein ausreichendes Angebot an Nist-Struk-
turen für Arten der Gehölze und Saumbiotope am Standort vorhanden. Die Arten sind
gegenüber menschlichen Störungen im Allgemeinen relativ unempfindlich, nutzen
keine Dauerniststätten und treten häufig als Kulturfolger auf. Sie werden die entstehen-
den Habitate besiedeln. Mit Blick auf die derzeitige intensive Acker- und Grünlandnut-
zung wird das Gebiet entlang seiner Grenzen für Arten der Feldgehölze und – säume
gegenüber dem Bestand insgesamt aufgewertet.
Ein Ausweichen in benachbarte Habitate ist möglich (Gehölzbestände im Siedlungs-
bereich und Waldrand im Süden Richtung Zschopautal). Damit kann die zeitliche Lü-
cke zwischen dem Zeitpunkt der Fällung und der Entwicklung der Pflanzungen über-
brückt werden. Die ökologische Funktion der vom Vorhaben betroffenen Fortpflan-
zungs- oder Ruhestätten ist somit im räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt. Ein
Eingriff in Niststrukturen während der Brutzeit wird per Festsetzung ausgeschlossen. Ge-
gen den Verbotstatbestand des § 44 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG (Entnahme, Beschädi-
gung, Zerstörung von Fortpflanzungshabitaten- und Ruhestätten) wird nicht verstoßen.
Feldlerche
Im Sinne des Worst-Case-Ansatzes der Betrachtungen gehen Habitate der Feldlerche
durch die Überprägung der Agrarflächen verloren oder werden beeinträchtigt. Mit
einem Zeitpunkt des Baubeginns außerhalb der Brutsaison der Feldlerche wird aber

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61
der Verlust besetzter Nester verhindert. Andauernde Störungen durch den Baubetrieb
in die Brutphase hinein verhindert das Ansiedeln neuer Brutpaare. Ein Verbotstatbe-
stand nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG (Fang, Verletzung, Tötung) tritt nicht ein. Der
Erhaltungszustand der lokalen Population verschlechtert sich nicht. Störungstatbe-
stände im Sinne des § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG treten nicht ein.
Im Zuge der Planung verschiebt sich der Ortsrand weiter in die offene Landschaft hin-
ein, sodass Areale in Nachbarschaft des Geltungsbereiches an Habitateignung einbü-
ßen. Mit der Herstellung von Lerchenfenstern bis zum Beginn der Baumaßnahmen ste-
hen mit Beginn der Brutsaison Ausweichhabitate zur Verfügung. Die ökologische Funk-
tion der vom Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten wird im räumli-
chen Zusammenhang weiterhin erfüllt. Damit tritt kein Verbotstatbestand nach § 44
Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG (Entnahme, Beschädigung, Zerstörung von Fortpflanzungs- und
Ruhestätten) ein.
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung:
Bei Nichtdurchführung der Planung würde die landwirtschaftliche Nutzung im Plange-
biet fortbestehen. Die Lebensbedingungen für vorhandene Arten würden sich nicht
verändern.
Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich:
Da die vorhandenen Gehölze und Säume prinzipiell geeignete Nistplätze für Arten der
Gehölze und Säume darstellen und damit eine Verletzung von Artenschutzbelangen
nicht a priori ausgeschlossen werden kann wird folgende textliche Festsetzung getrof-
fen:
„Gehölzfällungen, die Beseitigung der damit verzahnten Krautvegetation und die Be-
seitigung von sonstigen Vegetationsbeständen sind außerhalb der Brutzeit, d.h. zwi-
schen Oktober und Januar, vorzunehmen.“
Die Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 Nr. 1 und 2 BNatSchG (Fang, Verletzung, Tö-
tung sowie Störungstatbestand) treten damit nicht ein, da kein Verlust besetzter Nester
aufgrund plötzlich auftretender starker Störungen stattfindet.
Um einem Verlust besetzter Nester der Feldlerche vorzubeugen wird der Baubeginn
auf einen Zeitpunkt außerhalb der Brutzeit festgesetzt. Die entsprechende textliche
Festsetzung dazu lautet:
„Aus artenschutzrechtlichen Gründen – Schutz von Bodenbrütern (Feldlerche) – sind
sämtliche erdergreifenden baulichen und sonstigen Maßnahmen auf Ackerflächen

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62
jeweils erst nach Abschluss des jährlichen Brutgeschehens (April – Juli) durchzuführen.
Der Abschluss der Vogelbrut ist durch anerkannte Gutachter bzw. Ornithologen fest-
zustellen. Anschließend ist der Baubetrieb innerhalb der Brutsaison kontinuierlich fortzu-
führen. Andernfalls ist im Rahmen einer ökologischen Baubegleitung der Nachweis zu
erbringen, dass zum Eingriffszeitpunkt keine besetzten Nester vorhanden sind.“
Damit kann mit dem Bau im Bereich der Agrarfläche im August bis März des Folgejah-
res begonnen werden. Bei andauernden Störungen durch den Baubetrieb während
der Brutphase werden sich keine Brutpaare ansiedeln. Es wird entsprechend festge-
setzt, den Baubetrieb „kontinuierlich fortzuführen“. Brutpaare können stattdessen auf
benachbarte Habitate ausweichen (Lerchenfenster). Alternativ kann im Rahmen einer
ökologischen Bauüberwachung die Abwesenheit von besetzten Nestern nachgewie-
sen werden.
Mit den gezielten Maßnahmen tritt kein Verbotstatbestand im Sinne des § 44 Abs. 1,
Nr. 1 BNatSchG ein.
In der Umgebung des Plangebietes werden 1,5 ha Ackerfläche als Feldlerchenhabitat
aufgewertet. Dazu werden drei Lerchenfenster (CEF-Maßnahme) zu je 20 bzw. 40 m²
innerhalb von 1,5 ha Ackerfläche in gleichmäßiger Verteilung angelegt. Die Lerchen-
fenster müssen vor Beginn der Baumaßnahmen vorhanden bzw. gesichert sein, sodass
mit Beginn der Brutsaison entsprechende Ausweichhabitate zur Verfügung stehen. Die
Stadt Waldheim trifft dazu mit dem Flächenbewirtschafter eine entsprechende Ver-
einbarung (Anlage 4). Die entsprechende textliche Festsetzung lautet:
„Als vorgezogene artenschutzrechtliche Ersatzmaßnahme (CEF-Maßnahme) sind in
der Umgebung des Plangebietes im Bereich der vorhandenen Ackerfläche 3 Lerchen-
fenster von je 20 bzw. 40 m² Fläche in gleichmäßiger Verteilung anzulegen. Die Ler-
chenfenster sollen einen Abstand von mindestens 25 m zum Feldrand und mindestens
50 m zu vertikalen Elementen haben. Sind sollen mit Beginn der Baumaßnahmen vor-
handen bzw. gesichert sein und so als Ausweichhabitat zu Beginn der Brutsaison zur
Verfügung stehen. Eine Rotation der zur Verfügung gestellten Flächen ist zulässig“.
Der Vorhabensträger (Stadt Waldheim) sichert eine entsprechende Vereinbarung mit
den Flächenbewirtschaftern derart, dass eine jährliche Identifizierbarkeit der Fläche
gewährleistet wird.
Die für den Acker zugelassenen Herbizide beeinträchtigen dabei das Fortpflanzungs-
habitat der Feldlerche nicht, was Ackerwirtschaft mit der üblichen Maschinentechnik
(Sprühwagen) ermöglicht.

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63
Damit wird die ökologische Funktion der vom Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs-
oder Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt. Es tritt kein Verbots-
tatbestand nach § 44 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG (Entnahme, Beschädigung, Zerstörung
von Fortpflanzungs- und Ruhestätten) ein.
Fazit:
Unter Berücksichtigung der artspezifischen Vermeidungs- und CEF-Maßnahmen ist für
alle im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag behandelten Arten davon auszugehen,
dass die Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 BNatSchG nicht verletzt werden. Eine
Ausnahme gemäß § 45 Abs. 7 BNatSchG oder eine Befreiung nach § 67 Abs. 2
BNatSchG ist bei Umsetzung der genannten Maßnahmen für keine der im Artenschutz-
rechtlichen Fachbeitrag behandelten Arten erforderlich.
Durch die Planung sind aufgrund der geplanten Maßnahmen keine erheblichen Be-
einträchtigungen des Schutzgutes Tiere zu erwarten.
4.5 Schutzgut Landschaft
Bestandsaufnahme des Umweltzustandes:
Das Landschaftsbild ist innerhalb des Plangebietes in unmittelbarer Ortsrandlage
durch die bestehende landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Die Vegetationsstruktur
ist niedrig. Lediglich im nördlichen Bereich des Plangebietes befindet sich ein Gehölz-
streifen. Es kommen keine landschaftsgliedernden oder kulissenbildenden Elemente
vor. Auch das Erholungspotenzial ist von untergeordneter Bedeutung.
An das Plangebiet grenzt in südöstliche bis südwestliche Richtung landwirtschaftliche
Nutzfläche an. Im Nordwesten befindet sich die straßenbegleitende, nutzungsge-
mischte Bebauung entlang der Waldheimer Straße. Der Bereich nordöstlich des Gel-
tungsbereiches wird durch das in den 1990er Jahren entstandene Wohngebiet Son-
nenhufe Teil I mit Einfamilienhäusern geprägt.
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung:
Bei Durchführung der Planung wird vor allem Ackerland und Intensivgrünland dauer-
haft entzogen. Mit der geplanten Errichtung von ca. 13 Eigenheimen wird der Woh-
nungsbestand in Waldheim bedarfsgerecht erweitert.

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64
Die geplante offene Bauweise passt sich an die vorhandene Bebauung in der Umge-
bung an. Mit der geplanten Randeingrünung wird das Plangebiet in den Landschafts-
raum eingebunden.
Durch die Vorprägung der Umgebung durch Wohnbebauung und die geplanten Be-
grünungsmaßnahmen sind keine erheblichen Beeinträchtigungen des Landschaftsbil-
des zu erwarten.
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung:
Bei Nichtdurchführung der Planung würde der Bereich weiterhin als Ackerfläche und
Intensivgrünland landwirtschaftlich genutzt.
Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, zur Verringerung und zum Ausgleich:
Die Festsetzung einer offenen Bauweise nimmt Bauformen der umgebenden Bebau-
ung auf. Durch die Festsetzung einer Randbegrünung des Baugebietes durch Hecken
werden typische Landschaftselemente der Region bei der Neuplanung aufgenom-
men. Die Randeingrünung schafft einerseits eine Abgrenzung des Siedlungskörpers zur
angrenzenden Ackernutzung. Andererseits bindet sie als prägnantes Sichtelement die
Siedlung klar in die Landschaft ein. Der Charakter des angrenzenden vorhandenen
Siedlungskörpers wird durch
eine bindende gärtnerische Gestaltung der Vorgärten,
eine gärtnerische Nutzung der Grundstücke,
Baumpflanzungen auf Grundstücken,
die Firstrichtung und
die Fassadenbeschaffenheit,
fortgeführt.
Fazit:
Durch die Planung sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Landschaft
zu erwarten.
4.6 Schutzgut Boden
Bestandsaufnahme des Umweltzustandes:
Gemäß der Bodenübersichtskarte 1:400.000 des Sächsischen Landesamtes für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie (LfULG), besteht die geologische Zusammen-setzung

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65
des Leitbodentyps der Fläche aus Löß-Staugley. Das Substrat des Leitboden-typs be-
steht aus Löß und kommt über Geschiebelehm, Schmelzwassersand, Flussschotter o-
der Festgestein vor. Dementsprechend weist das Löß im Oberboden vorwiegend leh-
migen Schluff bis schluffigen Lehm auf. Im Unterboden kann kiesig-steiniger, sandiger
Lehm bis Lehm, kiesiger Sand und verwittertes Gestein vorkommen. Als weitere Begleit-
böden in der Fläche können Löß-Parabraunerde und Löß-Parabraunerde-Staugley
auftreten. Der grobporenarme Untergrund verstärkt den Wasserstau und führt zu ei-
nem ausgeprägten Wechsel von Staunässe und Austrocknung. Die nutzbare Wasser-
kapazität im Boden fällt mittel aus. Der pH-Wert des Bodens ist schwach sauer bis sauer
und vom Nährstoffpotential mittel.
Gemäß den Bodenauswertungskarten des LfULG bestehen folgende Bodenfunktions-
wertigkeiten:

image
image
image
image
image
image
image
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66
Abbildung 1: Ausschnitt aus der Digitalen Bodenkarte BK50.
Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Tabelle 3: Werte zum Boden (Gen.-Nr. 392) des Plangebietes, DBK 1:50.000.
Bezeichnung
Wert in DBK 50.000
Generallegenden-Nr.:
392
Leitbodenform:
Regosol aus gekipptem Kies führendem Lehm (Lösslehm,
bauschutt)
Leitbodenform-Symbol:
RQn: oj-(k)l(Lol;Yb)
Begleitböden-Symbol:
SS-RQ: oj-(k)u(Lol;gf)/p-u(Lol)
Substrateinheit:
Böden aus anthropogenen Sedimenten in Siedlungs-, In-
dustrie und Bergbaugebieten
Leitbodenassoziation-Symbol:
R:o-(v)l
Leitbodenassoziation:
Ah/C-Böden aus anthropogenem Skelett führendem
Lehm
Vernässung-Stufe:
nicht vernässt
Ökologische Feuchte-Stufe:
mäßig trocken und wechseltrocken (4-5)
Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
566
392
494
Bebauungsplangebiet

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67
Tabelle 4: Werte zum Boden (Gen.-Nr. 566) des Plangebietes, DBK 1:50.000.
Bezeichnung
Wert in DBK 50.000
Generallegenden-Nr.:
566
Leitbodenform:
Braunerde-Parabraunerde aus periglaziärem Schluff
(Lösslehm) über tiefem periglaziärem Grussand (Granu-
lit)
Leitbodenform-Symbol:
BB-LL: p-u(Lol)//p-zs(*Gr)
Begleitböden-Symbol:
eLL-BB: p-u(Lol), SS-LL: p-u(Lol)//p-zl(*Gr), YKn: u-
(z)u(Uuk)/p-(z)l(*Gr)
Substrateinheit:
Böden aus Löss und Lössderivaten über tiefem Fest- und
Lockergestein
Leitbodenassoziation-Symbol:
L:u//vs
Leitbodenassoziation:
Lessives aus Schluff über tiefem Skelettsand
Vernässung-Stufe:
nicht vernässt
Ökologische Feuchte-Stufe:
mäßig trocken und wechseltrocken (4-5)
Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Tabelle 5: Werte zum Boden (Gen.-Nr. 494) des Plangebietes, DBK 1:50.000.
Bezeichnung
Wert in DBK 50.000
Generallegenden-Nr.:
494
Leitbodenform:
Pseudogley-Parabraunerde aus periglaziärem Schluff
(Lösslehm)
Leitbodenform-Symbol:
SS-LL: p-u(Lol)
Begleitböden-Symbol:
LLn: p-u(Lol), eSS-LF: p-u(Lol), YKn/eLL: u-u(Uuk)/p-u(Lol),
YKn: u-(z)u(Uuk)
Substrateinheit:
Böden aus Löss und Lössderivaten
Leitbodenassoziation-Symbol:
L:u
Leitbodenassoziation:
Lessives aus Schluff
Vernässung-Stufe:
schwach vernässt
Ökologische Feuchte-Stufe:
keine Angabe
Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Die Flächen des Geltungsbereiches sind in Anbindung an vorhandene Wohnbebau-
ung für eine bauliche Entwicklung geeignet.
Bei Durchführung der Planung wird vor allem Ackerland und Intensivgrünland dauer-
haft entzogen. Mit der Errichtung von ca. 13 Häusern wird der Wohnungsbestand in
Waldheim bedarfsgerecht erweitert.

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68
Für die sich an den Bebauungsplan anschließenden Planungsphasen werden zur Er-
höhung des Kenntnisstandes zum geologischen Schichtenaufbau, zu den hydrogeo-
logischen Verhältnissen und zur Tragfähigkeit des Untergrundes Baugrunduntersuchun-
gen nach DIN 4020 empfohlen.
Im Plangebiet sind keine Altlastenverdachtsflächen bekannt. Im Falle des Auffindens
von umweltgefährdenden Stoffen z.B. während der Bauphase ist das zuständige Um-
weltamt unverzüglich in Kenntnis zu setzen.
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung:
Bei Durchführung der Planung wird die Versiegelung vorhabenbedingt ansteigen. Zu-
dem wird in das bestehende Bodengefüge, die Bodenwasserverhältnisse und die Bo-
denfunktionen eingegriffen.
Tabelle 6 zeigt die Veränderung der Bodenversiegelung im Zuge einer möglichen Um-
setzung der Planung. Es wird angenommen dass bei einer Grundflächenzahl von 0,4
ca. 30% der Flächen WA1, WA2 und WA3 (insgesamt 12.535 m²) vollversiegelt und 10%
der Flächen teilversiegelt werden. Planstraßen werden als vollversiegelte Flächen an-
genommen (2.616 m²).
Tabelle 6: Versiegelung im Plangebiet.
Bestand
[m²]
Bestand
[%]
Planung
[m²]
Planung
[%]
Veränderung
[m²]
Vollversiegelung
95,0
0,5
6376,5
42,0
(+)6281,5
Teilversiegelung
0
0
1.253,5
8,0
(+)1.253,5
unversiegelte Flächen
15134,0
99,5
7.599,0
50,0
(-)7535,0
Gesamtfläche
15.229,0
100,0
15.229,0
100,0
0
Im Rahmen der Baumaßnahmen ist abgeschobenes Bodenmaterial möglichst wieder
im Plangebiet zu verwenden. Bei der Durchführung der Planung sind im Bereich der
noch intakten durchwurzelbaren Bodenschichten die gesetzlichen Vorgaben des
Mutterbodenschutzes zu berücksichtigen. Das „Merkblatt zu Belangen des Boden-
schutzes im Rahmen von Baumaßnahmen“ fordert, dass anfallender Mutterboden in
vollem Umfang zu gewinnen, im nutzbaren Zustand zu erhalten und funktionsgerecht
zu verwerten ist. Vor Beginn der Baumaßnahmen ist der Mutterboden separat zu ge-
winnen und vor Vermischung mit anderen Stoffen zu schützen.

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69
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung:
Bei Nichtdurchführung der Planung würde der Bereich weiterhin landwirtschaftlich als
Ackerfläche und Intensivgrünland genutzt.
Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, zur Verringerung und zum Ausgleich:
Die Flächenversiegelung erfolgt in dem Maße, das zur Errichtung und Nutzung des
Wohngebietes unvermeidlich ist – mit dem Boden wird insofern sparsam umgegangen.
Außerhalb vollversiegelter Flächen sind Beläge durchlässig zu gestalten. Die Grundstü-
cke werden mit hohem Grünanteil geplant. Soweit im Rahmen des Wohngebiets mög-
lich, wird die Fläche begrünt, was dem Wasserspeichervermögen des Standortes zu
Gute kommt. Zudem wird der Boden so als Pflanzenstandort genutzt.
Der Hinweis, den natürlichen Oberboden separat zu gewinnen und funktionsgerecht
zu verwerten wird im Planteil B gegeben. Damit soll zu einem Erhalt biologisch funkti-
onsfähiger, unbelasteter Böden beigetragen werden, genau wie mit dem Hinweis zur
Vermeidung von Bodenerosion und Bodenverdichtung.
Fazit:
Durch die Planung ist infolge der Versiegelungen mit Auswirkung auf das Schutzgut
Boden zu rechnen.

image
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image
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Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
70
4.7 Schutzgut Wasser
Bestandsaufnahme des Umweltzustandes:
Abbildung 2: Lage des Grundwasserschutzgebietes WF Waldheim.
Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Östlich des Plangebietes befindet sich das Grundwasserschutzgebiet (einschl. Ufer-
und Infiltratentnahme) WF Waldheim. Am Standort bestehen jedoch keine Restriktio-
nen durch festgesetzte Wasserschutzgebiete und Überschwemmungsgebiete.
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung:
Durch Neuversiegelungen ist mit Auswirkungen auf die Versickerung und die Boden-
wasserverhältnisse zu rechnen. Der Anteil des abzuleitenden Oberflächenwassers wird
baubedingt steigen.
Das Vorhaben wird infolge der ansteigenden Bodenversiegelung in das Bodenwass-
erregime eingreifen. Insbesondere die Oberflächenwasserversickerung bzw. der Si-
ckerwasserabfluss werden herabgesetzt. Die Auswirkungen werden bei einer GRZ von
0,4 jedoch nicht erheblich sein, weil 40% der Fläche versiegelt oder teilversiegelt wer-
den und mindestens 60% unversiegelt bleiben.
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung:
Bebauungsplangebiet

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71
Bei Nichtdurchführung der Planung würden sich für die Grund- und Bodenwasserver-
hältnisse keine wesentlichen Veränderungen ergeben.
Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, zur Verringerung und zum Ausgleich:
Die Versiegelung ist auf das festgesetzte Maß zu beschränken. Es sind versickerungs-
fähige Beläge für Stellflächen und Nebenanlagen zu wählen. Durch eine gärtnerische
Gestaltung der Grundstücke, auch mit Vorgärten, Baumpflanzungen und Randeingrü-
nung sowie durch die mögliche Dachbegrünung wird der Gebietsabfluss verzögert
bzw. verringert (Interzeption). In situ wird die Versickerung des Wassers durch Durch-
wurzelung und verzögerte Abgabe von Niederschlagswasser von Pflanzenoberflä-
chen verbessert.
Fazit:
Durch die Planung ist infolge der Versiegelungen mit Auswirkungen auf das Schutzgut
Wasser zu rechnen.
4.8 Schutzgut Klima
Bestandsaufnahme des Umweltzustandes:
Das Klima in Meinsberg ist mäßig feucht. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei
ca. 8,4°C und die Niederschläge summieren sich über das Jahr auf ca. 592 mm.
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung:
Von Auswirkungen auf das Regionalklima ist nicht auszugehen. Meso- und mikro-kli-
matisch werden sich geringfügig veränderte Luftströmungen, ein erhöhtes Wärme-
speicherverhalten durch die Überbauung und untergeordnete Auswirkungen auf die
nächtliche Kaltluftbildung ergeben.
Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung:
Bei Nichtdurchführung der Planung würden sich keine klimatischen Veränderungen
ergeben.

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72
Geplante Maßnahmen zur Vermeidung, zur Verringerung und zum Ausgleich:
Ein hoher Grün- und Freiflächenanteil, eine Rand- und Grundstückseingrünung, durch-
lässige Stellplätze, mögliche Dachbegrünungen sowie eine lockere Bebauung werden
das Meso- und Mikroklima positiv beeinflussen. Diese Planungsmaßnahmen werden
bei sommerlichen Strahlungswetterlagen der Überwärmungsneigung und Austrock-
nung entgegenwirken.
Angaben zum Klimaschutz
Nach §1 Abs. 5 BauGB sollen Bauleitpläne dazu beitragen, den Klimaschutz und die
Klimaanpassung, insbesondere auch in der Stadtentwicklung, zu fördern. Im Sinne des
Klimaschutzes ist eine Regulation der atmosphärischen CO
2
-Konzentration geboten.
Im Plangebiet ist es zulässig elektrischen Strom und Wärme aus Sonnenenergie über
Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen zu gewinnen. Dies wird, wie auch die Nut-
zung von BHKW, explizit empfohlen. Damit werden ein hoher energetischer Gesamt-
nutzungsgrad erreicht und gegenüber anderen Methoden der Energiebereitstellung
relativ wenig atmosphärische Treibhausgasimmissionen erzeugt.
Es wird weiterhin darauf hingewiesen, dass bei Bauvorhaben die Energiesparverord-
nung (EnEV) und das Ernauerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in der jeweils
aktuellen Fassung zu beachten ist.
Fazit:
Durch die Planung sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Klima zu
erwarten.
4.9 Schutzgut Kultur
Bestandsaufnahme des Umweltzustandes:
Innerhalb des Plangebietes befinden sich keine Kulturdenkmale oder archäologische
Relevanzzonen nach SächsDSchG. Nach derzeitigem Kenntnisstand stellt das Plange-
biet eine von archäologischen Funden freie Fläche dar. Auf dem Satzungsplan wird
darauf hingewiesen, dass Bodenfunde gemäß §20 SächsDSchG bei der Denkmal-
schutzbehörde meldepflichtig sind.
Fazit:

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
73
Da sich im Plangebiet keine Kulturgüter in diesem Sinne befinden, verändert sich der
schutzgutbezogene Umweltzustand mit Durchführung der Planung gegenüber einer
Nichtdurchführung nicht.
Durch die Planung sind keine erheblichen Auswirkungen auf die Schutzgut Kultur zu
erwarten.

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74
5. Bewertung des Eingriffs und Ausgleichsmaßnahmen
Da das Vorhaben gemäß §1a BauGB einen Eingriff in Natur und Landschaft darstellt,
wurde auf der Grundlage konkreter Flächenbilanzen mit Darstellung des Vor- und
Nacheingriffszustandes eine Eingriffs-Ausgleich-Bilanzierung basierend auf der „Hand-
lungsempfehlung zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im Freistaat Sachsen“
durchgeführt.
Prinzipiell ist zwischen biotop- und funktionsbedingten Auswirkungen zu unterscheiden.
Deshalb sind sowohl biotopbezogene Maßnahmen (Pflanzmaßnahmen) als auch
funktionsbezogene Maßnahmen (Entsiegelungen, Erosionsschutzmaßnahmen etc.) er-
forderlich. Zur Kompensation der Eingriffe in das Schutzgut Boden sind zunächst Entsie-
gelungs- und Abrissmaßnahmen gemäß des "Entsiegelungserlasses" des SMUL vom
30.07.2009 als prioritäre Möglichkeit zur Umsetzung der Kompensationsverpflichtung zu
prüfen.
5.1 Eingriff und Ausgleich innerhalb des Plangebietes
Bewertet werden zunächst die Bestandsflächen im Plangebiet. Dabei wird auch ins-
besondere die siedlungsnähe der Flächen (insbesondere in Hinsicht auf Gehölzstreifen
und Hecke) einbezogen. Damit ergibt sich ein biotopbezogener Wertverlust von
103.223 Werteinheiten.
Bei der Bewertung des funktionsbezogenen Wertverlustes wird dem Vorschlag der Un-
teren Naturschutzbehörde
1
gefolgt den Funktionsverlust insbesondere in Hinsicht auf
die biotische Ertragsfunktion, die Archivfunktion und die Retentionsfunktion der be-
troffenen Flächen zu betrachten.
Die biotische Ertragsfunktion der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Plangebiet
geht durch das Planvorhaben verloren. Dies ist insofern besonders relevant, als dass
Böden im Plangebiet eine stellenweise hohe (Stufe IV), bzw. sehr hohe (Stufe V) natür-
liche Bodenfruchtbarkeit besitzten
2
. Aufgrund des Funktionsverlustes beträgt der Funk-
tionsminderungsfaktor 1,5 im Bereich der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Dies
wird dem Wechsel aus hoher und sehr hoher Fruchtbarkeit sowie dem Wechsel zwi-
schen Acker und Grünland gerecht.
1
Stellungnahme des Landratsamtes Mittelsachsen, Untere Naturschutzbehörde zum Vorent-
wurf des vorliegenden Bebauungsplanes
2
Natürliche Bodenfruchtbarkeit: Auswertekarten Bodenschutz 1:50.000 © Sächsisches Landes-
amt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

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75
Über eine besondere Archivfunktion verfügt der Boden nicht. Im Plangebiet kommen
keine seltenen Böden oder Böden mit Archivfunktion vor. Nach dem Landesamt für
Archäologie Sachsen
3
gibt ebenfalls keine Hinweise auf eine besondere Archivfunk-
tion der betrachteten Böden. Deshalb entfällt die Betrachtung der Archivfunktion in
der Eingriffsbilanzierung.
Hinsichtlich der Retentionsfunktion ist das hohe Wasserspeichervermögen der Fläche
(Stufe IV hoch
4
) von Bedeutung. Im Bereich der Ackerfläche existiert jedoch keine
dichte Dauervegetation, was das Retentionsvermögen dort mindert. In diesem Be-
reich wird deshalb nur von einer mittleren Bedeutung für die Retentionsfunktion aus-
gegangen, im Rest des Plangebietes von einer hohen Bedeutung. Lediglich im Bereich
der Straße gibt es keine Retentionsfunktion. Es findet eine Funktionsminderung statt.
Es ergibt sich ein biotopbezogener (103.233 Werteinheiten) und funktionsbezogener
(29.853 Werteinheiten)
Wertverlust von 133.076 Werteinheiten
.
Tabelle 7: Biotopbezogener Wertevelust.
Pos. Flächenart
Fläche [m²]
Anteil von
Gesamt [%]
Anteil in
%
Biotop-
wert
Wertein-
heiten [WE]
1
vollversiegelte Flächen
95,0
0,6
100,0
1.1 Straße
95,0
0,6
100,0
0
0
2
unversiegelte Flächen
15.134
99,4
100,0
2.1
Intensiv genutztes Dauer-
grünland frischer Stand-
orte
4.485,0
29,5
29,6
10
44.850
2.2 Ackerfläche
10.233,5
67,2
67,6
5
51.168
2.3 Gehölzstreifen
260,0
1,7
1,7
21
5.460
2.4 Gartennutzung
135,5
0,9
0,9
10
1.355
2.5 Hecke
20,0
0,1
0,1
20
400
Gesamt
15.229,0
100,0
100,0
103.233
Tabelle 8: Funktionsbezogener Wertevelust.
Nr. Funktion
Minde-
rung/ Ver-
lust
Nutzung/
Bio-
toptyp
Fläche [m²]
Minderung
[WE]
1 Biotische Ertragsfunktion
1,5
Pos. 2.1; 2.2
14.718,5
22.078
2 Retentionsfunktion
1,0
Pos. 2.3; 2.4; 2.5
415,5
416
3 Retentionsfunktion
0,5
Pos. 2.1; 2.2
14.718,5
7.359
Gesamt
15.134,0
29.853
3
Stellungnahme des Landesamtes für Archäologie Sachsen zum Vorentwurf
4
Wasserspeichervermögen: Auswertekarten Bodenschutz 1:50.000 © Sächsisches Landesamt
für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
76
Weiterhin wird der Unteren Naturschutzbehörde
1
dahingehend gefolgt, dass die Flä-
chen der vollversiegelten Bebauung, der teilversiegelten privaten Wege und Privat-
gärten zu einer Fläche „Wohngebiet“ zusammengefasst werden. Da es sich um ein
gut durchgrüntes Gebiet in offener, lockerer Bebauung handelt wird diesem der Plan-
wert 7 zugeordnet.
Das Plangebiet wird gegenüber der offenen Landschaft mit einer Randeingrünung
versehen. Laut Artenschutzrechtlichem Fachbeitrag ist bei Umsetzung der grünordne-
rischen Festsetzungen „zu prognostizieren, dass zukünftig ein ausreichendes Angebot
an Niststrukturen für Arten der Gehölze und Saumbiotope am Standort vorhanden sein
wird. Da die Arten keine Dauerniststätten nutzen, und häufig auch als Kulturfolger auf-
treten (und daher gegenüber menschlichen Störungen im Allgemeinen relativ unemp-
findlich sind), werden sie die entstehenden Habitate besiedeln. Mit Blick auf die der-
zeitige intensiven Acker- und Grünlandnutzung wird das Gebiet entlang seiner Gren-
zen für Arten der Feldgehölze und –säume gegenüber dem Bestand insgesamt aufge-
wertet.“ Der Randeingrünung wird deshalb ein Faktor für die Lebensraumfunktion von
0,5 zugeordnet.
Tabelle 9: Biotopbezogener Ausgleich innerhalb des Plangebietes.
Pos. Flächenart
Fläche [m²]
Anteil von
Gesamt [%]
Anteil in
%
Plan-
wert
Wertein-
heiten [WE]
1
Baugebiet,
Allgemeines
Wohngebiet §4 BauNVO
12.535,0
82,3
100
1.1
Allgemeines Wohngebiet
(ohne Randeingrünung)
11.894,0
78,1
94,9
7
83.258
1.2 Anpflanzung, Randeingrü-
nung
641,0
4,2
5,1
10
6.410
2
Übernahme Bestand
78,0
0,5
100
2.1
Gartennutzung (Über-
nahme Bestand)
78,0
0,5
100
10
780
3
Verkehrsfläche
2616,0
17,2
100
3.1 neue Erschließungsstraßen
2616,0
17,2
100
0
0
Gesamt
15.229,0
100,0
90.448
Tabelle 10: Funktionsbezogener Ausgleich innerhalb des Plangebietes.
Nr. Funktion
Faktor Nutzung/ Biotoptyp
Fläche [m²]
Wert [WE]
1
Lebensraumfunktion
0,5
Pos. 1.2
641,0
321
Gesamt
321

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
77
Tab. 17: Bilanzierung der Wertverluste und Wertgewinne im Plangebiet
Bestand
Planung
biotopbezogener
Wertverlust
103.223
90.448
biotopbezogener Aus-
gleich
funktionsbezogener
Wertverlust
29.853
321
Funktionsbezogener
Ausgleich
Wertverlust
133.076
90.769
Ausgleich im Geltungs-
bereich
noch auszugleichen:
42.307
4,23
Ökopunkte-Defizit
Der Biotop- und funktionsbezogene Wertgewinn innerhalb des Geltungsbereiches
kann den Wertverlust nicht ausgleichen, aber minimieren.
Das Defizit beträgt 4,23 Öko-
punkte.
Erst mit entsprechenden Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen außerhalb des
Plangebietes kann der Biotop- und funktionsbezogene Wertgewinn erbracht und aus-
geglichen werden. Der erforderliche Ausgleich soll außerhalb des Plangebietes erfol-
gen.
5.2 Abriss und Entsiegelung außerhalb des Plangebietes
Das BauGB lässt einen Ausgleich außerhalb des Plangebietes zu, insofern der Aus-
gleich mit einer geoordneten städtebaulichen Entwicklung vereinbar ist, der Ausgleich
mit den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege vereinbar ist und der Aus-
gleich mit den Zielen der Raumordnung vereinbar ist.
Zur vollständigen Kompensation des Eingriffs im Plangebiet wurde gemäß dem Entsie-
gelungserlass des SMUL vom 30.07.2009 prioritär die Verfügbarkeit von Flächen zur Ent-
siegelung oder Abriss im Gebiet der Stadt Waldheim geprüft. Nachfolgende Maß-
nahme wurde zur Kompensation des Eingriffs herangezogen. Berechnungen erfolgen
nach der „ Handlungsempfehlung zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im
Freistaat Sachsen“, Fassung SMUL, Mai 2009.
Das Vorhaben „Abbruch ehemalige Spindelfabrik, An der Zschopau 3, Fl. 905/2 und
906a“ (Landesprogramm Brachflächenrevitalisierung/Brachflächenräumung) wurde
durchgeführt. Dabei wurden auf dem Flurstück 906a 2270 m² Fläche entsiegelt. Davon
waren 1.709 m² mit Gebäudeteilen bedeckt. 561 m² waren vollversiegelte Hoffläche.
Der versiegelten Fläche mit Gebäudebestand wird der Biotopwert 0 zugeordnet, der
vollversiegelten Hoffläche ebenfalls. Punktwerte für Entsiegelung und Sukzession be-
tragen jeweils 4.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
78
Das Gelände der ehemaligen Spindelfabrik befindet sich im landschaftlich als wertvoll
betrachteten Zschopautal. Der Anteil der Bebauung betrug mehr als 25%, weshalb
nach Handlungsempfehlung ein Bonusfaktor Landschaftsbild von 2 vergeben wird. Die
gesamte Wertsteigerung durch Abriss und Entsiegelung beträgt 54.480 Werteinheiten.
Tabelle 11: Abriss/Entsiegelung Spindelfabrik, Wertsteigerung durch Entsiegelung.
Auf dem Gelände wurde flächendeckend Mutterboden aufgebracht und extensives
Grünland angelegt. Deshalb geht der Wert der Sukzession in der Fläche (2.270 m²) ver-
loren (biotopbezogener Werteverlust). Gleichzeitig erfolgt ein biotopbezogener Wert-
gewinn durch die Anlage des extensiven Grünlandes. Die biotopbezogene Wertstei-
gerung beträgt 24.970 Werteinheiten.
Tabelle 12: Abriss/Entsiegelung Spindelfabrik, biotopbezogener Wertverlust/-gewinn.
Durch den Abriss und die Entsiegelung des Fabrikgeländes geht Lebensraum verloren,
der durch die neue Landnutzung als extensives Grünland ersetzt wird. Gleichzeitig er-
folgt ein funktionsbezogener Wertgewinn in den Bereichen biotische Ertragsfunktion,
Retentionsfunktion und bioklimatische Ausgleichsfunktion. Der funktionsbezogene
Wertgewinn beträgt 3.405 Werteinheiten.
Fläche
[m²]
Ausgangs-
wert
Punktwert
Entsiegelung
Punktwert
Sukzession
Wertgewinn
insg. zu entsiegelnde Fläche
2.270
davon Gebäudefläche
1.709
0
4
4
13.672
Restfläche
561
0
4
4
4.488
Fläche
[m²]
Wertgewinn Bonusfaktor
II
Zusatz Landschaftsbild
2.270
18.160
2
III Wertsteigerung gesamt
I
54.480
Wertgewinn
LB
36.320
Biotoptyp
Fläche
[m²]
Biowert/
Planwert
Wertein-
heiten [WE]
Sukkzession
2.270
4
-9.080
Extensiv genutztes Grünland
2.270
15
34.050
Wertsteigerung gesamt
24.970

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
79
Tabelle 13: Abriss/Entsiegelung Spindelfabrik, funktionsbezogener Wertverlust/-gewinn.
Die Wertgewinne aus Entsiegelung, biotop- und funktionsbezogenem Wertgewinn be-
tragen insgesamt 82.855 Werteinheiten.
Tabelle 14: Abriss/Entsiegelung Spindelfabrik, Wertgewinn gesamt.
Die Maßnahme wurde durch das Landesprogramm Brachflächenrevitalisie-
rung/Brachflächenräumung gefördert. Die Stadt Waldheim nutzt die Ökopunkte der
Maßnahme zur Kompensation im Rahmen ihres Eigenanteils.
Von den abgerechneten Gesamtausgaben werden 49,7% als zuwendungsfähiger
Gesamtaufwand anerkannt. Bei einem Fördersatz von 90% ergibt sich eine Förder-
summe von 44,73% des abgerechneten Gesamtaufwandes. Damit verbleiben 55,27%
des abgerechneten Gesamtaufwandes als Eigenanteil der Stadt Waldheim.
Von dem durch die Maßnahme erzielten ökologischen Wertgewinn von 82.855 Wert-
einheiten verbleiben in der Folge 45.797 (55,27%) Werteinheiten als anrechenbar für
die Kompensation des Eingriffs im Bebauungsplan „Sonnenhufe Teil II“.
Funktion
Biotoptyp/
Flächennutzung
Faktor
Fläche
[m²]
Wertein-
heiten [WE]
Fabrikgebäude + Hof
-0,5
2.270
-1.135
Extensiv genutztes Grünland
0,5
2.270
1.135
biotische Ertragsfunktion
Extensiv genutztes Grünland
0,5
2.270
1.135
Retentionsfunktion
Extensiv genutztes Grünland
0,5
2.270
1.135
bioklimatische Ausgleichsfunktion Extensiv genutztes Grünland
0,5
2.270
1.135
funktionsbezogener Wertänderung
3.405
Lebensraumfunktion
Wertsteigerung/
Wertgewinn
Wertein-
heiten [WE]
durch Entsiegelung
54.480
biotopbezogen
24.970
funktionsbezogen
3.405
gesamt
82.855

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
80
5.3 Gesamtbewertung
Durch den Eingriff in Natur und Landschaft erfolgt ein Wertverlust von 133.076 Wertein-
heiten (103.223 biotopbezogen und 29.853 funktionsbezogen). Im Zuge der Planung
können 90.769 Werteinheiten (90.448 biotopbezogen und 321 funktionsbezogen) in-
nerhalb des Plangebietes ausgeglichen werden. Damit verbleibt zunächst ein Defizit
von 42.307 Werteinheiten.
Der Eigenanteil am Vorhaben „Abbruch ehemalige Spindelfabrik, An der Zschopau 3,
Fl. 905/2 und 906a“ entspricht 45.797 Werteinheiten. Diese werden zur Kompensation
des Eingriffs außerhalb des Plangebietes herangezogen. Damit ergibt sich:
Wertverlust durch Eingriff in Natur und Landschaft ..................... -133.076 WE
Ausgleich innerhalb des Plangebietes ......................................... 90.769 WE
Kompensation durch Eigenanteil „Spindelfabrik......................... 45.797 WE
Summe ........................................................................................... 3.490 WE
Der Eingriff ist ausgeglichen und mit 3.490 Werteinheiten überkompensiert.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
81
6. Anderweitige Planungsmöglichkeiten und Standortalternativen
Der Verzicht auf die Planung (Nullvariante) würde dazu führen, dass die Stadt Wald-
heim nicht in ausreichendem Maße Vorsorge für ihre wohnbauliche Eigenentwicklung
treffen könnte. Sie begegnet mit der Planung einem über die nächsten Jahre beste-
hendem Bedarf nach Wohnraum und Wohnform (Ein- und Zweifamilienhäuser).
Der Bedarf kann durch Baulücken und weiteres bestehendes Baurecht (Bebauungs-
pläne, städtebauliche Satzungen) nicht gedeckt werden.
Wie vom Regionalbauernverband Döbeln-Oschatz
5
angemerkt, würde die Nullvari-
ante auch bedeuten, dass die Landwirtschaftsfläche im Plangebiet erhalten bleibt.
Zur Vermeidung des Verlustes dieser, wird als Planungsalternative die Brachfläche des
Sitzmöbelwerkes Werk III in der Güterbahnhofstraße (Abriss 2011) vorgeschlagen.
Die Fläche unterliegt noch bis 2021 einer Sperrfrist und steht momentan daher nicht zur
Verfügung. Gleichzeitig gilt es zu beachten, dass der Standort „Sonnenhufe – Teil II“
lediglich einen Teil des Bedarfs abdeckt. Auch nach Ende der Sperrfrist 2021 können
die Standorte im besten Fall kumulativ zur Bedarfsdeckung beitragen. Eine Ausweich-
möglichkeit der Planung an diesen Standort besteht in diesem Sinne nicht. Gleichzeitig
unterscheiden sich die Standorte lagebedingt voneinander. Die ruhige und hochwas-
sersichere Randlage des Standortes und die dennoch gute Anbindung an den Orts-
kern der Stadt Waldheim sowie die infrastrukturellen Voraussetzungen (Verkehrsanbin-
dung, ÖPNV-Erschließung, Schule, Kindertagesstätte und Versorgungseinrichtungen)
führten zur Auswahl dieses Standortes an der Sonnenhufe.
7. Zusätzliche Angaben
7.1 Verwendete Verfahren und Hinweise auf Schwierigkeiten bei der Zusammenstel-
lung der Angaben und Kenntnislücken
Die Bewertungen und Prognosen basieren auf dem gegenwärtigen Kenntnisstand
zum Vorhaben und wurden unter Berücksichtigung geltender Gesetzlichkeiten und
der durchgeführten Vor-Ort-Erfassungen im August 2015 aufgestellt. Relevante
Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben und fehlende Kenntnisse be-
stehen nicht.
5
Stellungnahme des Regionalbauernverbandes Döbeln-Oschatz e.V. zum Vorentwurf des vor-
liegenden Bebauungsplanes

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
82
7.2 Maßnahmen zur Überwachung der Umweltauswirkungen
Unter Beachtung der Vorgaben des §4c BauGB ist die Kontrollbehörde für die Umset-
zung der Festsetzungen des Bebauungsplanes immer die planende Kommune. Das
geht auch aus dem Hinweis im Planteil B – Text hervor: „Im Rahmen des Monitorings
gemäß §4c BauGB ist durch die Stadt Waldheim eine jährliche Kontrolle der Einhaltung
festgesetzter Maßnahmen zum Schutz, Pflege und Entwicklung von Boden, Natur und
Landschaft zum naturschutzrechtlichen Eingriffsausgleich sowie von Anpflanzungen
durchzuführen.“
Zur Absicherung der Umsetzung sämtlicher grünordnerischer Festsetzungen des Be-
bauungsplanes soll ein sich am biologischen Jahresrhythmus von Fauna und Flora,
landwirtschaftlichen Bewirtschaftungserfordernissen, z.B. Saattermine oder Gehölz-
pflegezeiten und dem tatsächlichen Entstehen der Kompensations- und Pflanzpflich-
ten orientierender Monitoringplan durch die Verwaltung, erforderlichenfalls unter Mit-
wirkung der örtlichen Naturschutzbeauftragten, aufgestellt werden. Sämtliche zu ver-
tretende Belange des Umweltschutzes und die Fragen der Umweltüberwachung
sind in das Monitoring einzubeziehen.
Eine ökologische Baubetreuung kann ein fachgerechtes Monitoring am besten garan-
tieren und ist daher für den Zeitraum bis zum Abschluss der Bauarbeiten naheliegend.
Bezüglich der Feldlerchenhabitate ist für den Fall von Bauunterbrechungen innerhalb
der Brutsaison eine ökologische Baubegleitung festgesetzt, um den Nachweis zu er-
bringen, dass zum Eingriffszeitpunkt keine besetzten Nester vorhanden sind.
Der Kooperationsvertrag der Stadt Waldheim mit einem dazu befähigten Flächenbe-
wirtschafter über die CEF-Maßnahme „Lerchenfenster“ soll der unteren Naturschutz-
behörde zur Wahrnehmung der Überwachungsaufgaben in Kopie übergeben wer-
den.
Es unterliegt der Stadt Waldheim eine jährliche Kontrolle der Maßnahmen zur Einrich-
tung von Lerchenfenstern durchzuführen. Diese Maßnahmen bezüglich des Nachwei-
ses der Funktionsfähigkeit der Lerchenfenster wird die Stadt Waldheim mit der Unteren
Naturschutzbehörde abstimmen. Der Stadt unterliegt es ebenfalls, zu entscheiden,
nach welcher Methodik das Monitoring durchgeführt wird. Die Stadt kann auch eine
sachverständige Person beauftragen, die in der Lage ist eine fachlich angemessene
Vorgehensweise zu bestimmen. In Hinsicht auf die PIK-Maßnahme wird diese Person in
§2 Abs.5 des PIK-Vertrages auch erwähnt. Die genaue Methodik wird im Rahmen des
Bebauungsplanverfahrens nicht festgesetzt.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
83
Das Referat 23.4 Naturschutz des Landratsamtes Mittelsachsen macht in seiner Stel-
lungnahme vom 18.04.2019 einen Vorschlag zum Monitoring der Funktionsfähigkeit der
CEF-Maßnahme „Lerchenfenster“. Danach sollen die Lerchenfenster beginnend vom
1. Jahr der Umsetzung im Abstand von 3 Jahren mit einem artspezifischen Monitoring
entsprechend SÜDBECK et al. (2005)
6
untersucht werden. Dabei sind je Untersuchungs-
jahr mindestens an vier Terminen von April bis Mai bei geeigneten Witterungsbedin-
gungen Begehungen zum Nachweis der Erstbrut durch fachlich geeignetes Personal
durchzuführen und zu dokumentieren. Das Ergebnis soll der unteren Naturschutzbe-
hörde entsprechend § 17 Abs. 7 BNatSchG bis Ende Oktober des jeweiligen Kalender-
jahres der Begehung übergeben werden.
6
Peter Südbeck (Hrsg.): Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands. DDA
Verlag, 2005.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
84
8. Allgemein verständliche Zusammenfassung
Planungserfordernis und Standorteinordnung
Aufgrund des Wohnbaubedarfs, der hohen Auslastung anderer Wohnbau-
standorte und in Ermangelung einer gleichwertigen Standortalternative plant
die Stadt Waldheim einen Eigenheimstandort im Ortsteil Meinsberg.
Der Geltungsbereich des B-Plans umfasst ca. 1,5 ha. Die derzeitige Nutzung ist
fast ausschließlich Grünland und Ackerbau.
Der Standort „Sonnenhufe Teil II“ fügt sich an den bestehenden Siedlungskör-
per, u.a. „Sonnenhufe Teil I“, an.
Die Planung umfasst Wohngebiete für insgesamt ca. 13 Eigenheime.
Das Plangebiet gehört zur Lösshügellandschaft.
Gesetzliche Grundlagen
Das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans erfolgt nach dem Bauge-
setzbuch. Die Umweltprüfung ist grundsätzlich Bestandteil des Verfahrens.
Die Umweltprüfung wurde gemäß §2 Absatz 4 des Baugesetzbuches durchge-
führt. So wurden die voraussichtlich erheblichen Umweltauswirkungen ermittelt.
Im Umweltbericht nach §2a BauGB erfolgt die Beschreibung und Bewertung
der Umweltauswirkungen.
Ziele des Umweltschutzes
Regionalplan Westsachsen:
Direkt an das Plangebiet grenzt das Landschaftsschutzgebiet Freiberger Mulde
– Zschopau.
An das Plangebiet grenzen eine Grünzäsur und ein Vorranggebiet für Natur und
Landschaft an.
Südlich des Plangebietes liegen ein FFH-Gebiet und ein Vogelschutzgebiet.
Im Osten des Plangebietes befinden sich ein Vorranggebiet für Wasserressour-
cen und ein Vorbehaltsgebiet für Natur und Landschaft.
Entwurf des Regionalplans Region Chemnitz:
Das Plangebiet befindet sich in einem Vorranggebiet für die Landwirtschaft. Be-
troffen ist aber nur ein kleiner Teil. Die großflächige Ackerfläche wird nicht be-
einträchtigt.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
85
Flächennutzungsplan:
Im genehmigten, nicht rechtskräftigen Flächennutzungsplan der ehemaligen
Gemeinde Ziegra-Knobelsdorf ist das Plangebiet als Wohnbaufläche darge-
stellt.
Landschaftsplan:
Von der Planung werden keine Schutzgebiete oder Schutzobjekte berührt.
Südlich des Plangebietes ist eine Maßnahme zur Landschaftspflege vorgese-
hen. Vorgesehen ist die Anpflanzung eines Gehölzstreifens oder einer Hecke mit
Saumhabitat. Mit der geplanten Randeingrünung des Plangebietes wird dieser
Maßnahme entsprochen. Die Planung steht der im Landschaftsplan vorgese-
henen Ausdehnung der Gehölzpflanzung nicht entgegen.
Schutzgebiete gemäß Naturschutzrecht:
Schutzgebiete gemäß Naturschutzrecht sind am Standort nicht vorhanden. Das
an das Plangebiet grenzende Landschaftsschutzgebiet wird durch die Planung
nicht beeinträchtigt.
Zusammenfassung der ermittelten Umweltauswirkungen
Aus der Planung folgen keine erheblichen Umweltauswirkungen.
Umweltauswirkungen betreffen vorrangig die Schutzgüter Boden und Wasser.
Mit der Planung ist eine Beeinträchtigung der Bodenfunktionen und des Wasserhaus-
halts durch Versiegelung zu erwarten.
Es kommt zum Verlust von Landwirtschaftsflächen.
Schutzgut Mensch:
Während des Baus kommt es zeitweise zu Lärm- und Staubbelastungen für die
Bewohner benachbarter Gebiete.
Es kommt zu einer geringfügigen Erhöhung des Verkehrsaufkommens durch An-
liegerverkehr.
Durch den Ausschluss ausnahmsweise zulässiger Nutzungen im Allgemeinen
Wohngebiet wird die Geräuschbelästigung gering gehalten.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
86
Belastungen während der Bauphase sollen durch einen zügigen, koordinierten
Bauablauf auf dem Stand der Technik minimiert werden. Dazu gehören konti-
nuierliche Straßen- und Flächenreinigungen sowie Baustellenbefeuchtung.
Durch die Planung sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut
Mensch zu erwarten.
Schutzgut Sachgüter:
Im plangebiet und seiner Umgebung befinden sich keine Bau- oder Kulturdenk-
male.
Durch die Planung kommt es zum Verlust landwirtschaftlicher Nutzfläche, aller-
dings ohne erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen.
Durch die Planung sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut
Sachgüter zu erwarten.
Schutzgut Pflanzen:
Durch die landwirtschaftliche Nutzung ist die Artenausstattung im Plangebiet
überwiegend geringwertig. Lediglich die Gehölze am nördlichen Rand des
Plangebietes weisen einen höheren Biotopwert auf, sind aber kleinflächig.
Schutzgebiete oder Schutzobjekte sind nicht vorhanden.
Es kommt zu einem Eingriff im Rahmen der Baufeldfreimachung.
Zur Minimierung des Eingriffs sind im Gebiet standortgerechte Heckenpflanzun-
gen als Randeingrünung und Einzelbaumpflanzungen anzulegen, um die Ar-
tenvielfalt sowie Lebensräume für Tiere zu fördern.
Durch die Planung sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut
Pflanzen zu erwarten.
Schutzgut Tiere:
Für die relativ verbreiteten ungefährdeten Vogelarten der Gehölzbestände und
Saumbiotope wurde eine überschlägige Prüfung vorgenommen.
Für die Feldlerche wurde eine vertiefende artenschutzrechtliche Prüfung durch-
geführt.
Um Verbotstatbestände nach Bundesnaturschutzgesetz zu vermeiden, wurden
Vermeidungsmaßnahmen festgesetzt. Diese Vermeidungsmaßnahmen sind
o
eine bauzeitliche Beschränkung in Bezug auf Brutvögel der Gehölzbe-
stände und Saumbiotope

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
87
o
eine bauzeitliche Beschränkung in Bezug auf die Feldlerche
o
die Aufwertung von Ackerhabitaten durch die Einrichtung von Lerchen-
fenstern.
Die artenschutzrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens ist damit gegeben. Durch
die Planung sind aufgrund der geplanten Maßnahmen keine erheblichen Be-
einträchtigungen des Schutzgutes Tiere zu erwarten.
Schutzgut Landschaft:
Das Landschaftsbild ist durch die Ortsrandlage und die angrenzende Landwirt-
schaft geprägt.
Durch Art und Maß der Bebauung wird das Ortsbild fortgeführt.
Der Charakter des vorhandenen Siedlungskörpers wird zudem durch Vorgärten,
Gärten, Baumpflanzungen und die Fassadenbeschaffenheit fortgeführt.
Mit der Randeingrünung wird ein regionaltypisches Landschaftselement festge-
legt.
Durch die Planung sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut
Landschaft zu erwarten.
Schutzgut Boden:
Das Plangebiet ist für eine bauliche Entwicklung geeignet. Ein Verdacht auf Alt-
lasten liegt nicht vor.
Boden wird versiegelt. Es kommt zum Verlust von Bodenfunktionen. Die Versi-
ckerung wird eingeschränkt.
Flächenversiegelung erfolgt in unvermeidlichem Maße. Außerhalb vollversie-
gelter Flächen sind Beläge durchlässig zu gestalten. Das Gebiet wird weitestge-
hend begrünt, was dem Wasserspeichervermögen zu Gute kommt.
Natürlicher Oberboden soll separat gewonnen und funktionsgerecht verwertet
werden. Bodenerosion und Bodenverdichtung sollen vermieden werden.
Durch die Planung ist infolge der Versiegelungen mit Auswirkung auf das Schutz-
gut Boden zu rechnen.
Schutzgut Wasser:
Am Standort bestehen keine Restriktionen durch festgesetzte Wasserschutzge-
biete oder Überschwemmungsgebiete.
Durch Neuversiegelung wird die Versickerungsfähigkeit des Bodens einge-
schränkt. Bodenwasserverhältnisse verändern sich. Der Anteil von abzuleiten-
dem Oberflächenwasser steigt.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
88
Mindestens 60% der Fläche bleibt unversiegelt.
Es sind versickerungsfähige Beläge für Stellflächen und Nebenanlagen zu wäh-
len.
Durch eine gärtnerische Gestaltung der Grundstücke, Baumpflanzungen und
Randeingrünung sowie durch die mögliche Dachbegrünung wird der Gebiets-
abfluss verzögert bzw. verringert.
Vor Ort wird die Versickerung des Wassers durch Durchwurzelung und verzö-
gerte Abgabe von Niederschlagswasser von Pflanzenoberflächen verbessert.
Durch die Planung ist infolge der Versiegelungen mit Auswirkungen auf das
Schutzgut Wasser zu rechnen.
Schutzgut Klima:
Auswirkungen auf das Regionalklima finden nicht statt. Kleinräumig verändern
sich Luftströmungen und Kaltluftbildung.
Lockere Bebauung, durchlässige Flächen und ein hoher Grünanteil gleichen
kleinräumige Veränderungen aus.
Zum Klimaschutz wird durch die Empfehlung von Blockheizkraftwerken, Sonnen-
kollektoren und Photovoltaikanlagen beigetragen.
Durch die Planung sind keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut
Klima zu erwarten.
Schutzgut Kultur:
Es sind keine Kulturdenkmale oder archäologische Relevanzzonen bekannt.
Durch die Planung sind keine erheblichen Auswirkungen auf die Schutzgut Kul-
tur zu erwarten.
Eingriff in Natur und Landschaft
Das Vorhaben stellt einen Eingriff in Natur und Landschaft dar.
Innerhalb des Plangebietes wird der Eingriff insbesondere durch Rand- und
Grundstücksbegrünung minimiert, kann aber nicht vollständig ausgeglichen
werden.
Zur vollständigen Kompensation werden der Abriss und die Entsiegelung des
Geländes der ehemaligen Spindelfabrik zugeordnet.
9. Erklärung
Nach §10 Abs. 3 BauGB ist dem in Kraft getretenen Bebauungsplan eine zusammen-
fassende Erklärung beizufügen gemäß §10a Abs. 1 BauGB beizufügen. Die Erklärung
ist mit Bekanntmachung zu jedermanns Einsicht bereitzuhalten.

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
89
10. Verzeichnisse (Abbildungen, Tabellen, Quellen, Anlagen)
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Ausschnitt aus der Digitalen Bodenkarte BK50.......................................... 66
Abbildung 2: Lage des Grundwasserschutzgebietes WF Waldheim. ............................. 70
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Schalltechnische Orientierungs- und Richtwerte............................................ 52
Tabelle 2: Flächennutzung / Vegetationseinheiten. ......................................................... 57
Tabelle 3: Werte zum Boden (Gen.-Nr. 392) des Plangebietes, DBK 1:50.000............... 66
Tabelle 4: Werte zum Boden (Gen.-Nr. 566) des Plangebietes, DBK 1:50.000............... 67
Tabelle 5: Werte zum Boden (Gen.-Nr. 494) des Plangebietes, DBK 1:50.000............... 67
Tabelle 6: Versiegelung im Plangebiet............................................................................... 68
Tabelle 7: Biotopbezogener Wertevelust............................................................................ 75
Tabelle 8: Funktionsbezogener Wertevelust. ...................................................................... 75
Tabelle 9: Biotopbezogener Ausgleich innerhalb des Plangebietes. ............................. 76
Tabelle 10: Funktionsbezogener Ausgleich innerhalb des Plangebietes....................... 76
Tabelle 11: Abriss/Entsiegelung Spindelfabrik, Wertsteigerung durch Entsiegelung.... 78
Tabelle 12: Abriss/Entsiegelung Spindelfabrik, biotopbezogener Wertverlust/-gewinn.
.................................................................................................................................................. 78
Tabelle 13: Abriss/Entsiegelung Spindelfabrik, funktionsbezogener Wertverlust/-gewinn.
.................................................................................................................................................. 79
Tabelle 14: Abriss/Entsiegelung Spindelfabrik, Wertgewinn gesamt.............................. 79

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
90
Quellenverzeichnis
Regionalplan Westsachsen, in Kraft getreten am 25.07.2008
Entwurf des Regionalplans Region Chemnitz, Stand der Freigabe des Entwurfs
vom 15.12.2015
Landschaftsplan Ziegra-Knobelsdorf (Planstand Juni 1999)
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (Hrsg.): GENESIS-Online.
https://www.statistik.sachsen.de/genonline/online.
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: 6. Regionalisierte Bevölke-
rungsvorausberechnung für den Freistaat Sachsen bis 2030 (veröffentlicht am
19.04.2016).
Johann Köppel und Elke Bruns im Auftrag des Sächsischen Ministeriums für Um-
welt und Landwirtschaft (SMUL, Hrsg.): Handlungsempfehlung zur Bewertung
und Bilanzierung von Eingriffen im Freistaat Sachsen. SMUL, Dresden 2003, Fas-
sung Mai 2009.
Ingenieursgruppe Chemnitz GbR: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag zum Be-
bauungsplan „Sonnenhufe Teil II“ der Stadt Waldheim, OT Meinsberg. 2018.
Anlagen
Anlage 1: Bestanderfassung
Anlage 2: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag (igc, 04.01.2018)
Anlage 3: Merkblatt zur Verwendung von Gehölzen in Natur und Landschaft
(Landratsamt Mittelsachsen, Februar 2015)
Anlage 4: Vereinbarung zwischen der Stadt Waldheim und der Kobelsdorfer
Agrarprodukt GmbH & Co. KG über die Schaffung von drei Lerchenfenstern
Anlage 5: Liste ausgewählter einheimischer Gehölzarten mit Hinweisen zur Ge-
hölzauswahl (Landratsamt Mittelsachsen, Februar 2015)
Anlage 6: Liste alter Obstsorten für den Streuobstanbau
(Landratsamt Mittelsachsen, Februar 2015)
Anlage 7: Allgemeine Hinweise zum Abfallrecht
(Landratsamt Mittelsachsen, April 2019)
Anlage 8: Allgemeine Hinweise zum Bodenschutz
(Landratsamt Mittelsachsen, April 2019)

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
Anlage 1
BESTANDSERFASSUNG
Stand: 02/2016, geändert 01/2019
Autor:
Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
Leipziger Straße 207
09114 Chemnitz

W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
l
W
z
W
z
W
z
W
z
HsNr.12
7
HsNr.27
11
16
20a
HsNr.28
HsNr.16a
9
HsNr.24
HsNr.12
HsNr.13
HsNr.24a
HsNr.18a
Waldheimer Straße
Sonnenhufe
185
2
178
2
174
4
14
185
1
174
20
180
2
174
16
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174
21
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13
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19
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2
183
174
31
186
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1
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2
182
189
4
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187
181
1
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174
6
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3
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17
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12
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5
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2
122
9
179
1
174
Waldheimer Straße
189
5
A c k e r
A c k e r
W o h n e n
W o h n e n
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F i c h t e n h e c k e
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B Ü R O F Ü R S T Ä D T E B A U G m b H C H E M N I T Z
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A n l a g e B e s t a n d s e r f a s s u n g
S T A D T W A L D H E I M
B e b a u u n g s p l a n " S o n n e n h u f e - T e igl
S t a n d : 0 2 / 2 0 1 6 g e ä n d e r t 0 1 / 2 0 1 9
L A N D K R E I S M I T T E L S A C
L e g e n d e
V e r k e h r s f l ä c h e
B i t u m e n v o l l v e r s i e g e l t
G e b ä u d e
G r ü n f l ä c h e
G a r t e n
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F i c h t e n h e c k e
H e c k e n
N a c h t r a g G e b ä u d e a u s L u f t b i l d
G e l t u n g s b e r e i c h
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Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
Anlage 2
ARTENSCHUTZRECHTLICHER FACHBEITRAG
vom 04.01.2018
Autor:
igc
– Ingenieursgruppe Chemnitz GbR
Hohensteiner Straße 45
09117 Chemnitz

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Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag
zum Bebauungsplan
„Sonnenhufe Teil II“ der Stadt Waldheim, OT Meinsberg
Bearbeiter:
E. Fuchs, Dipl.-Ing. (FH) Landschaftsnutzung & Naturschutz,
N. Sigmund, Dipl.-Ing., Garten- und Landschaftsarchitekt,
U. Wittig, Dipl.-Ing. (FH) Landespflege
Datum:
04.01.2018
Auftraggeber:
Stadtverwaltung Waldheim
Postfach 31
04736 Waldheim
Auftragnehmer:
Hohensteiner Straße 45
09117 Chemnitz
Tel.: 0371-28 38 000
Fax: 0371-91 85 57 11
Ingenieurgruppe Chemnitz GbR

 
Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag
zum B-Plan „Sonnenhufe Teil II“ der Stadt Waldheim, OT Meinsberg
S. 2
igc
Ingenieurgruppe Chemnitz GbR,
*
Hohensteiner Straße 45, 09117 Chemnitz,
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INHALTSVERZEICHNIS
1
Anlass und Aufgabenstellung .................................................................................... 2
2
Gegebenheiten............................................................................................................. 3
2.1 Rechtliche Grundlagen...........................................................................................3
2.2 Beschreibung des Untersuchungsgebietes............................................................5
2.3 Datengrundlagen, methodische Umsetzung...........................................................6
3
Bestandserfassung inkl. Relevanzprüfung................................................................ 6
4
Konfliktanalyse..........................................................................................................16
4.1 Überschlägige artenschutzrechtliche Prüfung......................................................16
4.2 Vertiefende artenschutzrechtliche Prüfung...........................................................18
5
Resultierende rechtliche Erfordernisse ................................................................... 20
6
Maßnahmen................................................................................................................ 20
6.1 Vermeidungsmaßnahmen....................................................................................21
6.2 CEF-Maßnahmen (Kompensationsmaßnahmen des Artenschutzes)...................22
7 Zusammenfassung.................................................................................................... 24
8 Fotodokumentation ................................................................................................... 26
ANLAGEN
I
Zusage zur Bereitstellung von Kompensationsfläche
1
Anlass und Aufgabenstellung
Die Stadt Waldheim plant in Anbetracht des bestehenden Wohnungsbedarfs die Ausweisung
des Wohngebietes Sonnenhufe Teil II von ca. 1,5 ha zum Bau von 13 Eigenheimen für den
örtlichen Bedarf.
Für das geplante Vorhaben ist die Erstellung eines Artenschutzrechtlichen Fachbeitrags
(AFB) erforderlich (Forderung des Landratsamt Mittelsachsen Referat 23.4 – Naturschutz
und Landwirtschaft in Stellungnahme vom 14.06.2016).
Entsprechend Stellungnahme LRA MSN und Absprache vom 20.01.2017 mit Herrn Seifert
(UNB MSN) soll ein Artenschutzfachbeitrag entsprechend vorhandener Unterlagen erarbeitet
werden mit Schwerpunkt auf Vorkommen der Feldlerche. Da aus Gründen des
Planverfahrens das Prüfergebnis bis zum 28. Februar 2017 vorliegen soll, ist eine „worst-
case“- Betrachtung unter Berücksichtigung von vorhandenen Daten vorzunehmen.
Zusätzlich fand am 24.02.2017 eine Vorort-Begehung statt, deren Beobachtungen ebenfalls
in die Unterlage einfließen.
Innerhalb des artenschutzrechtlichen Fachbeitrags sind insbesondere die
naturschutzfachlichen Voraussetzungen für die Abwendung der Verbote des § 44 BNatSchG
im Sinne des § 44 (5) BNatSchG (Verbote gelten gemäß o.g. Stellungnahme der UNB für
europäische Vogelarten und Arten des Anhang IV der FFH-RL) oder für eine Befreiung
gemäß § 67 Abs. 2 BNatSchG zu prüfen. Dazu zählen Vermeidungs- und
Minderungsmaßnahmen, vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen sowie
Kompensationsmaßnahmen, die zur Vermeidung oder zum Ausgleich der
Beeinträchtigungen der geschützten Arten notwendig sind.

 
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2
Gegebenheiten
2.1 Rechtliche Grundlagen
Die rechtlichen Vorgaben zum Vollzug des Artenschutzes sind in folgenden nationalen und
europäischen Gesetzen bzw. Richtlinien niedergelegt:
-
Bundesnaturschutzgesetz vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542)
-
Sächsisches Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Sächsisches Naturschutzgesetz
- SächsNatSchG) Rechtsbereinigt mit Stand vom 01.01.2011 (SächsGVBl. S. 387, 398)
-
Richtlinie des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten
(2009/147/EG) – Vogelschutzrichtlinie (nachfolgend VS-RL)
-
Richtlinie des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der
wildlebenden Tiere und Pflanzen (92/43/EWG) – Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (nachfolgend
FFH-RL)
Neben den generellen Vorschriften zum Schutz wild lebender Tier- und Pflanzenarten des
§ 25 (SächsNatSchG) sind insbesondere die ergänzenden Vorschriften für besonders
geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten in § 44 BNatSchG maßgeblich.
Die artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 BNatSchG sind
folgendermaßen gefasst:
"Es ist verboten,
1. wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu
verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu
beschädigen oder zu zerstören,
2. wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während
der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich
zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der
Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert,
3. Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten
aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,
4. wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Entwicklungsformen aus
der Natur zu entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören
(Zugriffsverbote).“
Diese Verbote werden für Vorhaben, welche der Eingriffsregelung unterliegen um den
relevanten
Absatz 5
des § 44 ergänzt, mit dem bestehende und von der Europäischen
Kommission anerkannte Spielräume bei der Auslegung der artenschutzrechtlichen
Vorschriften der FFH-Richtlinie genutzt und rechtlich abgesichert werden, um akzeptable und
im Vollzug praktikable Ergebnisse bei der Anwendung der Verbotsbestimmungen des
Absatzes 1 zu erzielen. Diese Spielräume erlauben bei der Zulassung von Vorhaben und bei
Planungen nunmehr eine auf die Aufrechterhaltung der ökologischen Funktionalität von
Fortpflanzungs- und Ruhestätten bzw. auf den Erhaltungszustand der lokalen Population
gerichtete Prüfung. In Absatz 5 heißt es:
„Für nach § 15 zulässige Eingriffe in Natur und Landschaft
sowie für Vorhaben im Sinne des §
18 Absatz 2 Satz 1, die nach den Vorschriften des Baugesetzbuches zulässig sind (=Vorhaben in
Gebieten mit Bebauungsplänen nach § 30 des Baugesetzbuches, während der Planaufstellung
nach § 33 des Baugesetzbuches und im Innenbereich nach § 34 des Baugesetzbuches - Anm. d.
V.).gelten die Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote nach Maßgabe der Sätze 2 bis 5.
Sind in Anhang IV Buchstabe a der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführte Tierarten, europäische
Vogelarten oder solche Arten betroffen, die in einer Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 1 Nummer
2 aufgeführt sind, liegt ein Verstoß gegen das Verbot des Absatzes 1 Nr. 3 und im Hinblick auf
damit verbundene unvermeidbare Beeinträchtigungen wild lebender Tiere auch gegen das Verbot
des Absatzes 1 Nr. 1
nicht
vor, soweit die ökologische Funktion der von dem Eingriff oder

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Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang
weiterhin erfüllt wird.
Soweit erforderlich, können auch vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen festgesetzt werden. Für
Standorte wild lebender Pflanzen der in Anhang IV Buchstabe b der Richtlinie 92/43/EWG
aufgeführten Arten gelten die Sätze 2 und 3 entsprechend.
Sind andere besonders geschützte
Arten betroffen, liegt bei Handlungen zur Durchführung eines Eingriffs oder Vorhabens kein
Verstoß gegen die Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote vor.
Da dass Vorhaben der Eingriffsregelung des § 15 BNatSchG unterliegt, ist der zitierte
Paragraph bei der Beurteilung anzuwenden.
Entsprechende Vollzugshinweise zur Umsetzung des Paragraphen 44 Abs. 5 wurden im
Rahmen der 93. Sitzung der LANA am 29. Mai 2006 (aktualisiert am 13.03.2009) gegeben:
„Soweit Anhang IV-Arten oder europäische Vogelarten betroffen sind, ist nach § 42 Abs. 5 Satz 2
BNatSchG der Verbotstatbestand des § 42 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG dann nicht
verwirklicht, wenn
sichergestellt ist, dass trotz Entnahme, Beschädigung oder Zerstörung einzelner Nester,
Bruthöhlen, Laichplätze etc. die ökologische Funktion der betroffenen Fortpflanzungs- oder
Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang weiterhin gewährleistet ist. An der ökologischen
Gesamtsituation des von dem Vorhaben betroffenen Bereichs darf im Hinblick auf seine Funktion
als Fortpflanzungs- oder Ruhestätte keine Verschlechterung eintreten. Dazu kann es erforderlich
sein, funktionserhaltende oder konfliktmindernde Maßnahmen zu treffen, die unmittelbar am
voraussichtlich betroffenen Bestand ansetzen und mit diesem räumlich-funktional verbunden sind
und zeitlich so durchgeführt werden, dass zwischen dem Erfolg der Maßnahmen und dem
vorgesehenen Eingriff keine zeitliche Lücke entsteht ….). Um dies zu gewährleisten, sollen neben
Vermeidungsmaßnahmen nach § 42 Abs. 5 Satz 3 BNatSchG auch vorgezogene
Ausgleichsmaßnahmen …. angeordnet werden können. § 42 Abs. 5 Satz 2 BNatSchG geht davon
aus, dass dann, wenn die ökologische Funktion der betroffenen Fortpflanzungs- und Ruhestätten
ununterbrochen gegeben bleibt, Beeinträchtigungs- oder Störungshandlungen, die unvermeidlich
im unmittelbaren Zusammenhang mit den zulässigen Einwirkungen auf Fortpflanzungs- und
Ruhestätten erfolgen, nicht die Verbotstatbestände des § 42 Abs. 1 Nr. 1 und 3 BNatSchG erfüllen.
Denn bei Fortdauer der ökologischen Funktion der betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten
kann (und darf) es nicht zu einer signifikanten Beeinträchtigung des lokalen Bestands einer
besonders geschützten Art kommen. § 42 Abs. 5 Satz 4 BNatSchG überträgt den Ansatz der
Wahrung der ökologischen Funktionalität auf die Standorte wild lebender Pflanzen der besonders
geschützten Arten.
Im Rahmen des Gutachtens ist daher insbesondere zu prüfen, ob:
- für Anhang IV-Arten (Tiere + Pflanzen) und europäische Vogelarten die ökologische
Funktion der von dem Eingriff oder Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder
Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt wird (
Verbote § 44 Abs.
1 Nr. 1 +3 +4 in Verbindung mit § 44 Abs. 5)
und
- wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten
während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und
Wanderungszeiten nicht erheblich gestört werden (Eine erhebliche Störung liegt vor,
wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art
verschlechtert.) - (
Verbot § 44 Abs. 1 Nr. 2)

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2.2 Beschreibung des Untersuchungsgebietes
Das Untersuchungsgebiet befindet sich nördlich der Stadt Waldlheim in unmittelbarer
Ortsrandlage im Ortsteil Meinsberg und ist ca. 1,5 km vom Stadtzentrum (Niedermarkt
Waldheim) entfernt. Im Nordwesten wird der Geltungsbereich durch die straßenbegleitende,
nutzungsgemischte Bebauung entlang der Waldheimer Straße begrenzt. Der Bereich
nordöstlich des Plangebietes wird durch ein in den 1990er Jahren entstandenes Wohngebiet,
Sonnenhufe Teil I, mit Einfamilienhäusern geprägt. Südöstlich bis südwestlich schließt sich
landwirtschaftliche Nutzfläche an den Standort an.
Abbildung 1: Lage von Plangebiet (schwarz gestrichelt) und Untersuchungsraum (=PG
zuzüglich 100 m [gemäß Stellungnahme UNB vom 14. Juni 2016 ] = rot
gestrichelt)
Kennzeichnend für die Vorhabensfläche sind landwirtschaftliche intensiv genutzte Flächen
(überwiegend als Ackerfläche sowie am unmittelbaren Ortsrand als Intensivgrünland
genutzt). Die Vegetationsstruktur ist niedrig. Lediglich im nördlichen Bereich des
Plangebietes befindet sich ein Gehölzstreifen (Fichten, junger Apfelbaum; weiter östlich
Zierhecke mit u.a. Rotem Hartriegel und Korkenzieher-Hasel; wiederum östlich 2 junge
Kirschen, Stiel-Ahorne sowie Sträucher insbesondere Liguster und Schwarzer Holunder).
Diese Gehölze verfügen über keine Höhlungen (Kontrolle am 24.02.2017).

 
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2.3 Datengrundlagen, methodische Umsetzung
Anhand der vorliegenden Unterlagen BP Waldheim Sonnenhufe Teil II und Begründung
Vorentwurf (BfS 03/2016) sowie Stellungnahme LRA MSN und Absprache vom 20.01.2017
mit Herrn Seifert (UNB MSN) soll ein Artenschutzfachbeitrag (für europäische Vogelarten
und Arten des Anhang IV der FFH-RL) entsprechend vorhandener Unterlagen erarbeitet
werden mit Schwerpunkt auf Vorkommen der Feldlerche. Der Untersuchungsraum ist dabei
das Plangebiet zuzüglich 100m nach außerhalb (gemäß Stellungnahme UNB vom 14. Juni
2016). Da aus Gründen des Planverfahrens das Prüfergebnis bis spätestens zum 28.
Februar 2017 vorliegen muss, ist eine „worst-case“- Betrachtung unter Berücksichtigung von
vorhandenen Daten vorzunehmen.
Dazu wurden bei der UNB Mittelsachsen die vorhandenen aktuellen Artdaten der Datenbank
MultibaseCS für den Untersuchungsraum sowie einen 1km Puffer abgefragt. Die Ergebnisse
(Auszug aus der Artdatenbank Sachsen Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie, Stand: 23.02.2017) wurden in die folgenden Untersuchungen
einbezogen.
Weiterhin stellte die UNB den Auszug „Unteres Zschopautal (Tal-Lebensraum)“ aus der
Kulisse zu „Gebieten mit besonderer avifaunistischer Bedeutung“ im Landkreis Mittelsachsen
(Quelle: Planungsverband Region Chemnitz/ igc Ingenieurgruppe Chemnitz GbR, Stand:
01.09.2012) zur Verfügung, die Relevanz des Vorhabens für die im Datenbogen
aufgeführten Artvorkommen wird im Weiteren ebenfalls geprüft.
Zusätzlich fand am 24.02.2017 eine Vorort-Begehung statt, deren Beobachtungen ebenfalls
in die Unterlage einfließen (keine Höhlenbäume aufgefunden).
3
Bestandserfassung inkl. Relevanzprüfung
Arten bzw. Hinweise auf das Vorkommen von Tierarten sind in Tabelle 1 (siehe im
fortlaufenden Text) dokumentiert.
Für die in Tabelle 1 aufgeführten Arten ist eine Relevanzprüfung durchzuführen. Dabei wird
geprüft, ob Arten – aufgrund der folgenden Kriterien – von einer vertiefenden Prüfung
ausgeschlossen werden können:
1. Kriterium „fehlende Gefährdung“: weit verbreitete, ökologisch breit eingenischte und
als ungefährdet geltende oder außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes
auftretende Arten (Für europäische Vogelarten ist jedoch zumindest eine
überschlägige Prüfung durchzuführen.)
2. Kriterium „fehlende Empfindlichkeit“: wirkungsbezogen als unempfindlich geltende
Arten (z.B. aufgrund Unempfindlichkeit von Arten keine Störwirkungen etc.)

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3. Kriterium „fehlende Wirkung/Relevanz“: mit Sicherheit nur außerhalb des
spezifischen Wirkungsraumes auftretende Arten (z.B. obligatorische Habitate wie
Niststätten bleiben unberührt, keine obligatorischen Habitate beseitigt, aufgrund
Unempfindlichkeit von Arten keine Störwirkungen etc.)
Arten, welche dem europäischen Artenschutz (FFH-Anhang IV bzw. europäische Vogelart
i.S. Art. 1 VSchRL) unterliegen bzw. Arten die in einer Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 1
Nummer 2 aufgeführt sind, sind vertiefend zu behandeln (Artenauswahl anhand der
Tabellen: „Streng geschützte Tier- und Pflanzenarten [außer Vögel] in Sachsen“ bzw.
„Regelmäßig in Sachsen auftretende Vogelarten“).
Tabelle 1: Artnachweise im 1km-Umkreis des Geltungsbereichs gemäß Auszug aus der
Artdatenbank Sachsen Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und
Geologie, Stand: 23.02.2017 sowie eigene Beobachtungen vom 24.02.2017
Art
Nachweise
Schutzstatus/
Gefährdung in
Sachsen
Relevanzprüfung
Säugetiere
Biber
(
Castor fiber
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Art langsam fließender und
stehender Gewässer mit
vegetationsreichen Ufern und
dichtem Gehölzsaum (möglichst
Weichhölzer) – insbesondere
Zschopau-Aue ist wertvoller
Lebensraum der Art
s.g./ Anh. IV FFH-
RL/ EZ günstig/ Art
der Vorwarnliste
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)
Fledermäuse
keine Nachweise für das PG
bekannt; keine geeigneten
Quartiere im PG; maximal
Nutzung des PG als
Nahrungshabitat möglich (Jagd
über Agrarflächen, oder entlang
des Gehölzstreifens im Norden)
s.g./ Anh. IV FFH-
RL
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
geeigneten Quartiere)
Vögel
Amsel
(
Turdus merula
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1
unter Nennung der
Ortsbezeichnung Meinsberg;
allgemein häufige Art; potenzieller
Brutvogel in Gehölzen des PG
b.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
keine Gefährdung/
h.B.
relevant:
überschlägige Prüfung
Blässhuhn
(
Fulica atra
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Wasservogel
b.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ
unzureichend/
keine Gefährdung/
h.a.B.*
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)
Blaumeise
(
Parus caeruleus
);
Kohlmeise
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
allgemein häufige Arten
(Höhlenbrüter); Beobachtung
b.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
keine Gefährdung/
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Höhlenbäume im

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8
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Art
Nachweise
Schutzstatus/
Gefährdung in
Sachsen
Relevanzprüfung
(
Parus major
)
beider Arten in angrenzenden
Gartengrundstücken PG (hier
Nistmöglichkeiten) das PG selbst
als Bruthabitat nicht geeignet –
keine Höhlenbäume;
h.B.
Geltungsbereich)
Buntspecht
(
Dendrocopos major
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
allgemein häufige Art
(Höhlenbrüter); PG als Bruthabitat
nicht geeignet
b.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
keine Gefährdung/
h.B.
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Höhlenbäume/
geeigneten Bäume zur
Anlage von Höhlen im
Geltungsbereich)
Eichelhäher
(
Garrulus glandarius
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
allgemein häufige Art; potenzieller
Brutvogel in Gehölzen des PG
b.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
keine Gefährdung/
h.B.
relevant:
überschlägige Prüfung
Eisvogel
(Alcedo atthis)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Gewässerart
s.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ
unzureichend/ RL
3/ h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)
Feldlerche
(
Alauda arvensis
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Art der offenen Landschaft mit
kurzer, überschaubarer
Vegetation
b.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ
unzureichend/ Art
der Vorwarnliste/
h.a.B.
relevant:
vertiefende Prüfung:
Reviere von der
Planung
möglicherweise
betroffen
Gänsesäger
(Mergus merganser)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Wasservogel; durchziehend/
rastend
b.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ
unbekannt/ RL R /
h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)
Gartenrotschwanz
(Phoenicurus
phoenicurus)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Halbhöhlenbrüter in
strukturreichen Habitaten
b.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
RL 3 / h.B.
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Höhlenbäume im
Geltungsbereich)
Gebirgsstelze
(Motacilla cinerea)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Fließgewässerart
b.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
keine Gefährdung/
h.B.
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)
Goldammer
(
Emberiza citrinella
)
Gehölze und Säume an der
Untersuchungsgebietsgrenze/
Brutvogel; potenzieller Brutvogel
in kleinflächig beanspruchten
Säumen
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ
günstig/ keine
Gefährdung/ h.a.B
relevant:
überschlägige Prüfung

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0371/ 91 85 57 11,
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Art
Nachweise
Schutzstatus/
Gefährdung in
Sachsen
Relevanzprüfung
Grünspecht
(Picus viridis)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Höhlenbrüter in strukturreichen
Habitaten
s.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ
günstig/ keine
Gefährdung/ h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Höhlenbäume im
Geltungsbereich)
Haubentaucher
(Podiceps cristatus)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Wasservogel
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ
günstig/ keine
Gefährdung/ h.a.B
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)
Höckerschwan
(Cygnus olor)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Wasservogel; durchziehend/
rastend
b.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ
günstig/ keine
Gefährdung/
h.a.B.*
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)
Kleiber
(Sitta europaea)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Höhlenbrüter
b.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
keine Gefährdung/
h.B.
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Höhlenbäume im
Geltungsbereich)
Kormoran
(
Phalacrocorax
carbo
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Wasservogel; durchziehend/
rastend
b.g./ Art. 1
VSchRL/ EZ
günstig/ Art der
Vorwarnliste /
h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)
Mäusebussard
(
Buteo buteo
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
allgemein weit verbreitete Art; PG
als Nahrungshabitat geeignet
s.g., Art. 1
VSchRL/ EZ
günstig/ keine
Gefährdung/ h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 2, 3
Mönchsgrasmücke
(Sylvia atricapilla)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1
unter Nennung der
Ortsbezeichnung Meinsberg;
allgemein häufige Art; potenzieller
Brutvogel in Gehölzen des PG
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
keine Gefährdung/
h.B.
relevant:
überschlägige Prüfung
Rabenkrähe
(
Corvus corone
corone
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
allgemein weit verbreitete Art; PG
als Nahrungshabitat geeignet
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
keine Gefährdung/
h.B.
nicht relevant:
Kriterium 2, 3
Rauchschwalbe
(
Hirundo rustica
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
PG als Nahrungshabitat geeignet
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ
unzureichend / RL
3/ h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 2, 3
Rotkehlchen
(
Erithacus rubecula
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
allgemein weit verbreitete Art;
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
relevant:
überschlägige Prüfung

Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag
zum B-Plan „Sonnenhufe Teil II“ der Stadt Waldheim, OT Meinsberg
S. 10
igc
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Art
Nachweise
Schutzstatus/
Gefährdung in
Sachsen
Relevanzprüfung
potenzieller Brutvogel in Gehölzen
des PG
keine Gefährdung/
h.B.
Saatgans
(
Anser fabalis
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Wasservogel; durchziehend/
rastend an Zschopau
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ
unbekannt/ keine
Gefährdung/ h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3
(Geltungsbereich ohne
Bedeutung für die Art)
Schellente
(
Bucephala clangula
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Wasservogel; durchziehend/
rastend
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ
günstig/ keine
Gefährdung/ h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3
(Geltungsbereich ohne
Bedeutung für die Art)
Schleiereule
(
Tyto alba
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Waldheim (Brut)
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ
unzureichend/ RL
2/ h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3
(Geltungsbereich ohne
Bedeutung für die Art)
Schwanzmeise
(
Aegithalos
caudatus
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Altnachweis (1993 und 94);
dennoch potenzieller Brutvogel in
Gehölzen des PG
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
keine Gefährdung/
h.B.
relevant:
überschlägige Prüfung
Schwarzspecht
(
Dryocopus martius
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Höhlenbrüter in ausgedehnten
Misch- und Nadelwäldern
s.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ
unzureichend/
keine Gefährdung/
h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3
(Geltungsbereich ohne
Bedeutung für die Art)
Schwarzstorch
(Ciconia nigra)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Brutvogel störungsarmer
naturnaher Wälder mit
fischreichen Gewässern
s.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ
unzureichend/ Art
der Vorwarnliste/
h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3
(Geltungsbereich ohne
Bedeutung für die Art)
Silberreiher
(Egretta alba)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Gewässerart; durchziehend/
rastend an Zschopau
s.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ
unbekannt/ keine
Gefährdung/
h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)
Singdrossel
(Turdus philomelos)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1
unter Nennung der
Ortsbezeichnung Meinsberg;
allgemein häufige Art; potenzieller
Brutvogel in Gehölzen des PG
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
keine Gefährdung/
h.B.
relevant:
überschlägige Prüfung
Stockente
(Anas platyrhynchos)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Wasservogel
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ
günstig/ keine
Gefährdung/
h.a.B.*
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)

Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag
zum B-Plan „Sonnenhufe Teil II“ der Stadt Waldheim, OT Meinsberg
S. 11
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Art
Nachweise
Schutzstatus/
Gefährdung in
Sachsen
Relevanzprüfung
Tafelente
(Aythya ferina)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Wasservogel
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ
unzureichend/ RL
3/ h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)
Wasseramsel
(
Cinclus cinclus
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Fließgewässerart
b.g., Art. 1
VSchRL/ EZ
günstig/ Art der
Vorwarnliste/
h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)
Zaunkönig
(
Troglodytes
troglodytes
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1
unter Nennung der
Ortsbezeichnung Meinsberg;
allgemein weit verbreitete Art;
potenzieller Brutvogel in Gehölzen
des PG
b.g.; Art. 1
VSchRL/ EZ noch
nicht eingeschätzt/
keine Gefährdung/
h.B.
relevant:
überschlägige Prüfung
Zwergtaucher
(
Tachybaptus
ruficollis
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Wasservogel durchziehend/
rastend
b.g., Art. 1
VSchRL/ EZ
unzureichend/ Art
der Vorwarnliste/
h.a.B.
nicht relevant:
Kriterium 3 (keine
Gewässer im/ in der
Nachbarschaft des
Geltungsbereichs)
Herpetofauna
Zauneidechse
(
Lacerta agilis
)
Datenbank MultibaseCS:
Nachweis für den MTBQ 4944/1;
Meinsberg, im Gartengelände; Art
wärmebegünstigter Standorte,
Magerbiotope mit Wechsel aus
offenen, lockerbödigen
Abschnitten und dichter
bewachsenen Bereichen; wichtig
auch Elemente wie Totholz und
Altgras
s.g./ Anh. IV FFH-
RL/ EZ
unzureichend/ RL
3
nicht relevant:
Kriterium 3
Schutzstatus:
b.g. = besonders geschützt (BNatSchG), s.g. = streng geschützt (BNatSchG);
FFH-RL Anh. IV:
= Anhang IV der FFH-Richtlinie: streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse
Art. 1 VSchRL:
= Art der Vogelschutz-Richtlinie (79/409/EWG): sämtliche wildlebenden (im europäischen Gebiet der Mitgliedsstaaten heimischen)
Vogelarten = besonders geschützt nach BNatSchG
EZ = Erhaltungszustand nach Tabellen: „Streng geschützte Tier- und Pflanzenarten [außer Vögel] in Sachsen“ bzw. „Regelmäßig in Sachsen auftretende
Vogelarten“
Rote Listen Sachsen - Gefährdungskategorien: 1 = vom Aussterben bedroht, 2 = stark gefährdet, 3 = gefährdet, R = extrem selten, V= Arten der
Vorwarnliste, aber keine Gefährdung und keine RL-Arten
Artenschutzrechtliche Bedeutung der Vogelarten (gemäß Tabelle „Regelmäßig in Sachsen auftretende Vogelarten“): h.a.B. = hervorgehobene
artenschutzrechtliche Bedeutung; h.B. = häufige Brutvogelart
Bei den durch ein * gekennzeichneten häufigen Wasservogelarten bezieht sich die Hervorhebung auf große und regelmäßige Ansammlungen.

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Kurze Erläuterung zur Relevanzprüfung:
Wasservögel/ Vogelarten der Fließgewässer und weitere an Gewässer gebundene
Arten, wie Biber :
z.B. Vogelarten wie Blässhuhn, Eisvogel, Gänsesäger, Haubentaucher oder Wasseramsel;
Säuger wie Biber
Für die o.g. Arten verfügt insbesondere die Zschopau als nächstgelegenes
Fließgewässergewässer über Bedeutung als Lebensraum (Biber) bzw. Bruthabitat,
potenzielles Bruthabitat bzw. Nahrungs- oder Rasthabitat. Die Zschopau befindet sich in
mindestens ca. 300 m Entfernung zum PG und verfügt über einen abschirmenden
Hangwaldsaum. Der Fließgewässerlebensraum bleibt vom Vorhaben unbeeinträchtigt und
wird seine Habitatfunktionen auch weiterhin in vollem Umfang (wie bisher) erfüllen können.
Artenschutzrechtliche Belange der, das Gewässer nutzenden, Arten werden nicht berührt.
Höhlen-, Halbhöhlen- und Nischenbrüter:
z.B. Blaumeise, Gartenrotschwanz, Grünspecht oder Kleiber
Höhlenbäume oder ausreichend starke Bäume mit Eignung zur Anlage von Nisthöhlen sind
in den zur Fällung vorgesehenen Gehölzen nicht vorhanden (Begehung vom 24.02.2017).
Für die o.g. Arten verfügt das PG somit über keine geeigneten Nistmöglichkeiten.
Artenschutzrechtliche Belange werden daher für Höhlenbrüter etc. nicht berührt.
Nutzung des Gebietes als Nahrungshabitat:
Fledermäuse
Nachweise sind für das PG nicht bekannt. Geeignete Quartiere (Gebäude, Höhlenbäume)
sind im PG nicht vorhanden. Im Agrarraum bzw. entlang des Gehölzstreifens im Norden sind
Fledermäuse potenzielle Nahrungsgäste. Als Jagdhabitat ist das Gebiet jedoch nicht
obligatorisch (insbesondere auch aufgrund der geringen Größe). Ein Ausweichen auf die
umfangreichen Agrarflächen und die Waldränder des Umfeldes ist möglich. Für Fledermäuse
werden keine artenschutzrechtlichen Belange berührt.
Greifvögel, Eulen, Rabenvögel sowie Gebäudebrüter (bzw. Nischen- Höhlenbrüter zumeist
an Gebäuden):
Gemäß Artdatenbank Sachsen (Multi-Base) sind für den Messtischblattquadranten u.a.
Mäusebussard, Rabenkrähe und Schleiereule nachgewiesen. Der Rotmilan konnte am

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24.02.2017 beim Überfliegen der Fläche beobachtet werden. Auch weitere Arten, wie u.a.
Turmfalke oder Kolkrabe, sind für den Agrarraum als Nahrungsgäste potenziell.
Gemäß Artdatenbank Sachsen (Multi-Base) ist die Rauchschwalbe für den
Messtischblattquadranten nachgewiesen. Weiterhin sind u.a. Bachstelze (brütet bevorzugt
an Gebäuden), Hausrotschwanz oder Haussperling für den angrenzenden Siedlungsbereich
potenziell.
Für Gebäudebrüter bzw. Nischen- und Höhlenbrüter sowie Greifvögel und Eulen hat der
Geltungsbereich - abgesehen von einer gelegentlichen Nutzung als Nahrungshabitat - keine
Bedeutung (keine geeigneten Nistmöglichkeiten wie Gebäude oder ungestörte
Großgehölze). Als Nahrungshabitat ist das Gebiet nicht obligatorisch. Ein Ausweichen auf
die umfangreichen Agrarflächen des Umfeldes ist möglich. Artenschutzrechtliche Belange
werden für diese Arten nicht berührt.
Typische Waldarten:
Schwarzspecht, Schwarzstorch
Für typische Waldarten, wie den Schwarzstorch - einer Art der großflächig
zusammenhängenden, störungsarmen naturnahen Wälder mit fischreichen Gewässern -
oder Schwarzspecht - einer Art ausgedehnter Misch- und Nadelwälder mit Altholzanteil
verfügt das PG über keine Bedeutung. Das nächstgelegene Waldgebiet, welches Habitate
typischer Waldarten beheimaten kann, liegt ca. 150 m südwestlich des PG. Hier sind
Einflüsse durch die Planung auszuschließen.
Herpetofauna
Zauneidechse
Die Zauneidechse ist eine typische Art der halboffenen, kleinstrukturierten Biotopen in
wärmebegünstigter Lage mit einem dichten Nebeneinander von lichter und dichter
Krautschicht, lückig stehenden niedrigen Gehölzen bzw. lückigem Gehölzsaum und
eingestreuten vegetationslosen oder -armen grabbaren Bodenflächen (wichtigste Habitate:
Trocken- und Halbtrockenrasen, Felsfluren, Binnendünen, Sandtrockenrasen,
Zwergstrauchheiden, Gebüschlebensräume und lichte Wälder). Zudem ist das
Vorhandensein von Elementen wie Totholz und Altgras wichtig.
Aufgrund der beschriebenen Habitatansprüche besitzt das PG selbst (intensive Acker- und
Grünlandfläche) für die Zauneidechse keine Bedeutung, sodass für die Art keine
artenschutzrechtlichen Belange berührt werden.

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Relevanz der Planung für das Gebiet „Unteres Zschopautal (Tal-Lebensraum)“ aus der
Kulisse zu „Gebieten mit besonderer avifaunistischer Bedeutung“ im Landkreis
Mittelsachsen
Abbildung 2: Lage von Plangebiet (schwarz gestrichelt) und Untersuchungsraum (=PG
zuzüglich 100 m [gemäß Stellungnahme UNB vom 14. Juni 2016 ] = rot
gestrichelt) zum Gebiet mit besonderer avifaunistischer Bedeutung
„Unteres Zschopautal (Tal-Lebensraum)“

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Abbildung 3: Artvorkommen im Gebiet mit besonderer avifaunistischer Bedeutung
„Unteres Zschopautal (Tal-Lebensraum)“ (Auszug aus dem
Datenbogen = nachrichtliche Übernahme)
Gemäß Datenbogen sind wertgebende Vogelarten- bzw. Gemeinschaften typische
Waldarten, wie Grün-, Grau- und Kleinspecht, Greifvogelarten, wie Rot- und Schwarzmilan
sowie Baumfalke, neben Fließgewässerarten,
wie Eisvogel und Wasseramsel, aber auch
Wasservogelarten
neben einigen Wiesen- und Offenlandvögeln, wie Neuntöter und
Braunkehlchen. Vor allem Wasservögel, wie Enten, Taucher und Säger, nutzen das Gebiet
als Rastplatz (vor allem im Winter).
Das Plangebiet berührt das Gebiet mit besonderer avifaunistischer Bedeutung flächenmäßig
nicht (Lage in mindestens 200m Entfernung). Für typische Waldarten besitzt das Plangebiet
keine Bedeutung (intensiver Agrarlebensraum in Ortsrandlage). Greifvogelarten wie Rot- und
Schwarzmilan können das Gebiet gelegentlich als Nahrungsraum aufsuchen, als Bruthabitat
spielt das PG jedoch keine Rolle (keine Großbäume/ Gehölzgruppen in störungsarmer Lage
zur Horstanlage). Gewässer sind im PG und dessen unmittelbarer Nachbarschaft nicht

 
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vorhanden, sodass eine Bedeutung des PG für Fließgewässerarten und Wasservogelarten
auszuschließen ist. Zwar handelt es sich beim überplanten Areal um einen Offenlandbereich,
jedoch ist eine Eignung als Bruthabitat für anspruchsvolle Wiesen- und Offenlandarten
wie
Braunkehlchen oder Neuntöter nicht zu erkennen
(Intensivgrünland, Intensivacker, keine
offene extensiv genutzte Landschaft mit vertikal strukturierter Vegetation, keine
dornenreichen Gebüsche/ Obstgehölze im PG, Störungen durch Ostsrandlage).
4
Konfliktanalyse
4.1 Überschlägige artenschutzrechtliche Prüfung
Für relativ weit verbreitete ungefährdete Vogelarten wird eine überschlägige Prüfung auf
Basis von Artgruppen durchgeführt. Bei allen im Folgenden behandelten Arten handelt es
sich um potenzielle Brutvögel des Geltungsbereichs.
Diese wurden innerhalb des unmittelbaren PG zwar aktuell nicht als Brutvögel
nachgewiesen, brüten jedoch in unmittelbar angrenzenden Habitaten und können zu einem
späteren Zeitpunkt auch in den kleinflächig beanspruchten Gehölz- und Saumbeständen des
PG auftreten.
Brutvögel der Gehölzbestände:
Amsel, Blaumeise/ Kohlmeise, Eichelhäher, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen,
Schwanzmeise, Singdrossel, Zaunkönig – die genannten Arten besitzen auch
indikatorischen Charakter für weitere potenzielle Vogelarten (weitere i.d.R. häufige weit
verbreitete Arten wie z.B. Buchfink, Grünfink oder Heckenbraunelle können erwartet werden
– Schutz-/ bzw. Kompensationsmaßnahmen lassen sich –aufgrund der vergleichbaren
Habitatansprüche - für diese Arten in gleicher Weise ableiten):
Brutvögel der Saumbiotope:
Goldammer
Im Zuge des B-Planes wird gemäß integriertem Grünordnungsplan größtenteils intensiv
genutzte Agrarflächen mit Ackerfläche (ca. 67%) bzw. Intensivgrünland (ca. 29%) überbaut.
Lediglich im nördlichen Randbereich existiert ein Gehölzstreifen dem ein schmaler
Grünlandstreifen vorgelagert ist. Hier wird im Bereich des Flurstückes 180/1 ein Teil des
Gehölzstreifens beseitigt.
Der Verlust an Gehölzen bzw. Saumbiotopen ist insgesamt kleinflächig. Konkrete
Brutnachweise für die betroffenen Bestände existieren aktuell nicht. Die o.g. Arten wurden
vorhandenen Daten entnommen (Datenbank MultibaseCS, „Brutvögel in Sachsen“). Da die

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Gehölze und Säume jedoch prinzipiell geeignete Nistplätze für Arten der Gehölze und
Säume darstellen, kann eine Verletzung von Artenschutzbelangen zu einem späteren
Zeitpunkt (insbesondere mit Blick auf das Tötungs- und Störungsverbot im Zuge der
Beseitigung von Gehölzen und Vegetationsbeständen) a priori nicht ausgeschlossen werden.
Um diesbezüglich Konflikte von vornherein zu verhindern ist folgende
Vermeidungsmaßnahme
vorgesehen:
Die
Beseitigung von Gehölzen
(inkl. damit verzahnter Krautvegetation – Ackerrandbereich
im Norden) ist
außerhalb der Brutzeit
vorzunehmen (
Gehölzfällungen, Beseitigung von
Vegetationsbeständen von Oktober bis Februar
). Die
Verbotstatbestände des §44 Abs.
1, Nr. 1 und 2 BNatSchG (Fang, Verletzung, Tötung sowie Störungstatbestand) treten
damit nicht ein
(kein Verlust besetzter Nester, kein Verlassen besetzter Nester aufgrund
plötzlich auftretender starker Störungen).
Bezüglich des Verlusts von Lebensstätten ist auf die grünordnerischen Festsetzungen zu
verweisen. Gemäß GOP wird das Baugebiet in Zukunft gegenüber der offenen Landschaft
mit einer Randeingrünung versehen (ca. 617m² entspricht ca. 4,9% der Gesamtfläche),
zudem bleibt ein Teil alter Hecke erhalten (ca. 20 m²). Weiterhin werden zukünftig ca. 53,9 %
des Baugebietes von Gartenflächen (neu) eingenommen. Auch alte Gartenfläche bleibt
erhalten (ca. 1,1%). Folgende Festsetzungen (Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und
sonstigen Bepflanzungen sowie Bindungen für Bepflanzungen und für die Erhaltung von
Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen [§ 9 Abs. 1 Nr. 25 BauGB]) wurden
getroffen:
(1) Die nicht überbaubaren Grundstücksflächen sind gärtnerisch zu gestalten und dauerhaft
zu pflegen und zu erhalten. Pro Grundstück ist je angefangene 400 m² Grundstücksfläche
mindestens ein standortgerechter, heimischer Baum der Artenliste A in der Pflanzqualität
Hochstamm StU 12/14 cm oder ein Obstgehölz der Artenliste C (siehe Planzeichnung B-
Plan) zu pflanzen.
(2) Die zeichnerisch festgesetzte Randeingrünung aus Sträuchern ist unter Beachtung des
Sächsischen Nachbarrechtsgesetzes als mindestens einreihige Pflanzung standortgerechter,
1x verpflanzter Sträucher verschiedener Arten der Artenliste B (siehe Planzeichnung B-Plan)
im Pflanzabstand von max. 1,5 m vorzusehen.
(3) Festgesetzte Anpflanzungen sind bis spätestens zum Ende der auf die
Flächeninanspruchnahme folgenden Pflanzperiode auszuführen, dauerhaft zu pflegen und
zu erhalten. Abgängige Gehölze und Pflanzen sind zu ersetzen.

 
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Bei Umsetzung dieser Maßnahmen des GOP ist zu prognostizieren
, dass zukünftig ein
ausreichendes Angebot an Nist-Strukturen für Arten der Gehölze und Saumbiotope am
Standort vorhanden sein wird. Da die Arten keine Dauerniststätten nutzen, und häufig auch
als Kulturfolger auftreten (und daher gegenüber menschlichen Störungen im Allgemeinen
relativ unempfindlich sind), werden sie die entstehenden Habitate besiedeln. Mit Blick auf die
derzeitige intensiven Acker- und Grünlandnutzung wird das Gebiet entlang seiner Grenzen
für Arten der Feldgehölze und –säume gegenüber dem Bestand insgesamt aufgewertet.
Zudem ist ein Ausweichen in benachbarte Habitate möglich (Gehölzbestände im
Siedlungsbereich und Waldrand im Süden Richtung Zschopautal), sodass die zeitliche Lücke
zwischen dem Zeitpunkt der Fällung und der Entwicklung der Pflanzungen überbrückt
werden kann. Die ökologische Funktion der vom Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder
Ruhestätten ist somit im räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt.
Gegen den
Verbotstatbestand des §44 Abs.1, Nr. 3 BNatSchG (Entnahme, Beschädigung,
Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten) wird
daher
nicht verstoßen
.
4.2 Vertiefende artenschutzrechtliche Prüfung
Feldlerche (
Alauda arvensis
):
besonders geschützt./ Art des Art. 1 VSchRL/ unzureichender Erhaltungszustand/
Art der Vorwarnliste/ hervorgehobene artenschutzrechtliche Bedeutung
Die Feldlerche brütet in offenen Landschaften unterschiedlicher Ausprägung, zumeist in
Agrarlebensräumen, wie Grünland- oder Ackergebieten. Der Bodenbrüter benötigt als Neststandort
offene Flächen mit niedriger Gras- oder Krautvegetation. Bäume oder Häuser und insbesondere
geschlossene Vertikalstrukturen, wie Wälder, Siedlungen o. ä. werden hingegen gemieden. Die Art ist
aktuell noch nicht gefährdet, befindet sich jedoch für Deutschland, als auch für Sachsen auf der
Vorwarnliste (Gefährdung zukünftig zu befürchten). Gefährdungen der Art ergeben sich nach BAUER
& BERTHOLD (1996) insbesondere durch die Versiegelung und Verbauung der Landschaft,
intensivere Weidewirtschaft und Intensivierung der Landwirtschaft.
Da keine gezielte Revierkartierung durchgeführt werden konnte, ist eine „worst-case“- Betrachtung
vorzunehmen. Da geeignete Habitate (Agrarfläche) vorhanden sind, und gemäß „Brutvögel in
Sachsen“ die Art für den MTBQ 4944/1 (51 – 100 BP) nachgewiesen ist. Die Größe von
Feldlerchenrevieren variiert je nach Habitateignung. Gemäß „Brutvögel in Sachsen“ lassen sich neuere
Siedlungsdichteuntersuchungen in Sachsen für Ackerland folgendermaßen zusammenfassen: 0,0-7,1/
durchschnittlich 2,8 BP/10ha.
1. Fang, Verletzung, Tötung (§44 Abs. 1, Nr. 1 BNatSchG):
Im Sinne des „worst-case-Ansatzes“ gehen Habitate der Feldlerche verloren/ beeinträchtigt – bei
Baufeldberäumung während der Brutzeit Verlust besetzter Nester nicht auszuschließen.
Ohne gezielte Maßnahmen tritt o.g. Verbotstatbestand ein.
ja
nein
Erforderliche Maßnahmen:
Ab April bis in den Juli erstreckt sich die Brutzeit der Feldlerche, sodass
bei einem Baubeginn in diesem Zeitraum Bruten verloren gehen können. Um den Verlust besetzter
Nester zu vermeiden, ist der Baubeginn auf der Agrarfläche (Baufeldberäumung mit Beseitigung der
Vegetation, Oberbodenabtrag u.ä.) auf einen Zeitpunkt außerhalb der Brutsaison der Feldlerche zu
legen. Mit dem Bau im Bereich der Agrarfläche kann in der Phase von August bis März des
Folgejahres begonnen werden. Bei andauernden Störungen durch den Baubetrieb in die Brutphase
hinein, werden sich keine Brutpaare ansiedeln. Sie können stattdessen auf benachbarte Habitate
ausweichen (siehe Maßnahme unten: Schaffung von 6 Lerchenfenstern). Bei längeren Ruhephasen
auf der Baustelle innerhalb der Brutsaison hingegen ist allerdings nicht gänzlich auszuschließen, dass

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dann ggf. wieder Vögel mit einer Brut im Baubereich beginnen. Um dieses zu vermeiden, ist der
Baubetrieb innerhalb der Brutsaison kontinuierlich fortzuführen. Sollte dieses nicht möglich sein, und
es entstehen in der Brutzeit längere Pausen in denen sich wieder Tiere ansiedeln können, so ist mit
einer Wiederaufnahme der Arbeiten entweder wieder bis zum Ende der Brutsaison (ab August)
abzuwarten, oder es ist eine ökologische Baubegleitung durchzuführen. Im Rahmen dieser BÜ wäre
dann der Nachweis zu erbringen, dass zum Zeitpunkt keine besetzten Nester vorhanden sind.
Diesbezüglich sei allerdings auf die Hinweise im Kap. 6 „Maßnahmen“ verwiesen (mögliche
Erschwernisse).
Mit der gezielten Maßnahme tritt der o.g. Verbotstatbestand nicht ein.
Mit gezielten Maßnahmen tritt o.g. Verbotstatbestand ein.
ja
nein
2. Entnahme, Beschädigung, Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten
(§44 Abs.1,Nr.3 BNatSchG):
Das Vorhabensgebiet selbst verfügt über eine Größe von ca. 1,5 ha. Hier wird Agrarfläche überbaut
und geht damit als Nisthabitat vollständig verloren. Als Bruthabitat für die Feldlerche allerdings ist der
direkte Geltungsbereich aufgrund der Ortsrandlage aktuell schon als eher unattraktiv einzuschätzen
(Nähe zum bestehenden Ortsrand/ Meidung vertikaler Strukturen). Jedoch verschiebt sich im Zuge der
Planung der Ortsrand weiter in die offene Landschaft hinein, sodass Areale in Nachbarschaft des
Geltungsbereichs an Habitateignung einbüßen. Gemäß Stellungnahme UNB ist dazu als
Untersuchungsraum das Plangebiet zuzüglich 100 m nach außerhalb zu berücksichtigen (siehe
Markierung Abb. 4 – betrifft ca. 1,5 ha). Im Sinne des „worst-case“-Ansatzes ist hier der Verlust bzw.
die Beeinträchtigung von Bruthabitaten der Feldlerche zu prognostizieren.
Abbildung 4: Durch das Vorhaben zusätzlich beeinträchtigtes Feldlerchenhabitat (worst-case-
Betrachtung)
Ohne gezielte Maßnahmen tritt o.g. Verbotstatbestand ein.
ja
nein
Erforderliche Maßnahmen: Aufwertung von Ackerhabitaten (Schaffung von Lerchenfenstern)
In der Umgebung des B-Plangebietes sind 1,5 ha Ackerfläche als Feldlerchenhabitat aufzuwerten (3
Lerchenfenster in gleichmäßiger Verteilung auf 1,5 ha zur Kompensation des Verlusts der
Habitateignung auf 1,5 ha) innerhalb vorhandener Ackerflächen anzulegen. Bzgl. der konkreten
Maßnahmenbeschreibung, Zielsetzung und Funktion sei auf Kap. 6 „Maßnahmen“ verwiesen. Die

 
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Lerchenfenster sollen mit Beginn der Baumaßnahmen vorhanden bzw. gesichert sein, sodass mit
Beginn der Brutsaison die entsprechenden Ausweichhabitate zur Verfügung stehen.
Der Vorhabenträger trifft eine entsprechende Vereinbahrung mit den Flächenbewirtschaftern.
Die ökologische Funktion der vom Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im
räumlichen Zusammenhang wird weiterhin erfüllt, wenn die angeführte Maßnahme umgesetzt
wird.
Mit gezielten Maßnahmen tritt o.g. Verbotstatbestand ein.
ja
nein
3. Störungstatbestände (§44 Abs. 1, Nr. 2 BNatSchG):
Aufgrund der bestehenden Siedlungsrandlage sind entsprechende Vorbelastungen vorhanden. Der
Verlust von Habitatflächen durch die Verschiebung des Ortsrandes in die Landschaft hinein wurde
bereits unter Pkt. 2 berücksichtigt. Durch die bereits geplante Vermeidungsmaßnahme (siehe unter
Pkt. 1) kommt es zu keinen erheblichen Störungen während der Bauphase (Verlassen besetzter
Nester aufgrund plötzlich auftretender starker Störungen).
Der Erhaltungszustand der lokalen
Populationen verschlechtert sich nicht.
Ohne gezielte Maßnahmen tritt o.g. Verbotstatbestand ein.
ja
nein
Erforderliche Maßnahmen: Es sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich.
Mit gezielten Maßnahmen tritt o.g. Verbotstatbestand ein.
ja
nein
Rechtliche Erfordernisse:
Erteilung einer Ausnahme nach § 45 (7) BNatSchG oder Antrag auf Befreiung nach
§ 67 (2) BNatSchG erforderlich?:
ja
nein
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Resultierende rechtliche Erfordernisse
Unter Berücksichtigung der artspezifischen Vermeidungs- und CEF-Maßnahmen (siehe
unter Pkt. 6 - Maßnahmen) ist für alle behandelten Arten davon auszugehen, dass die
Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 BNatSchG nicht verletzt werden. Eine Ausnahme
gemäß § 45 Abs. 7 BNatSchG oder eine Befreiung nach § 67 (2) BNatSchG ist - bei
ordnungsgemäßer Umsetzung der geplanten Vermeidungs- und CEF-Maßnahmen - für
keine der behandelten Arten erforderlich.
6 Maßnahmen
Um ein Eintreten der Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 BNatSchG zu vermeiden, sind
artspezifische Vermeidungs- bzw. CEF-Maßnahmen (insbesondere für die Offenlandart
Feldlerche aber auch für Brutvögel der Gehölzbestände und der Saumbiotope) notwendig.

 
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6.1 Vermeidungsmaßnahmen
Zielsetzung/ Funktion:
Um das Eintreten des artenschutzrechtlichen Verbotstatbestandes §44 Abs.1, Nr.1
BNatSchG (Fang, Verletzung, Tötung) zu vermeiden, sind bauzeitliche Beschränkungen
vorgesehen.
1. Bauzeitliche Beschränkungen in Bezug auf Brutvögel der Gehölzbestände und der
Saumbiotope:
Die
Beseitigung von Gehölzen
(inkl. damit verzahnter Krautvegetation) ist
außerhalb der
Brutzeit
vorzunehmen (
Gehölzfällungen, Beseitigung von Vegetationsbeständen von
Oktober bis Februar
). Die
Verbotstatbestände des §44 Abs. 1, Nr. 1 und 2 BNatSchG
(Fang, Verletzung, Tötung sowie Störungstatbestand) treten damit nicht ein
(kein
Verlust besetzter Nester, kein Verlassen besetzter Nester aufgrund plötzlich auftretender
starker Störungen).
2. Bauzeitliche Beschränkungen in Bezug auf die Feldlerche (Agrarfläche):
Um den Verlust besetzter Nester zu vermeiden, ist der
Baubeginn auf der Agrarfläche
(Baufeldberäumung mit Beseitigung der Vegetation, Oberbodenabtrag u.ä.) auf einen
Zeitpunkt
außerhalb der Brutsaison der Feldlerche
zu legen. Mit dem Bau im Bereich der
Agrarflächen kann
in der Phase von August bis März des Folgejahres
begonnen werden.
Um zu vermeiden, dass im beräumten Baubereich ggf. wieder Vögel zu brüten beginnen, ist
der
Baubetrieb innerhalb der Brutsaison kontinuierlich fortzuführen
. Nach längeren
Pausen während der Brutzeit, ist mit einer Wiederaufnahme der Arbeiten entweder wieder
bis zum Ende der Brutsaison (ab August) abzuwarten, oder es ist eine ökologische
Baubegleitung durchzuführen.
Im Rahmen der ökologische Baubegleitung wäre dann der Nachweis zu erbringen, dass zum
Zeitpunkt keine besetzten Nester vorhanden sind. Diesbezüglich ist allerdings darauf
hinzuweisen, dass die ökologische Baubegleitung einen reibungslosen Ablauf dann jedoch
nicht a priori garantieren kann. Für den Fall, dass der o.g. Nachweis nicht erbracht werden
kann - also besetzte Nester vorhanden sind - kann es zu Erschwernissen beim Bau kommen
(zusätzliche rechtliche Erfordernisse wie Ausnahme nach § 45 [7] BNatSchG oder Befreiung
nach § 67 [2] BNatSchG oder zeitliche Verzögerungen/ zusätzliche Sicherungsmaßnahmen).
Um den Verstoß gegen artenschutzrechtliche Verbote zu verhindern, stellt die zeitliche

 
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Beschränkung (Baubeginn außerhalb der Brutphase und kontinuierliches Arbeiten bis zum
Abschluss der Bauarbeiten) die sicherste Methode dar. Mit dieser gezielten Maßnahme tritt
der o.g. Verbotstatbestand nicht ein.
6.2 CEF-Maßnahmen (Kompensationsmaßnahmen des Artenschutzes)
CEF-Maßnahme – Aufwertung von Ackerhabitaten (Schaffung von Lerchenfenstern):
Zielsetzung/ Funktion:
Um die ökologische Funktion der von dem Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder
Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang weiterhin dauerhaft zu gewährleisten ist die
Schaffung von Ausweichhabitaten für die Feldlerche vorgesehen.
Maßnahmenbeschreibung:
In der Umgebung
des PG sind 1,5 ha Ackerfläche als Feldlerchenhabitat aufzuwerten. Dazu
sind
3 Lerchenfenster innerhalb 1,5 ha vorhandener Ackerflächen
(in gleichmäßiger
Verteilung) anzulegen. Dazu sind Schläge zu nutzen, die mit Wintergetreide oder Raps
bestellt werden. Aufgrund des schnellen und dichten Aufwachsens solcher Kulturen, findet
die Feldlerche in derartigen Beständen nicht genügend Brutplätze. Da die Feldlerche in
dichten Beständen unterrepräsentiert ist, können hier im Zuge der Maßnahme zusätzliche
Brutpaare angesiedelt werden. Zu bevorzugen sind Schläge ab einer Größe von 5 Hektar
(keine feuchten oder nassen Areale, gerne in Kuppenlage). Geeignet erscheinen
beispielsweise die in der Umgebung von Meinsberg umfangreich vorhandenen Ackerflächen
(siehe Abb. 5).
Die Fenster sollen einen Abstand von mind. 25 m zum Feldrand und mind. 50 m zu
vertikalen Elementen, wie Gehölzen/ Gebäuden/ Freileitungen usw. haben. Außerdem ist der
maximal mögliche Abstand zu Fahrgassen einzuhalten (zum Schutz vor Prädatoren, wie
Füchsen). Im Lerchenfenster wird nicht eingesät, dazu ist die Sämaschine für einige Meter
anzuheben. Die Größe des Fensters beträgt gemäß „Das Bodenbrüterprojekt im Freistaat
Sachsen 2009 – 2013“ (SCHMIDT, DÄMMIG, EILERS, NACHTIGALL, 2014) ca. 20 m² bei
Wintergetreide (z. B. bei 3 Meter-Sämaschine für 7 Meter anheben) oder 40 m² bei
Winterraps. Nach der Aussaat wird das Fenster ansonsten ganz normal weiter, wie der Rest
des Schlages, bewirtschaftet (aber keine mechanische Unkrautbekämpfung ab 31.3. bis
Ernte). Sie können auch wie der übrige Acker mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden,
sodass nur wenige Unkräuter aufkommen. Sie wirken sich nicht negativ auf die Fruchtfolge
aus. (Der Ernteausfall ist mit weniger als 5 Euro pro Hektar niedrig und der Arbeitsaufwand
gering.) Die Lerchenfenster sollen
mit Beginn der Baumaßnahmen
vorhanden
bzw.

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gesichert sein, sodass
mit Beginn der Brutsaison die entsprechenden Ausweichhabitate
zur Verfügung
stehen.
Abbildung 5: Umfangreich vorhandene Ackerflächen östlich, nördlich und westlich
von Meinsberg
Die Zusage der Knobelsdorfer Agrarprodukt GmbH & Co. KG über die Bereitstellung der
benötigten Kompensationsfläche liegt vor (siehe Anlage I). Im Weiteren trifft der
Vorhabenträger eine entsprechende Vereinbarung mit den Flächenbewirtschaftern. Diese
regelt die Größe der zu veranschlagenden Gesamtfläche in Verbindung mit der Zahl der zu
schaffenden Lerchenfenster (3 Lerchenfenster auf 1,5 ha). Die Schläge bzw. Flurstücke für
die Lerchenfenster können dabei über die Jahre auch variieren (je nach Kultur). In der
Nutzungsvereinbarung kann eine jährliche Ausgleichszahlung für den Ernteausfall vereinbart
werden.
Die ökologische Funktion der vom Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten
im räumlichen Zusammenhang wird weiterhin erfüllt, wenn die angeführte Maßnahme
umgesetzt wird.

 
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7 Zusammenfassung
Die Stadt Waldheim plant in Anbetracht des bestehenden Wohnungsbedarfs die Ausweisung
des Wohngebietes Sonnenhufe Teil II von ca. 1,5 ha zum Bau von 13 Eigenheimen für den
örtlichen Bedarf.
Entsprechend Stellungnahme LRA MSN und Absprache vom 20.01.2017 mit Herrn Seifert
(UNB MSN) soll ein Artenschutzfachbeitrag entsprechend vorhandener Unterlagen erarbeitet
werden mit Schwerpunkt auf Vorkommen der Feldlerche.
Innerhalb des artenschutzrechtlichen Fachbeitrags sind insbesondere die
naturschutzfachlichen Voraussetzungen für die Abwendung der Verbote des § 44 BNatSchG
im Sinne des § 44 (5) BNatSchG (Verbote gelten gemäß o.g. Stellungnahme der UNB für
europäische Vogelarten und Arten des Anhang IV der FFH-RL) oder für eine Befreiung
gemäß § 67 Abs. 2 BNatSchG zu prüfen. Dazu zählen Vermeidungs- und
Minderungsmaßnahmen, vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen sowie
Kompensationsmaßnahmen, die zur Vermeidung oder zum Ausgleich der
Beeinträchtigungen der geschützten Arten notwendig sind.
Da aus Gründen des Planverfahrens das Prüfergebnis bis zum 28. Februar 2017 vorliegen
soll, ist eine „worst-case“- Betrachtung unter Berücksichtigung von vorhandenen Daten
vorzunehmen. Zusätzlich fand am 24.02.2017 eine Vorort-Begehung statt, deren
Beobachtungen ebenfalls in die Unterlage einfließen (keine Höhlenbäume vorgefunden).
Die Relevanzprüfung kam zu dem Ergebnis, dass das geplante Vorhaben insbesondere für
die Feldlerche (beplante Agrarfläche stellt geeignetes Bruthabitat dar) aber auch für
Brutvögel der kleinflächig betroffenen Gehölzbestände und der Saumbiotope (Gehölzsaum
an der Nordgrenze des PG) artenschutzrechtliche Belange berühren kann.
Für die relativ weit verbreiteten ungefährdeten Vogelarten (der Gehölzbestände und
Saumbiotope) wurde eine überschlägige Prüfung auf Basis von Artgruppen durchgeführt.
Für die im Vorhabensbereich aktuell brütende Feldlerche, als Vogelart mit hervorgehobener
artenschutzrechtlicher Bedeutung und zudem unzureichendem Erhaltungszustand, wurde
eine vertiefende artenschutzrechtliche Prüfung durchgeführt.
Im Ergebnis dieser Prüfung war festzustellen, dass ohne entsprechende Vermeidungs- bzw.
Kompensationsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) gegen artenschutzrechtliche
Verbotstatbestände § 44 BNatSchG verstoßen wird:
·
Verbotstatbestände des §44 Abs. 1, Nr. 1 und 2 BNatSchG (Fang, Verletzung,
Tötung sowie Störungstatbestand) für die Feldlerche sowie Vogelarten der
Gehölzbestände und Saumbiotope

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·
Verbotstatbestand des §44 Abs.1, Nr. 3 BNatSchG (Entnahme, Beschädigung,
Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten) für die Feldlerche
Um ein Eintreten dieser Verbotstatbestände zu vermeiden sind folgende Maßnahmen
durchzuführen (detaillierte Maßnahmenbeschreibung siehe unter Pkt. 6):
Vermeidungsmaßnahmen
1. Bauzeitliche Beschränkungen in Bezug auf Brutvögel der Gehölzbestände und
Saumbiotope (Ackerrandbereich im Norden):
·
Beseitigung von Gehölzen (inkl. damit verzahnter Krautvegetation) außerhalb der
Brutzeit (Gehölzfällungen, Beseitigung von Vegetationsbeständen von Oktober bis
Februar)
2. Bauzeitliche Beschränkungen in Bezug auf die Feldlerche (Agrarfläche):
·
Baubeginn auf Agrarflächen außerhalb der Brutsaison der Feldlerche in der Phase
von August bis März des Folgejahres, anschließend Baubetrieb innerhalb der
Brutsaison kontinuierlich fortzuführen; ggf. ökologische Baubegleitung
CEF-Maßnahme – Aufwertung von Ackerhabitaten (Schaffung von Lerchenfenstern)
·
1,5 ha Ackerfläche als Feldlerchenhabitat aufwerten: Anlage von 3 Lerchenfenstern
innerhalb 1,5 ha vorhandener Ackerflächen in der Umgebung des PG (in
gleichmäßiger Verteilung) als Ausweichhabitate; mit Beginn der Baumaßnahmen
bzw. mit Beginn der Brutsaison vorhanden
Unter der Vorraussetzung, dass die o.g. Maßnahmen ordnungsgemäß und vollständig
umgesetzt werden, tritt für keine der behandelten Arten ein Verbotstatbestand des § 44
BNatSchG ein.
Eine Ausnahme gemäß § 45 Abs. 7 BNatSchG bzw. Befreiung nach § 67 (2) BNatSchG ist
somit für keine der behandelten Arten erforderlich.
Die artenschutzrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens - Bebauungsplan „Sonnenhufe
Teil II“ der Stadt Waldheim, OT Meinsberg - ist damit gegeben.

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8 Fotodokumentation
Foto 1: Blick aus Südwesten über das PG (potenzielles Habitat der Feldlerche)
Foto 2: Gehölzsaum (westliches Ende: Fichtenpflanzung im Vordergrund die )

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Foto 3: Gehölzsaum (westlicher Bereich: Liguster, Schwarzer Holunder, einzelne Spitz-
Ahorn)
Foto 4: Blick von Nordostgrenze des PG entlang des nördlichen Gehölzsaums über das PG
(im Hintergrund die vorhandene Bebauung mit Einfamilienhäusern)

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ANLAGEN
I
Zusage zur Bereitstellung von Kompensationsfläche

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Knobelsdorfer Ägrarprodukt
GmbH & Co. KG
Knobelsdorftr Ägrarprodukt GmbH & Co. KG,04736 Waldheim
Stadtverwaltung Waldheim
Niedermarkt 1
04736 Waldheim
Registergericht Chemnitz HRA 100364
pers. haft, Gesellschafter
Knobelsdorfer Ägrarprodukt
Verwaltungsgesellschaft mbH
04720 Knobelsdorf
Registergerichl Chemnitz HRB 103351
Geschäftsführer: Frau Sylvia Hom
Ihre Zeichen
Ihre Nachricht vom
Unsere Zeichen
Horn
Datum
14.12.2017
Kompensationsflächen
Sehr geehrte Frau Backofen,
wir werden ab 01.10.2018 Lerchenfenster auf den Flächen, angrenzend an die Bebauung
Sonnenhufe, einrichten.
Mit freundlichen Grüßen
Horn
Geschäftsfuhrerin
MittlereTalstraße 1
04736 Waldheim
Telefon: 034327/6661-0
Fax: 034327/6661-10
Volksbank Mittweida
Kto-Nr. 155004304
BLZ: 87096124
IBAN DE92870961240155004304
BIC GENODEFIMTW
Ust-ldNr. : DE 141711180
Steuemr. 236/169/00110

Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
Anlage 3
MERKBLATT ZUR VERWENDUNG VON GEHÖLZEN
IN NATUR UND LANDSCHAFT
Stand: Februar 2015
Autor:
Landratsamt Mittelsachsen
Abt. 23 Umwelt, Forst und Landwirtschaft
Ref. 23.7 Umweltfachaufgaben
Fachbereich 23.7.2 Naturschutz

Landratsamt Mittelsachsen
Stand: Februar 2015
Abt. 23 Umwelt, Forst und Landwirtschaft
Ref. 23.7 Umweltfachaufgaben
Fachbereich 23.7.2 Naturschutz
Merkblatt zur Verwendung von Gehölzen in Natur und Landschaft
Gehölzstrukturen sind wertvolle Biotope in unserer landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft.
Sie bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und tragen zum
Wind- und
Erosionsschutz sowie zur Aufwertung des Landschaftsbildes bei.
Ziel ist es, durch den fachgerechten Umgang mit Gehölzen deren ökologische Funktion sowie die
Artenvielfalt zu fördern und dauerhaft zu erhalten. Dieses Merkblatt gibt Hinweise zur Anlage und
Pflege von Hecken, Feldgehölzen und von Allen und Baumreihen sowie zur Auswahl des geeigneten
Pflanzmaterials.
A - Hinweise zur Anlage einer Hecke
Die Gestaltung einer Hecke sollte sich an der jeweiligen Landschaftstypik orientieren. Infolgedessen
wird die Anlage einer Nieder- oder Strauchhecke, Hochhecke oder Baumhecke favorisiert.
Für die Ausführung der Pflanzarbeiten gelten die Vorgaben der DIN 18916 „Vegetationstechnik im
Landschaftsbau - Pflanzen und Pflanzarbeiten“. Zudem werden folgende Behandlungsgrundsätze
empfohlen.
-
Breite der ausgewachsenen Hecke 5-6 m, an die sich ein 1-2 m breiter Krautsaum anschließt
-
Abstand zu Straßen mindestens 7,5 Meter (Kollisionsschutz für Hecken bewohnende Vögel)
-
mindestens 3 Pflanzreihen
-
bei Hoch- und Baumhecken: Anordnung der Bäume in den Mittelreihen, Bäume 2. Ordnung
können auch an der windzugewandten Heckenseite stehen, Baumanteil 5 -10 %
-
Pflanzabstand nach der Wuchsgröße auswählen. Bei schwachwüchsigen Sträuchern, wie
Rosen, genügt zwischen den Pflanzreihen und in der Reihe ein Abstand von 1x1 m, bei
stärker wachsenden Gehölzen, wie z.B. Hasel 2 bis 3 m
-
Pflanzung in Gruppen zu 2-5 Stck. pro Art, insbesondere bei konkurrenzschwachen Arten
-
Empfehlenswert
ist
die
Verwendung
von
Obstbäumen
(Gefahr
von
Feuerbrand
berücksichtigen) und ein hoher Anteil an Dornensträuchern
-
Bodenvorbereitung: auf verfestigten Böden Lockern des Bodens ohne die Schichten
umzuwerfen; Gräser- und Krautbewuchs durch Mahd zurückdrängen
-
Pflanzzeit: in der Zeit der Vegetationsruhe (Anfang November bis Ende April); optimale
Anwuchschancen bei Spätherbstpflanzung ; bei frostempfindlichen Gehölzen empfiehlt sich
eine Pflanzung im Frühjahr
Fertigstellungspflege
Die Fertigstellungspflege umfasst alle Leistungen nach der Pflanzarbeit, die für einen abnahme-
fähigen Zustand der Pflanzung notwendig sind.
Für die Ausführung der Pflegearbeiten gelten
neben den Vorgaben der DIN 18916 Vegetationstechnik im Landschaftsbau - Pflanzen und
Pflanzarbeiten folgende Grundsätze.

-
bei Verlusten größer 10 % der Gesamtstückzahl sind Nachpflanzungen vorzunehmen; bei
kleineren Ausfällen keine Nachpflanzung , da sich Lücken von allein ausfüllen
-
Einzäunung gegen Wildverbiss für die ersten Jahre (Rehwild mind. 1,60m, Rotwild mind.
1,80m)
Entwicklungspflege
Die Entwicklungspflege dient der Erzielung eines funktionsfähigen Zustandes und soll die
Weiterentwicklung der Pflanzung sicherstellen. Für die Ausführung der Pflegearbeiten gelten die
Vorgaben der DIN 18919 „Entwicklungs- und Unterhaltungspflege von Grünflächen“.
Der Zeitraum für die Fertigstellungs- und Entwicklungspflege umfasst 5 Jahre. Bis zur vollständigen
Entwicklung einer Heckenstruktur und der damit verbundenen annähernd erfüllten ökologischen
Funktion vergehen mindestens 10 bis 15 Jahre.
Bestandspflege
-
alle 10 Jahre, maximal in 25jährigen Abständen einzelne Heckenabschnitte auf den Stock
setzen, um die Entwicklung kräftiger Heckenpflanzen zu fördern (in ca. 20-50 cm über dem
Boden
abschlagen
oder
umknicken);
langsam
wachsende
Gehölze
mit
geringem
Ausschlagvermögen schonen und behutsam pflegen durch Rückschnitt der Außenäste
-
Verjüngung sollte grundsätzlich abschnittsweise erfolgen (jeweils 20-30 % der Hecke)
-
kein Gehölzschnitt im Zeitraum 1. März bis 30. September (BNatSchG § 39 Abs. 5 Nr. 2)
-
Schnitt möglichst spät im Winter, da Vögel und Säugetiere Früchte einzelner Gehölze als
Nahrungsquelle nutzen
-
Säume sporadisch mähen, im Abstand von 3-4 Jahren, um Verbuschung zu verhindern,
Schnittzeitpunkt Ende September, nicht mulchen, sondern Mähgut abtransportieren
Qualität der Pflanzenware
Es sind standortgerechte und nach Möglichkeit gebietseigene Gehölze der entsprechenden
Vorkommensgebiete (siehe Karte und Artenliste) zu verwenden (Hinweise Abschnitt D Forderungen
zur Gebietseigenheit beachten!). Folgende Qualitätsstufen sind zu empfehlen.
-
dreijährig verpflanzte Sämlinge
-
einmal verpflanzte leichte Sträucher
-
einmal verpflanzte leichte Heister
B - Hinweise zur Anlage eines flächigen Feldgehölzes
Für
die
Ausführung
der
Pflanzarbeiten
gelten
neben
den
Vorgaben
der
DIN
18916
„Vegetationstechnik im Landschaftsbau - Pflanzen und Pflanzarbeiten“ folgende Grundsätze.
-
Größe zwischen ca. 500 m
2
und 5000 m
2
(ab ca. 2000 m
2
muss geprüft werden, ob eine
Erstaufforstungsgenehmigung erforderlich ist)
-
Abstand zu Siedlungen und stark befahrenen Straßen mindestens 150 m, um Funktion als
Unterstand für das Wild zu erfüllen
-
Um Beeinträchtigungen durch den heranwachsenden Bestand auf die angrenzenden Kulturen
zu vermeiden, ist ein Mindestabstand von 6 m von den äußeren Forstpflanzen zur Grenze des
landwirtschaftlich genutzten Nachbargrundstück einzuhalten

-
Lockerer stufenartiger Aufbau: Krautsaum 2-3 m breit, Vormantelsaum aus niedrig
wachsenden
Sträuchern
(Brombeeren,
Himbeere,
Wildrosen),
Mantelsaum
aus
Großsträuchern und Kleinbäumen, Zentrum Bäume 1. Und 2. Ordnung
-
Baumanteil 10 – 30 %
-
Größere Feldgehölze sollten eine zentrale gehölzfreie Fläche (Waldwiese) aufweisen
Fertigstellungspflege
Die Fertigstellungspflege umfasst alle Leistungen nach der Pflanzarbeit, die für einen abnahme-
fähigen Zustand der Pflanzung notwendig sind.
Für die Ausführung der Pflegearbeiten gelten
neben den Vorgaben der DIN 18916 Vegetationstechnik im Landschaftsbau - Pflanzen und
Pflanzarbeiten folgende Grundsätze.
-
Bei Verlusten größer 10 % der Gesamtstückzahl sind Nachpflanzungen vorzunehmen; bei
kleineren Ausfällen keine Nachpflanzung , da sich Lücken von allein ausfüllen
-
Einzäunung gegen Wildverbiss für die ersten Jahre (Rehwild mind. 1,60m, Rotwild mind.
1,80m)
Entwicklungspflege
Die Entwicklungspflege dient der Erzielung eines funktionsfähigen Zustandes und soll die
Weiterentwicklung der Pflanzung sicherstellen. Für die Ausführung der Pflegearbeiten gelten die
Vorgaben der DIN 18919 „Entwicklungs- und Unterhaltungspflege von Grünflächen“.
Der Zeitraum für die Fertigstellungs- und Entwicklungspflege umfasst 5 Jahre. Bis zur vollständigen
Entwicklung eines Feldgehölzes und der damit verbundenen annähernd erfüllten ökologischen
Funktion vergehen 10 bis 30 Jahre.
Bestandspflege
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Verjüngung durch „Auf den Stock setzen“, jedoch nicht abschnittsweise, sondern
plenterwaldartig (Entnahme einzelner Altbäume), so dass ein stufiger Aufbau mit allen
Altersklassen vorhanden ist
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langsam wachsende Gehölze mit geringem Ausschlagvermögen schonen und behutsam
pflegen durch Rückschnitt der Außenäste
-
kein Gehölzschnitt im Zeitraum 1. März bis 30. September (BNatSchG § 39 Abs. 5 Nr. 2)
-
Schnitt möglichst spät im Winter, da Vögel und Säugetiere Früchte einzelner Gehölze als
Nahrungsquelle nutzen
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Zur Förderung von Totholz-Bewohnern einzelne Stämme stehend zerfallen lassen
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Säume sporadisch mähen, im Abstand von 3-4 Jahren, um Verbuschung zu verhindern,
Schnittzeitpunkt Ende September, nicht mulchen, sondern Mähgut abtransportieren
Qualität der Pflanzenware
Es sind standortgerechte und nach Möglichkeit gebietseigene Gehölze der entsprechenden
Vorkommensgebiete (siehe Karte und Artenliste) zu verwenden (Hinweise Abschnitt D Forderungen
zur Gebietseigenheit beachten!). Folgende Qualitätsstufen sind zu empfehlen.
-
dreijährig verpflanzte Sämlinge
-
einmal verpflanzte leichte Sträucher
-
einmal verpflanzte leichte Heister

C - Hinweise zur Anlage von Alleen und Baumreihen
Für
die
Ausführung
der
Pflanzarbeiten
gelten
neben
den
Vorgaben
der
DIN
18916
„Vegetationstechnik im Landschaftsbau - Pflanzen und Pflanzarbeiten“ folgende Grundsätze:
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vorzugsweise standortgerechte Laubbaumarten, wie Sommer- und Winterlinde, Spitz- und
Bergahorn, Trauben- und Stieleiche, Wildobst und Ebereschen verwenden
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i.d.R. Abstand vom Fahrbahnrand mindestens 4,50 m
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Pflanzabstand in der Reihe ist abhängig von der Baumart 7-15 m
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Pflanzgrube mind. 30 cm breiter und 20 cm tiefer als der Ballen/bei Wurzelware muss die
Grube mindestens dem Wurzelumfang entsprechen
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Grubensohle 20 cm tief lockern
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Anbindung mittels Kokosstrick oder Band an Baumpfähle (1-3), bei Heistern Schrägpfahl
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eine Herbstpflanzung ist einer Frühjahrsbepflanzung vorzuziehen
Der Zeitraum für die Fertigstellungs- und Entwicklungspflege umfasst 5 Jahre. Bis zur vollständigen
Entwicklung einer Allee/ Baumreihe und der damit verbundenen annähernd erfüllten ökologischen
Funktion vergehen mindestens 10 Jahre.
Qualität der Pflanzenware
Es sind standortgerechte und nach Möglichkeit gebietseigene Gehölze der entsprechenden
Vorkommensgebiete (siehe Karte und Artenliste) zu verwenden (Hinweise Abschnitt D Forderungen
zur Gebietseigenheit beachten!). Folgende Qualitätsstufen sind zu empfehlen.
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Heister, 2 x verpflanzt, aus weitem Stand, Höhe 150 – 200 cm
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Hochstamm, 2 x verpflanzt, Stammumfang 10 - 12 cm
D - Forderungen zur Gebietseigenheit (gilt nicht für Kulturobstgehölze!)
1. Grundsätzliche Regelung
Zur Gebietseigenheit von Gehölzen sind die rechtlichen Vorgaben des § 40 Absatz 4 S. 4 BNatSchG zu
beachten. Danach gilt:
Bis einschließlich 01.03.2020 ist das Ausbringen von Gehölzen und Saatgut außerhalb ihrer
Vorkommensgebiete genehmigungsfrei. Bis zum Ende der Übergangsfrist sollen vorzugsweise
gebietseigene Gehölze verwendet werden.
In der nachfolgenden Karte ist die Einteilung der Vorkommensgebiete in Sachsen bzw. im Landkreis
Mittelsachsen (orange) dargestellt.

image
Eine Auswahl an gebietseigenen Gehölzen mit der entsprechenden